A. Iver östliche ahrhafte m Backen t nur noch Backpulver Hie beste chule? Chauffem 1000 Leute je chtigen Cha und bestanden e Hunderte e fofort Anfte nge Profpe ffeurschule, # 12 ake 39. Saufsicht) It reell Fra Viesbaden, asse 551. werker. gen Meister mit den e März d. J. einzureiden Handwerke uittung dem te Provin 0000 Gemüse onferven # achf., lefon 128 Fift t. nte. Jede Tinte reibt Noten! nicht, direkt C.50 ts. alten. e. 1. in Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh. Die„ Humoristischen Blätter" liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.-Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 66. - ( 1. Blatt.) Religion und Politik. nur Selten finden drei kleine Worte solchen Widerspruch, wie er uns hier begegnet. Es erheben sich nicht alle diejenigen, die unsere christliche Weltanschauung befehden, wie ein Mann dagegen, sondern unter uns Christen selbst ruft diese Zusammenstellung in weiten Kreisen Abneigung oder zum mindesten eine zentimeterdicke Gänsehaut hervor. Warum das? Warum sind viele, gerade unter den gläubigen Christen, mit ihrem Protest so schnell bei der Hand? Was bedeutet denn Religion für uns Christen? Als Lehre die Erkenntnis von Gott und unserem Herrn und Heiland, in der Praxis die Anwendung dieser Lehre auf unser ganzes Leben. Was bedeutet Politik? Als Wissenschaft die Lehre vom Staatsleben, in der Praxis die Anwendung dieser Lehre auf gegebene staatliche Verhältnisse, auf unser Verhalten dem Staat gegenüber. Diese kurze Erklärung der beiden Begriffe ist nicht erschöpfend, aber sie trifft, so will es uns scheinen, den Kern. Bedeutet Religion in der Praxis für uns die Anwendung der Lehren Christi auf unser ganzes Leben und praktische Politik die Anwendung der Lehre vom Staatsleben auf die uns umgebenden staatlichen Verhältnisse, so ist damit schon erwiesen, daß beide, Religion und Politik, einander berühren müssen. An und für sich bedingt unser christliche Glaube ganz gewiß nicht die Zugehörigkeit zu irgend einer bestimmten politischen Partei. Warum sollte ein aufrichtiger, frommer Christ nicht in staatlichen Dingen liberale Anschauungen haben können. Ja, es stände seinem Anschluß an die politisch freisinnigen Parteien nichts im Wege, wenn Religion und Politik sich tatsächlich in der Praxis auseinander halten ließen, und wenn nicht der politische Linksliberalismus gleich bedeutend geworden wäre mit dem Kampf gegen unsere alte christliche Weltanschauung. Jetzt darf auch der politisch liberal denkende Christ seine Stimme nicht mehr den Parteien der sogenannten Linksliberalen geben, wenn er nicht mit helfen will, den Gegnern des Christentums die Wege zu ebnen. Es sollte uns stuzzig machen, daß man gerade auf fortschrittlicher Seite im Brustton der Ueberzeugung immer wieder uns Christen, sobald wir uns am politischen Leben betätigen, zuruft:„ Das dürft Ihr nicht, Religion und Politik haben nichts miteinander zu schaf= f' n". Dabei sind eben diese Leute eifrig darauf bedacht, literale Theologen für ihre Sache zu gewinnen und als eordnete mitten in den politischen Kampf hineinzuAby steller. Es wird hohe Zeit, daß wir Christen uns endlich auf unsere politischen Pflichten besinnen. Wir haben hier auf Erden einen Beruf zu erfüllen und zwar einen weltlich irdischen Beruf, wir sind Glieder der Menschheit, der Kirche, des Staates und unseres Volkes. Es ist unsere Pflicht, auf allen Gebieten unserem Beruf im Geiste Jesu Christi nachzugehen. Dazu gehört auch unsere Pflicht, am politischen Leben unseres Volkes mit zuarbeiten. Wir Christen beanspruchen doch auch den Schutz und die Hülfe des Staates auf allen Gebieten unseres Lebens für Erziehung, Ehe, Familie und Eigentum. Sollte es uns dabei gleichgültig sein, in welcher Weise der Staat diese Fragen regelt. Wenn wir der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 18. März 1911 nicht mitarbeiten wollen, so dürfen wir uns nicht wundern, wenn die materialistische Weltanschauung die Vorherrschaft erringt. Wir beanspruchen die Rechte, die uns ein geordnetes Staatsleben verbürgt, und darum müssen wir auch die auf uns nehmen. Der Gang der Politik entscheidet über Schule und kirchliche Fragen, über Sittlichkeitsgesetze und Fürsorge- Erziehung, über Schutz in Krankheit, Unfällen und Invalidität und viele hunderte von anderen Fragen mehr, die auch uns Christen aufs Innigste berüh ren. Sollen die Gesetze auf allen diesen Gebieten von christlichem Geist durchdrungen werden, dann müssen wir uns auch im politischen Leben betätigen und dürfen den Kampf nicht scheuen. Aus dem Reichstag. Der Abgeordnete Behrens hat folgende Entschließung eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen: 1. den sozialen und wirtschaftlichen Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern dadurch zu fördern, daß die Verwaltungen angewiesen werden, bei Vergebung von Arbeiten und Lie ferungen für das Reich, insbesondere für die Verwaltung der Kaiserlichen Marine, des Reichsheeres, der Reichseisenbahnen und der Reichs- Post und Telegraphen möglichst nur solche Firmen zu berücksichtigen, die sich verpflichten, in ihren Betrieben zur Regelung und Sicherung der Lohn- und Arbeitsbedingungen auf den Abschluß von Iarifverträgen hinzuwirken; 2. bei den Bundesstaaten dahin zu wirken, daß sie ebenfalls in der vorstehenden Weise auf den Abschluß von Tarifverträgen hinwirken. Die Abgeordneten Kölle, Behrens, Rieseberg, Liebermann v. Sonnenberg, Bindewald, beantragen folgende Entschließung: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, zum Schutze und zur Förderung der heimischen Steinindustrie ( insbesondere Pflastersteinindustrie) in Schweden gegenüber geeignete Maßnahmen zu veranlassen. Dann liegt noch folgender Antrag( Raab, Beh rens und Genossen) vor: Der Reichstag wolle beschließen: die Geschäftsordnungskommission wird ermächtigt, die in der Geschäftsordnung enthaltenen entbehrlichen Fremd wörter tunlichst durch deutsche Ausdrücke zu ersetzen. Am 10. März wurde im Reichstage über den Titel ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichteit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. wie bei dem Etat der Heeresverwaltung, zu sprechen. Zu den Forderungen der Telegraphen= arbeiter hat Abg. Behrens sich eingehend geäußert. Wir berichten in nächster Nummer darüber. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. März *) Gießen. Das Hassia- Präsidium hat folgenden Aufruf erlassen: Jm Wahlkreis Gießen- Grünberg steht am 21. März ein Kandidat einer bürgerlichen Partei in Stichwahl gegen einen Sozialdemokraten. Da ist es unsere sazzungsgemäße Pflicht darauf hinzuweisen, daß ein Mitglied unseres Verbandes nimmermehr seine Stimme dem Sozialdemokraten geben darf, wenn es nicht die von ihm selbst anerkannten Satzungen durchbrechen will. Aber auch Stimmenenthaltung ist eine bedingte Unterstützung des Sozialdemokraten, die zu dessen Sieg führen kann! Deshalb gibt es hier nur eines! Das Vaterland muß über der Partei stehen! Laßt den Parteihaß fahren und folgt der Stimme des Vaterlandes, das alle reichstreu und monarchisch gesinnte Männer, ganz besonders aber unsere Mitglieder auf die bürgerliche Seite ruft, ohne Rücksicht darauf, welcher bürgerlichen Parteirichtung der Kandidat angehört. Gießen, 16. März. Die Vertrauensmänner= Versammlung der Fortschrittlichen Volkspartei hat nach kurzer Beratung die Stichwahlparole für den Kandidaten der Sozialdemokratie Georg Beckmann ausgegeben. ** Gießen, 18. März. Eine wichtige Wä h= lerversammlung für die Kandidatur Dr. We r- ner findet morgen Sonntag, abends 8 Uhr, in Steins Garten statt. Redner sind die Herren Fabrikbesitzer Schaumann aus Mülheim über:„ Die Industrie und die Sozialdemokratie" und der besonders in den Kreisen des Mittelstandes bestens bekannte Reichstags= abgeordnete, Handwerksmeister Ra a b aus Hamburg über:„ Der Mittelstand und die Sozialdemokratie". Herr Raab hat vor allen Dingen durch seine Mittelstands= rede, die er kurz vor Weihnachten im Reichstage hielt, und in der er sich in scharfer und treffender Form gegen alle Schädlinge des Kaufmannsstandes und des Handwerkerstandes wandte, großes Aufsehen erregt. Der Abg. Raab ist einer der besten Kenner der Mittelstandsfragen im Reichstage. Es wird am Sonntag abend in Steins Garten sicher ein außerordentlich zahlreicher Besuch zu erwarten sein. * Eschwege, 18. März. Gestern Nacht herrschte hier ununterbrochenes Schneetreiben. Das Werratal ist - Telegraphenbau- und Postet at verhandelt. in eine Schneelandschaft verwandelt. Bei dieser Gelegenheit nahm auch der Abg. Behrens das Wort, um über die Wünsche der Telegra phenarbeiter, Reform des Telegraphenbaudienſtes und Schonung der Obstbäume an den Landstraßen bei Anlage von Telegraphenlinien zu sprechen. Eingangs seiner Rede kam der Abgeordnete noch auf die Organisationen und auf den Ausbau der Arbeiter aus schüsse und auf das Tarifvertragswesen, Manches Goldstück sparen viele Fa| milien, indem sie die Stoffe zu ihren Anzügen und Kostümen direkt ohne Zwischenhandel aus renomierten Fabriken beziehen. Eine empfehlenswerte Firma dieser Art ist die Tuchfabrik Schwetasch& Seidel in Spremberg N.-L., deren heute dieser Zeitung beigefügter Prospekt jedermann der gefl. Beachtung zu empfehlen ist. An alle nationalen Wähler des Wahlkreises Giessen- Grünberg- Nidda. Die Entscheidung bei der Hauptwahl ist gefallen. In der Stichwahl handelt es sich nun darum, ob ein bürgerlicher Vertreter, der die Grundlagen unseres Staats- und Gesellschaftslebens bejaht und bereit ist, nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl der Gesamtheit zu arbeiten, oder ein Vertreter der Sozialdemotratie, welche ihre Tätigkeit in ödem Nörgeln und Verneinen erschöpft, für unseren Wahlkreis in den Reichstag einziehen soll. Die Besorgnis, daß bei der gegenwärtigen Lage das Letztere eintreten möchte, hat eine Reihe von Angehörigen aller Stände und Parteien zusammengeführt und nach einer am 16. März im Hotel Einhorn stattgehabten Aussprache veranlaßt, an ihre Mitbürger die dringende Bitte zu richten, sich durch feine Verärgerung irreführen zu lassen, bei der bevorstehenden Stichwahl das Wohl des Ganzen im Auge zu behalten und darnach ihre Entscheidung zu treffen. Alle Gegensätze unter den bürgerlichen Parteien müssen jetzt zurückgestellt werden hinter der gemeinsamen Aufgabe, zu verhindern, daß in unserem Wahlkampfe zu ersten Male ein Vertreter der Partei gewählt wird, der auf die Vernichtung alles dessen hinarbeitet, was uns groß und stark gemacht hat und worauf wir stolz sind. Wir fordern deswegen alle unsere Mitbürger in Stadt und Land auf, am nächsten Dienstag Mann für Mann einzutreten für die Wahl des bürgerlichen Kandidaten, des Herrn Dr. Werner- Butzbach. Der von Wählern aller Stände und aller Parteien mit der Veröffentlichung dieses Wahlaufrufs beauftragte bürgerliche Wahlausschuß. Deutscher Reichstag. telen zusammen 9,6-10,8 Millionen, oder rund 10 Millionen Mart. Das find wohl gemerkt nur die Agitationskosten der Parteien. Was außerdem den Behörden und zahl= reichen Privaten für Vorbereitung und Durchführung der Wahlen an Unfosten entsteht, ist sicher gleichfalls eine erfleckliche Summe. Man sieht also, daß die Frage der Neuwahl zum Reichstage nicht nur eine politische, sondern auch eine finanzielle Frage von erheblicher Tragweite ist. Ob die Millionensumme, die eine Reichstagswahl fostet, eine produktive oder unproduktive Ausgabe ist? Sie gibt zweifellos sehr zahlreichen Menschen Arbeitsmöglichkeit, vielen Papierlieferanten, Druckereien, Fuhrwerksbesitzern, Gastwirten etc. erheblichen Verdienst, Post- und Telegra= phenverwaltung starke Mehreinnahmen und kann deshalb feineswegs unproduktiv genannt werden. Aber auch wenn jemand die aufgewendeten Kosten in keinem Verhältnis zum praktischen Nutzen fände, so muß doch wohl zugestanden werden, daß es sich hier um so hochgradig ideelle und fulturelle Werte handelt, daß ihnen gegenüber die Frage der Nützlichkeit garnicht in Betracht kommen darf. In der Spezialdebatte des Etats des Reichsamts des Innern wurde am Donnerstag bei den allgemeinen Fonds für eine Reihe von künstlerischen und kulturellen Bestrebungen die Förderung durch die Verbündeten Regierun= gen erbeten, teilweise durch Resolutionen beantragt, so für die Nationalfeste für die deutsche Jugend in Weimar ein Beitrag von 10 000 Mark. Diese Resolution, die vom Abg. Graef- Weimar( W. Vg.) begründet wurde, wird in dritter Lesung zur Abstimmung gelangen. Die Schaffung einer Reichsanstalt für Luftschiffahrt in Friedrichshafen wurde erneut vom Abg. Bassermann( ntl.) empfohlen. Abg. Frhr. v. Richthofen( f.) hielt die Subventionierung einer Privatanstalt für zweckmäßiger. Staatssekretär Delbrück erklärte, eine Zentralstelle zur Förderung der Aviatik für notwen= dig, damit Deutschland auf dem Gebiete der Luftschiffahrt an erster Stelle bleibt. Zu einer nötigen Klärung über die Notwendigkeit einer Reichsanstalt haben die Verhandlun= gen darüber noch nicht geführt; teilweise werde die Arbeit schon von der Industrie, teilweise von den technischen Hochschulen geleistet. Daher sei die Errichtung einer Reichsanstalt nicht wahrscheinlich. Sobald ein definitiver Plan festgestellt ist, wird weiteres erfolgen. Bei dem Fonds für die Förderung der Seefischerei befürwortete Abg. Dröscher ( f.) eine Resolution zu Gunsten der Ostseeküsten- und Hochseefischerei. Seinem lebhaften Appell an die Regierungen, den Fonds zu erhöhen, schlossen sich die Abg. Erzberger( 3.), Goerde( ntl.), Hahn( f.) und Spethmann( fortschr. Vp.) an. Ein Regierungsvertreter stellte in Aussicht, daß man mit dem preußischen Ministerium des Innern in Verbindung treten werde, die Eisenbahnbehörden sind einer Herabset= ung der Frachttarife geneigt. Nach Schluß der Fischdebatte wird die Resolution einstimmig angenommen, und nun ging man zur inneren Kolonisation und zur Urbarmachung der Dedländereien über, für die Abg. v. Kaphengst( f.) warme Worte fand. Die Rettung der Landstreicher aus dem Elend und ihre Erziehung zur Arbeit liegt allen Parteien am Herzen, und dem Verein für soziale und innere Kolonisation wird der Reichszuschuß bewilligt. Dieselbe freundliche Aufnahme fand eine Resolution für Schaffung einer Zentralstelle für die deutsche Textilindustrie und für Förderung der Rohstoffprodukton in den Kolonien. Abg. Deser ( fortschr. Vp.) trat zugunsten der Installateure ein, man müsse dafür sorgen, daß dieses durchaus lebensfähige Handwerk nicht durch Monopolbestrebungen der Großindustrie erdrückt werde. Der Staatssekretär bemerkte, die schwierige Lage der Installateure sei eine Konsequenz der schrankenlofen Gewerbefreiheit. Die verlangte Prüfung sei schließlich nichts anderes als die Einführung des Befähigungsnachweises. Dann ging das Haus auf die Erörterung von Mittelstandsfragen ein, woran sich die Rechte und die Linke beteiligten. Dann wurde die Debatte geschlossen und die Resolution Schiffer( ntl.) betreffend die Zentralstelle für die Textilindustrie und Baumwollindustrie in den deutschen Schutzgebieten angenommen. Weiterberatung Freitag. Die Kosten der nächsten Reichstagswahlen. daraus zur Ergänzung der bereits bekannten Tatsache fol gendes: Wenn auch das die nationalliberale Partet schwer beleidigende Verhalten des Herrn Werner bei der früheren Reichstagswahl, und die von antisemitischer Seite auch in diesem Wahlkampfe gegen unseren Kandidaten, unseren Parteiführer und unsere Partei gerichteten verlegenden Angriffe es uns schwer machen, für Werner einzutreten, so halten wir es doch für unsere nationale Pflicht, unter Ausschaltung der persönlichen Momente alles zu tun, was zur Verhinderung der Wahl des Sozialdemokraten beitragen kann. Zum Schluß bemerken wir, daß Herr Werner die seinerzeit gegen unsere Partei geäußerten Beleidigungen in einem Schreiben vom 14. März d. J. mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückge nommen hat." Unstimmigkeiten in den Parteien, die natürlich zu allen Zeiten vorkommen, erregen natur= gemäß kurz vor den Wahlen besondere Beachtung bei Freund und Feind. Die Angriffe, die der Zentrumsabgeordnete Heim gegen seine eigenen Fraktionsgenossen in der Budgetfommission des Reichstages gerichtet hat, haben die Sonderstellung dieses bayerischen Zentrumsführers in seiner Partei beleuchtet. Es heißt, daß Dr. Heim, falls er wiedergewählt werden sollte, sich der Zentrumsfraktion nicht. wieder anschließen wird. Auch dem Zentrumsabgeordneten Hensler werden durch den Abg. Erzberger und durch Gegner in seinem Wahlkreise besondere Schwierigkeiten gemacht, weil er angeblich für seine Abstimmung bei der Militärvorlage keinerlei militärische Gesichtspunkte ins Feld geführt habe. Stärker aber als beim Zentrum treten die Differenzen in der nationalliberalen Partei hervor. Die Auseinandersetzungen zwischen rechtem und linkem Flügel, zwischen der Richtung des Frhr. v. Heyl und der Bassermannschen Richtung sind schon alt und haben bekanntlich vor zwei Jahren zum Austritt des Wormser FreiHerrn v. Heyl aus der nationalliberalen Fraktion geführt. Aber inzwischen haben sie sich soweit zugespitzt, daß am Mittwoch der Abg. Stresemann im Auftrage des Zentralausschusses der nationalliberalen Partet sich gegen Frhr. v. Heyl und seine Richtung in Mainz in öffentlicher Versammlung gewandt hat. Er erklärte, die Heranziehung des Abg. Diederich Hahn, des Führers des Bundes der Landwirte, als Redner der Wormser nationalliberalen Richtung sei bei dem feindseligen Verhalten gerade dieses führenden Agitators gegen die Nationalliberalen ein Beweis für die geringe Selbstachtung der Wormser Nationalliberalen. Diese Auseinanderseßung wird sicherlich noch weiter fortschreiten. Den Verhandlunges nationalliberalen Zentralausschusses, welcher nächsten Sonntag in Berlin zusammentritt, dürfte es aber gelingen, noch einmal vor den Wahlen die taktische Einigkeit in der Partei herzustellen. Alle Eventualitäten der kommenden Reichstagswahl werden schon lebhaft erörtert. Auch die Kostenfrage wird bereits hefnenchen. Wie teuer merden die nächsten Reichstagswahlen für die einzelnen Parteien sein? Fabelhafte Summen werden genannt. Man weist auf die letzten Erfahwahlen mit dem riesigen Aufgebot von Rednern, Flugschriften und anderen Agitationsmitteln hin und berechnet danach die Gesamtkosten der nächsten Wahlen. Natürlich find die so erhaltenen Ziffern glatte Uebertreibungen. Es ist ja ohne weiteres klar, daß die Parteien bei allgemeinen Wahlen bei weitem nicht dieselben Kosten für die einzelne Kandidatur aufwenden können wie bei Ersatzwahlen. Auch sind die Gerüchte über die Kosten einzelner Ersatzwahlen, die angeblich aus einem sagenhaften Riesenportemonnate des Hansabundes gezahlt worden sein sollen. übertrieben. Will man die Frage nach den Kosten der nächsten Reichstagswahl halbwegs richtig beantworten, so muß man fol= gende Berechnung anstellen: Wir hatten bei den letzten Reichstagswahlen insgesamt 1600 Kandidaten. Nehmen wir auf Grund der gegenwärtigen Parteifonstellation an, daß sich diese Zahl das nächste Mal starf vermindert, und vielleicht im Durchschnitt nur 1200 beträgt. Die Kosten, die auf jeden dieser 1200 Kandidaten entfallen, werden natürlich stark beeinflußt durch die vorhandene Finanzkraft der einzelnen Partei, durch die Persönlichkeit des Kandidaten, durch den Fleiß der Gegner im Wahlkreis und durch die Aussichten auf Erfolg. Von einer aufgestellten Zählkandidatur bis zu einer hoffnungsvollen, aussichtsreichen, ist auch finanziell ein großer Gradunterschied. Immerhin darf man bei der heutigen starken Konkurrenz, welche sich die Parteien untereinander machen, auch für die geringste Zählkandidatur nicht weniger als 3000 Mart rechnen. Nach oben hin mag die Grenze für gewinnbare Wahlkreise auf 12-15000 Mark für die Partet festgesetzt werden, obwohl zweifellos zahlreiche Kandidaten erheblich mehr verbrauchen und zahlreiche andere ihre WahlFreise mit viel weniger Geld gewinnen. Hiernach wären die durchschnittlichen Normalfosten für jeden Kandidaten auf etwa 8000 bis 9000 Mark anzuseßen. Insgesamt verursachte danach also die nächste Wahlbewegung für die Par18) Das Familiengeheimnis. Roman von 2. Walter. ( Nachdruck verboten.) ,, Bleiben Sie hier! Es ist besser, glauben Sie mir!" „ Ich werde Ihnen gehorchen, Doktor; aber retten Sie, retten Sie meine Frau!" Der Arzt drückte ihm tröstend die Hand und trat dann in das Krankenzimmer. Cäcilie schlief nicht; sie hatte das Kommen dessen schon gehört, den sie mit Sehnsucht ervartete. ,, Bringen Sie das Dokument, Doktor?" ,, Nein!" Rundschau vom Tage. Dalitisches Doch eine Monarchenbegegnung in Venedig? Die Wiener Neue Freie Presse" meldet aus Rom: Zwischen den Höfen von Berlin und Rom hat dieser Tage ein reger Depeschenwechsel stattgefunden, der, wie man vermuten darf, der bevorstehenden Fahrt Kaiser Wilhelms über Venedig nach Korfu galt. " Um Gotteswillen.. Wie benahm sich Rudolphi?" Der Arzt mußte zur Unwahrheit seine Zuflucht nehmen, um die Patientin zu schonen. Er geht auf Ihren Vorschlag ein," antwortete er. „ Aber das Dokument?" " " Er führt es nicht bei sich..." Der Vorsitz in den Kriegervereinen. In Kreuznach soll ein ,, Geheimerlaß" des Bezirkskommandeurs Aufsehen erregen, wonach den Offizieren der Eintritt in solche Kriegervereine verboten wird, an deren Spitze nicht Offiziere stehen. Man darf das für ganz unglaubwürdig halten. Es wird von den Bezirkskommandos in ganz Preußen im Gegenteil seit Jahren den Offizieren empfohlen, in die Kriegervereine einzutreten, ohne Vorstandsämter anzu streben, die am besten den Leuten selbst überlassen würden. „ Geheimerlasse" sind übrigens in dergleichen Dingen nicht üblich. Die Ernennung des Kronprinzen zum Regimentstommandeur der Totenkopf- Husaren in Danzig ist der Post" zufolge auf seinen eigenen Wunsch zurückzuführen, den er vor seiner Abreise nach Indien ausgedrückt hat, als es sich darum handelte, die weitere militärische Tätigkeit des Kronprinzen nach der Rückkehr von seiner geplanten Weltreise festzusetzen. „ Auch das hat er mir gesagt; es war wohl nur eine Ausrede. Gegen den Schein jedoch wird er sich nicht weigern Rudolphi hat mir versprochen, das Papier in den nächsten Tagen abzuliefern." وو " Wenn ihn der Tod daran hindert?" „ Er wird nicht sterben, ich finde seinen Zustand nicht gefährlich, verlassen Sie sich auf mich." Die Osterferien des Reichstags. Jm Reichstag be= steht die Absicht, die zweite Etatsberatung bis zum 24. März zu beenden und die dritte Lesung in der letzten Märzwoche vorzunehmen. Die Osterferien werden am 6. April beginnen und wahrscheinlich ebenfalls wie im Abgeordnetenhaus erst am 2. Mai ihr Ende erreichen. Zum Etat des Reichsgesundheitsamts beantragt das Zentrum, die verbündeten Regierungen um Einbringung eines Gesetzentwurfs zur Abänderung des Gesetzes über das Viehseuchengesetz vom 26. Juni 1909 zu ersuchen, in dem die Entschädigungspflicht des Staats ausgedehnt wird auf Viehverluste, die durch die Maul- und Klauenseuche und deren Folgen herbeigeführt werden. Der britische Flottenverein hat die Regierung aufgefordert, nicht 5, sondern 12 Schlachtschiffe in Bau zu geben. Es müsse unbedingt daran festgehalten werden, daß England für jedes eine Schiff der zweitstärksten Seemacht zwei baue. In den Jahren 1911/12 aber werde Deutschland pregrammäßig 6 Schiffe auf Kiel legen und folglich müsse England mit 12 antworten. Das sei um so notwendiger, als nach Ablauf des englisch- japanischen Bündnisses im Jahre 1915 einer neuen Lage im Stillen Ozean Rechnung zu tragen sei. Die Petitionskommission des Reichstags beantragte zu den Petitionen betreffend die Festlegung des Osterfestes folgende Resolution: Den Reichskanzler zu ersuchen, durch geeignete Maßnahmen dahin zu wirken, daß entsprechend den Beschlüssen des Handwerker- und Gewerbetammertages und des deutschen Handelstages die gro= Ben zeitlichen Schwankungen des Osterfestes beseitigt und das Osterfest auf einen bestimmten Sonntag festgelegt werde. ,, Doktor! ich bin verloren!" jammerte die junge Frau. " Und ich sage Ihnen, da ßIhr Wunsch in Erfüllung geht, daß Sie nichts, gar nichts zu fürchten haben. Fra gen Sie weiter nicht... Sie wissen ja, daß Sie sich auf mich verlassen können. Ich habe alle Vorbereitungen getroffen, die mir in Ihrem Interesse geboten schienen. Das Dokument gelangt richtig in Ihre Hände." Cäcilie wollte den Worten ihres Arztes nicht glau= ,, Sagen Sie es nur, Rudolphi ist tot!" ¡ ben. Der nationalliberale Wahlkreisvorstand des Wahlfreises Gießen- Nidda gibt über die Stellung der Nationalliberalen zu der bevorstehenden Stichwahl den Beschluß über die Stichwahlparole bekannt. Wir entnehmen ,, Nein, nein! Beruhigen Sie sich, ich schaffe das Do= fument." Kleine Nachrichten. Die Errichtung eines Bismarckturmes plant dte Stadt Leipzig. Der Turm soll am 1. April 1815, dem 100jährigen Geburtstag des Kanzlers, enthüllt werden. Unten soll eine einfache überwölbte Gedächtnishalle geschaffen werden, dann in 30 Meter Höhe eine Plattform, auf der sich die große eiserne Feuerschale erheben wird. Die Baukosten sollen nicht über 80 000 M betragen. Es gelang dem Arzte, Ausreden und Vorwände zu finden, die der Kranken glaubhaft erschienen. Ihm lag ja alles daran, Gemütserregungen zu vermeiden, die einen nachteiligen Einfluß auf Cäcilie ausübten. Die Wichtigkeit des fraglichen Dokuments stellte er nicht in Zweifel, wohl aber sprach er die Ansicht aus, daß der habgierige Rudolphi den Handel nicht abweisen würde, da das Papier für eine dritte Person keinen Wert habe. Die Zahl der Einäscherungen in den deutschen Krema: torien wächst beständig. Wenn sie sich im Monat Februar nicht ganz so hoch stellt wie im Monat Januar, so ist ste doch um 43 Prozent höher als in demselben Monat des vergangenen Jahres. Unter den 24 Krematorien mit 615 Verbrennungen steht Chemniß mit 70 an der Spize, es folgen dann Leipzig und Gotha mit je 55 Leichenbestat= tungen. " Und doch! Und doch!" stöhnte die junge Frau.„ Es gibt eine Mann in der Stadt, der eben so viel zahlt, als ich geboten... Ihm liegt daran... Wenn Rudolphi zu thm geht, wie er gedroht " ,, Er wird nicht gehen!" versicherte der Arzt. „ D, es wäre schrecklich!" Wer ist der Mann?" Cäcilie antwortete nicht. Ein großer Zigarrenschmuggel an der deutsch- hollän= dischen Grenze ist abermals aufgedeckt worden. Bei Herzogenrath wurde von preußischen Grenzbeamten ein Möbelwagen mit alten Möblen angehalten, die angeblich einem den Wagen begleitenden Ehepaar gehörten, das nach Preußen verziehen wollte. Bei einer genauen Durchsuchung wurden über 40 000 Zigarren und über 10 000 Zigaretten versteckt aufgefunden. ,, Vertrauen Sie sich mir ganz an, damit ich Sie beruhigen kann," bat er leise. Sie sind an das Bett_ge= fesselt, können nicht wirken. Ich werde für Sie tätig sein, werde Ihre Interessen vertreten, als ob es die meinigen wären... erleichtern Sie Ihr Herz, und es wird alles gut werden! Wer ist der Mann, den Sie fürchten zu müssen glauben?" Die Türkei versorgt sich mit Aeroplanen. Sie hat in Frankreich und Deutschland eine Anzahl von Flugmaschtnen in Auftrag gegeben. Sie sollen zunächst im arabischen Aufstandsgebiet Verwendung finden. Die Kranke kämpfte einige Augenblicke mit sich selbst, dann flüsterte sie: ,, Der Kaufmann Friedrich Halling." ,, Salling?" Ueber den Unfall eines französischen Unterseebootes wird aus Rochefort gemeldet: Das Unterseeboot„ Loutre", das auf der Höhe von La Callisle getaucht hatte, wurde von einem Fischerboot gerammt und leck gestoßen. Es kam an die Oberfläche des Wassers und lief an der Küste auf Grund. Die Mannschaft blieb unversehrt. " Ja, er stand zu meinem Vater in Beziehungen, die ich nicht näher bezeichnen kann... Beide waren erbitterte Feinde... er wird das Dokument verwenden, um sich zu rächen Eine internationale Diebesbande, die lange von den Staatsanwaltschaften in Paris, Brüssel, Mailand und Berlin gesucht wurde, ist in Paris festgenommen worden. Der Jührer der Bande, ein gewisser Brook, besaß eine ganze Falschmünzerwerkstatt. Die Bande hatte im Auslande, namentlich in der Rheinprovinz, bedeutende Diebstähle ausgeführt und die erbeuteten Wertgegenstände durch ihre Genossen in Frankreich verkaufen lassen. Der Arzt ergriff dann die Hand der Kranken und sagte mild: ,, Sehen Sie, wie unbegründet Ihre Befürchtungen find! Salling ist während Ihrer Abwesenheit aestorben!" Gin unvorlig ter des Grof Heiden Befigu Epogen gefd gestellt. Sie ben Förster ben farb er Aus ine intereffe einer befond in balle au eine Berkäuf in Berwahr Beit den Bu erbat debbal nd ihres Bu Berausgabe be, dem Fra einige Lag Sterläuferin n ten batte, E Begründung. a würde, wer worden n Hälfte des Betrag bat f mine nicht wie t hatte. Jes dan fich eine vale, die ju nehmen, bekämpft wo tellten ausge men bewerben eSeugniffe de rbein zu mache Serurteilung gegen den J. in Bo Salter durch rk geitern das benslängliche Ueber cinc Hungersnot laufen aus China traurige Nachrichten ein. Besonders trostlos ist die Lage in der Schandunprovinz, wo die Bewohner ihre Frauen und HalbDie Regierung wüchsigen Töchter aus Not verkaufen. fürchtet, daß eine Hungersnot eine antidynastische Bewegung hervorrufen wird. Aus vielen Provinzen melden die Gou verneure Revolten des hungernden Volkes. ,, Doktor, wissen Sie das genau?" ,, Wer kann Ihnen denn sicherere Auskunft erteilen, als der Hausarzt Hallings? Ich habe ihm die Augen zugedrückt... Halling ist tot, er kann Ihnen nicht mehr schaden!" Ein schwerer Seufzer entrang sich der Brust Cäciliens. , Ach, ich wünsche keinem Menschen in der Welt Böses," flüsterte fie; es möge jedem so wohl gehen, als er es verdient... Doktor," fragte sie rasch ,,, Sie sind bekannt in dem Hause Hallings?" " Wie in dem Jhrigen." Wo ist Tante Selma, die Schwester des Kaufmanns?" دو ,, So viel ich weiß, führt sie die Wirtschaft." " Mein Gott, wenn Rudolphi sich an diese wendete! Das Weib ist böse und tückisch... Ich fürchte diese Selma nicht minder als ihren Bruder Doktor, die Gefahr ist nicht vorüber! Nein, mir scheint, sie hat sich noch vergröBert." ,, Und ich sage Ihnen, daß keine Gefahr vorhanden ist; sollte sie sich einstellen, so werde ich sie zu beseitigen wis sen, wie es meine Pflicht ist. Von nun an werde ich täglich das Haus Hallings besuchen. ich wache und wirke für Sie. Da Sie mich kennen, werden Sie mir Vertrauen schenken und sich ruhig verhalten, daß mein Heilverfahren nicht nutzlos ist. Ich bin Ihr Bevollmächtigter und als solcher handle ich. Ihre Angelegenheit ist in guten Händen." ,, Doktor!" " Haben Sie mir noch etwas mitzuteilen?" Beobachten Sie Selma Halling, verhindern Sie, daß Rudolphi fich thr nähert... und mein Mann, mein armer Mann, er darf nichts erfahren..." ,, Sie sehen mich bald wieder!" ( Fortsekung folgt.) 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O Mart, Chicago e fol Bartet i der Hifdher Candi richte Wer onale mente 5 Go erten Bartei 14. üdge anad jehen Arie ziere Iten. mim die Anzu rden. nicht das gung über , in wird Euche fge eben. Eng wet land müsse iger, im ung Stadt igen eine Elu unvorsichtiger Förster. Der Förter und Fasanenter des Großherzogs von Sachsen- Weimar auf seiner fifchen Besitzung Heinrichau, hatte mit einem Tesching Spaßen geschossen und dann die geladene Waffe beie gestellt. Sie ftel jedoch um und entlud sich. Die Kugel ben Förster in den Unterleib. Nach drei qualvollen anden starb er infolge Blutergusses in die Lunge. Aus den Gerichtssälen. dem Kaufmannsgericht. Eine intereffante Klage vor Reiner besonderen Klage hatte sich das Kaufmannsgein Salle zu befassen. In einem dortigen Geschäft Du eine Verkäuferin angestellt, die ihrem Chef ihre Zeugde in Verwahrung gegeben hatte. Sie hatte nach eini Beit den Wunsch, sich eine andere Stellung zu suchen erbat deshalb die Zeugnisse zurück, wobei sie den and thres Wunsches nicht mitteilte. Der Chef vergaß iederausgabe der Zeugnisse und hatte dann seinerseits rache, dem Fräulein zu kündigen. Auch hiernach veringen einige Tage, bevor jene ihre Zeugnisse erhielt. Als Berkäuferin nun nach Ablauf der Frist keine Stellung chalten hatte, flagte fie einen Monat Gehalt ein mit Begründung, daß sie eine Stellung leichter gefunden aben würde, wenn ihr die Zeugnisse rechtzeitig ausgeändigt worden wären. Das Kaufmannsgericht erkannte die Hälfte des beanspruchten Gehaltes zu. Den ganBetrag hat sie deshalb nicht erhalten, weil sie die agnifie nicht wiederholt und nicht nachdrücklich genug gedert hatte. Jedenfalls aber sei es, so erklärte das Ge idt, an sich eine durchaus unzulässige Gepflogenheit der Prinzipale, die Zeugnisse ihrer Angestellten in Verwahang zu nehmen. Durch diese Unfitte, die nicht energisch enug bekämpft werden könne, werde ein 3wang auf die ngestellten ausgeübt so daß sie sich nicht um neue Stelangen bewerben könnten, ohne durch Zurückverlangen rer Zeugnisse den Chef zugleich auf ihre Absichten aufertiam zu machen. Dann roße Ollen ma: Tuar t fie 615 e8 statlän: HerMBnem reuung tten in ichtchen otes tre", лебе Es auf den BerDer anze nageGerige der albung ung Sou Tent, Tehr äciBö= er nnt aufBerurteilung eines Knabenmörders. In dem Essener rozeß gegen den Knabenmörder Wisbar, der am 15. Auit v. J. in Borbeck den 9jährigen Schulknaben FriedWalter durch 12 Messerstiche und Schnitte getötet hatte, parde gestern das Urteil gefällt. Der Angeklagte wurde lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. Vermischtes. er= Ite Die Zwillingsschwestern Blazer heiraten doch. Sole, der Impresario der zusammengewachsenen Zwilrigsschwestern Blazet, ist auf eine originelle Jdee gekommen, um dem einen Teil des Zwillingspaares den Enten Gatten zu verschaffen: Wie er der ,, B. 3. a. M." s Neuyork telegraphiert, hat er in Saltlake City alle Arrangements getroffen, um die Zwillingsschwestern nach Mormonischem Ritus dort zu verheiraten. Ein Unfall des Parjeval 6. Als das Luftschiff P. 6 Honnerstag nachmittag aus der Ballonhalle in Johannishl bei Berlin zu einer Passagierfahrt herausgebracht erden sollte, sette plötzlich eine Bö ein und drückte den Fallon gegn die Hallenwand. Dabei bętam er ein fleines Day Times, Dum Staffing entschloß fich mit Rücksicht darauf, daß die Ballongasfüllung 14 Wochen nt war, den Ballon zu reißen, der ohnedies in den nächen Tagen nach Bitterfeld zur Neufüllung gehen sollte. In Laufe des Abends wurde der Ballon nach Bitterfeld ajandt. In etwa acht Tagen dürften die Fahrten wiebar aufgenommen werden. Dollar odr etwas über acht Mark pro Minute kostete. So viel ist aber ein Menschenleben wert, wenn man das Geld dazu hat. Eine romantische Erbschaftsgeschichte beschäftigte dieser Tage das Landesgericht Graz. Im vorigen Jahre starb dort der Privatier Karl Zisser, der allgemein als vermögend galt. Trotzdem fand sich in seinem Nachlaffe außer einigen Juwelen feinerlei Bargeld. Insbesondere vermißte man ein Sparkassenbuch, auf einen Betrag von etwa 11 000 Kronen lautend. Alle Nachforschungen blieben vergeblich. Zufällig hörte die Händlersgattin Johanna Birchbauer von dem Verschwinden des Sparkassenbuches und erzählte dann, es habe ihr geträumt, daß sie im Zimmer Ziffers das Sparfaffenbuch gesucht und in einer vermauerten Nische gefunden habe. Von dem Traume erfuhren auch die Erben Zissers, die Frau Birchbauer zu sich berufen ließen. Sie be= zeichnete die Stelle, an welcher sie im Traume das Sparfaffenbuch gefunden habe, und zur größten Verwunderung der Erben wurde, als man an der bezeichneten Stelle das Mauerwerk ausbrach, tatsächlich das Sparkassenbuch gefunden. Da die Erben Ziffers der Frau Birchbauer den von thr geforderten Finderlohn verweigerten, flagte sie diesen ein. In erster Instanz wurde sie abgewiesen, mit der Begründung, daß das Sparkassenbuch in der Wohnung der Eigentümer gefunden wurde, daher die Ausbezahlung et= nes Finderlohnes nicht begründet erscheine. Der Vorfitzende legte jedoch den Erben nahe, Frau Birchbauer einen fleinen Betrag auszufolgen. Da dieses jedoch nicht geschah, legte die Klägerin gegen das Urteil der ersten Instanz Berufung ein, und bei der Appellverhandlung wurden die Erben zur Zahlung von 20 Kronen an Frau Birchbauer unter dem Titel„ Arbeitsleistung" verurteilt. Diese erstaun= liche Arbeitsleistung" hätte wirklich eine bessere Honorierung verdient. Eine brennende Schiffsladung. Der Mittwoch abend von Hamburg nach England abgegangene Dampfer ,, Scalp" fehrte am Donnerstag mit brennender Ladung von bir Unterelbe in den Hamburger Hafen zurück. 180 Kessel mit Chlorkalk, die bei regnerischem Wetter an Bord genommen wurden, waren durch Nachwärmen in Brand getten. 3wei Züge der Hamburger Feuerwehr eilten sofairt 3 t zur Brandstelle. Es war zunächst unmöglich, an den brennenden Chlortalt heranzukommen, der den Boden des peiten Raumes durchfraß, auf dem 1500 Sad Zucker lagorten. Der Boden brach durch und die auf ihm ruhende Luft siel in den unteren Raum. Eine Anzahl Zuckersäcke nnte gelöscht werden. Mehrere Feuerwehrleute mußten bi den Löscharbeiten infolge der starken Chlorgase, die ih entwickelt hatten, abgelöst werden. Das englische Königspaar in Indien. Die Krönungsfeier, die im Dezember dieses Jahres in Delhi in Indien stattfinden soll, wird an Pracht und Glanz in der Geschichte des Indobritischen Reiches einzig dastehen. Von dem Aufwand, der getrieben werden wird, kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man hört, daß für die Veranstaltung der Feste 25 Millionen Mark ausgeworfen worden sino. Die Feier wird in einem eigens für diesen Zweck erbauten riesigen Amphitheater veranstaltet werden, und der König und die Königin werden sich in Gegenwart sämtlicher Radschas und einer ungeheuren Volksmenge die indische Kaiserkrone aufs Haupt setzen. Ein überaus zahlreiches Gefolge wird das Königspaar nach Indien begleiten; daß das Königsschiff von vielen Kriegsschiffen eskortiert werden wird, ist selbstverständlich. Während der Krönungsfeste werden in Delhi 90 000 Mann des indobritischen Heeres konzentriert sein. Die indischen Fürsten werden dem Königspaare überaus kostbare Geschenke darbringen, Geschenke, deren Wert schon jetzt nach Millionen beziffert wird. Gutes Deutsch. Vom Allgemeinen Deutschen Sprachporein wird eine vor kurzem vom Präsidenten des preußiciben Eisenbahnzentralamts an die Bureaubeamten ergingene Verfügung lobend erwähnt und den Beamten a er anderen deutschen Staats- und Gemeindebehörden zur Machahmung empfohlen. Die Verfügung fordert vor allen Clingen, solche Wort- und Sahbildungen zu vermeiden, die Agen Sprachgebrauch und Sprachempfinden verstoßen. Die Etbildung soll furz, klar und einwandfrei sein, da die Ehreiben des Zentralamts zum großen Teil an Behörden und Großgewerbetreibende weitergehen. Als veraltet und zum Teil sprachwidrig werden Worte bezeichnet wie diesbezüglich, stattgehabt, usw. Als klassisches Beispiel buretratischen Stiles wird nachstehender Satz gekennzeichnt: Anliegend übersenden wir ergebenst die Nachweisung mit dem ebenmäßigen Ersuchen, gefälligst veranlassen zu wallen, daß dieselbe einer genauen Prüfung unterzogen und uns nach event. Ergänzung zurückgegeben wird." Mitig, klar und frisch klingt dagegen das gewünschte neue Bürodeutsch:„ Wir übersenden hierbei eine Nachwetfung mit der Bitte um Prüfung und Rücksendung." ete! Ima ift grö ift; wif ich und Ber eilgter gu= bak az Die Opfer der Berge. In wie beklagenswertem Maße mit der wachsenden Vorliebe für die Hochtouristik auch die Zahl der Opfer der Berge im Laufe des letzten Jahrzehnts zugenommen hat, lehrt eine kürzlich von den deutsch- österreichischen Alpenvereinen aufgestellte Statistik. Aus ihr ergibt sich, daß im Laufe des letzten Jahrzehnts nicht weniger als 890 Menschen im Hochgebirge tödlich verunglückt sind. Auf die einzelnen Jahre verteilen fich die Zahlen wie folgt: 1901 58 Unglücksfälle, 1902 70, 1903 76, 1904 72, 1905 56, 1906 98. 1907 85, 1998 108, 1909 144 und 1910 128. Ihrer Nationalität nach verteilen sich die Opfer des Bergsports auf die einzelnen Länder: Deutschland 42 v. H., Desterreich 24, die Schweiz 19, Italien 6, England 4 und Frankreich 3 v. H. 101 Millionen Passagiere. Während einer GemeinDetratssitzung in London, in der beschlossen werden sollte, dits die ganze Stadt unterminierende Untergrundbahntem noch weiter auszubauen und insbesondere verschiedre bisher unverbundene Linien zu verbinden, kam zur Erache, daß die Untergrundbahn( in London wegen ihRöhrenform allgemein„ Tube" genannt) im Vorjahre Die Erfah 111 Millionen Passagiere befördert habe. ng in London habe gelehrt, daß um so mehr Verkehr entthe, je mehr bequeme und praktische Gelegenheit zum Verkehr der Massen gegeben werde. auch auf den Schuh noch weit fallen und Seidengalons an den Seitennähten haben. Apropos Schuh: die jüngste Mode erlaubt den bisher nur zum Smoking statthaften Halbschuh auch zum Frack. Zum Frack gehört bereits wieder fast un entbehrlich die weiße Weste, und nur noch gewisse sehr zart gemusterte andere sind zulässig. Was den Smoking angeht, so nähert er sich wieder der früher beliebten Schalfasson; entsprechend der Sakkomode ist er dieses Jahr halblang und hat weniger Hüftenweite als bisher. Man trägt jetzt au ihm ziemlich viel eine weiße Weste, während die Krawatte nach wie vor schwarz bleibt. Eine originelle Faschingszeitung haben die Oberammergauer gehabt. Ihr Wochenblatt, die Ammergauer Zeitung", hatte wieder eine Faschingsnummer herausgegeben, die aber nur den Titel„ Faschingszeitung" trug und zwet leere Seiten umfaßte mit der vielsagenden Fußnote:„ Um den ständig wiederkehrenden Beleidigungsprozessen, die uns die Ausgabe der Faschingsnummer alljährlich einbrachte, vor= zubeugen, haben wir heuer den Text herausgelassen und sind nun sicher, niemand beleidigt zu haben. Die Redaktion." Wissenschaft, Kunst und Literatur. Jetzt fennen wir die neuesten Befehle der Mode, und nun auf zum Schneider! Drabtnachrichten und neuestes. Gesellenprüfung zweier Hohenzollernprinza. Halle, 17. März. Die beiden Söhne des Prinzen Friedrich Leopold, die im Naumburger Kadettenhause sind, haben die Handwerksgesellenprüfung abgelegt. Der eine erlernte das Tischlergewerbe in einer Möbelfabrik, der andere die Schlosserei bei einem Schloffer. Der eine verfertigte als Gesellenstück ein Haustürschloß, der andere einen Mahagonttifch. Die Stichwahl in Gießen. Gießen, 27. März. Die fortschrittliche Volkspartet hat beschlossen, bei der Stichwahl für den Sozialdemokraten einzutreten. Der Straßenbahnvertrag der Stadt Berlin. Berlin, 17. März. 3wischen dem Magistrat der Stadt Berlin und der Großen Berliner Straßenbahn ist. eine Einigung zustande gekommen, wonach die städtischen Straßen bis 1939 der Gesellschaft für eine Entschädigung von 23 Millionen Mark überlassen bleiben. Einen neuen Beweis für die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der drahtlosen Telegraphie gibt die soeben vollendete Küstentelefunkenstation in Danzig. Während der Abnahme sind die die Station bedienenden Postbeamten allnächtlich in der Lage gewesen, den drahtlosen Depeschenverkehr im Mittelländischen Meere mit abzulesen. Bei Tage ist außerdem von der nur 1½ PS. starten Station ein dauernder Depeschenverkehr mit der österreichischen Marinestation in Pola über die Tiroler Alpen hinweg möglich gewesen. Die Station ist auf dem Dache des Gebäudes der Danziger Oberpostdirektion erbaut und hätte nach früheren radiotechnischen Erfahrungen durch die Nähe der großen Eisen- und Stahlmassen auf der Danziger Werft erheblich in ihrem Wirkungskreise beeinträchtigt werden müssen. Dank der neuen Erfindungen auf öraht= Losem Gebiete aber ist es jedoch möglich geworden, auch in unmittelbarer Nähe und, wie Danzig zeigt, sogar im Innern großer Städte moderne Radiostationen zu erbauen, die für alle Handels- und Bundesverteidigungszwecke einen mehr als genügenden Wirkungskreis besitzen. Eine Wettfahrt mit dem Tode. Charles G. Gatos, dor Sohn des bekannten amerikanischen Stahlmagnaten, hat eine Eisenbahnfahrt zurückgelegt, die wohl ihresgleien sucht. Auf seiner Farm in Arizona zog er sich eine erlegung zu, die Blutvergiftung zur Folge hatte und In veranlaßte, so schnell wie möglich nach Neuyork zu fahren, um einen Spezialisten zu konsultieren. Der Erhazug, der außer der Lokomotive nur aus einem Privatwa99n, einem Speisewagen und 3 Waggons, die als Ballast angehängt waren, bestand, legte die 4600 Kilometer in Stunden und 19 Minuten zurück, trotzdem er mehrere Stunden aufgehalten wurde, weil vor ihm ein fahrender terzug verunglückt war. Die Fahrt von Chicago nach euport wurde in 16 Stunden 27 Minuten zurückgelegt, während der schnellste reguläre Zug etwas über 18 Stun bn braucht. Die Reise fostete die Kleinigkeit von rund 000 Mart, wovon 1825 Dollar auf die Strecke östlich Chicago tommen, sodaß dieser Teil ungefähr zwei Die neue Herrenmode. 0 Ein Wertsachenfund im Strohschober. Göln, 17. März. Von einem jungen Mädchen wurde bet Gruiten beobachtet, daß zwei feingekleidete Herren sich in einem Strohschober zu schaffen machten. Die benachrichtigte Polizei fand zu ihrem Erstaunen bei Untersuchung des Schobers einen großen Kasten, der mit goldenen Uhren, Ketten und Juwelen ziemlich angefüllt war. Anscheinend hat man die Goldsachen gefunden, die in verschiedenen Städten, in Aachen, Cöln, Düsseldorf usw. vermutlich von ein und derselben Bande gestohlen worden sind. Explosion von Feuerwerkskörpern. München, 17. März. In einer Feuerwerkskörperfabrik in der Balanstraße ereignete sich heute früh aus bisher unbekannter Ursache eine Explosion, wobei ein Arbeiter getötet wurde. Eirige andere Arbeiter erlitten Verletzungen. Ein Sechzehnjähriger als Raubmörder. Hainichen, 17. März. In dem benachbarten Dorfe Kalkofen wurde heute früh die 50jährige Händlerin Bönisch ermordet und beraubt aufgefunden. Als mutmaßlicher Täter ist ein 16jähriger Dienstknecht verhaftet worden. Diamantenfunde in Britisch- Kolumbien. Ueberraschungen, wie sie die Frauenmode so liebt, sind bei der Herrenmode so gut wie ausgeschlossen; ihre Schwanfungen und Neuheiten sind immer nur Nuancen. Jede tühnere Neuerung wird mit Mißtrauen begrüßt; und wenn man dieses Frühjahr die violette Farbe für Jackettanzüge einzuführen versucht, so wird man damit eben auch nur bei solchen jungen Herren Anklang finden, denen es schmeichelt, für Vertreter des Allerneuesten in der Mode gehalten zu werden. Im übrigen beherrscht das beinahe schon zum Dogma gewordene Grau in allen Schattierungen wieder die Herrentracht, und nur das kleidsame Blau hat sich für glatte Stoffe den Plas erobert, aus dem es seit einigen Jahren zu Unrecht verdrängt worden war. London, 17. März. Aus Vancouver wird gemeldet. daß in Britisch- Kolumbien am Tulamen- River Diamanten in großer Menge gefunden wurden. Nach einer amtlichen Meldung hat die Schicht eine ähnliche Form wie die: in Südafrika. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß es sich um reiche Diamantenlager handelt. Radium in der Hohen Tatra. Kratant, 17. März. In der Hohen Tatra wurden von den beiden Professoren Dr. Rosen und Dr. Moroncziz Gesteinsschichten entdeckt, die sehr reich an Radium sind. Die Juwelen Abdul Hamids. Konstantinopel, 17. März. Die Kammer hat einen Antrag angenommen, die Juwelen Abdul Hamids zu verkaufen und ihren Erlös zur Bezahlung der in Deutschland gekauften beiden Kreuzer zu verwenden. Verhaftung eines Raubmörders. Nenyork, 17. März. Der Mechaniker Badura, der mit zwei Komplizen am 21. Dezember vorigen Jahres den Raubmord an dem Buchhalter Aniol in Myslowitz verübte, wurde gestern, als der Dampfer„ Ziethen" ankam, von et= nem Berliner Kriminalfommissar verhaftet. Der Verbrecher war seit zwei Tagen auf Grund von drahtlosen Depeschen in Fesseln gelegt worden. Nach kurzem Leugnen gestand er, der gesuchte Raubmörder zu sein. Von seinen Komplizen wurde keiner an Bord gefunden. Berliner Getreide- und Schlachtviehmarktbericht. Das leichte Abbröckeln der Preise an den Getreidemärkten hat auch in der am 15. März beendeten Berichtswoche Fortschritte gemacht. Weizen wird von Australien. Argentinien und Indien am Weltmarkte reichlich angeboten, und auch Rußland ist für den Artikel verkaufswillig. Auf die fernere Entwickelung des Geschäfts werden sicherlich die Berichte über den Saatenstand mehr und mehr den maßgebenden Einfluß gewinnen. Bis jetzt hört man in dieser Hinsicht nur Gutes. In Deutschland und insbesondere in Berlin hielt sich die Unternehmungslust zurück. Ware ist genügend vorhanden, und man glaubt Grund zur Hoffnung zu haben auf eine gute Ernte, soweit das überhaupt in einem so frühen Zeitpunkt angängig ist. Für Weizen konnten sich im Lieferungshandel die vorderen Termine ziem= lich gut behaupten, da teilweise Deckungen durch die Befürchtung veranlaßt wurden, im Inlande nur schwer ge= nügend kontraktfähige Ware erlangen zu können. Herbsttermine erfolgte dagegen drückendes Angebot der Landwirtschaft. Roggen wurde vermehrt dem Markt zuge= führt, auch ging viel Ware an die Küste zur Ausfuhr. Die Nachfrage hält sich infolgedessen zurück. Für Hafer werden in der Provinz hohe Preise gefordert, die aber im Konsumgeschäft nicht zu erzielen sind. Hierdurch werden Abschlüsse erschwert. Gerste wird von Rußland andauernd hoch im Preise gehalten. In Mais war das Geschäft sehr still. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai, wie folgt: Weizen 201,50 Mart, Roggen 155,75 Mart, Hafer 156,00 Mart, Mais 133,75 Mart. Was die Stoffe angeht, so haben die Karos die Gunst der Mode verloren, und es sind die gestreiften, die auf der Tagesordnung stehen; daneben duldet die Mode auch noch gespritzte Muster. Das Hauptstück der Tageskleidung bleibt der Sakko- Anzug; und im ganzen kann man sagen, daß der Sakko die Herrenmode bestimmt. Die Hauptfrage dabei ist die Länge. Man muß sich darauf gefaßt machen, daß vermutlich in nicht langer Zett das ganz kurze Sakkojackett wieder Mode wird; für dies Jahr ist der Versuch seiner Freunde mißlungen, aber die Länge des Sakko ist jedenfalls bereits verringert, man rechnet auf Normalfiguren etwa eine Länge von 82 Zentimetern, in jeder Beziehung fann als das Charakteriſtikum des diesjährigen Sakkos bezeichnet nur reichliche werden: keine Glockenform mehr, sondern Hüftenweite; mäßiger Umfall, im ganzen gefällige, ruhige Formen. Man kann den Saffo dreiknöpfig oder zweiknöpfig tragen, eine Entscheidung, die von der Stärke der Figur abhängig zu machen ist; im ersteren Falle werden die Aufschläge und der Kragen schmäler gehalten und, da die Weste tiefer ausgeschnitten wird, als bisher, so wird sie dann überhaupt nicht mehr sichtbar. Modernste Nuance sind drei Rückennähte, ohne jeden Schlitz, man kann jedoch den Rückenschnitt auch anders anordnen. Die Aermel sind ziemlich schmal, gegen das Handgelenk hin für die Manschette breiter. Die Hosen werden gerade geschnitten und find am Stiefel so weit wie am Knie. Was den Frack betrifft, so werden die Aufschläge kürzer als bisher getragen; drei Knöpfe, gerade weitere Hosen, die Auf Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige. ausgemästete höchsten Schlachtwertes, un gejocht 76-83 M. 6) funge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71-78 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 68-72 M, d) gering genährte jeden Alters bis M. 2. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 72-78 M, b) vollfleischige jüngere 71-76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64 bi 74 M, d) gering genährte M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerbis M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten bis M, c) ältere Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 65 bis 72 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 60-65 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 60 M, f) gering 4. Kälber: a) genährtes Jungvieh( Fressfer) 58-70 M. Doppellender feiner Mast 104-131 M, 6) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber 100-105 M, c) mittlere Mast- und gute Saugkälber 84-93 M, d) geringe Saugfälber 55-78 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer u. jüngere Masthammel 78-86 M, b) ältere Masthammel, geringere Mast lämmer und gut genährte jüngere Schafe 70-78 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 65-75 M. 6) Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht bis M, b) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2½ Zentner Lebendgewicht 56-58 M, c) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis 2½ Zentner Lebendgewicht 55-57 M, 6) fleischige Schweine 54-57 M, e) gering entwickelte Schweine 52-55 M, f) Sauen 52-53 M. Geseßliche Meisterprüfungen für Handwerker. Die Gesuche um Zulassung zur diesjährigen Meister prüfung(§ 133 der Gewerbeordnung) sind mit den erforderlichen Unterlagen bis spätestens am 31 März d. J. an den unterzeichneten Morgenden cinzureichen. Die Prüfungsgebühr von 35 Mark ist an die Handwerksfommer in Darmstadt einzusenden und die Quittung dem Gesuche beizulegen. Gießen, am 9. Januar 1911. 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Die Industrie und die Sozialdemokratie Redner Fabrikbesitzer SchaumannMühlheim. 2. Der Mittelstand und die Sozialdemokratie Redner: Reichstagsabgeordnet. Handwerksmeister Raab. Um zahlreiches Erscheinen zu dieser wichtigen Versammlung bittet Der Wahlausschuss. Arbeitsvergebung. Auf Grund des Ministerialer lasses vom 16. Junt 1893 werden folgende Arbeiten für den Neubau eines Kleinviehstalles mit Wagenhallen, sowie für Herstellung einer Einfriedigung für die veterinär- medizinischen Justitute zu Gießen öffentlich ausgeschrieben: Los I. Erd- und Maurerarbeiten. 9 cbm Erdaushub, 194 obm Bruch u. 18 obm Backsteinmauerwerk ctc. II. Steinhauerarbeiten.( Lungstein) 9 cbm Etellsockel, Fensterbänle, Türschwellen, Ab. deckplatten etc. G Bezu deceljährlich Abgeholt in ausgabestellen jeden Werkta liegen wöchent Seltersweg& nicht verlang Herausg r. 66. 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