Gießener Beifung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pig. monatlich Enthält alle amil. Bekanntmachungen oterteljährlich 1,20 Mr., vornuszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pig- Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr 211. - Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. Hanau- Gelnhausen- Orb. Der am Sonntag abgehaltene Parteitag der Fortschrittlichen Volks partei für den Wahlkreis beschloß einhellig, die nationalliberale Reichstagskandidatur Wohlfarth zu unterstützen. Hessische Landtagswahlen 1911. Die infolge Ablebens des Abg. Pennrich notwendig gewordene Ersatzwahl in der Stadt Bingen ist auf Dienstag, den 19. September anberaumt worden. § Im Wahlkreis Nierstein- Niedersaulheim stellte die Fortschrittliche Volkspartei den Ph. Heinz aus Hahnheim als Kandidaten auf. § Im Wahlkreis Bensheim- 3wingenberg beschloß der Bund der Landwirte die Unterstützung des nationalliberalen Kandidaten Auler. § In Mainz hat die Fortschrittliche Volkspartei beschlossen, den Stadtverordneten Heerdt vorzuschlagen. Aus Stadt und Land. Gießen, 17. Oktober 1911. n Der Großherzog empfing u. a. den Rittmeister der Landwehr 1. Ausgebots Lutz, den Juftiz rat Reh von Alsfeld und den Amtsrichter Dr. Heyer Don Alsfeld. n Der Großherzog hat den Kreisamtsgehilfen bei dem Streisamt Schotten Karl Kaspar Rüffer zum Kreisamtsgehilfen bei dem Streisamt Alsfeld und den Bureaugehilfen Friedrich Kammer aus Butzbach zum Rietsamtsgehilfen bei dem Kreisamt Schotten, beide mit Wirkung vom 15. Oftober 1911 an, ernannt. n lebertragen wurde am 12. Oftober dem Lehrer Heinrich Weisel zu Garbenteich, die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst. n Professor Dr. Strack hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Kiel angenommen. n Nachdem die Provinz Oberhessen und die Stadt Gießen die beiderseitigen Interessengebiete festgelegt haben, die sie mit elektrischer Energie versorgen wollen, haben bereits 11 Orte ihren Anschluß an die Zentrale Gießen beim Kreisamt angemeldet, daß für die Stadt Gießen die Verträge mit den Gemeinden abschließt. Es sind dies die Gemeinden Wieseck, Heuchelheim, GroßenBuseck, Alten- Buseck, Beuern, Klein- Linden, Allendorf an der Lahn, Allendorf a. d. Lumda, Weitershein, Saasen und Mainzlar. Die Orte, die sich bis 1. November zur Abnahme von elektrischer Energie melden, erhalten die Beleuchtung usw. bestimmt bis zum Herbst 1912. n In der letzten nicht öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde Oberbürgermeister Mecum gefragt, was er gegen die Teuerung der Lebensmittel, besonders der Kartoffeln und Gemüse, zu tun gedenke. Er erklärte, ein Antrag, Lebensmittel für unsere Bevölkerung zu billigeren Preisen als auf den Märkten zu beziehen, sei bisher nicht gestellt worden, um den Händlern keine Konkurrenz zu machen. Wenn aber die Marktpreise für den Kleinverkehr weiter eine Höhe behalten, die nicht im Verhältnis zu den Großhandelspreisen stehen, werde er im Interesse der Verbraucher in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten den Antrag stellen, Mittel bereitzustellen, um Lebensmittel, besonders Kartoffeln und Gemüse, auswärts anzukaufen. n Am letzten Mittwoch fand auf der Provinzialdirektion unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Dr. Usinger eine Vorbesprechung statt wegen eventueller Beteiligung der Kreise Alsfeld und Lauterbach an der geplanten Ueberlandzentrale Fulda, die ein Privatkonsortium gründen will, das zunächst die Versorgung der Kreise Melsungen, Rotenburg und Fulda mit elektrischer Energie beabsichtigt. Der Besprechung wohnten u. a. die Kreisräte von Bechtold und Dr. Heinrichs, die Bürgermeister Stöpler- Lauterbach und Dr. VölSing- Alsfeld und Baurat Schöberl bei. n Unsere Bäckerinnung nahm am letzten Sonntag an der Feier des 25jährigen Bestehens der Darmstädter Bäckerinnung teil. n Die Erweiterung des Christianenheims zu Erfurt der Stiftung Eisenbahn- Töchterhort" erforderte eine Summe von 400 000 Mk., von denen 300 000 Mk. schon gesammelt sind. Der Rest sollte durch einen am gestrigen Montag im gesamten Staatsbahnbereich festgesetzten Blumentag aufgebracht werden. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 17. Oftober 1911. n Die Prüfung im Husbeschlag haben bestanden und sind nach Ausführung des Gesetzes über die Ausübung des Hufbeschlags vom 13. Juni 1885 betreffend, berechtigt, den Hufbeschlag auszuüben: Ludwig Bergen aus Allendorf, Hermann Diehl aus Gedern, Georg Ganz aus Engelrod, Karl Gtechs aus Bobenhausen II, Ernst Häuser aus Fauerbach, Adam Kratz aus NiederOhmen, Louis Magel aus Burkhardsfelden, Gustav Ohly aus Griedel, Friedrich Wilhelm Otto aus Beuern, Gustav Spengler aus Nidda, Karl Uhchon aus Lich und Jakob Zulauf aus Oberwegfurt. n Zwei Arbeiter Jubilare. Die Werkmeister Phil. Pfeiffer aus Launsbach und Karl Pfeifer aus Wieseck sind jetzt 25 Jahre in der Zigarrenbranche tätig. Phil. Pfeiffer ist bei der Firma Nattmann eingetreten, jetzt Werkmeister bei der Firma Rinn& Cloos. Karl Pfeiffer ist ebenfalls bei erstgenannter Firma als Meister beschäftigt. Beide Jubilare erhielten von dem Deutschen Tabakverein je eine prachtvolle künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde. n Kommunale Fragen. Die städtische Schlachthofanlage ist in den letzten Jahren durch eine neue Schweineschlachthalle und eine Stühlanlage nebst Eisfabrik vergrößert worden. Als nächster Teil der bis 1920 durchzuführenden Umgestaltung bezw. Vergrößerung der ganzen Anlage ist eine Grobbiehschlachthalle vorgesehen, für die die Stadtverordneten in legten Sigung 315 000 Mark bewilligten. Der auf die Stadt Gießen entfallende Anteil an den Geländeerwerbskosten für die Nebenbahn Lollar Londorf beträgt nach der nunmehr borliegenden Abrechnung 99318.42 Mark gleich 36,34 Prozent der gesamten Geländekosten. Die Stadtver ordneten erkannten die Abrechnung als richtig an und beschlossen, das Geld wie setth. von der Landeshypothekenbank als Darlehen zu nehmen. Die Tilgungsquote wurde auf 2 Prozent zuzüglich der ersparten Zinsen tilgt ist. Weiter stimmte die Versammlung grundsäz festgesetzt, so daß die Summe in etwa 28 Jahren gelich der Einführung des Fortbildungsschulzwanges für weibliche Angestellte im Handelsgewerbe zu. n Hundertjähriges Bestehen. Der Großherzog ernannte anläßlich des 100jährigen Bestehens der Firma Joh. Balth. Noll, Zigarrenfabrik, den Inhaber der Firma, Adolf Noll, zum Kommerzienrat. An acht Arbeiter und Arbeiterinnen wurden Auszeichnungen für treue Arbeit verliehen. Herr Noll errichtete eine Stiftung von 20 000 Mark, deren Zinsen den Arbeitern mit mehr als zehnjähriger Arbeitszeit zugute kommen sollen. n Wegen einer versuchten Erpressung hat sich der Kaufmann Fr. M. zu Sinn zu verantworten. Nachdem M. in einem Prozeß mit der Firma Noll in Gießen verurteilt worden war, hatte er an diese Firma einen Brief geschrieben, worin er ihr drohte, falls sie nicht einen Teil der Prozeßkosten trage, werde er eine Annonce veröffentlichen, wodurch ihr erheblicher Schaden entstehen würde. Angeklagter bestreitet entschieden, daß es sich bei seinem Vorgehen um einen Erpressungsversuch gehandelt hätte; das Gericht ist aber anderer Ansicht und verurteilt ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu acht Tagen Gefängnis. r Krofdorf, 12. Okt. Die Anlage für die elektrische Beleuchtung macht solche Fortschritte, daß ihre Fertigstellung bis zum November zu erwarten ist. Das gemeinsame Wasserwerk für Krofdorf- Bleiberg wird indessen erst mit nächstem Jahr vollendet sein. Kathreiners Malzlaffen. Der bewährte Zusatz zum Bohnenkaffen. Das Gehalt mocht' 6! ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile. Stelien gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. r Vetzberg. In der vorigen Woche wurden hier mehrere Schüler wegen Brandschaden bestraft. rats und Konkurs verwalters geplante Zwangsvergleich ):( Nassau. Nachdem der auf Anregung des Landim Konkurs des hiesigen Vorschuß und Kreditvereins an dem Widerstande eines Teils der Mitglieder gescheilungsfähigen Mitglieder, deren Mitgliedschaft einwandteit ist, haben die Gläubiger beschossen gegen die zah fret nachzuweisen ist, Stlage zu erheben. Es wären von jedem der Beklagten 600 Mt. aufzubringen, wogegen beim Zwangsvergleich nur 35 Mt. auf jedes Mitglied entfiel. o Bad Nauheim. Bis zum 12. Oktober sind 34 262 Surgäste an gekommen, wovon am genansten Lage noch 1515 anwesend waren. Bäder wurden bis 12. Oftober 459818 abgegeben. s Darmstadt. Am letzten Samstag d. 14. Okt. Diese verfolgt in erster Linie den Zweck, das Interesse ist hier eine Kriegsmarine- Ausstellung eröffnet worden. und Verständnis für unsere deutsche Kriegsmarine auszubreiten. Der Eröffnungsfeier wohnten u. a. die Minister Dr. Ewald, Dr. Braun und von Hombergk bei. s Darmstadt. In den Veith- Werken bei Höchst räder herstellen, brach in der Nacht zum Samstag aus i. D., die hauptsächlich Gummireifen für Autos und Fahrbisher unbekannter Ursache ein großes Schadenfeuer aus, das den alten Flügel der Fabrik vollständig in Asche legte und einen bedeutenden Schaden verursachte. Colomb, der seinerzeit die hiesige Kavalleriebrigade s Darmstadt. Generalmajor 3. D. Karl von befehligte und sich besonders im Feldzug 1870/71 auszeichnete, ist gestern hier im hohen Alter von achtzig Jahren gestorben. ! Biebrich, 10 Oft. Eine aus Vertretern des Magistrats, der Stadtverordnetenberjammlung und der wichtige Maßnahmen gegen die Teuerung beschlossen: Bürgerschaft zusammengesetzte soziale Kommission hat So sollen u. a. Startoffeln, Fische, Kohlen usw. in Einwohner verkauft werden, deren Einkommen jährlich Menge eingekauft und zu Einkaufspreisen an solche haltungsschule ein unentgeltlicher Kochkursus stattfinden, unter 1800 Mark beträgt. Ferner wird in der Haus. Dann soll im Winter die Speisung von Schulkindern in dem die Verwendung von Seefischen gelehrt wird. den Lebensmittelmarkt überwachen zu können, wurde in größerem Maßstabe als bisher stattfinden.- Um eine besondere Marktkommission gebildet: Diese soll die hiesigen und auswärtigen Lebensmittel-, vornehmlich Fleischpreise, prüfen und besonders das Verhältnis zwischen Ein- und Verkaufspreisen festzustellen. Bei Mißständen, soll eine Preisminderung versucht werden, oder die Stadt selbst Schlachtungen vornehmen. Oeffentlicher Sprechfaal. Die beiden liberalen Parteien zu Gießen- Wieseck müssen in der bevorstehenden Landtagswahl Hand in Hand gehen", das ist das berechtigste Verlangen vieler Bürger. Es wird mir nun bekannt, daß Herr Fabrikant Adolf Klingspor sein Mandat in die Hände der Wähler zurückzugeben sofort bereit ist, wenn auch Herr Professor Urstadt das gleiche tut. sammlung, einberufen von einer unparteiischen Person, Eine allgemeine Volksversollte dann in geheimer Abstimmung wenige Herren als Kandidaten( die Herren Urstadt und Klingspor können ja wieder genannt werden!) vorschlagen und wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt, muß als gemeinsamer Kandidat für die Landtagswahl sofort nominiert und von allen bürgerlichen Parteien energisch unterstützt werden. Neues Leben für Rekonvaleszente. = e= Die Wirkung von Leciferrin zur Wiederherstellung der verlorenen Bräfte nach erschöpfenden Krankheiten und schwe ren Blutverlusten ist geradezu überraschend. Schon nach 1- oder 2tägigem Gebrauch wird sich der Patient frischer und kräftiger fuhlen, und nach einiger Zeit wird der geschwächte Organismus wieder in normalen, gesunden Zustand verseht. Leciferrin wird von Professoren und Aerzten mit Vorliebe verordnet. Man achte beim Einkauf auf den Namen ,, Leciferein." Leciferrin( Ovo- Lecithin- Eisen- Verbindung) ist zum Preise von k. 3.-( längere Zeit reichend), in Apotheken zu haben, ganz sicher von: Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. Manila. Sahl der 3ppf= rische Leben zu Wasser ab, das eines der reizvollsten Kapitel Versiegelt. Borüegelt. Eröffnung des türkischen Parlaments. Unter dem üblichen Beremontell hat am Sonnabend nachmittag in Konstantinopel dte feierliche Eröffnung der außerordentlichen Parlamentssession stattgefunden. Der Sultan, der Marschallsuniform trug, erschien in Begleitung des Thronfolgers, zweier Prinzen und der Hofwürdenträger. Gleich darauf verlas der Großwefir ote Thronrede, die die Senatoren und Deputierten stehend anhörten. Sodann verrichtete die Geistlichkeit die Ablichen Gebete, wobet auch die Vernichtung Italiens, bas die Türket verräterisch angegriffen habe, erfleht wurde. Hum Präsidenten der Kammer wurde Ahmed Riza gewählt. Die Thronrede bes Sultans geht auf das italienische ultimatum ein und bezeichnet das Vorgehen Jtaltens als einen Bruch des Bölkerrechts. Die durch den Ausbruch der Feindselig fetten geschaffene Lage habe eine außerordentliche Pare lamentstagung nötig gemacht. Dann heißt es weiter: Die Pforte hat sich alsbald an die befreundeten Mächte mit der Bitte um Vermittlung gewandt, um unter Be dingungen, die mit den legitimen und geheiligten Rechten der Türket und ihrer nationalen Würde vereinbar find, dem Krieg ein Ende zu machen, der so sehr im Widerspruch steht mit allen Brinzipien des internattonalen Rechtes und der Billigkeit, wie auch mit dem von allen Setten zum Ausdruck gekommenen Streben nach Aufrechterhaltung des Weltfriedens. In Erwartung des Ergebnisses der Vermittlungsversuche und infolge der Antworten der Mächte fährt die Pforte nichtsdestowentger fort, die notwendigen Maßnahmen zur Verteidigung ihrer Rechte und legitimen Interessen zu ergreifen. Der unerwartete Angriff Italiens, der alle ztviltsterten Bölfer in Staunen sette und erregte, hat die friedlichen und fortschrittlichen Bemithungen der Türket gelähmt, die, die friedlichen Bestrebungen der Mächte teilend, sich der ihr obliegenden Seulturaufgabe gewidmet hat. Parlament und Nation haben sich im Bereich der menschlichen Kräfte bemüht, thre Pflicht gegenüber den legitimen Rechten und Inte reffen des Landes zu erfüllen. Die Thronrede betont sodann die Notwendigkeit der brüderlichen Etntgung der Ottomanen für die Größe der Nation und zur Verteidigung gegen derartige Angriffe. Sie erwähnt dann, daß der Sultan während seiner Reise mit Stolz die loyale Gesinnung in Numelten bemerkt habe, und stellt schließlich mit Genugtuung fest, daß die Bes ziehungen zu den übrigen Mächten und den benachbarfen Staaten freundschaftliche und aufrichtige feten. Vom Kriegsschauplatz nichts Neues. Rundschau oom Cage. Politisches Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg hat sich am Sonntag zum Vortrag beim Katser nach dem Jagdschloß Hubertusstock begeben. Graf Zeppelin als Reichstagskandidat? Im ersten württembergischen Reichstagswahlkreise Stuttgart foll von konservativer Seite der Vorschlag gemacht worden sein, den Grafen Zeppelin als Kondidaten für die nächste Retchstagswahl aufzustellen. Der Gedanke ist schon früher einmal aufgetaucht, ohne ernsthaft erörtert zu werden. Die Deutsche Reichspost", das Zentralorgan der füddeutschen Konservativen tritt test erneut fehr entschieden für die Kandidatur ein. Der Graf gehöre tetner polttischen Partet an, und feine Partet könne etwas gegen thn einwenden. Das Blatt behaup= tet mit Bestimmthett, der Graf werde nicht nein sagent, wenn ihm die Kandidatur von allen bürgerlichen Barteten angetragen würde. Der Wahlkreis wurde bisher durch den Soztaldemokraten Hildebrand vertreten. So kann man auch heute mitt der Berichterstattung über den türkisch- italienischen Krieg beginnen. Die Friedensaussichten sind zurzeit sehr gering, denn die ttalienische Regierung hat, wie römische Blätter zu wtffen glauben, ihre Verbündeten und Freunde benachrichtigt, daß sie die unerschütterliche Absicht habe, zur be= dingungslosen Annerion von Tripolis, Cyrenaica und den damit zusammenhängenden Gebieten zu schreiten. Der Türket fönne keine Art von Souveränität über diese Gebiete gelassen werden, nachdem man zum Krieg habe schretten müssen. Das würde die öffentliche Metnung Staltens nicht dulden, vor allem nicht nach den Repressalten, zu denen die Türket gegriffen habe, nach der Aufhebung der italienischen Kapitulationen, der Drohung mit der Ausweisung der Jtaltener, der Beschlagnahme italtentscher Handesschiffe gegen die Regeln des Völkerrechts, der Boykottierung italienischer Waren, der fanatischen Agitation der Türken gegen die italienischen Kolonten im Orient usw., Repressalten, die sogar ein noch entschiedeneres Vorgehen Italiens notwendig machen könnten. Nach einem amtlichen Communiquee ist das in Tripolis und der Küste jetzt gelandete italienische Expedttonstorp 8 35 000 Mann stark. Zu den 35 000 Jta= Itenern werden eingeborene Miliztruppen kommen, die bereits in Formierung begriffen sein sollen. In TripoIts hat General Caneva die höchsten Zivil- und Milttärfunktionen übernommen. Er ließ an dte bedeutendsten Stämme 2000 Zentner Gerste zur Aussaat unentgeltlich verteilen. Die Aufnahme der Italiener in Tripolis. Der bekannte Herausgeber der Zukunft", MaximiItan Harden, hielt am Sonnabend im größten Saale Wiens einen Vortrag über„ Marok to und TripoIts." Man stehe test vor der Frage, so erklärte Harden, ob es für eine Großmacht möglich wäre, die Türket zu schützen. Mit der Türkei könne sich keine Großmacht befreunden, denn der Islam selbst bedeute eine Gefahr für Europa und müsse zurückgedrängt werden. Bet Besprechung des Marottokonfliktes bekennt sich Harden zu der Anschauung, daß der deutsch- französische Krieg einmal kommen misse, und daß der größte Teil Europas auf den Augenblick warte, um Deutschland in einer unglücklichen Stunde das Lebenslicht auszublasen. Im Dreibund habe sich das Bündnis Deutschlands und Desterreich- Ungarns bewährt; Italten werde sich einmal loslöfen. Die beiden verbleibenden Mächte mögen sich aber durch allerlet Koalitionchen nicht einschlichfern lassen. Sie sind vereint stark genug, um sich jedes Ueberfalles zu erwehren.- Harden wurde während des Vortrages wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen. Die Landung italienischer Truppen in Tripolts wird nach heute aus Romt eingetroffenen Meldungen fortgesetzt. Die Eingeborenen legen den Italienern gegenüber eine sympathische Haltung an den Tag. Dagegen wird aus dem Innern berichtet, daß die dortigen Eingeborenen sich zu einem energischen Widerstande rüsten. Die Hauptschwierigkeit für die türfischen Truppen besteht in der schwierigen Verprovian terung und Mangel an Munition. Der Aufruf des italienischen Oberbefehlshabers hat bei den Eingebore nen einen vorzüglichen Eindruck gemacht, indem er fle über die religiösen Fragen beruhigt hat. Gerüchtweise verlautet, daß in Tripolis ein trttscher Transportdampfer und zwet türkische Torpedoboote un welt der tunesischen Küste eingetroffen sind und 2000 Mann Truppen gelandet haben. 11) Aus Eifersucht. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Eine Hohenzollernfeier wird für das Jahr 1915 geplant. Die Stadt Tangermünde wollte den 11. November 1911, den 500. Jahrestag des Einzuges Friedrichs I. in Tangermünde festlich begehen, ist aber nach der Kreuzzeitung" von Berlin aus benachrichtigt wor= den, daß der Kaiser eine nationale Feter für 1915 in Aussicht genommen habe. In diesem Jahre herrschen die Hohenzollern 500 Jahre über die Mark Brandenburg. Eine Eisenbahnarbeiterversammlung war am Sonntag in die Berliner Hasenheide einberufen worden, um zur Teuerung der Lebensmittel Stellung zu nehmen. Als dem sozialdemokratischen Landtagsabgeord= neten Hoffmann das Wort verweigert wurde, kam es zu einem großen Tumult. Schließlich verließ Hoffmann den Saal. Gleichzeitig erhoben sich etwa tausend Eisenbahnarbetter und entfernten sich gleichfalls unter Hochrufen auf Hoffmann. Doktor Waldow zog vorsichtig seine Uhr, hielt ste fest in der Hand und wollte eben sagen:„ Es ist gleich dret," als der Strolch zugriff. Haendler von der Potsdamer St. Nikolaikirche ernannt worden. Er gehört der positiven Richtung an. Viertausend Studenten Bonns werden dem Katser bet seinem Aufenthalt in der Stadt am Donnerstag durch einen Fackelzug thre Huldigung darbringen. Der Kaiser nimmt den Fackelzug vom alten ehemaligen furfürstlichen Schloffe, der feßigen Universität, entgegen. In Gegenwart von 150 000 Menschen wurde am Sonntag vom Präsidenten Taft der erste Spatenstich zu der Ausstellung in San Franzisko vollzogen. Das Gedränge war so start, daß itber hundert Personen ohnmächtig wurden. Jubiläumsstiftungen einer chemischen Fabrik. Die chemischen Fabriken Weiler- ter- Meer in Uerdingen im Rheinland haben aus Anlaß ihres 50fährigen Bestehend 100 000 Mart für die Unterstützungskasse für Beamte und Arbeiter gestiftet. Außerdem erhält jeder Arbetter ein Jubiläumsgeschenk im Betrage von 5-50 Mart, je nach dem Dienstalter. Auch wurde den Arbettern ein fährlicher Urlaub bewilligt. Das reiche England. Der allfährliche Bericht der britischen Steuerbehörde wurde am letzten Mittwoch veröffentlicht und bezieht sich auf das Jahr, das mit dem 31. März 1911 abschließt. 3weiundzwanzig glitchliche Leute in diesem Lande zahlten im letzten Jahr an Einkommensteuern mehr als eine Million Mark pro Kopf, rund weitere 251 hatten feder mehr als 200 000 Mark Steuern zu entrichten. An Einkommensteuer und Nach steuer ginoen im ganzen 60 505 094 Pfund Sterfing im Berichtstahre ein. Interessant ist, daß der Staat von den in fremden Ländern investierten Geldsummen ein Einkommen von 93 264 004 Pfund Sterling bezieht. Das Kapital dürfte jedoch ein bei weitem höheres fein, als in dem Bericht angegeben wird. Das war schon keine Hand mehr, die da zupackte, das war eine Pranke am Ende eines Fangarmes. Gleichzeitig erhielt der Doktor etnen Stoß gegen den Magen, daß er nach Luft schnappte, die Uhr wurde ihm famt einem Stück Kette entrissen, und als er noch so viel Geistesgegenwart hatte, seinen Revolver hervorzuziehen, bekam er einen Schlag über den Kopf, daß er wie vom Blitz getroffen zusammenbrach. Er hörte noch et= nen Schuß fallen- lautes Rufen erscholl- dann wurde es schwarz vor seinen Augen und ihm schwanden die Sinne. Als er wieder zu sich fam, war es heller Tag. Er lag in einem blüttenweißen Bett innerhalb eines ziem= Itch schmucklofen, aber sauberen Gemaches, in dem noch einige Betten standen, die aber leer waren. Eine weißgekleidete weibliche Gestalt, in der er sofort die Kranfenwärterin erkannte, fam Teise näher, blickte vorsich= tig nach ihm hin und sagte freundlich:" Guten Morgen, Herr Doktor! Nun, haben Sie gut geschlafen?" Ein schweres Automobilunglück hat sich in Madrid ereignet. Ein mit vier Offizieren besetter Kraftwagen geriet plötzlich ins Schlendern und stürzte um. Die vier Insassen wurden in großem Bogen aus dem Gefährt ge schleudert. Die Verlegungen dreter Offiziere waren tödlich. Die Spanier in Marokko. Aus Melilla wird gemeldet: Sonntag morgen griffen zahlreiche Marokkaner die spanische Stellung bet Ychhaven an. Das Gefecht dauerte bis zur Dunkelhett. General Ordonez, welcher den Kampf leitete, hatte in der Nähe einer Batterie Aufstellung genommen und angeordnet, das Feuer einzustellen und erst wieder zu eröffnen, wenn der Feind sich genähert habe. Das sollte sein Verderben sein, denn furz nachher streckten ihn zwet Kugeln nieder. Die Verluste der Spanter betrugen zwet f fiziere und 17 Soldaten verwundet. Die Verluste der Marokkaner sind sehr groß. Wo bin ich?" fragte er letse. " Können Ste sich darauf nicht besinnen? und Ste müßten es doch eigentlich gleich erkennen! Im Kreisfrankenhaus!" Wie tam ich hierher?" " Von selber nicht! Vier Mann haben Sie gestern gegen Abend hierher getragen; denn es war doch ein stemlich weiter Wag, und einen Wagen gab es dort nicht, wo Sie lagen." Er versant in Nachdenken und rief sich die letzten Gr= eignisse allmählich ins Gedächtnis zurück. Alles stand Kleine Dachrichten. Tragödie eines Professors. In der oberösterreichtschen Landestrrenanstalt Niedernhart hat sich der dort sett zwei Wochen untergebrachte, an Verfolgungswahnsinn leidende Professor der Theologie Dr. Ignaz Wild in einem unbewachten Augenblick erhängt. Selbstmord einer ganzen Familie. Die Familie AlIoir. bestehend aus Vater, Mutter und zwet Kindern, in Lyon beging Selbstmord, indem sie Gift nahm. Die Mutter und die Kinder sind bereits gestorben, während der Vater in den letzten Zügen liegt. Todessturz eines schweizerischen Fliegers. Der Flieger Schmidt aus St. Gallen ist Sonnabend abend aus fünfzig Meter Höhe abgestürzt. Beim Aufschlagen auf den Boden explodierte der Benzinbehälter, das Flugzeug verbrannte und der Flieger wurde als verfohlte Leiche unter den Trümmern hervorgezogen. Das Prinzenpaar August Wilhelm von Preußen soll, wie verlautet, tm Schlosse Brühl bet Cöln dauernd Aufenthalt nehmen. Der Prinz wird wahrscheinItch bei der Regierung in Cöln tätig sein. Die Renovierung des Schlosses erfordert aber noch etwa ein Jahr, so daß die Ueberstedelung des Prinzenpaares vor dieser Zeit nicht zu erwarten ist. Der neue Generalsuperintendent für Berlin ist in der Person des Superintendenten und Oberpfarrers Starke Erdstöße wurden gestern in der Umgegens von Catania verspürt. In Macchia fiel eine Kirche ein und in Rondinella wurden einige Häuser zertrümmert. Mehrere Personen wurden getötet. Jetzt wieder klar vor seinem geistigen Auge. Und da kam auch schon wieder diese fürchterliche Angst, und er richtete sich auf.„ Ich möchte fort!" sagte er hastig. „ Aber ich bitte Sie, Herr Doktor!" rief die Wärterin erregt.„ Das geht doch nicht! Bet Ihrer Kopfverlegung!" Aus den Gerichtssälen. Ein neuer Spionageprozeß. Das Retchsgericht in Leipzig wird sich abermals mit einem Spionageprozeß beschäftigen. Angeklagt ist der Feingoldschläger Georg Kroher aus Sulzbach in Bayern. Kroher ist des versuchten Berrats militärischer Geheimnisse angeklagt. Ueber den Alkoholgenuß von Kindern hat das preußische Kammergericht in letzter Zeit eine bedeut> fame Entscheidung gefällt, und zugleich die Polizeiverfügungen, die sich mit dieser Frage beschäftigen, geprüft. In mehrfachen Polizeiverordnungen wird bestimmt, daß Kindern unter 14 Jahren Branntwein nicht verkauft werden darf. Diese Polizeiverfügungen wurden angefochten, aber vom Kammergericht bestätigt. Das Kammergericht führte aus, daß besonders bet Kindern dringend darauf geachtet werden müsse, daß ihnen Al= kohol in irgend einer Form nicht zugänglich gemacht werde. Selbst wenn die Kinder den Branntwein nicht zu eigenem Bedarf einkauften, sondern nur als Boten für Erwachsene kämen, set die Gefahr noch groß, daß sich die Kinder heimlich dem Schnapsgenusse ergeben. Aus diesem Grunde seien die Polizeiverfügungen durchaus berechtigt, den Gastwirten zu verbieten, daß sie den Kindern auch Branntwein in dem Falle verabreichen, wenn sie ihn nicht sofort selbst genießen, sondern auch als Botetn für andere Personen holen. Erst jetzt merkte er, daß er eine Binde um den Kopf trug, und er erinnerte sich an den Schlag, den ihm der Strolch versetzt hatte. „ Wie - ging das alles zu?" fragte er. " Glaubs wohl, daß Ste das nicht wissen! Nun, der Gendarm hat es sehr gut gemacht. Er kam gerade in dem Augenblick hinzu, als der Dieb mit Ihrer Uhr wegspringen wollte. Er zog seinen Karabiner, traf thn ins Bein und erhielt dann Hilfe, um Ste und den schlechten Menschen transportieren zu können. Im Grunde eine ganz einfache Geschichte, aber in den Zettungen steht heute ein ellenlanger Bericht darüber." Bei dem Wort Zeitung schrack Waldow wieder zusammen. Was mochte man alles über thn geschrieben haben? ,, Ste fühlen sich übrigens jetzt ganz klar bel Sinnen, nicht wahr, Herr Doktor?" fragte die Wärterin aufmerksam. " So ziemlich. Warum fragen Sie danach?" " Es sind dret Herren da, die Ste zu sprechen wünschen." Seine Miene verftusterte sich. Er biß die Zähne zusammen und sagte mit absichtlicher Anstrengung: " Lassen Sie sie eintreten!" Vermischtes. Graf Wolff- Metternich schreibt seine Memoiren. Wie verlautet, will Graf Wolff- Metternich im Untersuchungsgefängnis seine Memotren schreiben. Tem Grafen sollen von verschiedenen Verlagsanstalten schon Angebote für den Verlag dieses Sensationswerkes gemacht worden sein. Die Frau des Verurteilten hat thn, der thretwegen und nicht seinetwegen Revision einzuTegen gedachte, auf das entschiedenste davon abgeraten. Ste beabsichtigt, ihrem Manne nach der Verbüßung setner Strafe wieder eine Stellung bei einer Automobilfirma in Wien zu verschaffen, bei der er früher gearbettet hatte. Auf den ersten Blick erkannte er die Herren, als sie eintraten und wußte auch den Zweck thres Kommens. Es war der Untersuchungsrichter von Scharffenstein, der Kreisphysikus Doktor Guhlke und der Krtminalkommissar Weide. ,, Guten Tag, werter Herr Doktor!" sagte der erstere unbefangen.„ Nun, wie ist das Befinden?" Revolverattentat einer Geisteskranken am Posts Schalter. Die geisteskranke Näherin Stolzenwald verfuchte Freitag früh auf dem Postamte 50 in der Marburgerstraße in Charlottenburg den diensthabenden Bostassistenten zit erschießen, konnte aber durch das Dazwischentreten eines Postschaffners, der der Frau die Mordwaffe aus der Hand schlug, an threm Vorhaben gehindert werden. Mehreren Hinzuellenden gelang es, die Nasende zu überwältigen. Auf dem Boltzetpräftdium wurde festgestellt, daß die Frau an Verfolgungs,, Danke, ganz leidlich!" versetzte er möglichst ungezwungen. " Freut mich! Freut mich! Ich kann Ihnen übrtgens mitteilen, daß man den Menschen, der den Ueberfall auf Sie gemacht hat, ergriffen hat. Wenn die ziemItch bedeutende Wunde, die er durch den gutgezielten Schuß des Gendarmen in den Oberschenkel bekommen hat, geheilt sein wird, so wird er seine wohlverdiente Strafe erhalten. Ja, ja, so leicht entgeht doch kein Verbrecher seiner Bestrafung." Es kam dem Doktor so vor, als wenn ihn der kleine, energische Herr bet diesen Worten sehr scharf beobachtete. ,, Wie kamen Sie übrigens nach fener ziemlich abgelegenen Gegend, Herr Doktor?" fragte der Kommisfar wie nebensächlich. „ Ich - ich hatte mich verirrt." Hatten Sie einen Spaziergang gemacht?" " Ja. Das heißt, nicht so einen gewöhnlichen Spas atergang-" Wohin wollten Sie eigentlich?" ,, Das weiß ich selbst nicht." Hatten Ste einen Der Kommissar warf dem Untersuchungsrichter verstohlen einen vielsagenden Blick zu. besonderen Grund, sich von Ihrem Heim wegzubege= ben?" „ Das gerade nicht=" „ Hm," machte der Untersuchungsrichter trocken. „ Vielleicht doch? Vielleicht wegen der zwet Tausendmarkscheine?" Dem Doktor brach der Schweiß auf der Stirn hervor. Sie wissen?" fragte er zaghaft. wah war gevo mer das te. Vat batte nur Elte „ Was sollen wir wissen? Wir wissen nur, daß Ste im Besitz von zwet Tausendmarkscheinen waren, die zu der bei dem Regierungsrat gestohlenen Summe geHörten. Wie kamen diese in Ihre Hände?" „ Auf ganz natürliche Weise.* Auf welche war das?" jedo furz der ten We wu im dem eint Glen der Hatt doch hera wech dem hört bega Itch Max armt Sorc Lobe octri Witr in ei 200 Haut nich mer unb hatte Alt S Tiegt ihn tiet chen ffier und fucht Straß war verle den verg der da e gen irrte faßte fich mego Vird ben" wor Ma Au gier Reit Dare von und Leist ferit der= terbi altsa ben" dert. somt zwei feld von den Awif Fah lin w von Fah Geg den. alle Ter fage felbit beder bte 1 gerat „ Den von S unfere Itch n mache fuchun Tonne Er h Wort den t ten A tor?" 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Durch Unzuträglichkeiten, die sich zwischen ihrem Vater und der Weiblichkeit der Nachbarschaft ergeben hatten, kam das Mädchen zu der Ueberzeugung, daß nur dadurch Wandel geschaffen werden könne, wenn die Eltern in eine andere Gegend zögen. Da der Vater jedoch gar nicht daran dachte auszuziehen, legte sie in furzen Zwischenräumen zweimal auf dem Boden über der elterlichen Wohnung Feuer an. Die Flammen sollten sich durch die Decke hindurchfressen und auf diese Weise den Vater zum Ausziehen zwingen. Beide Male wurde jedoch der Brand noch rechtzeitig entdeckt und . im Reime erstickt. Der arme Papa. Eine lustige kleine Episode aus bem Familtenleben des Präsidenten Cleveland der Vereinigten Staaten erzählt eine englische Zeitschrift. Als Clevelands Tochter noch ein kleines Mädchen war, rtef der Präsident telephonisch von Chicago aus das Weiße Haus an und bat im Verlaufe des Gesprächs seine Frau, doch auch einmal fein fleines Töchterchen zum Hörrohr heraufzuheben Lächelnd beobachtete die Mutter den wechselnden Gesichtsausdruck des Kindes, als sie aus dem Instrument ganz deutlich des Vaters Stimme hörte. Die Angst wich grenzenlosem Staunen, dann begann es ängstlich ins Hörrohr zit fchen, und schließ= Ach Itch in ein verzweifeltes Weinen auszubrechen. Mama," schluchzte es, wie bekommen wir nur den armen Papa aus diesem kleinen Loch heraus " " Die Selbstmord ans Anaft vor dem Hungerlod. Sorge. verhungern aut misfen, hat den 60 Jahre alten Lobeerber Fritz iefelbach in Berlin zum Selbstmord Getrieben. Rieselbach. der als Tunaoefelle bei einer Witwe in der Pantstraße wohnte, mar feit 20 Jahren in einer Gerberet heimhäftiat. Im vergangenen Montag 20a er sich eine Beinvertering zit, die ihn zwang. zu Hause zu bleiben. Er bilhete sich ein. daß das Leiden nicht zu heilen fet und er deshalb arbeitsunfähig bleiben merde und verhungern mitfie. tefe Anast war umso unbegründeter, als iefeThach fich 3800 Mart erspart hatte, non denen er 400 Mart in barem Gelde bei sich zu Hause hatte, während das übrige auf der Sparkasse fiegt. Troß dieser verhältnismäßta aiinstigen Lage Iteß ihn die Sorce um die Pufunft nicht mehr ruhen und trieb ihn endlich dont feinem Reben ein Ende zu ma chen. Als gestern sein Zimmer nicht geöffnet wurde, fflen seine 23irtin durch das Fenster in feine Stube cin und fand ihn am Fürnfoften erbängt vor. Die Tragödie eines Krivvels. Am Sonnabend versuchte der 35fährtge Arbeiter Otto Feltenau in der HochStraße zu Berlin seinem Leben ein Ende zu machen. J. war vor etwa Jahresfrist überfahren und so schwer verletzt worden, daß ihm beide Beine abgenommen werden mußten. Feltenau versuchte nach seiner Genesung vergeblich eine Stellung zu bekommen. So ernährte sich der Unglückliche als Gelegenheitsarbeiter und nächtigte, da er keine Wohnung besaß, meist im Freien. Seit eintgen Tagen hatte er keine Arbeit mehr gefunden und irrte hungernd in den Straßen Berlins umber. Zuletzt faßte den Entschluß, aus dem Leben zu scheiden. Er warf sich vor eine Droschke, deren eines Rad über ihn hin= wegging. Man schaffte den Krüppel nach dem Rudolf= Virchow- Krankenhaus. Die Ergebnisse der ersten 100 Fahrten der Schwas ben sind, wie der nf." mitgeteilt wird, jetzt aufgestellt worden. Das Luftschiff verließ am 26. Juni zum ersten Mal die Bauhalle und machte am 7. Oktober seinen 100. Ausflug. 89 feiner 100 Fahrten waren für Bassagiere bestimmt. Das Luftschiff hat in einer Gesamtfahrzeit von 224 Stunden 12 460 Kilometer zurückgelegt. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Stundenleistung von 55,6 kilometern. Bei den starken Winden von 12 und mehr Metersekunden ist dies eine beträchtliche Leistung. Das Luftschiff bewährte sich auch bei Veranferungen auf freiem Felde vortrefflich und hat z. B. von der Badener Luftschiffhalle fenkrecht auftretende Gewttterböen von 13 Meterfefunden ohne Schwierigkeit ausgehalten. Auf seinen 100 Fahrten hat die Schwa ben" einschließlich der Besabung 2350 Personen befördert, darunter rund 300 Engländer und Amerikaner, fowie 45 Franzosen. Die Mehrzahl der Fahrten waren zweistündige Rundreisen von Baden- Baden und Düs= feldorf aus. Es wurden aber auch mehrere Zielfahrten von Friedrichshafen um den Vierwaldstätter See und den Rigistock, 3 Fahrten über den Schwarzwald hinweg zwischen Friedrichshafen und Baden- Baden, Fahrt von Baden nach Gotha. eine von Gotha nach Berlin und zurück, eine von Gotha nach Düsseldorf und eine von Düsseldorf nach Baden- Baden ausgeführt. Auf der Fahrt von Gotha nach Berlin wurde streckenweise etn Gegenwind von mehr als 10 Metersekunden überwunden. Es verdient dabet hervorgehoben zu werden, daß alle Fahrten pünktlich an meist lange vorher angeseztem Termin ausgeführt wurden. Das Luftschiff, das am 17. „ Muß ich das sagen?" eine „ Ste haben selbstverständlich das Recht, Ihre Ausfage zu verweigern, wenn Sie meinen, sich dadurch selbst beschuldigen zu müssen. Aber ich gebe Ihnen zu bedenken, daß gerade ein Stillschweigen in diesem Falle die Untersuchung auf Gedanken bringen muß, die nicht gerade vorteilhaft für Sie sein dürften." Doktor Waldom kämpfte sichtlich mit sich selbst. „ Dennoch werde ich schweigen!" sagte er schließlich. ,, Schön! Ganz nach Ihrem Belieben!" versetzte Herr von Scharffenstein in bitterem Tone.„ Dann wäre also unsere Mission hter beendet. Sie müssen sich natürItch noch auf Ihre Zeugenaussage vor Gericht gefaßt machen, Herr Doktor. Wenn nicht etwa die Unterfuchungshaft" " Erlauben Ste!" ftel der Physikus rasch ein.„ Wir können ja vielleicht morgen das Verhör hter fortsetzen." Er hatte bemerkt, daß Doktor Waldow bei den letzten Worten des Untersuchungsrichters kreidebleich gewor= den war und sein Gesicht einen eigentümlich entgeistigten Ausdruck bekam. Ist Ihnen nicht wohl, Herr Doktor?" fragte er. ,, Danke! Es geht vorüber," brachte Waldow mit Anstrengung hervor.„ Der Hteb scheint doch ernsterer Natur gewesen zu sein, als ich ursprünglich annahm. Die Herren haben mich also nichts mehr zu fragen?" „ Nur noch ein paar Worte," bat Welde.„ Sagen Ste, Herr Doftor, wie groß war die Summe, die Ste vorgestern dem Agenten Grulich auszahlten?" Also auch das weiß man beretts? Es waren zwettausend Mart." " Und Ste haben sonst kein Papiergeld zu Hause?" Nein, nein! Ich schwöre Ihnen bet allem, was mir heilig ist, daß ich sonst nichts von tenem Gelde in meinem Best gehabt habe." ,, Ste geben also zu, daß die beiden Banknoten von dort stammen?" Oktober nach Berlin fährt, wird dort voraussichtlich eine Woche bleiben. Im Tode vereint. Ein erschütterndes Drama wird aus Groppendorf in der Provinz Nassau gemeldet: Der dortige Pastor Froböß, der sich wegen eines Lungenletdens in Arosa( Schwetz) aufhielt, fonnte die erhoffte Heilung nicht finden und starb dort in den Armen fet= ner verzweifelten Gattin. Als die erst 28 Jahre alte Frau mit der Leiche des Verstorbenen nach Groppenborf zurückgekehrt war, vergiftete sie sich mit Kleefalz, noch ehe der Hügel den so jung dahingerafften Gatten deckte. Jetzt hat das Ehepaar eine gemeinsame Grabstätte gefunden. Die Zehngebote für Raucher. Professor Dr. Breitung in Koburg hat in den Blättern für Volksgesundheitspflege" die Hygiene des Rauchens in zehn Gebote zusammengefaßt, die manche beherzigenswerte Winte geben. Die größte Quantität, bet welcher noch nicht Vergiftungserscheinungen auftreten, tst die tägliche Konsumierung von 25 Gramm Tabak, die etner Anzahl von fünf Bigarren mittlerer Größe entsprechen. Die Qualität des Tabaks spielt eine nicht zu unterschäßende Rolle; es ist trrtümlich, daß die einhetmischen, sogenannten leichten Sorten, unschädlich sind. Man soll niemals bet leerem Magen rauchen. Das Rauchen vor dem Frühstück ist verwerflich und ebenso nachteilig ist das Rauchen vor der Hauptmahlzeit. Auch das Rauchen spät abends, um den Schlaf zu verscheuchen, ist abzuraten. Man soll die 3igarre nicht unnötig tm Munde behalten und auch nicht bis zum äußersten Ende rauchen. Verwerflich ist die Gewohnheit, die 8t= garre zwischen den Zähnen zu kauen. Dadurch wird der obere Teil der Zigarre durchfeuchtet und die schädlichen Substanzen des Tabakblattes werden zum Teil gelöst. Die lokale Reizung der Zunge, der Schleimhaut, der Lippen und der ganzen Mundhöhle ist ebenfalls auf die Wirkung jener durch die Durchfeuchtung gelösten Substanzen zurückzuführen. Der chronische Rachenkatarrh und die Abstumpfung des Geruchssinnes, an welchem ptele Raucher leiden, ist durch die häufige Berührung des Rauches mit der Schleimhaut der Luftröhre und der le aut erffären. Raucher sollten sich daher stets einer gut gereinigten Bigarrenspize bedienen. Dte ersten Vergiftungserscheinungen machen sich in Bezug auf das Herz bemerkbar und bestehen in Beklemmungsgefühl, welches 1 bis 2 Minuten und länger dauert und nach einigen tiefen Einatmungen von selbst verschwinbet. Diese Anfälle bedeuten für den Raucher eine ernste Warnung, wenn er nicht von schweren Folgen der Vergiftung heimgesucht werden will. Der ferne Often vor dem Sturm? Im fernen Osten vollzieht sich jetzt in einem Lande, das nicht weniger als die Türket schon lange der Gegenstand liebevollster Aufmerksamkett settens der Großmächte ist, etne Revolution. Auch der gelbe Drache ist schon lange krank und um sein Lager sfehen noch mehr besorgte Aerzte als je bas Stechbett des franken Mannes am Bosporus umstanden haben. Denn außer dem alten Europa sind auch Japan und die Vereinigten Staaten an dem Schicksal Chinas lebhaft interessiert. Und wie über Europa schon lange das Damoklesschwert eines Waffenganges zwischen Dreibund und Tripolisentente schwebt, so besteht im fernen Osten die Gefahr eines blutigen Zusammenstoßes zwischen Japan und den Vereinigten Staaten. Sollte etwa, was der Umwälzung in der Türfet fitr Europa nicht gelun= gen ist, die chinesische Revolution für Ostasien zustande bringen? Es läßt sich nicht leugnen, daß durch den Aufstand in China die Gefahr eines japanisch- amerikanischen Bufammenstoßes gestiegen ist. Es unterliegt kaum einem Bweifel, daß die chinesische Revolution von Amerika aus in Szene gesetzt ist. Dr.Sunyatsen, der Führer der Revolutionäre, hat sich das für die Revolution erforderliche Kleingeld in Amerika besorgt, nachdem er zuerst mit Londoner Bantiers verhandelt hatte. Den Engländern tst das Geschäft aber diesmal entgangen, da man in Amerika im Finanzteren von Revolutionen eine gröBere Geschäftsgewandtheit befibt. Das amtliche Amerika hat natürlich mit diefer finanziellen Unterstützung des Aufstandes zunächst nichts zu tun. Die chinesische RevoIntion ist für die amerikanischen Banken ein einfaches Geschäft wie fie es alle Tage machen. Die amerikantfche Reateruna ist indessen von dem Großkapital in so hohem Maße abhängig, daß man doch annehmen kann, daß beide bet diesem Geschäft im Einvernehmen mit einander stehen. Darauf läßt fedenfalls auch die vor etntgen Tagen gemeldete plötzliche Mobilisierung der gesamten amerikanischen Flotte schließen. Diese Maßnahme richtet sich offenbar an die Adresse Japan 8. Es ist eine direkte Drohung für den Fall, daß es sich die Japaner einfallen lassen könnten, den Amerikanern durch eine Intervention in China das Geschäft zu verberben. Es fragt sich nur, ob Japan auf diesen Wink „ Das tst fa doch wohl bewtesen?" „ Sehr richtig! Fehlt nur noch die Angabe, wte Ste In den Besitz gelangten." Der Doktor machte ein verzweifeltes Gesicht. Das Geständnis schten auf seiner Zunge zu schweben, dann rief er:„ Nein, ich kann es nicht!" Und die Hände ausgestreckt faltend, fügte er in flehentlichem Ton hinzu: " Quälen Sie mich nicht! Schonen Sie mich, bitte!" Die Sache schien ihn immer mehr aufzuregen. Setn Atem ging feuchend, eine fieberhafte Röte flog über seine Wangen, dann grub er sich tief in die Kissen ein und schloß die Augen. ,, Leben Sie wohl und erholen Sie sich!" sagte der Untersuchungsrichter. Er erhielt keine Antwort. Der Physikus beugte sich über den Kranken.„ Eine Ohnmacht!" erklärte er,„ die wohl einige Zeit anhalten wird." Er gab der Wärterin noch einige Verhaltungsmaßregeln, und dann entfernten sich die Herren, nachdem Weide noch in ein kleines betsette stehendes Spind ge= guckt und die dort stehenden Stiefel des Doktors einer genauen Besichtigung unterworfen hatte. „ Die Fußspuren, die dort waren, stammten wohl nicht von ihm," sagte er beim Hinausgehen zum Unterfuchungsrichter.„ Er hat Schuhgröße Nummer 42, und es ist nicht glaublich, daß er sich dazu ausdrücklich etn Paar größere Stiefel gekauft haben sollte. Auch war bei thm zu Hause nichts von solchen zu sehen." ,, und der Gärtner Mary? Haben Ste den schon berücksichtigt?" „ Allerdings, Herr Rat! Er hat die Größe Nr. 45, und es ist ausgeschlossen, daß er diese großen Füße in fleinere Stiefel hineingezwängt. haben kann. Außer= dem konnte er sein Altbt für jene Zeit vollständig überzeugend nachweisen." „ Dann verzichte ich vielleicht überhaupt auf seine Aussage in der Voruntersuchung. Die Diakonissin mit dem Zanupfahl in der gewünschten Wetse reagleren wird. Es läßt sich annehmen, daß Japan bemitht sein wird, die durch die chinesische Revolution geschaffene Lage nach Kräften für sich auszunußen. Dabel kann es aber jeden Tag in einen scharfen Gegensatz zu Ame rifa geraten. Der Ernst der Lage wird in Japan voll erfannt. Die tapantsche Presse hält die Unruhen in China für ein Ereignis, das unerwartete Folgen für die Politik des ganzen Ostens herbeiführen könne, Nachrichten aus dem Anfstandsgebiet. Beringer Depeschen zufolge nimmt die Revolution in China einen derartigen Umfang an, daß das Schicksal der Mandschudynastie fast besiegelt ist. Man bestätigt, daß die Bewegung einen demokratisch- republikantschen Charakter trägt. Sunyatsen will sich als Präsident etner chinesischen Republik proklamieren. Die revolutionäre Regterung hat den Konsuln mitgetetlt, fte fet an die Stelle der früheren Regterung getreten. Der die republikanischen Streitkräfte befehltgende General hat den fremden Konsuln in Hankau mitgeteilt, daß seine Partet bereit fet, die Anleiheverpflich= fungen und anderen Verbindlichkeiten der chinesischen Regterung anzuerkennen. Der Telegraph befindet sich in den Händen der Revolutionäre, die chinesischen Telegramme der Zensur unterwerfen, während die Telegramme der Fremden der Zensur nicht unterliegen. Die Europäer führen ein Lagerleben. Die Regierung in Peking hat der chinesischen Presse verboten, Meldungen aus dem Aufstandsgebiet zu verbreiten. Der Verkehr der Personenzüge ist eingestellt worden, damit Truppen nach dem Süden befördert werden können. In Wutschana haben die Aufrührer aroße Kriegsvorräte und bares Silber erbeutet. Die Arsenale und Pulverfabriken arbeiten unter Aufsicht der Aufrührer. Aus Schanghai sind zwei Kreuzer und ein Kanonenboot nach Wutschang entfandt worden. Der Draht meldet heute über die revolutionäre Vewegung: Beting, 16. Oktober. Die chinesischen Banken werden gestürmt und das Geld wird nach den ausländischen Banken gebracht. Die Theater in Beking sind geschlossen. Die ganze Division der kaiserlichen Garde ist hierher zurückgekehrt. In Hankau liefert das in den Händen der Rebellen befindliche Arsenal täglich 25 000 Patronen. 140 Feldgeschüße stehen berett. Der Telegraph ist in den Händen der Aufständischen. Der heilige Krieg. Aus Benghaft wird türkischen Blättern gemeldet, daß der Scheich der Senusst bei allen Stämmen durch Sendboten den heiligen Krieg gegen Italien erkläre. Wenn sich die unter dem Einfluß der Senusst stehenden anderen Stämme in Bewegung setzen, würden über 150 000 bewaffnete Männer ins Feld ritcken können und die Lage der Italiener in einiger Entfernung von der Küste ernstlich gefährden. Für die Verteidigung von Tripolis spielen die angrenzenden Bezirke von Benghast die wichtigste Rolle, da der Scheich daselbst eine fast unangefochtene Autorität besitzt. Drahtnachrichten und Deuestes. Tödlicher Jagdunfall. Wittenberg, 16. Oktober. Als der Dekonomierat Sernau in Brehnen gestern mit seinem 18jährigen Sohne über die Felder fuhr, um auf Rebhithner zit schteßen, entlud sich infolge Schüttelns des Wagens das Gewehr und der Schuß drang dem Sohne in den Unterleib. Schwer verletzt wurde er in die elterliche Wohnung geschafft, wo er bald darauf seinen Wunden erlag. Verzweiflungstat einer Mutter. o Halle a. S., 16. Oktober. Aus Gram über den Tod ihres vor drei Wochen verstorbenen Kindes verfuchte heute nacht die Witwe Sorferer sich und ihre drei Kinder dadurch zu töten, daß sie den Gashahn öffnete. 3wet Kinder wurden tot aufgefunden, das dritte hofft man am Leben zu erhalten. Eine ganze Familie veraiftet. Breslatt, 16. Oktober. In Sosnowice tst die aus acht Personen bestehende Familie eines Kaufmanns nach dem Genuß von Nudeln unter Vergiftungserscheinungen schwer erkrankt. Das Dienstmädchen hatte versehentlich anstelle der Mehldüte eine Düte mit Zinkweiß zur Bereitung der Nudeln genommen. Folgenschweres Straßenbahnunglück. München, 16. Oftober. Gestern abend stießen in Grünewald zwei Straßenbahnwagen anscheinend infolge Versagens der Bremse zusammen. 3wet Personen wurden schwer, sechzehn andere durch Glassplitter leich= ter verlegt. Die Opfer des jüngsten Erdbebens in Italien. Rom, 16. Oktober. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen sind bei dem Erdbeben in der Provinz Catania in der Ortschaft Giarro vierzehn Perso= nen getötet worden. Ein Advokat wurde mit seiner ganzen Familie unter den Trümmern seiner eingestürz= fen Villa begraben. Die Zahl der Verletzten wird auf 40 geschäßt. Magdalene habe ich mir für heute mittag bestellt. Ich bitte Ste, sich dann in der Nähe aufzuhalten, Herr Kommissar!" Weide verbeugte sich, und die Herren verabschiedeten sich von einander. Herr von Scharffenstein fuhr nach seinem Bureau und vertiefte sich bald in seine Aften. Er war Junggeselle, sein Beruf ging ihm über alles und war zu einer förmlichen Manie bei ihm geworden. Selbst zu Hause faß er oft bis spät in die Nacht über den Gerichtspapieren und studierte. Auf seinem großen Bureautisch lag unter anderem etn Bettel, auf dem die Stunden für die Zeugenausfagen notiert waren. Um zwölf zog er seine Uhr, sah sorgfältig auf den Zettel und brummte etwas von wetb= licher Unpünktlichkeit vor sich hin, als die Tür vorsichtig aufgemacht wurde und eine weibliche Person letse hereinkam oder vielmehr hereinglitt. Sie hatte die schwarze Diakonissentracht an und blieb schüchtern an der Tür stehen. ,, Bitte sehr, meine Dame, treten Ste näher!" sagte Herr von Scharffenstein höflich und fügte mit einer einladenden Handbewegung nach einem Stuhl hinzu:„ Nehmen Sie, bitte, Plaz! Schwester Fräulein Magdalene, wenn ich nicht trre?" Ste holte das Schriftstück, durch das sie zur Zeugenaussage aufgefordert worden war, aus einer kleinen Handtasche, faltete es auseinander und sagte:„ Jawohl, mein Herr. Aber ich begreife gar nicht, was ich eigent= Itch hier soll!" „ Sie sind Schwester am Beatricenheim, nicht wahr, mein Fräulein?" fragte der Beamte lächelnd. ( Fortsetzung folgt.) Geschäfts- Empfehlung. Einem verehrlichen Publikum, speziell meiner werten Nachbarschaft zur gefl. Kenntnis, daß ich die seither von Frau Plank Ww. betriebene Metzgerei übernommen habe. Unter Zusicherung durchaus reeller Bedienung bitte ich um geneigten Zuspruch. Gichen Hochachtungsvoll Wilhelm Heilmann Ochsen und Schweine- Mehgeret. Bleichstraße 29. Meißnäh- Schule KaiserFrau E. Schott Alee 7 1. Untenicht im Zuschneiden, Maschinennähen und Anfertigen jämtl. Wäsche. Eintritt jederzeit Persil Grossh. 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