Ueberall zu haben. mn mit: chnitt!" Erspar ertigten tzliches en, wenn KinderC. selbst ngt ihr e die so eleganitte der faktur, wendet. is! VerFavoritbeilage ührliche as großFavorit60 Pf.), m( nur darbeitsbei: chulstr. 29. um Automobil smaschinen. zeugmaschb. hn., Heizung Eisenbeton. n., Apr. Jull, ektor Prof. mar. Ingenieur cha.d. Elbe Kerren Gelegenheit f., Frant andftr. 711. 前 #.+ rtikel en, Strizen Merkar in In 72. Beste [ 210/6 Heilung bestebenden ch Ihre beo- Tee, Rine richten. Ich ch behaupte, eine bessere als RinoVersicherung eus dankend, C. St. rd mit Erfolg lechten und und ist h d Mk, 2.25 rrätig; aber ckung well ubert& Co., sden. man zurück. brik er- Wilhelmassage. aus 12.9 gültigen ster bis ngen. se ohne 24/11 onen) Kreuzplatz 5. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,20 Mf., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. - Erscheint Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 185. Telephon: Nr. 362. Ein notstandsjabr. Schwere Besorgnisse verursacht zurzeit der Ausfall der diesjährigen Ernte. Die letzhin veröffentlichten Saatenstandsberichte des Kaiserl. Statistischen Amtes, sowie des Deutschen Landwirtschaftsrates stellten für Wintergetreide noch eine Mittelernte in Aussicht: die nachfolgenden Witterungsverhältnisse, besonders die andauernde tropische Size, haben indessen den Stand der Felder so nachteilig beeinflußt, das beim Gesamtertrage von einer Mittelernte kaum noch die Rede sein kann; höchstens in Flußniederungen, auf schweren Bodensorten und einigen durch Regenfall bevorzugten Landstrichen. Das Getreide ist vielfach zur Notreife gelangt und hat unter den Befall stark zu leiden gehabt, sodaß die Erdrutscherträge hinter den Erwartungen zurückbleiben werden. Jedenfalls kann schon heute mit Sicherheit behauptet werden, das der diesjährige Ernteertrag hinter dem der Vorjahre erheblich zurückbleiben wird, und zwar für alle Getreidesorten; und diese Tatsache erscheint um so bedauerlicher, als der durch die Bevölkerungsmehrung bedingte Mehrbedarf an Getreide starke Ansprüche an die Einfuhr ſtellt. Von den anderen wichtigen Getreide- Produktionsländern verheißt zurzeit lediglich Urgentinien einen guten Ernteertrag; wohl aber werden sich auch die Vereinigten Staaten von Amerika, sowie Australien an der Versorgung des deutschen Marktes beteiligen. Ueberaus ungünstig lauten- infolge Dürre die Mitteilungen von den europäischen Getreideländern, namentlich Rußland, daß nach wie vor dazu ausersehen ist, Deutschland in ansehnlichem Umfange mit Getreide zu versorgen. Nach russischen Meldungen muß man annehmen, daß in weiten Landesgebieten Rußlands Mißernten verzeichnet werden. Auch die Balkanländer dürften Ausfälle zu verzeichnen haben und nur geringfügige Mengen nach Deutschland ausführen könnnen. Wenn auch Befürchtungen etwa wegen einer Hungers not nicht am Platze sind, so kann doch mit Sicherheit darauf gerechnet werden, daß die Getreidepreise beträcht lich steigen, möglichenfalls sogar einen besorgniserregenden Hochstand annehmen werden. Fast gewinnt es den Anschein, als ob bezüglich der Preisbildung die Verhältnisse des Jahres 1891 92 wiederkehren sollten, als infolge der Dürre die Ernteausfälle gegen das Vorjahr 20; bis 35 Prozent erreicht hatten. Selbstverständlich wird die Spekulation zunächst noch die Erdruscherträge während der nächsten Wochen abwarten müssen, bevor sie die Versorgung des deutschen Getreidemarktes auf lange Fristen ernsthaft in Angriff nimmt. An dieser Stelle mag aber darauf hingewiesen werden, welchen Beschwernissen und Besorgnissen die deutsche Volksernährung ausgesetzt werden kann, wenn er nicht rechtzeitig Vorsorge getroffen wird. Gegenwärtig bewegen sich die Getreidepreise noch in angemessenen Grenzen. des Großherzoglichen Polizei Amtes der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 17. August 1911. des Volkes ernstlich gefährdet ist und daß wir mit der[ Wahrscheinlichkeit einer großen Fleischteuerung rechnen müssen. Es kann deshalb nur mit Genugtuung begrüßt werden, wenn das bayrische Ministerium des Innern öffentlich vor einem überstürzten Viehverkauf warnt und gleichzeitig gewisse Maßnahmen zu haushälterischer Verwertung der Futtervorräte empfiehlt. Das bayrische Beispiel sollte überall in Deutschland zur Nacheiferung anspornen; denn nur so können wir ohne die schwersten Verluste für Volksvermögen über den Notstand hinwegkommen! Der Ausblick in die nahe Zukunft ist deshalb, was die Preise für die wichtigsten Nahrungsmittel betrrifft, wenig erfreulich. Neben hohen Preisen für unser Brotgetreide haben wir eine Fleischteuerung zu erwarten, die vermutlich alle vorausgegangenen Teuerungsperioden in bezug auf Preishöhe übersteigen wird. Daß sie gerade in die Zeit der Reichstagswahlen fällt, dürfte den radikalen Elementen zustatten kommen. Installations- und materialmonopole bei Errichtung elektrischer Ueberlandzentralen. Von der Vereinigung elektrotechnischer Spezialfabriken wird uns zu diesem Thema folgendes geschrieben: Fast alle größeren deutschen Bundesstaaten haben Maßnahmen ergriffen, um dem Monopolunwesen bei der Errichtung elektrischer Ueberlandzentralen zu steuern. Unter anderem haben die Regierungen von Preußen, Bayern, Sachsen, Baden, Elsaß Lothringen, Württemberg, Sachsen Meiningen die Verwaltungsbehörden angewiesen, in dem mit dem Unternehmer der Ueberlandzentrale abzuschließenden Konzessionsverträgen Vorsorge gegen etwa beabsichtigte Stonzessionsverträgen Vorsorge gegen etwa beabsichtigte Installations- und Materialmonopole zu treffen. Auch Installations- und Materialmonopole zu treffen. Auch der Finanzausschuß der zweiten hessischen Kammer hat gelegentlich seiner Beratungen über die Provinz Oberheffen am 5. Mai ds. Js. seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß den Monopolbestrebungen der elektrotechnischen Großfirmen bei der Errichtung von Ueberlandzentralen mit aller Straft entgegengewirkt werden müsse. Die Großh. hessische Staatsregierung dagegen verhält sich den immer weiter um sich greifenden Monopolen der Rheinischen Schuckert: Gesellschaft gegen: über absolut untätig. ( Gickener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Seile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommit bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. August 1911. * Es herbstelt. Die Natur hat schon ihr Spät sommerkleid angezogen, das bereits mit herbstlichen Farben durchsetzt ist. Die Bäume haben schon lange nicht mehr ihren frisch grünen Schmuck, die Blätter sind gelb und fahl und hängen müde und matt an dem Geäft. Die sommerfrohen Farben in Wald und Feld haben diesmal gar schnell und frühzeitig dem herbstlichen Gelb Platz machen müssen. In der Vogelwelt merkt man am deutlichsten, daß die Sommergäste schon daran denken, sich auf die Reise nach dem wärmeren Süden zu rüsten. Dabei ist die junge Gesellschaft noch gar nicht so recht vertraut mit dem wetten Fluge, um schon unbeschadet zur Südenreise aufbrechen zu können. Tariffreiheit für Grundstüdsübertragungen. Von der im Reichsstempelgesetz vorgeschriebenen Abgabe für Grundstücksübertragungen sind nach dem Tarif befreit Ueberlassungsverträge zwischen Eltern und Kindern oder deren Abkömmlingen. Diese Befreiung gilt nach einer Endscheidung des Reichskanzlers für alle Verträge, an tinder oder deren Abkömmlingen betreffen, gleich* die die Uebertragung von Grundstücken von Eltern biel ob diese Verträge sich als vorweggenommener Erbgang darstellen oder nicht. * Zur Verhütung von Waldbränden hat das hessische Ministerium bestimmt: Das Rauchen in allen Waldungen und in deren Nähe im Umkreis von 20 Metern ist verboten, ferner ist jedes Feueranzünden außerhalb von Gebäuden im Walde und im Umkreis von 20 Metern zelnen Falle mit einer Geldstrafe von 90 Mark bestraft. berboten. Zuwiderhandlungen werden in jedem einAlle Bürgermeistereien find durch die Kreisämter ersucht worden das Polizei- und Feldschußpersonal entsprechend zu verständigen. * Die Anlage musik findet am Sonntag Vorm. 11 an dem Lindenplatz mit folgendem Programm statt: 1. Festreveille! Mit dem Choral" Nun danket alle Gott" v. J. Bolde, 2. Eriksgang u. Krönungsmarsch a. d. Op. Die Folfunger" b. Stretschmar, 3. Tscherkessischer Zapfenstreich v. W. Wachts, 4. Pariser Einmarsch 1815. * Das Ende der Hize. Da das Hochdruckgebiet sich ganz nach Nordosteuropa berlagert hat und von Süden und Westen höherer Druck fich auszubreiten beginnt, tann jetzt mit dem Ende der Trockenperiode gerechnet werden. Kühleres Wetter hat bereits am Dienstag eingesetzt. t. Alein Linden, 15. Aug. Die im Jahre 1896 gegründete Kleinkinderschule feiert am Sonntag nachmittag ihr Jahresfest. Der Posaunenchor erschonte durch einige Vorträge sowie durch Begleitung der Gesänge die Feier. 0 Großen Linden, 17. Aug. Der Kriegerverein veranstaltet Samstag abend in der Traube eine Gravelotte feier. e Friedberg, 16. Aug. Die Arbeiten an den Schloßgebäuden, die seit Anfang des Jahres zeitweise sehr rasch betrieben wurden, werden jezt langsam bol lendet. Ursprünglich sollte alles bis zum 1. Auguft fertig sein, während jetzt gar kein bestimmter Zeitpunkt ins Auge gefaßt ift. In dem Vertrage, da die linksrheinischen Gemeinden mit der Rheinischen Schuckert- Gesellschaft( R. S. G.) Anfang Februar 1910 abgeschlossen haben, war das Schwerer noch als auf dem Getreidemarkt, dürfte der N. S. G. eingeräumte Monopol auf die Lieferung von Elektromotoren wenigstens noch zu Gunsten der in Rheinhessen bestehenden Elektromotorenfabriken eingeschränkt worden. In den Verträgen, die die N. S. G. neuerdings mit Gemeinden in der Provinz Starken burg abgeschloffen hat, ist jedoch auch diese Einschränkung gefallen, sodaß das Monopol der St. S. G. in der Provinz Starkenburg für Elektromotoren ein absolutes ist, zu dem sich dann noch ein faktisches Monopol auch für Installationsmaterialien gestellt. Anstatt daß also die Hessische Regierung die Monopolbildung in den neu mit der N. S. H. zum Abschluß gelangenden Vertägen verhindert, läßt sie die Ausdehnung der Monopole zu. In wohltuendem Gegensaze hierzu steht das Verhalten = r- Albshausen, 16. Aug. Am Samstag ereigder badischen Behörden, die der N. S. G. in den Gemeinden, die neu an das ihr gehörende Elektrizitätsnete sich auf Georgshütte in Burgsolms ein bedauernswert Achern angeschlossen werden, fein Installationswerter Unfall. Der Steinabnehmer Friedrich Velten oder Materialmonopol mehr gewähren. Es ist dies gertet mit beiden Händen in die Schlackensteinpresse auf den Erlaß des Großherzoglich Badischen Ministeriums und zog sich eine schwere Verlegung zu. des Innern bcm 20. März ds. Js. zurückzuführen, der sich auf das Schärfste gegen die Gewährung von der artigen Monopolen an Privatunternehmer ausspricht. sich die Ungunst des Wetters auf dem Fleischmarkte ausprägen, denn was jetzt über den Stand der Wiesen, Futterpflanzen und Hackfrüchte berichtet wird, lautet geradezu trostlos. Die Wiesen sind ausgebrannt, ebenso die Kleefelder: die Futterpflanzen und Hackfrüchte sind nicht nur im Wuchse ganz beträchtlich zurückgeblieben, sondern haben auch unter den Schädlingen, welche sich bei fort dauender Hitze unmäßig vermehrt haben, stark gelitten. Ganz bedeutende Einbußen wird nach aller Voraussicht unsere Zuckerrübenernte zu verzeichnen haben, denn wie uns berichtet wird, sind die Rübenfelder vielfach durch Schädlinge vernichtet worden. Wenn vermutlich auch der Zuckergehalt der diesjährigen Rübenernte hoch sein wird, so kann doch nicht im mindesten damit abgerechnet werden, daß der Ausfall der Ernte durch die Qualität der Rüben auch nur im entferntesten ausgeglichen werde. Der völlig ungenügende Stand der Zuckerrübenernte hat schon jetzt eine Steigerung der Zuckerpreise um etwa 40 Prozent innerhalb weniger Wochen im Gefolge gehabt, und wenn nicht alles täuscht, haben die Zuckerpreise ihre Anfwärtsbewegung noch nicht einmal vollendet; jedenfalls berichten die Zuckerbörsen übereinstimmend von recht lebhaftem Geschäft bei steigenden Preisen. Aber weitaus bedenklicher als das Steigen der Zuckerpreise erscheint uns die Futternot, die jetzt bereits dazu geführt hat, daß die Landwirte massenhaft Mast- und sogar Nutzvieh zum Verkauf stellen. Die Berichte von den Schlachtviehmärkten lassen erkennen, daß der Viehauftrieb den Bedarf bei weitem übersteigt, andererseits verlautet, das Vieh vielfach nahezu unverkäuflich sei, namentlich Schweine. Berücksicht man dazu, daß zurzeit die Maul- und Klauenseuche stark in Deutschland verbreitet ist und erhebliche Opfer fordert, so kann man sich der Ueberzeugung nicht verschließen, daß die Fleischversorgung Hoffentlich nehmen die Hessischen Kammern bet ihrem nächsten Zusammentreten einmal Gelegenheit, die Monopolfrage im Hinblick auf die der N. S. G. gewährten Monopole gründlich zu erörtern Sie würden sich damit nicht nur den Dank der elektrotechnischen Spezialfabriken und der Elektroinstallateure, sondern vor all. m auch den der Konsumenten elektrischer Energie berdienen, die in molopol sierenden Bezirken erheblich höhere Preise für Elektromotoren bezahlen müsse als dort, wo freter Wettbewerb herrscht. Eine Gegenüberstellung der von der N. S. G. für Elektromotoren geforderten Preise mit dem im freien Wettbewerb üblichen Preisen dürfte diese allgemeine Erfahrung bestätigen. I Weilburg, 17. Aug. Der Wasserstand der Lahn ist gegenwärtig so niedrig, daß man an vielen Stellen den Fluß trockenen Fußes überschreiten kann. Eine große Wafferkalamität herrscht im Weiltal, wo faßt alle Brunnen versiegt sind; zum Viehtränken muß Wasser von weither geholt werden. Das Bett der Weil ist völlig ausgetrocknet; überall liegen tote Forellen. t Weilburg, 16. Aug. Zwischen der Berliner und der Weilburger Sternwarte wurde folgende Wette abgeschlossen: Die Berliner Sternwarte behauptete, daß am 10. August d. I. Regen einsehen würde, während die Weilburger die Behauptung entgegenseßte, daß erst am 15. Auguft die regenlüfterne Welt mit dem erquickenden Naß erfreut würde. Der launische Wettergott hat jedoch feinem Recht gegeben. Noch immer warten wir auf den langersehnten Regen. Der Straßenkampf in Liverpool. Der Arbeiterfrieg erfüllt ganz England mit Schrecken und banger Gorge. Jetzt ist auch noch die GeJahr eines großen Eisenbahnerstreits in die Nähe gerückt, da die Eisenbahnerverbände einen allgemeinen Streit für Ende dieser Woche angedroht ahben. Die Haltung der Streifenden nimmt einen äußerst gefahrorohenden Charafter an, wofür die schon telegraphisch gemeldeten Straßenfämpfe in Liverpool ein Beispiel geben. Sonntag nachmittag gegen 3 Uhr fand auf dem Plaze vor der St. Georgshalle eine große Versammlung statt, die von mehr als 50 000 Arbeitern besucht war, in der der Arbeiterführer Tom Mann seine Rede mit den Worten begann:„ Das Streiffomitee hat sich zur Polizei begeben und erklärt, daß die Ausständigen fich feine Unruhen zuschulden fommen lassen werden. Es ist nicht notwendig, daß Truppen oder berittene Boltzet in den Straßen Aufstellung nehmen. Die Bofizet hat sich unserem Wunsche geneigt gefühlt." Aus der Versammlung heraus wurden Protestrufe laut. Unter anderem hörte man: „ Wir wollen den Bürgerkrieg!" Gleich darauf fam es aus bis jetzt noch nicht aufgeklärter Ursache zu einer Rauferet. Ein Boltzist, der fich unter der Menge befand, wurde von mehreren Rowbtes angegriffen und zu Boden geschlagen. Polizeibeamte, die vereinzelt umberstanden, Itefen auf das Silfegeschret thres Kameraden herbei, um ihn aus seiner bedrängten Lage zu befreien. Es gelang ihnen, ihren Sollegen aus ber Menge herauszuhauen und nach der nächsten Ambulanzstation zu tragen, wo er schwer verlezt darniederliegt. Nun erhob sich die Menge gegen die an einzelnen Bunften aufgestellten Bolizisten, die schließlich gezwungen wurden, fich zurückzustehen. Es gelang ihnen, den Borraum des Bahnhofes zu erreichen und hinter sich die Türen zu schließen. Mehr als 6000 Rubestörer waren den Polizisten nachgeeilt und versuchten nun mit Gewalt die Tore einzuschlagen. nehmen nach am 18. August an das tatserliche Hoflager nach Wilhelmshöhe begeben, um an den alljährlich zu Ehren des Geburtstagsfestes des Kaisers Franz Josef stattfindenden Diner teilzunehmen. Es entspricht dies einem seit einer Reihe von Jahren geübten Brauche. Mit der Maroffofrage kann die Reise der Staatsmänner deshalb nicht in Verbindung gebracht werden. Eine französische Note über die MarokkoverhandInngen. Ueber die deutsch- französischen Verhandlungen hat das französische Ministerium des Aeußeren gestern mittag folgende Note ausgegeben:„ Im Verlauf einer neuen Unterhaltung, die am Montag stattfand, haben Herr Cambon und Herr von Niderlen- Wächter fortgefahren, die Unterlagen der Verhandlungen auszuarbeiten." Große Holzbäume von 4 bis 5 Meter Länge wurden gegen die Pforten gestoßen, die jedoch fräftigen Widerstand boten. Zur Unterstübung der bedrängten Bolizisten ellte ein großes Aufgebot berittener Polizei sowie die Feuerwehr herbei, die nun versuchten, die Aufständischen in die einzelnen Straßen zurückzudrängen. Die Feuerwehr gab große Mengen von Wasser mtt thren Spritzen auf die Streifenden ab, die sich daraufhin schleunigst zerstreuten. Kurze Zeit darauf drängten aber die Aufständischen in noch größerer Anzahl gegen dte Tore des Bahnhofes, ohne daß die Polizei und die Feuerwehr sie daran hindern konnten. Es gelang thnen auch, die Tore aufzusprengen, und nun entspann fich ein wütender Kampf mit den Bolizistent. Regierungen und Futternot. Im bayerischen Ministerium des Innern wurde gestern eine Futternotfonferenz abgehalten, an der Vertreter des Ministeriums des Innern, der Finanzen und des Verkehrsministeriums sowie eine Reihe von landwirtschaftlichen Vertretern teilnahmen. Man stellte fest, daß die Einfuhr ausländischen Heus überflüssig sei, dagegen müßten die Landwirte viel mehr Grünfuttermittel verwenden. Die bayerische Regierung gibt zum Ankauf derselben unverzinsliche Vorschüsse und genehmigt bedeutende Fre termäßigungen. Die Manöver sollen in diesem Savee tunlichst eingeschränkt werden. In Hessen haben die Staatsforstbehörden alle Oberförstereten angewiesen, den notleidenden Bauern aus den Wäldern Futtermittel zu geben und ihnen zu gestatten, thre Bichherden auf die öffentlichen Waldbestände zu treiben. In den beteiligten Ministerien Preußens sind ebenfalls Beratungen im Gange, wie der drohenden Futternot am besten abgeholfen werden fann. Die Beamten hatten den Befehl erhalten, mit ihren Gummifnippeln auf die Menge einzuschlagen, wovon fie auch ergiebigen Gebrauch machten und mit großem Erfolge, denn die Aufständischen scheuten sich offenbar, mit diesem Instrument in nähere Fühlung" zu treten. Es gelang ibnen, die Rubestörer in den sehr bevölkerten Stadtteil von Frlington zurückzuschlagen. Im Laufe des Gefechts wurden mehreren Poltaisten so schwere Stöße gegen den Unterleib versetzt, daß einer von ihnen an den Folgen der Verletzungen starb. Mehrere legen schwer verletzt darnteder. Der Polizeioberbeamte Bolton wurde durch Schläge mit einem Bolizeiknüppel auf den Kopf dermaßen zugerichtet, daß an seinem Auffommen geaweifelt wird. Nunmehr erschten das Militär auf der Bildfläche. Es erbielt den Befehl. auf die Aufständischen bet der geringsten Miene zu schießen. Das Militär drang in den Jrlington- Stadtteil ein. Die Häuser waren von den Streifenden verbarrikadiert worden, in den Straßen waren Barrikaden aufgerichtet, und nun entbrannte ein anßerordentlich heißer Kampf. Eine ganze Anzahl Soldaten wurde erheblich verIetzt. In der Polizeistation und den Sofpitälern haben gegen 40 Polizisten, 80 Soldaten und über 200 SintListen Aufnahme gefunden. Die Kämpfe dauerten bis Mitternacht fort. wird jetzt in gedruckten Eremplaren in den Kajernen an die Soldaten verteilt. Die Rede ist bisher schon in mehr als 140 Regimentern an die Soldaten verteilt worden. Eine japanische Militär- Studienkommission, die im Auftrage der japanischen Regierung zu militärischen Studien eine Reise durch Deutschland unternimmt, iſt gestern zur Besichtigung der Artilleriewerkstätten der Kruppschen Gußstablfabrik in Effen eingetroffen. Der Deutsche Zentralverband für Handel und Gewerbe nahm auf seiner gestern beendeten Dresdener Tagung einen Antrag gegen das Zugabeunwesen an, in dem er ein unlauteres Geschäftsgebaren erblickt, das eine Schädigung des Kaufmannsstandes und auch der Konsumenten zur Folge hat. Es ist in Gemeinschaft mit anderen interessierten Verbänden ein gesetzliches Verbot anzustreben. Der Verband ge= nehmigte Anträge, selbst energisch und möglichst mit Hilfe der Handelskammern gegen den unlauteren Wettbewerb vorzugehen, die Vorschriften in den§§ 7 und 9 dieses Gesetzes über das Ausverkaufswesen usw. zu verschärfen und endlich das öffentliche Anbieten von Waren auf Raten oder Abzahlung, wodurch der handelsübliche Kredit ungebührlich verlängert wird, als unlauteren Wettbewerb verbieten zu lassen. Gestern hatte sich die Lage in Liverpool nicht gebessert. In vielen Fällen waren die Streifunruhen von Angriffen auf Warenhäuser, Geschäftslokale und Pri vathäuser begleitet. Der Bürgermeister Sir Thomas Sughen wurde durch einen Steinwurf am Kopfe vers Tetzt. Die Ausständigen griffen gestern nachmittag einen Brotwagen an und plünderten und verwitsteten das Nathaus sowie das Polizeipräsidium. Soldaten zerstreuten die Aufrührer. Rundschau vom Cage. Polltisches. Reichskanzler von Bethmann Hollweg und Staatssekretär von Kiderlen- Wächter werden sich dem VerJugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 800 000 Mark Fehlbetrag. Bet dem Versuch, den Spar- und Kreditverein, eing. Gen. m. 6. S., in Nieder modau in Heffen zu fanieren, hat sich ein Fehlbetrag von 800 000 ergeben. Ein schanerlicher Fund wurde gestern nachmittag in einem ausgetrockneten Weiher in Ralf bet Göln gemacht. Auf dem Boden wurde die gräßlich zerstückelte Leiche einer Frauensperson fichtbar, der Kopf, Arme und Beine fehlten. Der Rumpf wies zahlreiche Messerstiche auf. Nach dem Leichenbefund zu urtetlen, dürfte die Mordtat innerhalb der letzten drei Wochen verübt worden sein. Ruchlofer Anschlag gegen Automobilisten. Bensberg in der Nähe von Göln wurden von ruchlosen Händen über die Landstraße starte Baumstämme gelegt, an denen furz darauf ein mit drei Herren und einer Dame besetztes Automobil zertrümmerte. Hg δασι wte dor er fam pri fagt Bri raft eing Der dag fitgt and Bet entb Lin alter auf ven erbi fab Bli Geb very BI mu eber tabl mul und bew als preff Hafe fom auf den deten in il dane ner" Värd folge Die Streiknunrnben in Liverpool. Eine 3000 Verfonen zählende Menge griff gestern einen von Hufareu esfortierten Gefangenenwagen an. Die Husaren gaben Feuer und verwundeten zwanzig und töteten einen Angreifer. Ein kolonialfreundlicher Sozialdemokrat. Die sozialdemokratische Partet beabsichtigt wieder einmal einen Schriftsteller aus der Partei hinauszubefördern, der nicht so will, wie sie will. Es handelt sich um den fritHeren Nationalsozialen Gerhard Hildebrand, der seinerzeit mit Maurenbrecher zur Sozialdemokratie übertrat. Hildebrand war anfänglich in Solingen Redakteur des sozialdemokratischen Parteiorgans„ Arbeiterstimme", trat dann später aus der Redaktion aus und wurde freter Schriftsteller. Insbesondere bearbeitete er das Gebiet der Kolonialpolitik, in der er im Gegensatz zur Partel, die bekanntlich grundsäßlich gegen alle Ausgaben für Kolonialzwecke stimmt, die Notwendigkeit der KoIonien für das Deutsche Reich betonte und verteidigte. In einer Sizung der erweiterten Partelleitung für den Wahlkreis Solingen wurde nun einstimmig beschlossen, bei der am nächsten Sonntag stattfindenden Kreisgeneralversammlung den Ausschluß Hildebrands aus der Bartei zu beantragen. ( Schluß.) „ Glauben Sie das Alfred?" Sehr leise und zärtlich sprach sie seinen Namen aus, eln filßes, schämtges Lächeln spielte um thren Mund. " Soll ich Ihnen etwas verraten?" fubr fie fort. Sie war ganz nahe zu ihm herangekommen und schmiegte sich an ihn. Sie waren metne Backfischliebe aber ich war oft schnippisch gegen Sie, well ich mich zu verraten fürch tete." „ Wenn ich es geahnt hätte!" rief er und wollte sie Tilfseit, sie wehrte es ihm. Tödlicher Absturz zweier Flieger. Der Flieger Badger ist gestern in Chikago mit seinem Aeroplan ab= aeftitrat. Er war sofort tot. Der Flieger Johnstone stirate bei einem Flug über den Michiganfee mit seinem Biplan an und ertrank. Der englische Spion. Das Reichsgericht hat auf Antrag des Oberreichsanwalts am Sonnabend die Voruntersuchung gegen den in Bremen verhafteten Engländer wegen Spionage zugunsten einer fremden Macht eröffnet und die Fortdauer der Untersuchungshaft wegen Fluchtverdacht und Kollusionsgefahr angeordnet. " Noch eins," sprach sie immig, was Sie mir in der schwersten Zeit meines Lebens geworden, dafftr kann ich Ihnen nie genug danken. Sie haben mein Kind gerettet und haben mir als Freund betgestanden. Ich bin fein frohes, junges Mädchen mehr, mir fehlt die Herzensfrische, Sie sind berechtigt, mehr zu verlangen, Ste hätten auf ein Wesen Anspruch, das noch keine trülben Erinnerungen hat, das im Mat des Lebens steht." " Ich aber will nur Sie, Karla, mein Lieb, mein Heißersehntes Glück!" rief Alfred, ich will Dich mit fedem Tage besser, inniger Iteben." Kleine Nachrichten. Aus den Gerichtssälen. Ein Lehrer, wie er nicht fein foll. Aus Maina wird gemeldet: Der 26jährige Lehrer Peter Mauer aus Dromersheim ist bereits zweimal wegen Ueberschreitung des Ritchtigungsrechtes bestraft. Mauer, der in Ludwigshöhe bet Oppenheim wohnt, konnte es trotzdem nicht unterlassen, fortgefeßt die Kinder auf das äraste zu schlagen. Von den Eltern öfters verwarnt, schlug er trotz alledem die Kinder immer wieder blutig; er glaubte, er könne unbegabten Kindern hierdurch Kennt nisse eintrichtern. Endlich erstattete einer der Väter in Oppenheim Anzeige. Einen siebeniährigen Knaben Vom Krankenlager des Papstes kommt folgende Meldung: Der Papst ist außer feder Gefahr. Setne Nekonvaleszenz wird langwierig sein. Seine vollstän bige Genesung ist ausgeschlossen, selbst wenn er sich genau an die Vorschriften der Aerzte halten sollte, was bet feinem eigentümlichen Wesen kaum zu erwarten ist. Verboten bleibt ihm fedenfalls fitr alle Zeiten jede ermitdende Geistesarbeit. Sie war besiegt. Ihre weichen Arme schlangen sich um den geliebten Mann und sie bot ihm die Lippen zum ersten Kuß. Sie hatte gleich ihm gedarbt, Verständnis und Glitch entbehrt, nun lag das alles wie ein böser Traum hinter ihnen, im Licht ihrer Liebe lachte die Zukunft. Es war abermals Sommer, das gastliche Strandhof vereinigte die beiden Familien der Jugendfreundinnen In seinen Mauern. Die bekannte Aaiferrede gegen den übermäßigen Gebrauch des Alkohols, die der Kaiser am 21. November vorigen Jahres an die Marinefähnriche gehalten hat, hatte er an den Ohren gepackt und mit dem Gesicht auf die Bank gestoßen, sodaß dem Kleinen die Lippen bluteten, auch schluta er ihm mit dem Stoc auf den Kopf, weil er seine Rechenaufgabe nicht gelöst hatte. Ein elfiähriges Mädchen, das eine Frage aus der Weltgeschichte nicht beantworten konnte. faßte er an den Haaren, riß ihm Locken heraus, fchluta es ins Gesicht, daß das eine Auge blau anltef. Das Kind war zwei Tage frant. Dem zwölfjährigen Sohn des Beigeordneten schlug er mit dem Stock den Kopf blutig. Einen an deren Schüler batte er an den Beinen gepackt und auf den Kopf gestellt. Dabet brauchte er die gewöhnlichsten Schimpfworte. Der Angeklagte bestritt alle diese und noch viele andere Angaben, die Kinder bätten stark übertrieben, er hätte fie nur in milder Weise" angefaßt. Das Gericht hielt aber alle diese Borgänge für erwiesen, wenn auch der Angeklagte alles in Abrede stelle. Die Kinder seten vorsätzlich mißhandelt und an der Gesundheit geschädigt worden. Der Angeklagte habe sich als Lehrer als ein durchaus fäbzorniger und haltlofer Mensch gezeigt, auf den selbst die Vorstrafen feinerlei Eindruck gemacht hätten. Von einer GeldStrafe misse Abstand genommen werden. Die Mainzer Straffammer verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von einem Monat Gefängnis. Er hat auch noch die Kosten des Verfahrens zu tragen. Rosens und ihre beiden Söhne waren gekommen, Hammers folgten der Einladung Tante Annas, Santtätsrat Alfred Grotenbach wellte mit seiner Frau bet der Mutter. Selbst Lina, die immer Tätige, hatte sich auf zwei Wochen frei gemacht und eine Stellvertreterin für die Pension gefunden; der Student Adam und der Radett Kurt saßen an der langen Tafel, die auf der von Säulen getragenen Treppe gedeckt war. Heute war der Verlobungstag und zugleich die Taufe der fletnen Auna Thekla, des Töchterchens Karlas und thres Gatten. Ihre Hochzeit hatte schon im August des vergangenen Jahres stattgefunden, gerade einen Monat nachdem sie am Herthasee ein glückliches Brautpaar geworden waren. Frau Haideck lebte jetzt im Winter in Berlin, fie schenkte ihren Kindern eine reizende Villa in der Tiergartenstraße neben ihrem eigenen schönen Helm. Noch nie war allen der trütbe Herbst und Winter so hell erschienen, trugen sie doch den Sonnenschein des Glückes in der Brust. Die beiden Jugendfreundinnen wurden ganz fung an dem Herzensbunde ihrer Kinder und fühlten sich dadurch noch fester verbunden. Grotenbachs hervorragende medizinische Let stungen brachten ihm im Mat den Titel eines Sant tätsrats ett, seine Bragis trug immer mehr ein, er wurde von den höchsten Kreisen konsulttert. „ Bist Du glücklich mein Liebling?" Vermischtes. Am Marterpfab! verbrannt. In Durant im Staate Mississippi hat die Bevölkerung an einem Neger grautfame Lunchiustiz veribt. Der Schwarze hatte sich an einer Weißen vergangen und sollte von der Polizei gerade nach dem Gefängnis geschafft werden, als eine über die Untat empörte Menschenmenge ihn den Konstablern entriß. Er wurde nach einem freten Platz geschleppt, dort an einen Pfahl gebunden und lebendigen Leibes geröstet. Mehrere Ortsbewohner mit geladenem Gewehr verhinderten die wenigen Konstabler an der Befreiung des Neaers. Der Sanitätsrat stand neben seiner Frau auf dem Hafenplatz, er legte den Arm um fie, ihr war das Herz so voll, sie antwortete nicht sogleich, sie schmiegte sich an ihn, den sie jeden Tag mehr Ilebte. " Ist die Vergangenheit ganz ausgelöscht, metne Karla? Ist das jetzt, so wie Du es geträumt, gehofft bast?" Singesperrte Sänfer. Die schwedische Regterung plant ein Gefeß, nach dem es gestattet sein soll, noto rische Alkoholifer zwangsweise au internteren. Ste bat den Entwurf der medizinischen Fakultät der Universität Lund zur Begutachtung unterbreitet, die den Vorschlag in jeder Bestehung beachtenswert findet. Die Fakultät hat aber ihrem Gutachten die Bemerkung angefütat, daß die Internierung nur unter Anwendung der größtmög" Ja, mein Alfred; Deine Liebe hat es wahrgemacht" versetzte Karla mit warmem Herzenston. Er zog sie an sich, ein beißes Gebet siteg aus seinem Herzen empor, daß Gott ihm das reine, große Glück erhalten möge, des er tief dankbar empfand. Auch Rosens und Hammers waren jetzt hinzugetreten, brei Baare, die zueinander paßten und wovon fedes in seiner Art befriedigt war." Lina," sagte Frau Grotenbach zu ihrer Aeltesten, laß mich Dir heute für all Deine Selbstlosigkeit und Liebe danken, Du bist mir mehr als eine Tochter, Du bist mir Stütze und Trost ge= worden und halfft mir die Jüngeren Geschwister eratehen." Mutter, Du weißt, daß ich oft herrschsüchtig bin, ich bin ein Mensch, der nicht viel von Gefühlsäußerungen hält, ich greife aber richtig au und beweise Euch so meine Liebe. Ich habe nicht geheiratet wie die Schwe stern, aber auch ich bin glücklich, ich verlange nichts mehr als die Familientante zu sein und bete, daß Gott Dich uns noch lange erhält, Itebe Mutter." Die sonst immer fo ruhige Stimme Linas bebte leicht, fie umarmte Frau Grotenbach herzlich. - Die beiden Jugendfreundinnen fizzen nebeneinander auf einer Bant, sie sprechen leise zusammen. „ Es wird Abend, meine gute Anna," sagte Thekla Grotenbach, unsere Saare find weiß geworden, das Alter fommt mit Riesenschritten." " Ich fürchte es nicht," versetzte Frau Haided,„ unfere Lleben sind glücklich, fann es etwas Schöneres für das Mutterhera geben? Ein stummes Dankgebet steht durch meine Seele, wenn ich Alfred und Karla sebe." „ Gott hat uns wunderbar geführt," fällt Frau Grotenbach ein, ich bin ihm vor allem für ein föstliches Gut dankbar. Weißt Du, was ich meine, Liebste?" ,, D, tch errate es!" ruft Frau Haided, es ist unsere treue Jugendfreundschaft, habe ich recht?" " Ja, meine geliebte Anna," lautet die bewegte Antwort Theklas, während sie den warmen Druck der Hand erwidert, die sie fest umfangen hält. Ende. fett nahm bafte festge for verid entne bie e mache böble Itch d die be Itch e Form diesen Woche vom auch von An ei Borip fen h Da m fonnt ren d diefe Quiet Bibich tel, u berau troffer Waffe Brobe fit, fch fung Lafter bafür Boofs adten fie eir E Die Trint gent nigfte 1) Frühli meß, n war I Egnee aus de fert we Biele che ber Derrsch bas be gebulbi au8, 81 Etabt war fa bie 16 In der befand Apptge Igidten buntles Daß ben Fret Ite vollen precher Die Ste bet gel, ber mt fre trablen bensmi tajernen schon in verteilt ble im tärischen mmt, tft ten der ich, den Neder tag von chmittag Bin ge tidelte Arme Meffer , dürfte verfibt Bet uchlofen gelegt, d einer 10 BerSufaren 1 gaben ent An Flieger lan ab= hnstone fetnem Maina ter aus rschretder in rotzdem äraste schlug tig; er Kennt öter in Knaben icht auf en bly= Kopf, 2. 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Ein vorsich tiger Ehefandidat, ein überaus forrefter Staatsbürger und zugleich für feinen Erzieherberuf entflammter Pädagoge fcheint ein Volksschullehrer in Sofia zu sein, der, wte ote" Voffische Zeitung" berichtet, dieser Tage dem dortigen Polizeipräsidium die Mitteilung machte, daß er heute mit einem 18jährigen Fräulein X. gemein= famen Haushalt beginne, bis ich ihren Charakter ge= prüft haben werde." Damit wollte er aber nicht ge= fagt haben, daß er den gemeinsamen Haushalt mit dem Prüfling aufgeben werde, sowie er sich über dessen Charafter flargeworden set; er fügte vielmehr die Versiche rung bet, daß er mit dem Fräulein eine gesetzliche Ehe eingehen werde, falls thm ihr Charakter zusagen würde! Der Polizeipräsident hatte aber für diese Art von pä= dagogisch- freier Liebe kein Verständnis, sondern verfügte furz und bündig:„ Hochzeit machen oder auseinandergehen!" Der entlarvte Krüppel. Eine des Humors nicht entbehrende Szene spielte sich in der Straße Unter den Linden in Berlin ab. Ein den Berlinern wohlbekannter alter Straßenhändler, der ein Schild auf der Brust trug, auf dem zu lesen war:" Blind, gelähmt und start nervenleidend!" und sich von einem Führer begleiten Ileẞ, erhielt von einer Dame ein Almosen. Ein Konturrent" fah dies und beschuldigte in seinemNeide den„ gelähmten Blinden" der Verstellung. Dieser vergaß darüber sein Gebrechen völlig, rannte dem Lästerer hurtig nach und verprügelte ihn aus Leibeskräften. Dabei verlor der " Blinde" seine Brille, und man konnte die Wahrneh= mung machen, daß es mit der Sehkraft des„ Blinden" ebenso gut bestellt ist wie mit seinen Nerven. Den rentablen Lindenplatz wird der aus der Rolle gefallene Stmulant nunmehr schwerlich wieder einnehmen können. Kriminalbeamte als Liebespärchen. Spanner" und Lauscher" treiben wie alljährlich abends in dem bewaldeten Teil der Berliner Hafenheide wieder ärger als je ihr Unwesen und verüben an Liebespärchen Erpreffungen. Da wegen des starten Unterholzes in der Hasenheide den gefährlichen Burschen nur schwer beizus fommen ist, verfielen zwet Rixdorfer Kriminalbeamte auf den Gedanken, in der Maste eines Liebespaares den Erpressern auf die Spur zu kommen. Sie verkletdeten sich und wandelten, eng aneinander geschmiegt, in ihrer leichten, hellen Tracht durch die Helde. G dauerte nicht lange, da tam tn langen Säßen ein„ Spanner" aus dem Gebüsch herausgesprungen, stellte das Pärchen und forderte es auf, ihm nach der Wache zu folgen. Unbeschreiblich aber war sein Gesicht, als sich fetzt die Beamten zu erkennen gaben, thn am Kragen nahmen und abführten. Auf der Wache wurde der Verhaftete als der Händler Weigelt aus der Jahnstraße festgestellt und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Eine schwache Stelle bei Turnern glaubt Profesfor Bayer in Prag gefunden zu haben. Er glaubt aus verschiedenen Beobachtungen an ertranften Turnern entnehmen zu können, daß bei verschiedenen Uebungen, bie eine starte Streckung der Bauchwand notwendig machen, die Organe, welche im oberen Teile der Bauchhöhle liegen, zu stark gedrückt werden. Es sind vornehms Itch das Gefröse und die darin liegenden Lymphdrüsen, die bet solchen Uebungen gezerrt werden und entzünd Itch erkranken, dann glaubt Bayer, daß vielleicht manche Formen von Geschwüren des Zwölffingerdarms auf diesem Wege entstanden sind. Size und Orgelspiel. Die große Size der letzten Wochen hat auch das elfäffische Dorf Boofzheim nicht vom unheil verschont, wenn es sich auch nicht um Fälle von Hizschlag oder sonstiges fchweres Unglück handelt. An einem der letzten Sonntage sollte die Orgel zum Vorspiel einsetzen. Aber was da aus den großen Pfef= fen herausfam, war nur ein jämmerliches Gequtetsche. Da man dem tebel nicht auf den Grund kommen fonnte, wurden die Sachverständigen geholt; das was ren die Mitglieder des dörflichen Gefangvereins, und diese erkannten sofort, daß die Size an den sonderbaren Qutetschtönen schuld set, dte Orgel hätte sozusagen einen Hizschlag bekommen. Sie wußten auch fofort ein Mitfel, um die ursprüngliche Reinheit der Töne wieder herzustellen. Wie man Menschen, die vom Hitzschlag be troffen sind, mit faltem Wasser behandelt, so natürlich auch Orgeln. Die Pfeifen wurden also reichlich unter Wasser gestzt und nach dem Trocknen mit einer neuen Probe begonnen. Was den Menschen gut und nützlich tst, scheint aber auf Orgeln mitunter eine andere Wirfung zu haben. Als der Künstler nach der Kur die Tasten anschlug, war zwar das Qutetschen verschwunden, dafür brummten alle Töne aber im tiefsten Baß. Die Boofzheimer geben seitdem nichts mehr auf das Gutachten von Sachverständigen, selbst dann nicht, wenn fie einem Männergesangverein angehören. Eine Wasserleitung für 10 Millionen Menschen. Die Stadt Neuyork legt gegenwärtig gewaltige neue Trinkwasserbehälter an, die nicht nur die gegenwärttgen Bedürfnisse, sondern auch alle fünftigen auf we= nigstens 30 Jahre hinaus befriedigen sollen. Neuyork 1) Wefferwolken. Roman von M. v. Buch. ( Nachdruck verboten.) 1. Kapitel. Hut hut sausten die Stürme über das Land. Frühlingsstürme waren es, denn der Tag Mariä Lichtmeß, nach dem bekanntlich kein Fuchs dem Eisen traut, war längst vorüber. Zwar lag die Landschaft noch im Schnee begraben, aber das war nicht mehr der Schnee, aus dem feder Sonnenstrahl tausend schimmernde Funtent weďte. Dieser brettete sich als etne zähe Masse über Wiese und Feld. König Winter lag im Sterben; aber ehe der alte Gebteter nicht tot ist, durfte der junge seine Herrschaft nicht antreten. Das ist uralt heiliges Gesetz, bas befolgt werden mußte. Aber König Lenz war ungeduldig, darum schickte er seine Boten, die Stürme, aus, zu erkunden, ob seine Bett nicht bald gekommen set. Blauschwarz brettete sich der Himmel über der Stadt Wien. In den Straßen lag etn fahles Licht, es war fast, als set es noch nicht Tag geworden, obgleich bte Uhr am Stephansturme die zehnte Stunde angab. In der tatserlichen Hofburg in threm Ankleidezimmer befand sich die Kaiferin Marta Theresia, eine reise und Apptge Frauengestalt, dte soeben den Händen ihrer ge= schichten Kammerfrau entschlüpft war. Ste trug etit dunkles, mit weißem Schwan verbrämtes Samtkleid, das den schönen weißen Hals und einen Tell der Büste fret Iteß. Das leichtgewellte Haaar war zu einer kunſtpollen Frisur aufgebaut und der Sitte der Bett entprechend gepudert. Die Fürstin schten mit ihrem Aussehen zufrieden. Ste betrachtete sich in dem großen venezianischen Spte= gel, der liber threm reichvergoldeten Toilettentische hing, mtt freundlichen Augen. Ja, te länger sie schaute, te ftrahlender wurden ihre Blicke, und ein reizendes, lieBenswürdiges Lächeln umspielte den vollen Mund, der zählt heute über 4 700 000 Einwohner und wächst fähr lich um 3 Prozent. Die gegenwärtigen Arbeiten sichern der Stadt eine Wafferzufuhr, die für mehr als 10 Min. Menschen ausreicht. Die Anlagen kommen über 6% Millionen Mart; es sind beinahe 3000 Arbeiter und mehr als 1700 Beamte daran beschäftigt. Es werden die Gewässer der Catskill- Berge, die etwa 100 Kilometer von Neuyork entfernt sind, dorthin geleitet. Vier Ric senbassins werden von nun an der Wasserversorgung der amerikanischen Hauptstadt dienen. Diese vier Bef fen werden durch gewaltige Aquädukte mit der Stadt verbunden. Das größte der Becken, das seit 1907 im Bau ist und im nächsten Jahre vollendet sein wird, faßt 590 Millionen Kubikmeter Wasser; der zu ihm ge= hörige Aquädukt erhält eine Länge von 176 Kilometern. Krankheit nnd Jahreszeit. Obwohl der Einfluß der Jahreszeit auf das Entstehen von Krankheiten wohl nie geleugnet worden ist, so interesstert es doch, aus einer umfangreichen Statistit im Archiv für soziale Hygiene genaueres über die Verteilung einzelner Krankheiten auf die verschiedenen Monate zu erfahren. Diph= therte, Rotlauf, eitrige Entzündungen und Halsentzün dungen sind ausgesprochene Winterkrankheiten, wohl Infolge Kälte und Feuchtigkeit, schlechterer Hautpflege und mangelhafter Hygiene. Rheumatismus ist dagegen merkwürdigerweise feine ausgesprochene Winterfrankheit; die meisten Erkrankungen fallen in das Frühjahr, die wenigsten in den Herbst. Ebenso verhält es sich mit dem Podagra. Der Sack- Hut. Nachdem die Damen schon so ziemlich alles auf dem Kopf getragen haben, was sonst am wenigsten dorthin gehört, Kochtöpfe, Lampenschirme, Kinderwiegen und homerische Schilde, tommt im näch= sten Herbst noch etwas besseres dran. In England hat man den Sack- Hut erfunden. Er sieht so aus wie eine über den Kopf gestitipte„ Gretchentasche", wie man sie bis jest an langen Schnüren über den Arm trug. Diefer Hut enthält aber tatsächlich mehrere verborgene Ta= schen, worin feine Trägerin ihr Portemonnate, Puderbüchschen, Taschentuch, Spiegel und andere wichtige Kleinigkeiten aufbewahren kann. Der Klub der„ Totenbrüder". Vier junge Leute in Berlin im Alter von 18 bis 21 Jahren begründeten fürzlich in feierlicher Weise den Klub der Totenbritder. Auf ihr Panier schrieben sie: Pünktlichkeit, unbedingte Verschwiegenheit und Ehrlichkeit unter sich. Falls ein Präsident gewählt werden sollte, sei ihm blinder Gehorfam zu leisten. Zu ihrer Spezialität erwählten sie Geldschrankeinbrüche. Da sie aber beretts bet dem ersten Versuch ein klägliches Fiasto machten, wählten sie als neues Arbeitsfeld Erpressungen, die ihnen bequemer zu sein schtenen. Es war ihnen zu Ohren gekommen, daß ein Berliner Kaufmann mit der Filialvorsteherin eines Konfektionsgeschäftes ein Verhältnis unterhielt. Sie schrieben an die junge Dame, verlangten Geld und drohten, wie üblich, mit dem Revolver. Die Empfängerin der Briefe war aber nicht so ängstlich und benachrichtigte die Poltzet, der es auch bald gelang, das vierblättrige leeblatt hinter Schloß und Riegel zu bringen. Alle geleisteten Gidschmitre sind nunmehr vergesfen, und einer beschuldigt den anderen der Anstiftung und sucht sich möglichst rein zu waschen. Vorbildliche Veteranenfürsorge am Vionville- Tage. Am Tage der 41. Wiederkehr der Schlacht von Vionville ist das Infanterieregiment von Alvensleben( 6. Brandenburgisches) Nr. 52 in die hocherfreuliche Lage versezt worden, an 10 würdige und bedürftige Veteranen aus dem großen Kriege Ehrenspenden in Höhe von je 150 Mark fabersenden zu können. Die Mittel hierzu sind in hochherziger Weise von der betagten Mutter eines Regimentskameraden zur Verfügung gestellt worden, der tm rtege 1870/71 in den Rethen des Regiments als Fähnrich tapfer fämpfend sich das Eiserne Kreuz erwarb und fürzlich als General verstorben tst. Bekanntlich ist dem Infanterieregiment 52 als Ehrenname der feines Hervorragenden kommandierenden Generals aus der großen Bett verstehen worden, weil es am größten Ehrentage des märkischen Armeekorps, bet Vionville, wo es die blutigsten Opfer gebracht( Gefamt= verlust an Toten und Verwundeten 52 Offiziere und 1200 Mann), mtt hervorragender Hingebung gefochten hat, Von den zehn in Frage kommenden Veteranen find dret im Besitz der 2. Klasse und einer im Besitz der an Nichtofftztere überaus selten verliehenen 1. Klasse des Eisernen Kreuzes. Edison als Prophet. Der berühmte amerikanische Erfinder weilt gegenwärtig in Europa und wird demnächst, wie schon gemelbet, auch Berlin besuchen, das er seit 1884 nicht mehr gesehen hat. Viel hat die Welt dem Amerikaner zu verdanken und wie es scheint, arbettet sein rastloser Geist fortgesetzt an neuen Erfindungen, die der Zukunft ungeahnte Perspektiven eröffnen. Einen Blick in diese das Charakteristische der Habsburger, die stark ent= wickelte Unterlippe, zeigte. " Es ist gut," sagte sie zu der Kammerfrau, die einige Schritte von ihrer kaiserlichen Herrin stand.„ Nun das letzte," und damit schleuderte sie die roten Saffianpantoffelchen von den mit weißsetdenen Strümpfen umspannten Füßchen.„ 8teh mtr dte Schuhe an." Die Kammerfrau gehorchte schwelgend. Die hohen Stöckelschuhe wurden der Kaiserin angezogen.„ EndItch, Mirzi," plauderte die lebensfrohe Fürstin, endItch, lang genug hast mich drangfaltert. Wie glücklich könnte doch unseretner sein, wenn ihm die Mühe des Toilettemachens erspart bliebe! Und Du, schlechte Seele, fannst mir in dieser Beziehung nimmer genug tun. Immer schöner willst Du mich haben. Schäm Dich was! Eine alte Frau, wie ich bin!" Das lezte kam lächelnd heraus. Die Kaiserin wollte alles andere fetn, und war es auch in der Tat, denn eine alte Frau. „ Schon gut," meinte ste, als die Dienerin, leicht vernetnend, den Kopf schüttelte und vorwurfsvoll zu threr schönen Herrin auffah, schon gut, ich weiß ja, wie Du es meinst." Die Kammerfrau sagte nichts. Ste war ein schweigfames Wesen, und diese thre Eigenschaft machte sie der Katserin besonders wertvoll. Mirzl wußte, daß sie zwet Ohren und einen Mund besaß, daß sie also mehr hören als sagen sollte, und das war eine Kenntnis, deren Befolgung für jeden Menschen und besonders für den, der an Fürstenhöfen weilt, wertvoll ist. Mirzl hörte vieles und konnte darüber schweigen. Am Hofe gab es freilich manch einen, dem die schweigfame Kammerfrau gefährlich schten; allein niemand wagte, sie auf unsicheren Verdacht hin anzuklagen, denn das Vertrauen, das ste bet der Kaisertn genoß, schten nicht zu erschüttern. Während Miral die filberne Schnalle am Schuh Geisteswerkstatt hat ein Mitarbeiter des„ Cosmopolitan Magazin" geworfen, der die aus Edisons Munde em pfangenen Prophezeiungen in seiner Beitschrift veröf fentlicht. Danach ist der Erfinder fest davon überzeugt, daß der lugapparat das Hauptsächlichste, wenn nicht einzige Verkehrsmittel der zukünftigen Genera Hon sein wird. Aber die Aviatiker werden nur dann mit einiger Sicherheit 160 Kilometer in der Stunde zu ritcklegen können, wenn die Konstrukteure ihrer Appa rate vor allen Dingen den Mechanismus gewisser t sektenflügel anwenden und nicht mehr nuplos Zeit verschwenden werden, den Vogelflug nachzuahmen. Nur von den Hautflüglern und vor allen den Hummeln kön nen die Menschen lernen, schnell und sicher zu fliegen. Edison glaubt ferner, daß das 20. Jahrhundert das Zettalter der Metalle sein wird. In einigen Jahren werde man Gold zum Preise von 100 Mark(!) fitr die Tonne fabrizieren können. Stahl werde nur zur Herstellung von Möbeln verwandt und die Häuser witrden nur aus Beton konstruiert werden. Das Papter werde durch feingewalzte Nickelblätter ersetzt werden. Dieses Metall kann so präpariert werden, daß es Drufs ferschwärze annimmt. Ein Buch aus Nickelpapler, zwel Daumen dick, wird 40 000 Seiten haben und nicht mehr als ein Pfund wiegen. Ich traue mir zu," fügte Edis fon hinzu, ein Pfund dieser Nickelblätter für fituf Mark zu fabrizieren." Großes Vertrauen hat der berühmte Erfinder zur Vervollkommnung und Ausgestaltung unserer Maschinen. Bis jetzt", sagt er," baben die Maschi nen nur zur Vorbereitung des Materials gedient, und erst die menschliche Hand hat die Vollendung der Fabrifate bewerkstelligen können. Das wird in der Zut funft anders sein. An einem Ende der Maschine wird man den Stoff, 3wirn, Knöpfe 2c. Hineinwerfen und am anderen Ende ein vollständiges, verpacktes und verfaufsbereites Kleid herausnehmen können. In den Buchdruckereien werden nicht nur, wie es jetzt geschieht, einzelne Bogen, sondern fertige und gebundene Butcher die Bresse verlassen." Man kann es ruhig dahingestellt sein laffen, ob diese Erfindungen im Laufe unserer technischen Entwicklung verwirklicht werden können. Wenn aber Edison, hinzufügt, daß der Krieg in fitnfzig Jahren nur eine böse Erinnerung und die Armut vollständig verschwunden sein werde, so ist ein wenig Sfeptizismus wohl erlaubt. Das sind Probleme, deren Lösung nicht von der fortschreitenden Entwicklung der Technik zu erwarten ist. Drabtuachrichten und Deuestes. Prinz Heinrich XVIII. von Neuß einem Schlaganfall erlegen. Witzburg, 16. August. Prinz Heinrich XVIII. Reuß 1. Linte wurde gestern abend im Eisenbahnabteil zwischen Schweinfurt und Würzburg vom Schlage getroffen und war fofort tot. Eine Tatarennachricht der ausländischen Presse. Berlin, 16. August. In der ausländischen Presse ist die Nachricht verbreitet, das Kanonenboot Panther" Itege in Blissingen fest, weil die Hälfte der Mannschaft defertiert ist. Die Nachricht ist absolut falsch. Es ist fein Mann deserttert. Die Kolonne Frankenberg nicht niedergemezelt. Saptadt, 16. Auguft. Aus Livingstone wird gemeldet: Ein besonderer Eilbote ist in Sefhefe eingetroffen mit der Nachricht, daß der Distriktschef Frankenberg und die Eingeborenenkolonne, deren Niedermegelung am 19. Juni gemeldet wurde, wohlauf sind und nach Schuckmannsberg zurückkehrten. Geheimnisvolle Diebstahlsaffäre. 6 Berlin, 16. August. Eine Diebstahlsaffäre im preußischen Finanzministerium beschäftigt seit gestern nachmittag die Kriminalpolizet. Gegen 1 Uhr nachmittags wurde im Finanzministerium durch den Kastellan und den Silverdiener in der Nähe der Silberfammer ett fremder Mann angehalten, der sich durch fein Benehmen verdächtig gemacht hatte. Bur Rede gestellt, gab der Mann an, ein Angestellter der Firma Israel zu sein. Er set geschickt, um Rücksprache wegen eines Teppichs zu nehmen. Der Kastellan glaubte ihm und ließ ihn gehen, worauf sich der Mann entfernte. Erst später entdeckte man, daß man offenbar einen Dieb hatte laufen lassen. Es stellte sich heraus, daß das Türschloß zur Silberfammer erbrochen war. Außerdem meldete sich ein Dienstmädchen, dem aus seinem verschlossenen Spind 120 Mart gestohlen worden waren. Das Spind war gleichfalls gewaltsam geöffnet worden. Aus der Silberfämmer ist nichts entwendet. Bisher hat man noch keinen Anhaltspunkt von dem Diebe. Feuer auf dem Truppenfibungsplatz Elfenborn. Trier, 16. August. Auf dem Truppenübungsplatz Elsenborn ist gesternt die Heide in Brand geraten. Um das gewaltige Feuer zu unterdrücken, wurden von Trier 300 Mann sowie eine Kompante des Infanterieregiments Nr. 69 in Elsenborn nach dem Uebungsplatz gesandt. schloß, blickte die Fürstin auf das leichtgeneigte Haupt. Etwas in der Haltung der Frau fiel ihr auf. Diese hatte etwas Mattes und Müdes, ja es schien fast, als set ste über Nacht alt geworden. Was war das? Mirzl Iniete noch immer vor ihrer Herrin. Maria Theresia sah, was sie vorher wahrscheinlich übersehen hatte, deren rotgemeinte Augenlider. „ Miral, was ist Dtr, was ist geschehen, Du hast ge= weint?" fragte sie erschreckt. Miral schlittelte den Kopf. „ Halten zu Gnaden, Majestät, ein bißchen Kopfweh." Die Kaiserin lächelte glitig. „ Nun, Mirzl, das Kopfweh ist immer Entschuldtgung, auch wenn das Herz weh tut. Ich kenne das. Hab' Vertrauen, sag mir, was Dich quält. Und vor allem sag, kann ich Dir helfen?" ,, Majestät sind sehr gütig Die Kaiserin, die leicht ungeduldig werden konnte, stampfte mit dem Fuß. Ob ich Dir helfen kann, sollst mir sagen." Mirzl schüttelte den Kopf. „ Nein, Majestät." " Geh, Du bist langweilig mit Deinem„ Nein, Majestät!" Wenn ich nur wüßte, was Dir fehlt. И Endlich kam es heraus, stockend und zagend. ,, Mein Sohn macht mtr Sorge," gestand Mirzl, ,, tch gräme mich halt um den Franzl." " Nun, nun," tröstete die Fürstin, mit den jungen Leuten muß man Geduld haben. Jugend hat keine Tugend. Ist er in Stebesaffären verwickelt? Was hat der Schlingel denn Böses angerichtet?" Böses grad nit, er sagt sogar, daß ihm Gutes geschehen ist. Er geht nach Dresden, wo er durch Vermittlung seines jebigen Herrn, des Grafen Kaunis, etne Stelle bet etnem vornehmen Herrn angenommen hat." ( Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Rohrberlegungsarbeiten wird der Schiffenbergerweg zwischen Licher u. Steplerstraße vom 16. I. Mts. an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerks- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 14. August 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Die unterm 21. Juni 1911 angeordnete Sperre der Goethestraße zwischen Südanlage und Wieseck brücke wird hiermit aufgehoben. 281 Gießen, den 15. August 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Hamburg Amerika Linie Diretter deutscher Post. und Schnell dampferdienst. Personen- Beförderung nach allen Weltteilen bornehmlich auf den Linien Hamburg Newyork Hamburg Philadelphia Hamburg- Argentinien Hamburg- Brafilien Hamburg- Ganada Hamburg- Guba Samburg- Merito Omburg- Afrita Samburg- England Hamburg- Frankreich Bergnügungs- und Erholungsreifen zur See: Meifen um die Welt; Crientfabrten; Wittelmeer. fahrten; Bestindienfahrten; Südamevifafahrten; Worblandfabeten nach Dcontheim. nach Relaub, nach bem Norblap und nach Epigvergen; Rilfahrten. Profpefte gratis und iranto.. Hamburg- Amerika Linie, Abteilung Bersonenverkehr, Hamburg. 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