ei cu 10 11, IX. 6433 Nr. 6435. Imlegekragen und vorn pattenartig enteil greift. De lenschluß, wo di 1. Die Seide da der Jacke ist da Rock in 96, 100, dour bestehen hie elieufticherei aus Der Pompadour i toniert. Unterlegi ar und billig ist Pf. erhältlich. und schlanke Ev itt gearbeitet, da ift auch für die Diente heller Woll vodurch das lang 48, 50 cm halba egen besonders fü geführt und zwa lermel zeigt durd tritt. Der gleidh leichte Stoffe, wi mmen. 3ur Bluf Pf. erhältlich. Deifer Musselin mil erten Kanten dient leides. Die Kanten d unteren Rand des laufenden Kimono Dem unteren Rand feefaltenvolant an 0, 52, 54, 56 cm zer Doile Ninon und ie elegante Vorlage ist. Die Bändchen. sschnitt, an den fich es Aermelbündchen. El auch aus Stoff ge zum Spikenteil, Sie t ein ausführlicher, zur Bluse ist in 44, f. zu beziehen. 2.6444 ung" Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Mittags 3 Uhr. - Erscheint Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter ... Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 165. Telephon: Nr. 362. Die„ Kulturarbeit“ sozialdemokratischer Bildungsausschüsse". - der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amfes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. In einem Dortmunder Verlage ist in sozialdemokratischem Auftrage eine Sammlung„ Gedichte" von Dr. R. Franz unter dem geistreichen Titel erschienen:„ Abrech= nung, politische Versfußtritte". Um den Geist, der in der neuen„ Kulturpartei" herrscht, zu kennzeichnen, seien einige Proben weitergegeben:" Sätt' einer wenigstens die Schnauze- Und sagt es frei: Macht geht vor Recht! Doch dies Gegirre und Gegauze Pfui, Kerls! Wird euch denn gar nicht schlecht.? Wie nur die edlen Mägen trotzen- So ekelhaftem Redebrei! Normale Menschen müssen k...., So würde ihnen schlecht dabei." Gegen die, welche sich bei Streifexzessen und Straßenunruhen des„ Lumpenproletariats" der ihre Pflicht erfüllenden Schutzmannschaft angenommen und ihren Dienst verteidigt haben, donnert folgendes wohlriechende poetische Erzeugnis:„ Hast Du den Patron, Der da lumpig lockgespitzelt Für den k. Achtgroschenlohn- An der Nase rum gefizelt, Haust Du dem zivilen Schuft Gar eins in die Spizzelfresse, Ach dann schreien die Vetteln: Luft!- Polizei, wenn sie doch schösse! Roheit! Rote Hezzerei! Hört man es verzweifelt meckern, Und die ganze Volkspartei- Sieht man in die Hose kleckern." - - - - - - - - - - Zum Schluß noch das„ schöne" Gedicht„ Deutscher Rat" gegen die Kriegerveretne:„ Und wenn die Zeit erfüllet ward,.. Wirst kriegerisch Du eingescharrt Es freu'n sich Kameraden- Und treue deutsche Maden. O, welche Lust( tritt bei uns ein!) - Ge= wesener Soldat zu sein.... Tod Euch, ihr roten Riecher, Hoch der Verein der Krieger!" Die sozialdemokratische Parteileitung pflegt derartige Schmutzproduktionen heruntergekommener Genossen gern von sich abzuschütteln. Doch geht das auch in diesem Falle nicht an. Denn die hier auszugsweise vorgetragene Kaschemmenpoesie hat direkt parteioffiziellen Charafter: Die„ politischen Versfußtritte" sind nämlich von der Zentralfommission der sozialdemo= fratischen Bildungsausschüsse von Rhein land und Westfalen in Auftrag gegeben, weil es bei festlichen Veranstaltungen der Arbeiterschaft an geeignetem Vortragsmaterial auf dem Gebiete politisch- sozialer Satire bisher fast völlig fehlt." Nun, man kann den um die„ Bildung" der Arbeiterschaft bemühten verantwortlichen Parteikreisen der Sozialdemokratie zu dieser Selbstkennzeichnung nur gratulieren. Wer zu dem traurigen Los bestimmt ist, der„ Kulturpartei" bei Gelegenheit entgegenzutreten, versäume nicht, die„ Politischen Versfußtritte" des Herrn Dr. Franz jederzeit zur Hand zu haben! an= Das Arbeitsverhältnis der Eisenbahner. Der Reichstag hat bekanntlich eine Resolution genommen, in der die Eisenbahnverwaltung ersucht wird, Arbeitern, die länger als 10 Jahre in ihrem Dienste stehen, ein gesichertes Arbeitsverhältnis zuzubilligen. Diese Resolution wurde angenommen, nachdem sich herausgestellt hat, daß die weitergehenden Wünsche der Eisenbahnarbeiter und Handwerker auf Verleihung der Beamteneigenschaft unerfüllbar sind. Es ist nunmehr zunächst für die preußischen Staatseisenbahnen in Aussicht genommen, ein gesichertes Arbeits= verhältnis nach 10jähriger einwandfreier Dienstzeit durchzuführen. Dies wird in der Form geschehen, daß nach Ablauf eines bestimmten Zeitraumes der Arbeiter nur entlassen werden darf, wenn die Eisenbahndirektion seine Entlassung bestätigt. Gegenwärtig kann jeder Arbeiter, der von seinem Amt entlassen wird, Beschwerde bei der Direktion gegen die Entlassung einlegen. Diese Beschwerdeinstanz soll beibehalten werden, und es soll die Entlassung nur ausgesprochen werden dürfen, wenn ein Arbeiter die ihm obliegenden Pflichten gröblich vernachlässigt hat, oder wenn er nicht mehr arbeitsfähig ist. In letzterem Falle treten dann die geletzlichen und außergesetzlichen Wohlfahrtseinrichtungen ein. Durch die Erhöhung der Leistungen der Pensionskasse für die Arbeiter der preußischen Staatseisenbahnverwaltung sind die Arbeiter in ihren Pensionsbezügen denen der Beamten nahezu gleichgestellt. Reichstagswahlvorbereitungen. Verschiedene Berliner Blätter hatten die Nachricht gebracht, daß Freiherr von Hey! zu Herrns= heim sich vom politischen Leben zurückziehen und nicht ( Haus Brüder Schmidt.) Montag, den 17. Juli 1911. mehr kandidieren wolle. Die„ Tägl. Rundschau" erhält nun jetzt vom Freiherrn von Heyl ein Telegramm, daß diese Mitteilung völlig unzutreffend sei. Der als sein Nachfolger genannte Dr. Stephan kandidiere lediglich für den hessischen Landtag. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 17. Jult. von * Ordensverleihung. Der König Preußen hat dem Generalmajor 3. D. v. Dertzen, bisherigem Kommandeur der 25. Kavalleriebrigade( Gr. Hessischen), den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub verliehen. Flugtag. Dem Sportverein 1900 ist es gelungen, den Gradpiloten Kahnt aus Leipzig für den nächsten Sonntag, 23. Juli, zu gewinnen. Die Flüge finden auf dem Trieb in der Nähe der Kaserne statt. Es * Für Jath o. Unter der evangelischen Geistlichkeit Hessens beabsichtigt man, Protest gegen die Absetzung Jathos zu erheben. Gegenwärtig zirkuliert eine Rundgebung, die schon zahlreiche Unterschristen angesehener Geistlichen trägt. In diesem Protest heißt es u. a.: Wir bedauern die gänzliche Verständntslosigkeit, die das Spruchkollegium gegenüber dem Versuch Jathos, Menschen unserer Zeit zu predigen, bewiesen hat. sind nicht die schwächsten, nicht die Ungläubigen, die neue Worte für das alte Evangelium suchen. Gegen diesen Versuch zu dekretieren, daß innerhalb der evangelischen Kirche nur die herkömmliche Weise gelten dürfe, und daß Gott ihr keine Prediger erwecken darf, die neue Wege suchen, erheben wir den allerschärfsten Protest, denn er ist Gottlosigkeit. Wir sind erschrocken, daß man wagt, einer Gemeinde den Seelsorger zu nehmen, den sie liebt und verehrt. Als Diener unserer evangelischen Kirche wehren wir uns gegen das Beschreiten dieses Weges und hoffen auf den Tag, da Jatho kraft des höheren Rechtes des Glaubens in das Amt der evangelischen Kirche zurückgerufen wird, das ihm nach einem von menschlicher Kurzsichtigkeit und Unglauben diffierten Rechte genommen wurde. * 50. Jubiläums Wander- Versammlung des Oberhess. Bienenzüchterver= eins. Die gestern Vormittag vom Ehrenvorsitzenden, Provinzialdirektor Dr. Usinger eröffnete Ausste I I ung im großen Saale der Liebigshöhe, gibt ein flares Bild über alle Zweige der Imkerei. An den Wänden entlang und durch die Mitte des Saales stehen in schöner Anordnung zwischen Blumen und frischem Grün die Erzeugnisse der Bienenzucht: Honig, Wachs und Waben. Vor der Bühne ist von Gießener Züchtern eine Felsgrotte errichtet, auf der die Hauptfeinde der Biene dargestellt sind. Vor dieser breitet sich eine sorgBiene dargestellt sind. Vor dieser breitet sich eine sorgzahl= fältig ausgewählte Bienenweide aus, die von reichen Jmfern aus allen Teilen Oberhessens zusammengestellt ist. Verschiedene Zweigvereine haben ihre Erzeugnisse in besonderen Pavillons geschmackvoll zusammengestellt. Draußen im Freien befinden sich die Bienenvölker in Körben und Häusern der verschieden sten Systeme. Hier ist auch die Geräteausstellung, in der sämtliche in der Bienenzucht nötigen Geräte Werkzeuge, Stöde, Rörbe, Schleudermaschinen zu sehen sind. Auch im Freien haben Gießener Jmker recht nette Ausstellungsgruppen hergestellt. Da steht eine Königinzuchtstation in Gestalt eines Bienendorfes mit Kirche, Mühle und dergl. Ein großer moderner Damenhut hat einen Schwarm Bienen aufgenommen. Zwei Wegweiser zeigen dem Besucher den Weg nach der Honig mühle und nach dem Bienendorf. Schön geschmückt ist außer dem Eingang der große Ausstellungssaal, der den edlen Bienenhonig in allen möglichen Farben und von den verschiedensten Blüten darbietet. Ein Besuch der interessanten Ausstellung ist sehr zu empfehlen. und * Gewerbliche Revisionen im 2. Quartal 1911. Jn den Monaten April, Mai und Juni wurden in Gießen revidiert: 1. Die Geschäftsbücher der Güterhändler; 2. Pfandleiher und Trödler; 3. Obst- u. Backwarenverkauf auf Privatplätzen an Sonntagen nach Ladenschluß; 4. Die Mineralwasserfabriken inbezug auf Einrichtung und Beschaffenheit der Gerätschaften; 5. Verfauf von bleihaltigen Haarfärbemitteln bei Gewerbetreibenden; 6. Die Steinhauereien und Steinbrüche inbezug auf Einrichtung und den Betrieb; 7. Die Gräbereien u. Steinbrüche( in einem Falle wurde wegen Uebertretung des§ 27 der Verordnung Anzeige erhoben); 8. Gummiwarenfabriken; 9. Die Petroleumtankwagen und ver| ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Bahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. schiedene Petroleumlager; 10. Bierhändler bezüglich der Führung von Biere unter dem Namen„ Malzbier"; 11. Die Unterkunftsräume und Aborte auf Baustellen; 12. Dampskesselanlage der Molkerei wegen Aufstellung eines neuen Kessels an Stelle des alten; 13. Sitzgelegenheit für Bedienstete in den offenen Verkaufsstellen; 14. Die Bandagisten inbezug auf Anfertigung von Präservativs; 15. Die Carbidlager bei den Gewerbetreibenden; 16. Lagerung und Aufbewahrung von giftartigen Farben bei den Gewerbetreibenden; 17. Die Bäckereien und damit verbundene Konditoreien auf Grund der Bundes= ratsverordnung; 18. Verschiedene Benzin- und Benzollager; 19. Die Warenhäuser inbezug auf Feuersicherheit; 20. Verschiedene Dampskesselanlagen; 21. Die Badsteinbrennereien inbezug auf Einrichtung und Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen; 22. Die Borstenzurichtereien bezüglich Desinfektion ausländischer Borsten und Jmpfung ausländischer Arbeiter; 23. Die Kleider und Wäschekonfektionen, sowie Putzmachereien; 24. Die Fruchteishändler inbezug auf Reinlichkeit der Geräte und des Materials; 25. Weißgerbereien; 26. Häute und Fellager; 27. Die Barbier- und Friseurgeschäfte; 28. Biographen und Kinematographen; 29. Babeanstalten inbezug auf Beschäftigung von Personal an Sonntagen; 30. 126 Werkstätten des Handwerks mit Motorbetrieb, in denen jugendliche Arbeiter und Arbeiwirtschaften bezüglich Beschäftigung des fremden Perterinnen beschäftigt werden; 31. Die Gast- und Schanksonals, Einhaltung und Eintrag der Ruhezeiten in das zu führende Buch; 32. Dampfmolkerei inbezug auf Beschäftigung von Arbeiterinnen; 33. 55 Metzgereien; 34. Die hiesigen und auswärtigen Bäcker und Brothändler auf Gewicht des Brotes und auf Namenszeichen; 35. 193 Milchhändler auf spezifisches Gewicht der Milch, Reinlichkeit der Gefäße und Wagen; 36. Außerdem wurden 69 Nahrungs- und Genußmittelproben erhoben, darunter 46 Milchproben, und dem chemischen Untersuchungsamt übergeben. Bei zwei Milchproben wurde Wasserzusaiz festgestellt und Anzeige gegen die Beschuldigten wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz erhoben. In einem Falle entsprach die Milch nicht den Bestimmungen der Milchverkaufsordnung inbezug auf Fettgehalt. )=( Schotten, 17. Juli. Ein sonderbarer Kauz ist ein hiesiger Obstbaumbesizer. Derselbe besitzt einen prachtvollen Baum Kirschen, die er nicht pflücken will. Ein anderer Mann bot ihm 15 Mark für die Früchte des Baumes, doch wollte er sie lieber zukommen lassen. Er ist ein sehr frommer Mann und hegt die Ansicht, daß man diese Gottesgabe nicht so vom Baum nehmen dürfe, um sie Menschen zuzuführen. Bei einem Neubau fiel der Maurerlehrling durch das ungenügend verschalte Gebälk des dritten Stockes in den Keller. Er trug eine Gehirnerschütterung und eine schwere Verletzung an einem Bein davon. * Darmstadt, 17. Juli. Jm Alter von 72 Jahren starb hier die Freifrau Adele von Dalwigt zu Lichtenfels, die Gattin des bekannten früheren hessischen Ministerpräsidenten, der in den 60er Jahren die hessische Politik leitete. * Worms, 17. Juli. Ein Verkaufstag der Großherzogin wird im nächsten Jahre hier stattfinden. * Aus dem Kreise Marburg. Die schon zur Kalamität. Die Landwirte sind noch vielfach mit seit etwa 8 Wochen anhaltende Dürre wird geradezu dem Pflanzensetzen im Rückstande und wo gesetzt ist, gewähren die Felder einen traurigen Anblick. In den Gärten sieht es nicht besser aus, das wenige Obst fällt unreif ab und die Beerenfrüchte vertrocknen. Vielfach wird über Mangel an Grünfutter geklagt, die Wiesen sind ja auch total ausgedorrt und sehen fuchsrot aus. Das Korn hat Notreife erlangt und deshalb wird auch schon allenthalben mit dem Schnitt begonnen. aus. * Marburg, 17. Juli. Zwischen Marburg und dem Dorfe Bürgeln brach ein Waldbrand Außer der Feuerwehr wurden zur Bekämpfung des gefährlichen Brandes zwei Jägerbataillone herangezogen, die schließlich das Feuer unterdrückten. Da die Brandstätte mehrere 100 Morgen umfaßt, ist der Schaden bedeutend. Mehrere Personen sollen bei dem Brande teils Verlegungen erlitten haben, teils infolge der Hize und der riesigen Rauchentwidelung bewußtlos geworden sein. Das Tagewerk eines Ministers der dritten Republik. Serr Poincaré, ein bekannter Pariser Advokat, ber in mehr als einem französischen Kabinett ein Vortefeuille innegehabt hat, entwirft in einer Pariser Zeitschrift eine sehr beachtenswerte Schilderung von dem Zagewert eines Ministers der dritten Republik. Man muß sich dabei vor Augen halten, daß jedes französische Ministerium aus der parlamentarischen wie hr= bett, die das vorige stürzte, gebildet wird und selbst zu Fall fommt, sowie es sich in der Kammer einer feindlichen Mehrheit gegenüber sieht. Es zittert täglich um seine Existenz. Wenn der Minister früh morgens sein Arbeitszimmer betritt- so schreibt Herr Poincaré erwartet ihn auf seinem Schreibtische ein Berg von privaten", vertraulichen" und eingeschriebenen" Briefen, die feine Gefretäre nicht zu öffnen wagten. Ste enthalten fast ohne Ausnahme Stellengesuche und Empfehlungen von Barteigenossen des Ministers und müssen nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Dann Elopft es und der wichtigste Augenblick des Vormittags ist gefommen: man bringt dem Minister die Beitungen, bie sich mit ihm beschäftigen. Wie ist die presie heute?" Davon hängt die Stimmung des Tages ab. Unterdessen hat sich das Vorzimmer mit einem Schwarm von Menschen gefüllt, Senatoren, Deputierten, Wählern, die alle an, thren" Minister ein Anliegen haben. Er verspricht ihnen, was er irgend versprechen fann, frühStückt in größter Eile, und nun gehts in den ElyséeBalast zum Ministerrat. Der Minister nimmt ein ganzes Bündel von Reformvorschlägen mit, die er dem Bräsidenten und seinen Kollegen unterbreiten will, aber er fommt nicht dazu, denn während der ganzen Sizung wird nur über die Frage verhandelt, wie eine in der Kammer angemeldete Interpellation beantwortet werben muß, damit das Kabinett fein Mißtrauensvotum erhält. Später fehrt der Minister in sein Arbeitszimmer zurück. Dort haben sich inzwischen alle Tische und Stühle mit dicken Aftenstößen bedeckt, das Ergebnis der Tätigkeit der verschiedenen Abteilungen seines Ministeriums. Es ist feine Zeit mehr, sie auch nur flüchtig zu lesen. Der Minister muß sich begnügen, sie zu unferschreiben, um endlich, ermattet und erschöpft, zu Tisch zu gehen.... Das Tagewerf eines französischen Ministers nimmt, wie man sieht, seine volle Kraft vom Morgen bis zum Abend in Anspruch. Es ist so reichlich bemessen, daß es ihm nicht einmal zett zum Arbeiten läßt! Und Herr Poincaré, dessen Sachverständigkeit unbestreitbar ist, hat ohne Zweifel recht, wenn er behauptet, unter den aegenwärtigen Verhältnissen, die jedes Kabinett zum Spielball parlamentartscher Launen machen, set es in Frankreich für den tüch= tigsten Minister ein Ding der Unmöglichkeit, auf dem thm anvertrauten Gebiete wirklich nützliches zu leisten. Das Heer der Reichstagskandidaten. Der Aufmarsch der einzelnen Parteien für die Reichstagswahlen ist nahezu vollendet, und es ist eine fleine Ruhepause im politischen Leben eingetreten. Ueberall haben die lokalen Organisationen entschieden, und, meist im Einverständnis mit der Parteileitung, den Mann benannt, den sie in den Reichstag schicken wollen. Nun haben die Wähler das Wort. Die Wahl ist schwer, wenn so viel geboten wird. Im ganzen sind, so berechnet die N. G. G." etwa 800 Standidaturen vorhanden, mit denen wirklich ernstlich um die Palme des Sieges gerungen wird. Dazu kommen freilich noch ein vaar hundert Zähltandidaturen. Am großartigsten gibt fich die Sozialdemokratie, die in allen Wahl= fretsen thre Stimmen zählen will. Natürlich ernennen die Sozialdemokraten nur in etwa 200 Streifen besondere Kandidaten, in den übrigen, wo sie nur auf ein paar Dußend Stimmen rechnen tönnen, fungiert der Abgeordnete Bebel als Bählkandidat. Das Zentrum hält fich eng an seinen Machtbereich, es hat nur etwa 125 Kandidaten aufgestellt und fordert in zahlreichen anderen Seretsen seine Anhänger auf, schon im ersten Wahlgange für die Rechte zu stimmen. Die FortschrittItche Volkspartei hat etwa hundert Mandatsbewerber, die Nationalliberalen zählen rund 85. Mit derselben Zahl beteiligen sich die konservattven, während die Reich spartet sich auf 30 Streife beschränkt. Die Polen begnügen sich mit 25, dazu fommen noch Elsässer. Lothringer, Welfen, Dänen und Pittaner, die einige Mandate beanspruchen. Auch dte Demokraten sind mit sechs Bewerbern auf dem Plan erschienen. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Präsident des Hansabundes Geheimrat Rießer hat in den letzten Tagen in verschiedenen großen Städten des Rheinlandes start besuchte Versammlungen abJugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 16) As Eva allein blieb, ellte sie, um den gegebenen Auftrag zu erfüllen. Sie war eben mit dem Ordnen der Blumen für den Salon beschäftigt, da meldete der der Diener, daß. ein fremder Herr seine Aufwartung zu machen wünsche. Eva wußte sogleich, daß es Latour fein mitsse; so frith war er gekommen. Ste ahnte nicht, daß der Franzose Frau Haided drunten am Stege gesehen und daß er daher Eva allein wußte. " Sagen Ste, daß die gnädige Frau nicht da ist, Johann," sagte Eva mit mithsam beherrschender Erregung. Da stand Latour schon im Simmer; er schob den Diener hinaus und schloß die Tür; dann brach es über seine Lippen; int leidenschaftlichen Worten sprach er von seiner Liebe und flehte Eva an, ihn anzuhören. Ste wich bis an die Wand des Zimmers zurück, blaß und mit bebenden Knien stand sie vor ihm. " Ich darf Ste nicht mehr sehen," rang es sich qualvoll von ihrer Brust hervor, bitte gehen Ste!" „ Sie dürfen nicht!" rief Latour, wer hat Ihnen das verboten?" " Meine Tante, der ich alles danke." Er lachte höhnisch. " Ach!" sagte Latour, was hat Ihre Frau Tante denn gegen mich?" Mit zwingender Gewalt sah er dem jungen MädWen in die Augen. Und mit elementarer Macht übermannte ihn die Leidenschaft. Seine heiße Stimme schlug an thr Ohr: " Ich muß es ihnen beute sagen, Eva; gestern stießen Ste mich fort und ich habe Sie doch vom ersten Moment ant geliebt, als ich Sie im sonnigen Nizza fah. Ste fluden vielleicht, daß ich zu schnell um Sie werbe, aber gehalten. Der Bund beruft, wie die" Münchener Neuesten Nachrichten" melden, nach einer Mitteilung an die Zweigvereine zum Herbst einen Kongreß zur Behandlung der wichtigen Fragen des Handwerks und des Kleinhandels ein, der ein Gegengewicht gegen den im Dezember in Dresden zu gründenden Reichsdeutschen Mittelstandsverband bilden soll.- Auch der Stahlwerksverband in Essen hat jetzt seinen Austritt aus dem Hansabund erklärt mit der Begründung, daß ein Beamter des Bundes sich für den Freihandel ausgesprochen habe, also Ansichten vertrete, die vom Präfidium des Bundes nicht gebilligt würden. Die Aftiengesellschaft Friedrich Krupp in Essen hat ebenfalls ihren Austritt aus dem Hansabunde angezeigt. Auf der anderen Seite schließen sich die rheinländischen Ortsgruppen des Bundes fester zusammen. In dem Entwurf einer neuen Eisenbahnzollord nung sind, wie die Voff. Zeitung meldet, Vereinfachungen, die aus Handelskreisen gewünscht werden, in Aussicht genommen. Unter anderem handelt es sich um die Abstandnahme von zollamtlichen Mietsverschlüssen der zur einstweiligen Niederlage zollpflichtiger Güter dienenden Räume, ferner um die Gestattung von Zuladungen von Gütern des freien Verkehrs zu den Naumverschlußglitern und um eine Vereinheitlichung der bisherigen Ladungsverzeichnisse und Begleitzettel zu einem einzigen Papier. Die Einschränkung der katholischen Feiertage. Wie von der„ Köln. Volksztg." schon furz gemeldet wurde, hat der Papst die Verfügung getroffen, daß die Zahl der fatholischen Wochenfeiertage eingeschränkt werden soll. Jetzt liegen darüber nähere Mitteilungen vor, in denen es heißt, daß die veränderten Bedingungen der menschItchen Gesellschaft es ratsam erscheinen lassen, das Gesetz über die Beobachtung der religiösen Feste zu ändern, weil der vermehrte Handel und der beschleunigte Gang der Geschäfte durch die Häufigkeit der Feste Schaden leiden. Endlich zwinge die Verteuerung des Lebens die Arbeiter, ihre Arbeit nicht zu oft zu unterbrechen. Infolgedessen hat der Papst beschlossen, die Festtage zu vermindern und die Feste zu beschränken auf die Sonntage, Weihnachten, Neujahr, Epiphanias, Himmelfahrt, Mariä Empfängnis, Mariä Himmelfahrt, den Peter Paulstag und Allerheiligen. Die Feste der SchutzhetItgen sollen auf den folgenden Sonntag verschoben werden. Um die ungerechtigkeiten der heute geltenden Be stimmungen über Strafporto zu mildern, befürwortet der Handelsvertragsverein, daß in Zukunft unfrankierte Briefe zunächst nicht weiter befördert, sondern an den Absender zurückgegeben und von diesem eine Strafportogebühr jedoch tunlichst von nur je 5 erhoben werde. Nur wenn der Absender eines unzureichend frankierten Briefes nicht feststellbar ist, solle, wie bisher, das Strafporto vom Adressaten erhoben werden. Wenn aber aus irgendwelchen Gründen der Brief absichtlich unfrankiert gesendet wird, so solle der Absender den Vermerk„ unfrankiert" Hinzufügen und in diesem Falle das Porto ohne Strafzuschlag vom Adressaten erhoben werden. Die französische Nationalfeier am 14. Juli tst ohne die gefürchteten Kundgebungen der Sozialisten verlaufen. Die Truppenschau erfolgte unter großer Beteiltgung des Publikums. Präsident Fallteres überreichte den neu gebildeten Artillerieregimentern ihre neuen Fahnen und nahm hierauf die Parade ab. Bei der Rückkehr des Präsidenten ereignete sich eine Kundgebung seitens der Royalisten. Diese hatten sich im Boutlogner Wäldchen aufgestellt und schrten bei der Vorüberfahrt des Präsidenten:„ Nieder mit dem Präsidenten, nieder mit der Republik!" und brachten dann Hochrufe auf den König aus. Es kam zu einem Handgemenge, an dem sich besonders die Zuschauer lebhaft beteiligten. Diese waren sehr erregt und Iteferten zahlreiche Kundgeber der Boltzet aus. 40 Personen wurden verhaftet. Die fortgesetzten spanischen Truppensendungen nach Marokko steigern das allgemeine Unbehagen in Paris. Man glaubt, daß die Verständigung mit Spanien noch vtel größere Schwierigkeiten bereiten wird als die mit Deutschland. Der französische Botschafter in Madrid, der das Nationalfest in Paris feierte, wird heute wieder nach Madrid reisen und dort eine scharfe französische Protestnote gegen die spanische Maroffopolitik überretchen. Die deutsch- französischen Besprechungen in der Marokkofrage scheinen die spanische Regierung zu einer weiteren Verstärkung der Besatzungen in Maroffo anzuspornen. Gestern schifften sich wieder zwei Regiwir aus dem Süden sind anders, wir haben heißeres Blut und wollen im Sturm das Herz des geliebten Weibes erobern. Und nun leugnen Sie, daß Sie mich Iteb haben!" Sie hatte den Kopf gesenkt, die Flamme in seinen Augen umlohte sie, da hob er sanft, aber herrisch das braunlockige Haupt des zitternden Mädchens und wieder fragte er: Liebst Du mich?" Ste fonnte ein nur faum hörbares" Ja" stammeln. Latour riß sie an sich und bedeckte Evas Gesicht mit Kitssen; betäubt, fast ohne eigenen Willen, wie gebrochen, ruhte sie an der Brust des Mannes, der sie so stürmisch erobert hatte. „ Eva!" Wie ein Schmerzensschrei flang es. Auf der Schwelle stand Frau Haideck und das Oldensche Ehepaar. Eva fuhr aus Roberts Armen empor; sie war bleich, aber es leuchtete entschlossen aus ihren Augen. Sie trat vor, die Hand Latours in der eigenen haltend. Tante," sagte das junge Mädchen, das ist mein Verlobter." Was blieb Frau Haided übrig, als gute Miene aum bösen Spiel zu machen? Sie war nicht mehr in der Lage, nein zu sagen, sie überwand sich sogar soweit, sich von Latour die Hand kissen zu lassen und thn thren Gästen als einen Bekannten aus Nizza vorzustellen. " Da ist etwas nicht in Ordnung, Mathilde," sagte der alte Herr Olden zu seiner Frau, als sie allein waren, dieser Franzose gefällt mir ganz und gar nicht." Der frischgebackene Bräutigam blieb gleich da und bewegte sich mit aalglatter Gewandtheit in dem ihm fremden Kreise. „ Meine Eva, nun bist Du mein," sagte der Franzofe, als er mit Erna allein blieb. Sie schmiegte sich an ihn. " Ich fürchte mich vor der Tante," flüsterte sie bementer in Gadiy nach Barrasch ein. Wett den 12,000 Mann in Ceuta wird Spanien dann in Marokko ins. gesamt über 25,000 Mann verfügen. Der Text eines englisch- japanischen Bertrages, der an die Stelle des bisherigen Allianzvertrages fritt, wird vom englischen auswärtigen Amt veröffentlicht. Die Bestimmungen der Allianz Englands mit Japan blet ben in Kraft mit der Neuerung, daß, wenn eine der Allianzmächte mit einer dritten Macht einen Schiedsgerichtsvertrag schließt, die Allianz sie nicht verpflichtet, gegen diese dritte Macht Krieg zu führen. Diese Neues rung ist durch den englisch- amerikanischen Schiedsgerichtsvertrag nötig geworden. Der Generalstreik in Saragossa hat einen bedenklichen Charakter angenommen. Vergangene Nacht kam es in allen Straßen zu kämpfen. Von Fenstern und Dächern herab wurde auf die Polizei geschossen. Das Militär mußte einschreiten und scharf schießen. Es gab infolgedessen eine Menge Verwundeter und das Note Kreuz trat in Tätigkeit. Erst gegen 1 Uhr frith war die Ruhe wieder hergestellt. Verhaftungen wurden etwa dreißig vorgenommen. Die Arbeitgeber haben Zugeständnisse gemacht, die das Ende des Streiks her beiführen dürften. Kleine Nachrichten. Hundert amerikanische Großindustrielle trafen heute mit Extrazug aus Hamburg in Berlin ein. Sie refrutieren sich aus allen Staaten der Union. Die Herren werden sich verschiedene kaufmännische und industrielle Institute ansehen. Ein Orden für Adolph Damaschke. Wie der„ B. L.Anzeiger" meldet, hat der Kaiser dem bekannten Vorsizzenden des Bundes der deutschen Bodenreformer, Adolph Damaschke, in Anerkennung der dem Reich ( wohl in Sachen einer Reichswertzuwachssteuer) geletsteten Dienste den Roten Adlerorden vierter Klasse verItehen. Dr. Maurenbrecher zum freireligiösen Prediger ge= wählt. Das bekannte Mitglied der sozialdemokratischen Partet Dr. Max Maurenbrecher aus Nürnberg, wurde, wie der„ Voss. 8tg." aus Mannheim gemeldet wird, von der freireligiösen Gemeinde Mannheim zum Prediger gewählt. Selbstmordversuch eines Feldwebels. Der Feldwebel Richter vom 7. Feldartillerieregiment in Cöln durchschnitt sich gestern mittag die Pulsadern und versuchte dann, sich den Hals zu durchschneiden. Schwer verletzt schaffte man ihn ins Garnisonlazarett. Das Motiv zur Tat dürfte darin zu suchen sein, daß Richter, der bei einem Wirt Schulden gemacht hatte, die Negtmentstasse angriff und Geldbeträge daraus unterschlug. Eine sensationelle Brandstifteraffäre bat in Breßburg großes Aufsehen hervorgerufen. Wie dort verlaufet, wird gegen den Grafen Esterhazy, dessen prachtvolles Schloß vor kurzem durch eine Feuersbrunst eingeäschert wurde, die Anklage wegen Brandstiftung erhoben und zwar von seinen eigenen Verwandten, mit denen er in Erbschaftsstreitigkeiten lebte. Blöglich wahnsinnig geworden ist gestern früh in einem Hause der Radebergergasse in Cöln ein in den mittleren Jahren stehender Mann. Er fiel über seine im Bett Itegende Frau her und verletzte sie lebensgefährlich durch Messerstiche in die Brust und Halsgegend. Dann brachte er sich gleichfalls lebensgefährliche VerTetzungen bet. Ein Bombenattentat auf die Orientbahn wurde in der vergangenen Nacht in der Nähe von Saloniki ver übt. Aus den Schienen wurde ein großes Stück herausgerissen. Die Lokomotive eines gerade passierenden Zuges wurde beschädigt. Menschen sind nicht umgetommen. Raubmord in einer serbischen Kirche. Unbekannte Räuber überfielen in der Kirche des Dorfes Nozrinje den Dorfpfarrer, töteten ihn und raubten etwa 20 000 Mark in barem Gelde. Bisher ist es den Behörden nicht gelungen, eine Spur von den Verbrechern zu finden. Ranbanfall anf einen Deutschen auf Ruba. Das Wohnhaus von Dr. Meyer, einem reichen Deutschen in Trinidad in der Provinz Santa Clara wurde von Banditen angegriffen. Meyer wurde bet der Abwehr des Angriffs schwer verwundet. Die Banditen ergrif fen hierauf, ohne geplündert zu haben, die Flucht. Der deutsche Konsul hat einen energischen Protest an die fubanische Regierung gerichtet. Ein tödlicher Fliegerabsturz hat fich in Algier ereignet. Dort wurde der Apparat eines Fliegers in 50 Meter Höhe von einem Windstoß erfaßt und zu Boden geworfen. Der Flieger wurde mit zerschmettertem Schädel und gebrochenem Rückgrat unter dem zertrum= merten Fahrzeug hervorgezogen. Zu einem furchtbaren Zusammenstoß fam es gestern zwischen sardinischen Erdarbeitern an der neuen Bahnlinie Rom- Neapel und der Bevölkerung, welche drückt, alles ist so plöglich gekommen, es war der einzige Ausweg in unserer Lage." 群: " Du sollst es nie bedauern," gelobte Latour eifrag. " Die gnädige Frau bittet den Herrn um eine unterredung." Der Diener brachte diesen fast wie ein Befehl lautenden Auftrag. Es war ein langes, eristes Gespräch, das Frau Haideck mit dem Franzosen hatte; in höchster Spannung erwartete ihn seine Braut. Ich habe alle Schuld auf mich genommen," sagte Latour,„ ich glaube thr die gewünschten Aufklärungen über meine Person gegeben zu haben; ich begreife nicht, weshalb mir Frau Haided mißtraut. Ich bin Kaufmann in Paris und sehr wohlhabend, auch aus guter Familie und ich hoffe, daß Deine eigene Mutter mir weniger abweisend entgegenkommen wird." Die gekränkte Eitelkett sprach aus diesen Worten. Am Abend schlich sich Eva in Frau Haidecks Zimmer, thr junges Brautglück war getrübt, sie mußte die Vergebung ihrer gütigen Pflegemutter erlangen. „ Tante," schluchate das junge Mädchen und sank neben Frau Haided nieder, liebe, gutte Tante, zürne mir nicht, ich fonnte ja nicht anders, ich liebe ihn." " Noch wissen wir nichts bestimmtes fiber Latour," versetzte Frau Haideck.„ Wie übereilt alles ist! Auch Deiner Mutter wird die Verlobung nicht nach ihrem Sinn sein, fie muß so bald als möglich herkommen." ,, Sei mir nicht böse, Tante," flehte Eva, die Hände ihrer geliebten Pflegemutter immer wieder küssend. „ Nein, mein Kind, Gott wolle es zum Besten wenden!" Segnend ruhte die weiße Frauenhand auf dem gesentten Haupt ihrer Schußbefohlenen. ( Fortsetzung folgt.) ett 12,000 otto ins ges, der ttt, wich cht. Die pan blet eine der Schiedspflichtet, fe Neue chiedsge bedent. acht tam ern und 1. Das Es gab as Rote cith war wurden I haben etts heren heute e refruHerren duftrielle ,, B. 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Erinnerungen an meine Reise nach Indien. Wilhelm Kronprinz" ist der Titel eines Albums, das der deutsche Kronprinz soeben bei der Verlagsbuchhandlung Georg Stilfe, Berlin, hat erscheinen lassen. Das Album ist in allen Buchhandlungen zu haben. Nach der Auswahl der Photographien, die mit Ausnahme der ihn selbst darstellenden, alle vom Kronprinzen aufgenommen sind, hat der Kronprinz jede Einzelheit des Druckes und der Ausstattung genauestens bestimmt. Das Album zeigt durch die Anordnung der Photographien genau den Verlauf der Reise und schildert, was der Erbe des deutschen Katferthrones auf seiner Reise gesehen und mit der Kamera festgehalten hat. Der bekannte Bildhauer Professor Reinhold Be gas in Berlin feiert heute seinen 80 Geburtstag. Er ist am 15. Juli 1831 zu Berlin als Sohn des Hofmalers Karl Begas geboren. Seine Ausbildung erhielt er auf der Berliner Kunstakademie, arbeitete dann in den AteIters von Ludwig Wichmann und Rauch und begab sich 1856 nach Ron, wo Böcklin und Lenbach nicht ohne Einfluß auf ihn gewesen sind. 1861 erhielt er einen Ruf als Professor an die Kunstschule in Weimar, gab indessen feine Lehrtätigkeit bald auf, und ging zum zweiten Male nach Rom. 1866 fehrte er nach Berlin zurück, um das mit dem ersten Preise gekrönte Schillerstandbild auszuführen. Seit 1876 ist er der Leiter eines Meisterateliers für Bildhauer an der Afademie in Berlin. Einer der bekanntesten Berliner Aerzte, der Geh. Medizinalrat Prof. Hermann Senator, bis vor furzem Leiter der Berliner Universitäts- Boliklinik für innere Krankheiten, ist Freitag früh im Kurhaus Schloß Tegel im Alter von 77 Jahren gestorben. Aus den Gerichtssälen. Ein Betreten des Speisewagens ohne Blazkarte strafbar. Eisenbahnfachblätter bringen ein interessantes Urteil des Kammergerichts über das Betreten der Spetsewagen durch diejenigen Reisenden, die noch keine Plazzfarte gelöst haben. Es handelt sich darum, ob ein Reisender, der entgegen den bestehenden Vorschriften ohne Plazkarten im Speisewagen Plat nimmt, von der Eisenbahnverwaltung rechtsgültig mit Strafe belegt werden kann. Das Kammergericht ist in seinem Urteil zu einer Bejahung dieser Frage gelangt. Nachspiel zum Bonner Budenzauber". Das Cölner Kriegsgericht verhandelte gestern gegen den Dragonerleutnant Freiherrn v. Hohenborn, der in den bekannten Bonner„ Budenzauber" verwickelt war und gegen den damals die Hauptverhandlung ausgesetzt wurde. Die mehrstündigen Verhandlungen ergaben, daß Hohenborn nachts aus dem Bette geholt und schlaftrunken in die Wohnung des Unteroffiziers Veith geschleppt worden war. Das Gericht tam zu einem fretsprechenden Urteil, weil es annahm, daß dem Angeflagten das Bewußtsein einer strafbaren Handlung ge= fehlt hat. Vermischtes. Adressat abgeflogen. Eine neuartige Formel einer postamtlichen Dienstnottz" hat das Fltegen gezeitigt. Der bekannte Flugzeugfabrikant Rumpler hatte dieser Tage, wie die„ Berliner Zeitung am Mittag" berichtet, aus Marienbad ein Telegramm, das an den Flieger Vollmöller adressiert war, nach dem Flugplatz Cöln abgefandt und daraufhin folgender dienstliche Mittellung des Postamtes erhalten:„ Das am 2. 7. 1911 bei dem Telegraphenamt Martenbad unter der Adresse Vollmöller, Flugplatz Cöln, aufgegebene Telegramm Nr. 501 fonnte nicht zugestellt werden, well Adressat abgeflogen; Abschrift des Telegramms nach Dortmund abgesandt. Bis deratige, nicht bestellbare Postsachen dem„ abgeflo= genen Adressaten" durch hinterher fliegende Kraetkeboten zugestellt werden können, werden wir immerhin noch eine Weile warten müssen. Ein. merkwürdiger Vorfall wird dem„ B. T." aus Pausa im Vogtland gemeldet: Während der Beerdtgung der sieben Jahre alten Tochter eines Stickmaschinenbesizers auf dem dortigen Friedhof erzählte der Pfarrer Sturm in seiner Grabrede, daß er in der Nacht geträumt habe, das Mädchen set nur scheintot. Er forderte die Sargträger zum Entsetzen der Umstehenden auf, den Sarg wieder zu öffnen, damit er das Kind vom Tode erwecken könne. Auf den wiederholten energischen Befehl des Pfarrers öffneten die Träger schließlich den Sarg und der Geistliche trat an die Leiche mit den Worten:„ Mägdelein, ich sage Dir, stehe auf und wandle!" Erst als sich die Tote nicht rührte, ließ der Geistliche die Beerdigung zu. Der Vorfall hatte eine Anzeige bet der Kirchenbehörde zur Folge. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß es sich bei dem Pfarrer zweifellos um den Ausbruch einer geistigen Erkrankung handle. Er wurde vorläufig von seinem Amte suspendiert. Einen schweren Erzeß verübte gestern in den Straßen von Paris ein Kürassier. Er hatte den dienstlichen Auftrag, einen Degen zu einem General zu brin= gen. Unterwegs wurde er von einem Automobilomnibus angestoßen. Darüber geriet er dermaßen in Wut, daß er den Säbel nahm und auf den Chauffeur blindlings einschlug. Zufälligerwetse kam in demselben Augenblick der Oberst des Regiments hinzu. Er versuchte, den Soldaten zur Vernunft zu bringen. Der Soldat kehrte sich aber um und schlug nun auch auf den Obersten ein. Nach vieler Mühe und unter Beihilfe zahlreicher Personen gelang es, den Wütenden zu bändigen und zu verhaften. Ein wertvoller Brieffund. Bei dem kürzlich er= folgten Umzuge des Amtsgerichts II in Frankfurt a. M. wurde eine Anzahl Briefe aufgefunden, die sämtlich aus dem Jahre 1585 stammen und von Italien nach Deutschland adressiert sind. Wie sie in die Akten des Frankfurtet Amtsgericht gelangt sind, ist nicht zu ermitteln. Mehreren Briefen Itegen Wechsel bei, die aus einem schmalen, etwa 6 Zentimeter breiten, unbedruckten, eng beschriebenen Papierstreifen von 20 bis 22 Zentimeter Länge bestehen. Der Wortlaut ist annähernd derselbe wie heute. Einzelnen Briefen liegen auch Stoffproben bet, woraus zu erkennen ist, daß bereits vor länger als 300 Jahren die Form des Musterversandes in der kaufmännischen Welt gebräuchlich war. Die kulturhisto= risch interessanten Briefe haben jetzt Aufnahme im Netchspostmuseum gefunden. die Straße, sondern steht sich in die fühlsten Teile der Gebände zurück. Alles verfolgt aus Furcht vor dem Hitzschlag, dessen Opfer die Zeitungen läglich aufzählen, ein gemeinsames Biel, nämlich fich Stühlung sut verschaf fen. Hierzit, so glaubt der Amerikaner, ist das beste Mittel das Trinken fühlender Getränke", und so füllt er sich denn wader mit großen Flüssigtelismengen an, die bekanntlich neben der fühlenden Wirkung völlig er schlaffend wirfen. Der Daumenabdruck als Namensunterschrift. Be- Wer es irgend vermeiden kann, geht überhaupt nicht auf kanntlich zeichnen die Analphabeten, deren Zahl ja erfreulicherweise in Deutschland immer mehr zurückgeht, statt ihres Namens ein Kreuz unter eine Urkunde oder ein sonstiges amtliches Schriftstück. Im praktischen Amerika hat man nun eine andere und bessere Methode ausfindig gemacht. Der Schahmeister der Stadt Milwantee, Mister Kelson, sah sich am Zahltage vor die Schwierigkeit gestellt, daß ein großer Teil der städtischen Arbeiter bei der Lohnauszahlung den Empfang des Geldes durch die Namensunterschrift nicht bestätigen konnte. Mit einem Kreuzlein war es hier nicht ge= macht, da ein Kreuz aussieht wie das andere. Da entschloß er sich, jedem Arbeiter eine Karte zu geben, die dieses an eigens präparierter Stelle mit einem Abdruck seines Daumens versehen mußte. Am Zahltage drückte dann der Arbeiter seinen Daumen neben den ersten Abdruck, wodurch die Identität des Quittierenden in völlig zweifelloser Weise festgestellt wurde. " Laßt mich leben, ihr Herren Räuber!" Aus einem böhmischen Badeorte wird folgendes Geschichtchen be= richtet: In einem Hotel, in einem Zimmerchen für sich, logiert seit einigen Tagen eine junge Berlinerin. Dieses Fräulein mußte wohl an einem der letzten Abende mit dem Verriegeln des Zimmers etwas unvorsichtig gewesen sein; denn drei junge Männer, die zu etwas vorgerückter Beit in etwas angesäufeltem Zustande thr gemeinschaftliches Zimmer aufsuchen wollten und dabei an das Zimmer der jungen Dame tamen, fonnten dort eindringen. Ueber diese unerwünschte Invasion war natürlich das Fräulein böse erschrocken; sie glaubte, daß die Männer Räuber seien, die ihr nach dem Leben trachteten. Der Schreck war ihr so in die Glieder gefahren, daß sie nicht einmal mehr laute Hilferufe ausstoßen konnte, und alles, was sie hervorbrachte, war:„ Ach, ihr Herren Räuber, laßt mich leben!"" Obr jo", kam die Antwort zurück, loß mir fie leben! Janos! Peter! Hoch soll sie leben!" und das Hoch schallte dreimal auf die Flur und in die schwüle Sommernacht hinaus. Für die drei jungen Magyarensöhne hatte das galante Hoch allerdings die Unannehmlichkeit zur Folge, daß sie noch in der nächsten Viertelstunde das Hotel verlassen mußten. Liebe Jugend! Ein norddeutscher Kaufmann erkundigt sich gelegentlich seines Wiener Aufenthalts bei einem dortigen Geschäftsmann nach einem anderen Wiener, mit dem er in Geschäftsverbindung treten will. Die Auskunft lautet wörtlich:" I will nix schlecht's sag'n über ihn. Aber dös is a Gauner, a Fallot- lassen's Iteber die Hand weg von dem G'schäft." Der Norddeutsche dankt verbindlich für die ihm wertvolle Ausfunft. Als er abends ein Gasthaus betritt, trifft er zu setnem Erstaunen die beiden Wiener, den Warner und angeblichen Gauner, in lauterster Freundschaft beieinandersißen. Er hört auch noch, wie sich der Auskunftgeber vom andern verabschiedet:„ Also, Servus Brüder!! und jetzt kommst bald amol wieder zu uns- met Frau red't scho' immer on an g'mütlichen Abend mit Dir." Betroffen meinte der Norddeutsche:„ Sagen Sie, das ist doch der Mann, den Sie so scharf beurteilt haben?" Worauf ihm der Wiener erwidert:„ Ja- das tst Wien..." sehn's einen Ich kann den Kerl nicht leiden! Der betagte Sentorchef einer Berliner Firma beging mit seiner Gattin das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Ob die Aufregung des festlichen Tages den Nerven der alten Dame geschadet hatte, oder ob dte Braut im goldenen Kranze den richtigen Zeitpunkt für gekommen erachtete, Tag nach dem Feste verschwand sie aus dem Hause des erstaunten Goldbräutigams, mit dem sie 50 lange Jahre Freude und Leid geteilt hatte. Auf dem Schreibtisch des Mannes lag ein Zettel, der in erfreulicher Kürze Aufschluß gab über den Anlaß zu der seltenen Tat:„ Ich hab' den Kerl von Anfang an nicht leiden können!". Diese Erkenntnis ist der alten Dame anscheinend etwas spät kommen. Wie sich jetzt herausstellte, hält sich die gute Frau bet Verwandten auf, und um nichts in der Welt will sie wieder zu ihrem Manne zurückkehren. Die alte Frau hat sich sicher gesagt:„ Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende." Woraus sich auch erklärt, daß sie nicht bis zur eisernen Hochzeit ge= wartet hat. Neuyorker Ueberwolfenkrazer. Auf dem Kongreß der nationalen Grundbesizerversammlung in Cleveland( Ohio) wurde verkündet, daß in Neuyork ein neuer Wolkenkraber gebaut werden soll, der alles bisher da= gewesene übertrifft. Die Höhe des neuen Baues soll 100 Etagen, gleich 1200 Fuß, ungefähr 400 Meter betragen, und die Pläne zu diesem Riesenhause sind bereits vollständig fertiggestellt. Bis jetzt war das höchste Gebäude in Amerika das Woolworthgebäude am Broadway in Neuyork, das 750 Fuß hoch ist und 55 Stockwerte besitzt. Die Ausführung dieses Wolkenkrazers hatte einen Kostenaufwand von 30 000 000 Mark notwendig gemacht. Das neue Gebäude würde 100 Meter höher als der Eifelturm, das bisher höchste Gebäude der Welt, sein. Der Hut der Soubrette. Prinzessin August Wilhelm von Preußen war dieser Tage im Neuen Schauspielhaus in Berlin, um sich„ Die keusche Susanna" anzusehen und anzuhören. Die Vertreterin der Titelrolle gestel der prinzlichen Zuschauerin besonders gut. Noch besser aber gefiel ihr der Hut, den die Künstlerin trug. Kurz entschlossen ließ sich Prinzessin August Wilhelm die scharmante Soubrette in die Loge kommen, beglückwünschte sie auf das herzlichste sowohl zu ihrer schauspielerischen Leistung, wie auch zu ihrem Prachthut, und ließ sich die Adresse der betreffenden Hutmacherin geben. Nur Frauen können entscheiden, so fügt das„ B. T." dieser Nachricht hinzu, worüber sich die Sängerin mehr gefreut haben wird, ob über das Lob ihrer Kunst oder über das Lob thres Hutes. 3m Banne der Hize. Die Hizwelle in den Vereinigten Staaten ist mit crneuter Heftigkeit zurückgefehrt und fordert täglich neue Opfer. Ste macht die großen Städte zu einer wahren Hölle und wirkt auf deren ganzes Leben lähmend, so daß es Formen annimmt die uns in Europa unbefannt sind. Die Menschen gehen nicht mehr in den Straßen sondern sie schleichen langsam in den Schattenstreifen entlang; die großen Bläße sind menschenleer, und wenn man einen Blick auf die blendenden Asphalt= flächen wirft, sieht man, daß die Räder der Fuhrwerke in ihnen Spuren hinterlassen haben, wie im Sande. Die Anzahl der amerikanischen Sommergetränke ist Legion, wie die der amerikanischen Liförmischungen. Sie bestehen aus den unglaublichsten Sutaten: robe Eier, Zitronensaft Kirsch und andere Fruchtsäfte, Scho folade und Milch, sowie Selterwasser werden zu scheußlichen Gemengseln zusammengebraut, und so ein ameri fanischer Ice Cream Soda", aus Fruchtsaft. Vanille ets und Selterwasser bestehend sieht schon trübe und widrig genug aus schmeckt aber trodem ganz annehm bar. Wer es aber doch nötig hat, auf die Straße zu gehen, wählt dazu eine Kleidung, die oft der der Naturvölker bedenklich nahe kommt. Daß die Herren der Gesellschaft Rock und Weste zu Hause lassen und dazu noch die Hemdsärmel aufstreifen ist an der Tagesord nung und niemand findet- sehr mit Recht etwas Anstoßiges dabei. Je weiter man die Stufenleiter der Gesellschaft hinabsteigt, desto geringer wird aber die Anzahl der Kleidungsstücke. Besonders beliebt sind gegenwärtig als furze Erholungspausen die Kirchen, deren fühle Sallen von Leuten aufgesucht werden, die sich sonst jahrelang darin nicht blicken lassen. Aber auch in ihnen ist es manchmal heiß, und so fann man jenem Bericht von einem Prediger wohl glauben, der seine Predigt mit den Worten begann: Geliebte Brüder, es ist heiß", und dann fragte, ob jemand etwas dagegen habe, daß er seinen Rock ausziehe und in Hemdsärmeln Gottesdienst verrichte. Sonst bieten die Großstädte selbst nicht allzuviel Gelegenheit zur Erfrischung. Die Parks sind schwarz von Menschen, die sich dort um den Schatten stretten und das gleiche gilt von den Piers am Hafen, wo alles, was bazu Zeit hat, der Kühlung des Wassers teilhaftig werden will. Wer es sich aber leisten kann, verläßt die Stadt und siedelt sich in einer der luftigen Zeltstädte an, die es seit einer ganzen Reihe von Jahren in der Nähe der meisten amerikanischen Großstädte gibt. Die Bewohner dieser Zeltstädte haben an alles gedacht, so daß sie von den Bewohnern der Großstadt unabhängig sind. Sie haben ihre eigenen Bäcker, Schlächter und Läden aller Art, natürlich auch solche, wo man fühlende Getränke bekommt. Je nach den Ansprüchen, die der Großstädter stellt, kommt ihm das Leben in der Zeltstadt mehr oder weniger teuer. Die brennenden Wälder in Kanada. Der Gesamtschaden, der durch die verheerenden Waldbrände in Kanada bisher angerichtet wurde, wird auf 30 Millionen Mark geschätzt. Augenzeugen erzählen schreckliche Szenen von Leuten, die in den Flammen umgekommen sind, die sich aber noch hätten reften fönnen, wenn sie den Kopf nicht verloren hätten. Im ganzen beziffert man heute die Zahl der Toten auf 300 bis 400. Wenigstens sind das die offiziellen Zahlen. Es scheint aber, daß die tatsächliche Ziffer bedeutend höher ist. In Porcupine wird der angerichtete Schaden auf 4 Millionen Marf geschäßt. Die Flüchtlinge, die aus North Bay angekommen sind, erzählen furchtbare Letdens- und Schreckensszenen. Zuerst bemerfte man am frühen Morgen fern am Horizont eine leichte, schwarze Rauchwolfe, aber so weit entfernt, daß man ihr keine rechte Bedeutung beimaß, da man in der dortigen Gegend an kleinere Waldbrände gewöhnt ist. Aber gegen Mittag verdunkelte sich der Horizont immer mehr und man bemerkte mit Schrecken, daß das Feuer sich näherte. Die Sonne verschwand hinter einer düsteren Rauchwand. Eine Feuermanter von 30 Meilen Länge und 2 Meilen Breite tam heran, alles zerstörend, was auf threm Wege lag. In aller Saft packten die Bewohner zu kleinen Paketen das erste Beste zusammen, was thnen gerade in die Sände ftet, und bereiteten sich zur Flucht vor. Eine aroße Anzahl von Beraleuten hatte geglaubt, in den Schächten der Gruben Schuß vor dem Brande zu finden. Aber die Gestellhölzer gerteten in Brand Die Unglücklichen verbrannten bet lebendigem Leibe. 27 vollständig verkohlte Leichname wurden in den Grubengalerien von Westdome gefunden. In einer anderen Grube, die durch Erplosion vollständig zerstört mar, fand man 30 Leichname. Bon 300 Grubenarbeitern sind, wie man annimmt, hundertfünfzig in den Flammen umgekommen. Drahtnachrichten und Deuestes. Bei einem Rettungsversuch ertrunken. Berlin, 15. Jult. Als der Arbeiter Peschke gestern abend auf der Oberspree bei Niederschönweide ein Bad nehmen wollte, ging er infolge Herzschlages unter. Sein Arbeitskollege Blischte sprang ihm nach, ohne jedoch wieder zum Vorschein zu kommen. Die Leichen der beiden Ertrunkenen sind noch nicht ge= borgen. Tragödie bei einem Bolfsfefte. Hildesheim, 15. Jult. Auf dem hiesigen Volfs= festplage rannte gestern ein Gespann in eine Schar spielender Kinder. Ein Kind war sofort tot, zwei andere liegen im Krankenhause schwer trant darnieder. Dampferkatastrophe in Zentralamerika. Neuvork, 15. Jult. Nach einer Meldung der Neuport„ Times" ist der Dampfer„ Irma" infolge etnes Zusammenstoßes mit dem Dampfer Diamante" auf dem Fluß San Juan in Costarica innerhalb wentger Minuten gesunken. 32 Passagiere und ein Tetl der Besatzung find ertrunken. Anarchie in Versien. London, 15. Juli." Standard" meldet aus Teheran, das Kabinett set zurückgetreten. In ganz Perften herrsche Anarchie. Die Straßen seiten unsicher. In Schtras und Kermanschah hätten Straßenkämpfe stattgefunden. Räuberbanden durchziehen das Land. Handel und Verkehr. Frankfurt, 13. Juli. Viehmarktspreise vom 13. Juli. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, ( Schlachtgewicht) feinste Mast( Lebendgewicht) M. M.- b) feinste Mast( Vollmilchmast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M. 59-62,( Schlachtgewicht) A. 98-103, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber ( Lebendgewicht) M. 52-58,( Schlachtgewicht) M. 88 bis 98, 5) geringere Saugfälber( Lebendgewicht) M. 46 bis 51,( Schlachtgewicht) M. 78-86. Schweine: a) vollfletschige Schweine von 80 bis 100 gr., Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M. 47 bis 48%,( Schlachtgewicht). 61 bts 62, 6) vollfleischige Schweine unter 80 lgr. Lebendgewicht( Lebendgewicht). 47 bis 49,( Schlachtgewicht) M. 60-61, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Klgr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) Mark 46-48, ( Schlachtgewicht) M. 60-62, d) vollfletschige Schweine von 120-150 lgr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) Mark 46-48,( Schlachtaewicht).. 58-60. Bekanntmachung. Die unterm 2. Juni 1911 angeordnete Sperre des Aulwegs wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. Juli 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Vergebung von Bauarbeiten. Auf Grund des Ministerialeclasses vom 16. Juni 1893 werden die nachstehend aufgeführten Arbeiten zur Ver. gebung ausgeschrieben. Los X. Glaferarbeiten: etwa 40 qm Verglasung mit Stathedralglas in Bleifassungen. Los XII. Schreinerarbeiten. etwa 9 qm äußere eichene Türen, 15 innere Türen, 100 qm Niemenfußboden, etwa 80 qm Dedengebältverkleidung, 8 qm Emporebrüstungen. Los XIII. Schlosserarbeiten. Globeline das besto Globeline Ofenglanzmittel Fritz Schulz jun Gibt tiefschwarzen Glanz Hothste Auszeichnung Grand Prix Wellausst St Louis 190 die seit Jahr. bewährte anerkannt beste Ofenpolitur macht Herde und eiserne Defen mühelos tiefschwarz glänzend. Stäubt nicht! Riecht nicht! ( Württemberg) Hall Solbad Eröffnung 15, Mai. Natürlich. heilkräft. Salzquelle. Vorzügliche Erfolge Bäckerei baff Haus od. Mühle auch mit Land hier od. Umgegend gesucht Op. b. Eigentümer u ,, Existenz 200" pofilag. Rainz Mensch [ 292/10 verbessere Deine Handschrift! Pensionierte Beam'e finden dauernd angenehmes Heim auf dem Lande in grt m Hause mit gr. Garten in waldreicher Gebirgslage und Stat onsort in Oberheffen, bei bensin. Beam'enfamilie. Näh. d. Althen, Beamter, Lisberg Oberbissen. G. 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