Bols hir. , Prim, Ex.) Br. frei Lehrling Gefelle tt. englermeifin [ 20 Tsonen jede schnellstens ft Ratenrück Berlin Gross tenlose A ision erst vo ( 18 höne 3nd buer, 3 o Enten, Ga liefert denan: Ele ratis.-[ 0 Kerren te Gelegenh hf., Frant rlandftr. 711 mall, 20 Nachn. Tor .bill, Kalisi Füllhorn- Marie -Futter" 75 Er sich, den VellchenDulver perle" Iches so schöne alt. Achten Sie uf genau auf den rle und Schutz er. Allein. Fabr.: er, Göppingen. sches' Bingen Elektrotechnik Brückenbau eurkurse. erte. ments Sai fich zu eine ulaben.- 2 alt. Diefelb Witterung wird. ein mufif u nzerte betri 8.00 Mt. 7.00 Mt. 240 Mt. 100 Mt. 0.75 Mt. lich finden 15. Juni mufifmeifter eitauf find Vorzeiger milie! erg ( 20 nekamp dem, se der fimia: LBRECH und Königs Wies Gam Niederrhei 1846. Bitterlikör Maillen! Tg- Boonekan belde in Gle Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt.- Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illustr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 140. - - Telephon: Nr. 362. Die bessiche Wahlrechtsreform. Nachdem das Gesetzeswerk nunmehr vollendet ist, seien kurz die wesentlichen Neuerungen wiedergegeben. Die 3 weite Kammer, die bisher aus 50 Abgeordneten gebildet war, wird sich für die Folge aus 58 Abgeordneten zusammensetzen, wovon 15 auf die Städte Mainz( 3), Darmstadt( 3), Worms( 2), Gießen ( 2), Offenbach( 2), Friedberg( 1), Alsfeld( 1) und Bingen( 1) entfallen; es tritt somit eine Vermehrung der Mandate für die größeren Städte des Landes ein, während das Reservatrecht der kleinen Städte Friedberg, Alsfeld und Bingen auf einen eigenen Abgeordneten aufrechterhalten bleibt. In den Städten wird nach Bezirken gewählt zum Unterschied von dem seitherigen Verfahren, wo die ganze Stadt einen einzigen Wahlbezirk bildete. Die ländlichen Wahlkreise erhalten einen Zuwachs von drei Mandaten, die sich gleichmäßig auf die drei Provinzen verteilen. An die Stelle des seitherigen indirekten Wahlrechts tritt das direkte mit allen Kautelen der Sicherheit, wie sie das Reichstagswahlrecht vorsieht. Die Erste Kammer wird um ein Mitglied der technischen Hochschule, des Handels so= wie des Handwerks und der Landwirtschaft vermehrt. Von der Berufung eines Arbeiters in die Erste Kammer wurde abgesehen, weil eine gesetzliche berufsländische Vereinigung der Arbeiterschaft noch nicht besteht. Nach der Bildung von Arbeitskammern wird diese Lücke auszufüllen sein. Zur Zweiten Kammer darf wählen jeder Hesse, der das 25. Lebensjahr vollendet, die hess. Staatsangehörigkeit seit einem Jahr besitzt und seit drei Jahren in Hessen ansässig ist. Die sogenannten Haussöhne, d. h. die noch in dem Haushalt ihrer Eltern mitarbeitenden 25jährigen Söhne, die noch nicht selbst Steuern zahlen und infolgedessen vom Wahlrecht ausgeschlossen waren, erhalten in dem neuen Gesetz das Wahlrecht- eine Bestimmung, die in erster Linie der ländlichen Bevölkerung zu gute kommt. Jeder Stimmberechtigte, der das 50. Lebensjahr zurückgelegt hat, soll zwei Stimmen erhalten; damit wird, wenn auch in beschränkter Weise, das Mehrstimmen wah I recht eingeführt, das im Interesse des Zustandekommens des Reformwerkes mit in den Kauf genommen werden mußte. In der Deffent= lichkeit wird diese gewiß nicht ideale Neuerung nicht so schlecht bewertet, als es nach den Preßäußerungen der Linken vermutet werden konnte. Wäre die doppelte Stimmabgabe an Bildung und Besitz geknüpft worden, dann wäre die maßlose Kritik der sozialdemokratischen und freisinnigen Blätter am Platze gewesen; aber in der im neuen Wahlgesetz aufgenommenen Form stellt das Wahlrecht eine Vergünstigung für einen Teil der Wähler dar, die schließlich allen politischen Parteien ohne Unterschied zu gute kommt. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes = sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 17. Juni 1911. Vom Hess. Staatsschuldbuch. In den Monaten April und Mai 1911 beträgt It.„ Darmstädt. 3tg." der Zugang an Schuldbuchforderungen auf 83 Konten 2 606 500 Mt., wovon 1 550 400 Mt. bar eingezahlt wurden. Die steigende Inanspruchnahme des Staatsschuldbuches ist in besonderem Maße zu beobachten seit dem Inkrafttreten der Aenderungen zum Schuldbuchgesetz, die meben der Befreiung von den Eintrag ungsgebühren wesentliche Erleichterungen bei der Legitimation brachten und ferner Bareinzahlungen zur Begründung einer Schuldbuchforderung zulassen. In letzterem Falle können entweder zum Eintrag bestimmte Schuldverschreibungen aller Zinsgattungen provisionsfrei angekauft werden, oder es erfolgt die direkte Eintragung nach dem jeweiligen Kurswert. Die direkte Eintragung ist zurzeit auf die 4prozentige bis 1918 unkündbare Anleihe beschränkt. Annahmestellen sowohl für einzutragende Schuldverschreibungen als auch für Geldeinzah= lungen sind in Darmstadt: das Großh. Staatsschuld= buchbureau( Luisenstraße 1), die Großh. Staatsschuldenkasse und die Hess. Landeshypothekenbank; außerhalb Darmstadts sämtliche Reichsbankanstalten, die Großh. Bezirkskassen( mit Ausnahme der Bezirkskassen Gie= Ben 1 und Mainz 1 und 2), sowie das Steueramt Gernsheim. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. tag ist Feuerwehrfest, 14 Tage später Gesangwettstreit des Gesangvereins Arion, am 7, August Geflügel- und Kaninchen- Ausstellung für den Verband Oberhessen und Ende August wird die Kirmes abgehalten. - *) Bad Nauheim, 17. Juni. Der Sultan von Sansibar ist mit Gefolge und Dienerschaft zum Kurgebrauche hier eingetroffen. laufenen Woche sind 1950 Kurgäste angekommen und - In der abgebeträgt die Gesamtfrequenz bis zum 15. Juni 13 185 Personen, wovon an genanntem Tage noch 6775 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 15. Juni 137 776 abgegeben. * Friedberg, 17. Juni. Das Großherzogliche Schloß in Friedberg wird für einen eventuellen Besuch der Zarenfamilie in diesem Herbst instand gesetzt. Außer dem Hauptgebäude sind jetzt auch der für das Gefolge bestimmte Baue wohnlicher hergestellt, auch ist ein gro= Ber neuer Garten unter Einbeziehung des alten Hirschgrabens angelegt worden. Die nicht unerheblichen Kosten werden von der Privatschatulle des Zaren bestritten. Die Leitung des Umbaues liegt in den Händen des hessischen Hofmarschallamtes. -1- Friedberg, 17. Juni. In dem soeben erschienenen dritten Bande der von Oberlehrer F. Dreher seit 1909 herausgegebenen Friedberger Ge= * Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiran- chichtsblätter" finden sich wieder beachtenswerte ten Karl Hem bes aus Ober- Olm, Kr. Mainz, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ohmes, Kr. Alsfeld. * Die schriftliche Prüfung für die Fi= nanzamtsgehilfen wird am 4. September 1911, von vormittags 10 Uhr an, und den folgenden Tagen zu Darmstadt in den Prüfungsräumen des nördlichen Jagdhauses, Paradeplatz Nr. 4b, abgehalten werden. * Theologische Konferenz. Donnerstag vormittag fand hier die theologische Konferenz statt, die recht zahlreich besucht war. Privatdozent Lic. Stephan aus Marburg berichtete über„ Die heutigen Auffassungen vom Neuprotestantismus". Dann hielt Prof. D. Schian von hier einen Vortrag mit dem Thema:„ Der moderne Individualismus und die kirchliche Praxis". * Die kirchlich positive Vereinigung hielt Donnerstag nachmittag eine Mitgliederversamm= lung ab, auf der Pfarrer Ausfeld einen Vortrag„ 3ur Reform des biblischen Geschichtsunterrichts" hielt. Er wandte sich gegen die modernen Reformbestrebungen, die in der Verkürzung des Unterrichtsstoffes, sowie des Memorierstoffes ein Heil erblicken. * Sein 45jähriges Arbeitsjubiläum im Dienst der Eisenbahn- Betriebswerkstatt beging der Schmied Georg 3eider. * Der Ballon Marburg" landete zur gro= Ben Ueberraschung der Landbevölkerung bei Wernswig. Sämtliche Zuschauer halfen bei der Landung des Ballons fräftig mit. Der Schaden auf den Kartoffel feldern soll von den Insassen des Ballons gut bezahlt worden sein. Die neue Wahlkreiseinteilung, die von der linksstehenden Presse im Anfang als ein Machwerk des Zentrums diskretiert werden sollte, bedeutet zweifelund los eine weit gerechtere Verteilung der Mandate eine gerechtere Einteilung der Wahlbezirke, als die seitherige tendenziöse Wahlkreiseinteilung aus den 70er Jahren. Auch unter der neuen Wahlkreiseinteilung werden die Bäume des Zentrums nicht in den Himmel wachsen; keinesfalls wird das Zentrum auch fortan soviele Mandate erhalten, als ihm nach der Zahl der im * Etwas viel. Durch die abermalige Vermehrung der Uniformabzeichen der preußisch- hessischen EiLande abgegebenen Zentrumsstimmen von Rechtswegen zukommt. Der Besitzstand der Parteien wird sich wesent- senbahnbeamten hat jetzt ein Oberbahnmeister, der zu lich nicht verändern. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 17. Juni. * Wie und wann sollen unsere Kinder Obst essen? Kirschen liegen leicht schwer im Magen, da sie außerordentlich wasserhaltig sind, und von den Säften schwer verdaut werden können. Sollen die Kirschen dem Kindermagen nicht schaden, so dürfen sie nicht allein, sondern mit Brot gegessen werden. Ist das Brot mit Butter gestrichen, so wird die Verdaulichfeit noch erhöht. Kurz vor dem Schlafengehen sollen sie nie ma Is Obst genießen. Erdbeeren werden leichter verdaulich, wenn man sie einzuckert und vom Zucker durchziehen läßt. Niemals sollte man Erdbeeren mit ungekochter Milch oder Sahne genießen, da dies zu Verdauungsstörungen führen kann. Auch hier erhöht sich die Verdaulichkeit des Obstes, wenn es mit Butterbrot genossen wird. Alles Obst muß sorgfältig gewaschen, abgetrocknet und gereinigt werden, soll es keinen Schaden verursachen. Am besten verdaut wird das Obst, das am Tage gegessen wird. Im Restaurant„ Liebigshöhe" findet morgen aus Anlaß der Eröffnung der Sommer- Saison großes Garten- Konzert statt. am gleich den für ihn ganz unpassenden Titel„ Rechnungsrat" führt, nicht weniger als 16 Uniformabzeichen Rocke. Nämlich: An jeder Seite des Kragens 3 Sterne gleich 6, auf jeder Seite des Kragens ein Winkelmaß gleich 2, auf jedem Achselstück 2 Sterne, 1 Wappenschild, 1 Rosette gleich 8, zusammen 16 Abzeichen! * Gesellschaftsreisen. Eine neue Art der Führung bei Gesellschaftsreisen bereitet die Deutsche Kanzlei vor. Es werden bei den geplanten Reisen in die preußische Ostmark und zur Ostdeutschen Ausstellung in Posen Männer die Führung übernehmen, die mit Land und Leuten in Geschichte und Gegenwart vollkommen vertraut sind. Wegen der Reisen, die auch in das Gebiet der Ansiedelungskommission führen werden, wende man sich an die Deutsche Kanzlei, Berlin SW. 11. Die Kosten für die zwölftägige Reise( Berlin über Posen nach Danzig) schwanken zwischen 170 und 190 Mart, je nach Wagenklasse. Zeitpunkt der Reisen: 8. bis 19. Juli, 9. bis 20. August, 30. August bis 10. September. Klein Linden, 17. Juni. In diesem Sommer finden hier mehrere Feste statt. Nächsten SonnBeiträge zur Geschichte der Umgegend von Friedberg, Bad Homburg, Frankfurt, Hanau, Heldenbergen, Langenbergheim, Echzell, Wohnbach, Hungen, Gießen, Butzbach und Bad Nauheim. Auch dieser dritte Band wird eine Fundgrube für die hessische und insbesondere der Wetterauer Geschichte sein, und zugleich ein beredtes Denkmal für den Geist, der in der aufblühenden ehemaligen freien Reichsstadt Friedberg herrschte. Schlitz, 16. Juni. Unser altertümliches, burgengekröntes Städtchen, das sich des öfteren schon des Kaiserbesuches erfreuen durfte, ist der Festort des 38. Gauturnfest e s. Hessens Turner, neben den StunDen ernsten Strebens, wahre Festfreude zu bereiten, darin wetteifern der festgebende Verein, die Festausschüsse und die gesamte Bürgerschaft. Die Zahl der Freifügung stehen, und von Massenquartieren Abstand gequartiere ist so groß, daß allen Turnern solche zur Vernommen werden kann. - Darmstadt, 17. Juni. Der in weiten Kreisen bekannte Oberamtsrichter Dr. Seibert- Höchst i. D. ist plötzlich einem Schlaganfall erlegen. Der Verstorbene hat sich große Verdienste um den Odenwaldklub und besonders um dessen Wegmarkierung erworben. Er weilte bei seinem Sohne in Mühlheim a. d. Ruhr zu Besuch und dort hat ihn der Tod ereilt. * Darmstadt, 17. Juni. Der hessische Viehhändlerverein tagte am Donnerstage im„ Raisersaale". Der Syndikus des deutschen Viehhändlerverbandes, Scholtz- Berlin, hielt einen Vortrag über Viehhandel und Viehseuche. * Darmstadt, 17. Juni. Infolge der Maulund Klauenseuchegefahr wird der seit 10 Jahren alljährlich Mitte Juli hier abgehaltene Zentralziegenmarkt dieses Jahr ausfallen. * Weilburg, 17. Juni. Der„ Nassauer Hof" ging zum Preise von 105 000 Mark an Brauereibesitzer A. Kurz und Weinhändler R. Moser über. Bestellzettel. Unterzeichneter bestellt hiermit 1 Eremplar der Gießener Zeitung" für das 3 Quartal 1911 zum Abonnementspreis von Mk. 150 Name: Straße: den........... ten 1911 Blumentag und Heimarbeiterelend. In vielen deutschen Städten haben in den letzten WoHen sog Blumentage für die Kriegsveteranen stattgefunden. Es waren Tage fröhlichen und, wie die Erfolge zeigen, fruchtbaren Wohltuns. Woher kommt sie alle, die leichte Ware dieser Tage, dieses zierlichen Verkaufes, óteses heiteren Kaufes, dieses ganzen fröhlichen Handels? Die Frage weist täh weg von dem Itchten Spiel des Blumentages auf eines der düstersten unseres sozialen Lebens. Nur die saure Arbeit und die schmalen Löhne der Heimarbett, hier insbesondere der weiblichen Heimarbeit, ermöglichen den so fast wunderbar reichen Erfolg dieser Blumentage. Nicht als ob die Blumentage das Elend der Heimarbeiterinnen erst erzeugten, oder auch nur förderten. Wohl aber läge es nahe, aus Anlaß dieser heiteren Tage vor allem einmal auch ber Aermsten zu gedenken, die in dem ewigen Dunkel lauern, daraus diese Tage und ihr Spiel flüchtig aufleuchten. Frau Gnaud- Kühne, eine Mitkämpferin in dem mühevollen Ringen um die Linderung des Heimarbeiterfammers, gibt, wie wir in der„ Tgl. Rdsch." lesen, eben in einem Artikel über die Arbeit und Entlöhnung der Blumenmacherinnen für die Blumentage ein paar Tatsachen und Zahlen, die Jeden, der nicht überhaupt einigermaßen die Zustände in der Hausindustrie kennt, jäh erschrecken müssen. Welches krasse Gegenspiel. Die Verkäuferin am Blumentage„ verdient" mit einer freundlichen Handbewegung einen Groschen. In einer Minute verkauft sie, wenn das fröhliche Geschäft geht, zwölf Blumen für hundertzwanzig Pfennige. Und nun ein Blick in eine der Dachkammern, wo ihnen die Ware geItefert wird. Frau Gnauck- Kühne gibt aus einem Besuch dort diese Szene: wenn noch hinzukommt, was Frau Gnaud- Kühne fordert: Die Aufwendung eines billigen Teils vom Gewinn dieser Tage zugunsten der Heimarbeiterinnen. Unter allen darf man sie am wenigsten einfach auf den Weg der Selbsthilfe verweisen wollen, unter allen bedürfen sie am meisten noch der werktätigen Hilfe. Rundschau vom Cage. Politisches. Der letzte Abschnitt der diesjährigen Tagung des An preußischen Landtages hat am Freitag begonnen. diesem Tage nahm das Herrenhaus, das mit der Beratung noch weit zurück ist, seine Sigungen wieder auf; am Montag oder Dienstag wird wohl das Abgeordnetenhaus folgen. Hier hofft man bis zum 22. Juni mit allem gesetzgeberischen Stoff, der beide Häuser angeht, aufzuräumen und bis zum 30. Juni gedenkt man in beiden Häusern fertig zu werden. Das wird wahrscheinlich nur möglich sein, wenn auf die eine oder andere strittige Vorlage für diese Session verzichtet wird. Man glaubt, daß z. B. das Pflichtfortbildungsschulgesetz zu diesen Vorlagen gehören wird. ,, Wie lange haben Sie denn an dem Vorrat dort gearbettet?" fragit du.„ Zwei Stunden," antwortet sie. Und wieviel sind es?"" Das dort sind zwölf Dußend." Zwölf Duhend in zwet Stunden, das ist fa enorm!"" Ja," meint fte, ich mache immer Kornblumen und hab's zu großer Gechicklichkeit gebracht."" Und wieviel bekommen Sie für diese Arbeit?"" Sieben Pfennig. Meine Freundin kriegt acht Pfennig, die arbettet für ein anderes Geschäft, meine Schwefter friegt sogar zehn Pfennic. Aber Hei solch guten Geschäften ist schwer ankommen, die sins überlaufen." Sieben Pfennigacht Pfennig- zehn Pfennig," wiederholst du ungläubig. Dann schüttelst du mit dem Kopfe:„ Ich meine für das ganze Gros?"" Sieben Pfennig", wiederholt ste und nickt dabei bekräftigend mit dem Kopfe. Jezt sprichst du laut und trennst jedes Wort in der Meinung, daß ste bekommen Ste · fürfalsch verstehe:" Wieviel Ihre zwölf- Dußend?"" Sieben Pfennig," wiederholt fie ebenso fräftig, zuckt die Achseln uni seufzt: Ich verdiene ote Stunde 8% Pfennig, ich habe es ja auf sechs Duzend In der Stunde gebracht." - Wahlvorbereitungen. Wie aus Worms gemeldet wird, beabsichtigen nationalliberale Kreise im Wahlkreis Worms= Heppenheim- Wimpfen, dem Reichstagsabgeordneten FreiHerrn von Heyl, der bekanntlich wegen seiner Stellung zur Erbschaftssteuer im Jahre 1909 aus der nationalliberalen Partei ausgetreten ist, bei der nächsten Wahl einen Gegenfandidaten in der Person eines angesehenen Mitglieds der nationalliberalen Partei gegenüberzustellen. Dieses Vorgehen soll nach einer Meldung der Wormser Postzeitung im Einverständnis mit einer größeren Anzahl von Parlamentariern der nationalliberalen Partei erfolgen. Da schlägst du die Hände vor Schrecken zusammen, ich stehe stumm daneben, und so findet uns eine andere Blumenarbeiterin, die eben eintritt, einen großen Korb voll Bevkojen am Arm. Ste will die Freundin bitten, ihre Tochter zum Abliefern mitzunehmen, oder selbst den Korb für fie Hinzutragen. Unsere Arbeiterir teilt der Eingetretenen mit, wie erstaunt wir über den geringen Verdienst sind. Da öffnet sie den Korb.„ Volle zehn Stunden habe ich mit meinen Kindern an diesem Auftrag gearbeitet, und wenn Ste mitgehen ins Geschäft, werden Sie sehen, was ich dafür erhalte."" Nun, und wieviel ist's?" fragst du gespannt. Fünfatg Pfennig."" Fünfzig Pfennig für zehn Stunden fleißiger und geschickter Arbeit," wiederholst du, als könnteft du es nicht fassen, das wäre ja entsetzlich! Das ist ta unmöglich!" bens bedarf es für jeden Stand der vollsten Freiheit im Verkehr." Das vorliegende Gesamtresultat der bisherigen öster. reichischen Reichsratswahlen ergibt für 449 vorgenommene Wahlen 251 endgültig gewählte Abgeordnete, 171 Stich wahlen und 14 zweite Wahlgänge, leztere in Galizien mit zusammen 27 Mandaten. Zur Vervollständigung des Haus fes auf 516 Mandate sind noch 67 Mandate in Galizien und Dalmatien zu besetzen. Der Besitzstand der Parteien stellt sich bisher folgendermaßen: Die Christlich- Sozialen besitzen 68 von 96 im letzten Reichsrat innegehabten Mandaten, die Tschechen 55 von 84, die Deutschfreiheitlichen 47 von 79, die Sozialdemokraten 44 von 87, Südslawen 28 von 37, Polen 14 von 72, Jtaliener 12 von 15, Bukowinaer Ruthenen 5 von 5, Rumänen 5 von 5, Wilde 4 von 13. Eine Revision der preußisch- hessischen Eisenbahngemeins schaft. Wie der„ Boss. 3tg." aus Darmstadt gemeldet wird, nahm der Finanzausschuß der zweiten hessischen Kammer einen Antrag des Zentrums einstimmig an, wonach die Regierung ersucht werden soll, bei Zusammentritt des nächsten Landtages zur Klärung der seit Jahren über die Revision des Gemeinschaftsvertrages in der Oeffentlichkeit behandelten Frage dem Landtag eine genaue Uebersicht über die auf den hessischen Linien der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft seit Bestehen des Vertrages eingetretenen Betriebssteigerungen und die dadurch bedingte Werterhöhung vorzulegen. Auf einen Umschwung in Deutschlands Marokkopolitit rechnet man jetzt in Paris, in der Annahme, daß die politischen Stimmungen in Berlin ebenso rasch wechseln könnten wie anderwärts. Das Pariser Kabinett soll nach dem ,, Echo de Paris" der deutschen Regierung mitgeteilt haben, es werde seinen früheren Erklärungen treu bleiben, das heißt, die Franzosen würden Fez räumen, sobald es die Ereignisse irgend gestatteten. Frankreich würde freilich immer die Stunde, die ihm richtig schiene, sich vorbehalten und sich nicht eher zurückziehen, als bis es volle Gewißheit habe, daß die Ereignisse, die sein Eingreifen veranlaßten, sich nicht wiederholen würden. Diese Versicherungen hätten in Berlin eine sehr günstige Aufnahme gefunden. In der Auslegung des Verhaltens der deutschen Regierung bei Entgegennahme dieser Mitteilungen, hat das franzö sische Blatt sich von seiner Neigung zum Optimismus vielleicht allzu sehr hinreißen lassen. Für Deutschland liegt zurzeit gar fein Grund vor, seinen abzuwartenden Standpunkt in der marokkanischen Frage zu verlassen, und daran fönnen bloße Erklärungen der Pariser Regierung nichts ändern. Zu den angeblichen Regierungsverhandlungen mit der Sozialdemokratie über die elsah- lothringische Verfassungsreform schreiben die" Berl. Polit. Nachr.“:„ Nachdem bereits vor einiger Zeit kategorisch in Abrede gestellt ist, daß der Reichskanzler den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr.Frank zu sich beschieden habe, um mit ihm über die elsaßLothringische Verfassungsfrage zu verhandeln, taucht jetzt die Nachricht auf, der Reichskanzler habe den Unterstaatssekretär Wahnschaffe zu Dr. Frank in dieser Angelegenheit gesandt. Auch diese Version trifft, wie uns von parlamentarischer Seite mitgeteilt wird, nicht zu. Richtig ist, daß der Unterstaatssekretär Wahnschaffe wenige Minuten einer Unterredung beigewohnt hat, die der Staatssekretär des Reichsamtes des Innern Dr. Delbrück mit Dr. Frank hatte gelegentlich einer Besprechung mit Mitgliedern der verschiedenen Parteien, die gewillt waren, den Gesezentwurf betreffend die elsaß- lothringische Verfassung zustande zu bringen." Ste steht und zuckt dtc Achseln wie die andern und Jeufzt wie fie. Dann horcht sie auf-- wir hören Kinder weinen. Meine Kleinen sind es", sagt sie ruhig und geht htnüber. Wir folgen. An einem Tische siten zwei kleine blondköpfige Mädchen, vor sich Haufen von Levkojen, die bis auf die Stiele fertig sind. Die kleinen Kinderfinger brehen Streifen um die Stiele... Als die Mutter eintritt, hört das Kleine auf zu weinen. Die Mutter wischt thr mit der Schürze das Gesicht und sagt entschuldigend zu uns:„ Es ist kein schlechtes Kind, aber nun sibt es hier fchon fett Mittag und ist müde gelt?" Das Kind weint still wetter und birgt das müde blasse Köpfchen im Kleid der Mutter. Die Mutter richtet es auf: Bald komm ich wieder, aber bis ich zurück bin, mußt du noch dem Bärberí helfen, sonst haben wir morgen nichts zu essen." Das Kind fchluchzt auf der kleine Körper zuckt noch einmal, die Händ= chen zittern, dann wischt es sie an des Mutters Schürze ab und greift zu Blumenstiel und Streifen... Man mag ein weniges an melodramatischer Stimmung hiervon abziehen. Die nackten wirtschaftlichen Tatsachen, bte toten Bahlen, die sich hier mitteilen, sind immer noch ein Stück ergreifenden Elends. Ist das nicht Grund genug, an diesen Tagen einmal dieser Blumenmacherinnen, vor allem ihrer einmal zu gedenken? In München hat der Ausschuß für die Veranstaltung der Blumentage unter Vorsitz des Oberstleutnants Rtes für seine Massenaufträge das Vierfache des ortsüblichen Lohnes bezahlt. Statt 5 Pfg. hat die Arbeiterin 20 Pfg. für 144 Stick Margeriten erhalten. Wird dieses Beispiel befolgt, so wird auch der nachbenklichere Mensch an: Blumentag seine Groschen mit une getrübterer Hetterkett ausgeben, als bisher, namentlich 1) Und dennoch. Novelle von Ernst Busolt. Nachdruck verboten. Die Arbeiterversicherung in Frankreich. In Beantwortung einiger Interpellationen betr. die Alterspensionen der Arbeiter erklärte der Finanzminister, die Regierung lehne es ab, an dem Gesetz irgendeine Aenderung vorzunehmen. Die Regierung werde jedoch im Oktober einen Gesezentwurf vorlegen, der den Versicherten die Möglichfeit gibt, im Alter von 60 Jahren die Alterspension zu erreichen. Der mehrfach angekündigte Wechsel in den preußischen Oberpräsidentenstehen soll nun, wie eine Berliner Korrespondenz von angeblich unbedingt zuverlässiger Seite" hört, sich im Herbst vollziehen. Der Posener Oberpräs sident v. Waldow suche wegen seines förperlichen Befindens ein weniger aufregendes Amt, er werde deshalb als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Freiherrn von Malzahn nach Stettin übersiedeln. Auch noch ein drittes Oberpräsidium soll frei werden, denn der Oberpräsident der Provinz Sachsen in Magdeburg, Herr v. Hegel sei zum Präsidenten der Oberrechnungskammer ausersehen. Kleine Nachrichten. Die türkische Studienreise nach Deutschland ist gestern abend in Konstantinopel von 57 Personen mit Extrazug angetreten worden. Hunderte von Personen erschienen zur Verabschiedung am Bahnhof. Im Deutschen Rundfluge haben gestern Büchner und Lindpaintner trop starken Nebels die dritte Strecke Schwe rin Hamburg durchflogen. Beide Flieger haben damit alle drei Tagesstrecken, zusammen 444 Kilometer, zurückgelegt. Am Freitag sind Schauflüge in Hamburg, am Sonnabend Hamburg- Kiel. 83 Kilometer. Wis 20 000 wärtig wi lung verft erzielte bi ihrer Gefa Jahren fü Eine fürchteten ein am R fcher, D. M Er bläft m in die Lun und Luftro wo fene fid möglich, Ste Sauerstoff wenn die S narkotische mitgeriffen, nur die no wieder dur wird auch verhütet den Stand fällt nämli öffnet, fofo Glückliches Cöln. Der Oberbürgermeister von Cöln teilte in der letzten Stadtverordnetensizung mit, daß der diesjährige Etat von Cöln einen Ueberschuß von 1600 000 Mark aufweist; das sei ein Abschluß, wie man ihn seit 30 Jahren nicht erzielt habe. Gegen die Lustbarkeitssteuern hat der Deutsche Gastwirtetag in Braunschweig in einer Resolution Stellung genommen. Es heißt darin:„ Nach dem Kommunalabgabengesetz ist den Kommunen die Befugnis gegeben zur Erhebung von Lustbarkeitssteuern. Im Laufe der Zeit has ben sich diese Steuern nicht als indirekte für die Allgemeinhelt, vielmehr als Sondersteuern für den Gastwirtestand herausgebildet. Die heute in Braunschweig zum 38. Deutschen Gastwirtstag versammelten Vertreter des deutschen Gastwirtsgewerbes erheben hiermit gegen eine derartige Sonderbelastung energischen Protest, da das Gastwirtsges werbe ohnehin schon übermäßig mit Sondersteuern beTastet ist. Zur Förderung unseres volkswirtschaftlichen Le= In der tiefen Fensternische des großen altväterisch eins gerichteten Wohnzimmers saßen an einem Augustnachmit tage zwei Personen einander gegenüber. Eine ältere Dame, wohl konserviert, mit ruhigen festen gleichmäßigen 8ügen, und ein Mann in der Sommerblüte des Lebens, thr Sohn. Der lettere, in einen niedrigen Schaufelstuhl gelehnt, schien seinen Gedanken nachzuhängen. So verfieft hatte er seiner Mutter geantwortet, ausweichend, ohne auf ihren ernsten Ton einzugehen, und mußte nun hören:„ Du scheinst alles, was ich gesagt, wieder leicht zu nehmen, Adrian. Es ist dies eine ernste Angelegenheit. Und dennoch- das leugne ich keinesfalls- ich bin ein Opferlamm comme il faut; im Besitz all meiner Zähne, Solltest guter Haare sowie noch ein paar Justonen. Du nicht schon lange seit jener romantischen Geschichte in Spa eingesehen haben, daß der Hang zum Fremden, Abenteuerlichen unter Umständen lächerlich werden kann?" Und als der Sohn die weiße Stirn fraus zog und es in seinen Augen wie 3orn aufleuchten wollte, fügte sie begütigend hinzu: Dent nur an die Situation, Adrian! Du warst damals ein Student und ste-" - Bäckerstreik in Dresden. Die Dresdener Bäcker haben gestern den Ausstand beschlossen. Es sind annähernd 800 Bäcker daran beteiligt. Zwei Millionen Mark Erbschaftsstener. Der Gesamtbetrag des in Großbritannien befindlichen Nachlasses des Barons Albert pon Rothschild beläuft sich auf 735 027 Pfund Sterling. Dafür sind in England 96 242 Pfund, also fast zwet Millionen Mark Nachlaßstener zu entrichten. Die Manl- und Klauensenche herrscht zurzeit in über 800 Gehöften der Pfalz. Am meisten ist der Bezirk Germersheim verseucht. Die Besitzer erleiden großen Schaden. Bei einem Waldbrand in der Nähe von Crefeld brannten kürzlich 3000 Morgen Waldbestand ab. Man vermutete, daß Brandstiftung vorliege. In der Tat ist jetzt der Brandstifter, ein früheres Mitglied einer Arbeiterfolonte, festgenommen worden. Neue Erderschütterungen in Mexiko haben schweren Schaden verursacht. Es fielen der Katastrophe 122 Personen zum Opfer darunter mehrere Personen, die von dem früheren Erdbeben her verwundet in den Hospitälern lagen. Eine amtliche Mitteilung gibt die Anzahl der Opfer der damaligen Katastrophe auf 1450 bis 1500 an. Ein großer Juwelendiebstahl ist in Wien verübt wor den. Unbekannte Täter drangen in das Geschäftslokal des Juweliers Mahrispl in der Währinger Straße und haben Schmuck im Werte von über 100 000 kronen gestohlen. Ein starker Wettersturz in der Schweiz hat in den hohen Berglagen eine Menge Neuschnee gebracht. Die Temperatur ist in den Höhen von 2000 Metern bis auf fünf Grad unter Null gesunken. Die Neuschneemenge beträgt gegen 40 Zentimeter. wesen, das fröhliche Spa hatte Siesta gehalten, als Adrian mit Mappe, Feldstuhl und Schirm matt und erhitzt von einem Ausflug in die weitere Umgegend heimgekehrt. Jm Schatten der Kurhauspromenaden hatte er wenige Minuten ausruhen wollen. Auf einer der Ruhebänke, über welche die schönsten, duftigsten hochstämmigen Rosen herüberntaten, hatte er wie ein müdes Kind die Augen ge= schlossen. Fremde Stimmen in nächster Nähe drangen durch seinen Schlaf. Verwirrt die Augen aufschlagend, sah er einen alten Mann und ein junges Mädchen vor sich. Die Hand leicht an den Hut gelegt, machte der Alte mit ziemlich hochmütiger Miene Anstalt, Plaz zu nehmen. Adrian sprang höflich auf und bat die Herrschaften, sich nicht stören zu lassen, und setzte sich, sein Feldstühlchen aufstellend, zu ihnen. Man dankte thm, fragte ihn, ob er Maler sei, was er verneinte; er erzählte, daß er in Heidelberg Jura studiere, während eines Teiles der Ferien mit der Mutter hier verweile, es aber leider nicht lassen könne, der Kunst ein wenig ins Handwerk zu pfuschen. Indem er so sprach, blickte er unwillkürlich nach dem jungen Mädchen hin. Es war eine Erscheinuna, wie man sie im Gewühl der Straße nicht so leicht trifft. Ein dunkelblauseidenes einfaches Kleid umspannte ihre noch sehr jugendliche Gestalt; Hände und Füße schienen wunderbar geformt. Augenscheinlich dachte sie nicht daran, wie reizend sie im Helldunkel der sommergrünen Bäume aussah. Die Mutter schwieg und nahm thre Tapisseriearbeit auf. Der Sohn blidte träumerisch in die bläulichen Rauchwolten seiner Bigarette, die als dünne geschnörkelte Linien aufstiegen. Er war wieder in Gedanken versunken, als fttege in diesen blauen Rauchwolfen thr Bild vor ihm auf. Trug fie nicht damals Blau, ein Kleid von dunkelveilchenblauer Setbe? Wo sie jetzt nur sein mochte? Ob noch fo schön, so bezwingend schön wie damals? Wie lange es boch schon her war, settdem er sie zum ersten Male gesehen? Fünf Jahre! Er gedachte seiner ersten Begegnung mit hr. Es war an einem sonnenburchglühten Sommertage ge= dieser Erde. Die slawische Abstammung war wohl das einzig Gemeinsame zwischen dem ältlichen Herrn und ihr Der mit ausgesuchtester Eleganz gekleidete Mann hatte eine unangenehme Physiognomie. Seine ausdrucksvollen dunklen Augen funkelten scharf und durchdringend, ein lauernder Zug lag um seinen Mund. Die Nase war flein und schmal. Der Schnurrbart und das graue, sehr sorgfältig frisierte Haar auffallend dünn. Vereinzelte goldig aufblizende Sonnenfünfchen leuch= teten in dem reichen braunen Haar, das zu der matten Farbe des Gesichts einen belebenden Gegensatz bildete. Die Stirn war niedrig, aber edel gebildet, die Augen groß, sammetschwarz, stest im Ausdruck wechselnd. Und doch schwebte ein Schatten über dem jungen Antlitz, den nicht einmal das liebliche Lächeln ganz zu verscheuchen vermochte, das von Zeit zu Zeit um den Mund spielte. Dieser Ausdruck von Trauer lag sogar im Licht ihrer wunderbaren Augen und schien zu sagen: Sorge und Gram habe ich kennen gelernt, und sie weichen nicht mehr von mir auf Luftdrucke einftrömen tausch unb Chirurgen Ueber wie bericht ereignete, zelheiten g befand sich Herrn von wollte. Ne Steuerte, fa auf den hin Automobil tanzlerplag befand, ger Schleudern wurde in di Bordschwelle biegen woll Der Anprall außerdem w Kronpring u In das Anschauen des jungen Mädchens vertieft, hatte Adrian die Unterhaltung ganz ins Stoden geraten lassen. Er fühlte es, und indem ein eleichte Röte auf seine Stirn) trat, erkundigte er sich, ob die Herrschaften während der ganzen Saison hier seien. Ein neugierig listiger Blid des unheimlichen Alten streifte ihn, als er Adrian erwiderte, er treffe nie lange vorher Reisedispositionen, würde aber schon in nächster Zeit Spa verlassen. Das Spiel hier sek ihm unangenehm, es bringe Elemente in di eBadegesell schaft, mit denen es fatal set, in Berührung zu kommen. Da lobe er sich die deutschen Bäder, in denen man endlich mit dem Spiel aufgeräumt habe. Der Alte bemühte sich sichtlich, einen wohlwollenden Ton anzuschlagen, und fragte, ob Adrian auch schon sein Glück versucht? Nein? Das nehme ihn wunder. Es sei das ein Zeichen von Charakter: festigkeit. Er solle sich dieselbe nur fernerhin bewahren. Spielsäle seien brennende Kerzen. Die Opfer die Schmetterlinge... Wie, Virginie? Selme floger feure aber m eine gegen d Nachdem fich nights Ernst jutanten ein fahrende Au palais bracht Beide erhoben sich und schritten, nach leichter Verneigung gegen Adrian, dem Kurhause zu. Den ganzen Tag über und in der Nacht träumte der junge Student pon jenem schönen Mädchenantlik. Adrian van der Landen war ein ernstangelegter Charakter, der viel von der starren holländischen Willensfestigkeit seines Vaters in sich aufgenommen hatte. Die Mutter, eine streng und in flöſter= licher Stille erzogene Norddeutsche, würde sein Wesen sicherlich nicht zu mildern vermocht haben, hätte nicht die Phantasie, jene goldene Tochter des Himmels, sich lächelnd über seine Wiege geneigt. ( Fortlekung folat.) tomobil gege Wagen, der Meter in die ausgeschleude Die Best den städtische widelt find, Tagesgespräd ben, von den für Straßend toloffale Sur namentlich bereichert ha ein beträchtl lich beschlag er ein viel Wirklichkeit Spruch gelten Ein Gesuch Mart aus d Gericht abge Unredlichkeit But Feststell deren mehre Reflenich fef Hattgefunden Der älte mofchel in de pel", wie er leines 105. htiger Na Bitefte Mann Deutschlands Don 105 Jah war Boppel unternehmen dings hatten Jahren etwa erinnerte fid Die Franzose berlangte de trinten. A Neustadt a. lo wie ich, e werdet ihr a Hingefchieden English Tungsgefellid Versicherungs feftfimteiten Bahlen muß. einer Estrad legt wird, Beim Eintr dem Versiche u feinem G bis zur Wie pro Woche Schutz Berjammlun nommen, w Derhaftete Hig verurtei Bervollstän haben. Ein Jofort Einj lung benutz ethett Im en after enommene 71 Sti tzien mit des Hau Galizien Parteien Sozialen ten Man tlichen 47 Tamen 28 tominaer Don 13. ottopolitit die poli jeln tönn nach dem ilt haben, iben, das Id es die reilich im orbehalten Gewißheit ranlaßten, ngen hät anden. Regierung as franzö smus viel land liegt en Stand und daran ung nichts In Beant spensionen Regierung erung vor ober einen Möglich pension zu Ist gestern Extrazug hienen zur ichner und ede Schwes damit alle urückgelegt. Sonnabend von Cöln it, daß der on 1600 000 n ihn feit äder haben ähernd 800 Der Gesamt chlaffes des auf 735 027 242 Pfund, entrichten. Seit in über Bezirk Ger en Schaden. efeld brann n vermutete, der Brand folonte, fest en schweren The 122 Per en, die von Hofpitälern hl der Opfer verübt wor nt. äftslokal des Se und haben gestohlen. hat in den ebracht. Die tern bis auf neemenge be ar wohl das errn und ih Mann hatte usbrudsvollen Dringend, ein afe war flein ue, fehr forg vertieft, hatte geraten laffen uf feine Stin während de tiger Blid be lan erwidert n, würde abe Spiel hier of eBabegele ng zu tommen en man endi e bemühte f en, und fragte Nein? Das von Charatter hin bewahren Ter die Game Teichter Ver Den ganzen. e Student von an der Landen von der ftarrer ts in fich auf und in flöfter De fein Wefen hätte night bie els, fich lächelnd artlekung folgt Wissenschaft, Runst und Literatur. 20 000 Mark für einen Brief der Maria Stuart. Gegenwärtig wird in London eine berühmte Autographensammlung versteigert. Den höchsten Preis, nämlich 20 500 Mart, erzielte bisher ein Brief der Königin Maria Stuart aus threr Gefangenschaft. Der Sammler hatte den Brief vor Jahren für 42 Mark erstanden. Eine neue Form der künstlichen Atmung. Um den gefürchteten Atemstillstand in der Narkose zu verhüten, hat ein am Rockefeller- Institut in Neuyork arbeitender Forscher, D. Melzer, eine interessante neue Methode angegeben. Er bläst während der Betäubung einen Strom Druckluft in die Lunge vermittelst eines Rohres, das durch Kehlkopf und Luftröhre ganz tief bis an die Stelle vorgeschoben wird, wo fene fich in die zwei Bronchien teilt. Dadurch wird es möglich, die Bunge zu ventilieren, d. b. den Lungenbläschen Sauerstoff zuzuführen und Kohlensäure herauszuleiten, auch wenn die Atemmuskeln nicht mehr in Tätigkeit sind. Das narkotische Mittel, z. B. der Aether, wird von der Druckluft mitgerissen, schneller an die Lunge gebracht und dort wird nur die notwendige Menge absorbiert, der Rest aber wird wieder durch die Rückströmung der Luft mitgeriffen. So wird auch eten Ueberladung des Organismus mit Aether verhüttet Durch diese Methode wird der Chirurg ferner in den Stand gefeßt, an der Lunge selbst zu operieren. Diese fällt nämlich, wenn man den Brustsack, in dem sie hängt, öffnet, sofort zusammen und kann infolge des vermehrten Luftdruckes, der auf ihr lastet, nicht mehr atmen. Durch die einströmende Druckluft aber geht der notwendige Gasaustausch unbehindert weiter. So eröffnet das Verfahren dem Chirurgen ein weites Feld der Tätigkeit. Vermischtes. Ueber den Automobilunfall des Kronprinzen, der sich, wie berichtet, am Donnerstag vormittag in Charlottenburg ereignete, werden in Berliner Blättern noch folgende Einzelheiten gemeldet: Der Kronprinz tam von Potsdam und befand sich auf dem Wege zum Reichskanzlerpalais, wo er Herrn von Bethmann Hollweg einen Besuch abstatten wollte. Neben dem Kronprinzen, der den Wagen selbst Steuerte, saß sein Adjutant, während die beiden Chauffeure auf den hinteren Sizen Platz genommen hatten. Als das Automobil aus der Döberizer Heerstraße bei dem Reichsfanzlerplatz in den Kaiserdamm in Charlottenburg ein biegen wollte und sich nahe bei dem Untergrundbahnhof befand, geriet der Wagen plötzlich an der Kurve ins Schleudern und stellte sich quer über den Fahrdamm. Er wurde in dieser Stellung etwa 15 Meter weit, bis an die Bordschwelle, und dann gegen eine Laterne geschleudert. Der Anprall war so heftig, daß das rechte Hinterrad brach; außerdem wurde die Tür eingedrückt und zersplittert. Der Kronprinz und sein Adjutant blieben unverletzt; nur ihre Helme flogen auf den Straßendamm. Die beiden Chauffeure aber wurden aus dem Wagen geschleudert, wobei der eine gegen die Laterne fiel und leichte Verletzungen erlitt. Nachdem sich der Kronprinz davon überzeugt hatte, daß nichts Ernstliches geschehen sei, bestieg er mit seinem, Adjutanten eine Pferdedroschke und bald darauf eine vorüberfahrende Automobildroschke, die ihn zum Reichskanzlerpalais brachte. Ein glüdlicher Zufall war es, daß das Automobil gegen den Laternenpfahl fuhr; sonst hätte der Wagen, der sich auf der einen Seite bereits nahezu zwei Meter in die Höhe gehoben hatte, sämtliche Insassen herausgeschleudert. Die Bestechungsaffäre in Barmen, in welche die betden städtischen Straßenmeister Luther und Froschke verwidelt sind, bildet in der Stadt Barmen noch immer das Tagesgespräch. Die unlauteren Manipulationen der betden, von denen wir bereits meldeten, sind bei Lieferungen für Straßenarbeiten und Löhnungen erfolgt. Es werden Tolossale Summen, mehrere 100 000 M, genannt, um die namentlich Luther sich zum Nachteil der Stadt Barmen bereichert hat. Luther, der im 76. Lebensjahre steht, hat ein beträchtliches Vermögen angesammelt, welches gerichtlich beschlagnahmt worden ist. Es stellte sich heraus, daß er ein viel zu niedriges Vermögen verteuerte, als er in Wirklichkeit besaß. Die Steuerbehörde wird ihren AnSpruch geltend machen, der sich auf mehrere 1000 M beläuft. Ein Gesuch Luthers, ihn gegen eine Raution von 130 000 Mark aus der Untersuchungshaft zu entlassen, wurde vom Gericht abgelehnt. Froschke ist weniger als Luther an den Unredlichkeiten beteiligt. Die Ermittelungen haben auch zur Feststellung von Mitschuldigen geführt. Es kommen deren mehrere in Betracht. Gestern wurde der Aufseher Ressenich festgenommen. Zahlreiche Haussuchungen haben stattgefunden. Viele Bücher wurden tonfisziert. Der älteste Mann Deutschlands gestorben. In Obermoschel in der Rheinpfalz ist am Dienstag der„ Alte Boppel", wie er im Volksmunde hieß, furz vor Bollendung feines 105. Lebensjahres gestorben. Der alte Herr, sein richtiger Name war Jakob Boppel, galt nicht nur als der älteste Mann Bayerns, sondern als der älteste Mann ganz Deutschlands. Am kommenden 24. Juni hätte er ein Alter von 105 Jahren erreicht. Noch bis kurz vor seinem Tode war Boppel imstande, täglich einen Spaziergang zu unternehmen. Er konnte noch lesen und schreiben, allerbings hatten das Gehör und die Augen in den letzten Jahren etwas gelitten. Von Beruf war er Wagner. Er erinnerte sich noch lebhaft der Zeit, als im Jahre 1812/13 die Franzosen, durch die Pfalz kamen. Tief in der Nacht verlangte der alte Herr manchmal noch seinen Wein zu trinken. Als ihm vor einigen Jahren der Gesangverein Neustadt a. d. 5. ein Ständchen brachte, bemerkte er: ,, Lebt dann so wie ich, eßt so wie ich und trinkt so wie ich, werdet ihr auch so alt wie ich!" Die Eltern des nun Dahingeschiedenen sind beide über 90 Jahre alt geworden. - Englische Geschäftstätigkeit. Eine englische Versicherungsgesellschaft hat die geniale Idee gehabt, kurzfristige Versicherungspolicen gegen Unfälle während der Krönungsfestlichkeiten anzubieten, für die der Versicherte 10 Mark zahlen muß. Wenn er während der Feste durch Umfallen einer Estrade oder einen sonstigen Unglücksfall tödlich verlegt wird, so wird die Summe von 10 000 Mark fällig. Beim Eintritt lebenslänglicher Arbeitsunfähigkeit wird dem Versicherten eine Rente von 250 Mark monatlich bis zu seinem Ende gezahlt. Bet leichteren Verlegungen wird bis zur Wiederherstellung ein Schadenersatz von 15,5 Mark pro Woche vergütet. Schutz vor dem Verbrecheralbum. Die gesetzgebende Versammlung des Staates Neuyork hat ein Gesetz angenommen, wonach es in Zukunft bet Strafe verboten ist, verhaftete Personen zu photographieren, bevor sie endgültig verurteilt worden sind. Wegen dieser Erschwerung der Bervollständigung des Verbrecheralbums hat die Polizei ofort Einspruch erhoben. Sie wird indes feinen Erfolg haben. Einer der Redner in der gesetzgebenden Versammlung benutzte die Gelegenheit, um den Neuyorker Anwaltsstand den engherzigsten und korruptesten zu nennen, der jemals vorgekommen sei. Das Neueste von der Pariser Mode. Der enge StraBenrock der Pariserin hat neuerdings eine Ergänzung in zwei geraden, glatten, schürzenartigen Lappen gefunden, die vorn und im Rücken bis zum Saum herab den Rod begleiten und beim Gehen immer munter hin und her flie= gen. Diese Lappen sind das charakteristische Merkmal der Rod- und Kleidermode 1911. Die Röcke, die zu Beginn des Frühlings doch wieder eine bedenkliche Tendenz zeigen, sehr eng und namentlich nach unten zu enger werden, um= Spannen die Figur etwa so, wie dies die Röcke der Altenburger Bäuerinnen tun. Dabei sind sie oft so kurz, daß auch bei Damen, die die Vierzig schon weit überschritten haben, das halbe Bein mindestens beim Gehen sichtbar wird. Man kann sich denken, daß die Silhouette einer so beleideten Frau nicht gerade zu den schönsten gehört, was die Pariser Mode in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat; besonders ist die Rück- und Seitenansicht einer so eingeschnürten Figur wenig hübsch und ästhetisch. Man hat also in den Gurtsaum, der beinahe immer in Prinzeßform geschnittenen Röcke vorn und hinten eine schmale Bahn eingelassen, die, von oben bis unten gleich breit bleibend, lose über den Rod niederfällt und höchstens unter Hüfthöhe rechts und links mit zwei Stichen befestigt wird. An Schneiderkleidern aus Tuch, Atlas und leichten Wollengeweben ist das die übliche Form der Rodgarnierung geworden. Bei manchem wirkt dieser Lappen im Rodrüden wie eine Fortsetzung des Frackschwanzes, der in einem Stück von der furzen geraden Jade hinten hinunter fällt. AnSommerkleidern aus Wollbatist, Voile, Canevas, Schantung usw., usw., die beinahe durchweg in gestreiften, am liebsten schwarz- und weißen Musterungen auftreten, und die ohne Jacke und in einem Stüd als Prinzeßröde mit angesetztem Mieder gearbeitet werden, wobei eine Schnur sich gürtelgleich um den oberen Rand des Prinzeßroces zieht, fällt der bededende Lappen gleichfalls vom Gürtelansaz aus nieder. Manchmal wird das Mieder in Fradform gearbeitet und während vorn der Lappen wegbleibt, verlängert sich im Rücken der Frackschwanz bis zum Rocksaum. Besorgnisse um das Schicksal des Ingenieurs Richter. Ein türkischer Abgeordneter in Konstantinopel, der das Olympgebiet kennt, äußerte sich über den Verbleib Richters wie folgt: Einen Kenner der ziemlich schematischen Räuberpraktiken im griechischen Grenzgebiet muß es mit ernster Sorge erfüllen, daß Richter noch immer nicht freigelassen ist. Aus dem Umstande, daß die Räuber bisher mit keinerlei Forderungen hervorgetreten, und auch nicht auf etnem Umwege( den sie in der Zwischenzeit leicht hätten finden können) wegen ihres Gefangenen in Fühlung mit den Faktoren getreten sind, die an seiner Auslieferung Interesse haben, muß man schließen, daß ihnen ihr Opfer auf trgend eine Weise entgangen ist, und daß sie sich nun nicht mehr getrauen, Fühlung zu suchen. Sie haben keinerlét Interesse, das Geschäft so langsam abzuwickeln, im Gegenteil haben sie bisher ihre Ansprüche sehr prompt geltend gemacht. Ich kann mich der Befürchtung nicht erwehren, daß Richter entweder in einer Auseinandersetzung mit den Räubern zu Schaden gekommen oder diesen entlaufen und sich in dem wilden, unwegsamen Gebirge, wo selbst für den Einheimischen die Verprovianttering schwer ist, verirrt hat. Vielleicht ist er entfräftet und versucht vergeblich, sich in zivilisierte Gegenden zurückzufinden. Um ihn zu retten, müßte die türkische Regierung Jen Räubern sofort völlige Straflosigkeit und eine hohe Prämie für die Herbeischaf= fung Richters amtlich zusichern. Die Räuber des Jenaer Ingenieurs Richter. die ihre beiden Berichte in das Gerichtegebäude von Glassona durch das Fenster warfen, forSern außer einem Lösegeld von 50 000 Mark verschiedene Wertgegenstände. Sobald alles bereit jet, sollen die Behörden Hirten verständigen, worauf dann die Räuber den Ort angeben würden, wo das Lösegeld zu hinterlegen set. Die Orgel des Rupfertönigs. Die kostbarste und vollfommenste Sausorgel der Welt schmückt das prächtige Haus des amerikanischen Multimillionärs und Senators Clark in Montana, dessen Kupferminen einen unversiegbaren Dollarstrom in seine Taschen fließen lassen. Vor kurzem hat der Kupfertönig seine Freunde eingeladen, um ihnen dieses Wunder der Orgelbaukunft zu zeigen. 4000 Pfei fen, 61 Register und 4 Manuale besitzt das Instrument, das ca. 800 000 Mark gekostet hat. Das Echowerk weist 600 Pfeifen und 10 Register auf. Die Orgel wird elektrisch betrieben und ist in Amerika gebaut worden. Carnegie, Schwab und einige andere amerikanische Milliardäre be= figen ebenfalls Orgeln in ihren Palästen. Jeder von ihnen hat selbstverständlich auch einen Organisten, der in stillen Stunden die Sorgen der Goldmagnaten durch sein funstvolles Spiel zu verscheuchen hat. Mr. Clark besitzt übri gens auch ein kostbares Museum, dessen Sammlungen einen Wert von 20 Millionen Mark repräsentieren. Flieger and Aberglaube. Die deutschen Flieger, die augenblicklich thre bewunderungswürdigen Leistungen ausführen, werden nicht überall mit dem gleichen Enthusiasmus aufgenommen, wie tn den Städten, wo sie starten, und wo ihre Ankunft und ihre Abfahrt vom Publikum mit Spannung und Interesse erwartet wird. Der„ Inf." gehen einige Stimmen aus den Volkskreisen zu, die die Meinungen derjenigen Menschen zum Ausdruck bringen, welche von den modernen Flugfahrzeugen durchaus nicht erbaut sind, oder aber die von dem Dasein der Flugmaschinen überhaupt nicht unterrichtet find. Denn es gibt eine Anzahl von Leuten, so unwahr scheinlich es auch klingen mag, die die Einrichtung eines Aeroplanes überhaupt nicht kennen, nicht wissen, daß ein solcher Gegenstand existiert, und in der modernen Welt etne Rolle spielt. Bei den verschiedenen Zwischenlandungen, die einige Flieger infolge von Defekten der Motore oder Benzinmangel vornehmen mußten, hatten nun einige von diesen Menschen Gelegenheit, zum ersten Male ein Flugfahrzeug zu erspähen ohne aber zu wissen, was es denn eigentlich bedeuten könne. So wird mitgeteilt, daß eine Frau, die den Flug von Lindpaintner von Magdeburg nach Schwerin etnige Sekunden lang beobachten konnte, während sie auf dem Felde arbeitete, sich auf die Erde warf, das Gesicht mit beiden Händen bedeckte, und mit verzweifelter Stimme rief: In des Heiligen Namen verdammter Teufel, weigere ich mich, Dir zu folgen. Ich habe nicht gesündigt, ich bin fleißig und gehe in die Kirche, Du hast nicht das Recht, mich hinwegzuraffen." In diesem Augenblick muß der Aeroplan fich wohl etwas tiefer gesenkt haben, jedenfalls hörte dte Frau die Propeller surren, sah ihn wohl auch, als sie sich wieder aufrichtete, in der Sonne blinken, und glaubte, das jüngste Gericht set hereingebrochen. Schreiend lief sie in das Haus, aber auch dort konnte sie niemand von ihrem Wahne befreien, denn ihre Angehörigen wußten ja selbst nichts von Flugschiffern und Flugfahrzeugen. Zufällig fam der Pastor des Weges daher, hörte das Lamentieren und trat in das Saus ein. Er war sich über den„ Teufel" sehr bald flar, batte er doch selbst den Flieger mit eigenen Augen gesehen. Er versuchte die Vente zu belehren, es gelang ihm aber nicht, und der einzige Erfolg seiner Bemühungen war, daß die Bauern an den Worten des Herrn Pastors zu zweifeln begannen. Auch einige der anderen Flieger, welche die Fahrt von Magdeburg nach Schwerin gemacht hatten, wurden von et nem Teil der Bevölkerung als Begleiter des Teufels betrachtet. Nicht weit von Schwerin arbeitete ein biederes altes Männlein in seinem Garten, als es durch das Ge räusch des Propellers veranlaßt wurde, in die Höhe zu schauen. Niemand anderes, wie der leibhaftige Gottseibeinne fonnte es sein, der da auf dem Stahlrosse durch die Lüfte geritten fam, und er erschien selbstverständlich, um das Bäuerlein zu holen. Der Mann eilte nach Hause, schrieb seinen letzten Willen auf und legte sich zu Bett, um den Sensenmann zu erwarten. Keine Belehrung, nicht einmal- eine Vorlesung, aus der Zeitung entnommen, vermochte ihr zu überzeugen. Drabinachrichten und neuestes. Ein Prozeß gegen den König von Preußen verloren. Hannover, 6. Juni. In dem Prozeß des ehemalt. gen Kapellmeisters Bruck vom hiesigen Königl. Theater gegen den König von Preußen als Inhaber der Bühne ist heute das Urteil dahin gefällt worden, daß Brud mit seinen sämtlichen Ansprüchen abgewiesen wird und ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt werden. Durch Zengenaussagen ist festgestellt worden, daß Bruckt sich einer Achtungsverletzung gegenüber dem Leiter des Theaters hat zuschulden kommen lassen. Gefängnisstrafen für Streikausschreitungen. Weißenfels, 16. Juni. In dem Schwurgerichtsprozeß wegen der Ausschreitungen aus Anlaß des Streits der Schuhfabrikarbeiter wurden eine Anzahl Angeklagter zu Gefängnisstrafen bis zu sieben Monaten verurteilt. oianorams Sinrichtung. HoeijepsjM Halle, 16. Juni. Der durch das Schwurgericht am 30. November 1910 wegen Ermordung des Arbeiters Bojko zum Tode verurteilte Arbeiter Opitz ist heute früh durch den Scharfrichter hingerichtet worden. Rekord eines französischen Unterseebootes. Toulon, 16. Junt. Das Unterseeboot Argonaut ist 18 Stunden unter Wasser geblieben und hat damit einen Rekord aufgestellt. Die Mannschaft hat die Uebung gut überstanden. Generalstreik der amerikanischen Seelente. London, 16. Juni. Wie aus Neuyork gemeldet wird, hat der Verband der amerikanischen Seeleute, dem 20 000 Seeleute angeschlossen sind, für heute den Ausstand erklärt, um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu erzielen. Auf der Suche nach Gastro. Washington, 16. Junt. Mehrere amerikanische Kreuzer sollen ausgesandt worden sein, um das Schiff „ Konsul Grothus" zu überwachen, an dessen Bord sich der ehemalige Präsident von Venezuela Castro sich befinden soll. Wenn Castro wirklich ermittelt werden sollte, soll er nach Europa abgeschoben werden. Bandel und Verkebr. Für den Saatenstand in Deutschland Anfang Juni 1911 find nach der Zusammenstellung des Kaiserlichen Statistischen Amtes die Noten folgende: Nr. 2 bedeutet gut, 3 mittel; Winterweizen 2,5, Sommerweizen 2,6, Winterspelz 2,5, Winterroggen 2,7, Sommerroggen 2,5, Sommergerste 2,4, Hafer 2,6, Kartoffeln 2,6, lee 2,9, Luzerne 2,8, Bewässerungswiesen 2,1, andere Wiesen 2,5. Frankfurt, 15. Juni. Vichmarktpreise vom 15. Juni. Preise für 1 Zentner Kälber: a) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugkälber( Lebendgewicht) 60-64 M,( Schlachtgewicht) 100-107 M, b) mittlere Mast und beste Saug Kälber( Lebendgew.) 54-59 M,( Schlachtgem.) 92-100 M, c) geringere Saugkälber( Lebendgew.) 50-53 M,( Schlachtgem.) 85-90.M. Schweine; a) vollfleischige Schweine von 80-100 g. Lebendgewicht( Lebendgew.) 47-49 M,( Schlachtgew.) 60-62 M, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Sg. Lebendgewicht( Lebendgew.) 46-47% M,( Schlachtgew.) 59 bis 61 M, c) vollfleischige Schweine von 100-120 kg. Lebendgewicht( Lebendgew.) 46-48 M,( Schlachtgew.) 59-60 M, g) vollfleischige Schweine von 120-150 g. Lebendgewicht ( Lebendgew.) 46-48 M,( Schlachtgew.) 58-60 M. Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt. Naturgemäß haben in der am 14. Juni beendeten Berichtswoche die Saatenstandsberichte den entscheidenden Einfluß auf die Tendenzgestaltung am Getreidemarkte ausgeübt. In Deutschland sind zwar Niederschläge erfolgt, aber feineswegs in genügender Menge und nur sehr unregelmäßig. Aus unserem Lande sind daher die Klagen über den ungünstigen Stand der Halmfrüchte allgemeiner geworden und lassen beinahe durchweg eine Verschlechterung der Ernteaussichten erkennen. Auch über die Winterweizensaaten, die bisher anscheinend die Dürre am besten überstanden haben, lauten jetzt die Nachrichten weniger befrie= digend. Die großen Weltverschiffungen an Weizen, die in der letzten Woche die gleichzeitigen des Vorjahres um 109 000 Tonnen erheblich übertrafen, und der Nachweis, daß die für Europa schwimmenden Weizenmengen mit 1 479 000 Tonnen um 886 000 Tonnen größer sind als vor einem Jahre, haben die Käufer für Weizen außerordentlich vorsichtig gemacht. Zudem ist im Inland anscheinend noch genügend Vorrat für den Bedarf. Die Preise haben daher feine Aenderung erfahren. Roggen macht sich dagegen im Inlande knapp Die Preise haben sich namentlich für spätere Termine wegen der unbefriedigenden Ernteaussichten er= höht, während der Julipreis wegen reichlicher russischer Bufuhren nach Hamburg sich nicht verändert hat. Futtergetreide zog im Zusammenhang mit den Klagen über den Saatenstand an. Für den Septembertermin wurden schließ= lich folgende Preise ermittelt: Weizen 198,75 M, Roggen 168,50 M, Safer 166,50 M, Mais 141,00 M. Preise de städtischen Schlachtvieh- Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästet: höchsten Schlachtwertes, ungejocht 83-88 M, 6) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 78-84 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 72-77 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 77-81 M, b) vollflei schige jüngere 75-80 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 70-75 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollflei= schige, ausgemästete Färsen, höchsten Schlachtwestes- M, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe, höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 70-75 M, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 65-71 M, d) mäBig genährte Kühe und Färsen 62-66 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 66 M, f) gering genährtes Jungvieh ( Fresser) 70-75 M. 4. Kälber: a) Doppellender, feinster Mast 107-136 M, 6) feinste Masttälber 100-103 M, c) mittlere Mast- und beste Sougkälber 88-97 M, d) geringere Mast und gute Saugfälber 84-90 M, e) geringe Saugfälber 64 bis 82 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 84-86 M, b) ältere Masthammel, geringere Mastläm= mer und gut genährte junge Schafe 74-82 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe 68-79 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht, 6) vollfletschige Schweine 240 bis 300 Pfund 54-56 M, c) vollfleischige 200 bis 240 fund 52-55 M, d) fleischige Schweine 160 bis 200 Pfund 50-52 M, e) Sauen 48-50 M. Liebigshöher Schuhmacher Zur Eröffnung der Sommer- Saison Achtung! Ein in Büroarbeiten kundiger Wer Prima Maß- Schäfte in fau- Beamter sucht Heimarbeit a's Ne berer Ausführung unter Garantie benbeschäftigung, am liebsten von guter Paßform sucht, wende sich an einem Rechtsanwalt oder sonstiger reeller Firma. Off u N. 2011 Wilh. Wieprecht. an die Exped. ds. Blattes. Schaftfabrift., Gießen. 20/7 am Sonntag, dem 18. Juni, von nachmittags Hausbursche 4 bis abends 11 Uhr Gross.Garten- Konzert mit Reunion und Illumination der Terrasse. Um 6 Uhr: Grosse Blumen- Schlacht. Konditorei Münchener Bierhalle wie beim Münchener Oktoberfest. Café ☑☑ Eintritt 30 Pfg. 20/12 Grossartige Dekorationen Eintritt 30 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den Sälen. Stein's Garten:: Giessen Bes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. VergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch in und außer Abonnement. Humoristische Bedienung. Stimmung- Humor. Elektr. Licht. zum 1. Juli gesucht. 50 Bahnm. südl. Dresden [ 245/2 Jakob Maternus. Technikum B f. Maschb. Automobilbau Schiffsmaschinen. bau, Werkzeugmaschb. Elektrotechn., Heizung u. Lüftung, Eisenbeton. Eintritt Jan., Apr. Jull, Oktb. Direktor Prof. Graf und Ingenieur Lohmar. odenbach a. d. Elbe TdealeBüste, schöne volle Körperform durch Nähr III zum UNUBERTROFFEN Waschen und Putzen WASCHET SETZ NUR MIT NAUMANNIA SEIFE CHAUMANN SCHU OFFENBACH FortEnchich PROMETHEUS FORFC chanl Edgar Borrmann, Giessen Telephon 165. Eisenwarenhandlung. Neustadt 11 empfiehlt billig und preiswert Gaskocher, Spiritusgaskocher, Petroleumkocher, Gasbügeleisen, Spiritusbügeleisen, Bügelplättchen, BügelWasch-, Wring- u. Mangelmaschinen, WäscheStrickmaschinen trockner, Eis- und Fliegenschränke, Fliegenglocken, mit Mk. 30-50 Anzahlg. Illustr. Pracht- Katal.grat. P.Kirsch, Döbeln. Hausbursche sofort gesucht. Chirurgische Klinik. Zu verkaufen eine 20/9 bulver ,, Braztuol" Kriegs- Chronik 1870-71 Durchaus unschäd lich, in kurzer Zeit für 20 F 20/10 geradezu überrasch. Frl. Althand, Seltersweg 41 Erf. ärztlich empfohlen. Garantieſchein. Machen Sie einen Versuch, es wird Ihnen Fremdenpension nicht leib tun. art. Mr. 2, 3 Bad im Hause. Telephou Nr. 5. Rappmann's Konzerthaus Frankfurt a. M., Schnurgasse 55 Kommen! Treffpunkt für Giessener Freunde! Hören! Staunen! Wer nicht lacht wird mit Musik nach Haus gebracht! Ab 1. Juni täglich [ 295/1 Grosses Doppel- Konzert ausgeführt von H. Schröder's, Damen- Blas Orchester" und Gottlieb ,, der grobe" mit seinen zwerchfellerschütternden ,, Katakompen" Nur frühes Kommen sichert Platz! Kredit hat jeder bis er fortgeht! Familien haben Zutritt auch wenn die Schwiegermutter dabei ist. Es ladet ergebenst ein Albert Rappmann. Gasthof, Zur Krone Jubel und Trubel in allen Ecken. Schöner Saal mit Veranda. Schattiger Garten:: Gute Küche Weylar, Sophienstraße 35. Bei Ausflügen sehr zu empfehlen. Neue Kartoffel billig! la gelbe ital. 10 fb. 0,90 Mr. la Commer Malta 10 Pfd. 1,40 mt. billig! Neue holländische Vollheringe Stück 12 Pfg. :: Neue Matjes- Heringe:: Telefon 337. Stück 10 Pfg. Jakob Maternus ( 245/1) Ecke Klinik und Frankfurterstraße. Ein Kinderspiel dem Kaffee Kraft und Würze zu verleihen 99 mit einem Zusatz von Kaiser- Otto". Beim Einkauf achte man auf das rot- gelb- rote Paket und die Schutzmarke Haus". Neueste Singer- Nähmaschine Krone! " Кгода, Konkurrenzlos. Die hocharmige Singer- Nähmaschine Krone I verriegelt zugleich jede Naht, d. Genähte kann nicht aufgehen. Nähmaschinen- Grossfirma M. Jacobsohn, und FahrradBerlin N. 24, Linienstr. 120. Seit 30 Jahren Lieferant von Post-, preuss. Staats- u. Reicheisenbahn- Beamten- Vereinen, Lehrer-, Militär- und Krieger- Vereinen, versendet die hocharmige Singer- Nähmaschine Krone II mit hygienisch. Fassruhe für alle Arten Schneiderei, 40, 45, 48, 50 Mark. 4 wöchtl. Probezeit. 6 Jahre Garantie. Jubiläums- Katalog gratis. Leser dieser Zeitung gleiche Vorzugspreise. Jede Maschine stickt und stopft. ( 160) Kart. zur Kur erf. 5 Mr. Porto extra; diskreter Versand Apotheker R. Möller, Berlin, G 35, Frankfurter Allee 136. Freibank. Heute [ 250/6 gesalz. Ochsenfleisch. 30 Pfg. ADLER Schreibmaschine Hervorragendes deutsches Fabrikat Zahlreiche Specialmodelle Mehrals 70.000 DU geliefert Man verlange Katalog Adlerwerke vorm Heinrich Kleyer.AG. Frankfurt a.M. FABRIKATION: SCHREIBMASCHINEN, AUTOMOBILE FAHRRADER. LUFTSCHIFFMOTOREN Königl. Pravas Sream medalsie in Gold Walrausarellung in Brussel 1910 Zwol Grands Prin Für gewerbi Lalarungen. Vertreter: Helnrich Noll, Giessen, Mäusburg 7. Soeben erschienen; Die Kunst der Spekulation. Aus dem Inhalt: Welche Papiere gewählt werden sollten. Wie man Gewinne erzielen kann. ( 251) Wie ein Verlust in einen Gewinn verwandelt werden kann. Amerikanische Papiere. Fingerzeige für Spekulanten. Winke für Kapitalisten etc. etc. Kostenfrei erhältlich durch: Brown Saville& Bro., 83, New Oxford Street, London. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten wird Nordanlage zwischen Marburger- und Dammstraße vom 19. If. Mts. an bis auf weiteres für jeglichen Fuhr- u. Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 16. Juni 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. die Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten wird Dammstraße zwischen Walltorstraße und Nordanlage vom 19. If. Mts. an bis auf weiteres für jeglichen Fuhr- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 16. Juni 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten wird die Steinstraße zwischen Nordanlage und Dammstraße vom 19. If. Mts. an bis auf weiteres für jeglichen Fuhr und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 16. Juni 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Fliegenhänger, Treppenleitern, Primus- u. AluminiumKochgeschirre, sämtliche Angelgeräte u. Vogelzüchter Utensilien etc. etc. [ 255/1 Persil Zwei Frauen wissen immer mehr wie Eine! Von Persil aber wissen Millionen, daß es für die Hauswäsche nichts praktischeres gibt, als Persil, das unübertroffene, selbsttätige, unschädliche Waschmittel! Unerreicht in Waschu. Bleichkraft, einfach in der Anwendung u. billigst im Gebrauch. Garantiert unschädlich. Erhältlich nur in Original- Paketen. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der weltberühmten Henkel's Bleich- Soda Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 18. Juni, 1. nach Trinitatis. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus- Gemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirch e. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9½ Uhr: Professor D. Schian. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Im Konfirmandensaal der Lukasge= meinde: nachm. 1 Uhr: Gottesdienst für Taubstumme. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal der Johannes= firche: Versammlung und Bibelbesprechung. Nächstkünftigen Sonntag, den 25. Juni, wird in allen Gottesdiensten eine Kollekte für das Hess. Krüppelheim erhoben werden. Batholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 17. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge legenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 18. Juni. 2. Sonntag nach Pftngsten. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottes dienst. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaftsandacht. Eigentum u. Berlag der Gießener Zeitung 6. m. b. S. Verantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinede, für Reklame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen. Empfehlenswerte Geschäfts- Firmen: Nummer 12. Illustrierte 7. Juni 1911. ' 1 rühmten DORF ginal- Paketen Soda Empfehlenswerte Geschäfts- Firmen: Otto Pickert Giessen, Gravierungen Biermarken Vereinsabzeichen jeglicher Art. Frankfurterstrasse 27 Georg Appel, Gießen Telefon 131 Seltersweg 56 Zentralheizungen und gesundheitstechnische Anlagen Bade-, Klosett-, Lüftungs-, Entstaubungs-, elektrische und Trocken- Anlagen. Fabrik- Lager von Beleuchtungs- Körpern für Elektrisch-, Gas-, Petroleum- u. Spiritus- Licht Reparaturen werden prompt und billigst ausgeführt. Auskünfte, Prospekte und Ingenieurbesuche kostenlos! Stempel aller Art für Behörden, Geschäfte und Private aus Gummi und Metall, sowie Stempelkissen und Stempelfarben fertigt in feinster Ausführung zu billigsten Preisen Email- und Messingschilder Klischee's und Galvanos. Giessener Stempel- u. Farben- Fabrik, Jos. Kreuter, Giessen Telephon Nr. 2087. Frankfurterstrasse 129. Telephon Nr. 2037. L. Lang, Möbelhandlung, Giessen Bahnhofstrasse 22. Friedrich Teipel, Giessen Spezialhaus für Kurz-, Weiss- und Wollwaren Markt 16. Geburts- Anzeigen Verlobungs- Anzeigen Hochzeits- Zeitungen sowie alle anderen Drucksachen für Private, Behörden, Geschäftsleute etc. liefert gut und preiswert Giessener Verlagsdruckerei Giessen, Seltersweg 83( Haus Brüder Schmidt). - Rheinweine Eigene Gewächse, bester und allerbester Weinbergslagen versendet in Fässern von 25 Ltr. und in Kisten von 12 Flaschen an Paul Christian Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. Spezialität: Ingelheimer Rotweine. Nummer 12. D Illustrierte Welt- Runds 7. Juni 1911. Aschau Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen. Im Lande der Romantik. Von Robert M. Berry. as einst so kriegerische Schottland, dessen Geschichte in so ergreifenden Worten einen Interpret in Sir Walter Scott gefunden hat, ist heute ein Mekka für die Touristen geworden. Und fürwahr, die schottischen Landschaftsbilder können getrost den szenischen Schönheiten der Schweiz oder des Felsengebirges zur Seite gestellt werden. Ergötzen schon die lieblichen Häfen und Täler sowie die romantisch gelegenen Seen das Auge, so gewinnt das Ganze an Reiz noch durch die historischen Überlieferungen, die mit jedem Orte verknüpft sind. In der Tat, man mag seine Schritte in Schottland lenken, wohin man will, überall wird man einen historischen Boden betreten. Bothwell Bridge, Killier. cronkie, Dunbar, Glencoe, Langside, Prestonpans, Culloden, Sheriffmur usw., sie alle verkörpern ein Stück von Schottlands Romantik. Heute ist Schottland ein friedliches Land geworden. Zwar legen die Ruinen der alten Schlösser noch ein beredtes Zeugnis von den einstigen unruhigen Zeiten ab, aber der ehemalige kriegerische Sinn der Bevölkerung hat eine Ablenkung in den Industrien gefunden, die das Land heute friedlich groß gemacht haben. Ursprungs. - Von den schottischen Städten ist in erster Linie Edinburg zu nennen. Glasgow nennt aller dings eine größere Einwohnerzahl sein eigen, aber in Sinsicht auf Romantik und Schönheit gebührt Edinburg der Vorrang. Nicht mit Unrecht wird die Hauptstadt Schottlands das„ Athen des Nordens" genannt. Das alte Schloß ist Zeuge so manchen dramatischen Vorganges gewesen. Von einem seiner Fenster soll Maria Stuart ihren Sohn, den späteren König James VI., in einem Korb herabgelassen Das Schloß Stibo des amerikanischen Multimillionärs Garnegie. Schottische Energie und schottischer Unternehmungsgeist sind auch in den Vereinigten Staaten zu Ehren gekommen, denn nicht weniger als acht Präsidenten John Monroe, Andrew Jackson, James Polk, James Buchanan, Ulysses Grant, Rutherfort Hayes, Chester Arthur und William McKinley waren schottischen haben, damit er ins Schloß von Stirling gebracht werden konnte. Der Anblick der im Schlosse befindlichen Kronjuwelen der schottischen Könige ruft die Erinnerung an Schottlands glänzendste Zeit wach. Heute dient das Schloß nur noch als Festung und Garnison eines der berühmtesten schottischen Regimenter, der sogenannten " Highlanders". In der Nähe des Schlosses ist die wohlerhaltene Behausung des religiösen Reformators John Knor gelegen. Dicht dabei steht die St. Gila Kathedrale, in der Jenny Geddes einen Stuhl gegen das Haupt des Dekans warf, als dieser die vom König verordnete neue Liturgie verlesen wollte. Andere historische Plätze in Edinburg sind der alte Holybrood Palast mit der anstoßenden Abtei. Der Palast enthält außer den Porträts vieler schottischer Könige noch viele Reliquien an Maria Stuart, deren Zimmer in pietätvoller Weise konserviert worden sind.„ Holyrood Palace" liegt am Arthur's Seat Ruge", der die zen. Crinitatis. r. Infirmierten aus e Markus- 6 er. he. abe. nfirmierten au gt. ni. ni. an. sfeld. Lukasge für Taubftu annesgemeind rechung. uni, wird ind Der Johannes ken Seff. Krüpp m 8 Uhr: 6 ften. ur hl. Beidh munion. t. Militärgott jatramentalij ibe in Gießen q6uдaqpanq gun uz we be a go go una 14 how o gvG Joanny Hans us to buy up be vu ལ་ ་ ་ ཅ qva un apvz bun auguvu iddaj uǝG Bunvigдng se up va gnv Jdung( G qun 10 g), ne pas que I : биолабал шәнилә иш qun gǝнаф иәәәшә τηση στ quit 444 qun po qun las q qun aǝg ‘ aqualgula ualang gap quaqaylaq apns uanp1g ua ual anp at ang дбpлд a aзugpl que apualla -изошлиәә фѵи ǝ фасли Фридр pizz uǝanduG aquagoa gaq 125 SAD# 200;;= g - 3m Lande ber Romantit. Gestalt eines sprungbereiten Löwen hat. Das Oberlandesgericht war früher das Parlamentsgebäude, in dem die Schotten bis zum Jahre 1707 ihre eigenen Geseze machten. Die alte Stadt bildet ein Labyrinth von engen Straßen, in denen heute die ärmere Bevölkerung haust. Einige der Häuser sind in der Front zehn, in den Rückwänden wegen der Hügel- jedoch nur drei bis vier Stockwerke hoch. Der neue Stadtteil steht im krassen Kontrast zu dem alten. Seine Straßen sind breit und gut gepflastert und werden von modernen Häusern flankiert. Bemerkenswert ist das Denkmal Walter Scotts und das unfertige National Monument auf dem Calton- Berge, eine Nachbildung des griechischen Parthenons. Auch die Umgebung Edinburgs weist interessante Punkte auf. So das Schlachtfeld von Prestonpans( wo der junge Kronprätendent Karl Eduard Sir John Pope besiegte) und Dunbar, wo Cromwell die Schotten schlug. In der Nähe von Edinburg befindet sich auch die weltberühmte 22 km lange ForthBrücke. Auf der Fife- Seite des Forth Flusses liegt die „ Königsstadt" Dunferm= line. In der Abtei ruhen die Gebeine von Robert Bruce und anderer schottischer Monarchen. Nicht weit von hier stand einst der Palast, in dem Karl I. geboren wurde und wo Karl II. das bekannte Religions edikt unterzeichnete, das in Schott land so böses Blut erregte. In dieser Gegend erblickte auch der Multimillionär Andrew Carnegie das Licht der Welt. Nördlich von Dunfermline kommen wir nach St. Andrew, wo die Ruinen einer alten Kathedrale, sowie ein mittelalterliches Schloß und ein Dominikanerkloster unser Interesse erregen. Das MärtyrerDenkmal erinnert an die Leiden der hier dem Flammentode preisgegebenen Reformatoren. St. Andrew spielte im Mittelalter eine bedeutende Rolle. Außer der ältesten Stadt selbst bietet nicht viel Sehenswertes, ist aber historisch interessant, weil hier der berüchtigte Claverhouse( später Vicomte Dundee) sich mit den Stuarts gegen Wilhelm von Orange verband. In Dundee sammelte Claverhouse die Clans, mit denen er die königlichen Truppen bei Killiercronkie schlug. Er selbst fiel in dieser Schlacht. Dundee bildet auch das Rendezvous der schottischen Walfischfänger. Auf Dundee folgt zuerst der Geburtsort des Feldmarschalls Keith, Schloß Inverurgie in Rincardineshire, und dann die„ Granit- Stadt" Aberdeen, in der fast sämtliche Häuser aus rotem Granit gebaut sind. Aberdeen liegt zwischen den Flüssen Don und Dee. Über den letzteren führt eine im Jahre 1520 erbaute Brücke. Die schon seit 1366 bestehende St. Macharin- Kathedrale soll die einzige Granitkirche in der Welt sein. Aberdeen besitzt noch andere schöne Kirchen sowie prächtige öffentliche Gebäude und die die Universität umfassenden " Old Kings-" und„ Marishal Colleges". In der Umgebung von Aberdeen werden Topase gefunden. Ungefähr 80 km von Aberdeen ist das Schloß der verstorbenen Königin Viktoria, Balmoral, gelegen. Auf einem der Balmoral umgebenden Hügel steht ein Standbild des Prinzgemahls der Königin. Um das schottische Hochgebirge genauer kennen zu lernen, sollte ein Ausflug nach Inverneß unternommen werden. Dort spricht die Bevölkerung noch den unverfälschten gälischen Dialekt, so daß Englisch wie eine fremde Sprache klingt. In Inverneß, das früher die Hauptstadt der Könige der Pikten war, begegnet man interessanten gälischen Volkstypen, wie den Bergbewohnern und Schaf= hirten in ihren malerischen Trachten. Sir Walter Scott: Denkmal in Edinburg. In der Umgebung von Inverneß liegt das Schlachtfeld Culloden, auf dem der junge Thronprätendent Karl Eduard seine endgültige Niederlage erlitt. Wir machen nun einen Trip durch den Cale= donian- Kanal, an dessen Ostseite Inverneß gelegen, und bemerken zuerst den Glencoe- Paß, wo im Jahre 1692 die Mac Donaldschen Clans gänzlich vernichtet wurden. High Street in Aberdeen. schottischen Universität( gegründet 1441) kann es sich einer heilbringenden Quelle sowie eines ausgedehnten Golf feldes rühmen. Wir kreuzen nun die Tay- Brücke und gelangen zuerst nach Dundee, dessen alter vom Earl of Huntinston erbauter Schloßturm bereits in der Ferne sichtbar ist. Die Am westlichen Ende des Kanals ist das„ schottische Cowes", Oban, gelegen. Der kleine Ort erfreut sich einer idyllischen Lage und Umgebung. Nahebei befindet sich das Schloß Dunstaffnage. Weiter südlich kommen wir endlich Internationate etcotine7 Internationale Weltblitze. zu dem die auf einem oberen Bilde abgebildete prachtvolle Marmortreppe führt, befinden sich der Empfangs. salon, der Thronsaal, der Große Salon, der Statsballsaal und die Bildergalerie mit wertvollen Gemälden von Rembrandt, Rubens, van Dyck, Franz Hals u. a. Der Palast wurde im Jahre 1825 von Nash an Stelle des Schlosses des Herzogs von Buckingham- der Name Buckingham rührt von den Buchenhainen her, die ehemals die Grafschaft Buckinghamshire bedeckten erbaut. Als erster Graf von Buckingham wird Walter Giffard erwähnt, der von Wilhelm dem Eroberer mit der Grafschaft Buckingham belehnt wurde, die aber, da Giffards Sohn ohne männliche Nachkommenschaft starb, der Krone wieder anheimfiel. Die Marmortreppe im Vestibül des Buckingham- Palastes. Zur englischen Krönungsfeier. Am 22. und 23. Juni findet in London die mit großen Festlichkeiten verbun dene Krönung des englischen Königpaares statt. In der Millionenstadt wird sich an diesen Tagen eine ungeheure Fremdenmenge ein Rendezvous geben, um dem prächtigen Schauspiel beizuwohnen. Die größte Attraktion bildet immer der Königszug, die Fahrt des Königpaares vom BuckinghamPalast zur Westminster Abbey, wo die Krönung vor sich geht. Unsere Bilder gewähren einen Blick in das Innere des Buckingham- Palastes, vor dem erst kürzlich in Gegenwart des deutschen Kaiserpaares das Denkmal der Königin Victoria enthüllt wurde. Der Buckingham Palast ist am westlichen Ende des St. James Park, beim GreenPart gelegen. Im ersten Stockwerk, Der Empfangssalon im Budingham- Palast. Der Ritter der Prärie. Eine noch romantischere Erscheinung und jedenfalls wilder und gefürchteter als der Indianer ist der Cowboy, der beristtene Hirt, der im Dienste der amerikanischen Groß- Herdenbesitzer die frei über die Prärie schweifenden Rinder bewacht, und der für seine Person meist für 1500 bis 2000 Stück zu bürgen hat. Dieser Cowboy im Westen der Vereinigten Staaten ist zu einer vollständig mythologischen Figur geworden, die zu den tollsten Übertreibungen Veranlassung gibt. Er gilt als ein unbändiger Raufbold, dessen Gebet ein Fluch und dessen lobenswürdigste Taten Revolverschüsse sind, als Die Wohnhütte( ,, dugout") eines Cowboy in der Prärie. ein Unhold, dem die Rechte zuckt, wenn er einen zivilisierten Menschen sieht, und demgegenüber der Versuch, mit einer Rechnung für Kost und Trank zu kommen, gleichbedeutend ist mit der Unterzeichnung des eigenen Todesurteils. In der Tat laufen häufig genug Berichte von Gewalttätigkeiten und polizeiwidrigen Schießübungen der Cowboys durch die Zeitungen. Und wenn man diese gebräunten Gesellen sieht, in ihren breitkrempigen spanischen Hüten, blauen Hemden, Lederwämsern und Buckskinhosen mit dem indianischen Troddelbesatz, mit riesigem Revolver an der Seite und Bowiemesser, so denkt man unwillkürlich an alte Landsknechte. Unser Bild zeigt den Cowboy vor seiner typischen Hütte, die im Jargon des wilden Westens„ dugout" genannt wird und halb im Erdboden gelegen ist. -86uvjdu -до 18 иәләда шәлә по ше usands us quvga бuvaGuoa u -339 gvG muзбзб gave up( un noqaзavja a a su pa se s t инфош ZZI зaqvs un zvav svg aga va q Bunad sa [ v ני usaga Stizzen aus Marotto. Kleidung des wohlhabenden Mauren ist in Beschaffenheit ähnlich der des Landbewohners, doch je nach seinen Vermögensverhältnissen reicher und schöner. Er trägt bunte Unterkleider aus feinstem blauen Tuche, bestehend aus kurzem Beinkleide, in Gold, Silber und Seide, gestickter Weste und Rock und darüber in malerischem Faltenwurf und gefälliger Farbenharmonie zwei Manteltücher, den ,, Soulhamm" und den ,, Djilabba", die er vielfach noch mit feinen, weißen Gazen umschlingt. Im Zollmagazin oder als Raid in der Richterbude an öffentlicher Straße auf weichen Kissen zu liegen, sich fächelnd, den vor ihm auf der Erde knienden streitigen Parteien bedächtigen Wortes seine mehr oder weniger weisen Ratschläge und Urteils. sprüche zu erteilen, gehört zu den höchsten seiner Wünsche.. Es kommt dabei gar sehr sein Geldbeutel in Betracht, denn solche Stellen muß er pachten; dafür gibt's aber die schönsten Hühner, Eier usw. die Fülle, denn er nimmt von den Leuten, was gerade sein Herz begehrt, und dabei wird er dick und fett. Das Leib. gericht jedes Marokkaners ist der sogenannte ,, Rouß- Rouß", welches er, um die Schüssel am Boden sitzend, mit der Hand zum Munde führt, da ihm Gabel und Tischmesser, wie auch Tisch und Stühle als unnütze Spielgegenstände der Europäer vorkommen. Selbst in meiner Pension, wo häufiger Araber besseren Standes von Freunden zu Tische ge laden wurden, blieben die Eßbestecke unangerührt neben den Tellern liegen. Als treuer Anhänger des Korans verachtet er den Alkohol; doch mancher ist schon von der " Zivilisation" angetränkelt. Er verabscheut den Alkohol nur solange er sich in Gesellschaft eines Glaubensbruders befindet, zu Hause aber, in seinem Seim, wehe der Flasche Wermut oder gar scharfen Absinthes, welche sich in seinem Besitze befindet. Aber auch in öffentlichen Tavernen fann man beobachten, wie mancher doch den Alkohol seinem Raffee oder grünen Tee vorzieht, jedoch nur heimlich: vor sich auf dem Tische hat er eine Flasche tühler Limonade stehen, während er unter der Bank oder auch auf derselben, mit seinem weiten " Djilabba" verdeckt, ein großes Glas Wermut usw. versteckt hält, um es in unbewachten Augenblicken schnell zu leeren, während die Limonade nach Stunden noch fast unberührt dasteht. gemessenen Schrittes und mit ernſtem Grabgesang:„ La ilaha ill allah Mohammed rasul illah"( Gott ist Gott und Mohammed ist sein Prophet) klingt es dumpf aus rauhen Männerkehlen als letzte Huldigung. Den Armen aber schleppt man fast ohne Begleitung im Laufschritt zum Grabe. Marokkanische Regerin mit Brautgeschenken. Der Bräutigam selbst darf seine Erwählte erst am Soch zeitstage sehen. Von einem zeltähnlichen Kasten umschlossen, sitzt sie auf einem Maultier oder Esel. Die runzelige Schwiegermutter trottelt, sich am Schwanze des edlen Tieres haltend, als Brautführerin oder Anstandsdame mit ernster Miene hinterher, und unter ohrenzerreißender Musik schmetternder Holztrompeten wird die lnglückliche nachts beim Zauberlicht des Mondes und flackerndem Kerzenschein ihrem zukünftigen Herrn und Gebieter zugeführt. Mit größter Spannung erwartet der Bräutigam die ersehnte Braut, die er noch nie gesehen und von der man ihm soviel Gutes und Schönes erzählt hat. Entspricht sie seinen Erwartungen, empfängt er sie mit feurigem Kuß, ist sie aber häßlich, so denkt er demütig: ,, In schaallah mectoub"-" So steht es geschrieben im Rate des Herrn", und behält sie ohne Murren bei sich. Der glückliche Fatalismus des Arabers kennt keine Grenzen. Alles, das Gute und das Böse, kommt von Allah", und seines Gottes weisem Willen fügt er sich gerne als frommer Knecht. Der Tod ist eingekehrt in seine Familie. Tränen- und flagelos holt er die aus rohen Sölzern gezimmerte Bahre, hüllt den Leichnam in ein Tuch und ruft die Angehörigen und Freunde zusammen, und so bald wie möglich geht es auch schon hinaus in feierlichem Zuge, die Totenbahre auf den Schultern, Der Europa zunächst gelegene Hafen Marokkos ist Landja der Name wird je nach der Nationalität verballhornisiert in Tanger, Tangdsche und Teendschien, ob man nun Deutscher, Franzose oder Engländer ist. Wer die Reise von einem deutschen oder holländischen Safen aus beginnen will, benutzt die Reichspostdampfer. Wer dagegen Marokko etwa auf der Seimreise von einem Ausflug nach dem Mittelmeer als Abstecher mitnehmen will, kann von Neapel, Genua oder Algier aus entweder die genannte Linie auf der Rückreise oder die Linie des Norddeutschen Lloyd von Genua- Neapel nach NewYork benutzen. Beide Linien legen in Gibraltar an, von wo aus man fast täglich Gelegenheit hat, nach Tandja hinüberzukommen. Tandja selbst! Der Dampfer anfert auf der Reede; zahlreiche Barkassen, von Eingeborenen gerudert, legen an. Agenten der diversen Hotels bestürmen den Ankömmling. Wer nicht vorher mit den Bootsleuten das Fährgeld vereinbart, hat im Kahn und beim Landen oder später im Hotel die größten Scherereien. Auf der hölzernen Landungsbrücke kostet es einen Brückenzoll. Die Benutzung der kleinen, auf der Brücke laufenden Lowris kostet ebenfalls eine Kleinigkeit Dann muß ein Eseltreiber engagiert werden, der das Gepäck nach dem Hotel bringt. Ist man nicht orientiert, und hat sich nicht von vornherein für ein Sotel entschieden, so belege man jedenfalls nicht eher, als man das Zimmer gesehen und den Preis ausgemacht hat. Feste Preise durchschnittlich 15 Mt. Pension pro Tag haben nur das englische Con- tinental Hotel und die deusche Pension auf dem Monte. Auch das billigere Hotel am Soco chico gegenüber dem deutschen Postamt kann empfohlen werden. in Grundsätzlich aber versäume man nicht teinem Hotel vorher den Preis zu akkordieren. Ein beliebter Trick ist der, daß der Pensionspreis jagen wir zwölf Münzeinheiten dem Spanier oder jedenfalls Spanischsprechenden berechnet wird in Pesetas( ca. 60 Pf.), dem Franzosen in Francs und dem Deutschen und Engländer in Mart und Shillings. Vor allen Dingen versehe man sich möglichst schon in Gibraltar mit kleiner Münze. Ohne weiteres ist in Tandja das spanische Geld Zahlungsmittel. Dieses ist in Tandja Kursmünze, speziell in den Hotels, auf den Dampferbureaus, in den Kaufläden. Wenn man dagegen mit Einge borenen Geschäfte macht, versichere man sich ausdrücklich, ob spanisches Geld oder„ Bassani", d. h. das von der marot. tanischen Regierung ausgegebene, mit arabischen Schriftzeichen versehene Geld, gemeint ist. Der Duro Hassani ist durchschnittlich 10% minderwertiger als der Duro„ Alvonso" das spanische Fünfpesetenstück. Im Inlande und in den Säfen am Atlantischen Ozean versteht es sich ganz von selbst, daß das Bassanigeld gemeint ist, und nur besonders gerissene Schlauberger, namentlich die sich den Fremden anbietenden Führer und Dolmetscher, versuchen mit der Kurs. differenz einen Schnitt zu machen. Was nun in Tanger anfangen? Wer Zeit hat, möge sich getrost einem Eseltreiber anvertrauen und sich die Sehenswürdigkeiten zeigen lassen. Fez von der Vogelperspektive aus gesehen. nach Stirling, dem einstigen Buen retiro der schottischen Könige. Das Schloß klebt wie ein Adlernest auf einem hohen Felsen. In seinen Mauern birgt es den herrlichen gotischen Palast James V., und es war hier, wo James II. in einem Wutanfall den Earl of Douglas erstach. In unmittelbarer Nähe von Stirling liegen die Ruinen der Cambuskenneth- Abtei. Last not least- Glasgow, das die zweite Stadt des britischen Reiches genannt wird. Glasgow ist die industrielle und kommerzielle Metropole Schottlands. Abgesehen von seiner alten Kathedrale bietet die Stadt jedoch Jm Lande der Romantit. 3 des Clyde und des Forth vordringen konnte, wo die tapferen Pikten und Schotten eine undurchdringbare Mauer bildeten. Die Geschichte Schottlands beruhte bis zum Mittelalter größtenteils auf den Legenden der gälischen Barden. Seitdem liegen jedoch authentischere Überlieferungen vor, die einen Begriff von den friegerischen Wirren im Lande bis zu der Mitte des 18. Jahrhunderts geben. Stuart Es seien hier nur die Namen von Macbeth, John Baliol, William Wallace, Robert Bruce und Maria erwähnt, um an Schottlands historische Romantik zu erinnern. Macbeth ist durch Shakespare unsterblich gemacht worden; das Geschick John Valiols, dem Schottlands Krone und Zepter auf dem Kirchhofe von Strathkedro entrissen wurde und der in den Tower von London eingesperrt St. Giles Kathedrale zu Edinburg. keine historischen Sehenswürdigkeiten; sie ist in ihrem Äußern durch und durch modern geworden. Glasgow ist in erster Linie heute eine wichtige Hafenstadt mit bedeutenden Reedereien und einem großen Handelsverkehr. In Langside bei Glasgow verlor Maria Stuart ihre letzte Schlacht, ein Verlust, der mit ihrem Tode durch Henkershand endete.. Von Glasgow können eine große Anzahl herrlicher Ausflüge nach den Seen und Buchten unternommen werden. Zu den beliebtesten Dampfertrips gehört die Tour nach Kyles of Bute". Hier auch einige Worte über Die weltberühmte 2, km lange Forthbrücke bei um etwa 40 km abfürzt. wurde, erregt zurzeit besonderes Interesse, weil nach seinem Sturze der schottische Krönungsdiamant von Scone nach London gebracht wurde und seitdem bei den Krönungen der englischen Monarchen eine Rolle spielt. Auch die Erinnerung des großen schottischen Nationalhelden William Wallace, dem ein prächtiges Denkmal in Stirling gesetzt wurde, wird fortleben. Der Name Stirling ist auch mit John Bruce den schottischen Charakter. Zwar Queensferry, die den Weg von Goinburg nach Dundee eng verknüpft, da er in der Nähe des herrscht im Äußern ein Unterschied zwischen den Nord- und Südschotten, aber im Grunde genommen stimmen die schottischen Charaktereigen schaften überein. Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Unabhängigkeit und Gastfreundschaft lautet die allgemeine schottische Devise. Dem Fremden mag der Schotte zuerst abweisend erscheinen, aber bald wird er einsehen, daß dies nur auf einer gewissen vorsichtigen Reserve beruht und bald verschwindet. Ortes mit nur 40000 Clans das 100000 Mann starke englische Seer geschlagen hat. In der Umgebung von Stirlings befindet sich ferner das SchlachtSelyrood Palast. Schottland spielte bereits in den römischen Zeiten eine bedeutende Rolle, als die Schotten erfolgreich den Legionen des Agricola gegenüberstanden, der nur bis zu den Ufern feld von Lauchseburn, wo James III. sein Waterloo fand. Und Maria Stuart, deren tragisches Schicksal eng in die deutsche dramatische Literatur übergegangen ist, sowie das traurige Los ihrer unglücklichen Nachkommen, James und Karl Eduard! Schottland hängt Süden und Süd- Osten im mit England durch einen 110 km breiten Isthmus zusammen, auf dem sich die Landesgrenze vom Solway- Firth und der Mündung des Est nordostwärts des Tweed hinzieht. 4 piertelja Abgeho ausgabe Mittag liegt alle Selters nicht Nr. Verl Meine Dampfmaschine. das Abo zu erneuer Sofern tung sind, Probe Das Ab vierteljährlic unferer Ex geholt 1 De Jn Berl mit dem An dann, ein m gierungen w die Notwend ihaffen. Die Stück, der im ador ist, geh nijchen Regi bria" und g Das Fahrze ter deutscher fördert. Nun len und Pro anlaufen mu Soweit wenn nicht derfelbe Ort, Venezuela zu jammentreffen barite Aufreg Meine Dampfmaschine. Damals war ich noch so jung an Jahren und noch jünger an den Erfahrungen des Alltags, die den andern um mich geläufig waren. Ich war Lehrling und stand im ersten Jahre. Schraubenschneiden auf der Maschine, Gerüsthaken abfeilen am Schraubstock und Meißel schleifen auf dem Schleifstein waren neben andern Dingen, die noch weniger zum Handwerk eines Mechanikers gehörten, so ziemlich alles, was man mir anvertraute. Darum freute ich mich ungemein, als mir der Meister eines Tages eröffnete, daß ich von nun an für einige Monate die Dampfmaschine bekäme. Das klingt schon besser; und es flang auch mir gut in die Ohren. Aber so einfach ist das nicht; darunter verstand man nämlich frühmorgens um vier Uhr aufstehen und den Kessel heizen, den ganzen Tag Refsel und Maschine überwachen und außerdem noch andere Dinge, die weniger mit der Maschine zusammenhingen, z. B. den Gesellen das Bier und Frühstück holen usw. Aber das war mir alles einerlei, denn um meiner Dampfmaschine willen nahm ich alles gern auf mich. Profane Menschen sehen in so etwas nur eine Arbeit, ich aber nicht, da muß man sich hineinzudenken versuchen. Vorher ein Lehrjunge im ersten Stadium, dem man meist nur Arbeit gab, um ihn überhaupt zu beschäftigen, den niemand weiter achtet, mit dem man nicht sprach und den man sehr merkwürdig ansah, wenn er einmal irgend etwas sagte, denn nach der Meinung der Älteren hat man in diesem Stadium nichts zu sagen, absolut nichts. Aber jetzt:„ Seizer" nannten sie mich, und da kam der Dreher von der großen Bank, wo die großen Schwungräder fertig gemacht wurden.„ Seizer, heute mußt gehörig einbrennen, ich will polieren." Oder es kam der Schleifer:„ Heizer, Druck, Druck auf den Kessel, ich will noch den Schleifstein abdrehen." Oder der Schreiner:" Ich brauch die Bandsäge nachher, paß auf, daß nicht wieder die Karre stehen bleibt." Der Schreiner war ein roher Mensch. So nannte er nämlich meine Dampfmaschine. Sie war nicht übermäßig start. Man sagte, fünf Pferde hätte sie, und wenn irgendeiner an einer großen Arbeitsmaschine etwas fräftig anhielt, so ging sie langsamer. Oder wenn in dem ziemlich kleinen Kessel der Druck nachließ, blieb sie auch wohl einmal ganz stehen. Das passierte mir aber nicht. Ich wurde rot vor Scham, wenn ich nur sah, daß sie nicht mittam. Das geschah besonders dann, wenn an der großen Stanze die schweren Kesselbleche gestanzt wurden. Und die Kesselschmiede waren auch rohe Menschen, sie freuten sich, wenn das vorkam, und wenn ich dann in Angst und Sorge bald am Schwungrad, bald am Ventil drehte und dabei den Schweiß auf der Stirn hatte, so lachten sie mich aus. Das waren sehr rohe Menschen, ich verachtete sie. Auch den kleinen Pfeifer, der half an der großen Stanze mit; er mußte jedesmal den Hebel drücken, so daß die Kupplung einsetzte. Und wenn dann meine Maschine mit einem Ruck langsamer ging, so rief er jedesmal: „ Jub! Jub!" Darum konnte ich ihn nicht leiden, er war auch sonst nicht der beste, und ich glaube, man nannte ihn ziemlich offen einen Lausbuben. An einem Tag im Februar, da mußten wieder schwere Bleche gestanzt werden. Es war höllisch kalt, aber schon um 1.4 Uhr war ich im Kesselhaus ganz allein und machte ein Riesenfeuer und fuhr doppelt so viel Rohlen an als gewöhnlich, schmierte meine Maschine extra gut, sah die Riemen nach, die Lager an Maschine und Transmission, denn ich wollte nicht dem kleinen Pfeifer Gelegenheit geben, Jub", zu schreien. Schon um 6 Uhr kamen die Kesselschmiede, und wo sie mich sahen, riefen sie mir zu Einer ging an die Dampfmaschine und streichelte sie höhnisch, wie man ein altes Pferd streichelt, und meinte: „ Na, na, ob? ob?" Ich hörte es wohl und dachte:„ Ihr werdet heute euer Wunder erleben." Heimlich hatte ich nämlich die Sicherheitsventile beschwert, um den Druck im Kessel zu steigern. Und das wirkte. Die Maschine lief nicht schneller, dafür sorgte der Regulator, aber sie zog durch wie ein Pferd, dem man die doppelte Portion Safer zugeschoben hat. Sie zog durch, und die Kesselschmiede merkten bald, daß zu höhnischen Bemerkungen kein Anlaß war und auch keine Zeit blieb, denn die Stanze drückte die fingerdicken Stahlplatten durch, als wenn es Käsescheiben gewesen wären. Der kleine Pfeifer schrie aber trotzdem von Zeit zu Zeit " Jub! Jub!" wenn er den Hebel herunterdrückte, aber es klang schlecht, und er mußte außerdem bei dem schnellen Arbeiten seiner Maschine seine sieben Sinne beisammen haben, denn er hatte mit der einen Hand ein mächtiges Zahnrad zu bremsen, und da muße man aufpassen. Ich freute mich wie ein König, der gesiegt hat, und heimlich streichelte ich meine Dampfmaschine, niemand sah es, aber die Dampfmaschine fühlte es ganz gut, und sie ging immer so weiter korrekt und unbeirrt, wie sie sonst nie gegangen war. Ich hielt mich sehr viel bei der Maschine auf, ich war stolz auf sie, wie nie zuvor; jetzt konnte der kleine Pfeifer ,, jub" schreien, soviel er wollte, das ärgerte mich jetzt nicht mehr. So stand ich wieder einmal, es war gegen elf am Vormittag, und drehte am Ventil; obwohl das gar nicht nötig war. Ich freute mich und mußte mich irgendwie betätigen. Da auf einmal tönte ein schauerlicher Schrei durch die Werkstätte. Einige Männer riefen, abstellen!" Hastig drehte ich das Ventil zu, sofort ging die Maschine langsamer, und schließlich stoppte sie. Alles stand und staunte, und jetzt war es ganz still, entsetzlich still. Noch wußte ich nicht was geschehen, auch die andern wußten es nicht, nur die Kesselschmiede an der Stanze wußten es, und die standen da, kreideblaß, und keiner sprach, feiner rührte sich, alle sahen auf den kleinen Pfeifer, der war ebenso blaß, und er trat wankend von der großen Stanze weg und kam auf mich zu, ganz langsam, und wie war das meriwürdig: mich faßte eine Höllenangst, und noch immer wußte ich nicht, was geschehen war. Da mit einem Male sah ich es: es war ihm der Unterarm bis hinter das Handgelenk abgequetscht. Das sah gar nicht 10 entsetzlich aus, es blutete nicht, man sah kein Fleisch, die Jacke war gar nicht zerrissen und ganz glatt und sauber abgeschnitten, und gerade darum war es vielleicht so gräßlich. Und er kam zu mir, und er sagte zu mir ganz anders als er sonst sprach: Was soll ich jetzt machen?" Ich sagte nichts, niemand sprach ein Wort; auch andere hatten es gehört, aber es gab ihm niemand Antwort--. Er konnte auch nicht mehr sprechen, er brach bewußtlos zusammen und wurde von den andern weggetragen. Niemand wußte mein Geheimnis, aber es hat lange, sehr lange gedauert, bis ich begriff, daß ich doch unschuldig war, und auch die Dampfinaschine war unschuldig. Ich sagte nie mehr meine Dampfmaschine" und bat, daß man mich davon wegtun möge. Warum wußte niemand, aber ich bat so, daß man es tat. Es wußte auch niemand, warum ich in der Folgezeit halbe Nächte nicht geschlafen, und es war nahe daran daß ich ernstlich krant wurde. Bis der kleine Pfeifer aus dem Krankenhaus kam und, obwohl er einen Arm weniger hatte, munter und vergnügt war. Ja, er war in der Folgezeit selbstbewußter als je, denn er wurde nun als Laufbursche eingestellt, man taufte ihm gute Kleider, und später stand er so hoch über den schmierigen Lehrlingen und Gesellen, daß er sie garnicht mehr aniah. Wo immer ich im späteren Leben den Gang von großen Maschinen oder von Unternehmungen leitete, ich nannte sie nicht mehr meine Maschine",„ mein Unternehmen" und empfand auch nie mehr so, wie damals bei meiner Dampfmaschine. Des kann er doch net! Die Rosel laft zum Metzger vor, Schweinsohre soll se hole, Wo schon am Abend z'vor ihr Fra' Zu richte hat befohle. Der Metzger sagt:' s sind keine do, Bis morge hen mer widder." Fritz Sänger. Doch d' Rosel drängt:„ Ich brauch se jetzt, Sonscht macht mer's d' Gnädig bitter." ,, Ihr müßt Euch," hot der Metzger g'meint, ,, Halt doch bis morge b'scheide, Ich kann doch die Schweinsohre net Mir do vom Kopf wegschneide!" Der große Sotto in Tanger. Dahinter Eingang zu der deutschen Gesandtschaft. Oben die Kasbah; unterhalb derselben das Judenviertel. Auf den nordafrikanischen Wetterwinkel, wie Marokko schon seit langem genannt wird, sind zur Zeit wieder einmal die Augen der gesamten Welt gerichtet. Frankreich hat bereits umfassende Kriegsvorbereitungen gegen die Marokkaner getroffen und aus diesem Grunde wollen wir auch uns heute mit den Marokkanern etwas beschäftigen. Skizzen aus Marokko. Bescheiden in seinen Ansprüchen, lebt der Dorfbewohner in Marokko äußerst einfach. Ein Stück grauen trockenen Brotes ( chobs), in Öl oder geschmolzene Butter getaucht, ist seine Hauptnahrung; Kaffee, grüner Tee mit Pfefferminzkraut, Milch, wohl auch nur Wasser bilden sein Getränk. Die Kleidung hat die uralte Form unverändert behalten: ein mit einer Kapuze versehener Mantel ,,, Djilabba" genannt, und der rote, Fez" oder Turban seine Kopfbedeckung. Die Füße stecken in gelben Schlappschuhen, sogenannten„ Babutschen"; sehr häufig, namentlich bei ärmeren Stämmen, sind sie ganz nackt. An seiner Seite hängt stets eine schöne, feste Provianttasche aus Ziegenleder, sowie ein langes Messer. Armselige Strohhütten, zu Dörfern vereinigt, die zum Schutze gegen Überfälle usw. stets mit einer sehr stacheligen Rattus hecke umpflanzt sind, dienen als Wohnung. Lesen und schreiben kann der Marokkaner vom Lande erklärlicherweise nicht. Ein Kind der Natur, weiß er über sein eigenes Alter nur dunkel, meistens gar keinen Bescheid; denn für ihn gibt es keine Zeit, er weiß nur, daß, wenn nach langen Monden trockener Sonnenglut der ersehnte Winterregen endlich, Sturzbächen ähnlich, die ausgetrocknete, rissige Erde tränkt, Mohammed ein Jahr länger tot ist. Den Regen sendet Gott, sein Name ist Allah, und Mohammed ist sein größter Prophet" ist der Inbegriff seines Wissens. Der Dorfheilige hat ihm mit vieler Mühe die wichtigsten Gebote und Sprüche des Islam beigebracht. Hieran hält er fest in unverbrüchlicher Treue. Er haßt den Christen und dessen Werke, und eher werden 100 Christen zu Mohammedanern als ein Araber zum Christen gemacht. Ein Europäer als vornehmer Stadtaraber. Mieter einiger Acker Land, arbeitet der Marrokkaner gerade so viel, als er für seinen täglichen Lebensunterhalt nötig hat, und läßt zudem die schweren Arbeiten durch seine Frau verrichten, deren absoluter Herr er ist. Wie ein Kamel beladen, in gebückter Saltung, schleppt die brave Alte die Produkte der spärlichen Landwirtschaft, Gras, Heu, Stroh und Holzkohlen, zur Stadt, indem ihr Gebieter in aller Seelenruhe, die lange, geliebte Flinte im Arm, auf dem einzigen, dem Umfallen nahen, mageren Maultiere oder kleinen Esel sitzend, seine Ehehälfte begleitet. Er selbst trägt keinen Korb, denn er ist stolz. Seine Frau hat sozusagen das Los eines Haustieres; doch zu des Tyrannen Lobe sei's erwähnt, er schlägt sie nie. Gegen alle Witterung abgehärtet, ist sie nur mit einer Jacke und kurzem Rocke( einer Art Bandtuch) bekleidet. Die nackten Beine sind gewöhnlich mit rauhem Ziegenleder umwickelt. Gegen die heißen Sonnenstrahlen schützt sie ein weißes Kopftuch und darauf ein hoher Strohhut, dessen gewaltiger Rand( von zirka 70 cm Durchmesser) mit von oben herunterhängenden Schnüren wagerecht gehalten werden muß. So sigt sie den ganzen Tag geduldig in der Sonnenglut des wogenden Marktes, um ihre Erzeugnisse gegen einige„ Billous" 25 Centimes, einzutauschen, womit sie dann wiederum gleich die Einkäufe für den spärlichen Haushalt besorgt. Zuweilen reicht ihr der Wasserträger, meistens stämmige Neger aus dem Sudan, in einer blitzenden Messingschale für ein kleines Entgelt einen Trunk frischen Wassers, welches er in einem Ziegenfelle auf dem Rücken trägt. Wenn nun der Tag zur Neige geht, dann erscheint der besorgte Gatte aus der fühlen Kaffeehalle, und sie kehren heim zur fernen Hütte. = Furchtbar ist es, in den Gefängnissen, in ihren verpesteten, dunklen, nie gereinigten Räumen voller Unrat, Nacht für Nacht zu liegen, auf kalten, feuchten Steinen, von Hunger und Durst gequält, wenn nicht ein Freund oder die fremden Touristen bei Besichtigung der Gefängnisse hier und da ein Stück Brot und einen Krug Wasser durch das Ochsenauge der Kerkertüre reichen lassen. Der schlimmste Verbrecher kann, wenn seine wohlhabende Familie einige 20 Duro à 5 Mt. als Lösegeld bezahlt, sich gleich wieder in Freiheit befinden, während der arme Unglückliche, oft schuldlos, elendig verhungert. Doch wieviel schrecklicher noch sind die Jammergestalten, an den Stadtmauern hingekauert, die das Licht der Sonne nicht mehr sehen. Im Verein bitten sie mit klagendem Gesang im Namen ,, Allahs" um ein Almosen. Sie hatten irgendeine Missetat mit dem Verlust der Augen büßen müssen. Der arabische Stadtbewohner unterscheidet sich sehr von seinem Bruder auf dem Lande. Er ist des Lesens und Schreibens kundig, kann auch ein wenig rechnen und gilt deshalb auch als Gelehrter. Versteht er ein Handwerk, so nennt man ihn, Meister", und als glücklicher Inhaber einer kleinen Krämerbude bekommt er den wohlklingenden Titel Kaufherr ,,, Sidi el Tascher". Die Arabische Reiterphantasie am Strand von Tanger. zeugen, daß dem Wege fe erobern. Na eine geheimni Begriff, jeder Stiggen aus Marotto. es mit feinen das Kriegs her Flagg jhwunden, u welch heimtü dort beteiligt. heit bietet, 1 Deutschland" für die Welt offensichtlich So lange Schwarzen M litischen Kind giltig sein. ein System lion zu besch frei, oder widelungen der Fall ger nier aufgefta die Aufständi 5