把 我 offen. Verner Giessen, Anschluss an ersammlungen e über eigene lich, brieflich ePersonen, n zu lassen. Cur bitten Herrn Ge önlich zu Werner. psychische und as Rechnungs Ausschreibung nstände, Bor varen, Schreib Kleidern und Arante und und der Defen und das Fort zn, leeren Flo chentagen nad tungsbüro zur I entsprechende xmin: .1180hr Tagen. für plychil ckere 5 Pfd. 80 P 5, 90, 5. 100 dchen Mr. 1.05 2.00 " 4.75 " 65 Pfd. 70 Vitello. üböl Ltr. 90 10 Stid 75, 10 Stüd 85, Cand- Butter. rnus nd Frankf einigung. Tamil. in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 41. Telephon: Nr. 362. Ein Jabr Vereinsarbeit. Die Tätigkeit des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes im Jahre 1910 soll durch die nachstehenden Angaben in gedrängter Kürze veranschaulicht werden. Das Jahr 1910 war für den D. H.-V. ein kritisches Jahr erster Ordnung. Auf dem Stuttgarter Verbandstag im Jahre 1909 war beschlossen worden, den Verbandsbeitrag von 10 Mark auf 18 Mark zu erhöhen. Jm abgelaufenen Jahre mußte nun diese Finanzreform im vollen Umfange durchgeführt werden. Die linksliberalen und sozialdemokratischen Gegner des Verbandes hofften eine allgemeine Mitgliederflucht. Noch im Januar dieses Jahres behauptete das„ Berliner Tagebl.", daß sich der Mitgliederbestand des D. H.-W. um 25 000 verringert habe. In Wirklichkeit ist die Mitgliederziffer gestiegen von 120 275 auf 121 012. Dabei sind Jahresschluß alle Mitglieder gestrichen worden, die aus dem Jahre 1909 mit ihrem Beitrage im Rückstande waren. am Die Beitragseinnahme des Verbandes und seiner Krankenkasse belief sich auf 2 300 000 Mark. Bei der Verbandssparkasse wurden 1 400 000 Mark Spargelder eingezahlt. Die Einzahlungen werden mit 4 Prozent verzinst. Zweck der Sparkasse ist, den Sparsinn unter den Verbandsmitgliedern zu fördern. Die Verbandskrankenkasse verausgabte für die Unterstützung erkrankter und für die Hinterbliebenen verstor bener Mitglieder 580 000 Mark. In dieser Summe sind auch die Leistungen der neuerdings eingeführten Familienversicherung( 28 000 Mark) mitenthalten. Die Versicherung gegen Stellenlosigkeit, die dem Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversicherung untersteht, hat an stellenlose Mitglieder 114 428 Mart Rente ausgezahlt. Außerdem wurden für Notleidende aus der Dar= Lehnskasse 18 000 Mark bewilligt. Durch die Stellenvermittlung wurden 3154 offene Stellen besetzt. Für schlecht berufene Firmen werden feine Stellungen vermittelt, ferner ist die Stellenvermitt lung gesperrt für die Firmen, die mit ihren Angestellten Konkurrenzklauseln vereinbaren. Die Auskunftei unterrichtet Stellensuchende über die Arbeitsverhältnisse, um sie vor Enttäuschungen beim Stellenwechsel zu bewahren. 8162 Auskünfte dieser Art wurden erteilt. Die Abteilung für Rechtsschutz erteilte 14 926 Rechtsauskünfte, übernahm in 886 Fällen die Vermittlung bei ausgebrochenen Streitigkeiten, wovon 121 Streitfälle zu Prozessen führten. Insgesamt wurden dadurch den Mitgliedern 98 684 Mr. Gehaltsforderungen u. 215 3eugnisse verschafft. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag den 17. Februar 1911 Firmen erhalten in der Regel erst dadurch Wert, daß sie vom deutschen Konsul beglaubigt sind, weil sonst immer der Verdacht besteht, daß der Gehilfe, der sich auf das Zeugnis einer ausländischen Firma beruft, in irgendeinem minderwertigen Geschäftshause tätig war. Jede derartige Beglaubigung fostete bislang 10 Mark. Jetzt ist Gebührenfreiheit dafür eingeführt worden. Diesen Erfolg haben die deutschen Gehilfen im Auslande dem Abgeordneten Behrens zu verdanken. In der vorstehenden, gedrängten Uebersicht sind viele Zahlen enthalten. Wer aber Erfahrung besitzt in der Vereinstätigkeit, wird ermessen können, wieviel Mühe und Arbeit sich in diesen Zahlen ausdrückt, wieviel tausend fleißige Hände sich regen mußten, um diese Ergebnisse zu erzielen. Hamburg. Rich. Döring. Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. Februar. * Gießen. Der ordentliche Professor der Mathematik an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag, Dr. Gerhard Kowalewski, hat den an ihn gangenen Ruf an die hiesige Universität als Nachfolger von Prof. M. Pasch angenommen. * er= Gießen. Ernannt wurde der Amtsgerichts die ner bei dem Amtsgericht Wald- Michelbach E. Kliffmüller zum Kanzleidiener am Landgericht der Provinz Oberhessen. * Gießen. Die firchlich- positive Vereinigung hielt gestern eine Mitgliederversammlung ab, in der Pfarrassistent Schorlemmer einen Vortrag über„ Die modernen Anschauungen vom Alten Testament" hielt. * Gießen. Der Vorstand des Verbandes der Detaillistenvereine im Großherzogtum hielt eine Sitzung ab, in welcher hauptsächlich die Gemeindesteuer- Reform nochmals eingehend erörtert wurde. Man hofft, daß die Erste Kammer den Wünschen der Detaillisten Verständnis entgegenbringt und die von der Zweiten Kammer angenommene Sondersteuer nicht zu Falle bringe. Ferner fand eine Besprechung des Vorstandes mit einer Abordnung Rheinhessischer Geschäftsleute statt, die den dort bestehenden Rheinhessischen Detaillisten- Verband auflösen und ihn als Detaillistenverein für Rheinhessen= Land neu gründen wollen. Dieser neue Verein wird dann dem Hessischen Verband mit zirka 3-400 neuen Mitgliedern sofort beitreten. - Wetzlar, 17. Febr. Rasch tritt der Tod den Menschen an. Die Wahrheit dieses Wortes bestätigte sich gestern anläßlich des Neulschen Dachstuhlbrandes. Der Kaufmann Waldschmidt 2. begab sich in großer Hast nach der Brandstelle. Unterwegs wurde er von Unwohlsein befallen, sodaß er in seine Wohnung ge schafft werden mußte. Hier machte ein Herzschlag dem Leben des im rüstigsten Alter stehenden Mannes 237 Ortsgruppen haben Unterrichtskurse eingerichtet, die insgesamt 2655 Teilnehmer zu verzeichnen hatten. In Hagen und Wiesbaden haben sich diese Unterrichtsfurse zu„ staatlich genehmigten Fachschulen des D. H.-V." ausgewachsen, während in Lennep die Unterrichtskurse zu einer obligatorischen kaufmännischen Fortbildungsein jähes Ende. schule umgewandelt wurden. Unter den ausländischen Ortsgruppen ragt Chikago hervor mit einer„ Englischen Schule des D, H.-V." mit über 60 Schülern. - Wetzlar, 17. Febr. Gestern vormittag gegen 10 Uhr ertönten Hornrufe der Feuerwehr und die dumpfen Klänge der Elfuhrglocke. Jm Neul'schen Hause in der Naubornerstraße war ein Dachstuhlbrand ausge= brochen. Die Feuerwehr, die schnell zur Stelle war, erUmfassende Arbeit wurde von der Lehrlingsabteilung geleistet. 12 800 Kaufmannslehrlinge, in 444 Gruppen zusammengefaßt, haben sich dem D. H.-V. angeschlosstickte das Feuer in kurzer Zeit. sen. 39 Gruppen besitzen eigene Lehrlingsheime, 401 Gruppen unterhalten ein geregeltes kaufmännisches Unterrichtswesen für Lehrlinge, außerdem werden Besich tigungen industrieller Werke, Wanderungen und Kriegsspiele unternommen. Anläßlich eines Elternabends, den die Lehrlingsabteilung in Gütersloh veranstaltete, lief vom Generalfeldmarschall Graf Häseler ein Schreiben ein, worin es u. a. heißt:„ Mögen die Bestrebungen des Verbandes Fuß fassen, nicht nur innerhalb des Verbandes, sondern auch vorbildlich wirken in weiteren Kreisen zum Wohle des Vaterlandes." un= 1900 wanderlustige Mitglieder haben sich zu einem Bund für Wanderpflege zusammengeschlossen, um ter den deutschen Handlungsgehilfen die Wanderfreudig feit zu wecken und sie für edlen Naturgenuß reif werden zu lassen. Die Zahl der deutschnationalen Gehilfenbeisitzer in den Kaufmannsgerichten stieg von 992 auf 1035, denen 108 Sozialdemokraten gegenüberstehen. Die Arbeiten der Sozialpolitischen Abteilung" waren in der Hauptsache auf die Beeinflussung der Reichsverficherungsordnung, des Arbeitsfammergesetzes und der in Aussicht stehenden Privatangestelltenversicherung gerichtet. Verabschiedet wurde vom Reichstag das Konsulatsgebührengesetz. Dabei gelang es, die Gebühren freiheit für die Beglaubigung der Zeugnisse durch sere Konsuln durchzusetzen. Die Zeugnisse ausländischer un= im - Braunfels, 16. Febr. Gestern abend gegen Uhr ging eine überaus traurige Nachricht durch unsere sonst so ruhige Stadt. Der Landwirt Louis Abbel, ein braver, geachteter und beliebter Mann, war Walde beim Holzfällen von einem Baumstumm erschlagen worden. Seine Frau erlitt bei der Nachricht schwere alten Herzkrämpfe. An der Bahre stehen außer dem auch betagten Vater, wie schon gesagt, die arme nun noch förperlich schwer mitgenommene Frau und 5 kleine Kinder. Das Mitgefühl mit dieser schwer betroffenen Familie ist ein allgemeines. - Frankfurt a. M. Der Verband geprüfter Nahrungsmittelchemiker hält am 19. März hier seinen 4. Verbandstag ab. * Weilburg. Mittwoch nacht wurde in die Kassenräume der im hiesigen Landratsamte befindlichen Kreissparkasse des Oberlahnkreises e ingebrochen und eine Kassette, die Bargeld und Wertpapiere im Betrage von über 2000 Mar enthielt, gestohlen. Marburg. Der Kaufmännische Verein beschloß, anfangs April einen Schaufenster- Wettbe= anfangs April werb, verbunden mit Verkehrssonntag, zu arrangieren. * Biedenkopf. Die Eröffnungsfahrt der Bahnstrecke Oberscheld- Biedenkopf findet am 29. April mit den hierbei üblichen Festlichkeiten statt. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Tätigkeit auf Kruppschen Gruben erhielten der MaschiBerghausen. Für 25jährige ununterbrochene nist Fr. Ludwig und der Bergmann K. Beder als Zeichen der Anerkennung je eine goldene Busennadel und 100 Mark in bar. . Heppenheim. Der Gemeinderat bewilligte den Veteranen ein Ehrengeschenk von 20 Mt. Darmstadt, 15. Febr. Die Finanzaus= schüsse beider Kammern famen nach langen Berat- ungen zu folgender Uebereinstimmung: Inbezug auf den Hauptvoranschlag stimmt der Ausschuß der Ersten Kammer den Beschlüssen des Ausschusses der Zweiten Kammer zu. Das Schuldentilgungsgese z wird in der vom Finanzminister Braun vorgelegten Fassung von der Ersten Kammer abgelehnt. In den Ausschüssen einigte man sich auf ein Notgesetz, das nur für 1911 gelten soll und folgende Schulden tilgung vorsieht: Von der Eisenbahnschuld werden getilgt rund 600 000 Mt. auf Grund der Bestimmung des Ludwigsbahngesetzes und aus ersparten 3insen 300 000 Mark. Getilgt werden ferner aus dem Fonds für Bad Nauheim und dem Domänenaquisitionsfonds 510 000 Mark für Rententitel 107 000 Mark. Von den nicht werbenden Schulden werden für 1911 drei Fünftel Prozent getilgt; das sind, da es sich um 75 Millionen handelt, rund 446 000 Mt. Nach dem Tilgungsgesetz war Prozent für alte Schulden und von drei Prozent für für nicht werbende Schulden ein Tilgungssatz von ein im Jahre 1911 1802 035 Mt. getilgt. Dem Aus= die neu aufzunehmenden vorgesehen. Insgesamt werden gleichsfonds fließen in dem kommenden Etatsjahr 2 041 000 Mark zu. In der Frage der Be a m- tenbesoldung erklärte die Regierung: Sie halte sich verpflichtet, für die Ausbesserung der Gehälter der Beamten den Landständen eine Vorlage zu unterbreiten, sobald für die dadurch entstehenden Ausgaben neben der Schuldentilgung Mittel vorhanden sind, ohne daß dem Lande eine allzu empfindliche Erhöhung der Steuern zugemutet werden muß. * Mainz, 15. Febr. Der Großherzog und die tenberg wohnten der heutigen Premiere vom„ Rosen- Großherzogin von Hessen sowie die Prinzessin von Batkavalier" bei. Sozialpolit fcbes. Spiel mit dem Feuer. In einer Volksversammlung in Leipzig hat der Obergenosse Dr. Lentsch in einem überradikalen Vortrag für den politischen Massenstreik Propaganda gemacht. Das Proletariat müsse für alle Fälle, insbesondere für die Ueberwindung der preußischen Reaktion, gerüstet sein. und daß in diesen entscheidenden Kämpfen", so führte er nach dem Bericht der„ Leipziger Volkszeitung"( Nr. 22 1911) aus,„ das deutsche Proletariat den letzten Hauch seiner Kraft einsetzen, die schärfsten Waffen aus seinem Zeughaus, d. h. den politischen Massenstreik, bereit halten muß, darüber ist sich die gesamte Partei einig.( Lebhafte Zustimmung.)" Der bewaffneten Macht schleuderte Lentsch die Herausforderung in's Gesicht:„ Sie sollten nur schießen! Sie sollen es nur wagen! Der erste Kanonenschuß, gefeuert von deutschen Soldaten gegen friedliche deutsche Staatsbürger, er würde ein Echo im Lande erwecken, daß die herrschende Klique entsetzt von ihren Sesseln aufspringen würde." Welche Rolle den sogenannten„ freien" Gewerkschaften bei der großen Aktion zugedacht ist, geht aus dem Vortrag auch deutlich hervor. Lentsch erwähnt den Widerstand der meisten Gewerkschaftsführer, die aus Sorge um die beruflichen Organisationen und deren mühsame Arbeit von dem Generalstreikrummel nichts wissen wollen. ,, Allein diese Sorge ist völlig unbegründet. Starke Organisationen bilden die unerläßliche Voraussetzung eines politischen Massenstreiks, und weit davon entfernt, daß die Idee des Massenstreiks die Organisationsarbeit gefährdet, ist sie geeignet, diese Arbeit in stärkster Weise zu begünstigen und zu fördern. Je mehr man von der eventuellen Unabwendbarkeit eines Massenstreiks überzeugt ist, desto mehr ist man von der Notwendigkeit politischer und gewerkschaftlicher Organisation überzeugt. Eins stützt und trägt das andere." Ob die„ freien" Gewerkschaften sich zu diesen unverantwortlichen Experimenten mißbrauchen lassen wollen, ist deren Sache. Die christlich- nationale Arbeiterbewegung lehnt diese Gedankengänge mit aller Entschiedenheit ab. Und ohne oder gegen die christlichen Arbeiter bleibt die Jdee des Generalstreiks eine Utopie, die in Deutschland vielleicht noch blamabler enden würde, wie ähnliche mißglückte Versuche in romanischen Ländern. Deutscher Reichstag. Nach Abschluß der allgemeinen Debatte zum Marineetat wurde am Mittwoch der Titel Ministergehalt wie die Zulagen bewilligt; ein sozialdemokratischer und fortschrittlicher Antrag auf Wiederherstellung der Heizerzulage wurde in namentlicher Abstimmung abgelehnt, dagegen entsprechend der Kommission die halbe bewilligt. In der Einzelberatung wurde sodann eine Resolution auf Neuordnung der Arbeitszett der Beamten und Verbilligung der Kanzleibeamten angenommen. Im weiteren Verlauf begründete Abg. Hue eine sozialdemokratische Resolution auf Beteiltgung der Arbeiterausschüsse, Hinwirkung auf den Abschluß von Tarifverträgen und Bevorzugung von tariftreuen Fir men bet Marinelieferungen. Staatssekretär v. Tirpig wies nach, daß den Wünschen, soweit fte erfüllbar, bereits ent sprochen wird, daß es sich bei Förderung der Tarifverträge um ein Prinzip handelt, über das nicht einseitig vom Marineamt entschieden werden kann, daß darin vielmehr im Einvernehmen mit allen Ressorts vorzugehen set. iteber die Resolution wird Donnerstag wieder namentlich abgestimmt werden. Die weitere Besprechung betraf Einzelfragen, wie die Dienstkleidung, Uniformterung, Reisekosten. Zum Schluß brachte Abg. Weber( mtl.) eine neue Lesart zum Unterseebootsunglück vor. Es sollen zwet Privatwerften erste Hilfe angeboten haben, aber abgewiesen wor den sein. Der Staatssekretär erwiderte, die Hülfe der Prtvatwerften würde wohl nichts genützt haben, denn u 8 set noch in der Lage gewesen, mit eigener Kraft nach dem Lande zu fahren. Der Staatssekretär fann sich nicht vorstellen, daß eine Chance, die sich geboten hätte, nicht ausgenutzt worden wäre. Es handle sich jedenfalls um ein vages Gerücht. Am Donnerstag wird die Beratung fortgesetzt. Eine Rede des Reichstanzlers. Auf dem Festmahl des Deutschen Landwirtschaftsrates am Mittwoch abend, dem auch der Regent von Braunschweig, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, beiwohnte, hielt die erste Rede Graf SchwerinLöwiß, in der er einen Rückblick auf die markantesten Erscheinungen in der deutschen Landwirtschaft während der letzten Jahre warf und die Notwendigkeit der Aufrechter= haltung des Schutzes der nationalen Arbett aller Erwerb8stände betonte und die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Darauf erhob sich der Reichskanzler zu einer Rede. Er dankte zunächst dem Grafen Schwerin- Löwitz für seine Ausführungen über den ländlichen Wertzuwachs. Es habe nahe gelegen, daß Graf Schwerin- Löwiß im Zusammenhang damit von der ländlichen Verschuldung ge= sprochen habe. Diese habe ihren Grund darin, daß der Zuwachs zu allermeist nicht zur Schuldentilgung, sondern zur Investierung des laufenden Betriebes verwandt werde. Darin liege eine Erklärung für unsere landwirtschaftliche Verschuldung. Die Kapitalinvestierung habe aber nur dann eine Berechtigung, wenn sie nicht zur Steigerung des Luxuswertes, sondern zur Steigerung des Ertragswertes benutzt werde, um unvermeidliche Rückschläge durch schlechte Witterung oder schlechte Preise ohne Zusammenbruch zu überwinden. Ich danke dem Grafen Schwerin- Löwit insbesondere für die unumwundene Anerkennung der überaus hohen Preise einzelner Fleischsorten im vergangenen Jahre, die eine ungewöhnliche Höhe erreicht haben. Das sei nicht mit den gewöhnlichen Schlagworten von„ agrarischer Profitgier" und Fleischteuerungsrummel" abzumachen. Am letzten Ende handele es sich darum, ob die deutsche Landwirtschaft ihre Viehhaltung vergrößern und verbessern wolle. Es sei eine Pflicht der Landwirtschaft, diese Aufgabe mit allen Mitteln zu lösen. Das kann sie aber nur, wenn sie einen nachhaltigen Seuchenschutz genießt, und der soll ihr gewährt werden: Unsere Wirtschaftspolitik beruht zugleich auf dem Willen und der Fähigkeit der deutschen Landwirtschaft, die Ernährung des Rolfes immer unabhängiger vom Auslande zu gestalten. Dieser Wille muß zur Tat gemacht werden. In seiner Kaiserrede am Geburtstage Sr. Majestät hat Graf Schwe rin- Löwitz darauf hingewiesen, daß die 17 Millionen DeutIche, um die das Reich unter der Regierung unseres Kaisers zugenommen hat, alle im Lande Nahrung und Unterkunft gefunden haben. Wir müssen dafür sorgen, daß immer mehr Deutsche einen Fleckon Lond ihr eigen nennen können. In Preußen hat man begonnen, die innere Koloni fa= tion mehr als bisher zu betreiben. Was notwendig ist, ist, das platte Land stärker zu besiedeln. Der Deutsche Landwirtschaftsrat muß dafür sorgen. daß das Interesse für diese Frage in immer weitere Kreise, in das ganze Vaterland bringt. Die ganze Arbeit des Deutschen Landwirtschaftsrates hat gezeigt, daß er seine Reit versteht und in ihr wirksamt ist. Hoffen wir, daß er das auch in Zukunft tut. Rundschau vom Cage. Politisches. Keine Verhandlungen mit dem Vatikan. Das„ Berliner Tageblatt" erweckt den Anschein, als seien von Berlin beim Vatikan diplomatische Verhandlungen oder in anderer Form Bemühungen im Gange, um die Zulassung Der Familienschmuck der Wallutfeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 84) eines Kaiserbesuches in Rom zu erlangen. Die„ Norddeutsche Allg. 3tg." stellt fest, daß selbstverständlich von solchen Verhandlungen mit der Kurie in keiner Weise die Rede ist. Die Reichstagstommission für die elsaßlothringische Verfassung entschied sich mit großer Mehrheit für den lebenslänglichen Etatthalter, der auf Vorschlag des Bundesrats vom Kaiser unter Gegenzeichnung des Reichskanzlers ernannt werden soll und nur durch Bundesratsbeschluß abberufen werden kann. Die Regierung machte gegen den Beschluß starte Bedenken geltend. Weiterhin beantragte eine Klausel, daß diese Abberufung durch 14 Bundesratsstimmen verhindert werden könne; sie wurde gestrichen. Die Boltspartei hatte beantragt, daß der le= benslängliche Statthalter vom Kaiser auf Vorschlag des elsaß- lothringischen Landtags zu ernennen sei. Dieser Antrag fand jedoch nur die Unterstützung der Sozialdemokratie. Die Sozialdemokraten selbst wollten nur den Statthalter vom Landtage auf fünf Jahre wählen lassen, doch blieben sie mit diesem Vorschlage allein. In hochgespannter Erwartung stand Robert White, als es dunkel wurde, an der Tür des R.schen Restaurants und blickte auf die Straße hinaus. Er hoffte, Jims lang aufgeschossene, fnabenhafte Gestalt zu sehen. Aber er bemerkte sie nicht. Bei der Weiterberatung des Militäretats in der Budgettommiffion des Reichstags führte der preußische Kriegsminister aus, die Zivilversorgung der Militäranwärter liegt der Militärverwaltung sehr am Herzen. Die Aussichten sind aber nicht schlecht, da bereits Zivilanwär ter eingestellt werden mußten wegen des Mangels an geeigneten Militäranwärtern. Die Schwierigkeit liegt da rin, daß der Mann die Stelle findet, die ihm paßt. Auf eine Anfrage erklärte der Kriegsminister, die Bezirksfommandos führten feine Listen über die politische Gesinnung der Mannschaften des Beurlaubtenstandes. Die Frage, die blaue Uniform durch feldgraue ersetzen zu lassen, ist noch in der Schwebe Die Heeresverwaltung steht ihr vorläufig neutral gegenüber. Es muß erst erprobt werden, wie die feldgraue Uniform sich im Frieden trägt. Um kein Aussehen zu erregen, setzte sich der Geheimpolizist an ein Tischchen, bestellte Whisky und Sodawasser und zündete sich eine Zigarre an. Es tamen und gingen viele Menschen in dem Restaurant. Der Platz, den White gewählt hatte, war von einigen hohen Blattpflanzen halb verdeckt. In Gedanken verloren, achtete der Geheimpolizist anfänglich nicht auf das Gespräch eines Herrn und einer Dame, die nebenan saßen. Das ist die berühmte Schulreiterin Miß Alice Rower," sagte der Kellner, als er die Bezahlung von White erhielt. Der Herr soll mit ihr verlobt sein; es ist der junge Baron Montpierre." Das Interesse Whites regte sich. Er erinnerte sich, daß Miß Lionel sehr entzückt von der Schulreiterin gesprochen hatte und zu deren Benefiz in den Zirkus gehen wollte. Die Trauer um Mrs. Brook plötzlichen Tod hatte es nicht dazu kommen lassen, aber Robert beschloß, allein hinzugehen. Er fing an, sich für das Paar am Nebentisch zu interessieren; einzelne Bruchstücke ihrer Unterhaltung schlugen an sein Ohr. Die Schulreiterin dankte dem jungen Franzosen für ein kostbares Geschenk. Die deutsche Einfuhr hatte im Januar ohne Gold, Silber und Wertpapiere einen Wert von 725,7 Mill. M gegen 712 Mill. Mim Vorjahre, die Ausfuhr einen solchen von 603,2 Mill. M gegen 539,8 Mill. M. Gold und Silber erreichten in der Einfuhr einen Wert von 19,9 gegen 13,0 Millionen Mark, in der Ausfuhr 5,2 gegen 6,4 Millionen des Vorjahres. Krupp in Holland. Das„ Echo de Paris" meldet, daß die Firma Krupp ein Filialwerk in Hoek van Holland an der Maasmündung zu errichten gedenkt. Ein größeres Landgebiet sei bereits gekauft, und die Vorarbeiten sollen in türzester Zeit beginnen. Das Blatt bringt diese Meldung als neuen Beweis für das kulturelle Vordringen Deutschlands in Holland und das Interesse, das das Reich für die holländische Küstenbefestigung zeigt. ,, Die Steine sind unvergleichlich schön," sagte sie ,,, ich werde sie morgen tragen; es wird mir Glück bringen. Der Pariser sagte darauf leise etwas, was White nicht verstand. „ O! der Todessprung ist nichts," lachte Miß Rower. Ich habe ihn so oft ausgeführt, daß ich gar keine Angst fible." Amerika den Amerikanern. Wie aus Washington ge= meldet wird, nahm das Repräsentantenhaus den Gegenseitigkeitsvertrag mit Kanada mit 181 gegen 92 Stimmen an. Die Annahme des Vertrages im Senat gilt ebenfalls als sicher. Wie weiter aus Neuyort berichtet wird, hat bei der Kongreßdebatte über den Gegenseitigkeitsvertrag der von den Demofrater zum Sprecher des Repräsentantenhauses ausersehene Champ Clart folgenden seltsamen Ausspruch getan: Die Zeit wird kommen, wo Großbritannien mit Freuden die Abtretung seiner nordamerikanischen Besitzungen an die Vereinigten Staaten ins Auge fassen wird." Clarks Worte wurden von tosendem Beifall begrüßt. Biele Kongreßmitglieder erhoben sich von ihren Sitzen und klatschen laut in die Hände. Ein Zeichen der Zeit! Die Reisen des englischen Königspaares. Offiziell wird bestätigt, daß das Königspaar im Jahre 1911 teine Auslandsreisen unternehmen wird. Nach der Krönung wird es längeren Aufenthalt im Schlosse zu Windsor nehmen und dort verschiedene Hoffeste geben. Ende November tritt es dann die Reise nach Indien an. Die Besuche der fremden Höfe werden erst im Sommer nächsten Jahres erfolgen. Kleine Nachrichten. Als Automobilunfall des Prinzen Eitel Friedrich. Prinz Ettel Friedrich von Preußen mit seinem Adjutanten sich Mittwoch mittag von Schloß Bellevue in Berlin per Automobil zur Kriegsakademie begeben wollte, fuhr der Wagen gegen eine Schußinsel. Ein Rad wurde dabei zertrümmert. Die Insassen, die unverletzt geblieben sind, sezten ihre Fahrt in einer Autodroschke fort. Die Taufe des Luftschiffes der deutschen transatlantischen Flugerpedition hat am Mittwoch in Kiel in Anwesenheit des Prinzenpaares Heinrich von Preußen stattgefunden. Der Kieler Bürgermeister hielt die Taufrede, dann gab Prinzessin Heinrich dem Schiff den Namen„ Suchard". Eine Influenzaepidemie herrscht in Berlin. Etwa 12 000 bis 14 000 Personen sind erkrankt. Die Krankheit In diesem Augenblick zupfte jemand White am Aermel. Ein Fremde: stand vor ihm, einer jener Modenarren, wie man sie öfters in den Wigblättern abgebildet steht. ,, Was wünschen Eie?" fragte White erstaunt, aber als er genauer hinsah, wußte er, daß es Jim Knight unter der Verkleidung war. Schnell erhob sich der junge Schweizer und folgte dem Angestellten der Neuyorker Geheimpolizei, hinter ihm hergehend. In einem dunklen Torweg blieb Jim stehen. Da ist der Schmuck," sagte er, und überreichte White ein flaches Lederetui, das er vorsichtig öffnete. Das Perlenkollier lag darin. zeigt heftige Symptome, und die Sterblichkeit ist größer als im Vorjahre. Die Pest hat jezt auch Wladiwostock, erreicht. Vier chtnefische Bestleichen sind dort auf der Straße gefunden wor den. Täglich treffen chinesische Arbeiter aus der Mandschurei mit Gepäck ein, ohne daß eine Desinfektion erfolgt. Es wird behauptet, daß die Böpfe der Pestleichen abgeschnit ten und an Haargefchäfte in Deutschland und England verkauft würden. Der Höhenweltrekord mit Passagier, den der Flieger Jeannin mit 480 Metern längere Zeit innegehabt hat, ist am 14. d. M. erheblich verbessert worden. Der englische Flieger Morrison, der bisher noch wenig an die Oeffentlichfeit getreten ist, hat mit seiner Bleriot- Maschine einen neuen Höhenweltrekord mit Passagier aufgestellt, indem er mit seinem Mechaniker 1800 Meter hoch stieg. „ Und dieses Geld habe ich in der Gesellschaft Equitable angelegt," dachte White schadenfroh, und noch ein nettes Sümmchen darüber. Wenn ich den Schurken entlarvt habe, bekommt der Graf alles zurück." IX. Cook im Varietee. Der Nordpolentdecker Cook trat dem B. L.-A." zufolge zum ersten Male in einem Varietee theater in Neuport auf. Er erzählte dem Publikum von Abenteuern im ewigen Eise und zeigte Photographien, die dort aufgenommen sein sollten. Im diesjährigen Gölner Rosenmontagszug werden 21 Wagen und 12 Musikkorps vertreten sein. Als Jdee wurde die Verkörperung von Zitaten zugrundegelegt. Der Zug wird alle vorhergehenden an Glanz und Entfaltung rhet nischen Humors übertreffen ringer den 5 febem anfchet tenzüg ergebn vot, t ben 28 C Ein n wird, bas Triere Chênes Schmit feres thr infolge Adre Chêne dem mann auch d J Schen megen Jekt, wie de birger Sezen Frau ganz verfcha nis je die B Pflicht Shreie Sten bei de fängni Einla auch t Instan Mühe, Graf von Pfeil, früher Hauptmann im 129. Infanterte regiment in Graudenz, der, wie gemeldet, in allerhand uns Itebfame Affären verwickelt war, hat nach dem Spruch des Ehrenrates einen schlichten Abschied ohne Pension erhalten. Der Kaiser hat von seinem Begnadigungsrecht insoweit Gebrauch gemacht, als er dem Grafen Pfeil den Titel Hauptmann a. D. belaffen hat. Der Pensionsverlust und die Aberkennung der Uniform bleibt jedoch bestehen. Der Zirkus Alberii lag im Mittelpunkte der Stadt. Es war ein schönes, steinernes Gebäude, das erst vor einigen Jahren erbaut worden war und an die verschiedenen Zirkus- Direktoren verpachtet wurde. Augenblicklich gab darin die italienische Gesellschaft Alberti ihre Vorstellun= gen, die allabendlich sehr besucht waren, denn die Darbietungen der einzelnen Künstler waren vorzüglich, die Pferde selten schön, und die Pantomimen großartig. Alle, von den Zuschauern an einen modernen Zirkus gestellten hohen Anforderungen wurden vollauf befriedigt. Ein fideler Selbstmordkandidat. In Landeshut vergnügte sich ein Arbeiter in einer Wirtschaft beim Tanz. Ge gen Morgen lief er in den Garten und hängte sich auf. Er wurde jedoch rechtzeitig abgeschnitten. Kaum hatte er sich erholt, lef er auf den Tamzboden zurück und walzte weiter. Die Toulouser Studenten machen es ihren russischen Kollegen nach. Ste bewarfen gestern einen Professor mit faulen Giern und Gemüse und drangen dann in den Arbettssaal für Zoologie, dessen Einrichtung sie zertrümmerten. Schließlich zogen sie im Gänsemarsch durch die Stadt und brachten Schmährufe auf den Professor aus. 18 Personen erfroren. In der russischen Hafenstadt Kertsch herrscht furchtbare Kälte. Unweit der Stadt wurden gestern 18 Personen erfroren aufgefunden, darunter ein Gutsbesitzer, der auf der Heimfahrt aus seinem Schlitten gefallen und erfroren war. Die Hauptanziehungskraft bildete die erste Schulreiterin, Miß Alice Rower, die von der Direktion mit ganz besonderer Höflichkeit behandelt wurde. Wenn die junge Engländerin auftrat, war das Haus gewöhnlich ausverfauft, besonders, wenn auf dem Programm der„ Todessprung" verzeichnet war. Es war dies die Glanznummer der fühnen Amazone, eine halsbrecherische Produktion, die jedesmal mit Lebensgefahr verbunden war, da die Reiterin mit ihrem Pferd über eine hohe Hürde sehen mußte. Ein Bettler als Mörder. In Duisburg drang Mitt woch nachmittag ein Bettler in die Wohnung eines Arbet ters und verlangte Geld. Als ihm dieses von der Frau, die allein anwesend war, verweigert wurde, schoß er diese mit einem Revolver durch drei Schüsse mieder und verletzte fte lebensgefährlich. Hierauf wandte der Verbrecher, ein alter Zuchthäusler namens Sauberger, die Waffe gegen sich selbst und erschoß sich. Nach dem Genuß vergifteten Kaffees starb im Dorfe Badewig in Anhalt ein Landwirt. Eine Magd erkrankte schwer unter Vergiftungserscheinungen. Die junge Frau des Landwirts wurde unter dem Verdachte des Giftmordes verhaftet. Aus den Gerichtssälen. Muß unbestellte Ware bezahlt werden? Das Amtsge richt in Frankfurt a. M. fällte dieser Tage eine für Ge schäftsleute interessante Entscheidung. Eine Berliner Firma hatte einem Frankfurter Kaufmann eine nicht bestellte Flasche Tinte zugesandt, die fünf Mark tosten sollte. Auf Reflamationsschreiben der Firma wurde ihr entgegnet, daß die Ware hier zu ihrer Verfügung stehe. Später teilte man der Firma mit, daß man die Tinte, wenn sie nicht innerhalb eines gewissen Zeitraumes abgeholt werde, wegschütte. Es erfolgte teine Abholung und der Kaufmann goß nach Ablauf der Frist in Gegenwari von Beugen die Tinte fort. Nun forderte die Firma ihr Geld und da sich der Kaufmann zu feiner Zahlung verstand, wurde er verklagt. Das Gericht wies die Klage der Firma auf 3ahlung der fünf Mark ab, weil es sich um unbestellte Ware handelte, die der Kaufmann, wie durch Zeugen dargetan set, nicht benuzt habe. Vermischtes. Große Seringsfänge. Fünf Finkenwärder Fischerfahrzeuge haben am Montag in Curhaven insgesamt 180 000 Pfund Heringe gelandet und damit den Beweis erbracht, daß die Heringsschwärme nach achtjähriger Pause wieder in die Elbmündung eingetreten sind. Die großen Heringsfänge sind Sonntag und Montag in unmittelbarer Nähe von Cuxhaven zwischen dem vierten und fünften Elbfeuerschiffe gemacht worden. Zwei Fischerkutter brachten allein zusammen 100 000 Pfund an den Markt und erzielten für 100 fund 1,05 M. Da ein kleiner Kutter die große Menge der Heringe nicht unter Deck bringen fonnte, hatte er sein Boot sowie das ganze Deck mit HeBisher war ihr das gefährliche Wagnis noch immer ge glückt. Heute fand das Benefiz der beliebten Schulreiterin statt. Cine Menge neugieriger Menschen drängte sich an der Kasse und suchte Plätze im Zirkus. Auch White war einer der Zuschauer. Er saß unterhalb der Logen, nahe dem Eingang; er freute sich, das schöne Mädchen zu sehen, dessen Liebesroman überall folportiert wurde, und dessen Gesicht er im R.schen Restaurant nur flüchtig erblickt hatte. In der gegenüberliegenden Loge schien ein Vorderplaz reserviert zu sein; ein Opernguder lag davor auf der roten Samtbrüstung.„ Wahrscheinlich wird Baron Montpierre dort sizen," dachte White. Einige von Whites Bekannten war auch im Zirkus; der junge Schweizer begrüßte sie. Alle sprachen fast nur von Miß Rover und waren voil Spannung, sie in ihrer Glanznummer auftreten zu sehen. Rauschender Beisoll begrüßte die Künstlerin, als sie auf ihrem Araberhengst Roman" in den Zirkus ritt. Man erzählte sich, daß das schöne Tier das Geschenk eines rus= sischen Großfürsten sei. Mit Bewunderung verfolgte White die tadellose Führung des Pferdes Mit beispielloser Leichtigkeit, fast spielend, überwanden Roß und Reiterin die größten Schwierigkeiten; die hohe Schule wurde in der denkbar größten Vollkommenheit geritten. In der Loge, die links am Eingang lag, saß jezt Baron Montpierre. Er hielt das Opernglas vor den Augen und verfolgte jede Bewegung der Schulreiterin. Wenn sie an seinem Plaze vor beikam, ließ er das Glas sinken und wechselte einen Blick oder ein kaum merkliches Lächeln mit seiner Braut. Der Applaus, als Miß Rower zum Schluß den Hengst auf seinen Hinterfüßen steigen ließ und so rückwärts zum Zirkus hinausritt, wellie kein Ende nehmen. Sie sprengte noch einmal in die Arena, und ließ den Hengst, wie um sich zu bedanken, niederknien. Ihr schönes Gesicht strahlte, als sie den Zylinder von den blonden Haaren zog und lächelnd die Zuschauer grüßte. ( Forts, folgt.) war v transp den. zu ein follte. liziste fahrer lich b " der R fand Pferd 110ch bat a bei C men auf gefche heit nicht Sen Unha folgen Bier nigfte Wein heit i Spiri der M finde, id bi jährig der in es vo würde ift m Orga fchen, nem bedar den Wide ren, saw Glas eine fälti mie lich, Kreb flein Abna the b talwa benge bin große nehm ner Bilid nehm Trint weit tat fi niffe Q Auf u Deren Drest lobun Deira bung gen wäre pilla bga folge Betra einer m it größer als ht. Bier efunden wor der Mand eftion erfolgt. en abgeschnit England ver der Flieger ehabt hat, ist Der englisge e Deffentlich chine einen It, indem er er Coof trat em Barietes ublitum von graphien, die g werden 21 Idee wurde t. Der Zug faltung rhel Infanterte llerhand un Spruch des fion erhalten. cht insoweit den Titel Bverluft und stehen. deshut ver m Tanz. Ge fich auf. Er hatte er fi valgte weiter. en ruffischen Brofeffor mit in den Ar zertrümmer rch die Stadt 18. n Hafenstadt Stadt wurden arunter ein em Schlitten drang Mitt eines Arbei On der Frau, Schoß er diese und verletzte Erbrecher, ein affe gegen fi b im Dorfe gd erkrankte junge Frau 8 Giftmordes Das Amtsge eine für Ge erliner Firma bestellte Fla te. Auf Re ntgegnet, daß ter teilte man e nicht inner de, wegschütte. ann goß nac Ste Tinte fort ich der Kauf verklagt. 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Das Fangergebnis rief einen lebhaften Verkehr am Fischmarkt hervor, war jedoch, da die Schiffe unerwartet eintrafen, für ben Bedarf viel zu groß. Ein Gattenmord durch Versehen der Post verhütet. Ein nicht alltäglicher Zufall hat, wie aus Trier gemeldet wird, einen Gattenmord verhütet und einer Giftmischerin bas Handwert gelegt. Eine verheiratete Frau aus der Trierer Gegend schrieb ihrem eben nach St. Marie aug Chenes verzogenen Liebhaber, dem Bergmann Johann Schmig, er möge thr von einer bewußten Frau ein schär feres Gift besorgen, da das letzte Gift nicht gewirkt und ihr Mann absolut taputgehen müsse". Der Brief wurde infolge ungenauer Aufschrift einem Namensvetter des Adressaten, dem Wirt Johannes Schmitz in St. Marie aux Chênes, zugestellt, der natürlich der Polizei sofort von dem Inhalte des Briefes Mitteilung machte. Der Bergmann sowie die Frau die das Gift bereiten sollte, wie auch die ehebrecherische Gattin wurden verhaftet. Freudiges Ereignis im Gefängnis. Jm hamburgischen Zentralgefängnis zu Fuhlsbüttel sigt eine Frau, die megen irgend eines Vergehens sechs Jahre abzubüßen hat. Jeht, nach vier Jahren ihrer Gefangenschaft, stellte sich, wie dem ,, B. T." geschrieben wird, bei ihr ein neuer Weltbürger ein. Darob allgemeine Verwunderung und EntLegen im ganzen Gefängnis. Erst nahm die Wärterin die Frau ins Verhör, dann die Oberwärterin, dann kamen ganz hohe Instanzen. Allen aber erklärte die Frau halb verschämt und halb entrüstet, daß, solange sie im Gefäng nis sei, niemand sich ihr genaht habe. Am liebsten hätte die Beamtenschaft dies geglaubt; denn es lag sonst eine Pflichtvergessenheit vor. Angesichts des strampelnden und Schreienden Corpus delicti mußte man aber trotz des besten Willens, die Angaben der Frau für richtig zu halten, bei der Meinung bleiben, daß sie log. Nachdem das Ge fängnispersonal beschworen hatte, daß einem Manne tein Einlaß in die Frauenabteilung gewährt worden, und daß auch fein Beamter der Schuldige sei, nahm sich die höchste Instanz der Sache an. Dieser gelang es nach einiger Mühe, die Frau zu einem Geständnis zu bringen. Sie war vor einiger Zeit in dem Gefängniswagen zum Gericht transportiert worden, um als Zeugin vernommen zu werden. Mit ihr befand sich im Wagen ein Zuchthäusler, der zu einem ähnlichen Zweck dem Gericht vorgeführt werden sollte. Während der Wagen vorn und hinten durch Polizisten bewacht wurde, geschah drinnen das, was zu erfahren alle Instanzen sich mehrere Wochen lang vergeb= lich bemüht hatten. Und Roß und Reiter sah man niemals wieder." Bei der Reinigung des Teiches im Schlosse von Mars la Tour fand man die Stelette eines deutschen Reiters und seines Pferdes, sowie den Helm des Soldaten. Der Helm war noch ziemlich gut erhalten. Man nimmt an, daß der Soldat an der berühmten Reiterattade am 16. August 1870 bei St. Privat in der Schlucht von Grisieres teilgenom men hatte, bei der er jedenfalls verwundet wurde, aber auf seinem Pferde sitzen blieb. Das Pferd dürfte dann gescheut und durchgeganen sein und stürzte in der Dunkelheit in den Teich, wo es mit dem Reiter ertrant. " gegnet ihm ein Freund, der ebenfalls Liebhaber des Kar-| rens ist. Dieser äußert seinen Wunsch dem Freunde ge= genüber und beauftragt ihn, da er keine Zeit habe, für ihn ebenfalls auf den Karren zu bieten. Die Versteigerung nimmt ihren Verlauf und endlich kommt auch der ersehnte Karren an die Reihe. Unser guter Mann bietet, obgleich schon lange niemand mehr ein Angebot macht. wacker drauflos. Dem Ausrufer fällt die Sache auf, und er fragt den Käufer nach der Ursache seines Vorgehens. Ganz gemüt lich gibt ihm dieser zur Antwort:" Das zweite Angebot ist immer für mich und das erste für meinen Nachbar, dem ich versprochen habe, für ihn ebenfalls auf den Karren zu bieten." Leider konnte der Ausrufer darauf nicht eingehen, und der Bauer mußte den Gegenstand, den er sich selbst verteuert hatte, auch behalten. Der gute Mann ge= hört entschieden nach Schildburg! Wie man in China Manuskripte ablehnt. Der Chinese ist bekanntlich so höflich, daß er unter feinen Umständen einem andern etwas sagen würde, was diesen verletzen fönnte. Nirgends dürfte daher der Satz von der Sprache, die dazu diene, die Gedanken zu verbergen, mehr am Playe [ ein als in China. Man erfindet dort lieber die fabelhaftesten Märchen, als daß man es wagte, der Eitelkeit etnes anderen zu nahe zu treten. Ein Beispiel dafür ist nachstehender Brief, den ein chinesischer Redakteur an einen Autor schrieb, dessen eingesandte Arbett ihm mißfiel.„ Ich habe Ihr Werk gelesen und bin davon entzückt. Ja, ich schwöre Ihnen bei der heiligen Asche meiner Vorfahren, daß ich noch nie im Leben eine bessere Arbett gelesen habe. Deshalb befürchte ich, daß Seine Majestät, unser hocherhabener Kaiser und Herr, sich, wenn wir es druckten, so dafür begeistern würde, daß er uns aufs strengste untersagte, jemals wieder etwas drucken zu lassen, was nicht an dieses herrliche Werk heranreichte. Und da in den nächsten tausend Jahren wohl kaum wieder eine Dichtung von ähn= licher Größe geschrieben werden wird, senden wir Ihnen Ihr göttliches Manuskript mit unsagbarem Bedauern zurück und bitten Sie vielmals um gütige Verzeihung." Wissenschaft, Kunst und Literatur. Hermann Sndermanns nenes Drama ist, wie die„ Nat. 8tg." mitteilt, soeben vollendet worden. Es handelt sich um eine fünfaftige Tragödie. die den Titel„ Der Bettler von Syrakus" führt und im Altertum spielt. Das Drama dürfte wegen Besetzungsschwierigkeiten in der laufenden Satson kaum noch zur Aufführung kommen. Radium bei Gicht und Rheuma. In der Berliner Medizinischen Gesellschaft sprach Professor Wilhelm His über die Erfahrungen, die er mit der Behandlung von Gicht und Rheumatismus mit Radium gemacht hat. Es wurden von thm 100 Fälle von chronischem Rheumatismus mit Radium behandelt. Die meisten zeigten bedeutende Besserung. fünf Patienten wurden nahezu geheilt; bemerkenswert ist der Fall eines achtjährigen Kindes, bei dem nach achtwöchiger Behandlung eine ganz bedeutende Besserung erzielt wurde. Die Erfahrungen mit Radiumbehandlung lehren, daß die Schmerzen meist abnehmen, die Kontrakturen zurückgehen umo erhebliche Besserungen eintreten. Von 28 Fällen echter Gicht wurden 24 gebessert und nur vier blieben ungebessert. Innerhalb einiger Wochen verliert das Blut setnen Harnsäuregehalt. Die Hetlmethode besteht teils in Einatmung der Radiumemanation in Emanatorien, teils in Injektion von radiumhaltigen Salzen, teils in RadiumTrinkkuren. Die Heilungschancen sind umso günstiger, je früher die Fälle zur Behandlung fommen; dabei ist zu bemerken, daß sich oft im Beginn der Behandlung eine erhöhte Reaktion einstellt. Der Referent, Prof. His, warnte aber vor übertriebenem Optimismus. Der schwarze Tod" als Passagier. Unter der Ueberschrift:„ Die Eisenbahn der Leichname" veröffentlichen Petersburger Blätter ein Stimmungsbild, das ihnen aus dem Pestgebiete zuging, und das die Pest in ihrer ganzen Grausigkeit schildert: Ein Bild von dem chinesischen Bahnhof zu Fuan Die Eisenbahn, die mehrere Stunden durch chinesisches Gebiet ohne Unterbrechung gefahren ist, soll eben auf dem Bahnhofe einlaufen. Man wartet, da eine Verspätung an der Tagesordnung ist. Au fdem Bahnhofe wandeln graufige Gestalten, Eisenbahnbeamte, die mit Pestmasken be= deckt sind. Der Zug kommt aus dem Gebiete, wo die Pest am schrecklichsten wütet. Endlich fährt der Zug langsam, ächzend und stöhmend auf dem Bahnhofe ein. Man ist gewöhnt, daß sich dann schnell die Türen öffnen und die Leute, froh, die lange Fahrt überstanden zu haben, schnell aus den schmutzigen Eisenbahnabteilen springen zu sehen. Der Zug fährt nur Wagen geringster Sorte und Ausstattung, da nur arme Leute diesen Zug benutzen. Er macht einen erschreckenden Eindruck, und man glaubt, daß die Best um ihn schwebe, als er endlich mit frächzendem Geräusch frehen bleibt. Nichts rührt sich... Die Türen bleiben ge= schlossen.. man wartet, ob nicht an diesem belebten Bahnhof ein Mensch aussteigen wird. Aber alles bleibt tot. Die Schaffner in ihren schaurigen Masken fangen nun an, laut zu schreien: Fuan! Aussteigen!" Aber niemand ist zu se hen. Die Schaffner laufen an den Wagen entlang und öffnen die Türen. Dabei rufen sie unausgesezt: Fuan! Fuan!" Es scheint, als ob der Zug leer wäre. Man sieht aber an den Fenstern Kleidungsstücke hängen, die davon Zeugnis ablegen, daß Passagiere in dem Zug vorhanden find. Bevor der Stationsvorsteher das Zeichen zur Abfahrt gibt, kommt ihm ein Argwohn, was diese eigenartige Stille bedeuten solle. Selbst mit einer Peſtmaske angetan, ruft er die anderen Eisenbahnbeamten herbei und spricht mis ibnen leise. Dann gehen sie an die geöffneten Türen, Er die Aechzen und Stöhnen dringt. Sie steigen die ufen zu dem Eingang der Eisenbahnabteile hinauf und feber in die Wagen hinein. Entsetzt fahren sie zurück, denn cs bietet sich ihnen ein furchtbarer Anblid. Der schwarze Tod" hockt als grausiger Gast auf den Holzbänken der Eisenbahnwagen und hat den größten Teil der Passagiere bereits mit seiner furchtbaren Sichel gefällt. In den wenigen Stunden, in denen die Eisenbahn durch die Pestgebiete Fuhr. find fast die Hälfte der Passagiere der Krankheit erLegen, so daß der Eisenbahnzug fast nur Leichen befördert hat. Die anderen, die noch nicht vom Tode dahingerafft worden sind, sind ihm aber trotzdem schon verfallen, denn die fürchterliche Krankheit hat auch bereits sie ergriffen. Darum die Stille, als der Zug auf dem Bahnhof einfuhr; darum das Schweigen des Todes in allen Wagen. Die ungeheuere Dampfmaschine, die sonst nur dem Verkehr dient, führte öte Pest von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Eisenbahnzug der Letchname. Ein englischer Arzt gegen die Abstinenz. Es ist noch nicht lange her, als sich der in englschen ärztlichen Kreisen hochgeschätzte Dr. J. Mortimer Granville, über die Unhaltbarkeit der Lehre von der völligen Alkoholabstinenz folgendermaßen äußerte: Mäßiger Genuß von Wein oder Bier ist eine Wohltat für den Körper., Es ist meine innigste Ueberzeugung, daß vollkommene Abstinenz von Wein und Bier ein viel schlimmers Uebel für die Menschheit ist, als gelegentliches Uebermaß beim Trinken jener Spirituosen. Ich weiß, daß ich mich im Widerspruche mit der Majorität aller derjenigen ärztlichen Schriftsteller befinde, welche über dieses Kapitel geschrieben haben, aber ich bin von meiner Behauptung, der eine mehr als 40jährige Erfahrung und Beobachtung zugrunde liegt, so aus der innersten Tiefe meines Herzens heraus überzeugt, daß es von meiner Seite ein Fehlen moralischen Mutes sein würde, meine Meinung nicht öffentlich auszusprechen. Es ist meine unerschütterliche Ansicht, daß dem menschlichen Organismus und seinen Funktionen, sowohl den physischen, als moralischen, durch den Abstinenzwahn mit seinem Gefolge unberechenbarer Schaden angetan wird. Es bedarf keines Beweises, daß der Durchschnittsengländer den Einflüssen von Krankheitsstoffen viel weniger gut Widerstand zu leisten imstande ist, als vor 40-50 Jahren, und er erholt sich bedeutend langsamer nach einer schweren Krankheit, als in der Zeit, in welcher ein gutes Glas Wein oder ein Trunk gesunden Ales oder Porters einen Teil der täglichen Mahlzeit ausmachte. Eine sorgfältige statistische Zusammenstellung im allgemeinen, sowie der klinischen Beobachtungen im besonderen zeigt deutlich, daß eine Menge Krankheiten, wie Auszehrung und Krebs, Diphtherie, Gicht, Nervenleiden aller Art und viele fleinere förperliche Beschwerden ihren Ursprung in der Abnahme der vitalen Kräfte des Organismus haben, welche bei ausschließlichem Gebrauche des reinen oder Mineralwassers, statt des stärkenden Hopfen-, Malz- und Traubengetränkes, mehr oder weniger rasch zutage treten. Ich bin mir voll bewußt," fährt Dr. Granville fort ,,, welche große Verantwortlichkeit ich als Arzt und Mensch übernehme, indem ich obige Grundsätze ausspreche, aber in jener zweifachen Eigenschaft glaube ich, Stlave meiner Pflicht sein zu müssen, ohne irgendwelche Rücksichten au nehmen. Jener fanatische Kreuzzug, welcher gegen das Trinken von Wein und Bier Mode geworden ist, ist zu weit gegangen, er hat die legitimen Grenzen einer Wohltat für das Menschengeschlecht überschritten und Verhältnisse angenommen, welche dem Gesamtwohl schädlich sind. Die„ Verlobungsvilla". Die neueste Errungenschaft auf uraltem Gebiete ist sicherlich die„ Verlobungsvilla", großen deren Entdeckung wir dem Inseratenteil einer Dresdener Tageszeitung verdanken. Es heißt dort:„ Verlobungsvilla( ein Glüdshaus, in 5 Jahren 4 glüdliche Heiraten), prächt. Lage Nähe Chemnitz, viel Bahnverbinbung, solider Bau, gr. Garten, fortzugshalber unt. günstigen Bedingungen verkäufl. Gefl. Off. u. L. 1561 an d. Exp. d. Bl." Kann man noch mehr verlangen?! Wie wäre es übrigens, wenn ein Konsortium die ,, Verlobungsbilla" übernähme und an töchterreiche Familien leihweise bgäbe? Ein guter Kerl. Die„ Solothurner Zeitung" erzählt folgendes Geschichtchen, das sich im Kanton Solothurn zugetragen hat. Ein schlichter Bauersmann begibt sich zu etner öffentlichen Versteigerung landwirtschaftlicher Geräte, um fich einen Karren zu faufen. Auf dem Wege dabin beEin Flug in die Sahara. In der Hamburger Geographischen Gesellschaft entwickelte der Bezirksgeologe Siegert( Berlin) einen Plan, mittels eines lenkbaren Luftschiffes die östliche Sahara zu überfliegen. Dieser Teil der Sahara ist noch ganz unerforscht. Einigermaßen bekannt ist das sich dem Niltal westlich anschließende Wüstenplateau mit dem es begrenzenden Gebiet der Inbischen Dasen. Nach lekterem folgt aber ein 500 Kilometer breiter Gürtel von Sanddümenfeldern, der gänzlich unbekannt ist und mit den üblichen Reisemethoden auch nicht erforscht werden kann. An dies Gebiet schließt fich eine mehr bekannte Sand- und Geröllebene. Siegert hält die Ueberquerung der Wüste für wohl ausführbar, und zwar sowhl an der Küste des Mittelländischen Meeres, wie vom Niltale aus. Die Entfernung von einem Punkte zum andern beträgt etwa 1500 Silometer. Bei einer Eigenge schwindigkeit von etwa 30 kilometern in der Stunde und einer Windgeschwindigkeit von 20 Kilometern würde diese Strede in ungefähr 30 Stunden zurückzulegen sein. Zu bevorzugen wäre die Abfahrt an der Mittelmeerfüste mit dem Niltale als Ziel, weil sowohl im Sommer, wie im Winter in der östlichen Sahara nordwestliche und nördliche Winde vorherrschend sind. Die Anfangs- und Endstrecke dieser vollständigen Ueberquerung der Wüste müßten durch Automobile, welche die nötigen Hilfsmittel bet sich führen, gesichert werden. Die Gefahren, die dem Luftschiffe drohen, bestehen besonders in den großen Diffe renzen der Luftemperatur und in der Sonnenstrahlung, durch welche Blutwinde. Staubstürme und Gewitter hervor gerufen werden. Es ist daher selbstverständlich, daß nicht sofort eine Durchquerung unternommen wird, sondern zu= nächst erst zahlreiche Vorversuche angestellt werden. Für den Anfang wäre eine Landung in der Wüste zu vermeiden Aber auch ohne dies lassen sich interessante wissenschaftliche Aufgaben lösen. Das Projekt hat, wte der Gelehrte hervorhob, bereits die lebhafte Zustimmung einer ganzen Reihe bedeutender Gelehrter, namentlich auf den Gebieten der Geographie, Geologoie, Meteorologie und Luftschiffahrt, gefunden. Die Kosten der Expedition werden auf etwa 900 000 Mark veranschlagt. Siegert wies darauf hin, daß für das Jahr 1911 in Deutschland für Ballons Flugpreise von über drei Mill. Mark zur Verfügung stehen, und schöpft daraus die Hoffnung, daß sich auch Mittel finden würden für ein größeres nationales wissenschaftliches Unternehmen, durch das der Name der Geber für alle Zeiten mit der Inaugurierung einer neueren Periode der Entdeckungsfahrten verbunden wäre. Drabtnachrichten und neuestes. Probefahrt mit der elektrischen Vollbahnlokomotive. Berlin, 16. Februar. Die erste preußische Vollbahnlotomotive mit elektrischem Betrieb hat sich bei den Versuchen auf der Strecke Dessau- Bitterfeld sehr gut bewährt. An den Probefahrten nahmen Vertreter der preußischen und fächsischen Staatsbahnen sowie der Siemens- Schudertwerke, die die elektrische Ausrüstung geliefert, und der Hannoverschen Maschinenbau A.-G., die die mechanischen Teile ge= baut haben, tell Die Fahrten verliefen zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten. Es wurde mit einem Versuchszuge von 260 Tonnen anstandslos eine Geschwindigkeit von 105 Kilometern in der Stunde erreicht. Das schnelle Anziehen der Lokomotive und der ruhige Lauf, auch bei hoher Fahrtgeschwindigkeit wurde allgemein anerkannt. Demnächst sollen weitere Versuchsfahrten im Beisein des preußischen Eisenbahnministers stattfinden, bei welcher Gelegenheit auch die höchste für den Betrieb zugelassene Fahrgeschwindigkeit von 130 Kilometer in der Stunde angestrebt werden wird. Der gänzliche Uebergang zum elektrischen Betrieb auf der Strecke Dessau- Bitterfeld wird nach dem günstigen Ergebnisse dieser Probefahrten in Kürze zu erwarten sein. An einem Schlafpulver gestorben. Altona, 16. Februar. Ein hiesiger Geschäftsmann, der seit längerer Zeit frank war, nahm vor etwa zehn Tagen ein Schlafpulver ein, nach dem er in einen fechstägigen Schlaf verftel. Damn starb er, ohne das Bewußtsein wteder erlangt zu haben Es ist eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, von wo der Kaufmann das Pulver erhalten hat. Die Lohnbewegung in der Weißenfelser Schuhindustrie. Weißenfels, 16. Februar. In der Lohnbewegung der hiesigen Schuhfabrikarbeiter haben die Fabriken beschlos= sen, die Arbeitszeit vom 1. Oftober ab wöchentlich um zwei Stunden zu kürzen und vom 1. Oktober 1912 ab um eine wettere Stunde, so daß also die 9½ stündige Arbeitszeit eingeführt würde. Die Festsetzung der meunstündigen Arbeitszeit lehnten die Fabrikanten für absehbare Zeit ab. Für Ueberstunden sollen 25% mehr bezahlt werden. Die Arbetter sollen sich aber verpflichten, innerhalb vier Jahren nicht mit neuen Forderungen zu kommen. Kommt es zu einem Streif, so werden sämtliche Fabriken geschlossen. Mordtat an der russischen Grenze. Breslau, 16. Februar. An der russisch- schlesischen Grenze wurden zwei Fuhrwerke von russischen Räubern überfallen, die Kutscher ermordet und die Insassen ihres Geldes im Betrage von 12 000 Mark beraubt. Unbestätigte Meldung über eine Schiffskatastrophe. Paris, 16. Februar. Ein in den Hafen von Rouen einlaufendes spanisches Schiff teilte dem spanischen Konful mit, daß ein anderes spanisches Schiff, das zugleich mit thm aus Rotterdam ausgelaufen war, infolge eines Unwetters Schiffbruch erlitten habe. 70 Mann von den Paffagieren und der Besatzung sollen dabei umgekommen sein. Eine Bestätigung der Aussagen liegt bisher nicht vor. Der Papst leicht erkrankt. Rom, 16. Februar. Wie Offervatore Romano mel-, det, ist der Papst an einer Erkältung erkrankt, die er sich gestern nachmittag zugezogen hat. Aus diesem Grunde sind die üblichen Audienzen für heute abgesagt worden. Trt=. buna schreibt, daß die Temperatur gestern abend auf 37,8 Grad gestiegen sei. Die aroßen Bronchien sind leicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Krankheit ist jedoch feineswegs ernster Natur. Wegen des hohen Alters des Papites haben die Aerzte Ruhe und strengîte Diät verordnet. Man hofft, daß die Krankheit in vier Tagen behoben sein wird. Unfall des portugiesischen Kriegsministers. Lissabon, 16. Februar. Als der Kriegsminister die Kaserne in Guarda besichtigte, brach der Fußboden des Em-> pfangsgebäudes ein. 150 Personen wurden verletzt. Handel und Verkebr. Caffel, 14. Februar. Schlachtviehpreise: 1. Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 82-84 M, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 80-84 M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästtet 75-78 M, d) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 68-73 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 78-80 M, b) vollfleischige junge 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 72-73 M. E. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 79 bis 81 M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten, Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 76-78 M, c) ältere ausgemästete ühe und wenig gut entwidelte jüngere Kühe. und Färsen 72-75 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 64-66 M, e) gering genährte Kühe und Färsen 60 M. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)- M. II. Kälber. M, 6) ( Lebendgewicht.) a) Doppellender feinster Mast feinste Mastfälber M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber M, D) geringere Mast- und gute Saugfälber 50 bis 54 3, e) geringere Saugfälber 45 48 3. III. Schafe.' A. Stallmastschafe:( Schlachtgewicht). a) Mastlämmer und jüngere Masthammel mit Wolle 80-82 M, desgleichen ohne Wolle 75-76 M, b) ältere Masthammel, geringere Mast lämmer und gut genährte junge Schafe 72-74 M, c) mäßig M. B. Weidegenährte Hammel und Schafe( Merzschafe) mastschafe: a) Mastlämmer- M, b) geringere Lämmer und Schafe M IV. Schweine,( Schlachtgewicht.) a) Fettschweine über 150 Rigr. M, b) vollfleischige von 120-150 Kilogr. 64-65 M, c) vollfleischige von 100-120 Igr. 62 618 63 M, d) vollfleischige von 80-100 Igr. 60-61 M, e) vollfleischige unter 80 Kilogr.59 M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 55-57 M. - U 9 0 E Versteigerung. Wegen Auflösung unserer Behörde soll das Büro inventar wie: Zeichentische, Zeichenbretter, 1 Lichtpaus apparat, Aftenschränke, Bücherregale, Zeichenutensilien, Gasleitung mit Wandarmen, 1 Fahrrad etc. Mittwoch, den 22. d. M. nachmittags 2 Uhr, O Wilhelmstraße 21. part. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden. Gießen den 15. Februar 1911. Großh. Baubehörde für die Univ.- Neubauten. J. V. Heyer. Arbeitsvergebung. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 werden hiermit folgende beim Neubau der Trinkkuranlage vorkommenden Arbeiten öffentlich ausgeschrieben. Glaserarbeiten: Los I ca. 100 qm Eichenholzfenster ca. 33 qm Verglasung. 203 II ca. 140 qm Eichenholz fenster, ca. 56 qm Verglasung. Weißbinderarbeiten: Los I ca. 940 qm Putz mit Terranova oder dergl., 72 m Hauptgesims zu berputzen usw. Los II ca. 1330 qm Pug mit Terranova oder dergl, 105 m Hauptgefims zu berpußen. Los III 2650 qm Putz mit Terranova oder dergl., 200 m Hauptgefims zu verpuzen. 208 IV 1500 qm Putz mit Terranova 208 V 1770 qm Putz mit Terranova, 130 m Hauptge. simse zu verpußen. Hos VI 1060 qm Putz mit Terranova. Los I( Innenput) 2700 qm Wand und Deckenputz, ca 500 qm Delfarbenanstriche, ca. 450 qm Ralf und Leim farbenanstriche. Los II( Innenput) ca. 3685 qm Wand: und Deckenputz, ca. 160 qm Delfarbenanfiriche, ca. 200 qm Kalt und Leimfarbenanstriche Schreinerarbeiten: 208 I 12 Stück ein- und zweiflügelige Türen, 33 qm geftemmte Fensterläden, 140 m Fußsockel, 50 qm gestemmte Abortwände, 18 qm ge stemmte Fensterbrüstungen, 2 Büffetschalter. Los II 16 Stück ein und zweifl. Eichenholztüren. Los III 17 Stüd Türen, 15 qm geftemmte Fensterläden, 17 qm ge. stemmte Abortwände. Die Unterlagen sind auf unserem Amte Zanderstraße einzusehen. Arbeitsbeschreibungen, Bedingungen ( feine Zeichnungen) werden zum Selbstkostenpreis abge= geben. Die Angebote sind unterschrieben, nach Losen ges trennt mit vollständiger Aufschrift der Arbeit und des Loses portofrei bis spätestens 1. März 1911 vormittags 11 Uhr bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Bad Nauheim, den 16. Februar 1911. Großh. Baubehörde für die Neubauten in Bad Nauheim. Jost. Ein tüchtiger 00000080000000 Schmiedegeselle Friedberger FrühjahrsPferdemarkt findet Dienstag den 28. Februar und Mittwoch deu 1. März 1911 statt. Dienstag den 28. Februar fiudet Prämiierung selbstgezüchtet. Fohlen statt und werden hierzu von dem Landes Pferdezuchtverein, dem Landw.- Kammer- Ausschuß, dem Pferdemarkt- Komitee und der Stadt Friedberg ansehnliche Beträge bewilligt. = Mittwoch den 1. 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