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Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 237. - Telephon: Nr. 362. Reichstagswahlen 1912. Gießen. Die Wirtschaftliche Vereinigung des Wahlkreises Gießen- Grünberg- Nidda stellte den bisherigen Reichstagsabgeordneten Dr. Werner einstimmtg wieder als Kandidaten auf. - Jm 3. Nassauischen Wahlkreis Ems- Montabaur hat der Bund der Landwirte beschlossen, für den Zentrumskandidaten Dr. Dahlem- Niederlahnstein, den der= zeitigen Vertreter dieses Wahlkreises, einzutreten. Limburg. Die Zentrumspartei beschloß, von der Aufstellung eines eigenen Kandidaten im 4. nassauischen Wahlkreise Diez- Limburg abzusehen und gleich für den Kandidaten des Bundes der Landwirte, BürEin Versuch überzeugt! Perlka Bester und billigster Kaffee- Ersatz. Keine Hülsen! Zubereitung einfach wie Kaffee( nur überbrühen!). ,, Perlka" ist füberall zu haben. Cafè Herr der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 16. Dezember 1911. germeister Neu- Selters, für den auch die übrigen rechtsstehenden Parteien stimmen, einzutreten. Neu tritt der Konservativen Partei bei. -Friedberg. In unserem Wahlkreis bewerben sich neben dem seitherigen sozialdemokratischen Abgeord= neten Busold der von den Nationalliberalen aufgestellte und von den Bündlern unterstützte Sammelkandidat Strack- Gießen der fortschrittliche Kandidat Seminarlehrer Leuchtgens- Friedberg und Rechtsanwald Schröder= Friedberg, der Kandidat des Zentrums. Aus Stadt und Cand. Gießen, 16. Dezember 1911. n Gießen. Nachdem die Stadt mit dem 1. April des laufenden Jahres den Einheitspreis für Koch- und Leuchtgas eingeführt hat, ist infolge dieser Preisgestaltung der Gaskonsum um 75 000 Kubikmeter in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres gestiegen. Auch die Preisermäßigung für den elektrischen Strom aus dem städtischen Elektrizitätswerk um 10 Prozent, die seit dem 1. Oktober eingetreten ist, scheint sich bewährt zu haben. Das Werk hat nicht nur keinen Ausfall an Einnahmen zu beklagen, sondern sogar durch die erhöhte Stromabgabe im Monat Oktober eine Mehreinnahme von 1300 Mt. zu verzeichnen. n Gießen. Wegen des Zusammenstoßes auf dem Bahnhof in Hungen im Juli fand vor der Straffammer wegen Eisenbahntransportgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung Verhandlung statt. Das Gericht war der Ansicht, daß beide Angeklagte im Interesse der Beschleunigung des Dienstes gehandelt hätten, auch der Unfall auf ein entschuldbares Mißverständnis zurückzuführen sei und erkannte daher gegen den Stationsbeamten E. C. auf 10 Mt., gegen den Lokomotivführer H. S. auf 20 Mt. Geldstrafe wegen Eisenbahntransportgefährdung. n Gießen. Das Verzeichnis der für die Reichstagswahl stimmberechtigten Einwohner unserer Stadt umfaßt 6489 Wähler gegenüber 6486 bei der letzten Nachwahl. o Schotten. Unsere Kreisstadt hat ein Reinvermögen von 651 050 Mt. Die Gemeindeumlagen haben einen Ausschlag von nur 98 v. H. und belaufen sich auf 41 000 Mark. o Friedberg. An einem Neubau wurden nachts die Erkerscheiben, die einen Wert von zirka 1600 Mark darstellen, mit einem scharfen Instrument teils geritzt, teils durchgeschnitten. Bekanntlich treiben auch in GieBen solche Bubenhände ihr Unwesen. o Oberurse I. Ein furchtbares Drama hat sich in der Nacht von Donnerstag zum Freitag gegen zwei Uhr in Oberursel zugetragen. Der Kaufmann K. Aug. Sauer hat auf seine Frau und seine 5 Kinder Revolverschüsse abgegeben und sich dann selbst erschossen. Ein Laboda- Dragées aus Tannenduft und Menthol, der Liebling aller Reduer, Gett ichen, Sänger und Sängerinnen. Die Stimme wird dadurch klar, die Müdigkeit der Stimme und Trockenheit des Gaumens verschwinden. Zugleich Vorbeugungsmittel gegen Influenza und Katarrh. Laboda- Dragèes find zu Mt. 1.50 in Apotheken erhaltlich. Haupt Depot: Engel Apotheke, Frankfurt a/ M. Giess. 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Jahrg. 7jähriger Sohn war sofort tot; ein achtjähriger und ein dreijähriger Knabe sind bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Frau Sauer und die beiden anderen Kinder schweben ins Lebens. gefahr; an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Die Frau schleppte sich trotz schwerer Verletzungen bis vor die Tür eines Nachbarn. Sauer hatte in einem Brief an einen Bekannten die Tat angekündigt. Der Beweggrund soll in verfehlten Spekulationen liegen. An der Quelle des Mains, der auf dem Och senkopf im Fichtelgebirge entspringt, ist der sogenannte weiße Main vollständig versiegt. s Darmstadt. Der Großherzog empfing. a. den Geheimerat Dr. Usinger, Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen und den Schulrat Scherer von Büdingen. ! Mainz. Der Katholikentag brachte einen Ueber schuß von rund 33 000 mt. ! Nieder Ingelheim. Im Garten des hie sigen Bürgermeisters steht ein großer Birnbaum in voller Blüte. ! Oppenheim. In einem Garten wurde auf einem Birnbaum die zweite diesjährige Frucht, voil ausgewachsen und durchaus reif, geerntet. Salem No Aleikum 5 Ein Weihnachtsgeschenk jedem Raucher und Kenner willkommen! SALEM ALEIKUM SALEM GOLD ( Goldmundstück) Cigaretten aus edelem türkischen Tabak, naturell- aromatisch Preis No 3½ 4 5 6 8 10 3½ 4 5 6 8 10 Pro.d.Sick. Rote Radler Ausführung von Bestellungen jeder Art. Tel 616. Neuenweg 28. Pension ,, Bellevue" Neue Bäue 22. Mod. Haus am Stadttheater, Zimmer in jeder Preislage. Privat- Mittagstisch. Annoncen- Annahme 1. alle Zeitungen, billigste Berechnung. ReklameKähler, Charlottenburg I. Weissnäh- Unterricht · Frau Schott, Kaiser- Allee 7 I. Zigarren u. 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Wir wiffen jest, was wir bisher nur ahnten, daß das englische Nachrichtenamt ein ganzes Netz von Spionen liber die deutsche Nordseeküste ausgebreitet hat, die für rotes Geld alle wichtigen Neuerungen unseres Flottenbaues, sobald die Schiffe nur auf Stapel gelegt sind, nach Lon don weitergeben. Diese Erkenntnis ist das wertvollste Ergebnis des Prozesses; denn sie rät uns dringend zur Vorsicht und zeigt gleichzeitig- wenn das überhaupt noch nötta war, mitt welcher Energie, mit welchem Bielbewußtsein die Kriegsvorbereitungen jenseits des Kanals getroffen werden. Erst die beiden Offiziere Trench und Brandon, jetzt Herr Schulz und nach seihnachten noch ein englischer Rechtsanwalt, der auf seine Aburteilung wartet. Dabei fann man mit den Berurteilten, sowelt fte Engländer find, noch ein gewisses Mitgefühl haben; fcheint es doch nachgerade, als wenn es eine Art patriotischen Sportes für unsere Bettern geworden ist, ihre Vergnügungsretfen nach Deutschland zu Spionagezwecken auszunuzen, und eine solche Vaterlandsliebe, die auch vor der Ge fahr einer mehrtährigen Zuchthausstrafe nicht zurlickSchrickt, muß selbst der Gegner, gegen den sie sich richtet, in gewiffem Grade anerkennen. Trauriger schon, daß Herr Schulb ein geborener Deutscher, fich mit bent ganzen Fanatismus eines Renegaten zu diesem Spiel hergibt; am beschämendsten aber, daß es ihm gelungen ist, in Deutschland seine Helfershelfer zu finden, die das Vertrauen thres Brotherrn zu diesem jämmerlichen Gewerbe ausnußen. seten die Freifinntgen und Demokrates, welche die Schutzölle abbauen wollen. Sie feien die größten Feinde unserer heutigen wirtschaftlichen Entwicklung und ständig gegen die landwirtschaftlichen Interessen aufgetreten. Von den Nationalliberalen fagt der Aufruf, fie feten oft und viel mit dem Bunde der Landwirte gegangen, und dieser habe auch heute noch zahlreiche und treue Freunde unter ihnen, aber ihre jezigen Führer steuerten nach links, indem sie sich mit dem Freifinn und der Sozialdemokratie zu verbinden und die rechte Seite zu schwächen fuchten. Der Hansabund, der vom Freifinn und den Nationalliberalen erzeugt worden set, als die Börse besteuert werden sollte, der den Mittelstano zu fördern vorgebe, gebe in Wirklichfeit mit denjenigen zusammen, die vor allem den Mittelstand zu vernichten drohten. Der Schluß lautet: Möge der deutsche Mittelstand und vor allem die deutsche Landwirtschaft sich der Verantwortlichkeit bewußt sein, welche fie bet den bevorstehenden Wahlen trägt, dann werden sie ausfallen zu ihrem und zu des Vaterlandes Heil!" Und dabei das unheimliche Gefühl, daß es nicht ge= lungen zu sein scheint, das ganze Nest auszuheben, daß wir viel mehr mit der Möglichkeit rechnen müssen, auf unseren Werften noch weiter ähnliche Elemente zu bes herbergen, deren Diensteifer nur darauf gestützt ist, möglichst viel Details über unsere Kriegsrüstungen nach London geben zu können. Das muß an der Nordsee etne Atmosphäre gegenseitigen Mißtrauens erzeugen, unter der naturgemäß die große Zahl der Unschuldigen mit den wenigen Schuldigen zu leiden hat. Aber das hilft nichts. Wir müssen auf der Hut sein und dem Reichsmarineomt wird an Ende nichts anderes übrig bletben, als den Kriegszustand in Bermanenz zu er flären und mit verdoppelter Wachsamkeit Tag und Nacht auf dem Poster zit fein, damit ähnliche unliebsame Vorkommnisse und andere Ueberraschungen vermieden werden, wie sie nach den Indiskretionen des Hauptmanns Faber in das Bereich der Möglichkelt ge= rückt find. Worauf wir uns gefaßt machen können, wisfen wir ja, und das ist immerhin ein Vorteil gegenüber einer vertrauensseligen Ahnungslosigkeit, die blind in ihr Verderben rennt. Rundschau oom Cage. Politisches. Der Bundesrat hat am Donnerstag den vom Reichstage beschlossenen Gesetzentwürfen über die Hilfskaffen und über die Privatbeamtenversicherung zugestimmt. Außerdem wurden vom Bundesrat das Gesetz über die Ausgabe fleiner Aktien in den Konsulargerichtsbezirken und im Schutzgebiete Kiautschou, das Hausarbeitsgesetz und das Gesetz betr die Aenderung der Gewerbeordnung genehmigt. Ueber die Besoldung der Wolfsschullehrer in ganz Europa stellt ein franzöfifcher Schulmann einen interef= fanten Bergleich an. Obenan steht Hamburg mit einem Gehaltsmarimum von 5750 Franken, dann folgen Bremen, der Kanton Zürich, England und Dänemark. Preußen nimmt die siebente, Elsaß- Lothringen die achtzehnte und Frankreich die 23. Stelle mit einem Martmum von 2200 Franken ein, und noch tiefer stehen bloß Italien mit 1700 und Portugal mit 1500 Franken. In der franzöfifchen Deputiertenkammer begannen am Donnerstag nachmittag die Debatten über das deutsch- französische Marottoabkommen. Ein vom Grafen de Mun gestellter Antrag die Rattfizierung des deutsch- franzöfifon Abkommens bis nach Abschluß der französisch- spanischen Verhandlungen verfagen, wurde mit 448 gegen 98 Stimmen abgelehnt. Minister des Aeußern de Selves gab dann einen historischen Ueberblick über die Verhandlungen mit Deutschland. Bezüglich des Rongo fagte der Minister, die Regierung rettete die Lebensfähigkeit ibres Besizes in Aequatorialafrika. Site date niemals daran, ein Vorzugsrecht auf Belgisch- Congo auszuüben. Better legte der Minister dar, daß das Abkommen Frankreich völlige fette auseinander, daß es notwendia gemeten sei. Ste Freiheit in Marofto nebe, sowohl hinsichtlich der Berwaltung des Militärs wie der Finanzen. Der Minister fetzte auseinander, daß es notwendig gewesen set, die wirtschaftliche Freiheit in Marokko zu garantieren, insbesondere dritckte de Selves feine reube darüber aus, daß die Verhandlungen eine friedliche Lösung gefun den hätten. Ueberall in der Welt werde anerkannt, daß Frankreich aus diefen Verhandlungen in einer Weise hervorgehe, die weit davon entfernt fet, eine Schwächung zu bedeuten. Der Ruhm hierfür gebühre zum größten Teil der öffentlichen Meinung, dte der Welt und Frankreich die Kraft thres Patriotismus offenbart habe Der frühere Staatssekretär des Reichskolonialamts Dernburg wurde, wie gemeldet, int Wahlkreise MeppenLingen- Bentheim als Kandidat gegen das Zentrum aufgestellt. Bekanntlich war Dernburg auch im Jahre 1907 in diesem ehemals Windthorstschen Wahlkreise als Kandidat aufgestellt worden und hatte 6493 Stimmen ge= genüber 15 593 Zentrumsstimmen erhalten. Auch diesmal fann es sich lediglich um eine Zählkandidatur handeln. Das Zentrum hat wieder den bisherigen Vertreter des Wahlkreises, den Amtsgerichtsrat Engen- Osnabrück, einen Neffen Windthorsts, als Kandidaten aufge= stellt. Wie übrigens das" Wolffsche Bureau" erfährt, ist die Aufstellung der Kandidatur Dernburgs ohne sein Wissen und seinen Willen erfolgt. Der Wahlaufruf des Bundes der Landwirte wird von der Deutschen Tageszeitung" veröffentlicht. Er zählt die Gegner des Bundes auf und konstattert, der schlimmste Feind sei die Sozialdemokratie, die jeden Schutzoll, in erster Linie den Schuzzoll auf landwirtschaftliche Produkte, beseitigen wolle. Daher darf kein Landwirt oder selbständiger Gewerbetreibender einem Sozialdemokraten seine Stimme geben. Weitere Feinde 37) Aus Eifersucht. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Nach langer Fahrt tamen sie dort an, und in dem mächtigen Mietshause, auf dessen winzigem Hof eine Schar kleiner Kinder herumlärmte, fanden sie im vierten Stock auf einem Porzellanschild zu ihrer Freude den Namen A. Negendant. Auf ihr Klingeln erschten eine behäbtge Frau, die beim Anblick der beiden schönen fremden Damen große Augen machte. Verzeihung," sagte Emmt,„ könnten wir vielleicht Frau Negendant sprechen?" „ Das bin ich selbst," versetzte die Frau selbstbewußt. " Das ist wohl wieder so eine Versicherungsgeschichte oder Uebermalung von Photographieen oder so etwas?" fügte sie mißtrautsch hinzu. „ Nein, darum handelt es sich nichtKleine Daorichten. Eine Mainquelle verfiegt. Die 887 Meter hohe am Ostabbang des Ochsenkopfes im Fichtelgebirge entspringende Quelle des Main, welche der Markgraf Friedrich von Bayreuth fassen Iteß. tst völlig versiegt. Im Becken steht nur ein trüber Wasserrest. Die Frau unterbrach sie lebhaft. Sie kommen doch nicht etwa wegen Herrn Biermeyers?" Rit Mann und Mans untergegangen. Der sett Montag fällige norwegische Dampfer Rap" ist im Ra nal mit der gesamten Mannschaft gesunken. Bisher find zwet Leichen geborgen worden. Ein Spionagefall in Defterreich. Aus dem Hofe des Arsenals in Wien wurden drei Geschützrohre von je 1 Meter Länge und je 125 Kilogramm Gewicht ge stohlen. Von den Dieben fehlt fede Spur. Der Nachlaß eines Geizhalfes. In Flensburg starb gestern ein Rentier, der sehr dürftig gelebt hatte. Er ging in sehr abgetragenen, fast zerlumpten Kleidern einher, bewohnte eine fümmerlich ausgestattete, nach dem Hofe zu Itegende Stube und wollte bet seinem Tode auf Kosten der Armenverwaltung beerdigt werden. Nach seinem Tode fand man 200 000 Mark in Wertpapierent. ,, Nein, nein, wir wollten Ste nur um einige Ausfunft über Herrn Frank, der in der Culmstraße bet Ihnen gewohnt hat, bitten." Das Siemens- Schuckert- Luftschiff ist heute morgen gegen 8% Uhr in Biesdorf bet Berlin zur Fahrt nach Gotha aufgestiegen. Es wird dort gegen 2 Uhr nachmittags erwartet. Führer tst Hauptmann von Krogh. Ein Einbrecher von einem Gendarmen er: schoffen. Einbrecher, die gestern abend einer Billa in Wannsee bet Berlin einen Besuch abstatteten, gaben auf einen Gendarmen, der sie überraschte, mehrere Schüffe ab und verlegten ihn leicht. Nunmehr gab auch der Gendarm Feuer und tötete einen der Einbrecher. Sein Komplize wurde verhaftet. Die diesjährigen Weihnachtsfendungen von Neuyork erretchen aeradezu eine Rekordsumme. In den letzten Monaten sind allein für 4 200 000 Dollar( etwa 17 Millionen Mark) Geld bezw. Geschenke durch die eingewanderte Bevölkerung von Neuyork nach Europa gesandt worden. „ Ach so, der!" sagte die rundliche Frau und wurde zutraulicher. Sie sah, daß diese Damen aus fetneren Kretsen sein mußten, und außerdem war es thr offenbar nicht unangenehm, über ihren früheren Mieter plaudern zu können. Sie nötigte daher die Damen, näher zu treten. An Triniuose erkrankt. In Kalisch( Westpreußen) find über 50 Personen an Trichinose erkrankt. Alle Fleischerläden sind geschlossen. Ein Fleischer ist verhaf= fet worden. Von einer Schneelawine verschüttet wurden in der Nähe von Grenoble fünf Arbeiter, die am Bau einer Talsperre beschäftigt waren. Dret wurden getö= tet, die beiden anderen konnten gerettet werden. gebracht, w fonal trode Baffagieren und befinde fagiere und an Bord. Gine S Umgegend gegangen. ften Somme renheit. Di fleidung he ter, der eine man feit de stehen die crften Grlin me schon n Die Ja Der„ Oftfric fängnis in Clauß wurd det. Sämtli acht Automo wegs, die Der bekannte Wrightflieger Bitte ist Donnerstag nachmittag von seiner eigenen Maschine auf dem Flugplay Johannisthal überfahren worden. Beim Besteigen der Maschine geriet er unter den Doppeldecker, deffen Räder thmt über die Brust hinweggingen. Ein Bropeller faufte haarscharf an seinem Kopf vorbei. Wute vermochte nur mit Mühe, sich vom Boden zu erheben, doch ließ er den Motor wieder anwerfen und flog troß der Schmerzen, die er bei jeder Körperbe= wegung empfand, nach Teltow. Beim Absteisen von der Maschine verfor er das Bewußtsein. Er soll starfe Quetschungen des Brustkastens davongetragen haben. Die französische Sprachlehrerin Thirion, die wegen Spionage verurteilt worden war, ist aus dem Kottbutfer Gefängnis entlassen worden und hat sich nach Cöln begeben. Frl. Thirion wird thre Tätigkeit als Sprachlehrerin in Deutschland nicht wieder aufnehmen, sondern nach Paris zurückkehren. " Ste müssen schon entschuldigen," bat sie, wenn In der Stube noch nicht aufgeräumt ist. Aber sehen Sie, etne arme Witwe, die vermietet und noch zu Hause nähen muß, hat viel zu tun-" „ Wir werden Ihre kostbare Zeit natürlich nicht um= sonst in Anspruch nehmen," versicherte Felteta. Ste öffnete thr filbernes Täschchen und entnahm ihm ein Bwanzigmarkstück. Braut und Schwiegereltern vergiftet und beraubt. Bei einer Landhochzeit in Stidel an der russischen Grenze vergiftete der Bräuttgam seine Braut und deren Eltern, raubte das Vermögen von zirka 10 000 Mark und entfloh. In geistiger Umnachtung erdrosselte die Frau des pensionierten Eisenbahnschaffners Wiegand in Magdeburg ihre zehnjährige Tochter und sich selbst mit einem Tuche. Aus den Gerichts älen. Ein Titelschacherprozeß in Bayern. Wie man in Bayern Kommerztenrat wird, davon war die Rede in einer Forderungsflage, die lange die Gerichte in Nürn berg beschäftigt hat. Ein verstorbener Kommerztenrat in Nürnberg soll seinen Tttel der Vermittlung eines Jugenieurs in München zu danken gehabt und diesem 15 000 dafür versprochen haben. Der Ingenieur zedierte seine Forderung an eine Oberamtsrichterwitwe, der aber die verwitwete Kommerztenrätin keinen Pfennig bezahlen wollte, da sie die Vermittlung des Ingenieurs überhaupt bestritt. Das Landgericht Nürnberg hatte dann ein billiges Einsehen und strich eine Null von der Previsionsforderung. Allein beide Parteien legten Berufuna gegen das Ürteil ein, und jetzt hat das Oberlandesgericht in Nürnberg die Klage ganz abgewiefen und der Oberamtsrichterswitwe die großen Kosten des langjährigen Prozesses aufgebürdet. Es famen recht erbauliche Dinge dabei zur Sprache. Obwohl z. B. der Ingenieur wegen Betruges und Untreue mit 3 Jahren Gefängnis vorbestraft ist, hatte er gleichwohl sehr gute und bts hoch hinauf retchende Verbin= dungen erlangt und war Sekretär eines hochangesehenen technischen Vereins geworden. Von titelsüchtigen Leuten wurde er förmlich bestürmt, machte aber auch sonst noch Geschäfte. Einen Amtsgerichtssekretär in der Oberpfalz hatte er zum Kauf eines angeblich echten Dü rers zum Preise von nur 10 000 M. beschwatzt, worauf sich der betörte Sekretär an feinen Amtsgeldern ver= griff, um große Spekulationen eingehen zu können. Er erhielt dann einen falschen Dürer für zehntausend Mark und anderthalb Jahre Gefängnis umsonst. Vermischtes. Die Frau machte gierige Augen, aber sie streckte abwehrend die Hände aus.„ Ach, Fräuleinchen," sagte fie verschämt, es handelt sich doch nicht um Geld bet mir." bitte sehr! Sehen Sie, ich bin Amerikanerin. und bet uns lautet ein schöner Wahlspruch:" Beit t Geld." Also nehmen Sie nur ruhig hin! Wir würden Ihnen fa sonst Ihre Zeit stehlen." Dabei drückte sie der Frau das Geld in die Hand, was diese sich halb zögernd, halb freudig gefallen ließ. „ Also Ste kannten den Herrn Frank?" fragte die Witwe und zwinkerte dabei verschmitt mit den Augen. " Im Gegenteil! Wir möchten nur von Ihnen etwas über ihn hören. Erzählen Sie von ihm! Wo er geblte= ben ist, wte er lebte und was sonst noch von ihm zu sagen ist.“ „ Na, ich kann's mir denken, daß Sie sich für ihn interessieren, meine Damen. Er war ja ein ganz hübscher Kerl, aber leicht, sehr leicht!" ,, Ging er viel aus?" Mitglieder des englischen Königshanfes in Seenot. Aus Gibraltar wird über London gemeldet: Der nach Bombay abgehende Baffagier- und Postdampfer„ Delhi" strandete am Dienstag abend bei sehr stürmischem Wetter zwet Seemetlen fildlich von Kap Spartel und mußte Hilfe erbitten. Unter den Passagteren an Bord befin den sich der Herzog und die Herzogin von Fife, eine Schwester König Georgs und ihre beiden Töchter, die Brinzessinnen Maud und Alexandra, die auf der Retse nach Aegypten find. Zwet Schlachtschiffe sowie der Kreuzer Blymouth" gingen unter Volldampf von Gibraltar zum Beistand ab. Auch wurden schleunigst Schleppdampfer von Ceuta abgefchickt. Es wurden Rettungsversuche mit dem über Land geschickten Raketenapparat gemacht, die sich indes sehr schwierig gestalteten. Einem französischen Kreuzer ist es schließlich gelungen, mit fetnen Booten die Frauen und Kinder, darunter die Herzogin von Fife, wohlbehalten an Land zu bringen. Dem Reuterschen Bureau wird aus Tanger gemeldet: Der Korrespondent der„ Kölnischen Zeitung", der sich am Strande bei Kap Spartel befand, berichtet, daß das Boot, in dem sich die Herzogin von Fife mit ihren Töchtern befand, kurz vor dem Lande fenterte. Eine der Töchter wäre beinahe ertrunken, wurde aber von einem Matrosen über Wasser gehalten und gerettet. Ste wurde barfuß an Land gebracht und auf einem Pferd ebenso wie die andern Schiffbrüchigen nach dem Leuchtturm Ben konnte. Ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, wie er in seiner Stube mit einer Windbüchse das Aß aus einer von selnem Freunde hingehaltenen Karte geschossen hat. Es war wirklich wunderbar, er fehlte nie." ,, Viel? Immer, sage ich Ihnen! Das war ein Suttier ersten Ranges, obwohl man's thm nicht anfah. Ich habe meine liebe Not mit ihm gehabt. Wenn ich dage= gen an meinen jeßigen Herrn, den Lehrer Biermeyer denke! Das ist ein Muster von Häuslichkeit, sage ich Ihnen. Jeden abend sizzt er zu Hause bet seinen Bitchern und raucht dabei die lange Pfeife. Ja, solchen Herrn lasse ich mir gefallen." " Hatte Herr Frank viet Verkehr?" " Et freilich und was für welchen! Cauter solche Leute vom Zirkus, Athleten und Artisten, das war sein Umgang. Ja, manchmal auch solche Damen. Ich kann Ihnen sagen, das war schon gar nicht schön." " Woher kannte er denn diese Gesellschaft?" " D, er war ja selber so ein halber 3irkusmensch. Er ließ auch oft durchblicken, daß er noch einmal ganz zum Zirkus aeben wolle, weil er doch so großartig schte= ,, Gab er denn durch diesen Umgang auch vtel Geld aus?" „ Das will ich meinen! Ich glaube wohl, daß er Schulden bis über die Ohren hatte. Wie er sich schließlich da herausgewickelt haben mag, das ist mir ein Rätsel." Vielleicht hat ihm ein Freund etwas gegeben oder geliehen?" " D, diefe Freunde hatten meistens selber nichts zu beißen und zu brechen. Denn sie tamen immer zu ihm, wenn sie nichts zu tun hatten, besonders dieser Moreno." " Wer war das?" O, das war etner! Das war ja eben der Freund, von dem ich eben zu Ihnen sprach. Der war ganz heruntergekommen und hatte nicht einmal mehr eine eigene Wohnung. Deshalb hat er acht Tage lang bet seinem Freunde Frank kamptert. Es war das reinste Zigeu nerleben, das da geführt wurde. Ich wollte den Menschen schon an die Luft setzen, aber er hatte doch wieder so etwas liebenswürdiges an sich, daß ich's immer wie der unterließ." " Wer war Itebenswürdig? Herr Frank?" " Nein, dieser Herr Moreno. Und er sprach immer so drolliges Zeug durcheinander, weil er doch Franzose war und nicht ordentlich deutsch konnte." ,, Sagen Sie, Frau Negendant," fing fett Felicia sehr ernst an,„ Sie entsinnen sich doch noch des Falles Marleben?" Emden wu wacht, und Weener ver Solland und ein gerieben hinter sich halb er eine unruhige, m aus Carolin mendes, fich mit zwei Be wurde. Man es waren Da tordefeft gez ben. Man ließ fie unbe Der reid ,, Doch, doch!" rief ste lebhaft. Ich weiß, Ste meinen den Mord. Da wurde ja Herr Frank verhört und ich auch. Sollte er in Verbindung damit stehen?" hauste seit& ling, dem es alter Händle im dritten für die er t „ Einrichtung vor zwanzig brechender D aus. In geb und ging v creme unde um 7 Uhr w fand ihn ein Schmidstraße Er brachte ih am Grünen feftstellen, daf Als man zu schen des T fand man a in den versch großen inner ganzen flir Gine pei fich vor mehr auch eine eng neral Samoj tent. Beide unglücklicher Beerdigungs Horbenen in rung Deirand Mädchen in Berwandten fehen und li Sie waren tuffischen Ge erdigungsinf der Versend Warschau bes gefehrt. Bon nach Petersb Die Engländ gen Ausliefe erhielten sie tannt wäre, Bor einigen des Generals bezeigungen un festgefter befand. Ea heraus, daß Lady Hter be baraufhin nad die Leiche des den ist. Der Kö Anstalt in G " Das sol einiges von in jener Nac Nein, d Wohin? „ Ich gla Birtus erhalt Hmmert." war." 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Es el Geld daß er schließ mir ein Sen oder ichts zu zu ihm, er MoFreund, anz ber elgene feinem 3igera n Menwieder mer wie Immer Franzofe Felicia Falles meinen and th gebracht, wo die Fürstlichkeiten von dem dortigen Beronal trodene Sleidung erhielten. Eine Anzahl von Bajsagieren der Delhi find bei Cap Spartel gelandet und befinden fich auf dem Wege nach Tanger. 70 Bas fagiere und 231 Mann der Befagung befinden sich noch an Bord. Das Schiff scheint verloren zu sein. Eine Sizewelle in Renyork. Ueber Neuport und Umgegend ist am Dienstag eine starke Sizewelle hingegangen. Das Thermometer zeigte, wie in den schönften Sommertagen, eine Temperatur von 60 Grad Fahrenheit. Die Bevölkerung holte wieder ihre Sommerfleidung hervor. Einen gleichen Sommerlag fm Winter, der eine so hobe Temperatur aufzuweisen hatte, hat man seit dem Jahre 1873 nicht mehr erlebt. In Boston stehen die Bartanlagen wie im Frühjahr bereits im ersten Grün. Die Ahornbäume haben infolge der Wärme schon neuen Kopfschmud. Die Jagd auf ben entflohenen Sangmann Clauß. Der„ Ostfries. Courier" schreibt: Auf den aus dem Ge fängnis in 28ilhelmshaven ausgebrochenen Schuhmann Clauß wurde am Sonntag in ganz Ostfriesland gefahndet. Sämtliche Bahnhöfe wurden polizeilich beobachtet, acht Automobile waren von Wilhelmshaven aus unterwegs, die Gendarmerie war auf den Landstraßen; in Emden wurden Außenhafen und Bahnhof streng be= macht, und die Spur des Flüchtlings über Leer und Weener verfolgt, da man annimmt, daß Clauß nach Holland und Belgien zu entkommen suchte. Clauß ist ein geriebener Mensch, der bereits einen Fluchtversuch hinter sich hat, und sich dabei die Nase verlegte, weshalb er eine Schramme im Gesicht hat. Die heutige unruhige, unfichere Beit tennzeichnet auch die Nachricht aus Carolinenftel, wofelbft ein von Wangeroog fommendes, fich lange im Watt aufhaltendes fremdes Schiff mit zwei Personen wegen Spionageverdachts unterfucht wurde. Man glaubte, Engländer vor sich zu haben, aber es waren Dänen aus Kopenhagen, die durch einen Motordefeft gezwungen wurden, im Watt Itegen zu bletben. Man fonnte den Fremden nichts anbaben und Iteß sie unbebelligt. Der reiche„ Arme". In der Franzstraße zu Berlin hauste seit zwanzig Jahren für sich allein ein Sonderfing, dem es erbärmlich zu gehen schien, ein jest 62 Jahre alter Händler Emanuel Frankfurter. Der Mann hatte im dritten Stockt des Seitenflügels eine eigene Stube, für die er monatlich 15 Mart Miete bezahlte. Seine „ Einrichtung" war schon alt und ftimmerlich, als er vor zwanzig Jahren einzog. Abend für Abend bet anbrechender Dunkelheit zog Fr. auf den Hausierhandel aus. In gebeugter Haltung frug er seinen Warenkasten und ging von Restaurant zu Restaurant, um Schuhcreme und Schnürsenkel anzubieten. Gestern ging Fr. um 7 Uhr wieder auf den Handel. Eine Stunde später fand ihn ein Schußinann vor einem Hause in der Schmidstraße bewußtlos auf dem Bürgersteig tegen. Er brachte ihn mit einer Droschke nach der Hilfswache am Grünen Weg. Hier konnte aber der Arzt nur noch feststellen, daß der Mann am Herzschlag gestorben war. Als man zur Feststellung der Persönlichkeit die Taschen des Toten nach etwaigen Papieren durchsuchte, fand man außer den Ausweispapieren nach und nach in den verschiedendsten Taschen, besonders aber in der großen inneren Westentasche Wertpapiere aller Art, im ganzen für rund 150 000 Mart. Eine peinliche Berwechselung. In Nizza befanden sich vor mehreren Wochen unter den anderen Kurgästen auch eine englische Lady Hamford und der russische General Samojew, die einander völlig unbekannt wa= ren. Beide starben an einem Tage. Nun wollte ein unglücklicher Zufall es haben, daß ein und dasselbe Beerdigungsinstitut von den Verwandten betder Vertorbenen mit der Einsargung und der Heimbeförderung beiraut wurde. Als der Sarg mit dem jungen Mädchen in London angekommen war, wollten die Verwandten und ihr Bräutigam die Tote noch einmal fehen und ließen zu diesem Zwecke den Sarg öffnen. Sie waren nicht wenig erstaunt, als sie darin einen russischen General in Paradeuniform fanden. Das Beerdigungsinstitut in Nizza hatte die beiden Leichen bet der Versendung verwechselt und den Sarg, der nach Warschau bestimmt war, nach London geschickt und um gefehrt. Von Warschau aus war dann der andere Sarg nach Petersburg gegangen, wo er beigesetzt worden ist. Die Engländer wandten sich nun nach Petersburg wegen Auslieferung des richtigen Sarges. Von hier aus erhielten sie aber die Nachricht, daß nichts davon betannt wäre, daß ein falscher Sarg beerdigt worden set. Vor einigen Tagen sei der Sarg, in dem man die Letche des Generals vermutete, mit allen militärischen EhrenAuf Ersuchen wurde bezeigungen beigesetzt worden. nun festgestellt, wer sich denn in dem zweiten Sarge befand. Es stellte sich, wie die„ Tgl. Rdsch." erzählt, heraus, daß tatsächlich nicht der General, sondern die Lady hter beigesetzt worden war. Der Sarg wurde daraufhin nach England übergeführt, von wo anderseits die Leiche des Generals nach Petersburg geschickt worden tft. Der König der Verschwender". In einer Frrenanstalt in Genf ist dieser Tage der König der Ver" Das soll sich erst noch ausweisen, wir möchten nur einiges von Ihnen wissen. Schlief der Herr Moreno in jener Nacht auch bei seinem Freunde?" " Nein, der war schon am Tage vorher abgeretst." " Wohin?" „ Ich glaube, er hatte ein Engagement bei einem Birkus erhalten. Ich habe mich nicht weiter darum befümmert." ,, Und acht Tage danach reiste Herr Frank auch ab?" " Ja, weil er eine Depesche bekommen hatte." " Und er hinterließ keine Schulden?" " Bet mir wenigstens nicht. Mich hat er anständig, wirklich sehr anständig bezahlt, mehr als er schuldig war." " Woher hatte er plößlich das Geld?" " Das weiß ich nicht genau. Er sprach von einer Heinen Erbschaft." " Wie sah denn Herr Moreno aus?" „ Er war ein mittelgroßer, schwarzlockiger Herr mit schwarzem Henriquatre. Wiffen Sie, so ein richtiger Franzose." Worin bestanden seine Produktionen?" " Ich glaube, er war Drahtseilläufer oder so etwas ähnliches." Felicia erhob sich. Ich danke Ihnen, werte Frau. Was wir heute von Ihnen gehört haben, war sehr interessant. Ich bitte Sie, um unnötiges Aufsehen zu vermetden, vorläufig zu niemand von unserem Besuch und der Auskunft, die Sie uns gegeben haben, zu sprechen." ,, Seten Sie ganz unbesorgt," erklärte die Frau mit Würde. Ich werde keinem Menschen ein Wort davon sagen und verschwiegen sein wie das Grab." Ste blickte verstohlen auf das Goldstück, das sie noch immer krampfhaft in der Hand hielt.„ und tausend Dank, verehrtes Fräulein! Wenn Sie Herrn Frank finden sollten, 10 grüßen Ste thn vielmals von mir und sagen Ste ihm mar, bitte, nicht, daß ich ein wenig über ihn geklatscht Schwender gestorben. Er war ein Engländer namens Benzon und hatte sich seinen Titel durch feine unsinige Verschwendungssucht verdient, denn er hatte das Kunfifte fertig gebracht, innerhalb von brei Jahren Hinj Millionen tart zu vergeuden. Seine Mante, Geld auf die perrückteste Art und Weise auszugeben, er reichte ihren Höhepunkt bet der Feier des Regierungsjubtilums der verstorbenen Königin Viktoria, wo er foloffale Summen verspielte oder verwettete. Als feine Minionen zur Neige gingen, farieb er ein Buch: Die Kunst, Gelb auszugeben". Benzon, der eine Zeitlang auch zu den Freunden König Edwards zählte, war schon fett awet Jahren in der Genfer Anstalt interniert. Er wurde auf einem kleineren Vorstadtkirchhof in aller Stille begraben, und nur der englische Konsul und einige andere Beamte wohnten dem Begräbnis bet. Zrob feiner literarischen Rechtfertigung fann man bezweifeln, daß der arme„ König der Verschwender" die chwierige Seunst, Geld auszugeben" wirklich verstanden bat. Die Juwelen Abd- ul- Hamids. Die Versteigerung der Juwelen Abd- ul- Hamids in Paris ist jetzt mit einem Gesamtbetrage von 6980 902 Frs. gefchloffen worden. Mit dem zehnprozentigen Zuschlag für die Kosten beiffert fich die Einnahme also auf über 7% Millionen Fr. Die lange Dauer der Versteigerung erklärt sich qus der großen Anzahl minder wertvoller Objekte, welHe den Bert von einigen Taufend Francs nicht überflegen. Immerhin bleibt die Auktion in Baris uuvergeffen. Eine so umfangreiche Juwelensammlung ist auch in Paris noch nicht unter den Hammer gekomnien. Das teuerste Stick der Sammlung Abd- ul- Hamids erreichte 920 100 Fr. Die schönen Breise hatten übrigens zwei Gläubiger des abgefesten Sultans veranlaßt, ihre Ansprache geltend zu machen und die ihnen zukommenden Summen aus dem Erlös pfänden zu lassen. Der eine war ein Bartser Damenschneider, der die orientalten Haremsfrauen mit modernsten Pariser Roben bekleidet hatte, der andere ein. Kinematographenfabrikant, wel her für die Unterhaltung der Damen gesorgt hatte. Das Gericht wies jedoch betde Pfändungsanträge ab. Wieviel Kriege fah Europa? Seit dem sechzehnten Jahrhundert weist die Kriegsstatistik von Europa folgende Zahlen auf: 44 Seriege wurden wegen Gebietsvergrößerung geführt; 22 um Tribut zu erheben; 24 Kriege waren Repressalien; 8 wurden unternommen, um Ehrenfragen und Vorrechte zu entscheiden; 6 wur ben durch Streitigtetten hinsichtlich des Länderbesizes bervorgerufen; 41 sollten Ansprüche auf eine Krone entchetden; 30 Kriege wurden unter dem Vorwande begonnen, etnem Verbündeten betzustehen; 28 entsprangen aus Wettstreit um den größten Einfluß; 5 entstanben aus Sandelsstreitigkeiten; 55 waren Bürgerkriege; 28 endlich Religionstriege. Im ganzen find das 286 Kriege in wenig mehr als dreihundert Jahren! Fast ein Krig pro Jahr. Der ältefte Berliner Dienfimann. An der Ecke der Köpenicker und Neanderstraße in Berlin sieht man ab und zu ein altes Männlein stehen, das sich durch das blanke Schild ar der Müze als Dienstmann ausweist. Es ist der älteste Dienstmann Berlins. Ein biederes, noch gar nicht verschrumpftes Geficht mit weißem Schnauzbart, fluqe, ruhig und mit dem Blick des Wetsen in die Welt schauende Augen, im Mund die kurze Pfeife, die mit ihm verwachsen scheint, so unzertrennlich find die beiden das ist der alte riz Müller, der am Donnerstag seinen achtzigsten Geburtstag feierte. Am 14 Dezember 1831 bat er zu Grünau i. M. das Licht dieser Welt erblickt, das nun sein freundliches Alter bescheint. Glänzend geht es ihm ja nicht gerade, und er möchte lieber im Auto fahren, als mit seinen achtzig Jahren noch an der Ecke stehen, aber ein Beiser nimmt das Leben, wie es ist. So steht er denn immer noch da, wo er seit 1864 steht. Englische Entrüstung über das Leipziger Spionage- Urteil. Die Verurteilung des englischen Spions Mar Schulz und seiner deutschen Helfershelfer macht in England, wie dem Berl. Lot.- Anz." von seinem Londoner Korrespondenten gemeldet wird, einen tiefen Eindruck, der den Beziehungen zwischen Deutschland und England nur förderlich sein kann, da er seine abschreckende Wirlung auf den friedensgefährdenden Wissensdurst, der gewisse englische Kreise in bezug auf die deutsche Wehrmacht peinigt, nicht verfehlen wird. Die Blätter beschränken sich im allgemeinen auf Wiedergabe des Urteils und der hauptsächlichen Urteilsgründe. Nur der Standard widmet der Entscheidung des Reichsgerichts einen Lettartikel, der zur Abwehr nötigt. Er ist überschrieben„ Ein Justizverbrechen" und nimmt sich besonders des englischen Batrioten Mar Schulz, dessen deutschen Namen der englische Artikelschreiber ganz bestimmt nicht einmal richtig aussprechen kann, auf das leidenschaftlichste an. Die Verurteilung zu Zuchthaus, so heißt es, sei nicht bloß die schwerste Strafe, die das deutsche habe. Im Grunde war er doch ein recht anständiger Mensch „ Schon gut!" sagte Felicia, und die beiden Damen empfahlen sich. Frau Negendant aber hatte trotz ihrer Versicherung am Abend nichts Eiligeres zu tun, als ihrem verehrten Herrn Biermeyer von dem seltsamen Besuch der beiden merkwürdigen Damen und dem Gespräch mit ihnen haarflein zu erzählen. " Das waren wahrscheinlich ein paar stille Verehrerinnen von diesem Frank oder auch von dem Herrn Moreno", schloß fie ihren Bericht. Selbst das schlechte Wetter hatte sie nicht abgeschreckt, den weiten Weg bis hierher zu machen, denn man sah es thnen an, daß sie aus dem seinsten Westen waren. Ja, ja, die jungen Leute heutzutage!" Der möblierte Herr bemerkte nicht die spätherbstlichen Liebesblicke, die ste ihm dabei zuwarf, denn er hatte seine Pfeife in Brand gesetzt, sich über ein Buch gebeugt und versenkte sich in die Geheimnisse der Pädagogik. Felicia aber fuhr mit Emmt nach einem Auskunftsbüro und gab dort den Auftrag, ihr aufs schnellste es foste, was es wolle Auskunft zu verschaffen über die jetzige Beschäftigung und Wohnung des Christian Frank, Nimikon, Schweiz. Sie war voll fröhlicher Zuversicht, auf dem richtigen Wege zu sein, und als sie ihrer Freundin in der Freude um den Hals ftel, sagte Emmi dankbar:„ Welch ein Glück, daß wir Dich haben, Itebe Felicia! Auch ich glaube fest, daß Dir die Lösung endlich gelingen wird." Die junge Amerikanerin bewahrte thre Ruhe, obwohl fie innerlich voll fieberhafter Aufregung war, die noch wuchs, als thr nach zwei Tagen die Nachricht überbracht wurde: Christian Frank, Sohn des Gasthofbesizers Ulrich Frant in Nimikon, der vor vier Jahren als Witwer verstorben ist. Der Sohn tst sett dieser Kriminalrecht tenne, sondern mit Ausnahme etwa der Verschicung nach Sibirien die barbarischfie in ganz Europa, und es sei eine Schmach, daß ein Engländer thr ausgefeßt werde. Wieso aber wäre es Nir einen englischen Verbrecher fchmachvoller, au deutschem Zuchthaus verurteilt zu wer den, als für einen deutschen au englischem? or we nigen Jahren wurden in England dem deutschen Aben teurer Beltheim volle awanaig Jahre Zuchthaus auditfiert, well er einen Erpreffungsversuch gegen einen Lonboner Finanzmagnaten begangen hatte, also fast das Dreifache der über Schulz verhängten Strafe für einen bei aller Achtung vor der Londoner City immerhin we niger fawerwiegenden Rechtsbruch. Was die angebliche Barbaret der deutschen Zuchthausstrafe anlangt, so ges nfigt es, an die Schilderungen zu erinnern, die ble Eng länder Ostar Wilde und Lord William Nebill aus eige ner Erfahrung von den Ereden der englischen Gefäng nisse entworfen haben. Steinen nach Sibirien Verschick ten, der diese grauenerregenden Darstellungen von uns sauberkeit, unzureichender Ernährung, Brfigelwirtschaft und Vernachläfftgung in Krankheitsfallen Itest, wird die Lust anwandeln, feinen Aufenthalt mit dem in einem englischen Strafhause zu vertauschen. Da auch der Berliner Vertreter des ministeriellen Londoner„ Daily Chronicle" fich zum Kolporteur von Stimmen macht, die das Urteil gegen Schulz und Genos= fen als ungeheuerlich bezeichnen, so fet in Erinnerung gebracht, daß es derselbe Daily Chronicle" war, der nach der Verurteilung ber beiden englischen Of fiziere Brandon und Trench au Festungshaft auf den großen Unterschied in der rechtlichen Behand lung von Spionen in Deutschland und England hinwies, und zwar zum Lobe der größeren deutschen milde. In der Tat femt das englische Strafgefeß solche Milde nicht. Hätten deutsche Offiziere in England dasselbe begangen wie die Herren Trench und Brandon, die heute fm Angesicht einer der schönsten Landschaften Europas auf dem Glacis der Glazer Festungswerte spazieren gehen, in Deutschland, so würden diese deutschen Spione fest hinter den Mauern eines englischen Zuchthauses fchmachten. Berliner Getreide und Schlachtvichmarkt. Die Preisbewegung am Berliner Getreidemarkt während der am 13. Dezember beendeten Berichtswoche läßt bedeutende Schwankungen vermissen. Der Steigerung der argentinischen Forderungen für Weizen ge genüber haben sich aber die hiesigen Preise nur mäßig erhöht, weil der Mehlabsaz fich recht unbefriedigend e- staltet hat. Roggen neigte zur Schwäche, weil ebenfalls fich das Mehlgeschäft schlecht anifeß und infolgedessen Ste Mühlen teine Kauflust befundeten. Zudem wurde von Schlesien mehr Ware auf Abladung angeboten und auf Frühjahrslieferung zu verkaufen gesucht. Bemerfenswert ist ferner, daß am Weltmarkt Roggen in wefentlich größerem umfange als bisher zum Teil von Ländern offertert wurde, die bisher als Roggenproduzenten für Europa kaum in Betracht famen, so besonders von Argentinien. Hafer bewahrte fetne Festigkeit. Das Inland hält an seinen bohen Forderungen fest and von Rußland ist dieses Getreide auch schwer preiswer= ter zu tanfen. Einer erheblichen Preissteigerung war jedoch das wesentlich billigere Angebot Argentiniens hinderlich, wenn auch das Produkt dieses Landes dem heimatlichen Hafer etwas nachsteht. Mais wurde ziemlich rege umgefeßt, amerikanischer war mehr angeboten. Am lesten Tage der Berichtswoche iteüten fich die Brelse für Lieferung im Dezember, wie folgt: Weizen 204,25 s Roggen 183,25 M, Safer 185,75 M, Mais 174,50 M Brelse des stabilischen Schlachtvich- Marktes. 1. Ochfen: a) vollfleischige, ausgemästete höchften Schlachtwer tes, ungejocht 81-88 M., b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäftete 62-70 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere M.. 2. Bullen: a) vollfletschige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 77-83 M., b) vollfleischige jüngere 78-78 M., c) mäßig genährte jungere und gut genährte ältere 66-75 M. 3. Färfen und Kühe: a) vollfleischtge, ausgemäftete Färfen höchsten Schlachtwertes- M., b) voll= fletschige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 70-75 M, c) altere ausgemäftete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 64 bis 69 M., b) mäßig genährte Kühe und Färfen 53-60 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 60 M, 1) ge ring genährtes Jungvieh( Fresser) 52-66 M. 4. Ral ber: a) Doppellender feinster Mast 114-146, 6) feinste Mastfälber 103-112 M., c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 83-97 M., d) Mast- und gute Saugfälber 68 84 M, e) geringe Saugfälber 40 64 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 78 bis 86 M., b) ältere Masthammel, Jüngere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 66-76 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe 58-72 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 61-63 M b) vollfleischige Schweine 250-300 fb. 60-61 M., c) vollfleischige bis 240 Pfd. 58-60 M, d) vollfleischige Schweine 160-200 3fd. 54-58 M., e) vollfleischige Schweine unter 160 Bfb. 50-54 M, f) Sauen 51-57 M Zeit nicht in seinem Geburtsort gewesen, sein jetziger Aufenthalt ist dort unbekannt. " Ah!" rief Felicta,„ da haben wir ja schon die erste Entlarvung dieses Menschen! Jene Depesche, die ihn wegen Erkrankung seiner Mutter nach Hause rief, war gefälscht. Weshalb aber hat er das getan? Um in der Dunkelhet: untertauchen zu können, aus der wir ihn nun hervorziehen werden." Ste durchstöberte die Artistenzeitungen und fand eines Tages eine kleine Nottz, die sie frohlockend zeigte. Nun weiß ich, wo dieser Frank ist! Er ist in Paris. Dort also werden wir ihn festnehmen lassen." " Wieso?" sagte Friz.„ Hier steht doch weiter nichts, als die kurze Ankündigung, daß Brothers Moreno- Franklin jetzt im Cirque Metropole in Paris auftreten. Was ist denn daran besonderes?" „ Aber das ist doch ganz klar!" rtef Felicia hastig. " Dieser Franklin ist niemand anders als unser Frant, der mit seinem Freunde zusammen auftritt. Noch morgen wirst Du mit mir nach Paris fahren." ,, Gern! Ich bin ja selbst begterig, wie dieses Abenteuer enden wird.“ ,, Und Du kommst auch mit, Emmt," sagte Felicia. " Du beherrschest die französische Sprache viel beher als wir beide, und deshalb bist Du für uns unentbehrlich." Emmt sah thren Vater fragend an, der mit den Achseln zuckte und dann nickte.„ Was soll ich dazu sagen? Du willst ja doch mit „ Ach, Papa," rief Emmt,„ Du tuft gerade so, als wenn ich Eure Tyrannin wäre. Aber ich weiß, Du hast nichts dagegen, wenn ich mitfahre. Und ich depeschiere an Doktor Waldow, daß er ebenfalls dorthin kommt. Wir können dann gleich die Angelegenheit wegen des Postens in Amerika besprechen." ( Fortsetzung folgt.) Vergebung von Erd- und Chaussierungsarbeiten. Freitag, den 22. ds. Mts., Vorm. 11 Uhr, für Für den Weihnachts: Ausstellung Weihnachtsbedarf Gebiegene Amtszimmer ber Großh. Bürgermefifteret bergeben werden: Baumbehang in riefiger Auswahl Weihnachts- Geschenkartikel. Bos 1. Zementröhren Sos II. Gb u. Chaussterungsarbeiten] Los III. 208 IV. desgleichen desgleichen Alle Kates, Marzipan etc. Glen Honig- u. Lebkuchen ge beranschlagt zu 82.00 Mr. 588.00 " " " 585.00 " " " 900.00 Rabatt in " " H Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeifteret offen, wo auch die Angebote in Prozenten des Voranschlages verschlossen und postfrei mit entspre chender Aufschrift versehen einzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 11. Dezember 1911. Großh. Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach. 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Das Abonnement auf den ,, Illustr. Wochen- Anzeiger" ist erst dann gültig, wenn der Bezie, er eine auf seinen Namen ausgestellte und von unserer Expedition abgestempelte Vierteljahrs- Abonnements tittung in Händen hat und diese Quittung vor Beginn des betr Vierteljahres, für das sein Abonnement Gültigkeit haben soll, durch Zahlung eingelöst hat. Das Abonnement kann auch durch Bezahlung wöchentlich 10 Bfg. fortgesetzt werden, in diesem Falle wird dann am Schluß des Vierteljahres die Vierteljahrs- AbonnementsQuittung ausgehändigt. Jeder Abonnent hat eine laufende Nummer auf seiner Abonnements- Quittung, der wir uns bei Brieffaſten- Beantwortungen etc. bedienen. Nur bei schriftlicher Abbestellung oder nicht rechtzeitiger Einlösung der Abonnements- Quittungen gilt der Bezug dieses Wochen- Anzeiger als aufgehoben. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. von Nr. 26. Gießzen, 12. Dezember 1911. Unterseebote vor die Front! oder Des Vaterlandes letzte Rettung.") ( Fortsetzung.) Gespenstisch gleiten die Unterseeboote dahin, dem Feind entgegen. = Es ist alles, was nach dem monatelangen Ringen übrig blieb, alles, was man so rasch auf den Werfien hatte zusammenbauen können. Es war Uebermenich liches geleistet worden. Tag und Nacht war gehömmert und geklopft, geschmiedet und genietet. Nun war das Riesenwerk beendet. Die Besatzungen hatten sich notdürftig mit der Handhabung der Boote vertraut gemacht,- und hinaus ging es. Es handelte sich um den letzten verzweifelten Versuch, die grimme Kraft des Gegners zu brechen, ihm einen entscheidenden Schlag 8. Jahrg. mit„ der" Waffe beizubringen, die jenem so vortreffliche Dienste geleistet, auf die all seine Erfolge bisher fußten. Undurchdringlicher Nebeldunst hüllt die 14 kleinen Gesellen mit einem dichten Schleier ein. Kein Licht, kein Signal. Alles wird vermieden, was sie verraten fann. Man ist noch im vom Feinde unverseuchten Gewässer. Aber trotzdem. Weiß man, ob nicht das lauernde Auge eines Spions wacht, weiß man, ob nicht Kunde von dem Nahen der unterſeeischen Macht bereits gemeldet wurde? Alle Vorsichtsmaßregeln wurden getroffen, um das Ereignis geheim zu halten. Wird es geglückt sein? Der Leiter des gesamten Unterseebootswesens, ein Kapitän zur See, hat die Führung der Flottille selbst übernommen, und zugleich die des ersten Bootes. Hinter dem kleinen Kommandoturm, auf dem vorderen Boot steht er mit seinem Adjutanten. Beide schweigen. Nur hin und wieder ruft der Flottillenchef dem im Turm das Ruder bedienenden Matrosen W Gute und preiswerte eihnachstbücher in grosser Auswahl vorrätig bei August Frees, Hofbuchhandlung ( Fritz Schlesier) Seltersweg 70 Ecke Westanlage Illustrierter Weihnachtskatalog gratis. besonders zur Tierwelt, ein großes Verständnis für ihre Schönheiten, wie für ihre Bedürfnisse. 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In der Nacht ist es ohne Feuer schier eine Unmöglichkeit, sich zu orientieren. Für das Auslaufen der Boote sind einige Signalfeuer am Lande angezündet. Durch sorgsames Peilen vermag man den Kurs der Boote zu bestimmen. Mott, faum erkennbar leuchtet hin und wieder eines dieser Lichter durch die regenschwere Luft. Die angestrengte Tätigkeit nimmt des Flottillenchefs Sinne voll in Anspruch. Nur ganz verstohlen, mit blitzartiger Schnelle, taucht zuweilen vor seinem geistigen Auge ein Bild aus der Vergangenheit, ein Gedanke an das„ Morgen" auf. Was zu Weihnachten 1911! Schenke Jm Forsthaus ich? Ein gutes Buch! 5===Prachtbände श् Falkenhorst Erzählungen und Schilderungen aus dem Leben im Bergforsthause u. im Bergwalde von Albert Kleinschmidt. Mehrfach preisgekrönte Jugendichrift für Knaben und Mädchen von 10-16 Jahren I. Jahrgang, 6. und 7. Auflage, fein geb. II. " 1 5. Auflage, III. " 5. IV. " 5. " Mt. 4.4. " " 4. " Weihnachts- Neuheit 1911: V. 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Unweit Cuxhavens wurde die Signalboje aufgefischt und das Hebefahrzeug „ Vulkan" vollbrachte die Rettung, entriß die dem sicheren Tode Geweihten nach 20stündigem Eingeschlossensein ihrem nassen Grab, in dem sie schon mit beiden Füßen standen. Das alles kostete der Kapitän zur See nun | nochmals durch. Wie oft hatte er es in Träumen und im Wachen schon getan. Aber die Erinnerung an Die Spielwaren- Ausstellung ist eröffnet. J. Heilbronner Marktstrasse 17 Rittergasse 8 diese gräßlichen 20 Stunden, die ihm wie Jahre schie= nen, wollten ihn nicht verlassen.-- Heut nun besonders stieg immer und immer wieder diese schauerliche Episode in sein Hirn.„ Wird der morgige Tag dir etwas Aehnliches bescheeren, oder wird er dir einen raschen Tod bereiten?" fragte er sich.- 14 Unterseeboote, eine stattliche Macht, und ver= lassen kann er sich auf seine Kommandanten. Es sind schneidige Männer, die sich nicht scheuen, dem Sensenmann lachend ins Antlitz zu schauen,- sie wer= den den Gleichmut nicht verlieren, auch wenn ihnen im Periskop der feindliche Bug auf die Nase stößt. H. Trechsler Steinstrasse 48. Telefon 581 Eiskellerei, Bier- und Kartoffelhandlung empfiehlt: Ia. Speise- u. Salatkartoffein zu den billigsten Tagespreisen zu jeder Tageszeit Quantum ei Haus. Jeder 14 Unterseeboote.... Der Feind verfügt noch über die doppelte Zahl von Linienschiffen. Aber was machts? Wenn jedes seiner Boote nur eins zur Strecke bringt, wird das genügen, um seine stolze Kraft zu brechen, um die Wage zugunsten der deutschen Flotte zu belasten. 14 Unterseeboote-- 14 Treffer-- ist's nicht zuviel verlangt? Er legt sich auf's Handeln... Wenn auch nur die Hälfte ihrer Geschosse richtig lanziert, sieben feindliche Schlachtschiffe havariert werden.... Auch das würde genügen, eine Panik beim Feinde hervorzurusen, würde die Hoffnung der eigenen Marine neu emporlodern lassen. Und er betet um den Erfolg der Sieben Und doch, ist's nicht wie beim Roulette in Monte Carlo? - Die Gewinnchancen sind gar zu gering. Ein Kampf, ein wie ein irdener Topf gegen einen eisernen, wie Wachslicht gegen einen elektrischen Scheinwerfer. Nein, -- nicht verzagen. Wie heißt es? Die„ fitneß to win", der„ Wille zum Siege!" Ja, der ist vorhanden! Und Farraguts Wort:„ Es kommt nicht auf die Kanone allein an, sondern auf den Mann hinter ihr." So ist's. Nicht von der Zahl der Streiter, von ihrem ,, Beist" hängt der Erfolg ab. Stolz schlägt sein Herz. Der sieghafte Geist, nein, wirklich, der fehlt den Seinen nicht, das weiß er. Er sah in die leuchtenden Augen seiner Kommandanten, als der Admiral gestern nachmittag nach der Befehlsausgabe das Hoch auf Se. Majestät ausbrachte, indem er sie aufforderte, mit ihrem letzten Blutstropfen ihre Treue zu Kaiser und Reich zu besiegeln, ihnen beim Abschied sagte, sie seien des Vaterlandes letzte Hoffnung. So siegesgewiß schauten sie aus, diese dreizehn Offiziere, daß er Sr. Exzellenz kühn versichern durfte, sie würden WEIHNACHTS GARE SEI G FRIEDE AUF ERDE USSTELLUNG Für Weihnachten! Briefbogen und Umschläge Besuchskarten Glückwunschkarten Festdrucksachen liefert sauber und schnell zu mässigen Preisen Giessener Verlagsdruckerei Seltersweg 83. A'bin Klein Telephon Nr. 362. tige Schicksal. Da können wir hoffen, den Feind bald aufzuspüren." Fortsetzung folgt. Edgar Borrmann, Giessen erſchienenen Buche Unterfeebooie an Telef. 165 Eisenwarenhdly. Neustadt 11. mpfiehlt wunderschöne und praktische Artikel, sehr passend für WeihnachtsGeschenke. sich des Vertrauens des Vaterlandes wert zeigen, die Hoffnung, die die Flotte auf sie setze, nicht betrügen. Das alles ging ihm nun durch den Kopf. Vertrauender schaute er voraus.- Herrgott, wenn nur das widerliche Gepladder stoppen wollte, nicht mal' ne Zigarre kann man sich in den Hals stecken. Das Verlangen nach dem anregenden Kraut wird übermächtig. Still sagt er für sich hin:„ Wenn der Regen aufhört, wenn es aufklärt, nehme ich das als gutes Omen."- Jetzt ist Schillig querab. Einzelne Wogen klatschen über den Vorsteven und der Regen-- läßt nach. -- Erleichtert atmet der Flottillenchef auf. Immer matter fallen die Tropfen, hier und da zerreißt das Dunkel, einige Wolken heben sich vom Himmel ab, nun erscheint ein Stern, da noch einer. Die Luft wird ganz sichtig. Ein Freudenjauchzer entringt sich der Brust des Kapitäns, der voller Behagen eine Holländer aus dem schmalen Etui entnimmt und sie entzündet. Mit Inbrunst zieht er den aromatischen Qualm aus dem langen Glimmstengel ein. Sein Blick schweift über die hell erscheinende Wasserfläche. *) Den vorstehenden, hochinteressanten Artikel entnehmen wir mit Genehmigung der durch die Herausgabe patriotischer Bücher bekannten Verlagsfirma Wil helm Köhler, Minden i. Westf., dem soeben die Front", von Submare, 188 Seiten Text, Preis Mt. 2, durch jede Buchhandlung zu beziehen. Der Herausgeber ist eines der bekanntesten Marine- Offiziere, seine hohe Stellung in der Marine zwingt ihn jedoch, dieses besonders auch in Frankreich und England Aufsehen erregende Buch, welches gerade jetzt in dieser politisch bewegten Zeit das größte Aufsehen erregen wird, anter Pseudonym erscheinen zu lassen. Für den Weihnachtsbedarf empfehle: Fertige Herren- und Knaben- Bekleidung, reichhaltigste Auswahl in allen Manufaktur Waren, Ausstattungs- und Trachten- Artikeln. Auf Tuch- u. 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Die meisten der nahezu tausend indischen Fürsten regieren nur über ein Gebiet von wenigen Quadratmeilen und einige besitzen noch weniger, als der selige Rodensteiner in seiner Glanzperiode sein eigen nannte. Hoch über diesem Ausschusse von Fürstlichkeiten stehen die von der englischen Regierung besonders ausgezeichneten Souveräne wie der Nizam von Hyderabad, der Gaikwar von Baroda, der Raja von Udaipur, *) Anläßlich der Krönungsreise des englischen Königspaares nach Indien dürfte dieser Artikel von besonderem Interesse sein. D. Red. ALL der sich rühmt, nie das Knie vor dem Großmogul gebeugt zu haben, und auch der Raja von Kapurthala. Das englische Auswärtige Amt führt etwa 200 offizielle Titel für fürstliche Persönlichkeiten in Indien Salon im Fürstenschloß Tanjore. an. Die Rangstufen der angesehensten Könige werden durch die Zahl der Salutschüsse angedeutet, welche die englische Regierung ihnen zuerkennt. Etwa vier werden bei Staatsaffären mit zwanzig Kanonenschüssen beehrt, während der niedrigsten Rangklasse der Könige neun Schüsse gewährt werden. Geringere Fürstlichkeiten erhalten überhaupt keinen Ehrensalut. Natürlich ist es der Ehrgeiz jedes indischen Rajas, eine Erhöhung seines Salutes zu erwirken und er betrachtet es als die allerschrecklichste Strafe, wenn er etwa um zwei oder drei Kanonenschüsse degradiert wird. Der Raja von Kapurthala hat Anspruch auf 13 Kanonenschüsse. Auch nach dem Einkommen der Fürsten das heißt die ganze Staatseinnahme wird ihre Rangstufe unterschieden, und wie Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. sollen fül Amtszin ' I gog 203 N. Los III. L08 IV. Di germeist Chender des Voi Sehr I pagal at buolquv uo - u 6v a gun neva бunja u! 8 ui avay v Ɛ ugvquǝ!! aq Caruana a wa An indischen Fürstenhöfen. es bei uns acht- und zehn- und zwölf- usw. pfündige Kanonen gibt, gibt es in Indien 1 Lakh-, 5 Lakh- und 50 Lakh- Rajas. Ein Lakh ist 100,000 Rupien. Der Fürst erhält alle vom Steuerkollektor eingetriebenen Gelder. Manche bezahlen Abgaben an die englische Regierung, andere haben ihr gegenüber nur gewisse vertragsmäßige Verpflichtungen, wie Stellung einer gewissen Zahl Truppen im Kriegsfalle, wieder andere beziehen noch Revenuen von der Regierung. Der Fürst behält für sich von den Einnahmen, was er für gut findet und verwendet den Rest für die Staatsausgaben. Je nach ihrem Verhalten werden die Rajas von der Regierung mit mehr oder minder großer Gewalt und besonderen Vorrechten ausgestattet. Die meisten indischen Fürsten sind Hindus und leben nach den Gebräuchen ihrer Religion, welche gleichzeitig ihr höchstes Gesetz iſt. Es ist kaum nötig, auf das Kastenwesen hinzuweisen, das Ben hat, besteht aus fast lauter einstöckigen aneinander gebauten Häusern, wie sie wohl auch schon vor tausend Jahren ausgesehen haben. Nach indischem Gebrauche sind sie ohne Möbel. Ein Gemach dient als Wohnzimmer und eine Abteilung ist den Frauen zugewiesen. In dieser befindet sich als einziges Möbelstück eine Art Bett. Das übrige Meublement besteht nur aus Teppichen, auf welchen die Hausbewohner sitzen, und aus dem nötigen Hausgerät. Die Böden und Wände sind mit Dünger bedeckt, nach Ansicht der Hindus das Reinſte und Heiligste im Hause außer dem Bilde eines Götzen, vor dem die üblichen Andachtübungen vorgenommen werden. Die Häuser der wohlhabenderen Leute unterscheiden sich in nichts von denen der ärmsten. In der Hauptstraße befinden sich die Kaufläden, in welchen der Verkäufer auf Kunden wartet, wie die Spinne auf eine Fliege. Er ruft sie nicht, aber wenn der Runde kommt, bietet er alles auf, ihn zum Kaufen zu bewegen und möglichst viel los zu werden. Daß er ihm schlechtes Maß und Gewicht bietet, ist eine selbstverständliche Sache. Volkstypen aus Hyderabad. oft genug beschrieben wurde, nur sei erwähnt, daß es selbst an den Höfen der modernisierten Fürsten, so auch in Rapurthala, in voller Geltung ist, nur der Fürst erlaubt sich dasselbe zu umgehen, oder läßt es nicht merken, wenn er einen Verstoß dagegen begeht. Er darf es mit seinen Hindu- Untertanen nicht verderben, hat aber moderne Anschauungen und lebt wie ein Europäer. An seinem Hofe gibt es vier Europäer, den Küchenchef, einen Franzosen, den Privatsekretär des Fürsten, einen Engländer, einen englischen Arzt und-- einen deutschen Kapellmeister, welcher einige Hindus auf verschiedenen Instrumens ten ausgebildet hat, so daß sie leidlich im Takt und nicht gar zu falsch ein Repertoire von etwa einem Dutzend Stücken zu spielen vermögen. Die Kapelle„ musiziert" bei allen feierlichen Gelegenheiten, Empfängen, Diners, Trauerfeiern usw. und spielt bei allen mit Die Stellung der indischen Frau im häuslichen und öffentlichen Leben ist eine äußerst bedauernswerte. Ihre Lebensaufgabe ist, ihren Gatten wie einen Gott zu verehren und ihm zu dienen und Söhne zu gebären. Alle Hindufrauen, mit ganz wenigen Ausnahmen, leben in der Abgeschiedenheit ihrer Frauengemächer, des Zemana. Kein Mann, außer dem Gatten, Schwiegervater oder Schwager darf die Schwelle ihres Gemaches betreten. Manche Kasten, besonders die, in welchen auch die Frauen außer Hause arbeiten, sind etwas liberaler oder sie können sich kein Zemana erlauben. Immerhin aber haben die Frauen keine Rechte. Die Hindufrauen sind sogar geknechteter als die Mohammedanerinnen und der Mohammedaner hält bekanntlich die Frau für ein ganz unvollkommenes Wesen. Sein ganzes Leben lang freut er sich auf's Paradies, wo ihn ewig junge und hübsche Mädchen erwarten, aber nicht etwa auf ein Wiedersehen mit seiner Lebensgefährtin. Eine Mohammedanerin kann sich scheiden lassen, aber eine Hindufrau nicht. Große Wäsche am Sabarmatifluß bei Ahmedabad. der gleichen Bravour den„ Fatiniza"-Marsch, die ,, Marseillaise", die„ Wacht am Rhein“,„ Yankee Doodle", „ Steh' ich in finst'rer Mitternacht" und dergleichen. Für seine Person hat der Raja von Kapurthala das Indische ganz abgelegt, nur wo es ihm von Nutzen ist, hält er noch daran fest. Kapurthala, die Hauptstadt des gleichnamigen Fürstentums im Pundjab, ist eine der indischen Durchschnittsstädte. Sie hat etwa 20 000 Einwohner, meistens Hindus und Sikhs und etwa ein Viertel Mohammedaner. Die Stadt, welche nur ein paar StraDie Gatten, welche ihre Frauen im Zemana abschließen können, stehen in höherer Achtung als die, welche dies nicht können. Diese Abschließung kommt einer förmlichen Einsperrung gleich. Die Frauen der unteren Klassen müssen ihr Leben in den ungesundesten 13.jpg 10a vanna Zeppelin tommt! Pert Ein Wigbold in Deutsch- Neu- Guinea hatte sich den Scherz geleistet, den Eingeborenen vorzureden, daß der große ,, Weiße Häuptling der Lüfte" Zeppelin mit einem seiner Luftschiffe unsere fernen Inseln besuchen würde. Alsbald begann das allgemeine Hälseausreden nach dem ,, Weißen Häuptling der Lüfte", und heute schwören einige darauf, daß sie ihn gesehen haben. Wintersport in Nordsibirien. Auch im nordöstlichen Sibirien huldigt man, wie aus unsern Bildern zu ersehen ist, dem Wintersport. Besonders das Nomadenvolk, die Tschukschen geben sich allerhand , Winterspielen" hin. So giebt es" Schneetänze" für die Mädchen, Dauerlaufen, Renntierschlitten- Wettfahrten und die Jagd auf weiße Walfische von seiten der Männer und großes Schneeballwerfen der Kinder. Ein beliebter Wintersport der dortigen Weiblichkeit besteht darin, eine Genossin mittelst einer Walroßdecke in die Luft zu schleudern und wieder aufzufangen. Tschutschenmädchen beim Tanz und Tschutschen beim Dauerlauf. mt. 3. zu nehm Vers. t Drogis Bozu ZA Friedrick om you.... : nam Eust" Eujast" 11 uvu ила иш бизбио u( 0621) e on " " auto a qui a lög u +3 H 000'001 G qun G J me a 3D uǝg Brand min-110ms qun Gag que uop!( pпv om quote gvlv- g qun gun 1985 Nach Neu- Guinea vor 25 Jahren. dampfer„ Manila"( 1790 Tonnen) in 18 Tagen Finschhafen erreichen, so daß die Reise von Genua nach Neu- Guinea nur 40 Tage dauert. Auch kann man in derselben Zeit von Hongkong mit den Dampfern" Prinz Waldemar"," Prinz Sigismund" und" Coblenz" die Reise machen. Im folgenden will ich eine Schilderung geben, wie man vor 25 Jahren nach Neu- Guinea reiste. Damals sandte die Neu- Guinea- Kompagnie ihre Beamten mit Schiffen der British India Lines nach Kaiser- WilhelmsLand, und zwar liefen die Schiffe von London nach Cooktown in Queensland( Australien). Von Finschhafen, damals der Gouvernementsplatz und Haupthafen von Neu- Guinea, gingen monatlich kleine Küstendampfer der Kompagnie nach Cooktown und nahmen die europäischen Passagiere und Frachten, sowie die in Australien gekauften Provisionen an Bord. Im Jahre 1887 ging ich als Beamter der NeuGuinea- Kompagnie mit drei deutschen Schiffszimmerleuten in London an Bord der Waronga", eines Schiffes der British India Lines, um über Cooktown nach NeuGuinea zu gelangen. Die Waronga" war ein kleiner Dampfer von 2000 Tonnen. Hinten befand sich die ziemlich beschränkte 1. Kajüte, der Essalon konnte höchstens 25 Personen aufnehmen. Das über dem Eßsalon gelegene Promenadendeck hatte man durch einen Bretterzaun in zwei Hälften geteilt. Die eine Hälfte war für die Passagiere der ersten Klasse, die andere Hälfte durften hundert für Queensland bestimmte Mädchen benutzen. Diese jungen Damen waren bereits sämtlich Bräute, hatten jedoch ihren Zukünftigen, der sie in Queensland erwartete, noch nie gesehen. Außer diesen Damen waren noch über 200 Emigranten an Bord. Da das Schiff nur 8 bis 9 Meilen per Stunde zurücklegte, dauerte die entsetzliche Reise bis Cooktown volle zwei Monate. Die Verpflegung an Bord war selbst in der 1. Kajüte eine miserable. Nicht die geringste Abwechslung in der Küche, jeden Tag dasselbe Menü. Solange es noch Schlachtvieh an Bord gab, war das Essen einiger maßen erträglich. Als dies aber ausgegangen war, wurden wir wochenlang mit australischem Konservenfleisch gefüttert. Die Beschwerden beim Schiffsarzt, der die Kontrolle über die Küche führte, hatten feinen Erfolg. volle Tage im Hafen. Batavia war in 18 Minuten per Eisenbahn zu erreichen. Welche Erholung wäre es für uns gewesen, wenn wir diese drei Tage in dem herrlichen Pavillonhotel des Indes hätten zubringen können. Von Tandjong Priok fuhren wir also durch die mit rauchenden Vulkanen besetzte Bali- Straße an Timur vorbei nach der Torres- Straße und durften endlich in Tursdy Jsland an Land gehen. Auf dieser und den um= liegenden kleinen Inseln bilden Perlensischerei und Trepangfang die Haupterwerbsquellen der dort ansässigen Europäer. Tursdy Jsland besitzt ein recht nettes Strandhotel. Als wir nach Cooktown gelangten, kam der Gouvernementsarzt Dr. C., der auch gleichzeitig deutscher Konsui war, an Bord, um die Passagiere zu untersuchen. Die Emigranten des Zwischendecks beschwerten sich bei ihm über die schlechte Behandlung und Verpflegung an Bord und baten ihn, bei der Queensländer Regierung Be= schwerde zu führen. Auch wir Kajütenpassagiere erklär= ten Dr. C., daß während der langen Reise unglaubliche Zustände an Bord geherrscht hätten und daß die Verpflegung quantitativ wie qualitativ eine ganz erbärmliche gewesen sei. Dr. C. versprach, eine Beschwerde einzureichen, teilte uns jedoch mit, daß derartige Beschwerden mit jedem Schiffe dieser Linie einliefen und daß die Queensländer Regierung bisher eine bessere Behandlung der Passagiere nicht hat erzielen können. Erst nach achttägigem Aufenthalt in Cooktown fonnte ich meine Reise fortsetzen. Cooktown bestand damals aus mit Wellblech gedeckten Holzhäusern. Das „ Hotel" war nur eine Bretterbude. In dem kleinen fensterlosen Zimmer, das ich damals bewohnte, befand sich ein schmales eisernes Bett, ein eiserner Waschständer, ein Stuhl und ein Tisch. Dafür und für eine elende Verpflegung mußte ich ein Pfund ( 20 Mark) pro Tag zahlen.**) Glücklicherweise lag das Kanonenboot" Adler" im Hafen. Der Verkehr mit den liebenswürdigen Offizieren bot eine angenehme Abwechslung in dem sonst öden Neste. Die, Samoa", ein kleiner Küstendampfer der Neu- GuineaKompagnie, die mich nach Finschhafen brachte, war ein schrecklicher Kasten. Die Beamten der Kompagnie nannten. ihn den„ Appelkahn mit der Kaffeemühle" Die einzige Kajüte lag hinten am Heck. Sie bestand aus einem kleinen Salon, der nur für sechs Menschen Platz bot. An den Seiten des Salons befanden sich vier enge Rojen. Ein Promenadendeck gab es überhaupt nicht, sondern nur einen ungefähr sechs Quadratmeter großen Raum am Heck vor der Kajüte, der bei bewegter See meistens unter Wasser stand. Bei stürmischem Wetter konnte man die Kajüte überhaupt nicht verlassen. Um das Unglück voll zu machen, platzte auch noch ein Kesselrohr, so daß wir bei Killerton Island acht Stunden festlagen, um die Maschine zu reparieren. Nach viertägiger Reise erreichten wir endlich Finschhafen. Die ganze Reise von London nach Neu- Guinea hatte also, den achttägigen Aufenthalt in Cooktown eingerechnet, 72 Tage gedauert. Eingeborener von Neu- Guinea. Die, Waronga" ging ohne Aufenthalt von London bis Port Said, wo Kohlen und kleines Schlachtvieh eingenommen wurden. Dann ging es durch den Suezfanal nach Aden, wo wir drei Tage auf die indische Post für Australien warten mußten. Dann dampften wir nach Colombo. In Aden war der deutsche Marineoberarzt Dr. T. an Bord gekommen, der sich nach Cooktown begab, um dort den an Bord des Kanonenbootes Adler"*) gestorbenen Kameraden zu ersetzen. Ich war hocherfreut, für die noch so lange Reise einen deutschen Leidensgefährten gefunden zu haben, denn mit der indolenten englischen Gesellschaft konnte man sich wenig unterhalten. In Colombo gingen wir außerhalb des Hasens in der Nähe des Leuchtturms vor Anker. Keiner durfte an Land gehen, trotzdem wir über acht Stunden im Hafen lagen und Eis, Wasser und einige frische Provisionen einnahmen. Wir hatten uns schon sehr darauf gefreut, uns im Grand- Hotel mit Genuß einmal ordentlich satt essen zu können. Unsere Freude wurde aber zu Wasser. Nachmittags stachen wir wieder in See und steuerten der Sundastraße zu. Nach zehntägiger Reise erreichten wir Tandjong Priok, den Hafen von Batavia, und gingen auch hier außerhalb des Hafens vor Anker. Das Schiff hatte die gelbe Quarantäneflagge gehißt und niemand burfte an Land gehen. Wir lagen wie in Aden drei Man wird mir wohl Recht geben, wenn ich behaupte, daß vor 25 Jahren eine Reise nach Neu- Guinea, wie ich sie gemacht habe, kein Vergnügen war. während heute mit einem Schiffe des Norddeutschen Lloyd eine solche Reise als Vergnügungsreise im wahrsten Sinne des Wortes betrachtet werden kann. *) Der Adler" strandete bekanntlich später am 16. März 1889 bei Apia. **) Die dortigen Berhältnisse haben sich in den letzten 25 Jahren naturlich sehr zu ihrem Vorteil verändert. An indischen Fürstenhöfen. Palais des Maharaja von Tanjore, Süd- Indien. Räumen verbringen. Dabei müssen sie alle häuslichen Arbeiten verrichten, die Kühe melken und oft die Beschäftigung des Mannes teilen. Während die Frau das unangesehenste Geschöpf in der indischen Gesellschaft bildet, gibt es doch eine Klasse, welche nicht nur von den Sklavenfesseln frei ist, sondern sogar die anerkannte Königin der Gesellschaft ist: die Tänzerin, das Nautch- Mädchen. Das Nautch- Mädchen ist überall hoch angesehen. Es gilt als unentbehrlich für Tempel und Heim. Sie wohnt allen Festichkeiten der Eingeborenen bei, sie schmückt die Braut am Hochzeitstage und ihr Erscheinen in einem Hause macht dasselbe rein. Alle Kasten verehren sie und sie darf selbst in Gegenwart der höchsten Persönlichkeiten einen Sitz einnehmen. In vielen Gegenden wird sie wie eine Prinzessin geachtet. Manche dieser Nautch- Mädchen verdienen ein fürstliches Vermögen. So sehr sich der Fürst bemüht, die Sitten und Gebräuche der Hindus zu wahren, so eifrig versucht er einer der grausamsten Gepflogenheiten der Eingeborenen entgegenzuarbeiten. Bekanntlich werden die Mädchen schon im zartesten Alter an ihre für sie bestimmten Männer verheiratet, manche schon mit 8 Jahren. Obschon die englische Regierung das Schließen der Ehe unter 12 Jahren verboten hat, ist dieses Gesetz doch fast nirgends durchgeführt worden. Der Raja von Kapurthala aber besteht strenge auf der Durchführung des Wortlauts. Bergebens aber ist sein Bemühen, das Opfern von Mädchen in den Tempeln zu verhindern, ein barbarischer, aber von der Hindu- Religion verlangter Brauch. Die Religion verlangt ,, Bräute" für die Götzen, Devidasis genannt. In zartestem Alter werden Mädchen von den Priestern gekauft oder man schenkt sie ihnen. Sie müssen vor den Altären tanzen, Lieder singen und die Götzen unterhalten. Der Fürst hat außerhalb der Stadt einen prachtvollen, von englischen Architekten ausgeführten Palast. Er bewohnt diesen mit seinen Frauen und Kindern und einem kleinen Teile seiner Dienerschaft. Der Sekretär und Majordomus wohnen ebenfalls in dem Gebäude. Entgegen der indischen Sitte ist der Balast vollständig möbliert. In fast jedem Zimmer steht ein Piano, auch ein Phonograph ist im Zemana und die Damen lassen sich etwas von Caruso, Goritz und der Tetrazzini vorsingen. Früher pflegte der Fürst immer im Landauer zu fahren, seit ein paar Jahren aber hat er für sich und seine Familie Automobile angeschafft. Er hat auch viele Kamele und Elefanten und einen famosen Rennstall, denn er bedarf der besten Pferde für die Eberjagden, welche ein Hauptsport im Pundjab sind. Der Fürst ladet dazu verschiedene Würdenträger und etwa anwesende Fremde ein, mit welch letzteren er am liebsten verkehrt. Die Jagd ist aufregend und gefährlich, denn die Eber sind, wenn verwundet, oder in Wut geraten, fürchterlicher als ein Tiger. Die Jäger bewaffnen sich mit einer Lanze und reiten in die Felder, das Wild aufzujagen. Anfangs flüchtet der Eber gewöhnlich und hinter ihm drein fiieStellens g. Die 0 Pfo id Größe Bahlungsodor Bei indlichkeit. fr sollen fül Amtszin ' I gog 803 II. Los III. 208 IV. Di germeist des Voi chender 31 9 Sehr 1 Große nt An indischen Fürstenhöfeu, gen die Reiter. Wird der Eber gestellt, so greift er an. Oft werden mehrere Pferde getötet, ehe es möglich ist, den Eber zu fällen. Man muß mit der Lanze tief stechen, und dabei kommt man selbst in Gefahr, mit den Hauern des Ebers Bekanntschaft zu machen. Man ahnt nicht, wie die Eingeborenen unter sich und alle gegen die Europäer intriguieren. Man kann sich keinen Begriff machen von den Schwierigkeiten, die einem weißen Manne am Hofe eines Raja in den Weg gelegt werden. Man scheut kein Mittel, ihn zu beseitigen. Die britische Regierung nimmt sich übrigens der Weißen an. Kein Fürst darf ohne Erlaubnis der Regierung einen Weißen oder einen Nichtangehörigen seines Staates engagieren. Der Raja muß die Erlaubnis des Distriktskommissärs einholen und diese muß, vom Lt.- Gouverneur bestätigt, an den Vizekönig zur Unterschrift geschickt werden. Es ist nicht leicht für einen Fürsten, nach Simla, der Sommerresidenz, zu kommen, außer für die höch= sten Rajas, welche sogar vom Vizekönig eingeladen werden. Die Regierung sieht dort die übrigen Herren nicht gerne, und es ist sehr selten, daß einer die Erlaubnis erhält, und dann darf er höchstens vierzehn Tage bleiben. Man kann es der Regierung nicht verargen, denn sonst würden manche Fürsten gar selten in ihrem Lande sein, und es wäre in Simla und den Sommerplätzen im Himalaya nicht mehr auszuhalten, da die Fürsten und besonders ihr Gefolge nicht im Zaum zu halten wären. Kein indischer Fürst darf in britischem Gebiete Grundbesitz erwerben. Viele der älteren Fürsten halten sehr viel von sich, aber die jüngeren erhalten jetzt alle englische Erziehung, und da lernen sie Bescheidenheit. Die Tage, da ein Raja nach Calcutta kam und ein ganzes GeEin Tiger- Aberfall. schäft auskaufte, weil er glaubte, es passe sich nicht, daß nach ihm ein anderer noch das Geschäft betrete, sind vorbei. Im Sommer langweilt sich der Raja in Rapurthala, er geht daher auf sein herrliches Schloß in Massuri im Himalaya. Dort schreibt sich gleich alles in sein Visitenbuch, um Einladungen zu seinen Festlichkeiten zu erhalten, aber er selbst wird nie eingeladen. Sollte er zufällig in einem Hotel bei einem Tanzvergnügen erscheinen, würden sich die Damen hüten, mit ihm zu tanzen, obgleich er ein famoser Tänzer ist. Man spricht ihn auch selten mit dem ihm zukommenden Titel„ Hoheit" an, sondern nennt ihn kurzweg Raja. Im Winter, wenn es in Kapurthala schön kühl ist, hat der Majordomus viel zu tun, denn dann hält der Raja offenes Haus. Die meisten distinguierten Weltreisenden werden von ihm eingeladen, nach Kapurthala zu kommen. Es gibt Diners, Tänze, Konzerte, der Raja zeigt den Gästen seine Schäße, geht mit ihnen spazieren, macht Autofahrten und spielt Polo mit ihnen. Der Fürst singt auch manchmal selbst französische und englische Lieder. Der Raja hätte es gerne gesehen, daß seine Damen sich um die Küche kümmerten, aber die europäischen tun es nicht, weil es ihnen nicht standesgemäß erscheint, und die Eingeborenen halten zu sehr an ihrer Religion fest, als daß sie auf europäische Art kochen würden. Sie halten sich als Rajputs für die Höchsten in Indien, und wenn sie speisen, darf niemand geringerer als ihre Raste zugegen sein. Ein Diener dürfte nicht einmal seinen Schatten auf das Essen fallen lassen. Ein Tiger- Überfall. Eine Fremdenlegiongeschichte aus Tonkin. Die Patrouille tam zurück. Der Kapitän nahm erwar= tungsvoll die Meldung des Führers entgegen und befahl dann kurz:„ Antreten!" Die Legionäre und die tonkinesischen Schützen, die sich schußbereit auf dem Boden gelagert hatten, sprangen empor und stellten sich in Reih' und Glied. Der Kapitän ließ seine Blicke über die Front gleiten und sagte dann:„ Die Patrouille hat nirgends Piraten bemerkt; wir wollen es also riskieren, heute nacht Feuer anzuzünden. Ich erwarte aber die größte Ruhe und Vorsicht und von den Posten die doppelte Wachsamkeit, weil die Patrouille frische Tigerspuren gefunden hat. Die Posten haben sich durch fortgesetzte Anrufe wach und auf dem laufenden zu er= halten." Als die Wachtmannschaften ausgewählt und die Posten für die erste Stunde in der tonkinesischen Finsternis verschwunden waren, begannen wir uns häuslich" einzurichten. Seit acht Tagen ging es bereits durch dick und dünn, um einer mordenden und sengenden Piratenbande die Leviten zu lesen. Aber alle unsere Bemühungen waren bisher vergeblich gewesen, und so hatte sich unser eine etwas gereizte Stimmung bemächtig. Denn ein Spaziergang im Eiltempo durch die tonkinesischen Ge= birgsschluchten und Urwälder hat mit einer Promenade im Tiergarten nicht die entfernteste ähnlichkeit. Endlich loderten die Feuer, und es wurde abgekocht. Nach dem Essen wurde an den einzelnen Feuern noch etwas geplaudert; bald aber machten sich die Folgen der Strapazen der letzten Tage bemerkbar, und die abge= hetzten Krieger sanken einer nach dem andern in tiefen Schlaf. Nur an dem Feuer der Vorgesetzten, wo sich auch einige bevorzugte Legionäre eingefunden hatten, wurde noch lebhaft, wenn auch in gedämpftem Ton geplaudert. Wie immer, wenn Tigerspuren entdeckt waren, bildete die Riesenkaze das Gesprächsthema. Kein Wunder, denn Eingeborenen- Kanoe in der Blanche Bai( Gazelle- Halbinsel). em siger- averjan. schon so mancher Legionär ist diesen furchtbaren Bestien zum Opfer gefallen und von ihnen direkt aus dem Glied gerissen worden. Einmal aber," erzählte der Kapitän, sind uns diese Todesengel' als Retter in der Not erschienen. Wir waren in dem berüchtigten Kai- Ringgebirge mit einer starken Piratenmacht in Kampf geraten, und die Sache begann für uns brenzlig zu werden. Ich wollte schon das Signal zum Rückzug geben, als das Feuer auf der feindlichen Seite plötzlich verstummte und unter den Piraten eine grenzenlose Verwirrung zu bemerken war. Sie ließen ihre vortreffliche Stellung auf den Höhen im Stich und ergriffen mit wildem Geschrei die Flucht. Nachdem wir uns von unserer überraschung erholt hatten, stürmten wir die verlassenen Höhen hinauf und sahen, daß die fliehenden Piraten von einigen riesigen Tigern verfolgt wurden. Die Piraten hatten in der Nähe einer Tigerhöhle gelegen, die Tiere durch die Schießerei aufgescheucht und in Wut versetzt. Dadurch war uns in den Bestien ein Bundesgenosse erschienen, wie wir ihn nicht besser wünschen konnten. Denn die Piraten liefen wie besessen davon und glaubten, der Teufel habe seine Hand im Spiel. Von unserem Standpunkt konnten wir noch bemerken, daß eine Anzahl der Fliehenden von ihren vierfüßigen Verfolgern in Stücke gerissen wurde. Es gelang uns, den Schlupfwinkel der Tigerfamilie zu entdecken und das gestreifte Ehepaar bei seiner Rückkehr in die eheliche Höhle zu erlegen. Die Felle waren allerdings kaum noch zu gebrauchen, denn meine braven Legionäre hat= ten mit ihren Kugeln die Tiere förmlich durchsiebt. So endete die Piratenjagd mit einer Tigerjagd." Haben Sie einmal eine wirklich aufregende, d. h. gefährliche Tigerjagd mitgemacht?" fragte der Kapitän den Leutnant.„ Offen gestanden, nein!" erwiderte dieser. Sie können auch versichert sein, daß eine Tigerjagd immer als gefährlicher geschildert wird, als sie es in Wirklichkeit ist. Sonst würde ihr ja auch der Nimbus fehlen. Mit guten Treibern und von einem sicheren Schußort aus wird eine Tigerjagd nur in den seltensten Fällen gefährlich." „ Na," meinte der Kapitän ,,, Tiger bleibt doch immer Tiger, und unseren Spanier Fernandez haben wir damals bei Hoang- Man doch gerade nur noch mit knapper Not den Klauen eines Tigers entreißen können. Wenn der Leutnant Rühl nicht so tollkühn mit einem Dolch auf die Bestie losgegangen wäre, dann hätte der Spanier sicher.... In diesem Augenblicke ertönte von der Postenkette her ein markerschütternder Schrei, dem verschiedene Schüsse und ein fürchterliches Gebrüll folgten. Die kleine Gesellschaft am Feuer saß für einen Augenblick wie versteinert da. Dann aber sprang der Kapitän auf und schrie mit Donnerstimme:„ Ein Tiger! Zu den Waffen!" Im Lager entstand eine entsetzliche Verwirrung. Die aus dem Schlaf geschreckten Leute, von denen viele nur den Ruf:„ Zu den Waffen!" vernommen hatten, glaubls ich vor zehn Jahren mit • dem Dampfer„ Stettin", der von Neu- Guinea kam, von Tandjong Briok auf Java nach Singapore reiste und mich dann dort auf der „ Sachsen" einschiffte, und an Bord dieses komfortablen Schiffes des Norddeutschen Lloyd mit einigen Herren der Neu- Guinea- Kompagnie meine Heimreise antrat, wurde ich sehr an meine erste Reise im Jahre 1887, die ich an Bord eines englischen Schiffes von London nach Neu- Guinea machte, erinnert. Schon an Bord der„ Stettin" war es mir, nach neunjährigem Aufenthalt in NiederländischIndien, ein Hochgenuß, auf einem deutschen Schiffe mit liebenswürdigen deutschen Passagieren und Schiffsleuten die Reise machen zu dürfen. ten zuerst an einen Überfall durch Piraten. Es herrschte daher eine momentane Verwirrung im Lager. Da aber erschallte die Stimme des Kapitäns wieder, der kommandierte:„ Feuerbrände ergreifen!" Die Schützen ließen den Legionären den Vorrang- weniger aus Achtung vor den Weißen als aus Furcht vor den Tigern. Ein Posten, der in atemlosem Laufe herbeigeeilt kam, meldete dem Kapitän, daß der Legionär Schmidt von einem Tiger überfallen und fortgeschleppt worden sei. Der Kapitän befahl zwanzig Mann, ihm zu folgen. Er selbst eilte, einen Feuerbrand in der Hand, seinen Leuten voraus. Als man die Postenkette erreichte, waren die Wachen noch so erregt, daß sie kaum Rede und Antwort stehen konnten. Sie hätten nicht mehr zu schießen gewagt, um den Kameraden selbst nicht zu treffen. Auch sei der Überfall mit Blitzesschnelle vor sich gegangen. Schmidt habe noch kurz vorher den Postenruf beantwortet, dann der Angstschrei, das schnelle Ausblitzen eines unheimlich leuchtenden Augenpaares, ein Brechen von Zweigen, und alles war vorbei! Der Kapitän leuchtete den Boden ab, eine schmale Blutspur wies den Weg, den die Bestie mit ihrem Opfer genommen hatte. Das Gewehr des überfallenen stand an einen Baumstamm gelehnt. Wahrscheinlich hatte Schmidt die Waffe aus irgendeinem Grunde einen Moment beiseite gesetzt und war in diesem Augenblick von , Stripes" oder„ His Highness", wie die englischen Tigerjäger die gestreifte Bestie nennen, überfallen worden. Während der Kapitän noch überlegte, ob er bei der tiefen Finsternis die Verfolgung des Tigers aufnehmen sollte, erscholl abermals ein fürchterliches Gebrüll diesmal von der entgegengesetzten Seite. Schaurig Klang das ,, Ah- oum, ah- oum" durch die Nacht.„ Noch ein Tiger!" riefen schreckerfüllt die Leute. Vom Lager her ertönte ein Alarmschuß. Der Kapitän kehrte mit seiner Truppe schleunigst ins Lager zurück, wo ihm der tigerkundige Adjutant aufgeregt mitteilte, daß sich unzweifelhaft mehrere Tiger in der Nachbarschaft befinden müßten, und daß es bei der herrschenden Finsternis die eigene Sicherheit erfordere, im Lager zu bleiben und Schmidt seinem Schicksal zu überlassen. Dem Kapitän leuchtete das ein. Er ließ die Posten ganz an das Lager heranziehen, den Feuern neue Nahrung geben und befahl allen, wach und schußbereit zu bleiben. Das schaurige Ah- oum des Tigers wurde noch mehrere Male vernommen, aber das Tier wagte sich nicht an das Lager heran. Die Nacht verlief daher ohne weiteren Zwischenfall. Als am Morgen die Verfolgung aufgenommen wurde, führte die Fährte zu einer blutgetränkten Stelle, wo ein zerdrückter Tropenhelm, verstreute Uniformsetzen und die arg verstümmelten Überreste eines Menschen, darunter zwei noch in den Schuhen steckende Füße, das entsetzliche Ende des überfallenen Legionärs verrieten. ,, Und Tiger bleibt doch Tiger!" sagte der Kapitän bei diesem Anblick bedeutungsvoll zu dem Adjutanten. F. Baumann. Neu- Guinea vor 25 Jahren. Neu- Medlenburger Jugend. Die Reise an Bord der „ Sachsen“ von Singapore nach Genua war eine meiner schönsten. In fröhlicher Weise verlief die ganze Reise, und als dann in Neapel und Genua sich der größte Teil der Schiffsgesellschaft trennte, bedauerte jeder, daß dieses schöne Leben nun ein Ende hatte. Heute liegen für den nach Neu- Guinea Reisenden die Verhältnisse noch günstiger. Die" Sachsen“,„ Bayern" und„ Preußen" sind durch 9000 bis 10 000- TonnenSchiffe wie„ Prinzeß Alice", „ Lützow“,„ Kleist",„ Prinz Ludwig" ,, Bülow" und" Derfflinger ersetzt. Jn 22 Tagen gelangt man von Genua nach Singapore. Man kann von dort mit dem ReichspostMt. 8. zu nehm Vers. t Drogis :