Crone aße 35. randa. ate Stüd pfehlen. 1 ende e signere, eintrig weltbekannte hode Rusti er gebildete Kau lum. 6. Das Rea turienten- Exame elsschule. 10. Di iwilligen- Prüfun Die Studienanstal um oder Höhe rium Glänzen nd Anerkennung ngen rei ungen. ., Potsdam. S andwur lität Metzgere Franken. obefolli su Mt. 85 IBT WASSERDICHTE HOCHGLAN lier befte pugmittel Belt! urg. OHN KONKURRENZ Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - siertelfährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Redaktion: Dienstage, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 224. der Großherzoglichen des Großherzoglichen Pfg. Erscheint Bürgermeisterei Polizei- Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. Wetzlar. Die Kandidatur der Konservativen v. Eichel- Schreiber in unserem Wahlkreis soll zurückgezogen werden zu Gunsten des Kreisboniteurs Korf in Ezbach. - Darmstadt. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Osann, der bisher den Reichstagswahlkreis Darmstadt- Groß- Gerau vertritt, soll beabsichtigen, sich für die nächste Wahl auch in dem Wahlkreis Erbach- Bensheim aufstellen zu lassen, da das Darmstädter Mandat bei der nächsten Wahl sehr gefährdet scheint. Man hofft den von nationalliberaler Seite für Erbach- Bensheim bereits aufgestellten Kandidaten Scior zum freiwilligen Rücktritt bewegen zu können. - Im Wahlkreis Höchst- Usingen haben die Nationalliberalen den Pfarrer Kuester- Höchst als Kandidaten aufgestellt. - Anstelle des bisherigen Vertreters des Zentrums Martin Spahn im Wahlkreis Höchst- Warburg tritt Freiherr von Kerkering. Freiburg i. Br. Als Kandidat der Reichs partei, der durch Stimmabsplit, erung bewirken soll, daß nicht der liberale Blockkandidat v. Schulze- Gävernizz, sondern der Sozialdemokrat mit dem Zentrum in die Stichwahl fommt, wurde Konsul Schinzinger aufgeſteilt. Das nationalliberale Wahlkomitee des zweiten Hannoverschen Wahlkreises Aurich- Wittmund erklärte sich einstimmig für Wiederaufstellung der Kandidatur Dr. Semler. Das Zentrum stellte für Duisburg- Mülheim a. d. Ruhr den Arbeitersekretär Kloft- Essen auf. Die Nationalliberalen des Wahlkreises Kaisers lautern- Türkheim beschlossen, die Kandidatur des Prof. Hummel- Karlsruhe( Fortschr. Vlksp.) zu unterstützen. Die Fortschrittliche Volkspartei im Wahlkreise Bochum- Gelsenkirchen hat weitere Verhandlungen mit den Nationalliberalen abgelehnt und bleibt bei ihrer Sonderkandidatur Pieper. - Jm Wahlkreis Solingen präsentiert das Zentrum den Chefredakteur Kraus- Düren als Kandidaten. Heffische Landtagswahlen 1911. § Zu den morgen stattfindenden Landtags= stich wahlen hat der Landesausschuß der Na= tionalliberalen Partei in Hessen folgende Erklärung beschlossen: In zwölf Wahlkreisen finden Stichwahlen statt, an welchen in sieben Wahlkreisen die Nationalliberale Partei beteiligt ist. In den übrigen 5 Wahlkreisen Darmstadt, Höchst, Pfungstadt- Gernsheim, Ober- Rodheim und Büdingen stehen die Kandidaten der bürgerlichen Parteien den Sozialdemokraten gegenüber. Wir ersuchen die Wähler der nationalliberalen Partei, mit allen Kräften für die bürgerlichen Kandidaten gegen die Sozialdemokratie einzutreten. In Darmstadt unterstützen die Nationalliberalen den Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspartei, Herrn Stadtv. Henrich gegen den der Sozialdemokratie, Herrn Redakteur Knoblauch, mit der Begründung, sich durch Vergangenes unter feinen Umständen beeinflussen zu lassen. Die Zentrumspartei hat dort dagegen strengste Wahlenthaltung proklamiert. - § Im Wahlkreise Höchst- König ist für die Nationalliberalen die Wahlparole:„ Stimmenenthaltung! Jedenfalls keine Stimme für den christlich- sozialen Kandidaten Fleckenstein." Aus Stadt und Land. Gießen, 16. November 1911. Landwirtschaftskammer. In der letzten Vorstandssitzung wurden eingehend die polizeilichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche besprochen. Die Frage selbst soll in der am 20. d. Mts. stattfindenden Hauptversammlung auf die Tagesordnung gesetzt werden. Der Obst- und Gartenbauverein zu Ober- Ingelheim erhält zur Unter= stützung seines Obstmarktes einen Beitrag, desgleichen wurde der Vereinigung zur Hebung des Zuckerverbrauchs ein Zuschuß gewährt. Auch erhielt die Vereinigung ehemaliger Geisenheimer zum Zwecke der Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Landesökonomierat Goethe, welcher sich auch um die hessische Landwirtschaft große Verdienste erworben hat, einen Beitrag. Die = ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 16. November 1911. | Gebühren für die Benutzung des Buchführungsdienstes wurden erheblich für kleinere landwirtschaftliche Betriebe herabgesetzt. * Ein Taub stummen- Gottesdienst findet am 19. Nov. in Lauterbach im Konfirmanden saal nachmittags um 24 Uhr statt. Ausweise für Fahrpreisermäßigung erhalten bedürftige Taubstumme durch Oberpfarrer Müller, Lauterbach. * Eine sehr praktische Erfindung ist dem Schlossermeister Karl Gries- Bad- Nauheim unter Nr. 483 312 vom Kaiserlichen Patentamt geschützt worden. Es handelt sich um ein Schloß, das für alle Türen verwendbar, durch Umwechselung der Faller als Rechts- und Linksschloß zu benutzen ist. * Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Kahle aus Gießen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Beuern. n Der Gütervorsteher Sta be hier ist zum 1. Dezember nach Altenkirchen versetzt. Der Telegraphist Schröim Probedienst, Sern, zum Weichensteller und der wurde zum Telegraphenassistent, der Weichensteller der Aushelfer Schäfer zum Weichensteller ernannt. Der Bahnwärter Klös wurde von Gießen nach Nidda versetzt. n Jm Evang. Arbeiterverein spricht am kommenden Sonntag im Vereinslokal Landgerichtsdirek for Schmeckenbecher über„ Erinnerungen aus dem Jahre 1866". n Missionsdirektor Spieder aus Barmen wird kommenden Montag in Steins Garten einen Vortrag über seine Visitationsreise in Niederländisch- Indien halten. n) Die Kontrollversammlungen im Kreise Gießen haben heute mit denen in Langgöns begonnen. Die Kontrollpflichtigen aus Gießen haben sich am 21. und 22. November zu stellen. n Professor Dr. Jesione f- Gießen spricht kommenden Mittwoch im Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen, der seine ordentliche Mitglieder- Versammlung an diesem Tage, nachm. 2½ Uhr, hier in dem Hörsaal der medizinischen Universitätsklinik, KlinikStraße 32, abhält, über„ Lupusverbreitung und Lupusbehandlung". Jm Anschluß an diesen Vortrag soll über Errichtung eines Lupusheims in Gießen beraten werden. n Die Volksschullehrer in Gießen, die hatten, stellten bei der Stadt den Antrag, eine weitere vor vier Jahren die letzte Gehaltsaufbesserung erhalten Gehaltserhöhung eintreten zu lassen. Nach den Anträgen würde der Stadt eine dauernde jährliche Mehrbelastung von rund 40 000 bis 50 000 mt. erwachsen. Der von der Landwirtschaftskammer seit einer Reihe von Jahren regelmäßig abgehaltene ortragskursus wird in diesem Winter in der Zeit vom 2.- 6. Januar 1912 in Gießen abgehalten werden. o Aus dem Kreis Gießen. Eine Bürger meisterversammlung für den Kreis Gießen findet nächsten Montag im„ Holländischen Hof" im Lich unter dem Vorsitze des Provinzialdirektors Dr. Usinger statt. o Steinbach. Anfang November ist hier ein Spar- und Kreditverein nach Raiffeisenschem Muster gegründet worden. Die Mitgliederzahl beträgt bis jetzt 80, sie verteilen sich auf Steinbach und Albach. o Grünberg. Am vergangenen Sonntag wurde vom hiesigen Turnverein im Brunnentale zur Erinnerung an die Errichtung des ersten Turnplatzes vor 100 Jahren in der Hasenheide bei Berlin eine JahnEiche gepflanzt. o Breidenbach. Die 16jährige Dienstmagd bedienstet ist, ist verschwunden. Dittmar von Romrod, die bei einem hiesigen Landwirt ):( Büdingen. Am 21. November wird die Vermählung des Grafen Ernst zur Lippe- Weißenfeld mit der Prinzessin Anna zu senburg und Büdingen stattfinden. Graf Ernst zur Lippe- Weißenfeld steht im 42. Lebensjahre. s Offenbach. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Johannes Orb, Vertreter des 16. Wahlfreises in Starkenburg, ist Dienstag Nacht gestorben. Er war seit 1896 Landessekretär der sozialdemofratischen Partei, 1902 wurde er Mitglied der zweiten Kammer. Seit Jahren ist er hier Stadtrat. ! Mainz. Die Zahl der Wahlberechtigten bei der ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettvetbung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Landtagswahl hat sich gegen 1908 von 12140 auf 11 785, also um 355 verringert. ! Mainz. Die 10. Generalversammlung des Vereins der Tabak- und Zigarrenhändler erklärte sich gegen die Verlängerung der Sonntagsruhe, bezw. deren vollständige Einführung und gegen eine etwaige Einführung des 8- Uhr- Ladenschlusses an Wochentagen. ! Bingen. Die Schaffung der Festhalle am Rheinufer wird von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung übernommen, die hierzu über 300 000 Mark aufwenden wird. Das Geld ist gesichert, ohne daß die Stadt selbst nötig hätte, daran mitzuwirken. Die Halle bezw. der größte Saal des Gebäudes wird 2000 Personen fassen. ):( Sontra. Hier ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Literarisches. ? Deutscher Landw. Abreißkalender für das Jahr 1912. Illustriert von Professor Hans von Volkmann- Karlsruhe. Preis 50 Pfg. Reichenbachsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig. Zum ersten Male erscheint ein Abreißkalender, der allen deutschen Landwirten und denen, die der Landwirtschaft Interesse entgegenbringen, sehr willkommen sein dürfte. Viele nützliche Ratschläge und praktische Anweisungen erinnern den Landwirt rechtzeitig je nach der Jahreszeit an notwendige Arbeiten, sei es draußen im Feld und im Garten, oder im Viehstall oder im Arbeitszimmer bei der Buchführung. Aber auch der Hausfrau bietet der Kalender viele wirtschaftliche Anregungen. - ) Praktisches Wirtschaftsbuch für sparsame Hausfrauen, herausgegeben von der Redaktion des„ Fürs Haus". 3., verbesserte Auflage. Elegant gebunden Mt. 1.20. Das Buch ist zum Eintragen der täglichen Ausgaben bestimmt, die nach gewissen Gesichtspunkten gegliedert werden, sodaß sich am Schlusse jedes Monats eine Uebersicht über die einzelnen Ausgabe- Gruppen ergibt. Das Buch reicht für ein ganzes Jahr und kann mit jedem Monat begonnen werden. Geschäftliches. )( Wer kennt sie nicht, die weltbekannte Iuch- Spremberg N.-L., die in ihrer großen Fabrik die versandfirma Schwetasch& Seidel in feinsten und tragfähigsten Herren- Anzug- und Paletot= stoffe, sowie Damentuche zum Versand an Private herstellt? Wer einmal bezogen hat, hat oft wiedee bestellt und wer noch keinen Versuch gemacht hat, dem ist Gelegenheit durch einen Prospekt in heutiger Nummer dieses Blattes geboten. Eine reichhaltige Musterkollektion erhält man franko ohne Kaufzwang zugesandt. )( Es ist kein Zweifel, daß mit der großen Verfunft, seine Bearbeitung und seine Eigenschaften überbrauchszunahme von Tee das Interesse für seine Herall wächst. Wer sich darüber unterrichten will, lasse sich von der bekannten Teefirma Me ß me r, Zentrale Frankfurt a. M., die unterhaltend und anschaulich geschriebene, reich illustrierte Abhandlung gratis und franko übersenden. Betr.: Die Lieferung von Walzmaterialien im Jahre 1912. Bekanntmachung. Im Jahre 1912 werden zum Walzen der Kreis: Straßen des Kreises Gießen 8172 cbm Kleinschlag, 1008 ebm Grus und 1874 cbm Nies erforderlich. Angebote hierzu sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag, den 5. Dezember d. Is. vormittags 10 Uhr bei mir Landgraf Philipp- Plaz 3, Zimmer 23 einzu. reichen, woselbst alsdann die Eröffnung in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber stattfindet. Die Lieferungsbedingungen liegen während der Dienststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten ( Bimmer 23) zur Einsicht offen. Angebotsunterlagen werden gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Gießen, 14. November 1911. Der Großh. Kreisbauinspektor Hechler. Deutscher Reichstag. Während sich in den meisten fleinen Staaten gegen die vorläufigen Ergebnisse wenig geändert hat, ist in den größeren manche erhebliche Veränderung eingetreten. Verhältnismäßig am besten haben in dieser Beziehung Preußen und Hessen abgeschnitten, in denen die alten Zahlen nur wenig anders geworden sind. Preußen hat nach der endgültigen Feststellung 40 165 219 ( 40 163 333) nach der vorläufigen) und Hessen 1 282 051( 1 282 219) Einwohner. Recht bedeutend größer ist dagegen die Einwohnerzahl Bayerns mit 6 887 291 gegen nur 6 876 497 und auch Sachsens mit 4 806 661 gegen 4 802 485. Württemberg hat nach dem jezigen Ergebnis 2437 574 gegen 2435 611 Ginwohner nach dem vorläufigen. Höher als ursprünglich angegeben ist auch die Einwohnerzahl in ElsaßLothringen mit 1874 014 gegen 1871 702, niedriger dagegen die in Hamburg mit 1014 664 gegen 1 015 707. Das Verhältnis der männlichen zu der weib= Itchen Bevölkerung hat sich nach dem endgülttgen Ergebnis etwas zu ungunsten der ersteren verschoben; denn das Uebergewicht der weiblichen Bevölkerung erreicht eine Höhe von 845 661 Personen gegen nur 839 487 nach der vorläufigen. Am Montag wurde über die sozialdemokratische Interpellation wegen der Entlassung von Arbeitern der Reichseifenbahnen verhandelt. Eisenbahnminister von Breitenbach beantwortete die Interpellation. Er ertlärte, daß Eisenbahnarbeiter, die den Gehorsam verweigern und gegen die Verwaltung bezen, besonders an der Westgrenze Deutschlands, nicht geduldet werden fönnen, und erinnerte warnend auch an den Eisenbahnerstreit in Frankreich. Jede Beteiligung an soztaldemokratischen Bestrebungen werde unweigerlich Entlassung im Interesse des Dienstes zur Folge haben. In der Debatte vertraten Konservative, Reichspartet und Nationalliberale den Standpunkt, daß die Eisenbahner selbstverständlich kein Streifrecht besitzen und sich im mer als Mitglieder einer staatlichen Organisation zu fühlen haben. Fretsinn und Polen verlangten mit den Sozialdemokraten das unbegrenzte Koalitionsrecht der Eisenbahnarbetter. Am Dienstag wurde über den Gesezentwurf betr. Zulassung kleiner Aktien in den Konsulargerichtsbezirken und in Klautschou verhandelt. Die Frage der kleinen Aktien, die schon einmal abgelehnt und einmal von der Tagesordnung abgesetzt war, bedarf nach der Ansicht der Regierung der Regelung, da sonst die deutschen Interessen in Ostasien erheblich ge= schädigt würden. Es handelt sich bekanntlich darum, daß es englische kleine Aftten unter 1000 Mark gibt und deshalb bei englischen Gesellschaften viel deutsches Geld angelegt wird. Auf der anderen Seite wird befürchtet, es fönnten, wenn wir kleine Aktien zuließen, kleine Leute anfangen, zu spekulieren, ohne die ostasiatischen Verhältnisse zu kennen, und es würde das System allmählich auch in die Heimat übergreifen und die Spetulation der Kleinen vermehren. Der Staatssekretär v. Kiderlen- Wächter führte demgemäß aus, es könnten für den Börsenverkehr besondere Vorkehrungen gegen unheilvolle Ausbreitung der Spekulation getroffen werden. Nach wesentlicher Debatte ging die Vorlage an die Budgetkommission. Darauf wurde die Besprechung der sozialdemokratischen Eisenbahnarbeiterinterpellatton fortgefeßt, wobet Minister v. Breitenbach erklärte, daß die Entlassung der Arbeiter nicht erfolgte wegen sozialdemokratischer Agitation, sondern wegen disziplinarischer Vergehen. Vor den Reichstagswahlen. Rundschau oom Cage. Politisches. Turn-, Spiel- und Sportvereinen wurde die Zustim mung zu dieser Gründung erteilt. Vorstand der Bun desleitung ist Generalfeldmarschall Frhr. von der Golz Im Prozeß der Prinzessin Luise von Belgien um den Nachlaß König Leopolds wurde am Dienstag das Urteil gefällt. Die Prinzessin wurde mit ihren Anfor derungen abgewiesen. Nur das, was der verstorbene König wenige Tage vor seinem Tode der Niederfüll bachschen Stiftung vermachte, fällt den Erben zu. Die Prinzessin hat 40 der Gerichtskosten zu tragen. Der Kaiser und der„ Jungdeutschland- Bund". Der Katser hat an den Generalfeldmarschall Frhrn. von der Goltz als Antwort auf dessen Begrüßung bei Begründung des„ Jungdeutschland- Bundes" ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt: Meine wärmsten Wünsche geleiten den jungen Bund und seine Mitarbeit an der großen nationalen Aufgabe, die deutsche Jugend zu kräftigen und die Volks- und Widerstandskraft des Vaterlandes zu stärken. Möge dem Bund unter Ihrer Leitung segensreicher Erfolg beschieden sein. Der Passagier- Luftkreuzer Schwaben" unternahm Dienstag vormittag von dem Flugplaze Johannisthat aus eine dreistündige Fahrt. Unter den 18 Passagieren befand sich der Reichskanzler von Bethmann Holl weg nebst Gemahlin. Ein Millionär dem Scharfrichter verfallen. Das Gnadengesuch des, wie berichtet, im September wegen Ermordung seiner Frau zum Tode verurteilten milltonenreichen Neuvorfer Banfiers Henry Clay- Beattie ist vom Präsidenten Taft abgelehnt worden. Die Hinrichtung soll am 24. d. Mts. vollzogen werden. Hoes par no Bogen faßt er Wi Konige Gymna fchwun glettum ohne G fen, ob weift, a Die Malheu derschön tretung reseint wohner Schreib ten au denen fchickt Schleun fen. D Stands gegang worden tommer I'm fche M fabrtage gen etn Fluger aus mi liberque fchtff, b befindet und vor nehmen nach Ar Ein mand t weniger postbrie Marken auf dem fich der feber W Militärischer Flag Berlin- Stettin. Die beiden Mtlitärflieger Leutnant Braun( Führer) und Leutnant von Scanzoni flogen am Dienstag in einer Stunde 35 Minuten ohne Zwischenlandung von Berlin nach Stet tin. Die Entfernung beträgt 180 Kilometer. Als Flug zeug wurde die Kriegstaube V." benut. Die Gebrüder Mannesmann haben sich mit dem französischen Minen- Syndikat über ihre bergrechtlichen Ansprüche in Marokko geeinigt. Beide Gesellschaften werden die Minen gemeinschaftlich ausbeuten. Bei Behandlung der Maroffofrage in der Budgetkommission des Reichstags erklärte am Dienstag Staatssekretär Delbrück, daß die Reichsleitung auch nach erneuter Prüfung zu der Ueberzeugung gekommen set, daß der deutsch- französische Vertrag zu seiner Gültigkeit der Genehmigung durch die gesetzgebenden Körperschaften nicht bedürft habe. Auf der anderen Seite habe die Betätigung des Reichs auf dem Gebiete der Kolonisation eine Entwicklung und Richtung genommen, die bet Schaffung des bestehenden Rechtszustandes niemand vorhersehen konnte. Insbesondere ließen die großen Aufwendungen, die für den Ausbau unserer Kolonien erforderlich geworden, es gerechtfertigt erschetnen, daß durch eine Abänderung des bestehenden Rechtszustandes die gefeßgebenden Körperschaften in weiterem umfange als bisher zur Mitwirkung bei dem Erwerb und der Abtretung von Kolontalgebiet berufen werden. Die Verbündeten Regterungen seien daher genetat, den Wünschen des Reichstags auf diesem Wege entgegenzukommen. Die da gehen und die da kommen möchten. Mehrere Volksvertreter haben bereits erklärt, daß fie bei der kommenden Januarschlacht nicht mehr mitwirken wollen. Sie verzichten darauf, sich wieder um ein Mandat zu bewerben. Auch ihre Nachfolger sind bereits ernannt worden. Das ist natürlich provisorisch, denn die definitive Anstellung als„ M.d. R." erfolgt ja erst am 12. Januar durch die Wähler. Da sind zunächst sehr viele Herren aus dem Zentrum, die verzichten, nämlich die Abgeordneten Herzog von Arenberg, Duffner, Frißen, Freiherr von Wolff- Metternich, Beck- Aichach, Freiherr von Freyberg, Uebel, Schirmer, Kalthof, Stupp, von Strombeck, Pichler und Orlowski, der erst in einer Nachwahl gewählt wurde. Auch die Fortschrittler stellen eine stattliche Anzahl von Abgeordneten, die nicht mehr mitmachen, und zwar Schrader, Stengel, Hoffmeister, Spethmann, Dohrn, Pfundtner, Enders, Potthoff, Buddeberg, Wieland, Graf Bothmer und Storz. Bon den konservati= yen kommen die Herren von Byern, von Elern, Nehbel Guen, Feldmann und Dröscher in Betracht, von der Reichspartet der Erbprinz zu Hohenlohe, Kolbe, Schlüter und Bault- Oberbarnim. Von den Nattonalliberalen sind zu nennen Weber, Trautmann, Goercke und Buchsieb. Dazu kommen noch die Polen Fürst Radziwill, von Trzcinski und Napieralskt, der Welse Götz von Olenhusen und die Sozialdemokraten Bömelburg und Faber. Als neue Männer tauchen am Horizont interessante Köpfe auf. Kandidaturen haben bereits angenommen- oder es schweben doch ernstliche Verhandlungen darüber Graf Posadowsky, Generalfeldmarschall Graf Haefeler, Stadtrat Preuß- Berlin, Herrenhausmitglted Obermetster Plate- Hannover, die Demokraten Breitscheid, von Gerlach und der frühere Oberst Gaedke. Ferner Profeffor Schulze- Gäverniß- Freiburg, Pfarrer Corell und dte revisionistischen Genossen Eduard Bernstein, von Elm und Peus, der einstige Pfarrer. Fast 65 millionen! Von feinem Patienten angefchoffen. Der Krankentassenarzt Schneider in Essen wurde von einem Arbetter, den er behandelt und gesund geschrieben hatte, auf der Straße überfallen und durch Revolverschüsse lebensgefährlich verletzt. Die Tat ist auf Rachsucht zurückzuflihren, weil der Arzt seinen Battenten gegen dessen Willen für gesund erklärt hatte. Tragödie zweier Schülerinnen. In einem Lyzeum zu Wien stilrzten sich zwet sechzehnjährige Mädchen während des Unterrichts aus dem Fenster des oberen Stockwertes in den Hof hinab, wo sie mit schweren Verlegungen Itegen blieben. Dem einen Mädchen war. da sie in der Schule keine Fortschritte machte, nahegelegt worden, die Anstalt zu verlassen. Ste teilte dies nicht ihren Eltern mit, sondern vertraute sich ihrer Freundin an und äußerte die Absicht, threm Leben ein Ende zu machen. Darauf teilte die Freundin fretwillig ihr Schicksal. Die Neuwahlen für die bayrische Abgeordneten: fammer dürften Ende Januar stattfinden. Zentrum und Liberale wollen heute in großen Volksversammlungen zur Landtagsauflösung Stellung nehmen. Der Bayr. Cour." teilt mit, daß die Liberalen sofort nach der Auflösung den Bauernbündlern und Konservativen ein Wahlbündnis gegen das Zentrum angeboten haben. Die Blätter besprechen in spaltenlangen Artikeln das politische Ereignts. Den Ministern wurden, als ste das Landtagsgebäude verließen, von der Volksmenge Ovationen dargebracht. Nachdem bereits im Februar d. J. die vorläuftgen Ergebnisse der letzten Volkszählung mitgeteilt worden waren, werden fest vom Kaiserlichen Statistischen Amt die endgültigen Zahlen veröffentlicht. Danach waren am 1. Dezember 1910 insgesamt 64 925 993 Personen in Deutschland ortsanwesend gegen 60 641 489 am 1. Dezember 1905. Die vorläufige Zahl betrug 64 903 423, Tag also um 22 000 unter der endgültigen. Die Zunahme im Beitraum 1905 bis 1910 erreicht also eine Höhe von 4 284 504 Personen oder 7,06 v. 5. 24) Ans Eifersucht. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Abtretung von Spanisch- Guinea an Deutschland? Wie aus Madrid gemeldet wird, hatte der dortige deutsche Botschafter am Montag eine längere Unterre= dung mit dem spanischen Minister des Auswärtigen. Troß amtlicher Ableugnung wird diese Unterredung mit der Abtretung von Spantsch- Guinea an Deutsch= land in Beziehuna gebracht. Volkswirtschaftliches. Die Entwicklung der deutschen Sparkassen und Les bensversicherungen. Da in den Spartassen weniger die Ueberschüsse der wohlhabenderen Klassen niedergelegt werden, die man vielmehr in Aftten, Hypotheken, Obligationen und dergl. anlegt, so handelt es st bet den Sparkessen in weitem Umfange um Ersparnisse der minderbemittelten Klassen, die naturgemäß nur fletnere Summen ersparen können und feine Unsicherheit mit Kursschwankungen und dergl. ristieren wollen. Von diesem Gesichtspunkt aus ist die Betrachtung et niger Zahlen aus der Entwickelung der deutschen Sparfaffen von besonderem sozialen Interesse. Die Zahl der Sparkassen im Reiche ist in acht Jahren von 2685 gestiegen auf 2956, die Zahl der Konten von 14,8 mil ftonen auf 19,3 Millionen; die Höhe der Gesamtguthaben aller Einleger betrug 1900 8,8 milliarden Mark; im letzten Berichtsjahre 15 Milliarden Mart; die Höhe der Einzelguthaben wuchs in derleben Bett durchschnittIsch von 594 auf 721 Mart. Ebenso gibt die Entwicklung der Lebensversicherungen im Reiche gewisse Anhaltspunkte für das außerordentliche Gedeihen unserer na ttonalen Wirtschaftsverhältnisse. Es zeigt sich hier namentlich für das letzte Jahrfünft ein gewaltiger Aufschwung. Das Geschäftsergebnis sämtlicher inländischer Lebensversicherungsgesellschaften an neuen Versicherungen betrug bezüglich der Versicherung für den Todesfall 1910 rund 1198 Millionen Mt., 1905 dagegen erst rund 771 und 1900 rund 560 Millionen Mt. Der gesamte Versicherungsbestand bezüglich der Versiche rung für den Todesfall betrug 1910 rund 10 665 MilItonen, 1905 dagegen 7936 Millionen und 1900 6265 Millionen Mart. Die französisch- spanischen Marokkoverhandlungen gestalten sich immer schwieriger. Die Vermehrung der spantschen Truppen in Marokko erregt in Barts große Besorgnis. Man erwartet langwierige Verhandlungen, hofft aber doch auf eine schließliche Verständigung. „ Nun, Herr Doktor, müssen Ste aber endlich darüber hinwegkommen und die ganze Sache nicht mehr tragisch nehmen!" Der afrikanische Bests Portuaals scheint in andere Hände übergehen zu sollen. In London verlautet, daß England vertrauliche Verhandlungen mit Portugal eingeleitet habe über die Erwerbung eines Tells der portugiesischen Kolonie Angola, um Anschluß an den Kongostrom zu erhalten. Ferner verlautet, daß Belgien die Erwerbung des portugiesischen Hafens Kabinda anstrebe. wodurch die Seeküste der Kongokolonie, die jetzt eine Länge von 35 Kilometern hat, eine solche von 100 Kilometern erreichen würde. " Das habe ich mir ja auch schon mehr als einmal vorgenommen," bestätigte er.„ Aber die Verhältnisse sind stärker als alle unsere Gedanken und all unser guter Wille. Und hat uns nicht die Rede des Professors vorhin bestätigt, daß trotz aller äußeren Liebenswürdigkeit immer noch die Schatten um mich schweben, die zit verscheuchen mir nicht gelingen will?" Kleine Nachrichten. Die Gründung des Jung- Deutschland- Bundes" hat am Montag in Berlin stattgefunden. Ste vollzog sich unter Vorsitz und Leitung des Generalfeldmarschalls Frhrn. von der Golz. Von sämtlichen beteiligten die scharfblickende Amerikanerin ihr und Waldows Fernbleiben wohl bemerkt habe und als wenn sie durch thr Spiel die Gesellschaft fesseln wolle, damit die Liebenden diese Stunde ungestört genießen könnten. Ste zog sich deshalb mit dem Doktor wieder settwärts in das Zimmer zurück. D, ste hatte ihm ja noch viel zu sagen! Und letse, zaghaft fragte sie ihn dann auch, wie es jetzt um seine Praxis stände. " Lieber Herr Doktor, Sie dürfen sich das Leben nicht schwerer machen, als es ohnehin ist. Ein wenig leichter Sinn, ich meine nicht etwa Leichtsinn, ist unbedingt nötig, um glatt durch diese oft so trübselige Welt zu kommen. Nehmen Sie sich ein Beispiel an diesem Herrn von Marleben! Hat er nicht vor kaum einem Vierteljahr seinen Vater und seine Stiefmutter verloren? und hören Ste nur, jetzt singt er hier einen Negersang! Das sehe ich durchaus nicht als Frivolität an, das ist Lebenskraft und Lebenslust, die sich hier äußert. Denn, was man auch erfahren mag, das Leben hat sein Recht. Schon Goethe weist ja daruf hin, daß es besser set, an das Memento vivere als an das Memento mort zu denken." Vermischtes. Eine neue Spur in der Koniker Morbaffäre? Die Erinnerung an den vor elf Jahren an dem Gymnasiasten Winter in Konit begangenen Mord, der bisher unaufgeklärt geblieben ist, wird jetzt wieder wachgerufen. Wie die Schlesische Volkszeitung meldet, ist bet der Staatsanwaltschaft in Beuthen eine Anzeige über den bekannten Konizer Gymnasiastenmord eingegangen. Die geschiedene Frau eines Agenten in Siemianowitz bekundete, daß ihr Mann sehr häufig jenes Mordes gedacht und sich dabet jedesmal recht sonderbar benommen habe. Er habe zeitweise die Tat in allen thren angeblichen Einzelheiten mit grauenerregender Deutlichkeit geschildert und sei alsdann immer in Hef= Er klagte ihr sein Leid. Heute wäre es ja etwas besser gewesen, aber ob es anhalten würde? Er hatte fein rechtes Butrauen. Und das kam alles von dieser Scheut, die die Menschen sett jenem Vorfall von ihm hatten. Aber er wollte sich nicht unterkriegen lassen. Da er ihrer Liebe sicher set, so würde er schon stegen und den Leuten schließlich beweisen, wie unrecht sie gegen thn gehandelt hätten. " Mein kluges, mein füßes Lieb!" sagte er hinge= riffen und zog sie im Ueberschwang der Gefühle an sich zum Kuß, den sie ihm nicht verwehrte. Ein Bravoflatschen brachte ihnen erst zum Bewußtsein, daß ste nicht allein waren. Ste traten beide in die Tür und lauschten dem meisterhaften Spiel Felicitas, die jetzt eine Lisztsche Rhapsodie vortrug. Es kam Emmi so vor, als wenn Ste nickte schweigend vor sich hin.„ Wenn es Ihnen aber doch nicht gelingt, den Widerstand zu überwinden, Herr Doktor?" ,, Sie glauben nicht an mich, Itebes Fräulein?" ,, D, an Sie glaube ich fest. Aber nicht an die Menschen. Ich meine, die Menschen neigen im allgemeinen viel mehr zum Uebelwollen als zum Wohlwollen. Uns es kann Jahr und Tag darüber vergehen, ehe Ste da werden eine Wandlung herbeiführen können." ,, Das ist ja eben, was mich bedrückt, well ich es noch nicht weis! Doch ich bin sicher, daß sich eine für uns befriedigende Lösung zur Gestaltung unserer Zukunft finden lassen must. Wir wollen es beide ernstlich erwägen." Würden Sie nicht warten, Fräulein?" fragte er schüchtern. Ste warf stolz den Kopf zurück und sagte entschlof= sen:„ Nein!" " Ja", gestand er begeistert ,,, tch fühle es immer mehr was für eine herrliche Stütze Ste mir auf meinem Lebensgange sein werden, Itebe Emmt. Und ich werde glücklich sein, Ihnen mein ganzes Leben und meine ganze Arbeit widmen zu können." Er blickte sie erschrocken an.„ Nein? Ste würden mich aufgeben?" 50 Elfer Wie zur Besiegelung dieses Wortes drückte er wieder einen heißen Kuß auf ihre Lippen..... " Verstehen Sie mich nicht falsch! Ich bin die Ihre für jetzt und immer. Aber ich will nicht von der Gnade der menschlichen Nachsicht und Langmut abhängen. Dazu ist meine Lebensenergie zu start." ,, Und wie denken Sie sich dann die Lösung?" amts 8: um vier ber ger wohl ei Mark f Di Frauth größere den am geben, ftanden fent fett eingetro Aen. D Erfran Komm Frau Heinroth hatte sich schon mehrere Mal unruhig nach ihrer Tochter umgesehen und bald bemerkt, daß ste und der Doktor nicht im Musikzimmer waren. Ste winkte daher verstohlen ihre Schwester zu sich heran. " Weißt Du nicht, wo Emmt ist, Hermine?" fragte ste unbefangen. " Nein", gab diese gedehnt zurück. Ich glaube, site ist im Eßzimmer geblieben." Frau Heinroth blickte dort hinein. Dort bemerke tch nur Professor Sauermann und Rechtsanwalt Dorinfel. Steh dich doch einmal nach Emmt um und hole ste hierher! Es ist nicht recht von thr, daß sie bet den Vorträgen unserer Gäste nicht zuhört." von de richtigt den un fen. D ihrem man. der K fchloffe rüftet Litr ö da es durch Rimme Wärter werden floh ei dem er zu schl Anarchi die Frr den Erf ist jedoc verstorb ren Ko v. Verfe Da ler. De Montag einer S tereffant nach eine von Jok Wafferfl Minuten Ach dom und man als Tante Hermine hatte so thre eigenen Gedanken daritber, was im Nebenzimmer vor sich gehen möge, und suchte deshalb diesen heiklen Auftrag von sich abzuwäzen. Ste entschuldigte sich letse damit, daß sie unbedingt das herrliche Spiel der amerikanischen Dame mit anhören wolle. Die Hausfrau winkte nun Onkel Muche heran und bat thn, thre Tochter herbet zu holen. Onkel Muche schlich auf den Zehen nach dem Nebenzimmer. Er trat so vorsichtig ein, als wenn er um Entschuldigung bitten wolle. Aber wie ein gescheuchtes Vögelchen fuhr er zurück. und so t geductr Abe Heimlic bergen fonders fröhlich Ko Nun, Si foebent v Der Dottor a über die Ja Ste tellen? D Ste fd fer führte Die l foeben ve Iobte das vor den Her hendem 2 Aber Förmlichk uns betde Die M Hebes Kin Doch t Daß diefes wirde, da Ständen du Belftesgeg Die Buftim nd der Bun on der Gol Belgien un Dienstag ba thren Anfor r verstorben r Mederfu ben zu. Di tragen. unternahm Johannisth 18 Baffagie hmann Holl fallen. Da ember wegen ellten millio ay- Beattie i Die Hinri 1. beiden M nd Leutnant er Stunde 35 in nach Ste . Als Flug ich mit dem ergrechtlichen Gesellschaften uten. Der Kranten einem Arbet en hatte, auf chiffe lebens cht zurückzu egen dessen nem Lyzeum ge Mädchen des oberen nit schweren Mädchen war. chte, nahege te teilte dies te fich thret threm Leben reundin frei ssen und Le weniger die niedergelegt potheken, Ob es si bei den parnisse der ß nur flet Unsicherhelt ren wollen. trachtung eb itschen Spar Die Zahl ren von 2685 Jon 14,8 Mil Gesamtgutha arden Mark; rt; die Höhe durchschnitt Entwidlung life Anhalts Tunserer na sich hier na waltiger Aufrinländischer en Versiche für den To1905 dagegen en Mt. Der der Versiche 510 665 mil 1900 6265 rbaffäre? Dic n dem Gym Nord, der bis wieder wach g meldet, ift eine Anzeige enmord einge enten in Sie häufig fenes recht sonderbar Tat in allen Quenerregender immer in hefwell ich es noch he für uns be Zukunft fin lich erwägen." immer mehr f meinem Le Ind ich werde en und meine drückte er wie e Mal unruhig Ste Semerkt, daß fie waren. sich heran. mine?" fragte h glaube, fie ift " Dort bemerke Banwalt Dorin m und hole fie de bet den Vor Gedanken da ehen möge, und unbedingt das me mit anhören fich abzuwäzen. uche heran und ach dem Nebenenn er um Ent gefcheuchtes Bo Hges Schluchzen ausgebrochen. Der Angeschuldigte war nach dem Konizer Morde in Stemianowib zuge Bogen und hatte hier eine Bäckeret eröffnet. Jetzt befaßt er sich mit Agentur- und Vermittelungsgeschäften. Wie erinnerlich, fand man am 14. März 1900 im Konizer Mönchsteich die Leiche des sechzehnjährigen Gymnasiasten Winter, der seit einigen Tagen verschwunden war. Alle Anstrengungen, über die Be gleitumstände seines Todes Licht zu verbreiten, sind ohne Erfolg geblieben, und man wird abwarten mütsfen, ob sich die oben erwähnte Spur zuverlässiger erweist, als die bisher vergeblich verfolgten. Die wieder abgeholten Kartoffeln. Ein amüsantes Malheur passterte der Gemeindeverwaltung von Niederschönhausen bei Berlin. Die dortige Gemeindever tretung hatte kürzlich beschlossen, den mit einem Jahreseinkommen von unter 2000 Mark veranlagten Einwohnern billige Kartoffeln zu liefern. Infolge eines Schreibfehlers waren nun auf der Liste der Reflektanten auch höher veranlagte Personen vermerkt worden, denen dann anstandslos die Kartoffeln ins Haus geschickt wurden. Als man den Irrtum bemerkte, wurde schleuntgitt die Wiederabholung der Kartoffeln beschloffen. Dies gelang nur zum Teil. Ein Teil der NotStands- Kartoffeln war bereits den Weg alles Fleisches gegangen, ein anderer an befannte Familien abgegeben worden. Man sieht, billige Kartoffeln sind überc( willtommen. Im Luftschiff nach Amerika. Mehrere amerikantsche Mitglieder der Rheinisch- Westfälischen Luftschifffahrtsgesellschaft und andere Herren haben in Leichlingen eine Gesellschaft unter dem Namen Transatlantische Flugerpedition gegründet, ate bezweckt, von Tenertfa aus mit einem Lenkballon den Ozean nach Amerika zut liberqueren unter Benutzung der Bassatwinde. Das Luftschiff, das sich gegenwärtig in einer Augsburger Fabrik befindet, soll in der Leichlinger Halle montiert werden und voraussichtlich im Frühjahr die Probefahrten unternehmen, woran sich dann, wenn alles gut geht, die Fahrt nach Amerika anschließt. Eine Rekordziffer. Am 11. November erhtelt te= mand in Berlin einen Rohrpostbrief, auf dem nicht Ein Rohrweniger als 54 Elfen angebracht warer postbrief kostet bekanntlich 30 Pfennig, wozu zehn 3 Bf.= Marken verwendet wurden. Auf jeder Briefmarke des auf dem Rohrvostamt 11 aufgegebenen Briefes Hefindet fich der Poststempel 11/11. 11, 10-11 Uhr, folglich auf feder Marke fünf Mal die Zahl 11, also zehnmal 60 Elfen. Dazu kommt noch der Bestenstempel des Postamts 8: 11/11. 11, 11 1hr 10 Min Das ergibt wiederum vier Elfen, im ganzen also 5/ Elfen, und bedeutet wohl eine Rekordziffer. Dem Inhaber sind beretts 120 Mark für das Kuvert geboten worden. Die Festnahme zweier geistig franker Berliner in Frankfurt a. M. hat wegen der Bealettumstände dort größeres Aufsehen erregt. Dem B. L. A." wird daritber gemeldet: In die Frankfurter Frrenanstalt wurden am Montag zwet Brüder gebracht, die, wie sie angeben, frither als Offiziere in preußischen Diensten gestanden und Söhne des verstorbenen Generals v. Berfen fetn wollten. Sie waren am Sonntag in Frankfurt eingetroffen und in einem Hotel am Bahnhof abgestte= gen. Die Mülhoufener Boltzet hatte die dortiae auf die Erkrankten aufmerksam gemacht, und ein Mülhausener Kommissar war auch in Begleitung der betden, welche von der Schwetz aus die Mülhausener Polizei benachrichtigt hatten, daß sie von Engländern erfolgt werden und thres Lebens nicht mehr sicherten, eingetroffen. Der Kommissar sollte auch die beiden nach Berlin, threm Wohnort, abltefern. In Frankfurt übernachtete man. As nun die beiden sich nicht sehen Iteßen, fah der Kommissar nach ihnen und fand das Zimmer verschlossen. Ste erklärten, fie feten mit Revolvern ausge= rüstet und würden jedermann niederschießen, der die Titr öffne. Ste würden auch das Hotel nicht verlassen, da es von Engländern umstent set Endlich gelang es durch gütliches Zureden, die beiden zu bewegen, das Bimmer zu öffnen, und ste sollten nun mit Hilfe von Wärterpersonal vorläufig in die Irrenanstalt gebracht werden. Zwet Autos nahmen sie auf. Unterwegs entfloh einer und führte auf der Straße eine Szene auf, indem er das Publikum aufforderte, dte Kommissare tot zu schlagen, und ein Hoch auf die Republik und die Anarchie ausbrachte. Endlich gelang es, die beiden in die Frrenanstalt zu bringen.. Die Identität der betden Erkrankten ist übrigens noch nicht festgestellt. Es ist jedoch ausgeschlossen, daß es sich um die Söhne des verstorbenen bekannten Generaladjutanten und früheren Kommandierenden Generals des 3. Armeekorps v. Versen handelt. Das Zeppelin- Luftschiff„ Schwaben" auf dem Was: ler. Der Zeppelin- Lenkballon„ Schwaben" hat am Montag nachmittag unter Führung von Dr. Ecfner mit einer Kommission des Reichsmarineamts an Bord interessante Manöver ausgeführt. Der Lenkballon fuhr, nach einer Meldung der B. 3. a. M.", in aroßer Höhe von Johannisthal genen den Mitgaelfee, stieg auf die Wasserfläche nieder, auf der er auffeßte und mehrere. Minuten auf seinen Gondeln schwimmend vermeilte. Ach Herrfe! Was war denn los? Der Doktor Waldow und die Emmi füßten sich fat Nein, nein, da mußte man als vorsichtiger Hausfreund betde Augen zudrücken und so tun, als wenn man nichts gesehen habe. Und ganz geduckt wollte er sich wieder zurückziehen. Aber die beiden hatten thn bereits gesehen, und Heimlichkeiten zu treiben oder sich gar ängstlich zu verbergen widersprach dem geraden, offenen Charakter befonders von Emmi. Ste rief deshalb den guten Alten fröhlich heran. ,, Kommen Ste nur, Onkel Muche! Wundern Sie sich. Nun, Sie sollen es zuerst erfahren: Wir beide haben uns soeben verlobt!" Der kleine, vertrocknete Junggeselle fah fragend den Doktor an, der seinerseits erstaunt und zugleich erfreut über die Kühnheit Emmis nur lustig nickte. " Ja- aber- aber", begann Onkel Muche. ,, Ste meinen, wir müssen es auch den anderen mittellen? Das soll sofort geschehen." Ste schob thren Arm unter den des Doktors, und dieser führte sie zur Gesellschaft. Die letzten Akkorde des gewaltigen Tonstücks waren foeben verklungen, man spendete retchen Betfall und lobte das vollendete Spiel, als das junge Paar strahlend vor den Justizrat und seine Frau trat. „ Herr Justizrat", begann Doktor Waldom mit glithendem Antlib, ich erlaube mir um die Hand-" Aber Emmi unterbrach thn rasch.„ Nein, nein, feine Förmlichkeiten! Liebe Mama, lteber Papa wir haben uns betde soeben verlobt!" Die Mutter schlug die Hände zusammen.„ Ach, mein Itebes Kind!" rief fie außer sich. Doch thr Mann fiel sogleich etn. Er hatte geahnt, daß dieses Ereignis früher oder später doch kommen würde, daß seine Tochter thren Willen unter allen Umständen durchsetzen wirde. Er gewann daher schnell seine Getstesgegenwart und sagte mit anfanas ein wenig zitDann stieg die„ Schwaben" wieder hoch, erreichte 850 Meter Höhe, flog nach Berlin, dann im Kreise nach dem Flugplatz zurück und landete glatt vor der großen Halle der Luftverkehrsgesellschaft. Die ganze FahrtSauer hatte 2 Stunden 7 Minuten betragen. 700 Zote bei dem Unwetter in Amerika. Das Unwetter, das während der letzten Tage über Amerika niederging, hat einen ungeheuren Schaden angerichtet. Ueber 700 Personen sind getötet worden. Der Schaden, der durch den Orkan angerichtet wurde, wird auf 50 Millionen Dollars geschäßt. In Chicago ruht die Schifffahrt immer noch vollständig. Innerhalb 19 Stunden fant die Temperatur in Chicago um 41 Grad Fahrenheit, so daß viele Personen in der Umgebung der Stadt erfroren sind. Der Sturm in Chicago hält nach wie vor an und auch in den übrigen Ortschaften hat das Unwetter bis jetzt nur wenig nachgelassen. Deutschlands neue Schutzbefohlene. Von unserem Korrespondenten. Nun haben wir denn doch, zum Ausgleiche für Marotto, ein Stück vom französischen Kongo erhalten. In Deutschland ist man damit nicht zufrieden und in Frankreich weint man dem Kongo Krokodilstränen nach. Niemand aber beschäftigt sich mit den Gefühlen der Schwarzen, die jetzt Deutschlands neue Schußbefohlene geworden sind. Wir wollen deshalb einmal einen fleinen Spaziergang unternehmen, um sie uns etwas näher anzusehen. Beginnen wir an der Südostspitze von Kamerun, im Gebiete des Sanghaflusses. Dort liegt das Land von M'Biemu, bedeckt von Kautschukfeldern, deren Bewohner sich Koapulis, Biakombos, Bitulis, Bikums nennen; barbarische Namen. Sie stehen auf der untersten Stufe der schwarzen Rasse. Die Männer tragen als einzige Kleidung Gürtel von Stoffeßen oder Tierfellen, die Frauen täglich erneuerte Laubbüschel. Die Herren der Schöpfung begleiten ihre Damen zur Arbeit auf die Plantagen, sie beschützen das schwache Geschlecht, rühren aber selbst keinen Finger, und wenn sie nicht ja= gen, hocken sie plaudernd am Dorfrand. Der Reichtum 8 Landes besteht außer dem Kautschuk auch in Elfenbein. Es ist in Fülle vorhanden, doch nimmt der Bestand der Elefanten infolge der steigenden Nachfrage stetig ab. Anders stände es auch mit dem Vorrat an Kautschut, tönnte man den Negern die Unfitte abgewöhnen, die Bäume zu fällen, statt sie anzubohren. Weiter nördlich führt unsere Reise uns in das bedeutende Gebiet von Baja, das ungefähr 300 000 Bewohner hat und dessen Hauptort Kunde ist. Klein, mus fulös, beweglich, ist der Baja der geborene Läufer und Jäger, zieht aber dem Walde die wetten, grasretchen Täler vor, von denen aus er seine Raubzüge unternimmt. Die südlichen Baja sind noch Menschenfresser und halten besonders beim Tode von Häuptlingen Menschenopser. Die Frauen stellen sich dazit, vom Kopf bis an die Füße mit Mehl weiß angemalt, am Grabesrande auf. Vor ihnen stehen Kalabassen voll Wasser. In einige davon haben die Zauberer alkoholhaltige, aus der Kalaberstaude gersonnene Betäubungsmittel getan. Alle Frauen trinken gemeinsam auf ein Zeichen. Die, deren Kalabaffen reines Wasser enthalten, bleiben aufrecht stehen und sind gerettet. Die anderen fallen betäubt um, werden erdrosselt, knusprig gebraten und verspeist. Die nördlichen Baja sind etwas fultivierter durch die Berührung mit den Mohammedanern ge= worden. Der Islam hat den Fettschismus überwunden. Die Frauen der Baja haben einen eigentümlichen Schönheitssinn. In den durchbohrten Lippen tragen sie Holzklöße in der Größe von Bierunterfäßen oder auch Patronenhülsen. Ins Haar flechten sie Stofflappen, Leder und Glasswaren und verwenden auf ihre Morgenfrisur mehr Zeit als ihre zivilisierten europäischen Schwestern. Das noch weiter nördlich gelegene, volfreiche Land der Lakas ist ein großes Weidegebiet und verspricht am meisten für die nächste Zukunft. Es enthält alle Arten von Wild. Die Bewohner sind groß, stark und stämmig, teilweise wahre Kolosse. Ihr Kostüm ist ebenfalls sehr einfach und beschränkt sich auf einen Schurz aus Antilopenfell. Ihr Stammesabzeichen sind Strohhüte in der Größe von Puppenhüten, die sie mit Holznadeln befestigen. Ihre Dörfer, in denen fie große Getreidefammern anlegen, find gut verschanzt, denn seit Menschengedenken müssen die Latas sich, thres kräftigen Körperbaues wegen, gegen die Streifzüge der Sklavenjäger verteidigen, die manchen Landstrich entvölkert haben. Das Land der Lakas ist für Viehzucht und Ackerbau geeignet. Am nördlichsten Itegt das Land der Mundanga, deren Bewohner, eine starke, schöne Raffe, gastfreundlich und friedlich sind. Ste betreiben Ackerbau. Der Landstrich von Majo- ebbt ist der geeignetste für Baumwollenbau und hat günstige Boden- und Wasserverhältnisse. Die Bewohner sind für den Ackerbau zu gewinnen, wenn er thnen Lohn verspricht, und verstehen bereits etwas von Viehzucht. Das wichtigste aber ist, daß nur am mittleren Logonefluß Pferde und Rinder zu finden sind. Ste im südlichen Kongo ganz fehlen. ternder Stimme:„ Ich denke, wir wollten das erst um Weihnachts- Heiligabend kund geben, Emmt? Aber Du Iteber Schelm konntest wohl nicht die Zeit erwarten, nicht wahr?" Das tam zuletzt so natürlich heraus, daß alle Gäste glauben mußten, das Verlöbnis zwischen Emmt und dem Doktor wäre schon lärgst beschlossene Sache gewesen, und alle beglückwünschten das junge Baar. Die Seftschalen wurden noch einmal gefüllt, und man stteß aufs Wohl des Brautpaares und der Eltern ant. Der Professor befann sich auf eine Rede. Es mußte etwas Außerordentliches sein, was bei einer solchen Gelegenheit gesprochen wurde. Das war allerdings sehr schwer. Er überlegte und überlegte, und das dauerte so lange, bis der allgemeine Aufbruch erfolgte. Sie famen alle um eine geistreiche Rede und der Professor um die Ehre, deshalb bewundert zu werden. Tante Hermine zog sich in ihre im oberen Stock geTegene Stube zurück, und für Onkel Muche war das Fremdenzimmer zurecht gemacht worden. Er wohnte ziemlich entfernt und hauste dort in einem kleinen Stübchen von einer winzigen Pension. Heute hatte er sich, was man schon von ihm gewöhnt war, einen kleinen Schwips angetrunken, war selig vor sich hinlächelnd auf einem Sessel neben dem Ofen eingeschlafen und mußte erst geweckt werden. Die übrigen Gäste hatten alle, außer Felicia, mtt der sich Frizz in einen Wagen sezte, nicht weit nach ihrer Behausung. Als der Professor mit seiner Gattin dort angelangt war, tonne er sich nicht enthalten, zu sagen: " Ich glaube, liebe Eulalie, Heinroths sind da etwas unvorsichtig gewesen. Einen Menschen mit solcher Vergangenheit als Schwiegersohn!" Seine Ehehälfte nickte zustimmend und faßte thre gleichfalls mißbilligenden Gedanken in ein einziges Wort zusammen:„ Schrecklich!" An der Südgrenze von Kamerun, fiber deren Bewoh ner nichts besonderes zu sagen ist, haben die Fran zosen erfolgreich Kakao angebaut; auch Baumwolle, Kautschut, Kaffee, Vanille und Pfeffer gedeihen hier. So ist das Land, das der Berliner Vertrag von 1911 uns gebracht hat, und so sehen Deutschlands neue Schutzbefohlene aus. Italiens Flottenaktion. Wie die„ Fr. 8ig." aus Berlin meldet, hat Italien die Mächte von seiner Absicht, den Kriegsschauplatz zn erweitern und auf die Küsten des Aegaischen Meeres auszudehnen, unterrichtet. Die Behauptung Turiner und Mailänder Blätter, daß Deutschland und Desterreich gegen die geplante Flottenattion Jtaltens Ein spruch erhoben hätten, ist nach dieser Meldung unbe gründet. Von Deutschland ist das ebenfalls bis jet nicht geschehen, und wenn Desterreich freundschaftliche Vorstellungen erhoben haben sollte, so bestehen sich diese wohl nur gegen eine Aktion, die die Ruhe auf dem Balkan stören könnte. Ob aber nicht andere Mächte weitere Vorstellungen erheben haben, ist eine andere Frage. Wie dasselbe Blatt aus Konstantinopel meldet, hat der Walt von Smyrna telegraphisch gemeldet, daß auf der Höhe von Karpathos dreißig italienische Kriegsschiffe gesichtet wurden. Vom Kriegsschauplak in Tripolis Itegt heute folgende interessante Meldung vor: Wte aus Konstantinopel gemeldet wird, ist es der türkischen Artillerte am Montag gelungen, einen Aeroplan, in dem sich zwei italtentiche Offiziere befanden, aus bedeuttender Höhe herunterzuschießen. Der Aeroplan wurde vollkommen zerstört, die Offiziere sind getötet worden. Die Türken haben nach allen Oasen Abteilungen geschickt, um arabische Streitfräfte zu sammeln und unfer den Einheimischen Gewehre und Munition zu ver tellen. Ste überziehen das ganze Land mit einem Net von Spionen und sind über jede Bewegung der Einheimischen wie der Italiener unterrichtet. Sie strafen unerbittlich die Stämme, die mit den Italienern in Unterhandlung getreten waren. Die Operationsbasis der Türken ist angeblich die Dase Ain Zara, die stark befestigt sein soll. Die Araber haben jedoch keine Zelte und leiden sehr unter der andauernden regnerischen Witterung. Auch muß die einheimische Bevölkerung dte Landarbeiten besorgen, um der sonst drohenden Sungersnot zu entgehen. Man nimmt daher an, daß der entscheidende Angriff der Türfen unmittelbar bevorsteht. Drabtnachrichten und neuestes. Tödlicher Automobilunfall. Gestern nachmittag 0 Berlin, 15. November. wurde in Charlottenburg ein Radfahrer und eine Frau von einem Militärdtenstautomobil, in dem fich der fommandterende General des dritten Armeekorps von Bülow befand, überfahren. Die Frau ist ihren Verlegungen erlegen. Dec Radfahrer hat außer einer schweren Gehirnerschütterung innere und äußere Verlegungen davongetragen. Tödlicher Absturz eines deutschen Fliegers. Berlin, 15. November. Der Flieger Pietschfer, der heute früh auf dem Flugplay in Johannisthal mit einem Eindecker aufgestiegen war, ist nach wenigen Minuten aus 20 bis 25 Meter Höhe abgestürzt. Er brach das Genick und war sofort tot. Pietschker Hatte noch am Montag einen wohlgelungenen Rundflug um Berlin ausgeführt. Vertrauensvotum für das franzöfifche Kabinett. Paris, 15. November. Die Kammer hat gestern mit der erdrückenden Mehrheit von 402 gegen 98 Stimmen das Vertrauensvotum für die Regierung angenommen. Der Marineminister Delcassee gab noch in einer ausführlichen Rede Rechenschaft über alles, was vorgefallen war und versprach, die zugesicherten Reformen zu beschleunigen. England und die deutschen Interessen. London, 15. November. Der frühere Generalgouverneur von Südafrika Lord Selborne fam in einer Rede in Newcastle auf die englandfeindlichen Reden im deutschen Reichstage zu sprechen, in denen der Wunsch nach Krieg zum Ausdruck gekommen set. England müsse wissen, welche berechtigten Wünsche des deutschen Volkes es seien, denen England angeblich beständigen und hartnäckigen Widerstand entgegenseze. Der Netter Chinas. Beting, 15. Nonember. Ein gestern veröffentlichtes Editt befiehlt Juanfchifat mit Rücksicht auf das Wohl das Landes das Amt des Ministerpräsidenten zu übernehmen, obwohl er es schon wiederholt ausgeschlagen hatte. Wie aus Tientsin gemeldet wird, ist General Cang, der eine abfällige Bemerkung über Juanschifat gemacht hatte, von einem Unbekannten, wahrfcheinlich einem Häscher Juanschikais, durch einen Revolverschuß verwindet worden. 9. Kapitel. Die eigentliche Verlobung wurde im engsten Fas milienkreise gefeiert und als Gäste waren dabet nur Frizz mit Felicia und selbstverständlich Onkel Muche zugegen. Felicia war entzückt, den unvergleichlichen, märchenhaften Zauber des deutschen Weihnachtsbaumes fennen zu lernen, und auch Frizz freute sich darüber, nach Jahren wieder dieses Fest, das zu Hause immer einen großen Eindruck auf ihn gemacht hatte, in der alten anheimelnder Weise auf sich einwirken lassen zu fönnen. Am Nachmittag hatte der Justizrat ein langes Gespräch mit dem Doktor, der ihm rückhaltlos seine jetzige Lage und seine ganzen Verhältnisse flargelegt hatte. „ Der Geldpunkt spielt ja teine große Rolle," hatte schließlich der Justizrat gesagt. Ich kann glücklicherweise meiner Tochter einen solchen Zuschuß geben, daß Ste betde sehr gut zu leben haben werden." " Was ich natürlich nicht annehmen würde," versetzte der Doktor nicht ohne Selbstbewußtsein. Denn ich kann und will auf meinen eigenen Füßen stehen." Der Justizrat flopfte ihm freundlich auf die Schulter. Sehr ehrenhaft gedacht, Iteber Doftor! Wie aber wollen Sie das machen? Wie denken Sie sich das? Ste sagen selbst, daß es mit Ihren Einfünften unter den jetzigen Umständen nur sehr schwach bestellt ſet." " Das kann Loch nicht immer so währen. Es wird anders werden, und zwar hoffentlich bald." " Bukunftsmusit, lteber Doktor! Es wird Ihnen wohl nichts wetter übrig bleiben, als daß ste sich an etnem anderen Dort niederlassen." gutles fofat) ( Fortfehung folgt.) Mitbürger, Wähler! Am 17. November sollt Ihr durch die Stichwahl darüber entscheiden, wie Gießen und Wieseck in den nächsten Jahren im Landtag vertreten sein werden, ob durch zwei entschieden liberal gerichtete, energische und unabhängige Männer oder auch durch ein Mitglied der nationalliberalen Partei, die in. folge ihrer Abhängigkeit vom Bund der Landwirte und den Antisemiten in der Vertretung liberaler Interessen so oft versagt. Unser Kandidat steht fest auf dem Boden des Programms der fortschrittlichen Volkspartei, deren zielbewußte, volkstümliche Tätigkeit im Landtag Anerkennung im ganzen Land gefunden hat. Im Einklang mit der Partei, und ohne Widerstände aus den Reihen der eignen Fraktion fürchten zu müssen, wird er eintreten: Ia. Referenzen von zahlreichen Behörden und Privaten. für Erhaltung und Vermehrung der Volksrechte, insbesondere für Beseitigung des Pluralwahlrechts und der Kautelen, für eine gerechte Stenerpolitit, welche die unteren Einkommen entlastet, für die Gesundung der hessischen Finanzen durch Revision des preußisch- hessischen Eisenbahnvertrags, durch Vereinfachung der Staatsverwaltung, durch Sparsamkeit im Staatshaushalt, für eine gerechte Wirtschaftspolitit, welche die Entwicklung von Handel, Industrie und Gewerbe tatkräftig fördert einseitige Begünstigung agrarischer Wünsche, gegen die für Erhaltung und freiheitlichen Ausbau unserer bewährten Schulgesetzgebung, insbesondere für die unbedingte Aufrechterhaltung der Simultanschule, für die Berücksichtigung der Interessen der Beamten, Lehrer und staatlichen Arbeiter, für eine freiheitliche Reform des Beamtenrechts, für freies Koalitionsrecht der Arbeiter jeder Art, für Wohlfahrt, Freiheit und Gerechtigkeit im Hessenlande. Mitbürger, Wähler! Wenn Ihr wollt, daß diese Grundsäge nachdrücklich und unerschrocken zur Geltung gebracht werden, so wählt den Kanditaten der fortschrittlichen Volkspartei, den Stadtverordneten Professor Otto Urstadt in Giessen. Der Wahlausschuß der fortschrittlichen Volkspartei. Gassparbrenner ,, Ulricus- Denja' ges. gesch. sind unerreicht in Leuchtkraft und Sparsamkeit! Dieselben werden in drei Grössen von uns geliefert und verbrauchen pro Brennstunde: No. 1 60 Ltr. Gas bei 65 HK Lichtstärke وو وو laut amtlicher Messung. 3 82 Ltr. Gas bei 88 HK Lichtstärke 5 105 Ltr. Gas bei 125 HK Lichtstärke Wir garantieren für 30-50% Gas und bis 70-80% Glühkörper- und ZilinderErsparnis gegen Normal- Auerbrenner bei besserem Licht und geben unsere Brenner zum Beweise des Vorstehenden zwei Monate auf Garantieprobe. Unsere Gassparbrenner ,, Ulricus- Denja" sind seit ca. 5 Monaten im Gebrauch bei Herrn W. Kraushaar ,, Hessischer Hof', Giessen; Herrn W. 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Jetzt erst regt sich wieder das Interesse für die Straßen, von denen unsere berühmtesten Forscher ins Innere Afrikas zogen: Im Juli 1906 trat der Schweizer Hanns Vischer, in englischem Dienste, mit einer Expedition von Tripolis eine Reise an, die in Tibesti ihren Beschluß finden sollte. Dieses Unternehmen hat, soviel wir wissen, faum mehr als in Gelehrtenkreisen Bereizte die Keselust der Engländer von neuem, die seit 1845 die tripolitanische Provinz wieder als Stützpunkt für Erpeditionen ins Innere benutzten. In den Jahren 1845/46 bereiste Richardson die Oasen Fessan, Ghadames, Rhat und entwarf den Plan zu einem Vorstoß ins Innere, nach dem Sudan. Mitte der 50er Jahre begann Barth, der Hamburger Forscher, seine Entdeckerzeit in Nordafrika; er war durch Petermann Bunsen veranlaßt worden( 1849), sich an der großen englischen Expedition zu beteiligen, die Handelsbeziehungen mit den mohammedanischen Reichen des Sudans anknüpfen sollte. und Straße in Tripolis. Im Jahre 1850 brachen Barth, Overbeck und Richardson von Tripolis nach Mursuk auf und zogen über Rhat und Tintellust nach dem Sudan. Richardson starb auf der ersten Reise, Overbeck auf einer zweiten; Barth, der erst Adamaua und die Nigermündung, dann das Nordostufer des Tschadsees erreicht hatte, kam auf der dritten Reise bis zum Reich Gando *) Anläßlich des italienisch- türkischen Konfliktes dürften unsere heutigen Bilder von besonderem Interesse sein. achtung gefunden. Anders verhielt es sich mit dem zwischen Frankreich und der Pforte in der ersten Augustwoche 1906 ausgebrochenen Grenzkonflikt, bei dem es sich um die politische Zugehörigkeit zweier kleiner Dasen des südalgerisch- tripolitanischen Grenzgebiets handelte, um die Dase Dschanet, ein Örtchen von 1200 Einwohnern an der Karawanenstraße, die von Ghat zum Tschadsee führt, und um die Dase Bilma, die, von 2000 Bewohnern bevölkert, den Mittelpunkt der sogenannten Kasuar- Dasengruppe bildet, die im Südosten von Dschanet zwischen Tibesti und dem Tschadsee zerstreut liegt. Tripolis und Barka sind bisher türkisches Wilajet gewesen. Tripolitanien hat am Küstenrand hauptsächlich Mitbürger, Wähler! Am 17. November sollt Ihr durch die Stichwahl darüber entscheiden, wie Gießen und Wieseck in den nächsten Jahren im Landtag vertreten sein werden, ob durch zwei entschieden liberal gerichtete, energische und unabhängige Männer oder auch durch ein Mitglied der nationalliberalen Partei, die infolge ihrer Abhängigkeit vom Bund der Landwirte und den Antisemiten in der Vertretung liberaler Interessen so oft versagt. Unser Kandidat steht fest auf dem Boden des Programms der fortschrittlichen Volkspartei, deren zielbewußte, volkstümliche Tätigkeit im Landtag Anerkennung im ganzen Land gefunden hat. Ia. Referenzen von zahlreichen Behörden und Privaten. Im Einklang mit der Partei, und ohne Widerstände aus den Reihen der eignen Fraktion fürchten zu müssen, wird er eintreten: für Erhaltung und Vermehrung der Boltsrechte, insbesondere für Beseitigung des Pluralwahlrechts und der Rautelen, für eine gerechte Stenerpolitit, welche die unteren Einkommen entlastet, für die Gesundung der hessischen Finanzen durch Revision des preußisch- hessischen Eisenbahnvertrags, durch Vereinfachung der Staatsverwaltung, durch Sparsamkeit im Staatshaushalt, für eine gerechte Wirtschaftspolitit, welche die Entwicklung von Handel, Industrie und Gewerbe tatkräftig fördert einseitige Begünstigung agrarischer Wünsche, - gegen die für Erhaltung und freiheitlichen Ausbau unserer bewährten Schulgesetzgebung, insbesondere für die unbedingte Aufrechterhaltung der Simultanschule, für die Berücksichtigung der Interessen der Beamten, Lehrer und staatlichen Arbeiter, für eine freiheitliche Reform des Beamtenrechts, für freies Koalitionsrecht der Arbeiter jeder Art, für Wohlfahrt, Freiheit und Gerechtigkei Schwetasch& Seidel, Spremberg Mitbürger, Wähler! 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Beurmann, Gerhard Rohlfs, der von Tripolis seine Reisen als bester Kenner Nordafrikas antrat; auch Gustav Nachtigal begann 1869 seine erfolgreiche Forscherreise in Tripolis. Seit 1870 Straße in Tripolis. 50er Jahre begann Barth, der Hamburger Forscher, seine Entdeckerzeit in Nordafrika; er war durch Petermann und Bunsen veranlaßt worden( 1849), sich an der großen englischen Expedition zu beteiligen, die Handelsbeziehungen mit den mohammedanischen Reichen des Sudans anknüpfen sollte. Im Jahre 1850 brachen Barth, Overbeck und Richardson von Tripolis nach Mursuk auf und zogen über Rhat und Tintellust nach dem Sudan. Richardson starb auf der ersten Reise, Overbeck auf einer zweiten; Barth, der erst Adamaua und die Nigermündung, dann das Nordostufer des Tschadsees erreicht hatte, kam auf der dritten Reise bis zum Reich Gando *) Anläßlich des italienisch- türkischen Konfliktes dürften unsere heutigen Bilder von besonderem Interesse sein. hat sich das Interesse, trotzdem in Nordafrika und der Sahara noch viel unerforscht ist, Südafrika zugewendet. Jetzt erst regt sich wieder das Interesse für die Straßen, von denen unsere berühmtesten Forscher ins Innere Afrikas zogen: Im Juli 1906 trat der Schweizer Hanns Vischer, in englischem Dienste, mit einer Expedition von Tripolis eine Reise an, die in Tibesti ihren Beschluß finden sollte. Dieses Unternehmen hat, soviel wir wissen, kaum mehr als in Gelehrtenkreisen Beachtung gefunden. Anders verhielt es sich mit dem zwischen Frankreich und der Pforte in der ersten Augustwoche 1906 ausgebrochenen Grenzkonflikt, bei dem es sich um die politische Zugehörigkeit zweier kleiner Daſen des südalgerisch- tripolitanischen Grenzgebiets handelte, um die Dase Dschanet, ein Örtchen von 1200 Einwohnern an der Karawanenstraße, die von Ghat zum Tschadsee führt, und um die Dase Bilma, die, von 2000 Bewohnern bevölkert, den Mittelpunkt der sogenannten Kasuar- Dasengruppe bildet, die im Südosten von Dschanet zwischen Tibesti und dem Tschadsee zerstreut liegt. Tripolis und Barka sind bisher türkisches Wilajet gewesen. Tripolitanien hat am Küstenrand hauptsächlich mgarn schwar warz Tuch, Croisé rz und sch und . 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Bis 1835 wurde es von den erb= lichen Paschas ausgesogen, aber auch die jetzt bisherige Verwaltung hatte alle Schäden des türkischen Regiments, urteilt Sievers. Die Hauptstadt Tripolitaniens, Tripolis, am seichten Ufer des Mittelländischen Meeres gelegen, hat etwa 40000 Einwohner; 3000 Malteser sind der Hauptstock des christlichen Elements, weiter finden sich in Harra, einem eigenen Stadtwinkel in der Nähe des Hafens, etwa 6000 Juden, die Handwerke und Handel treiben, das übrige sind Mohammedaner, Türken, Araber, Mauren, Beduinen, Berber usw., die Viehzucht und Karawanenhandel treiben, denn Tripolis ist, wie wir schon betonten, Einigungspforte für Innerafrika, am Rande der Wüste. In Tripolis ansässige Italienerinnen sehen vom Dache des Hauses eines Maltesers einem Festzuge zu. Durch den Meridian von Tripolis, also etwa die Straße Mursuk- Ruta, läßt sich die Sahara in zwei Hälften teilen: im Westen mit zahlreichen aus dem Plateau kommenden Wasserläufen, im Osten wasserlos und vegetationsarm. Wegen ihrer Wasserlosigkeit ist die östliche, Libysche Wüſte weit weniger erforscht als der Westen; das tripolitanische Land mit Halfa- Wuchs( Gras, das vor allem nach England zur Papierfabrikation versandt wird) ist Übergangsstation. Sandig, wüst und vegetationsarm ist die Küste der Sahara und die Küste des Mittelmeeres von Tripolis bis zum Nildelta. Der westliche Teil der Wüste, mit Ausschluß des spanischen Küstenstreifens und vorläufig Marokkos, ist französische Einflußsphäre. Durch den Faschoda- Vertrag von 1899 sind auch Borku, Tibesti und Wadai an Frankreich überwiesen, während England Ägypten und den östlichen und mittleren Teil der Libyschen Wüste erhielt. Fessan ist nur loses Zubehör des türkischen Reiches, Tripolitaniens. äußersten östlichen und nordöstlichen Oasen werden zu Agypten gerechnet. Feste Wohnsize finden sich nur in den Oasen; den Gruppe aus einem Festzuge in Tripolis. and фи : 15aq 731 qun изтрилати fanpag избишля uvaoa ad ошлась aqua д out a big p not go at pan 1 my 13 Bilder aus Sizilien. Die Bilder aus Sizilien. Panorama von Sizilien. Die Marina in Syrakus. Blid auf Palermo. Das griechische Theater in Shrafus. 7 6 Jm Lande der Blutapfelfinen. Sizilianischen Hauptstadt, er birgt das schönste Denkmal ihrer Schutzheiligen, der heiligen Rosalie, die Palermo einst von der furchtbaren Pest befreit haben soll. Auch dieses Denkmal hat Goethe auf seiner ersten italienischen Reise besucht und bewundert; er sagt, es scheine zu atmen, zu leben. In einer düstern Felsschlucht jenes Berges, in einer in den Fels gehauenen kleinen Kapelle liegt ihr Marmorbild, wie in sanftem Schlummer hingegossen. Unten in Palermo aber, in den prächtigen Hallen des hohen Domes, ruhen ihre Gebeine in silbernem Schrein. Die Kathedrale birgt auch die sterblichen Reste der deutschen Kaiser Seinrichs VI. und Friedrichs II. Gegen Abend, wenn eine erfrischende Brise von der See her die Gluthitze des Tages mildert, belebt sich allmählich die herrliche Promenade der Piazza Marina. An ihren Seiten befinden sich die Paläste des Adels, und an ihrem Ende liegt der Garten der Flora reale. Sier trifft sich die vornehme Welt beim Korso, die Damen lassen sich in ihren Equipagen eine kühlende Limonade oder Sorbetto( Eis) reichen und empfangen den Besuch eleganter Ravaliere. Alles atmet Lebenslust und Seiterkeit; selbst die ärmere Bevölkerung der Stadt scheint sich ihres Daseins in dieser herrlichen Natur zu erfreuen, denn die Stadt mit ihrer blühenden Industrie und ihrem großartigen Handel bietet ihr günstige Lebensbedingungen. Die Palermitaner behaupten mit Recht, ihre Stadt stehe auf gleicher Höhe mit Rom, Neapel, Mailand, Florenz und Bologna, und der Hafen von Palermo werde eines Tages das„ Genua des Südens" sein. Palermo als sizilianische Großstadt bietet an Theatern, Konzerten, Bällen usw. natürlich mehr, als andere Sizilianische Städte. Wer einen Abend auf dem„ Foro Jtalico", wo sich die Gesellschaft von Palermo ein Rendezvous zu geben pflegt, zugebracht hat, dem werden die Szenen, die sich seinen Augen darboten, unvergeßlich bleiben. Um ihn herum himmelanstrebende Palmen, herrliche Oleander-, Pfefferhaine und Zypressen, zwischen denen unzählige Leuchtkäfer ihr neckisches Spiel treiben; dort der Monte Pellegrino, über dem der Abendstern wie eine elektrische Flamme schil. lert, hier das Rauschen und Glitzern des im Mondschein schimmernden Meeres, die lustigen Klänge der konzertierenden Kapelle, die auf und ab promenierende, lachende, scherzende und kokettierende bunte Bevölkerung der Stadt, das alles gibt ein unterhaltendes Gesamtbild, welches dem Gedächtnis so leicht nicht wieder entschwindet. Palermo voran, bringen dem Schulwesen große Opfer. Universitäten bestehen heute drei: zu Palermo, Catania und Messina. Auch für Pflege der Kunst ist gesorgt; das Museum von Palermo ist namentlich durch griechische Kunstwerke sowie durch mittelalterliche und neuere Werke der Skulptur und Malerei ausgezeichnet. Der Volkscharakter der Sizilianer zeigt außerordentliche Lebhaftigkeit und Beweglichkeit, natürliche Intelligenz, Witz und Sprachgewandtheit, rasches Aufflammen in Liebe und Haß. Der Sinn für Bildung, Wissenschaft und Kunst ist jedem Sizilianer eigen und hat sich, seit der Druck des Despotismus gewichen ist, rasch wieder zu zeigen begonnen. Das ganze Land ist heute in raschem materiellen und geistigen Aufschwung begriffen. Der Grundbesitz ist als eine Erbschaft der Feudalzeit bisher noch in wenigen HänSizilianischer Scherenschleifer. Interessante Städte sind auch Catania das von den Norddeutschen Dampfern der MittelmeerLevante- Linie angelaufen wird, und in dessen Nähe sich die malerisch gelegene, im Jahre 1232 von Friedrich II. gegründete alte Safenstadt Augusta befindet, die von den Italienern für den Tripolis- Feldzug als Operationsbasis dient, Trapani, Marsala, Girgenti und das alte Syrakus. Die Bevölkerung Siziliens ist als eine mannigfach gemischte zu bezeichnen; zu dem alten sikulischen Element sind als Hauptbestandteile Griechen im Osten, später Araber und Berber im Westen hinzugekommen, beide noch physisch, in Sprache und Sitte nachweisbar. Von geringerer Bedeutung, wenn auch noch heute in einigen Orten abgesondert erhalten, sind die Einwanderungen von Lombarden und Griechisch redenden Albanesen gegen Ende des Mittelalters. Der sizilianische Volksdialekt, der schon im dreizehnten Jahrhundert am Hofe Friedrichs II. zur Sprache der Poesie ausgebildet wurde, und in dem zahlreiche, sich durch Tiefe und Wärme auszeichnende, noch immer fortlebende Volkslieder gedichtet sind, unterscheidet sich wesentlich von den Dialetten des Festlandes. Die Bevölkerung verteilt sich auf wenige Wohnplätze( 357 Gemeinden mit durchschnittlich 9759 Einwohnern). Die Volksbildung war bis 1860 etwas vernachlässigt und hat sich seitdem sehr gehoben. Besonders die großen Städte, den vereinigt; Aqua! Wasserverkäufer. auch der Verkauf der Kirchengüter seit Ende der 70er Jahre in kleinern Losen hat bei der Mittellosigkeit der Menge keine Änderung herbeigeführt. Die Latifundienbesitzer, meist mit Fürsten, Herzogs- und Markgrafentiteln ausgestattete Adelige, leben meist in den Städten und besuchen fast nie ihre Güter. Verwalter bewirtschaften dieselben und vermitteln zwischen dem unbekannten Herrn und den zahlreichen kleinen Pächtern. Die Landwirtschaft ist in Sizilien die Beschäftigung der weitaus überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung. Die wichtigsten Produkte sind: Weizen, Gerste, Sülsenfrüchte, Flachs, Wein, wovon besonders die Gewächse der Nord- und Ostküste, so die Weine von Milazzo, Messina( Faro), vom Atna( Mascali, Riposto), von Syrakus und Vittoria ( Muskat), sowie der Marsalawein geschätzt sind; ferner Olivenöl und Agrumen, besonders Orangen und Limonen, wovon ein großer Teil( auch in der Form von Saft und Schalen) ausgeführt wird. Wichtig ist noch, namentlich in der Provinz Palermo, die Kultur des Sumachs als Gerbstoff und Tabak. Sicilianische Warren. Tripolis. vielen nomadischen Stämmen ist ein weiter Spielraum gegeben: Mitten durch die Wüste ziehen seit alters die Karawanenstraßen, die den Verkehr des Südens mit den Küsten des Mittelmeers herstellen. Auf ihnen zogen als lebendige Ware die Neger des Sudans nach Norden; durch Ghat und Fessan kamen nach Sievers noch 1850 jährlich 3000 bis 4000 Sklaven. Hemd, bauschigen Hosen, Gesichtstuch und Sandalen; die Tibbu tragen ein faltiges Hemd und den Turban neben dem Gesichtstuch. Raub- und Plünderzüge sind diesen Sahariern nicht fremd. Für die meisten Besucher von Tripolis genügt ein kurzer Aufenthalt, da dem Touristen außer der Besichtigung der Stadt nur noch ein Ausflug in die nähere Umgebung zu empfehlen ist, während eine Reise ins Innere des Landes, wozu die Genehmigung der Hohen Pforte einzuholen ist, höhere Anforderungen an Ausrüstung, Leistungsfähigkeit und Kenntnis des Landes und Volkes stellt, als daß sie für den gewöhnlichen Touristen in Frage kommen' würde. Viele blieben bei den Wüstenbewohnern zurück; daher rühren die heute noch unverkennbaren Mischrassen unter dem Scharavolke, die Tibbu und Tuareg, deren Gebiet vom tripolitanischen Mursuk bis an die Nordspitze des Tschadsees reicht, entsprechend der uralten Karawanenstraße, die von Tripolis über Mursuk bis an diesen gewaltigen Binnensumpf Afrikas führt. Die Tuareg tragen die vollständige Kleidung der Afrika- Völker; in ihrer rötlich gelben Hautfarbe sind sie den Südeuropäern stark ähnlich; die Tuareg sind Berber, stark mit Arabern vermischt, und mit ihrer kräftigen Muskulatur und dem europäischen Gesichtsausdruck vielleicht der schönste Menschenschlag Afrikas. Die Tuareg tragen ein Gesichtstuch, das den Mund verhüllt, die Frauen gehen trotz Mohammedanismus unverhüllt. Die Tibbu hausen im Südosten von Mursut; sie sind Herren der Landschaften Tibesti und Borku und werden zu den negroiden Völkern gerechnet; ihre Hautfarbe geht vom Dunkelbraun bis zum Kupferrot. Die Kleidung bei den Tuareg besteht in weitem, faltigem jedem unvergeßlich bleiben. Die Stadt selbst bietet zwar im einzelnen nicht viel besondere Sehenswürdigkeiten, aber der Gesamteindruck ist ein großartiger. Die Stadt mit ihren weißen Häusern, den schlanken Minaretten türkischen Stils, den grünen Gärten, die Palmengruppen, die rötlich gelben Dünen aus Saharaflugsand, das tiefblaue Meer, überstrahlt von der blendenden Sonne, bieten einen wunderbaren Anblick. Der poetische Reiz eines schönen Frühlings- oder Herbstabends, wenn der glutrote Sonnenball hinter den Palmengruppen im Westen untertaucht und sich bei dem Gebetsruf der Muezzin eine feierliche Stille über die Landschaft legt, wird Straßenszene in Tripolis an einem Festtage. Bezu Täh Lei ein ofschmerzen, merzen, Gesi men und Gele nklopfen, S weren Träu 4 Junge Ehe. Junge Ehe. or der Grace- Kirche in New York standen an einem hellen, Vor sonnigen Sommermorgen wohl ein Dutzend Frauen der verschiedensten Stände und warteten, trotzdem sie von der Sonne fast gebraten wurden, geduldig auf das Brautpaar, das getraut werden sollte. Besonders zwei, die sich in die vorderste Reihe gedrängt hatten, konnten sich in Betrachtungen und Vermutungen über die zukünftige Ehe nicht genug fun, und die Jüngere, ein sehr hübscher Rotkopf, auf dem ein etwas verwegener Sut thronte, ließ es an spizen Bemerkungen nicht fehlen.„ Na, das arme Ding, das den Ludlow heiratet, ist auch nicht zu beneiden, hübsch ist er und Geld hat er auch, aber wie sie mit dem eifersüchtigen Patron fertig werden will, begreife ich nicht, der ist ja das reine Pulverfaß; wissen Sie noch die Geschichte mit der Mary Williams?" Die ältere Frau lachte. Natürlich," sagte sie, weiß ich das, als wär's gestern gewesen, und wie das kleine Ding ihm gedient hat; gießt ihm an ihrem eigenen Polterabend ein Glas Wasser zur Abkühlung ins Gesicht, macht ihm dann einen Knicks und heiratet statt seiner am nächsten Tage seinen ärgsten Feind, den Sharp. Na, das Gesicht war kostbar, wie er zum Pastor tommt und seine Braut steht mit einem anderen da und ist verheiratet." In diesem Augenblick fuhren ein paar Wagen heran, dem ersten entstiegen des Bräutigams Mutter und der Vater der Braut, sie ein kleines, scheu dreinblickendes Frauchen, er ein wohlbehäbiger Mann, dem man ansah, daß er sich um das Wohlbehagen seines Magens mehr Sorge machte, als um irgend sonst etwas in der Welt. Dann kam das Brautpaar, und das bot allerdings einen Anblick, an dem man seine Freude haben konnte: Beide schöne, große Gestalten, er dunkel mit feurig blickenden Augen, sie zart und blond, etwas schwärmerisch dreinschauend. Der dritte Wagen brachte den„ best man" und ein allerliebstes Brautjungferchen. Der Pastor, der wohl von dem Bräutigam und seiner etwas feurigen Natur erfahren haben mochte, flocht manch leise mahnendes Wort in seine Rede ein und versuchte den Spruch: „ Und er soll dein Herr sein" mit allerhand schönen Blumenranken zu durchwinden. Dem sich zusehends verfinsternden Aussehen des Bräutigams und dem verlegenen Erröten der Braut nach zu schließen, war es von beiden wohlverstanden worden, und auch ihr Vater, der, die Hände über dem Magen gefaltet, hinter der Tochter stand, blinzelte den Schwiegersohn schelmisch, aber verständnisinnig von der Seite an. Als die Zeremonie beendet und die üblichen Küsse aus getauscht waren, verließ man die Kirche, um dieser poetischen Feier eine etwas substantiellere folgen zu lassen. Als nun das neuvermählte Paar im Wagen saß und die Braut ihrem Eheherrn in scheuer Lieblichkeit die Hand drücken wollte, da waren seine Finger merkwürdig steif, und anstatt das allerliebste Bild an seiner Seite zu betrachten, sah er sehr angelegentlich auf die nichts weniger als verlockende sonnige Avenue. Was ist dir denn, Charley," fragte sie zögernd ,,, habe ich irgend etwas getan, das dir nicht recht ist?" Natürlich," erwiderte er, und man hörte seiner Stimme unterdrückte Erregung an, wie ist es nur möglich, daß eine eben getraute Frau sich so von einem andern als ihrem Mann küssen lassen kann!" ,, O," meinte sie lächelnd, was hätte ich denn tun sollen? Das haben weder er noch ich böse gemeint, und du, alter eifersüchtiger Schat, weißt ja am besten, von wem ich mir am liebsten auf der ganzen Welt einen Kuß geben lasse." Es lag so viel natürliche Liebenswürdigkeit und Schelmerei in dem lächelnden Gesicht, daß seine Stirn sich glättete, aber er konnte es doch nicht unterdrücken, zu sagen:" Du sollst dich eben von niemand als mir küssen lassen, du sollst überhaupt nur mir allein gefallen; andere Männer eriſtieren von heute an überhaupt nicht mehr für dich." Sie lachte, aber das Lachen hatte einen leicht ängstlichen Klang, es war, als schnüre ihr irgend etwas die Kehle zu und das Lachen käme nicht hell und voll, wie es sonst ihre Art war, heraus. Nachher, bei dem sehr opulenten Frühstück, unter der Einwirkung des Champagners und der ein wenig lauten Seiterkeit ihres Vaters, verlor sich das beklommene Gefühl wieder und die schönen grauen Augen strahlten in hellem Glück, zumal der Bräutigam, dessen eifersüchtiges Herz durch nichts in Schwingung gebracht wurde, sehr liebevoll auf sie einsprach. Als das Hochzeitsfrühstück vorüber war, verabschiedete sich das junge Paar von den Eltern, ihr Vater hatte ihnen als Hochzeitsgeschenk einen Scheck überreicht, der eine Reise nach Europa gestattete, und so flogen denn die beiden glückselig ihrer jungen Ehe entgegen. Die ersten Tage ihrer Flitterwochen auf dem schönen Schiff, bei klarem Sommerhimmel und spiegelglatter See, glichen einem Traum, und die beiden Verliebten, sich ganz allein überlassen. glaubten, er würde ihr Lebenlang währen. Aber Träume ohne Erwachen gibt es leider nicht, und zwar pflegt das Erwachen immer dann zu erfolgen, wenn der Traum am schönsten ist, Die junge Frau war eine viel zu eigenartige und liebliche Blume, als daß sich nicht gar bald einige Schmetterlinge gefunden hätten, sie zu umkreisen. Und zwar trug der Schmetterling dieses Mal die sehr kleidsame Uniform des ersten Offiziers und war überhaupt ein ebenso stattliches als amüsantes Exemplar seiner Gattung. Aber schon die ersten, noch schüchternen Annäherungsversuche erregten ein ziemlich deutlich zutage tretendes Mißfallen des jungen Gatten, und die kleine Frau verhielt sich, seine Eifersucht fürchtend, sehr scheu und zurückhaltend. Der junge Offizier aber schien gar nichts zu merken und begann der schönen Frau ganz regelrecht, trog aller wütenden Blicke und spizen Bemerkungen Ludlows, die Cour zu schneiden. Da, eines Tages, als dessen Zorn auf einem Punkt angelangt war, der einen Ausbruch befürchten ließ, und dem Frau Anny mit Todesangst entgegensah, schlug das wundervolle Sommerwetter um, und das Schiff begann auf ganz eigentümliche Weise zu tanzen. Während der junge Offizier mit Frau Anny langsam das Promenadendeck entlang schlenderte, hielt Ludlow, der ihnen nachging, plötzlich in seinem Lauf inne, und sein ganz erblaßtes Gesicht ließ auf einen heftigen inneren Kampf schließen. Merkwürdigerweise aber trieb es ihn nicht dem dahinwandelnden Paare nach, sondern an die Brüstung, und ob die Aussicht auf die See oder die auf das spöttisch lächelnde Gesicht des Offiziers die angenehmere war, das hat selbst Frau Anny niemals erfahren. Daß der junge Ehemann aber, als Bremerhaven in Sicht war, ein erleichterndes Stoßgebet zum Himmel sandte, dessen war sie gewiß. Was aber nützte es? Es war auf dem Lande auch nicht besser: wohin sie kamen, fiel Frau Anny auf, und wo es nur irgend anging, man machte ihr den Hof. Im Coupé fand sich gewiß ein beslissener Jüngling, der sich ihr dienstbar zu erweisen bestrebt war, an der Table d'hote, im Theater, auf Wasser- und Bergpartien, es war immer irgendein männliches Wesen da, welches dem armen Ludlow die Sölle heiß machte, und daß von dieser Hitze auch die kleine Frau ihr Teil zu kosten bekam, war ebenso natürlich als peinlich. So war es denn kein Wunder, daß alle beide das Ende der so schön begonnenen Hochzeitsreise herbeisehnten, weil beide glaubten, ihr stilles, hübsches Heim in New York wäre der beste Schutz gegen unbefugte Eindringlinge und sie würden in diesem kleinen Hafen sicher vor allen Stürmen sein. So trafen sie denn im August am Pier wieder ein, aber als die junge Frau bei der Einfahrt zur Freiheitsstatue hinübersah, da ſchien es ihr plötzlich, als lächelte diese sie sehr spöttisch an, als wolle sie ihr zurufen:„ Wenn du dir einbildest, daß du in meinem Schuß frei sein wirst, so täuschst du dich." Und als wenn sie ihr das gleich beweisen wollte, so sah Anny am Pier neben ihrem Vater zu ihrem größten Schrecken den„, best man" von ihrer Hochzeit stehen. Arme, kleine Anny, der Dämon Eifersucht, der dich hinausbegleitet hat, den bringst du heil und gesund wieder heim, und ich fürchte, die Mauern, die dein Heim umschließen, werden nicht stark genug sein, daß er nicht hindurchdränge. Die erste Zeit ging alles ganz wunderschön. Anny war so sehr mit ihrer Häuslichkeit beschäftigt, so überglücklich mit all dem Neuen und Schönen, das die Liebe ihr gegeben, daß sie weder ausging, noch irgendwelche Neigung verspürte, außer ihrem geliebten Tyrannen einen Menschen zu sehen. Und Ludlow überließ sich ganz dem frohen Gefühl, seinen schwer zu hütenden Schat sicher geborgen zu haben. Annys kleines Wohnzimmer, angefüllt mit allem möglichen Bric- a- brac, wurde von Ludlow, der ein großer Vogelfreund war, in eine richtige Voliere umgewandelt. Da flatterten und zwitscherten in unzähligen Käfigen die seltensten kleinen Vögel, und mitten darin saß Frau Anny selbst wie ein lustiger, anmutiger Vogel. Als nun aber die erste Freude und die erste Geschäftigkeit nachzulassen ansing, Ludlow wieder mehr aus dem Hause war, da begann Anny einen Blick auf die Nachbarschaft zu werfen. Ringsumher standen große Tenementhäuser, eins sah aus wie das andere und bot gar nichts, das zur näheren Beobachtung verlockt hätte. Wie sie noch so stand und etwas gelangweilt auf die öde, sonnendurchglühte Straße hinabblickte, wurde gegenüber ein Fenster in die Höhe geschoben, und der sehr hübsche Kopf eines jungen Mannes ward sichtbar, der, ein Opernglas vor den Augen, ganz ungeniert zu ihr hinüberschaute. Anny, sehr entrüstet ob so unerhörter Dreistigkeit, verschwand sofort von ihrem Beobachtungsposten, - Junge Ehe. Im Lande der Blutapfelsinen. hütete sich aber wohl, ihrem Charley etwas von ihrer Entdeckung mitzuteilen. Aber neugierig, wie die kleinen Frauen nun einmal sind, warf sie in den nächsten Tagen hin und wieder einen Blick auf jenes Fenster, und fast jedesmal entdeckte sie ihr hübsches Visavis an seinem Platz. Ganz allmählich und ohne irgendwelche Absicht von Annys Seite entwickelte sich nun eine kleine Bekanntschaft par distance. Zuerst war es ein schüchternes Hinüberlugen, dann erschien ein ebenso schüchternes Lächeln, dem dann ein noch schüchternerer Gruß seinerseits folgte, und der von ihr mit Erröten quittiert wurde, und so wäre am Ende eine telegraphische Verbindung ohne Draht hergestellt worden, wenn unser guter Charley nicht plößlich solch einen schüchternen Blick und ein ebenso leises Erröten aufgefangen hätte. Zuerst war er völlig erstarrt, dann fing er an, Anny auszufragen, und da sie ihm nicht mehr beichten konnte, als er mit eigenen Augen gesehen, begann er, einem erzürnten Zeus gleich, zu donnern. Anny, entsetzt über einen solchen Ausbruch, versprach alles, was er nur wollte, und der Friede war wieder hergestellt. Aber in Ludlow war das Mißtrauen geweckt und nicht mehr zum Schweigen zu bringen, und da er fürchtete, es könne zwischen den beiden durch die Fensternähe irgendeine Verbindung hergestellt werden, so verfiel er auf ein ganz eigen. artiges Mittel, das zu verhindern. Annys Wohnzimmer lag neben der Küche, und eines schönen Tages hob Ludlow zwischen den beiden Räumen die Tür aus, öffnete sämtliche Vogelkäfige und ließ die kleinen Gefangenen heraus, dann sagte er seinem lieben Weibchen Adieu, schloß die Türe des Wohnzimmers ab und wußte nun Frau Anny in völliger Sicherheit. Im Lande der Goethe hat einmal gesagt:„ Wer Sizilien nicht kennt, der kennt Italien nicht." Der Altmeister der Dichtkunst sagte die Wahrheit. Denn die vielbesungene Insel Trinakria, wie Sizilien im Altertum hieß, bietet so herrliche landschaftliche Reize die italienischen Poeten besingen in ihren Liedern Sizilien als„ Garten der Sonne" so viele historische Sehenswürdigkeiten und andere Attraktionen jeden Genres, daß ein Besuch des Landes von einer Italienreise nicht ausgeschlossen werden darf. Statten wir zunächst dem armen verunglückten Messina, einen Besuch ab. Ram man früher von Neapel oder Reggio, so blieb der Eindruck derselbe: Messina war herrlich gelegen. Man wurde un- willkürlich an die von John Keats: liebliche Dichtung Basiliumstrauch" " Isabella oder der erinnert. Die wun- dervollen Magnolienhügel und schmucken weißen Häuschen gewäh- ren einen äußerst pittoresken Anblick und ließen das alte ,, weiße Stadt" erMessina wie eine scheinen. Von dem alten klassischen Messina war schon vor dem Erdbeben keine Spur mehr zu sehen. Die berühmten Tempel des Apollo und der Aphrodite, des Zeus und der Diana, des Castor und Pollux usw. sind von der Bildfläche verschwunden und als Goethe in Messina nach der einstigen Stätte des Herkulestempels suchte, konnte ihm niemand die Stelle zeigen. Diese stand ebenso erzürnt als ratlos mitten unter den schwirrenden kleinen Gesellen, und da der August an furchtbarer Site nicht kargte, so war die Situation allerdings keine angenehme. Der junge Mann aus dem gegenüberliegenden Flat, der auf diese Weise seine still Angebetete seit Tagen nicht gesehen hatte, und dem die geschlossenen Fenster bei der unglaublichen Size auffielen, suchte dann eines Tages den einfachsten Weg auf, Näheres zu erfahren, er ging hinüber, Einlaß zu erbitten. Nun hatte er aber unglücklicherweise eine Zeit gewählt, in der Ludlow nach Hause kam, und da der Zufall ein abscheulicher Geselle ist, so erspähte unser Charley ihn bei seinem Eintritte ins Haus. In besinnungsloser Wut, ganz vergessend, daß seine Anny eingeschlossen war und niemand einlassen konnte, schwor er, die Ungetreue zu überraschen. Anny, nichts ahnend und mitten unter ihren zwitschernden Mitgefangenen, hört auf einmal die Glocke des Dumbwaiters Sturm läuten, und als sie die in die Küche mündende Tür desselben öffnet, kommt der Aufzug ganz langsam in die Höhe geächzt. Wer aber beschreibt ihr Entsetzen, als sie ihres Gebieters ansichtig wird, der in höchst unbequemer Stellung, feuchend vor Zorn, auf diese Weise sein Haus betritt. Über die Szene, die sich nun entwickelte, wollen wir lieber den Schleier sinken lassen, denn einen Mann in einer lächerlichen Situation zu sehen, ist immer ein mißliches Ding. Soviel aber wollen wir verraten, daß eine halbe Stunde später sämtliche Vögel wieder in ihren Behausungen waren, und unser Charley vor der kleinen Frau auf den Knien lag, heilig Besserung gelobend. Wir wollen hoffen, daß er sein Wort gehalten hat. Blutapfelsinen. E. 3. Inseln- Mostato di Lipari!- kommen in Sicht, auf denen wir den feuerspeienden Stromboli bemerken, dessen Lichtstrahlen den Schiffern in der Nacht als Wegweiser dienen. Milazzo bietet dem Archäologen ein reiches Studienfeld. Der bekannte englische Geschichtschreiber Edward Freeman berichtet in seinem Werke über Sizilien, daß man sich in Milazzo jahrelang aufhalten und immer neue Entdeckungen machen könne. In der Bai von Milazzo besiegten auch die Römer die bis dahin für unüberwindlich gehaltene Flotte von Karthago. Bei Milazzo schlug Augustus Sextus Pompejus und bei Milazzo war es, wo Marmorschleifer in Palermo. Aber dennoch bot das frühere moderne Messina genug des Interessanten. Echtes sizilianisches Volksleben kam in seinen Mauern zum Ausdruck und die berühmte Marina da Messina" oder der„ Corso Vittorio Emanuele" gehörten zu den südlichen Sehenswürdigkeiten. Heute beginnt sich Messina so langsam von der großen Katastrophe wieder zu erholen, aber es wird doch noch geraume Zeit dauern, ehe Messina wieder Messina geworden ist. Dennoch lohnt auch ein Besuch des im Entstehen begriffenen neuen Messina. Von Messina führt uns der Expreßzug nach Milazzo und von hier an der Küste entlang nach der sizilianischen Hauptstadt Palermo, die seit Messinas Unglück sozusagen erst recht die Stadt von Sizilien geworden ist. Aus den Coupéfenstern genießen wir eine herrliche Aussicht auf die Monti Peloritani und Nebrodi, sowie Le Madonie- Berge. Auch die Lipari. General Bosco zur Ehe wir uns nach geben, das leicht einem Norddeutder MittelmeerVork zu erreichen noch einen kurzen daro und Cefalù. an klassischen ErGaribaldi der Dynastie der Bourbonen ein Ende bereitete und am 20. Juli 1860 den Übergabe zwang. Palermo bevon Genua mit schenLloyddampfer linie Genua- New ist, nehmen wir Aufenthaltin TinTindaro ist reich innerungen. Das griechische Theater ist sogar größer als das in Taormina, und die alten Stadtwälle sind die imposantesten in Sizilien. Freeman behauptet, daß das Gimnasio Romano von Tindaro das beste Erinnerungszeichen alter römischer Baukunst sei. Von dem Kloster Madonna del Tindaro genießt man eine prachtvolle Aussicht auf die Umgebung und das Meer. In dem reizend gelegenen Städtchen Cefalu werden wir durch die uns auf Schritt und Tritt folgenden Bettler zuerst in gerechte Entrüstung versezt. Sobald wir jedoch vor dem herrlichen Mosaikkopf Christi in der Kathedrale stehen, haben wir die „ Landplage von Sizilien" vergessen und vertiefen uns in den Anblick dieses Meisterwerks, das den Mosaik- Christuskopf in der Markuskirche von Venedig bei weitem übertrifft. Wir suchen noch den berühmten Tempel der Diana auf und eilen dann schnell zum Bahnhof, um den Zug nach Palermo nicht zu versäumen. Palermo! Der Hafen hat die edlen und vornehmen Linien des Golfs von Neapel und zeigt sich so hoch interessant, wie es eine große und prächtige Stadt und ein jäh abschüssiger Berg wie der Monte Pellegrino nur immer erwarten lassen. Der Monte Pellegrino( Pilgerberg) ist das Hauptwahrzeichen der elangen Sie Leser Postkarte te noch:: sand franko eine bedose Shervin 3456789 456789 156789 15 6789 456789 156739 er seman ichtigeren B Pommern aldemokraten nigen mit versucht er einem A motratische Brung des ben man i und führte fei, daß ein me, fo muff darin Aen fich die Bartei in beschwerli in vollem ben bei de Familienfinn" tinen betref cusgeführt and Erhalt Familien auf ان Ablehnung Eljak- Lot Pifchen Jun führt, die es wählen ton Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - der Großherzoglichen Erscheint Bürgermeisterei sowie vieler anderer sterteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pig. Dienstage, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Geltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Str. 224. Telephon: Nr. 362. des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 17. November 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm brette Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Junge De Junge Ehe. or der Grace- Kirche in New York standen an einem hellen, fonn hermorgen wohl ein Dutzend Frauen der bei flarem Sommerhimmel und spiegelglatter See, glichen einem Die ersten Tage ihrer Flitterwochen auf dem schönen Schiff Zählen Sie Krankheiten! Leiden Sie nicht manchmal an einem der folgenden Uebel? Copfschmerzen, Gliederreißen, Zuckungen, Rückenchimerzen, Gesichtsschmerzen, Schmerzen im Hals, Arnen und Gelenken, Augenflimmern, Blutwallungen, lerzklopfen, Schlaflosigkeit, sehr lebhaften oder chweren Träumen, Beklemmungen, Schwindelanällen, Angstgefühlen, übermäßiger Empfindlichkeit egen Geräusche, Reizbarkeit, besonders früh nach em Aufstehen, Unruhe, Launenhaftigkeit, Versagen less Gedächtnisses, gelben Hautflecken, Klopfen in lem Adern, Lach-, Wein- und Gähnkrämpfen, Gefühl om Taubheit in den Gliedern, Zittern der Hände nd Kniee bei Erregungen, blauen Ringen um die Lungen, Ohrensausen, sonderbaren Gelüsten und Abneigungen, Schreckhaftigkeit usw.? Das sind nämlich die Zeichen der Nervosität, mit der iele Menschen behaftet sind, ohne zu wissen, was ihnen igentlich fehlt. Bei wem von obigen Uebeln mehrere zusammen auftreten, der hat nicht eine Anzahl Krankheiten, sondern nur eine, die Nervosität, aber diese ist eine rechte Plage der Menschheit. Sie kann nicht nur dem Kranken, sondern seiner ganzen Umgebung das Leben verbittern, schwere Lähmungen, Rückenmarksleiden, Geisteskrankheit, Epilepsie und ein frühes Hinsiechen Der letzte Halt sind oft die letzten Stationen auf solchem Leidenswege. Die Nerven sind ja nicht nur eine Anzahl mikroskopisch feiner Fasern, die die verschiedenen Körperteile durchziehen, sondern das Gehirn und das Rückenmark sind die Hauptbestandteile des Nervensystems und man kann daher sagen, wenn die Nerven angegriffen sind, so Ruhe kann man allerdings den Gliedern schaffen, wenn man sich hinlegt, aber mit den Nerven ist es eine andere Sache. Ihr hauptsächlichster Teil, das Gehirn, läßt sich nicht zur Ruhe zwingen, es arbeitet weiter, es kann nicht die Gemütsbewegungen, die Sorgen, den Schreck, die geEin stattliches Aeußere und Körperkraft sind durchaus eint Zeichen für gesunde Nerven, es gibt Männer, die jeder, ist das Mark des Lebens angegriffen. schäftlichen Gründe oder was sonst zur Nervosität führte, er sie sieht, für Bärennaturen hält und die trotzdem hochradig nervös sind. Auch jeder Trinker ist es, wer ganz gesunde Nerven at, wird nicht trunksüchtig. langen Sie dieser Postkarte heute noch tib and franko eine robedose isnervin 6123456789 12.3456789 12.3456789 12:14 56789 2: 1456789 2: 1156739 9211567 Bitte hier abtrennen! Postkarte Herrn Der Nervöse gleicht einem Baume, an dessen Wurzeln die Fäulnis arbeitet, er fällt nicht sofort, aber er fällt vor der Zeit, wenn nicht helfend eingegriffen wird. 5- PfennigMarke Dr. Arthur Erhard G. m. b. H. Berlin W 35. Lerennung die in der Angelegenheit handeln ichtigeren Personen, die konservative Partei, daß Pommern im Wahlkreis Greifswald- Grimm die a demokraten mit zwei braunen Lappen und die innigen mit einem für Stimmenenthaltung zu geen versucht hat. Ferner versprach ein dritter Abter einem Arbeiter 1 Mt. für jede nicht abgegebene lemokratische Stimme. Redner fam dann auf Pußerung des Wahlaufrufes der Nationalliberalen pechen„ man solle einen unabhängigen Kandidaten len und führte aus, wenn es wirklich in Hessen Fall sei, daß ein Beamter politisch nicht unabhängig finne, so müsse man gerade deshalb Urstadt wähum darin Aenderung zu schaffen. Sehr interessant Ito ten sich die Ausführungen Beckers über die kondine Partei in Preußen. Der Kampf mit ihr sei und beschwerlich, doch habe er den Vorteil, daß der en in vollem Umfange Farbe bekenne. Redner beeffe den bei der Finanzreform so berühmt geworde Jamiliensinn" an der Hand eines Antrages der rativen betreffend Fideikommisse. Dort wird klipp fr ausgeführt, diese Einrichtung bezwecke die Ere und Erhaltung des Glanzes einiger hervorraar Familien auf Kosten der anderen. Zur Begründer Ablehnung eines geheimen, direkten WahlSfür Elsaß- Lothringen und Preußen werde paußischen Junkern die„ preußische Eigenart" ins führt, die es mit sich bringe, daß der Preuße ich wählen könne. Redner entwickelte eine andere von Noch gibt es Mittel, dem Verderben Einhalt zu tun. Jede Nervosität hat ihren Grund in einer Ueberanstrengung der Nerven. Was dem einen, der mit starken Nerven geboren wurde, tausendmal nichts schadet, kann einen anderen, dessen Nervensystem sonst gesund, aber von Natur aus nicht sehr kräftig ist, schon auf einmal ruinieren. Ein wenig zuviel Arbeit oder zuviel Amüsement, eine starke Gemütserregung, eine angreifende Krankheit können ihn für lange oder, wenn nichts dagegen getan wird, für immer nervenleidend machen. Gegen Ueberanstrengung des Körpers oder eines Körperteiles helfen nur zwei Dinge: Ruhe( leicht gesagt, aber schwer getan!) und Stärkung durch diejenigen Nährstoffe, die bei der Üeberanstrengung übermäßig verbraucht worden sind. ohne weiteres beiseite schieben, sondern diese Einflüsse wirken weiter. Aber was es dabei an Nervenkraft verbraucht, das läßt sich auf andere Weise ersetzen. Die Wissenschaft hat gesprochen! Es sind vorwiegend organische Phosphorsäureverbin. dungen, die sogenannten Lecithine, durch welche das Diese kann die WissenNervensystem ernährt wird. schaft jetzt in konzentrierter Form herstellen. Sie bilden die wirksamen Bestandteile von Dr. Erhards Visnervin. Wie günstig Visnervin das angegriffene Nervensystem beeinflußt, das geht aus folgenden Briefen hervor. Beim ersten Falle haben wir es mit einer der lästigsten Folgen der Nervosität, der Schlaflosigkeit und nervösen Aufgeregtheit zu tun. Der Leidende schreibt: " Ihr Visnervin" hat sich bei mir vorzüglich bewährt. Ich werde das Präparat meinen mitleidenden Nebenmenschen bestens empfehlen. In erster Linie konstatiere ich, daß meine schlaflosen Nächte gewichen sind, seit ich Ihr„ Visnervin" einnehme und erfreue mich wie früher eines gesunden Schlafes. Die nervösen Aufregungen haben ganz bedeutend Ich bitte 3 Dosen nachgelassen. um Zusendung von „ Visnervin". Ernst Zaiser, Straßburg Bitte wenden! über den eigentlichen Beginn der Arbeiten ist in Kürze erstere von ihnen befürwortete nach einigen kurzen Worzu erwarten. ten die Stimmabgabe für Professor Urstadt. Der andere Aus dem Rheingau. Ein WeingutsbeRedner, Bedmann, betonte in etwas längeren Ausführungen die Notwendigkeit, sich der politischen Situalizer in Winkel ließ alle vom Heu- und Sauerwurm befallenen Trauben sammeln und tat sie in eine Bütte tion anzupassen und mit der Fortschrittlichen Volkspartei gegen die Reaktion und ihre Begünstiger Front zu machen. Seine Partei stehe den erwähnten Aufrufen im „ Gieß. Anz." der„ 7 Wähler" usw. fern. Er fordere alle Parteigenossen auf, Mann für Mann für Professor Urstadt zu stimmen. " In seinem Schlußwort spann Justizrat Metz die Schlachtlosung des alten Frizz noch etwas weiter aus im Sinne der Fortsetzung:„ Das Kavallerie- Regiment, Er sei der Ansicht, daß das nicht sofort einhaut viele Freisinnigen aus Gründen persönlicher Rücksicht= nahme in der Hauptwahl der Urne fern geblieben seien. Dieses Verhalten sei tadelnswert. Er hoffe, daß dies= mal alle ihren Mann stehen würden und die Fortschrittliche Volkspartei zeige, daß sie sich auch aus eigener Kraft durchsetzen könne. Aus Stadt und Land. Es wird Zeit, das Abonnement auf die Gießener Zeitung" zu erneuern. ialand tark iẞt. Sal= litik teis 000 stelZeh= 1. 11. og' Daß wery Erer= äge var 10. beeilt. eſes ges So nte. > em ägt ſsen Da aataatAnhrt. der Sofern Sie noch nicht Abonnent unserer Zeitung sind, bitten wir Sie, dieselbe für 1 Monat zur Probe zu bestellen. Das Abonnement tostet monatlich 40 Pfg., vierteljährlich 1.20 Mt. frei ins Haus geliefert. In unserer Expedition, Seltersweg 83( Laden), a b- Hochachtungsvoll geholt 1.00 Mt. Gießen, 17. November 1911. Teuerungszulagen bei der Eisen= bahnverwaltung. Infolge der zunehmenden Verteuerung aller Nahrungsmittel hat die preußische Eisenbahnverwaltung beschlossen, sämtlichen unteren Bahnbeamten bis auf weiteres eine tägliche Zulage von webeijom kurz den. Gießener Zeitung Gießener Neueste Nachrichten. ttelt 080von ihrer Entdeckung mitzuteilen. und wieder einen Blick auf jenes Fenster, entdeckte sie ihr hübsches Visavis an seinem Platz. hlich und ohne irgendwelche Absicht von Annys Seite entFrauen nun einmal ſind, warf sie in den nächsten Tagen bin obachtungsposten, hütete sich Aber neugierig, wie die kleinen und fast jedesmal aber wohl, ihrem Charley etwas Ganz allDiese stand ebenso erzürnt als ratlos mitten unter den furchtbarer Diese Weise seine still Angebetete und dem die geschlossenen Fenster bei der unglaublichen Sige Der junge Mann aus dem gegenüberliegenden Flat, der auf ſuchte dann eines Sages den einfachsten Weg auf. fleinen Gesellen, und da der August an A nicht gefehen hatte, scharge, so war die Situation allerdings teine angenehme. S Bezug derteljährlich Abgeholt in ausgabeftellen Dienstage, beltersweg 83 tigt verlang Verlag der Str. 224 Nor der Grace- Kirche in New York standen an einem sonnigen Sommermorgen wohl ein Dutzend Frau verschiedensten Stände und warteten, trotzdem sie von der fast gebraten wurden, geduldig auf das Brautpaar, das werden sollte. Besonders zwei, die sich in die vorderste gedrängt hatten, konnten sich in Betrachtungen und Vermi über die zukünftige Ehe nicht genug tun, und die Jünge sehr hübscher Rotkopf, auf dem ein etwas verwegener Hut 1 ließ es an spizzen Bemerkungen nicht fehlen.„ Na, dai Ding, das den Ludlow heiratet, ist auch nicht zu beneiden, ist er und Geld hat er auch, aber wie sie mit dem eifersü Patron fertig werden will, begreife ich nicht, der ist ja da Pulverfaß; wissen Sie noch die Geschichte mit der Williams?" Die ältere Frau lachte. Natürlich," sagte sie," n das, als wär's gestern gewesen, und wie das kleine Di gedient hat; gießt ihm an ihrem eigenen Polterabend ei Wasser zur Abkühlung ins Gesicht, macht ihm dann einen und heiratet statt seiner am nächsten Tage seinen ärgsten den Sharp. Na, das Gesicht war kostbar, wie er zum tommt und seine Braut steht mit einem anderen da verheiratet." In diesem Augenblick fuhren ein paar Wagen hera ersten entstiegen des Bräutigams Mutter und der Va Braut, sie ein kleines, scheu dreinblickendes Frauchen, wohlbehäbiger Mann, dem man ansah, daß er sich u Wohlbehagen seines Magens mehr Sorge machte, c irgend sonst etwas in der Welt. Dann kam das Bra dem man seine und das bot allerdings einen Anblick, haben konnte: Beide schöne, große Gestalten, er dun feurig blickenden Augen, sie zart und blond, etwas schwär dreinschauend. Der dritte Wagen brachte den„ ,, best ma ein allerliebstes Brautjungferchen. Der Pastor, der wohl von dem Bräutigam und seine feurigen Natur erfahren haben mochte, flocht mand mahnendes Wort in seine Rede ein und versuchte den „ Und er soll dein Herr sein" mit allerhand schönen ranken zu durchwinden. Dem sich zusehends verfinsternde sehen des Bräutigams und dem verlegenen Erröten der nach zu schließen, war es von beiden wohlverstanden r und auch ihr Vater, der, die Hände über dem Magen g hinter der Tochter stand, blinzelte den Schwiegersohn sch aber verständnisinnig von der Seite an. Als die Zeremonie beendet und die üblichen Küss getauscht waren, verließ man die Kirche, um dieser po Feier eine etwas substantiellere folgen zu lassen. Als nun das neuvermählte Paar im Wagen saß i Braut ihrem Eheherrn in scheuer Lieblichkeit die Hand wollte, da waren seine Finger merkwürdig steif, und anst allerliebste Bild an seiner Seite zu betrachten, sah er se gelegentlich auf die nichts weniger als verlockende Avenue. Was ist dir denn, Charley," fragte sie zögernd, ich irgend etwas getan, das dir nicht recht ist?" ,, Natürlich," erwiderte er, und man hörte seiner E unterdrückte Erregung an, wie ist es nur möglich, de eben getraute Frau sich so von einem andern als ihrem tüssen lassen kann!" ,, O," meinte sie lächelnd, was hätte ich denn tun sollen haben weder er noch ich böse gemeint, und du, alter eifersü Schatz, weißt ja am besten, von wem ich mir am liebst der ganzen Welt einen Ruß geben lasse." Es lag so viel natürliche Liebenswürdigkeit und Sch in dem lächelnden Gesicht, daß seine Stirn sich glättete, c konnte es doch nicht unterdrücken, zu sagen:„ Du sollst dic von niemand als mir küssen lassen, du sollst überhaupt n allein gefallen; andere Männer existieren von heute an übe nicht mehr für dich." Sie lachte, aber das Lachen hatte einen leicht äng Klang, es war, als schnüre ihr irgend etwas die Kehle z das Lachen käme nicht hell und voll, wie es sonst ihre Ai heraus. Nachher, bei dem sehr opulenten Frühstück, unter de wirkung des Champagners und der ein wenig lauten He ihres Vaters, verlor sich das beklommene Gefühl wied die schönen grauen Augen strahlten in hellem Glück, zum Bräutigam, dessen eifersüchtiges Herz durch nichts in Schwi gebracht wurde, sehr liebevoll auf sie einsprach. Als das Hochzeitsfrühstück vorüber war, verabschiede das junge Paar von den Eltern, ihr Vater hatte ihne Hochzeitsgeschenk einen Scheck überreicht, der eine Reise Europa gestattete, und so flogen denn die beiden glückselig jungen Ehe entgegen. Starielle Urkunde. Hierdurch bestätige ich, daß mir die Firma Dr. Arthur Erhard G.m. b. H. zu Berlin - 6264( sechs tausend zweihundert undvierund sechzig) Zeugnisse, darunter zahlreiche, in denen sich die Aussteller derselben Personen aus allen Schichten der Bevölkerung- als Professoren, Aerzte, Geistliche, Anwälte, Lehrer, Beamte, Militärs, Landwirte etc. bezeichnen, vorgelegt hat. Kenntnis genommen und bestätige, dass Ich habe von diesen Zeugnissen Dr. Arthur Erhard's" Visnervin" lobender und empfehlender Weise über sie sich in höchst anerkennender, Ich bestätige endlich, dass sich unter anderen in diesen Zeugnissen folund seine Wirkungen auslassen. gende Sätze befinden: Ich fühle ".... Abgespanntheit, Unlust zu jeder Tätigkeit, Ueberdruß, Schwerfälligkeit in den Gliedern, Mutlosigkeit, waren früher meine steten Begleiter. diese schlimmen Gesellen verdrängt und Berlin, den 6. September 1911. Ihr ausgezeichnetes" Visnervin" hat Schaffensfreudigkeit, Lebenslust, Bemich jetzt 15 bis 20 Jahre jünger...." an deren Stelle gesetzt: Frische, ".... Ihre Pillen sind einfach Wunderman nachhaltende Gesundheit fühlt..." pillen, das wunderbare dabei ist, daß hendigkeit, Energie usw. BEZ ANGE TAMMERGE ENROLM Mutant Rocklaus Justizrat Im zweiten Falle handelt es sich um die nicht weniger quälenden Kopfschmerzen, verbunden mit Gedächtnisschwäche, die schon in kurzer Zeit verschwanden. Notar im Bezirk des Königlichen Kammergerichts. Paul Haymann, Naunhof bei Leipzig Nachdem ich nun Ihr Mittel schon 4 Wochen gebrauche, merke ich deutlich, daß Visnervin bei mir sehr gut wirkt. Mich plagten Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwäche usw., daß mir fast immer die Lust zur Arbeit fehlte, ich war stets verstimmt und reizbar. Nach Verbrauch von drei Dosen merkte ich schon Besserung und nachdem ich jetzt sechs Dosen verbraucht habe, fühle ich mich vollständig wiederhergestellt, alle lästigen Beschwerden sind vollkommen verschwunden. Die dritte Krankengeschichte betrifft ein Nervenleiden, welches in schwerer Form selt 10 Jahren, in den Anfängen aber jedenfalls schon viel länger bestanden und bereits zu schweren Komplikationen geführt hatte. Der Bericht lautet: Der Daumen, welcher steif war, Endlich kann ich Ihnen mitteilen, daß Ihr Nervenkräftigungsmittel Visnervin mir sehr gut geholfen hat; Kopf- und Rückenschmerzen, Reißen in den Armen und Beinen haben nachgelassen, die Nachtschweiße, die sich sonst jede Nacht einstellten, ist jetzt wieder gelenkig. Die Geschwulst unter den Knien und an den Knöcheln der Füße ist bereits verschwunden; ich war sehr gedankenlos, doch jetzt kann ich wieder denken. Ich kann sagen, Ihr Visnervin ist ein Mittel sondergleichen für die Nerven; so ruhig und gelassen, wie ich jetzt bin, bin ich seit 10 Jahren nicht mehr gewesen. kommen jetzt seltener vor. Frau Agnes Endemann, Stoppenberg Wie aus Die For e gestern, blat, noch en, zahlreichen ins Garten e einleitenden und des mannshagen Urstadt im Reich u der nebenstehend abgedruckten, nach dem was außerordentlich wichtig 6264 Zeugnisse vorgelegt worden sind, in denen folge aussprechen. Er beurkundet ferner, daß diese ein gemeins Zeugnisse von Professoren, Aerzten und Leuten aus en zustande allen Berufsschichten herstammen und er bergleiches Verh Original hergestellten, notariellen Urkunde ersichtlich es angegeben haben. sich die Leute, die Visnervin gebraucht haben, ist- sich in diesen Zeugnissen die Leute genau ist, beurkundet der Kgl. Preußische Notar Justizrat Dr. Rosenbohm, Berlin, daß ihm am 6. September 1911 über die erzielten außerordentlich günstigen E kundet endlich, daß. bildet, daß ich einen eingenommenen Kopf, ein dumpfes Gefühl, Kräftig gebaut und gesund aussehend, leide ich seit Jahren an Kopfweh und Schwindel. Dieses hat sich nun so ausgeAngst vor Schlaganfällen habe und oft arbeitsunfähig und mutlos bin. Ich verspürte nach Anwendung Ihres Visnervin sofort Wirkung. Kopfweh, Schwindel usw. verschwanden. Ich konnte Philipp Motz, Hofheim wieder regelmäßig und andauernd arbeiten und fühle mich wieder neubelebt. nervös war, jetzt aber wirklich gesund ist. Er schreibt: Der vierte Fall betrifft einen nervösen Herrn, der trotz seines gesunden und kräftigen Aussehens schwer beschränkten Auch Verdauungsstörungen sind oft lediglich nervöser Natur. Einen solchen Fall, in welchem schon nach 14 Tagen ein großartiger Erfolg einTeile Ihnen mit, daß Ihr Visnervin mir trat, behandelt der fünfte Bericht. vorzügliche Dienste geleistet hat. Ich habe 4 Tabletten täglich genommen und große des Besserung gemerkt. Kopf- und Zahnschmerzen hörten nach 14 tägigem Gebrauch auf und die Verdauungsstörungen fielen auch weg. Der Schlaf wurde fest. Bei weiterem Gebrauch ließen auch das Zittern der Hände Wilhelm Zimmermann, Schwanheim Raumes halber nur einige Fälle herausund die bohrenden Schmerzen nach. gegriffen, unter den vielen Tausenden ähnlichen, in welchen die gleichen guten Resultate gemeldet werden, aber haben Wir diese dürften einstweilen genügen. so äußern, wie w - - Da bei den Berichten Name und Ort angegeben Visnervin die Wahrheit sagen und nicht übertreiben sind, so können sie von jedermann auf ihre Richtig Wenn es noch eis weiteren Beweises bedarf, so ist er damit erbracht, daß wir mit unseren Angaben über keit geprüft werden. feien in der uchen. Dieje ate 3u erha wahren. Un fie, als ihr die Hilfe d daraus erwa so im Lau när verfeud daran heile bündnisfäh den Nationa gratis und portofrei realtionären Verlangen Sie noch heute eine Probedose Visnervinibertar :: agsperiode, zu betracht Bitte we Wenn man ein Mittel, welches nachweislich solche eroberung de ganz kostenlos versuchen kann, so sollte man diese Gelegentatie zu spred heit sofort ergreifen und nicht etwa warten, bis die Grati. Klasse un Dr. Arthur Erhard G. m. b. H., Berlin W. 35 Beltanschau staunlichen Erfolge auch in sehr schweren Fällen gebracht hapjen werden. proben alle geworden sind. Schreiben Sie heute noch Bitte hier abtrennen! des Freis gte große Erft müs bie der G Gegen Rücksendung dieser Postkarte empi gea eine Probeschachtel ganz umsonstiki ihm u Ich bitte Herrn Dr. Arthur Erhard G. m. b. H., Berlin, um Probeschachtel ung und ih Geltung brin Simme zu bhafter Beif , worauf betrat und hatte. Er Die Zusendung muß portofrei und vollständig kostenlos erfolger erschiene Dr. Erhards Nerven- Nahrung ,, Visnervi Genaue Adresse: Hochachtend ieben Wäh ner Stimm Redner wies lche Mittel im mitgema ng wie hier Dies zu worden, en hätten. inde der Blutapfelsinen. fchon an vorbringe her Nennun bichtigeren Pommern aldemokraten einnigen mit versucht h bter einem A Demokratische Berung des Then man und führte fei, daß ei ne, so mu darin Aer en sich die 5 Bartei in beschwerli in vollem den bei de Familienfinn ativen betre ausgeführt grnd Erhalt Familien auf Ablehnun Elfaß- Lo Bijchen Jun fi hrt, die es wählen tör Diese stand ebenso erzürnt als ratlos mitten unter den schwirrenden kleinen Gesellen, und da der August an furchtbarer Site nicht kargte, so war die Situation allerdings keine angenehme. Der junge Mann aus dem gegenüberliegenden Flat, der auf diese Weise seine still Angebetete seit Tagen nicht gesehen hatte, und dem die geschlossenen Fenster bei der unglaublichen Size auffielen, suchte dann eines Tages den einfachsten Weg auf, Näheres zu erfahren, er ging hinüber, Einlaß zu erbitten. Nun hatte er aber unglücklicherweise eine Zeit gewählt, in der Ludlow nach Hause kam, und da der Zufall ein abscheulicher Geselle ist, so erspähte unser Charley ihn bei seinem Eintritte ins Haus. In besinnungsloser Wut, ganz vergessend, daß seine Anny eingeschlossen war und niemand einlassen konnte, schwor er, die Ungetreue zu überraschen. Anny, nichts ahnend und mitten unter ihren zwitschernden Mitgefangenen, hört auf einmal die Glocke des Dumbwaiters Sturm läuten, und als sie die in die Küche mündende Tür desselben öffnet, kommt der Aufzug ganz langsam in die Höhe geächzt. Wer aber beschreibt ihr Entsetzen, als sie ihres Gebieters ansichtig wird, der in höchst unbequemer Stellung, feuchend vor Zorn, auf diese Weise sein Haus betritt. Über die Szene, die sich nun entwickelte, wollen wir lieber den Schleier sinken lassen, denn einen Mann in einer lächerlichen Situation zu sehen, ist immer ein mißliches Ding. Soviel aber wollen wir verraten, daß eine halbe Stunde später sämtliche Vögel wieder in ihren Behausungen waren, und unser Charley vor der kleinen Frau auf den Knien lag, heilig Wir wollen hoffen, daß er sein Wort Besserung gelobend. gehalten hat. E. 3. Blutapfelsinen. Inseln Moskato di Lipari!- kommen in Sicht, auf denen wir den feuerspeienden Stromboli bemerken, dessen Lichtstrahlen den Schiffern in der Nacht als Wegweiser dienen. Milazzo bietet dem Archäologen ein reiches Studienfeld. Der bekannte englische Geschichtschreiber Edward Freeman berichtet in seinem Werke über Sizilien, daß man sich in Milazzo jahrelang aufhalten und immer neue Entdeckungen machen könne. In der Bai von Milazzo besiegten auch die Römer die bis dahin für unüberwindlich gehaltene Flotte von Karthago. Bei Milazzo schlug Augustus Sertus Pompejus und bei Milazzo war es, wo ifer in Palermo. Garibaldi der Dynastie der Bourbonen ein Ende bereitete und am 20. Juli 1860 den General Bosco zur Übergabe zwang. Ehe wir uns nach Palermo begeben, das leicht von Genua mit einem Norddeut- schenLloyddampfer der Mittelmeer- linie Genua- New York zu erreichen ist, nehmen wir noch einen kurzen Aufenthalt in Tindaro und Cefalù. Tindaro ist reich an klassischen Er- innerungen. Das griechische Theater ist sogar größer als das in Taormina, und die alten Stadtwälle sind die imposantesten in Sizilien. Freeman behauptet, daß das Gimnasio Romano von Tindaro das beste Erinnerungszeichen alter römischer Baukunst sei. Von dem Kloster Madonna del Tindaro genießt man eine prachtvolle Aussicht auf die Umgebung und das Meer. In dem reizend gelegenen Städtchen Cefalù werden wir durch die uns auf Schritt und Tritt folgenden Bettler zuerst in gerechte Entrüstung versetzt. Sobald wir jedoch vor dem herrlichen Mosaikkopf Chrifti in der Kathedrale stehen, haben wir die „ Landplage von Sizilien" vergessen und vertiefen uns in den Anblick dieses Meisterwerks, das den Mosait- Christuskopf in der Markuskirche von Venedig bei weitem übertrifft. Wir suchen noch den berühmten Tempel der Diana auf und eilen dann schnell zum Bahnhof, um den Zug nach Palermo nicht zu versäumen. Palermo! Der Hafen hat die edlen und vornehmen Linien des Golfs von Neapel und zeigt sich so hoch interessant, wie es eine große und prächtige Stadt und ein jäh abschüssiger Berg wie der Monte Pellegrino nur immer erwarten lassen. Der Monte Pellegrino( Pilgerberg) ist das Hauptwahrzeichen der