gen de Arbeiten ei billigster ( 179) onstr. 22, urm bert e Herzen aller ausfrauen wegen . Man achte beim zm. Kaminfeger. öppingen. piziegelei , Telefon 84. ahnanschluss Stadt Gick ein Sohn, fmann ein G tephann ein G Line Tochter. ipper ein G eine Tochter, her Heinr. W mann Erich. Johann G Tela. eine Tochter n Jakob Rin Margarete. ein Sohn, in Langen, Schmedenbecher Oftfchaffner in 1 Gurhagen. fortehändler, eßen. Lauterbach, eiter in Duish Tdenich. vebel und elmine Gidm llateur in G in Gießen. mit Marie 9 Jahre al echt, 27 Jah haus, 77 Jah alt. omnid, 27 3 21 Jahre nehme dliche keten. ekocht leicht. ühmten beide in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen. - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" Itegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 114. Zur - Telephon: Nr. 362. Naturgeschichte des„ praktischen" Sozialismus. Die roten Obergenossen im Parlament und in der Presse sind sich der Hinfälligkeit ihrer Kritik an den Verhältnissen der bestehenden Staats- und Wirtschaftsordnung sehr wohl bewußt. Daran liegt es auch, daß diese Kritik immer in einem überlauten, marktschreierischen, ja gehässigen Tone vorgetragen wird und überhaupt mit Mitteln arbeitet, die auf die niedrigsten Instinkte der Massen berechnet sind. Ruhige Sachlichkeit kennt die sozialdemokratische Kritik nicht und will sie auch nicht kennen, da sonst ihre ganze Hohlheit und Unaufrichtigkeit auch von politischen unreifen Leuten leicht als solche erkannt werden würde. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben zur Genüge gezeigt, daß es der sozialdemokratischen Kritik im Ernste niemals um die Abstellung wirklicher oder vermeintlicher Uebelstände im geltenden Staats- und Wirtschaftsleben zu tun ist. Wie kann auch eine Kritik, deren innerstes Wesen das Prinzip der absoluten Verneinung bildet, zu positiven Leistungen führen! Man wende nicht ein: die Sozialdemokratie hatte bisher noch gar keine Gelegenheit, zu zeigen, daß sie nicht nur kritisch negative, sondern auch positiv- schaffende Arbeit zu leisten vermöge. Wer so spricht, vergißt, daß es schon heute nicht an tatsächlichen Beweisen mangelt, aus denen die völlige Unfähigkeit nicht nur des kritischen, sondern auch des praktischen Sozialismus deutlich erhellt. - - Aus neuester Zeit liegt wiederum ein solcher Beweis vor und zwar handelt es sich um die Stadt Milwaukee im nordamerikanischen Staate Wiskonsin. Diese 375 000 Einwohner zählende Stadt bekanntlich besteht die größere Hälfte der Einwohner aus Deutschen befindet sich seit ungefähr Jahresfrist vollständig unter sozialdemokratischer Herrschaft. Es war im April 1910, als Emil Seidel, ein bekannter Führer der amerifanischen Genossen, von der sozialdemokratischen Mehrheit des Gemeinderats zum Bürgermeister von Milwaufee ausgerufen wurde. Natürlich wurde dieses Ereignis im roten Lager als der Beginn einer neuen Aera gefeiert, unter der sich die Stadt Milwaukee in kürzester Zeit in ein Paradies für die ganze Bevölkerung, jedenfalls aber für die lohnarbeitende verwandeln Genosse Seidel selbst verstieg sich in seiner Antrittsrede zu der bombastischen Ankündigung, er werde einmal den Bürgerlichen zeigen, wie man nach marxistischen Grundsätzen kommunale Musterpolitik treiben könne. werde. ver= auch der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 16. Mai 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. zu wenden, wo es zwar weniger Sozialismus, tot aufgefunden. Er hat durch Einatmen giftiger Säureaber dafür desto mehr Beschäftigung gibt." Am interessantesten ist jedoch die Mitteilung, daß der Genosse Bürgermeister in seiner Not und Bedrängnis sich unlängst an verschiedene industrielle und gewerbliche Organisationen der Stadt gewandt habe, damit diese Rat schaffen sollten, wie der so arg verfahrene Karren der roten Stadtverwaltung wieder flott gemacht werden könnte. Das war also das Ende vom Liede der so pomphaft angekündigten„ kommunalen Musterpolitik nach marxistischen Grundsätzen". Der grausame Humor davon ist, daß die Zeche dieser„ Musterpolitik" hauptsäch lich diejenigen zu zahlen hatten, zu deren Gunsten sie eingeleitet worden war, nämlich die Arbeiter. Ein originelles Mittel die Parteikasse zu füllen, hat der geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Partei fürzlich angewandt. Er hat das folgende Schreiben versandt: " Sehr geehrter Herr und Parteifreund! Anläßlich der bevorstehenden Reichstagswahlen werden besondere Ansprüche an die Parteikasse gestellt. Der geschäftsführende Ausschuß richtet aus diesem Grunde die ergebene Bitte an Sie, die von der nationalliberalen Partei amt lich herausgegebenen„ Nationalliberalen Blätter" durch Aufgabe von Inseraten zu unterstützen. Infolge der ausgedehnten Verbreitung unserer Wochenschrift unter den Anhängern der nationalliberalen Partei dürfte es sich empfehlen, dieselben ständig in Ihrem Inserationsetat aufzunehmen, da ein nennenswerter Erfolg der Anzeigen zu erwarten ist. Der Ertrag aus den Inserateneinnahmen wird lediglich zu Parteizwecken verwendet. Der geschäftsführende Ausschuß. Bassermann, M. d. R., 1. Vors., Dr. Friedberg, M. d. R., 2. Vors." Mit dieser„ ergebenen Bitte" begnügt sich aber der ingeniöse Parteiausschuß noch nicht. Dem Brief ist nämlich noch eine zweite Aufforderung beigegeben, auf der das nationalliberale Zentralbureau seine uneigennützigen als„ Vermittler gleichgesinnter(!) Produzenten u. Konsumenten" anbietet, sofern ein Inseratenauftrag von mindestens 20 Mark für den Monat erteilt werde. Die Her ren Bassermann und Friedberg, die man hier von einer ganz neuen Seite, nämlich als gewiegte Geschäftsleute kennen lernt, werden uns hoffentlich dafür Dank wissen, daß wir ihr neuestes Unternehmen möglichst weiten Kreisen bekannt machen. Die parteiamtlich- nationalliberale Vermittlerſtelle zwischen gleichgesinnten Produzenten und Konsumenten verdient in der Tat weitgehende Beach tung. Schon deshalb, weil dieses Unternehmen ein unwiderleglicher Beweis dafür ist, daß der Bassermann sche Nationalliberalismus der alten Tradition getreu an dem- bewährten„ vermittelnden" Standpunkte festhält. Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. Mai. Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten August Wilhelm Keipper aus Wallertheim, Kr. Oppenheim, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bernsburg, Kr. Alsfeld; dem Schulamtsaspiranten Karl Portwich aus Altona eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schotten; dem Lehrer Richard Walter zu Reichlos, Kr. Lauterbach, eine Lehrerstelie an der Gemeindeschule zu Dauernheim, Kr. Büdingen. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu SolmsLich auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hatdämpfe seinem Leben ein Ende gemacht. * Bad Nauheim, 15. Mai. Samstag vormittag traf die Königin von Bhopal( 3entralindien) hier ein. In ihrer Begleitung befindet sich ein Prinz des Königlichen Hauses, eine englische Doktorin und zahlreiche Dienerschaft. Die Königin wird hier die Kur gebrauchen und sich nach Beendigung derselben zu den Krönungsfeierlichkeiten nach London begeben. Im Gefolge der Königin befindet sich auch der Justizminister. Frankfurt, 15. Mai. Mit der Frage der Frankfurter Universität beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung der Verein akademisch gebildeter Lehrer. Man einigte sich auf folgende Resolution:„ Der Verein akademisch gebildeter Lehrer kann seiner ganzen Tendenz nach nur begrüßen, wenn weitere und höhere Bildungsmöglichkeiten geschaffen werden, wie sie die Begründung einer Universität bietet. Er hofft mit Zuversicht, daß die hiesigen Schulen, zumal die höheren Schulen, in Zukunft keine mindere Pflege und Fürsorge erfahren werden, als ihnen nach ihrer ganzen Art zu teil werden muß." * Darmstadt, 15. Mai. Straffammer. Der Oberbahnassistent Barchfeld in Gernsheim gab, durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle irregeführt, dem Bahnsteigschaffner eine falsche Anweisung. So kam es, daß der Arbeiter Adam Hallstein, der das Geleise überschritt, von einem Zuge erfaßt und getötet wurde. Das Gericht erkannte gegen den Beamten auf eine Woche Gefängnis. * Mainz, 15. Mai. Ein wütender Gläu biger. Ein Metzgergeselle drang in die Wohnung eines Viehtreibers ein und forderte 5 Mark, die er ihm fürzlich geliehen hatte, zurück. Da er sein Geld nicht erhielt, bedrohte er den Schuldner und dessen Frau mit dem Revolver und schlug eine Anzahl Fensterscheiben ein. Er wurde in Haft genommen. * Mainz, 15. Mai. Zwei Schutzleute wollten in der Altstadt vier Burschen festnehmen, die einen wüsten Radau machten. Der Polizeihund, der einen der Burschen ansprang, wurde von diesem mit einem Dolch erstochen, sodaß es zweien der Attentäter gelang, zu entwischen. Literarisches. Studenten- Kochbuch. Eine Anleitung, ohne großen Kosten- und Zeitaufwand auf einfache Art schmackhafte Speisen und Getränke herzustellen, von Fr. Meißner, 3. vermehrte und verbesserte Auflage 1911. Freiburg( Baden), Freiburger Verlagsanstalt( Paul Lorenz), Eleg. broschiert 60 Pfg. „ Wer ist's?" In unserer Zeit, wo wir immer schneller, immer unvermittelter mit Persönlichkeiten aller Berufe und Stände räumlich oder in der Literatur und Presse, im öffentlichen und privaten Leben in Berührung kommen, ist es entschieden oft sehr nützlich und wertvoll, etwas mehr als den bloßen Namen der Person zu kennen. Das kann jeder, der vor, bei oder nach der Begegnung mit einer neuen Persönlichkeit im„ Degener" schnell die Frage sich beantworten läßt:„ Wer ist's?" Dieses Buch erscheint in fünfter neubearbeiteter Ausgabe. Dank einer sehr scharf durchgeführten Abkürzungsmethode, in die sich der intelligente Benutzer aber schnell hineinliest, ist es möglich gewesen, auf den denkbar kleinsten Raum sonst spaltenlange Artikel zusammenzuziehen und doch ein klares Bild zu geben über Namen, Vornamen, Rufnamen, Titel, Geburtstag, Gesagt, getan! Auf Biegen oder Brechen wurde alles, wofür der Stadtsäckel nur eben ausreichte, stadtlicht und nach marxistischen Rezepten umgewandelt. Um die Arbeiterlöhne möglichst hoch und die Arbeitszeit möglichst furz zu halten, wurden ferner verschiedene, selbstverständlich ebenfalls sozialistisch organisierte Industriebezirke neu geschaffen, einerlei ob ein Bedürfnis dafür vorlag oder nicht. Anfänglich ging dann alles ganz nach Wunsch, wenigstens soweit das Interesse der Lohnarbeiter dabei in Betracht kam. Mit dem Augenblick jedoch, als die städtischen Finanzen erschöpft waren und die bis zum äußersten angezogene Steuer schraube eine weitere Anspannung nicht mehr zuließ, zeigte sich plötzlich die Kehrseite der Medaille. Der sozialistische Betrieb erwies sich überall als unwirtschaftlich und überaus kostspielig, sodaß die rote Stadtver= waltung wohl oder übel zu Lohnherabsetzungen und zur Verlängerung der Arbeitszeit schreiten mußte. In zahlreichen Fällen mußten die Arbeiter sogar noch länger arbeiten, als sie es unter der„ kapitalistischen" Produktenrod, Kr. Gießen, präsentierte Schulamtsaspirant Karlburtsort, Eltern, Abstammung, Bildungsgang, Verhei tionsweise jemals gewohnt gewesen waren. Damit nicht genug, erwies sich bald auch die Vornahme von Arbeiterentlassungen als notwendig. Ein Bericht des Londoner„ Standard" beziffert die Zahl der infolge der sozialdemokratischen Stadtverwaltung von Milwaukee brotlos gewordenen Arbeiter auf rund 20 000 und fügt hinzu, daß in keiner amerikanischen Stadt nur annähernd soviel Not und Elend herrsche wie in Milwaukee. Daß daran nur die sozialistische Mißwirtschaft schuld sei, ergebe sich zur Genüge aus der Tatsache, daß in den übrigen Teilen des Staates Wiskonsin Arbeitslosigkeit so gut wie unbekannt sei. Weiter schildert der„ Standard“ die Zustände, wie sie das sozialistische Stadtregiment geschaffen habe, recht ergötzlich wie folgt: Mit der Straßenreinigung hapert es an allen Ecken und Enden, die Entfernung von Müll und Unrat geschieht nur unvollkommen, und auf manchen NebenstraBen stockt die Reinigung bereits seit vier Monaten. Die Arbeiter beginnen Milwaukee zu verlassen und sich dortMeidt aus Lang- Göns, in demselben Kreise, für diese Stelle. * Dr. Gutfleisch hat aus Gesundheitsrücksich ten sein Landtagsmandat niedergelegt. Gutfleisch steht im Alter von 67 Jahren und gehörte der Zweiten Kammer von 1887 bis 1893 und seit den 13. Dezember 1899 an. =*= Auszeichnung. Bei dem Wettschreiben des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes Stolze- Schrey gelegentlich der 25. Hauptversammlung, welche am Samstag und Sonntag in Frankfurt a. M. stattfand, erhielten die Herren Joseph Kübel, Klasse 5( 240 Silben) und Karl Reitz, Klasse 6( 220 Silben) je einen 1. Preis. Unser Regiment ist gestern früh nach dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt ausgerückt, um hier 14 Tage lang in größeren Verbänden zu exerzieren. Freitod. Am Sonntag wurde der Student K. aus Altona in seiner Wohnung in der Kaiserallee Geratung, Familie, Lebenslauf, Werke und Schöpfungen. Wir erfahren, auf welchem Gebiete die Person vor allem tätig ist, was sie als Lieblingsbeschäftigung, als Sport, als Erholung im Beruf treibt, was sie sammelt, welchem politischen Bekenntnis sie zuneigt, welchen wichtigen Gesellschaften sie angehört. Und schließlich erfahren wir die Adressen. Ein ziemlich umfangreicher Nekrolog nennt noch diejenigen, die sich in der vorhergehenden Ausgabe befanden, als Tote aber aus der neuen fünften Ausgabe ausgeschieden wurden. Es steckt eine Riesenarbeit in diesem stattlichen und doch noch handlichen Bande, eine Arbeit, die nun schon viele Jahre währt und nicht ruhen wird, um immer vollkommener zu wer= den. Dieses ernsthafteste Streben des Herausgebers hat auch schon vielfach Anerkennung gefunden, so z. B. in Brüssel auf der Weltausstellung 1910 durch Heranziehung des Werkes für die Musterbibliotheken und Auszeichnung mit dem Grand Prix. Sein Werk verdient deshalb überall Einführung. Deutscher Reichstag. Lanomkrt so gut wie der Gewerbetreibende und der Kans mann Pflichten gegenüber der Allgemeinheit, ohne die wir uns unser heutiges staatliches Leben nicht denken können. Man kann da nicht mehr scheiden. Das Ansehen Deutschlands in der Welt ist dem deutschen Kaufmann in reichem Maße zugute gekommen. Aber wo bliebe das Ansehen des deutschen Namens im Auslande, wenn der deutsche Kaufmann da draußen es nicht verstünde, sein Ansehen hoch zu halten?( Zustimmung.) Wer privates Gut verwaltet, soll es heutzutage tun in Prokura der Allgemeinheit.( Bravo!) Darum fönnen Staat und Privatwirtschaft nur gedeihen, wenn sie sich gegenseitig von dem gleichen Geiste durchdringen lassen. Man rühmt deutscher Staatsauffassung Pflichtbewußtsein und Rechtsgefühl als treibende Kräfte nach. Kann unser Handel ohne diese Tugenden prosperieren, wäre er ohne sie zu seiner jetzigen Blüte gelangt? Und wiederum: Nüchternes Kalkulieren, Rechnen mit reas len Größen, frei von allem Phrasentum, und doch große Ziele im Auge- nur so kann der deutsche Kaufmann seinen Platz in der Welt erobern und behaupten. Kann unser Staatsleben unter anderer Flagge segeln? Und noch eins. Wirtschaftliches Leben ist ohne Egoismus undenkbar. So auch das staatliche Leben, so auch das politische Leben der Parteien. Aber es gibt kurzsichtigen und weitsichtigen Egoismus. Kein verständiger Kaufmann dünkt sich zur AlleinHerrschaft berufen, und ebensowenig gibt er um vereinzelten augenblicklichen Profits willen notwendige Verbindun= gen und Beziehungen für die Zukunft preis. Solcher Geist, Blick auf das Ganze, nicht Haften am Kleinen und Klein= lichen, weitherziges Erfassen alles Tüchtigen sollte auch unser politisches Leben erfüllen. In diesem Sinne akzeptiere ich die aus Ihren Reihen so oft erhobene Forderung: Mehr kaufmännischer Geist in unsere öffentlichen Zustände. Der Reichstag war am Sonnabend bereits um 10 Uhr zusammengetreten, um die Beratung der Reichsversiche= rungsordnung fortzusetzen. Es wurde noch drei Stunden über die Vorstandswahl in denLandkrankenkassen gesprochen. Die Bestimmungen über die Organe der Landkrankenkas= sen sind besonders deshalb so vielumstritten, weil Vorstand und Beisitzer ohne Mitwirkung der Versicherten durch die Kreisausschüsse im Kreistag bestimmt werden sollen. Die Sozialdemokraten sehen darin eine Entrechtung der Landarbeiter, deren politische Aufklärung, wie sie meinten, die Konservativen unterdrücken wollten. Alle Opposition scheiterte aber an der wiederholt nachdrücklich abgegebenen Erklärung der Regierung, daß die in der Kommission gemachten Vorschläge eine unerläßliche Voraussetzung für die Einführung der landwirtschaftlichen Krankenkassen überhaupt und damit auch der ganzen Reichsversicherungsordnung sind. In zwei namentlichen Abstimmungen wurden endlich die Kommissionsbeschlüsse aufrecht erhalten, jedesmal gegen etwa 100 Stimmen, die von den Sozialdemokraten, den PoJen, den Freifinnigen und vereinzelten Nationalliberalen abgegeben wurden. Es folgte§ 345, der die Wahl der Beisitzer bei den Ortsfrankenkassen regelt. Das Stimmrecht der Arbeitgeber richtet sich nach der Zahl ihrer verficherungspflichtigen Beschäftigten. Der sozialdemokratische Antrag auf Streichung dieses Passus wurde abgelehnt, sowie eine Reihe anderer sozialdemokratischer Anträge. Bei§ 355 wurde zum ersten Mal ein sozialdemokratischer Antrag angenommen. Darnach ist der Kassenvorstand verpflichtet, dem Gewerbeaufsichtsbeamten auf Verlangen Auskunft über Zahl und Art der Erkrankungen zu erteilen. Zum Schluß nahm man dann noch das schwierige Kapitel über die Aerztewahl in Angriff, das während der verschiedenen Verhandlungen in der Kommission mancherlei Wendung durchgemacht hat. Nach tagelangen Beratungen in der Kommission erklärte damals der Staatssekretär selbst, daß dte Vorlage unbrauchbar sei, und so hatte man sich später auf ein Kompromiß verständigt, das den goldenen Mittelweg zwischen den Anhängern der freien Arztwahl und ihren Gegnern darstellt. Viel wurde dazu nicht mehr gesprochen und dann die Kommissionsbeschlüsse angenommen. Nachdem auch noch der§ 385, der Bestimmungen über die Arz= netlieferungen durch Apotheken enthält, nach dem Kommissionsantrage angenommen worden war, vertagte man sich auf Montag. Der Kanzler über Handel und Industrie. In der Festsitzung des Deutschen Handelstages, die, wie gemeldet, am Sonnabend in Heidelberg stattfand, hat sich Reichskanzler von Bethmann- Hollweg in bemerkenswerter Weise über die Aufgaben von Handel und Industrie und ihre Bedeutung im heutigen Wirtschaftsleben ausgesprochen. Der Kanzler gedachte zunächst der Zeit vor 50 Jahren, als in Heidelberg der Deutsche Handelstag erstand, und fuhr dann fort: Als der Kanzler geendet, ertönte lebhafter, langanhaltender Beifall. Vom Kaiser war folgendes Telegramm eingelaufen: " Dem Deutschen Handelstag spreche ich für die freundliche Begrüßung gelegentlich der Feier seines 50jährigen Bestehens meinen wärmsten Dank aus und zugleich meine wärmsten Wünsche für eine weitere segensreiche Tätigkeit im Interesse von Handel und Industrie sowie des gesamten Vaterlandes. Wilhelm." Rundschau vom Cage. Politisches. Meuterei ausgebrochen. Der Insurgentenführer Madero, ein Spielball in der Hand der verwahrlosten Soldatesta wurde verhaftet und seine Revolutionsregierung wurde zur Abdankung gezwungen. Es wird gemeldet, die Re bellen verlangen das Leben des merikanischen Generals Navarro, welcher bei vielen Aufständischen wegen angeb licher Grausamkeiten in früheren Schlachten verhaßt ist. Außerdem wurde Madero um Geld und Nahrungsmittel für die völlig zerlumpten und hungrigen Soldaten ange gangen. Madero war nicht imstande, die Forderungen so fort zu erfüllen. Wenn der Konflikt auch mühsam bei gelegt erscheint, so läßt sich doch kaum mehr voraussagen, wohin nunmehr die Ereignisse in Mexiko führen werden, Der Kronprinz als russischer Regimentsinhaber. Wie die Tgl. Rdsch." aus diplomatischen Kreisen erfährt, wird der deutsche Kronprinz anläßlich seines Besuchs in Petersburg am Tage des Geburtstages des russischen Kaisers ein russisches Regiment verliehen bekommen. Man glaubt, daß die Kaiserin- Witwe das Kommando des Regiments Kaiser- Ulanen abgibt und daß der deutsche Kronprinz dies Regiment erhalten wird. Der amerikanische Generalstabschef und die Ab rüstungsidee. Generalstabschef Generalmajor Wood bea fürwortete in der Militärkommission des amerikanischen Repräsentantenhauses den Plan der Aufstellung ständiger Reserveforps au gedienten Soldaten und führte aus, die Armee müsse auf einer stärkeren Kriegsbasis stehen trok der Abrüstungsbewegung. Eine Abrüstung der Nationen sei ein Traum von Träumern. Ueber die Lage in Marotto machte der französische Ministerpräsident in einem am Sonnabend abgehaltenen Ministerrate Mitteilungen, die ihm vom französischen Kons ful in Fez zugegangen waren. Nach diesen Meldungen ist die Lage in Fez immer bedenklicher geworden. Die Ver bindungen mit dem Innern werden alle Tage schwieriger. Lebensmittel und Munition werden knapp. Der Sultan hat noch einmal in dringendster Form schriftlich um die Unterstützung der französischen Truppen gebeten. Der Ministerrat war der Ansicht, daß es unter diesen Umständen angezeigt sei, den Marsch der französischen Hilfskolonne zu beschleunigen, um Fez zu entsehen, das nur für die unbedingt notwendige Zeit besetzt gehalten werden soll. Die Feier des 50jährigeh Militärdienstjubiläums des Generalfeldmarschalls Freiherrn von der Golz wurde gestern durch ein Morgenkonzert der verschiedenen Militärfapellen eingeleitet. Außer einer Kabinettsorder übersandte der Kaiser sein in Del gemaltes Porträt. Der Sultan ehrte ihn durch ein Handschreiben und durch Verleihung des Medschidje- Ordens erster Klasse mit Brillanten. Kaiser Franz Josef beglückwünschte ihn durch ein Telegramm. Mit Stolz dürfen Sie sagen, daß die Geschichte des Deutschen Handelstages ein Stück der Geschichte unserer Einheit geworden ist, daß die Forderungen, die hier vor 50 Jahren von den Vätern des Handelstages aufgestellt wurden, das Gerüst waren, in das der Bau unseres Wirtschaftslebens hineinwuchs, nachdem uns die politische Einheit geschaffen war. Und doch wird nicht einer von den Männern, die den ersten Deutschen Handelstag einberiefen, die Entwickelung geahnt haben, die der deutsche Handel in diesen 50 Jahren genommen hat. Die Zahlen unserer Handelsbewegung, die uns so nüchtern und selbstverständlich erscheinen, hätten jener Heidelberger Versammlung wie ein Märchen geklungen. Die Bett lag ja noch nicht weit zurück, wo man die deutschen Kaufleute im Auslande in milder Verachtung den Hühnern verglich, die in der Streu die Körner aufpickten, die edle Pferde aus der Krippe fallen ließen. Das Zaubermittel, durch das das Märchen Wirklichkeit wurde, hieß Einigkeit. Nur weil zuerst das Allgemeine sichergestellt wurde durch die gemeinsame be= geisterte Arbeit aller Stände, hat alles Einzelne auf festem Grund in gesichertem Rahmen wachsen können. Die alten Probleme der wirtschaftlichen Einheit sind gelöst, neue sind an ihre Stelle getreten. Heute steht der deutsche Kaufmann mitten in organisatorischen Aufgaben, von denen man vor 50 Jahren noch nicht einmal eine Vorstellung hatte. Mit tausend Fäden ist er in die Weltwirtschaft verknüpft; den Gönnern früherer Zeiten steht er als gleichberechtigter Partner gegenüber; das Deutsche Reich ist eine Firma geworden, zu der man sich mit Stolz bekennt.( Lebh. Beifall.) Und doch, meine Herren, die uns Deutschen so besonders sympathische Abneigung gegen den Racer von Staat ist. wenn ich nicht irre, auch aus einem Teil der Kaufmannschaftnoch nicht gewichen. Der alte Gegensatz zwischen Individualismus und Staat wird immer noch durch die Bücher geschleppt, als ob der Posten noch unverändert validierte. ( Heiterkeit.) In Wirklichkeit laufen die Interessen und Bflichten der Privatbetriebe so mit den Interessen und Pflichten des Staates ineinander, daß der Gegensaß, wo er konstruiert wird, ein gefünstelter ist. Kein privates Erwerbsgeschäft ist heutzutage noch reines Geschäft, es ist in gewissem Sinne zugleich Amt. In der Sorge für seinen Betrieb und für die in ihm tätigen Personen erfüllt der 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.) Kleine Nachrichten. Für den deutschen Rundflug, der von Berlin über Magdeburg, Hamburg, Kiel, Hannover, Cöln, Caffel, Nordhausen und Halberstadt nach Berlin zurückführt, stehen an Preisen rund 400 000 Mzur Verfügung. Durchschnittlich find an jedem Tag 145 Kilometer zu durchfahren, insgesamt 1878 Kilometer. Zwischenlandungen sind vorgesehen Lübeck, Bielefeld, Soest und Dessau. Die Veranstaltung beginnt am 11. Juni und endigt am 7. Juli. Ueber die Frage, mit welchem Zeitpunkt die Legiss laturperiode des Reichstags endigt, äußert sich Geheimrat Professor Dr. Zorn- Bonn, eine der be= deutendsten Autoritäten des Staatsrechts. Auch nach Zorns Ansicht endigt die Legislaturperiode, falls nicht eine frühere Aulfösung erfolgt, mit dem Ablauf des Tages, an dem das fünfte Kalenderjahr vom Tage der allgemeinen Wahl ab zu Ende geht. Bis zu diesem Zeitpunkt, so führt er aus, könne ein deutscher Reichstag mit voller verfassungsmäßiger Wirkung alle diejeni gen Aufgaben erfüllen, die die Verfassung dem Reichstage zuweise, wobei rechtlich auch nicht die gringste Einschränfung in dieser Beziehung bestehe. Zorn erhebt die Forderung, daß in einer Rechtsfrage ausschließlich dieser rechtliche Gesichtspunkt festgehalten werden und daß man sich nicht dabei durch politische Tendenzen verwirren lassen solle. 6) Dabei geschah es, daß diese aussprang und etliche Sachen herausfielen. Eine Schachtel mit Puder entledigte sich ihres Inhalts und gab Veranlassung zu der geistreichen Bemerkung eines Dorfschlingels, der sich wieder herangedrängt, das seien Müllersleute, die haben ihr Mehl alleweil mitbrächt." Unwirsch fuhr der feine Stadtherr zurück und schob die Gaffer sehr energisch zurück. Kathi aber langte von der Erde ein fremdes Etwas auf, das sie noch nie gesehen hatte und vorsichtig mit zwei Fingerspigen anfaßte, es neugierig betrachtend. Das nennt man eine Bartbinde," belehrte sie vom Bocke herunter der Kutscher. in Bäderfrequenz. Karlsbad 6420, Kissingen 2655, Marienbad 925, Nauheim 4922, Neuenahr 1729, Pyrmont 882, St. Blaften 3893, Salzungen 283, Sooden- Werra 420. Der Kreuzer„ Ersatz Bussard" ist am Sonnabend nachmittag in Bremerhaven im Beisein der Spitzen der Zivilund Militärbehörden sowie zahlreicher geladener Gäste vom Stapel gelaufen. Der Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg Retmarus taufte das Schiff auf den Namen„ Magdeburg". Gegen die sozialdemokratischen Jugendvereine richtet sich eine Mahnung der Handwerkskammer zu Hannover, die an die Handwerksmeister ergeht, in den Lehrverträgen die Bestimmung aufzunehmen, daß die Lehrlinge nur in die vom Meister erlaubten Vereine eintreten dürfen. Eine solche Bestimmung sei namentlich solchen Leuten gegenüber nötig, deren Väter Mitglieder sozialdemokratischer Verbände seien, die einen 3wang auf die Väter ausübten, ihre Söhne den sozialdemokratischen Jugendvereinen zuzuführen. Das Mädchen hob das Gesicht zu ihm empor, es sah aus wie ein großes Fragezeichen, sodaß der Mann laut auflachte.„ Das ist so ein Verschönerungsobjekt von dem geschniegelten Herrchen. Schiebens Sie's nur geschwind wieder in die Tasche, sonst wird er gewiß wild, daß Ste es entdeckt haben." Kathi tat, wie er sie hieß, ohne zu verstehen, was er eigentlich damit meinte. Die helle Stimme der Tante ließ sich jetzt vernehmen. „ Kutscher, fahren Sie unsere Sachen zum Gasthofe, wir werden da nächtigen." Frau Rosa trat aus der Tür, gefolgt von der Schwester, sie faßte nach der Reisetasche und beförderte sie wieder in den Wagen hinein. Kathi tat desgleichen mit den anderen Gegenständen, aber das geschah mit einem unmutigen Schwunge. Augenblic geftellt ba Berlift ein fchwervern wurde lei 2005 nement Lu Auf dem Wege zur Einheitsstenographie. In den ersten Tagen des nächsten Monats wird im Reichsamt des Innern der aus 28 Mitgliedern bestehende Sachverständigenausschuß der deutschen Stenographieschulen zu einer Beratung zusammentreten. Seine Aufgabe wird sein, bes stimmte Vorschläge über die Schaffung einer deutschen Einheitsstenographie zu machen. In der mexikanischen Revolutionsarmee ist eine offene Stroh in die Bodenkammer einquartiert hatten, und nun schien das denen nicht einmal gut genug zu sein. Wie so etwas empörte und ärgerte. „ Gefällt es Dir denn nit bi uns?" fragte sie, und tampfbereit sahen die Braunaugen auf die Tante. Sie dachte daran, wie die Mutter und sie ihr Stübchen und die eigenen Betten für die Gäste hergegeben und sich auf Röschen vertragt nit, unter Federbette zu schlafe, und de Julius of nit," begütigte Frau Amrum. Die Besizungen des für tot erklärten Johann Orth bet Gmunden, die aus mehreren Gütern, dem Seeschloß und dem Ort Will bestehen, werden vom österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand angekauft werden. Der Erzherzog beabsichtigt, das Schloß umzubauen, um es später ständig zum Sommeraufenthalt zu benußen. Der Verband preußischer und hessischer Lokomotivfüh rer hält zurzeit seine erste Generalversammlung in Berlin ab. Eingeleitet wurde sie am Sonntag abend mit einem Begrüßungskommers in den Räumen der Philharmonie. Die Generalversammlung wird sich außer mit internen Standesangelegenheiten auch mit Fragen zu beschäftigen haben, welche die Sicherheit des Verkehrs usw. betreffen. Die Schwester aber sah mit aufrichtigem Wohlgefallen die hübsche Kathi an, und der Plan, der ste hergetrieben, reifte immer mehr in ihr. Sie klopfte ihr die Backen.„ Ei, ei, so temperamentvoll, das steht uns aber ganz gut," meinte sie. Nun beruhige Dich, Kind, mir gefällts recht gut bei euch, der gedeckte Tisch mit Deinem selbstgebackenen Kuchen sieht sehr einladend aus, nur schlafen tönnen wir nicht in dem kleinen Loche, dazu sind wir zu verwöhnt." abgebrann Personen Gine g Dorfe bet thr Mann Familie if Zwei In Bayreu Lauf wege ben Mühl Tode. gen Töchte densee, ver digen, 383 reich gebür nächst erwi Verkanf der Voffischen Zeitung. Wie das B. T. meldet, ist die Vossische Zeitung, die bisher im Verlage der Vosfischen Erben erschten, an die Frankfurter Bankfirma Lazard Speyer- Elliffen verkauft worden. Bald nach dem Ableben des Geheimen Justizrat Leffing, der 60 Jahre lang der Haupteigentümer des Blattes war, wurden Verkaufsverhandlungen eingeleitet, die vorgestern zum definitiven Abschluß geführt haben. Der Herr Sohn, der herangekommen war, erklärte lachend, sehr verheißungsvoll für Nachtquartier sah das Gasthaus auch nicht aus! Aber versuchen wir, was wir da kriegen können, das Cousinchen hilft mir bei der Auswahl der Gemächer. Bitte einzusteigen!" Er hielt den geöffneten Wagenschlag in der Hand und verbeugte sich dabei mit komischer Feierlichkeit. Der Schaz im Kopfkissen. Die Witwe Malinowska in Rixdorf, die mehrereZimmer vermietet, bewahrte threSpargelder in ihrem Kopfkissen auf. Als sie sich gestern nach threm Schatz umsah, machte ste die unangenehme Entdeckung, daß anstatt der Goldstücke nur Messingplättchen vorhanden waren. Wer der Dieb tst, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Rathi war ganz verwirrt. Sie blidte fragend zu Mutter und Tante hinüber. Die nidten ihr beide freundlich zu, und Frau Rosa drängte.„ Geschwind, geschwind, macht, daß ihr fortkommt, damit ihr bald wieder hier seid. Ich habe Kaffeedurst!" Vom eigenen Bruder erschossen. In Posen wurde ein 10jähriger Schüler auf dem Flur der elterlichen Wohnung mit einer Schußwunde in der linken Brustseite tot aufgefunden. Sein vierzehnjähriger Bruder, der den tödlichen Schuß abgegeben hatte, wurde verhaftet. Nun hüpfte das Mädchen flink in den Wagen und gab sich harmlos dem Vergnügen hin, in der Glaskutsche durch das Dorf zu fahren. Sie war ganz reizend in ihrer findlichen Freude an dieser Fahrt und plauderte lustig mit dem Better, den sie rechts auf die stattliche Dorflinde aufmerksam machte und dann wieder links auf den schmucken Taubenschlag beim Schulzen und die schöne Figur auf dem Brunnen. Ein folgenschwerer Gerüsteinsturz hat sich auf der Glashütte Leerdam( Provinz Südholland) ereignet. In dem Der Better tat ihr denn auch den Gefallen, alles ausnehmend hübsch zu finden, im Grunde genommen dünfte ihm die ganze Geschichte sehr alltäglich. sogar häßlich; Leber hera nach einer Entdeckung sollte. Der K gericht hat Posen, w ehefrau 2 Anspruch gewiefen. endet, und Kwiledi. Zbigniew bella. Nad handen wa Awiledi o hübsch, und zwar ganz außerordentlich hübsch erschien ihm nur der junge Blondkopf an seiner Seite mit den strahlenden Rehaugen. Er dachte, haben wir dies Mädchen bet uns in Friedenau, im Gastzimmer, so könnte sie uns haufenweise die Gäste heranziehen, ohne daß sie sich dabei anzustrengen brauchte. So wie sie ist, so frisch, so natürlich, so hübsch, das genügt schon, daß jeder gern kommt, um ein paar Worte mit ihr zu schwatzen! Vor dem Gasthause zum„ Adler", wo morgen Kirmestanz war, hielt der Wagen. Der Vetter wollte ihr beim Aussteigen behülflich sein und hielt ihr die Hand hin. Das verstand sie aber nicht, sondern sprang, ohne den Tritt zu benutzen, aus dem Wagen. Etwas schüchtern folgte sie ihm dann in das Gasthaus. nicht die( Pause eine war damal bella wurd mit ihrem angeklagt, 1903 nach d Bahnwärte Mährens, habe das A fauft, ftreng fter Instan das Reichsg gesprochen. Des Vetters herablassende Art, mit dem Wirte zu sprechen, sowie sein wiederholtes Rüden Sie mit dem Besten heraus, was Sie haben," verfehlten nicht des Eindrucks auf Kathi, und sie fühlte sich außerordentlich geho ben, wenn Julius sich wiederholt bei dem Cousinchen Rat oder Zustimmung holte. Ersterer bestand bei ihr freilich nur in ein paar undeutlich gemurmelten Worten, letztere in einem stumm men Nicken, doch beides schien dem liebenswürdigen Better völlig zu genügen. Die beiden Wohnzimmer des Adlerwirts, in die je ein Bett gesetzt werden sollte, waren zu Gnaden mit der Bemerkung angenommen worden:„ Je nun, man ist es anders gewohnt, aber man behilft sich für ein paar Nächte. Machen Sie nur alles zurecht!" Der Wirt versicherte, es würde alles auf das nobelste eingerichtet werden für den gnädigen Herrn und für die Dame. Dann ließ er es sich nicht nehmen, den vornehmen Gast zum Wagen zu geleiten und riß dienstfertig den Schlag auf. Bitte, das Cousinchen zuerst," sagte deren Begleiter, als das Mädchen ihm bescheiden den Vorrang lassen wollte. ( Fortsetzung folgt.) Das gi Scharen der Sonnabend große Los i Nummer 12 Ben" Ziehu legten Lott Hoffnung fa Spielern no des legten noch eine g Glüdsrade, immer noch teln bei K die glüdlid werbetreibe Ohr un ein 19 Ja ftaurateurs terer sprang die Nasensp Verstümme den. Spät Die Nasen In de relegiert Selbstmorde Kopf am wie das Nachdem e den und Sache bef nasiums worden w der Begri Primaner find jetzt i einigen G zerstrafen verbüßt ha Strafe in Serfah brechen in Liebescoma Jahre alte Geschäft tä mit der gl schaft von Das Paar, len beide e Geld los, o war unterd die Mittel Rind in G tam die Be in der er et Er paßte In Dresden Sause war, Geld. Dan au vertaufe Teil der Be tontrollieren Beichnis die einer Brau berfachen m Padres gef Der R diefer Tage gesprochen. gerlichen ionär Gen weil er die Führt hatte. während d Des Mädche enführer Mabey often Golbatest regierung wut emeldet, die nischen Gener en wegen ange hten verhaft Nahrungsmit Goldaten ang Forderungen uch mühsam b ehr vorausfage führen werbe und die ajor Wood 5 ameritanij tellung ftändige führte aus, bafis ftehen t ng der Nation Ser franzö nd abgehalten ranzöfifchen Ro Meldungen Orden. Die Ve Tage Schwieriga op. Der Sulto hriftlich um die ebeten. Der Mi Diefen Umständer hen Hilfstolome nur für die werden soll. Berlin fiber Mo Caffel, Nordha führt, stehen a Durchschnittli fahren, insgesamt vorgesehen i Beranstaltung be en 2655, Marien Byrmont 882, rra 420. Sonnabend na Spigen der Zivil dener Gäste von der Stadt May n Namen„ Mag hie. In den e n Reichsamt de de Sachverständ len zu einer Be wird sein, be er deutschen Ein Johann Orth bei m Seeschloß und reichischen Thron Der Erzherz 8 später ständi er Lokomotivfit mlung in Berlin abend mit einen er Philharmonie er mit interna zu beschäftige usw. betreffen. das B. T. meldet Verlage der B r Banffirma ald nach dem 60 Jahre lan ourden Verkauf zum definitivn e Malinowska h ewahrte ihreSpa fich gestern nat nehme Entdedung ättchen vorhande noch nicht festge Posen wurde ei erlichen Wohnu uftfeite tot aufge der den tödlide fich auf der Gla reignet. 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Eine Bäuerin in einem Dorfe bei Kracau vergiftete das Mittagessen, von dem sie, thr Mann und die beiden Stieffinder aßen. Die ganze Familie ist gestorben. Aus den Gerichtssälen. Zwei Todesurteile. Das oberfränkische Schwurgericht In Bayreuth verurteilte den Schwellenhauer Dremel aus Lauf wegen Raubmordes. er ermordete am 31. Mai 1910 ben Mühlenbesitzer Neubauer in Rothenkirchen zum Tode. Wegen Lustmordes, begangen an dem neunjährigen Töchterchen eines Schreinermeisters in Lindau am Bodensee, verurteilte das Schwurgericht in Augsburg den ledigen, 38 Jahre alten Dachdecker Kappelsberger, aus Desterreich gebürtig, zum Tode. Der Unmensch hat das Kind zunächst erwürgt und hierauf den Leib aufgeschnitten, und die Leber herausgenommen, und zwar hat er das getan, da er nach einem alten Verbrecherglauben nunmehr vor der Entdeckung weiterer Straftaten angeblich bewahrt bleiben sollte. - Der Kwiledi- Prozeß endgültig entschieden. Das Reichsgericht hat am Sonnabend das Urteil des Oberlandesgerichts Posen, wonach der kleine Graf Kwilecki der Bahnwärtersehefrau Meyer zugesprochen wurde, aufgehoben und den Anspruch der Frau Meyer für unbegründet erklärt und abgewiesen. Das Reichsgericht hat das Verfahren damit beendet, und der kleine Graf bleibt nunmehr definitiv Graf Kwilecki. Majoratsherr auf Wroblewo ist zurzeit Graf Zbigniew Kwileckt, der Gatte der verstorbenen Gräfin Isabella. Nach seinem Tode wäre das Gut, da nur Töchter vorhanden waren, an eine andere Linie, den Grafen Micizlam Kwilecki oder dessen Sohn Grafen Hektor gefallen, wenn nicht die Gräfin Isabella im Jahre 1897 nach 16jähriger Pause einem Sohne das Leben gegeben hätte. Die Gräfin war damals 51 Jahre, ihr Gatte 57 Jahre alt. Gräfin Isa bella wurde nun der Kindesunterschiebung beschuldigt und mit ihrem Gatten, einer Hebamme und zwei Dienerinnen angeklagt, vom Schwurgricht Berlin I jedoch im Jahre 1903 nach dreiwöchentlicher Verhandlung freigesprochen. Die Bahnwärtersehefrau Cäcilie Meyer in einer Ortschaft Mährens, die mit der Behauptung hervorgetreten war, sie habe das Kind unehelich geboren und an die Gräfin verfauft, strengte darauf einen Zivilprozeß an, den sie in erster Instanz verlor, in zweiter Instanz gewann. Jetzt hat das Reichsgericht das letzte Wort in dieser Angelegenheit gesprochen. Vermischtes. Das große Los. Bittere Enttäuschung ist durch die Scharen der preußischen Lotteriespieler gegangen. In der Sonnabendvormittagsziehung wurde, wie gemeldet, das große Los in Höhe von 500 000 Mart gezogen, das auf die Nummer 12 332 fiel. Nun ist, schon am 7. Tage der„ groBen" Ziehung, der Hauptreiz dahin, während man in den Tegten Lotterien meist wochenlang zwischen Furcht und Hoffnung schweben konnte. Immerhin bleibt den LotterieSpielern noch die Aussicht auf die 300 000- Mark- Prämie des legten Ziehungstages, und auch außer der Prämie ist noch eine ganze Anzahl recht ansehnlicher Gewinne im Glücksrade, so daß Fortuna denen, die sie beglüden will, immer noch lächeln kann. Das Gewinnlos wird in Ahteln bei Kollekteuren in Berlin und Duisburg gespielt; die glücklichen Gewinner sind meist Kaufleute und Gewerbetreibende. Ohr und Nasenspige abgebissen. In Spandau gerieten ein 19 Jahre alter Dreher und der Sohn eines Restaurateurs in Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. Lezterer sprang dabei auf den Dreher zu und biß ihm zunächst die Nasenspitze und dann den einen Ohrlappen ab. Der Verstümmelte mußte nach dem Krankenhause gebracht werden. Später wurde am Tatort der Ohrlappen gefunden. Die Nasenspitze hat der Wüterich anscheinend verschluckt. In der Angelegenheit der Osteroder Primaner, die relegiert wurden, weil sie in Verspottung der Schülerselbstmorde eine Puppe mit einer Primanermütze auf dem Kopf am Aste eines Baumes aufgehängt hatten, ist jetzt, wie das ,, B. T." hört, ein neuer Beschluß gefaßt worden. Nachdem eine abermalige Prüfung der Affäre stattgefunden und auch das Provinzialschulfollegium sich mit der Sache beschäftigt hat, hat der Direktor des Osteroder Gymnasiums die Strafe in den beiden Fällen, wo sie verhängt worden war, in das consilium abeundi umgewandelt. In der Begründung heißt es, daß die Geständnisse der beiden Primaner als mildernde Umstände anzusehen seien. Beide find jetzt in anderen Anstalen aufgenommen worden. Auch einigen Schülern des Osteroder Gymnasiums, die zu Karzerstrafen verurteilt worden waren und ihre Strafe schon verbüßt haben, ist jetzt eröffnet worden, daß ihnen diese Strafe in milderer Form angerechnet werden würde. Irrfahrten eines Liebespaares. Mit einem Verbrechen in Leipzig und einer Verhaftung in Berlin hat ein Liebesroman geendet, der in Erfurt begonnen. Der 23 Jahre alte Kaufmann Rudolf Kambhenkel war in Erfurt mit der gleichaltrigen Verkäuferin Elise Kott in einem Geschäft tätig und verliebte sich in sie. Mit einer Erbschaft von 3000 Mark, die dem Mädchen zufiel, beschloß das Paar, ein Geschäft zu kaufen. Zum Unglück aber sielen beide einem Schwindler in die Hände; sie wurden ihr Geld los, ohne ein Geschäft zu bekommen. Das Mädchen war unterdessen Mutter geworden. Das Paar ließ das Kind in Erfurt zurück und fuhr nach Leipzig, um, da die Mittel erschöpft waren, dort Stellung zu suchen. Jezt fam die Versuchung. Kambhenkel sah in einer Wohnung, in der er eine Schlafstelle mieten wollte, Silberzeug stehen. Er paßte die Beit ab, da das Dienstmädchen allein zu Hause war, und nahm für 900 Mart Silbersachen mit. In Dresden machte das Paar einen Teil der Beute zu Geld. Dann fuhren betde nach Berlin, um hier den Rest zu verkaufen oder zu versehen. Als Kambhenkel einen Teil der Beute einem Tröbler vorlegte, wurde er von einem tontrollierenden Kriminalbeamten, der nach seinem Verzeichnis die in Leipzig gestohlenen Sachen erkannte, mit feiner Braut verhaftet. Die noch nicht veräußerten Silbersachen wurden auf dem Bahnhof in dem Gepäck des Paares gefunden und beschlagnahmt. Der Rächer seiner Tochter. In Philadelphia wurde dieser Tage ein des Morbes Ueberführter vom Gericht fretgesprochen. Frant Mac Mahon, ein Mann in fleinbürgerlichen Verhältnissen, hatte vor einiger Zeit den Millionär George Beary auf offener Straße niedergeschossen, weil er die achtzehnjährige Tochter des Mac Mahon verführt hatte. Leary war 53 Jahre alt und verheiratet. Als während der Gerichtsverhandlung die rührenden Briefe des Mädchens an seinen Verführer vorgelesen wurden, brachen einige Geschworenen in Tränen aus. Der Vater wurde freigesprochen, weil er in berechtigter Notwehr gehan delt habe. Eine tausendköpfige Menge geleitete ihn unter Sympathiebezeigungen aus dem Gerichtsgebäude. Ein geheimnisvoller Ueberfall. Aus Rybnik( OberSchlesien) wird gemeldet: Am Freitag früh ging ein junges Ehepaar aus Rybnik nach Schwallowitz, als plötzlich drei Männer aus den städtischen Anlagen hervordrangen und sich auf das Ehepaar stürzten. Der eine hielt die Frau fest, die beiden anderen schlugen und stachen auf den Mann so lange ein, bis er schwer verletzt zusammenbrach. Dann ergriffen die Unholde die Frau und schleppten sie in den Wald. Sie ist seitdem verschwunden. Die Polizei stellte sofort Ermittelungen an, tonnte jedoch bisher nichts Genaueres feststellen. Ein Ballonwettfliegen mit Hindernissen. Der vom Cölner Klub für Luftschiffahrt und dem Niederrheinischen Verein für Luftschiffahrt am Sonntag bei Cöln veranstaltete Ballonwettflug stellte sich eine ganze Reihe von Unfällen entgegen. Zunächst sollte der Aufstieg um 11 Uhr vormittags erfolgen, mußte aber infolge Gewitterſtimmung auf 4 Uhr nachmittags verschoben werden. Der Ballon Prinz Adolf erhielt einen Riß und entleerte sich schnell. Beim Ballon Neuß rissen inoffge böigen Windes die Verbindungsseile, wodurch der Ballon gleichfalls aufgerissen wurde. Beim Ballon Clouth V verstricte sich die Ventilleine kurz vor der Abfahrt, wodurch sich das Ventil öffnete und das Gas rasch ausströmte. Kurz vor 6 Uhr begann endlich der Aufstieg von 7 Ballons. Am Totenbett des Gatten freiwillig verbrannt. Trotz des Verbotes der Witwenverbrennung, hat sich die Witwe eines vornehmen Indiers namens Saibilini verbrannt, noch ehe ihr sterbender Gatte die Augen geschlossen hatte. Wie aus Kalkutta telegraphiert wird, war der Dame gesagt worden, ihr Gatte könne nur noch einige Stunden leben. Da zog sie ihre kostbarsten Gewänder an, bemalte Gesicht und Füße mit roter Farbe und ließ sich neben dem Lager ihres Gatten auf einem Haufen brennbaren, mit Petroleum getränkten Materials, ein heiliges Buch in der Hand, nieder. Alsbald entzündete sie den„ Scheiterhaufen", und ehe jemand zu Hilfe kommen konnte, war die Frau eine Leiche. Der Mann starb 15 Minuten später. Vom eigenen Vater getötet. Im Orte Bojaro in der Provinz Avellino( Kalabrien) ist eine furchtbare Bluttat aufgedeckt worden. Ein junger Landmann war bei einem Getreidehaufen als verkohlter Leichnam aufgefunden worden. Anfangs glaubte man, daß ein Unglücksfall vorliege. Jetzt ist jedoch eine junge Schwester des Toten vor der Staatsanwaltschaft erschienen und hat ausgesagt, daß ihr Bruder ermordet wurde. Der Vater duldete, daß seine älteste Tochter mit einem jungen Landarbeiter eine Liebschaft unterhielt. Der älteste Sohn verlangte, daß die beiden sich heiraten oder sich trennen sollten. Es kam zum Kampf zwischen dem Sohn und dem Vater, woran sich auch der Geliebte der älteren Tochter beteiligte. Dabei erhielt ter Sohn einen tödlichen Hieb auf den Kopf. Um die Tat zu verbergen, wurde die Leiche zu einem Getreidehaufen geschleppt und dieser in Brand gesteckt. Der Vater und seine älteste Tochter sind verhaftet worden; ihr Geliebter ist flüchtig. Welche Vorrechte hat der König von England? Die bevorstehende Krönung des Königs Georg V. von England gibt Veranlassung zur Untersuchung der Frage, welche Vorrechte, nicht im politischen Sinne, aber im alltäglichen Leben der Beherrscher des britischen Weltreiches genießt. Ele sind von mannigfacher Art und von kleiner und großer Bedeutung. Der König von England bezahlt weder Steuern noch Zollgebühren, denn in seinem Namen werden die Steuern und Zollgebühren ja erhoben. Er kann nie gerichtlich verfolgt werden. Daß er aber seine Gegner aber selbst vor Gericht laden kann, hat König Georg V. in der furzen Zeit seiner bisherigen Regierung dadurch bewiesen, daß er einen Zeitungsherausgeber, der die Verleumdung verbreitet hatte, der König lebe in Bigamie, zu einer empfindlichen Strafe verurteilen ließ. Der König von England schreibt keine Briefe, außer an seine Verwandten und Freunde. Der gewöhnliche Sterbliche, der sich brieflich an ihn wendet, erhält, so wichtig sein Begehr auch sein mag, nur von einem der Sekretäre und Adjutanten des Königs eine Antwort. Der König wird von niemand eingeladen, er ladet sich selbst zu Gast. Und dann muß ihm das Verzeichnis all derer, mit denen er während ein paar Stunden oder eines Tages weilen wird, vorgelegt werden; nach freiem Belieben streicht er Namen aus und fügt an= dere hinzu. Der König nimmt keine Geschenke an, es sei denn von seiner Familie oder fremden Staatsoberhäuptern. Kein Buch darf ihm ohne seine Einwilligung gewidmet werden. Der König legt bei seiner ThronbeSteigung die Mitgliedschaft aller Klubs, zu denen er zählte, nieder. Und nicht unwichtig ist es in unserem Zeitalter des Verkehrs, daß das Automobil des Königs das einzige in England ist, das keine weithin sichtbare Nummer zu tragen braucht. Aus dem Reiche der Technik. Brückenban ohne Störung der Schiffahrt. An der neuen Eisenbahnbrücke der rheinischen Strecke Oberhausen- Hohenbudberg bei Haus Knipp wird gegenwärtig eine hochinteressante Arbeit ausgeführt. Die beiden Seitenbogen find fast fertig montiert, und es fehlt nur noch der große Mittelbogen, der den Strom in einer Breite von 120 Metern überspannen soll. Um nun die Schiffahrt, die in diesem Teil des Rheins besonders lebhaft ist, nicht zu behindern, wird der Mittelbogen an einer anderen Stelle des Stromes zusammengeseßt. Zu diesem Zweck hat die Bauleitung einige Kilometer unterhalb der Brückenbaustelle ein schwe res Holzgerüst im Strome auf der rechten Ufersette errichten lassen. Auf diesem Gerüst wird der Bogen zusammengesetzt, sodaß er nur noch in die fertige Brücke einmontiert zu werden braucht. Nach Fertigstellung werden dann unter dem Gerüst vier starke Kähne verankert, das Gerüst lang= sam so weit abgebrochen, bis sich der Bogen auf die Kähne herabsenkt, und diese dann an die Brückenbaustelle ge= schleppt, nachdem sie voll Wasser gepumpt wurden, sodaß fie eben noch über dem Wasserspiegel hervorragen. Zwischen den beiden stehenden Strompfeilern werden die Schiffe verankert und allmählich leer gepumpt, so daß sich der darauf ruhende Bogen hebt und in die Oeffnung verpaßt werden fann. Hierauf wird der Bogen in fürzester Frist einmonftert. Es würde berechnet, daß bei diesem Verfahren die Mittelöffnung nur einen Tag, vielleicht nur einen Halbtag für die Schiffahrt gesperrt zu werden braucht. Die Brücke muß am 1. Oktober fertiggestellt sein. Die Abenteuer eines Globetrotters. Berlin hat dieser Tage einen merkwürdigen Gast be= herbergt, Professor Alfredo Battelli, der im Jahre 1908 von Neuyork aus eine Fußreise um die Welt angetreten hat. Battelli der Redakteur eines italienischen Blattes ist, unternahm seine Wanderung mit drei Berufsgenossen zujaut men, aber wie es scheint, ist er der einzige, der sie auch nicht völlig beendet hat. Die Schwierigkeiten, auf die die vier Wanderer stießen, die zuerst gemeinsam wanderten, waren ungeheuer. Am 7. Oftober 1908 erfolgte der Abmarsch von Neuyork, und die vier Gefährten wanderten nach Philadelphia, nach Baltimore und nach Washington, wo Präsident Roosevelt sie empfing. Hier trennte man fich, Battelli wanderte zunächst nach der Küste des Stillen Weltmeers, schiffte sich nach Japan ein, durchwanderte ganz Mitteljapan, fuhr nach China und geriet in das Pestgebiet, schließlich aber fand er über Mukden und Charbin durch Sibirien hindurch den Weg nach Moskau und Petersburg. Hier war er am Ende seiner Kräfte angelangt, außerdem aber hatte seine Gesundheit so gelitten, daß an eine Fortsetzung der Fußwanderung nicht zu denken war. So bestieg er die Eisenbahn, um nach Berlin zu fahren. Hier ist er nun vor kurzem ohne einen Pfennig Geld angelangt, aber er hat ein paar hilfsbereite Landsleute gefunden, die ihm weiter geholfen haben. Einer von diesen hat einige seiner Abenteuer einem großen Turiner Blatte brieflich mitgeteilt. In Pennsylvanien, wo die vier Gelehrten noch zusammen waren, wurden sie plötzlich von einer großen Schar Bewaffneter gefangen genommen und weggeschleppt. Aus den drohenden Ausrufen: Da haben wir die verfluchten Räuber! war zu schließen, daß die vier harmlosen Fußwanderer Opfer einer Verwechslung geworden seien, aber erst nach schwierigen Verhandlungen klärte sich die Sachlage auf, und als die vier Wanderer gar schriftlich nachweisen fonnten, daß Roosevelt sie empfangen hatte, wurden sie außerordentlich freundlich behandelt. Beinahe wäre Battelli in den Wassern des Mississippi ertrunken. Er überschritt den Strom auf einer Eisenbahnbrücke, als er plötzlich das Pfeifen eines herannahenden Zuges hörte. Wollte er sich nicht von den Rädern überfahen lassen, so blieb ihm keine andere Wahl, als ins Wasser zu springen. Im letzten Augenblick aber verfiel er darauf, sich über den Rand zu schwingen und sich dort, mit den Händen festklammernd, hängend den Zug vorbei fahren zu lassen. Die liebenswürdigsten Menschen, die der Wanderer getroffen, sind seinem Urteile nach die Indianer. Eine gastfreiere Aufnahme als ihm bei den Rothäuten zutet wurde, kann man sich, wie er meint, kaum denken. Sie bewirteten und bekleideten ihn aufs freigiebigste, außerdem aber begleiteten sie ihn lange Strecken des Weges. Aus Japan weiß Battelli ein recht drolliges Erlebnis zu be richten. In einer kleinen Stadt im Binnenlande," so erzählt er, trugen Männer, Frauen und Kinder alle die gleiche Kleidung, nämlich gar nichts. Bet meiner Ankunft aber flohen fie alle in ihre Häuser und ließen sich nicht se= hen, bis ich aus den menschenleeren Straßen verschwunden war." In China hat Battelli mehrmals Todesgefahr ausgestanden und mußte in mancherlei Verkleidungen fliehen, besonders machten ihm die Bettler zu schaffen, sobald er als Weißer erkannt war. Das Kaiserpaar in England. Der deutsche Kaiser und die Kaiserin mit der Prin zeffin Viktoria Lutse sind Sonntag nachmittag 5% Uhr vor Port Victoria eingetroffen. Die Ueberfahrt erfolgte an Vord der Hohenzollern von Vlissingen aus. Den ganzen Tag über bis kurz vor der Ankunft der Hohenzollern hatte es geregnet und dichte Nebelschleier lagen über dem Wasser, als die Kaiserjacht mit der Eskorte eintraf. Während die Hohenzollern ihrem Ankerplab zustrebte, ließen die Mannschaften der britischen Kriegsschiffe Hochrufe ertönen die von den deutschen Matrosen erwidert wurden. Nachdem die Hohenzollern festgemacht worden war, wurde sie mit Port Victoria in telegraphische Verbindung gebracht. Kurz nach der Ankunft der Hohenzollern begab sich der Oberkommandierende der Marinestation, Admiral Drury, in Begleitung des Vizeadmirals Prinzen von Battenberg an Bord der Kaiserjacht, wo sie vom Kaiser mit Händedruck empfangen und der Kaiserin und der Prinzssin Viktoria Luise vorgestellt wurden. Die Herren blieben zum Diner an Bord, ebenso der deutsche Botschafter Graf WolffMettrnich. Der Kaiser soll, wie es heißt, mehrfach Gelegenheit genommen haben, an erklären, daß sein Besuch ein rein privater set. Es verlautet deshalb weiter, daß er während der ganzen Festlichkeiten, die bis Sonnabend dauern sollen, in Zivil zu erscheinen gedenke. Ein oft gut unterrichtetes Blatt fündigt aber gleichzeitig an, daß dies den Kaiser nicht hindern wird, sich mit mehreren bedeutenden Männern zu unterhalten, wenn auch die Namen dieser Männer wahrscheinlich nicht in der Presse bekannt gegeben werden würden. Das Blatt fügt etwas geheimnisvoll hinzu, daß diesen Unterredungen vielleicht größere Bedeutung zukomme, als anderen, die der Kaiser in dieser Woche haben wird. London, 15. Mat. Die Blätter bringen aus Anlaß des Besuches des deutschen Kaisers herzliche Begrüßungsartikel. Sie erklären, daß der Besuch trotz seines privaten Charakters eine große internationale politische Bedeutung haben werde. Drabtnachrichten und neuestes. Tödlicher Sturz eines Berliner Professors aus dem Fenster. Berlin, 15. Mai. Der Professor Michaelis, der im Alter von 70 Jahren steht und an Arterienverfalfung leidet, wurde in seiner Wohnung in der Rankestraße in Charlottenburg von einem heftigen Unwohlsein befallen. Er erhob sich aus dem Bette, eilte an ein Fenster, verlor an der niedrigen Fensterbrüstung das Gleichgewicht und stürzte kopfüber auf den Bürgersteig hinab, wo er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Berheerendes Großfeuer. Saalfeld, 15. Mai. Gestern mittag brach in Teuschnig furz nach Beendigung des Gottesdienstes in einer Scheune Feuer aus, das infolge des starten Windes sehr schnell um sich griff. Bis gegen 4 Uhr nachmittags waren/ 30 Wohnhäuser mit sämtlichen Scheunen und Nebengebäuden niedergebrannt. Vom Blitz erschlagen. Gera, 15. Mai. In der Umgegend gingen gestern schwere Gewitter nieder. In Roettersdorf wurde ein Arbeiter und in Mühlsdorf eine Frau vom Blizz erschlagen. Eine Bootsfahrt mit traurigem Ausgang. Elbing, 15. Mai. Infolge Renterns eines Bootes auf dem Elbing- Fluß ertranfen gestern bei einer Spazierfahrt ein junger Mann und ein junges Mädchen. Gefährliche Verfolgung eines Zechprellers. Stuttgart, 15. Mai. Als heute nacht die Polizet einen aus einer Wirtschaft entwichenen Zechpreller verfolgte, feuerte dieser auf die Polizeibeamten sechs Schüsse ab, ohne glücklicherweise zu treffen. Die Schuhleute verwundeten den Flüchtling und nahmen ihn fest. Vom Zuge überfahrene Bahnarbeiter. München- Gladbach, 15. Mai. Der Antwerpener Schnellzug fuhr hier in eine Rotte Bahnarbeiter hinein. Einer wurde leicht verletzt, zwei schwer, davon ist einer im Krankenhaus gestorben. Untergang eines französischen Kriegsfahrzeuges. Paris, 15. Mai. Aus Jean in Neufundland wird gemeldet, daß der französische Kriegsschoner Viktoria mit 22 Mann Besabung untergegangen ist. Ein Fischdampfer fenterte infolge Zusammenstoßes mit einer Barfe, wobeł 32 Personen, 11 Mann der Besazung und 21 Passagtere umfamen. Laden- Einrichtung passend für Zigarren-, Papier- oder Schuhwaren- Geschäft, wegen Aufgabe der hiesigen Filiale billig zu verkaufen. Lindau& Winterfeld, Giessen, Seltersweg 58. Günstige Gelegenheit! 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