offen. A.G chinen edenen Gen auch für orkommenden ungen. eser Sägen rieb. st gesichert. tan wissep hode Rustin richt sch. 4. La k. 7. Geogeschichte. Islehre. 12. 14. BuchPhilosophie. rgeschichte. on. 21. Pä raphie. 24 Anthropo Glänz. Erfolge Tatis u. franko sdam.so Jahrgang dieser Sinne moderei billigsten atschrift chst den grosvollen Roman unte Kuh f Presber stark und temoll geschrie an eiheit sbet Dill, äge erzähl. Art Bethge- Georg ajma Karl ugo von Hoffens Hnry Mackay es Heft bringt eine Fülle von unterhaltener hrder Art der Zeltereig Wort und Bild Kunstblatter in und Tondruk dingen che sich and Praxis Fur Regel Fure- Düngung Tingung hl liefert nachen mit Schutzsehen. 5. Stern Mark bekannten Verante Firma. h in Weglar. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigEnthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen ausgabeſtellen vierteljährlich 1,20 Mk.- Erscheint Bürgermeisterei - jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: Itegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 40. Telephon: Nr. 362. Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. Februar. * Die Reichs postverwaltung gewährt von jetzt an von den im Postscheckverkehr aufkommenden Geldern Darlehen an Genossenschaftsverbände und sonstige Institutionen zur Förderung von Handel und Industrie gegen Hinterlegung mündelsicherer Wer,- papiere. Amtlich verbotene Vornamen. Das Amtsgericht Gießen hat als Aufsichtsbehörde eine Verfügung an das Standesamt wegen der Eintragung von Vornamen in das Standesamtsregister erlassen, wonach abgekürzte Vornamen nicht mehr zulässig sein sollen. Der Verfügung, die erheblich in das Selbstbestimmungsrecht der Eltern eingreift, ist eine Liste beigefügt, wonach folgende Namen nicht zulässig sind Fritz, Willi, Heinz, Lina, Minna, Toni, Erna, Ella, Elli, Tilly, Dina, Frieda, Emmi, Paula, Lene oder Lenchen, Käthe, Grete, Dora, Liselotte, Annaliese, Annamarie 2c. Die Verfügung weist darauf hin, daß Samit die Liste unstatthaft gekürzter Namen noch nicht erschöpft ist und der Standesbeamte in Zweifelsfällen erst Anfrage beim vorgesetzten Richter halten soll. Eine Beschwerde gegen diese Bestimmung ist bei dem Amtsgerichte anzubringen, also bei derselben Instanz, die die Verfügung erlassen hat. Einer unserer Bühnentünstler, dem man für sein jüngst geborenes Töchterchen den Eintrag des Namens Liselotte verweigert hat,( man langte, er solle das Kind Louise Charlotte nennen), will hiergegen den Beschwerdeweg betreten. Interessant ist, daß der doch auch verkürzte Vornahme Hans nachträg lich gestattet worden ist. ver= * Mutter- und Säuglingsschuh. Am 16. Januar fand in Darmstadt eine Versammlung statt, zu der Vertreter aller größeren Hessischen Zeitungen Einladungen erhalten hatten. Die Versammlung beschloß die Bildung eines Arbeitsausschusses der Presse bei der Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Darmstadt, der die ganze hessische Presse vertreten soll. Es soll außerdem auf Anregung der Zentrale ein Vertreter der Presse für den Hauptausschuß der Zentrale vorgeschlagen und Vertreter der Hessischen Zeitungen in die Ausschüsse der lokalen Zweigstellen der Zentrale gewählt werden. In den obenerwähnten Arbeitsausschuß dagegen sollen mit Rücksicht darauf, daß auswärtige Herren bei der Belastung der Presse nur selten zu den Sizungen des Ausschusses nach Darmstadt reisen fönnen, zunächst nur in Darmstadt wohnende Herren von den in Darmstadt erscheinenden Zeitungen je ein Vertreter gewählt werden. - * Gießen. Die von den Stadtverordneten bewilItgten 3 wei neuen Kehrmaschinen sind im Betrieb. Die alte zweispännige Kehrmaschine wird in Reserve gestellt und das Kehrgeschäft mit drei Pferden, sowie den zur Verfügung stehenden drei Einspännermaschinen ausgeführt. = r Gießen. Infolge des Aufrufes in der Zeit= schrift für angewandte Chemie sind bisher ungefähr Mt. 28 000 für die Wiederherstellung des Liebig- Laboratoriums gestiftet worden. Außerdem sind dem Arbeits= Ausschuß schon jetzt eine Reihe von sehr wertvollen Liebig- Erinnerungen zugegangen. Das Gebäude wurde unter Bürgschaft des Medizinalrat Dr. E. A. Merck in Darmstadt für die Zwecke eines Liebigmuseums für Mk. 60 000 erworben. Somit erscheint das Zustandekommen des Liebig- Museums in Gießen gesichert. Es wurden zunächst eine Reihe von Arbeiten zur Erhaltung des Gebäudes ausgeführt und die vielfachen Besonderheiten der Räume an der Hand der alten Pläne wieder herge= stellt. Dabei fanden sich sehr interessante Teile der alten Einrichtung, z. B. der in der Geschichte der Chemie berühmte Kaliofen im wesentlichen unversehrt. Um das für die Geschichte der Naturwissenschaft und der chemischen Industrie so bedeutungsvolle Werk durchzuführen, sind jedoch noch erhebliche Mittel erforderlich, zu deren Beschaffung die Mitwirkung weiterer Kreise dringend erwünscht ist. Zur Förderung des Planes ist eine Gesellschaft Liebig- Museum in Gießen begründet worden. Gießen. Am 6. Februar starb infolge Herzschlages der Kgl. Generalleutnant 3. D. Karl Kuehne. Gießen. Im Evang. Arbeiterverein hielt OberStaatsanwalt Lang am Sonntag einen Vortrag über das Thema:„ Wie werden Verbrechen bekämpft". Kommenden Samstag findet im Vereinslokal die Jahresversammlung statt. - Wetzlar, 16. Febr. Am Sonntag, den 19. Februar, mittags 1 Uhr, findet hier im Hotel Zur alten Post" eine allgemeine ViehhändlerVersammlung statt, in welcher der 1. Vorsitzende des Bundes der Viehhändler Deutschlands, Hermann Daniel aus Dierdorf, Bez. Koblenz, einen Vortrag halten wird. des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 16. Februar 1911 und Wetzlar, 16. Febr.„ Die Axt erschallt im Wald". Ueberall sind jetzt die Holzfäller eifrig bei der Arbeit. Noch ehe der Saft steigt, muß das viele NutzBrennholz geschlagen sein. Manche Gemeinden haben in diesem Jahre wegen erhöhter Ausgaben in ihren Waldungen größere Bestände verkauft. Die Preise, die bei den Auktionen erzielt wurden, sind durchweg höhere als im Vorjahre. Buchenscheite kosteten pro Raummeter bis zu 12 Mt., Buchenknüppel 10 Mt., Nutzholz 60 Mark und darüber pro Festmeter. * Wetzlar. Der Verband deutscher Gebirgs- und Wandervereine wird seine diesjährige Hauptversamm lung in den Tagen vom 9. bis 11. September in BadWildungen abhalten. -- Wetzlar Niedergirmes, 14. Febr. Am 21. Mai veranstaltet der hiesige Schützenverein sein diesjähriges Schützenfest, welches mit einem Fremdenpreisschießen verbunden ist, bei dem wertvolle Preise zur Verteilung kommen. - Nauborn, 15. Febr. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, den hiesigen Kriegsveteranen ohne Unterschied der Vermögensverhältnisse eine Ehrengabe von je 20 Mk. aus der Gemeindekasse zu über= weisen. Die Verteilung dieser Spende soll am fommenden Sonntag durch die Behörde und die Gemeindevertretung im Schullokale stattfinden. An der Feier werden sich auch der Krieger- und Gesangverein beteiligen. == Lüzellinden. Im Lokale des Gastwirtes Jung hielt kürzlich der hiesige Schweineversich erungsverein seine diesjährige Generalversamm= lung ab. Der Verein, der im abgeschlossenen Geschäftsjahr gut abgeschnitten hat, zählt jetzt 86 Mitglieder. Niederklee n. Die hiesige Gemeinde hat die wirtschaftliche Zusammenlegung der Grundstücke beantragt. Die Kgl. Generalfommission zu Düsseldorf hat den Antrag für begründet erklärt und wird die Leitung des Verfahrens dem Spezialkommissar, Dekonomierat Schlüter- Wetzlar, übertragen. * Niedershausen b. Weilburg. Eine Hun= dertmillionen Erbschaft. Seit einigen Tagen befindet sich die Bevölkerung in Niedershausen bei Weilburg in einer gewaltigen freudigen Erregung wegen einer Erbschaft von über 100 Millionen Gulden holländischer Währung, von denen man fest und sicher behauptet, daß sie unserem Ort, in welchem fast sämtliche Einwohner näher oder weiter miteinander verwandt sind, zufallen müssen. Es handelt sich um die Hinterlassenschaft des im vergangenen Jahrhundert verstorbenen Admirals der holländischen Flotte, Würz, der ein Deutscher war. Dessen Riesenvermögen ist vom holländischen Staate in Verwaltung genommen, weil sich bei seinem Ableben legitimierte Erben nicht melde ten. Nun hat eine Familie Georg in Niedershausen seit Urgroßväterzeiten in einer Ecke auf dem Boden eine alte verschlossene Truhe ſtehen, von der man annahm, daß sie leer sei. Der jetzige Eigentümer wurde von Neugier geplagt, er ließ einen Schlosser kommen, der das alte Kunstschloß der altertümlichen Kiste öffnete, worin man einen Stammbaum des Admirals Würz vorfand, der 1828 auf Grund der Kirchenbücher vom Pfarrer aufgestellt ist und der klipp und klar den Nachweis bringt, daß der berühmte holländische Seemann in Niedershausen geboren ist, und daß dessen nächste Verwandte 1828 dort noch gelebt haben, deren Nachkommen sich jetzt als Erben betrachten. Der Stammbaum ist betreffs seiner Richtigkeit 1828 vom damaligen holländischen Konsul in Frankfurt a. M. amtlich beglaubigt. Auf Grund des wohlerhaltenen Dokumentes sollen nun die Erbansprüche durch einen Rechtsanwalt geltend gemacht werden. * am Steineroth, 11. Febr. Der Männergesangverein Einigkeit" veranstaltet zu Pfingsten hier einen Gesangwettstreit. Der Delegiertentag fand letzten Sonntag statt. Den Ehrenvorsitz bei den Verhandlungen führte Bürgermeister Doetsch- Ge b= hardshain, während der Dirigent des Vereins, Lehrer Erben- Dauersberg, den geschäftlichen Teil leitete. An dem Wettsingen werden im ganzen 16 Vereine teilnehmen. In der ersten Klasse singen drei Vereine: Liedertafel- Derm bach( 33 Sänger), Konkordia- Mor s- bach( 35), Zufriedenheit- K a usen( 31). Die zweite Klasse weist fünf Vereine auf: Cäcilia- K la fel d- Geisweid( 24), Konkordia- D erschen( 19), M.-G.-V. Grünebach( 21), Germania- Breitscheidt( 25) und M.-G.-V. Salchendorf( B.)( 23). In der dritten Klasse treten auf: Gesellenchor- Betzdorf( 45), Konkordia- Brach bach( 39), Zufriedenheit- Köttingerhöhe( 22) und Liederkranz- Nie der dreis ba ch( 13). Für die vierte Klasse sind zu nennen die Vereine: Elbina- Elben( 16), Liederkranz- Wallmenroth( 27), Eintracht- n auroth( 22) und M.-G.-V. Hommelsberg( 20). Es ist eine große Anzahl ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Naum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im We flame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichteit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. von Preisen gestiftet, darunter solche von Landrat von Görschen, Abg. Hedenroth, Reichstags. abgeordneten Behrens und dem früheren Bürger= meister Be d. Drei Preisrichter werden tätig sein. Ettingshausen. Rund 24 000 m. nimmt unsere Gemeinde, die einzige im Kreise Gießen ohne Gemeindesteuer, jährlich für Holz aus den ausgedehnten Wäldern ein. Weilburg. Das Ministerium hat die Pecsonen- und Güterhaltestelle Grävened genehmigt. Der Bau des Bahnhofes soll im Einklang mit der neuen Brüde erfolgen. Die Gemeinde hat 12,000 Mt. Beitrag zu leisten. Beim Bau der Lahnbahn hätte die Gemeinde den Bahnhof kostenlos haben können, später für 6000 Mark. Beidemale lehnte die Gemeindevertretung jedoch ab, nun bezahlt sie 12 000 Mark. * Frankfurt. Die Schiffahrtsabga= benkommission des Reichstages will jetzt die geplante Reise nach Frankfurt und an den Rhein vielleicht zwischen der ersten und zweiten Lesung der Kommission ausführen. Frankfurt. In der letzten Stadtverordnetensizung wurde dem Antrag zugestimmt, der Deutschen Luftschiffahrts- Aktiengesellschaft einen Platz am Rebstock zu überlassen, auf dem eine Luftschiffhalle errichtet werden soll. Der Pachtpreis, der sich auf die Dauer von 30 Jahren erstreckt, erhöht sich von 10 zu 10 Jahren um 50 Prozent des ersten Pachtpreises pro Jahr. Der Platz soll auch als Flugfeld für Aviatiker Verwendung finden. Darmstadt. Der Großherzog hat den Referendar Adolph Freiherrn v. Gemmingen- Hornberg zum Hofjunker ernannt. Darmstadt. Die Zweite Kammer nimmt am Mittwoch den 22. Februar ihre Sizungen wieder auf. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt die Wahl eines Mitgliedes in den Finanzausschuß anstelle des zurückgetretenen Dr. Gutfleisch. In der am Dienstag im Gesetz vorgeschriebenen vertraul. Besprechung der Finanzausschüsse beider Kammern über das Etatsgesetz stand die Frage der Schuldentilgung im Vordergrund der Debatte. - * Wiesbaden. Der Jnnungsausschuß, dem 17 Innungen angeschlossen sind, errichtet ein Handwerkersekretariat. Wiesbaden. Sechzig ausgesuchte Entwürfe, darunter die preisgekrönten, des Bismard- Nationaldenkmals für die Elisenhöhe bei Bingen, die zurzeit in Düsseldorf ausgestellt sind, werden Anfang Mai nach Wiesbaden überführt und im Paulinenschlößchen ausgestellt. In Wiesbaden fällt die Entscheidung über den Bau- entwurf. Man rechnet damit, daß der Kaiser die Entwürfe besichtigen wird. Mainz, 14. Febr. Der Stadtverordnete Jean Falk, Vorsitzender der deutschen Fleischerei- Berufs- Genossenschaft, ist jetzt 25 Jahre Obermeister der Mainzer Metzger- Jnnung. Der Jubilar hat sich auf gewerblichem Gebiete große Verdienste erworben, wofür ihm der Charakter als Gewerberat verliehen wurde; er ist auch Vorsitzender der hessischen Handwerkskammer. Єingesandt. Wir erhielten gestern Mittwoch folgende Offene Anfrage: Sehr geehrter Herr Redakteur! Durch die gestrige Veröffentlichung des Gießener Führers der Sozialde- mokraten, des Herrn Krumm im„ Gießener Anzeiger", bin ich wieder an meinen Auffassungen über das eigentliche Ziel der Sozialdemokratie irre geworden. Soviel ich weiß, verlangt diese die Verstaatlichung aller fa= bin ich selbst Metzger, Wirt und Bauer, besitze 30 000 pitalistischen Produktionsmitteln. Nun Mark Vermögen, die als Kapital in den drei Betriebsformen nötig sind. Ich habe die letzten 10 Jahre Glück gehabt und jedes Jahr mit diesem Kapital und meiner Arbeit 1000 Mt. gutgemacht. Mein linker Nachbar betreibt nur Landwirtschaft und hat 20 Morgen Land nebst Hofraite, also ungefähr dasselbe Kapital. Sein Unternehmergewinn war in dem gleichen Zeitraum jährlich nur 500 Mt. Mein rechter Nachbar ist ein Arbeitsmann, er verdient seit 10 Jahren durchschnittlich jährlich 1400 Mark und hat davon jedes Jahr für 400 Mark Aecker gekauft. Möchten Sie nicht so gut sein, und Herrn Krumm in Jhrem geschätzten Blatt, das ich lese, Gelegenheit geben, sich einmal zu den 3 Fällen, die aus dem Leben gegriffen sind, insofern auszusprechen, ob sie hören und was bejahendenfalls mit diesen im sozialdenicht auch zu den kapitalistischen Produktionsmitteln gemokratischen Staat geschehen müßte und wo eigentlich die kapitalistische Produktionsweise anfängt. Seien Sie und Herr Krumm meines Dankes gewiß! Deutscher Reichstag. des mentreten können. Diese schon oft aufgetauchte Meldung ist zwar offiziös bestritten worden; aber sonderbar bleibt es doch, daß sie trotzdem hartnädig von verschiedenen Blättern aufrecht erhalten wird. Der Deutsche Landwirtschaftsrat, der am Dienstag in Berlin zusammengetreten ist, beschäftigte sich in seiner ersten Sitzung mit Maßnahmen für die Fleischver= sorgung der Bevölkerung und der Stellungnahme der Städtenerwaltungen dazu. Der Referent Geh. Dekonomierat Andrä- Braunsdorf legte dar, daß die bekannten vorjährigen Vorschläge des Landwirtschaftsrates zur Linderung der Fleischteuerung an insgesamt 511 Städte des Deutschen Reiches gesandt worden seien mit dem Ersuchen, von etwaigen Maßnahmen auf diesem Gebiete Mitteilung zu machen. Geantwortet hätten nur 163 Städte, von denen jedoch nur 31 in Erörterungen des Themas eingetreten seien. Dieses außerordentlich geringe Interesse, das danach die Städte dieser wichtigen Frage entgegenbrächten, sei rechi bedauerlich. Die Landwirtschaft habe die Fleischproduktion zielbewußt gefördert. Redner machte eine Reihe von Vorschlägen, wie die Stadtverwaltungen, namentlich durch eine gesunde Preispolitik, die Spannung zwischen Vieh- und Fleisch- Kleinverkaufspreisen mindern und damit die Ernährung der Bevölkerung verbessern fönnten. In der weiteren Besprechung wurde eine AgrarKolonialpolitik gefordert und im übrigen dem Referenten zugestimmt. des vereinigten Stadtgebiets hat sich Dominicus bereit erflärt, gegen eine Abfindung von 100 000 M fein Amt wieder ntederzulegen. Ein allgemeiner Parteitag des Zentrums? Wie den „ L. N. N." aus Fulda gemeldet wird, besteht mit Rücksicht auf die Bedeutung der kommenden Reichstagswahlen die Absicht, zum ersten Male einen deutschen Parteitag des Zentrums einzuberufen. Bisher haben nur stets Landes- oder Provinzorganisationen des Zentrums Parteitage abgehalten, und einen allgemeinen Parteitag des Zentrums mußte mehr oder weniger der alljährliche Katholikentag ersetzen. Am Dienstag wurde die Aussprache über die allgemeis Ben Marinefragen beim Titel Gehalt des Staatssekretärs fortgeführt. Der nationalliberale Redner Semler beprach die schon mehrfach erörterten Themata, Wert Flottengefeßes, Durchführung kaufmännischer Grundsätze in den Martnebetrieben, Zulagewesen usw. überwiegend unter Zustimmung zu den Maßnahmen der Verwaltung, der freisinnige Abg. Schrader mehr kritisch und unter Be= mängelung des Mehraufwandes für unsere Flotte gegenüber den Voraussetzungen beim Flottengeset. Staatssekre= tär v. Tirpit erläuterte demgegenüber den hohen Wert, den das Flottengesetz für unsere ganze Flottenpolitik insofern gehabt habe und habe, als es feste Dispositionsmöglichkeiten schuf. Nicht wir seien mit der Dreadnought- Politik vorangegangen, sondern notgedrungener Weise nur dem Auslande gefolgt. Da unsere Flotte keiner ausländischen überIegen sei, fönne sie niemals aggressiven Charakter tragen. Der Staatssekretär berührte speziell unser Verhältnis zu England, soweit die Flotte in Frage kommt, und bezeichnete es als ganz merkwürdig, daß man dort an eine Beschleunigung unseres Flottenbaues habe glauben können, da eine folche Möglichkeit schon mangels der Bewilligung von Geldmitteln durch den Reichstag ausgeschlossen war. Mit besonderer Anerkennung gedachte er der musterhaften Haltung" der deutschen Presse während der Unstimmigkeiten mit England, die das Gegenteil von Heben gewesen fet. Der Abg. Noske( Soz.) meinte, Deutschland habe sich der Abrüstung am meisten widersetzt. Man sollte mit England zu einer Verständigung darüber kommen. In Kiel set tim vergangenen Sommer ein Marinesoldat von einem Kameraden zu Tode malträtiert worden Dem Vater wurde aber mitgeteilt, daß er an einem Unfall gestorben sei. Redner verlangte allgemein eine Erhöhung der Mannschaftslöhne. Staatssekretär v. Tirpitz ging auf den vom Abg. Noske angezogenen Fall ein und erklärte, dieser Fall bletbe ein schweres Verbrechen, ein Akt von Niedertracht und Echenßlichkeit. Dagegen würde sich aber die Verwaltung selbst zu helfen wissen. Die Hilfe der Sozialdemokratte brauche sie nicht.( Burufe bei den Sozialdemokraten: Unerhört!) Der Täter sei zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Auch gegen seine Vorgesetzten werde einge= schritten werden. Es sei also alles geschehen. Auch hinfichtlich der Schmiergelder geschehe alles. Alle Zulagen der Offiziere feien ebenfalls erheblich gestrichen worden. Wie könne man da sagen, daß nur die arme Mannschaft Abstriche erlitten habe? In seiner langen Dienstzeit, so erklärte der Staatssekretär zum Schluß. sei ihm nichts schwerer geworden, als die Herabsetzung dieser Beträge, namentlich für die Heizer. Abg. Weber( ntl.) verurteilte ebenfalls die Mißhandlung des Heizers. Gegen das Schmiergelderunwesen müsse energisch vorgegangen werden. Wenn auf den Werften tatsächlich kaufmännischer Betrieb durchgeführt werden solle so müsse der Direktor eine dominierende selb= ständige Stellung haben und disponieren können, wie ein faufmännischer Direktor. Die Verkaufsstellen für die Arbetter dürften sich nicht zu großen Warenhäusern auswachsen, darunter leide der Mittelstand. Abg. Serzog( Wirtsch. Vg.) forderte Beachtung der Klagen des Mittelstandes, die in unseren Marineſtädten vielfach laut würden. Abg. Leonhardt ( Fortschr. Vp.) verlangte ebenfalls die Wiederherstellung der Zulagen. Bei den Rettungsarbeiten des, 3" ist das Menschenmögliche geschehen. Niemand ist für das Unglück verantwortlich zu machen. Abg. Werner( Rfp.) erklärte, das Ilottengeset habe sich aut bewährt. Die Rede des Prinzen Seinrich, die nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt war, habe nichts bedenkliches enthalten. Nach weiterer unwesentlicher Debatte wurde die Abstimmung über den so= zialdemokratischen Antrag auf Wiederherstellung der Heizerzulagen auf Mittwoch vertagt. Rundschau vom Cage. Politisches. Der älteste Musifdirigent der Armee, tgl. Musikdirek tor Schröder in Osnabrüd, der die Kapelle des Infanterieregiments Nr. 78 sett dessen Errichtung( 1866) lettet, tritt in den Ruhestand. Bayerns Bevölkerung beträgt nach dem soeben veröffentlichten amtlichen Ergebnis der Volkszählung 6876 497 Einwohner, d. i. gegen 1905 eine Zunahme von 5,4 und gegen 1900 von 5,6 Prozent. Die Männer haben sich um 5,3, die Frauen um 5 Prozent vermehrt. Eine furchtbare Kälte herrscht in der ganzen Krim. Jeder Verkehr ist unmöglich. Der Gouverneur von Jalta, der verreisen wollte, mußte sich durch den dret Meter hohen Schnee eine Bahn machen lassen. Die Einwohner benußen die Obstbäume und Hecken als Heizmaterial. Die Kohlenlager find nicht in der Lage, den Bedarf zu decken. Der Deutsche Reichsgesundheitsrat trat am Dienstag vormittag im Reichsgesundheitsamt in Berlin zu einer Sigung zusammen. Dem Vernehmen nach handelte es sich um die Frage, ob Deutschland eine wissenschaftliche Expe= dition in das Pestgebiet entsenden soll und ob für Deutschland die Gefahr der Einschleppung besteht. Die Verhandlung ergab als Resultat, daß der Reichsgesundheitsrat zu der Ueberzeugung gelangt sei, es bestehe für Europa und somit für Deutschland feine unmittelbare Gefahr. Ministerwechsel im Reich und in Preußen? Die Kieler Neuesten Nachrichten" verbreiten eine Berliner Nachricht, worin die Meldungen von einem bevorstehenden größeren Ministerwechsel in Preußen und im Reiche für zutreffend erklärt werden. Wenigstens stehen größere Veränderungen in absehbarer Zeit bevor. Jedoch rechnet man an unterrichteter Stelle mit einem Ministerwechsel nicht vor Schluß der Parlamentssession. Ein Fiasko der Petroleumheizung der Dampfschiffe. Der für Petroleum eingerichtete französische Turbinen- Torpedofäger„ Cavalier" verbrauchte auf der Fahrt CherbourgOran- Toulon für 30 000 Francs Petroleum, während an Kohlen nur 2500 Fr. erforderlich gewesen wären. Ueber das Schiffahrtsabgabengesetz führte der preußische Eisenbahnminister in der gestrigen Kommissionssitzung aus, fiskalische Interessen seien für die Regierung nicht maßgebend; die Gebühren kämen ausschließlich der Verbesserung der Fahrstraßen zugute. einem B burg der gen nach laffen des Tier, das einer Gd Nachbar Tieres 5 rübergefti heraus, d ben: Sag Bär war, ridgebrad reichliche hielt. Der t tanus, de vate Gel Montag fraudante wird, in tanus ein dem 19. lete mar Jeine Jder ständnis schon im zu feiner Barbetrag einem F haben. 3 1000 Ma fallen. Die der Best auf der G neur des arbeitslof barowst in der let Bisher fi Die Stra genügend verbrannt Ein polnischer Ortsvorsteher als Räuber. In Zelizna in Russisch- Polen beraubte der Ortsvorsteher nachts cine Einwohnerin um 1000 M. Er wurde dann von Gemeindemitgliedern ergriffen und erhängt. Selbstmord zweier Zechpreller. Zwischen Rolandsed und Nolandswerth am Rhein sollten zwei Schleiferlehrlinge aus Wald bei Solingen wegen Bechprellerei verhaftet werden. In demselben Augenblick gaben sie auf die Beamten vier Schüsse ab, die glücklicherweise fehlgingen. Darauf erschossen sich die Burschen vor dem Augen der Beamten. Eine schwere Bluttat hat sich in Seifersdorf in Sachsen zugetragen. Einige an der Talsperre beschäftigte Kroaten gerieten beim Kartenspielen in Streit. Einer der Spieler 30g ein Rasiermesser aus der Tasche und durchschnitt seinem Gegner das Gesicht, sodaß die Fleischteile in Stücken herabhingen. Der Verletzte brach blutüberströmt zusammen und starb bald darauf. Ein zweiter wurde schwer, ein dritter leicht verletzt. Der Täter ergriff die Flucht. Die Bewilligung der neuen„ Dreadnoughts" für die österreichisch- ungarische Marine löst bei den slawischen Abgeordneten seltsame Jdeen aus. Jm Heeresausschuß der österreichischen Delegation betonte Abg. Stanek( Tschechtscher Agrarier), die Seerüstungen Oesterreich- Ungarns bezweckten nur den Schutz des Mittelmeeres in einem Kriege zwischen Deutschland und England. Selbst bei einer Verdoppelung der Rüstungen würde Desterreich- Ungarn doch um die Hälfte schwächer sein als Italien. Desterreich- Ungarn sollte die Abrüstungsfrage umso eher ernstlich anregen, als sogar Anzeichen für ein Uebereinkommen zwisahen Deutschland und England bezüglich der Einschrän= tung ihrer Rüstungen bemerkbar seien. Keine Reichstagswahl 1911? Die Augsburger Postzeitung bringt folgende Meldung: In parlamentarischen Kreisen geht das Gerücht, daß die Reichstagswahlen im laufenden Jahre nicht stattfinden werden. Als Termin wird Anfang Februar 1912 genannt. Die 12. Legislatur periode des gegenwärtigen Reichstags läuft bekanntlich am 15. Dezember, an dem vor fünf Jahren das Parlament aufgelöst wurde, ab. Der Reichstag fönnte also bis zu diesem Termin in Permanenz bleiben. Ueber die Weihnachtsferien hinaus wäre das Reich dann ohne Volksvertretung. Der neue Reichstag würde, wenn die Wahlen Anfang Februar stattfinden sollten, Ende Februar zusamDer Familienschmuck der Wallutjeffs. 33) Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) ,, Gut, ich werde im R.schen Restaurant auf Sie warten", entgegnete White. Aus den Gerichtssälen. Zu 54 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Es kommt nicht alle Tage vor, daß ein Angeklagter zu 54 000 M Geldstrafe verurteilt wird. Dieses Mißgeschick traf einen Kaufmann Gogolik, der am Dienstag. vor der Straffammer in Gnesen stand. Der Angeklagte hatte sein Kolonial- und Delikateffengeschäft bei zwei Versicherungsgesellschaften Geheime Bündnispläne Bulgariens. Nach einer Petersburger Meldung des Londoner„ Daily Telegraph" soll König Ferdinand von Bulgarien sich mit dem Gedanken tragen, ei Bündnis mit Oesterreich abzuschließen. Aus diesem Grunde sei dem Parlament eine Vorlage zur Aenderung der Konstitution eingebracht worden, wonach der König berechtigt sein soll, irgend ein Bündnis mit einer anderen Macht abzuschließen, ohne die Zustimmung des Parlaments einzuholen und überhaupt dem Parlament Kenntnis von dem Abschluß zu geben. Als White am nächsten Tage erwachte, fühlte er eine prickelnde Unruhe, er konnte kaum die festgesetzte Stunde erwarten. Nachdem er seine Agenturgeschäfte beendet hatte, ging er zur Post und fand dort einen Brief mit der verabredeten Chiffie- Adresse vor. Kleine nadridten. mit te 32 000 verfichern lassen und hatte beide Polizen eingelöst. Ein Jahr später entstand bei ihm nachts ein Feuer. Der Angeklagte wurde unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet, später aber auf freien Fuß gesetzt. Jetzt hatte er sich wegen Doppel- und Ueberversicherung zu verantworten und wurde zu der genannten Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte eine mehr als doppelt so hohe Summe, 114 000 M Geldstrafe beantragt. Die Kaiserin wendet der Spizenarbeit im Riesengebirge und den dort eingerichteten Spitzenschulen eine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge zu. Sie läßt sich regelmäßig über die Tätigkeit der Spißenschulen Bericht erstatten und gewährt an Schülerinnen, die tüchtig gewesen sind, Prämien. So erhielten erst fürzlich wieder verschiedene SchüIerinnen Sparkassenbücher. ,, Mein geliebter Herr," so schrieb Graf Wallutjeff ,,, in meinem letzten Brief schilderte ich Ihnen das grausige Abenteuer, das meine Frau und ich im Walde erlebten. Heute muß ich Ihnen eine neue Trauerkunde mitteilen: unser liebes Söhnchen ist in Petersburg einer dort grassierenden Kinderkrankheit erlegen. Meine arme Frau, die eben erst von ihrer schweren Nervenkrankheit genesen war, erfuhr es durch die Unvorsichtigkeit der Leute, die ja immer große Eile haben, solche erschütternde Nachrichten weiter zu verbreiten. Die unglückliche Mutter ist seitdem in einen Zustand tiefster Schwermut verfallen. Gie sitzt, ohne zu sprechen, da und ist vollständig menschenschen geworden. Nur mich will sie um sich haben und wo! I fünfzig Mal am Tage wiederholt sie dieselben Worte Die Unglücksprophezeiung hat sich erfüllt." Vermischtes. Wie Kaiser Wilhelm I. im Kriege 70/71 bei Rothschild wohnte. Wilhelm I.. damals noch König von Preußen, war im Kriege 1870/71 eine Zeitlang der Gast des Barons von Rothschild in seinem Schlosse Ferrières, dessen Pracht den funstverständigen König entzückte. Mit ihm zugleich war Bismarck der Gast des berühmten Finanztönigs. König Wilhelm gab seiner Bewunderung der königlichen Bracht des Schlosses mehrfach in scherzhafter Form Ausdruck. Als er zum ersten Mal das prächtige Bibliothekzimmer des Schlosses betrat, sagte er zu Bismarck, der sich in seiner Begleitung befand:„ Das kann unsereins nicht, dazu muß man Rothschild sein!" Interessant ist auch, wie König Wilhelm die Gastfreundschaft des Barons Rothschild aufnahm. Zu dem Schlosse gehört eine herrliche Fasanerie, und der Gasigeber hatte dem Könige den ganzen Reichtum, den das Schloß an Wild, Geflügel und seltenen Fischen besaß, zur Verfügung gestellt. König Wilhelm aber dankte und gab die Anweisung, daß kein Stück Wild seinetwegen geschossen werden dürfe, ja, daß nicht einmal eine Birne gepflückt werden dürfe, um die königliche Tafel zu schmücken. Mitten in dem Ueberfluß des Rothschildschen Reichtums lebte der greise König von den fargen Speisen, die der Krieg zu liefern imstande war. So kam es denn, daß die Beamten trockenes, hartes Rindfleisch aßen, wäh rend das schönste Geflügel unbelästigt und unbeschossen herumflog, während in dem riesigen Teich die schönsten Karpfen herumschwammen, und während in dem Hirschgehege die schönsten Exemplare herdenweise herumliefen. Der König von Preußen wohnte also damals zur seiben Zeit in einem der schönsten französischen Schlösser, während der Kaiser von Frankreich sich gezwungenermaßen in einem deutschen Schlosse aufhalten mußte. Zum Oberbürgermeister von Schöneberg bei Berlin ist der Regierungsrat Dominicus aus Straßburg gewählt worden. Er wird sein Amt am 1. März antreten. Dominicus ist 37 Jahre alt. Im Fall einer Vereinigung von Schöneberg mit Wilmersdorf und der Wahl des jetzigen Wilmersdorfer Oberbürgermeisters Habermann zum Leiter gen nun wohl die drei noch fehlenden Diamanten geblie ben sein?" White brachte seinen Brief zur Post, dann suchte er Sarner auf, der im Begriffe stand, auszugehen. ,, Da der Arzt mir gesagt hat, daß mein linker Arm infolge des Bisses durch den Wolf steif bleibt, habe ich den Dienst aufgegeben; wir bleiben in Walkowa in der Einsamkeit und Stille des Landes. Vielleicht glückt es meiner treuen Liebe und der Zeit, eine Besserung in dem Befinden meiner Frau hervorzubringen. Auf Gott und Ihnen beruht meine Hoffnung. Tun Sie alles, scheuen Šie nichts, um zu einem befriedigenden Resultat zu kom3. 3." men. , Kommen Sie mit, lieber Freund, ich gehe zum Mittagessen." „ Der arme Mensch," dachte White ,,, ich will ihm gleich schreiben und ihm einen Hoffnungsstrahl geben. Wo mö,, Gern, ich bin auch auf dem Wege zu einem Hotel." „ Heute abend kommen Sie doch in den Klub? Wir wollen ein kleines Spielchen machen," sagte Sarner. J de heute verhindert sein, Herr Baron." „ O, wie schade. Ich spiele mit niemand so gern, wie mit Ihnen. Sie verlieren Ihr Geld mit dem Anstande eines großen Herrn" Sarner schlug bei diesen Worten derb auf die Schulter des jungen Schweizers. Dann schob er seinen Arm in den Roberts und schritt, vertraulich schwahend, neben ihm her. Es zuckte in den nervigen Händen des Geheimpolizisten. „ Du bist nicht der, für den Du Dich ausgibst. Du bist der in Augsburg entsprungene, steckbrieflich gesuchte Zuchthäusler Albert Meyer, der den Russen Andrei ermordete, um den Familienschmuck der Gräfen Wallutjeff zu stehlen." Aber gewaltsam beherrschte sich White und brachte es über sich. harmlos plaudernd und scherzend neben dem Missetäter einherzugehen, denn es mußte zuerst der Verbleib der fehlenden Schmuckteile festgestellt werden. Der Verbrecher durfte feine Gelegenheit haben, etwas davon zu verstecken oder zu vernichten. Abenteuer mit einem entsprungenen Hagenbedschen Bären. Ein eigenartiges Abenteuer, einen Kampf mit amerikanische Gesek den Verbrecher dingfest machte. Es wa: White aufgefallen, daß Sarner fast immer gewann, wenn er selbst die Bank hielt; er verlor dagegen meistens, sobald dies ein anderer tat. Die Fingerspitzen des Barons zeigten eine eigenartige, zartrosa Färbung. White erinnerte sich, daß er dieselbe Farbe bei einem routinierten Spieler in Paris gesehen hatte, der später wegen falschen Spieles verhaftet wurde. Sollte Sarner seine Fingerspiten präpariert haben, um die ausgegebenen Karten durch Betasten zu erkennen? Jedenfalls mußte er seine Vorkehrungen geschickt getroffen haben, denn Whites scharfe Augen vermochten nichts zu entdecken. So sehr sich der Pseudo- Baron für gewöhnlich zu verstellen wußte, zuweilen brach doch etwas von seiner wahren Natur hindurch, besonders wenn er getrunken hatte. Da schwanden die guten Manieren des Aristokraten, die Sphäre, der Meyer entstammte, war durchzumerken. Auch heute war es so, und White benutzte die halbe Trunkenheit des Mannes, un noch etwas aus ihm herauszulocken, desse er noch nicht ganz sicher war, das aber, falls er es beweisen konnte, eine Handhabe wurde, damit das Immer öfter leerte Sarner ein Glas, während White kaum an dem feurigen Tofaier nippte. „ Sie haben wohi auch die Spielsäle in Monte Carlo besucht, Herr Baron?" fragte White. " Ja, aber ich liebe das Spiel an der Roulette nicht, ich ziehe einen kleinen gemütlichen Tempel im Freundesfreise vor. Die Chancen sind besser," entgegnete Sarner verschmitzt lächelnd.„ Es macht mir immer Freude, die Bank zu halten," fügte er hinzu. ,, Es heißt, daß manche Leute ein so feines Gefühl in ihren Fingerspizen haben, daß sie jede verdeckte Karte richtig erkennen; ich halte es für unmöglich." Erschreckt betrachtete Baron Sarner die Finger seiner rechten Hand. Glauben Sie doch nicht an solche Märchen," sagte er, plöglich aufstehend und zum Fenster tretend. Auf seinem blaß gewordenen Gesicht malte sich eine solche Erregung, daß White genug wußte. Shw fe eines Warte nur, Du Schurke, ich fange Dich nächstens," dachte der Detektiv. men Mu in einem prellerei Fuße un nenfabrit anderthal mit einer Bank 50 den Herr beseitigte Zweifel. reijen w päd zurü verhafter Kammer nung ein tierende nicht um Verhafte Französis fenhaus faufmann gitimatio Cine Im Feldzu zu müssen fönnen, tommt da Brüde zu Mitteln überjarei jedht, ang folgen. Wörth he plöglich e reicht hat giment 1 macht, un Laufbrüd Stroh, f Robfefiel zu je fi Brüde waren. Brüde Das der Frf da hatte einander vergeffen Beugriffe nig ersta getommen Sarner hatte es mit einem Male sehr eilig mit dem Aufbruch. Sie trennten sich; der Baron stieg in eine Droschke.„ Zum Klub Royal- Street!" rief er dem Kuts scher zu. ( Fortsetzung folgt.) halte درو in ber er angegeben den, dann Bogen, mi ob der E wort Er trafbar g Türfi tinopel, würdige on feit alteiten mals frei feindliche migen De nigitens üppiges G Heidete, tifcher M Den im türliche Schiffsidn greife mu über ihr ländische aus dem ehrlichen 8 bereit er Amt wieder Mufifdiret Infanterie Tettet, tritt Deben vers ng 6876 497 on 5,4 und ben sich um Krim. Je von Jalta, Meter hohen wohner be terial. Die zu decken. Dampfidiffe. rbinen- TorCherbourgvährend an 11. In Belizna nachts cine GemeindeRolandsed Echleiferlehr erei verhaf auf die Beingen. Da en der Bein Sachsen te Kroaten der Spieler hnitt seinem üden herabammen und ein dritter fommt nicht Geldstrafe Kaufmann in Gnesen ind Delika en mit fe n eingelöst. Feuer. Der randstiftung ezt hatte er erantworten rteilt. Der he Summe, i Rothschild reußen, war Barons von Pracht den ugleich war igs. König chen Pracht usdrud. 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Er suchte es mit einer Schippe abzuwehren, bis auf seine Silferufe ein Nachbar herbeteilte. Nun erst gelang es, mit Mühe des Tieres Herr zu werden und es schließlich unter eine darübergestülpte Regentonne einzusperren. Es stellte sich heraus, daß der glüdlich eingefangene Bierfüßler ein aus ben: Hagenbeckschen Tierpart entkommener malaischer Bär war, der nunmehr im Triumph nach Stellingen zurüdgebracht wurde, wo der Bärenjäger wider Willen reichliche Entschädigung für den ausgestandenen Schreck erhielt. Der von Bonn flüchtige Obertelegraphenassistent Suttanus, der 95 000 Mart amtliche und 32 000 Mark private Gelder unterschlagen hat, wurde, wie gemeldet, am Montag in Marseille verhaftet. Die Verhaftung des Defraudanten erfolgte, wie dem Berl. Lot.- Anz." gemeldet wird, in der Depeschenaufgabestelle in Marseille, als Huttanus eine Depesche aufgeben wollte. Huttanus wird seit dem 19. Dezember vorigen Jahres verfolgt. Der Verhaflete mar sehr gut gekleidet und machte anfangs Miene, seine Identität zu leugnen, legte aber bald ein volles GeStändnis ab. Er erklärte, daß er seine Veruntreuungen schon im Jahre 1908 begonnen und ununterbrochen bis zu seiner Flucht fortgesetzt habe. Der bei ihm gefundene Barbetrag ist sehr gering. Er behauptet, 84 000 Mart einem Freunde geliehen und nicht wiederbekommen zu haben. Die aus seine Festnahme ausgesetzte Prämie von 1000 Mark dürfte dem Marseiller Sicherheitsbureau zufallen. Die Best in China. In Charbin sind am Montag an der Best 29 Chinesen gestorben, gestern ein Unbekannter, auf der Straße aufgehobener Russe. Der Generalgouver neur des Amurgebiets fündigt die Ausweisung von 4000 arbeitslosen Chinesen aus Wladiwostok, Nikolst und Chabarowsk an. Die Zahl der Todesfälle in Fudsjadjan ist in der letzten Woche gesunken; sie betrug am Montag 43. Bisher sind dort gegen 7000 Leichen verbrannt worden. Die Straßen werden von den Leichen gesäubert; die ungenügend tief Eingegrabenen werden ausgegraben, um verbrannt zu werden. Schwindeleien eines falschen Paschas. In der Masfe eines türkischen Minister unter dem hochtlingenden Namen Mustapha Sionfi- Pascha hat ein Agent aus Kairo in einem Augsburger Hotel große Betrügereien und Zechprellerei verübt. Der Schwindler lebte auf fürstlichem Fuße und trat auch mit einer dortigen großen Maschinenfabrik in Verbindung. Er gab ihr Aufträge bis zu anderthalb Millionen Mark in Kommission und zahlte mit einem jedenfalls gefälschten Sched auf eine Pariser Bank 50 000 Frank an. Die Fabrik stellte dem hochmögenden Herrn auch ihr Automobil zur Verfügung, und das beseitigte bei den Nürnberger Geschäftsleuten wohl jeden Zweifel. Im Hotel schöpfte man erst Verdacht, als er abreisen wollte, ohne erst zu bezahlen. Man hielt sein Gepäck zurück und ließ ihn bei seiner Ankunft in München verhaften. Einer Franzöfin, die er aus München als Kammerzofe engagierte, gah der Schwindler als Entlohnung eine angeblich einen Wert von 500 Mark repräsentierende goldene Uhr, doch stellte sich bald heraus, daß sie nicht um den zwanzagsten Teil loszuschlagen war. Der Verhaftete, ein etwa vierzigjähriger Araber, der nur Französisch spricht, mußte Montag nachmittag ins Kranfenhaus gebracht werden. Jegt behauptet er, ein Großfaufmann aus Kairo zu sein, der sein Geld und seine Legitimation verloren habe. Es Eine Brüd: aus Kochtesseln. Die Infanterie kommt Im Feldzuge häufig in die Lage, Wasserläufe überschreiten zu müssen, die zu tief sind, als daß sie durchwatet werden fönnen, ohne daß der Brückentrain zur Hand ist. tommt dann nicht darauf an, eine solide, normalmäßige Brücke zu bauen, sondern Laufstege mit den primitivsten Mitteln herzurichten, um das Messer möglichst schnell überschreiten zu können. Häufig muß dies auch im Gejecht, angesichts des Gegners und im feindlichen Feuer erfolgen. Solches ereignete sich z. B. in der Schlacht bei Wörth beim Uebergang über den Sauerbach, der infolge plöglich eingetretener Regengüsse eine ungeahnte Höhe erreicht hatte. In Frankreich hat kürzlich das Infanteriere giment 109 in Chaumont einen eigenartigen Versuch gemacht, um die Marne zu überschreiten. Es wurde eine Laufbrüde aus Strohsäden gebaut, die aber nicht mit Stroh, sondern je mit 30 fest verschlossenen AluminiumKochfesseln ausgefüllt waren. Sie waren in sechs Reihen zu je fünf Stück zusammengebunden. Der Belag der Brücke bestand aus Brettern, die mit Stricken befestigt waren. Trotz der beträchtlichen Strömung genügte diese Brücke vollkommen und hat sich sehr gut bewährt. Das Dienstbuch der Ehefrau. Aus Thüringen wird der, Frff. 3tg." folgendes Geschichtchen erzählt: In Apolda hatte sich ein Ehepaar scheiden lassen. Bei der Auseinandersetzung von„ Mein und Dein" war das Dienstbuch vergessen worden, das die Frau wegen der wertvollen Zeugnisse nachträglich einfordern ließ. Sie war nicht wenig erstaunt, als sie sah, daß ein neues Zeugnis hinzugekommen war, das der frühere Ehemann ausgestellt hatte. Inhaberin angenommen als Frau" so heißt es in der ersten Spalte. Als Grund des Dienstaustrittes war angegeben:„ Unwillkürlich ausgerissen. Erste Zeit zufrieden, dann langsam und faul und mit den Kindern ungezogen, mißhandelt." Nun wird die Frage aufgeworfen, ob der Ehemann, der allzu sehr nach dem bekannten Bibelwort„ Er soll dein Herr sein..." gehandelt, sich nicht strafbar gemacht hat. - Türkische Schiffsidylle. Auf der Reede von Konstantinopel, dicht beim Marineministerium, lagen zwei ehrwürdige Panzerschiffe,„ Nedschid“ und„ Scheref Hesan", schon seit vielen Jahren unbeweglich vor Anker. Die ältesten Werftarbeiter konnten sich nicht erinnern, sie jemals frei schwimmen gesehen zu haben. Als der flottenfeindliche Abdul Hamid noch regierte, wurden die geräumigen Decks von den zwei ebenso uralten Wächtern wenigstens zur Anlage von Gemüsegärten benugt, deren üppiges Grün den fressenden Rost stellenweise so dicht verfleidete, daß manche Reiseberichte entdedungswütiger britischer Misses von zwei ganz merkwürdig geformten Eilanden im Goldenen Hern zu berichten wußten. Die jungtürkische Flottenreform hat nun auch den beiden grünen Schiffsidyllen den Garaus gemacht. Die beiden Panzergreise wurden mit jedem Tage röter vor fressender Scham über ihr verfehltes Dasein, und als eines Tages fremdländische Arbeiter fomen, um ihnen das Maschinenherz aus dem Leibe zu reißen, da beschlossen sie freiwillig eines ehrlichen Seemannstodes zu sterben. In vergangener Woche bemerkten rorbeifahrende Boote, wie die beiden stillen Greise mit ganz merkwürdig frampfhaften Bewegungen zu finken begannen, und noch ehe Hilfe zur Stelle war, in zwei mächtig aufschäumenden Wirbeln 80 Meter tief zum Grunde des Meeres fuhren. Die Hafenverwaltung wollte freilich an das Märlein vom Selbstmord nicht glauben. Die Untersuchung ergab denn auch, daß einige mit dem Abbruch der Schiffe beauftragte Arbeiter nächtlicherweise auf eigene Rechnung gearbeitet" und beim Diebstahl von Banzerplatten an der Wasserlinie auch einige Nieten herausgerissen hatten, so daß das eindrin gende Wasser die Schiffe zum Sinten brachte. Der Schaden an altem Eisen, das jetzt im Schlamme des Meeresgrundes liegt und jeden Hebungsversuch ausschließt, beträgt immerhin einige hunderttausend Mark. Noch peinlicher aber ist die Blamage, daß zwei Kriegsschiffe mitten im Hafen, dicht vor der Admiralität, auf solche Weise verloren gehen konnten. „ Fensterln" und Rindvichseuche. Aus Perg in Oberösterreich wird der Linzer„ Tagespost" berichtet: Die Behörde in Perg hat folgende Verlautbarung erlassen:„ Trotz aller bisher getroffenen Schutzmaßregeln breitet sich die Maul- und Klauenseuche im politischen Bezirk Perg wiederum in mehreren Höfen bisher seuchenfreier Gemeinden aus. In einigen der neueren Seuchenfälle konnte mit Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß die Seuche nur durch Knechte und Mägde anläßlich des sogenannten „ Fensteringehens" dahin verschleppt wurde, da die Besitzer dieser Höfe in der Letztzeit außer ihrem Gesinde niemanden in den Stall, beziehungsweise Hof Einlaß gewährt hatten. Da durch diesen Verkehr der Dienstboten in fremden Gehöften zweifellos zur Verschleppung der Seuche Anlaß gegeben werden kann, finde ich auf Grund des§ 24, Punkt 4 des Tierseuchengesetes, das sogenannte" ensterln" in jenen Ortschaften, in denen ein Seuchenfall zum Ausbruch kommt, auf die Dauer des Seuchenbestandes dort zu verbieten, und die Nichtbeachtung dieses Verbotes, so= fern nicht die strafgerichtliche Kompetenz eintritt, gemäß § 7 der kaiserlichen Verordnug vom 20. April 1854 mit Geld- und Arreststrafen zu ahnden."- Durch welch prosaische Dinge doch das Liebesleben des Menschen gestört werden fann! Er tennt sein Fabrikat! Kunde:„ Bitte, ein Stück Geife" Verkäufer:„ Ich kann Ihnen Smiths Seife em= pfehlen, eine wundervolle Seife" Kunde: Nein, dante! Die mag ich nicht!" Verkäufer:„ Aber es ist die beste Seife der Jetztzeit! Ich verkaufe sie massenhaft! Sie ist Kunde: Schon möglich, aber hm- ich bin Smith selbst. Geben Sie mir eine andere bitte!" Böse Reflame.( Im Restaurant.) Zechpreller: Herr Wirt, bezahlen tann ich nicht aber ich werde Ihr Lokal überall empfehlen. Ihre Küche ist vorzüglich!" Wissenschaft, Runst und Literatur.< Der Krebs pflanzlichen Ursprungs? In einem Bericht, der soeben vom amerikanischen Ackerbauministerium herausgegeben worden ist, wird die Ansicht geäußert, daß der menschliche Krebs möglicherweise pflanzlichen Ursprungs sei und von den Pflanzen auf Menschen übertragen werden könne. In den Vereinigten Staaten gibt es eine weitverbreitete Pflanzenkrankheit, die an den Rinden von Bäumen ein gallertartiges Sefret erzeugt. Seit vielen Jahren haben die Sachverständigen des Ministeriums daran gearbeitet, die Ursache dieser Krankheit zu finden, aber sie kamen zu feinem Resultat. Eingehende Untersuchungen haben nun aber ergeben, daß die Krankheit durch einen Bazillus hervorgerufen wird, der infektioöse Eigenschaften besitzt. Er ruft in der Ninde ein frebsartiges Gebilde hervor, das bald in eine Art Etterung übergeht. Im Bericht des Ministeriums heißt es, daß der menschliche Krebs vielleicht von dem gleichen Bazillus ausgeht und von den Pflanzen auf Menschen übertragen wird. endet. Franz Adam Beyerlein, der bekannte Verfasser des „ Zapfenstreich", hat soeben ein neues Bühnenwerk vollEs führt den Titel:„ Die Wunder des heiligen Terenz", etn Lustspiel aus dem Mittelalter. Die Urauf= führung findet demnächst am Leipziger Stadttheater statt. Schöne Menschenware. - Zu den reichsten Provinzen des europäischen Rußlands gehört das Stromgebiet der mittleren Wolga. Verschwenderisch hat die Natur ihre Gaben hier verteilt, doch- so sonderbar und widersinnig es scheinen mag in diesem reichften Landstriche herrscht die größte Armut. Der Boden wird gebildet von der fruchtbaren Schwarzerde, außer der schiffbaren Wolga durchziehen zahlreiche größere und fleinere Flüsse das Land, auf denen die Erzeugnisse der Landwirtschaft verfrachtet werden und die Wolga stromaufwärts durch das leider fast völlig verfallene System der Marienkanäle nach Petersburg, und von hier auf den Weltmarkt gelangen. Wohl geht das Getreide diesen Weg, doch es muß wegen der Langsamkeit des Transportes unterwegs da überwintern, wo es gerade von der eintretenden Kälte überrascht wird, und erreicht erst im Jahre nach der Ernte den Absaymarkt. Der Kapitalumsaz ist also so langsam, daß der Bauer an der Wolga nicht damit rechnen fann, die Konjunktur des Weltmarktes auszunuzen. Den Gewinn haben die in den Getreidebörsen organisierten Großkapitalisten. Auch die unerschöpflich scheinenden Reichtümer an Fischen, die die Gewässer der Wolga und Kama beleben, werden nicht rationell ausgebeutet; wenige große Handelshäuser in den größten an der Wolga gelegenen Städten haben den Nußen von diesem in feiner Weise entwickelten Zweige der Volkswirtschaft. So ist es verständlich, daß auch in diesem Jahre wieder trotz der über den Durchschnitt guten Ernte Hunger und Elend an der Wolga eingezogen sind. Am schwersten betroffen sind die Tataren, die, einst die Herren des Pandes, jetzt von den Russen fast ganz verdrängt sind. Die Wolgatataren, ein Volf türkischen Ursprungs, sind die Nachkommen der im 13. Jahrhundert in das östliche Europa eingebrochenen Nomaden. Seit dem Zusammenbruch der Mongolenherrschaft haben sie sich mehr und mehr russifiziert. Ihr Hauptgewerbe an der Wolga, im Gouvernement Kasan, ist der Hausierhandel. Das schlecht entwickelte Wegenetz und das Fehlen von Eisenbahnen machen diese Art des Güteraustausches noch notwendig und gewinnbringend, doch nur, solange der russische Bauer, der von dem tatarischen Hausierer fauft, noch etwas Geld im Kasten hat. Wenn die Hungersnot zum Fenster hereinschaut und man nur unter Darben und Sparen das Saatforn für die nächste Frühjahrsbestellung zurückbehalten kann, wenn der Obrok( die Steuer für die Landablösung) beinahe die ganze Einnahme, die die Ernte gebracht hat, verschlingt, dann denkt der Bauer nicht daran, bunte Seidentücher aus Persien, rote Lederschuhe und bunte Mieder zu kaufen. So hat denn, wie man der Köln. 3tg. schreibt, die bittere Not diese Leute gezwungen, Handel mit dem Besten, was sie haben, mit ihren Kindern zu treiben. Die tatarischen Mädchen gelten an der ganzen Wolga und bis in die Län= der Zentralafiens hinein, ja bis nach Persien, als die schönsten und begehrenswertesten Weiber. Groß und schlank, von ovalem Gesichtsschnitt, haben sie große braune Augen und üppiges langes Haar. Graziöse elastische Bewegungen find ihnen elgen, nur selten findet man Anklänge an die schwache Beimischung mongolischen Blutes in plumpen Gefichtszügen. Seit Jahren suchen orientalische, hauptsächlich persische Händler den Menschenmarkt an der Wolga auf, um ihre, lebende Ware" zu erhandeln. Herzzerreißende Szenen spielen sich ab, wenn der alte Tatar für einen Korb voll seidener Waren und Stickereien, die der listige Perser vor ihm ausbreitet, seine Kinder hingibt. Doch er wird von dem Besitzer der Herrlichkeiten beruhigt, kann dieser doch Briefe vorzeigen, die im vorigen Jahre verkaufte Mädchen aus dem Nachbardorfe geschrieben haben sollen, die das Leben im fremden Persien in den rosigsten Farben schildern. Meist werden die Kinder gegen Waren verhandelt, denn ein geriebener Kaufmann bleibt der Tatar, auch wenn ihm der Trennungsschmerz das Herz zerreißt. Die Waren werden ihm von dem leicht zu übertölpelnden rus= sischen Bauer mehr bringen, als er dem Perser gezahlt hat. Doch zuweilen wird auch in Geld gezahlt, und bezeichnend für die immer fortschreitende Verarmung der Tataren ist es, daß die Preise" schon bedeutend zurückgegangen find. Rahlte vor einigen Jahren der Sklavenhändler noch 100 Rubel für eine schöne junge Tatarin, so sind vor kurzem im Gouvernement Rafan 30 und höchstens 50 Rubel für die schönsten Mädchen gezahlt worden. Ein furchtbares Eisenbahnunalück hat sich gestern in Frankreich ereignet. In der Nähe von Chartres fuhr ein Expreßzug mit voller Geschwindigkeit in einen Güterang. In dem Augenblicke des Zusammenstoßes branste ein dritter Bug heran und fuhr in die beiden Züge hinein. Ueber das Unglück, das viele Opfer an Toten und Verletzten forderte. liegen folgende Drahtmeldungen vor: Chartres, 15. Februar. Nach neueren Meldungen ist bei Gourville der Schnellzug Paris- Angers mit zwei anderen Zügen zusammengestoßen. Paris, 15. Februar. Zu dem Eisenbahnunglück bet Chartres wird gemeldet: Als ein Güterzug dem Erpreßzug ausweichen wollte. fuhr ihm dieser, der eine Geschwindig= feit von 80 Kilometern hatte, in die Seite. In diesem Augenblick fuhr ein dritter Zug auf beide auf. Von den Reisenden des dritten Zuges wurde niemand verletzt. Bisher sind fünf Tote und acht Verletzte geborgen. Man weiß aber noch nicht, ob das Unglück noch mehr Opfer gefordert hat. 0 Courville, 15. Februar. Dret Leichen sind identt fiziert worden, die übrigen sind schrecklich entstellt. Der Zusammenstoß erfolgte mit furchtbarer Gewalt. Mehrere Wagen des Expreßzuges wurden sofort aermalmt, und der Speisewagen schob sich auf zwei andere Wagen auf, worauf ein Brand ausbrach. Courville, 15. Februar. Um Mitternacht zählte man 10 Tote und 10 Verwundete. Es ist sicher, daß sich noch mehr Opfer unter den Trümmern befinden. Die in Brand geratenen Wagen brennen noch Courville, 15 Februar. Der Direktor der Staatsbahn hat erklärt, die Verantwortung für das gestrige Unglück trage der Lokomotivführer des einfahrenden Zuges, der die Signale nicht beachtet hat, und der Stationsvor steher von Courville, der den Zug zurzeit der Durchfahrt des Schnellzuges rangieren ließ. Der Brand des Wagens wurde gegen Mitternacht gelöscht. Dret von den zehn getöteten Passagieren fonnten aus den Trümmern noch nicht geborgen werden. Von den im Krankenhause befindlichen Schwerverletzten schweben noch vier in Lebensgefahr. Drabtnachrichten und neuestes. Schwerer Unfall in einem Bergwerk. Paris, 15. Februar. Infolge dichten Nebels stießen gestern in Bethune auf den Schienen einer Bergwerksgesellschaft zwei Arbeitszüge zusammen. Zwei Wagen wurden zertrümmert. zwei Arbeiter getötet und etwa 20 verletzt, darunter sechs schwer. Großer Fabrikbrand. 0 Dessau, 15. Februar. Im Fabrifviertel der Stadt griff ein Feuer mit großer Schnelligkeit um sich. Die Tapetenfabrik Askania wurde eingeäschert. Die Anbaltische Automobil- und Fahrzeugindustrie von Krause ist durch das Feuer stark mitgenommen. Der Funkenregen, der sich über die Häuser der Umgebung ergoß, gefährdete das ganze Stadtviertel. Studentennnruhen in Warschau. Warschan, 15. Februar. Als gestern nachmittag 400 streikende Studenten im Universitätsgebäude erschienen, um die wenigen in den Vorträgen anwesenden Kollegen am Arbeiten zu hindern, wurde eine Bombe geschleudert, die mit einem nall vlazzte. Auch Stinkbomben wurden gewor fen. Die vom Rektor herbeigerufene Bolizei verhaftete 200 Studenten. Handel und Verkehr. Frankfurt a. M., 13. Februar. Vichmarktpreise vom 13. Februar. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höch stens 7 Jahre alt( Lebendgen icht) M 50-56,( Schlachtgew.) M 89-97, b) junge fleischige. nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 49-52,( Schlachtgew.) M 89 bis 90, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere ( Lebendgew.) M 42-45,( Schlachtgew.) M 77-83, d) gering genährte jeden Alters( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) MB. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 73 bis 80, b) vollfleischige jüngere( Lebendgem.) M 39-40, ( Schlachtgew.) M 65-66, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) ( Schlacht Md) gering genährte( Lebendgew.) M gew.) M. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgem.) M 43 bis 47,( Schlachtgew.) it 77-84, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 41-44,( Schlachtgew.) M 76-79, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgew.) M 39-42,( Schlachtgew.) M 75-81, do., 2. ältere ausgemästete Stühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M 34-40,( Schlachtgew.) M 63 bis 74, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 29-33,( Schlachtgew.) M 58-66, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 23-27,( Schlachtgew.) M 52 bis 61. 2. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)( Lebendgew.) M-( Schlachtgew.) M Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgew.) M 58-62,( Schlachtgew.) M 96 bis 103, 6) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugkäiber ( Lebendgew.) M 54-57,( Schlachtgew.) M 92-97, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgew.) M 50-53, ( Schlachtgew.) M 85-90, 6) geringe Sangfälber( Lebendgewicht) M -( Schlachtgew.) M Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 39-40,( Schlachgew.) 82-84, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) Mc) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe)( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) .M d) Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebendgewicht) M( Schlachtgew.) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80-100 Igr.. Lebendgewicht( Lebendgem.) M 50-52,( Schlachtgew.) M 64 bis 66, b, vollfleischige Schweine unter 80 Igr. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 50,50-52,( Schlachigem.) M 63-66, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Klgr. Lebendgewicht ( Lebendgew.) M 50-52,( Schlachtgew.) M 61-64, d) vollfletschige Schweine von 120-150 Klgr. Lebendgewicht( Lebendaew.) M 50-52,( Schlachtgew.) M 63-65. - Neues vom Büchermarkt. Eine Sensation auf dem Gebiete der Möbelfabrikation! ,, Klio" Noten- u. Aktenschrank Höhe 124 cm, Tiefe 45 cm, Breite 50 cm, mit 9 ausziehbaren Schubfächern. Mit dem neuen, durch Deutsches Reichs- Patent geschützten Rolladen mit vollDieser neue Patent- Rolladen ist von unbeständig glatter Aussenfläche. grenzter Haltbarkelt, kann vollständig glatt und mit Intarsieneinlage geliefert werden. Keine Staubecken mehr wie bei den bisherigen Rolladen. „ Unter heißerer Sonne", von Wilhelm Jensen. 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