fen! 17. Juli: ernfeft. ittags. Auf Biddersheim. f- Stuttgart. Behrens, . Werner f- Stadeden, 1, Hirschel citich- Nup Uhr ab: Luftigung. i: dorf an 1229. dorf an 1236 er Abgangs ent en, die am aus Stadt huss. SSERDICHTEN HOCHGLANZI fte nittel t! OHNE NKURRENZI It. nitatis. aus der Matius- u. Mar dem Pfarrer fusgemeinde. wabe. aus der Lunesgemeinde. Adolph. mnesjaal. 8 Uhr: Ge hl. Beicht. nion. Militärgottes framentalij in Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Mittags 3 Uhr. Erscheint Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 164. Erstes Blatt. Die Gerichtsferien. Heute beginnen die zweimonatigen Gerichtsferien. Der Ansturm auf diese Einrichtung, der früher beim Herannahen der Ferien in die Erscheinung trat, hat ziemlich nachgelaffen. Die Klagen über die Hemmung des Rechtsganges haben zwar nicht ganz aufgehört, aber sich doch sehr wesentlich vermindert. Das wird man, wie die„ Voss. 3tg." ausführt, in der Hauptsache zwei Umständen zuzuschreiben haben. Einmal ist anzuerkennen, daß seit mehreren Jahren in einer Reihe von Bundesstaaten den Gerichten an größeren Plätzen durch Ueberweisung von Hilfskräften die Möglichkeit gewährt wird, während der Ferien einen ausgedehnteren Dienst auch in Zivilsachen eintreten zu lassen, sodaß in wirklich dringenden Fällen den Wünschen der rechtsuchenden Bevölkerung in stärkerem Maße entgegengekommen werden kann, als es früher beim besten Willen möglich war. Dann aber hat eine Aenderung des Gesetzes, die bei der jüngsten Zivilprozeßreform angenommen wurde und im vorigen Jahre zuerst in Geltung trat, sich bewährt. Durch die Novelle vom 1. Juni 1909 ist nämlich angeordnet worden, daß in den Verfahren vor den Amtsgerichten das Gericht auf Antrag jede Sache als Feriensache zu bezeichnen hat. Sie ist dann solange als Feriensache zu behandeln, bis ein Gegner erscheint und einen der Klage widersprechenden Antrag stellt. Tritt dies ein, so ist die Sache nur dann weiter als Feriensache zu behandeln, wenn sie besonderer Beschleunigung bedarf. Wesentlich ist hierbei, daß es beim Amtsgericht auch in den Ferien stets möglich ist, ein Versäumnisurteil zu erwirken. Das ist insofern von Bedeutung, als faule Schuldner, besonders wenn sie nahe vor dem Zusammenbruch stehen, häufig Versäumnisur teile gegen sich ergehen lassen. Die Neuerung, von der in den letzten Gerichtsferien sehr viel Gebrauch gemacht worden ist, traf zusammen mit der Erhöhung der Zuständigkeit der Amtsgerichte von 300 auf 600 Mark, sodaß schon hierdurch die Möglichkeit geschaffen worden ist, den Kreis der Feriensa chen erheblich zu erweitern. Da viele Streitobjekte eine Teilung in mehrere im Wert von je 600 Mt. zulassen, ist es eben nicht schwer, unter Zuhilfenahme dieses Ümwegs auch bei größeren Objekten während der Ferien ein Versäumnisurteil zu erwirken. Mit der Zeit wird man voraussichtlich dahin kommen, die Zuständigkeit des Amtsgerichts noch mehr zu erweitern. Die Bedenken, die von der Kritik gegen die ursprünglichen weitergehenden Vorschläge der Regierung gerichtet wurden, haben nicht mehr das frühere Gewicht. Wenigstens hört man jetzt allgemein, daß die größere Zuständigkeit der Amtsgerichte in der Praxis zu keinen Nachteilen geführt hat. Für den Prozeß vor den Kollegialgerichten hat die Novelle lediglich die Aenderung gebracht, daß das Gericht auf Antrag Sachen, die besonderer Beschleunigung bedürfen, nicht nur, wie es früher hieß, als Feriensa chen bezeichnen tann", sondern als solche bezeichnen „ so II". Diese Aenderung ist nicht von großem Belang, denn es ist selbstverständlich, daß die Gerichte auch vor dem Inkrafttreten der Novelle besonderer Beschleunigung bedürftige Sachen als Feriensachen behandelten, sofern ihnen durch das während der Ferien zur Verfügung stehende Richterpersonal die Möglichkeit hierzu gegeben war. Wenn es in dieser Richtung besser geworden ist, so ist der Erfolg nicht der Aenderung des Gesetzes, sondern dem Umstande zu verdanken, daß den Gerichten eine größere Anzahl von Hilfskräften zur Verfügung ge= stellt wird. Bei der jetzigen Lage der Dinge wird an weitere einschneidende Umgestaltung der Bestimmungen über die Gerichtsferien nicht zu denken sein. Vielleicht wird man dazu kommen, daß auch für den landgerichtlichen Prozeß eine ähnliche Vorschrift wie für den Prozeß vor dem Be= Amtsgericht getroffen wird. Hiergegen wird ein denken nicht zu erheben sein. Dieselben Gründe, die es rechtfertigen, beim Amtsgericht die rasche Erwirkung eines Versäumnisurteils zu ermöglichen, sprechen auch dafür im landgerichtlichen Prozeß die gleiche Möglichkeit zu schaffen. ** Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. Juli. Der hess. Verein für Luftschiffahrt ( Ortsgruppe Gießen) veranstaltet morgen seine dritte Fahrt, an der sich die beiden Ballons„ Hessen" und „ Taunus" beteiligen. Die Füllung beginnt um 6 Uhr der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 15. Juli 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Neklameteil 50 Pfg.- Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. früh. Findet die Fahrt nicht statt, so wird eine weiße|*) Herborn, 15. Juli. Der Kornblume n= Flagge gehiẞt. == Verein ehemaliger1 16 e r. Heute abend 9 Uhr findet bei Gastwirt Sauer, Oswaldsgarten, die Monatsversammlung des Vereins ehemaliger 116er statt. Geschichte unseres Regiments halten. Rechtsanwalt Kaufmann wird einen Vortrag über die Die Einwohnerzahl Hessens. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung am 1. Dezember 1910 beträgt nach der amtlichen Statistik die Einwohnerzahl in den hessischen Kreisen: Darmstadt 137 733, Bensheim: 65 762, Dieburg: 62 023, Erbach: 48 426, Gr.- Gerau: 62 918, Heppenheim: 51 929, Of fenbach: 161 569, Gießen 93 950, Alsfeld: 37 907, Büdingen: 40 836, Friedberg: 79 034, Lauterbach: 27 742, Mainz: 158 670, Alzen: 40 957, Bingen: 42 628, Oppenheim: 46 972, Worms: 93 288. Die Provinz Starkenburg hat danach zusammen 590 400, Oberhessen 309 194 und Rheinhessen, die an Umfang kleinste Provinz 382 529, das ganze Großherzogtum Hessen genau 1 282 123 Einwohner. Reform des Gesangsunterrichts. Jm preußischen Kultusministerium geht man mit der Absicht um, den Gesangsunterricht in den höheren und niederen Schulen anders zu gestalten. Zu diesem Zwecke wird eine Kommission eingerichtet werden, in der neben dem Dezernenten des Kultusministeriums Gesanglehrer und praktische Musiklehrer vertreten sein werden. Sie wird nach den Ferien unter Vorsitz des Kultusministers die erste Sizung abhalten. Der Schützenverein Gießen beabsichtigt am 23. und 24. Juli sein Schützenfest, verbunden mit großem Volksfest und Preisschießen, abzuhalten. Es sind bereits sehr schöne und wertvolle Ehrenpreise vorhanden. t- Buzz ba ch, 15. Juli. Der Gemeinderat beschloß die Einführung einer polizeilichen Milchkontrolle. == Grünberg, 15. Juli. Die I utherische Konferenz für Oberhessen ist, hier in altgewohnter Weise abgehalten worden. Es wurden zwei Referate gehalten, das eine von Pfarrer Scrib a- Wetterfeld über die Frage:" Bedarf der Glaube des Dogmas?", das andere von Pfarrer Vö me l- Rodheim a. d. B. über das Thema:„ Vor welche Probleme stellt uns die gegenwärtige Not unserer schulentlassenen männlichen gegenwärtige Not unserer schulentlassenen männlichen Jugend?". Der Referent wies auf Grund der Erfahrung hin auf die Not der Jugend und die Ziele und Mittel der Jugendfürsorge. Ferner wurde beschlossen, eine erneute Eingabe an Großh. Oberkonsistorium zu machen, und die Aufhebung des Examenzwan= ges in Gießen zu erreichen. Das Oberkonsistorium hat der vorigen Eingabe keine Antwort zu teil werden lassen, sondern sich begnügt, die lutherische Konferenz auf den der Kirchlich- positiven Vereinigung gegebenen Bescheid hinzuweisen. Die lutherische Konferenz ist der Ansicht, daß damit die Gewissens not berücksichtigt seien, in die tatsächlich viele lutherischen Familien und Studenten durch den Examenzwang in Gießen geraten. m Hungen, 15. Juli. In der Horloff, unmit telbar bei Hungen, sind wieder viele Tausende großer und kleiner Fische zugrunde gegangen, ähnlich wie dies wiederholt in den letzten Jahren der Fall war. Am Wehr fließen die toten Fische zusammen und verbreiten, da sie bei der jetzigen Hize bald in Fäulnis übergehen, einen ekelerregenden Geruch. Von der Bürgermeisterei ist das Vergraben der Fischleichen angeordnet worden, auch wurden Maßnahmen getroffen, um die Ursache, auf die das Absterben zurückzuführen ist, zu ergründen. === Alsfeld, 15. Juli. Wichtige Funde aus Alsfelds Vergangenheit hat man in den letzten Tagen bei der Herstellung der Zentralheizung für die M purgiskirche gemacht. Große Steinplatten von 2 Mtr. Länge und 1 Mtr. Breite, welche Inschriften trugen, mußten beseitigt werden. Darunter stieß man nun auf zahlreiche Skelette, Schädel- und Sargteile, diese liegen mindestens 400 Jahre in der Erde, sind aber noch erhalten. Rüstungen, Waffen, Münzen und dergl. hat man bis jetzt noch nicht gefunden. *) Seligenstadt, 15. Juli. Hier fand eine Vertrauensmännerversammlung der Zentrumspartei statt, in der der bisherige Landtagsabgeordnete Horn- Seligenstadt über seine Tätigkeit in der Zweiten hessischen Kammer referierte. Er bat, mit Rücksicht auf sein Alter, davon abzusehen, ihn wiederum als Kandidaten zu nominieren. Daraufhin wurde beschlossen, Bürgermeister Singer- Seligenstadt als Kandidaten der Zentrumspartei für den Landtagswahlkreis Seligenstadt aufzustellen. tag hat in unserer Stadt einen Reinertrag von Mk. 902,03 gehabt. Von dieser Summe sind dem Zweigverein vom Roten Kreuz 500 Mt., dem Vorsitzenden des hiesigen Kriegervereins der Rest von 402,03 Mark zur Unterstützung bedürftiger Veteranen überwiesen. *) Herborn, 15. Juli. Der Gradepilot Kahnt hat seinen Eindecker nach Gießen transportieren lassen. * Weilburg, 15. Juli. Am 22., 23. und 24. Juli d. Js. feiert der Lahn- Dill- Gau( Kreis 9 der Deutschen Turnerschaft) sein 28. Gau- Turn= fest in Sachenburg. Gemeldet sind 500 Turner. Am Vorabend findet ein Festspiel mit turnerischen Darbietungen, Konzert der vereinig, en Hachenburger Chöre und der 116er Regiments musit statt. Die Eintrittspreise sind auf sehr geringe Beträge festgesetzt. Auch der übliche Juxplatz fehlt nicht. In einer kürzlich stattgefundenen Versammlung des Ausschusses zur Gründung eines Heimatmuseums wurde ein Verein gegründet, der den Namen„ Museumsvereins Weilburg" erhält. Zur Ausarbeitung der Satzungen wurde eine aus 6 Herren bestehende Kommission gewählt. Es liegen bereits über 100 Anmeldungen von Mitgliedern vor. ):( Dillenburg, 15. Juli. Neben den besteh= enden Schülerherbergen wird der Westerwaldklub auch Lehrlings- Herbergen errichten, und zwar sind solche geplant für die Orte Dillenburg, Neukirch, Westernburg, Selters und Höhr. *) Marburg, 15. Juli. Zwischen einer Anzahl aus einer christlichen Maurerversammlung kommenden Arbeitern und den Teilnehmern eines studentischen Fäßchenpartei- Zuges kam es vor Weidenhausen zu einer Schlägerei. Ein Student aus Gießen, der als Gast hier weilte, erhielt einen Schlag über den Kopf, daß man ihn in die Klinik bringen mußte. *) Frankenberg, 15. Juli. Infolge des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche im Kreise Frankenberg erfährt die Prämiierung gelegentlich des landw. Festes insofern eine Einschränkung, als die Spalthufer ( Rinder, Ziegen, Schweine) davon ausgeschlossen werden müssen. Dagegen werden die Prämien für Pferde um das Doppelte erhöht. Frankfurt a. M., 15. Juli. Die hiesige Stadtverordnetenversammlung hat dem Antrag auf sofortige Errichtung eines Krematoriums einstimmig zugestimmt. Probenummern der„ Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten- und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeitung interessieren dürften. Wollen Sie etwas feines rauchen P dann empfehlen wir Jhnen: 3% 3% Salem Aleikum CIGARETTE DES FEINSCHMECKERS. Neu! Salem Gold Goldmundstück- Cigarette Etwas für Sie! 8. 10 Preis: 3½ 4, 5, 6, 8, 10 Pfg.d.St. Orient Tab.u.Cigaretten Fabrik Yenidze" Jnh. Hugo Zietz, Dresden, Die Größe der Kolonialreiche. Es dürfte von Interesse sein, einiges über die 5 größten Kolonialmächte Europas, nämlich Deutschland, England, Frankreich, Holland und Belgien zu erfahren. Eine vergleichende Zusammenstellung über Größe, Menschenmaterial und Finanzen der bedeutendften überseeischen Gebiete der europäischen Kolonialmächte ist jüngst auf Grund amtlicher Berichte erschie nen und besagt folgendes: Deutschlonds Kolonien umfassen ein Areal von 2 657 000 Geviertfm.( fünfmal die Größe des Mutterlandes) mit etwa 11 Millionen Farbigen. Der Jahresetat beträgt etwa 78 Millionen Marf, der gegenwärtige Stand der Schuld etwa 148 Millionen Wiart. Die Reichszuschüsse sind befanntlich bedeutend gesunfen und belaufen fich für 1911 noch auf etwa 25%, ill. Mart. Das britische Kolonialreich mit seinem ungeheueren Gebiete von 28% Millionen Geviertfm. und 350 Millionen Einwohnern besitzt einen Jahresetat von 3% Milliarden Mart und eine Schuld von fast 17 Milliarden Mart. Davon entfallen auf die selb ständigen Kolonien mit 18% Millionen Geviertfm. und nur 16 Millionen weißer Bewohner ein Etat von 1,7 Milliarden Mart( in Ausgabe etwas weniger) und 10% Millionen Mart Schulden. Auf Indten mit fast 5 Millionen Gevierttm. und gegen 300 Millionen Farbiger ein Etat von 1,4 Milliarden Mart( in Ausgabe etwas mehr) und ein Schuldbetrag von 5,7 Milliarden, auf die tronkolonien mit 5 Millionen Geviertfm. und 36 Millionen Einwohner ein Etat von 365 Millionen Mart. Erhebliche Zuschüsse von Seiten des Mutterlandes zusammen fast 17 Millionen Markt erforder= ten namentlich eine Reihe von noch nicht voll entwickelten afrikanischen Kolonien, Ostafrita, Uganda, Niassaland, Somaliland, Betschuanaland, Nordnigerten. Frankreichs Kolonten mit 5,8 Millionen Geviertfm. und 32% Millionen farbiger Einwohner besigen zusammen einen Jahresetat von 185% Millionen Mart und eine Schuldenlast von etwa 500 Millionen Mart. Die Zuschüsse des Mutterlandes fitr feine Sto= Tonten, insbesondere für deren militärischen Schuß, betragen etwa 65 Millionen Mark jährlich. Algier, das als französische Provinz verwaltet wird, und das Protektorat Tunts find in vorstehenden Ziffern nicht be rücksichtigt. Die holländischen Kolonten mit 2 Millionen Geviertfm. und fast 40 Millionen Einwohnern haben einen Etat von 329 Millionen Mart in Einnahme und 373 Millionen Mart in Ausgabe und erfordern daher beträchtliche Zuschüsse. Der Etat des belgischen Kongo mit 2,4 millionen Geviertfm. und 20 bis 30 Millionen Einwohnern( die Angaben schwanken start) ist für 1911 auf 82,7 Millionen Mark veranschlagt. Belgten lehnt es bekanntlich ab, für die Entwickelung dieser aussichtsreichen Kolonie in nennenswerter Weise beizutragen. Geheimhaltung der Vorftrafen im gerichtlichen Verfahren. Wie der Inf." mitgeteilt wird, hat die Kommis sion zur Aufstellung eines Entwurfes des Strafgesetzbuches in ihrer letzten Sizung für das Einführungsgesetz eine Vorschrift in Aussicht genommen, daß geLöschte Borstrafen im gerichtlichen Verfahren geheim zu halten und nur dann zu erwähnen oder zum Gegentand der Berhandlungen zu machen sind, wenn es für die zu treffende Entscheidung nötig ist, und wenn die sonstigen Vorschriften über das Verfahren die Veröf fentlichung unvermeidlich machen. Es handelt sich dabet um die neue Einrichtung der Löschung der Bestrafung in den Registern usw., über deren näheren Bestimmungen der Vorsitzende der Kommission Wirklicher Geheimer Rat Dr. Lucas in der demnächst er= scheinenden Nummer der Deutschen Juristen- Zeitung" folgende Mitteilungen macht: Von der Löschung" sind nur 3uchthausstrafen ausgeschlossen, die Bestimmung des Vorentwurfs, der auch längere als einjährige Gefängnis- oder Haftstrafen gegen Erwach sene ausnehmen wollte, ist weggefallen. Die Fristen für die Löschung sind nach dem Vorentwurf bemessen, fedoch fitr iugendliche Berurteilte bei den leichteren Strafen von zwet auf drei Jahre verlängert. Der betreffende Absatz des Vorentwurfs ist dahin eingeschränkt, daß über gelöschte Vermerke( sowohl in dem Strafregister wie in den sonstigen amtlichen Strafverzeichnissen) nur den Gerichten, den Behörden der Staatsanwaltschaft sowie auf ausdrückliches Ersuchen den höheren Verwaltungsbehörden Auskunft erteilt werden darf. Welche Behörden als höhere Verwaltungsbehörden anzusehen sind, bestimmen die Landesregierungen, für die Reichsbehörden der Reichsfanzler. Neu hinzugefügt sind endlich folgende Vorfchriften: Ist einem Jugendlichen, der vorher eine Freiheitsstrafe nicht erlitten hatte, Löschung einer Be strafung bewilligt und hat er sich sett der Löschung wet fere 10 Jahre gut geführt, so tann das Gericht ihn vollständige Tilgung der Verurteilung bewilligen, so daß sie in ihren Folgen als nicht geschehen zu erachfen ist. 15) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Latour stußzte. Sollte ein glücklicher Zufall thm günstig sein? Zwischen den Buchenstämmen sah er diejenige auf sich zukommen, an die er seit der Bekanntschaft in Nizza voll Sehnsucht gedacht hatte. Seine heißen Augen umfaßten die schlanke Mädchengestalt, er eilte auf sie zu und ergriff ihre beiden Hände. „ Sie sehen, ich bin gekommen," sagte Latour mit von Leidenschaft bebender Stimme. Eva suchte ihm die Hände zu entstehen, thr holdes Gesicht war rosig erglüht. Sie war allein, Adam und Kurt sind mit dem großen Bernhardiner Tante Annas fortgelaufen. O, sehen Sie mich an," flebte der Franzose, indem er Kuß auf Kuß auf die zarten Mädchenhände drückte,„ wenden Sie sich nicht von mir, das ertrage ich nicht, ich habe mich namenlos nach dieser Stunde gefebnt, nach Ihnen." " Diese Sprache ist zu fühn, mein Herr," sagte Eva mit mädchenhafter Abwehr,„ wer gibt Ihnen das Recht dazu?" Sie wollie gehen, aber er hielt sie zurück. ,, Nein, bleiben Sie," bittet er, bleiben Sie, ich verspreche Ihnen, daß ich mich beherrschen werde." Er spricht das elegante Pariser Französisch seiner Vaterstadt. Ein scheuer Blick Evas streift Latour, endlich sagte fie Ieise: Kommen Sie, ich werde Ihnen den Weg zeigen, wohin wollen Sie?" „ Nach Saßnitz; aber morgen werde ich meine Vtfite in Strandhof machen." " Ich weiß nicht, ob man sie annehmen wird." entRundschau vom Cage. Politisches. Wechsel auf höheren preußischen Verwaltungspo ften? Das B. T." erhält von einer Seite, die in Perfonalfragen orientiert ist, Mitteilungen von einem in Aussicht stehenden Wechsel auf höheren Verwaltungsposten, die wir unter Vorbehalt wiedergeben. Danach sei als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Präsidenten der Oberrechnungskammer in Potsdam, v. Magdeburg, der Oberpräsident von Sachsen, v. Hegel, in Aussicht genommen. Als fünftigen Oberpräsidenten von Sachsen nenne man in erster Linie den Berliner Polizeipräsidenten v. Jagow, und in zweiter Linie den Regierungspräsidenten von Wiesbaden, v. Meister. Weiter wird für jeden Fall als Nachfolger des Herrn v. Jagow der Breslauer Polizeipräsident v. Oppen bezeichnet. Eine Konferenz der Vertreter der deutschen Handwerkerverbände, die soeben in Cassel getagt hat, nahm eine Entschließung an, in der ausgeführt wird, daß die gegenwärtige Zersplitterung in verschiedene Bünde den wirtschaftspolitischen Forderungen des deutschen Handwerks sehr schädlich und baldmöglichst zu beseitigen ist. Die versammelten Vertreter der Handwerkerverbände beschließen daher, sich zu vereinigen, um eine einheit= liche Haltung des deutschen Handwerks in wirtschaftspolitischen Fragen zu ermöglichen. Es sollen die bestehenden Bünde unter Beibehaltung ihres Bestandes und ihrer statutarischen Aufgaben zu einer Vereinigung zusammentreten. In Bundesstaaten und Provinzen, in denen noch keine Handwerkerbünde bestehen, sind solche zu begründen und der Vereinigung anzugliedern. Die erste Hauptversammlung des Reichsverbandes deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaften hat am Donnerstag unter Beteiligung von 20 000 landwirtschaftlichen Genossenschaften Deutschlands in Hannover stattgefunden. Der Vertreter des preußischen Finanzministeriums wies darauf hin, daß die in letzter Zeit von einigen wenigen extremen Kreisen gehegte Befürch= die tung, Zentralgenossenschaftskasse strebe nach einer Monopolisierung des preußischen Genossenschaftswesens, unberechtigt ist. Die preußische Zentralgenossenschaftskasse will die Selbsthilfe nicht durch den Staat ersetzen. Sie will die Selbsthilfe, wo es immer möglich ist, unterstützen und dazu beitragen, daß das Genossenschaftswesen gedeiht. Die preußische Zentralgenossenschaftstasse kann und will nur dort mitwirken, wo sie Aussicht hat, einen möglichst hohen Grad von Selbsthilfe zu erzielen. Der mecklenburgische Ritterschaftskonvent, der gestern zur Beratung der Verfassungsfrage in Rostock zusammengetreten war, sprach sich für den Ausschluß allgemeiner Volkswahlen bei der Zusammensetzung des mecklenburgischen Landtages aus. Ueber die Zentrumskandidatur für die Reichstags= erfazwahl in Düsseldorf am 19. September meldet der „ B. L.-A.", daß, nachdem eine frühere Kandidatur sich zerschlagen hat, vom Zentrum nunmehr der Bankdtrektor Friedrich als Kandidat aufgestellt werden soll. Die Kandidatur ist deshalb besonders interessant, wetl Friedrich Mitglied des Hansabundes ist. Der Verfügung des Reichskolonialamtes, daß zur Erleichterung der Eheschließung zwischen deutschen KoIontalbeamten und deutschen Frauen den deutschen Bräuten von Schutzgebietbeamten eine staatliche Bethilfe zu gewähren set, wenn sie zwecks Vornahme einer Eheschließung ihre Ausreise nach den Kolonten antreten, ist auch die Reichspostverwaltung für die in den Kolonien tätigen Postbeamten mit einer ähnlichen Verfügung gefolgt. Stadtgemeinden und Reichswertzuwachsstener. Bekanntlich hatten bereits vor dem Inkrafttreten der Reichswertzuwachssteuer zahlreiche Stadtgemeinden eine Wertzuwachssteuer eingeführt. Da der Anspruch dieser Stadtgemeinden auf die Steuer laut 8 60 des Gesetzes erst am 1. April 1915 erlischt, so versucht, wie man hört, jetzt das Reichsschazamt, die betroffenen Gemeinden entsprechend abzufinden. Zu diesem Zweck läßt es an Ort und Stelle durch Ministerialbeamte mit den Gemeinden verhandeln, um eine finanzielle Einigung zu erzielen. Das Kanonenboot„ Panther", das bekanntlich zunächst für Agadir bestimmt war, tritt, wie offiziös mitgeteilt wird, von Teneriffa aus die Heimreise an. An seiner Stelle übernimmt der derzeitige Stationär von gegnete Eva, die die Abneigung Frau Hatdecks gegen den jungen Franzosen kannte. " Warum sind Sie hier so anders als in Nizza?" rief Latour, warum diese abweisende Art gegen einen Menschen, der Ste," " Nicht weiter," schneidet Eva ihm das Wort ab, sie darf und will es nicht hören, was er ihr sagen möchte, das zudringliche, sieggewohnte Auftreten Robert Latours verletzt sie und dennoch, dennoch, - ihr Herz pocht so wild, so stürmisch in seiner Nähe. Die herbe Jungfräulichkeit thres Wesens flößt dem Lebemann eine gewisse Scheu ein, sie mehrt aber nur sein leidenschaftliches Verlangen, das Mädchen zu erobern, das so ruhig und stolz neben ihm einherschreitet. " Da ist Saßnis," sagte Eva, dann geht sie nach einer fühlen Neigung ihres hübschen Kopfes. Ja, sie hat recht getan, ihn nicht zu ermutigen hinter dem Rücken ihrer gütigen Pflegemutter. Warum ist aber das junge Herz so schwer? Sie ist doch nicht so leicht zu erobern," denkt Latour, aber es muß gehen. Erstens ist sie reizend, ich bin ernstlich verliebt und die Frau Haided muß sehr retch sein. Nun heißt es diplomatisch vorgehen, um nichts zu verderben." In namenloser Aufregung erreichte Eva Strandhof. So war Latour ihr doch gefolgt! Was würde Tante Anna dazu sagen? Und wieder durchlebte das junge Mädchen die Zeit in Nizza. Welche Macht besaß der Mann über sie, den sie so wenig fannte. Wie ein magnetisches Etwas zog es sie zu ihm hin, gab es denn einen Zauber, dem man willenlos unterliegen muß? Liebte sie ihn wirklich? Heiße Röte färbte Evas Wangen, sie mußte Frau Haideck sagen, daß Latour in Saßniß war, eine Heimlichkeit wäre Eva unmöglich gewesen, dazu war ihr Charafter zu wahr und zu offent. " Tante Anna." sagle Eva offen, Latour ist in SaßDeutsch- Südwestafrika Eber", für den vor Agadir Ite genden Kreuzer Berlin" den Post- und Telegraphendienst und wird die„ Berlin" zeitweilig ablösen, falls diese zum Kohlen vorübergehend einen andern Hafen aufsuchen sollte. Kleine Nachrichten. Ehrengeschenke Kaiser Wilhelms. Kaiser Wilhelm hat am Donnerstag, wie aus Dover gemeldet wird, goldene Uhren als Ehrengeschenke für die Küstenwache gesandt, die seinerzeit dem bet Dover gescheiterten Se gelschiff Preußen" Hilfe in der Not erwiesen hatte. Prinz Adalbert von Preußen, der zur Marineata demie tommandiert und bis zum Beginn der großen Herbstmanöver beurlaubt ist, übernimmt nach Beendt gung des Urlaubs das Kommando auf dem zur ersten Reserve- Torpedoboots flotille gehörigen Torpedoboot " G. 110". Die Königin von England wird, wie die„ Kreuzatg. mitteilt, noch vor ihrer Reise nach Indien nach Deutsche land gehen, um einige Tage in Neu- Strelik bet ihrer Tante, der Großherzogin- Witwe von Mecklenburg Streliz zuzubringen, die am 19. Jult in ihr 90. Lebens jahr tritt. Beschimpfung eines Geistlichen durch französische Soldaten. Gestern abend wurde ein Priester beim Vo rübergehen an der Kaserne von Soldaten des 49 In fanterieregiments in Bayonne auf die gemeinste Weise befchimpft. Der Regimentsfommandeur entschuldigte sich persönlich und bestrafte das Bataillon, dem die Schuldigen angehören, mit Urlaubsentziehung. Ueber eine Aufsehen erregende Erfindung wird aus Paris gemeldet: Der Vizefähnrich Lemair erfand einen Kompaß, der nicht den magnetischen, fondern den geo graphischen Nordpol anzeigt. Die Erfindung ist um To wertvoller, als die ungeheuren Stahlmassen der Kriegsschiffe den Kompaß start beeinflussen. Durch Bruch des Hauptrohres der Berliner Wassers werke wurde Donnerstag der Wilhelmsplatz zu Char lottenburg und seine Umgebung im weiten Umfretse unter Wasser gefeßt. Durch die Wassermengen, die mit elementarer Gewalt dahinströmten, wurden in den anstoßenden Straßen zahlreiche Keller überschwemmt und ber Verkehr auf lange Zeit gesperrt. Interessante Schießversuche wurden auf dem Trup penitbungsplatz Felsenborn bet Cöln angestellt. Das Artillerieregiment Nr. 51 brachte mit dem neunten Schuß einen Ballon zur Erde, das Artillerieregiment Nr. 15 schoß nach wiederholten Versuchen das den Bal Ion haltende Drahtseil entzwet. Der Ballon verschwand in südwestlicher Richtung über die Grenze. 65 000 leerstehende Wohnungen gibt es zurzeit in den 48 Gemeinden Groß- Berlins; davon sind in Ber Iin selber annähernd 30 000, darunter 21 000 sogenannte Kleinwohnungen bis zur Größe von zweiẞimmern und Kliche. Von einem Wohnungsmangel fann also m Berlin nicht gut die Rede sein. Auf einem Ziegelofen erftidt. 8wei auf einem Bie gelofen eingeschlafene Arbeiter eritidten in Dutsburg burch ausströmenden Rauch. Die Wiederbelebungsver suche waren erfolglos. Schwerer Fliegernnfall. In Leuwarden in Holland machte der Flieger Clieslagers abends einen Aufstieg. Er fah sich plötzlich zur Landung gezwungen und ging mitten unter der dicht gedrängten Menge nieder. Vier Damen wurden verletzt, davon eine schwer. Volkswirtschaftliches. Arbeitslöhne in Japan. Dem Finanziellen und wirtschaftlichen Jahrbuch für Japan, das vom japant schen Finanzminister herausgegeben wird, entnimmt die " Soziale Praris" eine Reihe bemerkenswerter An gaben. Wir geben daraus die wichtigsten Daten über die Höhe der in Japan gezahlten Arbeitslöhne wie der, ba bet der internationalen Konkurrenz Japans der Lohnfaktor von größter Bedeutung ist. Die bestbezahl ten Arbetter find die Siegelbrenner, die täglich 0,960 Yen( 1 Yen gleich 2,09 Mart) verdienen. Es folgen bte Steinmetzen und Stegeldachdecker mit einem Tagesverdienst von 0,870 en. Am schlechtesten sind bezahlt von industriellen Arbeitern die Soyabrenner, die einen Monatslohn von 8,34 Yen haben oder 0,278 Yen täg Itch, bie Retsreiniger mit 0,340 Yen und di ezuckerbäder mit 0,360 Ven. Einfache Tagearbetter verdienent durchschnittlich 0,490 en, die Löhne der übrigen gelern ten Arbeiter schwanken zwischen 0,450 Yen und 0,700 Yen. Die Löhne für weibliche Arbeiter stellen sich durch schnittlich um die Hälfte niedriger, eine Tatsache, die bet dem Umstande, daß ein hoher Brozentsatz Frauen in den Gewerben beschäftigt sind, sehr ins Gewicht fällt. Sehr niedrig stehen auch die Löhne für landwirtschaftliche Arbetter. Der Jahreslohn beträgt etwa 39 Yen, Etwas besser stellen sich die Löhne für die Arbeiter, dte in den landwirtschaftlichen Nebengewerben beschäf tigt find. Im allgemeinen sind also die Arbeitslöhne in Japan immer noch sehr niedrig, obwohl fie, nament Itch nach dem russisch- japanischen Kriege, eine steigende Tendenz aufweisen. - nitz, ich traf ihn heute im Walde." " Ich kann nicht sagen, daß er mir angenehm ist," entgegnete Frau Haided, ich bege ein gewisses Mißtrauen gegen diesen Abenteurer." " Ist das nicht ein zu harter Ausdrud," versetzte Eva leise, wir wissen doch nichts Schlechtes von thm." " Komme einmal her, mein liebes Kind," sagte Frau Haided zärtlich, denke, daß ich Deine Mutter fet, dte zu Dir redet. Du hüllst zu leicht jeden in das ideale Gewand Deines poetischen Gemittes, ich aber möchte Dir bittere Enttäuschungen ersparen. Ich bitte Dich, gegen mich immer gleich offen zu sein; ich habe leider an Karla erleben müssen, daß sie sich hinter meinem Rücken mit einem Manne verlobte, den ich nicht als ihren Gatten gewählt hätte. Da Latour uns hierher folgte, muß ich glauben, daß er ernste Absichten hat; fage mir offen, wußtest Du, daß er kommt?" " Nein, Tante." Evas Augen flossen über, aber der freimütige Blic überzeugte Frau Haideck, daß sie die Wahrhett sprach. Ich fann ihn nicht aufgeben," dachte Eva, als sie in der Nacht schlaflos dalag, jetzt erst weiß ich, daß ich Robert Latour liebe. Ob er es verdient, weiß ich nicht fragt denn die Liebe danach?"- Es war schon Sommerbesuch in Strandhof und am folgenden Tage tamen noch mehrere befreundete Fa milien an. Frau Haldeck, die selbst die größte Be herrschung übte, verlangte sie auch von Eva. Diese wusch ihre verweinten Augen und fleidete sich an; der Stettiner Dampfer wurde erwartet, ein liebenswürdi ges altes Baar, intime Freunde des Hauses, ein Herr Olten und seine Frau sollten ankommen. Eva bekam den Auftrag, in der Villa Petersburg nachzusehen, ob die Zimmer für die Gäste in Ordnung waren. Ich gehe zum Landungsplatz hinunter," sagte Frau Hatbed. ( Fortsetzung folgt.) Agadir Ite Telegraphen blösen, falls ndern Hafen fer Wilhelm neldet wird, Küstenwache etterten Se efen hatte. Marineata der großen nach Beend zur ersten Torpedoboot „ Atreuzztg nach Deutsch tz bet ihrer Mecklenburg 90. Lebens franzöfifche er beim Vo des 49 In einste Beije entschuldigte , dem bie ing. ng wird aus erfand einen ern den geo Sung ist um Imaffen der iner Walfers B zu Char en Umfreife gen, die mit in den anwemmt und f dem Trup estellt. Das em neunten Certeregiment as den Bal t verschwand 8 zurzeit in ind in Ber sogenannte immern und nn also m f einem Zie Dutsburg elebungsver t in Holland ten Aufstieg, en und ging nteder. Viet er. nztellen und vom japant ntnimmt die Smerter AnDaten über slöhne wie Japans der e bestbezahl täglich 0,960 Es folgen nem Tages sind bezahlt er, die einen 78 Yen täg di eZuckerer verdienen rigen gelern n und 0,700 en sich durchsache, die bet 3 Frauen in Bewicht fällt, ndwirtschafttwa 39 Yen, die Arbeiter, rben beschäf Arbeitslöhne fte, nament tne ftetgende genehm ist," wiffes Miß ," versetzte es von ihm." Kind," sagte e Mutter fet, in das ideale aber möchte h bitte Dich, habe leider nter meinem ich nicht als uns hierher bfichten hat; t?" imlitige Blid hrhett sprach. weiß ich, daß tent, weiß th randhof und freundete Fas größte Be Eva. Diese Eva, als sie sich an; der tebenswürdi ses, etn Hert Eva bekam achzusehen, ob ren. Ich gehe 1 Hatbed Aus den Gerichtssälen. Die Hochstapeleien des Grafen Wolff- Metternich beschäftigen gegenwärtig die Straftammer des Berliner Landgerichts. Nach der Anklage soll der Graf in 31 Fällen verschiedene Personen um Beträge von 20 Mart bis zu 50 000 Mart unter Vorspiegelung falscher Tat( achen betrogen haben. Zu der Verhandlung sind 25 Beugen und zwei Sachverständige geladen. Die Vernehmung des Angeklagten ergibt im wesentlichen folgenbes: Er ist als Sohn eines Kammerherrn in Holland geboren, war früher katholisch und ist test evangelisch, Er ist verheiratet mit der Wiener Schauspielerin Claire Ballentin. Er war längere Zeit in Chile, In Berlin erhielt er von seinem Vater eine monatliche Zulage yon 30 Mart. Da er mit diesem Betrage nicht austommen tonnte, versuchte er auf alle mögliche Weise, fich Geld zu verschaffen. Nach seiner Angabe hat er damals auch Chancen gehabt, sich mit einer sehr vermö genden Dame zu verloben; von der Familte dieser Dame wurde er auch zu einer größeren Reise nach ItaIten eingeladen. Als der Vorsitzende hierzu bemerkte, er ſet jedenfalls gewissermaßen als Reisemarschall engagtert worden, erwiderte der Angeklagte mit Emphase: Ein Graf Wolff- Metternich hat sich noch nie zu einem Reisemarschall hergegeben, sondern sich stets suchen lasfen." Später ging der Angeklagte nach England, fam dann nach Wien, verheiratete sich mit einer Schauspielerin und erlangte angeblich eine Stelle mit monatlich 300 Kronen. Die Verhandlung dürfte mehrere Tage dauern. armen Wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilte die Straffammer in Bonn einen Möbelfabrikanten aus Cöln, der Arbeiter der Honnefer Möbelfabrik in setner in Lengsdorf bei Bonn gelegenen Möbelfabrik angestellt und sie veranlaßt hatte, thm verschiedene Bezugsquellen der Honnefer Fabrik zu verraten, zu 300 Mart Geldstrafe. Vermischtes. Die Ursache der Dynamitexplosion in Würgendorf hat sich noch nicht ermitteln lassen. Es heißt, daß sie auf die Unvorsichtigkeit eines im Dellager beschäftigt gewesenen Arbetters zurückzuführen set, jedoch wird sich dies schwerlich genau feststellen lassen, da diejenigen Arbeiter, die Auskunft geben könnten, tot sind. Gestern wurden die fehlenden sechs Leichen gesucht. Gefunden wurden nur Leichenteile eines Arbeiters. Die Aufräumungsarbetten gehen nur langsam von statten, da man neue Explosionen befürchtet. Man hofft, die fehlenden Leichen heute alle zu bergen. Sie sollen gemeinsam beerdigt werden. Der Schaden wird auf 60 bis 100 000 Mark geschätzt. Der Betrieb in Würgendorf ruht. Die Gewerkschaft Wetßenburg, Eigentümerin der Fabrik, läßt in Hoppecke wetter arbeiten und dorthin auch die Vorräte schaffen. Eine Deutschlandfahrt amerikanischer Lehrer. In Buffalo wurde ein Lehrertag des nationalen deutschamerikanischen Lehrerbundes eröffnet, der darüber be= riet, ob und wie die nächstjährige Lehrerfahrt nach Deutschland veranstaltet wird. Die Reise soll in Neuyork ihren Anfang nehmen und durch ganz Deutschland führen. Folgende Städte werden besucht: Hamburg, Cöln, Rüdesheim,( Niederwald- Denkmal), Wiesbaden, Heidelberg, Mannheim, Stuttgart, München, Nürnberg, Frankfurt a. M., Cassel, Etsenach, Weimar, Jena, Dresden, Leipzig und Berlin. Man rechnet auf eine Teilnehmerzahl von mindestens 600 amerikanischen Lehrern. Das Preisgericht für den deutschen Rundflug 1911 trat am Donnerstag in Berlin zur Entscheidung über die Verteilung der Preise zusammen. Auf Grund der von den Zeitnehmern geführten offiziellen Listen ergab sich folgende Schlußwertung und Preisverteilung: Benno König 1882,50 Im., 40 000 M., Hans Vollmöller 1873,50 Im. 25 000 M., Bruno Büchner 1363,75 lm. 10 000 M., D. E. Lindpaintner 1222,50 Im. 7000 M., Dr. Wittenstein 941,50 m. 6000 M., Eugen Wiencziers 751,00 Im. 5000 M., Schauenburg 585,50 Im. 4000 M, Robert Thelen 497,00 Km. 3000 Von den beiden Preisen des Kriegsministeriums fiel der erste Preis von 5000 Man König, da er Steger des Rundflugs, Deutscher ist, sämtliche Strecken des Rundflugs mit Passagier zurückgelegt und auf der Etappe NordhausenHalberstadt eine Höhe von 400 Metern erreicht hat, was den Bedingungen für diesen Preis entspricht. Der 2. Preis des Kriegsministeriums von 4000 M. fiel an Vollmöller, der auf der Strecke Nordhausen- Halberstadt eine Höhe von 1350 Metern erreicht hat. Von den Preisen der Stadt Berlin fiel der erste Preis im Werte von 2500 M. an König. Der zweite Preis im Werte von 1500 Mark wurde Büchner zugesprochen. Der Prets war für den Flieger ausgesetzt, der auf der letzten Strecke Halberstadt- Berlin die beste Zeit erziekte. Der dritte Prets der Stadt Berlin im Werte von 1000 M. sollte demjenigen Teilnehmer am Deutschen Rundflug zufallen, der auf den Streckenflügen die größte absolute Höhe erreicht hätte. Er wurde Vollmöller zugesprochen. Den Extrapreis des Kronprinzen für den Steger des Rundflugs erhielt König. Eine mysteriöse Geschichte. Das Dienstmädchen Franziska Poledniz in Potsdam unternahm am Mittwoch mit den sechs Kindern seiner Herrschaft und denen einer befreundeten Familie einen Ausflug nach NedIttz bei Potsdam. In der Nähe des Sakrow- Parezer Kanals nahm es mit den Kindern ein Bad. Als ste sich im Wasser befanden, schwamm vom entgegengesetzten Ufer ein Mann auf die Gruppe zu und erbot sich, das Mädchen im Schwimmen zu unterrichten. Dieses näherte sich dem Fremden auch, der es nach der Erzählung der Kinder an der Hand ergriff und trotz seines Sträubens in das tiefere Wasser zog. Hier drückte er es mit aller Gewalt solange unter Wasser, bis es unterging, und schwamm dann ans Ufer zurück. Die Leiche des Dienstmädchens konnte noch nicht geborgen werden. Die sofort angestellten Nachforschungen nach dem Fremden blieben bisher ohne Erfolg. Ein fünfzehnjähriger Defrandant und„ Lebemann" wurde im Treptower Park in Berlin verhaftet. Der Laufbursche Fritz Bruch aus Magdeburg hatte vor mehreren Tagen eine größere Geldsumme, die er im Auftrage der Firma, bei der er beschäftigt war, nach der Post tragen sollte, unterschlagen. Das abenteuerlustige Bürschchen wandte sich nach Berlin, wo es in lustiger Gesellschaft, auch die holde Weiblichkeit fehlte nicht, das unterschlagene Geld klein machte. Als er gestern im Treptower Park von einem Kriminalbeamten erkannt und festgenommen wurde, waren nur noch wenige Mark vorhanden. Der Defraudant machte einen äußerst beruntergekommenen Eindruck. Eine 108jährige Zwergin gestorben. Im Pariser, Vorort Clichy starb eine Zwergin, die Spanierin Maria Laurens, die zwar nicht ganz einen Meter hoch an Maß, dafür aber das respektable Alter von 108 Jahren hatte. Maria Laurens fristete als populäre Persönlichkeit ihr Leben in wandernden Schaubuden. Im Wagen der fahrenden Leute zog das kleine Persönchen von Ort zu Ort, und in einem Wanderzirkus ist sie auch zur Ruhe gegangen. Das Geburtsjahr der greisen Zwergin, 1803, ist in ihrem Passe amtlich von den spanischen Behörden bestätigt. Lieber Mörder als Soldat. Um sich dem Militärdienst zu entziehen, hat ein junger Mann in dem Dorfe Tassat bet Bordeaux ein schreckliches Verbrechen begangen. Als die Erntearbeiterin Moine nach getaner Arbett des Abends nach Hause zurückkehrte, und an das Bett ihrer fünfjährigen Tochter trat, rollte ihr der Kopf des Kindes entgegen. Ste rief um Hilfe, die Nachbarn eilten herbet und man stellte fest, daß ein Unbekannter das Mädchen zunächst durch einen Stich ins Herz getötet und ihm dann den Kopf abgeschnitten hatte. In der Wohnung fand man dann auch noch ein Paket. Darin war ein Brief erhalten, in welchem ein Arbetter seinem Bruder den Vorschlag machte, den wilden Mann zu spielen und sich auf diese Weise dem Militärdienst zu entziehen. Die polizeilichen Nachforschungen führ= ten bald zu der Ermittelung des Mörders, der ein volles Geständnis ablegte. Die unverzollten Schinken. Ein niedliches, wenn auch nicht mehr ganz neues Zollabenteuer wird dem " Tägl. Korr." von einem gelegentlichen Mitarbetter aus dem Bayerischen Walde erzählt: Fuhr da von Lam eine Bauersfrau mit der Post ins Böhmische, um ihren Sohn zu besuchen und ihm gleichzeitig vom letzten Schlachtfest zwet feiste Schinken mitzubringen. Es ging etwas eng in dem Postkasten zu und so brachte die Frau thr Gepäck nicht gut unter und setzte sich daher kurz ent schlossen auf das„ Mitbring" für den Sohn. Geschäftsmäßig fam an der Grenze der Zollbeamte und fragte im Amtston nach verzollbaren Sachen. Zwoa Schinten hob t", meint die Bäuerin bedächtig. Der Beamte stuzte. Ja, wo denn?"" I sit drauf", sagte dte Alte ruhig. Nur mühsam unterdrückten die Reisenden thr Lachen. Der Beamte kneift die Augen zu und entfernt sich brummend:„ An anders mal hal'n S' wem andern zum besten ols an t. t. Beamten!" So gelangten die Schinken unverzollt und unbeanstandet in die Hände des Sohnes. Der Roman einer Namenlosen. Die Geschicke einer geisteskranken Frau, deren Identität trotz 19jähriger Nachforschungen nicht festgestellt werden konnten, und die in den Akten stets nur als„ Unbekannt" bezeichnet werden konnte, beschäftigen aufs neue die Armendirektion der Stadt Berlin. Die Unbekannte wurde am 16. Oftober 1892 vor Castans Panoptikum verhaftet, als sie zwet Damen Geld aus der Tasche stahl. Alle Versuche, den Namen und die Herkunft der verhafteten Frau herzustellen, verliefen ergebnislos, Die Nachforschungen wurden dadurch erschwert, daß dte Unbekannte taubstumm war und weder lefen noch schretben konnte. Eine im Jahre 1893 hinzugezogene Taubstummenlehrerin konnte zwar aus der Kranken herausbekommen, daß sie im Kreise Inowrazlaw in Posen geboren und daß ihr Vater ein Landarbetter gewesen set; thre beiden Eltern seien tot, sie selbst befinde sich im Alter von 31 Jahren und habe zwei Kindern das Leben gegeben, die gestorben sind. Alle Recherchen, die auf Grund von Photographien mit Hilfe der Staatsanwaltschaften, Strafanstaltsdirektionen, Lanbratsämtern, und anderen Behörden an der Hand dieser Angaben angestellt wurden, verliefen nach wie vor ohne Resultat. Die Unbe= kannte, die inzwischen wegen lödsinns für getstesfrank erklärt und entmündigt worden ist, befindet sich jetzt in der Anstalt Wuhlgarten. Die Armendirektion der Stadt Berlin hofft jetzt, das Dunkel, das auf dieser Persönlichkeit ruht, durch eine Veröffentlichung in der Bresse zu lüften. Wenn auch anzunehmen ist, daß viele Personen, die vor 19 Jahren die jetzt 50 Jahre alte Kranke hätten wiedererkennen können, gestorben sind, so ist es doch nicht ausgeschlossen, daß sich in Ostdeutschland noch Personen befinden, die sich der Namenlosen erinnern. Die Waldbrände in Kanada. Die verheerende Wirkung der von uns beretts gemeldeten Waldbrände in Kanada läßt sich vorläufig noch nicht übersehen. Die Brände haben eine Ausdehnung angenommen, die die Bewohner der zwischen den ausgedörrten Wäldern gelegenen Städte und Ortschaften in Angst und Schrecken versetzt und zum Tell obdachlos gemacht hat. Von North- Bay bis Porcupine herrscht in etner Ausdehnung von 200 Metlen ein einziges Flammenmeer. Alle Kohlenfelder sind ausgebrannt. Der Himmel ist von großen Rauchwolken bedeckt. Männer, Frauen und Kinder sind den Seen und den Wasserläufen nach ge= flohen. Flüchtlinge der zerstörten Städte Borcubine und Pottsville haben Zuflucht in Golden City gefunden. Die Vorstädte von Golden City find völlig niedergebrannt. Die Lebensmittel sind sehr rar. In Cochrane sind die Einwohner ohne jede Nahrung und Unterkunft und müssen in Güterwagen übernachten. Zahl= reiche Flüchtlinge sind in den großen Seen ertrunken. Alle Straßen, die durch die Wälder führten und alle Brücken sind vernichtet. Fast sämtliche Besizungen mußten von ihren Bewohnern verlassen werden. Es wird den Ueberlebenden schwer werden, einen Weg nach zivilisterten Gegenden zu finden. Zur Ausbreitung des Feuers hat besonders Die Trockenheit der Gräser und der Ernten beigetragen. Nach den letzten Nachrichten aus Detroit sollen 500 Todesopfer festgestellt sein. Die Flüchtlinge aus den zerstörten Städten erzählen, daß die Zahl der Opfer noch gar nicht übersehen werden könne. Eine große Banik entstand in Tawas City, als die Flammen in die Stadt einschlugen. Viele Frauen und Kinder ftelen in den Straßen ohnmächtig nieder. Andere flüchteten sich in die Kirchen und öffentlichen Gebäude, die aber auch bald von den Flammen umzingelt waren. Dreihundert Personen wurden an Bord eines Dampfers genommen, der gerade im Hafen von Oscoda lag, und den Flammen auf dem Huronsee entführt. Vom Schiff aus beobachteten die Leute, wie ihr Besitztum in Flammen aufging. Züge der Ontario- Eisenbahn- Gesellschaft haben Hunderte von Flüchtlingen aus den Flamment entführt. Süd- Porcupine lag zwanzig Minuten, nachdem sich die ersten Flammen gezeigt hatten, in Ruinen; die Bewohner, die sich über den Por= cupine- See retten wollten, kämpften um die Plätze in den wenigen vorhandenen Fahrzeugen, wobei fünfzehn Personen ertranten. Die meisten Menschen famen in den Bergwerfen um, namentlich in Dome und Westdome, wo 300 Leute, die von jeder Rettung abgeschnit ten waren, sich in weniger tiefe Schächte flüchteten, wo sie erstickten. Weitere Waldbrände werden aus dem amerikanischen Staate Michigan gemeldet, mehrere Dörfer stehen dort in Flammen; auch in Maine und Newhampshire witten Brände. Erzählung einer Geretteten. Fräulein Doris Diamond, eine der Ueberlebenden aus der zerstörten Stadt Porcupine, erzählte, daß der Anblick in den brennenden Straßen furchtbar war. Männer, Frauen und Kinder seien tot niedergefallen. Bahlreiche Eltern warfen ihre Kinder in die Fluten des Huronsees, um sie vor dem Brande zuretten. Acht fleine Städte am Huronsee find völlig eingeäschert worden. Der Schaden ist noch gar nicht zu übersehen. Die Feuersbrunst zieht sich in einer Ausdehnung von Hun berten von Kilometern im Norden von Ontario zwi schen der North- Bay und der Hudson- Bay bin. Man fürchtet, daß die Zahl der Opfer weit größer sein wird, als bisher gemeldet wurde. Flüchtlinge aus den zerstörten Distrikten schätzen die Zahl der bei den Waldbränden umgekommenen Berfonen auf 300 bis 400. Wie amtlich gemeldet wird, fst das Feuer im Porcupine- Distrikt seit gestern mittag auf seinen Herd beschränkt. Der Schaden wird auf etne Million Dollars geschätzt. Aus den großen Städten des westlichen Ontarios laufen zahlreiche Geldspenden ein. Drabtnachrichten und Deuestes. Ansschreitungen der streikenden Bauarbeiter in Paris Paris, 14. Jult. Gestern abend ist es in vers schiedenen Stadtvierteln wieder zu Ausschreitungen der Streifenden Bauarbeiter gekommen, so daß die Polizei einschreiten mußte. Zehn Bauarbeiter wurden verletzt, mehrere davon schwer. Opfer der size. London, 14. Jult. In Birmingham haben gestern sechs Personen durch Hitschläge ihr Leben eingebütßt. Trier, 14. Jult. Infolge der abnormen Size find in Saarbrücken ein italienischer Arbetter und ein Zugführer trrfinnig geworden. Beide mußten interntert werden. Defertenre der Fremdenlegion. Madrid, 14. Juli. Aus Melilla wird gemeldet, daß sich nach hier gelangte Deserteure der Fremdenlegion in das spanische Lager geflüchtet hätten. Kürz Itch wurden 16 Fremdenlegionäre, die sich auf das Gebtet der Bufajt geflüchtet hatten, von bewaffneten No maden überfallen und ermordet. Wiederaufleben der Kämpfe in Marokko. Paris, 14. Jult. Aus Oran wird gemeldet, daß die Führer der zwischen Fez und dem Mulujafluß ansässigen Stämme eine Versammlung abgehalten und beschlossen haben, nach der Ernte von neuem gegen dte Franzosen ins Feld zu ziehen. Generalstreik in Spanien. Saragossa, 14. Jult. Hier ist der Generalstretk ausgebrochen. Die Läden und Geschäfte sind geschlossen, das Geschäftsleben liegt still. Bisher herrscht in der Stadt Ruhe. Neuer Aufstand in Meriko. Merifo, 14. Jult. In Puebla fam es zu einem ernsten Zusammenstoß zwischen Republikanern und Anhängern Maderos, wobei über 40 Personen, darunter mehrere Frauen, getötet wurden. Der Anlaß zu dem Zusammenstoß soll ein Angriff betrunkener Revolutionäre auf das Gefängnis gewesen sein. Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt. In der am 12. Jult beendeten Berichtswoche haben die Getreidepreise am Berliner Markte eine Abschwächung erfahren. Die Ursache hierzu ist hauptsächlich durch den Umstand gegeben, daß diesmal mit einer verhältnismäßig frühen Ernte zu rechnen ist und infolgedessen die inländische Landwirtschaft schon jetzt mit Verkäufen vorgeht. Außerdem hat es den Anschein, als ob die Klagen über mangelhafte Entwickelung der Saaten übertrieben gewesen sind. Wenigstens wirfte es eintgermaßen überraschend, daß die Ertragsschätzung für Winterroggen ein Ergebnis von 7 837 000 Tonnen angibt gegen eine vorjährige definitive Schätzung von 7 974 000 Tonnen. Dieses günstige Resultat tst Hauptsächlich der voraussichtlich reichen Ernte der westlichen Provinzen zuzuschreiben. Die Etnerntung hat im Inlande bet prachtvollem Wetter nahezu durchweg begonnen. Während so im Inlande die Verhältnisse sich besser anlassen, als man noch vor kurzem glaubte erwarten zu können, werden die Ernteaussichten der wichHgsten ausländischen Produktionsländer etwas weniger vorteilhaft als früher beurteilt. In Berlin wäre Wetzen infolge inländischen Angebots noch weiter im Pretse zurückgegangen, wenn nicht russische Deckungskäufe etne Stütze geboten hätten. In Hafer werden die JultIteferungen durch russische Ware beglichen. Mais ist in guter Ware sehr knapp, und bei dem niedrigen Wasserstand ist das Herbeischaffen neuer Ware schwierig. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im September wie folgt: Weizen 199,25 M., Roggen 166,50 M., Hafer 163,75 M., Mais 148,00 M Breise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Dchfen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht wertes, ungefocht 81 bis 86 M., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76 bts 80 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 70 bts 75 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höch sten Schlachtwertes 73 bis 78 M., b) vollfletschige jün gere 71 bis 76 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 70 bis 72 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis M. 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 65 bts 70 M., c) ältere ausgemästete und wenig guf entwickelte jüngere Kühe und färsen 60 bis 65 M., b) mäßig ge nährte Kühe und Färfen 57 bis 60 M., e) gering genähr te Kühe und Färsen bis 62 M, f) gering genährtes Jungvieh( Fresser)- M. 4. Stalber: a) Doppellender feinster Mast 107 bis 136 M., b) feinste Mastfälber 92 bis 98 M, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber 80 bis 88 M., d) geringere Mast- und gute Saugtälber 74 bis 83 A, e) geringe Saugfälber 55 bis 67 M. 5. Schafe a) Mastlämmer und jüngere Maithammel 82 613 88 M 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 76 bis 80 M, c) mäßig genährte Sammel und Schafe 68 bts 81 M. 6. Schweine: a) Fett schweine über 3 3entner Lebendgewicht 56 M., b) voll fleischige Schweine 240 bis 300 Pfund 55 bis 56 M., C vollfleischige 200 bis 240 9fund 53 bis 56 M., d) vol fletschige Schweine 160 bis 200 Pfund 52 bis 54 M., vollfleischtae Schweine unter 160 Pfund 50 bts 51 Bekanntmachung. Die unterm 2. Juni 1911 angeordnete Sperre des Aulwegs wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. Juli 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Vergebung von Weißbinderarbeiten. Wilmersdorfer Kredit- Verein in Deutsch Wilmersdorf E. G. m. b.. gibt sich. Beis. Rudite 31 foul. Beb Anträge erb.[ 24/12 Bäckerei baff Haus ob. Mühle auch mit Land hier ob. Umgegend gesucht Op. v. Eigentümer u ,, Egiñenz 200" poftlap. Mainz[ 292/10 Damen und Herren ist zum Heiraten gute Gelegenheit geboten burch Die zur Erneuerung d Sprigbewurfs u. des äußeren Anstrichs am Hauptgebäude, der Turnhalle und der Dienerwohnung des Gymnasiums zu Gießen nötigen Weißbinder arbeiten sollen auf Grund des Ministerialerlasses bom 16. Juni 1893 und des Erlasses Großh. Staatsministe Frau Pfeiffer Nachf., Frank riums vom 24. Februar 1911 öffentlich in 2 Losen ber- furt a. M. Mainzerlandfir 711 geben werden. Los I Hauptgebäude; darunter ca. 1950 qm Gerüft, Westfälische Zechenkoke ca. 1250 qm Sprigbewurf, ca. 330 qm Haufteine abzuwaschen, 270 qm Fenster und 120 ffdm. Gefims anzu( Hüttenkoke) streichen. Los II Turnhalle und Dienerwohnung; darunter Gaskoks 700 qm Berüft, 600 qm Sprigbewurf, 70 qm Fenster Nusskohlen und 108 Ifdm. Gefims anzuftreichen. Die Angebotsunterlagen fönnen auf uns rem 2mt, Stephanstraße 18 eingesehen, Angebotsformulare dorther bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Eröffnungstermin, Best- Melierte Anthracite Unionbriketts Lignitkohlen Samstag, den 29. Juli d. 38., vormittags 10 Uhr, Holzkohlen [ 258/2 Zuschlagsfrist 2 Wochen. Brennholz liefern in den bei uns einzureichen. Gießen, den 14. Juli 1911. J. V. Heyer. Großh. Hochbauamt. Neu! 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