billig nur mit , selbst ädlichen nittel Wäsche blüteneraus ge ei bede gung der sten. Original OSSELDOR anten auch ahmlen ich- Soda eutsche hündi r wadhfam, n.( la Stam g; Stebohre Herborn. um die bensa- Kuchen kein anderes die beliebten sa- Puddings chten Hansa( 274) mburg 6. Doppelwagen e erspart. ufe men. Thomasmehl Säcken, mit rsehen. Marka Sternmarkenekt an unsere ( 174) Gießener Zeitung belde in Gle ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illustr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. S. Nr. 138. - Telephon: Nr. 362. Hessischer Landtag. Ausschußfißungen. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. BeDer dritte Ausschuß der Zweiten Kammer hielt am Dienstag eine längere Sitzung ab. Bezüglich der Vorstellung des Heinrich Klein zu Bensheim betr. Entschädigung abgebrannter Gebäude( dem Petenten ist seine Holzbearbeitungsfabrik bis auf die Fundamente abgebrannt, wofür die Brandversicherungskammer die Entschädigung verweigert) stellt sich der Ausschuß auf den Standpunkt, daß eine Entschädigung einzutreten habe, und wenn dies nicht durch die Brandversicherungsfammer geschehe, müsse die Behörde eintreten. treffs der Vorstellung hessischer Privatarchiteften wegen Uebernahme von Privatarbeiten hat sich ergeben, daß die Beschwerden zum Teil übertrieben sind und die staatlichen Baubeamten nur einen geringen Prozentsatz der Privatarbeiten ausführen. Diese Privatarbeiten ganz zu verbieten, hält der Ausschuß nicht für angebracht. Wo es notwendig erscheint, will die Regierung eine Remedur eintreten lassen. In diesem Sinne soll die Vorstellung für erledigt erklärt werden. Betreffs der Vorstellung von Landwirten in Ulrichstein wegen der dortigen staatlichen Aufforstungen wurde festgestellt, daß diese nur ganz unbedeutender Natur sind gegenüber den von der Gemeinde und Privatbesitzern erfolgten Aufforstungen; es liegt somit ein Grund zum Einschreiten nicht vor und der Ausschuß beantragt deshalb, die Vorstellung für erledigt zu erklären. Weiter beschloß der Ausschuß, die Landtagsersatzwahl in Gießen( anstelle des Abg. Dr. Gutfleisch wurde Justizrat Grünewald gewählt) für gültig zu erklären. Der Finanz ausschuß der Zweiten Hessischen Ständekammer beschäftigte sich gestern unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Osann zunächst mit den hessischen Bundesratsverhältnissen und der hessischen Gesandtschaft in Berlin. Vorgesehen ist ein Bürobeamter mit einem Höchstgehalt von 5820 Mark, sowie für vermehrte Tätigkeit stellvertretender Bundesrats- Bevollmächtigter ein Betrag von 6500 Mark. Die Regierung und der Staatsminister Ewald, sowie Geh. Staatsrat Krug von Nidda begründeten die Notwendigkeit der Forderung eingehend. In dem Ausschuß selbst wurden verschiedene Stimmen auch gegen die Bewilligung laut, es wurde daher beschlossen; die Abstimmung für die nächste Sitzung aufzuheben. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 15. Juni 1911. Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. Juni. Verkaufstagsnachflänge. Das Großherzogspaar hatte gestern nachmittag die beim Vertaufstage tätigen verheirateten Damen zum Tee in den Botanischen Garten eingeladen. Um 6½ Uhr erfolgte die Rückreise des Großherzogspaares im Automobil nach dem Jagdschloß Wolfsgarten. Das Ergebnis des Verkaufstages beträgt 58 300 Mark. Dem Architekten Hans Meyer- Gießen verlieh der Großherzog das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippsordens, während die Großherzogin ihr Bild mit eigenhändiger Unterschrift überreichte. * An die Wassertante! Man schreibt uns: Der Landesausschuß des deutschen Flottenvereins für das Großherzogtum Hessen bittet Damen und Herren, auch nichtmitglieder, die sich an seiner am 15. Juli beginnenden Gesellschaftsfahrt beteiligen wollen, sich baldigst anzumelden. In sieben vollen Tagen wird für 110 Mark Hamburg- Helgoland- Kiel eingehend besichtigt. Vorbereitet ist ferner eine fünftägige Anschlußfahrt nach mit Dänemark; sie zeigt Kopenhagen, Nord- Seeland seinen reichen Schlössern und Helsingör, überquert den Sund, um in dem malerisch gelegenen Helsingborg auf schwedischem Boden einen Abend zu verbringen und endigt am 26. Juli in Saßnitz auf Rügen.( Preis 75 Mark.) Anmeldungen und Zahlungen nimmt nur der Hessische Landesausschuß Darmstadt, Waldstraße 1, entgegen; Programme sind von ihm zu erhalten. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pig. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | zahlreich in Umlauf. Sie tragen das Münzzeichen C. und die Jahreszahl 1876. * Versammlung. Auf Anregung des hiesigen Ev. Arbeitervereins fand am Sonntag eine Besprechung über die Herbeiführung eines regeren Verkehrs zwischen den Vereinen Butzbach), Friedberg, Gießen, Marburg und Wetzlar statt, zu der sämtliche eingeladenen Vereine Vertreter entsandt hatten. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden des Gießener Vereins, Oberbibliothekar Dr. Heuser und Darlegung des Zwecks der Zusammenkunft wurde in eingehender Weise über die Möglichkeit eines gemeinsamen Wirkens beraten. Neben Pflege der Geselligkeit, Stellungnahme zu wichtigen wirtschaftlichen und sozialen Fragen, soll durch gemeinsame Besprechung von Vereinsangelegenheiten, Austausch der Redner für Vorträge und Diskussionsabende, gegenseitige Uebersendung des Arbeitsprogramms und der Jahresberichte, Schaffung gemeinschaftlicher sozialer Einrichtungen 2c. eine Förderung der Vereinsbestrebungen herbeigeführt werden. Zur Durchführung dieses Vorhabens werden den vertretenen Vereinen folgende Vorschläge zur Beratung und Genehmigung unterbreitet. Die Vereine Buzzbach, Friedberg, Gießen, Marburg, Wetzlar, wozu noch Homburg gebeten werden soll, bilden zwecks Förderung der Evangelischen Arbeiter- und Gesellenvereinsbestrebungen sowie zur Pflege der Geselligkeit, eine lose Vereinigung, bei welcher das Verhältnis einzelner Vereine zum Mittelrheinischen bezw. Kurhessischen Verband unberührt bleibt. Mindestens zweimal jährlich finden Delegiertenversammlungen statt, bei denen neben Besprechung von VereinsangelegenheiwirtFronleichnams fest. Das hohe Fest, daß ten, Stellungnahme zu wichtigen sozialen und heute unsere katholischen Mitbürger feiern, fam zur all- schaftlichen Fragen, ein kleines Referat mit anschließengemeinen Einführung im Jahre 1311 durch Papst Clemens 5., so daß dieses Jahr das 600jährige Ju biläum des Kirchenfestes darstellt. Ueber die Entstehung desselben erzählt die Legende, daß eine Lütticher Nonne, so oft sie betete, den vollen Mond mit einer fleinen Lücke gesehen. Man deutete den Mond als die Kirche und die Lücke als den Mangel eines Festes zur Einsetzung des heiligen Abendmahles. Die Feier wurde 1249 durch Bischof Robert von Lüttich für sein Bistum eingeführt und von Papst Urban den 4. 1264 auf die ganze Kirche ausgedehnt. Da Urban aber bereits zwei Monate nachher starb und seine Nachfolger auf die Befolgung der Einführungsbulle nicht drangen, so wurde das Fest fast nur in der Diözese Lüttich gefeiert. Erst Clemens 5. führt 1311 die Angelegenheit zum erwünsch ten Ziel. Weiter wurden in dem Ausschuß die verschiedenen Anträge betr. die Revision des preußischhessischen Gemeinschaftsvertrages be handelt. Es wurden die Anträge der Abgg. Ulrich und Reh abgelehnt, dagegen der Antrag Molthan, dem auch die Bauernbündler und die Nationalliberale Partei zustimmten, angenommen. Er lautet:„ Die hohe Kammer und die Regierung ersuchen, eine genaue Uebersicht über die auf den hessischen Linien der preußisch- hessisch. Eisenbahngemeinschaft seit Bestehen des Vertrages eingetretene Betriebssteigerung und die dadurch bedingte Werterhöhung, sowie eine genaue Uebersicht über die seit Bestehen des Vertrages notwendig gewordene Kapitalserhöhung, sowie über die in der nächsten Zukunft noch in Aussicht stehenden Aufwendungen demnächst dem Landtag vorzulegen." Reichstagswahlvorbereitungen. neuFriedberg, 15. Juni. Wie wir berichteten, hat der als„ nationaler Sammelkandidat" für den Wahlfreis Friedberg- Büdingen in Aussicht geUeber die nommene Kreisrat Schliephake abgelehnt. ge= Gründe der Ablehnung wird der„ Franks. 3tg." schrieben: Wir glauben darüber informiert zu sein, daß der Bund der Landwirte an eine nationalliberale Sammelkandidatur die Bedingungen geknüpft hat, die lich im„ Hanauer Anzeiger" als allgemein gültig für Südwestdeutschland bezeichnet wurden: Der Kandidat muß der„ altnationalliberalen" Richtung des Herrn von Senl angehören. Offenbar ist Kreisrat Schliephake ein selbständiger Mann, der sich nicht unter das Joch des Bundes beugen will. So kann denn, nachdem der Bund diese und das Zentrum die vorher in Aussich, genommene Kandidatur des Medizinalrates Dr. Vogt- Buzzbach zu Fall gebracht hat, die Suche aufs neue beginnen. Limburg, 15. Juni. Die Sozialdemokraten haben im vierten nassauischen Reichstagswahlkreise den Arbeitersekretär Zimmermann- Frankfurt als Zählkandibaten aufgestellt. * * * beder Diskussion in Aussicht genommen ist. Weiter steht die Absicht neben gegenseitigem Besuch der Veranstaltungen der einzelnen Vereine im Sommer einen gemeinschaftlichen Familienausflug zu unternehmen. Die Geschäftsführung übernimmt vorläufig der Gießener Verein. sch Hungen, 14. Juni. Aus der Züchterei des deutschen Edelschweines von R. Weiß- Hof ging ein Eber zu Zuchtzwecken nach Deutsch Ostafrika. die Friedberg, 15. Juni. Folgende bemerkenswerte Bekanntmachung gegen anonyme Anzeigen veröffentlicht das Kreisamt zu Friedberg: In letzter Zeit wurden häufig Anzeigen ohne Nennung der Namen ihrer Absender eingereicht. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß solche Anzeigen meist Beschwerden gegen uns nachgeordneten Organe der Verwaltung und Polizei in den weitaus meisten Fällen grundlose Anklagen enthalten, so erscheinen dieselben zu einem amtlichen Einschreiten nicht geeignet. Wer nicht den Mut hat, seine Sache persönlich zu vertreten, kann eine Berücksich- - für seine Anliegen ein offenes Gehör findet und er gegebenenfalls auch auf Wahrung seiner Anonymität durch uns rechnen kann. Kunstausstellung Darmstadt 1911. Ueber die Kunstausstellung Darmstadt 1911, die Mitte Mai ihre Pforten geöffnet hat, ist soeben eine höchst beachtenswerte Sonderveröffentlichung im Juni- Heft der „ Deutschen Kunst und Dekoration"( Vertigung umsoweniger erwarten, als Jedermann bei uns lagsanstalt Alexander Koch- Darmstadt) erschienen, die allen denen hochwillkommen sein dürfte, die sich über das auf der Ausstellung Gebotene eingehender unterrich ten wollen. Die ausgezeichneten zahlreichen Abbildun gen geben einen umfassenden Ueberblick über die bedeutsamsten Werke dieser Kunstschau, die den guten Ruf Darmstadts als Kunststadt wieder glänzend rechtfertigt und unter den gleichzeitigen anderweitigen Veranstaltungen mit einen der ersten Plätze einnehmen dürfte. Dr. Carl Weichardt- Frankfurt hat den orientierenden Text dazu geschrieben. Jahnfeier in Berlin. Die am 17. und 18. Juni in Berlin zu veranstaltende Jahnfeier( 100jährige Gedenkfeier der Errichtung des ersten Turnplages) wird sich zu einer gewaltigen Kundgebung für die deutsche Turnsache gestalten. Selbst eine Abordnung aus Amerika wird an der Erinnerungsfeier teilnehmen. 26. Mainzer Regatta. Man schreibt uns: Die große, zweitägige Regatta des Mainzer Rudervereins nimmt am nächsten Samstag, den 17. um 4% Uhr nachmittags ihren Anfang. Da die Breite der Bahn nur das gleichzeitige Fahren von 5 Booten gestattet, so müssen am Samstag vormittag bereits Vorrennen stattAm finden, deren Beginn auf 10 Uhr festgesetzt ist. Nachmittag werden neun Hauptrennen gestartet. Den Abend des ersten Regattatages beschließt ein großes Nachtfest auf den Terrassen und im Garten der Stadthalle. Am Sonntag, den 18., 3½ Uhr nachmittags beginnen die Hauptrennen. Von diesen interessieren meisten der Ausgang des Großherzogs- Vierers, Großen Einers, des Kaiser- Vierers und des Großen Achters. * am des Falsche Zweimarkstücke, die selbst von Fachleuten von echten kaum unterschieden werden können, sind zurzeit, so wird aus der Pfalz gemeldet, wieder * Worms, 14. Juni. Hier hat sich ein neuer Verein gebildet, der Barfußklub, dessen Mitglieder, männliche und weibliche, sich verpflichten, während der warmen Jahreszeit nur unbeschuht einherzugehen. Der Vorsitzende ist ein Schuhmachermeister. * Weilburg, 15. Juni. Das finanzielle Ergebnis des Kornblumentages in unserer Stadt beträgt 1200 Mart. * Weilburg, 15. Juni. Der Ev. Männer- u. Jünglingsverein von Limburg unternimmt heute einen Ausflug nach Weilburg und Braunfels. =) Limburg a. d. L., 15. Juni. Am 1. August wird die vollspurige eingleisige Verbindungsbahn Marienberg- Langenbach- Erbach im Westerwald dem öfsentlichen Verkehr übergeben. Die Strecke ist 6,12 Kilometer lang. Zwischenstationen besitzt die Strecke nicht. Homburg v. d. H., 14. Juni. Hochinteres= sante Versuche mit der Wünschelrute wurden gestern früh im hiesigen Kurgarten angestellt. Ein Kurgast, Herr Bibow aus Mecklenburg führte mit den bekannten Weidengabeln eine Menge von wohlgelungenen Experimenten aus. Die Gabeln drehten sich, wenn Herr Bibow über unterirdischen Quellen stand, förmlich ihre Achsen. Auf diese Weise konnte gestern im Beisein wissenschaftlich gebildeter Männer einwandfrei der Rand des Quellengebietes festgestellt werden. An diese Versuche schlossen sich solche von Fräulein Brod- Vilbel an, die auch alle vorzüglich gelangen. Die Experimente verfolgten lediglich den Zweck, vor einem Kreise von Fachgelehrten auf die eigenartigen Zusammenhänge zwischen unterirdischen Wasserströmen und besonders dazu geeignete Personen hinzuweisen. um Der deutsche Michel als Nothelfer. Man hat fich allmählich daran gewöhnt, daß an allen unngenehmen Dingen, die in der Welt passieren, Deutschland te Schuld trägt. In der Welt der Politik stellt Deutschfand sozusagen das böse Prinzip dar. Dieser üble Ruf, in den der deutsche Michel geraten ist, hat aber nicht in allen Fällen die abschreckende Wirkung gehabt, die man sich da= von versprochen hatte. Die Macht des Bösen hat noch immer auf alle Bedrängten un Bedrückten eine geheimnisvolle Anziehungskraft ausgeübt. So ist der deutsche Michel nicht nur der schwarze Mann", von dem alles Unheil stammt, sondern zugleich für alle Unterdrückten ein Nothelfer ge= worden, den man anruft, wenn man sich anders nicht zu Helfen weiß. Als Persien zwischen England und Rußland gerdrückt zu werden schien, richtete es hilfeflehend die Blicke nach Deutschland. Auch in Marokko hat man stets in Deutschland einen Beschüßer gesehen, und wenn sich Muley Hafid jetzt die französische Hülfe gefallen läßt, so mag dabet der geheime Hintergedanke maßgebend sein, daß Deutschland französische Uebergriffe nicht dulden werde. Auch die Türfei fieht in Deutschland einen Beschüßer ihrer Unabhängigteit und weiß bei passender Gelegenheit den deutschen Michel geschickt gegen andere Mächte auszusptelen, wie man bet der Anletheaffäre gesehen hat. Aber was will das alles besagen gegenüber der Tatsache, daß man jetzt sogar in Frankreich nach dem schwarzen Mann" gerufen hat! Die Nachricht, daß die aufrührertschen Winzer im Aube- Gebiet vielfach die deutsche Flagge gehißt und in Plakaten an den deutschen Kaiser appelliert Haben, zeigt deutlich, wie sich infolge des ständigen Geredes von dem deutschen Schreckgespenst auch in den Köpfen der Franzosen allmählich die Vorstellung festgesetzt hat, als ob Deutschland eine Art von europäischen Schuhmann darstelle, der seine Nase in alle Händel dieser Welt zu stecken bereit ist. An sich braucht man die Sache nicht gerade tragtsch zu nehmen; sie hat sogar zweifellos einen starken Stich ins Komische. Indessen hat sie doch auch eine ernste Seite. Mit tem Appell an Deutschland wollten die Winzer nichts wetier als die Regierung ärgern. Natürlich wird man diesen Arger nun wieder Deutschland auf die Rechnung setzen, obwohl sich die französische Regierung und vor allem die französische Presse sagen sollten, daß sie allein mit ihrem ewigen Hezen gegen Deutschland die Schuld daran tragen, wenn sich in den Köpfen der Winzer solche wahnwißigen Vorstellungen gebildet haben. Eine Totenmesse für die Fremdenlegion. In Paris wurde am Donnerstag eine kirchliche Feier für die im Dienste Frankreichs, besonders in Marokko, ge fallenen Soldaten veranstaltet. Zu dieser patriotischen Kultusfeier waren die Minister des Krieges und des Auswärtigen, Vertreter des Präsidenten der Republik und der Großmeister- General der Ehrenlegion erschienen. Zwei kleine Mädchen in elsässischer und lothringischer Tracht trugen Fahnen mit der Aufschrift Metz 1870" und„ Straßburg 1870" zum Altar. Die Trauerpredigt hielt der Bischof Herscher von Largres. Darin rief er aus: Ihr beschetdenen Soldaten der Fremdenlegion, die ihr so heftig und hinterlistig angegriffen werdet, seid mit eurem Ruhme über alle Verleumdungen erhaben, von wo sie kommen. Ihr vielgeliebten Kinder Elsaß- Lothringens seld es, die ihr in Marokko die alte Tradition fortsetzt. Die Rheinisch- Westfälische Zeitung schreibt dazu, auf das tiefste entristet: Unter priesterlichem Segen vereinig ten sich also am 8. Junt die Vertreter des amtlichen Frankreichs zu einer politischen Kundgebung wider den Frankfurter Frieden, zu einer unerhörten Herausforderung des Deutschen Reiches. In der Tat sett diese Verherrlichung der Fremdenlegton und des elsässischen Protestlertums allem die Krone auf, was wir bisher von Frankreich uns gefallen ließen. Dem gallischen Hahn ist der Kamm geschwollen! Trachtenpuppen mit reichsländischen Flügelhauben und Brusttüchern legen protestlerische Fähnchen Frankreich zu Füßen, man preist die Aermsten der Armen als erhabene Heldensöhne der elsaß- lothringischen Erde, die für das alte Vaterland Marokko erobern. Dem ist ja nun letder fast so. Es waren verlorene Söhne deutschen Bluts vor allem, welche Frankreich sein neues, gewaltiges SoIonialreich 17mal größer als das Mutterland- schufen, die Algier und Tongking und jetzt Marokko für die TrikoTore erobern. Ein bedeutsames Zeichen der Bett, daß das amtliche Frankreich heute die Legionäre als Helden und Märtyrer fetert, dieselben, deren Leben man andererseits mit vier Pfennigen täglicher Löhnung einschätzt, die man erbarmungslos auf die Straße stößt, wenn sie als menschItche Wracks den entnervenden Dienst überdauert haben, die man der arme Weißrock war nur einer von Taufenden unter afrikanischer Sonne mit wunden Füßen am Wegesrand den Berberweibern zur Verstümmelung, den Hyänen zum Fraß überläßt, denen General Negrier seine berüchtigte doch nur allzu wahre Parole:„ Verreck' oder marschiere!" ins Ohr schrie' Zwei Kirschen an einem Stengel. BO) Roman von A. von Liliencron. Nachdruck verboten.) Rundschau vom Cage. Politisches. Der achte deutsche gewerbliche Genossenschaftstag, der gegenwärtig in Frankfurt a. M. seinen Kongreß abhält, beschäftigte sich u. a. mit der Frage der Vergebung von öffentlichen Arbeiten und Lieferungen an gewerbliche Genossenschaften. Nach Mitteilung des Referenten hatte der preußische Kriegsminister darauf hingewiesen, daß die Lieferungen der Handwerkervereinigungen nicht immer voll befriedigt hätten. Daraufhin hat der Verbandsvorstand sich mit dem Deutschen Handels- und Gewerbe- Kammertag in Verbindung gesetzt, und beide Korporationen haben bestimmte Gesichtspunkte aufgestellt, die eine Gewähr für ordnungsmäßige Ausführung der Arbeiten bieten soll. Das Kriegsministerium hat diese Vorschläge gebilligt und wird fährlich einen festen Prozentsaz der zur Bekleidung und Ausrüstung des Heeres notwendigen Gegenstände an Handwerkervereinigungen überweisen. Aber er nahm nur ihre Hand, in die er das Kreuzchen gelegt und hielt ihre zuckenden Finger fest, ganz fest umschlossen. Eine nachahmenswerte Verfügung hat das hessische Ministerium erlassen, indem es die dortige Oberrechnungsfammer anwies, von der Einziehung zu wenig verlangter oder zu viel verausgabter Beträge, wie auch umgekehrt, von der Auszahlung zu viel vereinnahmter oder zu wenig verausgabter Beträge abzusehen, soweit es sich um geringfügige Summen handelt, oder insofern die Ein- oder Auszahlung mit Kosten verbunden wäre, welche nicht im richtigen Berhältnis zur Höhe des Betrages stehen. " Das Dingel da sollst nit weggebe," sagte er ,,, und das, was ich Dir dafür gebe dät, das war for das Pläfier, daß Du min Geschenk noch so achten dätst und..." Mit einem Rudk hielt der Kutscher an, klopfte mit dem Peitschenstiel an das Fenster und sagte:„ Det is die Nummer." Es war den beiden, als ob sie aus einem Traum erwachten. ,, Das Kleine is auf min Schoß eingeduselt, ich bring se noch die Treppe ruf," sagte er,„ Kutscher, warten Se a beten!" Die Neuwahlen zum österreichischen Reichsrat haben am Dienstag stattgefunden. Von den 516 Sigen des Abgeordnetenhauses befonden sich vor dessen Auflösung 231 im Besize deutscher Abgeordneter. Darunter gehörten 96 der christlich- sozialen Partei an, 85 der deutschfreiheitlichen und 50 den sogenannten deutschen Sozialisten. Der Ausfall der Wahlen scheint zu bestätigen, daß die Neuwahl den Sozialdemokraten einen bedeutenden Stimmenzuwachs verschaffen würde. Wünsche der französischen Sozialisten. Die Angestellten der drei größten sozialistischen Arbeiterkonsumvereine von Paris, die einen Mindestlohn von 50 Francs wöchentlich verlangen, sind wegen dieser Forderung in den Ausstand getreten. Der Verbandsausschuß der Arbeiterkonsumvereine erklärte, er könne die Forderung der Angestellten nur dann erfüllen, wenn auch die Pariser Kaufleute von ihrem Personal gezwungen würden, eine solche Lohnerhöhung zu bewilligen. Kathi eilte ihm voran, die Hintertreppe hinauf in den vierten Stock, wo sie wohnten. Vor der offenen Flurtür standen ein paar Männer. Sie kannte die Gesichter, aber nicht die Namen, so manches Mal hatten sie ihren Mann, wenn er nach Hause tam, in ihrer Gesellschaft gesehen. Einer von ihnen berührte ihren Arm, als sie an ihm vorbet wollte. Madamken, Ihren Mann is was passiert," sagte er. ,, Er hatte ein bißchen schief geladen, denn nach ber Krankheit is ihm das bißken Schnaps fleich zu Kopfe festiegen. Wie er hernach aus der Türe fing, is er die Treppe runner jesaust. Wir haben ihm hier ufs Bette jelejt." " Die monarchistische Bewegung in Portugal scheint doch ernster zu sein, als es ursprünglich den Anschein hatte. Wie aus Lissabon gemeldet wird, hat an der spanischen Grenze ein Trupp Monarchisten versucht, das Volk aufzureizen. Es soll auch zu einem Zusammenstoß mit den Truppen getommen sein, der mit deren Rückzug endete. Der gestrige Ministerrat beriet über die Mobilisierung von Truppen, die zur Verteidigung der Südprovinz Algarve für den Fall eines Angriffs der Monarchisten dienen sollen. Sämtliche Militärschüler sowie zu Studienzweden beurlaubte Kadetten erhielten den Befehl, sich sofort bei ihren Regimentern zu melden. Ausbleibende werden als Deserteure be= trachtet. Kathi hatte sich kaum die Zeit gelassen, bis zu Ende zu hören, sie trat hastig in ihre Stube. Da lag ihr Mann besinnungslos auf dem Bette. Ruland, der jedes Wort des Mannes gehört hatte, war mit ihr zugleich in den ärmlichen Raum getreten. Er hatte das schlafende Kind in den Korbwagen gelegt Der Sultan der Türkei Mehmed V. wird in Uesküb, wohin er sich, wie berichtet, von Salonikt aus begeben hat, ganz außerordentlich gefeiert. Es fanden ein Festzug und Vorführungen von Nationaltänzen statt. Der Sultan verteilte Geldgeschenke und spendete den Wohltätigkeitsanstalten eine bedeutende Summe. Der türkische Albanesenfeldzug, der von der Türkei große Opfer forderte und auch in letzter Zeit die Kabinette von Desterreich- Ungarn und Italien beschäftigte, ist eingestellt worden. Für heute wird eine offizielle Kundgebung erwartet, daß die Aufständischen sich unterworfen haben. Es wird allgemeine Amnestie proflamiert, Reformen werden angekündigt. Der Friedensschluß wird auf Grund der Wiener Ratschläge auf den persönlichen Einfluß des Sultans zurückgeführt. Ein allgemeiner Systemwechsel scheint bevorzustehen. Kleine Nachrichten. Verlobung eines Erzherzogs. In Viareggio fand gestern die Verlobung des Erzherzogs Franz Josef mit der Prinzessin Zita von Bourbon- Parma statt. Nach der Feier tst der Erzherzog nach London abgeretst, um den Kaiser Franz Josef bet den Krönungsfeierlichkeiten zu vertreten. Die 31. Hauptversammlung der Deutschen Reichsfecht schule hat am Sonntag in Schwabach bei Nürnberg getagt Die Jahresrechnung für 1910 zeigt an Einnahmen 117 159 an Ausgaben 82 205 M, fodaß 34 948 M teberschuß bleiben Seit seinem Bestehen hat der Verein für die Reichswaisen. häuser verausgabt: 1045 100 M, für Bau und Einrichtung 416 400 M, an Zuschüsser zu ihrer Unterhaltung 536 927 M. Es bestehen bis jetzt 5 Reichswatsenhäuser. Die frühere kaiserliche Jacht„ Kaiseradler", deren Verfauf in den letzten beiden Jahren wegen zu niedrigen Angebots zweimal scheiterte, soll durch Vermittelung einer Danziger Schiffsbaufirma mit Genehmigung des Reichsmarineamts nach Chile zu befriedigendem Preise verkauft worden sein. und wandte sich an die junge Frau, die dem Bewußtlosen das Blut von der Stirne wusch. Der Deutsche Drogisten- Verband von 1873, E. V., htelt seine von nahezu 500 deutschen Drogisten besuchte 30. De legiertenversammlung in Dresden ab. An dieser Versamm. lung nahmen avd teil Vertreter der Drogistenforporatio. nen Desterreichs, der Schweiz und aus Rußland. Eine Spur vom gefangenen Ingenieur Richter. Eine Patrouille hat in der Umgebung von Livadia in den Bergen eine Visitenkarte des Ingenieurs Richter gefunden. Man nimmt an, Richter habe sie geflissentlich fallen lassen, um die Verfolger auf die Spur der Räuber zu führen. Eine Versammlung der Generalstreif der Seelente. Seeleute in Amsterdam hat gestern einstimmig die Verfündigung des allgemeinen Ausstandes bei sämtlichen Schifffahrtsgesellschaften beschlossen. Der Ausstand soll heute beJch bring Di a Dofter," sagte er, sie nickte stumm und sah ihn dankbar an. Eine halbe Stunde später kam er mit dem Arzte zurück. Der stellte eine Gehirnerschütterung fest und eine innerliche Verlegung. Eine Heilung hielt er nicht für ausgeschlossen, aber lebenslanges Siechtum für wahrscheinlich. „ Trostlose Aussichten," dachte Ruland, und ein tiefes Weh überkam ihn bei dem Gedanken, welch schweres Kreuz auf seiner Jugendfreundin ruhte. ginnen. Cholerafall auf einem Lloyddampfer. An Bord des von Genua in Neuyork gestern angekommenen Lloyddampfers Berlin starb auf offener See der Russe Bragio an Cholera. Der Dampfer ging in Quarantäne und wurde vollständig desinfiziert. Absturz eines Fliegers in Italien. Der Flieger Frey ist gestern abgestürzt. Er fiel in einen Wald auf dem Berge Cimino und wurde von einem Hirten aufgefunden. Er lag ohnmächtig mit gebrochenen Armen und Beinen unter dem Motor. Später kam er wieder zum Bewußtsein und wurde ins Krankenhaus gebracht. Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich Dienstag mittag in der kleinen Station Schwarzenacker in der Pfalz ereignet. Dort fuhr der Güterzug auf einen Prellbock auf. Die Lokomotive, der Tender und einige Güterwagen stürzten übereinander. Der Lokomotivführer ist tot, mehrere andere Beamte wurden schwer verletzt aus den Trümmern gezogen. Von den Hausbewohnern hatte er ohne seinen Willen mehr über die beiden gehört. Er wußte nun Bescheid. Die Zähne biß er zusammen, wenn er an diesen Mann dachte, der ihm sein Liebstes genommen und den Schatz nun nicht einmal achtete, sondern ihr noch über Gebühr aufbürdete. Sie aber, sein sonniges Liebchen, sein troziger Brausekopf, war herangereift zu einer tapferen Frau, die, ohne zu flagen, mutig vorwärts ging und feine Arbeit, feine Entbehrung scheute. Konnte er nicht, wie er es einst geträumt, thr und sich das Nest bauen, nun, so wollte er doch wenigstens für sie sorgen, soviel es in seiner Macht stand. Am nächsten Tage tam Hans nochmal zu Katht. Der Zustand ihres Mannes war derselbe, große Schwäche, teilweise Bewußtlosigkeit. Hans stand mit ihr am Krankenbette. Eine folgenschwere Explosion rief in der Nacht zum Dienstag auf dem Bahnhof in Pforzheim große Aufregung hervor. In einem Bahnpostwagen explodierte ein Paket mit Knallforken. Der Bahnpostschaffner erlitt einen Schenkelbruch und wurde im Gesicht so schwer verlcht, daß beide Augen gefährdet sind. Es wird nicht leicht sein, die Pflege," meinte er ,,, gelt Kathi, Du darfst nit zu arg treibe. Mußt Dir halt auch a bissel Ruhe gönne!" Großer Schaden durch Kälte und Unwetter. In den beiden letzten Nächten machte sich in Rheinland- Westfalen, besonders im Sauerland, eine ganz enorme Kälte bemertbar. Es hat an den höher gelegenen Stellen stark gefroren, wodurch großer Schaden an den Feldfrüchten angerichtet wurde. Auch in einigen Weinbergsanlagen hat die plötzlich aufgetretene Kälie sich sehr fühlbar gemacht. Sie trocknete dem Kranken den Schweiß von der Stirn. Hier is mein Plaz, hier bliew ich und halt ut. Gott wird helpe!" Ein schauriges Familiendrama hat sich gestern in dem kleinen spanischen Orte Benavento in der Provinz Zamora abgespielt. Dort hatte der Stadtrichter Valverdo gemeinfam mit seinem Sohn seine hochbetagte Mutter ermordet. Der Anlaß zu der Tat soll in Familienzerwürfnissen zu suchen sein. Er drückte ihr die Hand.„ Was bist for a braves Wief! Gelt, a ganz klein bissel fannst mir was zu Gefalle tun!" Sie sah ihn fragend an, und er fuhr fort:„ Schau. Ein ungewöhnliches Verbrechen ereignete sich in einer Barbierstube in der spanischen Stadt Toledo. Zwischen dem Inhaber und einem seiner Kunden, den er gerade unter dem Messer hatte, kam es zu einer Auseinandersetzung. Der Barbier wurde plötzlich wild und schnitt seinem Kunden mit dem Rasiermesser mit einem Ruck die Kehle durch. Der Mörder konnte entkommen. Wissenschaft, Kunst und Literatur. In den Richard Wagner- Festspielen im Münchener Prinzregenten- Theater 1911 wird, wie uns die Generalagentur, das amtliche Bayerische Reisebureau G. m. 6. H., vormals Schenker u.Co., München, mitteilt, wie alljährlich auch heuer Fräulein Morena als Sieglinde mitwirken. Außer den schon genannten Gästen treten auf: Frau Schu mann- Heink als Erda, Waltraute, Norne im zweiten und dritten Niebelungenring und Herr Liszewsky( Cöln) als Kurwenal in„ Tristan und Isolde" am 31. Jult. Kopfgröße und Begabung. Im deutschen Verein für Schulgesundheitspflege hielt Dr. Bayerthal- Worms einen Vortrag über Kopfgröße und Intelligenz im schulpflichtigen Alter. Er kennzeichnete zunächst den Zusammenhang zwi schen Kopfform und Hirnvolumen und zeigte weiter, wie mit abnehmender Kopfgröße die über der Normale stehenden Anlagen abnehmen. Dagegen findet sich der größte Kopfumfang nicht bei den begabtesten Kindern. Die Intelligenz des Kindes hängt entschieden von der Gehirngröße ab. Der Kopf der Knaben ist immer größer als der der Mädchen, und infolgedessen ist auch das Mädchen nicht so intelligent wie der Knabe. Dem Tabellenmaterial des Redners war zu entnehmen, daß sehr gute intellektuelle Anlagen ausgeschlossen erscheinen: bet Knaben im Alter von 7 Jahren mit einem Kopfumfang unter 48 Zentimeter, tm Alter von 12 bis 14 Jahren mit einem Kopfumfang unter 50% Zentimeter; bet Mädchen im Alter von 7 Jahren mit einem Kopfumfang unter 47 Zentimeter, im Alter von 12 bis 14 Jahren mit einem Kopfumfang unter 49% Zenti meter. wenn Du mich nit bitter kränke willst, dann nimm das noch von mi, ich hab' sonst kein Ruh nit!" Er drückte ih einen Brief in die Hand und war davongeeilt, ehe sie ihn zurückrufen konnte. Fünf Hundertmarkscheine lagen darin, sein Erspartes und er schrieb ihr dabei, sie solle ihm die einzige Liebe tur und davon nehmen, was sie brauchte. Das Geld könne zu nichts Besserem benutzt werden. Helle Tränen liefen über Kathis Wangen, als ste schrieb:„ Vergelts Gott! Ich will davon nehme für min arme Kranke, und nachher will ich arbeite, bis ich Di alles wiedergebe kunnt, aber nie nit werd ich vergesse, wie gut wie furchtbar gut Du gewest." Vierzehn Tage noch pflegte Kathi in Treue ihren Mann. Die Pflege war nicht schwer, nein, sie war wie ein versöhnender Abschluß ihrer Ehe, denn Julius' Augen hin gen an ihr, wo sie ging und stand, und so manches Mal drückte er ihre Hand und flüsterte:„ Arme Frau, bist so gut- so gut fannst mir verzeihen?" Seine Hand in der ihren, ein Dankeswort auf den Lippen, so schlummerte er hinüber. - Ein Jahr war vergangen. In Hennigbach war man fleißig beim Heuen, und Frau Kathi arbeitete tüchtig mit Jetzt war Mittagspause. Die Mutter hatte ihr das Esser herausgebracht und auch ein Körbchen mit Kirschen vom Baume vor der Haustür. Nun saß sie unter dem Heide rosenbusch, verzehrte thr Essen und freute sich an der Klei nen, die neben ihr mit Blumen spielte. , Willst mir auch was abgebe?" fragte da eine wohl bekannte Stimme. Di DO На 811 en pf mi de Re mo de fof an Ste en ha gri we bef #n Er tm 18 da 19 ge B gr den awe gen fam rate des Ver verr gebr geri schw entr fie i Dre frete richt mit Schö in de Schre von Schw Freu Bem Dres den 2 nahm und den und nassa Verh richts bers dorti erschi gerid Ausf meit dem wäh betra lange feftge noch, Wett ungef taffe. Magi Unter hat a Muing Borch beschä bindli Bu se fehlte bahne Schloß lich n bei de und Kolleg fonnte der if nahm entded mittel Fehlb Bewer tern fie fid Straf Lektes wahre Beit m in Be verüb a. 5. einen Gefan Hans Ruland stand neben ihr und setzte sich an ihre Seite. Er sollte dem Vater beim Heuen helfen und hatte ein paar Tage Urlaub bekommen, erzählte er ihr, aber erst hätte er herüberkommen müssen, um zu sehen, wie ihr's ginge. ( Schluß folgt.) Der follte als f auf i bewu wild Heidle rnberg get ahmen 1171 fchuß bleibe Reichsmail Einri ng 536 827 3, E. B., fuchte 30. fer Berjan tentorpore nd. Richter. Gi In den Berg funden. Laffen, um 1. ammlung g die Berti tlichen G foll heute Bord des Blonddample o an Chole de vollstän Flieger ald auf de aufgefunde d. Beinen m Bewußte Dienstag der Pfalz Prellbod Güterwag ift tot, meh 18 den Tri Nacht ße Aufregu Erte ein Bol t einen Ed Icht, daß bei tter. In le and- Westfaln Kälte beme start gefrore ten angeri Sat Ste plok gestern in den coving Bamon verdo gemein tter ermorde würfnissen e fich in eine Zwischen de gerade uni inandersetzun it seinem Am ie Kehle duri teratur. im München S die Gener u 6. m. b. wie alljähri de mitwitte uf: Frau& m zweiten 8fy( Cöln) Juli. en Verein f Worms eina schulpflichtig mmenbang t gte weiter, Normale fiehe sich der grö dern. 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Bödecker empfiehlt folgenden Weg, um der Seuche wirksam begegnen au können: Jeder tierärztlich beamtete Entdecker eines neuen Maul- und Klauenseuchefalles ist berechtigt und verpflichtet, in derselben Stunde telephonisch oder telegraphisch mindestens in 10 bis 12 Ortschaften der nächsten Umgebung den betreffenden Ortsvorstehern die Unheilkunde zur Renntnis zu bringen, ebenso den benachbarten Sentralmolferelen. Die benachrichtigten Stellen sollen dann wie derum in derselben Stunde den Eingesessenen das Ereignis fofort bekanntmachen und die erforderlichen Maßnahmen anordnen. Mindestens 24 bis 28 Stunden früher würde auf diese Weise der Seuchenfall bekannt werden, wodurch unendlich viel gewonnen wäre. Ein gewarnter Mann ist halb gerettet!" Um der Seuche für etwas spätere Beit gründlich und dauernd Herr zu werden, empfiehlt Bödecker weiter eine öffentliche staatsseitige Ausbietung von minbestens einer Million für die Erfindung eines bewährten und zuverlässigen Impfmittels. Diese Prämte wird dem Erfinder eines Impfmittels zugesichert. Das Impfen würde unter exakter Kontrolle obligatorisch zu machen sein. Allein Im Königreich Preußen wurden 11 250 000 Stück Hornvieh 18 000 000 Schweine, 6 000 000 Schafe gezählt. Allein für das Rindvieh würde bei. 10 Betsteuer die Summe von 1 200 000 M Herauskommen. Solche Steuer ist im Vergleich zum Verluste von Milliarden, um die die Seuche in mentgen Jahren die Landwirtschaft zu schädigen vermag, kaum nennenswert. Alle in Betracht kommenden Gelehrten und Fachmänner aber würden angesichts einer solchen hohen Belohnung über ein wirklich brauchbares Impfmittel weit gründlicher nachdenken wie bisher. - Aus den Gerichtssälen. Eire romantische Entführungsgeschichte fand jetzt vor dem Dresdener Landgericht ihren Abschluß. Es erregte vor zwei Jahren Aufsehen, als in einem Erpressungsprozeß ge= gen den Kaufmann Hoffmann und dessen Ehefrau die seltsamen Abenteuer eines 60jährigen Dresdener Kommerzienrates aufgerollt wurden. Bald darauf knüpfte die Geliebte des Kommerztenrats, die 17jährige Gertrud Hoffmann, etn Verhältnis mit dem Ingenieur Schöne an, bis endlich das verwahrloste Mädchen in einer Erziehungsanstalt untergebracht wurde. Die H. führte sich gut und wurde als Pfle= gerin in einem Krüppelhelm angestellt. Aus diesem verschwand fie einige Stunden nach threm Dienstantritt und entwich mit ihrem Geliebten nach Böhmen. Hier wurde fie jedoch bald ergriffen und nach der Arbeitsanstalt in Dresden zurückgebracht. Um sie aus der Anstalt zu befreten, ließ fie Schöne in einem Prozesse vor dem Amtsge= richt Radeberg als Beugin laden. Als der Transporteur mit der Geliebten über den Markt' n Radeberg_ging, kam Schöne in einem Autombil angefahren, das Mädchen sprang in den Wagen, und ehe sich der Transporteur von seinem Schrecken erholt hatte, waren beide in dem Automobil da= von gefahren. Die Flucht des Liebespaares ging nach der Schweiz bis zum Genfer See. Schöne erhielt von seinen Freunden reiche Geldsendungen und beide lebten auf gro= Bem Fuße. Nach mehreren Wochen kehrte das Paar nach Dresden zurück und nahm in einem Landhause bet Dres den Wohnung. Die Polizei erlangte hiervor Kenntnis und nahm das Liebespaar sest.„ Er" fam in Untersuchungshaft und Ste" ins Arbeitshaus zurück. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Entführung einer Minderjährigen und Gefangenenbefretung zu sechs Monaten Gefängnis. Vermischtes. Verhaftung zweier Gerichtsbeamten. In dem hessennassauischen Kreisstädtchen Kazenelnbogen kam es zu der Verhaftung zweier Gerichtsbeamten, eines 25jährigen Gerichtsaktuars und eines zehn Jahre älteren Gerichtsschreibers. Nachdem sich bei einer eingehenden Revision der dortigen Gerichtskasse Fehlbeträge herausgestellt hatten, erschien der Revistonsbeamte gestern wieder auf dem Amts= gericht und verlangte den Kassenbericht. Unter allerlei Ausflüchten suchten die beiden Verdächtigen nun, eine weitere Revision des Kontrolleurs bintanzuhalten, unter dem Vorgeben, daß sich der Kassenschlüssel nicht finden lasse, während einer von ihnen inzwischen Deckung für die Fehlbeträge anzuschaffen versuchte. Alle diese Manöver mißlangen aber, und die Verfehlungen wurden dann genauer festgestellt. Die weitere Untersuchung ergab denn auch noch, daß der Aftuar eine gegen ihn wegen unlauteren Wettbewerbs eingereichte Klage unterdrückt hatte. Beide ungetreue Beamten wurden in Haft genommen. Die Unterschlagungen bei der Berliner Stadthaupttasse. Der bei der Berliner Stadthauptkasse angestellte Magistratsbureauassistent Borchert ist, wie gemeldet, nach Unterschlagung von 4000 M flüchtig geworden. Borchert. hat auch Freunde und Kollegen sowie Verwandte durch Aufnahme von Darlehen um mehr als 20 000 M geschädigt. Borchert war seit einigen Jahren in der Stadthauptkasse beschäftigt. Er war ein liebenswürdiger Mensch von verbindlichen Formen, so daß er sich viele Freunde erwarb. Zu seinem Unglück huldigte er aber noblen Passionen und fehlte nirgends, wo man sich amüsierte. Auf den Rennbahnen Berlins war er ständiger Gast, wettete hoch und Schloß auch Wetten auf französische und englische Rennen bei den Buchmachern ab. Dazu reichte sein Gehalt natürlich nicht. Er war denn auch ständig in Geldkalamität und lieh sich in seiner ganzen Bekanntschaft, auch bei den Kollegen im Rathause Geld, wo er es immer bekommen konnte. Als diese Quellen versiegten, vergriff er sich an der ihm anvertrauten Kasse, der er amtliche Gelder entnahm und unterschlug. Diese Verfehlungen wurden bald entdeckt; Borchert flüchtete nun und konnte bisher nicht ermittelt werden. Eine Revision seiner Kasse ergab einen Fehlbetrag von 4000 M. Ob es bei dieser Summe sein Bewenden hat, muß erst festgestellt werden. Als die Eltern von den Verfehlungen ihres Sohnes hörten, erboten sie sich, das veruntreute Geld zu ersetzen, wenn von einer Strafanzeige Abstand genommen werde. Sie wollten ihr Legtes opfern, um den Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren. Der Magistrat erstattete aber Anzeige, und zurzeit wird der Flüchtige gesucht. Man glaubt, daß er sich in Berlin verborgen hält. Er hatte Mordversuch im Gefängnis. Der Arbeiter Lamenta verübte gestern im Amtsgerichtsgefängnis zu Brandenburg a. H. einen Mordversuch an seinem Wärter. einen Mitgefangenen überredet, mit ihm gemeinsam den Gefangenenaufseher niederzuschlagen und zu entfliehen. Der Mithäftling verriet jedoch den Plan, und Lamenta sollte in Einzelhaft gebracht werden. In dem Augenblick, als sich der Wärter in die Zelle begab, stürzte sich Lamenta auf ihn, warf ihn zu Boden und würgte ihn, so daß er bewußtlos liegen blieb. Hinzueilende Beamte rissen den wild um sich schlagenden Lamenta von seinem Opfer. Auf der Tragbahre zum Schafott. Dienstag früh um 7 Uhr wurde auf dem Gefängnishofe zu Posen der Raubmörder Artist Dudzynski, der den Fleischermeister Kos cielski am 11. August vorigen Jahres in einem Walde bei Posen durch einen Revolverschuß getötet und dann beraubt hatte, von dem Scharfrichter Schwiek aus Breslau hingerichtet. Der Hinrichtungsaft, der auf 6 Uhr anberaumt war, mußte auf 7 Uhr verschoben werden, da der Delinquent in selbstmörderischer Absicht sich eine Fußverletzung beigebracht hatte. Sein Transport zum Schafott erfolgte mit der Tragbahre. Er simulierte mehrfach Ohnmachtsanfälle, allerdings ohne Erfolg. Der Gleichmut, den er bei der Ankündigung des Vollstreckungstermins zur Schau trug, wich vor dem Hinrichtungsakt großer Aufgeregtheit. Den Beistand eines Geistlichen hatte er abgelehnt. Mit dem Großherzog ist gut Kirschen essen. Vor dem alten Schloß in Gießen war am Sonnabend Wochenmarkt. Der am Fenster wellende Großherzog beobachtete das geschäftige Treiben vom Fenster seiner Wohnung aus, da bemerkte er vor dem Gebäude einen 9-10 Jahre alten Knaben, der ihn freundlich grüßte, wobei er sein Käppchen lüftete. Der Landesherr beauftragte einen Diener, auf den Markt herunter zu gehen, zwet Pfund Kirschen einzukaufen und den Knaben mit ins Schloß zu bringen. Hochrot stand das Bübchen vor dem Hessenfürsten und gab diesem auf seine Fragen treuherzige Antwort. So erfuhr Ernst Ludwig, wer die Eltern des kleinen Mannes find und daß dieser noch ein Schwesterchen besitzt. Auf die Frage des Großherzogs ob Hannes( so war der Name des Knaben) in diesem Jahre schon Kirschen gegessen hat, erkärte dieser: Nein, die Mutter sagte, für arme LeutsKinder seien die Kirschen noch zu teuer. Mit den roten Früchten beschenkt und dem Auftrag, diese daheim mit dem Schwesterchen zu teilen und mit einem schönen Gruß an die Mutter wurde der Knabe von dem Fürsten entlassen. Freudestrahlend erzählte er, zu Hause angekommen, der erstaunt aufhorchenden Mutter, wie er zu den Kirschen gekommen und versicherte, unser Großherzog set ein lieber Mann. Als der Vater mittags heimkam und hörte, was seinem Söhnchen passiert war, da meinte er: Ja, mit unferm Großherzog tst out Kirschen essen. Der Kampf gegen die Trunksucht der Kinder. Aus Moskau wird der Inf." geschrieben: Die Trunksucht nimmt im Laufe der Jahre derartig zu, daß man die Kampfmittel gegen dieses Laster bedeutend verstärken muß. Selbst in den Kreisen der Jugend, der schulpflichtigen Kinder, ist die Trunksucht in einem so hohen Grade zu konstatieren, daß man sich genötigt sah, die Duma um Hilfsmittel im Kampfe gegen dieses Laster anzurufen. Die Statistik hat über die Trunksucht der Kinder furchtbare Zahlen angegeben. Es tranken notorisch von 18,134 Schulknaben 12,152, also 68 Prozent. Von 10,404 Schulmädchen tranken 4783, also 46 Prozent. Die Kinder, denen man die Trunksucht nachweisen fonnte, befanden sich im Alter von 8 bis 15 Jahren. Dabei handelt es sich feineswegs um Kinder aus den Arbeitertreisen oder der ärmeren Bevölkerung überhaupt, es waren hauptsächlich Gymnasiasten und Gymnasiastinnen, öte man als Trinker und Trinkerinnen nennen konnte. Die Liebe zum Alkohol haben sie gewöhnlich von Alters- oder Schulgenossen übernommen. Der Selbstmord mit der Zigarre. Auch die Geschichte des Tabaks und des Rauchens weist thre Helden auf, Sonderlinge, die es sich zum Ehrgeiz gemacht haben, auf diesem Gebiete Massenrekords aufzustellen. Aber diese wunderlichen Heroen der Pfeife und de r3tgarre werden doch in den Schatten gestellt von den Selbstmördern, die die 3tgarre oder die Zigarette mit Geduld und Eifer zu einer Todeswaffe erhoben haben. Die„ Stampa" erzählt von einem seltsamen Kauz, einem Dänen, der seinem inhaltslosen Leben durch Rauchen ein Ende machen wollte. Er schmauchte fortan täglich 300 Zigaretten, hatte nach 27 Monaten nicht weniger als 125 000 in Dampf verwandelt, wurde dann Paralytiker und starb wenige Wochen später. Aehnlich vollbrachte ein Mitglied der Ofen- Pester Aristokratie Selbstmord. Er war überschuldet, dabei Oberhaupt einer zahlreichen Familie, kaufte sich in eine Lebensversicherung ein und begann nun wie ein Schlot zu rauchen. Es gelang ihm, Tag für Tag 56 Bigarren in Asche zu verwandeln. Nach zehn Monaten erreichte er auch sein Biel: der Tod erlöste ihn von seiner Pflicht. Er hatte in den letzten zehn Monaten seines Lebens nicht weniger als 17 000 Bigarren ge raucht. Grad aus dem Wirtshaus..... Avtattker( kommt etwas angerauscht aus der Kneipe und steht sein Flugzeug): „ Ich hatte doch einen Eindecker, und jetzt ist es auf einmal ein Doppeldecker." Mutterstolz. Gutsbesitzerin( die ihren Sohn besucht hat, der als Referneleutnant in der Residenz eine Sommerübung mitmacht): Sie glauben gar nicht, Frau Kantor, wie beliebt mein Sohn als Offiater ift: alle Soldaten grüBen ihn! Das Zeremoniell bei der englischen Königskrönung. Das Krönungszeremoniell der englischen Könige, das viele Jahrhunderte alt ist, ist jetzt aus Anlaß der bevorstehenden Krönung König Georgs amtlich veröffentlicht worden und zeigt nur geringe Aenderungen gegen den tausendjährigen Brauch. Der Vorgang bei der Krönung ist demnach folgendermaßen: Die Krönung erfolgt in der Westminsterabtel, in der der Erzbischof von Canterbury Platz genommen hat. Sowie das Königspaar die Kirche betreten hat, erfolgt die Vorführung des Königs vor das Volk. Zu diesem Zwede begeben si chder Lordkanzler, der Lord Constable und der Lord Marschall unter Führung des Erzbischofs nach allen vier Himmelsrichtungen der Kirche und sprechen von dem König, der vor dem Throne steht, abgewendet, zu dem Volke folgende Worte:„ Es wird Euch König Georg, der echte König des Landes vorgestellt. Erweist ihm Eure Ehrerbietung!" Das Volk ruft dabei:„ Gott segne den König!" Dies ist ein eigenartiger englischer Brauch, der auf angelsächsische Volksfitten zurückgeht. Es folgt darauf die Salbung des Königs in der Westminsterabtet. Sie wird durch eine furze Predigt des Erzbischofs eingeleitet, bei deren Schluß der Erzbischof von dem Könige den Eid abverlangt, parlamentarisch und gesetzmäßig zu regieren. Er fragt: ,, Schwörst Du feierlich, die Geseze der Völker der Vereinigten Königreiche zu beobachten und nach ihnen sowie nach den Satzungen des Parlaments zu regieren? Versprichst Du, den wahren Glauben zu befolgen und Gottes Geseze zu beachten?" Darauf erwidert der König:„ Ich verspreche und schwöre, alles zu tun." Es folgt nun der große Eid, der der Salbung direkt vorangeht. Für die Salbung werden folgende Vorbereitungen getroffen: Der König und die Königin knieen por dem Thron nieder. Von den Lords wird dem König der rote Sammetmantel abgenommen, den er bisher getragen hatte. Von vier Rittern des Hosenbandordens wird ein goldener Schirm über dem Königspaare gehalten. Der Lord von Westminster trifft die weiteren Vorbereitungen zur Krönung. Er übergibt das Salbungsöl und den geweihten Salbungslöffel dem Erzbischof, der den knieenden König auf der Stirn, auf der Brust und auf beiden Händen salbt. Der König erhält nun von den Lords die Krönungsinfignien, den Krönungsmantel, das Krönungsszepter, das aoldene Schwert und die goldenen Sporen. Die Krone nimmt er aus der Hand des Erzbischofs entgegen. Das goldene Schwert letg der König auf den Altar wieder hin, um es in einer symbolischen Handlung für 100 Schilling wieder zurückzukaufen. Während dieses Teiles der Zeremonie, also während der Anlegung der Gewänder und der Königszeichen, siht der König auf dem sogenannten Stein des Schicksals, der den schottischen Königen als Krönungsstuhl gedient haben soll. Daraufhin nimmt der König die Huldigung des Erzbischofs und aller anderen Großen seines Reiches entgegen, die unter der Führung des Prinzen von Wales vor dem Throne des Königs niederknieen. Die Huldigung von seiten der Größen des Landes erfolgt in der Reihenfolge ihrer Rangordnung. Damit hat die Krönung des Königs den eigentlichen Abschluß erlangt. Es erfolgt nun die Anlegung der Gewänder bei der Königin und ihre Salbung durch den Erzbischof von Canterbury. Er setzt ihr zum Schluß die Krone aufs Haupt und gibt ihr das goldene Szepter in die Hand, woraufhin die Königin sich zu ihrem Gemahl begibt und diesem durch Kniebeugung huldigt. Die Königin ist von einer Anzahl von Damen des Hochadels umgeben. Dann verläßt das Königspaar mit der Krone auf dem Haupt im Schmude von Purpurmänteln die Westminsterabtei, um sich in den Staatstarossen in großer Auffahrt nach dem Palast zu begeben. Die zweite Etappe des Rundfluges. Im Deutschen Rundflug um den B. 3.- Preis der Lüfte stiegen am Dienstag zur zweiten Tagesstrecke Magde burg- Schwerin( 176 Kilometer) sechs Flieger in Magdeburg auf: Wiencziers, Linopaintner, König, Büchner, Laitsch und Dr. Wittenstein. Von ihnen sind Wiencaiers, Lindpaintner und König nach glänzendem Fluge ohne Zwis schenlandung in Schwerin eingetroffen und vom Großherzogspaare begrüßt worden. Abends traf auch der Flieger Wittenstein in Schwerin ein. Beim Abstieg, den er in zwei Runden ausführte, stoppte er den Motor zu spät ab und fuhr noch mit etwa 400 bis 500 Propellerumdrehungen di= rekt auf die Menschenmassen zu. anmittelbar auf die auf dem freten Plate stehenden Plätze des Hofes. Einen Au genblick schien ein Massenung! üd unabwendbar Glücklicherweise stand das Werkzeug- Automobil Wienczier vor deffen Hangar. Daran verfing sich die rechte Fläch des Aeroplans. Das Flugzeug wurde im rechten Winke herumgerissen und schlug gegen die Leinenvorhänge des Hangar. Nach näherer Prüfung ergab sich, daß die Beschä digungen nicht allzu groß find. Fünf Streben des rechten Flügels sind gebrochen und einige Drähte sind zerrissen. Wittenstein war anscheinend sehr niedergeschlagen. Als man sich noch um ihn bemühte, erschten der Zweidecker Büch ners am Horizonte und ging vier Minuten nach Wittenstein in elegantem Fluge auf dem Plazze nieder. Durch Burufe gewarnt stoppte er frühzeitig ab und vermied dadurch einen ähnlichen Unfall. Alle Flieger klagten, daß der Platz zu unübersichtlich, zu hügelig und zu klein set. Büchner meinte:„ Wenn ich nur erst von diesem Platz wieder herunter wäre." Er mußte einen Teil der Tragflächen abmontieren, da der Hangar zu schmal war, infolgedessen wird er keine Schauflüge ausführen. Büchner erzählte, daß er unweit Schwerin in Gewitterwolfen geraten set und größere Höhen aufsuchen mußte. Der Flieger Laitsch hatte sich verflogen und ist ins Braunschweigische vertrieben worden. Heute finden Schauflüge in Schwerin statt. Am Donnerstag beginnt die dritte Etappe Schwerin- Hamburg. Drabtnachrichten und neuestes. Der Kaiser auf dem Döberizer Uebungsplatz. Döberitz, 14. Juni. Der Katser traf heute vor mittag 6 Uhr auf dem Truppenübungsplatz ein und ererzterte die Kavalleriedivision. Bei einer Gefechtsübung wurde die feindliche Division durch das Kürassierregiment Nr. 6 gebildet. Später fand ein Gefecht statt, währenddessen zwei Militärflieger über dem Platz schwebten, die unter Feuer genommen wurden. Tödlicher Unfall eines Bonner Universitätsprofeffors. Bonn, 14. Junt. Gestern abend stürzte der Profeffor der Universität Bonn Dr. Solmsen bet Mahlem aus einem Zuge. Er gertet dabei unter einen aus entgegengesezter Richtung kommenden Zug und wurde sofort getötet. Bergmannslos. Duisburg, 14. Juni. Auf der Zeche Westende wurden drei Bergleute verschüttet. 3wet blieben tot, einer wurde schwer verletzt. Das Ergebnis der österreichischen Reichsratswahlen. 0 Wien, 14. Juni. Bis 9 Uhr vormittags war das Ergebnis sämtlicher Wahlen bekannt. 241 Wahlen sind endgültig entschieden, während in den übrigen Wahlbezirken Stichwahlen stattzufinden haben. Die Christlich- Sozialen erhielten 61 Size, die Sozialdemokraten 43, der Tschechenflub 34, die Deutsch- Nationalen 48. Die kleineren Parteien weisen nur unbedeutende Veränderungen auf. Wahlausschreitungen in Wien. Wien, 14. Junt. Im 20. Bezirk fam es nach der Verkündigung des Wahlresultats zu schweren Ausschreitungen. Sozialdemokraten griffen zwei Polizeibeamte an und warfen sie zu Boden. Die einschreitende Wache wurde von der Menge mit Steinen beworfen, worauf die Be amten blank zogen. Im Handgemenge wurden vier PoItzeibeamte verlegt. Von den Demonstranten wurden gleichfalls vier, unter ihnen einer schwer, durch Säbelhiebe verwundet. Fünf Personen wurden verhaftet. Große Feuersbrunst in der Türkei. Konstantinopel, 14. Juni. Ein mächtiger Brand ist nach Sonnenuntergang in Stutari ausgefommen und zerstörte bisher in dem nordöstlichen, am Bosporus gelegenen Viertel des asiatischen Stadtteils mehr als 40 Häus ser. Einzelheiten fehlen noch. Handel und Verkehr. Gaffel, 13. Juni. Schlachtviehpreise: 1. Rinder. A. Ochfen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwerts, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 89 bis 91 M, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 87-88 M, c) junge fleischige, nicht ausgemäftete und ältere ausgemästete 82-84 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes M, b) vollfleischige junge 82-84 M. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 86-87 M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 83-84 M, c) ältere ausgemästete Kühe und we nig gut entwickelte jüngere Kühe und Färien 80-82 M, 5) mäßig genährte Kühe und Färsen 72-76 M. 2. Kälber: a) Doppellender feinster Mas Lebendgewicht' M, 6) feinste Mastfälber M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 54-57 M, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 51-53 M, e) geringere Saugfälber 48-50 M. 3. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel Schlachtgewicht M. b) ältere Mafisammel, jüngere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 85 M. 4. Schweine: a) Fett schweine über 150 Kilogr. Schlachtgewicht M. 6) vollflet schige von 120-150 Kilogr. 58-59 M, c) vollfleischige von 100-120 Kilogr. 56-57 M, d) vollfleischige von 80-100 St Iogr. 52-55 M, e) vollfleischige unter 80 Kilogr. M, f) un reine Sauen und geschnittene Eber 50-53 M. - Bekanntmachung. Samstag, den 17. Juni 1. Is., vorm. 10 Uhr soll das Heugras von den Anstaltewiesen -Dervenleiden-- in 6 Losen an Ort und Stelle meistbietend versteigert Gemütsverstimmung, Epilepsie, Lähmung, Schlaflosigkeit, Schwindelaufälle, Jschyas, Rheumatismns, Gicht, Magenund Darmleiden, werden. Zusammenkunft am Verwaltungsgebäude, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden. Gießen, den 10. Juni 1911. Großh. Direktion der Landesirrenanstalt. 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