itz Z llschaft en sucht f Ueberall zu haben. Die Stell che Persönli igt. Diskret t Rudolf Mo Er sich, den Vellohen ulver perle" ches so schön alt. Achten S uf genau auf de le und Schub r. Allein. Fabr , Göppingen d wa alie hältlich ebrRover Schanstalt ktplatz 18. Damen, Herren erobe, Spitze Decken, Vor pichen etc ie! erg ekam em, Firma: BRECH Königs Wilbein am Niederrhei -6. tterlikö en! Boonekan end tand gelahr Enthall leinite Wad es Terpenti währ Welt! Weblarer Zeitung ( Weglarer Tageblatt) nationale Tageszeitung für die schaffenden Stände in Stadt und Land. - Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag. Die ,, Illustrierte Welt- Rundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Wehlarer Zeitung" G. m. b. H. Nr. 89. - Probenummern ( 1. Blatt.) der„ Wetzlarer Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten- und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere 3eitung interessieren dürften. Aus Stadt und Land. Wetzlar, den 15. April. = Wetzlar. Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, folgende Anleihen aufzunehmen: 250 000 Mt. zum Zwecke der Errichtung einer Elektrizitätsversorgungsanstalt, 100 000 Mark zum Ankaufe des Amtsgerichts und Gefängnisses und der Instandsetz ungskosten des Amtsgebäudes für Zwecke des Rathauses, 50 000 Mt. für den Ausgleichsfonds der Stadtkasse. Der Antrag, es bei der bisherigen Steuerordnung für die Wertzuwachssteuer zu belassen, ist abge lehnt worden, so daß die Reichswertzuwachssteuer Kraft tritt. - in h= Wetzlar, 13. April. Bei dem Anstrich eines Hauses in der Kaiserstraße ereignete sich heute nachmittag gegen 2 Uhr ein bedauerlicher Unfall. Durch Loslösen eines Laufbrettes stürzte ein Gehilfe aus Aßlar aus der Höhe des zweiten Stockes zur Erde. Der Sturz wurde durch das Gerüst, an dem sich der Abstürzende anklammern konnte, gemildert. Immerhin trug der Verunglückte eine Quetschung eines Beines sowie nicht unbedeutende Kopfwunden davon. In einem benachbarten Hause wurde dem Verletzten die erste Hilfe zuteil, wonach der Verunglückte ins Krankenhaus geschafft wurde. Glücklicherweise sind die Verletzungen nicht so schwer, so daß der Verwundete, ein lediger Mann, demnächst aus dem Krankenhause wieder entlassen werden kann. Wir wünschen dem Verletzten baldige, Genesung. völlige *) Wetzlar. Eine sehr originelle Reflameidee haben, wie der„ Gemeinnützige" mitteilt, die Hansa- Automobilwerke in Varel- Oldenburg zur Ausführung gebracht, eine Idee, die wegen ihrer Tragweite gegenwärtig die Banken und insbesondere die Reichsbank sehr beschäftigt. Bekanntlich haben die neuen Hundertmarkscheine an der linken Seite ein weißes Feld, über dessen Zweck sich mancher den Kopf zerbrochen hat. Die Hansa- Automobilwerke haben den Zweck erfaßt und die freie Fläche mit einer Reklame über ihre Fabrikate bedruckt. Zuoberst ist ein eleganter Hansawagen abgebildet, darunter stehen in FaksimileSchrift die Worte:„ Wer Hansa fährt, spart manchen dieser Blauen", darunter die Adresse Abonnements Bestellungen nehmen entgegen alle Postanstalten, unsere Boten und die Geschäftsstelle: Wetzlar, Hausergasse 32 wohin alle für die Redaktion u. die Expedition bestimmten Einsendungen zu adressieren sind. Samstag den 15. April 1911 an maßgebender Stelle befürchtet wird, daß diese neue Art der Reklame Schule machen könnte, soll die Ange legenheit im Reichstag zur Sprache gebracht werden und so werden wir wohl bald von einer lex Hansa berichten können. Immerhin die Lacher hat das Werk auf ſeiner Seite und das weiße Feld auf den neuen Banknoten lädt ja geradezu zur Reklame ein. er= *) Aßlar, 14. April. Heute wurde der jäh aus dem Leben geschiedene Reinhard Severin zu Grabe geVerstorbenen das letzte Geleite gegeben haben, was da tragen. Es mochten wohl 1000-1200 Menschen dem rauf zurückzuführen ist, daß derselbe sich nicht allein bei seinen Gesinnungsgenossen allgemeiner Beliebtheit freute, sondern auch bei seinen Mitarbeitern und Nebenmenschen ein gern gesehener Freund und Berater war. Noch steht die Todesursache im Dunkel gehüllt und wäre es als ein hohes Verdienst unserer Polizei anzusehen, wenn recht bald Licht in die mysteriöse Sache gebracht würde. Daß ein Mord vorliegt, ist doch kaum anzuzweifeln. * Besichtigungsreisen hess. Landwirte. Auch in diesem Jahre werden drei bis vier siedlungsgebiet in Posen stattfinden. Die erste diesjähr Besichtigungsreisen hessischer Landwirte nach dem AnBesichtigungsreise wird Dienstag, den 9. Mai, von Kassel aus angetreten. Es fönnen auf dieser Reise Aufbau der Gehöfte so zeitig erfolgt, daß die Ueber- Kauf- und Pachtverträge geschlossen werden, so daß der siedelung noch im Laufe dieses Jahres erfolgen kann. Die Reiseteilnehmer erhalten dieselben Vergünstigungen, wie in den Vorjahren. Näheres erfahren Interessenten bei Herrn W. Schaumburg, Kassel, Schönfelderstraße 7. Haiger. Bei dem siebenten Jungen des Vorarbeiters Wilhelm Geiß übernahm der Kaiser die Patenstelle zugleich unter Bewilligung eines Gnadengeschenks von 50 Mark. * Marburg. Das Sommersemester an der hiesigen Universität beginnt am 15. April. Die Meldung zur Immatrikulation muß bis zum 5. Mai erfolgt sein. * Gießen. Der Bezirk stag des„ Deutschen Fleischerverbandes" beider„ Hessen und Nassau" findet in Gießen am 14. Mai 3 Uhr in„ Steins Garten" statt. Am 15. Mai, an welchem Tage die neue Schlachthofanlage in Gießen dem Betrieb übergeben wird, werden die Delegierten diese eingehend besichtigen. wehr hat beschlossen, am 17. und 18. Juni in dem * Klein- Linden. Unsere Freiwillige Feuerschön gelegenen, parfartigen Burggarten ein FeuerWehr abzuhalten. Zahlreiche Wehren des Kreises Giewehrfest, verbunden mit dem 16. Stiftungsfest der ßen und des Kreises Wetzlar werden daran teilnehmen. Blumentag, der in Württemberg im ganzen Land ab== Blumentag in Württemberg. Der gehalten wurde, hat auch in den kleinsten Gemeinden einen erheblichen Erfolg gehabt. So sind in Berneck mit 371 Einwohnern 70 Mark, in den kleinen Ort Botnang bei Stuttgart 276 Mark ,,( in diesem Ort sind, wie uns bekannt ist, sehr viele Sozialdemokraten. Es haben also der Fabrik, die damit auf eine hervorragende Eigenschaft nicht alle der Parole, von der wir in unserer letzten die ver= ihres Fabrikates, die Sparsamkeit im Betrieb hinweist. Mit diesem Textaufdruck hat sie eine große Anzahl e chter Hundertmarkscheine in den Verkehr gebracht. Was nicht vorauszusehen war, traf ein, echten Scheine wurden allgemein für unecht, für sogn. Blüten gehalten und nun ergaben sich für ihre Besitzer die drolligsten 3 wischenfälle. Zuerst weigerte die Reichspost, die ja anfangs die neuen Hundertmarkscheine überhaupt zurückwies, die Annahme der Hansascheine; am Stammtisch zerriß ein Herr, der seine Zweifel an der Echtheit des Scheines energisch dokumentieren wollte, die vermeintliche Blüte. Im Speisewagen des D- Zuges Wilhelmshaven- Berlin wollte ein bekannter Großindustrieller einen solchen„ Blauen" in Zahlung geben, wurde für einen Falschmünzer angesehen, nebst seinem Begleiter in Stendal aus dem Zuge heraus verhaftet und nach kurzer Zeit, nachdem ein Bankfachmann die Echtheit bestätigt, wieder freigelassen. Bei Kempinski in Berlin setzte ein solcher Schein das ganze Lokal in Aufregung. Tatsächlich verbietet keine gesetzliche Bestimmung derartige Reklameaufdrucke. Im Ausland findet man oft Banknoten, die Stempelaufdrucke, namentlich von Hotels tragen und niemand findet etwas dabei. Auch in Deutschland muß die Reichsbank so bedruckte Noten einlösen. Daß sie es nicht gern tut, zeigt der Umstand, daß sie die Hansawerke ersucht hat, weitere bedruckte Noten nicht auszugeben. Die Hansawerke haben entgegenkommend dem Wunsche entsprochen, insbesondere auch mit Rücksicht auf die Verkehrsschwierigfeiten, die sich bei der Zirkulation ergeben haben. Da Nummer berichteten, Folge geleistet, sich am Kauf der Blumen 2c. nicht zu beteiligen.), in Teinach, ebenfalls eine ganz kleine Gemeinde, 115 Mark, in Rötenbach 194 Mark 2c. eingegangen. Fast keine Gemeinde hat sich bei dem Blumentag ausgeschlossen. Es ist ein Zeichen dafür, daß man auch auf dem Lande für derartige Veranstaltungen Interesse hat. Oft wird darüber geflagt, daß zu wenig Blumen und Postkarten zur Verfügung gestanden hätten. Wir hoffen, daß der hessil che Blumentag ebenfalls ein reiches Ergebnis zeitigt. Ein gutes Omen dürfte der württembergische Blumentag für alle Fälle sein. -W- Gießen. Heime für alleinstehende Damen der gebildeten Stände sind längst an vielen Plätzen eingerichtet, unsere Provinz besitzt noch nichts derartiges. Da aber auch hier schon mehrfach eine solche Einrichtung gewünscht wurde, so sind eine Reihe von Frauen und Männern der Frage nähergetreten. Sie nahmen die Gründung eines Damenheimes für die Provinz Oberhessen in Gießen in Aussicht, das wesentlich minderbemittelten Damen die Möglichkeit geben soll, sicher eine passende Heimstätte zu finden; denn diese wird ihnen beim Alleinwohnen doch nur schwer gewährt. Dafür bestehen viele Vorbilder anderswo; besonders interessant sind die zwei nach der Königin Marie benannten Heime in Dresden, in denen 40 Damen wohnen. Sie erhielten sich von Anfang an ohne Zuschuß. Doch wäre es nicht möglich, ein solches Unternehmen in kleinerem Maßstabe ohne Kapitalgrundlage zu beginnen. Daher wird zuerst darauf gesehen werden müssen, Gel( Wehlarer Nachrichten) Anzeigenpreis 10 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 30 Pig., auswärts 50 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Weklarer Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 285. 4. Jahrg. der durch Stiftungen, Vermächtnisse, Schenkungen und heit soll so bald als möglich eine Organisation geschaf= dergleichen zu gewinnen. Zur Förderung der Angelegenfen werden. Hoffentlich bleibt dann dem Unternehmen, das ja die ganze Provinz terstübung aller interessierten Kreise 3u umfassen trachtet, die tatkräftige Unnicht versagt. im Felde unter einem Misthaufen gefunden. Wie verLich, 12. April. Eine Kindesleiche wurde stehende Dienstmagd geboren hat. Von Gießen weilte lautet, soll es das Kind sein, das eine hier in Diensten die Behörde zur Untersuchung der Angelegenheit hier. Darmstadt. Ein Tarifvertrag in dem Steinhauergewerbe wurde auf dem Einigungsamt abgeschlossen. hier von der Zweigstelle für Mutter- und Säuglings= * Friedberg. Eine Mutterberatungsstelle wurde fürsorge für den Kreis Friedberg eröffnet. Leiter der Stelle ist Medizinalrat Dr. Nobel. händlern und den in der Umgegend besonders im Kreise Frankfurt a. M. Der hier zwischen MilchFriedbeeg wohnenden Milchlieferanten entstandene ,, Milchfrieg" ist wohl zu Ungunsten der letzteren- nun bald zu Ende. Täglich läuft hier ein Waggon dänischer sich so rasch beliebt gemacht, daß es häufig vorkommt, Milch ein, der 8000 bis 11 000 Liter faßt. Diese hat daß die Hausfrauen den Milchburschen sagen: Wir wollen nur dänische Milch haben. Es scheint, daß sich schen Milchimports herausbildet. Mannheim Frankfurt mit der Zeit zur Zentrale des däniwird von hier aus versorgt. Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, ja selbst Nürnberg hat um dänische Milch gebeten. Darmstadt. Als Nachfolger des Abg. Dr. Glässing für das Darmstädter Landtagsmandat wird von der nationalliberalen Parteileitung der Direktor der Landes hypothekenbank Regierungsrat Bastian den Wahlmännern vorgeschlagen werden. * Hessen hat keinen Lehrermang mehr. Die Aufnahmeprüfung am Friedberger Lehrerseminar hatte ein überraschend ungünstiges Ergebnis. Von 35 Prüflingen, welche die Präparandenanstalt nicht besucht hatten, sondern direkt in das Seminar eintreten wollten, haben nämlich nur fünf das Aufnahmeexamen bestanden, und selbst diese fanden nur provisorische Aufnahme. Auch in Bens= heim, wo sich 27 gemeldet hatten, wurde gehörig gesiebt. Man darf es wohl darauf zurückführen, daß Hessen momentan mit jungen Volksschullehrern über und über versehen ist. Es wartet von den über 100 Seminarabiturienten dieses Jahres allein noch über die Hälfte auf ihre Anstellung. uns Von einer Abonnentin unserer Zeitung geht nachstehendes Gedicht zu, das allerdings die Anfängerin deutlich zeigt. Da jedoch der Gehalt des Gedichtes sehr viel tiefes Empfinden verrät und wir so herzlich um Veröffentlichung gebeten wurden, so wollen wir diese Erstlingsschöpfung der lieben Dichterin in spe unseren verehrten Lesern nicht vorenthalten. Traurige Ostern! Fern der Heimat, ach so fern Fort bin ich, an fremdem Strande; O, wie kehrte ich so gern Zurück nach meinem Heimatlande. Denn es ist ja heute Ostern, O, wie doch die Zeit verrinnt, Heute noch vor einem Jahre Jauchht' ich fröhlich wie ein Kind. Doch, heute ist es anders, Heut' kann ich nicht fröhlich sein, Denn die Osterglocken läuten Trauer in mein Herz hinein. Hört nur, wie die Glocken klagen, Jmmer träumen möcht ich hier! Träumen von vergangnen Tagen, Dann hebt sich das Herz auch mir! O, ihr Glocken tönet weiter! Laßt erklingen euern Schall! Tragt mir Grüße nach der Heimat, Grüße zu den Lieben all! Einstens, dann kehr' ich ja wieder, Nach der lieben Heimat mein, Und vereint mit meinen Lieben Dann wird's fröhliche Ostern sein! P. Th. Wilhelm und Cecilie. In einem Feuilleton des bekannten Wiener Schrift. stellers Ludwig Bauer, das jetzt durch viele Blätter dte Runde macht, wird der Eindruck geschildert, den das Kronprinzenpaar auf die Wiener macht. Da heißt es n. a. vom Kronprinzen: „ Im ersten Wagen, ganz rückwärts, steht ein Junger, österreichischer Husarenoberst. Natürlich weiß man, es ist der deutsche Kronprinz, aber auch, wenn man ihm zufällig in einer Wiener Straße begegnen würde, fönn te man taum glauben, er sei ein Desterreicher. Dazu sind bieses Gesicht und diese Erscheinung zu fest, zu sicher, zu hellblond. Nun dringen schon die Hochrufe zu ihm, noch bevor der Zug hält, und es ist also ganz inoffiziell, wie er bankt. Eine flitchtige Bewegung nur, ein Berühren der Rappe, ein freilich auffällig starkes Neigen des Kopfes. In bes, es ist, als ob sich darin sein ganzes Wesen verriete, und chließlich kann ein Sekundenteilchen, kann ein Blick uns ehr von einem Menschen erzählen, wenn wir nur zu hören wiffen. Diese kleine, unerwartete Huldigung vor dem Empfange, dies Unzeremonielle als Einleitung der Zeremonie, berührt ihn sichtlich, und sein Dank hat weniger von Liebenswürdigkeit als von Freundschaft. Gleichsam; er ist zuverlässiger, sein Gruß ist wie ein Händedruck".. " Der Kronprinz hat gar nicht das übliche ver bindliche Lächeln in seinem Gesicht, eher scheint Bewegung barin, Respekt, eine aufmerkende Achtung. Man spürt: Er will mehr hören als selbst sprechen, will auf alles achten, es bemerken, es irgendwie für später nußen. Hier ist ein Wille. So fühlt man." Ja, und dann ist es noch etwas anderes um seine hohe schlanke Gestalt, in seinen festgezogenen männlichen 3Bügen: eine innere Fröhlichkeit, ein selbstverständliches Ja- Sagen zur Welt. Er ist nicht behend und gebieterisch wie sein Vater, dessen Händedruck einer raschen Besignahme gleicht. Wie ist Kaiser Wilhelm bei einem solchen Einzuge zupackend und beweglich, von einem zum andern gehend, mit Scherzen und Worten immer bereit, wie allen zurufend Ich bin da!" Sein Sohn ist gar nicht so schnell, scheint eher eine gewisse Sprödigkeit des Wesens zu haben, die nicht etwa Befangenheit ist, denn er nimmt sein hohes Schicksal ganz natürlich; allein er scheint sich nur völlig geben zu können, und deshalb zögert er wohl. Er will gewiß nicht fesseln, nicht bezaubern, überhaupt nicht irgend etwas schetnen, er ist hier zu einem Besuch bei Freunden, und das ist die selbstverständlichste Sache von der Welt. Diese sichere Daseinsfreude verschwendet sich nicht in Lächeln, sie sißt viel tiefer, sein Gesichtsausdruck wechselt nur langsam, wie man dies bei geschlossenen, treuen und vor allemt bei germantfchen Naturen, bei Deutschen, Briten und Skandinavlern oft beobachtet. Die leichte Verbindlichkeit ist seine Sache nicht, und wie er die Offiziere der Ehrenkompante anspricht und vorher die Erzherzoge, da ist es immer wie ein Zögern vor dem Händedrucke und vor dem Worte. Dies haben ja verläßliche Menschen in sich, dte es als felbstverständlich empfinden, daß sie nur sprechen, was sie fühlen. Denn in ihnen wird ein Wort zur Verpflichtung, und sie sind in threm innersten Wesen an ihre Pflichten gebunden." Rundschau vom Cage. Politisches. Die Vorbereitungen für die Reichstagswahlen. Wie die ,, Deutsche Industrie- Korr." erfährt, wird in den Kreisen der freikonservativen Partei beabsichtigt, den Vorsitzenden des Zentralverbandes Deutscher Industrieller, Landrat a. D. Roetger, als Kandidaten der konservativen und freifonservativen Partei im Wahlkreise Merseburg- Querfurt aufzustellen. Der Wahlkreis wird gegenwärtig von dem deutschkonservativen Abgeordneten Winkler vertreten, der bei den letzten Wahlen in der Stichwahl gegen den Sozialdemokraten mit 17 045 gegen 9389 sozialdemokratische Stimmen gewählt wurde. Roetger ist gleichzeitig Prästdent des Hansabundes. Und von der Kronprinzessin heißt es it. a.: Da steht die Kronprinzessin Cecilie, man hat so viel von ihrer Liebenswürdigkeit und Schönheit gehört, und sich nach übler Menschenart wohl gedacht:„ Nun ja, bei Prinzessinnen, das fennt man!" Und dann sieht man sie, mit ihrem frohen, noch kindlichen Lächeln, das fast zu jubeln scheint, daß alles so wunderschön sei und das Leben eine solche Freude und da hilft nichts, man hat sie beim ersten Blicke einfach Iteb. Es ist schlechthin unmöglich, einen zeremoniöseren Ausdruck zu finden. Ganz wohl, man kann natürlich auch von Hoheit" sprechen, wenn man weiß, dies ist die deutsche Kronprinzessin. Aber es ist wirklich nur die Hoheit, die um eine junge, schöne und glückliche Frau ist. Auch unt eine kluge Frau. Sie hat eine entzückend geistreiche Art zu lächeln, man darf beruhigt sein, es ist nicht eine Spur von Majestät darin, sondern die Unbefangenheit der Sonntagskinder, deren Leben ein Festtag ist und die deshalb im Lächeln leben".... 1115 Arbeiteraussperrungen, die sich über 10 834 Betriebe verbreiteten und 214 129 Arbeiter betrafen, wurden nach amtlicher Feststellung im Jahre 1910 in Deutschland beendet. Gegenüber dem Vorjahre mit seinen 115 been= deten Aussperrungen ist eine fast zehnfache Vermehrung der Aussperrungen zu beobachten, die jedoch ausschließ= lich auf den 1016 Aussperrungen im Baugewerbe beruht. Von den Aussperrungen hatten nach der amtlichen Quelle 7,3 v. H. vollen Erfolg, 90 v. H. teilweisen und 2,1 v. H. feinen Erfolg. Wegen unerlaubter Märzfeter erfolgte in drei Fällen eine dreitägige Ausschließung von der Arbeit, von der im ganzen 3208 Arbeiter, unter ihnen 440 im Alter unter 21 Jahren, betroffen wurden. Aussperrungen wegen Beteiligung an der Maifeier sind nicht bekannt ge= worden. Eine süddeutsche Staatslotteriegemeinschaft? Nach einer Münchener Meldung hat Bayern an Baden, Württemberg und Elsaß- Lothringen Vorschläge zur Schaffung einer süddeutschen Lotteriegemeinschaft gelangen lassen. Es erwartet zunächst die Rückäußerung dieser Staaten oder ihre Gegenvorschläge. An den bayerischen Landtag soll bestimmt eine Lotterievorlage, eventuell zur Schaffung einer selbständigen bayerischen Lotterie kommen. Die Elsaß- Lothringen gemachten Vorschläge sind wohl deshalb aussichtslos, weil das Reichsland sich bereits der preußischen Staatslotterie angeschlossen hat. ... Eigentlich ist doch für diese junge Frau, die aus th= rey stillen Residenz kommt, die Staatsaktion hier gar nicht so angenehm. Sie hat sich mißtrauischen, prüfenden, nicht zu wohlwollenden Blicken bei Aelteren, bei weniger Reizenden und weniger Erhöhten auszusetzen. Heute wird ste dem Wiener Hofe vorgestellt, und sie muß fürchten, mit irgend einem winzigen Versehen anzustoßen und zu ver lezen. Aber sie tut das Klügste, sie nimmt den Augenblick gar nicht feierlich, bleibt nach ein paar begrüßenden Schritten und Bewegungen bei ihrem Waggon, plaudert dort mit den Damen des Erzhauses, und folgt dabei mit den Augen äußerst fröhlich ihrem Wilhelm, der mit Kaiser Franz Jofef die Ehrenkompanie abschreitet und unentwegt Händedrücke austellt. Man darf sicher sein, daß sie alles steht und beobachtet, aber nie scheint sie auszuforschen, sie bleibt in ihrem fanftrosa samtenen Reisekleide eine charmante, etne sehr lustige und sehr glückliche junge Frau, die eben einmal im Expreßzuge nach Wien gereist ist, natürlich mit ihrem Männchen. Und dank ihr stellt sich sofort heraus, daß solche Dinge ganz ohne Feierlichkeit gehen, und dabet sogar viel angenehmer gehen." Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümde. ( Nachdruck verboten.) - Eine amtliche Statistik über die Schülerselbstmorde, die sich über die letzten 31 Jahre erstreckt, weist nach, daß eine regelmäßige Zunahme von Schülerselbstmorden nicht vorliegt, sondern daß im Laufe der Jahre wiederholt auf ein Sinken der Zahl ein schnelles Aufsteigen folgte. In den durch die Statistik umfaßten 31 Jahren sind insgesamt 463 Fälle von Schülerselbstmorden vorgekommen, was einen jährlichen Durchschnitt von 15 Fällen ergibt. In den legten dret Jahren waren zu verzeichnen 1908-28, 1909 24, und 1910 23 Fälle. Dabei ist noch die große Zunahme der Schüler an den höheren Lehranstalten zu berücksichtigen. Auf 100 000 Schüler entfallen in den letzten drei Jahren im Durchschnitt je 11 Fälle. Die Mehrzahl solcher Selbstmorde ist in den großen Städten vorgekommen. 15) In der Tat paßte dem in seiner Denkungsart rohen und sinnlichen Inspektor dieses zurückhaltende und zurückgezogene Benehmen seiner Braut ganz und gar nicht. Hätte er nur einen Weg gewußt, der ihn außer diesem noch zum ahelßersehnten Ziel, Rentmeister auf Schloß Wedelstein zu wwerden, führen könnte, er würde auf Erna ohne weiteres verzichtet haben. In der Residenz hatte er eine junge Witwe kennen gelernt, die für recht vermögend galt und ihm sehr zugefan war. Schon dachte er daran, diese zu heiraten. Jahre Untersuchungen über England, Deutschland, Frants reich und Belgien. Während die Resultate des Handelsamts bisher für die Freihändler sprachen, zeigen sich in dem Bericht über Amerika Ergebnisse, die der Tarifreformpartei günstiger sind. Man hat 28 Städte mit 15% Millionen Einwohnern aus dem östlichen Drittel der Union herangezogen. Als Gesamtresultat ergab sich, daß der ame= rikanische Lohn sich zum englischen verhält, wie 230 zu 100, während die kombinierten Ausgaben für Lebensmittel und Miete gegenüber England 152 zu 100 stehen, so daß der amerikanische Arbetter absolut einen erheblichen VorSprung hat. In dem Disziplinarverfahren gegen den Oberlehrer Mirus in Dortmund wegen seiner Haltung als Führer der Impfgegnerbewegung, in der er gegen seine amtliche Stellung sich verfehlt haben sollte, hat das Provinzial- Schulfollegium in Münster i. M. dem Oberlehrer Mirus mitteilen lassen, daß die Schulbehörde in seinem Auftreten als Jmpfgegner feine Veranlassung zum Einschreiten gegen ihn sehe. Die großen Vieh, Woll- und Kornmärkte führten ihn Sehr häufig nach der Hauptstadt. Er hatte dort viele Freunde und Freundinnen und war diesen durchaus nicht atals der solide, spießbürgerliche Philister bekannt, für den mman ihn in Wedelstein hielt. 6. Kapitel. Ein Ende des merikanischen Bürgerkrieges ist noch ims mer nicht abzusehen. Der Führer der Aufständischen Mas dero hat seine Truppen aus ihren bisherigen Stellungen im Norden Merifos zusammengezogen. Die Bewegung deutet die Fortsetzung der Feindseligkeiten an. Man be fürchtet den Zusammenbruch der Geschäftstätigkeit im Minendistrikt, wodurch die Aufständischen neuen Zuzug ers halten würden. Ein Delegiertentag der oberschlesischen Zentrumspartei hat sich, der Schlesischen Volkszeitung" zufolge, eingehend mit der Stellungnahme des Zentrums zu den Polen befaßt und energischen Protest eingelegt gegen die frivole Art und Weise, wie die gesamte polnische Presse seit einiger Zeit das Zentrum bekämpft. Kleine Nachrichten. Wieder ein Sommeraufenthalt des Zarenpaares in Heffen. Das Barenpaar wird auch in diesem Jahre nach Deutschland kommen, um sich wiederum einem Kurgebrauch in Nauheim zu unterziehen. Der Großherzog von Hessen hat dem Zarenpaar wieder das Schloß Friedberg zur Verfügung gestellt. Wegen anderweiter Dispositionen dürfte die Abreise nach Hessen wohl kaum vor Ende August zu erwarten sein. Auf dem Magervichhof in Friedrichsfelde bei Berlin ist am Mittwoch bei einem Rind die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Infolgedessen fiel der Schweinemarkt auf dem Magerviehhof aus, während der wegen des Karfreitags bereits auf Donnerstag festgesetzte Rindvlehmarkt stattfand. In Marokko gestalten sich die Dinge für den Sultan recht ungünstig. Aus Tanger wird gemeldet, daß der Sultan aus Furcht vor dem überraschenden Angriff den Balast in Fez verlassen und in einem Hause im Zentrum der Stadt Wohnung genommen hat. Die Soldaten, die in den letzten Kämpfen gefallen sind, wurden von den Rebellen in den Fezfluß geworfen, so daß sie in die Stadt hinab= geschwemmt wurden, um allen Bewohnern das Trinkwasser zu verekeln. Die Berberstämme, welche die Stadt belagern, haben ihre Frauen und Kinder kommen lassen und bauen ihnen Hütten in der ausgesprochenen Absicht, nicht eher zu weichen, als bis Fez gefallen ist. Die Natur war zu neuem Leben erwacht, der Mai Hatte sich wieder eingefunden mit all seiner Lenzespracht, und die ganze Erde strahlte heute in lauterem Sonnengold. Wie ein Feenpalast lag das Waldschlößchen da inmitten der fnospenden und grünenden Waldriesen, cus beren Zweigen viel tausend sangeslustige Kehlen Dankesund Jubellieder hinausschmetterten in die weite, herrliche Frühlingswelt. Komtesse Edelgard aber sah und hörte nichts von alledem, denn sie war übler, ja sehr übler Laune. Vergebens hatte thre Schwester sich bemüht, den Grund derselben zu ermitteln. Auf alle Fragen gab die Verstimmte nur kurze, geretzte Antworten. Das schien der Gräfin geradezu läherlich und forderte thren Spott heraus. Kommst mir seltsam vor, Mädel," sagte sie. ,, Glaubte, Fünf Millionen um einen Mann. Frau Käthe Elfens, die Witwe des jüngst verstorbenen vielfachen Millionärs William Elfens, hat sich mit Herrn William Delaware Neilson, einem Rechtsanwalt in Philadelphia, verlobt. Damit opfert sie ein Vermögen von fünf Millionen, die ihr ihr Mann nur unter der Bedingung hinterließ, daß sie sich nicht wieder verheiratete. Ueber die Löhne und die Lebenshaltung der Industriearbeiter in den Vereinigten Staaten veröffentlicht das englische Handelsministerium ein umfangreiches Gelbbuch. Es ist dies der fünfte große Bericht des Handelsamts über die Lage der Arbeiterschaft in den wichtigsten Industrieländern. Vorausgegangen sind innerhalb der letzten drei Ein Fischdampfer mit 13 Mann untergegangen. Der überfällige Fischdampfer„ Bürgermeister Burkhardt" aus Cuxhaven wird als verschollen erklärt. Er ist an der Küste Schottlands mit 13 Mann Besatzung untergegangen. der heutige Tag sollte uns eine recht freudige Ueberraschung bringen, eine Verlobung. Du siehst mir nun allerdings feineswegs aus, als hättest Du Lust, mit Freuden Dein Jawort zu geben." ,, Lasse mich in Ruhe! Was sollen diese albernen Ansptelungen? Du weißt, daß ich nicht an solchen Unsinn denke," erwiderte Edelgard heftig. Ein ungetreuer deutscher Bankbeamter hat in Genf ein erfolgreiches Schwindelmanöver verübt. Auf bisher unaufgeklärte Weise ist es einem jüngeren Beamten der Dresdner Bank in Berlin, Emil Kneubühler, gelungen, bei dem Crédit Lyonnais in Genf 56 000 Francs abzu= heben und über Lausanne nach Mailand weiterzureisen. Es sind die nötigen Schritte zur Festnahme Knenbühlers eingeleitet. Zwei Präparanden in Bergneustadt im Rheinland, im Alter von 16 und 17 Jahren, die schichte Zensuren erhalten hatten, sind verschwunden. Man befürchtet, daß sie über die Grenze gegangen sind und ihr Heil in der Fremdenlegion suchen werden. Die Gräfin lachte laut auf:„ Also auf einmal denkst Du wieder nicht daran? Wie ist der Mensch doch wandelbar! Gestern so, heute das gerade Gegenteil!- In einer Stunde werden unsere Gäste unter Führung des Leutnants hier sein. Beeile Dich also wenigstens, Deine Toilette zu beendigen. Kann ja ein netter Maienausflug werden! So ein sauertöpfisches Gesicht verdirbt oft den ganzen Frohsinn. Nun sage doch mal ehrlich, fleine Schwester, was fehlt Dir? Bist Du etwa traurig, weil der Assessor heute nicht dabei ist?" - Traurige Familienverhältnisse enthüllte ein Vorgang, der sich in Frohnbach bei Ludwigshafen abgespielt hat. Dort mißhandelte der Schirmflicker Johann Heß seine Frau der art, daß sie an den Folgen nach einigen Stunden starb. Der Täter wurde verhaftet, als er auf dem Bürgermeisteramt die Anzeige von dem Todesfall machen wollte. Edelgard antwortete nicht, sondern verließ das Zimmer, die Tür hinter sich recht unsanft ins Schloß werfend. Von ihrem Mann im Streit erstochen wurde in Ruhrort nach einem voraufgegangenen Streit im Geschäft die Frau des Kaufmanns Klemens. Die Frau konnte noch auf die Straße eilen, brach aber hier tot zusammen. Im Alter son 120 Jahren gestorben ist, wie von der russischen Grenze gemeldet wird, in Kowall der Schneidermeister Pinkus Gonsiorowski. Die Zahl seiner Enkel und Urenfel beträgt 145. Gonsiorowski hat bis zu seinem Tode sein Handwerk ausgeübt. Der letzte Aft einer Malertragödie hat sich am Mittwoch in Nürnberg abgespielt. Der 50 Jahre alte, ziemlich bekannte Kunstmaler Fick in Nürnberg hat sich auf dem Johannisfriedhof am Grabe seiner Eltern erschossen, um die immer mehr sich geltend machende Not und Entbehrung bet seiner Familie nicht mehr mitansehen zu müssen. Traurige Folgen eines Scherzes. In Ratingen bei Düsseldorf hatten Arbeiter scherzweise in einer Baubude den 45jährigen Arbeiter Langen festgebunden. Durch ir= gendeinen Umstand entstand in der Baubude Fener. Langen verbrannte bei lebendigem Leibe. In ihrem Boudoir tramte sie den Brief noch einmal hervor, der ihre üble Laune verschuldet hatte. Wie konnte nur ein so ordinärer Mensch, so ein Proletarier, ein einfacher Goldschmied, der sich Hofjuwelier aus Gnaden nennen durfte, es wagen, ihr, der Komtesse Edelgard von Sanderhausen, einen solchen Brief zu schreiben!- Noch einmal las sie:„ Falls nicht wenigstens der längst fällige Betrag von 2000 Mart, dessentwegen ich nunmehr bereits zum fünftenmal mahne, binnen drei Tagen berichtigt ist, so erfolgt ohne weiteres gerichtliche Zwangsvollstreckung." So etwas ihr zu bieten! Und da sollte sie guter Laune sein? Eine ganz fatale Sache war das ja. Woher sollte sie binnen dret Tagen das Geld nehmen? Nein, binnen 24 Stunden, der Brief lag bereits seit vorgestern auf ihrem Schreibtisch ungeöffnet. Ahnen durfte auf keinen Fall jemand etwas von ihrer Finanzlage, auch die Schwester nicht. Säke man nicht hier in dem weltentlegenen Neste, wo fe Aus den Gerichtssälen. Ein erdichteter Raubanfall, der vor mehreren Monaten die Bevölkerung in Aufregung versetzt hatte, führte gestern dte Frau eines städtischen Beamten vor die Strafkammer des Berliner Landgerichts. Sie hatte angegeben, auf der Treppe sei plötzlich ein Mann auf ste zugetreten, hab ihr Pfeffer in die Augen gestreut und ihr die Handtasche entrissen; in dieser hätten sich 1100 M befunden, die sie im Auftrage ihres Mannes zur Post habe tragen sollen. Der der Nachbar des anderen geheimste Geheimnisse wüßte, dann wäre ja leicht Rat zu schaffen. Irgend ein Leihamt fönnte aushelfen. Aber hier? Wirklich eine höchst fatale Sache. Aber nun fällt ihr etwas ein! Surra, so muß es ge macht werden!" ruft sie so laut aus, daß die ihr bei der Toilette behilfliche Zofe ordentlich erschrickt. Leutnant Bernhard von Eschenholdt, der Herr Regierungsrat Bolten nebst Familie, die Landrätin, die Frau Rittmeister von Döbern und noch ein paar junge und ältere Damen famen, wie verabredet, punkt zehn Uhr vormittags im Jagdschloß ,, Waldfrieden" an, um die Gräfin und Komtesse Edelgard zum Maiausflug abzuholen. Der Graf war auf einige Tage verreist. Staatsanwalt bea glen nur eine G ber nicht fir ang her Verschlagen Ba8 Urteil lautet et Wochen Haft Gin gewerbe Areifel in Barme and den Behrperf on der Straffam Ein Opfer ber der Hermann Ma per in der Nähe oldem Eifer Ra fam, auch selbst Shuberleben zu Tage verreist wa Patronen, eine 3 bringen follte, un Wald zu erreichen Während der Fah befbloß, Berlin a nem Gastwirt in nen jungen Man burzubringen. S fertig. Jetzt verf Bald darauf nahm Ans Furcht erregte es, wie daß der lange ve Profigt entded Proving Hannove is abgelegt habe and so wurden de fen werden, in de abgeprüft. Dab als Täter in Fra er Dienstzeit in die damals gar Es herrschte die fröhlichste Laune. Edelgard marschierte, scheinbar auf einmal auch seelenvergnügt, an Hardis Seite tapfer über Berg und Tal und merkte an ihres Begleiters wohlüberlegten Worten sehr gut, daß derselbe etwas besonderes im Schilde führte, daß ihre Schwester ganz recht gehabt, wenn sie die Möglichkeit einer Verlobung für ziemlich selbstverständlich gehalten. Und nun befanden sie beide sich plötzlich ganz allein in einer kleinen einsamen Waldschlucht. Edelgard wollte einen Augenblid ruhen im weichen Moose. Hardi nahm auf einem Baumstumpf Plaz und glaubte, daß jetzt der günstige Moment, den er lange herbeigesehnt, gekommen wäre. Doch ehe er seine wohleinstudierte Rede beginnen konnte, sprach Edelgard, die recht wohl ahnte, was da kommen sollte:„ Herr Leutnant, ich halte Sie für einen Mann, dem man unbedingt vertrauen barf. Darum möchte ich Sie mit einem Anliegen belästigen, von dem niemals irgend ein Mensch etwas erfahren darf. Es handelt sich um eine Gefälligkeit, um die ich Sie bitten möchte. Wollen Sie mir zunächst strengste Verschwiegenheit zusichern?" ( Fortsetzung folgt.) froligt garnisont bequemte fich Fifc ahlungen nicht m fenheit gehandelt Diefer Tage stellte einem Tiefbauunt Beschäftigung, die was ihn denn da habe, erklärte er, Winter geben und ren werde. Um Apie zu haben, ho Die Uhr im J fede neue Mode bequemes, gefali Uhrenarmband, d nig groß ausfalle die feine, mit Ju Uhr, die gleichfam Blufe geheftet wu des Besuchtäschche Uhr im Fingering Siefer Hinsicht ni Hehen. Man wir elegante Frau die gen. Solche Uhre angebenden Parts in der Form den Manschetten schlie at an der Außer Sifferblatt ist abe antere Ende des will, was die Glo Cine nächtlic Mittwoch in Ber Atem. Plöglic Silferufe, die vor barnsteines der Renteur Hartun der im Inne indie Höhe getle fpike herabzu Satung übel, er von seinem B Sie zu stürzen. hicklich die Feu letterten mit Ge But Höhe. Dort redt an und bro Weg dauerte isten, halb tr böhnliche nächtl verfammelt. Festnahme v Polizei ergriff M Biebrichstadt ein gaze Reihe von Ten wohnten in de fich Alfred M Zimmer eind Therascht. Er g ihende Erklärt te, nahm der er nach einen feine Mittäte ante, abgeftieg Cuis Korn und Ein Schornfte Staftmaschinen, di ellung in Dresde in errichtet, def Der ausström at das Gelände Lager Braunfol brennungsanlage ng mit einem Sittsturm erb He Bejucher empo Etudienfahrt Mehrere Hundert höheren Sch u einer Studi stausche mit d Fimmt ist. Bishe gen Don Reifeteil Pentlich erhöhen lichen Lehrer e beiderfettigen , daß fie dazu renaustausches gen. Das vor men, Hamburg Main, Heidel Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf die ärztlichen Gutaften nur eine Geldstrafe von 250 M. Das Gericht hielt es aber nicht für angebracht, eine Tat, die von so außerordentIther Verschlagenheit zeuge, mit einer Geldstrafe zu fühnen. as Urteil lautete deshalb auf vier Wochen Gefängnis und zwei Wochen Haft. Ein gewerbsmäßiger Schulendieb. Der Monteur Meißel in Barmen, der gewerbsmäßig in Schulen einbrach und den Lehrpersonen Geld und Geldeswert stahl, wurde von der Straffammer zu 2½ Jahren Zuchthaus verurteilt. Vermischtes. Ein Opfer der Schundlektüre ist der 16 Jahre alte Dtemer Hermann Masch geworden, der bei einem Rittergutsbefizer in der Nähe Berlins in Stellung war. Er las mit fulchem Eifer Räubergeschichten, daß er auf den Gedanker fum, auch selbst einmal in den märkischen Wäldern ein Fäuberleben zu führen. Als sein Dienstherr auf einiae age verreist war, nahm er eine von deffen Jagdflinten. Patronen, eine Jagdtasche und 200 M, die er auf die Post bringen sollte, und verschwand. Um den nächsten großen Wald zu erreichen, benutzte Masch zunächst die Eisenbahn. Während der Fahrt wurde er aber anderen Sinnnes und beschloß, Berlin aufzusuchen. Flinte und Tasche gab er etnem Gastwirt in Verwahrung. In Berlin lernte er bald et men jungen Mann kennen, der ihm gern half, die 200 M durchzubringen. Nach drei Tagen waren die betden damit fertig. Jetzt verschwand der Freund und ließ Masch sizen. Bald darauf nahm ihn ein Kriminalbeamter fest. Aus Furcht vor dem Winter. Vor einigen Wochen eregte es, wie rinnerlich großes Aufsehen, als es hieß, daß der lange vergeblich gesuchte Mörder des Hauptmanns v Krosigk entdeckt sei. Ein Erdarbeiter Fischer in ber Provinz Hannover sollte aus Gewissensbissen ein Geständabgelegt haben. Dieses Geständnis war auch Tatsache und so wurden denn, wie unsere Leser gleichfalls noch wif sen werden, in den folgenden Tagen die Angaben Fischer imageprüft. Dabet stellte es sich heraus, daß er unmöglich als Täter in Frage kommen fonnte, er hatte während seimer Dienstzeit in einer ganz anderen Eskadron gestanden, die damals gar nicht am Standorte ges Hauptmann von Strofigt garnisonterte. Als ihm dies vorgehalten wurde, 6 cquemte sich Fischer auch zu dem Geständnts, daß seine Exa ahlungen nicht wahr seien. Er behauptete, in der Trunfenheit gehandelt zu haben und mußte entlassen werden. Dieser Tage stellte er sich nun bei seinem alten Arbeitgeber, einem Tiefbauunternehmer in Kolenfeld, ein und bat um Beschäftigung, die ihm auch gewährt wurde. Auf die Frage, nas ihn denn damals zu der Selbstbezichtigung getrieben be, erklärte er, er habe geglaubt, daß es einen sehr harten inter geben und er daher seine Arbeit am Kanal verlte= rm werde. Um nun für alle Fälle ein Dach über dem Stopfe zu haben, habe er das Märchen ersonnen. Die Uhr im Jackettfutter die legte Damenmode. Fast febe neue Mode versucht, der Uhr am Kleide der Frau ein bequemes, gefähiges Pläggen zu sichern. So entstand das Uhrenarmband, das aber notwendigerweise immer ein wenig groß ausfallen mußte. So entstand die Uhr- Berloque, de fleine, mit Juwelen gezierte, an einer Schleife befestigte 1hr, die gleichsam wie ein Orden, auf die linke Seite der Bluse geheftet wurde. Und so entstand die Uhr im Bügel des Besuchtäschchens, die Uhr am Portemonnaie und die hr im Fingering. Die Mode des Jahres 1911 will auch in deser Hinsicht nicht hinter ihren Vorgängerinnen zurückthen. Man wird in diesem Frühjahr und Sommer als elegante Frau die Uhr an der Innenseite des Jacketts tragn. Solche Uhren, die jetzt in den Schaufenstern der tonangebenden Pariser Juwelterläden zu sehen sind, gleichen in der Form den Kettenknöpfen, mit denen die Herren thre Manschetten schließen. Eine runde, mattgoldene Fläche verrat an der Außensette des Jacketts den Sitz der Uhr. Das Sifferblatt ist aber nach innen gewendet, und man muß das tere Ende des Jacketts umschlagen, wenn man erkennen will, was die Glocke neschlagen hat. Eine nächtliche Schredensszene hielt in der Nacht zum Mittwoch in Berlin die Passanten der Straße Alt- Moabit im Atem. Plötzlich gellten durch die nächtliche Stille laute Slferufe, die von der Spize des 45 Meter hohen Fabrikschornsteines der Zentrale der Meierei Bolle kamen. Der Monteur Hartung und der Maschinist Bindewald waren anf der im Innern des Rauchfanges angebrachten Letter In die Höhe geklettert, um den Wetterhahn von der Rauchfangspize herabzuholen. In der Höhe wurde dem Monteur Satung übel, er fühlte sich einer Ohnmacht nahe und mußte von seinem Begleiter gestützt werden, um nicht in die Tiefe zu stürzen. Auf die Hilferufe Bindewalds wurde chließlich die Feuerwehr alarmiert. Zwei Feuerwehrleute Itterten mit Seilen versehen, im Innern des Schornsteins zur Höhe. Dort seilten sie den Halbohnmächtigen kunstge= teht an und brachten ihn um halb zwei Uhr morgens Der Weg dauerte fast eine Stunde indem sie ihn halb tigten, halb trugen, zur sicheren Erde herab. Die ungewöhnliche nächtliche Episode hatte Hunderte von Zuschauversammelt. Festnahme von Hoteldieben. Die Berliner Kriminalpolizei ergriff Mittwoch nachmittag in einem Hotel der Friedrichstadt ein Einbrecherpaar, auf dessen Konto eine Janze Reihe von Hoteldiebstählen gesetzt wird. Die beis Den wohnten in den verschiedensten Hotels. Als der Mann, der sich Alfred Merres aus Hamburg nennt, in ein fremdes Zimmer eindringen wollte, wurde er vom Portier liberrascht. Er gab diesem auf seine Fragen eine aus= Dichende Erklärung. Als der fremde Mann dann abresiste, nahm der Portier seine Spur auf und stellte fest, Da er nach einem anderen Hotel der Friedrichstadt fuhr, wu seine Mittäterin, die sich Frau Battenberg aus Paris nannte, abgestiegen war. Die Polizei nahm die beiden Ls Korn und ergriff in ihnen langgesuchte Einbrecher. Ein Schornstein als Aussichtsturm. Für die Halle der Raftmaschinen, die auf der Internationalen Hygiene- Austellung in Dresden Verwendung finden, wird ein Schorntein errichtet, dessen erhebliche Größe dadurch bedingt ist, az der ausströmende Rauch das Gelände nach Möglicheit das Gelände nicht belästigen soll. Der Verein Niederanfizer Braunkohlenwerke, der in der Halle seine Vernnungsanlage zeigen will, wird als Schornsteinverkleiung mit einem Kostenaufwand von 40 000 Mark einen sichtsturm erbauen, zu dessen Plattform ein Aufzug Besucher emportragen wird. Studienfahrt amerikanischer Lehrer nach Deutschland. Mehrere Hundert amerikanischer Lehrer an Elementarumb höheren Schulen und Universitätsprofessoren rüsten t zu einer Studienfahrt nach Deutschland, die dem JdeenAustausche mit den deutschen Pädagogen zu dienen betimmt ist. Bisher liegen bereits dreihundert Anmeldun gen von Reiseteilnehmern vor, deren Zahl sich indessen noch fentlich erhöhen dürfte. Die Studienfahrt der ameritanischen Lehrer erfreut sich der tatkräftigen Unterstützung bet beiderseitigen Staatsregierungen und weckt die Erwar= fang, daß sie dazu beitragen wird, das System des Profe forenaustausches zu einer bleibenden Institution zu machen. Das vorläufige Reiseprogramm sieht die Städte Bremen, Hamburg, Cöln, Bingen, Wiesbaden, Frankfurt am Main, Heidelberg, Stuttgart. München, Nürnberg, Weimar, Eisenach, Jena, Leipzig, Dresden und Berlin als Aufenthaltsstationen vor. Hervorragende deutsche Gelehrte haben sich bereit erklärt, in jeder der genannten Städte vor den amerikanischen Gäste Vorträge zu halten. Ein Millionär wegen Vagabondage verhaftet. In dem gastlichen Brüssel ist der bekannte amerikanische Millionär Brandreth 24 Tage lang wegen Vagabodierens und Schwindeleien eingelocht gewesen. Am 16. März war der Amerikaner mit einem Begleiter aus Paris in Brüssel eingetroffen und in einem Hotel abgestiegen. Infolge Aenderung seines Reiseplanes hatte sich das Eintreffen seiner Schecks von Neuyork verzögert, so daß ihm das Geld ausging und er sich vom Oberkellner Summen von 200 und 500 Frank lieh. Er kaufte auch in verschiedenen Geschäften auf Kredit und ließ sich die Waren in das Hotel schicken. Dies veranlaßte den Hotelier, den Millionaär als Schwindler anzuzeigen. Der Richter, dem die Ausweispapiere nicht genügten, verdonnerte ihn zu zwei Jahren Gefängnis wegen Schwindels. Mehr als drei Wochen brauchte die Justizverwaltung, um in Neuyork festzustellen, daß die Angaben Brandreths über seine Person zutreffend waren. Inzwischen waren auch die verzögerten Gelder seiner Firm eingetroffen, so daß er wieder auf freien Fuß gesetzt werden mußte. Brandreth hat gegen den Hotelier Klage erhoben, und auch auf diplomatischem Wege wird gegen dieses Gebaren der belgischen Justiz Einspruch erhoben werden. Die Reklame auf dem„ Blauen". Die Reklame ist erfinderisch wie die Mode. Ihre neueste Errungenschaft ist der echte Hundertmarkschein als Reklamezettel. Seit mit dem 1. Januar 1910 der Zwangskurs für die„ Blauen" eingeführt wurde, hat die Reichsbank mehrfach bei ihr eingelieferte Scheine vernichten müssen, auf denen Spottverse standen. Der neue Hundertmarkschein hat einen findigen Automobilfabrikanten auf die Idee gebracht, den hellen Seitenteil zur wirksamen Reklame für seine Fabrikate zu benuzen. Er ließ eigens einen Stempel anfertigen:„,., Automobilfabrik. Wer bei mir fauft erspart manchen Blauen", versah ca. 150 Scheine mit dieser Geschäftsempfehlung und versuchte sie dann in den Verkehr zu bringen. Sein erster Versuch brachte ihn mit der Polizei in Konflift. Der Oberfellner im Speisewagen des D- Zuges, dem ein solcher Schein in Zahlung gegeben wurde, hielt ihn für eine Blüte und erstattete Anzeige. Nur mit Mühe konnte sich der Automobilfabrikant durch herbeigeholte Sachverständige vor der Verhaftung wegen Falschmünzeret bewahren. Der Fall fann Nacheiferung erwecken. Um so mehr, als vorläufig fein rechtliches Verbot dieser Reklame besteht. Die Reichsbank ist verpflichtet, diesen Schein anzunehmen, fann aber den Schaden von 17 bis 18 Pfennig einklagen. Ob der Keliner, ob man überhaupt im Verkehr zur Annahme eines solchen verunstalteten Scheines verpflichtet ist, das ist eine Dottorfrage, über die sich die Juristen bisher nicht einig sind. Wissenschaft, Runst und Literatur. Wertvolle Altertumsfunde sind in Bonn gemacht worden. Bet Nachgrabungen in einem alten Stadtteil wurden eine große Anzahl römischer Brandgräber aus dem zwetten, sowie zahlreiche Skelettgräber aus dem dritten Jahrhundert aufgedeckt. Man fand feingeschliffene Gläser und Kannen, sowie sonstige Trinkgefäße. Die Brandgräber waren mit gestempelten Ziegelplatten der in Bonn stattonierten ersten minervischen Legion umstellt. Die ,, Stadt der Liebe". Eine der gewaltigen Feuersbrünste, an denen das Land der Kirschenblüte und der Pavterhäuser so reich ist, hat, wie gemeldet, den Yoshiwara genannten Stadtteil Toktos in Asche gelegt. An der Stelle japanischer Lebenslust findet sich heute kaum viel mehr als ein rauchender Haufe verkohlter Balken und schwarzen Schuttes; Japans Millionen= stadt trauert über den Untergang einer derjenigen Stätten. die das Ziel aller abendländischen Reisenden, die vielleicht die kulturell seltsamste Eigentümlichkeit im Lande Nippon gewesen. Fremdartigkeit und maßlos gesteigerte Erwartung mögen die Phantasie so manchen Reiseschilderers befruchtet, seine Einbildungskraft gesteigert haben, immerhin war Toflos Liebesstadt in ihrer Eigenart seltsam, verblüffend, sinnverwirrend und beinahe bedrückend, wobei niemals vergessen werden darf, daß es sich hier um ein Volk von anderer Raffe, anderer Moral, anderer Kultur und Geftttung handelt. Gine lange, lange Ritschafahrt führte den Fremden nordöstlich von Tokio, wohl eine Stunde Weges vom Hauptverkehrsviertel der Stadt, zu dem völlig umfriedeten, weit ausgedehnten Stadtteil, der sich schon aus der Ferne durch seinen strahlenden Lichterglanz ankündigte und dessen Eingang ein Tor bildete, überdacht von Kirschbäumen, deren Blüte im Frühjahr diesem Eingang einen Hauch von reinster Poesie verlieh. Eine lange, menschenerfüllte Straße öffnete sich hinter dem Tore, strahlend, blizend und leuchtend im Scheine unzähliger bunter Glühlichter und farbiger Papierlaternen. Diese Koloristik des Lichterglanzes war selbst für das farbentrunkene Japan etwas unerhörtes. Aller Glanz und alle Daseinsfreudigkeit Nippons schienen hier gesteigert, zu einem Parorismus unbefümmerter Lebenslust. Eine dichtgedrängte Menge farbig gekleideter Japaner, unter denen der bürgerliche Rock des Fremden stets verschwand. flutete durch diese Straße, ging an der endlosen Reihe der kleinen, meist grün gestrichenen Häuser vorüber und richtete ihre Blicke durch die engen Gitter, hinter denen wie Puppen im Schaufenster unzählige Mädchen mit teilnahmslosem Gesichtsausdruck saßen. Prunkhafte Vergoldungen zierten den unteren Teil der Häuschen, die sich alle voneinander durch eigenartige Farbenmuster und durch den besonderen Schnitt der von den Geishas getragenen Gewänder unterschieden. Die Mädchen trugen meist allerhand japanischen Tand und Schmuck; fie rauchten jene langen Pfeifen mit den winzigen Köpfen, die fortwährender Sorgfalt und Füllung bedürfen, und sie antworteten auch, aus ihrer Lethargie aufwachend, gelegentItch auf Scherzworte, die ihnen von den Vorbeigehenden zugerufen wurden. Was den Europäer, der unwillkürlich Parallelen mit abendländischen Verhältnissen zieht, wohltuend berührte, war der äußerlich zutage tretende Anstand und die ruhige Selbstverständlichkeit. Kein rohes Wort, keine rüden Gesten und schamlosen Gebärden, und wenn auch eine große Bahl von Polizisten unter der Menge wandelte, so hatte man doch das sichere Gefühl, daß ihre Anwesenheit im Grunde genomaten nicht nötig war. In Wirklichkeit aber, so wohlgeordnet, so anständig sich dieser Liebesmarkt auch zuerst darstellte, bei nur geringem Nachdenken und etwas forgfamerer Beobachtung enthüllte er sich doch in seiner asiatischen Barbaret. Alberti- Sittenfeld, der vor Jahresfrist eine Studienreise nach Japan unternommen hatte. bezeichnete den Eindruck, den die Yoshiwara schließlich auf den Europäer macht, als grauenvoll. Ich habe hier," so fchreibt er, mit mehr als einem gesprochen, der so wenig wie ich zur Empfindelei netgt. Man wird die Vorstelluna nicht los, in einem zoologischen Menschengarten umherzugehen, in dem Geschöpfe unseresgleichen hinter Gittern und Riegeln sizen." Sicherlich werden die Japaner wieder die Yoshiwara wieder aufbauen, wie sie stets schnell dabe sind, durch Feuer zerstörte Stadtviertel in der gleichen Art von neuem erstehen zu lassen. Vielleicht wird die Yoshiwara nach einem Jahre sogar noch bunter, noch leuchtender, noch prächtiger sein; ob aber mit der fortschreitenden Annäherung der tapanischen Kultur an die Sitten des Abendlandes diese Stadt der Liebe noch für lunge ihre Eigenart und ihre Wertschätzung beim Volke Nippons bewahren wird, mag immers hin dahingestellt bleiben. Der Winzerkrieg der Champagne. Infolge des Senatsbeschlusses, die Abgrenzung aller Weinbaubezirke wieder aufzuheben, ist im Marnedeparte ment eine förmliche Revolution ausgebrochen. Die durch Mißernte und Weinfälscher schwer heimgesuchten Winzer sengen und brennen alles nieder, was ihnen in den Weg kommt, um ihrer großen Erregung dadurch Ausdruck zu geben. biet: Telegramme melden uns heute aus dem AufstandsgeReims, 13. April. Die Lage wird immer bedrohlicher. Das ganze.Kürassierregiment ist aus Menehould nach Epernay entsandt worden. Ebenso sind vier Schwadronen von hier in das Weinbaugebiet abgegangen. In Pierry sind die Keller zweier Weinhändler vollständig verwüstet worden. Epernay, 13. April. Der Ausschuß des Winzerverbandes hat eine Rundgebung veröffentlicht, in der sämtliche Behörden der weinbautreibenden Gemeinden der Champagne sowie die Räte des Arrondissements und die Generalräte aufgefordert werden, zu demissionieren, und an alle Winzer die Aufforderung gerichtet, die Zahlung der Steuern zu verweigern. Bei Gelegenheit der in Ay verübten Verwüstungen wurde die dort postierte Kavalle rie zwischen zwei Mauern eingeschlossen, so daß sie nicht einschreiten konnte, und mit Steinen und Flaschen beworfen. Epernay, 13. April. Es scheint, daß die aufrühre rischen Winzer nach einem gemeinsamen Plan handeln. In Pierry und Damery ist das Werk der Zerstörung beendet. In Epernay wurden zwei Häuser geplündert. Ein Dragonerleutnant wurde aus dem Sattel geworfen. In Ay explodierte um 8 Uhr abends auf einer Straße eine Bombe. Dret Soldaten wurden verwundet, darunter einer schwer. Ein Pferd wurde getötet. Epernay, 13. April. Beim Eintreffen der Dragoner wurde in der Umgegend Feuerschein bemerkt, da die Weinberge in der Umgegend in Brand gesteckt worden waren. Am stärksten war der Feuerschein in der Richtung auf Ay, wo fünf Champagnerhäuser vom Feuer zerstört wurden. In zwei Häusern wurden die feuerfesten Schränke erbrochen und ihres Inhalts beraubt. Als die Kavallerie eintraf, wurde sie mit einem Hagel von Steinen beworfen. Epernay, 13. April. Heute meldet der Präfekt, daß dte Lage etwas ruhiger set und daß der Ort Ay von Truppen besetzt set. Während der gestrigen Unruhen wurden ein Rittmeister un vier Kavalleristen verwundet. Die Frauen beteiligten sich an den Tumulten und machten den Truppen besonders zu schaffen. Drabtnachrichten und neuestes. Keine Hofgänger in Gera. Gera, 18. April. Hier fand dieser Tage die Konfirmation der zwe! Söhne des Erbprinzen statt. Der Oberbürgermeister forderte die Herren vom Präsidium des Gemeinderates auf, mit bei Hofe zu erscheinen, um namens der Bürgerschaft die Glückwünsche zur Konfirmation darzubringen. Schließlich aber mußte er allein gehen, denn er fonnte feinen der Herren dazu bewegen, mitzukommen. Das gesamte Präsidium des Gemeinderates von Gera ist sozialdemokratisch. Aus einem Stadtparlament. Glogan, 13. April. Recht unerquickliche Zustände herrschen zwischen Stadtparlament und Bürgermeister in dem Städtchen Köben, nicht zum mindesten durch einen anonymen Brief, der viel böses Blut in der Bürgerschaft machte und dessen Verfasser man in einer bestimmten Person vermutet. Die Verhältnisse haben sich bereits so zugespitzt, daß in der letzten Stadtverordnetenversammlung der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Schmidt den Bürgermeister Beyer vor Eintritt in die Tagesordnung ersuchte, den Saal zu verlassen, da die Stadtverordneten es ablehnen, mit ihm gemeinsam zu arbeiten, bis die Briefangelegenheit Aufflärung gefunden habe. Da der Bürgermeister freiwillig nicht ging, wurde sofort die Situng geschlossen und die Stadtverordneten verließen den Sibungssaal. Fortdauer des Streiks bei der Berliner Elektrizitätsgesellschaft. Berlin, 13. April. In einer Versammlung der strettenden Arbeiter der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft erhob sich ein tumultuarischer Lärm, als die Leitung des Metall- und Transportarbeiterverbandes die Wiederaufnahme der Arbeit empfahl. Bei der schließlich vorgenommenen geheimen Abstimmung wurden 920 Stimmen gegen und 52 Stimmen für die Wiederaufnahme der Arbeit abgegeben. Ausschreitungen der streifenden Wiener Fleischer. Wien, 18. April. Bei dem Ausbruch des Streifes der Fleischergesellen kam es zu Zusammenstößen zwischen Strelkenden und der Polizei. Die streikenden Fleischergesellen zogen von Laden zu Laden und holten die noch arbeitenden Gesellen mit Gewalt heraus. Verschiedentlich mußte die Schußmannschaft, weil sie angegriffen wurde blank ziehen. Die Ausgrabungen auf Korfu. Korfu, 13. April. Der Kaiser besichtigte gestern die auf Korfu ausgegrabenen Tempelüberreste. Während setner Anwesenheit an der Ausgrabungsstätte wurde die Fi gur einer Riesen- Borgo freigelegt, die die Giebelseite des alten griechischen Tempels geziert hatte. Der Kaiser, der über den wunderbar gut erhaltenen Fund hoch erfrent war, bat die Kaiserin vom Achilleion an die Fundstelle. Es wurden dann photographische Aufnahmen gemacht und an die Arbeiter Geldspenden verteilt. Sträflinge für den Bau der Amurbahn. Petersburg, 13. April. Zum Bau der Amurbahn werden 8000 Gefangene entsandt und zu ihrer Bewachung 2000 Soldaten aufgeboten. Glücklicher Ablauf eines Hauseinsturzes. London, 13. April. Bei dem Einsturz eines Hauses in der City, in dem sich mehrere Läden und Familienwohnungen befanden, kamen die Bewohner mit dem Schrecken und geringen Verlegungen davon. Auch wurde niemand auf der Straße verlegt, obwohl ein Haufen von Geroll auf den Fußsteig fiel. Verheerender Wirbelsturm in Amerika. Neuyort, 13. April. Ein Wirbelsturm hat gestern einen großen Teil von Kansas, Missouri und Otlahama verwüstet. Dreizehn Menschen sind umgekommen, eine große Anzahl verletzt. Drei Dörfer find völlig zerstört.