art er, der j atarrh zu n. Mit de bonbons u gen. Bei r sowieso chwinden 13 gut fein nen, alten dazu Disp windind Symptom ordert eine wesentlich den Fein uchen un 3nr Bele the mit Zerschlein ngenfpi ten Aerzte ganzen sam, der Dern des Dieser A rifas die gab und be wissenscha Baljam" di e der Bibe ihn. Gho Bung, in Baljam viel wie em neuent Cubaljam, päter belegt ähnlicher& entlich nur alfam bishe hat, lag an hervorgen ahrhunderte des um das e seiner S heute als n Aerzten reife in den dung aud n den Han enten Gelege Deute schon nverlangt b guten Erfol balfams, vo id in furzen rf flüffigu nach verh damit der in den a, wo Fich ers ein. die Nachti n gefunder Illgemeinb er Utubal bebingt erdurch wi mt durch de ungen und ens wieder usdauer zur tel ohne G in feinem mit U eicht nicht eine P cum erfu zu Verfud foftenfrei p ort: Gefel Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 63. Telephon: Nr. 362. Aus dem Reichstag. ( Spezialbericht der„ Gießener Zeitung".) Zum Militäretat führte der Abg. Behrens über die Angelegenheiten der Militär- und Staatsarbeiter u. a. aus: Meine Herren, eine Frage, die während der gestrigen Erörterungen mehr und mehr in den Vordergrund rückte, war die Frage der Staatsarbeiterorganisation. Der Herr Vorredner wünschte für die Staatsarbeiter und somit auch für die Heeresarbeiter die unbeschränkte Koalitionsfreiheit. Diesen Standpunkt teilen wir nicht, weil wir meinen, daß es höhere Pflichten und auch höhere Interessen gibt, als nur irgendeinem schönen Grundsatz von der unbeschränkten Koalitionsfreiheit nach zuhängen. Wir betrachten die Heeresbetriebe als einen Teil der Landesverteidigung, und dementsprechend müssen auch die Verhältnisse in diesen Betrieben betrachtet werden. Ein fernerer Gesichtspunkt, der uns nicht für die absolut unbeschränkte Koalitionsfreiheit der staatlichen Arbeiter eintreten läßt, ist der, daß uns die Beispiele in anderen Staaten, besonders in Frankreich, in den letzten Jahren gelehrt haben, daß die unbeschränkte Koalitionsfreiheit weder zum Nutzen für die Arbeiter, noch zum Wohle des Staates oder des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens ist. Die Staatsarbeiterstreiks, die wir in Frankreich erlebt haben, haben uns den Beweis geliefert, daß wir solche Ideen, wie sie der Herr Vorredner und auch der sozialdemokratische Redner gestern ausgesprochen haben, den deutschen Staatsarbeitern nicht empfehlen können. Meine Herren, wir stehen aber auf dem Standpunkt, daß man den Staatsarbeitern das Recht, sich zu vereinigen und zu Verbänden zusammenzuschließen, durchaus gewähren müsse, und dafür werden wir jederzeit eintreten. von er der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch den 15. März 1911 ver= Hilfsverein für die Geisteskranken in Hessen erklärte es für wünschenswert, daß im Zusammenhang mit der Säuglings- und Krüppelfürsorge, die damit eng knüpfte Idiotenfürsorge speziell durch den Bau der für Grünberg geplanten Idiotenanstalt weiter gefördert werde. Es soll dabei auf dem Boden einer organisierten Säuglingsfürsorge soweit als möglich der Entstehung der Idiotie vorgebeugt und die Krankheiten, die zur Idiotie führen, schon im Beginn der ärztlichen Behandlung zugeführt werden. * Die Großherzogin hat am 11. März, als am Geburtstage der verstorbenen Prinzessin Elisabeth, folgende Ehrenzeichen für langjährige treu geleistete Dienste verliehen: Das Goldene Kreuz mit Brilin ein- und derselben Familie an folgende Dienstboten lanten an Auguste Frizz aus Alsfeld, 40 Jahre Krebs aus Klein- Karben, 40 Jahre in der Fabei Fräulein Elisabeth Hauß in Darmstadt: Franziska hardi in Darmstadt; Wilhelmine Razz aus Gambach, milie des Herrn Kammerherrn Dr. Freiherrn von Leonberg. Das Goldene Kreuz an Luise Klapp aus 40 Jahre bei Herrn Stadtverordneten P. Dietz in FriedOber Ofleiden, 25 Jahre bei Frau Mathilde Stade in Darmstadt; Katharine Sommerlad aus Be u= ern, 25 Jahre bei Herrn Pfarrer Vogel in Se eheim a. d. Bergstr.; Karoline Cahn aus Münster, Oberlahnkreis, 25 Jahre bei Herrn Markus Rosenthal in Gießen; Elisabeth Meurer aus Lohra, Kreis Marburg, 25 Jahre bei Frau Rendant Edmund Wetter Witwe in Gießen; Karoline Bieger aus Gedern, Jahre bei Herrn Aktuar i. P. Heinrich Jöckel in Orten berg; Katharina Keil aus Atzenhain, 26 Jahre bei Herrn Kaufmann Karl C. Mayer in Homberg a. D.; Anna Köberer aus Buzzba ch, 25 Jahre bei Herrn Medizinalrat Dr. Vogt in Butzbach; Katharina Rühl aus Groß Eichen, 25 Jahre bei Herrn Konrad Trinkaus 1 in Grünberg; Marie Weilmünster aus Dü delsheim, 26 Jahre bei Frau Friedrich Gerlach Ww. in Düdelsheim. 26 an= Der Herr Vorredner hat darin den Herrn Kollegen Pauli falsch verstanden, wenn er ihm unterstellte, hätte mit seinen Ausführungen nur die Organisationen innerhalb einzelner Militärinstitute im Auge, aber nicht, die sich über mehrere Institute erstrecken. Wenn der ( Gießen, 14. März. Die kaufmännische Reklame und das Gesetz über den un= Vorredner damit andeuten wollte, daß Abgeordneter Pauli die sogenannten gelben Vereinigungen meinte, so lauteren Wettbewerb. Vielfach hat sich im irrt er. Ich habe Herrn Kollegen Pauli gesprochen, und Geschäftsleben die Sitte ausgebildet, die Aufmerksamkeit des Publikums durch verblüffende Wortzusammenstellderselbe erklärte mir, daß er nicht die Vereinigungen im Sinne der gelben Vereine gemeint habe, sondern die ungen und Behauptungen zu erregen. Sieht man aber Verbände der Staatsarbeiter als solche. Damit stand schließlich genauer hin, so findet man zwischen den großauch der Herr Kollege Pauli im Gegensatz zu den Aus- gedruckten Worten noch kleingedruckte, welche der ganzen führungen des Herrn General Wandel, der in einer Empfehlung einen anderen Sinn geben. Dieser immerhin recht harmlosen Reklamerekorde wird nunmehr seiner Reden sagte, daß man es nicht billigen könnte, bald der Garaus gemacht werden, wenn auch in wenn ein Verein, 3. B. aus Spandau, sich um die Verhältnisse in Hanau kümmerte. Ich halte es sogar für deren Orten als in Wetzlar die Interessentenvereine die einen Vorzug, wenn wir nicht in jedem Betriebe so und erforderlichen Strafanträge stellen. Von der Strafkammer in Wetzlar ist nämlich am 21. Dezember v. J. so viel Vereine haben, die dann mit Dutzenden der Kaufmann Ludwig Steinhäuser, Inhaber des Petitionen an den Reichstag treten. Der einzelne Abgeordnete ist ja dann kaum in der Lage, die Einzelhei- Rheinischen Kaufhauses", wegen unlauteren Rheinischen Kaufhauses", wegen unlauteren Wettbeten der vielen Petitionen durcharbeiten und sich ein rich- werbs zu 38 Mt. Geldstrafe auf Grund des folgenden tiges Bild von den Verhältnissen machen zu können. Ich Tatbestandes verurteilt worden: Der Angeklagte ist Inbin vielmehr der Meinung, daß die Verbandsbildung in haber eines Kaufhauses. Er ließ eine Preisliste den Militärbetrieben ebenso wünschenswert ist wie in teilen, in welcher zahlreiche Lebensmittel angezeigt wurden Eisenbahnwerkstätten, und daß, wenn diese Ver= den. Mit großer Schrift war darauf zu lesen:„ Amikabände in durchaus loyaler und verständiger Weise die Landbutter" nur 1 Mk. Ganz klein stand dabei„ MarWünsche ihrer Kollegen in den verschiedenen Betriebsgarine- Ersatz“ und„ 1 Pfd.". Der Angeklagte gab an, werkstätten zusammenfassen und das Wichtige von dem jeder Käufer, der„ Amika- Landbutter" statt„ Amika- Marweniger Wichtigen trennen und dann nur das Wichtige garine- Landbutter- Ersatz" lese, weiß, daß es Margarine sei. Die Strafkammer hat trotzdem eine Gesetzesverletzdem Reichstag vorlegen, das für den Reichstag wertist, ung als vorliegend erachtet. Die Worte„ Amika- Landvoller und für die Arbeiter von größerem Erfolg als wenn wir alle einzelnen Wünsche hier berücksichti- butter 1 Mk." sind so groß, daß das Publikum gen sollen. Es ist aber auch für die Heeresverwaltung diese liest und zu dem Glauben kommt, es sei Butter. angenehmer, weil die Wünsche der Arbeiter schon durch Daher hat der Angeklagte irreführende Angaben über so heißt diese selbst geprüft sind. Auch die Verhandlungen im die Art und Beschaffenheit der Ware gemacht es im Urteile.- Die Revision des Angeklagten Reichstag würden sich kürzer gestalten, weil wir dann wurde vom Reichsgerichte als unbegründet verworfen. einen übersichtlicheren Ueberblick über die Verhältnisse befämen und Wiederholungen über die verschiedenen Werkstätten erspart werden könnten. An die Koalitionsfreiheit hat sich eine Auseinandersetzung zwischen den Herren Kollegen Schirmer und Böhle über die Tendenz der Verbände angesponnen. Ich stehe durchaus auf dem Standpunkt des Herrn Kollegen Schirmer, daß wir in erster Linie uns für solche Organisationen verwenden, die auf dem Boden der Staatsordnung stehen. Wenn man von diesem Gesichtspunkt diese Frage betrachtet, dann können wir nicht wünschen, daß diese Betriebe, die der Vaterlandsverteidigung dienen, schließlich von Organisationen beeinflußt werden, die am letzten Ende den Willen haben, die heu( Fort. folgt.) tige Staatsordnung zu stören. * Aus Stadt und Cand. Gießen, den 15. März *) Gießen. Die vor kurzem stattgefundenen Versammlung der oberhessischen Vertrauensmänner des " ver= nur *) Weiters hain. Ein hiesiger Bürger hat am letzten Freitag seiner Ansicht über die„ politische Lage" in unserem Wahlkreis durch Abgabe folgenden Stimmzettels dokumentiert: Ich wähle nit de Werner, Un wähl' aach kee Pärrer Un aach kaa Professer, gewinnt ' s wird doch nit besser, Wenn der Beckmann D'r Nochgeschmack timmt, Wenn die Wahl is vorbei Jst's ganz einerlei. * Villmar, 12. März. Hier ging gestern ein Pferd durch; der Wagen überfuhr den 91jährigen Schneidermeister Flach, den ältesten Mann des Ortes. Der Bedauernswerte starb an den schweren Verletzungen. * Langendernbach( Westerwald). Bei einer Revision der hiesigen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaftskasse wurde ein Defizit von nahezu einer halben Million festgestellt. Die mit unbeschränk ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichteit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. ter Haftpflicht eingerichtete Stasse zählt 800 Mitglieder, die sich nun natürlich in begreiflicher Aufregung befinden. *) Leihgestern. Vergangenen Sonntag fand hier der Delegiertentag für den zu Pfingsten stattfindenden Gesangwettstreit statt. Es haben 20 Vereine gemeldet. * Friedberg. Ein Konflikt zwischen der Reichs= post- und Stadtverwaltung bereitet sich hier vor. Die Reichspost hat einen Platz für Errichtung eines Neubaues an der Mainzertor- Anlage in Aussicht genommen. Die Stadt lehnte den Verkauf des Plazzes ab mit der Begründung, die Post gehöre in die Stadt, wo der geschäftliche Verkehr ist. Die in der Stadt vorge= schlagenen Plätze erscheinen nun der Postbehörde teils unzweckmäßig, teils zu teuer. Die Stadt solle wenigstens die Mehrkosten dieser Plätze decken, dies lehnte aber die Stadtvertretung ab, zumal der Zuschuß sich auf Mt. 80 000 bis 100 000 belaufen würde. Nun droht die Reichspost damit, den Neubau noch weiter draußen, nämlich am neuen Bahnhof zu errichten. * Gedern. In der Hitze des Reichstags= wahlkampfes steckte ein hiesiger Geschäftsmann eine Rechnung anstatt eines Stimmzettels in das Wahlkuvert. * Frankfurt. Der Verein„ Arbeiterjugend" ist vom Polizeipräsidenten aufgelöst worden, weil er nach seinen Bestrebungen und Beziehungen zur sozialdemokratischen Partei als politischer Verein zu betrachten sei. Frankfurt a. M. Zum ersten Male ist es gelungen, durch elektrische Wellen eine Verstän digung zwischen einem schwebenden Ballon und der Erde herzustellen. Vom benachbarten Griesheim stieg ein Freiballon auf und die ihm nachgesandten elektrischen Wellen wurden von der mitgenommenen Empfangsstation aufgenommen. Bis 600 Meter war die Verständigung sehr gut. Offenbach. Die verheiratete 39jährige Ehefrau Maas aus Gedern, die sich bei ihren Verwandten aufhielt, hat sich in deren Wohnung erhängt. *) Aus Rheinhessen. Auf Anregung der hessischen Regierung wird der bekannte vogelfundige Freiherr v. Berlepsch noch im Laufe dieses Monats eine Rundreise durch das rheinhessische Weinbaugebiet unternehmen, um die Anlagen zum Schutze der Vögel zu besichtigen und sein Gutachten darüber abzugeben. Frankfurt. Im Kaisersaale des Römers fand unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Dr. Adickes die grundlegende Versammlung für das 17. Deutsche Bundesschießen statt, das als goldenes Jubiläumsschießen im nächsten Jahre hier gefeiert werden soll. Die einzelnen Ausschüsse sind bereits in der Bildung begriffen. Den Vorsitz im Ehrenausschuß hat der Oberbürgermeister, den im geschäftsführenden Ausschuß der Stadtverordnetenvorsteher Geh. Justizrat Dr. Friedleben übernommen. * Sprendlingen, 12. März. Heute fand hier eine Vertrauensmännerversammlung des Wahlkreises Bingen- Alzen statt. Nach 2stündiger Beratung stellte die Versammlung, die von mehr als 200 Personen besucht war, einstimmig Herrn Dr. Becker als Kandidaten auf. * Offenbach. Ein eigentümliches Mißgeschick widerfuhr einer in der Löwenstraße wohnenden Familie, die ihre Ersparnisse in Höhe von 1200 Mark in der Bettmatratze aufbewahrte. Als nun dieser Tage die Matratze einer Reparatur unterzogen werden sollte, hatte man in der Eile vergessen, das gesparte Geld aus dem Versteck hervorzuholen. Erst gestern merkte man den Verluft. Die 1200 Mark aber blieben verschwunden und konnten trotz der Inanspruchnahme der Polizei nicht gefunden werden. Eine glänzende Haaresfülle ist nicht jedermann beschert. Selbst die sorgfältigste Pflege, die man dem Haar angedeihen läßt, erweist sich erfolglos; wie gründlich man es auch wasche und bürfte, es erfält nie jene bei Frauen und Kindern so gern gesehene glänzende Fülle, solange die Bildung von Kopfschuppen an der Lebenskraft der Haarwurzeln nagt. Häufiges Bürsten und etwa alle zwei bis 3 Wochen eine Waschung sind zwar eine wertvolle Hülfe zur Erlangung schönen Haares, fie fönnen aber die Schuppenbildung nicht verhindern. Als ein vortreffliches Mittel hiergegen kann die laut nachstehendem Rezept bereitete Mischung empfohlen werden, welche man zweimal täglich in die Kopfhaut einzureib n hat: 1 Gramm krist. Mentol wird in 85 Gramm Bay- Rum aufgelöst und dann werden 30 Gramm Livola de Composée hins zugefügt. Ein Teelöffelchen voll besseren Parfüms gibt ihm den gewünschten Wohlgeruch. Dies Rezept beseitigt nicht nur die Schup pen, man spricht ihm auch wirklich bemerkenswerte, den Haarwuchs fördernde Eigenschaften zu. Es fann von jedem Apotheker oder Dro giften zusammengestellt werden. Sein Erfolg liegt in seiner regelmäßigen Anwendung. Man türfte das Haar öfters und nehme von Zeit zu Zeit eine Waschung vor. Heiße Lockenscheren sind zu vermeiden, denn sie geben dem Haar ein glanzloses, lebloses Aussehen. Deutscher Reichstag. lich wie Effig schmeckt und die größte Leidenschaft des Merifaners bildet. Es ist nun wohl begreiflich, daß die anderen Mächte ein bedeutendes Interesse an geordneten Zuständen in Mexiko haben, und das Bestreben von Diaz ist während seiner langen Regierung darauf gerichtet gewesen, Ordnung und Frieden aufrecht zu erhalten. So sehr er sich damit den Dank der ruhigen Bürger erwarb, so sehr ent= fesselte er auch den Haß der Unzufriedenen und Abenteuerlustigen, die in Mexiko so zahlreich sind. Glückwunschtelegramm, das der Reichstanzler von Bethmann Hollweg an den Prinzregenten Luitpold gerichtet hat, erwiderte dieser:„ Ich danke Ihnen, mein lieber Herr von Bethmann Hollweg, aus ganzem Herzen für die Glückwünsche, mit denen Sie mich zu meinem heutigen Jeste erfreut haben. Mit Befriedigung blicke ich auf all das Große zurück, das ich mit dem Werdegang des Deutschen Reiches dank Gottes gnädiger Fügung miterlebt habe. Der Zukunft und der Wohlfahrt des Reiches gelten meine innigsten Wünsche. Gott segne den Kaiser, Gott segne das deutsche Volk, das ist der Gedanke, der mich heute an meinem Freudentage erfüllt. Ihnen aber und Ihrem Wirken sei der Erfolg beschieden, den mein Vertrauen für Sie erwartet." Daß sich Diaz einer solchen Partei ingrimmiger Widersacher gegenüber so lange hat halten können, liegt in der ungeheuren Energie seines Willens und der faszinierenden Kraft seiner Persönlichkeit begründet. Wie er mit Leuten umzugehen weiß, dafür ein einfaches Beispiel. Ein strupelloser amerikanischer Konzessionsjäger wandte sich an den Präsidenten und behauptete, er sei das Opfer von Betrügereien und Gewalttätigkeiten geworden. Diaz ließ ihn zu sich kommen und sagte zu ihm nur die Worte:„ Was wünschen Sie?" Vor diesem starren, undurchdringlichen Gesicht und in der eisigen drohenden Atmosphäre verging selbst diesem mit allen Hunden gehetzten Spekulanten der Mut, er stammelte, machte Ausflüchte und bat schließlich nur um die Erlaubnis, eine Beschwerde schrift einreichen zu dürfen. Der Präsident sagte kein Wort mehr; der um ,, Gerechtigkeit" Flehende ging ganz gedrückt und kleinlaut weg und sprach von der Klageschrift kein Wort mehr, selbst nicht zu seinen Freunden. So weiß Diaz mit den schlauesten Geschäftsleuten und den gefährlichsten Gesellen fertig zu werden. Zwar hat er den Grundsaß, daß man in der Politik manchmal vergessen muß", aber er behält seine Feinde immer im Auge und wehe ihnen, wenn die Stunde kommt, da er abrechnet!- Liberale und Nationalliberale bei den nächsten Reichstagswahlen. Der Zentralvorstand der Fortschrittlichen Volkspartei wird am nächsten Sonntag in Berlin zusammenkommen, um über ein Zusammengehen mit der nationalliberalen Partei in bis jetzt noch unentschiedenen Wahlkreisen zu beraten. Den gleichen Zweck, über ein Zusammengehen zu beraten, hat auch eine am nächsten Sonntag in Berlin tagende Versammlung des Gesamtvorstandes der nationalliberalen Partei. Gegen Widersacher, die er für ungefährlich hält, hat Diaz sogar eine gewisse Höflichkeit. Straff, streng, eisern ist dieser Mann, der jetzt 80 Jahre zählt. Von mittlerer Größe, mit scharfen, klugen Augen, breitem Kinn, langen, gleichsam aufmerksam gespißten Ohren und gefahrwittern= den Nüstern, mit weißem Haar und Schnurrbart, hat Diaz das Aussehen eines alten Generals. Selbst seine schlimm= sten Feinde müssen gestehen, daß sein Privatleben makellos ist und daß man ihm nichts von all jenen Lastern zuschreiben kann, die man früher so oft den führenden Männern merikos vorwerfen durfte. In einem Lande, in dem die Ausschweifung nichts seltenes ist, lebt der Präsident enthaltsam wie ein Mönch. Am Montag gedachte der Präsident Graf SchwerinLöwitz zunächst des 90. Geburtstages des Prinzregenten Luitpold von Bayern und brachte das von ihm namens des Reichstages gesandte Glückwunschtelegramm und die einge= des Prinzregenten zur Kenntnis des gangene Antwort Hauses. Seine Mitteilungen wurden mit allseitigem Beifall aufgenommen. Dann kam bei der Weiterberatung des Etats des Reichsamts des Innern zunächst der nationalliberale Redner Stresemann zum Wort, der in langen Ausführungen sehr beredt die verschiedensten sozial- und wirtschaftspolitischen Themata namentlich unter dem Gesichtspunkt der Förderung industrieller Interessen, besonders der sächsischen, ausgiebig besprach. Hierauf nahm Staatssekretär Delbrück das Wort, um wenigstens auf einige aus der vielseitigen und reichhaltigen Sammlung der ihm vorgetragenen Wünsche und Fragen Rede und Antwort zu stehen. Er wies zunächst gegenüber den Anklagen des Sozialdemokraten aus der letzten Sizung an der Höhe der Aufwendungen für sozialpolitische Zwecke nach, daß die Let= stungen des deutschen Reiches auf diesem Gebiete denn doch nicht so gering sind: sie werden bald ein Fünftel des ge= samten jährlichen Zuwachses an Nationalvermögen, nämlich weit über eine Milliarde, betragen. Dann wies der Staatssekretär die Behauptung sozialpolitischerttufruchtbar keit der Verbündeten Regierungen durch den Hinweis auf die noch ihrer Erledigung harrenden sozialpolitischen Ge= sebesvorlagen als unzutreffend nach. Eine Einigung über das Tarifvertragswesen hält er für ausgeschlossen, bisher mangele nur die Vollstreckbarkeit, die an dem Mangel der Rechtsfähigkeit der Berufsvereine scheitere; letztere aber set nicht möglich ohne Unterstellung dieser Vereine unter das gemeine Recht, d. h. die Verpflichtung, mit ihrem Vermögen zu haften. Den Fragen des Mittelstandes widmen die Verbündeten Regierungen fortgesetzt ihre Aufmerksamkeit. Ueber den Unterschied von Fabrik und Handwerk wird eine demnächstige Konferenz beraten. Die Vorschriften über die Wanderauktionen fönnen verschärft werden. Ueber die Wanderlager schweben Erwägungen. In Bezug auf das Submissionswesen können den Einzelstaaten und Gemeinden keine Vorschriften gemacht werden. Ein Bild von der Bedeutung der geforderten Zentralstelle für die Textilindustrie kann sich der Redner augenblicklich noch nicht verschaffen. Die Frage wird weiter verfolgt werden. Ebenso wird ernstlich daran gearbeitet, unsere Industrie unab= hängig von ausländischen Rohprodukten zu machen, in erster Linie von der Baumwolle. Die überaus schwierigen Verhältnisse der Syndikate möchte der Staatssekretär jetzt nicht durch gesetzgeberische Experimente beeinflussen, deren endgültiger Verlauf unübersehbar würde. Der Zeitpunkt, einzugreifen kommt erst, wenn man übersehe, wie sich die Dinge gestalten. Der Staatssekretär äußerte sich dann über die Frage der Konkurrenzklausel und verwies auf die gro= Ben Meinungsverschiedenheiten in den Interessentenkreisen. Dann sprach er zur Forderung einheitlicher Wahlurnen und erklärte: Ich will ausdrücklich feststellen, daß es unanständig ist, wenn Wahlvorsteher sich dazu hergeben, durch künstliche Manipulationen das gesetzlich garantierte Wahlrecht зи durchbrechen. Es ist aber ebenso unanständig und noch unanständiger, wenn Lente zweimal wählen oder unberechtigte Stimmzettel abgeben. Ich werde vor den nächsten Neuwah= len dafür sorgen, daß dieser Frage ernstlich Aufmerksamkeit geschenkt wird, und ich werde die Behörden darauf aufmerk= sam machen, daß als Wahlurnen nicht Gefäße verwendet werden, die zum Mißbrauch Anlaß geben können. Ich habe die Bundesregierungen um Anordnungen ersucht, daß die Ersatzwahlen in denselben Fristen erledigt werden, in denen Neuwahlen nach der Auflösung stattzufinden haben. PreuBische Vorschläge zu der Frage eines Theatergesebes werden im Bundesrat erörtert. Auch die Frage der Theaterzensur ist in der Schwebe. Nach weiteren Erörterungen der Abgg. Brejski( Pole), Rieseberg( w. Vg.) und Bruhn( Rfp.) vertagte sich das Haus auf Dienstag. - Der Zar von Meriko". Die Junggesellensteuer, Der Maulu worden. Gine Alanenfe Cöln zu Provinze Die den, daß men wer für späte Januar Verr lowis w feitgestellt Belohnun hatte. D dem„ Ob rate fein. Gin Sonntag wurde ein faffenbüch den Dieb Der macherin fiel von wurden, Mädchens trug es ei durch der Berlegun Lichtb ( Illinois) nächit an alle Verj heben, bi Nun will aus der Handlung Mord Verbreche feher mit ten die fonnten fchwer ve land gem Ein Viersen Baum. forb. De erlitt ebe Die nationalliberale Stichwahlparole für GießenNidda lautet auf Freigabe der Stimmen", das heißt mit anderen Worten, es ist jedem nationalliberalen Wähler überlassen, ob er bei der Stichwahl dem Kandidaten der Wirtschaftlichen Vereinigung oder dem sozialdemokratischen Kandidaten die Stimme geben will. Der Beschluß ist im Ausschuß der nationalliberalen Partei mit 13 gegen 5 Stimmen gefaßt worden. Er wird auch außerhalb GieBens als indirekte Unterstützung des sozialdemokratischen Kandidaten ausgelegt. In führenden Parteifreisen ent= hält man sich vorläufig jedes Urteils über das Vorgehen des Gießener Wahlausschusses, was um so begreiflicher ist, als der Beschluß desselben nur nach heftigen Auseinandersetzungen zustande gekommen ist. Die Demission dreier hervorragender Vorstandsmitglieder läßt darauf schließen. Der Beschluß begegnet in nationalen Kreisen vielfach allerschärfster Kritik. Das neue Herrenhausmitglied, Klempnerobermeister Plate in Hannover kandidiert nicht, wie vor einiger Zeit berichtet wurde, für den Reichstag. Nicht weniger als fünf Reichstagskandidaturen waren Herrn Plate ange= boten worden. Plate hat aber erklärt, daß er überhaupt teine Kandidatur für den Reichstag annehmen werde. In der Ablehnung sagt Plate nach einer Meldung des ,, B. T." unter anderem:„ Das Herrenhaus macht viel mehr Arbeit, wie man denkt. Es werden dort erfreulicherweise nicht so viele und so lange Reden gehalten, wie in den anderen Parlamenten in Berlin, aber wirklich gearbeitet wird dort ebensoviel, wahrscheinlich noch mehr. Und dies ser Arbeit habe ich mich als einziger Mittelständler im ganzen Hause angeschlossen das erfordert den ganzen winzigen Rest der Zeit, die mir die Handwerkskammer und der deutsche Handwerks- und Gewerbetag noch übrig gelassen hatte." die der Kaiser einst scherzweise ankündigte und die so viel Staub aufgewirbelt hat, soll nun doch in einem deutschen Bundesstaat zur Wirklichkeit werden. Im Großherzogtum Oldenburg hat der Finanzausschuß des Landtages einem Antrage zugestimmt, nach dem unverheiratete Personen im Alter von dreißig bis fünfzig Jahren mit einem Einkommen von über 4200 M zehn Prozent Zuschlag zur Einkommensteuer zahlen sollen. In dieser Form kann man die Sonderbesteuerung von wohlhabenden Leuten, die für keine eigene Familie zu sorgen haben, nicht als hart und ungerecht bezeichnen. Dennoch hat sich auch in Oldenburg eine heftige Opposition gegen diese Steuer erhoben. Es wurde betont, daß die verschiedensten Gründe für den Verzicht auf die Ehe in Betracht kommen können, und daß es viele Menschen gäbe, die nicht zur Ehe paßten und deshalb beffer täten, nicht zu heiraten. Indessen wird ja diese Steuer auch nicht als Strafe aufgefaßt, sondern lediglich als ein Zuschlag für solche, die weniger Lasten haben und deshalb mehr zahlen können. Es fragt sich nur, ob nicht statt einer besonde= ren Belastung der Unverheirateten eher eine größere Entlastung der Familienväter am Plaze ist. Diesen Weg hat bekanntlich die preußische Steuergesetzgebung be= reits betreten, indem sie das Kinderprivileg, das Kinderreichen Familien Erleichterung gewährt, einführte. Es ist anzunehmen, daß diese indirekte Besteuerung der Jungge= sellen mehr Anklang und Nachahmung bei den übrigen deutschen Bundesstaaten finden wird als der direkte Besteuerungsplan der Oldenburger. Nun wird mancher den eingefleischten Junggesellen gegenüber sagen, daß man das eine ja tun könne, ohne das andere zu lassen. Indessen selbst Junggesellen sind sozusagen Menschen, und da ihre Verehelichung im Zwangswege doch nicht herbeigeführt wer den kann, so blieben allzuweitgehende Besteuerungspläne schließlich Versuche am untauglichen Objekt, die nicht einmal besonders einträglich ausfallen. Die Mobilmachung der amerikanischen Truppen, die bei den fritischen Verhältnissen in Mexiko einen Schutz für das gefährdete Eigentum der dortigen amerikanischen Bürger bilden sollen, wirft ein neues Schlaglicht auf die immer mehr um sich greifenden Wirrnisse und Unruhen, in deren Mittelpunkt die grimmig befehdete Gestalt des Präsidenten Porfirio Diaz steht. Dieser merkwürdige Mann, der Sohn eines Spaniers und einer Indianerin, der aus den untersten Volksschichten durch ein romantisches Abenteurerleben zur höchsten Machtstellung seines Vaterlandes empor= stieg und diese mit eiserner Faust behauptet hat, wird von einem Engländer beleuchtet, der sein Material einem jett langem in Mexiko lebenden Amerikaner verdankt. Die ungewöhnlichen und schwierigen Verhältnisse Mertkos sind die beste Rechtfertigung für die strenge Autokratie, die Diaz den Namen des 3 aren von Mexiko" einge tragen hat. Fast alles in dem Lande gehört ausländischen Unternehmern. Den Engländern und Amerikanern die Bergwerfe und Eisenbahnen, den Deutschen die Eisenwarenläden, den Franzosen die Läden mit Schnittwaren, den Schweizern die Juwelenläden, und die Merikaner haben nur die Lotterien und die„ Pulque"-Lokale. Pulque ist ein berauschendes Getränk, das aus Kaktus gebraut wird, ähn= 15) Das Familiengeheimnis. Roman von L. Walter. ( Nachdruck verboten.) ,, Wende Dich schriftlich an ihn." Dies würde nutzlos sein; ich muß den Advokaten Sprechen." „ Hast Du während meiner Abwesenheit Briefe er= halten?" Rundschau vom Cage. Politisches. - Grundzüge für eine Reform der mecklenburgischen Verfassung sind vom Großherzog von Mecklenburg- Schwe rin im Einverständnis mit dem Strelizer Großherzog dem mecklenburgischen Landtage unterbreitet worden. Der Landtag in Mecklenburg- Schwerin soll danach aus 92 Abgeordneten bestehen, nämlich aus 24 Abgeordneten der Ritterschaft, aus 24 Bürgermeistern, aus 7 Abgeordneten des ländlichen Großgrundbesizes, 12 Abgeordneten des ländlichen Kleingrundbesitzes, 10 Abgeordneten der städtischen Bürgerschaften, einem Abgeordneten der Landesuniversität, einem Abgeordneten der Geistlichen, 3 Abgeord neten der übrigen wissenschaftlichen Berufsstände mit Hochschulbildung, je zwei Abgeordneten der Handelskams mer, der Handwerkskammer, der Landwirtschaftskammer und vier vom Großherzog ernannten Abgeordneten. Die Wahl erfolgt entweder unmittelbar durch Wahlmänner, die von den Urwählern in Wahlbezirken gewählt werden, oder von der Landwirtschaftskammer, der Universität usw. Eine Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit König Bittor Emanuel? Die„ Gazzetta di Venezia" versichert, Kaiser Wilhelm werde in Venedig eine Zusammenkunft mit König Viktor Emanuel haben, der am 24. März abends mit Sonderzug aus Rom in Begleitung des Ministers des Auswärtigen in Venedig eintreffe. Der König werde sich nur einen Tag in Venedig aufhalten und entweder an Bord der Hohenzollern" oder im Königlichen Schlosse die Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm haben. Frage nicht weiter, Wilhelm!" bat sie mit zitternder Stimme. Wir bleiben nur einige Stunden in Memel und reisen dann weiter. Willst Du nicht hierher zurücktehren, so bestimme einen andern Ort, mir ist jeder recht, den Du wählen wirst. Die Familienangelegenheit, die mich treibt, wird rasch geordnet sein. Es ist außerdem auch nicht nötig, daß Du die Stadt betrittst." Prinzregent Luitpold an den Reichskanzler. Auf ein es schien, als ob er unsere Ankunft erwartet habe. Cäcilie reichte ihm wehmütig die Hand. Ich merkte es wohl, daß die beiden einverstanden waren. Während des frugalen Abendessen fragte ich Andreas um den Stand der Dinge. Ich bot alles auf, um Cäcilie von der Reise abzubrin= gen; aber nie habe ich sie so fest gefunden, als damals. Es mußte doch wichtiges vorgefallen sein. Sie hatte von einer Familienangelegenheit gesprochen... ich konnte es nicht über mich gewinnen, in sie zu dringen, denn ich merkte es wohl, daß sie den Punkt ungern berührte. Als sie mir dann sagte:„ Du wirst später alles erfahren," fragte ich nicht mehr. Es machte ihr Pein, das FamiItengeheimnis mir nicht mitteilen zu können. Wir reisten ab. Schweigend saß Cäcilie neben mir; verdrießliche Dinge mochten sie beschäftigen. Auf der letzten Station bat fie mich noch, zurückzubleiben. Mußt Du wirklich die Stadt betreten?" " Ich muß, Wilhelm." " Ich fümmere mich nicht darum," antwortete der Alte. Mir ist, als ob gar keine Krankheit in der Stadt herrsche. Die Leute machen zu viel Geschrei davon." Die Lage in Merito verschärft sich. Nach einem Tele gramm aus El Paso herrschen in Nordmeriko panikartige Zustände. Die Insurgenten in den Grenzstaaten Chi huahua und Sonora zerstören Eisenbahnen und Telegra phenleitungen und belagern zahlreiche Städte, in denen sich Tausende von Frauen und Kindern ohne Nahrung und in hilfloser Lage befinden. Telegramme aus der Hauptstadt Merito geben Gerüchte wieder, nach denen die Landpolizei am Sonnabend 120 Insurgenten bei San Bar tolito aufgerieben habe, von denen 50 Mann gefallen seien. Die Lage in Chihuahua ist sehr ernst, zahlreiche Industrien stehen still. Dies beruhigte mich. Die Nacht, so dachte ich, wird ja wohl gefahrlos vergehen. Cäcilie ruhte ein Stündchen und beschäftigte sich an ihrem Sekretär, dessen Fächer sie durchsuchte. ,, So verlasse ich Dich nicht. Wieviel Geschäftsleute gehen nach Memel; morgen reisen wir weiter." Das rege Leben auf dem Bahnhof verscheuchte meine Besorgnisse. Eine große Anzahl Reisender blieb zurück. Die Dämmerung war schon angebrochen, als die Droschke vor unserem Hause hielt. Andreas, der alte Diener, der von bem Schwiegervater auf uns übergegangen, öffnete rasch: ,, Wann willst Du Dein Geschäft ordnen?" fragte ich. " Mein Geschäft?" flüsterte sie wie zerstreut." " Wir sind deshalb gekommen." „ Ach ja!" " Kann ich es Dir nicht abnehmen?" „ Ich selbst muß gehen." „ Natürlich moren früh." " Der Zust Ein g geflagte g fammer gen Arbe tober vor nach Hau wobet m die Poliz vorgingen Ein Schu Der Gew penich we Leute zu dürfte die Vorb mitgeteilt reise meh oder Ein des Aufe Der dies haupt un als ficher prinzessin treffen. ficht geno ich nicht länger warten. Die Wohnung des Advokaten war mir bekannt. Nachdem ich der Magd gesagt, daß ich ausgehen wollte, eilte ich hastig die Treppe hinab. Da ward hastig die Glocke gezogen. ,, Gott sei Dank, rief ich, , Cäcilie kommt!" Jch öffnete die Tür. Ein Mann stand an der Schwelle, der sich zitternd auf seinen Stod stützte. Ich kannte ihn nicht. Was wollen Sie?" fragte ich. Der Mann starrte mich an; ich wich erschreckt zurück vor dem gräßlichen Blicke.„ Madame Cäcilie Junker!" stammelte er, ich muß sie sprechen... ist sie angekommen?" Der Wahrheit gemäß antwortete ich mit„ Ja!"" Ist sie hier?" fragte nun der Fremde. Ich zweifelte nicht daran, daß ich einen Kranken vor mir hatte. Trotzdem bat ich ihn, er möge warten, da meine Frau ausgegangen sei. Er aber schlug die Tür zu. Ich öffnete wieder und eilte ihm nach. Der Mensch war verschwunden wie ein Gespenst. Nun lief ich nach der Wohnung des Advokaten, die ich atemlos erreichte. Die Magd, die mir öffnete, berichtete, daß ihre Herrschaft längst zu Bett gegangen sei und eine Dame nicht nach dem Herrn Advokaten gefragt habe. Mir blieb kein anderer Weg als der nach meiner Wohnung. Cäcilie war noch nicht angekommen. Mir schien das geratenste, zu warten. Eine qualvolle Stunde verfloß. Gott weiß, daß ich furchtbar gelitten habe. Endlich ertönte die Glocke. Ich selbst öffnete. Cäcilie, bis zum Tode erschöpft, sant in meine Arme. Ich trug sie die Treppe hinan und legte sie hier nieder. Um mich zu beruhigen sprach sie vom raschen Gehen, von der Schwüle der Nacht; aber das bleiche Aussehen und das Zittern ihrer Glieder belehrten mich eines andern... Ich verwünschte meine Nachgiebigkeit und überschüttete Cäcilie mit Vorwürfen, daß sie sich fres ventlich einer so großen Gefahr ausgesetzt hatte. Meinte sie auch, es würde so schlimm nicht werden, wir könnten ja morgen reisen und eine gesunde Gegend aussuchen, sa erfaßte mich doch eine unbeschreibliche Angst. Gewaltsam brachte ich sie zu Bett und ließ Sie, Doktor, um Hilfe bit ten. Bis zu Ihrer Ankunft blieb ich bei der Kranten.( f.) ,, Nein, diesen Abend noch; morgen früh reisen wir wieder ab. Der erste Bahnzug soll uns mitnehmen. Sage mir, wenn ich zurückomme, was Du beschlossen hast." ,, Cäcilie, Du wirst doch nicht allein gehen?" Andreas mag mich begleiten. Der Advokat Starte wohnt ja nicht weit von hier." Sie hüllte mich in ihren Schal, füßte mich, ließ den Schleier herab und ging. Andreas, dem ich die größte Aufmerksamkeit empfahl, folgte ihr. Auf den treuen Diener durfte ich mich verlassen, er hing mit Leib und Seele an seiner jungen Herrin. Nach einer Stunde befiel mich doch peinliche Angst. Es schlug zehn, und noch immer war Cäcilie nicht zurückgekehrt. Das Ordnen des Geschäfts mußte doch mehr Zeit in Anspruch nehmen, als Cäcilie gedacht hatte. Ich bereute, ihr meine Begleitung nicht angetragen zu haben. Aber Andreas war ja mit ihr... dieser Gedanke tröstete mich wiederum einige Zeit. Jch ging aus einem 3immer in das andere. Nun fonnte Kronprin 14. April tes wird amtlichen Schloß A milie be eigentlich haus find tiggestell rigen R neben d dem Pa der ang Schloß Winter ben. Ei mehreren einfchiffer hand and Ein rij an de Starten& tommnis Scheuchter Madchen, fich in der der Nähe diese bei Kinder d gerade au feltes An Snellen Rindern vierjährig das Gefch herbei, di Tieres m Hefen Ga feine Beu erten Ga Daß der banonmad Destande Schre abend in meb ben Don Beth lb gerichtet mein lieber em Herzen zu meinem ng blide it Degang des g miterlebt iches gelten Caifer, Gott mich heute und Ihrem Vertrauen nächsten Fortschritt in Berlin en mit der tfchiedenen über ein Em nächsten Gesamtvor r Gießen heißt mit en Wähler Didaten der motratijden hluß ist im 3 gegen 5 rhalb Gie okratischen reijen ent Vorgehen eiflicher ist, seinander fion dreier f schließen. en vielfa obermeister iniger Zeit eniger als Mate ange überhaupt werde. In Des ,, B. I." mehr Ar ulicherweise wie in den gearbeitet Und die tändler im Den ganzen ertstammer noch übrig nburgischen Surg- Schwe Großherzog orden. Der us 92 Ab Dneten der geordneten dneten des der städti Landesuni 3 Abgeord tände mit Sandelstam aftstammer geordneten. Wahlmän en gewählt , der Uni einem Tele panitartige aaten Chi d Telegra , in denen ahrung und der Haupt 1 die Land San Bar nn gefallen , zahlreiche Advokaten agt, daß in hinab. Da nt, rief i Mann stand Stod ftügte gte ich. Der id vor dem ftammelte nen?" Der It fie hier?" daran, daß bat ich ihn, ei. Er aber te ihm nad penft. Nun ich atemlos te, daß ihre Dame night rblieb tein g. Cäcilie 5 geratenfte Gott wei e die Glode fchöpft, fant an und legte ach fie vom r das bleide Tehrten mi adhgiebigkeit fie fich fre te. Meinte wir fönnten auffuchen, la Gewaltfam m Silfe bit anten,( Kleine Nachrichten. Der Berliner Schlachthof ist wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche am Montag abermals gesperrt worden. Eine Versicherung gegen Schäden durch Maul- und Klauenseuche hat eine Versammlung von Viehhändlern in Göln zu gründen beschlossen. Die Versicherung soll auf die Provinzen Rheinland und Westfalen ausgedehnt werden. Die Arbeiten am Panamakanal sollen so gefördert werden, daß er bereits Ende nächsten Jahres in Betrieb genommen werden kann. Die Eröffnungsfeierlichkeiten aber sind für später vorgesehen; die feierliche Eröffnung ist für 1. Januar 1915 geplant. Verratene Prüfungsthemata. Im Gymnasium zu MysIowitz wurde auf Grund einer anonymen Denunziation festgestellt, daß ein Oberlehrerssohn den Abiturienten gegen Belohnung die Themata der schriftlichen Arbeiten verraten hatte. Der Hauptanstifter des Betrugsversuchs soll nach dem„ Oberschlesischen Tageblatt" der Sohn eines Sanitätsrats sein. Ein großer Einbruchsdiebstahl ist in der Nacht zum Sonntag in Cöln bei einem Kaufmann verübt worden. Es wurde eine Kassette mit Bargeld, Wertpapteren und Sparkaffenbüchern im Werte von über 50 000 M gestohlen. Von den Dieben fehlt jede Spur. Der Topfhnt als Lebensretter. Glück hatte eine Pubmacherin in Pankow bei Berlin. Als sie spazieren ging, fiel von einem Dach, auf dem Klempnerarbetten verrichtet wurden, ein schwerer Lötkolben auf den Kopf des jungen Mädchens, sodaß es in die Knie stürzte. Glücklicherweise trug es einen hohen Topfhut mit starkem Drahtgeflecht, wodurch der Schlag so gemildert wurde, daß es nur leichte Verlegungen erlitt. Lichtbilder in der Kirche. In dem Gotteshause zu Elgin ( Illinois) wird der Pfarrer seinen Kirchenbesuchern demnächst anstatt der Predigt Lichtbilder vorführen, weil ihm alle Versuche, mit anderen Mitteln den Kirchenbesuch zu heben, bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. Nun will er Heiligenlegenden und bedeutsame Ereignisse aus der Kirchengeschichte sowie der Bibel entnommene Handlungen durch den Film seiner Gemeinde näherbringen. Mordversuch und Flucht zweier Gefangener. Zwet Verbrecher schlugen im Gefängnis zu Innsbruck einen Aufseher mit den eisernen Füßen threr Bettstellen nieder, raubten die Schlüssel, öffneten die Tore und entflohen. Beide fonnten später wieder ergriffen werden. Der Aufseher i schwer verletzt. Ein schweres Automobilunglück wird aus dem Rheinland gemeldet. Das Automobil eines Fabrikdirektors in Viersen rannte auf der Fahrt nach Dülken gegen einen Baum. Die Steuerung zerdrückte dem Führer den Brustforb. Der Direktor wurde aus dem Wagen geschleudert und erlitt ebenfalls schwere innere und äußere Verletzungen. Der Zustand der Verletzten ist hoffnungslos. Aus den Berichtssälen. Ein großer Landfriedensbruchprozeß, der gegen 16 Angeklagte geführt wird, begann am Montag vor der Straf= kammer in Cöln. Es handelt sich um Ausschreitungen gegen Arbeitswillige auf einer fiskalischen Baustelle im Of tober vorigen Jahres. Als Schuhleute die Arbeitswilligen nach Hause begleiteten, entstand ein regelrechter Kampf, wobei man mit Pflastersteinen und Gummischläuchen auf die Polizisten eindrang, während diese mit blankem Säbel vorgingen. Es wurden hterbet zahlreiche Personen verlebt. Ein Schußmann starb infolge der erlittenen Verwundung. Der Gewerkschaftssekretär Fröhlich und der Arbeiter Uelpenich werden beschuldigt, durch aufhebende Reden die Leute zu dem Verbrechen getrieben zu haben. Der Prozeß dürfte die ganze Woche hindurch dauern. Vermischtes. Vorbereitungen für die Korfureise. Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, werden auch bei der diesjährigen Korfu= reise mehrere Künstler und Gelehrte den Kaiser begleiten oder Einladungen zu einem Besuch auf Korfu während des Aufenthalts des Kaisers auf der Insel erhalten. Der diesjährige Aufenthalt im Achilleion dürfte überhaupt unter dem Zeichen der Besuche stehen. Man darf als sicher annehmen, daß der Kronprinz und die Kronprinzessin im Laufe des Monats April auf Korfu eintreffen. Eine bestimmte Zeit ist dafür noch nicht in Ausficht genommen; voraussichtlich wird die Ankunft des Kronprinzen mit seiner Gemahlin zwischen dem 10. und 14. April erfolgen. Ein Vertreter des Auswärtigen Amtes wird sich im Gefolge des Kaisers befinden, um die amtlichen Angelegenheiten zu erledigen. Zum Teil ist das Schloß Achilleion für den Aufenthalt der kaiserlichen Familie bereits völlig vorbereitet. Jm linken Flügel des eigentlichen Schlosses neben dem sogenannten Kavalierhaus sind 4 Zimmer für die Kinder des Kronprinzen fertiggestellt worden, die das Kaiserpaar auf der diesjährigen Reise begleiten. Die Kinderzimmer befinden sich neben den Gemächern der Kaiserin. Desgleichen sind in dem Park bereits Spielpläge für die kronprinzlichen Kinder angelegt worden. Die Automobilwege, die nach dem Schloß führen, sind verbessert worden, da sie im letzten Winter durch Einflüsse der Witterung stark gelitten haben. Ein Teil der Dienerschaft wird sich zugleich mit mehreren Chauffeuren in den nächsten Tagen nach Korfu einschiffen, um an die Instandsetzung der Räume die letzte Hand anzulegen. Ein Kind von einem Bären geraubt. Jm Orte Muris an der russischen Jrinowkabahn hat sich während der starken Fröste vor einigen Tagen ein höchst seltenes Vorfommnis ereignet. Ein von seinem Winterlager aufgescheuchter Bär hatte das Kind eines Bauern, ein kleines Mädchen, geraubt. Der vom Hunger gequälte Bär hielt sich in den letzten Tagen in der Umgegend des Dorfes in der Nähe der Kuhställe auf, offenbar in der Absicht, in diese bei einer günstigen Gelegenheit einzubrechen. Die Kinder des Dorfes, etwa zwanzig an der Zahl, spielten gerade auf dem Eise des Flusses, als plötzlich ein verzweifeltes Angstgeschrei ertönte. Aus einem Gebüsch schnellen Laufes ein mächtiger Bär einer Gruppe Kindern zu. Vor den Augen aller packte der Bär ein vierjähriges Mädchen, machte Kehrt und lief davon. Auf das Geschrei der Kinder eilten die Bauern des Dorfes herbei, die sich auf Schneeschuhen an die Verfolgung des Tieres machten. Die ganze Zeit hielt der Bär, der im tiefen Schnee nur sprungweise vorwärtskommen konnte, feine Beute im Rachen. Die von den Bauern abgefeuerten Schüsse trafen zwar nicht, hatten jedoch zur Folge, daß der Bär seine Beute fortwarf und sich nun eilig bavonmachte. Das Mädchen war, als man es am Walbesrande aufhob, bereits tot. eilte von Schredensszene in einer Menagerie. Als gestern abend in Billancourt bei Paris der Löwenbändiger Ahmed ben Amar in den Käfig seiner Menaaerie stieg, um' den Löwen Artagnan dem Publikum in sogenannter freier Dressur vorzuführen, zog sich das Tier in die äußerste Ede seines Gefängnisses zurüd und reagierte auch nicht auf Zurufe und Peitschenhiebe des Bändigers. Mit einem Male aber sprang es auf ihn zu und schlug ihn mit seinen Tagen nieder. Schnell eilten Wärter mit glühenden Eisenbarren hinzu, und nach vielen Bemühungen gelang es ihnen auch den Löwen von seinem Opfer abzubringen. Ahmed ben Amar wurde blutüberströmt in das Krankenhaus gebracht. Durch Willenskraft zur Körperkraft. Im Berliner Architektenhause zeigte sich am Sonnabend Herr Stein- Nordini vor einem geladenen Publikum, um seine eigenartigen und, wie man fast sagen darf, wunderbaren Körperkräfte vorzuführen: Es ist in der Tat verblüffend wie Stein- Nordini nicht allein seine Muskeln in Gewalt hat und sie beliebig ,, butterweich" oder stahlhart machen kann, sondern auch, was er seinem Körper alles zumuten kann, ohne daß er Verlegungen davonträgt. So läßt er Stachelkugeln aus an= sehnlicher Höhe auf seine„ stahlhart" gemachten nackten Arme herabfallen, läßt eine mit Spiritus getränkte bren= nende Kugel über seinen nackten Oberkörper rollen und jongliert damit wie mit einem Apfel. Einen mit bren= nendem Spiritus gefüllten Kupferbecher stellt er auf seinen Handrücken, hält seine Arme in die Flammen so lange Zeit, daß der Zuschauer vom bloßen Zusehen Brandblasen bekommt! Es sind dies alles Kunststücke ähnlich denen, wie sie von den indischen Fatiren" gezeigt werden. Das Hauptstück war aber, daß sich Herr Stein- Nordini lebendig begra= ben" ließ. Er hüllte seinen Körper zum Schuße gegen den Sand in einen Federanzug, verstopfte Nase und Schlund mit Baumwolle. ließ sich in einen verglasten Kasten legen und sich dann mit etwa 10 3Zentner Sand völlig bedecken! Alle vollen Minuten wurde ihm ein Zeichen gegeben. Erst nach 9% Minuten begann er, sich aus seinem Grabe zu be-= freien. So lange hatte er also ohne merkbares Atmen unter der Sandlast zugebracht.- Den interessanten Vorführungen wohnte auch eine Anzahl von Aerzten bei, die vor und nach dem Experiment Herrn Stein- Nordini untersuchten. Es wurde festgestellt, daß zwar der Puls nachher sehr schwach, sonst aber feine Schwächung des Körpers zu erkennen war. Stein- Nordini behauptet, diese Gewalt über seinen Körper nur durch planmäßige Schulung seiner Willenskraft erreicht zu haben. Um auch anderen diese Fähigkeit zur körperlichen Selbstbeherrschung zugute kommen zu lassen, will er demnächst in Berlin eine Anstalt für Körperkultur" einrichten, wo er mit eigens von ihm ersonnenen Apparaten seine Methode lehren wird. Drei Brüder nach 49jähriger Trennung vereint. Wie aus Chicago berichtet wird, feierten dort deri Brüder, die fast ein halbes Jahrhundert nichts voneinander gehört hatten und nur zufällig zusammentrafen, ein frohes Wiedersehen. Beim Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahre 1861 trennten sich die Brüder David, Cyrus und James Howell in noch sehr jugendlichem Alter. Um sich bei einer späteren Begegnung wiederzuerkennen, hatten sie fich gleichartige Knöpfe, wie sie ähnlich von den Mitgliedern der republikanischen Armee getragen werden, anfertigen lassen und sich gegenseitig das Versprechen abgenommen, diese Abzeichen immer sichtbar an einem oberen Kleidungsstück zu befestigen. Cyrus und David trafen nun schon vor einigen Jahren zusammen und begründeten gemeinsam eine Bank- und Versicherungsgesellschaft in Chicago. Von dem ältesten Bruder hatte keiner von ihnen je etwas verDa kam vor kurzem James Howell, der in Wheeling im Staate West- Virginia ein blühendes Geschäft betreibt, in geschäftlichen Angelegenheiten nach Chicago. Ein Bekannter bemerkte den eigentümlichen Knopf, den Howell am Rockfragen trug, und sagte, daß er einen Herren fenne, der ein ähnliches Abzeichen trage. Da stellte es sich heraus, daß der andere Knopfträger Howells jüngster Bruder war. Alle drei Brüder fanden sich nun zusammen. nommen. Kleingeld aus alten Kanonen. Aus bisher unaufgeklärten Gründen macht sich in Paris seit längerer Zeit ein Mangel an kleinen Geldmünzen unangenehm bemerkbar, und da soll nun so schnell wie möglich von der Münze die ansehnliche Summe von drei Millionen Frank in halben und ganzen Sou- Stücken herausgegeben werden. Zum erstenmal feit der Revolution werden nun wieder alte französische Kanonen eingeschmolzen werden, um daraus Kleingeld zu prägen, und zwar hat das Kriegsministerium der Münze alle alten Kanonen zum Geschenk gemacht, die in den Befestigungen in und um Paris umherstehen und teinen rechten Wert mehr haben. Das für den Schmelz= ofen bestimmte Metall dieser ausrangierten Geschütze weist ein Gewicht von etwa sechstausend Zentnern auf. Luxusliebende Einbrecher. In die Räumlichkeiten eines Klubs, der die„ Oberen Zehn" einer kleinen englischen Stadt zu seinen Mitgliedern zählt, brachen fürzlich mehrere Burschen ein. Bares Geld fanden sie nicht, doch haben sie, wie an den hinterlassenen Spuren nachzuweisen war, einige Stunden lang es sich dort sehr bequem gemacht. Die reichlich vorhandenen Speisevorräte sind auf die Tafel des Eßzimmers getragen und bis auf kleine Reste vertilgt worden. Dazu wurde Wein getrunken und tapfer geraucht. Eine Anzahl Zigarren und Zigaretten müssen dann noch mitgenommen worden sein. Das Erstaunlichste aber ist, daß. die Herren Einbrecher, ehe sie den Klub verließen, noch in aller Seelenruhe ein warmes Wannenbad in den mit Gasöfen versehenen, komfortabel eingerichteten Badezellen genommen haben. Der Geldwert von Pianistenfingern. Die respektable Summe von 72 000 Marf ist wie eine Neuyorker Zeitung berichtet- einem Klaviervirtuosen, Professor Bernardo Catillo, gerichtlich zugesprochen worden als Entschädigung für einen Unfall, den er vor kurzem in einem elek= trischen Wagen in Philadelphia erlitt. Bei einem Zusammenstoß wurde er an den Händen verlegt und nach erfolgter Heilung stellte es sich heraus, daß die Geschmeidigkeit der Finger nicht wieder erlangt werden würde und der Pianist somit auf sein Einkommen von etwa 2000 Mark monatlich verzichten mußte. Er kann jetzt nur noch Unterricht erteilen, der verhältnismäßig schlecht bezahlt werden dürfte, und somit hat der Gerichtshof die Gesellschaft zur Zahlung des oben genannten Vermögens verurteilt. Ein Projekt amerikanischer Kapitalisten. Eine ame= rikanische Zeitung behauptet, daß eine Anzahl amerikanischer Kapitalisten unter Führung des Kupfertönigs Clarce drei Viertel der Republik Guatemala angekauft habe. Das Unternehmen sei mit einem Kapital von 60 Millionen gegründet worden, das später auf 200 Millionen erhöht werden soll. Von dem Präsidenten Cabrera wurde die unbegrenzte Ausbeutung von 30 Millionen Acres, ungefähr des ganzen Landes, genehmigt. Gegen 10 Prozent des Nettogewinnes soll die Gesellschaft das ausschließliche Recht erhalten, die Minen des außerordentlich erzreichen Landes auszubeuten, Eisenbahnen zu bauen, Wasserkräfte auszunuzen, Telegraphen- und Telephonverbindungen zu errichten und die öffentliche Verwaltung dieses Gebietes zu übernehmen. Die Ratifizierung des Projektes durch die Regierung von Guatemala steht zwar noch aus, doch wird behauptet, daß sie zweifellos erfolgen werde. Die deutschen Kapitalisten in der Republik Guatemala wollen dieser ungeheuren Konzession gegenüber, der größten, die je eine fremde Gesellschaft angestrengt hat, auf das heftigste opponieren. Die Deutschen besitzen zahlreiche Kautschuk- und Kaffeeplantagen und sind auch industriell mit großem Kapital interessiert. Der Tod durch Einbildung. Die Frage, wie weit eine Einbildung die Gesundhett eines Menschen gefährden oder gar seinen Tod herbeiführen kann, erhielt durch einen vor einigen Tagen auf der Arkansas- Bahn in Nordamerika vorgekommenen Unglücksfall eine eigenartige Beleuchtung. Unter den Beamten der Bahn hatte sich eine Loge gebildet, bei der ein neues Mitglied nur dann aufgenommen werden konnte, wenn er allerlei Martern aushielt, die allerdings nur durch Einbildung hervorgerufen wurden. Da aber der Betreffende nicht wuß= te, daß es sich nur um Sinnestäuschungen handelte, so er litten alle neuen Mitglieder nach ihrer eigenen Aussage bei den angeblichen Martern die größten Schmerzen. Diese hörten sofort auf, wenn man ihnen die Binde von den Augen nahm und ihnen zeigte, daß sie tatsächlich weder verbrannt, noch geschnitten worden sind. Die„ Geheimloge zum gelben Band" bietet ihren Mitgliedern aber beträchtliche Vorteile, so daß der Andrang dazu ein recht großer ist, trotzdem alle bisher glaubten, daß sie zum Beweise ihres Mutes und ihres festen Charakters große Qualen bei der Aufnahme aushalten mußten. Durch den Tod eines Eisenbahnbeamten William Macduff fam aber die ganze Täuschung an den Tag, und die Marterzermonie wurde verboten. Macduff hatte sich zur Aufnahme in die„ Loge zum gelben Band" gemeldet. Bevor er als Mitglied eingeführt wurde, mußte er aber die vorgschriebene Marterzeremonie durchmachen. Ihm wurden die Augen verbunden. Dann sagte der Großmeister der Loge nach dem jetzt bekannt gewordenen Reglement folgende Worte:„ Gib mir das glühende Eisen her, damit ich es ihm in das Bein bohre." Diese Worte sagte er vorschriftsmäßig so laut, daß der vor ihm mit zugebundenen Augen Dafißende sie hören mußte. Mac= duff begann sofort zu zittern. Tatsächlich nahm aber der Großmeister nicht ein glühendes Eisen, sondern ein völlig faltes Eisenstück, das auf Eis ein bischen gefühlt worden war. Als er nun mit der eiskalten Eisenspitze die Hand des armen Eisenbahnbeamten berührte, schrie dieser furchtbar auf. Dann wurde damit auf sein Bein gestoßen, wobei der Beamte vor Schmerz ohnmächtig wurde, trotzdem seine Haut ganz unberührt war. Als er aus der Ohnmacht erwachte, fammerte er über die furchtbaren Schmerzen, die er durch die beiden Brandwunden erlitten hatte. Dann wurde er in einem Kühlwagen eingeschlossen, und es wurde ihm mitge= teilt. daß er in der angeblichen Eisesluft des Kühlwagens mindestens zwei Stunden bleiben müsse. 3wet Mitglie= der der Loge blieben bei ihm. Er erklärte ihnen, daß er die Kälte nicht ertrage, und daß seine Füße und Hände bereits erstarrt seien. Er bat die beiden Logenmitglieder, ihm nur für kurze Zeit einen der Pelze zu leihen, mit denen sie bekleidet waren. Tatsächlich war aber der Kühlapparat garnicht in Tätigkeit und es herrschte in dem Kühlwaggon, wie durch ein Thermometer, das im Wagen hing, festgestellt wurde, eine Temperatur von 9 Grad Celsius. Es war also verhältnismäßig warme Luft. Plöblich sagte Macduff unter Fieberschütteln, daß die Kälte an sein Herz greife und ihn völlig erstarre. Die beiden Logenmitglieder sahen ihn erbleichen und umfallen; sie sprangen zu, um zu sehen, was ihm fehle. Sie hatten aber nur noch eine Leiche vor sich. Die eingebildeten Qualen hatten den Mann tatsächlich ge= tötet. Wie von Aerzten festgestellt wurde, schien sein Tod tatsächlich nur durch Einbildung hervorgerufen worden zu sein. Drabtnachrichten und neuestes. Der neue Oberpräsident der Provinz Westfalen. Berlin, 14. März. Zum Oberpräsidenten der Provinz Westfalen ist anstelle des verstorbenen Staatsministers von der Recke der Regierungspräsident Dr. jur. Karl Prinz von Ratibor und Corvay in Koblenz berufen worden. Der Zehnstundentag. Guben, 14. März. Der Arbeitgeberverband der Laufiber Tuchindustrie hat beschlossen, vom 1. Oktober ab den Zehnstundentag für alle Arbeiter einzuführen. Verständigung zwischen Luftballon und Erde. Frankfurt a. M., 14. März. Zum ersten Mal ist es gelungen, durch elektrische Wellen eine Verständigung zwischen einem schwebenden Ballon und der Erde herzustellen. Vom benachbarten Griesheim stieg ein Freiballon auf. Die ihm nachgesandten elektrischen Wellen wurden von der mitgenommenen Empfangsstation aufgenommen. Bis 600 Meter war die Verständigung sehr gut. Verunglückte Kinder. Würzburg, 14. März. Hier wurden von einem umstürzenden Bretterhaufen dret Kinder des Gärtners Söhnlein verschüttet. Ein Kind wurde getötet, die beiden anderen starben später an ihren Verlegungen. Mord in der Trunkenheit. Göslin, 14. März. Der Arbeiter Grünwald und der Tischler Klaehn hatten zusammen in der Stadt gezecht und fehrten dann in trunkenem Zustande in das Asyl, in dem fie zu nächtigen pflegten, zurück. Als sie dort ankamen, nötigte Grünwald den Klaehn in seinen Schlafraum, ergriff ein Beil und bearbeitete ihn so lange damit, bis er blutüberströmt zusammenbrach. Er starb furz darauf. Der Mörder wurde verhaftet. Drei Bergleute getötet. 6 Essen, 14. März. Auf dem Schacht Karl Theodor der Gewerkschaft Diergardt durchschlug die Seilscheibe eine Bühnenzimmerung, auf der 7 Arbeiter standen. Dret von ihnen wurden getötet. Verbotene Vieheinfuhr aus Frankreich. Straßburg i. E., 14. März. Wegen der Maul- und Klauenseuche wurde die Einfuhr französischen Schlachtviehes für Elsaß- Lothringen erneut verboten. Die Schlachthofbehörden sind angewiesen worden, keine Erlaubnisscheine für französisches Schlachtvieh mehr auszustellen. Rußland und China. Petersburg, 14. März. Chinas durchaus unbefriedigende Antwortnote beschäftigt hervorragend die hiesigen offiziellen Kreise. In diesen Tagen wird der Ministerrat zusammenberufen. Da Rußland auf der Erfüllung der vertragsmäßigen Rechte fest besteht, wird es China ein letztes ultimatum mit genauer Frist überreichen. Hiesige offizielle Kreise hoffen, China werde einen Ausweg aus der verzwickten Lage finden, indem es erklärt, die unbefriedigende Antwort sei unter dem Druck fremden Einflusses erfolgt. Gemeint ist natürlich Amerika. China werde jenen Einfluß abstreifen und nunmehr selbständig entscheiden durch Zustimmung zu den russischen Forderungen. Vom Vesuv. Rom, 14. März. Vom hiesigen Laboratorium meldel ein Sonderberichterstatter der Tribuna: Infolge des am Sonntag erfolgten Zusammenbruches des südwestlichen Kraterrandes des Vesuvs hängt die Station der Drahtseilbahn förmlich in der Luft und kann jeden Augenblick in den Abgrund stürzen. Da der Schlund des Vulkans glücklicherweise nicht verschüttet wurde, strömen die Dämpfe aus dem Innern des Berges ungehindert hervor. Die Seismographen sind ruhig. Der Einsturz war nicht die Folge eines Erdbebens, sondern die natürliche Wirkung der Aschen wände des Kraters. Rom, 14. März. 50 Touristen befanden sich beim Einsturz des Kraterrandes auf der Fahrt dorthin. Der Verspätung der Drahtseilbahn um 5 Minuten verdanken sie ihre Rettung. Beraubung eines Postwagens. Rom, 14. März. Vom Peninsularexpreßzug wurd zwischen Ala und Bologna der Postwagen erbrochen. Ste ben deutsche Postsäcke sollen geraubt worden sein. D'Defregger kommen Persil ab 19. März in Stein's Garten." 99 Arbeitsvergebung. Auf Grund des Ministerialer lasses vom 16. Jun 1893 werden folgende Arbeiten für den Neubau eines Kleinviehstalles mit Wagenhallen, sowie für Herstellung einer Einfriedigung für die veterinär- medizinischen Institute zu Gießen öffentlich ausgeschrieben: Los I. Erd- und Maurerarbeiten. 9 cbm Erdaushub, 194 cbm Bruch- u. 18 cbm Backsteinmauerwerk etc. Los II. Steinhauerarbeiten.( Lungstein) 9 cbm Stellsockel, Fensterbänle, Türschwellen, Abdeckplatten etc. Los III. Zimmerarbeiten. 17,50 cbm Tannenholz zu liefern, 800 Ifdm. Holz abzubinden, Gesimse, Einstreifböden etc. 208 IV. Dachdeckerarbeiten. 185 qm Dachflächen zu schiefern etc. Los V. Zimmer bezw. Schreinerarbeiten. 156 Ifdm. Holzzaun, 1 zweiflügel. Tor etc. Los VI. Vergrößerung des Vorführhofes. 696 qm Schladengestücke etc. Die Verdingungsunterlagen Itegen anf unserem das selbsttätige Waschmittel gibt schneeweiße Wäsche ohne Reiben und Bürsten, nur durch einmaliges 1/ 4-1/ 2 stündiges Kochen. Kein weiterer Zusatz v. Seife oder Waschpulver erforderlich, deshalb billig im Gebrauch. Garantiert unschädlich. Erhältlich nur in OriginalPaketen. HENKEL Co., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der weltberühmten Henkel's Bleich- Soda D Lachendar Kuchen es gesch Pr HANSA Backpulver für alle Rezepte Verlang. Sie nur Marke Hansa. Es ist Ihr eigener Vorteil, nur Marke HANSA zu verlangen und alles andere zurückzuweisen. Millionen Baufe gegen Kaſſe Fortpflanzen, kräftige, borzüglich bewurzelte Ware, Ite fert billigst, Preisliste frei gut erhaltenes Klavier. Amt, Stephanstraße 18, zur Einsicht auf u. fönnen von Wilh. Röttgers, Offerte unter 333 an die Geschäft 8- dort, soweit der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Angebote mit genauer Aufschrift find bis zum Eröffnungstermin, Samstag, den 25. März, vorm. 11 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 10. März 1911. Großh. Hochbauamt. J. V.: Heyser. Geseßliche Meisterprüfungen für Handwerker. Die Gesuche um Zulassung zur diesjährigen Meister prüfung(§ 133 der Gewerbeordnung) sind mit den er forderlichen Unterlagen bis spätestens am 31. März d. J. an den unterzeichneten Norshenden einzureichen. Die Prüfungsgebühr von 35 Mart ist an die Handwerks fammer in Darmstadt einzusenden und die Quittung dem Gesuche beizulegen. Gießen, am 9. Januar 1911. Die Meisterprüfungskommission für die Proving Jedes Knorr- Paket enthält einen Gutschein, Oberhessen. Traber, Vorsitzender. Knorr HaferFlocken GrünkernMehl Hafermehl Reismehl HahnMaccaroni Neu! KätchenNudeln Neu! 4mal patentamtlich geschützt. Schrot- und BackMehlmaschine Im Betrieb zu sehen! Friedrich Heyl, Maschinenfabrik, Kessel- und Kupferschmiede Darmstadt, Frankfurterstr. 128/130 Drud der Gießener Berlagsbruderet, Alein& Fischer. Würdinghausen( Westfal.) ! Pony! 6 jährig 1,38 boch, elegante Figur, rebbraun, zupfeft, flotter Läu fer fromm, Auto- u. 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