e si tig! mes Nervenkr snervin", ersuche damit a und über we usende herzlich rdert aus allen nnig Kosten für Probedos senden, damit S Sie noch gar nic teuer bezahlen; Sie unser ,, Vis genheit, es zu es Ihnen vorz nt eine ernstlich and reell. var and frank ur für jeden M milie wichtige jeden verstän vensystem un mit Ihrer genaue kein Geld ist en, genügt. B Sie staunen we erbare grenzend rücklich( und g der schädliche S dem Schwächsten angenehm, das E bunden, da, Vis Westentasche zu teilen Sie die Verzögerung eit gewesen! ard, G. m. 35 hard Berlin urt a. M., Mainzerland Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - der Großherzoglichen Erscheint Bürgermeisterei sowie vieler anderer alerteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 88. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 223. - Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. Der frühere Leiter des Reichsamts des Innern, Staatssekretär Graf Posadowsky, hat die bürgerliche Reichstagskandidatur in Bielefeld nunmehr endgültig angenommen. Es besteht also Aussicht, diesen hervorragenden Mann im nächsten Reichstag als Abgeordneten zu sehen. Das ist umsomehr zu begrüßen, als Graf Posadowsky auf eine Anfrage der Ortsgruppe Bielefeld des Hansa- Bundes erklärt hat, daß er mit dem Programm des Hansa- Bundes grundsätzlich einverstanden sei, daß die güterverteilenden Erwerbs= zweige gesetzlich und wirtschaftlich eine gleiche Berück= sichtigung finden sollen wie die gütererzeugenden, und daß der Handel und Verkehr nicht durch Maßregel beschränkt werden dürfen, welche durch das allgemeine Wohl nicht unbedingt geboten erscheinen. Bei einer solchen Auffassung von der in Zukunft zu befolgenden Politik dürfte Graf Posadowsky der Zustimmung aller gewerblichen Kreise in Bielefeld wie sonst in Deutschland sicher sein. Hessische Landtagswahlen 1911. § Undenheim. Die Fortschr. Volkspartei hat für heute Dienstag abend eine Wählerversammlung anberaumt, in welcher Landtagsabgeordneter Pfr. KorellKönigstädten zugunsten der nationalliberalen Stichwahlfandidatur Schätzel- Selzen sprechen wird. § In einer am Sonntag in Frankfurt a. M. abgehaltenen gemeinsamen Sigung des Bundes der Landwirte und des hess. Bauernbundes wurde beschlossen, bei den Stichwahlen die folgenden Kandidaten mit allem Nachdruck zu unterstützen: Rodheim- Oberrosbach: Dr. v. Helmolt( Bdl.); Fürth- Reichelsheim: Siefert( Bdl.); Höchst i. D.: Fleckenstein ( christl.- soz.); Gernsheim- Pfungstadt: Friedrich( Bdl.): Büdingen: Bähr( wild); Vilbel: Will( natl.); Beerfelden- Hirschhorn- Wimpfen: Kredel( natl.); Wöllstein: Schott( natl.). § Im Wahlkreise Nierstein soll die sozialdemofratische Partei die Parole für den nationalliberalen Kandidaten Schätzel ausgegeben haben. § Nierstein. Das Wahlkomitee für die Kandidatur Reichert hat einstimmig beschlossen, bei der Stichwahl, die zwischen dem Bauernbündler Wolf- Stadecken und dem Linksnationalliberalen Schäzel- Selzen stattfindet, für Wolf einzutreten. § Die Zentrumspartei des Landtagswahlkreises Wöllstein Fürfeld beschloß, zwischen dem Kandidaten der„ Fortschrittl. Volkspartei", Bürgermeister Eibach Pfaffen- Schwabenheim, und dem Kandidaten der„ nationalliberalen Partei", Schott- Ufshofen, die Wahl des letzteren zu empfehlen. § Rudolstadt. Die Landtagswahlen brachten den Sozialdemokraten bedeutende Erfolge. Gewählt wurden 6 Bürgerliche und 9 Sozialdemokraten. Die Stadt Rudolstadt wählte in beiden Wahlkreisen sozialdemokratisch. Aus Stadt und Land. Gießen, 14. November 1911. * Der hessische Verband der landwirtschaftlichen Beamten hält am Sonntag, den 19. November, nachm. 3 Uhr, im„ König von Württemberg" in Frankfurt a. M. seine Generalversammlung ab, in der über die„ Zwangsversicherung der Privatbeamten" beraten werden soll. In Fronhausen, Kr. Marburg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrschen. Infolgedessen werden in den Gemeinden Odenhausen und Salzböden des Kreises Wetzlar, die einen Beobachtungsbezirk bilden, Wiederkäuer und Schweine unter polizeiliche Beobachtung gestellt. Die Ziehung der 4. Arn städter Geld= lotterie wurde wegen ungenügendem Los- Absatz auf 1. und 2. Dezember 1911 verlegt. * Die Hegezeit für männliches Reh= wild, die bisher nur während der Monate März und April bestand, ist auf die Zeit vom 15. Dezember bis einschließlich 30. April ausgedehnt worden. Der gejagte Rehbod. Auf eigenartige Weise ist bei einer Treibjagd in dem Gemeindejagdrepier des nahen Bischhausen ein Rehbock zur Strecke gebracht worden. Das aufgescheuchte Tier flüchtete plötzlich zwischen die beiden Zugochsen eines am Waldrande pflügenden Landmannes und war nur mit Mühe wieder hervorzubekommen. des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 14. November 1911. n Gießen. Eine Sitzung des Provinzialaus schusses findet Mittwoch, den 22. November, statt. Auf der Tages- Ordnung stehen u. a. folgende Punkte: Reflamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Grüningen und Enteignung von Gelände in Gemarkung Saasen zur Verbreiterung der Mittelgasse. n) Gießen. Professor Luley wurde zum Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Worms mit Wirkung vom 1. Dezember 1911 an ernannt. Das Realgymnasium Gießen verliert in ihm einen sehr pflichtbewußten befähigten Lehrer, der nationalliberale Verein Gießen seinen aufopferungsvollen 1. Vorsitzenden, der immer bereit war, den Verein nach außen und innen gebührend zu vertreten. n Gießen. Der Männergesangverein„ Mozart" aus Siegen veranstaltete am Sonntag in der neuen Aula der Universität ein Konzert. Die mit gutem Geschmack ausgewählten Chöre wurden, jeder in seiner Eigenart, in formvollendeter Weise vorgetragen, so daß es schwer fällt, etwas besonderes hervorzuheben. Die Chöre erwiesen sich unter der geschickten Leitung ihres Dirigenten Herrn L. Saner als gut abgestimmt und allen technischen Schwierigkeiten gewachsen. Die Vortragsweise war recht ausdrucksvoll. Der Baß kam, trotz diskreter Zurückhaltung, mit seiner prächtigen Klangfülle voll zur Geltung. Die Einzelvorträge des Herrn Laux, die Herr Musikdirektor Kreuzer am Klavier unterstützte, zeigten, daß der Solist im Besitze einer besonders in den mittleren und tieferen Lagen außerordentlich flangreichen Stimme ist, deren gute Wirkung noch durch Reinheit der Aussprache bedeutend gehoben wurde. Der Solist wird sich aber noch eine lebendigere Ausdrucksfähigkeit im Vortrag aneignen müssen. In der Gesamtheit boten die Chöre und die Einzelvorträge einen hohen fünstlerischen Genuß, der nicht nur den stürmischen Beifall der Erschienenen fanden, sondern einen bei weitem zahlreicheren Besuch verdient hätte. Besonders die besseren Plätze wiesen nur spärliche Besucher auf. Ob es in der Bolnischen Wirtschaft" auch so gewesen ist? 31 In Falls es die Maul- und Klauenseuche nicht verhindert, wird zufolge einer Ankündigung in der Hauptversammlung der Herdbuchgesellschaft für das Vogels berger Rind, im September 1912 in Gießen eine Ausstellung aller deutschen roten Gebirgs viehschläge stattfinden. n Infolge billigeren Angebots von Schweinen haben die hiesigen Schweinemetzger den Preis für Schweinefleisch in den besseren Fleischstücken um 4, in den anderen um 6 Pfg. per Pfund herabgesetzt. n Hier starb im Mai d. Js. die Witwe des Schulinspektors Wilhelm Gutberlet, Mathilde geb. Wann= berdt. Da sich aber jetzt zur Uebernahme der Hinter= lassenschaft der Verstorbenen niemand gemeldet hat, so soll das hinterlassene Vermögen der Verstorbenen, wenn sich in der nächsten Zeit keine Erben melden, dem Fisfus anheimfallen. r Wetzlar. An Stelle des verstorbenen General= direktors Kaiser wurde vom Kreistag der Fabrikbesitzer Adolf Neumann zu Wetzlar- Niedergirmes zum Kreisausschußmitglied gewählt. Jm November finden die Ergänzungswahlen zum Kreistage statt. r Dutenhofen. Das hiesige Pfarrhaus ist jetzt fertiggestellt, und kann vom 15. d. Mts. ab schon bewohnt werden. Der Neubau ist aus Buderus'schen Das frinn Ohromor son Kathreiners Malzloffen meird von Prinam andmen Malzlaffen newnicht. | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. - - die 44 mm brette Inseratenzeile. Stellens gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Grüße berechnet. Rabatt komutt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder Bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Schlackensteinen hergestellt und steht an einem schön gelegenen Platze in der Nähe des Bahnhofs. Das alte Pfarrhaus ist von einem hiesigen Bewohner für 14 000 Mark angekauft worden. An dem Schulhausneubau ist jetzt das Kellergeschoß fertiggestellt, der Rohbau soll im Herbst noch fertiggestellt werden, damit er tm Frühjahr schon benutzt werden kann. ):( Waldgirmes. Da infolge der in Naun= heim ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche unser Ort zum Sperrgebiet erklärt worden ist, dürfen u. a. auch die Ziegen nicht über die Straßen getrieben werden. Als nun letzthin ein Transport der Tiere unbedingt notwen dig war, wurden diese zum Ergötzen der Vorübergehenden in Kinderwagen, Walchbütten, Chaisen, allerlei Wagen usw. transportiert. Das o Schotten. Im Anschluß an eine Konferenz des Bezirkslehrervereins Schotten fand gestern auf dem Lehrerheim eine Abschiedsfeier für die bisherige Bächterin, Fräulein B. Maal statt. Heim wird Ende dieser Woche geschlossen, doch bleibt es nach perfekt gewordener Neu- Verpachtung fünstighin auch während der Wintermonate geöffnet, da der Wintersport im Vogelsberg immer mehr zunimmt. o Schotten. Der Stadtvorstand beschloß die Erbauung eines Mietshauses für Minderbemittelte. * Friedberg. Morgen Mittwoch nachmittag wird der Bezirkslehrerverein Friedberg- Bad- Nauheim das 50jährige Lehrerjubiläum des Lehrers Weitz in Dorheim begehen. o Freien Steinau. Das den Herren Walter und Prinz gehörige Hofgut Elisabethen= hof zwischen Ulmbach und hier ging für den Kaufpreis von 225 000 Mark samt dem toten und lebenden Inventar an Herrn v. Bergen über. s Offenbach. In der Stadt sind zahlreiche Typhus- Erkrankungen beobachtet worden; die mit auf den Genuß anderen als Leitungswasser zurückgeführt werden. ! Aus Rheinhessen. Nach vielen Jahren der Mißernten ist diesmal ein guter Weinherbst gewesen. Die Güte ist vorzüglich, selbst in geringeren Lagen find Mostgewichte von 90-100 Grad feine Seltenheit gewesen. Die letzten der bisher bekannt gewordenen Auslesen brachten Mostgewichte von 170-175 Grad nach Dechsle. ! Eschwege. Wegen der hohen Fleischpreise hat es der Magistrat unternommen, hiesigen kleinen Beamten und Arbeitern zum billigeren Bezuge von Fleisch= waren zu verhelfen. Zu diesem Zwecke hat er sich mit einer Anzahl auswärtiger Metzgermeister in Verbindung gesetzt und ihnen als Verkaufsstelle in hiesiger Stadt den Marktplatz unentgeltlich zur Verfügung gestellt. ! Biebrich a. Rh. Die Stadtverordnetenwahl zeitigt noch andauernd unerfreuliche Nachwehen. In 2 Fällen ist es zu tätlichen Angriffen auf bürgerliche Wähler gekommen. So fiel der 35 Jahre alte städtische Arbeiter Pf. über seinen 68 Jahre alten Kollegen her und mißhandelte und beschimpfte den alten Mann in der schlimmsten Weise. Der andere Fall trug sich auf der Arbeitsstätte einer hiesigen Fabrik zu. Als sich der Arbeiter B. das Hänseln seiner Kollegen wegen seiner Stimmabgabe für die bürgerliche Liste verbat, schlug ihn der Arbeiter H. mit einem Schlagring ins Gesicht, wodurch B. unterhalb des linken Auges eine nicht unbedenkliche Verletzung erlitt. In beiden Fällen sind die Täter angezeigt. ! Schweinsberg. Die Zwillingsbrüder Becker, beide Landwirte und in noch fast rüstiger Verfassung, erreichten ihr 88. Lebensjahr. Da soll nun einer mal behaupten, daß 3willinge nicht alt werden. Schwächezustände, Unluft zur Arbeit, Mangel an Energie. Dieser Zustand beruht auf einem mangelhaft genährten Körper in dessen Blut die nötigen Bestandteile fehlen; es liegt häufig ein Mangel an roten Blutkörpercheu bor, welche unbedingt notwendig find, um[ ich kräftig und frisch zu fühlen. Ein hervorragendes Mittel zur Febung der Körperkräfte befigt der Arzneifchat in Leciferrin," welches die Hauptbestandteile des Das Gehalt mocht' 6! Blutes und der Nervensubstanz enthält und auch sehr günftig auf die Verdauung und Affimilation wirkt, so wie den Appetit hebt. B Universitäts Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. A Deutscher Reichstag. finnung, die tr: der Gottesfurcht, der Treue zum Herr scherhause und der Liebe zum Vaterlande wurzelt. An die Feter schloß sich ein Rundgang durch die Räume des Rathauses an, wobet sich auch die Majestäten in das goldene Buch der Stadt tel eintrugen. Gegen 12% ühr verließen die Majestäten und die übrigen FürstItchfetten unter Fanfarentlängen und Hurrarufen der Bevölkerung das Rathaus und begaben sich an Bord der Deutschland".- Der Katser hat dem Fürsten zu Castell- Castell vom Vorstand des Deutschen Flottenvereins den Roten Adlerorden 1. Klasse verliehen. Am Freitag wurde die Marokkodebatte fortgesetzt. Abg. Wiemer( fortschr. Vp.) übte eine scharfe Kritit. Ihm folgte der Vizepräsident Schulz( Rp.), der forberte, daß Lloyd George seine Ausfälle gegen Deutschland öffentlich zurücknehme. Dann ergriff der Reichstanzler v. Bethmann Hollweg abermals das Wort und wandte sich scharf gegen den Abg. Bassermann( natl.), dem er zum Vorwurf machte, daß er sich dte undeutsche Behauptung zu etgen machte, Tripolis set etne Folge von Agadir, und sodann gegen den Abg. Dr. v. Heydebrand( tons.), dem er vorwarf, mit seiner Rede die Intereffen des Reiches geschädigt und Wahlmache ges trieben zu haben. Am Schlusse der Sizung erwiderte Abg. Dr. v. Heydebrand in einer von ihm verlesenen Erklärung der fonservativen Partet auf die Rede des Reichskanzlers, daß die ganze tonservative Partet nach wie vor hinter ihm stehe. Auch der Abg. Bassermann wies den Vorwurf, undeutsch gehandelt zu haben, zurück. Am Sonnabend führte der Reichstag die Debatten über die Marokkoverträge zu Ende und überwies die Verträge mit den dazu gestellten Anträgen an die Budgetfommission. Die Debatte brachte feine besonderen Momente mehr, obwohl noch acht Redner das Wort er griffen hatten. Die Attion im Aegäischen Meer. Nach einer Athener Meldung glaubt man bestimmt, daß die Verlegung des Kriegsschauplates nach dem Aegätschen Meere und die Eröffnung der Feindseltgtetten daselbst in dieser Woche zu erwarten sind. Die ttalienische Flotte, zwei Geschwader und eine kleinere Flotille unter der Führung des Herzogs der Abruzzen, im ganzen 18 Linienschiffe und Panzerkreuzer, 4 Torpedojäger, 6 Unterseeboote und Krankentransportschiffe werden binnen furzem zur Aktion bereit sein. Es verlautet, daß Italien beabsichtige, die Insel Lemnos zu besetzen, und falls die Türfte nicht innerhalb einer bestimmten Frist den Frieden schließe, die Insel endgültg dem italienischen Reich anzugliedern. - Der Kronprinz hat am Sonnabend abend Berlin Das verlassen und ist nach Danzig zurückgekehrt. fronprinzliche Hofmarschallamt ist am Montag, den 13. November von Potsdam nach Danzig- Langführ verlegt worden. | nachgewiesen worden. Es will durch einen Film, genannt„ Das vergiftete Mittagessen", den es in einem Kinematographentheater fah, auf die ihm jest selbst unfaßbar erscheinende Tat gebracht worden sein. Der Bundesrat hat eine Aenderung des Einfuhrscheinsystems beschlossen. Mehrere Berliner Blätter wollen wissen, daß die Verwendungszeit auf dret Monate herabgesetzt und ihre Verwendbarkett auf Kaffee und Petroleum aufgehoben werden solle. Herr v. Heydebrand nach den Debatten. Zu der am Sonntag abgehaltenen Hauptversammlung des konser= vativen Kretswahlvereins in Frankfurt a. D. war auch Herr von Heydebrand erschienen. Er kam mit feinem Wort auf dte lehttägigen Verhandlungen im Reichstag zu sprechen, sondern riet den bürgerlichen Parteien alle Händel zu vergessen und sich zusammenzufinden in patriotischer Gesinnung. Selbstmord eines Regimentskommandenrs. Der Kommandeur des 102. Infanterieregiments in Zittau, Oberst v. Linsingen, wurde am Freitag in seinem 3im mer tot aufgefunden. Er hatte sich durch einen Ne volverschuß in den Mund getötet. Man nimmt an, daß die Tat in einem plötzlichen Anfall geistiger Umnachtung verübt wurde. Sturmverheerungen in Amerika. In den Staaten Wisconsin und Illinois wütete am Sonnabend ein hef tiger Orkan, der außerordentlichen Schaden anrichtete, In Jonesville sind während des Sturmes neun Pers sonen getötet worden. Die in der Stadt Virginia( N Itnois) angerichteten Verheerungen sind besonders groß. Dret Personen, die dort in einer Kirche Zuflucht ge sucht hatten, wurden durch einstürzende Trümmer getötet. Ans Anlaß der bevorstehenden Reichstagswahlen hat der preußische Minister des Innern am 9. November an die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten eine Rundverfügung erlassen. Danach soll bet Abgren= zung der Wahlbezirke die Bildung zu kleiner Wahlbezirke möglichst vermieden werden durch Zusammeniegung benachbarter Ortschaften. Ferner soll auf Berettstellung genügend großer Gefäße als Wahlurnen Bedacht genommen werden. Um die Möglichkeit eines willkürlichen Aufeinanderschichtens der Wahlkuverts auszuschließen, sind Gefäße anzuwenden. bei denen die Umschläge mit dem Stimmzettel durch einen Spalt im Deckel eingeworfen werden, und die bis zum Schluß der Wahlhandlung geschlossen zu halten sind. Wahlvorstand muß aus mindestens dret Beisitzern neben dem Wahlvorsteher und dem Protokollführer zusammengesetzt sein. Die Wählerlisten sind acht Tage lang zu jedermanns Einsicht und zum Abschreiben auszulegen. Schließlich werden noch Maßnahmen zur Verhütung von Wahlfälschungen und von Verzögerungen in der Erledigung von Wahlanfechtunaen angeordnet. In Saloniti herrscht kriegerische Stimmung. Der Hirtische Marineminister ordnete deshalb dringend an, bie zweckmäßigsten Verteidigungsmaßregeln sofort zu ergreifen und besonders dafür Sorge zu tragen, daß die Unterseeminen richtig funktionierten. Er fordert den Kommandanten der Befestigungen auf, die Vertetdigung im Falle eines Angriffes so energisch als möglich zu gestalten und bis zum Aeußersten auszuhalten. Die türkischen Truppen brennen darauf, etnen Waffengang mit den Italienern zu machen, indessen ist faum anzunehmen, daß es dazu kommen wird. Wenn fich die Jtaltener schon eine Beschießung der Forts erlauben sollten, so bleibt doch unwahrscheinlich, daß ste einen Landungsversuch machen werden. Gelänge es thnen, diese Befestigungen zum Schweigen zu bringen, stände der Einfahrt der italienischen Kriegsschiffe in den Hafen von Salonikt allerdings kein Hindernis entgegen, es fragt sich nur, ob die anderen Mächte diesem Vorgang zustimmen würden. Ein Angriff der Italiener auf die Stadt Salonikt scheint deshalb auch unwahrfcheinlich, well hter zu viele internationale Interessen zusammenlaufen. Die neuesten Meldungen lauten: Die türkische Regierung setzt die Entsendung von Truppenverstärkungen nach den Inseln im Aegätschen Meer sowie nach den bedeutensten Punkten der Dardanellen und nach Smyrna und Salonikt fort. 5000 Reservisten sind bereits auf der Insel Rhodus angekommen, wo man einen italienischen Angriff befürchfet. Die muselmanische Bevölkerung der Insel hat sich in aller Haft geflüchtet. Ebenso wird von anderen Infeln im Archipel berichtet, daß die muselmanische Bevölferung diese mit großer Eile verläßt. Bom Kriegsschauplatz in Tripolis Der Auf dem Zechenfriedhof in Radbod wurde am Sonntag, am dritten Jahrestag des Unglücks, etn Denkmal für die Opfer der Katastrophe enthüllt. Die Sammlungen zugunsten der Hinterbliebenen der 350 Verunglückten haben einen Betrag von rund zwei MilItonen Mark ergeben. Von diesent Geld werden gegenwärtig 235 Witwen, 626 Halb- und 17 Vollwatsen un terstützt. Bei den Landtagswahlen in Rudolstadt, die am Freitag stattfanden, war ein starkes Anwachsen der soztaldemokratischen Stimmen zu verzeichnen. Gewählt wurden sechs bürgerliche Abgeordnete, davon vier von den Höchstbesteuerten, und neun Sozialdemokraten gegen sechs im alten Landtage. Itegen Meldungen über besondere Ereignisse nicht vor. Am Sonnabend haben einige bedeutungslose Scharmüßel stattgefunden, wobei auch von türkischer Artillerie einige Schüsse abgegeben wurden, die indessen ketnen Schaden anrichteten. Wie es heißt, haben die Türfen vor Tripolis größere Streitkräfte mit Feld- und Gebirgsartillerte zusammengezogen. Auch über dret Maschinengewehre verfügen sie, sollen aber wenig oder gar feine Munition haben. Rundschau Dom Cage. Politisches. Auf dem Flugplatz Johannistal startete am Sonntag nachmittag, kurz nachdem die„ Schwaben" aufgestiegen war, das Luftschiff P. 6 zu einer einstündigen Pas fagterfahrt nach Berlin. An der Fahrt beteiligten sich Brinz Friedrich Sigismund von Preußen, der älteste Sohn des Prinzen Leopold und sein Begleiter Rittmeister v. Schmidt. Der Prinz bediente zeitweise selbst das Settensteuer. Di etnes in der ben, w vormitt wurde Vorbau am Ha wohner als aud Itche& fant. verfunt haben. Gtebel rat itel Kleider Um die ftürzte wie au Staub der au Im La Gemän ufw. ve ften Un räumt Kirche, Einstur Meter acht To zählend Bolizet Ein bach a. Sonstige aufgefte benutzte aufbob, nenden Beweg Schaut strömt wurde diefes a Auffom aweifelt Bo #bunge nahme abgefte den L Versuc werden Git antsgepl daß do Firma ber vö als Of nien d feiner wurde überfal bern 45 außerde tamen verleg Ein schwerer Straßenbahnunfall ereignete sich am Sonntag in der Seestraße zu Berlin. Die Pferde eines Wagens, auf dem sich ein Grundbefizer mit Frau, Lochter und einem Sohn befand, scheuten plötzlich vor einem Automobil und gingen durch. Der Wagen tippte um und die Insassen wurden in weitem Bogen auf den Fahrdamm geschleudert. Sie wurden sämtlich schwee verletzt. 800 Zwölf sozialdemokratische Versammlungen fanden am Sonntag mittag in Berlin statt, in denen gegen den italienisch- türkischen Krieg als neue Bedrohung des Weltfriedens protestiert wurde. Die Polizei, die anscheinend Straßendemonstrattonen erwartete, hatte große Vorkehrungen getroffen. Es ist aber nirgends zu Störungen gekommen. In den Versammlungen sprachen neben deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten Abgeordnete aus Brüssel, Paris, London und Wien. Die ausländischen Redner betonten sämtlich in den verschiedenen Versammlungen die volle Einigkeit des internationalen Proletariats in dem Protest gegen den Arteg. Das Kaiserpaar wohnte am Sonntag mittag ber Einweihung des neuen Kieler Rathauses bet. Bet ber Feter htelf der Oberbürgermeister eine Ansprache, worauf der Kaiser erwiderte und mit den Worten schloß: Möge das neue Rathaus sein allezeit eine Stätte ernster Arbeit, unermüdlicher Pflichterfüllung und liebevoller Fürsorge für die geistigen und leiblichen Bedürfnisse der Bürger, eine Stätte echter deutscher Ge= 23) Aus Eifersucht. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Der Zentralansschuß der fortschrittlichen Volkspartet trat am Sonntag im Reichstag zusammen. Er war von zahlreichen Vertretern der Organisationen aus dem ganzen Reich beschickt. Außer der Besprechung der lebttägigen Reichstagsdebatten stand die Festseßung des Wahlaufrufs im Vordergrund des Interesses. Kleine Nachrichten. Wissenschaft, Kunst und Eiteratur. 3ur Diphtherie- Forschung. Aus Braunschweig wird berichtet: Die zahlreichen Diphtherie- Erkrankungen, die seit dem Ende des Jahres 1910 bis weit in den diesjährigen Sommer hinein unter den hiesigen Schulkindern geherrscht und mehrere Todesfälle verursacht haben, haben zu der wichtigen Erkenntnis geführt, daß nicht die in der Umgebung des Kranten be= findlichen Gegenstände den Ansteckungsstoff beherbergen, sondern der Erkrankte selbst. Vor allem hat sich die wichtige Tatsache ergeben, daß er auch dann noch ansteckungsfähig für andere ist, wenn er selbst die Krankheit bereits überstanden hat. Untersucht man den Halsschleim solcher Personen, so finden sich in der Regel noch lange Zeit, selbst bis zu sechs Wochen nach erfolgter Heilung, Diphtheriebazillen in ihm vor. Der Geheilte ist also noch Träger von Diphthertebazillen, mit denen andere Personen angesteckt werden können. Danach ist also ein von Diphtherte genesenes kind noch nicht ohne weiteres als schulbesuchsfähig anzusehen. Landrat Prinz Friedrich Wilhelm von Brenßen. Nach einer Meldung der Deutschen Tagesztg." ist Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen nunmehr zum Landrat ernannt; ihm ist, wie bereits bekannt war, das Landratsamt im Kreise Frankenstein übertragen worden. Millionenerbschaft der Stadt Dresden. Die Hinterlassenschaft des verstorbenen Direktors der Dresdner Bant, des Geheimen Kommerztenrats Arnstädt, in Höhe von fünf Millionen, fällt, wie aus Dresden gemeldet wird, zum größten Teil der Stadt Dresden zu. „ Das habe ich ja alles dem Fräulein Emmt auch schon gesagt," versicherte die Alte verlegen, aber ste meinte, das wäre übertrieben. Was gehen uns die Leute an? sagte sie. Meine Eltern tun das, was ich haben will, und ich will haben, daß Herr Doktor Walbom wieder bet uns verkehrt, denn ich muß ihn sehen und sprechen, und dann hat sie noch was ganz Besonderes hinzugefügt." " Was war das?" " Ich weiß eigentlich nicht, ob ichs sagen darf, Herr Doktor," gestand dte besorgte Frau zögernd. Drei Personen von einer Maner erschlagen. Im Weiler Koneberg in bayerisch Schwaben sind ein Maurermeister, ein Landwirt und dessen 17fähriger Sohn von einer einstürzenden Mauer erschlagen worden. Der Maurer hinterläßt eine Witwe mit acht unmündigen Kindern. Geheimer Medizinalrat Fraenkel, der bekannte Berliner Kehlkopfspezialist, ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 77 Jahren sanft entschlafen. Giftmordversuch eines jugendlichen Dienstmädchens. Ein 15jähriges Mädchen in Geestemünde, das bet einer dortigen Herrschaft seit längerer Zeit bedienstet ist, versuchte diese durch Kleefalz zu vergiften. Dem Mädchen, das verhaftet wurde, sind bis jetzt dret solcher Versuche Warum wollen Sie mich auch noch mit Vermuttungen quälen, wo ich schon so viel zu leiden habe?" „ Na, das ist ja wahr, und da will ichs Ihnen nur fagen. Also fte sagte: Ich kann nicht leben, wenn ich thn nicht bald wieder spreche." Der Doktor blickte sie strahlend an und ergriff dankbar thre Hand. Es fehlte nicht viel, so hätte er diese gefüßt.„ Das- das hat sie gesagt?" brachte er ver10 Tegen heraus. - ,, Tun Ste das, Herr Doktor! Es wird allen zum Segen geretchen!" Aus den Gerichtssälen. Auch eine Vertreterin des schwachen Geschlechts". Sonderbare Eheverhältnisse kamen in einer Verhandlung vor dem Schöffengericht Königsberg zur Sprache, vor dem sich eine Ehefrau wegen Mißhandlung ihres Mannes zu verantworten hatte. Die Angeklagte zählt zwar schon 60 Jahre, wollte aber noch einmal thr Glück in der Ehe versuchen. Durch ein Heiratsinserat lernte ste einen 48 Jahre alten Landwirt kennen, der Geschmack an ihr fand und ihr nach der Hochzeit sogar sein Vermögen in Höhe von 12 000 M. verschrieb. Sobald die Angeklagte das Geld in den Händen hatte, begann für den Mann eine Leidenszeit. Die Frau ließ einem Neffen alles mögliche zukommen, faufte ihm ein Geschäft und gab ihm Leckerbissen, während der Mann kaum die notdürftigste Nahrung bekam. Wenn er sich beklagte, wurde er abwechselnd von der Frau und dem Neffen barbarisch geprügelt. Die Nachbarn hörten ihn oft laut um Hilfe schreien. Schließlich wurde es ihm aber doch zu viel. Er ließ sich von einem Arzte bescheinigen, daß er wieder einmal blutig geschlagen worden sei und erstattete dann Anzeige. In der Beweisaufnahme wurde die Schuld der Frau, neben der sich auch der Neffe zu verantworten hatte, unzweideutig festgestellt. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf je neun Monate Gefängnis. Das Gericht sah aber von einer Gefängnisstrafe ab und erkannte gegen die Frau auf 500 M., für den Neffen auf 100 M. Geldstrafe. Sie war faum aus dem Zimmer, als sich der Doktor mit einem Freudensprung vom Stuhl erhob. Also ste war ihm treu geblieben! Ste glaubte nach wie vor an ihn und liebte thn! O, dann war ja alles gut, dann fühlte er sich stark genug, den Kampf mit der ganzen Welt aufzunehmen und siegreich durchzuführen. " D, und wenn sie von Ihnen spricht, dann leuchten thre Augen so glückselig, Herr Doktor! Herr Doktor, da haben Sie eine treue Seele gefunden. Das ist das Glück Thres Lebens, das lassen Sie sich nicht entgehen! Und Sie werden Justizrats besuchen, nicht wahr Er sah sie zerstreut an. Schon gut, Itebe Frau Schulze, tch werde's mir überlegen." Der folgende Tag ließ sich von Anfang an gut an. Schon am Vormittag fanden sich im Sprechzimmer nacheinander sechs Patienten ein, und dann wurde der Doktor zu mehreren kranken Kindern bestellt. Er betrachtete das alles als ein gutes Vorzeichen, daß sein Besuch bet Heinroths, den er vorsichtshalber schriftlich angemeldet hatte, günstig verlaufen würde, und sah mit Ungeduld dem Abend entgegen. Am Spätnachmittag wurde er wieder unschlüssig, etne gewisse Verzagtheit kam über ihn, und er überlegte bang, ob er sich wirkItch noch bet anderen sehen lassen dürfe. Aber Frau Schulze kam herein, bürstete draußen den schwarzen Gesellschaftsanzug ab und hängte und stellte alles für ihn bereit, vom glänzend aufgebügelten Zylinderhut bis zu den Lackstiefeln, so daß er sich von der Fürsorglichkeit der treuen Seele beschämt fühlte und sich rasch ankleidete. Netn, nicht erst lange überlegen," bestimmte ste energisch. Ich muß es bestimmt wissen, denn tch will doch dem Fräulein vorher einen Wink geben, wann Ste tommen." ,, Nun, so werde ich morgen hingehen." der zu Heinroths in gar keiner verwandtschaftlichen Beztehung stand, aber doch bet allen Festlichkeiten daber war und kurzweg Onkel Muche genannt wurde, und was Waldow besonders freudig sah Marleben mit Felicia. Punkt sieben Uhr betrat er das Haus des Justizrats und war überrascht, als ihm aus der Wohnung festliche Klänge entgegenschalten. - die vo Freun nicht fitr die die Au Borgar Betan Schrift im To Helene ten, de gewand ftarb S britten wurde. Ein heim in erbot ft fchreibe den Ge Letthein doch hät ermann wahrich 281 Antrag tag abe wegen D Die G nehmer Sie hatt Berrich Fritz von Profeff On und de Die beiden jungen Damen saßen am Flügel und spielten ein Musikstück, das sie aber sofort abbrachen, als Doktor Waldow von dem Justizrat auf das liebenswürdigste hereingeführt wurde. Ausetts begrüßte man den Erwarteten und sagte thm mehr oder weniger gut gelungene Komplimente über sein gutes Aussehen nach der überstandenen Krankhelt. Wovor Waldow besonders gebangt hatte, das geschah nicht: von der anderen Geschichte und seiner Verwicklung in diese fiel nicht ein Wort. Justizrat Heinroth hatte ihm auf Veranlassung seiner flugen Tochter eine Art Genugtuung verschaffen wollen und einen kleinen Krets geladen, der bis auf ihn bereits vollzählig war. Da war der robuste, bissig aussehende Rechtsanwalt Dorinkel mit seiner blutjungen Frau, der lange, hagere Gymnastaldirektor, Profeffor Sauermann, samt seiner thm merkwürdig ähnlich sehenden Gattin, Tante Hermine, die Schwester der Frau Justizrat, dann ein kleiner, gebitckt gehender alter Herr, Direktor Professor Sauermann, der sich offenbar sehr gern sprechen hörte, erzählte mit jugendlicher Begeisterung von den neuesten Ausgrabungen in Mesopotamien, bis er schließlich durch den Rechtsanwalt unterbrochen wurde, der ihm teck ins Gesicht schleuderte, daß die modernen Fragen in Politik, Kunst und Wissen schaft viel wichtiger feten als jener alte Kram. Der Professor war entrüstet über diese Pietätlosig fett gegen das graue Altertum.„ Kram? Erlauben Ste mal, Herr Rechtsanwalt! Es sind das Kulturreste einer Epoche, die der unsrigen in vielem überlegen war-" Sehr richtig!" fiel Ontel Muche ein. ,, D," behauptete der Rechtsanwalt, der einfache Arbeiter lebt heutzutage bequemer als einer der Großen zur damaligen Zeit. Ihm stehen Beförderungsmittel, Licht, Heizung und andere Dinge in einer Vervolltommnung zur Verfügung, von der selbst ein König in fenen dunklen Zeiten keine Ahnung hatte. Wie mußte sich dieser in mancher Hinsicht abquälen!" ,, Das ist freilich wahr!" benterkte Onkel Muche. dic Ber Stlaven wie sich auch die Itch? Der Los Veru fuchungst Doft fich bet wollte m trennte S gerteten, mitteilte, und die Das Wein br und auch langer Be Emmi Then thren ungezwung Die F mwalt ver Buberettur Keppich m Muche, di Ende der in. Film, g 8 in einem Bt felbit un benr. Da in Bittan einem Bim etnen e mmt an, da ger Umnag den Staaten Send ein be tantrichtet 3 neun Ber Strginia( 9 onders groß Buflucht ge rimmer ge wurde am nglids, et nthüllt. Die ten der 350 d zwei Mil erden gegen waifen un e am Sonn n" aufgeftie Indigen Pa teiligten fi , der älteste gleiter Ritt itweise felb nete sich am Pferde eines Frau, Toch ch vor einem tippte um gen auf den ntlich schwer gratur. Braunschweig -Erkrankun bts weit in Sen hiesigen sfälle verurs fenntnis ge Kranken be ff beherber m hat sich die nn noch an t die Krant n den Hals In der Regel nach erfolg or. Der Ge ebazillen, mit können. Da 28 kind noch nzusehen. er bekannte zum Sonnlafen. 11. Geschlechts". ter Verhand zur Sprache, ndlung ihres geflagte zählt mal ihr Glüd Sinferat lernte men, der Ge zett fogar fein b. Sobald die te, begann für Leß einem Nef n ein Geschäft tann faum die r fich beklagte d dem Neffen en thn oft laut ihm aber dod fcheinigen, daß en fei und er aufnahme wur auch der Neffe eftgestellt. Der neun Monate ner Gefängnis auf 500 M für chaftlichen Bes ichkeiten daber t wurde, und - - Fritz von am Fligel und fort abbrachen, auf das liebens teten und fagte e komplimente andenen Krant t hatte, das ges und feiner Ber er fich offenbar Jugendlicher Be angen in Meso Rechtsanwalt un eficht schleuderte unft und Wiffen e Aram. diefe Pietätlofig ram? Erlauben no bas Kultur viclem überlegen ein. ber einfache Ar ner der Großen Brderungsmittel einer Vervoll Toft ein Röntg in afte. Wie mußte Onfel Muche. Vermischtes. Die Erbsenkung in Hohensalza. Zu dem Verfinten etnes Hauses an der Orlower Straße in Hohensalza in der Provinz Posen, von dem wir bereits berichtet haben, wird noch weiter gemeldet: Der Unfall trug sich vormittags gegen 9 Uhr zu. Schon am Abend vorher wurde eine Senkung des zwischen dem Hause und einem Vorbau gelegenen Gärtchens beobachtet. Da die Nisse am Hauſe timer größer wurden, verließen die Einwohner thre Wohnungen. Kaum war dies geschehen, als auch schon unter donnerähnlichem Getöse der westItche Giebel des Hauses einstürzte und in die Tiefe verfant. Der ganze Hausrat von drei Familien ist mit versunken, so daß sie ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. In die Zimmer hat man durch die eingestürzte Giebelwand einen Einblick. Noch sieht man den Hausrat stehen; an den Wänden hängen Spiegel und einige Kleider und auf den: Trockenboden noch Wäschestücke. Um die Mittagszett zerriß das überhängende Dach und stürzte in die tefe, aus der dumpfes Rollen nachhallte, wie aus einer größeren unterirdischen Höhle. Eine Staubwolfe steigt aus der Tiefe der Grube, deren Stän der aus der Entfernung einigermaßen erkenntlich sind. Im Laufe des Nachutittags dauerten die Einstürze fort. Gemäuer, Türen, Feniter, Fußböden, Spinde, Tische usw. verschwanden in der Tiefe. Die Häuser der näch ften Umgebung mußten auf polizeiliche Anordnung geräumt werden. Die neue Einsturzstelle ist von der Kirche, die vor zwet Jahren bekanntlich durch einen Einsturz nicht unerheblich beschädigt wurde, etwa 200 Meter entfernt. Dazwischen steht die Notkirche, die vor acht Tagen eingeweiht worden ist. Eine nach Hunderten zählende Menschenmenge umlagerte den Play, der durch Polizei und ein Kommando der Garnison abgesperrt ist. Ein furchtbares Unglück hat sich im Markte Simbach a. Inn ereignet. Auf einem Blaze war unter den sonstigen Voltsbelustigungen auch eine Schiffsschaufel aufgestellt. Einem jungen Mädchen, das die Schaukel benutzte, war einiges Geld zu Boden gefallen, das es aufhob, als die Schaufel stille stand. Einer der bedtenenden Burschen aber setzte die Schaufel zu früh in Bewegung, das Mädchen wurde von der Kante der Schaufel mitten im Gesicht getroffen und blutüber strömt zur Seite geschleudert. Die rechte Gesichtssette wurde buchstäblich hinweggeriffen. Mehrere Beugen bteses gräßlichen Vorfalls wurden ohnmächtig. An dem Aufkommen des unglücklichen Mädchens wird ge zweifelt. Bombenwürfe aus Luftschiffen. Die Luftschiffübungen in Cöln, an denen zwet Militärluftschiffe fellnahmen, führten zu interessanten Versuchen. Auf einem abgestellten Gelände bet der Luftschiffhalle wurden von ben Luftkreuzern Sprenggeschosse ausgeworfen. Die Versuche gelangen überaschend gut und sollen fortgesetzt werden. Ein Berliner Ingenieur von spanischen Räubern ausgeplündert. Aus Hulva in Spanien wird gemeldet, daß dort der Ingenteur Hanssen von der Berliner Firma Orenstein und Koppel durch vier spanische Räuber völlig ausgeplündert worden ist. Hanssen lettete als Oberingenieur für die genannte Firma in Südspanien die Ausführung eines größeren Bahnbaues. Auf seiner Rückreise von Huelva zwischen Nerva und Bena, wurde er von vier bewaffneten spanischen Räubern überfallen, gebunden und beraubt. Es fielen den Näubern 45 000 esetas( etwa 36 000 Mart) in die Hände, außerdem wurde das Pferd geraubt. Die Räuber ent= famen und werden verfolgt. Hanssen selbst scheint unverletzt zu sein Eine Fronie des Schicksal. Zu der Meldung, daß die vor kurzem gestorbene Helene von Rakowiza, die Freundin Lassalles, der Anatomie verfallen wäre, wenn nicht Freunde in tester Stunde die Beerdigungskosten für die in Armut Verstorbene berichtigt hätten, schreibt die Augsburger Abendzeitung: Das Romanhafte des Vorganges wird durch die Wirklichkeit noch überboten. Bekanntlich war Helenens dritter Gatte, der russische Schriftsteller Schewitsch, seiner Frau um wenige Tage im Tode vorangegangen. Kurz vorher hatte sich nun Helene in ihrer Not an ihren ehemaligen zweiten Gatten, den Schauspieler Siegwart Friedmann, um Hilfe gewandet, die auch sofort gewährt wurde. Inzwischen starb Schewitsch und so kam es daß das Begräbnis des dritten Gatten mit dem Gelde des zweiten bezahlt wurde. Ein schwer Berkannter. Der in der Gemeinde Lettheim in Schwabent ansässige jüngere Freiherr v. Tucher erbot fich, das Amt des Bürgermeisters und Gemeindeschreibers sechs Jahre lang ganz umsonst zu führen, um den Gemeindefäckel zu entlasten. Das wollten aber die Lettheimer nicht haben und wählten einen anderen, und doch hätten sie es ruhig mit dem Fretherrrn als Steuermann versuchen könen, das Gemeindeschifflein wäre wahrscheinlich gar nicht schlecht dabet gefahren. nicht bobet gefahrering. Auf Antrag der Berliner Staatsanwaltschaft sollte am Fret tag abend die bekannte Operettensängerin Mizzt Wirth wegen verschiedener Betrügereten verhaftet werden. " Durchaus nicht!" ftel der Prosessor schlagfertig ein. „ Die Großen jener früheren Betten lebten viel argenehmer als Ihr ins Treffen geführter Arbeiter. Denn fte hatten ja so und so viel Sklaven für die niederen Verrichtungen der Arbeit um sich." " Stimmt! Stimmt!" sagte Onkel Muche begeistert. " Dann treten Ste also für die Sklaveret ein, Herr Professor? Ich danke schön!" Onkel Muche fah ratlos von einem zu dem andern, und der Professor erwiderte mit Würde:„ Wir haben die Berichte der Alten, aus denen hervorgeht, daß die Sklaven durchaus nicht so schlecht behandelt wurden. wie sich das mancher denkt. Ist nicht in unserer Zeit auch die Behandlung mancher Menschen recht verwerf= Itch? Denken Ste als Jurist zum Beispiel an die schuid= Ios Verurteilten oder an jene, die grundlos in Unter fuchungshaft genommen werden!" Doktor Waldow, der hinzugetreten war, verfärbte fich bet den letzten Worten des Driektors, und dieser wollte wetter sprechen. Aber Frau Justizrat Heinroth trennte die beiden Stretter, dte sich häufig in die Haare gerteten, auf einfache Wetse voneinander, indem sie mitteilte, daß im Nebenzimmer die Tafel gedeckt set, und die Gäste bat, Plaz zu nehmen. Das ausgezeichnete Mahl und der vortreffliche Wein brachten bald eine freudige Stimmung über alle, und auch Waldom fühlte sich so fret und leicht, wie sett langer Zeit nicht. Emmt hatte es so einzurichten gewußt, daß er zwtschen ihren Vater und sie zu ſizen kam, und so konnte sie ungezwungen manches Wort mit ihm wechseln. Die Frau Gymnasialdirektor und die Frau Rechtsanwalt vertteften sich in ein wichtiges Gespräch über die Bubereitung von Hasenpfeffer und ob es besser set, den Teppich mit Essig oder Sauerkohl abzureiben, und Onkel Muche, dieses devote Familienfaktotum, das ganz am Ende der Tafel saß, lachte eifrig über jedes Scherzwort, Trotzdem ihre Gage monatlich durchschnittlich die ansehnliche Höhe von 5000 M erreichte, hat sie in den legten zwei Jahren etwa 30 000 M. Schulden gemacht. Es scheint nun, daß die Sängerin von dem Vorhaben der Polizei von guten Freunden unterrichtet worden ist, denn es gelang ihr, sich der Verhaftung dadurch zu entziehen, daß sie die Kleider threr Zofe anzog und in dieser Verkleidung unbehelligt mit dem übrigen Publikum das Theater verließ. Als die Polizei nach Schluß der Vorstellung die Sängerin verhaften wollte, fand sie im Ankleidezimmer nicht die gesuchte KünstIerin, sondern ihre Zofe, die fich für ihre Herrin geopfert und die Kleider der Mizzi Wirth angezogen hatte. Mizzi Wirth fuhr noch vor Mitternacht von Berlin ab, um sich nach Moskau zu begeben, wo sie in einem dortigen Varitee ein Engagement angenommen hat. Die Hutnadel. Die Deutsche StaatsbahnschaffnerBeitung" schreibt in ihrer leßten Nummer: In einer elfäffischen Stadt erschien vor einigen Tagen eine junge Dame auf dem Bahnsteig, um den Zug zu benutzen. Der Bug rollte heran, die Dame war gerade im Begriff, thr Abteil zu besteigen, als der Stationsvorsteher sich ihr näherte und sie ersuchte, thre Hutnadeln aus dem Hut zu nehmen oder die hervorstehenden Spißen zu schützen. Einen Schuß hatte die Dame nicht bei sich; die Nadeln herauzunehmen wetgerte sie sich, da thre Kopfbedeckung dann feinen Halt habe. Der Beamte forderte die Dame noch einmal auf, seinem Wunsch nachzukommen; als ste sich aber entschieden weigerte, schloß er sie von der Mitfahrt aus. Nun ging ein heftiger Protest los. Als Ant wort darauf konnte ihr aber der Stationsvorsteher die neueſte Bestimmung der Eisenbahndirektion Sqarbrücken entgegenhalten, in der es u. a. heißt: Die Eisenbahnverwaltung hat ihr Personal angewiesen, Damen mit solchen Hutnadeln zur Entfernung der Nadeln aufzufordern. Wer dieser Anordnung der Bahnbeamten nicht nachkommt, kann auf Grund des§ 11 der Etsenbahnverkehrsordnung von der Mitfahrt ausgeschlossen und zum Verlassen des Bahnhofes aufgefordert werden. 390 000 M. Unfallentschädigung. Bei einem Unfall auf der Süd Pacific- Eisenbahn in San Franzisko hatte ein Reisender beide Arme und ein Bein verloren. Die Eisenbahngesellschaft bot ihm zunächst 500 Dollar(!) Entschädigung an, womit er aber, und wohl mit Recht, nicht zufrieden war. Das Gericht, dessen Entscheidung er anrief, sprach ihm in erster Instanz 100 000 Dollar zut. Da der Kläger jedoch fürchtete, daß die höhere Instanz dieses Urteil nicht aufrecht erhalten würde, ging er auf einen Vergleich ein, auf Grund dessen ihm 70 000 Dollar Entschädigung gezahlt werden sollten. Trozz dieses Vergleichs famt es nochmals zu einer Klage, und das Gericht setzte nunmehr die Entschädigung auf 70 000 Dollar fest. Da für diese Summe Zinsen vom 31. Dezember 1906 zu zahlen sind und die Eisenbahnverwalfung außerdem die Kosten zu tragen hat, so hatte ste dem Verunglückten im ganzen die Summe von 92 747.65 Dollar oder nahezu 390 000 zu zahlen, was sie auch am 24. Jult d. J. mit einem Scheck getan hat. Die Sum me wird für die größte erklärt, die eine amerikanische Eisenbahngesellschaft bts jetzt an eine einzelne Person als Unfallentschädigung gezahlt hat. - Richtig. Frau( als die Küchenuhr stehen geblieben, zum Gatten): Ich werde sie wohl auf zwet Uhr stellen können a'rade geh'n der Vorstand und der Sefretär drüben ins Büro!" Gatte:" Da ginge sie sicher nach Du mußt fie richten, wenn die Herren um fünf Uhr herauskommen!" Verschnappt. Sie: Wie konnten Ste sich erlauben, mich zu küssen, während ich heute morgen in der Hängematte lag und schlief?" Er:„ Ich habe ThSte nen doch nur ein einziges Süßchen geraubt!" ( empört):„ Lügen Sie nicht! Ich habe bis steben gezählt, ehe ich aufwachte." Das - Das Tagebuch des Verschütteten. Während in Südafrika ein neues furchtbares Grubenunglück 200 Menschen in den Tiefen des Bergwerkes begraben hat, fand man in einer Kohlenmine Kaliforniens die Leiche eines Bergarbetters, der als ver schollen gegolten hatte, in den Tiefen des Werkes durch einen Erdsturz abgeschnitten worden war und einen furchtbaren Tod erlitten hatte. In der trampfhaft ge= ballten Faust des Toten fand man ein mit Bleistift mühsam hingefrißeltes Tagebuch über die sieben Tage des Sterbens. Der Morning Telegraph" veröffentlicht die Aufzeichnungen des Unglücklichen. 6. Oktober. Es tst zu Ende. Sagt meiner Frau, daß ich starb, ohne zu zittern. Es ist gräßlich, wie eine Ratte in der Falle rerenden zu müssen, aber Gottes Wille erfülle fich. 7. Oftober. Ich hungere, ich friere, ich erleide schreckliche Qualen. Warum fommt keine Hilfe? Vielleicht nicht lange dauern. 8. Oktober( Sonntag). Noch am Leben. Ich friere so sehr und bin so müde. Hilf mir, o Gott. Ich verzethe meinen Feinden. Die Welt scheint das gemacht wurde, und verzehrte dabet unglaubliche Mengen von Speisen. Nach Schluß des Mahles, als der Champagner den Geistern schon eine erhöhte Schwungkraft verliehen hatte, erhob sich Herr Professor Sauermann um die Hausfrau hochleben zu lassen, die so wunderbar für alles Leibliche und dadurch indirekt quch für alles Geistige gesorgt habe. " Sie soll leben " „ Hoch! Hoch!" fiel Onkel Muche voretlig ein. " Der Professor sah ihn streng an. Bitte, ich bin noch nicht fertig!" sagte er scharf und erhob stirnrunzelnd den langen Beigefinger der Rechten, als wenn er einem setner Zöglinge drohte. Onkel Muche knickte beschämt zusammen und stammelte demütig ein paar Worte der Entschuldigung, und der Professor fuhr fort:„ Ich meine, sie soll leben in Glück immerdar, wie es am heut'gen Abend war, wo sie fich auch als guter Geist gezeigt hat, indem sie ihre Fittiche wie ein holder Engel des Lebens über einen Mann gebreitet hat, der der nachdem er indem er gelitten hat nun wieder fret das Sonnenlicht atmet will sagen, im Sonnenlicht atmet-" - - - Er hielt erschrocken inne. Die Totenstille ringsum und die starr nach ihm blickenden Gesichter brachten ihn zum Bewußtsein, daß er bös entgleist war. Und so erhob er rasch sein Glas und forderte die Anwesenden auf, anzustoßen auf das Wohl der Hausfrau. Der Bann löste sich plötzlich, und hell klangen die Gläser aneinander. mir jetzt so schön. Tod, wo bleibst du? 9. Oktober. Es ist Mittag. Warum vergißt man mich? Ich werde immer schwächer: ganz allmählich verläßt mich das Le ben. Ich gäbe es fofort für einen Schluck Waffer. 10. Oktober. Das Ende naht. Nun leide ich nicht mehr so viel und habe refigniert. Der Tod scheint mir sitßz und ich fürchte ihn nicht. Gott irret nté, bald werde ich sein Geheimnis kennen." Die letzte Eintragung lautet: 11. Oktober: Dies ist die letzte Nacht; nun tommt der Frieden. Lebt wohl!" Das Chaos in China wird von Tag zu Tag schlimmer und damit vergrößert sich auch die Gefahr für die Fremden. Für sie gilt es deshalb, auf der Hut zu fein. Sie können sich in China leichter gegen Gewalttätigkeiten schützen, weil sie in den größten Städten in abgeschlossenen Vierteln wohnen, die von einer Mauer umgeben sind und in der jebigen fritischen Zeit ständig bewacht werden. Auch die in den chinesischen Gewässern versammelten Kriegsschiffe ge= währen ihnen eine gewisse Sicherheit, so daß man mit einer gewissen Zuversicht der Entwicklung der Dinge zusehen kann. Aus Schanghai wird gemeldet, daß in Nanking und Umgebung große Verwüstungen durch Diebe und Ränber angerichtet werden, die die gegen wärtigen anarchischen Zustände dazu benutzen, so viel als möglich durch Räubereien herauszuschlagen. Eine Barke, welche mit Waren beladen war, die einer ame= rifanischen Firma gehörten, ist auf dem Roten Fluß den Räubern in die Hände gefallen. Ebenso wurde etn Automobil- Lastfuhrwerk, gleichfalls mit Waren beladen, die einem Amerikaner gehörten, beschlagnahmt. Die Führer der republikanischen Partei in Kanton veröf fentlichen eine Broklamation, in welcher sie den Mandschus, welche den Treueid leisten und die neue Regie= rung respektieren, vollständige Freiheit gewährt. Bis fett sollen mehr als 4000 Mandschus diesen Treuetd_geleistet haben und in Freiheit gefeßt worden sein. Eine wettere Proflamation untersagt das Tragen des Zopfes. Eine neue Partei, genannt die republikanisch- gemäßigte, hat sich in Kanton gebildet In Futschaut haben sich die geschlagenen Mandschus im Yamen des Gouverneurs versammelt. Diebe plündern und stecken alles in Brand. Beking, 13. November. Juanschikai hat nach einem abermaligen Telegrammwechsel mit der Regierung eingewilligt, zur Besprechung der Lage nach Pefing zu kommen, lehnt aber nach wie vor den Vorsitz im Ministerrat ab. Von den Aufständischen ist ihm die Präsidentschaft über das vereinigte China angeboten worden. In Taisunfu haben sich, wie gemeldet wird, bte Revolutionäre bei der Empörung, wobei der Gou verneur, seine Frau und sein Sohn sowie 30 Mandschus enthauptet wurden, musterhaft benommen. Die Provinz unterstützt die Aufrührer. Tschifu ist ohne Blut> vergießen zu den Rebellen übergegangen. Drabtnachrichten und neuestes. Tragödie eines Brautpaares Chemniß, 13. November. In Borna erschoß gestern der Lehrer an der höheren Knabenschule, Hochmut, feine Braut, die Tochter eines Gutsbesizers. Das Paar wollte Weihnachten Hochzeit machen. Hochmut leugnet die Tat und behauptet, seine Braut habe sich selbst erschossen. Ein Ballon vor der Ostsee gelandet. Stettin, 13. November. Wie aus Altenhagen gemeldet wird, landete dort am Sonntag nachmittag auf den Ahrenshooper Wiesen ein Ballon vom Erfurter Verein für Luftschiffahrt. Der Ballon war um 8 Uhr morgens in Erfurt aufgestiegen. Die Landung war eine glückliche, denn wenige Minuten später hätte der Ballon die Ostsee unter sich gehabt. Wegen Gattenmordes zum Tode verurteilt. Tilfit, 13. November. Das hiesige Schwurgericht verurteilte die Kätnersfrau Ursula Tiessat aus Damedsen nach viertägiger Verhandlung wegen Mordes zum Tode. Die Verurteilte hatte thren Mann, mit dem sie in ständigem Unfrieden lebte, mit Rattengift, das sie unter die Spetsen mischte, vergiftet. Handel und Verkehr. Die günstige Wirtschaftslage tommt in folgendem Bericht der Rhein. Westf. 3tg." über den rheinischwestfälischen Eisenmarkt zum Ausdruck: Der allgemeine Beschäftigungsgrad hat in der Eisenindustrie einen Höhepunkt erreicht, wie er kaum in Hochkonjunkturjahren dagewesen ist. Bis April nächsten Jahres reicht durchschnittlich der Auftragsbestand, und der Abruf ist so lebhaft, daß ausgedehnte Lieferungsfristen von 6-8 Wochen verlangt werden. Prompte Lieferzeiten können selbst gegen Gewährung von Prämien nicht bewilligt werden. Die Arbeitsmengen sehen sich zum erheblichen Teil aus Auslandsaufträgen zusammen, wie denn das Ausland überhaupt start bei der guten Beschäftigung mitspricht. war, nach dem man argwöhnisch hinschielte. Seine Miene verdüsterte sich. Emmi merkte sofort, was in ihm vorging. Ste berührte sanft seinen Arm und flüsterte: Herr Doktor, ich möchte im Nebenzimmer ein paar Worte mit Ihnen sprechen." Er sah sie dankbar an, und gleich darauf hob der Justizrat mit einigen scherzhaften Bemerkungen die Tafel auf. Alle erhoben sich, nur der Professor und der Rechtsanwalt blieben sizen. Trozdem sie sich am meisten stritten, so waren sie doch immer schwer auseinander zu bringen und konnten sich stundenlang mit dem größten Eifer ihre gegenteiligen Ansichten entgegenschleudern. Felicia mußte auf allseitiges Bitten den YankeeDoodle vortragen, und Friz gab mit hübscher Baritonstimme einen schwermütigen Niggersong zum besten, wobei Felicia geschickt auf dem Klavier begleitete. Währenddessen saßen der Doktor und Emmt allein in dem Nebenzimmer. Ste hatte thm so viel sagen wolIen, aber jetzt, da sie mit dem Geliebten allein war, fehlten ihr die Worte, die Sprache blieb in der Kehle stecken. Ste sahen sich beide in die Augen und preßten thre Hände. Das langentbehrte Glück, endlich wieder einmal beisammen zu sein, schloß ihnen den Mund und ließ ihre vollen Seelen stumm meinander überfließen. „ Sie Guter! Was haben Sie leiden müssen!" brachte fie endlich hervor, wobet ste fanft über seine Hände strich. Den armen Doktor hatte es bet diesen Worten, die wohl der Dämon Alkohol veranlaßt hatte, bald heiß, bald falt überrieselt. Da war es wieder, was er für kurze 3ett vergessen hatte! Der Redner erinnerte ihn in seiner Harmlosigkeit nur zu deutlich daran, daß alle, wie sie sich auch stellen und verstellen mochten, doch in ihrem In- mag nern immer noch mit einem gewissen Verdacht auf thn schauten, daß für sie in seinem Leben ein dunkler Bunft ,, Und Sie Gute, was haben Sie mir Trost gespendet durch Ihr kühnes Auftreten," versetzte er weich und füßte ihre Hand. ( Fortsetung folgt.) Einladung. Zur Feier des Geburtstagsfestes Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs wird Samstag, 25. Nov. d. Js., nachm.1 Uhr im Saale des Gesellschaftsvereins dahier ein 0¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Fest- Essen 0000000000000000 QQQQQQQQQQQQQQQQ stattfinden. Die Unterzeichneten beehren sich, die Bürgerschaft Glessens hierzu ergebenst einzuladen. Listen, in welche Einzeichnungen bis zum 20. I. M. erbeten werden, liegen bei den Herren Ernst Balser, Mäusburg 11, Ernst Ghallier, Neuenweg 9, Louis Lind, Kirchenplatz 10, im Cafè Heffler, Frankfurterstrasse 1, sowie im Gesellschaftsverein aus. Der Preis für das trockene Gedeck einschl. der für Musik u. a. erwachsenden Unkosten beträgt 3,50 Mk. Absagen bestellter Gedecke können nur bis zum 23 I.. M. einschl. angenommen werden und haben bei Herrn Hausverwalter Todt im Gesellschaftsverein zu erfolgen. Dr. Güngerich Landgerichtspräsident König Universitätsrektor Mecum Oberbürgermeister Giessen, den 13. November 1911. Dr. Usinger Provinzialdirektor Bekanntmachung. Die unterm 14. August 1911 angeordnete Sperre des Schiffenbergerwegs zwischen Licher- und Keplerstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. November 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Westfälische Zechenkoke ( Hüttenkoke) Gaskoks Nusskoblen Häcksel, Stroh, Best- Melierte Anthracite Unionbriketts Lignitkohlen Kaffee- Röstereien Jakob Maternus empfiehlt gebrannte Kaffee cand. دو melange naturell " "" Pfund 1.25 Mk. 1.30 " 1.35 " "" Feine Mischungen 1.40, 1.50 bis 2.- Mk. Grosses Lager in Roh- Kaffee. PhoenixWasser MotorWaschmaschine ARLEGENDARY Anerkannt geringster Wasserverbrauch Weitgehendste Garantley 2023 Phoenix BOARD 209969 QRAM 106209 Gross BOLFF Mk Prele Zu haben in allen erstklassigen Hausund Küchengeräte- Geschäften. Soeben erschien: Lloyd Kursbuch der Schnellzüge im Deutschen u. Internationalen Verkehr. دو [ 245/4 Preis Mk. 1. In allen Buchhandlungen vorrätig! Welt- Reise- Verlag G, m. b. 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