Ich ple, were -OLL Ling end, St. folg 2.25 ber elfenen Compt [ 23/3 1- aut In Rutner Spreisen 113felb Jule sere71 den, fertigen ederjeit. -! chine äusserst n. Thelmstr. Je er ätter Rudolf Kowaki, Gastar Itwirkung wie Ernst A. Wellner, Zille usw. inen, alad müsantesten Sie pflegen erung des men Lebens crfen eatPolitik und ments MK. 5 Pf. ngen. Blätter 68. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich oierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 210. Erscheint Redaktion: ( 1. Blatt.) Parteipolitisches. Hessische Landtagswahlen 1911. § In Gießen beschlossen die rechtsstehenden Parteien die Unterstützung des nationalliberalen Kandidaten Klingspor, um den freisinnigen Kandidaten aus der Stichwahl zu verdrängen. § Im Wahlkreis Rodheim Oberrosbach unterstützt die nationalliberale Partei den bündlerischen Kandidaten Dr. von Helmoldt, die gleiche Taktik wird auch im Wahlkreise Echzell- Reichelsheim befolgt, wo der Bündler Breitenbach Dorheim nominiert ist. In beiden Kreisen stehen sich demnach nur Bund der Landwirte und Sozialdemokraten gegenüber. § Im Wahlkreise Vilbel- Altenstadt haben fich sämtliche bürgerlichen Parteien auf die Kandidatur Will Rendel( freifinnig) geeinigt. Es stehen sich also auch hier Bürgertum und Sozialdemokraten geschlossen gegenüber. § Die neuerdings zwischen den Nationalliberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei angeknüpften vertraulichen Verhandlungen über eine Verständigung zwischen den beiden Parteien in der Richtung, daß die Nationalliberalen in Darmstadt für den freisinnigen Kandidaten eintreten, während die Freisinnigen in Gießen für den nationalliberalen Kandidaten votieren würden, sind abermals gescheitert. Die Nationalliberalen in Darmstadt haben entgiltig Regierungsrat Bastian, Direktor der hessischen Landeshypothekenbank als ihren Kandidaten aufgestellt. Die Einigungsverhandlungen sind aus dem Grunde gescheitert, weil die Freisinnigen unter allen Umständen an der Person des von ihnen vorgeschlagenen Kandidaten, Hauptstaatskassenbuchhalter Henrich, festhalten zu wollen erklärten, dessen Kandidatur namentlich in den Kreisen des Darmstädter Mittelstandes als unannehmbar bezeichnet wird. 11 § Das Organ des hessischen Landeslehrervereins der „ Schulbote für Hessen" nimmt in seiner letzten Nummer Stellung zur Landtagswahl. Wer an die Umgestaltung des Schulgesetzes denkt und was damit auf dem Spiele steht, der wählt am 3. November nach der Parole, die ihm Volksschule und Lehrerstand diktieren. Wir stehen nicht im Dienste einer Partei. Wir wählen diesmal unter keinen Umständen einen Kandidaten, von dem wir annehmen müssen, daß er uns bei der Reform des Schulgesetzes im Stiche läßt". Wie wir erfahren, will die Zentrumspartei ein Mitglied des katholischen Lehrervereins als Kandidaten in einem der Zentrumspartei sicheren Lehrer Schorn in Mainz ausersehen. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 14. Oftober 1911. bandes", indem er die verschiedenen von dem Verbande im Interesse des Wasserkraftwesens vertretenen ProgrammPunkte erläuterte. Die Anwesenden erklärten daraufhin ihren Beitritt zum Verband mitteldeutscher Wasserkraftbesitzer unter gleichzeitiger Bildung eines Zweigvereins des Verbandes für das Großherzogtum Hessen. o In aller Stille ist am letzten Donnerstag das große Wasserwerk bei In het den in Betrieb genommen worden, das dazu bestimmt ist, für die Stadt Frankfurt a. M. auf mindestens 50 Jahre hinaus täglich 20 000 bm. vorzüglichen Quellwassers zu liefern. Die Zuleitung von Quellwasser aus dem neuen Werke nach Frankfurt a. M. wird in einer 43,7 m. langen Leitung bon 700 mm Durchmesser nach dem Hochbehälter am Das Inheidener Quellwosser Heiligenstock gefördert. Das Inheidener Quellwasser soll besonders zur Versorgung der hochgelegenen rechtsmainischen Stadtteile, der sogenannten Bergzonen, verwendet werden, zu denen alle über 120 Meter N. N. liegenden Stadtgebiete gehören. Die Qu. Awasserlieferung von Inheiden beginnt jetzt zunächst mit 10 000 tbm. täglich, sie wird dann staffelweise nach und nach gesteigert. Am 1 April 1912 wird dann die Eröffnung des Vollbetriebes mit der gesamten bertragsmäßigen Quellwassermenge von 20 000 bm. täglich stattfinden. o Friedberg In Torheim haben die Gräfinnen Anna und Berta zu Colms Rödelheim und Assen heim in dem restaurierten Schlosse wieder dauernden Wohnsitz genommen. Man plant hier den Bau einer elektrischen Bahn von Friedberg nach Ranstadt. Sie soll die Main- Weser- mit der Oberhessischen Bahn verbinden. o Bad Nauheim. Das Kommando des 18. Armeekorps hat an die Stadt das Ersuchen gerichtet, ob sie bereit sei, ein Militär- Kurhaus zu bauen. Es wurde beschlossen, dem Gesuch zu willfahren. Das Bebäude soll 100 Mannschaften und mehrere Offiziere aufnehmen können, es soll vertragsmäßig auf 30 Jahre der Militärverwaltung verpachtet werden. ):( Nassau. Auf Einwirkung des Landrats und des Konkursverwalters war seinerzeit in dem Konkurs über das Vermögen des hiesigen Vorschuß- und Kreditvereins in einer Mitgliederversammlung beschlossen worden, den Konkurs durch einen Zwangsvergleich zu e- ledigen, indem jeder, der den Verein in Anspruch ge nommen hatte, 35 Mf. freiwilligen Beitrag zur Auf bringung des Defizits von 50 000 Mt. zeid nen sollte. Infolge einer Gegenaktion lehnte der größte Teil der Wahlkreise aufstellen und zwar ist hier die Kandidatur Mitglieder es aber ab, diesem Beschluß nachzukommen. Der Zwangsver, leich kam zum Scheitern. In dec legten Sigung hit nun der Gläubigerausschuß be schlossen, gegen diejenigen, deren Mitgliedschaft ein wandfrei zu beweisen ist, und die zahlungsfähig sind etwa 100 Personen zur Deckung des Defizits die Stlage auf Zahlung von 600 Mt. zu erheben und rücksichtslos durchzuführen. Weniger Bemittelte sollen von der Klage ausgeschlossen bleiben. Was also mit 35 Mt. zu erreichen gewesen wäre, muß jetzt mit 600 Mt. gesühnt werden Hus Stadt und Land. Gießen, 14. Oktober 1911. * Laut Mitteilung Gr. Kreisamts Worms ist die Maul- und Klauenseuche in Mörstadt und Pfeddersheim( Kr. Worms) erloschen. * Die Maul- und Klauenseuche ist ausgebrochen im Viehhofe zu Köln am 9. Oktober, ferner im Viehhofe zu Mannheim am 10. Oktober. Bauernregeln vom Oftober. Durch Oktobermücken laß dich nicht berücken. Sankt Gallen ( 16.) läßt den Schnee fallen. Oktoberhimmel voller Sterne hat warme Ofen gerne. Sitzt das Laub noch fest am Ast, wird der Winter ein schlimmer Gast. Simon und Judä hängt an die Stauden Schnee. Wenn im Moor viel Jrrlicht stehn, bleibt das Wetter lange schön.- Ist im Herbst das Wetter hell, so bringt er Wind und Winter schnell. n Die Zahl der Landtagswähler im Kreis Gießen, soweit er in diesem Jahre an der Wahl betctligt ist, beträgt 13 434. Hiervon find 4864 Wähler über 50 Jahre alt und haben sonach die Berechtigung, zwei Stimmen abzugeben. Von den 3602 Wählern der Stadt Gieben haben 1192 zwet Stimmen. n Die Lehrer- Konferenzen finden für den Bezirk Gießen am 23. Oktober in Klein Linder,' n Grünberg am 26. Oktober, sü Vich am 27. Oftob.r in Langsdorf flatt. n Die Stadtverordeten- Versammlung be= willigte zur Erbauung einer Schlachthalle den Betrag von 315 000 Mark. n Thr 100 jähriges Bestehen feiert am 15. Oktober die Firma J. B. Noll hier. n Am Sonntag tagten in Gießen die Wasserkraftbesitzer aus dem Großherzogtum Hessen. Redakteur Koch- Duderstadt vom Verband mitteldeutscher Wasserkraftbesitzer sprach über" Biele und Aufgaben des Vero Vom Vogelsberg. Ein Lauterbacher Bürger stiftete dem Vogelsberger Höhen- Klub Lauterbach den Betrag von 500 Mark mit der Bestimmung, daß er zur Verminderung der Hainigturm- Schulden dienen sollte. s Darmstadt. Der Geschäftsleiter des Offizierskasinos des Artillerieregiments, Vizewachtmeister Hermann Bade, wurde wegen Unterschlagungen im Gesamtbetrage von 9000 Mark, Notenfälschung und Betrugs vom Kriegsgericht unter Degradation zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt. 3 Darmstadt, 13. Oft. Gestern wurden zwei neue Schulen eingeweiht, nämlich die neue höhere Mädchenschule, die den Namen„ Eleonorenschule", und eine neue Volksschule, die den Namen„ Pestalozzischule" chielt. Letztere ist eine Hilfsschule für schwach begabte Kinder. Der Einweihung der Eleonorenschule wohnte der Großherzog und die Großherzogin bei. ! Mainz. Infolge des Anwachsens der Zahl freireligiöser Kinder wird jetzt auf Grund des hessischen Schulgesetzes ein freireligiöser Volksschullehrer hier angestellt. ! Mainz. Die kürzlich verstorbene Witwe Emma Schreiber hat der Stadt ein Vermächtnis von 50000 Mark zum Besten der Armen gemacht um den Folgen der Teuerung der Lebensmitteln zu steuern, wurden 20 000 Mark bewilligt. Weiter wurden 10 000 Mark genehmigt, für die speziell den Armen wöchentlich ein halber Zentner Kohlen mehr als seither geliefert werden soll. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. ):( Frankfurt. Die Stadt hat an den Flugmaschinenbauer Aug. Euler, der seine Werkstätten bisher auf dem Ererzierplatz bei Darmstadt hatte, ein Gelände auf dem nahen Hofe Goldstein verpachtet, das einen Flächeninhalt von mehr als 15 Hektar umfaßt. ):( Frankfurt, 13. Oft. Mordversuch und Selbstmord. Heute morgen gegen 1/27 Uhr gab der 27jährige Ofensezer August Klinneck aus Nießvaschin zwei Schüsse auf die 66jährige Frau Hopfeld, Noßdorfertraße 40, ab und verletzte sie lebensgefährlich. Dann tötete er sich selbst durch einen Schuß in den Mund. Klinned wohnte bis Pfingsten d. Js. bei der verwitweten Hopfeld und stellte deren 27jährigen, von ihrem Manne getrennt lebenden Tochter Elise Schomann forts gesezt Liebesanträge. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 15. Oktober, 18. nach Trinitatis. Erntedankfest. Kollekte für die Armen. Gottesdienst meinde. In der Stadtkirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- GePfarrer D. Schlosser. Nachm. 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 17. Oktober, nachm. 4 Uhr im Matthäussaal: Frauenmissionsverein, wozu außer den bisherigen Mitgliedern auch neue herzlich willkommen sind." Dienstag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr: Verfammlung des Frauenvereins der Markusgemeinde. Mittwoch, den 18. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Donnerstag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr im Matthäussaal: Bibelstunde( Bilder aus der Apostelgeschichte). Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vorm. 9 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Nachm. 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Sonntagsvereins für Mädchen in den Sälen der kleinkinderschule Diezstraße 15. Abends 7½ Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde. Mittwoch, den 18. Okt., abends 8 Uhr: Bibelstunde im Lukassaal. Pfr. Bechtolsheimer. Freitag, den 20. Okt., nachm. 5.30 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Batholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 14. Oktober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 15. Oktober. Vorm. von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Borm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Borm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. Nachm. 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, mit Segen. Samstag: abends um 6½ Uhr ist Rosenkranzandacht Noch ist es Zeit, den Herbstsaaten, die vor der Bestellung entweder nur Stallmist oder vielleicht gar keine Düngung erhiel ten, eine Thomasmehlkopfdüngung zu verabreichen, damit die Saaten fräftig entwickelt in den Winter kommen und nicht so leicht auswintern. Bei mangelhaft gedingten Winterſaaten kann nie und nimmer auf befriedigende Körnerernten gerechnet werden. Laboda- Dragées aus Taunenduft und Menthol, der Liebling aller Redner, Gelift ichen, Sänger und Sängerinnen. Die Stimme wird dadurch klar, die Müdigkeit der timme und Trockenheit des Gaumens verschwinden. Zugleich Vorbeugungsmittel gegen Influenza und Katarrh. Laboda- Dragèes sind zu Mk. 1.50 in Apotheken erhaltlich. Haupt Depot: Engel- Apotheke, Frankfurt a/ M. Die Einigung in der Maroffofrage. Der schwierigste Tell der deutsch- französischen Verhandlungen, die Einigung über Marotto selbst, tst verrichtet. Die Norddeutsche meldete, wie berichtet, amittwoch, daß der über Marokko bezügliche Teil des deutsch- französischen Abkommens unterzeichnet worden ist. Damit zusammenhängende Kompensa= tionsverhandlungen sind wieder aufgenommen worden. Die amtliche Mitteilung enthält für unterzeichnet die Bezeichnung„ paraphtert". Das bedeutet eine abgekürzte Unterschrift, etwa mit dem Anfangsbuchstaben des Namens, also etwa dasselbe, was man im gewöhnlichen Leben die Schlußformulierung eines Anfrags nennt, dem zur Gültigkeit nur noch die volle Namensunterzeichnung fehlt. Die volle Unterschrift der Unterhändler wird selbstverständlich nur unter das Gefamtabkommen gestellt werden, welches das Marotto- Statut und die Kongo- Kompensationen gemeinsam umfaßt. Derlieren wir Kamerun? See. Der„ Eber" hat Befehl erhalten, sich in nächster Bett in Las Palmas aufzuhalten, um die neue Besatzung an Bord zu nehmen. Eine Ver= Die Detaillisten und die Teuerung. sammlung der Cölner Mitteistandsvereinigung fitr Handel und Gewerbe sprach sich entschieden gegen die vom Minister vorgeschlagenen Mittel, zur Behebung der Teuerung städtische Verkaufsstellen für Fische und sonstige Lebensmittel einzurichten, aus, da hierin eine bedenkliche Schädigung des steuerzahlenden gewerbltchen Mittelstandes hervorgerufen würde. Flieger Schreck und einem Offizter besetzt war, wurde auf dem Flugplatz in St. Aumer ein sechsjähriges Kind getötet. Lyuchiustiz in Nordamerika. Die in den Vereinigten Staaten von Nordamerika in letter Bett fast ept demisch auftretende Lynchjustiz erregt dort allmählich ernste Besorgnis. In Caruthersville im Staate Mis= fourt wurden gestern wieder zwet Neger gelyncht. Ane anderen Neger wurden durch Steinwitrfe aus der Stadt vertrieben. Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands hat in einer außerordentlichen Generalversammlung in Effet zur Lohnfrage eine Entschließung ge= faßt, wonad, sie mit aller Schärfe das Verhalten vieler Grubenverwaltungen verurteilt, die in den Betrieben, in denen viele Kohlen gefördert werden, für einen Teii der Arbeiter Ueberschichten abfahren lassen, während sie auf der anderen Seite für die Belegschaften Feterschichten einleger. Nicht weniger bedauerlich set es, daß die Bechenverwaltungen des Ruhrgebietes threm Versprechen, die Löhne steigen zu lassen, ganz ungenügend nachgekommen feten. Gerade der Bergbau, dem die nationalen Bodenschäße ohne Gegenleistung zur Ausbeute überlassen würden, müsse auf das Wohl der von ihnen beschäftigten Arbetter und auf die Allgemeinheit Rückficht nehmen, statt in den Zeiten einer außerordentlichen Notlage in erster Linie für die Erzielung möglichst hoher Dividenden des angeschlossenen Kapitals Opfer zu bringen. Der Vorstand des Gewerkvereins wird eine Eingabe an Regierung und Reichstag richten, damit Abhilfsmaßregeln erfolgen. Nachdem der erste Teil des deutsch- französischen Abkommens erledigt ist, haben die Verhandlungen darüber begonnen, was uns Frankreich für unseren Verzicht auf Marokko vergüten will. Es sind die KongoKompensationen, um die die Beratung sich dreht. Was darüber heute in der Presse gemeldet wird, ist geeignet, einige Beunruhigung in Deutschland hervorzurufen; denn wenn sich die Mitteilungen bewahrheiten, so tst es um unser Kamerun geschehen. Der Berliner Korrespondent der Köln. Volfsztg." erklärt, daß die deutsche wie die französische Regterung bezüglich der Kompenfattonen über die bisherigen Forderungen völlig im tiaren feten. Die Meldungen Pariser Blätter über die Abtretung eines Tetls von Kamerun und voraussichtlich auch an derer deutscher Kolo= ntalgebiete vermag man im Auswärtigen Amt nicht für falsch zu erklären. Von dem französischen Angebot, betreffend Gebietsabtretungen am Kongo, schweigt man im Berliner Auswärtigen Amt. Der Reichskanzler werde im Reichstag auf die InterpellaHonen hin keine Antwort geben, bevor die Marokkoverhandlungen zu Ende sind. Eine Wertzuwachssteuer in Frankreich. Der französische Finanzminister verlangt im Budget für 1912 einen Kredit von 20 000 Francs zwecks Vorbereitung einer Wertzuwachssteuer auf Grundstücke. Noch bedenklicher flingt, was der Berliner Vertreter des Pariser Matin" seinem Blatte meldet:„ Aus absolut zuverlässiger Quelle erfahre ich, der Kanzler habe in voller Uebereinstimmung mit Riderlen- Wächfer und dem Kaifer beschlossen, einen sehr bedeu tenden Tetl Kameruns an Frankreich abzutreten. Die höchste Persönlichkeit des Netches, vor kurzem noch gewissen Mächten wenig günstig gesinnt, habe erflärt: Es ist ganz richtig, man muß dem Selbstge= fühl des großen französischen Volkes Rechnung tragen und sich erinnern, daß man die Franzosen stets mit Güte gewinnen muß." Der„ Mafin"-Vertreter schließt: Es scheine somit, daß ein glücklicher Abschluß der Verhandlungen sich nicht mehr lange verzögern wird. Kleine Nachrichten. Aus den Gerichtssälen. fein ohne in B chan das gebr liegt Ract Trau ritan Jean Milli daß ftalt amer folche mitt Spiel einen Tier Knoc am wurd 2 mund der P au ber besteh weg 1 Mitta die Karte gefuni Lebendurch Eine französische Sprachlehrerin der Spionage ans geklagt. Die vereinigten 2. und 3. Straffenate des Reichsgerichts beschäftigen sich gegenwärtig mit der Spionageaffäre Thirion. Die 31 Jahre alte Angeschuldigte, Germaine Marie Thirion, ist im Frühjahr in Cöln verhaftet worden und zwar auf Betreiben eines neutschen Offiziers, von dem sie Pläne der Festung Wesel herauslocken wollte. Nach Cöln ist sie gekommen, als ihr in Düsseldorf der Boden zu heiß wurde; denn es fanden Haussuchungen bet thr statt, weil sie sich als Kellnerin in einem von Offtzteren besuchten Restaurant verdächtig gemacht hatte, im Dienste des französischen Nachrichtenbureaus zu stehen. Dt eThirion, die sich auch Madame de Brèsne genannt haben soll, hat ein Stück Abenteurerleben hinter sich. Sie hatte sich schon in einer Reihe deutscher Städte aufgehalten und ferner eine Zeitlang in London gelebt, wo sie ein Attentat auf ihren Geliebten Howard verübte, als dieser fie verließ. Die Angeschuldigte ist 1880 in Ville Paris als Tochter etnes Eisenbahnbeamten geboren. Seit 1905 will sie in Deutschland in verschiedenen Städten als Sprachlehrerin, nie aber als Kellnerin tätig gewesen sein. 14 Zeugen sind geladen. Unter den Sachverständigen befindet sich Major von Wrisberg vom preußischen Generalstab. Gleich zu Beginn der Verhandlungen beantragte der Vertreter der Anklage, daß im Intnresse der Sicherheit des Deutschen Reiches die Deffentlichkeit für die ganze Dauer der Verhandlungen ausgeschlossen werde, und der Gerichtshof beschloß demgemäß. Die Verhandlungen dürften mehrere Tage dauern. Der Kronprinz trifft im Laufe der nächsten Woche als Gast des kardinals Kopp auf Schloß Johannesburg( Desterreichisch- Schlesien) ein, um einer Einladung zur Jagd zu entsprechen. Man darf vorerst hoffen, daß sich die Mitteilungen des Matin wie so oft auch diesmal als unrichtig erwetfen und annehmen, daß es sich vorläufig nur um einen Versuchsballon handelt. Denn unser Kolontalbesitz ist uns doch zu teuer, als daß wir ihn gegen wertlose Distrikte am Kongo eintauschen. Rundschau vom Cage. Politisches. = Die Kronprinzessin traf am Donnerstag nachmittag in Langfuhr ein. Sie wurde auf dem Bahnhof und auf dent Wege zur Villa von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Die Provinz Westpreußen und die Stadt Danzig hatten Blumen als Willkommensgruß in die Villa geschickt. Vor der Villa sang das Publikum wiederholt die Nationalhymne. Fürst Bülow beabsichtigt, in dem Hamburger Vorort Klein- Flottbeck Grundbesitz zu erwerben. Daß der Fürst, der bisher den größten Teil des Jahres in Rom zubrachte, in Zukunft in Hamburgs unmittelbare Nähe wohnen will, geht auch daraus hervor, daß seine umfangreiche Bibliothek nach Hamburg geschafft werden soll. Der Reichstag wird nach seinem Wiederzusammentritt die Reichsregierung über Maßnahmen gegen die Teuerung interpellteren. Teuerungsinterpellationen sind außer von den Sozialdemokraten auch vom Zentrum und den Freisinnigen beschlossen worden. Wie verlautet, sind die Vorerhebungen über die Einfuhr gefrorenen argentinischen Fleisches zum Abschluß gelangt. Eine Fahrt von sieben Stunden Daner führte am Donnerstag das neue Zeppelin- Militärluftschiff unter persönlicher Führung des Grafen Zeppelin aus. Die Fahrt, an der zwei Mitglieder der militärischen Abnahmekommission teilnahmen, nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. Der frühere Kapitän der Hohenzollern", Graf Osfar von Platen- Hallermund, Konteradmiral 3. D., a la suite der Marine, tst zum Hofmarschall des Kaisers und Königs ernannt worden. Vermischtes. Von London nach Belfast 41 Jahre. Ein halbes Jahrhundert beinahe hat eine Postkarte gebraucht, die von London nach Belfast gehen sollte. Ste wurde am 30. Oftober 1870 geschrieben, am 1. November 1870 abgestempelt und ist tatsächlich erst am 3. Oktober dieses Jahres an ihrem Bestimmungsort angekommen, ohne daß die Schrift verblaßt oder die Karte sonst in irgend einer Weise beschädigt worden wäre. Regelmäßig kann die Reise London- Belfast in ungefähr 24 Stunden zurückgelegt werden. Reiche Kartoffelernte. Wie ein Märchen in dieser Teuerungszeit liest sich der Bericht, daß in Grünhagen, im Kreise Preußisch- Holland, bet der Kartoffelernte sett Menschengedenken nicht so reichliche Erträge wie in diesem Jahre zu verzeichnen waren. Stellenweise sind von einem Scheffel Kartoffelaussaat zwanzig und mehr Scheffel geerntet worden. Für den schnelleren Ausbau unserer Krenzerflotte treten jetzt überall die Ortsgruppen des Flottenvereins ein. So beschäftigte sich die Ortsgruppe tel des Deutschen Flottenvereins in einer stark besuchten Versammlung mit der Notwendigkeit eines schnelleren Ausbaues unserer Flotte innerhalb des Rahmens des Flottengesetzes. Auch der Präsident des Deutschen Flottenvereins, Großadmiral v. Köster, nahm das Wort, um im besonderen auf den fühlbaren Mangel an modernen deutschen Panzerfreuzern hinzuweisen. Unter lebhaftem Beifall wurde die Absendung eines Telegramms an den Reichskanzler beschlossen, in dem die dringende Bitte ausgesprochen wird, den Ausbau unserer Wehrmacht zu Wasser zu beschleunigen und eine ents sprechende Vorlage noch für das Etatsfahr 1912 ben gefeßgebenden Faktoren zugehen zu lassen. Unheimlicher Fund. Im Hausflur eines Hauses in München wurde gestern eine Schachtel gefunden, die die Leichen von drei neugeborenen Kindern enthielt. Ob ein Verbrechen vorliegt, konnte noch nicht festgestellt wer= den. Der Ablösungstransport für Agadir. In Stärke von 126 Köpfen gingen am Mittwoch von Hamburg an Bord des Dampfers Bürgermeister" die neuen Mannschaften für das Kanonenboot, ber" vor Agadir in 10) Aus Eifersucht. Die Hundertjährigen. Eine Statistik des Reichsgesundheitsamtes beschäftigt sich mit der Zahl der Hundertfährigen und stellt fest, in welchem europäischen Lande sich die meisten Hundertjährigen befinden. Die Statistik beweist, daß die Hundertjährigen im Süden besser„ gedeihen" als im Norden. Während in Bulgarien angebItch auf je 100 Bewohner 1 Hundertjähriger kommt, muß man in Deutschland 1 Million Menschen durchsehen", bis man einen Menschen findet, der 100 Jahre erreicht hat. Deutschland zählt augenblicklich nicht mehr als 76 Hundertfährige, das fleine Bulgarten dagegen 3883(?). In Rumänien gibt es 1074, in Serbien 573, in Spanten 410, in Frankreich 213, tn Italien 197, in Desterreich- Ungarn 173, in England und Schottland 92, in Rußland 89, in Norwegen 23, in Schweden 10, in Belgien 5, in Dänemark 2. Die Schweiz muß sich augent= blicklich ohne Hundertjährige begnügen. Ein schweres Fahrstuhlunglück hat sich am Donnerstag nachmittag in einer Chemnißer Maschinenfabrif ereignet. Ein neuer Fahrstuhl, der ausprobiert werden sollte und sich im vierten Stock befand, stürzte mit vier Monteuren in die Tiefe. Vter Elektromonteure wurden schwer verwundet. Einer der Verunglückten ist bereits gestorben. Ein neuer Unfall in der französischen Kriegsma rine wird aus Cherbourg gemeldet. Danach hat das Unterseeboot Archimod" bel einer Versuchsfahrt eine so schwere Havarie erlitten, daß es nur unter den größ= ten Schwierigkeiten nach dem Hafen zurückgeschafft werden konnte. Die Denkschrift des Brinzen Heinrich. Der Pariser Matin" hatte, wie mitgeteilt, einen Artikel veröffentlicht, wonach Brinz Heinrich dem Kaiser eine Dentschrift überreicht habe, in der der Wert der Luftschiffe bestritten und hervorgehoben werde, daß die Zukunft den Flugzeugen gehöre. Ein Mitarbeiter des„ PreßTelegraphen hatte Gelegenheit, anläßlich der Gröffnung der Automobilausstellung in Berlin den Prinzen Heinrich hierüber zu befragen. Dieser erklärte, daß die Nachricht des„ Matin" eine glatte Erfindung set. Eine Erdbebenkatastrophe hat auf San Domingo großen Schaden angerichtet. Die Stadt San Juan de la Magriana ist durch ein Erdbeben zerstört worden. Einzelhetten über die Katastrophe fehlen, doch berichtet man, daß eine große Anzahl von Personen getötet worden sein soll. Viele Häuser sind eingestürzt. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) ,, Kennen Sie diese Dame?" fragte er. Die Wirtschafterin sah das Bild prüfend an und rlef dann erstaunt:„ Aber das ist ja die Frau Regte= .rungsrat, wie sie früher ausgesehen haben muß! Sehen Sie, gerade so gingen die Damen vor ungefähr fünf Jahren gekleidet, mit diesen glockenförmigen Aermeln und dem hohen Kragen um den Hals. Das habe ich ja gar nicht gewußt, daß er eine Photographte der Frau von Marleben hat!" ,, Sie sind ganz sicher, daß es thre Photographte ist?" " Todsicher! Wer dieses Gesicht nur einmal gesehen Hat, fonnte es so leicht nicht wieder vergessen, und das hter ist genau dasselbe." Durch einen landenden Eindecker, der mit dem schon am Abend die sensationelle Nachricht, daß als der mutmaßliche Mörder der Frau von Marleben der praktische Arzt Dr. Marleben anzusehen set. ,, Es ist wahr," sagte Weide. Auch ich erkenne die Aehnlichkeit, trotzdem ich nur die Tote gesehen habe." „ Es muß schon längere Zeit in seinem Besitz gewesen sein," stellte Herr von Bardetow fest.„ Es lag hter zwischen Schriftstücken älteren Datums." Er steckte das Bild zu sich, auch das Besteckt wurde mit Beschlag belegt. Dann wurde der Kriminalschutzmann zur Bewachung des Hauses und sofortigen Meldung für den Fall der Rückkehr des Doktors zurückgeIaffen. 4. Kapitel. Sechs Personen vergiftet. Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich an Bord des französischen Segelschiffes " Bougenville". Der Kapitän des Schiffes hatte einige englische Gäste zum Frühstück geladen. Durch ein Verseheen des servierenden Schiffsfungen wurde statt einer Flasche Portmein eine mit einer fäurehaltigen Flüssigfett gefüllte Weinflasche aufaetischt. Als man einander zuprostete, leerten der Kapitän und seine Gäste fast aleichzeitia die Gläfer. Die Wirkung war furchtbar. Innerhalb sechs Minuten verschieden der Kapitän und fünf seiner Gäste infolge innerer Verbrennuna, bet einigen anderen war ein sofort in Anmendung gebrachtes Gegenmittel aber von Erfolg begleitet, wenn sie auch noch schwer erkrankt darnieder Itegen. Bom Broneller erfakt. Ein eigenartiger Infall eretanete sich auf dem Fluafelde von Reims. Der Flug= schüler Hefner moffte einen Tonerfich machen und Doktor Waldow hatte sich nach einer schrecklichen Nacht, in der thn wirre Träume gequält hatten und abwechselnd Fteberglut und-Frost seinen Körper durchschauerte, an demselben Morgen mit einem dumpfen Gefühl im Kopf erhoben. In der Hoffnung, daß es vorübergehen werde, nahm er in dem kleinen Badezimmer neben der Küche eine falte Dusche, rieb sich titchtig ab und war auch beim Frühstückstisch wieder in etwas behaglicherer Stimmung, als er die Zeitung zu lesen begann. Dabei beftel thn plößlich ein so heftiges Bittern, daß er sich eine Welle in dem Sofa, auf dem er saß, zu= rücklehnen mußte. Er hatte den Polizeibericht und die Nummerangabe der Scheine gesehen. Die beiden anderen Herren baten telephonisch thre Behörden um ein größeres Aufgebot zur Suche nach dem Verschwundenen und begaben sich sogleich ans Wert, ihn ausfindig zu machen und festzunehmen. Einige Berichterstatter, die in der Nähe herumspürten und die Kriminalkommissare mit Fragen bestürmen wollten, wurden kurz damit abgefertigt, daß man dem Verbrecher auf der Spur zu sein glaube. Einer aber hatte die Polizeibeamten beretts vorher in die Wohnung des Arztes gehen sehen, und seine Zeitung brachte leise in sein Sprechzimmer wo er verschiedenes zu sich steckte, mobet ihm selbst merkwürdig vorkam, wie unbewußt, fast automatisch er handle, und dann verließ er das Haus. Largsam schlenderte er dahin. Man muß bet solcher Gelegenheit ganz harmlos aussehen, sagte er sich, so wie ein hetterer, harmloser Spaziergänger in der frischen Morgenluft, dann merkt niemand, was tm Innern vorgeht. Was sollte er tun? Seine Gedanken verwirrten sich mehr und mehr, als er sich darüber klar zu werden versuchte. Jetzt zur Polizet gehen und alles genau darlegen? Dann würde man thn mindestens vorläufig festnehmen, sein Name war befleckt und er wurde von allen geächtet- thn schwindelte, wenn er sich das alles vergegenwärtigte. fen ni Itchen auf or not er Wild Kame bet de für fe Dentic Martt Yangt Ein junger Mensch, irgend ein Gymnasiast, der nach der Schule ging, grüßte thn. Er tat, als wenn er es nicht sähe, und hielt seine Augen trampfhaft auf die blutroten Blätter einer mit Wein überzogenen Laube auf der anderen Seite der Straße gerichtet. Dabet fühlte er es förmlich im Rücken, wie ihm der Knabe nachschaute. Der würde nun gewiß erzählen: Heute morgen habe ich den Doktor Waldow gesehen, er machte einen Spaziergang und war ganz in Gedanken versunfen. Warum mußte ihm der auch gerade in den Weg tommen? Well er sich hier in der bekannten Gegend zu lange aufhielt. Ja, er mußte weg von hier, wett weg, zu anderen Menschen und in andere Umgebung, wo niemand wußte, wer er war. Was sollte er da? War das schon der Wahnsinn, der ihn so handeln Iteß? Um so besser! Hier konnte er jedoch auch nicht bletben. War man nicht vielleicht schon auf seiner Spur? Ach, lächerlich! So schnell geht das doch wohl nicht! Man muß sich dem eben entziehen. Darum fort, vor allen Dingen fort von hier! Das wurde sein einziger treibender Gedanke. Wohin? Er wußte es selber nicht. Er sah nach der Uhr. Es war jetzt halb neun, um neun begann fetne Sprechstunde. Rasch sprang er auf. Noch war es Bett, unbemerkt wegzukommen. Er zog den Ueberzieher an, nahm Hut und Stock, ging ganz Seti L ter m eingeE Augen Tiere Dung rung und H feßt, dc der PC 31 Melt S Blume Und seine Schritte vergrößerten sich, er ging im= mer schneller, bis ihm auch das zu langsam vorkam und er in einen hastigen Laufschritt verfiel. Aber dann sagte er sich, daß er fa dadurch noch mehr auffallen mußte, und er verlangsamte sein Tempo wieder. Ez war auch Zeit, denn der Schweiß brach ihm bereits trob der frischen Luft aus allen Boren. Doch in der Ferne zeigte sich jetzt die dunkle Wand des Grunewaldes, und nun ging er mit kräftigen Schritten eines naturfrohen Wanderer vorwärts. Dort, ta dorthinein wollte er, in das dichte Gehölz, wo er zwischen den Bäumen Schutz und ein Versteck finden würde. er das die B. Gebur Wie Jr Broze am T Der& verurt Unters tlagte der Ur gender den S fagen stellen. De und fa aus de Schulde der Vo rangler respon geftan folle tr Schwiste jebigen Schauft fus, dez Mutter Ich felt aber de nur da oder de Ob fich sche die fich hinter iE In der Ja die S dibergeg Libertrie Je ter wurd An, laut Higes Sa rten Gru „ Seh Er f Dor Schre at fich m mejen, de Fertitr H Er E sehen, Lorbeizut " Dan Serr Gra gegeben? Die St deln nahm 81 teder etn mmal po man bod m wied thm jezt Beste, we Gr ta Falten Bift t= De it e= J= t, h= re hr It 3, int t fer its ffe aft Off inaß 18fes tge er ner fig= der faft bar and bet achfie er= mb fich unt= 3 er fol fich, der der t er Die aube abet mabe eute achte fun Weg gend wett ung, da? teß? imund bann allen E3 trob Ferne und Cohen er, in Schutz sein Mechaniter Garde hatte einen Propeller angedreht, ohne zu bemerken, daß der Aviatiker schon den Motor in Bewegung gefeßt hatte. Der Propeller traf den Mechaniker mit furchtbarer Gewalt und schnitt ihm glatt das rechte Bein ab. Garde wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er in hoffnungslosem Zustande darntéderitegt. Ein nettes Hochzeitsgeschenk. In der Kirche zu Racine in den Vereinigten Staaten fand gestern die Trauung von John Reid jun., einem Neffen des ame= rikanischen Botschafters Reid in London, mit Fräulein Jeanette Bull statt. Der Vater der Braut, ein MulttMillionär, war bei dem Hochzeitsdiner so guter Laune, daß er der Braut ein Extra- Hochzeitsgeschent in Gestalt eines Schecks auf zehn Millionen Mark gab. Ein amerikanischer Multi- Millionär darf sich erlauben, solche Ertrageschenke zu machen. Von einem Hunde zerfleischt wurde gestern nachmittag in Berlin ein 12 Jahre altes Mädchen. Ste spielte vor der elterlichen Wohnung, als sie plöglich von einem großen Hunde angefallen wurde. Das wütende Tier zerfleischte dem Kinde das rechte Bein bis auf die Knochen und fügte ihm weitere zahlreiche Bißwunden am ganzen Körper zu. Das schwerverletzte Mädchen wurde dem Krankenhause zugeführt. Die Hoteliers westfälischer Städte tamen in Dortmund zusammen, um über eine allgemeine Erhöhung der Preise für Speisen in Gasthöfen und Restaurants zu beraten, und einigten sich dahin, daß ein Mitagessen, bestehend aus Suppe, zwei Gängen und Nachtisch durch= weg nicht mehr unter 1,50 bis 1,75, ein dreigängiges Mittagbrot nicht unter 2,25 Mark verabreicht und auch die Preise für Abendessen und Einzelspeisen nach der Karte entsprechend heraufgesetzt werden sollen. Der ungesunde Zustand, in dem der Gastwirtestand durch die Lebensmittelteuerung geraten, werde, hieß es, noch dadurch gesteigert, daß die Pächter von Brauerelausschänfen nicht selten von den Brauereien einen festen jähr= lichen Zuschuß für die Küche erhielten. Gazellenbraten in Paris. In Paris versucht man auf originelle Weise der auch dort herrschenden Fietsch= not entgegenzuwirken. Schon vor zwei Jahren kam ein Wildprethändler auf dem Montmatre auf die Idee, Kamelfleisch in den Handel zu bringen. Er fand aber bei den Einwohnern der Seinestadt wenig Sympathie für fein Unternehmen. Jest bietet so meldet die Deutsche Fletscher- Zeitung- ein Händler der Partser Markthalle Gazellenfleisch zum Verkauf an und verlangt dafür nur 1,20 bis 1.60 Franken für das Kllo. Sein Lieferant ist ein Schlächter in Tunis. Der Schlächter macht übrigens gar fein Hehl daraus, daß er von eingeborenen Wilddieben versorgt wird, die unter den Augen der zuständigen Behörden Jagd auf die schönen Tiere machen. Ein Pariser Blatt meint zu der Meldung, daß dieser Versuch, der herrschenden Fleischteue= rung zu steuern, angesichts der hohen Breise für Ochsenund Hammelfleisch mindestens diskutabel set, vorausge= setzt, daß das Gazellenfletsch dem verwöhnten Geschmack der Bariser entgegenkomme. Bwet Fliegen auf einen Schlag. Parkwächter( et= nen Herrn belauernd, der Blumen abpflückt):„ Auf's Blumenbinden scheint sich der Karl zu verstehen! Wenn er das Bufett fertig hat, schreib' ich ihm auf, konfisztere die Blumen und schent' sie meiner Frau morgen zum Geburtstag!" Wie sich Graf Metternich verteidigt. In dem an sensationellen Zwischenfällen reichen Prozeß gegen den Grafen Gisbert Wolff- Metternich ist am Donnerstag nachmittag das Urteil gefällt worden. Der Graf wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, wovon sechs Monate als durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt erachtet werden. Der Angetlagte will gegen das Urteil Revision einlegen. Vor der Urtellsverkündung hatte Graf Metternich in stetgender Erregung noch einmal heftige Anklagen gegen den Staatsanwalt gerichtet und sich bemüht, die Aussagen der Zeugin Frau Wertheim als unwahr hinzustellen. Der Angeklagte ging dann auf die Einzelfälle über und sagte: Betrogen habe ich niemals in Berlin. Schuldeit habe ich allerdings gemacht, aber immer von der Voraussetzung ausgehend: Du wirst dich später doch rangieren! Ich bin nicht, wie der Staatsanwalt sagt, aus der Familie ausgestoßen. Ich habe ständig in Korrespondenz mit meinem Vater und meinen Schwestern gestanden. Es hat immer geheißen, bis Oktober 1910 folle ich warten, dann bekäme ich wie die anderen Geschwister meine Apanage. Die Hetrat mit meiner jeßigen Frau trat dem entgegen. Ist nicht die große Schauspielerin Vallentin genau so wie die Dolly Pinfus, deren Millionen nach der Behauptung der eigenen Mutter vom Vater zusammengestohlen" worden sind?! Ich selbst, als armer Mensch, bin ja gar nicht angeklagt; aber der Name Metternich ist angeklagt. Wenn ich nur daran denke, wie damals von dem Staatsanwalt oder der Kriminalpolizei in die Zeitungen lanziert Ob sie vielleicht schon hinter ihm waren? Er sah fich scheu um; aber auf der schnurgeraden Landstraße, die sich schter endlos wie ein weißgrauer, dicker Strich hinter ihm dehnte, war niemand zu sehen. Doch! Ganz in der Ferne bewegte sich ein Mensch! Ach, das war fa die Bauersfrau, die vor einiger Zeit bet thm vorübergegangen war! Und er mußte lächeln über seine übertriebene Furcht. Je näher er dem Walde kam, desto freier und leichter wurde ihm. Und er fing in seiner Freude unbewußt an, laut mit sich selbst zu sprechen.„ Bist ja ein richHges Hasenherz geworden! Hast doch eigentlich gar ketnen Grund zur Furcht! Nur Mut! Mut!" " Sehr richtig!" hörte er eine Heisere Stimme sagen. Er fuhr zusammen, blteb entsetzt stehen und wäre vor Schreck beinahe ins Knie gesunken. Und dann faßte er sich wieder. Das war ja nur der alte Invalide gewesen, der dort an der Umzäunung stand und die Gittertitr für die Passanten öffnete. Er griff ins Portemonnate und warf ihm ohne hinzusehen, ein Geldstück zu, um nur recht rasch bet thm vorbetzukommen. ,, Danke! Danke! Vergelts Gott viel tausendmal, Herr Graf!" rtef der Alte erfreut. Hatte er ihm zu viel gegeben? Schadet nichts, nur weiter, wetter! Die Kiefern mit ihren Bitscheln schwarzgrüner Nadeln nahmen ihn jetzt schweigend auf, und kein Laut war um ihn zu vernehmen. Da konnte er feine Gedanken wieder etwas sammeln. Und er begann sich alles noch einmal vorzuhalten, wie es gewesen war. Das konnte man doch ruhig alles erzählen! Warum war er fortgeet? Dummtopf, der er gewesen war! Aber dann kam thm wieder die Angst vor der Schande. Und würde man thm jetzt überhaupt noch glauben? Ach, es war das Beste, wenn er bald ein Ende machte! Er tastete in seine Tasche, aber da er den harten. talten Pistolenlauf fühlte, fchreckte er angewidert zuwurde, der Graf Metternich ist ein Betrüger... Der Vorsitzende unterbricht ihn:" Der Staatsanwalt lanziert nichts in die Presse." Angeklagter fortfahrend: " Ich sagte ta, der Staatsanwalt oder die KriminalpoItzet. Ich wurde mit 19 Jahren nach Amerika geschickt, verstand fein Wort spanisch, und mußte arbeiten wie ein gewöhnlicher Arbetter. Als ich zurückkehrte, fingen im Elternhause dieselben Reibereien wieder an. Was hat man für mich getan? Nichts! Höchstens die 30 Mark monatlich. Sprechen Sie mich bitte frei! Denfen Sie an mich, an die Leiden meiner Frau, die, nachdem sie mich im Gefängnis besucht hatte, abends das Publikum durch Scherze auf der Bühne unterhalten mußte. Bitte sprechen Sie mich fret! Der Angeklagte rief nochmals sehr erregt, daß er Revision einlegen werde, gestikulierte lebhaft in der Luft herum, sprach mit seinen Verteidigern und wurde dann wieder ins Untersuchungsgefängnis abgeführt. Zur Begründung des Urteils führte der Vorsitzende aus, daß der Angeklagte in den feinsten und teuersten Lokalen und in Nachtlokalen mit der weiblichen Halbwelt verkehrt habe, und dort in etner Nacht soviel Geld ausgegeben habe wie eine Arbetterfamilie taum in einem Monat. Um sich das nötige Geld zu verschaffen, hätte der Angeklagte große Schulden gemacht und Wechsel ausgestellt, obwohl er gewußt habe, daß er sie nicht einlösen könne. Bei der Strafzumessuna habe der Gerichtshof die Jugend des Angeklagten und den Umstand, daß er von seiner Familte verlasser wor, in Erwägung gezogen. Straferschwerend kam dagegen in Betracht die Höhe der Summen und das schlemmerische Leben des Angeklagten. Die Rebellen in China. Die Nachrichten aus dem Aufstandsgebiet in Sitdchina lauten immer bedrohlicher. Ausländer sind fretItch noch nicht getötet worden, und die Revolutionäre haben Anordnungen für ihre Sicherheit getroffen. Dte europäischen Mächte aber haben auf alle Fälle Kanonenboote nach Hankau beordert. Was Deutschland anbelangt, so Itegt das Flußkanonenboot Vaterland" vor Hankaut. Das Flußkanonenboot Otter" ist von den Stromschnellen zwischen Itschang und Tschunking auf der Fahrt nach Hantau. Ferner soll das Kanonenboot ger" heute oder morgen vor Hankau eintref= fen. Der Kreuzer etpzig" Itegt vor Schanghai. Die Lage im Aufstandsgebiet wird durch folgende Meldungen gekennzeichnet: Die Rebellen in Wutschang haben eine Proklamation erlassen, in der sie jeden mit Enthauptung bedrohen, der Beamte versteckt, Fremde beleidigt, Kaufleute schädigt, den Handel stört, mordet oder brennt und die Hankauer Freiwilligen bekämpft; sie versprechen eine Belohnung jedem, der ihnen Nahrung zuführt und Munition Itefert, die Fremdenniederlassungen schützt, die Kirchen bewacht und Mitteilungen über dte Bewegungen des Feindes macht. Die Revolutionäre haben eine allgemeine Volksarmee aufgestellt. Die Tore von Wutschang sind geschlossen; das Betreten der Stadt ist unmöglich. Ein Teil der Missionare hat diese verlassen. Die Pekinger Regierungskreise betrachten die Lage in Wutschana als sehr ernst. Die Wachen vor den Balästen des Regenten, der Prinzen und der Würdenträger in Peking sind bedeutend verstärkt worden. Man beabsichtigt, falls die Lage in den Provinzen sich verschlimmern sollte, über Beting den Belagerungszustand zu verhängen. Durch ein kaiserliches Edikt wird befohlen, daß zwet Armeekorps unter dem Kriegsmtnister unverzüglich nach Wutschana abgehen sollen; ferner ist die Abfahrt von Kriegsschiffen angeordnet worden. In der Eingeborenenstadt von Hankau solTen am Mittwoch 200 bis 300 Mandschus getötet worden sein. Der Draht meldet ferner: Peking, 13. Oftober. Die gefeßgebende Versammlung der Provinz Hupeh hat sich von der kaiserItchen Regierung losaesagt. Die Aufständischen in dte= fer Provinz, 10 000 Mann, sollen 30 moderne Geschütze erbeutet haben. Aus Tschengtu wird gemeldet, daß die Aufständischen das ganze Gebiet zwischen Klating und Kwan besetzt halten. 0 London, 13. Oftober. Nach einer Rentermel: dung aus Sanfan fam es heute nacht zu einem Massakre unter den Mandschn- Familien. Die Gefängnisse wurden geöffnet nnd die Sträflinge entflohen. Das Spiel um den Frieden. Die Friedensunterhandlungen wegen des türkischttalienischen Krieges, so wird von maßgebender ttaItenischer Seite erklärt, könnten in diesem Augenblick zu feinerlet Resultat führen, denn Tripolis müsse er st vollständig besetzt sein, ehe Jtalten an Frieden denken könne. Dann könne man zurzelt unmöglich von Frieden sprechen, da man nicht wisse, wer der Herr in Konstantinopel set. Erst müsse dte türkische Kammer ritck. Nein, soweit war es doch noch nicht mit ihm! So wanderte er stundenlang plan- und ziellos auf dem mit braunen Kieferunadeln besäten Sandboden umber, bis er vor sich Wasser aufblizen sah. Es war die Havel, die dort brett und ruhig, still und ernst wie sett Jahrtausenden dahinfloß. Sein Herz wurde ihm welch und er mußte sich an einen Baum niedersetzen. Wie oft war er in der Jugend hter in dieser Gegend gewesen! Und er erinnerte sich besonders etnes Schulausfluges, bet dem die sehr lebhaften Jungen dem beltebten, schwärmerisch verehrten Lehrer beim Kriegsspiel ein Brillenglas entzwet geschlagen hatten, was dem gutmütigen. Mann beinahe ein Auge hätte kosten können. Er war jetzt berühmter Professor in Bonn. Und die Mitschüler? Teils in Aemtern und Würden, tells in den Niederungen des Lebens geblieben oder verdorben und gestorben. So ist das Leben! Und er? Mit einem Seufzer sprang er auf. Hatte es nicht In seiner Nähe geraschelt? Was war es gewesen? Vielleicht ein dürrer Zweig, der zur Erde gefallen war, vielleicht auch eine Gehörtäuschung infolge seiner überhizten Phantasie. Es zog thn mit Macht nach dem Wasser und er begab sich auf die unten sich hinziehende Landstraße. Aber da kamen Männer mit Angelruten; er verlor sich wieder in den Wald und nahm sein unstetes Umhertrren von neuem auf. er Mit einem Male lichtete sich der Wald, und stand, ohne sich klar zu sein, wie er dorthin gekommen war, auf einem großen, freien Raum mit schmucklosen Grabhügeln. Er kannte den Ort. Dort ruhten die, die im Laufe der Jahre aus Verzweiflung über irgend eine böse Tat, über ihren Leichtsinn, oder auch aus Gram, Kummer, Schmerzen und Sorgen in dieser weltfernen Gegend sich gewaltsam die Pforte zu einem geheimnisvollen, unbekannten Land geöffnet hatten und dann flanglos und meist unbeweint im Schoße des Waldes gebeitet worden waren. Er mußte darüber staunen, wie zusammentreten, dann müsse das gegenwärtige türkische Kabinett sich entweder festigen oder stürzen und ein neues ernannt sein. Die Friedensbedingungen, die Ita Iten stellen würde, und von denen es unter feinen Um ständen abweichen dürfe, ließen sich schon heute präzifieren: Tripolis müsse unbedingt eine italie= nische Provinz sein, fede noch so formelle Anerken= nung einer türkischen Oberherrschaft müsse unbedingt ausgeschlossen sein. Ließe Italien der Türkei auch nur die geringste Handhabe, so könne dies die bösesten Folgen haben. Solange ein Halbmond über Tripolis wehe, solange würden die Araber in den Türken immer den Herrn anerkennen. In diesem Augenblick set Italien sogar bereit, eine Entschädigung zu zahlen, allerdings dürfe die Türket sich nicht allzulange befinnen. Im Gegensatz zu dieser italienischen Auffassung scheint man in Konstantinopel an günstigere Frie= densbedingungen zu glauben. Offiziös wird hierzu aus Konstantinopel gemeldet, man hoffe zu einer für beide Parteten genehmen Lösung zu gelangen. Die Mächte und die Pforte feien auf dem Wege, eine Basis für Verhandlungen zu finden, die zugleich die Sout= veränttät der Türkei über Tripolitanien und die Cyrenaika aufrecht erhalten, wie die Interessen ItaItens berücksichtigen werde. Die neuesten Meldungen. Nach Meldungen römischer Blätter sind jetzt im ganzen 22 000 Soldaten in Tripolis gelandet. 15 Mitglieder des Komitees für Einheit und Fortschritt sind ausgewiesen worden. Während der Beschießung find 300 Sträflinge entwichen. Andauernd werden Plünderer festgenommen. Es wurden Schriftstitcke des Komitees für Einheit und Fortschritt beschlagnahmt, in denen die Araber zu Massakres der Italiener aufgefordert werden. Die Ankunft weiterer Araberhäuvtlinge des Innern gilt als bevorstehend. In Tripolts soll die Cholera ausgebrochen sein und beretts viele Opfer gefordert haben. Ausgehungerte Araber griffen die Türken vor Tripolis an, um ihnen Lebensmittel zu nehmen, wurden aber blutig zurückgeschlagen. Wie es heißt, soll der frühere deutsche Offizier von Lochow, der nach Berichten italienischer Blätter dte Bevölkerung aufheßt, aus Tripolttanten ausgewiesen worden sein In Mailand soll eine Gesellschaft mit 500 Miltenen Lire in der Bildung begriffen sein, um der italienischen Regierung das Geld für eine eventuelle Entschädigung an die Türket gegen Konzes= sionen in Trivolis vorzuschteßen. An der Spitze der Gesellschaft for eine große Mailänder Bank stehen. Konstantinopel, 13. Oktober. Hier wurde ein Komitee zur Organisation des schärfsten antiitalientschen Boykotts und zur Erziehung der Jugend zum Haß gegen Italien gebildet. Grenzverlekung durch die Montenegriner. Konstantinopel, 13. Oktober. Ein Telegramm, das im Ministerium des Innern eingetroffen ist, mel= det, daß 17 montenegrinische Soldaten versucht haben, die türkische Grenze zu überschreiten. Die ti fifche Grenzwache feuerte. Im Verlauf des sich entspinnenden Kampfes hatten die Türken zmet Tote und dret Verwundete, die Montenegriner zwölf Tote und Verwundete. Drahtnachrichten und neuestes. Verzweiflungstat ans Gram über den Tod des Gatten. Berlin, 13. Ottober. Die 28 Jahre alte Witwe Hinze hat sich und ihr sieben Jahre altes Töchterchen aus Gram über den fürzlich erfolgten Tod thres Gat= ten in ihrer Wohnung in Grünheide bet Erfner durch Leuchtgas vergiftet. Das Kind ist tot, die Frau liegt lebensgefährlich darnieder. Folgenschweres Gifenbahnunalike in Auffia. Aussig, 13. Oktober. Heute frith stieß ein Personenzug der Aussig- Teplißer Eisenbahn mit einer ihm entgegenkommenden Lokomotive zusammen. Der Kondufteur des Zuges wurde getötet, 30 Personen wurden metst schwer verletzt. Eine Niederlage der Spanier in Marokko. Paris, 13. Oktober. Wie die Aaence Havas aus Marokko meldet, ist eine spanische Militärstation bet Seluan am Donnerstag von 500 Eingeborenen angegriffen worden. Die Spanter haben große Verluste gehabt. Hundert Mann von ihnen sollen von den Eingeborenen geköpft worden sein. Die portugiesischen Monarchisten in Tätigkeit. Lissabon, 13. Oftober. Die Monarchisten sollen gestern die Grenze wieder überschritten und zwet wettere Orte besetzt haben. Eine Heren- Merbrennung in itnaarn. Budapest, 13. Oftober. Nach einer Meldung aus Großwardein brachte die feit einigen Wochen in der Ortschaft Hoszuasza wütende Geflügelpeft die Einwohner auf den Gedanken, daß eine alte Kartenschlägerin mit ihren Karten- Kunststücken die Schuld an dem Unglück trage. Ste drangen in das Haus der Alten ein, banden sie fest und zündeten die Hütte an, die mit dem Opfer vollständig in Flammen aufaina. sich die Zahl der Hügel vermehrt hatte. Vor fünfzehn Jahren war er als Schiller hier gewesen, da war es ein ganz kleines, schwer auffindbares Gebiet, und jetzt war es ein richtiger Friedhof. Also so viele-! Und auch er sollte vielleicht zu diesen gehören? „ Nein, nein!" rief es laut in thm.„ Ich will nicht! Ich will noch wirken und schaffen! Ich bin ja erst dret= Big Jahre!" Wie von Furten gepettscht, eilte er von dannen. Ein feiner Sprühregen hatte eingesetzt, der den Boden schlüpfrig machte, so daß er mehrere Male ausglitt und hinfiel. Er hatte sich jetzt wirklich verirrt und wußte nicht, nach welcher Richtung er sich wenden sollte. Aber er Itef weiter, so gut es ging. „ Na, man nicht so ellig, werter Herr!" Ein großer, vterschrötiger Kerl stand wie aus dem Boden gewachsen vor ihm. Er war zerlumpt und hatte einen Knotenstock in der derben Faust. „ Warum laufen Sie denn so," fuhr er fort.„ Hier ists doch ganz gemütlich!" Der Doktor maß thn ärgerlich von oben bis unten und wollte ohne ein Wort zu sagen, an ihm vorüber. Der andere vertret ihm den Weg. ,, Könnten Sie mir vielleicht ein paar Groschen borgen?" fragte er frech.„ Ich kanns gebrauchen." Dem Doktor wurde es unheimlich. 3og er sein Portemonnaie, so lief er Gefahr, daß es ihm der Karl wegriß. Er fühlte in seine Tasche. Da steckten noch et nige Nickel, die er ihm gab. Der Fremde machte eine enttäuschte Miene und ver30g sein Gesicht zu einer Grimasse. Wenig!" brummte er verächtlich.„ Sagen Sie mal, wieviel ist denn eigentlich die Uhr?" ( Fortsetzung folgt.) IVO PUNONNY Ein neuer Jahrgang und wieder ein starkes Wachstum! Westfälische Zechenkoke ( Hüttenkoke) Gaskoks Nusskohlen Best- Melierte Anthracite Unionbriketts Lignitkohlen Die Ceuerung sollte jede Hausfrau veranlassen, mehr als sonst die billigen, aber trozdem so nahrhaften und delikaten HANSA- Puddings zu geben, wie nur das echte HANSAPuddingpingpulver sie liefert. Zum Backen nur das echte HANSA- Backpulver. Nährmittelfabrik HANSA, Hamburg 6. 1903 4.5 19 Genau wie diefe Palme gewachfen iſt, ift der Konfum in Palmin( Pflanzenfett) und Palmona ( Pflanzen- Butter- Margarine) in den letzten fieben Jahren geftiegen. 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