sil tätige nittel eweiße e Reiben nur durch stün1. Kein tz v. Seile ulver er halb billig auch. chädlich. n Original D. USSELDORF. anten auch hmten www ich- Soda Er sich, en Vellchenlver perle" ches so schöne t. Achten Sie f genau auf den eund SchutzAllein. Fabr.: Göppingen Magdebur Mege Park Kaiser Of dt Gießen. eine Tochter. lhelm Stor r ein Sohn, Ludwig Berg hn, Martin. ein Sohn, Ha h ein Sohn au eine Toch rete. Tochter, Berta Tochter. nhard Paul Te. in Gießen, mi rer in Stein Repp in Home r, mit Mari mit Franzish Seblos, mi Schlik, mi bach. jre alt. er, 71 3. all 5. Fahrenbrud alt. 1 Jahre alt. ahre alt. alt. Gießener Zeitung ( Reueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstage, Donnerstags, Samstags. - - Erscheint Redaktion: Seltersweg 82. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießeuer Zeitung" G. m. b. H. Nr. 197. Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. Zu den bevorstehenden Reichstagswahlen hat die nationalliberale Partei bisher 142 Kandidaturen bestimmt aufgestellt, in 25 weiteren Streisen sind die Kandidaturen noch nicht endgültig. Jm Wahlkreis Höchst- König haben die Vertraunsmänner des Bundes der Landwirte am Sonntag beschlossen, die Stimmen zwischen dem christlichsozialen Kandidaten Flecken ste i n- König und dem voraussichtlich der nationalliberalen Partei beitretenden Kandidaten Meissinger- Kirchbrombach freizugeben, da Fleckenstein bei der letzten Vertrauensmänner- Versammlung nicht die nach den Bundessatzungen nötige Zweidrittelmehrheit erhalten habe. Für das Großherzogtum Hessen kandidieren: in Friedberg- Büdingen Amtsgerichtsrat StradGießen, in Alsfeld- Lauterbach- Schotten Direktor der Idw. Winterschule Heck- Alsfeld, in Darmstadt- Großgerau Rechtsanwalt Dr. Osann- Darmstadt, in Bensheim= Erbach Dekonomierat Fritsch- Erbach, in Bingen- Alzey Dr. med. Be de r- Sprendlingen. Noch nicht besetzt sind die Kandidaturen in Gießen, Offenbach und Mainz. Für Hessen- Nassau kandidieren von den Nationalliberalen in Obertaunus- Höchst- Usingen Justizrat Häuser- Höchst, in Wiesbaden- Rheingau- Untertaunus der Kommerzienrat Bartling- Wiesbaden, in Oberlahnkreis Limburg Bürgermeister Hepp- Seelbach, in Dillkreis= Oberwesterwald Amtsgerichtsrat Dr. Lohmann Weil- burg, in Rinteln- Hofgeismar- Wolfshagen Prof. Hebel= Kassel, für Kassel- Melsungen Geh. Reg.- Rat Dr. Schröder- Kassel, für Hanau- Gelnhausen- Frankfurt- Land Baurat Wohlfarth- Hanau. Nachdem die Verhandlungen über eine Einig ung der Nationalliberalen mit der Fortschrittlichen Volkspartei bei den Reichstags= wahlen in ganz Nassau ergebnislos blieben, sind jetzt zwischen den Vertrauensmännern beider Parteien in Dillenburg- Oberwesterwald und Limburg- Diez Verhandlungen zu gegenseitiger Unterstützung angeknüpft. Eine nationalliberale Vertrauensmänner- Versammlung für Dillenburg- Oberwesterwald beschloß, mit der Fortschrittlichen Volkspartei wegen Unterstützung ihres Kandidaten Pfarrer Fresenius in Verbindung zu treten. Falls eine Einigung erzielt wird, dürfte die Fortschrittliche Volks= partei in Diez- Limburg die nationalliberale Kandidatur des Bürgermeisters Hepp- Seelbach unterstützen. Hessische Landtagswahlen 1911. Die Landtagswahlvorbereitungen der Parteien schreiten rüstig vorwärts. Für die 32 Wahlkreise, in denen Wahlen stattfinden sollen, sind bisher bereits 69 Kandidaten benannt. Davon haben die Sozialdemokraten 30, die Freisinnigen 15, Bauernbund 12, die Nationalliberalen und das Zentrum je 6 aufgestellt. Zur Landtagswahl. In einer am Sonntag in Gießen abgehaltenen, sehr zahlreich besuchten Vertrauensmänner- Versammlung wurde für den Landtagswahlkreis Großen Linden- Heuchelheim der seitherige Abgeordnete Bürgermeister Le u n- GroßenLinden als Kandidat der deutsch- sozialen und der christlich- sozialen Partei einstimmig aufgestellt. Der Fortschrittliche Volksverein in Groß- Zimmern stellte den Stadtverordneten Dr. Va ub e l- Darmstadt als Kandidat der Fortschrittlichen Volkspartei für den 8. Landtagswahlkreis Dieburg- Groß- 3immern auf. - Jm 8. oberhessischen Wahlkreis Homberg a. d. O. ist dem bisherigen Vertreter des Kreises und jetzigen Kandidaten Brauer in dem Bürgermeister Gottfried Repp Homberg ein Gegenkandidat entstanden. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 14. September 1911. Ordensverleihung. Der Großherzog hat das Ehrenkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Oberstleutnant 3. D. v. Knobels= dorff, Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen verliehen. * Verliehen wurde dem Waffenmeister Syben im Inf.- Regt. Kaiser Wilhelm( 2. Gr. Hess.) Nr. 116 das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer Donnerstag, den 14. September 1911. Hess. Handwerkskammer. Mit Wirk-| ung vom 11. September I. Js. an versieht Dr. Karl Hirth, bisher bei der Landwirtschaftskammer für die Provinz Posen, den Dienst eines wissenschaftlichen Hilfs arbeiters bei der Hessischen Handwerkskammer. M. u. S. F. Der 3. Internationale Kongreß für Säuglingsschutz, der seit 11. I. Mts. in Berlin tagt, hat den stellv. Vorsitzenden der Hessischen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge, Finanzminister Dr. Braun, zum Ehrenpräsidenten gewählt. * Marokko Versammlung. Privatdozent Dr. A. Wirth- München wird kommenden Montag in Steins Garten über„ Marokko, eine deutsche Macht- u. Ehrenfrage" sprechen. Falsche Einmarkstücke Gegenwärtig sind falsche Einmarkstücke im Verkehr. Sie zeichnen sich dadurch aus, daß sie etwa einen Millimeter größer sind als die echten Stücke; im übrigen haben sie ein gutes Aussehen und einen guten, nur etwas zu gellen Klang. Sie tragen die Jahreszahl 1908 und das Münzzeichen D. Die Prägung ist auf der Vorderseite sehr täuschend, die Rückseite dagegen etwas flach. * Kartoffelmarktbericht vom 11. Sept. Großhandelspreis für Frühkartoffeln in Mark für 50 Kilogramm: Köln a. Rh. Rosen( frühe) 3.10, Nieren, Paulsens Jusi 4.10-4.60. Frankfurt a. M. Frühe weiße, Kaiserkrone 4.25. Frankenthal. Frühe weiße, Kaiserkrone 4.20, Frühgelbe 4.50. Frankfurter Obstpreise. Im Kleinhandel wurden in Frankfurt am 12. September für 50 Kilo folgende Preise gezahlt: Aprikosen 1. Qualität 40 Mt.( 2. Qual. 25 Mt.); Eßbirnen 25( 20); Kochbirnen 18( 9); Eßäpfel 25( 12); Kochäpfel 12( 7); Pfirsiche 35( 30); Reineclauden 15( 12); Mirabellen 20 ( 12); Pflaumen 20( 12); Trauben 30( 28); 3wetschen 10( 6). Die diesjährigen Obst märkte der Zenfrale für Obstverwertung und des Obstmarkt- Komitees zu Frankfurt a. M. finden statt: am Donnerstag, den 5. und 19. Oktober im Saale des Kaiserhofes, Goetheplatz. - * Das Proviantamt Hanau tauft fortgesetzt Hafer, Heu und Roggenstroh( Flegel- und Preßlangstroh). * ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 BigExtrabeilagen werden nach Gericht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bottrelbung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Seitung" 6. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. * Rendel. Der Weißbinder Heinrich Müller aus Niederdorfelden ist verhaftet worden, weil er von der Mordabsicht des Gunderloch gewußt und nichts getan hat, um sie zu verhindern. Darmstadt, 13. Sept. Die Großherzoglichen Herrschaften kehrten gestern nachmittag nach Schluß der Manöver nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. * Darmstadt. Einen schönen Abschluß der Reisen 1911 des Darmstädter Brieftauben! lubs bildete der Wettflug mit jungen Tauben ab Kreiensen ( 235 Kilometer Entfernung) am Sonntag. Die Tierchen durcheilten die Strecke in gut 3 Stunden bei einer Geschwindigkeit von zirka 1210 Meter in der Minute, und trafen geschlossen in ihren heimatlichen Schlägen ein, sodaß innerhalb weniger Minuten sämtliche Tiere konstatiert waren. *) Krofdorf, 14. Sept. Bekanntmachung. Für die Inanspruchnahme des Gemeindewasenmeisters sind von den Einwohnern des Ortes La unsbach an die Gemeindekasse folgende Gebühren zu entrichten: a) für das Verscharren eines Pferdes oder einer Kuh 2 Mt.; b) für das Verscharren der unter a genannten Tiere jedoch nur von einem halben bis zu 2 Jahren 1.25 Mk.; c) für das Verscharren eines Hundes, Schweines, Kalbes, Schafes, Ziege 2c. 75 Pfennig. Die Gebühren sind binnen zwei Wochen nach Empfang der Zahlungsaufforderung an die Gemeindekasse in Krofdorf zu zahlen, widrigenfalls ihre Einzieh ung im Verwaltungszwangsverfahren erfolgt. * Limburg, 14. Sept. Auf dem Lahndolomitwerk Dietkirchen- Dehrn wurde der 52 Jahre alte, verheiratete Jakob Muth von Dehrn von einem fallenden, beladenen Rollkippwagen erdrückt. um= Marburg, 14. Sep. Jn der Stadtverordnetensitzung fand der Antrag des Magistrats zu Zwecken der Verwirklichung der verschiedenen kommunalen Projekte eine Inhaber- Anleihe in Höhe von Millionen Marf aufzunehmen, Zustimmung. * Marburg, 12. Sep. Auf dem heute hier abgehaltenen großen Herbst Pferdemarkt standen rund 220 Pferde und Fohlen zum Verkauf. Der Handel ging flott. 3 * Kassel. Förderung des ländlichen Bad Salzhausen. Der Großherzog und Bauwesens. Die Landwirtschaftskammer für Kurdie Großherzogin von Hessen, der Fürst zu Solms- hessen errichtet am 1. Oktober eine Bauhilfsstelle zur Hohensolms- Lich werden hier am 24. September der Verbesserung und Verschönerung des ländlichen Bauwesens. Ohne den Handwerkern auf dem Lande Konkurrenz zu machen, will die Bauhilfsstelle den Landwirten, die sich an sie wenden, gegen eine entsprechende Vergütung Entwürfe, Kostenanschläge usw. liefern. Schon jetzt sind zahlreiche Anträge baulustiger Landwirte bei der Landwirtschaftskammer eingegangen. Darmstadt, 13. Sep. Jm chemischen Laboratorium der Technischen Hochschule erfolgte heute abend beim Zusammenarbeiten eines Assistenten mit einem Studenten eine furchtbare Explosion. Der Assistent wurde schwer verletzt, der Student kam mit leichteren Verwundungen davon. * Rüsselsheim, 12. Sep. Die Ermittelungen wegen etwaiger Brandstiftung in Sachen der Brände bei Opel und Stöckicht sind noch nicht zum Abschluß ge= langt. Als mutmaßlicher Täter des Brandes bei Stökkicht wurde der 16jährige Fabrikarbeiter Joh. Resch aus Weisenau verhaftet. Feier der Grundsteinlegung zum ersten deutschen Kaufmanns- Erholungsheim anwohnen. Offenbach. Zum Hochbauinspektor der Stadt Offenbach wurde von etwa 70 Bewerbern der kaiserliche Regierungsbaumeister Sander- Worms gewählt, der zuletzt beim Kaiserl. Postamt in Darmstadt beschäftigt war. des Grünberg. Die feierliche Einweihung Neubaues der hiesigen höheren Bürgerschule findet am Sonntag, 24. September d. Js. statt. Am Vorabend findet ein Fackelzug der jetzigen Schüler statt. * Homberg, 13 Sep. Auf der Tagesordnung der Generalversammiung des landwirtschaftlichen Kreisvereins, die am Samstag stattfindet, steht der sehr interessante Punkt: Verlegung des Landgest üts von Dillenburg nach Kurhessen. * Lauterbach. In dem Rechtsstreit der Gräfl. Görzischen Rentkammer zu Schlitz gegen die Gemeinden Uezhausen, Niederstoll und Pfordt, welcher schon jahrelang schwebt, wurde gestern am 13. September folgendes Urteil verkündet: 1. Für die Ablösung der Streuberechtigung der genannten Gemeinden hat die Gräfliche Rentkammer an die Gemeinden zu zahlen insgesamt 26 596 Mt., für die Ablösung der Weideberechtigung hat die Rentkammer zu zahlen insgesamt 71 930 mt. Die Kosten für die Prozeßfache der Streuberechtigung sind der Rentkammer, diejenigen aus der Weideberechtigungs- Angelegenheit den beteiligten Gemeinden im wesentlichen auferlegt. Koblenz. Ueberlandzentrale. Der Kreisausschuß des Landkreises Koblenz hat den Beschluß gefaßt, sich an der Errichtung einer elektrischen Ueberlandzentrale zu beteiligen. * Kassel Die Schlachtviehpreise für Großvieh zeigten auf dem gestern hier abgehaltenen städtischen Schlachtviehmarkt eine fleine Abwärtsbewegung, die recht deutlich die Futternot erkennen läßt, da auch der Auftrieb an Großvich größer als am Dienstag voriger Woche war. Literarisches. Griebens Reiseführer. Die aus Band 137,„ Der Spessart"( 1 Mt.) Spessartvereine haben in mehrjähriger Arbeit das große Waldgebiet mit farbigen Markierungslinien durchzogen, die den Wanderer sicher geleiten. Der Spessartführer ist nun so angelegt, daß von allen Orten der Hauptverfehrslinien( Eisenbahnen und Motorpostlinien) nach Belieben Spessartwanderungen angetreten werden können, wobei den erwähnten Markierungslinien gefolgt wird. Die Brauchbarkeit des wirklich praktischen Reiseführers wird durch die beigegebene Uebersichtskarte ,, Reisewege nach dem Spessart sowie der großen Karte vom Spessart"( mit den farbig bezeichneten Touristen= wegen) aufs beste unterstützt. er und Hildes= Band 151,„ Hannover heim"( 60 Pfg.). Auf den vorliegenden neuen ,, Grieben" verdient aufmerksam gemacht zu werden, da ein nach jeder Richtung typisches Beispiel für einen praktischen und gut angelegten Städteführer darstellt. Beide Bände sind in der Verlagsbuchhandlung von Albert Goldschmidt, Berlin W. 35 erschienen. Die französische Antwort. Berföhnlich, aber feft. Der französische Ministerrat wird sich voraussichtlich beute schon über die Antwort auf die deutschen Gegenvorschläge schlüssig machen. Ueber den Sinn dieser Antwort war gestern in allen Pariser Beitungen viel zu lefen, und zwar in einer so einheitlichen Form, daß eine offiziöse Einwirkung unverfennbar ist. Frantretch wird in versöhnlicher Form, aber mit größter Festigkeit alle Gegenvorschläge ablehnen, welche direkt obert ndirekt die allgemeinen Grundsätze des zu schaffenden Vertrages schäbigen können. Einige Detailfragen sollen dagegen im Sinne Deutschland entschteden werden. Die Schädigung der allgemeinen Grundsätze wird darin gesehen, daß Deutschland nicht wirtschaftliche Gleichheit, sondern wirtschaftliche Privilegien in Maroffo verlange. Die„ Köln. 8tg." bezeichnet die Behauptung, Deutschland verlange eine wirtschaftliche Vorzugsstellung in Marotto, die dann natürlich eine Benachteiligung der anderen in Maroffo beteiligten Mächte mit sich bringen würde, als eine grobe Erfindung, dazu bestimmt, die anderen Mächte über unsere Absichten zu täuschen. Was Deutschland in Marotto wirtschaftlich anstrebt, ist nur das Verlangen, ein Uebergewicht Frankreichs in wirtschaftlicher Hinsicht zum Schaden der übrigen in Maroffo interessierten Staaten zu verhindern. Wenn sich schließlich aber auch die französische Negierung davon überzeugen lassen sollte, daß Deutschland in Maroffo feine Privilegien anstrebt, muß damit ge= rechnet werden, daß sie die deutschen Vorschläge nicht ohne Einwendungen lassen wird, so daß eine Gegenäußerung sich als notwendig erweisen wird. Die„ Berlin" bleibt in Agadir. tterung, Munition und unterhalt von Mannschaften und Offizieren auf 3 bis 4 Milliarden erhöht. Rundschan oom Cage. Politisches. Kaiser Wilhelm und von Riderlen. Die„ Nordd. Allg. 8tg." schreibt bestätigend, der Kaiser habe am Sonntag vormittag den Staatssekretär des Auswärti= gen von Riderlen- Wächter nach Potsdam berufen, um sich vor der Abreise ins Manöver über die Einzelheiten der Maroffoverhandlungen Vortrag haften zu lassen. Der Staatssekretär nahm darauf an der Frühstückstafel teil. Die Reifedispositionen des Kaisers. Der Kaiser wird am Freitag nachmittag 5 Uhr in Elbing eintreffen und sich im Auto nach Ca dinen begeben. Die Kaiserin und die Prinzessin Vittoria Luise treffen zwei Stun den vorher dort ein. Am 18. Oftober fommt der Kaiser zur Enthüllung eines Denkmals für Kaiser Friedrich nach Aachen. Die Voss. 3tg." verzeichnete gestern abend das Gerücht, die Berlin" solle von Agadir abberufen werden. An ihre Stelle solle ein Kriegsschiff einer neutralen Macht( man rät auf Desterreich- Ungarn) den Schutz der Europäer in jenem Teile Maroffos übernehmen. Dieses Gericht wurde gücklicherweise aber sofort nach Bekanntwerden von Wolffs Telegraphen- Bureau als unrichtig bezeichnet. Herr von Kiderlen ist hoffnungsvoll. Behn Millionen zur Abwehr des landwirtschaftli= chen Rotstandes. Wie die„ Cöln. 3tg." erfährt, hat die Leitung der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse beschlossen, den mit ihr in Verbindung stehenden Genossenschaften einen Betrag von zunächst 10 Mill. Mart zu etwa 3%% zum Zwecke des Ankaufs von Futter= mitteln und der Erhaltung des Viehbestan= des zur Verfügung zit stellen. Die Darlehnsnehmer müssen sich verpflichten, das Geld ausschließlich zum Ankauf von Futtermitteln zu verwenden und ihren Vichbestand nicht zu verringern. Die Darlehen dürften bis zum Herbst n. J. gewährt werden. Herr von Kiderlen- Wächter, in dessen Brust das Geheimnis des augenblicklichen Standes der marokkanischen Verhandlungen wie in einem eisernen Schranke wohlverschlossen ruht, hat sichwährend der letzten Tage bet verschiedenen Gelegenheiten im geselligen Zusam= mensein dahin ausgesprochen, daß er die Lage günstig beurteile und einen glücklichen Ausgang der VerHandlungen mit vollst er Zuversicht erwarte. Da der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes ein Mann ist, der in einer langen Reihe von Dienstjahren gelernt hat, den Wert seiner Worte abzuwägen, und da andererseits seiner Natur jede unangebrachte Sentimentalität fern Itegt, so verdienen diese Aeußerungen die allge= meinste Beachtung. Die Rüstungen in Belgien. Nach einer Meldung aus Brüssel bestätigt sich das Gerücht, daß die beschleunigte Rückkehr des Königs in der Spannung der internationalen politischen Lage th= ren Grund habe. Der König trifft heute in Brüssel ein, wo der Ministerrat sofort weitere umfassende Verteidigungsmaßnahmen beraten wird, da der Kriegsminister die bisherigen Vorkehrungen als ungenügend bezeichnet hat. Folgen des Marotfostreites. stralien her in Marseille ein. Das Schiff führt die erste Sendung australischer Butter für Europa an Bord. 10 To. find für Frankreich bestimmt, während 240 To. Butter nach London weitergehen. Die Aussperrungen in der Metallindustrie sollen in Chemnitz und Dresden am 13. September abends aufgehoben werden. Die Aussperrungen werden jedoch am 27. September in vollem Umfange wieder aufgenommen, falls bis 23. September abends die Verhand= lungen in Leipzig nicht zu einer vollen Einigung ge= führt haben werden. Vermischtes. Fleischeinfuhr nach Deutschland? Die deutsche Negierung hat den schweizerischen Bundesrat um Auskunft ersucht über die Erfahrungen, die die Schweiz mit der Einfuhr von gefrorenem, überseeischem, insbesondere argentinischem Fleisch gemacht hat. Der Bundesrat wird der deutschen Regierung die Antwort demnächst übermitteln. Einem französischen Blatte zufolge soll ein großes Pariser Warenhaus Bestellungen in Höhe von 1% MilItonen Mark, die es in Deutschland gemacht hatte, z u= rit cf gezogen haben. Das Schicksal der Fran v. Schönebeck. Wie aus Forst gemeldet wird, befindet sich Frau v. SchönebeckWeber seit einigen Tagen nicht mehr in Berlin. Sie hat mit Erlaubnis der Staatsanwaltschaft Berlin verlaffen, um auf einem Landgut in der Lausitz ihre durch die Manipulationen ihres Mannes völlig zerstörte Gesundheit wieder herzustellen. Sie soll sich zurzeit in einer bitteren Notlage befinden. Ihr 200 000 Mart betragendes Bermögen habe A. O. Weber mit Ausnahme der festgelegten Staution völlig verbraucht. Auch die Investierung eines Teiles diefes Geldes in das sogenannte Weberhaus sei, wie sich jetzt herausstelle, lediglich ein Trick gewesen, der verdecken sollte, daß Weber auch diesen Teil des Geldes au seinem persönlichen Verbrauch bestimmt batte. Tatsächlich habe Weber sich diese 40 000 Mart sofort nach Einzahlung angeeignet; angeb lich habe er dem Weberhaus dafür seine Autorrechte" verfauft. Frau Weber erzählte, sie habe ein paar Tage lang ohne jeden Pfennig Geld eristiert und von Kaffee und Brot gelebt, bis sie sich entschlossen habe, an be freundeter Stelle 5 Mark zu entleiben. A. O. Webers Verhaftung soll unmittelbar bevorstehen, zumal der Staatsanwaltschaft mitgeteilt worden sei, daß Weber von verwandtschaftlicher Seite die Mittel zur Flucht ins Ausland zur Verfügung gestellt werden sollen. Auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Jena wurden am Dienstag nach sehr erregten Debatten, in denen vor allem Bebel mit Rosa Luremburg und Ledebour hart aneinandergeriet, schließlich die Mißtrauensanträge gegen den Parteivorstand zurückgezogen. Bur Maroffofrage ist eine Resolution des Parteivorstandes eingelaufen, in der es heißt:„ Der Varteitag fordert die sofortige Einberufung des Reichstages, damit der Volksvertretung Gelegenheit gegeben wird, thre Meinung zu äußern und den volksfeindlichen Machinationen entgegenzutreten." Die Anerkennung der Republik Portugal. England, Deutschland. Desterreich- Ungarn, Italien und Spanien haben die Republik Portugal anerkannt. Die Anerfennung des deutschen Reiches erfolgte durch den deutschen Gesandten Freiherrn von Bodman. Infolge der Anerkennung der Republit durch diese fünf Mächte wurden in Lissabon lebhafte Freudenkundgebungen veranstaltet. Die Menge veranstaltete vor den beteiligten Gesandtschaften Kundgebungen. Ein chinesisches Flottenbanprogramm. Jm Marineministerium Chinas ist ein sich auf sieben Jahre er= streckendes Flottenbauprogramm ausgearbeitet worden, nach dem China am Ende der genannten Frist acht Linienschiffe. zwanzig Kreuzer, zehn andere Schiffe und 50 Torpedoboote, sowie vier Marinearsenale besitzen wird. Die Kosten eines dentsch- französischen Krieges hat ein französischer Offizier, der Hauptmann Lautte, in einer Pariser militärischen Zeitschrift berechnet. Danach würde ein einziger Tag in dem der Berech nung zugrunde gelegten deutsch- französischen Kriege Frankreich annähernd 33 Millionen, und Deutschland, je nach der Einberufung der Altersflaffen, 37 bis 70 Millionen Franken kosten. Frankreich würde demzufolge in einem Monat für die Kriegführung 918 375 000 Franken, Deutschland 1098 900 000, und, falls auch der Landsturm eingezogen werden sollte, 2 307 000 000 Franken aufzubringen has ben. Daß auch der„ Krieg im Frieden" recht kostspielig ist, dafür erbringen vor allem die Flottenmanöver recht anschaulichen Beweis. So bedeuteten bet spielsweise die auf der Flottenparade in Toulon abgefeuerten Kanonenschitsse einen Munitionsverbrauch von 7 bis 8 Millionen Franken, da jeder Schuß 1750 Franten fostete. Die im Hafen von Toulon versammelte Flotte repräsentiert mit ihrem 468,000- Tonnengehalt einen Herstellungspreis von 1 Milliarde 150 Millionen, der sich durch die Kosten fitr Armierung, Verprovian13) Wefferwolken. Roman von M. v. Buch. ( Nachdruck verboten.) Das Palais des Grafen Brithl, das Kunstschätze und Kostbarkeiten ohnegleichen barg, war preußischer Aufficht unterstellt worden. Kleine Nachrichten. flighttg Juan g Berlin bens. S Berföhn Miene a ner Tod tommt obne Ar Wohlgef Fin Londons nalichule Woche f fen bobe Ben und Spielplä berauszu verjagt, Steinbon lich wur leute ein Kinder b liche Sae die gleid pro Wod Die aweifello Kanalich miiffen, die gewa wiederho in feinen der Stra nicht eric ich leide auf der ben. D babe nie gen auftr Man hat bereits 2 lich aufzu au erzähl Borausfi leiften, de diefe Art Berlocen Anderfeit den Kand ausgeben dern auch einem J Kanal zu und da nachstrebt Vermögen wenigsten Geldes m morgen fchwamm Tritt beg phen, und diese unw Amer Das nervöse Zeitalter. Als Gipfel der Empfindfamkeit galt bisher die schöne Märchenprinzessin, die eine Erbie durch sieben Daunenbetten bindurch fühlte. Die Prinzess'it wird sich im Grabe berumdrehen, wenn sie folgende Geschichte hört. Ein Nürnberger Einwohner wandte sich mit einem Schreiben an den Magistrat und beschwerte sich, daß er in gröblicher Weise in seiner Nachtruhe acstört werde. Diefes Attentat auf die Nacht ruhe verübten aber nicht, wie gewöhnlich, iraendwelche Nachtschwärmer, sondern Nachtfalter und Mücken, die sich direkt als nächtliche Radaumacher betätigten. Sie flogen zusammen mit den altern um eine brennende Laterne, wie das die Gewohnheit derartiger Tierchen ist, und zwar mit solchem Gebrumm, daß der arme Mann, vor dessen Wohnung die Laterne stand, nicht schlafen fonnte. Sein Ansinnen ging also dabin, schleunigst die Laterne zu entfernen, um dadurch auch die Mücken und Falter los zu werden. Der Nürnberger Magistrat scheint weniger zart befaitet zu sein; er wies ohne jeg liche Spur von Mitgefühl das seltsame Gesuch furzer Hand ab. Der Divisionspfarrer Vollmer in Berlin, der durch seine jüngsten Jatho- Predigten bekannt geworden war, hat in eine Anstalt gebracht werden müssen. Er zeigte am Freitag Spuren von Geistesstörung und hielt von dem Balkon seiner Wohnung herab eine Ansprache über den Fall Jatho, die einen großen Straßenauflauf verursachte. Nur einige Zimmer batte man aus besonderer Courtoisie der Gräfin und ihrer Tochter reserviert. Ingenieur Richter ist Dienstag mittag 12% Uhr in Jena angekommen, wo er von einer großen Menschenmenge erwartet und lebhaft begrüßt wurde. Richter fuhr mit seiner Mutter, setner Frau und seiner Tante in einem offenen mit Blumen geschmückten Wagen zu seiner Wohnung, unterwegs dauerte die Begrüßung fort. Beide Damen saßen in dem behaglich eingerichteten Boudoir der Gräfin. Es war falt, trotzdem der April Ins Land gezogen war, und so loderte im Ofen, der einer antiken Säule nachgebildet war, ein helles Feuer. Die Damen sahen ein wenig leidend aus, Komtesse Beate sehr ernst. Ausreichend mit Belobigung." Wie die Tgl. Rdsch." mitteilt, ist die Prädikatsskala bei den Prüfungen der preußischen Gerichtsassessoren durch ein neues Prädikat Ausreichend mit Belobigung" erweitert worden. Es soll allen denen zuteil werden, die in ihren Pritfungsleistungen das ausreichende Maß zwar übertreffen, aber das Prädikat„ Gut" nicht rechtfertigen. Der deutsche Anwaltstag in Würzburg lehnte den Numerus clausus( Beschränkung der Zahl der Anwälte) mit 619 gegen 244 Stimmen ab. Sie dachte an das Gefühl, das sie einst an jenem Maimorgen empfunden, und das sie dem Baron Malzahn, als sie dieser wenige Stunden später am Klavezin belauscht, gestanden hatte. Damals hatte sie eine Ahnung von den künftigen schlimmen Ereignissen Aberkommen, es war ihr gewesen, als wanke der Boden unter ihren Füßen, als habe sie keine Zukunft mehr au erwarten. Alzit rasch waren die schlimmen Ahnungen Wirklichkeit geworden. Ihr Vater war geflüchtet, sie selbst und ihre Mutter waren halb und balb Gefangene in dem Hause, in dem die Preußen das Regiment führten. Die erste australische Butter für Europa. Der engItsche Dampfer Mivoltan" traf am Montag von AuMalzahn hatte sie im Laufe des Winters nur wenig gefeben. Die Damen hielten sich, wie begreiflich, der Gesellschaft, in der die Preußen vorherrschend waren, ferit. Und hatte man sich te hin und wieder getroffen, so blieb Malzahn in fühler Reserve. Ein Polizeibeamter von Kroaten erstochen. In dem Orte Deleckte bei Soest geriet in einer Wirtschaft ein Metzger mit fünf bei dem Bau der Möbnetalsperre beschäftigten Kroaten in Streit. Der Metzger erbielt Dolchstiche in Geficht und Arm. Der Wirt rief den Polizeisergeanten Wulff zu Hilfe, der sich bemühte, die Streitenden zu trennen. Hierbei wurde der Beamte von den Kroaten erstochen. Die Mörder flüchteten in den Wald. Ein zu ihrer Verfolgung beordertes Bolizelaufgebot fonnte vier der Verbrecher festnehmen. Der ermordete Beamte hinterläßt Frau und sechs Kinder. Ein propellerlofer Luftkreuzer, Die Berliner Luftantriebsgesellschaft erbaut zurzeit in der Barfevalhalle zu Reinickendorf für die preußische Heeresverwaltung einen propellerlosen Luftkreuzer, der seine Triebfraft in einer von Oberingenieur Schneider neufonstruterten harmonikaartigen Vorrichtung erhält. Das Luftschiff ist bis auf Kleinigkeiten bereits fertiggestellt. Die bisher vorgenommenen Proben haben ein durchaus befriedigendes Resultat ergeben. Heute las sie nicht im neuen, sondern im alten Testament. Die Geschichte Judiths, die den Feind ihres Volkes, Holofernes, erschlägt, hatte sie beschäftigt. Die Gräfin fand die Erzählung, wie sie sagte, aus verschiedenen Gründen sehr lehrreich. Diese Judith wurde als Retterin ihres Volkes gepriesen. Es gab also doch Zustände, in denen Totschlag oder Mord als gerechtfertigt erscheint. Nachdem sie darüber gesprochen, flagte sie über die schlechten zetten. Die Gräfin hielt ein aufgeschlagenes Buch auf dem Schoß. Es war die Bibel, in der sie, obwohl sie vorgab, Freigeist zu sein, in der letzten Zeit zuweilen las. Ste meinte, es ließe sich in der heiligen Schrift doch Troft finden. Die entführte Millionärstochter. Aus Budapest wird der B. 3. a. M." berichtet: Die Budapester Po lizei erhielt vor einigen Tagen folgende Depesche von der Berliner Polizei:„ Wir ersuchen, Josef Ortner, Bri vatdetektiv aus München, nicht aus dem Auge ait lasfen. Ortner trifft Sonntag mit dem Oderberger Zug in Budapest ein. Bitten zu erfahren, mit wem er ver fehrt, wo er fich ständig aufhält." Ortner wurde denn auch hier bei seiner Ankunft sofort erkannt und ständig beobachtet. Er wurde am Bahnhof von einem Manne erwartet, mit dem er in ein Kaffeehaus ging. In diesem Manne erkannte die Budapester Polizei einen steinreichen Breßburger Kaufmann, einen Junggesellen, der als Don Juan schon häufig der Polizei zu schaffen machte. Zwei Tage nach Ortner fam in Budapest der Berliner Detektiv Stache an und gab zur Erklärung der eingangs erwähnten Depesche an, daß der Preßburger Kaufmann ein 16jähriges Mädchen, Tochter eines Ber liner Millionärs, an sich gelockt habe und dann mit ihr erquickliche Zustand, in dem sich das Land befindet, geschaffen worden ist. Nebenbei bemerkt, was den Verräter betrifft, so habe ich meine ganz besondere Ansicht darüber. Kanzleisekretär Menzel hat, nachdem er setnen Abschied genommen, Dresden verlassen." Beate horchte auf. „ Es ist entsetzlich, wie wir behandelt werden," Jammerte sie.„ Ich weiß, daß ich keinen Brief erhalte, der nicht zuvor durchstöbert und gelesen worden ist. Es ist unmöglich, mich mit Deinem Vater in Warschau zu verständigen. Da hat er uns neulich ein Faß Wein geschickt," fuhr sie fort, und die Preußen, die alles wis= sen, haben auch das ausspioniert. In den Keller famen Soldaten, vor deren Augen meine Leute es abstehen mußten. Das Faß aber barg Briefe und Papiere, deren Empfängerin ich hätte sein sollen, während die Geheimnisse nun den Preußen in die Hände fielen. Ist solche Behandlung nicht barbarisch? O, wie ich die Preußen hasse, thren König an der Spizze!" Beate schwieg, fie schaute vor sich hin. " Warum so stumm?" fragte die Mutter. Ich überlege nur, ob der König in der Tat so barbarisch handelt, wie Sie behaupten, meine Mutter," entgegnete fie.„ Wenn wir Sachsen gemeinschaftlich mit den Desterreichern ihn zu überfallen gedachten, so ist das auch kein Freundschaftsbeweis, und der König Friedrich hatte recht, auf seiner Hut zu sein. „ Aber Beate!" rief die Mutter, hast Du vergessen, wie dieser kleine Marquis de Brandenbourg unsere arme Königin behandelt hat. Der Kommandant von Dresden ist ins Schloß gedrungen, um im Geheimarchiv nach den bewußten Papieren zu suchen, Du weißt, die Dokumente," schaltete sie ein, deren Inhalt dem Könige verraten, und wodurch dieser jetzige un" Menzel," wiederholte sie und fuhr dann fort: " Das arme Aennchen, ich denke zuweilen an sie.. Die Gräfin zuckte die Achseln. „ Kind, werde nicht sentimental. Es war ihre Schuld, die Schuld des Mädchens, meine ich. Warum hat fie sich das Leben genommen? Ihr Liebhaber Glasau, dem fie zumutete, sie zu heiraten, nachdem sie sich an ihn fort geworfen, konnte sich wirklich nicht so ohne weiteres an das erste beste Gänschen binden. Der Mensch hatte eine Zukunft vor sich. Er stand mit hohen Herren in Verbindung, die noch viel von ihm erwarteten." „ Woher wissen Sie das, Mama?" fragte Beate er staunt. „ Kind, frage nicht; genug, daß ich es weiß", sagte die Gräfin ein wenig ungeduldig.„ Höre weiter von unserer armen Königin. General von Wylich verlangte Einblick in das Archiv. Man sagte, daß dazu nur Ihre Majestät die Schlüssel befäße, den diese natürlich verweigerte. Das Archiv steht, nebenbei bemerkt, mit den Gemächern der Königin in Verbindung. Was tut nun dieses Ungeheuer von Wylich? Er dringt bis an das Zimmer Jhrer Majestät vor. Diese ist außer sich. Wylich verlangt den Schlüssel, und als ihn die Königin von neuem verweigert, erzwingt er sich, hörst Du wohl, erzwingt er fich den Eintritt durch die geheiligten Räume der Königin in das Geheimarchiv." Beate seufzte ein wenig. " General Wylich gewann Einblick in die Aften auf Befehl seines Königs; ich finde, in diesem Falle tat er einfach seine Pflicht und Schuldigkeit! Wie hätte er den Auftrag erfüllen sollen? Ich weiß es nicht." umstritten ergiebigite forgen. A der Gefän werden, d atologen Gefängnis breiten. feiner neu befekte St als Versu Einrichtun guten Rüb Der Münz Gelditrafe Vorschlag Dr. Bafa fangenen vorafaliche empfiehlt. brechen ab den Muit prämien di wort zu fr deffent men neuen Met gewiefen a fpiel in N bestraft wi man den G ben freten In de ren in G Verfuchen, Der Wangen. Sold rief fie. fach gar n tal eine Ri Wied Bylich in Die M Ich m geratenes In die Gnädi Irag, zu be unfider au bie Anwese Jein. Ste Mädchen, d Jaltet, träun He die Bef Die G Schon heid. Er Beate Wer Der La Der S Welche Des Mama Beate befohlen." Lönigs aut Sind, der bet uni Den Dienit hrt die erite Borb. 10 15 240 20. trie jollen aber abends erden jedoch teder aufge te Verhand inigung ge Wie aus Schönebed Berlin. Ge Berlin ver ihre durch erstörte Ge zurzeit in 0 Mart be Ausnahme Auch die n das joge Stelle, ledig daß Weber tlichen VerSer fich diese met; angeb Autorrechte" paar Tage von Kaffee abe, an beD. Webers zumal der daß Weber Flucht ins ent. 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Ortner leistete dabei dem Don| Juan gegen Bezahlung Hilfe. Mit Stache fam aus Berlin auch der Vater des entführten jungen Mädchens. Der Schluß war aber feine Klage sondern eine Versöhnung. Der Berliner Millionär machte gute Miene zum bösen Spiel und stimmte, um die Ehre seiner Tochter zu retten, einer Hetrat zu. Natürlich betommt der Münchener Privatdetektiv sein Honorar jetzt ohne Anstand ausgezahlt und alles löst sich in eitel Wohlgefallen auf. Ein Schülerstreif. In den bevölkertsten Vierteln Londons streifen einige hundert Schüler der Kommunalschulen. Sie verlangen einen halben Tag in der Woche frei und Abschaffung des Rohrstockes. Von diesen hohen Idealen begeistert, durchzogen sie die Straßen und drangen in das Schulgebäude und auf die Spielplätze der Schulen, um die Streif- Drückeberger" herauszuholen. Sie wurden mit gebührendem Nachdruck verjagt, worauf sie unter andauerndem Geheul ein Steinbombardement auf die Saule eröffneten. Schließlich wurde der Lärm so groß, daß eine Anzahl Schußleute einschritten, die die Schüler und die sorgsam ihre Kinder begleitenden Mütter auseinandertrieben. Aehnliche Szenen haben sich in Manchester zugetragen, wo die gleichen Forderungen gestellt und außerdem 8 Pfg. pro Woche für den Klassenaufseher gefordert wurden. Die teuerste Art über den Kanal zu kommen, tst. zweifellos das Schwimmen. Denn Burgeß, der neue Kanalschwimmer hat ein stattliches Vermögen opfern müssen, ehe es seinem eisernen Willen endlich gelang, die gewaltige Schwimmleistung des Kapttäns Webb zu wiederholen. Der kühne Schwimmer weilt jetzt wieder in seinem Heimatsort Walmer, um sich von den Folgen der Strapazen zu erholen. Ich fühle mich zwar gar nicht erschöpft," so erzählte er einem Interviwer, aber ich leide noch an den Wunden, die mir die Seenesseln auf der französischen Seite des Kanals beigebracht ha= ben. Die Stiche sind außerordentlich schmerzhaft, ich habe nie geglaubt, daß diese Nesseln in so großen Mengen auftreten und mir so unangenehm werden könnten." Man hat nun dem berühmt gewordenen Schwimmer bereits Anträge gemacht, in englischen Städten öffentlich aufzutreten, die Geschichte, seiner Kanalüberquerung zu erzählen und seine Schwimmethode zu erläutern. Voraussichtlich wird Burgeß diesen Anträgen Folge letsten, denn er erzählte einem Besucher:„ Natürlich hat diese Art der Berühmtheit für mich durchaus nichts Verlockendes, und ich habe noch keinen Entschluß gefaßt. Anderseits habe ich in meinen mannigfachen Versuchen, den Kanal zu durchschwimmen, eine Menge von Geld ausgeben müssen, und ich habe nicht nur für mich, sondern auch für meine Frau und Kinder zu sorgen. In einem Jahre habe ich für meine Versuche, über den Kanal zu kommen, mehr als 30 000 Mart ausgegeben, und da ich seit 7 Jahren dem nun erreichten Biele nachstrebte, habe ich dem Kanal schon ein stattliches Vermögen geopfert. Es ist für mich fast eine Pflicht, wenigstens den Versuch zu machen, einen Tell dieses Geldes wieder einzubringen." Bereits am Dienstag= morgen stieß Burgeß wieder in sein Element" und schwamm eine halbe Stunde spazieren. Auf Schritt und Tritt begleiten ihn natürlich Reporter und Photogra= phen, und vergeblich versucht der tapfere Schwimmer, biese unwillkommene Gefolafchaft von sich abzuschüttteln. Amerikanische Gefängnisreform. Amerika darf den umstrittenen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, am ergiebigsten für die Unterhaltuna feiner Gefangenen zu sorgen. Auf dem Wege der kurzweiligen Gestaltung der Gefängntshaft soll jest ein weiterer Schritt getan werden, dank den Bemühungen des amerikanischen So= ziologen Dr. Baka, der sich bemüßigt gesehen hat, den Gefängnisdirektoren verschiedene Vorschläge zu unterbreiten. Zur praktischen Erprobung der Brauchbarkeit feiner neuen Gedanken hat man Herrn Baka die reich= besetzte Strafanstalt von Carson City im Staate Newada als Verfuchsfeld überwiesen. Er hat hier zunächst die Einrichtung getroffen, daß die Gefangenen, die sich einer guten Führung befleißigen, eine Belohnung in flingender Münze erhalten, während die Widersetzlichen eine Geldstrafe zu bezahlen haben. Die Behörde hat diesem Vorschlag der Gefängniserziehung freudig zugestimmt. Dr. Baka hat aber dann weiter vorgeschlagen, den Gefangenen auch das Kartenspiel zu gestatten, das als vorzialiches Mittel zur Berstreuung zu dem mecke empfiehlt. die Gedanken von dem Britten über ihre Verbrechen abzulenken. Als Einfaß beim Spiel sollen die den Mustergefangenen gutgeschriebenen Belohnungsprämien dienen; denn es ist streng verboten, auf Ehrenwort zu spielen. Mit dieser Reform hat Dr. Bafa in= dessen wenig Glück gehabt. Die Bewunderer seiner neuen Methode haben den Vorschlag ohne weiteres abgewiesen aus dem einfachen Grunde, mell das Kartenspiel in Nevado streng verboten ist und mit Gefängnis bestraft wird. Es geht in der Tat nicht wohl an, daß man den Gefangenen eine Veraniglichkeit gestattet, dte den freien Bürgern nicht gestattet ist. In der Schule. Der Nachmittag war warm, die Ferten in Sicht, der Lehrer war fast erschöpft von den Versuchen, die Grundlagen der Grammatik in die Hohl= Der Gräfin stieg vor Empörung das Blut in die Wangen. ,, Solche Antwort hätte ich nicht von Dir erwartet!" rief sie. Wie er den Befehl hätte erfüllen sollen? Einfach gar nicht! Bedenke, wie darf ein preußischer General eine Königin belästigen! Solche Roheit ist unerhört!" " Wieder gebe ich meiner Mutter zu bedenken, daß Wylich in höherem Auftrage handelte und darum Die Mutter unterbrach sie hart. “ " Ich mag nichts hören. Du bist ganz rabtat! Ungeratenes Kind!" In diesem Augenblick erschten ein Lakat. Gnädigste Gräftn," meldete er,„ Ich habe den Auftrag, zu bestellen, daß-" er stockte und blickte etwas unsicher auf die junge Dame. Auch der Gräfin schten die Anwesenheit ihrer Tochter nicht sonderlich lieb zu fein. Ste warf einen prüfenden Blick auf das junge Mädchen, das, die schlanken Hände in den Schoß gefaltet, träumertsch vor sich hin sah. Wahrscheinlich hatte fie die Bestellung kaum verstanden, und das war gut. Die Gräfin erhob sich. ,, Schon gut," rtef ste dem Lakaten zu,„ tch weiß Bescheid. Er soll in meinem Kabinett warten." Beate fuhr plötzlich auf. " Wer ist gekommen?" rief sie. Der Lakat blickte unverwandt auf seine Herrin. " Der Koch Setner Majestät des Königs..." " Welches Königs?" " Des Königs von Preußen. Frau Gräfin haben befohlen," damit entschwand er. ,, Mama, was hast Du mit dem Koch des PreußenBeate blickte ihre Mutter staunend an. fönigs zu tun?" Kind, es ist ja Glasau, unser ehemaliger Lakat, der bet unserm allergnädigsten Herrn, dem Könige, in den Dienst trat, und der durch die Güte der Köniain töpfe feiner Schüler hineinzurammen. Nun, Leh mann", sprach er mit müder Stimme,„ sage mir mal, ist es recht, wenn Du fagst: Sie können mich nichts lernen? Lehmann blidte einen Augenblick nachdenklich darein und antwortete dann in Brustton der Ueberzeu gung: Ja." Der Lehrer seufzte. Warum, Lehmann?" fragte er.„ Sage mir, warum." Und jetzt fam die Antwort wie aus der Pistole geschossen:„ Well Sie's nicht können!" sagte Lehmann triumphierend. Eine Ulanen- Patrouille verunglückt. Ein Unteroffizier und zehn Mann ertrunken. Beim Uebergang einer Patrouille des Oschazzer Ulanenregiments über die Elbe bei Posta fanden Dienstag vormittag ein Unteroffizier und zehn lanen den Tod. Bis mittag waren alle elf Leichen geborgen. Das Unglück ereignete sich im Laufe der Manöverübungen der 23. Division. Am Vormittag sammelte sich die 46. Infanteriebrigade, zu der das 17. Ulanenregiment in Oschatz gehört, südlich von Pirna. Kurz vor 8 Uhr wurde eine Patrouille, bestehend aus zwei Offtzieren und 20 Mann unter Führung von Leutnant Stresemann und Leutnant Frhrn. v. Lotiß gegen den Feind vorgeschickt, der sich bet Neustadt sammelte. Die Patrouille überschritt bei Oberposta die Elbe. Leutnant Stresemann schickte einen Ulanen vor, der mit der Lanze die Wassertiefe untersuchen sollte. Bevor die Patrouille das rechte Elbufer erreichte, geriet sie jedoch an eine 4 Meter tiefe Stelle. Die beiden Leutnants und einige Mann konnten sich ans rechte Ufer retten; die übrigen wurden nach der Beschreibung etnes Augenzeugen von der starten Strömung wie ein Knäuel zusammengerollt und gingen plöblich unter, wobet nur die Lanzen oben schwammen. Einige Mann wurden von Fischern, die mit Kähnen zu Hilfe eilten, gerettet. Mit Hilfe der Schiffer und der herbeigeeilten Rettungsmannschaften gelang es, die im Strom treibenden Leichen zu bergen. Die Toten wurden an das Ufer von Bosta gebracht, von wo sie ins Garnisonlazarett von Pirna übergeführt wurden. Von den Pferden ertranfen zwei, die übrigen retteten sich ans Ufer. Kurz vorher hatten oberhalb und unterhalb der Unglücksstelle andere Unteroffiziere und Mannschaften die Elbe ohne Unfall durchschritten. Der König von Sachsen dem umgehend Bericht er= stattet wurde, hat eine strenge Untersuchung des Vorfalles angeordnet. Weitere Manöverunfälle. Während des Manövers bei Aachen sind Blättermeldungen zufolge 7 Soldaten, zumeist Reservisten des Regiments Nr. 160, am si schlag gestorben. Bei Beiß ist gestern auf dem Manövermarsch der Oberleutnat Graf ron Rothkirch vom 12. Husarenregiment zu Torgau so schwer gestürzt, daß er im Zeizer Krankenhause seinen Verlegungen erlag. Beim Kaisermanöver. Allerlei Betrachtungen. Es wimmelt von fremden Attachees, und man konnte die Entende cordiale in englischen und französischen Militärattachés brüderlich vereint in einem Automobil dem Manöverschlachtfelde zustreben sehen. Diese offiziell zugelassenen Spione sind doch eigentlich das merkwürdigste Produkt internationaler Courtoisie. Während man sonst jeden, der irgendwelche Tatsachen berichtet, die den Verrat militärischer Geheimnisse bedeuten, mit den schwersten Strafen bedroht und dafür sogar unsern obersten Gerichtshof in Szene setzt, wird hter das Spionagesystem direkt legalisiert; es werden sogar den Herren alle möglichen Erleichterungen gewährt, damit sie auch fa recht viel zu sehen bekommen. Man wird einwenden, daß ja auch unsere Militärattachés, zum Beispiel in Frankreich, dieselben Möglichkeiten haben, aber trotzdem bleibt es schwer verständlich, daß, solange nun einmal die Staaten in so außerordentlicher Weise gegeneinander rüsten, solange alle eflatanten technischen Fortschritte in erster Linie der Vervollkommnung unserer Kriegsrüstungen dienstbar gemacht werden, man unseren verehrten Herren Geg nern nicht nur unsere Stärke, sondern insbesondere auch unsere Schwächen vor Augen führt. Man braucht sich nur der Tatsache zu erinnern, daß im Jahre 1869 Graf Wald ersee als preußischer Militärattaché in Paris einen bis ins einzeinste zutreffenden Bericht über den Zustand der französischen Armee geliefert hat, der nicht zuletzt den Ausgangspunkt für die Entschlüsse von Bismarck und Moltke bedeutete, um sich flar zu machen, daß auch heute, und vielleicht gerade heute bei uns, diese offizielle Spionage sehr leicht sich vorwiegend gegen uns wenden kann, die wir bemüht sind, teden möglichen Fortschritt in unserer Armee uns zu sichern. Denn das bleibt immer wahr und es zeigt sich auch in feder unferer großer Herbstübungen wieder, daß in keinem Beretch unseres staatlichen Organismus mit solcher Nachhaltigkeit, solcher Hingebung und mit solchem Erfolge gearbeitet wird, wie in unserem Heere. Man braucht dem hochmütigen Sieger zur Verfügung gestellt wurde." ,, Und was hat meine Mutter mit ihm zu schaffen?" erkundigte sich Beate verwundert. Die Gräfin lächelte falt. " Kind, die Sache kümmert Dich nicht und ist mein Geheimnts. Denke daran, daß es der Preußenkönig war, der Deine Jugend durch Krankheit vergiftet hat." „ Und ist das der Grund, weshalb Ste ihn hassen?" Klang von neuem die Frage. " Zum Teil ja," entgegnete die Gräfin, während thre braunen, schwimmenden, für gewöhnlich ein wenig träge blickenden Augen förmlich Funken sprühten.„ Ich bin Frau, Gattin und Mutter, in diesen meinen dret Eigenschaften hat mich der preußische Herrscher aufs ärgste beleidigt. In meinem eigenen Hause bin ich ge= wissermaßen nur noch geduldet, er war es, der meinen Gatten in die Verbannung getrieben, der Dich, mein Kind, krank gemacht hat. Wenn ich das alles bedenke, so, so," sie knirschte mit den Zähnen, und in den Augen blizte es auf. Beate fuhr sich mit der weißen Hand über dte Schläfen. „ Ich habe meine Krankheit überwunden und Frieden gemacht. Tun Sie es mir nach." ,, Nein," erwiderte die Gräfin, dann erhob sie sich und verließ das Zimmer. Wer thr aber folgte, und zwar unbemerkt folgte, war Beate von Brühl. Es war thr, als würde sie dazu von einer unsichtbaren Macht getrieben. Sie begriff sich selbst nicht, weshalb sie über den Korridor huschte, aber ste hatte das Gefühl, als müßte sie durchaus erfahren, was thre Mutter mit dem Koch des Preußenkönigs zu verhandeln hatte. Das Kabinett, in das ihre Mutter Glasau zu führen befohlen, besaß einen Vorraum, in den man vom Musikzimmer aus gelangen konnte. nicht die Sorge zu haben, daß es auf seinem Friedens. bette eingeschlafen wäre. Das beweist die zwar ruhige und nicht überſtürate, aber sichere und unbeirrte Art, in der unsere Armee auch der Lösung des neuesten Problems, der Dienstbarmachung der Flugapparate für die Erkundung, zu Leibe gegangen ist. Es sind in diesem Manöver acht Flugapparate tätig, vier auf je der Seite. Am gestrigen Tage zeichnete sich durch wich tige Meldungen besonders der bekannte Militärflieger, Oberleutnant Madenthunt, aus, der mit seinem Albatros- Zweidecker wiederholt das Kampffeld kreuzte. Natürlich wird angesichts des Erscheinens der Flieger auch eingehend die Frage erwogen, wie man diesen Flie gern mit Geschossen beikommen kann. Dabei ist ein Moment besonders wichtig: es wird in einem aut Fünftigen Feldzuge schwer, wenn nicht beinahe unmög Itch sein, die eigenen von feindlichen Fliegern zu unters scheiden, und ehe diese Frage entschieden ist und demgemäß auf den Flieger geschossen werden soll, ditrfte dieser wahrscheinlich schon so weit entfernt sein, daß an ein Treffen faum noch zu denken ist. Jedenfalls wird den Fliegern mit Salven, wie sie gestern zum Beispiel auf den Flugapparat des Oberleutnants Mackenthun abgegeben wurden, nicht leicht beizukommen sein. Das Kaisermanöver beendet. Boizenburg, 13. September. Der Kaiser war heute morgen un 5 Uhr morgens ins Manövergelände gefahren. Um 6 Uhr traf er im Automobil bei Help ein, wo er au Pferde stieg. Die Truppen befanden sich bereits im Gefecht. Die blaue Armee machte einen hartnäckigen Artillerieangriff, auch der rote Lenkballon manövrierte über dem Gelände. Um 10 Uhr ertönte das Kommando„ Das Ganze halt!" Das Kaisermanover hatte sein Ende erreicht. Der Kaiser hielt die Stritit ab und begab sich dann nach Boizenburg zurück, von wo er heute nachmittag im Neuen Palais in Potsdam eintraf. Brände überall. Fast kein Tag vergeht jetzt, ohne daß nicht große Brände gemeldet werden. Auch heute liegen wieder aus den verschiedensten Orten Nachrichten über verheerende Schadenfener vor. Im Orte Grüningen bei Donaueschingen brach Dienstag mittag inmitten des Ortes Großfeuer aus, das, durch starken Ostwind an gefacht, sich mit rasender Schnelligkeit verbreitete und in wenigen Stunden 20 Gebände in Asche legte. Die Feuerwehren der ganzen Umgegend waren zur Hilfe geellt. Es herrschte großer Wassermangel. In Ma riendorf bei Berlin ist in der Nacht zum Dienstag gegen 2 Uhr in dem Hause an der Ecke der Kaiserund Ringstraße ein erhebliches Feuer ausgebrochen, das auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Sechs Feuerwehren waren bei der Ablöschung des Brandes tätig, die erst vormittags gegen 10 Uhr beendet werden konnte. In dem Dorfe I amny bei Piset in Sildböhmen sind 33 Säufer samt der eingebrachten Ernte niedergebrannt. Der Schaden ist groß; 284 Personen find obdachlos. Ferner meldet uns der Draht: Antwerpen, 13. September. Auf den Holzlagerplätzen am Ferdinandshafen wütet eine furchtbare Feuersbrunst. Alle Feuerwehren sind nach der Brandstelle geeilt. Die Lager von mehr als fünf Firmen stehen in Flammen. Der Feuerschein ist in Brüssel sichtbar. Drabtnachrichten und Deuestes. Entfekliche Schwermutstat. Hannover, 13. September. In der vergangenen Nacht hat der Arbeiter Zaube in Waffel seiner Frau und seinen fünf Kindern mit einem Rasiermesser den Hals durchschnitten und sich dann selbst getötet. Ant= scheinend ist die Tat in einem Anfall von Schwermut begangen worden. Explosion in der Darmstädter Technischen Hochschule. Darmstadt, 13. September. Jm chemischen Laboratorium der Technischen Hochschule erfolgte gestern abend beim Zusammenarbeiten eines Assistenten mit einem Studenten eine furchtbare Erplosion. Der Affistent wurde schmer verletzt, der Student trug leichtere Verlegungen davon. Die Detonation murde im ganzen Stadtviertel, in dem die Technische Hochschule sich be= findet, gehört und rief große Aufregung hervor. Ein Opfer des Streif- Terrorismus. Diffelborf, 13. September. Streifende Transportarbeiter rissen den 55jährigen Fuhrmann Worn vom Bock aufs Straßenpflaster. Der Fuhrmann erlitt dabei einen Schädelbruch und mar sofort tot. Der Haupttäter ist geflüchtet, zwei Streifende, die Augenzeugen waren. murden verhaftet. Erschah Mohammed Ali auf der Flucht. London, 13. September. Das Neutersche Bureau meldet aus Teheran, daß der frühere Schah Mohammed Alt mit sieben Begleitern nach Gumusteph geflohen set. Dorthin schlich sich Beate und dann lelse, leise in den erwähnten Vorraum. Da sich die Gräfin vorher selbst durch Augenschein vergewissert, daß das Nebenzimmer völlig leer war, und fie also feinen Lauscher zu befürchten hatte, legte fie threr von Natur ein wenig lauten Stimme felnen 3wang an. Beate verstand jedes Wort, das darin ver= Iautete sie wurde totenbleich. 71 Die Gräfin sprach von einem Pulver, das Glasau in die Schokolade schütten sollte, die der König am Morgen zu sich zu nehmen pflegte... Beate war es, als sträubten sich thr die Haare. Was hörte ste? Der König von Preußen sollte vergiftet werden? Das junge Mädchen lauschte noch immer, sie wurde förmlich gezwungen, zu lauschen. Glasau hafte verschiedene Einwendungen, endlich meinte die Gräfin: " Ich werde die Schokolade präparieren. Für heute wird es allerdings zu spät sein, aber morgen," Beate fonnte hören, mit welchem Triumph sie das sagte ,,, morgen ist auch noch ein Tag. Schicke Er mir für morgen etnen zuverlässigen Boten oder am besten ist's, Er tommt selbst..." Darauf wurden noch einige Kleinigkeiten verhandelt, endlich schied Glasau. Beate huschte ins Musifzimmer, fetzte sich ans Klavier und begann ein paar Tatte zu spielen. Die Mutter, die sie hörte, trat etn. ,, Du hier, Beate?" fragte sie erstaunt.„ Ich glaubte, Du befändest Dich in meinem Boudoir," fuhr fie fort. ,, Doch es ist recht, daß Du Deine musikalischen Studien nicht ganz vernachlässigst. Freilich ist es mir in unserer febigen bedrängten Lage ganz unmöglich, Dir Unterricht geben zu lassen. Operndirektor Hasse, Dein Lehrer, denkt daran, sich mit seiner Truppe nach Italten zu begeben." ( Fortsetzung folgt.) Be Palmona S PALMIN YO PUHONN Mutter und Kinder kennen die Vorzüge von Palmin( Pflanzenfett) und Palmona( Pflanzen. Butter Margarine) als Speifefett und als Brot aufftrich. Diefe Produkte find von abfoluter Reinheit, leicht verdaulich( kein Aufftoßen, kein Sod. brennen!), fehr preiswert und gänzlich frei von tierischen Fetten. Man vermeide die zahlreichen Nachahmungen, betrachte ihr Vorhanden. fein vielmehr als einen Beweis für die vorbildliche Qualität unferer Produkte. H. Schlinck& Cie. A.-G. NB, Palmin jebt auch„ weich"( Schmalzähnlich) zu haben. Soeben erschienen; Die Kunst der Spekulation. Aus dem Inhalt: Welche Papiere gewählt werden sollten. Wie man Gewinne erzielen kann. [ 23/4 Wie ein Verlust in einen Gewinn verwandelt werden kann. Amerikanische Papiere. Fingerzeige für Spekulanten. Winke für Kapitalisten etc. etc. Kostenfrei erhältlich durch: Brown Saville& Bro., 83, New Oxford Street, London. Eine Dame teilt es der andern mit: ,, Favorit, der beste Schnitt!" 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Jahrgang erscheinen, sind anerkannt eines der amüsantesten Blätter Deutschlands. Sle plegen hauptsächlich die Schilderung des eleganten und weltstädtischen Lebens In Wort und Bild und werfen satirische Streiflichter auf Politik und Zeitgeschichte. Probe- Abonnements pre Quartal 2.50 MK. pro Nummer 25 Pf. durch alle Buchhandlungen. Verlag d., Lustigen 8 ätter Berlin SW. 68. werden tungen f Больз In j y LOVE ao HT Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger frei ins Haus 1,50 Mt., durch die Post bezogen 1,75 Wt. Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Bole aus dem Inferate: die 14 mm breite Petitzeile 20 Pfennig Reklame: 90 50 Extrabeilagen derden nach Gewicht u. Größe berechnet. R Telephon Anschluß: Gießen, Nr. 362. Ohm- und Feldalhal ( Oberheshscher Beobachter) elm II. Nr. 198. Kör! h 8 7828. ten wird nd Hof r jeglichen ERDICHTEN CHGLANZI te ittel 1- OHNE NKURRENZI orzügliche terleger t man jet Geflügelbof, Preisbud [ 285/9 t reell Frau Wiesbaden, 1988 551. ige ter 2 Blätter Jon von Rudolf Moszkowski, r und Gastav ater Mitwirkung stler, wie Ernst r, W. A. Wellner, ros, H. Zille usw. rscheinen, sind er amüsantesten 3. Sie pflegen Schilderung des ädtischen Lebens und werfen satiauf Politik und ichte. nements 2.50 MH. er 25 Pf. handlungen. igen 8 after SW. 68. Telephon: Nr. 362. Bekanntmachung. Die unterm 13. Juni 1911 angeordnete Sperre der Schützenstraße zwischen Rodheimerstraße und Gleibergerweg wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. September 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Parteipolitisches. * Der Parteitag der hess. 3entrums= partei wird am 15. Oktober in Mainz abgehalten. Vormittags wird das Landeskomitee zusammentreten und nachmittags findet eine große Versammlung in der Stadthalle statt. Hessische Landtagswahlen 1911. Das Zentrum stellt für den Landtagswahlkreis Osthofen den Bürgermeister Schreiber aus Abenheim als Kandidaten auf. Die Sozialdemokraten stellten für den 13. oberhessischen Wahlkreis, Büdingen, den Genossen Scha u b- Büdingen als Kandidaten auf. Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. September 1911. * Der Großherzog hat zum 1. September d. Js. der Krankenpflegerin des Alice- Frauenvereins für Krankenpflege im Großherzogtum Hessen Luise Platt in Gießen und der Krankenpflegerin des Zweigvereins Großen- Bused Berta Büchsler in Großen Bused das Dienstauszeichnungskreuz für Kranken pflege in Silber verliehen. = • Der Großherzog hat mit Wirkung vom 1. September d. Js. den Oberst Frhr. v. Normann, Kommandeur des Großherzoglichen Gendarmeriekorps, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension, unter Anerkennung seiner langjährigen, freuen und ersprießlichen Dienste und Verleihung des Charakfers als Generalmajor in den Ruhestand versetzt und an dessen Stelle den Oberstleutnant Schmidt im Großherzoglichen Gendarmeriekorps unter Beförderung zum Oberst zum Kommandeur dieses Korps ernannt. Neuerungen in Eisenbahnzüge n. Das preußische Eisenbahnministerium hat, mehrfachen Wünschen des Publikums entsprechend, umfangreiche Neuerungen in den Eisenbahnzügen der preußisch- hessischen Staatsbahnen getroffen. So ist es auf Grund erfolgreicher Versuche gelungen, das Rütteln in den Wagen aufzuheben und einen ruhigen Gang zu ermöglichen, der durch eingebaute Kastenquerträger erzielt wird. Die Abortanlagen werden von jetzt ab in allen Wagen der D- Züge an die Außenseite verlegt werden, um einen besseren Luftzug zu erzielen. In den Wagen der Personenzüge sollen alle Abteile, auch die der 4. Klasse, mit Pintsch- Glühlicht erleuchtet und die Abteile der letztge= nannten Klasse sämtlich mit Linoleum belegt werden. Außerdem erhält diese 44 Sitzplätze, gegen bisher nur 22, Abortanlage mit Wasserspülung, Raucher- u. Nichtrauche! Abteile. Sämtliche Türen in der vierten Klasse werden mit Selbstschließern versehen. Diese Neueinrichtungen treten mit dem 1. Oktober in Kraft. Die an dieKathreiners Malzlaffen, - In jedem Hause – jeden Der Gehalt mocht's! Forg. Lokalanzeiger für die Kreise Alsfeld, Grünberg und Schotten. Samstag, den 16. September 1911. sem Tage neu eingestellten Wagen werden mit diesen Neuerungen versehen sein. In den Wagen älterer Einstellung werden sie nach und nach eingeführt. Militärisch e s. Oberst Clifford Koq von Breugel, Kommandeur der 25. Kavallerie= Brigade( Großh. Hess.) wurde zum Generalmajor befördert. - Vom Manöver. Die Sanitätsfom pagnie und der Zug eines Feldlazaretts wurden am Montag durch den Korpsarzt Generalarzt Dr. Schmiedicke im Beisein des Divisionsarztes Generaloberarzt Dr. Thiele besichtigt, machten am Dienstag größere Märsche und Uebungen ins Gelände und wurden am 14. mit der Eisenbahn zum Manöver der 25. Division nach Razzenellnbogen befördert. Die schwere Artille= rie des Feldheeres gestellt vom Fußartillerie- Regiment General- Feldzeugmeister Nr. 3 in Mainz 2c. ist beim Divisions- und Korpsmanöver gleichmäßig auf beide Divisionen verteilt, sodaß jede derselben über einen Bataillonsstab und 2 Batterien zu je 2 Geschützen verfügt. Gegenwärtig führt diese neueste Artilleriegattung als Hauptgeschütz die schwere( 15 Zentimeter) Feldhaubiße, die den modernen Anforderungen im hohen Grade entspricht. Sie ist für Rohrrücklauf eingerichtet und verfeuert eine Granate von etwa 40 Kg. Gewicht mit einer Anfangsgeschwindigkeit, je nach Größe der Ladung von 180 bis 328 Meter und erreicht eine Schußweite bis 7400 Meter, also nahezu eine deutsche Meile. Sie hat sowohl eine große Splitterwirkung gegen lebende, als auch sehr große Minenwirkung gegen feste Ziele. Außer dieser führt die schwere Artillerie des Feldheeres auch eine Feldkanone großen Kalibers, die 10 Zentimeterkanone. Diese Kanone hat das Staliber der leichten Feldhaubitze ( 10,50 3entimeter), aber ihre Geschosse Granaten mit Aufschlag und Schrapnells mit Doppelzünder haben gegenüber der Feldhaubize eine größere Anfangsgegegenüber der Feldhaubitze eine größere Anfangsgeschwindigkeit und Schußweite, die bis zu 10 300 mtr. reicht. Die 25. Division hatte am 11. und 12. d. Mts. unter Leitung ihres Kommandeurs Generalleutnant von Plüskow Divisionsmanöver bei Kazenellnbogen, am 13. Ruhetag und setzte am 14. das Divisionsmanöver in Gegenwart des kommandierenden Generals fort. Die blaue Partei stand am 11. d. Mts. unter Oberst von zel, Kommandeur des Leibgarde- Infanterie- Regiments Nr. 115, am 12. unter Oberst von Geldern- Crispendorf, Kommandeur des Feldartillerie- Regiments Nr. 61 und am 14. unter Generalmajor Noeldechen, Kommandeur der 25. Feldartillerie- Brigade, während Rot von Generalmajor Franke, Kommandeur der 50. Infanteriebrigade, bezw. Oberst Herhudt von Rohden, Kommandeur des Infanterie- Leibregiments Großherzogin Nr. 117, bezw. des Obersten Clifford Kocq von Breugel, Kommandeur der 25. Kavallerie- Brigade geführt wurde. In vergangener Nacht( 14. auf 15.) bezog die Infanterie unserer Division Biwak. * Butzbach. Der 39jährige Hauptmann Molier von der 1. Kompagnie hat sich mit seinem Dienstrevolver im Manöver bei Diez erschossen. Die Gründe des Solbstmordes sind unbekannt. * Bad Nauheim. Frau Cornelius Vanderbilt ist mit Familie und Gefolge zum zweiten Male in diesem Sommer zur Kur hier eingetroffen. * Friedberg, 15. Sept. Das Kalbfleisch kostet bei sämtlichen Metzgern 85 Pfg. das Pfund. Offenbach. Die hiesige 3 entrumspartei wird zum erstenmal einen eigenen Kandidaten auf stellen und zwar kommen Stadtverordneter Nessel und Rechtsanwalt Keßler in Frage. Die Nationalliberalen sind sich noch nicht schlüssig. Offenbach a. M. Die sozialdemokratische Partei stellte für den neugeschaffenen Wahlkreis Offenbach 2 Stadt den Beigeordneten Eißnert auf. * Vilbel. Der Gasvertrag mit Frankfurt a. M. wurde von dem Tiefbau- und Finanzausschuß in Frankfurt zur Annahme empfohlen. Vom Vogelsberg. Mit Rücksicht auf die schon lange anhaltende Trockenheit hat die höhere Forstbehörde in Darmstadt den Landwirten des Vogelsberges das Ausgrafen und Beweiden der Fichtenpflanzungen gestattet, damit die Viehbestände erhalten bleiben. Hirzenhain. Dr. Schäfer- Hirzenhain schoß im Revier Gelnhaar eine Wildkaze von 98 Zentimeter Länge. Seit ungefähr 25 Jahren ist dies das erste Exemplar, welches in hiesiger Gegend wieder erlegt wurde. * Nid da. Hier ist die Zwetschenernte in vollem Gang. Die Früchte sind trotz des trockenen Wetters sehr Bofe aus Oberhelfen) Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. schön. Daher ist auch die Nachfrage sehr lebhaft. Der Zentner wird mit 4.20 wt. bezahlt. Bei der abgehal tenen Zwetschen- Versteigerung von den städtischen Obstbäumen wurden sehr hohe Preise bezahlt, da viele Käufer von auswärts gekommen waren. Auch die Aepfel scheinen teuer zu werden. In den benachbarten Dörfern sind schon Abschlüsse für Kelterobst das Malter zu 13 bis 14 Mark gemacht worden. * Aus Rheinhessen. Ueberall gibt es eben Leben in den Landtagswahlkreisen, mehrere Kandidaten haben bereits mit ihren Wahlreden begonnen und auf den Bürgermeistereien liegen die Wählerlisten auf. Auch sind fast alle Kandidaten nominiert, nur hier und da wird noch verhandelt und gehandelt. So in den beiden Wahlkreisen Wöllstein und Nierstein. Wie man mitteilt, plant man im linksliberalen Lager folgenden Handel:„ Wenn die Nationalliberalen in Wöllstein für den freisinnigen Eibach, Landwirt in Pfaffen- Schwabenheim, eintreten, treten die Freisinnigen in Nierstein- Nieder- Saulheim für Reichardt- Nierstein, den Bezirksvorsteher des Hansabundes, für den Kreis Oppenheim, ein. Mainz. Der 31jährige Eisenbahnassistent Gg. Bensel von hier, wohnhaft in Worms, wurde wegen Zuhälterei, Nötigung und Erpressung an seiner Braut von der Strafkammer zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte übte sein Gewerbe 2 Jahre lang in Worms, Frankfurt, Mainz und Wiesbaden aus. * Mainz. Die Polizei nahm 2 Brüder im Alter von 10 und 13 Jahren fest, die vor 8 Tagen sich aus dem elterlichen Hause in Nieder- Alster( Schweiz) entfernt und den Weg bis hierher zu Fuß zurückgelegt hatten. * Mainz. Der Feldwebel Speer von der 5. Kompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 117 hat seine Kaserne verlassen und ist flüchtig gegangen. Nierstein. Der 1911er Wein dürfte allen Anzeigen nach eine seltene, eine Jahrhundertblume werden. * Viernheim. Die Tabakernte ist hier im vollen Gange. Für Grumpen werden 40 Mt. für den 3entner bezahlt. Gemünden a. Wohra. Am 1. Oktober findet die Eröffnung der Reststrecke der Nebenbahn Zimmersrode- Gemünden- der Strecke Bahnhof Densberg bis hierher statt. - Heppenheim. Hier hat der Portugieser= herbst seinen Anfang genommen. Die Quantität bleibt hinter den Erwartungen zurück. Dahingegen ist die Qualität vorzüglich. Daher verlangen die Producenten 100 Mt. pro Ohm 160 Liter. Die Kaufer sind noch zurückhaltend. * - Ehringshausen. In dem neuen Krankenhause sind schon über 20 Stranke untergebracht. Dr. Stein wohnt jetzt in der Anstalt. * Aus dem Lahntale. Der ungewöhnlich tiefe Wasserstand der Lahn wird von der Stromverwaltung dazu benutzt, Felsen und dergleichen, die den Verkehr hindern, durch Sprengungen zu beseitigen. Gegenwärtig ist man in Nassau beschäftigt, die Funda= mente der alten Lahnbrücke, die 1795 von den BreuBen zerstört wurde, zu beseitigen. *) Hohensolms. Der Bau einer Wasserleitung für die Gemeinde Hohensolms soll öffentlich vergeben werden. Es sind neben der Quellfassung mit Sammelbehälter und dem Hochbehälter von 100 Abm. Fassungsraum etwa 2500 Ifd. Mtr. Hauptrohrleitung von 100 und 80 Millimeter 1. W. mit Hydranten und Schiebern, sowie die Hausanschlüsse herzustellen. Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 28. September 1911, nachm. 4 Uhr, an den Kreistiefbaumeister einzureichen. Frankfurt a. M. Generalleutnant Scholtz, Kommandeur der 21. Division, wurde der Kronenorden erster Klasse verliehen. Kopfschmerzen- Schlaflosigkeit. Di se Störungen find in den meifen Fällen Zeichen von Magen- und Leberstörung, wodurch das Blut mit Harn- und Gallenstoffen überfüllt ist. Das beste Mittel um gute Berdauung und Leberfuftion herzustellen ist Dr. Wegener's Zee. Das beste Handmittel, fehr einfach zuzubereiten und angenehm a rebren. Besteht aus edlen Kräutern. Dr. Wegener's Tee foftet M. 150 das Paket in Apotheken erhältlich; wo nicht vorrätig wende man fich an die Ferromanganis gesellschaft, Kronprinzenfiraße 55, Frankfurt a/ Main. Der Sieg der Blauen. Im Kaisermanöver fiel am Mittwoch die Entschetdung. Die blaue Armee durchstieß mit überlegenen Kräften das Zentrum der roten( gelandeten) Armee und bedrohte deren rechte Flante. Der Sieg der blauen Armee stand damit fest. Wenn man, so meldet ein„ Kriegsberichterstatter" feinem Blatte, die Truppen nach den langen Märschen und den aufreibenden Gefechten sah, wenn man beobachtete, wie fest sie in der Hand ihrer Führer waren, wie glanzend die Feuer- und Schüßendisziplin des einzelnen Mannes troz aller förperlichen Anstrengung sich zeigte, und damit der Beweis für die intensive, bis ins fleinste gehende Detailarbeit des Ausbildungsdienstes, dann fonnte man doch auch wieder ohne zu viel Selbstüberhebung sagen: Lieb Baterland, magst ruhig sein! Um so weniger ist es eigentlich zu verstehen, daß wir mit solchen Truppen unsere Bofttion nicht beffer ausnüßen. Die drei kaiserlichen Söhne taten während dieses ganzen Manövers Frontdienst. Man konnte den Prinzen Ostar als Pafewalter Kürasiter eifrig Patrouille reiten sehen und dem Prinzen Eitel Friedrich wurden feine von den unzähligen Staubwolfen geschenkt, die vom Manöverfelde, insbesondere aber von den berittenen Truppen, verräterisch zum Himmel stiegen. Die Kriegsverwendbarkeit der Flugzeuge. Die Meldungen der Flugzeuge haben die Manöverleitung außerordentlich befriedigt. Allerdings war das Wetter für die Flüge sehr günstig. Ste haben foIoffale Dienste geleistet. Der Satser hat nach Schluß der Manöver jedem einzelnen Flieger seinen Dank und setne Anerkennung ausgesprochen. Beide Armeeführer haben sich dahin geäußert, daß sie ihre Operationen im wesentlichen auf die Meldungen der Flieger aufgebaut haben. Oberleutnant Mackenthun hat am ersten Tage fn 35 Minuten die feindliche Front abgefahren und Meldung erstattet, mozu die Kavallerie etwa vier Stunden nötig gehabt hätte. Beförderungen. Der Kaiser hat den Großherzog von MecklenburgSchwerin zum General der Kavallerie ernannt. Prinz Johann Georg von Sachsen, der Bruder des Königs Friedrich August, der als Generalleutnant aus dem aftiven Militärdienst ausschied, ist am Mittwoch im Katfermanöver vom Kaiser Wilhelm zum preußischen General der Kavallerie à la suite des 2. Garde- lanenRegiments befördert worden. Borbereitungen Frankreichs für alle Fälle". Fortgesetzt herausfordernd tst die Sprache des " Pariser Temps", der ersichtlich zum Kriege hezt und fortfährt, allenthalben einen üblen Eindruck hervorzurufen. Regierungsfreise glauben, daß die Tempsartikel von einer französischen Marottoipetulan= tengruppe eingegeben sind. Auch englische Einflüsse scheinen mitzuspielen. Obwohl alle Bariser Zeitungen " ganz genau" den Inhalt der französischen Antwortnote auf die deutschen Gegenvorschläge anzugeben wissen, weiß man doch nichts Tatsächliches darüber, wie über den wahren Inhalt der deutschen Gegenvorschläge. Was die Zeitungen veröffentlichen, find leere Kombinationen. Unterdessen sett Frankreich seine Vorbereitungen für alle Fälle fort, die Bant von Frankreich zieht alles Gold ein, auch aus Belgien und der Schweiz, wo das Goldagio infolgedessen bereits sieben pro Mille beträgt, also so viel wie 1870. Der„ Kampf Englands". Eine englische Marokkoautorität, Cunningham Graham, erklärt fm„ Evening Standard" Deutschland tämpfe den Kampf Englands, denn wenn die Franzosen freie Hand in Marokko erhielten, würden sie zweifellos den englischen Handel ebenso ausschließen, wie sie dies in Madagaskar getan hätten. Die neue Zusammenkunft. Donnerstag abend ist die Antwortnote der französischen Regierung auf die deutschen Vorschläge über Maroffo in Berlin eingetroffen. Botschafter Cambon wird sie im Laufe des heutigen Tages Herrn von Kiderlen- Wächter zustellen. Nach einer Meldung des Temps wird Botschafter Cambon in der neuen Unterredung mit dem Staatssekretär v. Kiderlen- Wächter die von diesem zu stellenden Fragen genau nach dem Sinn und nach dem Wortlaut des ihm übermittelten Memorandums beantworten. Die Pariser Presse gibt der Erwartung Ausdruck, daß nunmehr einem, jedes Mißvergnügen ausschließenden Maroffopakte zwischen Deutschland und Frankreich die Wege geebnet sind. Rundschau oom Cage. Politisches. Anläßlich des fünfzigjährigen Militärdienstjubiläums des Kommandanten des Kaiserlichen Hauptquar: Geben und nehmen im Marottoftreit. Hiers, Generaloberst von Bieffen, In den Aeußerungen der französischen Presse be= gegnet man häufig der irrtümlichen Auffassung, als wurden die deutsch- französischen Verhandlungen immer wieder dadurch in die Länge gezogen, daß Deutschland Forderungen an Frankreich stellt, die dieses nicht bewilligen könne, oder mit anderen Worten, als set Berlin der ewig heischende und Paris der nur widerwillig gewärende Teil im ganzen Marokkohandel. So charakteristisch diese Auffassung und ihre Verbreitung für die französische Denfungsart ist, so wenig entspricht sie den wirklichen Tatsachen. Man wird sich vor allem vor Augen halten müssen, daß Deutschland es ist, das den Franzosen gerade dasjenige zu gewähren vermag, worum es ihnen in diesem Handel am metsten zu tun ist: die politische Sonderstellung oder, wie es dem französischen Ohr wohllautender flingt, das p0= Itttiche Protettorat über Maroffo. Man wird schon hinsichtlich dieser für Frankreich verlockenden Aussicht kaum mehr von deutschen Forderungen und französischer Nachgiebigkeit reden können. Aber auch in anderer Beziehung muß daran erinnert werden, daß es mit dem Geben und Nehmen im Maroffostreit sich umgekehrt verhält als die in der französischen Presse zutage tretenden Auffassungen wahrhaben wollen. Am 31. Dezember dieses Jahres erlischt bekanntlich das den Franzosen von den Algecirasmächten erteilte Boltetmandat in den marokkanischen Küstenstädten. Für Frankreich ist es natürlich von größter Bedeutung, auch fürderhin Mandatar dieser Mächte zu bleiben, und man darf wohl annehmen, daß es sich in dieser Richtung bereits bei den einzelnen Regierungen bemüht hat. Wie wäre es nun, wenn die Republif in Berlin nicht fenes Entgegenkommen fände, an dem ihr gelegen sein muß, falls Frankreich auch vom 1. Januar 1912 an feine polizeilichen Funktionen in Marokko legaltfiert sehen will? Läge es nicht vielleicht in Deutschlands gutem Willen, angesichts der schlimmen Erfahrungen, die es mit diesem Mandat in Marokko gemacht hat, dieses über den genannten Termin hinaus nicht zu verlängern? Ind ist es nicht wieder Paris, das seine ganze Aufmerksamkeit daranseben muß, um sich um die Ertetlung der deutschen Vollmacht von neuem zu bemüthen? Es scheint an der Zeit, so schließt diese anscheinend offtziöse Darlegung, die der Berl.- Lot.- Anz." veröffent Itcht, auf die hier angeführten Tatsachen besonders hinzuweisen und der Verkehrtheit des französischen Standpunktes den wahren Sachverhalt ausdrücklich gegen= überzustellen. 14) Wetterwolken. Roman von M. v. But ch. abend im Neuen Palais zu Potsdam beim Kaiser Tafel statt. Generaloberst von Plessen saß zur Rechten des Kaisers. Ferner waren u. a. geladen: Generaloberst v. Kessel, Kriegsminister von Heeringen, der kommandierende General des Gardekorps, von Loewenfeld, OberHofmarschall Graf Eulenburg, sowie das gesamte Hauptquartier des Kaisers. ( Nachdruck verboten.) „ Aber Mama," rief Beate Kopfschüttelnd, solange Krieg im Lande herrscht, ist wirklich nicht Zeit, zu jubeln und zu trillern. Halb unbewußt griff ich in die Tasten. Ein Lied aus alter Zeit," fügte sie träumerisch Hinzu. in Kraft. Ebenso wird für diesjährige Naffe die Ausfuhr untersagt. Deutschland hat im Jahre 1910 aus Serbien für 4,78 Mill. Mark Mais importiert bet 61,18 Mill. Mark Gesamteinfuhr. Japan bleibt mißtrauisch. Angesichts der oftentativen Russerfreundlichkeit der japanischen Regierung und Presse warnt die Tokioter Zeitung Nicht Nicht" in einem Leitartikel vor Illufionen und betont, daß Japan nach wie vor mit der Gegnerschaft Rußlands rechnen müsse. Des Kaisers Dank an Mecklenburg. Auf Befehl des Großherzogs von Mecklenburg- Schwerin wird eine Kabinettsorder des Kaisers zur allgemeinen Kenntnis ge= bracht, in der es heißt:„ Die Beendigung der diesjährtgen, von mir abgehaltenen Manöver bietet mir einen erwünschten Anloß. Eurer Königlichen Hoheit versichern zu können, daß ich von den Truppen des großherzoglichen Kontingents wiederum nach jeder Richtung hin einen ausgezeichneten Eindruck bekommen habe. Mit besonderer Befriedigung habe ich auch davon Kenntnis erhalten, daß die Bevölkerung, trotz der unvermeidlich starken Belegung die Leistungen der Truppen aller Orten durch eine gastliche Aufnahme hat wirksam unterstützen helfen. Dankbar würde ich es begrüßen, wenn Eure Königliche Hoheit den Bewohnern Ihres Landes meine lebhafte Genugtuung darüber zu erkennen geben möchten." Die Gräfin griff aus Beates Entgegnung nur den einen Satz heraus. „ Solange Krieg im Lande herrscht", meinte sie mit hoch gezogenen Lippen.„ Nun hoffentlich dauert der Zustand nicht mehr zu lange." „ Was sollte geschehen, um ihn zu beenden?" rief das junge Mädchen. „ Närrchen Du," sagte die Gräfin achselzuckend und verließ das Zimmer. Kleine Nachrichten. Der Deutsche Richtertag, der soeben in Dresden tagte, hat eine Resolution beschlossen, in der er den Er laß eines deutschen Richtergesezes zur Sicherung der Unabhängigkeit der Richter fordert. Der Zwischenfall in der Charlottenburger Luisens firche ist noch immer nicht beigelegt. Der Kirchenrat der Luisengemeinde hat gestern abend beschlossen, beim Kommando der 2. Gardedivision die Strafverfolgung der Offiziere zu beantragen, die am 28. Jult den Gottesdienst in der genannten Kirche durch den Befehl zum Abrücken ihrer Mannschaft störten. Der nene Linienschiffstrenzer„ Moltke" erreichte bet den Probefahrten 29% Seemeilen Geschwindigkeit. Er ist damit das schnellste Schiff großen Typs in der deutschen Flotte. Angebliche Aenßerungen des scheidenden Kriegsminifters Schönaich veröffentlicht ein ungarisches Blatt. Der Minister habe u. a. gesagt: Mein Rücktritt ist kein freiwilliger. Als pflichtbewußter Soldat hätte ich gern gewartet, bis das Wehrgesetz in beiden Parlamenten angenommen war. Ich bin ein Opfer des Mißfal= lens des Thronfolgers. Ich habe Weisungen nur vom Kaiser angenommen. Der Erzherzog brach jede Verbindung mit mir ab. Während meines Urlaubs richteten fich meine Vertreter gegen meine Absichten nach den Befehlen aus dem Belvedere( des Erzherzogs, d. Red.). Ich gehe in allen Ehren, aber ohne Aussicht, je wiederzukehren. Beate blieb allein aurite. Ste spielte nicht mehr, sie dachte an das soeben gehörte Gespräch im Nebenfabinett. Nun wußte sie, daß sie die Unterhaltung nur belauscht hatte, um das Entsetzliche, das verabredet worden war, zu verhindern. Es durfte nicht geschehen und ihre Mutter nicht zur Verbrecherin werden. Und sie sann und fann, was zu tun set. Rat mußte geschafft werden. Vierundzwanzig Stunden Beit hatte sie; morgen abend erst sollte das Bewußte, Entsetzliche geholt werden... Der geplante Aeroplanflug durch Amerika, den der amerikanische Aviatiker Fowler von San Franzisko aus angetreten hatte, um von dort nach Neuvort zu fliegen, hat ein schnelles Ende gefunden. Nach Zurüc legung von 142 m. stirate Fowler bei der Ueberquerung eines Gebirges ab, wobei seine Maschine in Trümmer ging. Fowler selbst blieb unverlegt. Marokko und die deutschen Fürsten. Der Vorsigende des Alldeutschen Verbandes, H. Claß in Mainz, hatte fürzlich sämtlichen deutschen Fürsten seine Schrift West marotto deutsch" überreicht. Von den Fürsten haben sämtliche, mit Ausnahme von zweten, geantwortet, und aus den Antworten geht hervor, daß die deutschen Fürsten im allgemeinen in der Marokkofrage ebenso fühlen und empfinden wie die ganze Nation. In der Nacht wurde das junge Mädchen vont einem heftigen Fieberanfall gepackt. Sie weckte ihre Bofe und ließ von dieser das vom Arzte bei solchen Anlässen verordnete Chinin in doppelter Portion fich reichen. Sie durfte nicht krank werden, jetzt nicht. Am nächsten Morgen war das Fieber gewichen, allein sie war so matt, daß sie sich kaum zu erheben vermochte. Wie gelähmt lag sie im Bett und mußte tmmerwährend an das eine Entsetzliche denken: daran, Mit Rücksicht auf den großen Futtermangel hat das Generalfommando des 7. Armeekorps in Münster angeordnet, daß die Korpsmanöver, die vom 20. bis 22. September stattfinden sollten, ausfallen. Die Truppen werden daher schon am 19. September in ihre Garnisonen zurückkehren. Der serbische Handelsminister hat mit Rücksicht auf die schwache Ernte und den großen Bedarf an Mais nach dem Berl. Lot.- Anz." die Ausfuhr von neuem Mais verboten. Das Ausfuhrverbot tritt am 14. Oktober Zu Festungshaft begnadigt. Der Kaiser hat den wegen einer Revolverschießeret im Wilhelmshavener Weinrestaurant Rheingold zu dret Monaten Gefängnis verurteilten Leutnant 3. S. a. D. Opolski zu Festungshaft begnadigt. Ein tödlicher Fahrstuhlnnfall ereignete fich gestern auf dem Neubau der Firma Jsrael in der Spandauer Straße zu Berlin. Dort gertet ein Monteur zwischen einen Fahrstuhl und den Fahrstuhlschacht, so daß ihm der Kopf vom Rumpf abgerissen wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. daß man dem Preußenkönige nach dem Leben trachtete. Ste, die darum wußte, durfte es nicht geschehen lassen; auf die eine oder andere Weise mußte das Unheil verhindert und der König gewarnt werden. Aber wie sollte es geschehen? Sie zerbrach sich den Kopf. Tausend Pläne kreuzten ihr Hirn, Pläne, die sich als untauglich erwiesen, und die sie immer wieder verwarf. Endlich aber glaubte sie das Rechte gefunden zu haben. Sie mußte zu Baron Malzahn gehen, ihm die erlauschte Unterhaltung mitteilen, und er mußte alsdann das Wettere veranlassen. Ein Knabenmord im Rheinland. In der Nähe des Königsstuhls bei Koblenz wurde gestern nachmittag ein achtjähriger Knabe von einem 22jährigen stellungslosen Arbeiter erwürgt. Der Mörder ist nach einigen Stunt den mit Hilfe von Polizeihunden ermittelt worden. Ein Hagelsturm verheerte die Weinberge in der Umgebung der Stadt Würzburg und zerstörte viele Gärt nereien. In den Straßen der Stadt lag der Hagel fußhoch. Infolge des Genusses giftiger Pilze tam in Galizisch- Ofna die achtköpfige Familie des Gutsbesitzers Rosanski ums Leben. Als sie zu diesem Entschlusse gekommen war, wurde Beate merklich ruhiger. Sie ließ sich sogar einen fleinen Jmbiß und ein Glas Wein reichen; beides tat thr gut. Sie fühlte sich kräftiger und beschloß, sich au erheben. Eine Zofe war ihrer jungen Herrin behülfItch. Diese mußte Beate in warme Kleidung hüllen und einen warmen Mantel zurechtlegen. Dann schickte sie das Mädchen aus dem Zimmer mit der Weisung, sie wünschte vorläufig nicht gestört zu werden. Inzwischen war es dämmerig geworden; das war die beste Zeit, um ihr Vorhaben auszuführen. Vermischtes. lih firett bilder, ar den glau berechtigt. mit der F Eine fenleben gemeldet, Der Provi zum Mitt filmf Rind einem Ra batte er v betäubt. am Trepp man die der in thr Graujamf der bei ei feiner Fa auch in fe geber und nis ausge lagt fein. bare Tat i Die ermo Jahren. I'm f richt dahin Bollmöller belden fich Seppelin, der Stadt jeder der balt außer Ehrenprei den Preis Der Großherzog von Luxemburg gehört bekannt lich zu den reichsten Fürsten und dieser reiche Fürst lebt seit Jahren gelähmt und der Sprache und Sehkraft beraubt, außerdem an einer schweren innerlichen Kranthett leidend, auf dem Bergschloß Hohenburg bei Tölz, wo er sich ständig in Behandlung von ärztlichen Autort täten befindet. Morgen wird der Großherzog Wilhelm von seiner Gattin nach dem neuen Schloß Solmarberg in Luxemburg gebracht werden. In dem Sonderzug ist ein Krankensalonwagen für den Großherzog eingestellt. Politische Rücksichten legten es der Großherzogin- Negentin nahe, die Residenz nach Luxemburg au verlegen, da es seit langem als Uebelstand befunden wurde, daß die Regentin wegen der Krankheit des Großherzogs weit mehr im Ausland, als im eigenen Lande verweile. Der Schülerstreit in England. Die sogenannten Schulstreiks dehnen sich mit derselben Schnelligkeit wie seinerzeit die Transportarbeiterstreits über das ganze Land aus. In den Londoner Vorstädten haben sich sogar Schulmädchen den Streifern angeschlossen. In Lt= verpool und Manchester sind die Jungen wieder zu ihren Schreibtafeln zurückgekehrt, dagegen wird von neuen Streits in anderen Orten berichtet. In Porndersend haben die Jungen einen großen Sieg errungen; nicht länger darf eine gewöhnliche Lehrerin oder ein Lehrer sie züchtigen. In Zukunft wird nur noch der Leiter der Schule die Rute führen. In Grimsby filbrte ein verwegener Junge auf einem Pony rettend seine mit Besen bewaffneten Kameraden zum Sturm auf die Schule. Der Angriff wurde jedoch von dem Türhüter abgeschlagen.. Wie die Alten seinerzeit, so haben auch die Jungen feine flare Idee davon, weshalb sie eigentSte hüllte sich in den dunklen Mantel und legte ein schwarzes Tuch über die ungepuderten, heute nur leicht aufgesteckten Haare. Nun war sie berett. Als sie sich der Türschwelle näherte, fiberflog sie ein Teichtes Bittern. Sie fühlte sich recht matt und elend, aber sie wußte, daß sie sich diesem Empfinden nicht Hingebn durfte. Sie mußte, und dieses Muß gab ihr Kraft und Mut. Für einen Augenblick setzte sie sich, um Ruhe zu schöpfen, in den Lehnstuhl. Der Schwindel ging voritber. Sie verließ das Bimmer, dessen Tür unweit einer Nebentreppe mündete, so konnte sie hoffen, falls fie nur ein wenig von den Umständen begünstigt wunde, unbemerkt das Haus zu verlassen. Und sie hatte Glitd. Kein Domestik war sichtbar, wie ein Schatten schlüpfte sie durch das Hinterpförtchen aus dem Schlosse. Als sie ins Freie gelangt war, atmete sie tief auf. Ste fühlte sich wie erlöst, aber doch wußte sie, daß der schlimmste Teil ihres Vorhabens noch nicht erledigt war. So drängte sie vorwärts. Auf den Straßen war es still; sie traf wenig Fußgänger, feine Bekannten. Wer hätte auch in der dichtverschleierten, eilig dahinschteßenden Frauengestalt die junge Komtesse Brühl vermutet! Vorwärts, vorwärts, das war ihr einziger Gedanke. Endlich gelangte sie an das Palais, das den preußtschen Botschafter beherbergte. Das Tor war verschlossen, allein, nachdem sie den Klopfer in Bewegung gesetzt, wurde ihr geöffnet. Der Pförtner betrachtete mit Mißtrauen die dichtvermummte Frauengestalt. Dann fragte er barsch, was und zu wem sie wolle. 3000 M. S birth, der Hinterblic den aus d Die g fcheint ber bet, hat „ Urania" Gefangens foll der U dürfte En tragetisch teuer im Im 9 Sidney S furz vor im Hafen Calais. S ein und Stunden Jm Durch Rüdfahrt treten, das Ben und g nals war beste Zeit 1. August einem 3 2 ftone rude Der S Sie wünsche zum Herrn Baron von Malzahn geführt zu werden, Klang die mit leiser Stimme gegebene Antwort. Darob erneutes Staunen des stattlichen Pförtners und schließlich die Bemerkung, daß der Herr Baron nicht so ohne weiteres jedes Frauenzimmer empfange. Beate wurde glühend rot. Erst jetzt empfand sie eigentlich, was sie wagte, tndem sie sich zur Abendzeit in das Haus eines unverHeirateten Mannes drängte. „ Bitte," erwiderte sie endlich, ich muß den Herrn Baron sprechen, Sachen von höchster Wichtigkeit.. Der Pförtner zuckte die Achseln, endlich meinte er:" Rann Sie mir nicht sagen, um was es sich handelt? Ohne weiteres möchte ich den Herrn Baron stören." nicht Gottlob, daß er zu Hause ist, dachte Beate, zugleich nachsinnend, ob sie dem Baron nicht ein Erfennungszeichen senden könne. liner Han Kampf geg mittel. In gefommen. 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Er n der deut fa, den der Franzisto Neuyort zu ach Burlid Ueberqueaschine in Bt. gel hat das tünster an 20. 618 22. te Truppen hre Garni er hat den Imshavener Gefängnis Festungsfich gestern Spandauer ur zwischen so daß ihm er Tod trat er Nähe des chmittag ein ellungslosen tigen Stun worden. in der Umviele Gärtder Hagel am in GaButsbesitzers ct bekannt e Fürst lebt Sehkraft be hen Krankg bet Tölz, Hen Autori og Wilhelm Kolmarberg onderzug ist eingestellt. erzogin- Rezu verlegen, wurde, daß Broßherzogs de verweile. sogenannten elligkeit wie das ganze ben sich soen. 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Dort hat in der Nacht zum Mittwoch der Arbeiter Bautte seine Frau und seine fünf Kinder ermordet, indem er ihnen nacheinander mit einem Rastermesser die Hälse durchschnitt. Seine Frau hatte er vorher mit einem Hammerschlag auf den Kopf betäubt. Zautte hat sich nach der entsetzlichen Tat selbst am Treppengeländer erhängt. Am Mittwochmorgen fand man die blutüberströmten Leichen der Frau und Kinder in thren Betten. Die Tat stellt in ihrer furchtbaren Grausamkeit ein psychologisches Rätsel dar, denn Bautke, der bei einem Hofbesizer in Diensten stand, lebte mit feiner Familie in bestem Einvernehmen und hat sich auch in feiner Notlage befunden. Von seinem Arbeitgeber und von anderer Seite wird ihm das beste zeugnis ausgestellt. Dagegen soll Bautke epileptisch veranlagt sein. Man nimait in Wassel an, daß er die furchtbare Tat in einem Anfall von Schwermut begangen hat. Die ermordeten Kinder stehen im Alter von 1½ bis 11 Jahren. Im schwäbischen Ueberlandflug hat das Preisgericht dahin entschieden, die Leistungen von Jeannin und Vollmöller als gleichwertig zu erachten und daß die beiden sich in den ersten Preis, gefiftet vom Grafen Zeppelin, im Betrage von 20 000 und in den Preis der Stadt Stuttgart von 8000 M. zu teilen haben, sodaß jeder der beiden Flieger 14 000 M. erhält. Jeannin er= hält außerdem den aus einem Brunkbecher bestehenden Ehrenpreis des Königs von Würtemberg und weiter den Preis des preußischen Striegsministeriums mit 3000 M. Den dritten Preis mit 5000 M. erhält Helmuth Hirth, den vierten Preis mit 4000 M. Hoffmann. Den Hinterbliebenen des verunglückten Fliegers Eyring werden aus den verfügbaren Preisen 3000 M. übermittelt. Die geschäftliche Ausbeute des Richterschen Dramas scheint bereits einzuseßen. Wie ein Berliner Blatt melbet, hat Ingenieur Richter ein Anerbieten der Berliner " Urania" erhalten, über seine Erlebnisse während der Gefangenschaft eine Reihe Vorträge zu halten. Richter soll der Urania im Prinzip bereits zugesagt haben und dürfte Ende Oktober oder Anfang November am Vortragstisch erscheinen. Auch ein Buch über seine Abenteuer im Olympgebirge soll noch im Herbst erscheinen. Im Ruderboot über den Kanal. Der Reverend Sidney Swann aus Crosby begann Dienstag morgen furz vor 5 Uhr in einem 7 Meter langen Stiffboote im Hafen von Dover die Fahrt über den Kanal nach Calais. Swann traf in Calats furz vor 9 Uhr morgens ein und hat also für die Ruderfahrt weniger als 4 Stunden gebraucht und einen neuen Rekord aufgestellt. Im Durchschnitt machte er 27 Schläge pro Minute. Die Rückfahrt nach Dover wurde in dem Motorboot ange= treten, das ihn begleitet hatte. Das Wetter war im großen und ganzen schön und nur auf der Mitte des Kanals war der Wellengang etwas stärker. Die bisher beste Bett, nämlich 7 Stunden 15 Minuten, hatte am 1. August dieses Jahres etn junger Franzose, der in einem 3 Meter langen Skiff von Boulogne nach Folkestone ruderte. Der Kampf gegen die Teuerung. Die Groß- BerItner Handwerfer- und Gewerkvereine eröffnen jetzt den Kampf gegen die allgemeine Verteuerung der Lebensmittel. In Spandau ist es bereits zu einem Milchkrieg gekommen. Die dortigen Molkereibesizer und Milchhändler haben beschlossen, den Milchpreis von 22 auf 24 Pfennig zu erhöhen. Darauf ist der mehrere tausend Mitglieder zählende Spandauer Militärarbeiter- Verband, der auf christlichem Boden steht, zusammengetreten und hat in einer Versammlung, der über 1000 Frauen aus Spandau beiwohnten, beschlossen, den Milchverbrauch so viel wie möglich einzuschränken. Die HirschDunckerschen Gewerkvereine haben schon im vergange= nen Jahr Protest gegen die Verteuerung der Butter erhoben, worauf die Großhändler die Preise wieder zurickfesten. Jetzt richtet sich der Unwille besonders gegen die in die Höhe getriebenen Preise für Kolontalwaren, Konserven und Milch. Seltsame Vermächtnisse. Ein Testament von einer ganz besonderen Eigenart fand sich vor kurzem im Nachlaß eines sehr reichen Londoner Junggesellen, der mehrere Male vergeblich versucht hatte, fich zu verheiraten. Er hinterließ testamentarisch sein Vermögen den acht Frauen, die der Reihe nach seine Bewerbung abgelehnt hatten: freilich nicht, um die Hand, die ihn geschlagen, zu küssen, sondern aus einem Grunde, den er im Testament so umschrieb:„ Diese Damen haben, indem sie mir einen Korb gaben, mir ermöglicht, ein ruhiges und vor all den Berdrießlichkeiten der Ehe sicher geschütztes Leben zu führen; dafür schulde ich ihnen großen Dank, den tch thnen hiermit abstatte." Im Gegensatz zu diesem Unvermählten bedauerte ein altes Fräulein, das in Dutney starb, in threm Testament in ganz anderer Form, nicht „ Sage Er dem Herrn Baron, die Dame, dte mit ihm einen Abend in der Lößniz verlebt hat, möchte ihn gern sprechen." Wieder musterte man sie ein wenig mißtrautsch, endlich durfte sie eintreten. Beate war froh, das Stehen in der kalten Abendnacht verursachte ihr Unbehagen. Der Pförtner schickte einen Lakaten zum Gesandten, nach wenigen Minuten kam der Bote die Treppen hinabgestürzt. Der Herr Baron läßt bitten," rief er außer Atem. Beate wurde in den ersten Stock geführt, gleich darauf öffnete sich eine Tür und Bodo von Malzahn trat thr entgegen. " Komtesse Beate," rtef er,„ Ste-" Ste legte die Finger auf den Mund, um ihn zum Schwetgen zu mahnen. Vor thren Ohren begann es zu brausen, vor ihren Augen rote Flecke zu tanzen, ja, fie wäre zu Boden gestürzt, hätte er nicht den Arm um fie gelegt, um ste zu halten. Achtsam führte er die Schwankende zu einem Seffel, verschloß sorgfältig die. Tür, und nachdem er thr Mantel und Schleier abge= nommen und sich überzeugt, daß sie sich ein wenig erholt, fragte er:„ Was tst geschehen, Komtesse? Es ist etwas geschehen, ich sehe es Ihnen an. Andernfalls wären Sie nicht zu mir gekommen." " Ja", hauchte ste, Ste sehen recht. Es ist etwas geschehen, und Ste können helfen, Ste allein....." Nun erzählte sie alles. Er erfuhr die Unterhaltung, die im Kabinett ihrer Mutter stattgefunden, und von der sie unbemerkt Zeuge gewesen set, wie sie bestrebt gewesen set, das entsetzliche Verbrechen ihrer Mutter zu verhindern, und wie sie keinen andern Rat gewußt, als zu kommen und ihm zu ihm Bodo von Malzahn bas Geheimnis anzuvertrauen. Etef erschüttert lauschte er. - Und als fte geendet hatte und er rief: Wie kann, in den Hafen der Ehe eingelaufen zu fein. Sie verfügte über ihr auf mehr als 700 000 Mark geschätztes Vermö gen in folgender Weise: Ich bin nicht freiwillig eheLos geblieben: ich war dreimal verlobt, aber dreimal wurde ich das Opfer männlicher Treulosigkeit. Die Sin fen des von mir hinterlassenen Vermögens sollen jedes Jahr am Jahrestage meines Todes unter fünf verlobt gewesene Frauen verteilt werden, die über 40 Jahre alt sind und nachweisen können, daß ihr Verlobter sie fizen gelassen hat." Dürre und Brände. Die infolge der anhaltenden Dürre immer weiter fich ausbreitenden Waldbrände nehmen besonders in Westdeutschland beängstigenden Umfang an. Gegenwär tig brennt es in über 25 in den verschiedensten Gegenden belegenen Wäldern. In einzelnen rheinischen Orten an der deutsch- belgischen Grenze leistet belgisches Militär träftig Hilfe. Dort sind die Landstraßen überfät mit Wagen und Autos, die Tausende von Neugierigen in die Nähe der Brandstätten bringen, die beson= ders zur Nachtzeit gespenstischen Eindruck machen. Im bergischen Lande sind an einzelnen Stellen Tag und Nacht Wachtposten aufgestellt, um die bedrohten Häuser und Geböfte zu schüßen. In der Nähe von Oberhau sen wurde beobachtet, daß Waldbrände von Landstreichern angelegt wurden. Trog eifriger Verfolgung konnte man leider der Brandstifter noch nicht habhaft werden. Auch heute liegen wieder zahlreiche Meldungen über gewaltige Brände vor: In der Wohnung der Witwe Raspe in Salle entstand in Abwesenheit der Mutter durch Spielen der Kinder mit bengalischen Streichhölzern Feuer. Alle drei Kinder im Alter von sechs, vier und zwei Jahren sind verbrannt. Bei den Rettungsarbeiten in dem verqualmten Hause erlitten dret Feuerwehrmänner Rauchvergiftungen, vier Brandwunden an Kopf und Händen. In Glodiz im Kreis Weißenfels brach in der Nacht zum Donnerstag in der Wohnuna eines Gutsbesibers wahrscheinlich dadurch, daß die beiden allein zurückgelassenen Kinder, ein Mädchen von vier Jahren und ein Knabe von zwei Jah= ren, mit Streichhölzern spielten und das Bettstroh an= zündeten, ein Brand aus. Als Hilfe herbeteilte, fand man die Kinder erstickt vor. In Detmold ist in der Nacht der große Stocksche Gutshof am Stiftsberg niedergebrannt. Das Feuer nahm.mit großer SchnelItgkeit ungeheuere Dimensionen an. 24 Kühe und zahl= reiche Schweine sind verbrannt; 9 Kühe mußten, um sie von ihren Qualen zu befreien, erschossen werden. leber 60 Hühner sind in den Flammen umgekommen, ebenso die volle eingebrachte Ernte und ein großer Vorrat gekauften Viehfutters. In Aldingen in Württemberg brach neben dem Gasthof 3um Hirsch" Feuer aus, das bald größeren Umfang annahm. Zehn Wohnhäuser und vier Schenern brannten ab. In Stet= na ch bet Sonneberg ist das dortige Bahnhofshotel niedergebrannt. Ein Attentat auf Stolypin. - Der Täter verhaftet. Stolypin schwer verletzt. Auf den russischen Ministerpräsidenten Stolypin tst gestern abend in Stew, während er sich im dortigen Theater aufhielt, etn Attentat verübt worden, wobet Stolypin schwer verwundet wurde. Ueber das Attentat melden uns Telegramme folgende Einzelheiten: Kiew, 15. September. Ministerpräsident StoIypin wurde bet dem Anschlag an der Hand verletzt. Eine Kugel streifte die Leber und blieb im Rückgrat stecken. Berlin, 15. September. Die Voss. 3tg." bringt über das Attentat folgende Einzelheiten: Anlaßlich der Enthüllung des Denkmals Alerander II. von Rußland fand in Kiew gestern abend im Theater eine Festvorstellung statt. Während derselben ist der russische Mtnisterpräsident durch einen unbekannten, dem es gelang, fich ihm zu nähern und mehrere Schüsse auf ihn abzutgeben, durch einen Revolverschuß schwer verwundet worden. Der Ministerpräsident wurde im Bauch und an der Leber schwer getroffen. Der Mann, der die Schüsse abgab, nennt sich Bagrow und bezeichnet sich als Rechtsanwaltsgehilfe. Riem, 15. September. Der Zustand des Ministerpräsidenten ist sehr befriedigend. Die Blutung ist nur geringfügig. Eine Operation erscheint nicht notwendig, denn der Schuß scheint die Leber nicht berührt zu haben. Der Petersburger Chirurg Zeidler ist nach hter abgereist. Kiew, 15. September. Das Attentat wurde während des Zwischenattes verübt. Als der Kaiser den Schuß hörend, in die Loge trat, forderte das Publikum dte Nationalhymne, die abwechselnd mit einem getst= lichen Liede von allen Anwesenden gesungen wurde. Der Kaiser bedankte sich für die Ovation und verließ darauf mit seinen Töchtern das Theater. wie soll ich Ihnen danken?" schüttelte sie den Kopf. " Jetzt nicht, denken Sie nicht daran. Ellen Sie ins Palais Mocyinskt und retten Sie Ihren König. Es ist keine Zeit zu verlieren, keine..." Er sah, wie sie von einem Schauer geschlittelt wurde, und fragte besorgt:„ Sind Sie frank?" " Ich glaube wohl, daß ich es bin," meinte sie.„ Ich wurde von einem bösen Anfall gepackt und wollte mir doch nicht die Zeit dazu gönnen. Ich vertrieb das Fieber mit allen Mitteln, und nun, da meine Mission er= ledigt ist, fühle ich, wie mich die Krankheit von neuem umflammert." Wieder betrachtete er ste; er fah, wie eingefallen das Gesicht war, in welch unnatürlichem Glanze die Augen leuchteten, und sagte:„ Ich werde Ste in meiner Sänfte nach Hause tragen lassen; dicht vor dem Schlosse mögen Sie die Träger halten lassen und aussteigen. Widersprechen Sie mir nicht, ich sehe es Ihnen an... Sie können nicht mehr..." Und Beate fonnte wirklich nicht mehr. Sie sah zum Erbarmen blaß und elend aus, als sie jetzt das Tuch um bas Haupt schlang, während er sie in den warmen Mantel hüllte. „ Ich fürchte, der Weg oder aber die Aufregung," unterbrach er sich, ist Ihnen doch ein wenig zu viel geworden. Hoffentlich haben Sie sich nicht überangestrengt?" Sie schaute zu ihm auf. „ Und wenn?" erwiderte sie.„ Was schadet das? Dann habe tch doch etwas erreicht im Leben, etwas Großes, einem Könige das Leben gerettet! und lassen Ste es sich gesagt setn, für mich war es eine besondere Genugtuung, daß es Ihr, Ihr angebeteter König war." ,, Beate," rief er hingerissen, und plößlich sank er vor thr auf ein Knie und füßte den Saum ihres Gewandes. Beate," wiederholte er leiser,„ Geltebte, ich danke Dir..." Petersburg, 15. September. Der deutsche Bot schafter hat sofort im Ministerium des Auswärtigen und im Ministerium des Innern seine persönliche Tell nahme an dem Schicksal des Ministerpräsidenten außgedrückt. Mehrere Blätter geben ihrer Enirüstung über bas Attentat Ausdruck und hoffen, daß der Kurs der Regierungspolitik der alte bleiben werde. Stolypin ist zum zweiten Male das Opfer eines Attentats geworden. In aller Erinnerung ditrfte noch das schreckliche Bombenattentat sein, durch welches seine Wohnung in Petersburg zertrümmert, er selbst und feine Tochter verletzt wurden. Seine Tochter starb später an der Verwundung. Stolypin weilt gegenwärtig in Kiew, wo die großen Manöver in Gegenwart des Kat sers und des Hofes sich abspielen. Drabtnachrichten und Deuestes. Danziger Festtage. Berlin, 15. September. Der Kaiser ist gestern nacht 11,15 Uhr von der Station Wildpart mittels Sonderzug mit großem Gefolge nach Danzig abgereist. Der Kronprinz hatte schon um 10,53 Uhr mit dem fahrplan mäßigen Schnellzuge von Charlottenburg aus die Reise nach Danzig angetreten. Der französische Lenkbare im Manöver. La Motte- Breuil( Departement Dife), 15. September. Das lenkbare Luftschiff Adjutant Vincenot", das an den Manövern im Osten feilgenommen hat, er hielt gestern den Auftrag, Briefe an die Truppenchefs in Rethel, Louny und Verdun zu befördern. Nach Aus führung des Auftrages fehrte das Luftschiff, das während seiner 13% stündigen Fahrt in funtentelegraphischer Verbindung mit Verdun und dem Eiffelturm stand, nach La Motte- Breuil zurück. Englische Auszeichnung für Fallieres? London, 15. September. Die„ Birmingham Post" verbreitet das Gerücht, daß Präsident Fallteres in nächster Zeit zum Ritter des Hosenband- Ordens ernannt werden soll. Fallieres würde der erste Inhaber aus nicht königlichem oder faiserlichem Hause sein. Berliner Getreide: und Schlachtviehmarkt. Die Unternehmungslust sah sich zur Zurückhaltung veranlaßt, weil die neuerliche preußische Ernteschäßung einigermaßen überraschend noch höhere Ziffern aufweist als die im August veröffentlichte. An Roggen sind den amtlichen Angaben zufolge etwa 400 000 Tonnen mehr geerntet als im Vorjahre, und bei den übrigen Getretdearten ist das Ergebnis dem vorjährigen ziemlich gleich. Diese erfreuliche Feststellung ist hauptsächlich dem schweren Gewicht der diesjährigen Ernte zu verdanken. Im Busamenhang damit steht die große Mehlergiebigkeit, die auch schon ein recht startes Angebot in Mehl bewirkt hat. Wenn gleichwohl die Preise verhältnismäßig nicht bedeutend nachgelassen haben, so hat das seinen Grund darin, daß die Ursachen für die frühere Stetgerung zum größten Teil fortbestehen. So in erster Linie die Futternot, die wahrscheinlich sich immer stärker fühlbar machen wird. Auch dürfte der Weltmarkt bet der augenscheinlich gegen frühere Jahre wesentlich verminderten Exportfähigkeit Rußlands zu einer Stütze des Preis: iveaus werden. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Dezember wie folgt: Weizen 213,50 M, Roggen 188,50 M., Hafer 184,75 M., Mats 171,00 Mr. Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 81-88 M., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76-84 M, c) mäßig ge= nährte junge und gut genährte ältere 68-75 M.. 2. BulTen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 73-78 M., b) vollfleischige jüngere 71-76 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 62-72 M. 3. Färien und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes, M., b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu sieben Jahren 65-70 M, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere ühe und Färsen 58-65 M., b) mäßig genährte Kühe und Färsen 51-57 M. e) gering genährte Kühe und Färsen bis 58 M, f) gering genähr= fes Jungvich( Fresser) 56-62 M. 4. Stalber: a) Doppellender feinster Mast 100-137., b) feinste Mastfälber 95-103 M., c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 87 bis 95 M., b) geringere Mast- und gute Saugfälber 81 bis 89 M, e) geringe Saugfälber 60-76 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 74-83 M., 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut ge nährte Schafe 66-72 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 58-70 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 62-63 M., b) vollfleischige Schweine 240 bis 300 fund schwer 61-62 M. c) vollfleischtae 200 bis 240 fund 60-62 M., d) vollfletschige Schweine 160 bis 200 fund 56-61 M., e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 53-55 M, f) Sauen 54-56 Mark. stials Geliebte! Sie hörte die Worte und lächelte glückselig. Und plötzlich ließ sie die Arme sinken, umfaßte mit belden Händen sein Haupt und flüsterte:„ Ehe wir scheiden, will ich Dir ein Geheimnis verraten. Ich liebe Dich, Bodo von Malzahn, ich hab' Dich so Iteb, so lieb Da schlang er den Arm um sie. " Mein süßes Lieb, ich werde Dich mir erfämpfen. Habe Geduld undg laube an mich. Bald sehe ich Dich wieder, lasse Dir die Zeit nicht lang werden." Sie aber schüttelte den Kopf und sagte:„ Meine Bett ist um." Dann stieg sie in die Sänfte. Wenige Schritte vor threm Hause mußten die Träger halten, und sie huschte durch ein Hinterpförtchen in den Flur. Es gelang ihr, ungestört thr Zimmer zu erreichen, wo sie sich entkleidete und sofort zu Bett begab. Einige Minuten später trat die Gräfin bei ihr ein. " Wo warst Du nur, Beate?" rief fie erregt.„ Ich habe Dich rufen lassen, Du famst nicht. Man sagte mir, daß Du nirgends zu finden setest. Darauf kam ich selbst, um mich nach Dir umzusehen, und fand Dein Bimmer leer. Ich habe mich allen Ernstes um Dich gesorgt." " Ich war ausgegangen", entgegnete das junge Mädchen der Wahrheit gemäß. " Jezt?" fragte die Gräfin erschrocken.„ Die AbendIuft ist Gift für Dich. Im Garten ziehen von der Elbe her gefährliche Dünfte auf." " Ich war nicht im Garten," entgegnete Beate. ,, und wo hieltest Du Dich auf?" Keine Antwort erfolgte. ( Fortseßung folgt.) Restaurant Windhof. Bruchleidende-- Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit:: Täglich frisch Kaffeegebäck:: Schlitzer Auerhahnbräu, hell 10 Ltr. 10 Pfg., dunkel 3/10 Ltr. 12 Pfg.:: Schattig. Garten Herrliche Turmaussicht. 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Sept. nimmt die Kinderkirche für die Markusgemeinde am Sonntag, den 1. Oktober, für die Matthäusgemeinde wieder ihren Anfang. Die Vorbereitung für die Markusgemeinde findet Freitag, den 22. September, nachm. 4 Uhr, statt. Nächstkünftigen Sonntag, den 24. September, findet im Hauptgottesdienst Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde statt. Anmeldungen bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johannestirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Mittwoch, den 20. September, vorm. 9 Uhr, findet im Saal der Johanneskirche die Dekanatssynode Dekanats Gießen statt. des Am Sonntag, den 24. Septbr., wird in allen Gottesdiensten eine Kollekte für den Kirchenbau in der armen Gemeinde Gadernheim erhoben. An demselben Sonntag nimmt die Kinderkirche für die Johannesgemeinde, am 1. Oktober die für die Lu fasgemeinde wieder ihren Anfang. Batholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 16. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 17. September. 15. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Borm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Satramentalische Bruderschaftsandacht. selbsttätige Waschmittel Wäscht und bleicht von selbst.- Beseitigt Blut-, Obst-, Cacao-, Tinte-, Rotwein- und andere Flecken. Greift nicht das Gewebe an! Schont und erhält die Wäsche! Ist garantiert unschädlich! Verbilligt das Waschen! Spart Zeit, Arbeit und Geld! Erhältlich nur in Original- Paketen. Alleinige Fabrikanten HENKEL& Co., DÜSSELDORF. auch der weltberühmten Henkel's Bleich- Soda Eigentum und Verlag der Gießener Zeitung 6. m. b. H.- Verantwortlich: Otto Heinecke. Anzeigen. Nummer 19. Illustrierte 13. September 1911. en ten t-, a I B raktisch ten und hrenfeld . Schmidt 1. uzplatz und hrals Srikat 7. nieure. tekten. nie torien. 0000 Erinit. rmierten aus Uhr, findet synode des in allen Got 1 in der ar für die Lu derkirche für 8 Uhr: Ge hl. Beicht. nion. haftsandacht. = Anzeigen. LEBENSSTELLUNG! Georg Appel, Gießen Telefon 131 - Seltersweg 56¦ Leistungsf. Vers.- Gesellsch., die die Kranken-, Unfall- u. Sterbe- Zentralheizungen und gesundheitstechnische Anlagen vers-Branche betreibt, sucht an allen Orten tüchtige und ehrenhafte Herren als Vertreter. Nach kleiner Probeleistung, welche mit hohen Provisionen vergütet wird, kann feste Anstellung gegen Gehalt gewährt werden. Nicht fachleute werden eingearbeitet. Stellung ist angenehm und dauernd, da gut bezahlt. Offerten an Südwestdeutsche Versicherungs- Gesellschaft, Filiale Wiesbaden. Gravierungen Biermarken Vereinsabzeichen jeglicher Art. Bade-, Klosett-, Lüftungs-, Entstaubungs-, elektrische und Trocken- Anlagen. 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Island ist ein ganz merkwürdiges Land. Zusammengebraut aus Feuer und Eis, den beiden Gewalten, die sich sonst aufs feindlichste gegenüberstehen, liegt dieses alte Sageneiland wie ein weit ins Meer hinausgeschleuderter Meteor steinhart an der Grenze der arktischen Zone. klaren, nordischen Sonne in prächtig- himmelblauer Farbe. Am Fuße der Gletscher finden sich brausende Wasserstürze, die oft unmittelbar ins Meer bineintoben. Den Rahmen eines solchen köstlichen, nordischen Eisgemäldes bilden der tiefbaue Himmel und das wogende grüne Meer mit seinen weißen Schaumkämmen, aus dem hier und da die Dampfund Wasserstrahlen der bei Island ziemlich zahlreichen Walfische emporsteigen. Der Gedanke schweift zurück in die Reitende isländische Landpost. Nirgends in der ganzen Welt findet dieses Feuer- und Eisland etwas auch nur entfernt Ähnliches. Man mag sich Island nähern, von welcher Seite man immer will: überall wird das Auge gebannt durch Landschaftsbilder von so großartiger Kühnheit des Aufbaus und so eigenartigem Kontrast starker Farben, daß sie auch den nüchternsten Kopf in ihren Bann zwingen. Breite, weiße Gletschermauern steigen scheinbar unmittelbar aus dem Meere zum Himmel. Tiefe Risse und Runzeln durchfurchen das Antlitz dieser Eisriesen, und diese Spalten leuchten in der fernen Zeiten, in denen vor diesen Eismauern die schildgeschmückten, hochgeschnabelten Wikingerschiffe erschienen, die dem Lande die ersten Ansiedler, raube Recken aus adligem norwegischem Blute brachten. Sie ließen sich durch den starren Eiswall nicht abschrecken. Vom Lande selbst war damals wie heute nichts zu sehen. Und doch liegt hinter dem Eisgürtel ein zweites Land voller welliger Bergzüge und grüner Ebenen, in denen reißende Flüsse ungehemmt sich breiten. Die wildzadige Bergwelt ist tot wie einst. Man darf Jsland nicht bloß sehen, man muß es fühlen und erleben. Am Abhange donnern gewaltige Wasserfälle in tief ausgewaschene Rinnsale und lassen ihren feinen Wasserstaub in die Lüfte steigen. Die flare Sonne webt einen farbenprächtigen Regenbogen hinein. Am' welligen Hügelrücken entströmen weiße Dampfsäulen der Erde. Nach ihrem Zischen und Fauchen scheinen sie Anzeichen einer im Innern der Erde vor sich gehenden, ungeheuren Dampfentwicklung - go 1026 шва ли под usaq шлэбэрээ Zelandreifen. zu sein. Aber manchmal wird der Druck übermächtig. Die Erde fängt an zu zittern, ein dröhnendes Gepolter ängstigt den einsamen Reiter. Der Boden wankt ihm unter den Füßen. Plößlich brechen die kochenden Wasser hervor, eine Säule von zwei Meter im Durchmesser bildend. Immer höher und höher steigen sie, wohl an dreißig Meter. Gewaltige Dampfwollen umgeben die emporgeschleuderten Wassermassen, die sich wohl zehnmal erheben und dann flatschend in sich selbst zusammenfallen. Eine wunderbare, weiche Poesie legt sich um das weltabgeschiedene Sagen und Wundereiland, und die empfangenen Eindrücke verschmelzen miteinander zu einem Gesamtbilde von hinreißender Schönheit, das man nie wieder vergißt. Es dürfte einem oft ausgesprochenen Bedürfnisse entgegenkommen, wenn die folgenden Zeilen den besonderen Zweck haben sollen, hauptsächlich touristische Fragen be züglich Islands zu erörtern. Konserven und Marmeladen erhält man billig in Reykjavik. Alles muß fest und unverrückbar in die großen, den Packpferden beigegebenen Packlisten verstaut werden. Manche dieser Behälter sind innen mit Blech ausgeschlagen und verlötet; jedenfalls frage man nach solchen. Sie sind unbezahlbar bei der Unterbringung von photographischen Apparaten, Plattenvorräten, Büchern, Zigarren, Patronen, Wäsche usw. Alles muß sehr fest liegen; es gibt sonst am Abend des Reittages ein heilloses Durcheinander. Die kleinen Pferdchen, die man für 2 Kronen pro Tag( 2,26 Mt.) in Reykjavik für die ganze Reise mietet, sind rubige, ungemein sicher schreitende Tiere, zumeist Paßgänger, so daß sich der kurze Galopp, den sie sehr gern einschlagen, auch für den, der keine Ahnung vom Reiten hat, ganz gut reitet. Es ist ganz wohl möglich, auf Island selbst eine größere Tour auszuführen, ohne vorher jemals auf einem Pferde gesessen zu haben. Einen Fehler haben aber die isländischen Pferde fast durchgängig; das ist antrabt, setzt sich die ganze Koppel in Bewegung, und es gibt oft die ergötzlichsten Szenen, wenn es einem Unkundigen absolut nicht gelingen will, auf den drängenden Gaul zu kommen. Aus dem bisher Gesagten geht auch zur Genüge hervor, daß auf Island die Mitnahme eines eingeborenen Führers zur Notwendigkeit wird. Er ist Wegweiser, Dolmetscher, Pferdebändiger, Zeltbauer, Koch usw., alles in einer Person. Ein tüchtiger Führer kann ganz gut 8 bis 10 Pferde dirigieren und alle übrigen Bedürfnisse bestreiten. Er erhält für den Tag 5 bis 6 Kronen, muß sich aber selbst beköstigen. Als beste Reisezeit würden Juli und August zu das häßliche„ Kleben". Sobald der erste Reiter aufsitzt und empfehlen sein. Die Tage sind dann freundlich und warm, und selbst in talten Nächten sinkt die Temperatur nur selten bis auf den Nullpunkt. Auch wird es während dieser ganzen Zeit nie recht dunkel, so daß man im Juli auch zu jeder Nachtzeit im Simmer ohne Künstliches Licht schreiben und lesen kann. Es ist daher in der Hauptreisezeit auch ganz gleich, ob man seinen Reisetag abends oder morgens beginnen läßt. Besondere Vorbereitungen er fordert der Reiseanzug für Island. Der Reiseanzug muß warm und dick sein. Ganz unerläßlich sind bobe, wasserdichte Stiefel und der unter Ulmständen unbezahlbare Ölanzug, den man für ein billiges Geld( ca. 12 M.) in Reykjavik erstehen kann. Man darf nicht vergessen, daß Island eins der regenreichsten Länder der Erde ist, was sich ja aus seiner Lage leicht erHlärt. Natürlich regner's nicht immer auf Island. Es gibt auch sehr viele schöne Tage, und ich erinnere mich mit Vergnügen eines langen Rittes im Sommer 1906, der mich drei Wochen aufs Pferd zwang und während dessen ich keinen einzigen Regentag hatte, dafür aber einige besonders freundliche Tage, an denen die Temperatur um die Mittagszeit ziemlich bedeutend über+ 20° hinaufstieg. Auch für Damen sind Ölanzug und hohe Reitstiefel unbedingt erforderlich. Die täglichen Reiseunkosten stellen sich für einen einzelnen Touristen auf etiva 20-25 t. Alles, was man auf einer Reise im Innern Islands an Lebensmitteln braucht, muß von Reykjavik aus mitgeführt werden. Gasthäuser gibt es im Innern des Landes nicht. In den Bauernhäusern und Pfarrhöfen, in denen man mit der größten Bereitwilligkeit und Gastfreundschaft aufgenommen wird, sind meist nur Milch und Butter, daneben ausgezeichneter Kaffee und, falls der Hof in der Nähe eines Flusses oder Sees gelegen ist, vorzügliche Fische( Forellen und Lachse) zu bekommen. Sehr zu empfehlen sind für größere Inlandreisen unsere deutschen Manöver- Konserven mit Sartspiritusheizung; Schwarzbrot und ganz vorzügliche englische KompottDie Reise nach Island ist verhältnismäßig billig. Es kommt also nach wie vor nur die Verbindung Islands mit dem Festlande durch die von Kopenhagen ausgehenden, dänischen Postdampfer in Betracht. Zwei große dänische Schiffahrtsgesellschaften, die" Forenede DampskibsSelskab" und die Dampskibs- Selskabet„ Thore"( Thor E. Tulinius) vermitteln den Verkehr mit der Eisinsel. Fast jede Woche läuft ein Schiff aus. Jeländerin im Kopfschmud des Faldur". Für den Rift ins Innere Islands würde sich folgende Route besonders empfehlen: Von Reykjavik zur alten Thingstätte Islands am Thingvallavatn, dem schönen See mit den typischen Kraterinseln, zum ungeheuren Lavaspalt der Allmannagyar und durch das Tal des Lögavatn hin zum Geysirfelde, auf dem wohl an hundert heiße Quellen vereinigt sind. Weiter führt der Weg zu dem etwa 50 m hohen Gullfoß( Goldfall), dem schönsten Wasserfalle Europas, und dann hinüber zur Sekla, die man in einem Tage ersteigen fann. Herrlich ist der Ausblick in die südisländische Gletscherwelt. Der Rückweg führt über die größten isländischen Ströme und die bekannten Schwefelfelder von Krisnoik wieder nach der Hauptstadt. Diese überaus schöne Partie erfordert 8 bis 10 Tage. Und wenn der Tourist am Ende seiner Fahrt in Reykjavik das letztenmal aus dem Sattel gleitet, wird Sehnsucht Aus den Philippinen. Internationale Weltblige. Internationale Weltblitze. In fremden Diensten. Es gibt bekanntlich drei fremde Armeen, in denen Ausländer als Soldaten angenommen werden: die französische, holländische und nordamerikanische. Während das Los in der französischen Fremdenlegion( vor dem Eintritt in diesen Truppenkörper fann nicht genug gewarnt werden) ein mehr als trauriges ist, steht das Kolonialheer der Holländer in Niederländisch- Indien auf einem etwas höheren Niveau als die französische Legion. Am vorteilhaftesten gestaltet sich noch der Eintritt in das nordamerikanische Bundesheer. Die Löhnung ist eine verhältnismäßig hohe, Verpflegung, Behandlung usw. gut. Unser Bild zeigt uns einen Deutschen, der es im amerikanischen Seere bis zum Kapellmeister gebracht hat und als solcher auf den Philippinen stationiert ist. Auch im Lande des Jlang Jlang", wie die Philippinen nach dem dort erzeugten Parfüm genannt werden, ist die praktische japanische Rickschaw heimisch. Die Riesentöpfe in Schweden. Jedes Land hat seine Naturturiositäten. So auch Schweden. Auf unserem Bilde sehen wir einen der sogenannten Riesentöpfe bei dem„ Döda Fallet"( toten Fall) in der Nähe von Ragunda und Bispgarden. Obwohl sich auch an die schwedischen Riesentöpfe" die Sage knüpft, so wird doch für die Entstehung dieser Naturfuriosität eine einfache geologische Erklärung gegeben. Die Riesentöpfe, die anderswo auch Gletschertöpfe oder Strudelbecher genannt werden, finden sich gewöhnlich in der felfigen Unterlage jetziger oder früherer Gletscher oder an den benetzten Wänden gegenwärtiger und alter Flußbetten. Bei niedrigem Wasserstande sind derartige Riesentöpfe" auch am Felsriff im Schaffhausener Rheinfall zu sehen. Auch der Gletschergarten in Luzern, sowie Überlingen am Bodensee und Rüdersdorf bei Berlin besitzen„ Riesentöpfe". Das Zeremoniell der schnellsten Pferde. Ein Riesentopf" beim Döda Fallet. Eine amerikanische Hochzeitsfitte. Trotz der Missionstätig. feit unter den Indianern und anderer fürsorglicher Einrichtungen für die Rothäute in den Bereinigten Staaten bleiben die Romanhelden Coopers ihren traditionellen Gebräuchen treu. Zu diesen gehört auch ,, die Zeremonie der schnellsten Pferde". Sat sich ein Indianer eine Braut ertoren, so setzt er sie auf eines seiner schnellsten Pferde und beginnt dann mit ihr einen rasenden Galopp. Bleiben die Pferde beieinander, so ift der indianische Bund fürs Leben geschlossen. pv upang quy = лa gun uбvдplǝбsnv a эфирг -pot d'uдoл6 g u pзaun qun д это лол издифодиэфэля Фич изд лип 3! G var aǝG da saquaggi e de Bu pлa aaq qaat jшpuvu e di meffeageURIED 6 Die Kartenlegerin. Die Kartenlegerin. leich nach Tisch kam Berta, mein Stubenmädchen, und sagte, daß eine Kartenlegerin da sei, ob ich vielleicht Soll hereinkommen, Berta!" Berta zog grinsend ab; und dafür erschien eine kleine rundliche Frau mit einem verschwommenen Gesicht und sehr schmutzigen Fingernägeln. Überhaupt, unsauber schien alles an ihr: Bluse, Rock, Jackett, sogar der zerknitterte Strohhut mit den beiden Veilchenbuketts. Ich schiebe ihr einen Stuhl an den Tisch:" Also los, Madame!" und setze mich ihr gegenüber. Während ich die abgegriffenen Karten mische, überfällt mich Reue, diese Frau in mein Zimmer gelassen zu haben. Ihre ganze Erscheinung Todsicher hat sie Flöhe. Ich überlege, wie viele dieser Geschöpfe sie innerhalb einer Viertelstunde zurücklassen kann. Dann während sie die Karten in Reih' und Glied vor sich hinlegt bete ich, daß sie nicht noch andere Tiere bei sich haben möge. Und mitten in dieses Gebet tönt plötzlich die Stimme der Wahrsagerin, ruhig und fachlich:" Haben Sie ein Verhältnis?" eine Im ersten Moment bin ich völlig starr. Diese Frage Unverschämtheit! Dann aber sage ich mir, daß es wahrscheinlich zu ihrem Beruf gehöre, antworte kühl: Nein" und konstatiere innerlich, daß die Kartendeuterei keine so ungeheure Kunst sei, wenn man mit so einfach direkten Fragen im Handumdrehen Dinge zu seiner Kenntnis bringen kann, Dinge, nach denen man sich in guter Gesellschaft höchstens bei Dritten erkundigt - " Jedenfalls liegt Ihnen ein junger Mann zu," beginnt sie jetzt zu deuten und tippt auf einen verblichenen Cceurbuben. " Aber da ist viel Ärger dabei. Die alte Dame( Pikdame erhält einen Stoß ins Gesicht) seine Mutter will von der Geschichte nichts wissen." Sie hält inne und sieht mich fragend an. Freundlich, aber durchaus schweigend gebe ich den Blick zurück. „ Er ist wohl Beamter?" erkundigte sie sich nun. Ich sage, daß ich das ja noch nicht wüßte. " Aber den kennen Sie doch," entgegnete sie eifrig;„ da," sie fährt über ein paar rote und schwarze Karten, es ist doch deutlich ersichtbar, mein liebes Fräulein, er kommt ins Haus." Ich erwidere, es täte mir leid, aber bei mir wäre er noch nicht gewesen. Die Kartenlegerin scheint darob etwas verstimmt. Sie prophezeit mir einen Brief mit unangenehmen Nachrichten, sagt, daß ich schon manchen Ärger gehabt hätte und voraussichtlich noch mehr erleben würde schließlich streut sie aber ein wenig Zucker über all das Bittere und verheißt mir eine Erbschaft. Ich bin angenehm überrascht. Ob ich wüßte, woher? Ich verneine. Vielleicht, daß sie mir sagen könnte Sie wiegt den Sut mit den Veilchenbuketts und erklärt mit Gönnermiene:" Von auswärts, meine Dame, von auswärts." Dann schiebt sie mit rascher Sandbewegung die Karten beiseite und reicht mir ein zweites Spiel zum Mischen: schmale Blätter mit allerhand Bildern wie aus einem Kinderlotto: da ist eine Rose, ein Ring, eine Wiege, ein Grab, ein weinender junger Mann und anderes. Eine Dame im Kostüm der siebziger Jahre soll mich vorstellen. Zwischen ihr und dem weinenden Manne liegt ein großer gelber Schlüssel, und daraus wird mir nun auseinandergesetzt:" Sie sehen, der junge Beamte ist jedenfalls vorhanden, und" sie atmet schwer, wie bekümmert ,, ich muß Ihnen sagen, meine Dame, da sind Sie die Untreue gewesen." Das letzte wird von einem vorwurfsvollen Blick begleitet. Jch wage nicht, zu widersprechen, ich habe zu große Angst, daß der schwarze Fingernagel dann plößlich auf die Karte mit dem Grab springen und mir kurzerhand erklärt würde:„ Es ist schmerzlich, meine Dame, aber lange machen Sie es nicht mehr." vielMein Schweigen scheint ihr Wohlwollen zu erregen leicht hält sie es für Ergriffenheit. Jedenfalls verfällt sie plötzlich in einen gutmütig tröstenden Ton:" Sehen Sie, der junge Mann hängt mit allen Fasern seines Herzens und Gemüts an Ihnen aber er kann ja nicht wegen dem Petuniären. Kann's beim besten Willen nicht machen, meine Dame. Aber sonst ein hochanständiger Mensch. Und wenn er auch schweigt seien Sie geduldig die Stunde kommt, da seien Sie nur ganz ruhig, die Stunde kommt bei dem." Jch nicke mit möglichst gläubigem Gesicht. Zu schade, daß ich den jungen Beamten nicht kenne, dem ich untreu gewesen bin, und der so an mir hängt und wegen dem Petuniären nicht kann. Indessen hat die Wahrsagerin schon wieder das erste Kartenspiel ergriffen. Karodame wird in die Mitte gelegt, darum in Kreuzform: „ Gedeckt, daneben, zu Füßen, was noch schwebt!" Je vier Karten aufeinander. Gedeckt: ich lerne einen alten Herrn kennen, der glänzend situiert ist. Daneben: der Beamte mit dem guten Herzen, der bösen Mutter und gar keinem Geld. Zu Füßen: nächtliche Zusammenkunft auf Stube. Hier macht die Kartenlegerin eine Pause und beginnt dann sehr feierlich und dringend:" Sehen Sie, auch hier wieder der alte Herr. Ich kann Ihnen nur raten: greifen Sie zu.( Für den Beamten scheint sie gar kein Mitgefühl mehr zu haben.) Greifen Sie zu, vielleicht kann das wie in der Königgrätzer Straße werden." Zögernd frage ich, wie es in der Königgrätzer Straße geworden ist. " Nun," meint sie wichtig, da war eine Dame, da hat, er innerhalb weniger Tage alles bezahlt, was sie stehen hatte." Ich blicke die Wahrsagerin an; groß, ruhig, dann sehe ich langsam, prüfend an mir selbst hinunter: Siehst du denn heute so heruntergekommen aus oder so elegant? Die Kartenlegerin studiert indessen schon:" Was noch schwebt." Ihre Stirn ist in Falten gezogen, der Mund zuſammengekniffen. Teufel, jetzt wird es tragisch, denke ich. Und da kommt's auch schon. „ Es wird mir schwer, meine Dame, aber der Storch liegt Ihnen zu." Ich bin eigentlich gar nicht sehr verwundert, nach dem Vorangegangenen kommt mir das nicht mehr überraschend. Ruhig greife ich nach meinem Portemonnaie, da ich der Meinung bin, daß mit dem Storch die Geschichte zu Ende ist. Die Kartenlegerin ist meiner Sandbewegung gefolgt, ihr Gesicht erhellt sich plötzlich zusehends, und mit einem furzen Blick auf" Was noch schwebt" setzt sie hinzu:„ Regen Sie sich nicht auf, meine gute Dame, es geht vorüber auf jeden Fall kommt es nicht zum Ausbruch." Ich danke ihr. Sie verlangt fünfzig Pfennig und entschwindet. Eine Stunde ist seitdem vergangen. Flöhe haben sich noch nicht bemerkbar gemacht. Allerdings, die hatte sie auch nicht prophezeit- obwohl gerade das das einzige gewesen wäre, was ich ihr geglaubt hätte. A. K. Jslandreisen. Szenen von einer vom Norddeutschen Lloyd veranstalteten Polarfahrt. Isländische Sänger und Sängerinnen an Bord des " Großen Kurfürsten." Auf dem Marktplatz in Reykjavik. ihn erfassen, Sehnsucht nach dem schönen Lande mit seinen jungfräulichen Eisbergen und seinen rauchenden Quellen, den glitzernden Seen, grünen Matten und einfachen Menschen. Unauslöschliche Reiseeindrücke nimmt er mit heim, und sein Mund wird nicht müde werden, zu erzählen von den geheimnisvollen Schönheiten der Feuer- und Sageninsel. Zum Schluß noch etwas Allgemeines über Island. Außer den Pony, die zum eigenen Bedarf wie auch zur Ausfuhr( vor allem nach Schottland) gezüchtet werden, werden vor allem Schafe gezüchtet, während Rindvich, Schweine und Ziegen auf der Insel selten sind. Nur etwa 27% der Einwohnerschaft beschäftigt sich mit der Fischerei. Der Handel Islands ist seit neuerem im Aufblühen begriffen. Zu rechter D 3 Entwickelung ist er aber noch nie gekommen, denn im Mittelalter hatten die Hanseaten zusammen mit den Engländern den isländischen Handel, der fast ausschließlich Tauschhandel war, monopolisiert, und als Anfang des 17. Jahrhunderts durch ein Machtgebot des dänischen Königs die Hanseaten verdrängt waren, wurde der isländische Handel von den dänischen Kaufleuten monopolisiert. So kam es, daß sich in Island der Eigenhandel nicht recht entwickeln wollte. Auch daß die Insel nicht zu wirklichem Wohlstande gelangte, hängt damit zusammen. Daraus vor allem ist auch zu erklären, daß der Isländer nur wenig Sympathie für Dänemark hat und sich möglichst ganz von ihm losreißen möchte. Die Umrisse der weiten Bucht von Reykjavik zeichnen sich scharf von dem grünlich- blauen Gimmel und Wasser ab. Die Stadt selbst liegt zwischen zwei flachen Hügeln; ihre weißgrauen kleinen Häuser mit den mennigroten Wellblechdächern zeigen alle Linien so hart und deutlich, als wäre das Bild von Kinderhand gemalt. Zu beiden Seiten sieht man Wiesen, dahinter erhebt sich niederes, zum Teil mit Schneerinnen und-flecken bedecktes Hügelland. Der Hafen wird von Kleinen Inseln fast abgeschlossen. Nacht am Meer. Das sind so die schönsten Stunden Wenn der Tag sich ausgeglüht, Und die Nacht ihren schwarzen Mantel Über Meer und Eiland zieht. Dann rauschen die schwarzen Wogen Viel lauter wohl als am Tag, Dann kommt die Sehnsucht gezogen Ins Herz mit wildem Schlag Wer könnte das Meer vergessen, Der es einmal zur Nacht geschaut Und dem Liede der großen Sehnsucht, Dem Meereslied, gelauscht? O herrliche Nacht am Meere Bei rauschender, singender See, Erinnerung deiner Wunder Füllt mir das Herz mit Weh. Agi Rogge. ཀར་ ཁ་ ་ ད་ དར ། ། Pangherde, bereit zum Ausflug nach dem Tröllafos im Esjagebirge. siev SITE Die ER B 26 4 Wie die Deutschen in Kamerun leben. Wie die Deutschen in Kamerun leben. Von Richard Rohde. rot des erschlaffenden Klimas in Kamerun, verstehen die dort lebenden Deutschen, sich förperlich und geistig frisch zu erhalten. Die dem Klima entsprechend luftig gebauten Häuser sind meistens komfortabel eingerichtet, und die jedes Haus umgebende breite Veranda bietet mit ihren Korbseffeln, Longchairs und Schaufelstühlen bequeme Rubesitze. Nach des Tages Last und Sige nimmt jeder Europäer ein erfrischendes Bad, dann zieht er sich einen bequemen leichten Sausanzug an und macht es sich auf der Veranda bequem. So eine Veranda ist der Kulminations. punkt einer jeden Säuslichkeit in Kamerun; dort bespricht man mit seinen Kollegen und Angestellten die Tagesereignisse empfängt Besuche, und debattiert bei einer fühlen WhiskySoda und einer aromatischen Zigarette start über Weltpolitik. Ein Grammophon darf auch nicht fehlen. Bald ertönen süße Walzer, oder die ganze Gesellschaft singt eine ibnen bekannte Melodie mit. Nach der vierten oder fünften Whisky- Soda fängt die würde das auch landschaftlich schöne Kamerun ein Eldorado sein, wenn es nicht so beiß und gesünder wäre. Wer weit im Lande reisen will, muß sein Gepäck, Proviant, Handelsartikel, Maschinen, Boote, wissenschaftliche Instru mente usw. durch Träger befördern lassen. Für einen längeren Aufenthalt im entlegenen Innern muß man natürlich ganz anders ausgerüstet sein, da auf Ersatz der verbrauchten Sachen im Lande oft nicht gerechnet werden kann. Der Reisende führt dann seinen ganzen Bedarf an Proviant, Bekleidung, Wäsche, Stiefeln, Munition und dergl. mit sich. So gehören zu einer längeren Reise von 1-2 Jahren etwa: 2-3 weiße Anzüge für Festtage und besondere Gelegenbeiten, 3-4 Khaki. röcke, 4-5 Khakihosen, 12 Paar Strümpfe, 2-3 Paar derbe, feste Schnürstiefel, event. hohe Stiefel, 1 Paar leichte Lagerschuhe und 1 Paar leichte, weiche Lagerstiefel mit halbhohem Schaft, um die Beinkleider hineinstecken zu können( Moskitostiefel), Lodenmantel, großer fester Regenschirm, einige warme Bekleidungs. stücke für kühle Tage und Nächte, genügend Munition, event. photographische Platten, Briefpapier, Nähzeug, Seife und alle kleinen Bedürfnisse, welche auf jeder Reise mitzunehmen sind. Nicht zu vergessen einige Bücher, doch diese in sorgfältiger Auswahl, da sie das Gepäck sehr erschweren. Europäer, die auf einer Station bleiben, haben 6-8 weiße Anzüge nötig. Als HauptFußbekleidung dienen hier weiße Segeltuchschuhe. Vorzuziehen sind halbhohe, weiße Tuchschnürstiefel, da sonst der Fuß am ungeschützten Knöchel mit Vorliebe von Moskitos zerstochen wird. Im großen und ganzen hat man zur Reise außer dem Zelt usw. dasselbe nötig wie bei Wanderungen zu Hause, nur Ober- und Unterkleidung aus anderem Stoff und alles in größerer Menge. Als Kopfbedeckung ist der Tropenhelm wegen der intensiven Sonnenbestrahlung unerläßlich. Ein Ausflug in die Umgegend von Duala. Periode der Wige an. Selbst die bekanntesten und faulsten Kalauer werden mit fröhlichen Gelächter belohnt. Wenn man diese singende, lachende, trinkende und rauchende Gesellschaft siebt, denkt man nicht daran, mit wieviel Mühe und Arbeit diese paar fröhlichen Stunden erkauft sind, denkt auch nicht daran, daß man vielleicht nach einigen Tagen dem einen oder dem anderen vom Schwarz. wasserfieber sehr schnell Dabingerafften das letzte Geleite gibt. Manchmal sucht man sich auch ein schattiges Plätzchen vor dem Hause aus und genießt die letzte Stunde vor Sonnenuntergang oder die frühen Morgenstunden in Gottes freier Natur. Trunken schweift der Blick über die meist entzückende Tropenlandschaft, und mancher Gruß wird dann aus fröh. licher Reble der fernen Seimat zugesandt. Der vornehmste Sport der dort lebenden Europäer ist die Jagd. An Sonn- und Festtagen, wenn nicht gearbeitet wird, gebt vor. mittags alles auf die Jagd. Die herrlichen Erwälder bieten ein reiches Tierleben, und manche Schopfantilope, manches lustige Affchen verfällt dem tückischen Robr des Jägers. In den späten Nachmittagsstunden schießt man nach der Scheibe oder unternimmt boch zu Roß wenn keine Pferde vorhanden sind, auf dem Rücken des ewig friedlichen Langobre einen Ausflug nach einer nabeliegenden Pflanzung. Radsport in Kamerun. Am Weihnachtsfeste und Neujahr vereinigen sich meist sämtliche Europäer eines Distriktes zum fröhlichen Mable. Frobe deutsche Lieder erfcballen dann durch die stille Tropennacht. Mit fchäumendem Sekt stößt man auf das Wohl seiner Lieben in der fernen Seimat an. Die aus. gelaffenste Fröhlichkeit herrscht dann bis tief in die Nacht hinein. Die Verpflegung der Europäer ist in Kamerun eine vorzügliche. Für geistige Nahrung ist auch gesorgt, denn auf jeder Faktorei oder Pflanzung findet man eine große Auswabl von Seitungen, illustrierten Zeitschriften und Büchern. Da die europäischen Angestellten hier meist sehr gut bezahlt werden, Humor. Mahnung. 66 Direktor( einer Schmiere, als er einem Schauspieler vor der Vorstellung einen Vorschuß von 80 Pfg. auszahlt): Hoffentlich spielen Sie mir nachher den Bettler trotzdem mit der gewohnten Natürlichkeit!" Ganz unmöglich. Bater:„ Liebe Selene, diesen Trotz mußt Du Dir abgewöhnen. Deine Mutter war früher gerade so. Den Eigensinn hast Du mit der Muttermilch eingefogen. Selene:„ Aber Papa, ich habe ja eine Amme gehabt." Durchschaut. Reffe:„ Seute habe ich eine Maschine gesehen, die die Arbeit von dreihundert Männern leistete!"- Ontel:„ Das will nicht viel heißen... wenn die Männer alle soviel tun, wie Du!" Ständchen in Duala. Eine Fächer Banane. Kamerun- Szenen. 5 Kamerun- Szenen. Ein Sonntag- Rachmittag auf der Rutonje- Farm des Verfassers unseres Artikels. Angestellte einer Faftorei in Edea auf einer Efelpartie. Jm Busch. Hütte in Bafofi.