e währte, beste en Sie, are Kun e Wirk SNERV agen! ervi vor! erbare ngen, den 27. A nervin" längere Z hen, daß Ihr Nerv Schon jahrelang Gedächtnisschwi noch keine Bess nach Verwendung ollständig gesund er, die Arbeit, die i ach Herzenslust werde Ihr Präpan Heimat zurückke achtungsvoll! R spannt. denz, den 28. A gere Zeit auspro it längerer Zeit und einen unruhi und abgespann vin" bin ich wie en Kräften nachge meinen besten ekannten bestens J. Arians, Bah Körper. berfeld, den 6 daß mir das, en hat. Ich leid tam ganzen Kin en so groß, daß i vin" gebraucht ha der Schwindel si zt die ganze Nad n hiermit nebst C n Ihr Visnervin' ung Ww. Gustav M pfe. loster, den 26. A de mit jeden Tag mins Bett legte, ärker und schlim Zeitung„ Hann. U loß als letztes aud ervin" genommen agen: Gott sei ged richtigen Dankes htungsvoll Frau umes wegen ko ränkte Anzahl w r bemerken aber D Dankschr vorliegen, die uf irgend eine wir betonen aus n den freien Gel Wir wissen, d achen würden, nd abgedruckt mit dem Orig wir stellen es selbst die Or zu lassen. es irgendw könnten, sp men Empfin en entspr die ausgez nervin". n. 11 Uhr Termin er ote. t [ 254/ n Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oiertelfährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittage 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter ... Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.$. Nr. 163. Telephon: Nr. 362. Innere Kolonisation. Eine umfangreiche Siedlungstätigkeit hat in den letzten 10 Jahren die im Jahre 1886 gegründete Ansiedlungskommission entfaltet, die ihren Sitz in Posen hat und deren Aufgabe es ist, zur Stärkung des deutschen Elements in den Provinzen Westpreußen und Posen gegen polonisierende Bestrebungen deutsche Bauern und Arbeiter auf Baustellen von mittlerem und kleinerem Umfange anzusiedeln. Diese Stellen fönnen zu Eigentum, in Zeitpacht oder gegen feste Rente vergeben werden. Zur Erweiterung und Festigung des deutschen Grundbesizes in der Ostmark sind bis jetzt 727 Millionen Mark ausgeworfen, und die Festlegung dieser stattlichen Summe hat naturgemäß auf die Vermehrung des bäuerlichen Besizes in den Provinzen Posen und Westpreußen sehr segensreich eingewirkt, sind doch bis Ende 1910 durch die Ansiedlungskommission insgesamt 18 507 Siedlungen, davon 18 127 Renten- und Pachtgüter, und 380 Arbeitsmietsstellen geschaffen und 14 151 Bauernfamilien angesiedelt worden. Das ist mehr, als sonst in ganz Preußen an innerer Kolonisation zustande gekommen ist. Auch von den Generalkommissionen, sodann in flei= nerem Umfange von einigen Kreisverwaltungen und endlich von privaten Ansiedlungsgesellschaften wird die Siedlungstätigkeit mit gutem Erfolge betrieben. Die Generalkommissionen bestehen schon seit dem Jahre 1811, aber erst seit dem Rentengutsgesetz vom Jahre 1891 haben sie ihre kolonisatorische Tätigkeit erfolgreich betreiben können. Durch dieses Gesetz sind die staatlichen Rentenbanken ermächtigt worden, durch Vermittlung der Generalfommissionen die Mittel für den Erwerb der aufzuteilenden Güter und teilweise auch zur Herstellung der Baulichkeiten auf den Rentengütern herzugeben. Auf Antrag gibt die Rentenbank ein Darlehn auf das Rentengut bis zu zwei Dritteln des Wertes in Rentenbriefen gegen Hypotheken, die auf das Gut eingetragen werden. Der Verkäufer erhält den Kaufpreis in Rentenbriefen zu 3½ Prozent, der Käufer der Rentenstelle hat dagegen eine entsprechende Rente zu 4 Prozent auf diese eintragen zu lassen, wovon ½ Prozent zur Tilgung binnen höchstens 60 Jahren dient. Die Rente ist dem Verpflichteten gegenüber bei regelmäßiger 3inszahlung unkündbar. In letzter Zeit werden auch Arbeiterwohnungen gewerblicher Arbeiter mit einem Stück Gartenland beliehen. Generalkommissionen sind zur Zeit vorhanden für Ostpreußen in Königsberg, für Schlesien in Breslau, für Brandenburg und Pommern in Frankfurt a. D., für die Provinz Sachsen und einige angrenzenden kleinen Staaten in Merseburg, für Westfalen und Teile der Rheinprovinz in Münster, für Hannover und Schleswig- Holstein in Hannover. Jm ganzen sind bis Ende 1909 in Preußen 3139 Güter( im Umfange von 22 787 Hektar) ganz oder teilweise zur Rentengutsbildung verwendet, und zwar sind 15 272 Rentengüter aufgelassen worden, die einen Flächeninhalt von 17 166 Heftar hatten. In den Jahren 1900 bis 1910 sind insgesamt 8111 Bauernfamilien angesiedelt worden, der relativ größte Teil davon, nämlich 2258, durch die Frankfurter Generalfommission. Es folgen sodann Ostpreußen, Schlesien und Hannover. Bemerkenswert ist, daß außerdem noch von der Generalkommission für Westfalen in den Jahren 1908 bis 1910 247 Arbeiterrentengüter für nicht landwirtschaftliche Arbeiter errichtet worden sind. Von den Kreisverwaltungen haben sich bisher neun mit der Ansiedlungstätigkeit befaßt, nämlich zwei in Ostpreußen, je eine in Westpreußen und Pommern, die übrigen in Hannover. Diese Kreisverwaltungen siedelten in dem letzten Jahrzehnt 486 Bauernfamilien an. Die privaten Ansiedelungsgesellschaften arbeiten vielfach mit der Ansiedlungskommission oder den Generaltommissionen zusammen. Am erfolgreichsten von ihnen ist die pommersche Landgesellschaft in Stettin gewesen, die seit dem Jahre 1903 1398 Bauernfamilien angesiedelt hat. Faßt man alle Kolonisationsbestrebungen zusammen, so ergibt sich eine fast ununterbrochene ziemlich starke Steigerung: während im Jahre 1900 nur 983 Ansiedlungen stattfanden, erfolgten im Jahre 1910 deren 3728. In dem ganzen Jahrzehnt wurden beinahe 30 000 Bauernfamilien angesiedelt, außerdem noch zahlreiche Arbeiter. Das ist gewiß ein schöner Erfolg, den die Arbeit der inneren Kolonisation bisher aufzuweisen hat, und es ist zu wünschen, daß sie auch fernerhin rüstig vorwärtsschreitet. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer * des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 14. Juli 1911. Landtagswahlvorbereitungen. Jm 5. Landtagswahlkreis der Prov. Starkenburg soll anstelle von Geheimerat Haas der dem Bund der Landwirte angehörige Gutsbesitzer Siefert- Frohnhofen kandidieren. Es besteht die Absicht, Geheimerat Haas als Vertreter der Landwirtschaft für die Erste Kammer in Vorschlag zu bringen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. Juli. Andauernd heiße Tage werden uns von den Wettergelehrten für die nächste Zeit vorausgesagt. Die Wetterlage ist zunächst als recht beständig zu betrachten; nach und nach dürfte, sobald die Windrichtung eine südliche geworden sein wird, die Erwärmung weitere Fortschritte machen und bei der vermutlich länge ren Dauer dieses Witterungstypus zu sehr hohen Temperaturen führen. Ganz irrig ist übrigens die vielfach verbreitete Anschauung, daß die amerikanischen Sizewellen den Atlantik überqueren und nach einiger Zeit Europa erreichen. Wenn es in den nächsten Tagen bei uns noch wärmer werden sollte, so wird das natürlich wieder als Beweis für die Richtigkeit jener Anschauung angeführt werden. In Wirklichkeit ist ein derartiges Wandern der Hizewellen über den Atlantik völlig ausgeschlossen; unsere sommerliche Hitze bildet sich nahmslos auf dem europäischen Festlande aus, und alle großen atmosphärischen Gebilde, die im Sommer vom Ozean zu uns kommen, führen nicht Wärme, sondern Kühle mit. Lediglich in der falten Jahreszeit verursachen die atlandischen Wirbel, die wärmer als die Luftgebilde auf dem Kontinent sind, eine mäßige Zunahme der Temperatur und werden so die treibenden Kräfte für die Milde unserer Winter. Im Sommer dagegen fabriziert sich, wie gesagt, Europa seine Wärme allein und ist auf amerikanischen Import nicht wiesen. aus= ange= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 fs. Die 90 mm breite Zelle im Reklameteil 50 fg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Nabatt kommt bei neberschreitung des Sahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konbars in Wegfall. Plasvorschriften ohne Berbindlichkeit. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | eines weiteren Gemeindebackhauses Bedürfnis geworden. Hierbei kam der Bürgermeister, der Landtagsabgeordnete Leun auf den Gedanken, eine von ihm schon bei Bäckern beobachtete Einrichtung zu verwerten, indem er im zweiten Stock des Backhauses eine Ba= deeinrichtung mit verschiedenen Badezellen, in denen Brause', Wannenbäder 2c. verabreicht werden, herstellen zu lassen. Die über den Zügen des Ofens eingebauten Beulen sind an die Wasserleitung angeschlos sen und da das warme Wasser in die Höhe steigt, während das kalte fällt, wird durch den Druck der Wasserleitung das erwärmte Wasser in den zweiten Stock in die Höhe getrieben, so daß man bei jeder Badewanne fügung hat. je nach Wunsch faltes oder warmes Wasser zur Ver= *) Bad Nauheim, 14. Juli. Der Maharadja von Pudukota in Indien ist mit Gefolge im Hotel Kaiserhof zur Kur abgestiegen. -d= Büdingen, 14. Juli. Eine schwere Bluttat trug sich auf dem Erbacher Hof zu. Als der Vorar= beiter Feierabend bot, widersetzte sich ein Kuhschweizer, 30g das Messer und brachte dem Vorarbeiter lebensgefährliche Verletzungen bei. Der Täter wurde verhaftet. Aus dem Kreise Wezlar. Mit dem " Wezlarer Ochsenfest" tritt Regen ein, dies hat sich zur Freude aller Landwirte und Gartenbesitzer diesmal wieder bestätigt. Die gesamte Vegetation draußen, die durch die Trockenheit der letzten Wochen sich nicht recht entfalten konnte, atmet jetzt wieder freier auf. Die Zeit der Kornernte ist da, an welche sich unmittelbar die gesamte Fruchternte anreihen dürfte. Dazu gibt es noch viele Gemüsefelder mit Kraut und Kohlrabi zu bestellen. Da reicht für den Bauersmann ein achtstündiger Arbeitstag nicht aus, da heißt es Ueberstunden machen, und wie gerne tut er dies, wenn ihm nur die Witterung hold ist. == Rodheim a. d. Bieber, 13. Juli. Jm Kreise * Gerichtspersonalien. Der GroßherDer Großher Biedenkopf bestehen bis jetzt 9 freiwillige Feuerwehren, 30g hat den Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht die nächsten Sonntag hier in Rodheim ihren BezirksGießen Karl Johannes Grünewald zum At- feuerwehrtag abhalten, wozu die Vorbereitungen im tuar bei dem Amtsgericht Alsfeld und den Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Gießen Heinrich Konrad Wilhelm Fauldraht zum Aktuar bei dem Amtsgericht Lauterbach, sämtlich mit Wirkung vom 15. August 1911, ernannt. Weiter wurden der Aktuariatsassistent Anton Roth zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Gießen, der Aktuariatsassistent bei dem Amtsgericht Nieder- Olm Karl Link zum Aktariatsassistenten bei dem Amtsgericht Gießen ernannt. * Die Burschenschaft„ Germania" begeht vom 15. bis 18. Juli das 60jährige Stiftungsfest. An der Feier wird auch eine größere Anzahl deutscher und deutsch österreicher Burschenschaft er teilnehmen. Am Sonntag um ½ 8 Uhr findet ein Umzug der Burschenschaft statt, der seinen Weg durch die Frankfurterstraße, Alicestraße, Ludwigstraße, Goethestr., Süd- Anlage, Seltersweg und Sonnenstraße nehmen wird. *) Konkurs. Die hiesigen Hassia- Pneumatifwerke G. m. b. H., die zwei Jahre bestehen und ihren Gründern einen ansehnlichen Gewinn einbrachten, sind in Konkurs geraten. Die Forderungen der Gläubiger betragen 200 000 Mart, denen Mark 14 000 gegenüber stehen. Die Maschinen im Werte von 20 000 Mark sind von der Stadt für Miete gepfändet. * Der Ballon„ Marburg" ist am Donnerstag morgen 4 Uhr bei Montauville in Frankreich gelandet. Der Ballon war am Mittwoch abend 9 Uhr in Marburg aufgestiegen. Die Insassen, unter denen sich auch zwei Gießener Herren befanden, sind nachmittags nach Metz zurückgekehrt. * Die Ferien der höheren Schulen beginnen am 5. August und endigen am 18. September, die der Volksschulen fangen am 21. August an und dauern bis zum 16. September. Die akademischen Ferien beginnen am 15. August, das neue Semester mit dem 20. Dttober. == Rödgen b. Gießen, 14. Juli. Das gestrige Gewitter, welches mit Hagel begleitet war, hat strichweise in den Fluren viel Schaden angerichtet. Der Blitz schlug in eine Schafherde und tötete 40 Tiere. Der Schäfer blieb unverletzt. -)(= Großen Linden, 14. Juli. Durch das stete Anwachsen der Bevölkerungszahl ist die Errichtung Gange sind. Da auch aus Hessen und dem Kreise Wetzlar mehrere Wehren ihr Erscheinen zugesagt haben, so wird sich die Veranstaltung zu einem großen Fest gestalten. Der Festplatz, in unmittelbarer Nähe der Haltestelle gelegen, erhält elektrische Beleuchtung und als Festmusik wurde eine Gießener Kapelle angeworben. -m Limburg, 14. Juli. Hier kommen am nächsten Sonntag Vereine aus Frankfurt mit den Lahnvereinen und der Mainzer Rudergesellschaft zusammen. Im 1. Vierer sind die stärksten Gegner Frankfurter Germanta, Mainzer Rudergesellschaft und Homberger mania. Jm Lahnvierer wird Gießen sein Rennen gewinnen können. Der Gastvierer bringt eine WiederVierer holung des Großen Vierers und im Zweiten hat der Frankfurter Ruderklub Aussichten, seinen stärksten Gegner, die Düsseldorfer Germania, matt zu setzen. Die Vorrennen sollen um 7 Uhr beginnen und um 11 Uhr beendet sein. *) Frankfurt, 14. Juli. Die Maul- und Klauenseuche wurde gestern wiederum bei einem Antrieb von Großvieh im Viehhof festgestellt. Der Viehhof wurde gesperrt, das verseuchte Vieh sofort abge= schlachtet. *) Frankfurt, 14. Juli. Der Kaiser hat das für Müller, früherer Zeugfeldwebel bei der Hanauer Pulverfabrik, von seinem Vater und seinem früheren Pfarrer eingereichte Gnadengesuch abschlägig beschieden und das am 1. April vom Oberkriegsgericht über Müller wegen Mordes verhängte Todesurteil bestätigt. Geschäftliches. Die Fabrikate der Adlerwerke, vorm. Heinr. Kleyer A.-G., Frankfurt a. M., haben auf der Ge= werbe, Industrie und Kunstausstellung, die seit dem 24. Mai 1911 in Krefeld stattfindet, dadurch gebührende Anerkennung gefunden, daß den ausgestellten Erzeugnissen, Fahrrädern und Schreibmaschinen die höchste Auszeichnung, nämlich die Goldene Medaille, verliehen wurde. Während die AdlerFahrräder diese Prämie noch mit einem Konkurrenzfabrikat teilen, blieb die Adler- Schreibmaschine unter sieben wetteifernden Marken die einzige, die von dem Spezial- Preisrichter- Kollegium mit dieser Auszeich nung bedacht wurde. Ein Attentat vor fünfzig Jahren. Es war am 14. Jult des Jahres 1861. Das herrhe Garten- und Waldrevter in Baden- Baden leuchtete in Sommergrün und Sonnenglanz. Röntg 28 ilhelm weilte in dem berühmten Bad als Kurgast, um neue Spanntraft für Körper und Geist zu gewinnen. Er bedurfte der Ausspannung um so mehr, als er eben erst die feit der Mobilmachung 1859 als Notwendigkeit erfannte Reorganisation der preußischen Armee vollendet hatte. Jeden Morgen pflegte er einen längeren Spaziergang zu machen. Auch am 14. Jult, vormitfags, zwischen acht und neun Uhr, schritt er mit seinem Begleiter, dem preußischen Gesandten Brafen Flemming, langsam die schöne Lichtenthaler Allee entlang. Da, mit einem Male, in unmittelbarer Nähe ein furzer, Scharfer Stnall und das 8tschen einer Kugel. Der König tust, macht eine Handbewegung nach dem Haupte, fagt gelaffen:„ Es ist nichts!" und wendet sich um. Auch Graf Flemming hat sich umgewandt. Wenige Schritte von ihnen entfernt steht ein junger Mann, dessen Unruhe den Täter verrät. Der Graf stürzt sich auf ihn und hält thn feft:„ Wer hat geschoffen?" Jch!" Auf was oder auf wen?"" Auf den König!" und die Bistole?"" Dort im Grase!" Während der Graf im Berein mit herbeigeeilten Sturgästen die Verhaftung des Frevlers bewirkt, setzt der König, der feinen Augenblid setne Geistesgegenwart verloren hat, den Weg nach Lichtenthal, den seine Gemahlin ahnungslos vorangegangen ist, mit einer Ruhe fort, als ob nichts vorges fallen fet. Nicht mit einer Bewegung, nicht mit dem letfesten Ausdruck des Schmerzes verrät er, daß die Sugel ihn gestreift hat. Das aus nächster Nähe abgefeuerte Geschoß des fundigen Schüßen war zwar durch den Rodfragen des Königs gedrungen, hatte aber glücklicherweise nur eine blutig unterlaufene Kontusion in der Größe eines Talers an der linten Seite des Halses erzeugt. Der Attentäter gab an, Oskar Beder zu heißen und seit 1859 in Leipzig Rechts- und Staatswissenschaft zu studieren. Gefragt, warum er den Mordversuch unfernommen, gab er zur Antwort: weil er in der Perfon des Königs ein Hindernis für die Einigung Deutschlands erblice. Die weiteren Feststellungen ergaben, daß Becker am 18. Juni 1839 in Odessa geboren war, wo fein aus Leipzig gebürtiger Bater das Amt eines Lyzeumsdirektors befleidete, und daß er die Tat aus fretem Antriebe ohne die Mitwissenschaft anderer Berfonen ausgeübt hatte. Das Schwurgericht zu Bruchfal verurteilte ihn zu zwanzig Jahren Zuchthaus. Die Erregung über das Attentat war in Deutschland so allgemein, daß König Wilhelm am 2. August 1861 in einem Erlaß seinen herzlichen Dank veröffentlichte. Der FitrSprache des hochherzigen Königs hatte es Becker zu verbanken, daß er im Oftober 1866 begnadigt wurde. Er siedelte nach Nordamerika über und trat von dort aus im Jahre 1868 eine Reise nach dem Westen an, auf der er im Oktober desselben Jahres starb. Auf der Jagd nach Ingenieur Richter. Aus Konstantinopel wird der„ Inf." geschrieben: Die Räuber des Ingenieurs Richter zeigen eine unglaubliche Verbrechergewandtheit, wie sie nur in den wildesten Kriminalromanen zu finden ist. Die türkische Regierung hat bereits den schnellsten und geschicktesten Soldateft gegen ihn mobil gemacht. Der von allen Räuberbanden gefürchtete Jägerhauptmann Hamid Bey von den Salonifer Jägern ist mit 2500 Mann gegen die Näuber aufgebrochen, ohne scheinbar auch nur eine Spur von ihnen zu finden. Wenigstens offiziell gibt es noch keine Spur. Da aber Samid Bey ein Mann der Tat und nicht des Wortes ist, so fann man vielleicht an= nehmen, daß er den Räubern dicht auf den Fersen ist. Seine 2500 Jäger, die mit ihm ziehen und fedes Dorf und jeden Pfad im Gebirge fennen, sind von der Geschicklichkeit der Indianer und gewährleisten fast sicher einen Erfolg. Hin und wieder wird das Stillschweigen, das von den Verfolgern bewahrt wird, durch irgend ein nur dem Vertrauten sichtbares Zeichen unterbrochen. Vor einigen Tagen machte sich plößlich der Major Halid Ben mit 1000 Mann auf, um einen Uebungsmarsch anzutreten, von dem sie nicht mehr zurückkehrten. Da die 1000 Mann woht faum geraubt worden sind, so wird Ihr Verschwinden durch kein Verbrechen begründet sein, fondern man nimmt an, daß sie von Hamid Bey ein Beichen bekommen haben und zu ihm gestoßen sind, um fich auf anderen Wegen an der Verfolgung zu beteiltgen. Dazu marschiereit des Abends oder nachts aus Saloniki Soldatenabteilungen nach allen Himmelsrichfungen, feldmarschmäßig ausgerüstet, mit bestimmter Order. Es ist keine Frage mehr, daß das Versteck der Räuber ausgefundschaftet ist, und daß fie jetzt von allen Seiten umsingelt werden, um nicht mehr entweichen zu fönnen. Zuerst wird eine Abteilung den Räubern das Lösegeld bringen, um den gefangenen Ingenieur lebendig aus ihren Händen zu befreien. Sie werden sich des Lösegeldes aber nicht lange freuen können; denn selbst auf den schwierigsten und unwegsamsten GebirgsJugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. 14) ( Nachdruck verboten.) Karla, die von ihrer Mutter gehegte, einzige Tochter sab sehr ernst aus, eine leise Wehmut lag über dem reizenden Geficht. " Ja, ja," sagte Frau Haldeck mit seltsam schwerer Betonung, so sieht jetzt mein Liebling aus, sie ist erst ein Jahr verheiratet." " Du glaubst, daß sie nicht glidlich ist?" fragte Frau Grotenbach Telfe. " Glücklich!" rief Anna,„ kann sie es mit Jenem Manne sein, der nicht zu ihr paßt; ich habe es kommen sehen, Uchatscheff versteht Starla nicht!" Sie war so bewegt, daß sie lange schwieg, endlich fagte fie: " Was vermögen wir Eltern, wenn es gilt, gegen awei Verliebte anzukämpfen? Wir müssen schließlich gegen unsere bitterste Ueberzeugung nachgeben." „ Du schienst aber selbst eine günstigere Ansicht über Deinen Schwiegersohn gewonnen zu haben", warf Frau Grotenbach elt. „ Leider steckt nichts hinter seinem bestechenden Wefen, er ist eben aus einer ganz anderen Sphäre als Karla, ein Lebemann und ein Mensch, der ihr eigenstes Wesen oberflächlich beurteilt, und Karla ist eine sehr feinfühlige Natur, die schweigend leidet und zu stola zum Klagen ist über das, was sie selbst gewollt bat." " Dit siehst vielleicht zu schwarz, Liebste," sagte Frau Grotenbach.„ Da Du ja bald zu Deiner Tochter reisen willst, kannst Du selbst urteilen, und ich hoffe von ganzem Herzen, daß Du Dich getäuscht hast." " Gott gebe es," versetzte Frau Haideck inbrünstig. Adam und Kurt kamen, um die Mutter abzuholen; swaren ein paar prächtige Buben geworden, mit of pfaden, auf denen sie den Rüdzug antreten werden, wird sich ihnen plöglich eine Abteilung Jäger zum Gruß entgegenstellen, die ihnen die runde Million mit Vergnügen wird abnehmen und die Herren Räuber ins Gefängnis führen wird. Man sagt hier, wo Hauptmann Hamid Bey seine Hand im Spiele hat, ist noch nie etwas verloren worden. Hoffentlich bewährt sich sein Geschäft auch dem Ingenieur Richter gegenüber und befreit ihn lebend aus der Gefangenschaft. Rundschau vom Cage. Politisches. Ein Reichspetroleummonopol. Dem im nächsten Jahre zusammentretenden Reichstag dürfte, wie dem " B. T." von unterrichteter Sette mitgeteilt wird, vom Bundesrat der Entwurf eines Petroleummonopols vor= gelegt werden. Bekanntlich forderte eine Resolution des Abgeordneten Stresemann und Genossen schon während der diesjährigen Etatsberatung im Interesse der deutschen Konsumenten ein Verkaufsmonopol für PetroIeum. Der Kampf zwischen den amerikanischen und den österreichischen Petroleumproduzenten hat im letzten Jahre Formen angenommen, die die Reichsregierung zwingen, einzuschreiten. Die ununterbrochenen Preisunterbietungen der Rockefellergruppe bringen die Gefahr mit sich, daß die österreichischen Raffineure sich ganz vom deutschen Markt zurückziehen und den Amerikanern das Feld überlassen. Wenn die Amerikaner diese letzte Konkurrenz beseitigt haben, werden sie unzweifelhaft dem deutschen Konsum die Preise diktieren. Um dem dem deutschen Nationalvermögen drohenden Schaden zu begegnen, soll ein Reichspetroleummonopol vorgeschlagen werden. In der gestrigen Schlußßigung des Zentralverbandes der Ortskrankenkassen Deutschlands, der in Dresden tagte, fam es zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen den Vertretern der beiden Richtungen für und gegen die freie Aerztewahl. Der Kassenvorstand Pollender aus Leipzig vertrat energisch den Standpunkt, daß denfenigen Kaffen, die wie Leipzig selbst und viele andere gute Erfahrungen mit der freten Aerztewahl gemacht haben, freie Hand gelassen und sie nicht von der Mehrheit mundtot gemacht werden sollten. Der Abgeordnete Fräßdorf dagegen betonte, daß den Kassen im Kampf gegen die Aerzte von der Leipziger Richtung nicht in die Parade gefahren werden dürfe. Pollender( Leipzig) wurde infolge seines Verhaltens in der Aerztefrage nicht wieder in den Vorstand gewählt. Dagegen wurde Fräßdorf wieder zum Vorsitzenden und Dresden zum Vorort gewählt. Im Schlußwort betonte Fräßdorf, daß fte in den Ortskrankenkassen keine Parteipolitik, sonbern im Verein mit Behörden und Arbeitgebern nur Sozialpolitik treiben wollten. Die 24. Hauptversammlung des Evangelischen Bundes vom 5. bis 8. Oktober in Dortmund steht unter dem Gesichtspunkt: Nationale Aufgaben des deutschen Protestantismus. Es werden folgende Vorträge ge= halten werden: Der Protestantismus und die deutschen Boltsstämme, Stadtpfarrer Fikenscher( Fürth), Der Brotestantismus und die deutschen Volksschichten, untversitätsprofessor Dr. v. Wenckstern( Breslau), Die Vorbedingungen eines wahren konfessionellen Friedens, Landtagsabgeordneter Amtsgerichtsrat Dr. Lohmann ( Weilburg), Das protestantische und das ultramontane Schulideal, Professor Dr. Wolff( Düsseldorf). Die niederrheinisch- westfälische Bezirksgruppe des Sansabuudes gewann, wie aus Essen gemeldet wird, in den letzten Tagen wieder mehrere hundert Mitglie= der, so daß ihre Gesamtzahl jetzt etwa 1500 beträgt. Die Gruppe vertritt bekanntlich die durch den Austritt des Landrats a. D. Rötger hervorgerufene Sonderstellung. Das Reichsviehsenchengeset wird, wie verlautet, im Frühjahr des nächsten Jahres in Kraft gesetzt werden, nachdem das preußische Ausführungsgesetz vom Landtage noch kurz vor Schluß der Session verabschiedet worden war. Die Kleinen Kreuzer der Hochseeflotte sind, nachdem„ Berlin" in Marokko eingetroffen und damit einstweilen aus seinem bisherigen Verband ausgeschieden ist, sämtlich mit Turbinen versehen.„ Augsburg" gilt bisher als der schnellste Städtekreuzer, da er eine Höchst= geschwindigkeit von 27 Seemeilen erzielte. Zu den deutsch- französischen Marokkoverhandlungen wird in französischen Regierungskreisen versichert, daß die Verhandlungen bisher aus dem Stadium des allgemeinen Ideenaustausches noch nicht hinausgekommen " fenen, Iteben Gesichtern. Adam war ein langaufgeschos= sener Jüngling von fünfzehn Jahren, der zwölffährige Sturt ein bildhübscher, aufgeweckter Knabe, dessen Wunsch es war, die militärische Karriere zu ergreifen. „ Es Itegt mir fern, Dich zu beneiden, liebe Thekla," sagte Frau Haideck, aber wenn ich Deine Söhne sehe, so bedauere ich immer, daß ich nicht auch welche habe. Wie stolz mußt Du auf Alfred sein und wie Iteb sind die beiden jüngeren Söhne. Im Sommer macht Ihr Euch doch fret, Lina und Klara können Dich in der Pension vertreten, Du und Adam und Kurt, Ihr besucht mich in Strandhof." " Ich folge gern Deiner Einladung," entgegnete Frau Grotenbach, wie geht es mit Deinem KrankenHause, hast Du jetzt eine tüchtige Lefterin an Vinas Stelle?" „ Ja, es geht. Wie verschieden doch Deine Töchter find! Eva ist in allen Stücken das Gegenteil der älteren Schwester." " Ich finde Evchen sehr ernst geworden; hat es etnen tieferen Grund?" fie: Frau Haideck schien etwas verlegen, dann sagte „ Evchen hat mehr als einen Heiratsantrag gehabt; tch muß Dir jetzt erzählen, was ich Dir nicht verschwetgen darf. Bei meinen Bekannten in Rizza lernte Eva einen jungen Franzosen kennen, der ich thr in werbender Huldigung näberie; er heißt Robert Latour und ist ein bildschöner Mensch. Ich erkundigte mich nach thm, aber niemand wußte mir näheres zu sagen. So viel es in meinen Kräften stand, habe ich den allzu häufigen Verkehr der beiden jungen Leute verhindert, und als ich zu befürchten anfing, daß Eva sich die Sache zu Herzen nehmen würde, beschleunigte ich unsere Abreise von Nizza." „ Und Du fürchtest, daß der Franzose Evas Liebe gewann?" fragte Frau Grotenbach bewegt. find. Zu Pessimismus Itege jedoch kein Grund vor, aber auch eine optimistische Auffassung wäre verfrüht. Das Gehalt des Präsidenten der Republik Portugal ist auf 55 000 Mark jährlich festgesetzt worden. Dazu erhält er noch etwa 30 000 Mart Repräsentationsgelder. Wenn der Präsident einen fremden Besuch- fet er vom Militär oder von der Marine empfängt, so soll er von einem besonders ernannten Offizier der Armee bezw. der Marine begleitet sein. Mitglieder der Familie des Präsidenten haben bet öffentlichen Funk tionen keine Bevorzugung zu erwarten. Kleine Nachrichten. Die Baffagierfahrten mit dem Zeppelinluftschiff „ Schwaben" werden am nächsten Sonnabend aufgenom men werden. Die Fahrten, die die ganze nächste Woche hindurch ausgeführt werden, bewegen sich in der Hauptfache über dem Bodenseegebiet. Am Montag, 24. Jult, wird das Luftschiff nach Baden- Baden übergeführt werden. Entschädigung für die Witwe eines unschuldig Vers urteilten. Der Witwe des Fuhrmanns Robert Jmberg aus Herne, der im Meineidsprozeß Schröder zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, bewilligte der Justizminister für die von ihrem verstorbenen Mann unschuldig verbüßte Strafe 2400 Mark Entschädigung. Ein Bund der kaufmännischen Angestellten wurde gestern in Berlin gegründet, der die kaufmännischen Angestellten der Industrie ähnlich wie die Techniker im Bund der technisch- industriellen Beamten auf unabhängiger gewerkschaftlicher Grundlage organisieren will. Ueber 4000 faufmännische Angestellte aus verschiedenen Teilen des Reiches beteiligten sich an der Gründung. Für die Opfer des Erdbebens in Kecskemet hat Kaiser Franz Josef 100 000 kronen gespendet. Aus der Erdspalte bei Kecskemet kommt noch immer in regelmägen Zeitintervallen heißer Schlamm und feiner bläutficher Sand hervor Schwache Erdbeben erneuern sich täglich. Die Bevölkerung wagt noch nicht, in die Häuser zurückzukehren, da sie eine Wiederholung der Katastrophe befürchtet. Der Bädergehilfenstreit in Budapest dauert noch immer an. Budapest ist seit drei Tagen ohne jedes Weiß- und Feingebäck. Dies wird besonders in den Spitälern schwer empfunden. Die Bäckermeister wollen gegenüber den hohen Lohnforderungen der Gehilfen feinesfalls nachgeben. Erdbeben in Mezedonien. In Ochrida und Umgebung wurden gestern mittag mehrere heftige Erdstöße verspürt. Die Bevölkerung, unter der großer Schrecken herrscht, hat sich ins Freie begeben und schickt sich an, im Freien zu fampieren. Versehentlich vergiftet hat sich in Wildenfels bet Zwickau der 40 Jahre alte verheiratete Stadtarzt Schreiter. Er hatte in seinem Sprechzimmer, während thn Batienter fonsultierten, aus einer Flasche gekostet, die eine Zyankalilösung enthielt. Der Arzt starb auf der Stelle. Die Marter einer Irrfanigen. Die Poltzet int München- Gladbach befreite aus der Wohnung eines Stellmachers dessen geistesschwache dreißigjährige Schwägerin, die der Schwager seit mehreren Jahren hinter Schloß und Ricael htelt und mißhandelte. Die Tat eines achtzehnjährigen Luftmörders bat die Umgegend von München in Aufregung verfeßt. Auf dem Gute Kläham hat der 18jährige Dienstbursche Georg Gschwendtner, ein entlassener Fürsorgezöaling, das 8fährige Töchterchen Cäcilie feines Dienstherrn, des Bauern Wietaler, ermordet. Die Gendarmerie fonnte den Mörder nur mit Mühe der Voltsiustiz entziehen und in das Gefängnis nach Landshut bringen. Wissenschaft, Kunst und Litteratur. Ein neuer Komet mit Schweif, der am 6. Jult im Sternbilde des Fuhrmann im Fernrohr auf der Licksternwarte in Kalifornien entdeckt wurde, ist am Mittwoch unt 2 Uhr nach langem Suchen auf hellem Him melsgrund von der Remetssternwarte in Bamberg als augenfälliges Objekt achter Größe mit einem Schweifanfaß im Fernrohr gesichtet worden. Der Komet entfernt sich scheinbar von der Sonne im Gegensatz zu den amerikanischen Meldungen. Er kann von den nördlichen Sternwarten aus besser beobachtet werden. Ein Denkmal für Frik Renter. In Gegenwart des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg, des Regenten von Braunschweig und des Prinzen Heinrich der Niederlande sowie Vertretern von Reutervereinen und im Beisein vieler Tausender wurde gestern auf dem Marktplatz zu Stavenhagen das Dentmal Frizz Reuters, das Professor Wandschneider ge= schaffen hat, feierlich enthüllt. Bei der Vorfeier teilte Professor Golder( Rostock) mit, daß in Rostoc eine Reuterprofessur, der die wissenschaftliche Pflege der plattdeutschen Frage obliegen wird, und ein Reuterarchiv gegründet werden sollen. „ Ich glaube es zuweilen, Evas mädchenhaftes, echt weibliches Empfinden verschließt sich feusch, sie gleicht der Mimose, die vor der leisesten Berührung erschrickt. Wenn ich im Herbst zu Karla reise, bleibt Eva bet. Dir; es wird ihr gut tun, einige Zeit die mütterlichen Flügel um sich zu fühlen, hoffentlich hat Latour Teinen ble benden Eindruck auf sie gemacht, die Zeit war ja wohl auch zu kurz." Sechstes Kapitel. Eva. * 5523063 wa Ar Di er Ite Ri Be pa Le itg De fche der Ba des von fibe der faha bie un iten aus den Lei bur Ru terl par ftal gen fret grö Jun Die wed Dol bere drä und erit fahr richt bare Kal Fra dete hani Len berr der gezo Fre eine wur von gan erich Wai Arm tet Ein Mit äuß 8.1 Mo Küld arbe tem gro beha fönn muß der den tural dem Boge ter a eine tom Ain effer den aus tent, perf geite und man Da i Fami Kleid Dirett better entai ordn pfleg engli Doug Der Buchenwald in Rügen stand im Schmud seiner saftigen Blätter da. Schimmernd hoben sich die Kreide felsen gegen das grüne Laub ab. In smaragdgrüner Bläue breitete das Meer sich aus und goldene Sonnenfunken tanzten auf seiner Fläche. Wie Riesenzuckerhüte erhoben sich die Wissower Klinken, man genoß von dort aus einen herrliche Rundblic. Ein Fremder, der an diesem Tage in Saßnig eingetroffen war, stieg die Anhöhe empor, er hatte den Strohhut von schwarzen lockigen Haaren abgenommen, seine stechenden dunklen Augen hielten Umschau.„ Ich muß sie wieder finden," murmelte er in französischer Sprache, „ Ich muß." Er schritt durch den Wald, spähend sah er sich um, aber erst nach längerem Wandern begegnete er einer Bauersfrau, die in stark gebrochenem Deutsch nach dem nächsten Weg nach dem Strandhof fragte. Auf ihren Bescheid hin schritt Latour denn er war es weiter. Blötzlich hörte er Stimmen und folgte ihnen. Es waren zwei Knaben, die sich auf einer Waldwiese mit einem Hunde tummelten. - „ Guten Tag, meine jungen Herren," sagte der Fremde höflich. „ Eva, Eva!" rief der kleinere Junge, wo steckst Du? Komm her!" ( Fortsetzung folgt.) Brund vor, e verfrüht. * Portugal ent. Dazu tationsgel fuch- fet mpfängt, fo ffizier der glteder der hen Funt inluftschiff aufgenom hste Woche Der Haupt24. Jult, Bergeführt Idig Vers Sert Im hröder zu r, bewilstorbenen Entschä en wurde tännischen hnifer im unabhän ren will. fchiedenen indung. Cemet hat Aus der regelmäter blaueuern fich die Häu der Ka uert noch ne jedes 8 in den er wollen Gehilfen id UmgeErdstöße Schrecken t sich an, nfels bet Stadtarzt während gekostet, starb auf oltzet in ng eines Stglährige Jahren ( te. ders hat ett. Auf rsche Geling, das rrn, des e fonnte entziehen t. " atur. Jult im der Lickm Mittem sim iberg als SchweifOmet entzu den en nördrden. egenwart Mecklenes Printern von er wurde as Denteider ge= ter teilte tod eine lege der Reuterftes, echt ie gleicht erschrickt. bet. Dir; n Flligel ten ble ja wohl ud feiner Kreide gogrliner ne Sonenzudern genoß Fremder, Jar, stieg on den stechenmuß fie Sprache, sich um, er einer nach dem Luf thren -weiter. nen. Ge viese mit agte der wo ſtedit Vermischtes. Durch die Dynamitegplosion in Würgendorf im Preise Siegen wurden, wie jetzt festgestellt ist, 8 Peronen, faft alle Familienväter, getötet. Die meisten paren buchstäblich in Stücke gerissen. Drei andere wurben so schwer verletzt, daß sie ins Burbacher KrankenSie haben schwere baus gebracht werden mußten. Brandwunden im Gesicht und an den Armen erlitten. Die erste Explosion erfolgte gegen 11 Uhr vormittags Im Mengehaus mit donnerartigem Getöse. Ste griff auf das erste Dellager über. Wenige Minuten später erfolgte eine Explosion im zwetten Dellager. Die letzte war so start, daß sich den Arbeitern auf dem Felde die Werke aus den Taschenuhren löften und fast alle umäunungen in der Umgebung umgerissen wurden. Alle Arbeitsräume unter der Erde find total zertrümmert. Die Ursache der Explosion ist noch nicht bekannt geworden. In Würgendorf find sämtliche Fensterscheiben Jertrimmert. In den dret Kilometer entfernten umItegenden Ortschaften war der Luftdruck so start, daß Kinder und Erwachsene zu Boden geschleudert wurden. Selbst in Stegen, das etwa 6 Kilometer entfernt ist, machte sich die Explosion derart bemerkbar, daß die Beute an ein Erdbeben glaubten. Ein wahnsinniger Passagier. In starte Aufregung wurden Montag abend die Fahrgäste eines Personensuges Rüdesheim- Wiesbaden versetzt. Vor der Station Destrich- Winkel wurde ein Passagier plöblich von Wahnfinn befallen, schlug mit den beiden Fäusten die FensterScheiben des Abteils in Trümmer und zog sich an betden Armen scharfe und ttefe Schnittwunden zu. Die Passagiere des Abteils wurden hierbet von dem Blute des Rasenden bespritzt. Er wurde sofort herausgeschafft, und da man keine Angaben über Wohin und Woher von dem Tobsüchtigen erhalten konnte, der Polizet übergebent. Ein herbeigeholter Arzt ordnete an, daß der Bedauernswerte bewacht werden müsse. Dies ge= ' schah, doch mißhandelte der Kranke seinen Wächter auf bie gröblichste Wetse. Er wurde nach der Landes- Hellund Pflegeanstalt Eichberg gebracht, wo sich herausstellte, daß er ein Russisch- Pole ist, der sett 14 Tagen auf dem Domänenhof Neuhof in Arbeit stand. Er war aus Frankreich eingewandert und hatte bet der Fremdenlegion gedient, wo er wahrscheinlich entflohen ist. Verhaftung eines Hochstaplers. Auf Ersuchen der Leipziger Kriminalpoltzet wurde gestern in Charlottenburg der angebliche Professor" Kurt von Loscher aus Rumänten verhaftet, der fürzlich aus Leipzig mit Hintterlassung einer großen Schuldenlast flüchtig geworden war. Loscher hatte in Leipzig eine Vorbereitungsant( talt zur Erlangung der Doktorwürde und des Retfezeugnisses für höhere Schulen und hat durch sein Auffreten eine ganze Reihe von Personen zur Hergabe größerer Darlehen bewogen. Er führte, obgleich er Junggselle war, ein großes Haus und htelt mehrere Dienstboten. Es steht bisher fest, daß der Verhaftete weder zur Führung des Professortitels, noch auch der Doktorwürde, die er sich gleichfalls bisweilen beilegte, berechtigt war. Als Loscher von seinen Gläubigern gedrängt wurde, entfernte er sich heimlich von Leipzig, und es wurde nun gegen thn Anzeige wegen Betruges erstattet. Die Leipziger Kriminalpoltzet brachte in Erfahrung, daß sich Loscher in Berlin aufhalte und benachrichtigte die dortige Behörde. Raub und Mord unter Wasser. Ueber eine sonder= bare Art von Verbrechen berichtet etn Telgramm aus Kalkutta. Seit einiger Zeit verschwanden in Delhi Frauen und Männer, die in dem Flusse Jumna badeten, ohne daß man thre Körper finden konnte. Es handelte sich, wie sich nun herausgestellt hat, immer um Leute, die Schmuck und Wertsachen auf den nackten Letbern trugen. Vor einigen Tagen wurde eine Frau, bet der das gleichfalls so war, beim Baden plötzlich heruntergezogen. Sie konnte aber noch um Hilfe rufen. Eine Freundin und andere Leute kamen hinzu. Man fand einen Mohammedaner im Wasser, der sofort verhaftet wurde. Man glaubt übrigens, daß die Diebstähle nicht von einem einzigen Individuum, sondern von einer ganzen Bande ausgeführt wurden. Eine Rabenmutter. Die seit Anfang dieses Jahres erscheinenden Blätter für die Berliner Armen- und Waisenpflege berichten über Fälle aus der Praxis der Armenpflege, deren Schilderung oft grell hineinleuchEnglands, sondern der ganzen Welt hält, was ihm wohl zu glauben ist, denn er zählt bereits 93 Jahre, vermählte sich mit einer Miß Alice Bilpha Underwood, etner jungen Dame von nur 24 Jahren. Seit mehr als 77 Jahren ist Mr. Doughty abwechselnd Klown, Schauspieler und Hundedresseur gewesen, und er soll noch munterer und lebendiger sein als mancher Mann, der zwanzig Jahre jünger ist. Die Heirat fand vor dem Standesamt in Brighton statt und eine ungeheure Menschenmenge hatte sich vor dem Hause versammelt, um das merkwürdige Brautpaar anzustaunen. Der„ junge Ehemann" war beim Heraustreten offenbar ganz wohlge= mut gelaunt und wurde mit einem riesigen Hallo empfangen. Nach englischer Sitte wurde das Paar mit Reis und mit Konfettt beworfen, ein Teil der Neugierigen fand offenbar die Heirat anstößig und zischte kräftig. Die Menschenmenge war so dicht gedrängt, daß ein Polizist den glücklichen Bräutigam in seine Arme nehmen mußte, um ihn in seinen Wagen bugsieren zu fönnen. Unter den Hochzeitsgeschenken befand sich auch eine 5 Lst.- Note von Mr. Alfred de Rothschild. Kleinere Damenhüte in Sicht. Aus Amerika kommt die Kunde, daß sich die Mode im nächsten Winter für den kleinen Damenhut erklären wird. Dieser Meinung geben wenigstens die maßgebenden Vertreter der Vereinigung der Reisenden der Puzmacherbranche Ausdruck, die zurzett in Indianapolis zur Abhaltung eines nationalen Fachkongresses versammelt sind. Alzuviel Vertrauen zu der Beständigkeit der avisierten Reform der Hutmode scheinen die in Buzartikeln retsenden Herren aber selbst nicht zu haben, da sie gleichaettig eine Resolution annahmen, die energisch gegen die von den amerikanischen Eisenbahngesellschaften geplante Verfügung protestiert, das für die Koffer zulässige Maß auf 10 Meter Höhe zu beschränken. Geschwinder als das Semmelbacken. Aus Neuyork wird der Frfft. 3tg." geschrieben: Die deutsche Redensart:„ Das geht ja geschwinder als das Semmelbacken" hat vielleicht dem Farmer W. H. Gable in Belott( Kansas) vorgeschwebt, als er vor einigen Tagen etnen der originellsten, echt amerikantschen Rekorde aufstellte. Herr Gable brachte das Kunststück fertig, seinen Gästen von demselben Weizen, den sie um 3,14 Uhr noch auf den Halmen sahen, dreißig Minuten später beretts frische Semmeln vorzusetzen. In neun Mtnuten war das Getretde geschnitten und gedroschen; Herr Gable brachte es dann in seinem Automobil zur Mühle, die um 3 Uhr 29 Minuten das Mehl fertig hatte. Einige Minuten später war es in der Bäckeret, und es währte noch keine Viertelstunde, da waren die Semmeln knusperig und trocken. Vernichtung einer Kriegsflotte". Der aus Portau- Prince gestern in Neuyork eingetroffene HamburgAmerika- Dampfer„ Alemannia" berichtet eine lustige Geschichte über den Zusammenbruch der hatttschen Flotte, die in ihrer Gesamtheit aus dem ehemaligen ttaItenischen Kanonenboot„ Umbria" besteht, an dessen Bord nunmehr die hatttsche Flagge weht. Das Kanonenbot war von dem Präsidenten Symon getauft worden auf den Namen„ Antoine Symon hattischer Dreadnought". Nun wollte der Präsident mit dem schönen Schiff auch ein Manöver veranstalten und Iteß zu diefemt 3wed 1000 Soldaten darauf verstauen. Der kommandterende Admiral dieser Kriegsflotte war ein ehemaliger Kapitän eines Schleppers, und der Oberingenteur dieser Flotte war ein früherer Straßenbahnkondukteur. Die Privatjacht des Präsidenten Symon begleitete den Dreadnought auf seiner Ausfahrt in See zu den Manövern. Kaum hatte jedoch die Antoine Symon" 40 Kilometer zurückgelegt, als das stolze Schiff auffuhr und ein Leck bekam. Es drang Wasser in die Maschinen, das Schiff wurde manövrierunfähig und schließlich wurde es noch, um das Unglück von zu ma= chen, auf eine Sandbank geworfen. Unter den Soldaten entstand eine Panik, besonders als sie sahen, daß ste zurückgelassen wurden. Denn der Präsident begab sich mit Gefolge an Bord seiner Jacht und gab nun das Versprechen, Hilfe zu holen. Inzwischen nahm die„ Alemannia", die zufällig vorbeikam, die ganze Besagung an Bord und brachte sie wohlbehalten nach Port- au- Prince zurück. Das letzte, was die ,, Alemannia" von dem stolzen Dreadnought sah, war, wie das Wrack von dem Sturm auf der Sandbank hin und her geschleudert wurde. tet in moralische Berkommenheit, serankheit und Not. Krach in der Berliner Pianoindustrie. Ein Einzelfall, den die Bläter veröffentlichen, hat zum Mittelpunkt eine Mutter, wie sie nicht sein soll. Im äußersten Nordosten Berlins bewohnt der Erdarbeiter K. mit Frau und acht Kindern, die im Alter von vier Monaten bis dreizehn Jahren stehen, eine Stube und Küche. K. ist ein nüchterner Mann und hat als Erdarbeiter einen Wochenlohn von 24 Mark, bet schlech= tem Wetter allerdings weniger.„ Die Frau ist," wie cs in dem Bericht der Armenkommission heißt,„ eine große, stattliche Erscheinung, aber mit einem Beinleiden behaftet. Sie behauptet, deswegen nicht arbeiten zu können. S. bekam im Nebenhause die Hausreinigung, mußte sie aber wegen großer unsauberkeit und Faulheit der Frau am 1. September aufgeben. Die Familie wurden im August 30 Mark Ertraunterstützung inkl. Naturalien bewilligt. Für fünf Kinder bekam sie außer= dem noch Mittagbrot. Die Kinder sind so schlecht er= zogen und vor allen Dingen unsauber, weil die Mutter zu faul ist, für sie etwas zu tun. Die Mutter ist eine Säuferin, denn das Geld, das sie von der Armentommission bekam, hat sie in Schnaps umgesetzt; dte Kinder mußten darunter leiden und bekamen nichts zu effen. Darauf gab man thr nur Naturalien, bestehend aus Brot, Schmalz, Kartoffeln, Milch, Hülsenfrüchten, Holz und Preßkohlen. Was tat die Frau? Ste verkaufte die Milchmarken und die Brote. Zur Rede gestellt, wurde Frau K. frech und anmaßend und und erklärte, man könne mit ihr machen was man wolle, sie ginge deshalb doch nicht vom Wege ab." Da die Kinder oft in der Schule fehlten, wurde der Familie K. jede Unterstützung in Geld, Naturalien und Kleidung abgelehnt. Auf Veranlassung der Armendirektion beschloß das Vormundschaftsgericht, dem Arbeiter August K. die Sorge für seine acht Kinder zu entziehen. Die Kinder wurden zum Zwecke ihrer ordnungsgemäßen Erziehung außerhalb in Waisenpflege gebracht. Eine eigenartige Hochzeit wurde am Sonntag in der englischen Stadt Brighton gefetert. Mr. James Doughty, der sich für den ältesten Klown nicht nur Die Planofabrik Carl H. Hinze in der Bülowstraße in Berlin mußte vor einigen Tagen thi. Zahlungen einstellen, weil sie ihren etwa 1800 000 Mark betragenden Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen fonnte. Der Zusammenbruch der durch ihre vielen Reflamen sehr bekannten Firma dürfte für manchen noch schlimme Folgen haben. Bereits vor einigen Wochen hat eine Berliner Firma, die finanziell start bet der Firma Carl H. Hinze beteiligt war, ihre Zahlungen einstellen müssen, und am Dienstag abend hat die Inhaberin einer Berliner Pianofortefabrik, die mit 95 000 Mart bei dem Konkurs Hinge beteiligt ist, ihrem Leben durch Gift ein Ende gemacht. Ueber die Einzelheiten des aufsehenerregenden Falles berichten Berliner Blätter folgendes: Die Firma Carl H. Hinze, deren Inhaber der Kaufmann Carl Hermann Hinge und dessen Etablissement nicht identisch ist mit der Pianofortefabrik von Carl Hinge in der Potsdamer Straße, wurde vor 13 Jahren in Berlin mit einem Stammkapital von 150 000 Mark gegründet. Die Firma machte zu ihrer Spezialttät den Verkauf von Klavieren und Flügeln zu einer monatifchen Azahlung von 10 Mart, ohne eine Baranzahlung. Hinge, der etn gutes Fabrikat verkaufte, wurde im Laufe der Jahre elffacher Hoflieferant und seine Geschäfte nahmen bald einen riesenhaften Umfang an. Sein jährlicher Umsatz betrug fast 2 Mill. Mark. Hinge, der durch seine Abzahlungsgeschäfte einen großen Kredit gewähren mußte, war auch genötigt, etnen solchen in Anspruch zu nehmen. Er mußke bet seinen Lieferanten vierteljährlich regulieren, und zu diesem Zwecke war er genötigt, sich an Geldleute zu wenden. Mit Banten konnte er nicht arbeiten, da derartige Abzahlungsgeschäfte im allgemeinen von den großen Instituten rundweg abgelehnt werden. Hinze faufte seine Klaviere mit durchschnittlich 400 Mark von den kleineren Fabriken ein. Nach den ersten dret Monaten erhielt er von seinen Teilzahlern nur drei Raten zu 10 Mart, während er bei seinen Lieferanten den vollen Betrag von 400 Mart regulieren mußte. Es ergab sich also ein Manto von 370 Mart, das gedeckt werden mußte. Hinze wandte sich deshalb an gewisse Geldleute, die mit arößter Bereitwilligkeit gegen ungewohnlich hohe Zinsen sich zur Hergabe der nötigen Kapitalten bereit erklär ten. Diese Geldgeber verlangten für die Vorstreckung der Gelder die Kaufverträge, die Hinge mit seinen Abs zahlungskunden abgeschlossen hatte, in Depot, und zwar forderten sie doppelte Unterlagen. Hinze mußte bann Wechsel ausstellen und auf die Akzepte einen zehnprozentigen Aufschlag gewähren. In der Regel, und dies geschah namentlich in den letzten Jahren, verpfändete Carl H. Hinge die Kaufverträge nicht mehr, sondern er verkaufte sie mit einem Verlust von 50 v. H. an diese Geldleute. Er geriet nun natürlich in arge Verlegenheiten und mußte auf feine Fabrik fortwährend Kapitalien aufnehmen, die mit 20 bis 30 v. S. ie nach der Höhe der Summe ver zinst wurden. Durch dieses Wuchersystem fam die Firma in schwere Verlegenheiten gegenüber thren Lieferanten. Doch vermochte das ihren Kredit noch nicht zu erschitttern, und außerdem fürchteten wohl et nige Lieferanten, die sich bereits start eingelassen hat ten, daß sie durch eine plötzliche Forderung der ihnen zustehenden Summen eine Katastrophe hervorrufen fönnten. So warteten sie denn längere Zeit und be gnügten sich mit kleineren Zahlungen, die pitnktlich geleistet wurden. Dann kam vor einigen Wochen der Krach einer mit Hinge eng verbundenen Firma, dte int den letzten fünf Jahren, wie buchmäßig ermittelt wurde, annähernd 200 000 Mark Lombard und Zinsen an „ Geldgeber" gezahlt hatte. Hinte haftete zum Tell fitr die Schulden des Hauses und fah sich nun Verpflichtungen gegenübergestellt, die feine Kräfte fiberstiegen. Die Fabrik hat ihre Zahlungen eingestellt. Bet dem Konkurs, der jetzt folgen wird, dürfte so gut wie gar keine Masse herauskommen, da fast sämtliche Flügel und Planos von vornherein von den Geldgebern gepfändet worden find. Die Lieferanten besitzen Forderungen von 800 000 Mark, die sich auf etwa 180 Gläublaer verteilen. Die Geldgeber siten mit etwa einer Million Forderungen drin. Unter den Lieferanten befinden sich zahlreiche, große Firmen der Biannforte- ndustrie, wie Quandt, Mar Dreyer, Weber, Neumoner, Bärensprung in Dres den, Obers und Drenshauer, Wilhelm Menzel, der fehr stark engagiert ist, Linke und Godenschwäger int Berlin, Vogel ut. Sohn in Plauen und zahlreiche andere. Großze Hitze überall. Die neue Hitwelle in Amerika hat sich sehr rasch ausgebreitet und wieder wie ein Alp auf die von den Erschlaffungen der vorigen Sitwelle noch nicht erholte Bevölkerung gelegt. Das Thermometer ist gestern von Stunde zu Stunde gestiegen. Die Höchsttemperatur betrug in Neuport offiziell 95 Grad, doch war es in dent Straßen viel heißer. Tiere und Menschen leiden furchtbar, besonders in engbewohnten Distritten, wo sich der Etsmangel schwer fühlbar macht. Gestern gab es tit Neuport 26 Tote und abermals mehrere Fälle von Wahnsinn; Hunderte wurden in die Krankenhäuser gebracht. Das Gesundheitsamt meldet, sett Beginn dies fes Monats feien achttausend Tiertadaver in den Straßen gefunden worden. Die Nacht war wieder unerträglich; auch am Strand verspürte man nur we nig Erleichterung. In Chikago ist die Size ebenfalls bedeutend gestiegen. 15 Erwachsene und 15 Kinder sind thr schon erlegen. Hunderte von Autos stnd frithmor gens nach den Ufern des Großen Sees abgefahren. Etwa 60 000 Bewohner der Stadt bringen die Nächte außerhalb ihrer Wohnungen zu. In Neuyork stürmten Frauen die Eis niederlagen, weil kein Eis zu bekommen war. Auch auf dem europäischen Festland herrscht große Hize. In Paris sind gestern mehrere Fälle von Hißschlag vorgekommen, die tödlich verliefen. In ein zelnen spanischen Orten stieg die Temperatur gestern auf über 40 Grad Celsius. Waldbrände infolge der Site. Infolge der großen Size in Amerika sind, wie gemeldet, in verschiedenen Staaten große Waldbrände ausgebrochen, die sich weiter ausdehnen. Nach amtlichen Feststellungen sind bet den Waldbränden im nördlichen Ontario etwa 50 Personen umgekommen und über 200 verlebt. Die Stadt Cochrane sowte dte südlich gelegenen Städte Pourcupine und Pottsville_im Goldminengebiet sind zerstört. Hunderte von Menschen sind gezwungen, vor der ungeheuren Size zu fliehen. Neuyork, 13. Jult. Bet den Waldbränden im Porcupine- Distrikt sind 30 Personen umgekommen und viele verlegt worden. Das Elend ist groß. Auch Ortschaften von Nord- Michigan sind zerstört. Aus Bay City( Michigan) wird gemeldet: Flüchtlinge berichteten, daß bei der gemeldeten Zerstörung des Doppelortes Oscada- Bointe- au- Sable durch Waldbrände viele Personen umgekommen feten. Den Waldbränden sind nach neueren Meldungen hunderte von Menschen zum Opfer gefallen: Nenport, 13. Jult. Bei dem Brande von Porcupine im nördlichen Ontario sind nach den letzten Meldungen 300 bis 400 Menschen umgekommen. Ontario, 13. Jult. Als der Brand in Pors cupine wütete, wurden 600 Personen durch das Feuer in den See getrieben, an welchem die Stadt Itegt. Da der See schon in der Nähe des Ufers eine beträchtItche Tiefe hat, sind 200 Personen in den Fluten ertrunken. Drahtnachrichten und neuestes. Frankreich ist mißgestimmt. Paris, 13. Juli. Die Meldung aus Agadir, wonach die Offiziere des Kreuzers Rerlin" mit den etngeborenen Behörden in lebhaften Verkehr getreten feten, wurde hter mit einigem Befremden aufgenom men, da dieses Verhalten nach hiesiger Auffassung nicht mit den zu Beginn der Berliner Besprechungen gemachten Angaben im Einklang zu stehen scheint. Man gibt zu verstehen, daß die Verhandlungen nur zu etnem guten ziele geführt werden könnten, wenn die deutsche Kundgebung vor Agadir„ jeden zweldeutigen Charakters" entkleidet set. Kundgebung der Friedensfreunde zur Marokkofrage. Paris, 13. Jult. In einer Versammlung der Friedensfreunde, der mehrere sozialistische Deputterte und der deutsche Sozialtit Grumbach beiwohnten, vers handelte man über den Vorschlag, Versammlungen einzuberufen, in denen deutsche und französische Redner thre Ansicht über die Agadir- und Marokkofrage aussprechen sollen. Es gelangte eine Tagesordnung zur Annahme, in der die gegenwärtige Maroffopolitik verurteilt und der Hoffnung Ausdruck gegeben wurde, daß die Marokkofrage zu feinem Konflikt führen möge. Der Mainzer Männergesangverein in Brüffel. Brüssel, 13. Juli. Der Mainzer Männerge fangverein gab gestern abend hier ein Konzert zugun sten deutscher und belgischer Wohltätigkeitsanstalten, das von über 2500 Personen besucht war und dem auch der belgische Minister des Aeußern und das Personal der deutschen Botschaft beiwohnte. 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Wolf- Stadecken, Lehrer Diez- Bettenhausen, Eiser- Muschenheim, Hirschel Friedberg, Dorsch Wölfersheim, Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg, Ader- Berstadt Abends 10 Uhr: Großes Feuerwerk. Montag, den 17. Juli von nachm. 2 Uhr ab: 00000 Gr Nachfeier mit Volts- u. Kinderbelustigung. Für Wezlar wird von eingeführter Fenerversicherungs Gesellschaft tüchtiger Vertreter Abfahrt der Züge am 16. Juli: Gießen ab 1234, Langsdorf an 111. Gelnhausen ab 954, Langsdorf an 1128. Mücke( Sonderzug) ab 1110 Vorm., Langsdorf an 1299. Friedberg( Sonderz.) ab 1120 Vorm., Langsdorf an 1236. Die Festteilnehmer werden ersucht, an der Abgangs. ftation sich mit einer Rückfahrkarte zu versehen gegen hohe Bezüge gesucht. Inkasso bereits vorhanden. Gefl. Angebote unter A. 125 an die Expedition erbet n.[ 8/7 Feftplatz ausgegeben werden, ersichtlich. Alles Weitere ist aus den Programmen, die am C QQQQQQQQQQQQQQQQQQQ Ueber vollständige Heilung elnes selt 16 Jahren bestehendem skroph. 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Vorm. 11 Uhr: Rinderkirche für die Johannesgemeinde. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Batholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 15. Juli. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 16. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottes dienst. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaftsandacht. Eigentum u. Berlag der Gießener Zeitung 6. m. b. S. Berantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinede, für Reflame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen. ( Ort Fab La