I SA zepte Bla par Hansa Thr Vorteil, HANSA en und alles ckzuweisen. zung tig. Gart er Lage cht. Anfr. erbeten u an Haase Ogler A. B. aschinen Anzahlg. I t. P.Kirsch, Di Er It sich Laden Vellches npulver dperle solches so schle thält. Achten S nkauf genau auf d perle und Sch feger. Allein. Fair ner, Göppinges e Existen efonen finden ei tägl ein g. hes Einfom nort gleich R e nicht erford , wenn aud fich melben Invalidenbant, Fine igliche rrenz- Kampf s oll abgefasstes gen Platze, De e hat für Slek os die Firms teln& Vogler A rt a. M., Zell 48 Дад nnenftraße 31 eine neu eingetr est fowie feine gel- und gungsanf eibe in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau“ liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 137. Telephon: Nr. 362. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch, den 14. Juni 1911. Der Verkaufstag der Grossberzogin fonnte man gegen einen„ Sechser“ mit dem offiziellen von Helsen. Gießen, 14. Juni 1911. Unser modernes Volksleben ist trotz des Festefeierns und trotz der Vereinsseligkeit nicht allzureich an Poesie. Viel Flitterstaat und Aufputz und kein Gehalt dahinter; viel Aeußerlichkeit und wenig ernste Fröhlichkeit. Es nützt nichts, den Wegen nachzugehen, auf denen wir so arm geworden sind; wir kommen dabei nicht weiter als zu dem ersten Satze des Attinghausenschen Bekenntnisses: „ Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit." Wer aber will den Weg finden und weisen, auf dem der freudige Nachsatz des alten Helden zur Wahrheit wird:„ Und neues Leben blüht aus Ruinen?" Eines ist ja tröstlich für unsere Zeit. Daß nämlich in ihr so viele Sucher erstehen und daß hin und her in deutschen Landen die besten Köpse und die wärmsten Herzen an der Arbeit sind, das noch spärlich vorhandene Gold deutschen Volkslebens umzumünzen und von Hand zu Hand weiterzugeben. Immer noch sind wir nicht so arm an Gedanfen, daß wir an der Dürftigkeit des Volkslebens zweifeln und verzagen müßten, und immer noch sind der ideal Gesinnten in unserem Volke so viele, daß wir an das Schillersche Wort„ von dem neuen Leben aus den Ruinen" glauben. Rauschende Festlichkeiten lassen die Poesie im Volksleben nicht aufkommen. Alle Poesie wächst in der Stille, wie wahrhaft gute und große Gever= danken in der Stille geboren werden. Aber nicht lange währts, und sie ziehen ein fröhliches Gefolge von Worten und Taten nach sich. So schrieben wir anläßlich des Blumentages zum Besten der Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen, und gestern trat ein ähnlicher guter, großer und poetischer Gedanke auf den Plan, zum Besten der unterstützungsbedürftigen Lungenleidenden, für die von Krankenkassen, Versicherungsanstalten zurzeit noch nicht gesorgt ist, einen Verkaufstag hier in Gießen zu veranstalten. Hunderte von fleißigen Händen sind beschäftigt gewesen, um der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu geben. Selbst die Großherzoglichen Herrschaften haben die vielen Mühen und Unannehmlichkeiten, die die Vorbereitung und Durchführung eines derartigen Arrangements mit sich bringen, nicht gescheut. Der offizielle Beginn des Verkaufes war auf 3 Uhr nachmittags festgesetzt. Jedoch sah man schon am Vormittag viele Damen mit reichbeladenen Schätzen heimwärts eilen. Tausende von reizvollen kleinen Sachen waren auf den einzelnen Ständen im bunten Durcheinander aufgestapelt. Naturgemäß 30g der Verkaufsstand der Großherzogin die meisten Käufer an. Hier wurden von dem Großherzogspaar in der liebenswürdigsten Weise unter Assistenz der Prinzessin Marie zu senburg- Büdingen, zweier Freiinnen von Rabenau und von Riedesel, sowie von Damen und Herren des Hofes dem kauflustigen Publikum die heißbegehrten von den Großherzoglichen Herrschaften selbst gefertigten Handarbeiten, darunter besonders kunstvoll ausgeführte Sonnenschirme und Theater- Schals, oberhessische Töpfereien und viele andere Kunst- und Gebrauchsgegenstände, auch eine neue Kollektion sehr schöner Postkarten vom Großherzog und der Großherzogin, teils Einzelaufnahmen, teils Gruppenaufnahmen mit den beiden Prinzen, verkauft. Besonders starke Anziehungskraft hatten auch die russischen Holzwaren, die der 3 ar für den Vertaufstag stiftete. Aber auch die anderen Stände übten eine nicht minder große Anziehungskraft aus. Gegenüber dem Verkaufsstande der Großherzogin war der„ rote Stand", dem Frau Präsident Güngerich vorstand. Jm großen Saal, in dem zu Zeiten ein fürchterliches Gedränge der„ grüne herrschte, befand sich außerdem noch Stand" der Frau Geheimrat Riegel und der„ blaue Stand" der Frau Bankdirektor Heichelheim. Jm kleinen Saale war der„ Lila Stan d" der Fürstin zu Lich untergebracht. Dicht am Ausgange des Hauptsaales nach der Gartenseite befand sich auf der Veranda der „ gelbe Stand" der Frau Provinzialdirektor Usinger; diesem schloß sich an der„ bunte Stand" der Frau Oberbürgermeister Mecum. Stark frequentiert wurde auch Ein paar junge der„ Vielliebchen- Stand". Leutnants verstanden es hier meisterhaft, die Lose abzusetzen.„ Jedes Los gewinnt."" Hier, wer nimmt noch ein Los? Es sind die zwei letzten." Fliegende Verkäuferinnen boten mit herzgewinnender Liebenswürdigkeit, zu der sich bald eine dem weiblichen Geschlechte ja nicht ganz fremde Keckheit gesellte, Post| farten und Rosen zum Verkaufe an. Die Postkarten Stempel versehen lassen. Man faufte willig und reichlich. Dabei boten sich reizende Einzelheiten. Einige Herren trugen zarte Pompadours an den Armen, andere hatten sich die großen Papierwindrosen an die Brust gesteckt, hier war ein Student mit einem japanischen Regenschirm, dort präsentierte ein Russe seine soeben für 6 Emmchen im Verkaufsstande der Großherzogin erstan= dene Zigarettenkiste. Leider störte der öfter einsetzende Regen das bunte Leben und Treiben. Diese unbeständige Witterung am Nachmittag war auch wohl der Grund, weshalb ein großer Teil der auswärtigen Gäste der Veranstaltung fernblieb. Hoffentlich war der Verkaufstag, der nunmehr der Vergangenheit angehört, ein rechtes Erntefest für die armen Lungenkranken. Reichstagswahlvorbereitungen. == ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. Stellen: die 44 mm breite Inseratenzeile. gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. - 23. Jahrg. der Engel hat nun einen Flitsch Hochgeehrter Pfarrer Fritsch Sich um die Hüften schnell gehängt, weil man ihn dort so arg gekränkt, Wie Adam einst im Paradies, als er in' sauren Apfel biß- Oh seien sie ihm gnädig jetzt, er ist von allen noch) Der letzt. Darob große Entrüstung bei dem Herrn Pfarrer, Beschwerde am Kreisamt. Die„ Schwerverbrecher" melden sich; es sind acht Herren,„ meist Akademiker, darunter Kreisamtmann, Regierungsassessor und Kreisbauinspektor". Entsetzlich; aber noch entsetzlicher ist, daß die Herren statt der gewünschten Entschuldigung die Erflärung abgeben: Wir übernehmen die Verantwortung für das gesandte Gedicht, zu einer Entschuldigung sehen wir uns nicht veranlaßt, da uns eine Beleidigungsabsicht bei Abfassung des Gedichtes fernlag, dieses vielmehr nur eine gesunde Reaktion gegen die unseres Erachtens falsche und unpädagogische Prüderie sein sollte. * * Minden, 14. Juni. Die Verhandlungen zwiFriedberg, 14. Juni. Spurlos verschwunschen den Freisinnigen und den Nationalliberalen in Minden- Lübekke, Herfort- Halle und Schaumburg- Lippe Kark aus Otarben. Man nimmt an, daß er von rusden ist seit dem ersten Pfingstfeiertage der Verwalter über ein gemeinsames Vorgehen bei den Reichstagswah- sischen Arbeitern ermordet und verscharrt wurde. len sind an der ablehnenden Haltung der Nationalliberalen gescheitert. * Breslau, 14. Juni. Die Fortschrittliche Volkspartei hat für Breslau den Oberpostassistenten Kretschmer- Breslau und für Dels- Wartenburg den Rechtsanwalt Bueschel- Breslau als Reichstagskandidaten aufgestellt. Posen, 14. Juni. Die Konservativen haben die Forderung der vereinigten Liberalen auf Ueberlas sung eines bisher konservativen Landtagsmandats an die die Nationalliberalen abgelehnt. Damit sind seit Monaten schwebenden Verhandlungen über ein gemeinsames Vorgehen bei den nächsten Reichs- und Landtagswahlen in der Provinz Posen gescheitert. Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. Juni. * Die Großherzogliche 3entrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hetsen hält am Dienstag, den 20. Juni, nachm. 3½ Uhr, in den Räumen des Saalbaues in Darmstadt eine Mitglieder- Versammlung ab. Der Hess. Schutzverein für entlassene Strafgefangene hielt Montag nachmittag seine diesjährige Hauptversammlung unter großer Beteiligung im Rathaussaale zu Worms ab. Die Heuernte hat nun überall begonnen. Sie fällt aber vielfach nicht zur Zufriedenheit der Landwirte aus. Die Wiesen tragen wohl hohe Halme, aber das lichte Untergras fehlt. Dieses beeinträchtigt sowohl Qualität wie auch Quantität des Heues. Nach allgemeiner Ansicht ist die lange Regenzeit des vorigen Sommers daran schuld. Damals standen die Wiesen wochenlang unter Wasser, so daß der ausgefallene Grassamen teils fortgeschwemmt wurde, teils ſeine Keimkraft verlor. * Verkaufstag der Großherzogin u. Kinematograph. Der Verkaufstag wurde auch für den Kinematographen im Bilde festgehalten. Standhaft hielten die Photographen aus, um das Großher30gspaar auf die Platte zu bekommen, was nicht so leicht war, da gleich eine dichte Menschenmenge das Fürstenpaar umdrängte, sobald es sich im Garten ſehen ließ. * Die unsittliche Blumenpostkarte. Wir berichteten seinerzeit, daß ein Geistlicher eines oberhessischen Dörfleins die Blumenpostkarte, auf der sich ein reizendes nacktes Engelchen befand, dem Kreisami zurücksandte, da die Karte unsittlich sei. In der Nr. 12 des hessischen Kirchenblattes des Organs des hessischen Pfarrervereins, stellt sich nun der Schriftleiter, Pfarrer Fritsch zu Ruppertsburg, als der Mann vor, der die Karte als unpassend an das Kreisamt Schotten zurücksandte. Daß sie ihm auch künstlerisch nicht gefielen, gab wohl nicht den Ausschlag; sie paßten nicht für das Land, und der Herr Pfarrer sah mit den verständigen Männern der Gemeinde voraus, daß die Karten Anlaß zu manchem derben Witz geben würden, wenn sie durch Mädchen verkauft würden. Der„ Fall" hat nun noch ein interessantes Nachspiel gezeitigt. Herr Pfarrer F. bekam nämlich eine anonyme Blumentagskarte im Kuvert mit folgendem Verschen zugeschickt: *) Jlsdorf, 13. Juni. Ein hiesiger Landwirt schlachtete vor einigen Tagen ein fettes Schwein und verkaufte das Pfund Fleisch für 60 Pfg. Dies erfuhr alsbald ein Metzgermeister aus einem benachbarten Orte. Er ließ durch die Ortsschelle hier bekannt machen, daß er das Pfund Schweinefleisch zu 55 Pfg. verkaufe. Die Bekanntmachung reute ihn jedoch bald. Schnell sandte er einen Boten nach Jlsdorf, der den einzelnen Bewohnern bekannt machte, daß der Meister das Schweinefleisch zu dem bekannt gemachten Preise nicht liefern könne und sein Angebot zurückziehen müsse. - - -n Darmstadt, 14. Juni. Jm Nationalliberalen Verein erstattete Montag abend Abg. Dr. Osann Bericht über die Arbeiten des Reichstages.„ Wir vertreten so schloß er seine Ausführungen nicht einseitige Parteiinteressen, auch nicht einzelne Volkskreise, auch nicht einzelne Interessengruppen. Wir arbeiten mit an dem Wohle des Ganzen, und dem Ganzen müssen sich die Einzelnen einfügen und einpassen. Diesen Weg der Ausgleichung zwischen den einzelnen Gruppen der Bevölkerung haben wir seit dem Bestehen unserer Partei beschritten und werden ihn weiter verfolgen, so lange die nationalliberale Partei bestehen wird." -n Darmstadt, 14. Juni. Die Erste Kammer der Stände wird voraussichtlich am 27. Juni zur Abhaltung mehrerer Plenarsizungen zusammentreten. Gleichzeitig wird auch die Zweite Kammer auf kurze Zeit ihre Beratungen wieder aufnehmen. Den beiden Landständen wird in allernächster Zeit noch eine dringende Regierungsvorlage zugehen, in der zwecks Bestreitung der Kosten der hessischen Gesandtschaft und des Bundesratsbevollmächtigten in Berlin eine Erhöhung der etatsmäßigen Forderung von 38 000 Mt. auf 50 000 Mt. Hilfskraft mit 6000 Mt. Gehalt nach Berlin zu senden. gefordert wird. Es wird beabsichtigt, u. a. eine weitere Bon sozialdemokratischer Seite wurde bei der letzten Etatsberatung die ganze Anforderung für diese Posten als überflüssig erklärt, während Staatsminister Ewald auf die Notwendigkeit und Wichtigkeit dieser Stellen hinwies. * Mainz, 13. Juni. Die hiesige Metzgerinnung hat den Preis für Ochsen- und Rindfleisch, der durch die Einfuhr von französischem Vieh um 12 Pfg. das Kilo herabgegangen war, wieder um 12 Pfg. erhöht. -)( Sanau, 14. Juni. Vor der hiesigen Straftammer hatte sich ein 16 Jahre altes Dienstmädchen wiegen Sittlichkeitsverbrechen zu verantworten. Sie hatte in Schlüchtern, wo sie früher in Stellung war, einen 12jährigen Schuljungen zu unzüchtigen Handlungen verführt. Das Urteil lautete auf zwei Monate Gefängnis. * Limburg, 14. Juni. Wegen Unterschlagung amtlicher Gelder und Beseitigung von Aftenstücken wurden in Katzenelnbogen der Amtsanwalt Hoffmann und der Aktuar Hasenstrauch verhaftet. *) Limburg, 14. Juni. Wie bereits vor einiger Zeit berichtet, ist gegen den Bauführer Holtkamp aus Hamm i. W. das Verfahren wegen Mordes an dem Bilderhändler Kersting aus Hamm eingestellt werden, da sich nicht feststellen ließ, ob Mord oder Selbstmord vorliegt. Dagegen wurde H. wegen widernatürlicher Unzucht und Unterschlagung von der hiesigen Straffanmer. zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Graf Posadowsky über die Wohnungsnot. tagsabgeordneter Sübsch- Nürnberg. Nach einem SchlußIn der Stadt Leipzig hat der Deutsche Wohnungskongreß am Montag seine Beratungen begonnen. Graf Posadowsky, der frühere Staatssekretär des Innern, wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt und hielt folgende bemerkenswerte Eröffnungsansprache: wort des Geheimrats Rieser, in dem er darauf hinwies, daß die nächste Zeit über die Zukunft des Bürgertums entscheiden werde und daß deshalb jeder Angehörige des Bürgerstandes seine Schuldigkeit tun müsse, wurde die Verhandlung um 6 Uhr geschlossen. Die Gründung einer großen Gewerkschaftsbank in Berlin soll, wie eine Berliner Korrespondenz erfährt, in sozialdemokratischen Kreisen allen Ernstes erwogen werden. Die Gewerkschaften verfügen bekanntlich über viele Millionen, die sie natürlich zinstragend anlegen müssen. Bisher ist dies bei den verschiedensten Banken geschehen. Jetzt schlagen nun einige Gewerkschaftsführer vor, diese Gelder an einer Stelle zu sammeln und eine Bank auf genossenschaftlicher Grundlage zu errichten. Bet den bedauerlichen Zuständen, die gegenwärtig in der Baufrage herrschen und in weitgehendstem Sinne eine Abhilfe der Wohnungsnot durch Gesetzgebung, Aufklärung und Verwaltungsmaßregeln erheischen, bin ich, so bemerkte der Redner am Eingang seiner Ausführungen, mit der Vornahme geeigneter Schritte durchaus einverstanden. Wenn man der sozialen Frage näher treten will, um die Wohnungsfrage zu fördern, um unserer minderbe= mittelten Bevölkerung die Möglichkeit einer angemessenen Wohnung zu schaffen, so muß man auf die inneren Ursachen der vorhandenen Mißstände zurückgehen, um ihnen rechtzettig zu begegnen. Der Bevölkerungszuwa ch brängt immer lebhafter nach den großen Städten, so gewaltig, daß ießt im Deutschen Reich auf je fünf Bewohner ein Großstädter kommt, und die Entfremdung von der Natur immer mehr zu wachsen beginnt. Bis zu dem großen wirtschaftlichen Umschwung hat die Regierung alle Kraft angestrengt, um sich von den Schäden der napoleonischen Kriege zu erholen. Erst durch die deutsche Sozialpolitik Ist sie gezwungen worden, sich eingehend mit den Lebensbebingungen der minderbemittelten Bevölkerung zu befassen. An Beispielen aus Berlin hob dabei der Redner dte Mißstände hervor, wie sie aus den alten Bauzuständen hervorge= gangen sind. Nun gemahnt weiter der stete Rückgang der Tauglichkeit für den Heeresdienst auch bei der ländItchen Bevölkerung von Jahr zu Jahr, das Zuströmen fremder Arbeiter aus Rußland, Desterreich und Italien, die alljährlichen Klagen der heimischen Arbeiter und dabei die Abneigung gegen schwere törperliche Arbeit an Abhilfe allerorten. Tausende ziehen nach den Großstädten ohne etnen notwendigen, nüßlichen Zweck, Tausende verschwinden darin, die außerhalb einen geachteten Dienst leisten könnten. So entsteht ein fortgesetzter Zuzug, eine örtliche Ueberlastung. Bei der bestehenden Wohnungsnot würde unsere ganze Arbeit in der Bodenfrage bei dem fortgesetzten Wachfen der Bevölkerung eine Danaidenarbeit sein, wenn wir nicht von den Behörden unterstützt werden, die Mindestforderungen für den Bau von Wohnungen und Forderun= gen inbezug auf die Benutzung der Wohnungen aufzu stellen haben. Es muß mit einem Wohnungsgeset vorgegangen und auf die Herstellung von Kleinwohnungen Bedacht genommen werden. Wir müssen die lapidaren Vorschriften über die Erbpacht ergänzen, mit geringen Kosten den sicheren Besitz auf Lebensdauer anstreben und, um die Erbpacht nußbringend werden zu lassen, das Großkapital in Erbbaubanken zu gewinnen suchen; dabei ist nicht nach finanziellen Gesichtspunkten, sondern nur nach so= ztalpolitischen Grundsäßen zu verfahren. Daß die Wertzuwachs steuer, so gut sie ist, die GrundstücksSpekulation eingeschränkt hat, davon kann ich mich zurzeit nicht überzeugen. Die Kosten wird der Mieter zu tragen haben. Das Wort„ man möge mit der Sozialpolitik aufhören" ist ebenso unrichtig, als ob man sagen wollte, die Handels- und Wirtschaftspolitik soll aufhören. Nicht mit dem Gefühl eines bequemen Beharrungsvermögens wollen wir arbeiten. so schloß der Redner, sondern mit dem lebhaften Ausspruch asset uns Gutes tun und nicht mude werdent" Rundschan vom Cage. Politisches. - Winterswyk wurden bet Dorsten Steine auf die Schienen gewälzt, um einen Personenzug zur Entgleisung zu brin gen. Der Staatsanwalt bat 300 Mark Belohnung auf die Ergreifuna der Täter ausgesetzt. Tödlicher Unfall bei einem Blumentage. Während des Blumentages in der Gemeinde Niemke bet Bochum wurde ein Fabrikarbeiter von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn erfaßt und sofort getötet. Tödlicher Jagdunfall. Ein Brauerelbefizer aus Mülheim strauchelte auf der Jagd. Dabei entlud sich das Gewehr und die Ladung ging ihm in den Körper. Er starb bald an den erlittenen Verlegungen. Selbstmord Peter Ganters? Peter Ganter, der Vers fasser der Briefe über„ Die doppelte Moral", soll in openhagen Selbstmord verübt haben. Wie der Hamburger Polizeibehörde mitgeteilt wird, hat sich ein Herr in einem Hotel in Kopenhagen, der sich dor: als Peter Ganter eintrug, vergiftet. 30 Personen ertrunken. Bei einem Dorf in der Nähe von Uglisch an der Wolga ist eine Fähre, die mit Menschen überlastet war, während der Ueberfahrt gesunken. 30 Personen sind hierbei ertrunken. Volkswirtschaftliches. Elagter Abrige ten ve minal der D ten M mittag fechten lich ve Verbre bisher Gefäng wird, i und n teiligt. die rich einem dem V Ei gemeld einen newetd schen, eines dedten blutet ihm d terschl ner be einen pieren lehrling Schlagur Furcht zurüd; die tödl In Karthau fel Bren ertappte Ronfel u Soziale Fürsorge bei Krupp. Krupp in Essen hat soeben die Jahresberichte über den Stand seiner Pensions= fasse und seiner Krankenkasse erscheinen lassen. Beide führen sie die außerordentlichen sozialen Leistungen dieses Werkes vor Augen. Die Pensionskasse für die Arbeiter bet Krupp zählte im Berichtsjahre 35 474 Mitglieder. Sie zah= len in die Kasse zusammen die gleichen Beträge wie die Firma allein, nämlich ca. 1½ Millionen Mark. Es fließen also fährlich etwa 3 Millionen Beiträge in die Kasse. Ste werden nicht ganz für Pensionen jährlich ausgegeben. Infolgedessen erhöht sich das Vermögen der Pensionskasse von Jahr zu Jahr. Zurzeit beträgt es 23 600 000 Mark. Die Folge ist die Erhöhung des Prozentsazes der Pensionen. Sie kommt natürlich den Arbeitern zugute. Man kann mit der sozialen Fürsorge bei Krupp, diesem kleinen Staate für sich, ganz zufrieden sein. Er gewährt seinen Pensionä ren mehr als dreimal so viel Rente als der„ Racker von Staat", durchschnittlich 687 Mart, gegen 210 Mark staatlicher Invalidenrente. Dabet sind unberücksichtigt geblie= ben die Zuschüsse, die einzelne Pensionäre zu ihrer Pension aus der Invalidenstiftung beziehen, und ferner die Fretwohnungen, die die auf dem„ Altenhof" wohnenden Pensionäre haben. Dieser„ Altenhof" ist eine Idealgründung der Firma. Er ist architektonisch ein Jónll. Seine Anlage hat seinerzeit auf der Städtebau- Ausstellung in Berlin Aufsehen erregt. Er ist eine kleine Stadt für sich, denn die Zahl der Kruppschen Pensionäre beträgt 4756. Reich dottert ist auch die Krankenkasse der Gußstahlfabrik. Sie geht sehr liberal und loyal mit ihren Mitgliedern um, zahlt Sterbegelder und erstreckt sich selbst auf die Familienmitglieder der Arbeiter. Ste arbeitet mit 81 Aerzten, einer Heilbadeanstalt und zahlreichen auswärtigen Heilstätten. Sie hatte 1910 eine Einnahme von 2290 600 Mark und verfügt über einen Reservefonds von 1½ Millionen Mark. Der deutsche Privatbeamtenverein, dessen Sitz in Magdeburg ist, hielt am Sonntag in Berlin seine Hauptversammlung ab. Der Verein, der für seine Angehörigen zahlreiche Unterstützungskassen geschaffen hat, zählt zurzeit 11 000 Mitglieder und besitzt ein Vermögen von 18 Millionen Mark. Bei seiner Stellung zur Privatbeamtenversicherung geht der Privatbeamtenverein davon aus, daß seine eigenen Hilfskassen seinen Mitgliedern bereits hinreichend Schutz gewähren. Generaldirektor Schmelzer führte aus, der Plan einer staatlichen Versicherung für die Privatangestellten sei mit Dank anerkannt worden. Diese Versicherung dürfe aber den Grundsay, nur den Schutzbedürftigen ein Existenzminimum zu bieten, nicht außer acht lassen. Ein Versicherungszwang in einer Reichsanstalt untergrabe die individuelle Selbständigkeit und rufe Unzufriedenheit bei den Bessergestellten hervor. Unter heutigen Verhältnissen müsse auch die Schußgrenze für Angestellte höhergestellt werden. Auch der Verband deutscher Beamtenvereine hat dieser Tage getagt. Ein Antrag des Stettiner Hauptvereins, der die Hauptversammlung auffordert, energische Maßnahmen zu ergreifen zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Beamtenkindern, wurde angenommen. Die Angriffe gegen die Beamtenkonsumvereine wurden scharf kritisiert. In einem angenommenen Antrage heißt es:„ Der Verband hat zu den deutschen Regierungen und zu den deutschen Volksvertretungen das Vertrauen, daß sie alle Versuche, die Beamten in ihren Staatsbürgerlichen Rechten, insbesondere in ihrer Selbständigkeit weiter zu beschränken, als es das Gemeinwohl zwingend verlangt, nachdrücklich entgegentreten werden." Ein neuer französischer Uebergriff in Tanger. Die , Köln. 3tg." meldet aus Tanger: Der ehemalige türkische Offizier Tahir, der in Mulay Hafids Diensten stand, wurde vom Pascha auf Veranlassung der französischen Gesandtschaft grundlos ins Gefängnis gesteckt, nachdem er durch eine Einladung zum Tee in das Haus des Paschas geloďt worden war. Tahir wurde auf Betrieb der Franzosen aus den marokkanischen Diensten entlassen und war dieser Tage als Korrespondent einer ägyptischen Zeitung nach Tanger zurückgekehrt. Er hatte in einer ägyptischen Zeitung die französische Marokkopolitik kritisiert. Die Feststellung des Reichshaushaltsetats für 1912/13 wird, schreibt die ,, Germania", feine Ueberraschungen bringen. Die Aufnahme einer Anleihe ist, so wird wenigstens von gut unterrichteter Seite behauptet, ausgeschlossen. Es liege eine Stellungnahme des Reichskanzlers vor, wonach auch für den kommenden Etat eine Balanzierung zwischen Einnahme und Ausgabe unbedingt herbeigeführt werden soll. Kleine Nachrichten. Im Deutschen Rundflug um den B. Z.- Preis der Lüfte haben bish r außer Lindpaintner noch König und Büchner Magdeburg ereicht. Gestartet sind bisher elf Flieger. In Magdeburg selbst war zwar am Montag Ruhetag, doch wurde auf der Strecke von Berlin nach Maadeburg geflogen. Für Dienstag ist der Flug von Magdeburg nach Schwerin ( 176 Kilometer) angesetzt. Rund 50 000 000 Stud Briefmarken und Postkarten im Werte von 2 950 350 M wurden im vergangenen Jahre durch die postalischen Automaten an das Publikum abgegeben, und zwar 10 480 000 Stück Postkarten, 26 779 000 Fünfpfenigmarken und 10 574 000 Zehnpfennigmarken. Der erste allgemeine deutsche Hansatag fand am Montag nachmittag im Berliner Sportpalast unter überaus zahlreicher Beteiligung statt. Um 4 Uhr eröffnete Geheimrat Rieser die Versammlung mit einer Begrüßung der Erschienenen. Er wies darauf hin, daß der Hansabund bestrebt sei, eine neue Zeit für Deutschland zu schaffen. Er sei innerhalb der zwei Jahre seines Bestehens eine gewaltige und beachtenswerte Organisation geworden. Die Forderung des Tages sei, einen freundlichen Ausgleich der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Gegensäge herbeizuführen. Alsdann sprach der Präsident des Deuts schen Handelstages Reichstagsabgeordneter Kämpf über die Notwendigkeit des Hansagedankens. Weiter hatten das Wort ergriffen u. a. der bayerische Abgeordnete Haeberlein- Nürnberg, Marquardt- Leipzig vom Verband Deutscher Handlungsgehilfen, Dr. Stresemann, Mitglied des Reichstages, Sturm- Wiesbaden, Koelsch- Karlsruhe und LandZwei Kirschen an einem Stengel. 29) Noman von A. von Liliencron. Nachdruck verboten.) Die diesjährige Hauptversammlung des Deutschen Gastwirte- Verbandes, dem gegen 800 Vereine mit 60 000 Gastwirten angehören, hat am Montag in Braunschweig begonnen. Die Verhandlungen lettete der Verbandspräsident Anton Ringel- Berlin. Die europäische Fahrplankonferenz in Verbindung mit Wagenstellungskonferenz wird am 14. Junt in Stockholm Beginnen. 104 Eisenbahnverwaltungen von 17 Ländern haben 280 Vertreter entsandt. Was fonnte sie, die eine reiche Heirat gemacht hatte, bei dem Pfandleiher wollen? Oder war sie es gar nicht? Ihr Anzug erschien so dunkel, so auffallend einfach, gar nicht, wie es nach dem Geschmade der Kathi gewesen wäre, die sich jetzt doch das schönste leisten konnte. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Der Historienmaler Professor Hermann Schaper in Hannover ist gestorben. Schaper war 1858 in Hannover geboren. Er studierte an der dortigen Technischen Hochschule und an der Münchener Akademie und ließ sich dann in setner Baterstadt nieber. Cr schuf Malereien für das alte Rathaus in Hannover und die dortige Garnisonskirche, malte die Marienburg aus und übernahm den bildlichen Schmuck für das Rathaus in Göttingen. In den letzten Jahren widmete er seine Tätigkeit vorzugsweise dem Münster in Aachen, für das er große Glasmosaiken geschaffen hat. Ein Polytechnikum für Frauen. Das Polytechnikum für Frauen, das vor einiger Zeit in Petersburg ins Leben gerufen wurde, umfakt jetzt in Fakultäten für Architektur, Bauingenieurwesen. Chemie und Elektrotechnik 600 Hörerinnen. Von diesen sind 500 unverheiratet. Am Polytechntfum wirken zurzeit etwa 100 Professoren und Hilfslehrer. Es ist beabsichtigt bei der russischen Regierung zu beantragen, daß den Studentinnen auf Grund von erfolgretchen Prüfungen die Ingenieurwürde verliehen wird. Der im Essener Meineidsprozeß zu dret Jahren Zuchthaus verurteilte Bergmann Becker, der im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wurde, hatte einen Schadenersatz von 5488 M gefordert. Da das Ministerium des Innern ihm nur 3000 M bewilligte, hat Becker den Fiskus auf Zahlung des Restes verklagt. Der belgische Lenkballon entflohen. Der belgische Lenkballon Ville de Bruxelles", der gestern nachmittag von Brüssel eine Ausfahrt unternommen hatte und zur vorzeitigen Landung gezwungen war, riß sich los und ver schwand ohne Bemannung in der Richtung nach Südosten. Er stand unter den verschiedenen Menschen, die den Laden füllten, im Hintergrunde, die Augen auf Mutter und Kind gerichtet. Jeht wandte die junge Frau den Kopf, um einer hinter ihr stehenden Alten, die sie angeredet hatte, zu antworten, und da gab es dem jungen Ulanen einen Ruck durch den ganzen Körper, denn nun wußte er, wer Mutter und Kind waren. Er hätte später nicht sagen können, wie lange es ge= dauert, bis die blasse Frau dem Ladenbesizer ihr Anliegen vorbringen konnte; aber als es geschah, steigerte sich bei thm die Erregung bis zur Qual. Schwerer Eisenbahnfrevel. Auf der Strecke WanneHand das Goldstück. Sie starrte ihn an, als ob sie einen Geist sehe, ihre Lippen bewegten sich, aber sie brachte keinen Ton hervor. Aschfahl war sie geworden und bebte am ganzen Körper. Da nahm er ihr das Kind ab. Er sah das wohlbekannte Kreuz in einer kleinen Hand, die oft, ach, so oft in der seinen gelegen, und hörte eine geliebte Stimme zaghaft sagen: Das Kreuzle möchte ich versezze, aberst ich möcht's hernach wieder hole-" Kannst das Madel jetzt nit trage," sagte er,„ kumm, in die frische Luft wird's Di besser sin." Der Mann, der das kleine Schmuckstück prüfend be trachtete, meinte:„ Besser gleich reinen Tisch machen, ich tauf's ab." Das geschah alles in so bestimmter, selbstverständlicher Weise, unbekümmert um die verwunderten Augen, die sich auf ihn richteten, daß Kathi ihm willenlos folgte. Da tlang wieder der Kathi ihre Stimme, und diesmal war's, als ob sie mit den Tränen fämpfte:„ Nit vertaufe, nur versetze will ich's Kreuzel ich kann's nit hergebe! Bitt schön, geb's mir was Geld drauf." Aus den Gerichtssälen. Großer Diebstahls: und Betrugsprozeß. Die Cölner Straffammer hatte sich mit einem riesigen Diebstahls- und Betrugsprozeß zu befassen. Eine ganze Anzahl Gauner hatte in den letzte Jahren umfangreiche Diebstähle in Düsseldorf, Cöl und namentlich in Frankfurt a. M. verübt und die erbeuteten Waren in einem Partiewarengeschäft untergebracht, von wo sie im Auslande abgesetzt wurden. Die Diebe beschwindelten auch etwa 80 ausländische Firmen, bei denen sich die einzelnen Gauner gegenseitig als Referenz ausgaben, um auf diese Weise große Warenposten, meistens Zigarren, Itefern zu lassen. Die erschwin delten Waren wurden dann schleunigst unter den Hammer gebracht. In der Verhandlung wurde der Hauptangeklagte, Monreal, zu vier Jahren Zuchthaus, ein zweiter AngeWenige Schritte von dem Hause hielt eine Droschke, er war darauf zugegangen. ,, Steig in, Kathi, ich wüll Euch man tu Huse bringe, Du funnst allweil nit zu Fuß gahn. Wo wohnst?" fragte er anscheinend so ruhig, als ob das nichts besonderes wäre. Dadurch gewann sie ihre Fassung einigermaßen wieder, fie nannte ihm Straße und Hausnummer, nahm das Kind und stieg ein. Er setzte sich an ihre Seite, und die Kleine, gefesselt durch die blanken Knöpfe seiner Uniform, streckte verlangend die Arme nach ihm aus. Bevor der Ladenbesizer antworten konnte, war der Junge Ulan vorgetreten, hatte ein Geldstück auf den Tisch gelegt und mit eigentümlich verschleierter Stimme gesagt: Das Kreuzel fann die Frau bei mir versetze und jeden Tag zurüd friege. Die Sach ts afmatt." Er nahm das Kreuz und drückte in Kathis zitternde Die Mutter wollte ihr wehren, aber er meinte: ,, Lat man, se wüllt et so," und nahm die Kleine. Dann verstummten sie, ihr und ihm war das Herz zu voll, sie wagten nicht zu sprechen. - der in drohende ment des den Koni ich dät tun wüllt. Hernach, als Du so grantig wärst, dät se mi of verspreche, se wüllt Di zurede, wenn se nach Friedenau kummen dät. Aberst allens fäm anders." Er seufzte und sah zum Wagenfenster hinaus. Kathis Wangen brannten jetzt wie Feuer, in ihrem Kopfe wirbelten die Gedanken. Von unwiderstehlichem Drange getrieben, erzählte ste, was Lene ihr geschrieben. Jekt sah er sie wieder an. Ju, det wär all so, min Verspruch for ihre Brutmann, und ehr Verspruch von we gen Din Trugkopp. Mädel," unterbrach er sich plötzlich und vergaß dabei ganz, daß Kathi unterdessen Frau und Mutter geworden war,„ Du hättst doch nit glömt. Sie nichte seinem unausgesprochenen Worte zu. ju, ich häv dächt, wenns Frühjahr fummt und de Kuckuck schrit, dann süllt Din Hort sin mit de Rosemarie." Wie fummst aflweil her?" fragte sie endlich. Und er antwortete: Morgen is hier Kindtofen bi min Fründ, da bin ich zu Pate gelade. Es is der Rosemarie ihr zweites, a Jung, und seit April sind se hierher fumme." Wieder verstummten beide. Durch Kathis Herz aber zog ein Sturm. Erst als sie sich mühsam zur Ruhe gezwungen, sagte sie: Weßt, ich hab den Brief zu lese friegt, den die Rosemarie Dir dazumalen schrieben dät, Du sollst zu ihr kumme. Weßt, ich wullt doch auch, Du sollst die Tag zu uns fumme, und Du seggst, Du kunnst nit." Eine Cafee in Gäste wa Verlauf sern um demoliert, mehrere G rere der leistete ein fand, daß werden m Auton Reuerung Automobi Chicago e verfehrt. mobile ist und die G Komfort a geitsreisen Lagesleift ist, wird 450 Mart tels find Abmachun zahlen. Schw ler der R In Beglei Ausflug überschrit Hierbei d fammen, teiche Aus Blüdten t Das 9 vor dem oder was ارو mens Jear tohlen zu nau, unter erfolgt war wichtigen 2 in Ströme daß er, da habe taufer anderen ge Richter Se Jagte er in einen Rege feinen Schi Wert diefes Ju, Sie sagte nichts weiter, doch nun wurdge ihm auf einmal alles flar, aber er wußte nichts anderes zu erwidern als: ,, Wie kunnst de nur det glöwen!" Er nickte.„ Woll, woll, dazumalen waren die Rosemarie und was jeht ihr Mann is, verknurrt, und ich füllts wieder zurecht kriege. Se hätt min Verspruch, daß Dann sah er schweigend aus dem einen und Kathi stumm aus dem andern Fenster hinaus, nur die Kleine, die noch immer auf seinem Schoße saß, trahlte vergnügt. Nach einer langen Pause fragte er:„, Wo geit et Di denn?" ,, Gaut," antwortete sie kurz und wandte sich noch weiter von ihm ab. Er wußte, daß sie, die so schmal und blaß aussah, jett nicht die Wahrheit sagte, aber er wollte nicht in ste dringen. ,, Und Din Mann?" erkundigte er sich weiter. „ He is frank west und so kämet, daß daß ich's Kreuzel." Sie hatte so gern fest bleiben wollen, aber sie mühte sich vergebens, die aufsteigenden Tränen zurückzudrängen. Sie schnürten ihr die Kehle zu, sie konnte nicht weiter und schluchzte laut auf. - Hans Ruland schnitt das ins Herz, er fühlte das brennende Verlangen, ihr liebes Gesicht an seine treue Brust zu ziehen und ihr zu sagen:„ Wein nit, ich fanns nit ertragen! Sollst nit in Not sin, ich wüll für Dich sorge. ( Fortsetzung folgt.) Jearnen ge allig zu w Immerhin f erften beste ben Beweis hatte, und Das gilt ab Eine b chlesische B meinde Hru Basquelle g Intensität Selbstentzi lehne in et einem in d In heftigen Durchit wird gemel ren Dattere tädtischen und Fröscht fett Tanger Des Materi rfolgen m nb über b e Stenen zu brin mg auf die ährend des um warde ichen Stro aus Mal das Ge Er starf der Ber in Kopen rger Poll nem Sotel ntrug, be der Nähe Menichen 30 Ber en hat fo Pensions Beide füh Jen diefes rbeiter bel Sie gab wie die Es fließen Raffe. Sie eben. In 18taffe von Mart. Die Pensionen. Man fann men Staate Pensionä Rader von Rart staat gt geblie er Pension die Fret nden Pen Igründung ne Anlage in Berlin h, denn die eich dottert e geht sehr hlt Sterbe nmitglieder Hellbade Sie hatte erfügt über atur. Schaper in annover ge Hochschule ann in fei Das alte tirche, mal bildlichen den letzten dem Mün schaffen hat. Intechnikum ins Leben Architektur, 00 Hörerin Polytechni Hilfslehrer. g zu bean1 erfolgrei vird. Die Cölner Sftable und hl Gauner iebstähle in a. M. ver tiewarengegefeßt wur ausländische gegenseitig oße Waren ie erschwin en Hammer tangeklagte, weiter Ange g wärst, dät e nach Frie nders." Er r, in ihrem derstehlichem geschrieben. all so, min cuch von we fich plöglic Frau und glömt. te zu.„ Ju d de Kudud Marie" ge thm auf Deres zu er und Katht die Kleine, Ite vergnügt et Di denn?" ich noch wei ausiah, jest fle bringen. ränen zurüd iter. daß ich's wollen, aber u, fie fonnte Fühlte das feine treue idj fanns n Didh forge" flagter, Meyer, zu zweieinhalb Jahren Gefängnis und die Abrigen Angeklagten zu Gefängnisstrafen bis fünf Mona ten verurteilt. Vermischtes. Der Berliner Schuhmannsmörder. Die Berliner Kriminalpolizei fonnte noch am Sonnabend abend mit Hilfe der Daktyloskopie die Persönlichkeit des bisher unbekannten Mannes feststellen, der, wie gemeldet, am Sonnabend mittag in der Friedrichstraße den Schuhmann Lucht vom sechsten Polizeirevier niederschoß und sich dann selbst tödlich verlegte. Der Mörder ist der 27jährige, langgesuchte Verbrecher Frig Hugo Görmar, der sich in Berlin bisher unangemeldet aufhielt und schon vielfach mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestraft ist. Wie vermutet wird, ist Görmar an einem der in diesem Jahre verübten und noch nicht aufgeklärten Berliner Frauenmorde betetligt. Durch Vergleich der Fingerabdrüde tam man auf die richtige Spur. Es stellte sich heraus, daß man es mit einem gefährlichen Verbrecher zu tun hat, dessen Bild schon dem Verbrecheralbum einverleibt ist. Ein Menschenleben um 10,60 Mart. Aus Berlin wird gemeldet: Am Sonntag früh bemerkten zwei Herren, die einen Spaziergang durch den Wald zwischen Nieder- Schöneweide und Spindlersfeld machten, einen jungen Menschen, der hin und her schwankte und zunächst den Eindruc eines Betrunkenen hervorrief. Als sie näher kamen, entdeckten sie, daß er aus einer Wunde an der linken Schläfe blutete. Sie nahmen ihn unter die Arme und gingen mit ihm der Station Oberspree zu, wo er sich nicht mehr weiterschleppen fonnte und zusammenbrach. Die beiden Männer benachrichtigten Arzt und Polizei, die aber nur noch einen Toten vorfanden. Aus bei ihm vorgefundenen Papieren ging hervor, daß er der 16 Jahre alte Kaufmannslehrling Proschwig aus Berlin ist, dem nach einer Unterschlagung von 10,60 Mart sein Chef gekündigt hatte. Aus Furcht vor Strafe kehrte der junge Mann nicht nach Hause zurüd; er irrte die ganze Nacht umher und gab schließlich die tödliche Kugel auf sich ab. In der Notwehr erschossen. Im föniglichen Forst zu Karthaus( Westpreußen) sammelte die Arbeiterfrau Konfel Brennmaterial. Als der Förster Guhse, der sie dabet ertappte, ihren Namen feststellen wollte, flüchtete Frau Ronfel und rief laut um Hilfe. Der Ehemann der Konkel, der in der Nähe Torf stach, stellte sich dem Förster in drohender Haltung mit dem Spaten entgegen. Im Moment des Zuschlagens gab der Förster einen Schuß ab, der den Konkel tot niederstreckte. Eine wüste Schlägerei spielte sich gestern früh in einem Cafee in der Richardstraße in Berlin ab. Eine Anzahl Gäste war mit dem Kellner in Strett geraten, in dessen Verlauf die renitenten Gäste mit Schlagringen und Messern um sich schlugen und stachen. Das ganze Lokal wurde demoliert, Stühle, Tische und Fenster zertrümmert und mehrere Gäste, darunter ein Neger, erheblich verletzt. Mehrere der Täter wurden festgenommen. Bei der Sistierung leistete einer, der Arbeiter Wiedede, so erheblichen Widerstand, daß er erst durch Säbelhiebe kampfunfähig gemacht werden mußte. Automobilverkehr für Hochzeitsreisende. Die jüngste Neuerung im amerikanischen Verkehrsleben bildet eine Automobillinie, die eine Gesellschaft zwischen Neuyork und Chicago eingerichtet hat und die zweimal in der Woche verkehrt. Das eine der den Dienst vermittelnden Automobile ist auf den Namen„ Flitterwochenwagen" getauft, und die Gesellschaft hegt die Hoffnung, daß das mit allem Komfort ausgestattete Gefährt sich bald die Gunst der Hochzeitsreisenden erwerben wird. Die Reise, für die eine Tagesleistung von 240 Kilometern in Aussicht genommen ist, wird vierzehn Tage dauern. Der Fahrpreis ist auf 450 Mark normiert. Für Nachtquartier in den ersten Hotels sind auf Grund der von der Gesellschaft getroffenen Abmachungen von den Passagieren etwa 160 Mark zu zahlen. Schwerer Unglüdsfall auf einem Ausflug. Die Schüler der Realschule von Leibnik in Desterreich unternahmen In Begleitung ihrer Lehrer und vielen Angehörigen einen Ausflug nach der Ruine Holstein. Dabei mußte ein Steg überschritten werden, der über einen tiefen Graben führte. Hierbei drängten sich zu viele Personen auf dem Stege zusammen, so daß er unter der Last zusammenbrach. Zahlreiche Ausflügler stürzten in die Tiefe. Acht der Verunglückten trugen schwere, 30 leichtere Verlegungen davon. Das Recht auf den Regenschirm. Vor kurzem erschien vor dem„ guten Richter" Heap, der in Chicago Recht oder was er dafür hält spricht, ein armer Teufel namens Jearney unter der Anklage, einen Regenschirm gestohlen zu haben. Der Richter erkundigte sich zunächst genau, unter welchen besonderen Umständen der Diebstahl erfolgt war, und Jearney beteuerte, daß es an jenem Tage in Strömen regnete, daß er trotz des Regens in einer wichtigen Angelegenheit auf die Straße gehen mußte, und daß er, da er sich aus Mangel an Geld feinen Regenschirm habe kaufen können, in seiner Not den Regenschirm eines anderen genommen habe. Nach diesem Geständnis sprach Richter Heap den Delinquenten frei.„ Ein Mensch", so sagte er in der Urteilsbegründung ,,, hat ein gewisses Recht einen Regenschirm zu stehlen, wenn es start regnet und er teinen Schirm faufen kann." Er schränkte allerdings den Wert dieses humanen Urteils ein wenig ein, indem er, zu Jearney gewandt, hinzufügte:„ Hüten Sie sich aber, rückfällig zu werden!" Das will jedoch nicht viel bedeuten, da Immerhin festgestellt ist, daß man bei Regenwetter sich den ersten besten Regenschirm nehmen kann, wenn man nur ben Beweis erbringt, daß man kein Geld in der Tasche hatte, und sich infolgedessen keinen neuen kaufen konnte. Das gilt aber vorläufig nur für Chicago. Eine brennende Erdgasquelle in Schlesien. Wie oberschlesische Blätter melden, hat sich in der Nähe der Gemeinde Hruschau an einer Berglehne eine brennende Erdgasquelle gebildet. Die aus der Berglehne mit großer Intensität entströmenden Gasmengen haben sich durch Selbstentzündung in Brand gesetzt und hüllen die Berglehne in ein förmliches Flammenmeer ein. Auch aus einem in der Berglehne befindlichen Wassertümpel strömt in heftigen Stößen das Gas heraus und setzt Flammen an. Durchstechereien städtischer Beamten. Aus Barmen wird gemeldet: Wegen Durchstechereten, die schon seit Jahren datteren, sind die städtischen Straßenmeister Luther und Fröschke verhaftet worden. Die auf Veranlassung der tädtischen Verwaltung betriebene Untersuchung ist schon feit langer Zeit im Gange und hat bisher so viel belastenbes Material zutage gefördert, daß jezt die Verhaftung erfolgen mußte. Ueber den Umfang der Durchstechereien und über die weiteren Personen, die in die Angelegenheit verwidelt sind, wird erst die Untersuchung Klarheit schaf fen. Luther ist eine stadtbekannte Persönlichkeit und seit langen Jahren im Dienste der Stadt Barmen. Seine Verhaftung erfolgte in der Sommerfrische. Gute Abfuhr. Die„ Hamburger Nachrichten" entnehmen einer englischen Zeitung folgendes nette Geschichtchen: In Gesellschaft unterhielt sich Lord Roberts einmal gerade mit einigen Freunden, als ein hochgewachsener Mann auf die Gruppe zutrat und bat, dem berühmten Feldherrn vorgestellt zu werden. Als er seinen Wunsch erfüllt sah, glaubte er sich offenbar überaus geistvoll zu geben, indem er die Hand in Form eines Fernglases vor das Auge hielt, als tönne er den an Körpermaß fleinen General sonst nicht sehen. Ich habe schon oft von Ihnen gehört", bemerkte er dann ,,, aber ich habe Sie noch nicht gesehen."„ Wohl möglich", erwiderte Lord Roberts schnell gefaßt,„ denn ich habe Ste schon schon oft gesehen, aber noch nie von Ihnen gehört!" 14 000 Gallensteine. Einen Reford, der kaum ein Gegenstand des Neides sein wird, hat ein Patient des Chirurgen Schachner erreicht, der durch eine Operation gleichzeitig von 14 000 Gallensteinen befreit wurde. Daraufhin hat sich ein Mitarbeiter der„ Gazette des Hospiteaur" die Mühe gemacht, aus der ärztlichen Literatur die Zahlen zusammenzustellen, die bisher als die stärksten Ansammlungen von Gallensteinen gegolten haben. Mehr als 500 Steine auf einmal scheinen sehr häufig zu sein, Zahlen von mehr als 1000 nicht allzu selten. Der berühmte Morgagni befreite einen Kranten enimal von 3000 Gallensteinen, und deutsche Chirurgen haben später von Operationen berichtet, die zwischen 4000 und 7000 Steine zutage förderten. Selbstverständlich hängt die Zahl sehr von der Größe ab und kann nur bei winzigen Steinen so hoch anwachsen. In milderen Formen ist das Gallensteinleiden bekanntlich leider außerordentlich verbreitet. Im Mindestfall wiegen die einzelnen Steinchen nur einige Minigramm, aber ihr Gewicht steigt bis zu 30 Gramm. Sie sind eiförmig, so lange sie sich einzeln entwickeln, und nehmen eine edige Gestalt nur an, wenn sie sich dicht zusammendrängen. Bei großem Wachstum schwanken sie zwischen der Größe eines Reisfornes und etwa der doppelten Größe einer Erbse. Wenn man alle winzigen Gallensteine mitrechnet, so gibt es vielleicht nur wenige alte Leute, namentlich beim weiblichen Geschlecht, die von ihnen ganz frei sind. Bei diesen geringen Größen bereiten sie aber so gut wie feine Unannehmlichkeiten, während sie sonst durch Verstopfung des Gallengangs zu furchtbaren Schmerzanfällen führen, die in der sogenannten Gallensteinkolik gipfeln. Der Kampf der Königin mit der Modegöttin. Wäh rend König Eduard ein Faible für elegante Toiletten hatte und die neuesten Pariser Moden auch gern unter seinen getreuen Londonerinnen auftauchen sah, ist König Georg ein Gegner von Toilettenertravaganzen und soll sogar von der Liste der Damen, die zu Hofe eingeladen waren, die Namen einiger eleganten aus Amerika stammenden Mode föniginnen gestrichen haben, die in der vorigen Saison mit ihren fapriziösen Neuheiten das ruhig feierliche Bild der englischen Hofgesellschaft störten. Die eigentliche Ruferin in bem nunmehr entbrannten Streit gegen die Modegöttin ist aber Königin Mary, der nichts verhaßter ist als eitler Lurus und Verschwendung und die Sensationen einiger Mondänen, die in der Londoner Gesellschaft mit ihren erotischen Toiletten Furore gemacht haben, mit allerhöchstem Ingrimm verfolgt. Ihr Jdeal ist die gute Hausfrau, die sich ihrer Familie widmet und auch in der Kleidung eine vornehme Zurückhaltung bewahrt, und sie ermangelt nicht, dies Ideal den Töchtern Albions mit größter Deutlichkeit zur Nachahmung zu empfehlen. Ihren Kreuzzug gegen Toilettenlurus und Frivolität hat sie nun vor kurzem in einer kleinen Rede offiziell eröffnet, die sie, wie berichtet wird, auf einem Diner beim Earl von Granard hielt. Die Königin ging von den engen Röden aus, die jetzt Mode sind, und erklärte ein Kleidungsstüd für finnwidrig, das feine freie Bewegung gestatte. Für sie sei es direkt peinlich, wenn sie auf den Gesichtern der Damen, die sie mit einer Reverenz begrüßen wollten, das angstvolle Gefühl ausgedrückt sehe, ob nicht vielleicht der Rod bei dieser Verbeugung mitten durchreißen werde. Das scharfe Hervor tretenlassen der Formen, das durch den engen Rod begünstigt werde, müsse einer anständigen Frau peinlich sein, eine Dame in einer sehr dekolletierten Abendrobe, eingeschnürt in einen ganz engen Rock, sei ja beinahe nadt. Aber nicht nur gegen die ultramodernen Toiletten wandte sich die Herrscherin, sondern überhaupt gegen die Extravaganz der Lebensführung, die in solch kostbaren und bizarren Totletten zum Ausdruck komme. Doch Königin Mary, die selbst sehr einfach gekleidet geht und nur selten viel Juwelen trägt, hat mit ihren Reformbestrebungen nur bei den Hofdamen Glück, die wohl oder übel, Trauer im Herzen, sich zu einfachen und unmodernen Toiletten bequemen müssen; die vornehme Gesellschaft spottet ihrer wohlgemeinten RatSchläge und folgt dem verführerischen Locken der schönen Mrs. Ava Astor, die sich gleichsam zur Gegenfönigin im Reiche der Mode erklärt hat und im ganz engen Rod nebst all seinen extravaganten Zutaten immer mehr Anhängerinnen gewinnt. Der Hund am Telephon. Den merkwürdigen Fall einer Lebensrettung durch einen Hund am Telephon berichten in ausführlicher Schilderung die Neuyorker Blätter. Eine Telephonistin im Hauptamt von East Orleans in New Jersey sah in einer der letzten Nächte das Lämpchen aufflammen, das mit dem Apparat des italienischen Schuhmachers Michele Belotti zusammenhing. Sie antwortete in der üblichen Weise, aber obwohl sie wiederholt hallo, hallo", rief, meldete sich der Teilnehmer nicht. Wohl aber hörte die Telephonistin einen Hund heftig bellen und unterschied auch undeutliche Geräusche, die von gewaltsamen Bewegungen herzurühren schienen, und ein fernes Stöhnen. Man telephonierte zur Polizei, und mehrere Beamte eilten zur Werkstatt Belottis. Sie drangen durch ein Fenster ein und fanden einen Hund, der sich wie wahnsinnig gebärdete. Eine Tür wurde eingebrochen und, geführt von dem Hunde, kamen die Beamten in ein Zimmer, wo Belotti röchelnd am Boden lag. Nur mit letter Kraft fonnte er durch Zeichen verständlich machen, daß er einen Selbstmord versucht hatte. Um ruhig zu sterben, hatte er den Hund in ein kleines Bimmer gesperrt, wo sich das Telephon befand. Als das brave Tier nun das Jammern seines Herrn hörte, versuchte es, thm Hilfe zu bringen, aber die Tür war verschlos= sen, und als es verzweifelt hin und hersprang, hatte es den auf dem Tisch stehenden Apparat heruntergeworfen, so daß der Hörer abfiel und die Glühlampe auf dem Amt aufleuchtete. Ausschreitungen beim Rundflug Berlin. Aus Berlin wird dem„ Hann. Cour." gemeldet: So etwas hatie Berlin noch nicht erlebt. Die B. 3.". die mit ihrem 100 000 Mark- Preis den Anstoß und Hauptteil oaza gegeben hatte, hat dieses sportliche Unternehmen mit außer ordentlichem Geschick schon seit Monaten in Berlin propagiert und t: Szene gesetzt. In den Abendstunden des Sonnabend warf die Zeitung ganze Ballen einer Ertraausgabe, durch Straßenverkäufer gratis verteilend, in sämtliche Straßen Berlins, sodaß man buchstäblich in den Zeitungen watete. Erwachsene und Kinder, die überall auf das Stras ßenpflaster Flugfahrzeuge zeichneten, unterhielten sich merklich erregt mit diesem Ereignis. Zu dem Start Sonntag früh 5 Uhr im Vorort Johannisthal hatten die Verkehrsanstalten ganz außerordentliche Vorkehrungen getroffen. Die Stadtbahn der Nord- und Südring, der Görlitzer Bahnhof, die östlichen Vorortbahnen ließen von nachts 3 Uhr an Extrazug un Extrazug laufen, auch die Hoch- und Untergrundbahn verkehrte von drei Uhr nachts au wieder, die Straßenbahnen unterhielten auf den Hauptlinien unun terbrochenen Nachtbetrieb, ebenso liefen drei Nachtomnibus Iinien. Trotzdem spottete das Schauspiel des Massentransports fedes Begriffes. Der erste Zug, der von Charlottenburg über Savignyplaz abgelassen wurde, war schon im Bahnhof Zoologischer Garten überfüllt, im Coupee Ihres Korre spondenten waren 17 Menschen, sodaß die einfichtigere Menschheit des westlichen Berlins zum Teil zurückblieb Leider ließ die Bahnverwaltung die überfüllten Züge trotzdem auf den nächsten Stationen halten. Auf Bahnhof Frie drichstraße staute fich das Volk unter furchtbarem Gejohle auf dem Perron. Trotz der verzweifelten Gegenwehr der fast erdrückten Coupeeinsasser gelang es noch acht Männern, unter den rohesten Exzessen in das Abteil Ihres Korrespon denten zu kommen; mit den Fäusten schlug man den Passagieren ins Gesicht, Augengläser wurden zertrümmert, Hüte zerrissen, Kleider ruiniert; endlich machte die Abfahrt des Buges der Gefahr ein Ende. Auf der nächsten Station, Bahnhof Börse, drohte das gleiche Schauspiel. das unter solchen Umständen zur Katastrophe führen mußte. Man beschloß, in den Coupees die Fenster zu schließen und mit vereinten Kräften die Türen zuzuhalten. Bei der Einfahrt erscholl allseitiges Gebrüll vom überfüllten Perron Trotzdem man durch die Zugfenfter die gepfeichten Massen sah, versuchten erwachsene und ergraute Männer mit ihren Frauen in die Abteile einzudringen, und als sie die Türen nicht aufbrachten, zerschlugen ste die Fensterscheiben, sodaß Insassen verletzt wurden, und rafter: vor den Abteils. Sie erstiegen die Dächer der Waggons, und als auch die ganz besetzt waren, setzte sich endlich der Zug in Bewegung. Die Menschen in den Stra ßen schlugen die Hände überm Kopf zusammen über das in Berlin ungeschaute Bild der Passagiere auf den Dächern der Waggons. Glücklicherweise fuhr der Zug ohne Anhalten durch die nächsten Stationen an einer brennenden großen Fabrik vorbet nach Johannisthal. Der kleine Föhrenwald zwischen Bahnhof und Flugplatz war eine rote Staubwolfe, durch die die Strahlen der Morgensonne zwischen die Stämme, die ellenden Menschen und die noch schlafenden oder erwachenden Gruppen der im Wald vor dem Flugfeld nächtigenden Zuschauer schienen. Das Leben und Vild des Flugplatzes und der Start der Flieger bei der wundervollsten Frühmorgenstimmung entschädigte reichlich für die gefährlichen Unannehmlichkeiten der Anfahrt. Drabtnachrichten und neuestes. Schwerer Unfall beim Rundflug. Magdeburg. 13. Junt. Der Flieger Müller, der heute morgen 5.05 Uhr aufgestiegen war, stürzte etwa 300 Meter vom Start aus 60 Metern Höhe ab und wurde schwer verletzt. Anscheinend hat er einen Schädelbruch erIitten. Er wurde nach hier ins Krankenhaus gebracht. Kälte im Riesengebirge. Hirschberg, 13. Junt. In der vergangenen Nacht herrschte im ganzen Riesengebirge ungewöhnliche Kälte. Auch in den Tälern fiel das Thermometer unter 0 Grad. Die Vegetation bat unter der Kälte stark gelitten. Im Hochgebirge trat Schneefall ein. Tödlicher Jagdunfall. Mülheim( Ruhr), 13. Junt. Der Brauereibesitzer Meckel strauchelte auf der Jagd. Das Gewehr entlud sich und Medel wurde sofort getötet. Schwere Fischvergiftung. Zürich, 13. Juni. Beim Verlobungsmahl in einer Familie in Ostheim tamen u. a. auch Seefische auf den Tisch. Bald nachher stellten sich bei sechs Teilnehmern Vergiftungserscheinungen ein, so daß seit gestern alle schwer frank darniederliegen. Der 74jährige Vater ist bereits gestorben. Schweres Unwetter in Amerika. 0 Neuyork, 13. Junt. Schwere Gewitter mit starken Regengüssen und heftigem Hagelschlag sind in den östlichen Bezirken niedergegangen. In Newport sollen fünfzehn und in der Umgegend von Philadelphia drei Personen umgekommen sein. Die Telegraphen- und Telephonleitungen find zerstört. Handel und Verkebr. Die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr ist bis Ende Mai 1911 auf 56 100 gestiegen.( 3ugang im Monat Mai über 1000). Auf diesen Postscheckouten wurden im Mat gebucht über 1.098 milliarden Mark Gutschriften und 1.094 Milliarden Mark Lastschriften. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug Ende Mai 110 Millionen Mark, ihr durchschnittliches Gesamtguthaben während desselben Monats 123% Millionen Mark. Frankfurt, 12. Juni. Preise für 1 Bentner: Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt( Lebendgewicht) M 51-56, ( Schlachtgew.) M 93-97, die noch nicht gezogen haben( ungefocht)( Lebendgew.) M 50-54,( Schlachtgew.) 91-93, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgem.) M 46-50,( Schlachtgew.) M 83-91, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgew.) M 40-45,( Schlachtgew.) M 74-83. B. Bullen: a) vollflei schige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 48-51,( Schlachtgew) M 80-83, 6) vollfleischige jüngere ( Lebendgew.) M 42-45,( Schlachtgew.) M 70-75. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45-50,( Schlachtgew.) M 81 bis 89, b, vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 43-47,( Schlachtgewicht) M 80-84, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgem.) M 40-43,( Schlachtgew.) M77-83, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere ühe( Le= bendgem.) M 37-42,( Schlachtgew.) M 69-78, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 30-35,( Schlachtgew.) M 60-70 e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 22-27,( Schlachtgew.) M 50-61. Sälber: a) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) M 56-60,( Schlachtgem.) M93-100, b) mittlere Mast- und gute Saugkälber( Lebendgew.) 52-55,( Schlachtgew.) M 88-93, c) gering. Saugfälber( Lebendgew.) M 50 bis 51,( Schlachtgem.) 85-86. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 47-49,( Schlachtgew.) M 60-62, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 46-47,50, ( Schlachtgew.) M 59-61, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Stilogr. Lebendgewicht( Lebendgem.) M 46-48, ( Schlachtgew.) M58-60, 5) vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgem.) M 46-48. ( Schlachtaew.) M 58-60. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde in Gießen Mittwoch, den 14. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Donnerstag, den 15. Juni. Vorm. von 6 Vorm. 7 Uhr: Frohnleichnams fest. Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt, darauf Prozession. Vorm. 11 Uhr: 51. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. Nachm. 2 Uhr: Festandacht mit Segen. Bekanntmachung. In der Zeit vom 13. Mai bis 10. Juni 1911 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 schwarze Brieftasche mit Inhalt, 1 Kinderportemonnaie mit Inhalt, 2 Paar Damenhandschuhe, 2 Paar Handschuhe, 1 schwarzer Damenregenschirm, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Patent- Bleistift, 1 Sad Erbsen, 3 Servietten, 1 Brosche, 1 Damenrock, 1 Hammer, 1 Manschett mit Knopf, 1 Päckchen mit Abonnements- Konzerte. - Die Freibant. Heute und morgen[ 250/3 gesalz. Ochsenfleisch. 40 Pfg. Die Kapelle des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm"( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 erlaubt sich zu einem Zyklus von Abonnements Konzerten einzuladen. Konzerte finden in Steins Garten statt. Dieselben werden mit Militärmusik bei ungünstiger Witterung mit Vorbildung zum EinjähStretchmusik im Saal ausgeführt, wozu ein musik- und funftliebendes Publikum höft. eingeladen wird. Der Abonnem ntspreis für 6 Konzerte beträgt: Ein Familienblatt für 4 Personen 8.00 Mt. " Gin Personenbillet Kassenpreis mit Solist " ohne 11 3 7.00 Mt. " " 2.40 Mt. 1.00 Mt. 0.75 Mt. Die Lifte zirkuliert. Wie alljährlich finden die Konzerte Donnerstags statt, das erste am 15. Juni. Anfang abends 8 Uhr. Wilhelm Löber, Obermusikmeister. Abonnements und Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Challier, Neuenweg und beim Vorzeiger der ( 20/4) Biste zu haben. Verbandszeug und Pflaster, 1 Armband und 1 Atten Stein's Garten:: Giessen mappe; verloren: 1 silberne Damenuhr, gez. A. D., 1 schwarzes Handtäschchen, 1 goldenes rundes Medaillon auf der Rückseite gezeichnet K. R., 1 goldene Brosche ( mattgold), 1 Portemonnaie mit 47 Mt. Inhalt, rote Korallentette, 1 seidener schwarzer Spitzenschaal, 1 1 Brieftasche mit Ausweiskarte und Anmeldebescheinigung, 2 Straußfedern, 1 wasserdichte Wagendecke, 1 braunes Portemonnaie mit etwa 11 Mark Inhalt, 1 goldenes Rettenarmband, 1 goldene Brosche, länglich, Herz mit drei echten Steinen, 1 silberne Rette, 1 Gürtel mit Goldstickerei und heller Schnalle und 1 Spazierstock aus Manilarohr mit Nashorngriff und silberne Kette. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände fann an jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und von 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen. Gießen, den 12. Juni 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Heugras- Versteigerung. Donnerstag, den 14. Juni 1911, nachmittags 4 Uhr soll das Heugras von den Wiesen auf der Baustelle des Gr. Amtsgerichts Gießen meistbietend losweise versteigert werden. 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