End cher) en.- Rider fata , Werdo onen cäftige, bu te are, Ceislifte fr öttgers en( Weffal nieten: öblierte, luf ter elnes für 1911. r. 2 partem ny! , elegante eft, flotter& u. Babni it Berd d mit 1 a Bol zugeben. ( Dill) en Balle vier an die Gefcha 28. OFFEN und Putzen MANNIA EIFE dt A.G ter schinen ledenen Ge ten auch fir vorkommende erungen. dieser Sägen Hetrieb. WASSERDICHTE HOCHGLAN ier Defte mitte elt! OH KONKURREN achfe befter u Weinbergelaga Faffern von en b. 12 L ächter HEIM a. R tweine mil. in Gieße Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vierteljährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 62. - ( 1. Blatt.) Aus dem Reichstag. ( Spezialbericht der„ Gießener Zeitung".) Zu den Etats der Verwaltung der Reichs- Marine des Reichsheeres und der Reichspost legten die Sozialdemo= fraten Resolutionen vor, die sich inhaltlich deckten. Die Resolution zum Marine- Etat wurde ohne klärende Debatte in namentlicher Abstimmung angenommen, während sie beim Heeres- und beim Postetat nach einer klärenden Diskussion abgelehnt wurden. Die Wirtschaftl. Vereinigung hat die Resolution bereits beim Marine= etat sowie bei den folgenden Etats abgelehnt. Abgeordneter Behrens begründete im Reichstag die Ablehnung in seiner Rede wie folgt: ,, Meine Herren, es liegt uns auch eine Resolution der Herren Sozialdemokraten vor, die unsere Dinge zu= sammenfaßt. Dieselbe Resolution, will ich voraus bemerken, hat fast wörtlich auch bei dem Etat der Marineverwaltung vorgelegen. Meine politischen Freunde haben diese Resolution abgelehnt und haben dafür für die Resolution Giesberts und Genossen gestimmt. Meine Freunde werden auch diese Resolution Albrecht und Genossen ablehnen und werden wiederum für die Resolution des Zentrums stimmen. - - Zu den Gründen der Ablehnung hat die Form der Begründung, die der Herr Abgeordnete Hue dieser Resolution es ist ja wörtlich dieselbe bei dem Marineetat gegeben hat, außerordentlich viel beigetragen. ( Sehr richtig! bei der Wirtschaftl. Vereinigung.) Weshalb wir aber aus sachlichen Gründen auch diese Resolution ablehnen, will ich Ihnen erklären. Die Resolution setzt sich aus drei Teilen zusammen. In dem ersten Teil heißt es, die Heeresverwaltung soll nur Lieferungen und Arbeiten an solche Firmen vergeben, welche in Beziehung auf die Arbeitsbedingungen die gesetzlichen Vorschriften einhalten. Ja, meine Herren, das halten wir einfach für eine Selbstverständ= lichkeit. Das erst in einer Resolution zu fordern, halten wir für überflüssig. Wir verlangen, daß die gesetzlichen Vorschriften durchge= führt werden, und um darüber zu wachen, ob das geschieht, dazu sind Instanzen da, deren Aufgabe es ist, wie die Gewerbeaufsicht. ( Lachen und Zuruf bei den Sozialdemokraten: Wo?) Ja das müßten Sie eigentlich wissen, Herr Kollege Albrecht! Wenn Sie nicht einmal wissen, wo die Gewerbeaufsicht ist, so kann ich das nur bedauern. Wir werden bei Gelegenheit des Etats des Reichsamts des Innern darauf zurückkommen, ob die Ge= der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag den 14 März 1911 wer= Wir die Tarifverträge durchgeführt haben, auch regelmäßig gute Qualität an Arbeit leisten den. An sich ist uns also die Tendenz genehm. werden an der gegebenen Stelle unsere Wünsche zum | diese Resolution ab. Ausdruck bringen; an dieser Stelle aber lehnen wir Meine Herren, der letzte Punkt in der Resolution be trifft die Mitarbeit der Arbeiterausschüsse bei Festsetzung und Neuordnung der Arbeitsbedingungen in ist auch in der Resolution 759, für die wir stimmen den Betrieben der Heeresverwaltung. Dieser Wunsch feinen Anlaß, dieses einen Punktes wegen dieser Resowerden, zum Ausdruck gebracht, und somit haben wir lution zuzustimmen. Ob/ den Arbeiterausschüssen auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen es kommt hier in der Hauptsache auf die Akkordbedingungen hinaus ein entsprechen der Einfluß eingeräumt werden kann, scheint mir nicht zweifelhaft. Die Form, wie das geschehen kann, müßte von denjenigen Männern erwogen werden, die mit den Eigenarten der Militärbetriebe besser orientiert sind als ich. Ich will bei dieser Gelegenheit wähnen, daß der Eisenbahnminister im preußischen Landtag erklärt hat, eine Spezialfommission zur Prüfung die ser Angelegenheit einzusehen. Vielleicht würde es sich auch für die Heeresverwaltung empfehlen, das in Erwägung zu ziehen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. März er= !!! Ueber die Würde der Presse macht der " Zeitungsverlag" aus Anlaß eines Einzelfalles einige zutreffende allgemeine Bemerkungen. Es heißt da: Zu einem Konflikt zwischen Presse und Magistrats dirigent ist es in Iserlohn gekommen. Die Stadt plante die Anlage einer Talsperre von etwa 60 Morgen Größe. Der Plan sollte geheim gehalten werden, doch sickerte er wie es meist zu geschehen pflegt, durch, und ein Blatt unterbreitete das wichtige Projekt der Oeffentlichkeit. Die sichere Kenntnis des Planes benutzte die Terrainspekulation zu Bodenpreissteigerungen, so daß das Projekt schließlich daran scheiterte. In der Stadtverordnetenversammlung vom 29. Dezember wurde dem betr. Blatte die Schuld zugeschoben. Ein Stadtverordneter legte je= doch ganz richtig die Schuld dem Umstande bei, daß der Magistrat es unterlassen habe, die Presse zu informie ren. Es sei zu empfehlen, diese rechtzeitig zu unterrichten, daß sie den betreffenden Plan nicht eher zur öffentsei. Das lehnte der erste Bürgermeister schroff ab, gebrauchte dabei die Worte:„ Er halte es unter seiner Würde." Ein solches Verhalten wird zwar von chen Verwaltungen noch beliebt, den Interessen der Allgemeinheit aber entspricht es nicht. Eine Zeitungsredaktion kann nicht, wie es so vielfach gewünscht wird, bei jeder Notiz anfragen, ob ihre Veröffentlichung angenehm ist. Wer Wünsche an die Presse hat, möge es diese wissen lassen, auch ein Stadtoberhaupt vergibt sich nichts, wenn es so handelt. Die Presse ist kein Lakai, fein Bediensteter, sie darf beanspruchen, daß man ihr die Achtung entgegenbringt, auf die sie ein Recht hat. Hat die Presse Wünsche, muß sie in höflicher Weise vorstellig werden; hat man Wünsche an die Presse, ist es billig, sich ihr gegenüber in gleicher Weise zu verhalten. er werbeaufsicht in allen Fällen ihre Pflichtlichen Kenntnis bringen möge, bis die Sache spruchreif erfüllt. Wir glauben aber nicht, daß es der Heeresverwaltung möglich sein wird, in ihren Vertrags- Bedingungen so weit zu gehen, wie es in dieser Resolution gewünscht wird; ( sehr richtig! bei der Wirtsch. Vereinigung) denn Selbstverständlichkeiten brauchen eigentlich nicht erst in Vertragsbedingungen festgelegt zu werden. Der zweite Punkt der Resolution sagt, daß die Heeresverwaltung sich nur an Firmen halten soll, die sich verpflichten, zur Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen auf den Abschluß von Tarifverträgen hinzuwirken. Dazu hat seinerseits der Herr Staatssekretär des Reichsmarineamts erklärt ich weiß nicht, ob der Herr Kriegsminister dieselbe Stellung einnimmt, daß diese Angelegenheit nicht Sache der einzelnen Ressorts sei, sondern sie sei ein Prinzip, und das müsse vom Reichs= fanzle in Gemeinsamkeit mit den verschiedenen Ressorts erwogen und durchgeführt werden. Wir teilen diese Auffassung des Herrn Staatssekretärs des Reichsmarineamts und sind der Meinung, daß es wünschenswert ist, auf diesem Wege die Tarifverträge zu för= dern. Wir werden uns bei der geeigneten Stelle an den Herrn Reichskanzler wenden, daß er eine Verständigung zwischen den verschiedenen Ressorts herbeiführt, und daß dann auf der ganzen Linie vorgegangen wird. Wir wünschen auch, daß dann der Herr Reichskanzler sich mit den Bundes- Regierungen in Verbindung setzt, daß bei Vergebung von staatlichen Lieferungen ebenfalls nach dieser Richtung vorgegangen wird. Meine Herren, so weit, die Lieferungsmöglichkeit absolut an diese Bedingung zu knüpfen, fönnen wir nicht gehen, und zwar aus dem Grunde, weil nach unserer Meinung bei allen Lieferungen für das Reich und die Staatsverwaltungen die Quali= tät des Materials und der Arbeit in er ster Linie stehen muß. Wir sind freilich der Meinung, daß diejenigen Werke, die gute Lohn- und Arbeitsbedingungen haben, man= !! Die Einziehung der Zeitungsgel der durch die Briefträger erfolgt in der Zeit vom 15. bis einschließlich 25. des letzten Monats im Vierteljahr, und zwar kostenlos. Die Briefträger 2c. sind zur endgültigen Quittungsleistung über die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Die Vorteile, die diese Einrichtung für das Publikum bietet, springen in die Augen, wenn man berücksichtigt, daß der regelmäßige Fortbezug der Zeitungen gesichert, der Gang zur Post und das Warten an den Schaltern, die am Vierteljahrsschlusse stark in Anspruch genommen sind, erspart wird. - Gießen, 14. März. In der Zweiten hessischen Kammer wurde gelegentlich der Beratung des Schuletats der Regierung der„ deutsche Gruß"( Grüßen durch Handanlegen) zur Einführung in den Schulen empfoh= len. Den Vorschlag machte ein der städtischen Grußvereinsbewegung fernstehender Abgeordneter, der volkstümliche Vertreter eines Bezirkes in der Wetterau. Dies ist insofern interessant, als man zur Verteidigung des Hutabnehmens behauptet, es sei eine„ tief im deutschen Volkstum eingewurzelte Sitte, die dem Volke erhalten bleiben müsse." *) Gießen. Kommenden Donnerstag, abends 8% Uhr hält der Verkehrsverein im„ Hotel Schütz" seine Jahres- Hauptversammlung ab. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Pefitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. * Gießen. Am Sonntag feierten der Möbeltransporteur Johannes Keßler und seine Ehefrau in voller Rüstigkeit das goldene Ehejubiläum. Friedberg. Die Erweiterung des Bahnhofes zieht große Neuerungen im Bahnbetriebe unserer Stadt nach sich. So soll z. B. die große Kurve, die bei der Einfahrt in den neuen Bahnhof eine große Gefahr für die Schnellzüge bedeutet, völlig wegfallen, indem man die Aus- und Einfahrtsstelle mit der Rosentalbrücke auf gleiche Höhe bringen und um das doppelte verbreitern wird. Auch wird die Strecke Friedberg- Bad- Nauheim 4gleisig ausgebaut werden. Allerdings werden die vorgesehenen Kosten von 7 Millionen bei weitem nicht reichen. * Frankfurt. Wie stark der letzte Kälterückfall war, zeigt folgender Fall: Am Samstag abend wurde hier eine zwanzigjährige Frau gefunden, die völlig steif gefroren war. Die Rettungswache brachte sie bewußtlos nach dem städtischen Krankenhaus. * Mainz. Wegen Unterschlagung von 20 000 M. und Urkundenfälschung zum Nachteile der Gutenberg= Kasinogesellschaft wurde der langjährige Verwalter G. Müller verhaftet. * Vom Westerwald. Der Sturm hat in den letzten Tagen furchtbar gewütet. Viele Bäume sind teils beraubt worden. In Mademühlen ist eine Scheune einentwurzelt, teils sind sie eines großen Teiles ihrer Aeste gestürzt. Soziales. Soziale Arbeit der evangelischen Geschäftsstelle. In der vierten öffentlichen Versammlung, die von der Evangelischen Geschäftsstelle für soziale Arbeit zu Essen in diesem Winter veranstaltet wurde, sprach am Freitag abend Herr Liz. Mum m- Berlin über die deutsche Heimarbeiterinnenbewegung. Der geschichtliche Rückblick über die Entwickelung der Heimarbeit war hochinteressant. Vergessen wurde weder die Handweberei im Riesengebirge noch auch die Girkhauser Löffelschnitzerei und die Bottenhorner Strumpfstrickerei. In das eigentliche Problem führte dann die Schilderung der modernen Damen- und Herrenkonfektion in den großen Städten ein. Die Ursachen für die traurigen Verhältnisse in der Heimarbeit wurden erörtert und sodann die Mittel zur Abhilfe gewiesen. Der Redner zeichnete die Entwickelung des christlichen Gewerkvereins der Heimarbeiterinnen von seinen bescheidensten Anfängen bis heute. Ferner erör= terte er die Staatshilfe in ihren einzelnen Zweigen. Mit der Mahnung zum treuen Zusammenhalten und charaktervollen durchhalten und aushalten schloß der Redner seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführun gen. Nach der Besprechung, an der sich Frl. Pickert und die Herren Recht und Röller beteiligten, gelangte die folgende Entschließung zur einstimmigen Annahme.„ Die heutige zahlreich besuchte öffentliche Versammlung, einberufen von der Ev. Geſchäftsstelle für soziale Arbeit, dankt allen Abgeordneten, die wie Franz Behrens, Dr. Burckhardt und Johann Giesberts beim Hausarbeiter= gesetz, Reichsversicherungsordnung und Arbeitskammergesetz für das Interesse der Hausarbeiter und Heimarbeiterinnen eingetreten sind und hält es für nötig, daß die Forderung des deutschen Heimarbeitertages vom 12. Januar d. J. zur Verwirklichung gelangt. Wir fordern die Heimarbeiter in Essen auf, sich der hiesigen Orts= gruppe des Gewerbevereins in der Heimarbeit Deutschlands allerseits anzuschließen."- Die gut verlaufene Versammlung endigte damit, daß zu Gunsten der Erholungskasse für die Heimarbeitergruppe Essen eine Tellersammlung veranstaltet wurde, die einen reichlichen Ertrag zu verzeichnen hatte. Ihr Herz 8 und Ihre Nerven bleiben ruhig, wenn Sie täglich Kathreiners Malzkaffee trinken. Er fibt den wohltuendsten Einfluss auf Ihr ganzes Befinden aus. Trinken Sie ihn eine Zeitlang und Sie werden sehen, dass Kathreiners Malzkaffee diese wertvolle Eigenschaft besitzt. „ Der Gehalt macht's! Deutscher Reichstag. mcc, vom Staatssekretär v. Tirpitz im Namen der Marine und vom Deutschen Reichstag. Vormittags hatte der Prinz= regent eine Spazierfahrt durch die Straßen der Stadt gemacht, wobei er wiederum die Dekorationen in den Straßen besichtigte und von der Menge jubelnd begrüßt wurde. Der Prinzregent hat Kaiser Wilhelm die goldene Porträt- Plafette nach Professor v. Hildebrand zum Anden= fen übersandt und dem Reichskanzler das Bronze- ReliefBildnis von demselben Künstler. Nachmittags fand in der Residenz große Galata fel statt. Im alten Rathaussaale versammelte sich die Bürgerschaft zu einem Festessen. Ebenso hielten zahlreiche Korporationen Festdiners und andere Veranstaltungen ab. Die Feier im Kgl. Schlosse zu Berlin. „ Die Bedeutung der Rede des Ministerpräsidenten ist nicht nur im Inlande, sondern auch im Auslande, soweit uns bisher Stimmen vorliegen, zutreffend erkannt worden. Eine Ausnahme machen selbstverständlich die bekannten radikalen Verliner Blätter; außerdem auch eine zuschrift an die Kreuzzeitung von besonderer Seite, die den Anschein erwecken könnte, als teile sie Interessen der konservativen Partei eine maßgebende Rolle in dieser das Gesamtwohl des Landes berührenden Frage zu. Für den Ministerpräsidenten schieden bei der Behandlung dieser Angelegenheit parteipolitische Erwägungen ganz aus. Wir glauben, daß Absicht und auch Ergebnis seiner Ausführungen dem fonfessionellen Frieden in Preußen einen großen Dienst erwiesen hat." Zur zweiten Lesung des Etats des Reichstags fordert ein Antrag Raab und Genossen( wirtsch. Vereinigung), die Geschäftsordnungskommission zu ermächtigen, die in der Geschäftsordnung des Reichstags enthaltenen entbehrlichen Fremdwörter tunlichst durch deutsche Ausdrücke zu ersetzen. Die Ausdrücke Kommission und Seniorentonvent sollen z. B. durch die Ausdrücke Ausschuß und Aeltestenrat ersetzt werden. Zu Ehren des neunzigjährigen Geburtsfestes des Prinzregenten fand Sonntag mittag im Königlichen Schloß zu Berlin Galata fel statt. Der Kaiser erschien in der Uniform seines Bayerischen Infanterie- Regiments mit dem Bande des Hubertusordens, die Kaiserin hatte eine blauweiße Toilette und ebensolchen Schmuck angelegt. Bei ihrem Erscheinen führte die Kaiserin ihren Enkel, den Prinzen Wilhelm, der bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal im größeren Kreise gezeigt wurde, an der Hand. Zur Tafel waren der Königlich Bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld so= wie die sämtlichen Mitglieder der Bayerischen Gesandtschaft und die in Berlin anwesenden Bayerischen Bevollmächtig= ten zum Bundesrat geladen. Ferner nahmen an der Tafel teil die Königlichen Prinzen, der Reichskanzler, die sämtlichen Staatsminister und Staatssekretäre, die Generalität, die Chefs der Kabinette und die Hofstaaten. Während der Tafel erhob sich der Kaiser und trank auf das Wohl des Prinzregenten als eines Sinn- und Vorbildes aller Fürstentugenden. Der Kaiser verglich die kernige und mannhafte Persönlichkeit des Regenten mit der tief im Boden wurzelnden deutschen Eiche. Während die Jugendtage des Herrschers in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts zurückreichten, habe ihm die Mittagshöhe des Lebens die aktive Teilnahme an dem großen Aufschwung des deutschen Volkes gebracht und ihm gestattet, sich gleich hervorragend im Kriege wie im Frieden zu bewähren. Ein Förderer der Kunst und aller kulturellen Interessen werde er getragen von der Liebe senes Bayernvolkes, von der Verehrung jedes echten Deutschen. Treu seinem Volke, tren dem deutschen Vaterlande, habe er sich alle Zeit erwiesen und ebenso habe sich um ihn und die drei deutschen Kaiser allezeit das Band gegenseitiger Treue geschlungen. Zum Schlusse bat der Kaiser den bayerischen Gesandten, seinem Souverän der Dolmetsch der Gefühle zu sein, die den Kaiser und sein Volk an diesem Tage bewegten. Bum Etat des Reichsamts des Innern, dessen Beratung am Sonnabend begann, liegt eine ganze Reihe von Resolutionen vor, die sich wohl im Laufe der nächsten Tage noch bedeutend vermehren werden. Der erste Redner war der Zentrumsabgeordnete Pieper, der Generaldirektor des Bolksvereins für das katholische Deutschland. Er erörterte alle innerpolitischen Fragen: Die allgemeine wirtschaftliche Lage, den Bauarbeiterstreif, den Fleischmarkt, das Kaligeset, die Notwendigkeit einer eigenen Baumwollerzeugung, die Errichtung von Materialprüfungsanstalten in der Textilindustrie, den Hansabund, die Verhältnisse des handwerklichen und kaufmännischen Mittelstandes, die Schädlichkeit der Wanderlager, die Reichsversicherungsordnung, das Arbeitskammergesetz, die Abonnentenversicherung und den Ausbau des Tarifvertragsrechts. In letzterem Falle be= merfte er, daß die Erklärungen des früheren Staatssekre= tärs des Innern v. Bethmann Hollweg noch nicht ganz er= füllt seien. Eine interessante Bemerkung machte der Zentrumsredner am Schluß. Er meinte, wenn eine sozialpoli= tische Ermüdung festzustellen sei, so möge es daran liegen, daß die Berufsorganisationen die Sache selbst in die Hand nehmen Die Erfolge der Sozialpolitik fönnten uns doch nur ermutigen. Abg. Panli- Potsdam( kons.) sah den Grund der sozialen Ermüdung hauptsächlich in dem Empfinden, daß es im bisherigen Tempo nicht weiter gehen könne. Er nahm sich der Interessen der mittelständigen Arbeitgeber an. Dem Abschluß von Tarifverträgen steht er sympathisch gegenüber, aber ein Reichstarifamt hält er nicht für ersprießlich. Redner forderte für die Innungen das Recht, Mindestpreise festzusetzen, erörterte die Frage der Jugenderziehung vom Standpunkt des gewerblichen Mittelstandes und besprach im übrigen die bekannten Handwerksforderun= gen. Abg. Fischer( Soz. klagte die Regierung und das Zentrum der Vernachlässigung der Sozialpolitik an. Herr von Bethmann Hollweg habe seine sozialpolitischen Versprech ungen nicht eingelöst, ebensowenig Herr Delbrück. Daß Zentrum sei vollkommen umgefallen und habe alle Arbeiter= interessen im Stich gelassen. Die Behauptung, daß die Industrie, die jährlich 4 Milliarden zurücklegt, feine weiteren Lasten übernehmen könne, sei lächerlich. Ob Ausnahmege= setz oder Entrechtung der Arbeiter mit bestehenden Gesezen gegen beides sei die Sozialdemokratie gewappnet. Abg. Müller- Meiningen( fortschr. Vp.) wünschte, daß das Wahlgeheimnis durch einheitliche Urnen und durch Zusammenlegung von Zweigwahlkreisen geschützt wird und fällte über die Ausführung des Vereinsgesetzes ein günstiges Urteil. Mit den preußischen Verhältnissen war er dagegen nicht zufrieden. Ebenso mißbilligte er das Verbot des preußischen Ministers des Innern gegenüber allen Wahlrechtsumzügen und die angeblichen Bemühungen zur Unterbindung des Versammlungsrechts der Freisinnigen und des Deutschen Bauernbundes. Abg. Linz( Rp.) hält unsere Sozialpolitik für das größte Werk der sozialen Gerechtigkeit, das die Welt gesehen hat. Redner verlangte eine Vertretung der Detaillisten in den Handelskammern und des Mittelstandes im wirtschaftlichen Ausschuß. Dann vertagte sich das Haus auf Montag. Die Prinzregentenfeier in München. Strahlende Sonne, Fahnen und Festschmuck an allen Häusern, auf der Straße hin und her wogende dichte Menschenscharen, das war das äußere Zeichen, wie München den Festtag des Prinzregenten am Sonntag beging. SalutschieBen der Artillerie und die Tagesrevetlle sämtlicher Militärfapellen hatten schon in den frühesten Morgenstunden zahl= reiche Zuhörer angelockt. Bei den Fest gottesdienst en in allen Kirchen der Stadt waren die Kirchen bis auf den letzten Platz gefüllt Von dem militärischen Festgottesdienst aus zogen die Truppen der Garnison nach dem Maximiltansplatz zur Parade. Prinz Ludwig nahm den Vorbeimarsch der Truppen ab. Neben ihm befanden sich die Prinzen des föniglichen Hauses, darunter auch in der Unt form des Ersten Feldartillerieregiments der 10ährige Uv enkel des Prinzregenten, der kleine Prinz Luitpold. Zur gleichen Zeit fam vom Oberwiesenfeld her der Aviatiker Wincziers auf seinem Flugapparat heran und umfreiste unter lebhaftem Jubel der dichten Menschenmenge die Residenz. Der Kaiser übersandte dem Prinzregenten sein von Professor Schwarze gemaltes Delbild in Lebensgröße. Das Bild zeigt den Kaiser als Juhaber des ersten bayerischen Ulanenregiments mit dem Bande des Hubertusordens. Rundschau vom Cage. Politisches. Kein neues Zündwarensteuergesetz. In den letzten Tagen hieß es vielfach, daß demnächst dem Reichstage ein Gesetzentwurf über dieBesteuerung der Zündholzersatzmittel zugehen werde und daß außerdem die Kontingentierung der Zündholzindustrie beabsichtigt sei. Ein offiziöses De= menti dieser Meldung betont jetzt, schon die Fassung der Nachricht zeige, daß sie nicht von unterrichteter Seite stammt; denn die Kontingentierung sei durch das bestehende Zündwarensteuergesetz bereits eingeführt. An zuständiger Stelle werde die ganze Mitteilung als unzutref= fend bezeichnet. Des Kaisers Dank für die Durchsehung der Heeres: vorlage. Bei der General- Ordenskommission werden nach der„ Mil.- pol. Korrespondenz" die Urkunden über die Verleihungen von Auszeichnungen vorbereitet, die vom Kaiser einer großen Zahl von Offizieren des Kriegsministe= riums als Anerkennung der beim Zustandekommen der neuen Heeresvorlage geleisteten Dienste zugedacht sind. Für den Kriegsminister von Heeringen ist der Orden vom Schwarzen Adler bestimmt. Auch an den Reichsschatzsekre= tär, seinen Unterstaatssekretär Kühn und an die an den Vorarbeiten zur Reichswertzuwachssteuer beteiligten Räte sollen Orden verliehen werden. Im Anschluß an die Parade wurde vor dem ArmeeMuseum das Denkmal Ottos von Wittelsbach enthüllt Hier hielt Prinz Ludwig eine Ansprache, in welcher er die Geschichte des Hauses Wittelsbach und das Leben des Prinzregenten schilderte, dessen Treue gegen das Reich sich stets bewährt habe Nachdem der Prinz den Befehl zum Fallen der Hülle gegeben hatte, zeigte sich das von Ferdinand v. Miller geschaffene Denkmal, welches von einem Gönner gestiftet ist, der ungenannt bleiben will. Kriegsminister Graf von Horn antwortete mit einer Dankesansprache und schloß mit einem Hoch auf den Prinzregenten. Im Laufe des Tages waren von über hundert Fürstlichkeiten Glückwunsch telegramme eingetroffen, darunter äußerst herzlich gehaltene von Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef, dem Präsidenten Fallieres, dem Kaiser von Rußland, sowie von allen Bundesfürsten. Ferner waren eingelaufen Telegramme vom Reichskanzler, vom preußischen Kriegsminister im Namen der preußischen Ar14) Das Familiengeheimnis. Roman von L. Walter. Deklarationspflicht für die Vermögenssteuer in Preußen? Wie verlautet, bereitet die konservative Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses einen Antrag vor, in dem die Staatsregierung ersucht wird, bei der nächstjährigen Steuerreform die Deklarationspflicht auch auf die Vermögenssteuer auszudehnen. Der Termin für die Reichstagsstichwahl in Gießen ist nach einer Meldung der„ Frankf. 3tg." auf den 21. März anberaumt worden. Man rechnet im Wahlkreise allge= mein mit der Wahl Beckmanns, weil man annimmt, daß die im ersten Wahlgange auf Pfarrer Korell vereinigten Stimmen zum größten Teile dem sozialdemokratischen Kandidaten zufallen werden. Zum Besuche des deutschen Kronprinzenpaares in Italien schreibt die römische offiziöse Presse: Den Besuch hat Kaiser Wilhelm gewollt, um die vollkommene Uebereinstimmung und die Freundschaft der Herrscherhäuser und die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem italienischen Volke zu bezeugen. Dies sei von politischer und moralischer Bedeutung, die weit über den Rahmen der Jubelfeierlichkeiten hinausgehe. Der Empfang, der dem Kronprinzen in Italien bereitet werden wird, wird zeigen, daß das italienische Volk die Feinheiten im diplomatischen Verkehr zu würdigen vermag. ( Nachdruck verboten.) ,, Sprechen Sie nicht so laut, mein lieber Freund! Unsere teure Kranke bedarf der Ruhe.... sie könnte leicht in der Stille der Nacht den Ausbruch Ihres Jammers hören." „ Sie sind ein erfahrener Arzt, Doktor; sagen Sie mir unumwunden die Wahrheit: was halten Sie von dem Bustand meiner Frau?" Gegen die Kriegsrüstungen wollen die Wiener Arbeiter protestieren. Die Wiener Arbeiter- Zeitung" veröffentlicht einen Aufruf zur Massenbeteiligung der Arbeiter an einer am 9. April stattfindenden öffentlichen Kundgebung gegen die Kriegsrüstungen und Kriegshehe. Diese Kundgebung soll an diesem Tage in allen Städten und Industriebezirken Desterreichs und Italiens stattfinden Der Chef des Admiralstabs der Marine, Admiral von Fischel ist laut allerhöchster Kabinettsorder vom 11. März in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt und wird in Anerkennung der Seiner Majestät geleisteten Dienste a la suite des Seeoffizierkorps in den Listen der Marine weiter geführt werden. Heeringen, Vizeadmiral, zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee, ist zum Chef des Admiralstabes der Marine ernannt worden. Ich kann jetzt eine Erklärung noch nicht abgeben." Freilich ist die Zeit darnach angetan, daß man das Schlimmste befürchten muß; aber nicht alle Krankheiten endigen mit dem Tode, auch der erfahrenste Arzt kann sich täuschen... von meinen Patienten, die sehr schwer darniederlagen, sind viele genesen. Ich wage faum noch ein Urteil abzugeben. Fassen Sie sich, mein lieber Freund, und vertrauen Sie auf Gott." Junker sah den Arzt mit starren Blicken an. ,, Haben Sie feine Hoffnung?" fragte er tonlos. „ Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß Ihre Junge und fräftige Gattin den Anfall übersteht. Aber ein fluger Mann macht sich auf alle Fälle gefaßt.. von Kleine Nachrichten. Das neue 25- Pfennigstück hat sich jetzt auch die Guns der Falschmünzer erworben. Im Verkehr tauchen vor allem in Berlin große Mengen falscher 25- Pfennigstücke auf. Von Geschäftsleuten, Händlern, Straßenbahnschaffnern wurden solche Falsifikate entdeckt. Die falschen„ Biermarten" zeigen durchweg das Münzzeichen" D" und sind durch ihr bleiartiges Aussehen und ihren matten Klang als unecht zu erkennen. Der Inhalt der Rede des Ministerpräsidenten von Bethmann Hollweg in der Modernistendebatte des preußischen Abgeordnetenhauses wird in der halbamtlichen Wochenschau der„ Nordd. Allg. 3tg." noch einmal kurz zusammengefaßt und daran folgende Bemerkung angefügt: Der Arzt mochte wohl die Verhältnisse der beiden Gatten fennen, denn er fügte nach einer Pause hinzu: „ Ich rate Ihnen als Arzt und als Freund. Vorsicht ist die Mutter der Weisheit." ,, Sie geben mir teine Hoffnung?" In gleicher Lage mit Ihnen befinden sich noch Hunderte seien Sie Mann und Christ!" Lot anf Brer Wohnu and feine G peritändnis Gin unheilb paar in den Durch G trages getöte Beine Leiche Ben unverle Das un bermals ein We Theater Librem Sohne piftole unvor Bruitfeite ge Weber ei Muf dem Vit men zu früh wei Bergler Ein tödli erne in Gra gen- Unterri ter fcharfen In dem Mom briger das Ind der Getr Müdliche Sch mordverfuch, Im Alter von 114 Jahren ist in Mostar( Herzegowina) dem„ Nenen Wiener Tageblatt" zufolge, der älteste Mann des Bezirks, Osman Novo, gestorben. Er war körperlich und geistig noch vollständig rüstig. Die französischen Unteroffiziere haben gegenüber ihren Kameraden in anderen Staaten manches voraus. Jetzt ist vom französischen Kriegsminister verfügt worden, daß ebenso wie bereits den Offiziersstellvertretern nunmehr auch den fapitulierenden Unteroffizieren versuchsweise die Vergünstigung gewährt werde, an Sonn- und Feiertagen Zivilkleidung zu tragen. Wilhelm drückte dem Arzte innig die Hand. " Ich will mich nach allen Kräften fassen, will Ihren Rat befolgen, Doktor! Ach, das Unglück kam ja so jäh, daß es mich völlig unvorbereitet fand. Und ich lebte so glücklich mit Cäcilie, die mir über alles in der Welt geht. Mir ist, als ob ich die Beute eines wüsten Traumes sei, als ob ich gar nicht in die veränderten Verhältnisse ge= höre. Doktor, stehen Sie mir bei, ich bin sonst ganz verlassen!" ,, Wollen Sie mich denn nicht verstehen!" murmelte der Arzt in einem Tone, der an Vorwurf streifte.„ Ich kann weder einen glücklichen, noch einen unglücklichen Ausgang versichern. Fordern Sie von dem menschlichen Wissen nicht Unmögliches. Alles, was meine Kraft vermag, werde ich pflichtgetreu anwenden, um dem Fortschreiten der Krankheit Einhalt zu tun. Herr Junker, Sie sind ein Mann.. ,, Das will ich; Ihnen zu nüßen ist mein Bestreben. Sie müssen aber auch auf meine Worte hören.... Ich meine es gut, herzlich mit Ihnen. Jetzt erklären Sie mir Ihre rätselhafte Rückkehr... Teure Wachholderbeeren. In Kaltenholzhausen im Taunus pflückte ein Landwirt Wachholder im Werte von drei Pfennigen. Auf die Anzeige des Försters erhielt der Missetäter folgenden Strasbefehl: Strafgebühren 2 Mark, Schreibgebühren 1 Mark, Wert 0,03 Mart, Porto 0,10 Mark in Summa 3,13 Mark. Riesendiebstahl in einem amerikanischen Museum. Eine Anzahl kostbarer ägyptischer Juwelen und Reliquien sind aus dem archäologischen Museum der Pennsylvania- Universität in Philadelphia abhanden gekommen. Die Untersuchung ergab, daß es sich um Diebstahl handelt. Von den Tätern fehlt jede Spur. Der Wert der entwendeten Gegenstände beträgt vier Millionen Mark. Ans Gram über den Tod der Gattin durchschnitt ein in der Feuerbachstraße in Steglitz bei Berlin wohnender Herr am Sonnabend sich und seinem Pflegekinde die Pulsadern. Das Kind ist tot, der Mann schwer verletzt. Beide hatten sich auf dem Sopha niedergelassen. ,, Doktor," begann der junge Mann, ich will mein Herz erleichtern, will Ihnen nichts verschweigen, damit Sie mir raten und beistehen können. Sie sind ja mein väterlicher Freund, wie Sie mehr als einmal bewiesen haben. Sie wissen, ich war Offizier und reichte Cäcilie die Hand, weil wir uns gegenseitig herzlich liebten. Ich war arm, Cäcilie aber sehr reich. Die Verwandten meiner Frau billigten die Heirat mit dem armen Offizier nicht; sie hätten sie sogar vereitelt, wenn es ihnen möglich geweser: wäre. Cäciliens Eltern sind tot, ich habe sie nicht mehr gefannt; aber es lebt noch ein Bruder des Vaters, der sich nicht des besten Rufes erfreut. Wir leben mit Rudolphi, so heißt der Onkel, auf gespanntem Fuß, und mir zumal ist er sehr feindlich gesinnt." ,, Dies wissen Sie?" " Ja." Fahren Sie fort, fahren Sie fort." Wilhelm seufzte, dann erzählte er weiter. Das neu admittag v Fieg unterno Latt gelande en Durchme reter Gas. 200- PS- Mot nerflüglige ben. In de Auch das ne Connabend fre Fahrt Mirdorf, Te dem Tegele Laftichifferve über Rei Siesdorf zur nommen. Der Die nalpolizei ift der im Reich Anglers im kr Spur. S den Bedienst tung ihrer Bei einer de graphie, die " Ich bin aus dem Heere geschieden, um ganz meiner Frau anzugehören, wie sie es wünschte. Ach, mein Glück war grenzenlos, nicht etwa des großen Reichtums wegen, der mir so plötzlich geworden... nein, Cäcilie schuf mir ein Paradies auf dieser Erde, ich mußte sie mit jedem Tage mehr achten und lieben. Wer wie ich vom Glücke begünstigt ist, kann dem Himmel nicht genug danken. So. verflossen drei Jahre. Während dieser Zeit hatte Cäcilie einigemale Unterredungen mit Rudolphi, dem Bruder ihres verstorbenen Vaters. Ich wollte sie um den Inhalt dieser Unterredungen nicht befragen, da ich ihn vermuten fonnte... sie hat ihm kleine Summen eingehändigt, trohdem er mit seinem Bruder, also mit dem Vater meiner Frau, nie auf gutem Fuße gestanden. Wir reisten diesen Sommer nach dem Alexisbade, das einsam und versteckt in den Harzbergen liegt. Nicht die große Welt, eine schöne Natur hatten wir aufgesucht, um den Sommer zu genießen. Die Zeitungen berichteten von der Epidemie, die in unserm Heimatsorte so schreckliche Verwüstungen anrichtete. Wir nahmen uns vor, die furchtbare Zeit vorübergehen zu lassen, da Geschäfte uns feinen 3wang auferlegten. Eines Tages tam ich von einem weiten Spaziergange zurück, an dem meine Frau nicht teilgenommen, Ich traf sie in einer seltsamen Stimmung. ,, Bist Du frank?" fragte ich besorgt. ,, Nein, nein!" war die Antwort. ,, Mir scheint, Du hast geweint." So haben Sie um so mehr Grund, auf alle Eventualitäten gefaßt zu sein," meinte der Arzt. ,, Ach, daß ich jetzt über solche Dinge sprechen muß!" " Es ist leider nur zu nötig!" „ Mir fommt es wie eine Entweihung meiner Liebe vor.. " ,, Sei nicht besorgt, Wilhelm, ich befinde mich wohl; aber mir ist eingefallen, daß wir in die Heimat zurüc kehren müssen." , Sollen wir uns einer schweren Gefahr aussetzen?" rief ich erstaunt. „ Wir werden nur einen Tag dort bleiben." Warum, warum denn?" " Weil ich mit unserm Rechtsanwalt sprechen muß." ( Fortsetzung folgt.) Serrn darste Herr, der die früher länge wohnt hatte Tagen in B at, daß dief in Verbindu inzwischen v brg aufhalt Zur Tra folgende Ei fenen Schwes mptifum in don mitgete gericht vorge Die Schweste tr Geisler f hidig gewo Konventional nicht beigetri schnell ih ließ fie daher | turnen, zwaii Agint die 2 Kreit, den d ohne die nd als jetz das Schidfal nahm freilid presario die üter das, w geleistet. G ben, wenn langt unbed berfeits abe eze. 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In Essen wurde die Frau des Theaterdirektors Hartmann in ihrer Wohnung von ihrem Sohne, einem Studenten, der mit einer Browningpistole unvorsichtig hantierte, durch einen Schuß in die linke Brustseite getötet. Ueber ein Grubenunglück wird aus Eisleben berichtet: Auf dem Vittumschacht wurden Sonnabend abend durch etnen zu früh losgegangenen Dynamitschuß ein Steiger und awei Berglente sofort getötet. Ein tödlicher Unfall ereignete sich gestern in einer Kaferne in Graz. Knapp vor Beginn des Einjährig- Freiwilligen- Unterrichts lud ein Einjähriger sein Gewehr mit et= ner scharfen Patrone und erhob das Gewehr zum Anschlag. In dem Moment, als er losdrückte, betrat ein anderer Einjähriger das Zimmer. Die Kugel drang diesem in den Kopf, und der Getroffene war in wenigen Minuten tot. Der unglückliche Schüße beging in der Verzweiflung einen Selbstmordversuch, der aber mißglückte. Vermischtes. Das neue Militärluftschiff„ M. 4" hat Sonnabend nachmittag vom Tegeler Schießplag aus den ersten Aufstieg unternommen und ist nach 40 Minuten langer Fahrt glatt gelandet. Das Luftschiff ist 96 Meter lang, hat ei nen Durchmesser von 12% Meter und faßt 10 000 Rubikmeter Gas. Das Luftschiff hat zwei Gondeln, die mit je 200- PS.- Motoren ausgerüstet sind, welche wiederum zwei vierflüglige Propeller an beiden Seiten der Gondeln treiben. In den Gondeln befanden sich zusammen 10 Mann. Auch das neue Siemens- Schuckertluftschiff unternahm am Sonnabend von seiner Ballonhalle in Biesdorf eine größere Fahrt rund um Berlin. Es nahm seinen Kurs über Rirdorf, Tempelhof, Schöneberg und Charlottenburg nach dem Tegele: Schießplay, wo es über dem Gelände des Luftschiffervereins längere Zeit kreiste, dann wandte es fich über Reinickendorf, Niederschönhausen, Weißensee und Biesdorf zurück. An der Fahrt hatten 12 Personen teilge= nommen. Der Diebstahl im Reichskanzlerpalais. Die Kriminalpolizei ist, wie Berliner Blätter erfahren, dem Dieb, der im Reichskanzlerpalais eine Brillantnadel des Reichstanzlers im Werte von etwa 1800 M. gestohlen hat, auf der Spur. Nach der Entdeckung des Diebstahls war bei den Bediensteten des Reichskanzlers sofort eine Untersu= worden. chung ihrer Koffer und Kleider vorgenommen Bei einer der Köchinnen fand man eine Momentphotographic, die die Köchin in Gesellschaft eines eleganten Herrn darstellt. Die Ermittelungen ergaben, daß dieser Herr, der die Bekanntschaft der Köchin gemacht hatte, schon früher längere Zeit in einem Hotel Unter den Linden ge= wohnt hatte, und daß er sich auch bis vor zwei oder drei Tagen in Berlin aufgehalten hat. Die Polizei nimmt an, daß dieser Mann, dessen Personalien ermittelt sind, in Verbindung mit dem Diebstahl steht. Er hat Berlin inzwischen verlassen und soll sich augenblicklich in Hamburg aufhalten. - Zur Tragikomödie der Schwestern Blazek werden noch folgende Einzelheitengemeldet: Die zusammengewach= fenen Schwestern Blazet, die sich zurzeit im Passage- Panoptikum in Berlin als Naturwunder zeigen, wurden, wie schon mitgeteilt, durch den Gerichtsvollzieher dem Amtsgericht vorgeführt, um den Offenbarungseid zu leisten. Die Schwestern sollen in Hamburg, wo sie dem Direktor Geisler für ein Museum verpflichtet waren, vertrags= brüchig geworden sein. Sie wurden zur Zahlung einer Konventionalstrafe von 1000 Mark verurteilt, die aber nicht beigetrieben werden konnte, weil die Schuldnerinnen zu schnell ihren Aufenthaltsort wechselten. Herr Geisler ließ sie daher zum Offenbarungseid laden und, da sie nicht und hier famen, zwangsweise vorführen. Rosa war begint die Besonderheit der Tragik von Anfang an bereit, den Eid zu leisten. Aber Josepha weigerte sich, und ohne diese konnte jene nicht zum Termin erscheinen, und als jetzt Josepha verhaftet wurde, da mußte Rosa das Schicksal der andern teilen. Die Haft der beiden nahm freilich sehr bald das gewünschte Ende, da der Impresario die Geldsumme hinterlegte. Rosa soll empört sein über das, was man ihr getan: sie hat den Eid inzwischen geleistet. Sie meint, sie dürfe doch nicht verhaftet werden, wenn ihre Schwester hierzu Anlaß gebe. Sie verlangt unbedingte Achtung ihres Rechts auf Freiheit. Anderseits aber verlangt der Staat Anerkennung seiner Gesetze. Aber die Gesetze lösen hier das juristische Problem nicht, aus dem einfachen Grunde, weil sie nur normale Menschen voraussetzen, keine Naturwunder. Und dennoch muß ein praktischer Ausweg gefunden werden: man wird lieber auf die Strafe verzichten, als einem harmlosen Menschen Unrecht zu tun. Also, lieber Gesetzgeber, ruft jemand in der„ B. 3. a. M.", heran an den Entwurf einer Ler Blazek! Eine Stiftung von einer halben Million Mark ist der Stadt Berlin zugefallen. Die verstorbenen Eheleute Rentner Friedrich Wilhelm Mickisch haben ihr gesam= tes etwa 540 000 Mart betragendes Vermögen der Stadt Berlin unter dem Titel„ Fritz und Franziska MickischWeihnachtsstiftung von 1911" vermacht. Die Zinsen der Stiftung sollen nach Abzug verschiedener Legate an franke unbescholtene bedürftige verschämte geborene Berliner beiderlei Geschlechts und jeder Religion nicht unter 50 Jahre alt pro Kopf mit 100 Mark alljährlich am 24. Dezember als Krankenweihnachtsunterstützung verteilt werden. Die westeuropäische Zeit in Frankreich. Seit Sonnabend Mitternacht ist in ganz Frankreich offiziell die westeuropäische Zeit eingeführt. Natürlich konnte die große Zahl der öffentlichen und staatlichen Uhren bisher noch nicht völlig umgestellt werden. Auf dem Pariser Observatorium hatte man schon am Freitag nachmittag da mit begonnen, die Zeit richtigzustellen; die neue Zeit wird auzer in ganz Frankreich auch in den französischen Kolonien eingeführt werden, natürlich nur insoweit diese unter den Meridian von Greenwich fallen. Den„ Teufel" erschossen. In dem an der böhmischberfränkischen Grenze gelegenen Dorfe Girsch kam ein als Teufel verkleideter Spizbube in ein Bauernhaus und ver= langte von dem allein zurückgelassenen 11jährigen Jungen, ihm das Geldversteckt seines Vaters zu zeigen, sonst würde er ihn mit in die Hölle nehmen. Aber der wadere Anabe fort sich nicht, holte des Vaters Jagdgewehr und erschoß den Teufel. In zottige Schaffelle gehüllt, wurde er von herbeieilenden Nachbarn in einer Blutlache aufgefunden. 50 fostenlose Schülerreisen nach Paris. In dem Wettbewerb für französische Schüleraufsäge, den die in Berlin erscheinende französische Zeitung„ Journal d'Allemagne" unter Mitwirkung des Komitees für internationalen Schüleraustausch veranstaltet hat, fand kürzlich die Verteilung der Preise 50 tostenlose Reisen nach Paris statt. Die Beteiligung war sehr groß, es waren nicht weniger als 3234 Aufsätze eingegangen. Prämiiert wurden die Arbeiten von 38 Schülern und 12 Schülerinnen, 18 Preise fielen nach Berlin. Die Reise nach Paris findet während der diesjährigen Osterferien statt. Die jungen Leute reisen gemeinsam. Ebenso finden die Ausflüge, Theaterbesuche usw. gemeinsam statt. In Paris wohnen die Schüler in der Pension eines staatlichen Gymnasiums, die auf Veranlassung des französischen Unterrichtsministe= riums zur Verfügung gestellt ist. Die jungen Mädchen erhalten Unterkunft in einem Töchterpensionat. gustav nagel als Bürgermeisterkandidat. Der Konflift in der Kommunalverwaltung von Bad Kösen treibt immer niedlichere Blüten. So hat jetzt der bekannte Naturmensch gustev nagel an den Kösener Stadtverordneten Ruttmann einen Brief geschrieben, in dem er sich als Bürgermeister von Kösen anbietet, weil er erfahren habe, daß der jetzige Bürgermeister Kretschmar Oberbürgermeister geworden sei, und da er außerdem Leutnant der Heilsarmee sei, werde er wohl nicht viel Zeit für die kommunalen Geschäfte übrig haben; nagel verspricht dagegen, das Amt gewissenhaft zu verwalten. Riesige Erdgasmengen in Siebenbürgen. Eine Kommission von ungarischen Reichstagsabgeordneten und Vertretern der Stadt Budapest hat sich nach Sarmas in Siebenbürger begeben, wo die Regierung Erdgasbohrungen vornehmen läßt Das Erdgas strömt mit donnerähn= lichem Getöse in der Menge von täglich ungefähr 900 000 Kubikmeter mit einem Druck von 30 Atmosphären aus dem Bohrianal. Es wird beabsichtigt, das Erdgas mittels einer Fernleitung für Industrie und Beleuchtungszwecke nach der Hauptstadt zu führen. Ein Doktor als Falschmünzer. Wegen Anfertigung falschen Papiergeldes wurde gestern der 31jährige Dr. phil. Max U., der einer angesehenen Familie in Baden entstammt, in Berlin verhaftet. Bis vor zwei Jahren war er in einer hochstehenden Familie als Erzieher tätig, siedelte dann nach Paris über und kam erst vor einem Monat nach Berlin zurück. Dreimal hat er in dieser kurzen Zeit die Wohnung gewechselt. Seinen Wirtsleuten war es aufgefallen, daß er eine Presse und zahlreiche photographische Sachen bei sich führte. Bei der gestrigen Haussuchung wurden nun eine große Anzahl photographischer Aufnahmen, mit denen falsche Zehnmarkscheine hergestellt wurden, vorgefunden. Petroleum in Blöcken. Eine Londoner Petroleumgesellschaft bringt, wie der„ Neuen Badischen Landes- 3tg." gemeldet wird, Petroleum in Blöcken auf den Markt. Der Erfinder dieser neuen Form des bekannten Brennmate= rials behauptet, daß ein damit versehenes Automobil 1200 englische Meilen( etwa 12 000 Kilometer) ohne Aufenthalt zurüdlegen könne. Diese Eigenschaft und die Tatsache, daß Blockpetroleum weniger Raum als flüssiges Petroleum einnimmt, läßt den Erfinder hoffen, daß sein Produkt das Heizungsmaterial der Kriegsschiffe der Zukunft werde. Das Blockpetroleum soll zu 80 Prozent aus Erdöl, einem gewissen Prozentsaz einer seifigen Masse und 1 Prozent eines geheimgehaltenen Materials bestehen, das der Masse die Festigkeit verleiht. Verdächtige Aufklärung. Sie:„ Jetzt sind die neuen Handschuhe, die Du gestern zum ersten Male angehabt, schon zerrissen! Er:„ So? Da müssen die Lausbuben wieder Glasscherben auf das Trottoir geworfen haben!" Boshaft. Sängerin:„ Ich habe hier ein ärztliches Attest, daß ich heute abend nicht singen kann.- Theaterdirektor: Deshalb brauchen Sie sich nicht aufzuregen! Ich will Ihnen sogar ein Attest geben, daß Sie nicht singen können!" Wie Prinz Luitpold das Eiserne Kreuz erwarb. Eine Episode aus der Schlacht bei Gravelotte. Am 1. August 1870 war Feldzeugmeister und Generalinspekteur der bayerischen Armee Prinz Luitpold mit ſei= nen beiden Adjutanten, Rittmeister Freiherrn v. Limpöck und Hauptmann der Infanterie, Freyschlag von Freyenstein, sowie mit dem Ministerialsekretär und Hauptmann a la suite der bayerischen Armee Maximilian Grafen von Berchen von München nach Mainz abgereist, um sich dort als Vertreter seines Königs dem Großen Hauptquartier der deutschen Feldarmee anzuschließen. In welch warmer Freundschaft sich König Wilhelm von Preußen und Prinz Luitpold bald näher getreten sind, davon gibt eine bisher noch wenig bekannte Episode beredtes Zeugnis, die sich am 18. August gegen Schluß der blutigen Schlacht bei Gravelotte abgespielt hat und deren Einzelheiten Schreiber dieser Zeilen aus dem Munde des nun verstorbenen bayerischen Generalleutnants v. H. erfuhr, dem sie kein Geringerer als Bismarck selbst mitgeteilt hat. Seit Mittag war auf der ganzen Linie der Kampf entbrannt. Am Spätnachmittag trat infolge Erschöpfung der deutschen Armeeteile eine Art Gefechtspause ein, da es diesen trotz heroischen Ringens bisher nicht gelungen war, den tapferen Gegner aus seinen meist stark befestigten Stellungen zu werfen. König Wilhelm, der mit dem großen Hauptquartier sett fünf Uhr nachmittags seinen Standpunkt auf einer Höhe nordwestlich von Gravelotte nächst der Ferme Mogador, kaum einige hundert Meter hinter feuernden Batterien des 3. Korps. eingenommen hatte, wollte noch vor Einbruch der Dunkelheit die Entscheidung herbeiführen. Er befahl dem General Steinmetz mit allen ihm noch verfügbaren Kräften im Verein mit dem ihm außerdem zugeteilten, eben anrückenden 2.( Pommerschen) Korps die Höhen von Point- du- four zu stürmen. Kaum hatten jedoch die Franzosen die diesen Angriff einleitenden Bewegungen erkannt und zugleich das Vorgehen der geschlossenen Kolonnen der Pommern bemerkt, als sie sofort zum Gegenstoß ansetzten. Dichter weißer Pulverdampf entquoll plötzlich den langen Linien der schleunigst wieder auf die Höhen östlich von St. Hubert vorgezogenen französischen Batterien, die dann die vorliegenden Waldungen und die Hochfläche um Gravelotte mit einem Hagel von Geschossen überschütteten. Aus dem Geschützdonner hob sich deutlich das Knarren der Mitrailleusen und das rollende Schnellfeuer der Infanteriemassen heraus, die durch die heraneilenden Reserven der Korps Frossard und Leboeuf verstärkt worden waren. Bald zeigten sich auch über der Ferme Mogador die weißen Wölfchen zerspringender Schrapnelles, deren Stücke pfeifend die Luft durchpflügten. Schon schlugen Granaten hinter die vorliegenden, im heftigsten Geschützkampfe befindlichen preußischen Batterien ein und zischten bereits einzelne Chassepotgeschosse in bedenklicher Nähe des Königs vorbei, der sich jedoch in seiner gespannten Aufmerksamkeit auf die vor ihm abspielenden Vorgänge nicht beirren ließ. Als aber die feindlichen Geschoffe immer zahlreicher und näher famen und der Adjutant des Kriegsministers bereits eine Verwundung erhalten hatte, wollte seine Umgebung die schwere Verantwortung für seine Sicherheit nicht mehr länger übernehmen. Doch erst die eindringlichsten Vorstellungen vermochten den König zu bewegen, den so ge= fährdeten Standpunkt zu verlassen. Kaum waren die Pferde bestiegen, als sich Prinz Luitpold als erster dicht an die Seite seines Großoheims sette, um ihn gegen feindliche Geschosse mit seinem eigenen Leibe zu decken. Die übrigen Fürstlichkeiten mit ihren Begleitern folgten sofort diesem Beispiel und bildeten während des langsamen Rittes über den Hang gegen Gravelotte zu einen lebendigen Schutzwall um die teure Person der Majestät, bis der Gefahrbereich hinter ihnen lag. Als Rezonville erreicht war und sich alle um das Biwakfeuer geschart hatten, an dem König Wilhelm die weiteren Nachrichten über den Verlauf der Schlacht erwartete, da dankte dieser ganz besonders dem Prinzen Luitpold für die ihm eben bewiesene rührende Hingabe für seine Person und versicherte ihm und den Fürstlichkeiten, daß er diese Kundgebung nicht vergessen werde. So hat Prinz Luitpold das ihm am 3. September 1870 verliehene Eiserne Kreuz nicht aus Gründen der Courtoisie erhalten, sondern er hat es sich auf dem Schlachtfelde errungen durch sein furchtloses Eintreten vor drohender Gefährdung des Oberbefehlshabers der deutschen Armee, wie auch durch unerschütterliches Ausharren in so gefahrvollen Stellungen wie auf den Höhen von Gravelotte und vierzehn Tage später vor Sedan. Drabtnachrichten und neuestes. Verzweiflungstat einer Mutter. Berlin, 13. März. Gestern vormittag zeigte die 31 Polizei an, daß sie am Abend vorher ihre drei Kinder, eine Jahre alte Kutscherfrau Mathilde Runge geb. Gloditsch der Tochter von 6 und zwei Söhne von 5 und 4 Jahren mit Cyankali vergiftet habe. Sie habe die Tat aus Verzweiflung vor Mißhandlungen ihres geisteskranken Mannes begangen. Die Kinder wurden in der Wohnung Waldemarstraße tot aufgefunden und die Leichen dem Schauhaus zugeführt. Ueber die Tat werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Die Frau hatte ihren Mann, einen Trinfer, der schon wiederholt in Anstalten untergebracht war, im September wieder zu sich genommen, ohne daß eine Bef= serung eintrat. Am Freitag abend gab es wieder einen bösen Auftritt. Deshalb hat die Fraue den Entschluß ge= faßt, sich und die Kinder umzubringen und hat diesen Entschluß sehr faltblütig ausgeführt, indem sie, beim Kleinsten anfangend, den Kindern das Zyankali mit schwarzem Kaffee gemischt einflößte und mit dem nächsten Kinde immer wartete. bis der Tod bei dem jüngeren eingetreten war. Das hatte zur Folge, daß das älteste heftig widerstrebende Kind das Gift nur mit Gewalt eingeflößt erhielt. Nachdem die Kinder tot waren, ging die Frau zu ihrer verheirateten Schwester und deren Mann und dann zu einem Bruder und erzählte ihnen die Sache. Der eine der beiden Männer lehnte eine Einmischung in die Sache ab, weil er Wahlzettel austragen müsse, der andere, weil er feine Schere= reien mit der Polizei haben wolle. Schließlich kehrte die Frau mit ihrer Schwester in die Wohnung zurück und sie sprachen sich aus, was mit den Möbeln und sonstigen Hausgerätschaften geschehen solle. Endlich ging die Kindermörderin selbst zur Polizei. Als Erklärung dafür, daß sie ihren Kindern nicht in den Tod folgte, gab sie dort an, sie wolle verhüten, daß ihr Mann ihr etwas Schlechtes nachsage. Die Frau wurde in Haft genommen. Eine Frau in Männerkleidern. Berlin, 13. März. Eine 24jährige Dame in Friedenau erhielt von der Polizei die Erlaubnis. Männerkleidung tragen zu dürfen. Die Dame gleicht im Aeußern so sehr einem Manne, daß sie wiederholt in den Verdacht kam, sich verkleidet zu haben. Es wurde ihr nahegelegt, dafür zu sorgen, daß das Tragen von Männerkleidung zu keinen Mishelligkeiten führe und die öffentliche Ordnung dadurch nicht gestört werde. Bei einem Ausritt tödlich verunglückt. Magdeburg, 13. März. Bei einem Spazierritt in der Umgebung von Magdeburg scheute das Pferd des Oberleutnants von Schönemark und sprang gegen einen Laternenpfahl. Der Reiter wurde schwer verletzt vom Platze getragen und starb kurz darauf. Kratereinsturz am Vejuv. Portici, 13. März. Gestern nachmittag erfolgte am Krater des Vesuvs ein großer Einsturz. Das Gestein stürzte in einer Länge von 300 Metern 80 Meter tief ab. Das Ereignis war von einer Erderschütterung begleitet. In dem Augenblick des Einsturzes war eine Gesellschaft von zwanzig Fremden mit ihren Führern im Begriff, den Krater zu besteigen, kam jedoch mit dem bloßen Schrecken davon. Es folgten noch einige kleine Gesteinsstürze. Eine gewaltige Aschensäule erhebt sich über dem Vulkan. Der Vesuv macht den Eindruck, als wäre ihm das Haupt abgeschlagen. Studentenausschreitungen in Belgien. Brüssel, 13. März. In Lüttich ist es gestern zu blutigen Studentenkrawallen gekommen. Der fatholische Studentenbund feierte gestern in Lüttich das Fest seines 25jährigen Bestehens. Zu dieser Feier waren auch die Kommilitonen der Universität Löwen nach Lüttich gekommen. Der Bischof nahm persönlich die Fahnenweihe in der Kirche vor. Diese Zeremonie reizte die antiflerifalen Studenten auf, die die aus der Kirche kommenden Studenten erst verhöhnten und dann tätlich angriffen. Es fam zu einer Schlägerei, bei der es auf beiden Seiten Verwundete gab. Der Kampf hörte erst auf, als die Polizei die Studenten mit der Waffe auseinandertrieb und einige besonders hervorragende Schläger verhaftete. Angriff auf das Kaiser Friedrich- Krankenhaus in San Remo. San Remo, 13. März. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wandten sich an den Portier des Kaiser Friedrich Krankenhauses 5 Männer und verlangten in deutscher Sprache Almosen. Der Hauswart wies die Leute an den deutschen Konsul. Darauf versuchten die Leute in das Krankenhaus einzudringen und begannen, als sie zurückgedrängt waren, ein Steinbombardement gegen das Krankenhaus. Mehrere Kranke wurden in ihren Betten durch die hereinpraffeln= den Steine verletzt. Das Personal des Krankenhauses trat den Burschen, von denen zwei verlebt wurden, mit Gewalt entgegen und hielt sie so lange fest, bis sie von Gendarmen verhaftet werden konnten. Ob die von ihnen angegebenen Namen und Nationalität richtig sind, steht noch nicht fest. Menterei französischer Matrosen wegen schlechter Kost. Toulon, 13. März. Auf dem Schulschiff„ La Couronne" ist eine Meuterei unter den Matrosen ausgebrochen. Diese beklagten sich über die schlechte Kost und weigerten sich, Arbeit zu verrichten. Eine von dem Vorgeseßten sofort an geordnete Untersuchung führte zu dem Resultat, daß die Klagen der Mannschaften begründet waren. Infolgedessen wurde der Befehl gegeben, daß den Matrosen von jetzt ab eine bessere und reichlichere Kost verabreicht werde, worauf die Arbeit wieder aufgenommen wurde. Handel und Verkebr. Cassel, 11. März. Weizen( 100 Klogramm) 19.00 bis 19.50 M, Roggen( 100 Kilogramm) 15.50-16.00 M, Gerste ( 100 Kilogramm) 15.50-16.50 M, Hafer( 100 Kilogramm) 16.00-17.50 M, Heu( Zentner) 2.60-3.30 M. Stroh( Bentner) 1.60 2.40 M. Arbeitsvergebung. Die zum Ausbau einer Straße im Ort Klein- Liuden erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden und zwar: Chaussierungsarbeiten mit Eteinlieferung beranschl. zu 2469 Mt. 655 Pflasterarbeiten " Schriftliche Angebote wonen auf Großh. Fürgermeisterei Klein- Linden bis nächsten Dienstag den 14 März d. 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Wenn die Frühlingssonne die Natur zu neuem Leben ruft und auf den Wiesen die Maßliebchen und andere Feühlingsblumen blühen, denken wir gern an die aufblühenden Menschlein, deren Kraft und Gesundheit die kommende Generation bedeuten. Wir sind glücklich über das werdende Leben und die lachenden Kinder. Komme zum Jahrmarkt nach Giessen mit Stickerei- Spitzen; grossem Posten Straussfedern, Bänder etc. Hochachtungsvoll B. Wallach. - Aber nicht alle schauen fröhlich ins Leben. Tausende von Kindern müssen kaum zum Leben erblüht wieder scheiden. Wir wissen, daß es oft die kräftigsten Kinder sind, die verloren gehen, denn die Ernährungskrankheiten, denen die Mehrzahl der im ersten Lebensjahre sterbenden Kinder erliegt, treffen wahllos Gesunde und Schwächliche. Kuverte mit Aufdruck billigt Giessener Verlagsdruckerei Klein& Fischer. - Dieselben Umstände, die den Tod herbeiführen, legen in tausenden von Kindern den Keim späterer Krankheit, sodaß sie herangewachsen der Allgemeinheit zur - Last fallen, der sie durch eine wohlbedachte Fürsorge als wertvolle Glieder der Volksgemeinschaft hätten er= halten werden können. So erscheint diese Fürsorge als eine Pflicht der Allgemeinheit und als das Gebot sachlicher Erwägungen, denn die Vernachlässigung der frühesten Jugend schadet nicht allein dem Stolz und der Selbstachtung eines Volkes, sondern belastet auch die Gemeinden, den Staat und die Versicherungsträger. Schäden zu verhüten ist leichter, als sie zu heilen. Diese Gedanken haben in Hessen zur Organisation der Mutter- und Säuglingsfürsorge geführt, die in allen Kreisen des Landes in Angriff genommen worden ist. Ihr soll der Ertrag des Blu mentages dienen, den unsere Landesfürstin zum Besten der Mütter und Kinder in den Städten und den Landgemeinden des Hessenlandes veranstalten will. Der Gedanke ist in allen Teilen des Landes freudig aufgenommen worden; alle Kreise des Volkes stellen sich gern in den Dienst der Sache, die einigt, um im schönen Sinne des Wortes zu helfen, d. h. nicht eine Wohltat vermitteln, sondern durch die Kenntnisse, die sie verbreitet, mit dazu beitragen will, daß man sich selbst helfen kann. So fordern denn die unten genannten provisorischen Komitees, die nach Bildung des definitiven Komitees zurücktreten werden, das ganze Land auf, sich an dem Blumentag im Monat Mai zu beteiligen und mitzuhelfen. Die provisorischen Komitees in den Kreisstädten des Landes. Drud der Gießener Berlagsbruderei, Alein& Fischer.- Verantwortlich für die Redaktion i. V.: Albin Klein, für Reklame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen. Gemeind 1) Kreis Gie bad Mentorf an der Mendorf an der L enshausen Wen- Bujed newod Mesheim Mters hain erod mit Winn ettenhausen em Setler thardsfelden imba dh bringen- Heiber rf- Bill radt mit Arn ingshausen erbenteich leaujen egen mit Schiffe belarod fen- Bused fen- Linden inberg hiningen bach attenrod fen indelheim aleim ngen heiden elbach Lin Linden mg g- Göns mgdorf ter geftern ait Hof Alba auen und Mül denftruth llar ndorf nda ringlar Miniter idenheim mit ber- Beffingen mnenrod bornhofen. Der Beffingen Der Hörgern Denhausen mit S penrod redborn bertshausen- Ri intardshain stirchen heim mit Hof gen bges dingshausen tershausen mit afen mit Bollbo erg und Wirrb angenrod aufenberg- Fried inbach inheim dhausen i- porloff it an der Lun Labe Der Wahla Berner hat ate aus allen hlreich waren tehende St