38 rube rrädern, der ganz Leichte schicke dräder. m, verenlager. og steht gesucht ittner Alt age n 828 en. lack. Cratzen Polsterer fachmöbel phanias. arkus- GeUhr im eben Jegemeinde. en männchung im hr: Misisfeld. ½ Uhr: gend der r im Joide- FrauDer- Ramation. Ihr: GeBeicht. anion. Militäerentalische Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh. Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 12. - - ( 1. Blatt) 10 Seiten umfaßt die heutige Nummer, außerdem liegt die 8- seitige ,, Illustrierte Welt- Nundschau" zum 1. Male bei. Wir bitten um Weiterempfehlung. Redaktion und Verlag. - der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 14. Januar 1911 Zimmer ausgelegt. Unter den zahlreichen telegraphischen Beileidskundgebungen seien hervorgehoben: Ihres um die Landwirtschaft hochverdienten Gatten bitte Staatsminister Dr. Ewald:„ Bei dem Heimgange ich Sie, meiner herzlichen Teilnahme versichert zu sein." Landtagspräsident Korell:„ Von schmerzlichem Befene Trauernachricht von dem Heimgang ihres hochver dauern erfüllt die Zweite Kammer die soeben eingetrof dienten Mitgliedes Köhler- Langsdorf. Im Namen der Zweiten Kammer und im eigenen Namen drücke ich Ihnen das wärmste Beileid aus." Die Abgeordneten v. Brentano und Meiski haben herzliche Telegramme gesandt. Pfarrer Kore I I:„ Nehmen Sie mein herzliches Beileid entgegen für den Tod des aufrichtigen Mannes." aus. der Stadtv. Kr um m- Gießen:„ Tief erschüttert spreche Ihrer Familie mein Beileid bei dem Tode Ihres vortrefflichen Mannes aus."- Der Bauernverein Bergen sowie viele Private drückten ihre telegraphische Teilnahme Die Landwirtschaftskammer das Großhercogtum Hessen schreibt:„ Aus Anlaß des für dienstvollen Gatten verfehle ich nicht, Ihnen im Namen betrübenden Hinscheidens Ihres hochverehrten und verder Landwirtschaftskammer das herzliche Beileid auszusprechen. Der Dahingeschiedene war ein eifriger Förhessischen Landwirtschaft verursachte schmerzliche Verlust derer der hessischen Landwirtschaft und wird der, nicht allein in den Kreisen der Landwirtschaftskammer, sondern auch in den weitesten landwirtschaftlichen Kreisen tief bedauert werden. Dem Heimgegangenen wird die hessische Landwirtschaft ein dankbares Andenken bewahren." Vom LandwirtschaftskammerAusschuß traf ein ebenso herzlich gehaltenes Schreiben ein, ferner von der hessischen Vereinigung f. Volksfunde, Reichstagsabg. Uebel und Dr. Osann( aus dem Reichstag), Kreisveterinärarzt Dr. Knell in GieStadecken und noch eine große Anzahl sonstiger schriftBen, Gewerberat Gerhard in Gießen, Abg. Wolflicher Beileidskundgebungen. Zur Reichstagserfatzwahl für Gieffen. Die Wählerschaft des ersten hessischen Wahlkreises sieht sich nun durch den Tod Köhlers vor die Notwendigkeit versetzt, wenige Monate vor den allgemeinen Reichstagswahlen noch eine Ersatzwahl vornehmen zu müssen. Es wird sich um das Reichstagsmandat aller Voraussicht nach ein scharfer Kampf entſpinnen. Das Gießener Reichstagsmandat ist ein heiß umstrittenes. Der Aufmarsch der Parteien zum Wahlkampfe dürfte sich bald vollziehen zur Stunde ist allerdings über die Kandidatenfrage bei feiner Partei Bestimmtes bekannt. Die Sozialdemokraten sollten allerdings für die Hauptwahlen ihren alten Kandidaten Krumm wieder aufgestellt haben, doch wird berichtet, daß man für die Nachwahl eine Kandidatur des Offenbacher Rechtsanwalts Dr. Kaz ins Auge gefaßt habe, der aus Gießen stammt. Die von freisinniger Seite für die Hauptwahlen ins Auge gefaßte Kandidatur des Marburger Professors Rade ist wieder zurückgezogen worden, und auch die von nationalliberaler Seite geplante Aufstellung des Professors für Landwirtschaftslehre an der Universität Gießen, Dr. Gisevius, ist noch nicht definitiv, ebensowenig natürlich, wer von deutsch- und christlich- sozialer Seite aufgestellt werden soll, da ja Köhler wieder für die Hauptwahlen kandidieren wollte. Gelingt es nicht, in Gießen die liberalen Stimmen auf einen Kandidaten der mittleren Linie zu vereinen, dann wird die Sozialdemokratie die lachende Dritte sein. Sie bekundet ja jetzt schon einen verdächtigen Eifer zu ,, guten Ratschlägen", indem z. B. die„ Franks. Volksstimme" die Freisinnigen auf die günstige Gelegenheit" zu einer ,, Rache für die Stellung des nationalliberalen Landesausschusses" aufmerksam macht eine„ Rache", deren Früchte natürlich den„ Genossen" zugute kämen. Wir wollen bis auf weiteres annehmen, daß die Gießener Linksliberalen trotz ihres eigenartigen Verhaltens bei der Stadtverordnetenwahl etwas andere Gesichtspunkte für ihre Haltung maßgebend sein lassen. Soviel wir wissen, schweben in Gießen noch Verhandlungen zwischen den beiden liberalen Parteien vielleicht kommt man unter dem Eindruck der drängenden Ereignisse rascher zu einem praktischen Ergebnis, als dies angesichts einer erst in Monaten zu erwartenden Wahl der Fall - ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahra. Kassel) ist Redakteur Julius Beeser, bisher in Stuttgart, angestellt worden. Lokal- Dachrichten. Gießen, den 14. Januar. nationalliberale Kommerzienrat Em melius als unneten- Sitzung am vergangenen Donnerstag wurde der ):( Gießen. In der nichtöffentlichen Stadtverordbesoldeter Beigeordneter gewählt. = 0= Gießen. Zu der morgen hier stattfindenden loff die Gedächtnisansprache. Der Akademische GesangReichsgründungsfeier hält Professor Dr. Roverein und der Kronbauer'sche Quartettverein singen unter Professor Trautmanns Leitung zwei Chöre mit Ormonie, Bauer'scher Gesangverein, Bürgergesellschaft, Sänchesterbegleitung beim Festakt. Die Gesangvereine HarVerein, Gemütlichkeit und Sängerabteilung des Turn= gerchor, Heiterfeit, Liederkranz, Maschinenbauer- GesangVereins haben sich zu einem Gesamtchor vereinigt und singen unter Leitung von Fr. Bauer am Abend beim Festtommers Massenchöre. Darmstadt hält am 16. Januar, abends 8½ Uhr, in (*) Gießen. Geheimrat Professor Dr. Walbe= Landeskirchen Oberhessens" mit Lichtbildern. Gäste sind der Aula der Universität seinen ersten Vortrag über ,, Die dazu willkommen. hier ständig in Bellersheim wohnhaft gewesenen (*) Bellers heim. Von einem bis vor kurzem 72jährigen Greis- ein Veteran von 1860 und 1870 Heppenheim, 12. Jan. Die Steinbruchbesitzer und Arbeiter haben sich geeinigt. Es wurde vereinbart: Der jetzt giltige Tarif wird bis 1913 verlängert. Eingestellt werden vorläufig zwei Drittel der seither beschäftigten Arbeiter. * Worms. Der bei dem Eisenbahnunfall auf der durch ausströmenden Dampf verunglückte Lokomotiv= Strecke Worms- Gundheim im vergangenen Sommer führer Wenzel ist jetzt irrsinnig geworden und in die Anstalt nach Alzen gebracht worden. welcher vor zirka 30 Jahren seine aus zwei unmündigen Kindern von 7 und 9 Jahren und ihrer Mutter bestehende Familie verlassen und seitdem nichts mehr von ihr gehört hat,( die Kinder wurden nach dem Tod jetzt durch zufällige Vermittelung eines Soldaten wähder Mutter bei fremden Leuten untergebracht) wurden weilte eine Tochter, eine junge Frau aus Ockersdorf bei enthaltsort ihres Vaters bekannt. Am letzten Sonntag rend der letzten Einquartierung den Kindern der AufHerborn, in Bellersheim, um den alten Vater nach 30Langsdorf hat noch nie eine solch großartige Trau- jähriger Trennung in die Heimat zurückzuholen. erkundgebung erlebt. Mit den Mittagszüden trafen aus der Richtung Hungen und Lich die Leidtragenden aus der näheren und weiteren Umgebung, sowie die Vertretungen der verschiedenen Körperschaften ein. Die meisten der letzteren und die auswärtigen Freunde Köhlers begaben sich noch zu der im Sterbezimmer aufgebahrten Leiche, um von dem Entschlafenen den letzten Abschied zu nehmen. Eine große Anzahl Kollegen des Reichs und besonders Landtages waren erschienen, Provinzialdirektor Usinger, Dekonomierat Leithiger, mögen über 150 Repräsentanten und Vertreter derjenigen Körperschaften, die Köhler nahe standen, im Geleite gewesen sein. Am Grabe sang der Gesangverein ein Grablied, darauf hielt der Geistliche eine kurze Andacht und segnete die der Erde übergebene Leiche ein. Hierauf fanden zahlreiche Kranzniederlegungen statt unter von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden AnAm besten organisiert auf bürgerlicher Seite ist zwei- ſprachen, und zwar legten Kränze nieder: Reichstagsabfellos der Bund der Landwirte und die Deutsch- geordneter Bruhn, Abg. Korell im Auftrag der § Dutenhofen( Kr. Wetzlar). Morgen Sonnsozialen mit den Christlich- sozialen. Im 3weiten Kammer, Abg. Bähr im Auftrag der Landtag werden zahlreiche Männer, die es ernst meinen mit Jahre 1907 erhielt Köhler, der für Bund der Landwirtschaftskammer, ein Vertreter der Fraktion des hess. wirte, die Christlich- sozialen und die Deutsch- sozialen kanBauernbundes, Oberlehrer Werner für die Wirtschaft- tagsabgeordneten Behrens Referat im Jagdder Politik, hier zusammenkommen, um des Reichs= didierte, 9017 Stimmen, Er hatte damit die liche Vereinigung des Reichstages, ein Vertreter größte Stimmenzahl unter allen drei Kandidaten erreicht. Bei der bevorstehenden Ersatzwahl werden die drei Gruppen wohl wieder gemeinsame Sache machen, nachdem sie für die Hauptwahlen bereits ein Zusammenwäre. Man schreibt uns noch zu diesem dem„ Franks. Ge= neralanz." entnommenen Zeilen folgendes: wirken vereinbart und Köhler als Kandidaten in Aussicht genommen hatten. Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt, man spricht allerdings von Landwirt Wilhelm Fenchel in Oberhörgern, der Wahlkreisvorsitzender des Bundes der Landwirte und Mitglied der deutsch- sozialen Partei ist. Die Sozialde mokratie brachte für ihren Kandidaten, Stadtverordneten Krumm- Gießen, 6396 Stimmen auf. Der Kandidat der Sozialdemokraten ist Krankenkassenbeamter Beckmann. Nach einer neueren Blätternachricht soll auch der christlich- soziale Oberbibliothekar Dr. Heuser als Kandidat für den Reichstagswahlkreis Gießen- GrünbergNidda in Frage kommen. Andere schlagen den Stadtverordneten Tro B- Gießen vor. Auch der Landtagsabgeordnete u tz- Elpenrod wird genannt. = es des Bundes der Landwirte, Lehrer Kling- Gießen für die deutsch- soziale und christlich- soziale Partei, ein Vertreter des Wahlkreisvorstandes des Bezirks Gießen- GrünbergNidda, Direktor Hirschel für die Aktiengesellschaft Neue Tageszeitung", Bürgermeister Le u n- Großen- Linden für die Bürgermeister- Konferenz des Kreises Gießen, Direktor Ma ennel für den Aufsichtsrat der Oberhess. Hauptgenossenschaft, ein Gießener Vertreter der Reichspost- und Telegraphenbeamten, Lehrer Sommer= " * Mücke, 12. Jan. Von schweren Schicksals= schlägen wurde seit Jahren die Familie eines LandJrrenanstalt und vor kurzem starb seine Frau. wirtes in Stockhausen verfolgt, sein Sohn tam in eine Aus Schwermut hat sich der Mann erhängt. -u- Nieder- Ohmen, 14. Jan. Gestern Abend wurde hier ein Turnverein gegründet, dem 45 Mitglieder beigetreten sind. schlößchen zu hören. Behrens gilt ja weit und breit als einer der fleißigsten, befähigsten und sachlichsten Parlamentarier, dem selbst seine schärfsten Gegner in seinem umsichtigen Walten für seinen Kreis Wetzlar Hochachtung entgegenbringen. Er spricht nachmittags 2½ Uhr. -vv- Marienberg( Westerw.). Hier liegt hoher Schnee. Natürlich gibt es dadurch gute Rodelbahnen. Der Verkehrsverein veranstaltet am 22. Januar ein Preis Rodeln. Inheiden für die Bezirkslehrervereine Lich und Hungen, Ohr druf für das 11. Armeekorps kostet 73 Milliodie Gemeinde Langsdorf durch den Bürger= meister, die Gemeinde Bettenhausen durch den Polizeidiener. Viele Blumenspenden waren übersandt worden. Die Trauerversammlung begab sich hierauf zur eigentlichen Leichenfeier in das mitten im Dorfe liegende Gotteshaus. Der Name Köhler- Langsdorf, dem die Presse aller Parteien warme Nachrufe widmete, wird unauslöschlich in der Geschichte Hessens verzeichnet sein. Zur kommenden Reichstagswahl. Friedberg. Der Bund der Landwirte bev. Der neue Truppenübungsplay in nen Mark. Die Forderung wird im Etat damit begründet, daß auch Schießübungen der Feldartillerie abgehalten werden sollen. und Betriebsgesellschaft zu Berlin plant den Bau einer (§) Frankenau. Die Continental- EisenbahnbauBahn von Bad- Wildungen nach Frankenau zum Anschluß an die Bahn Zimmersrode- Frankenberg mit Unterstützung der interessierten Gemeinden Frankenau, Frebershausen, Gellershausen, Aleinern, Albertshausen, Reinhardtshausen und Bad- Wildungen. Crauerkundgebung für Abg. Köbler. abfichtigt hier wieder den Rechtsanwalt Dr. D. Helmolt trische Ueberland- Zentrale und später ein Grup= r Langsdorf, 13. Jan. 1911. Heute sind die sterblichen Ueberreste des Reichstagsund Landtagsabgeordneten Köhler der Erde übergeben worden. Die Aufbahrung der Leiche war im Arbeitszimmer Köhlers erfolgt, woselbst er auch gestorben ist. Zahlreiche Kränze und Blumenarrangements waren im als Reichstagskandidaten aufzustellen. * Marburg. Der Bauernbund wird im hiesigen Wahlkreis die Kandidaturen v. Gerlachs und des deutsch- sozialen Rupp bekämpfen. * Kassel. Als Parteisekretär für den kurhessischen Bezirksverband der Fortschrittlichen Volkspartei( Sitz in (*) Im Wohrathale will man eine elek= penwasserwerf errichten. Dierdorf, 12. Jan. Die diesjährige GeneralVersammlung des deutschen Viehhändlervereins findet morgen Sonntag, 15. Januar, nachmittag 2 Uhr, in Limburg im Lokal des Herrn Dillmann, Hotel„ Zur Stadt Wiesbaden", statt. Die Kleine Strafgesetzreform vor dem Reichstag. Der Reichstag verhandelte am Donnerstag über einen Tell der Bülowschen Erbschaft. Das ist die sogenannte fleine Strafgesetreform, die ihren Ursprung im jungen Frühling des Blockes hat, wo Fürst Bülow in seiner be= fannten, vielerörterten Programmrede unter allerlei an= deren Reformen auch solche ankündigte, die auf dem Gebiete des Strafgesetzes liegen. Das Gesetz ist eigentItch nur als Notgesetz gedacht und will wenigstens die schretendsten Ungerechtigkeiten aus dem Strafrecht herausbringen, bis etne grundlegende Strafreform erfolgen kann, beren Vorarbetten ja beretts eingesetzt haben. So zerfällt es in eine Reihe von einzelnen Teilen, die verschiedene Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch herausgreifen, um ste dem veränderten Rechtsempfinden anzupassen. it. a. ist eine schärfere Bestrafung wegen Hausfriedensbruchs, Beletdigung, Tierquälerei und Nahrungsmittelfäschung vorgesehen. Die Kommission hat einen neuen Paragraphen eingefügt, in dem die Ausnüßung minderjähriger Personen zum Betteln, gewinnsüchtigen oder unstttlichen Zwecken unfer Strafe gestellt wird. Ferner eine Bestimmung zur fchärferen Bestrafung von Betrug und Täuschung. Die Bestimmungen über die Beleidigung( größerer Schutz der persönlichen Ehre) sind in zweiter Lesung von der Kommission schließlich ganz fallen gelassen. gebnisse des Prozesses und das Urteil geeignet sind, die Anschauungen des Reichskanzlers über das Gesamtbild der Moabiter Vorgänge zu bekräftigen. Das Gericht hat sowohl die Janhagel- Theorie sowie auch die provozierende These, die von der Sozialdemokratie aufgestellt wurde, verworfen, genau so, wie es der Reichskanzler getan hat. Die Urteilsbegründung verbreitet über Ursprung und Gesamtbild der Krawalle soviel Klarheit, daß keine dialektische Kunst imstande ist, die Darlegungen des Reichskanzlers über die moralische Mitschuld der Sozialdemokratie zu entkräften." Der Pole v. Dziembowski befürwortete einen polnischen Antrag seiner Fraktion, in dem eine Aenderung des§ 130 St. G. B. dahin verlangt wird, daß öffentliche Aufreizung zu Gewalttätigkeiten verschiedener Bevölkerungsklassen gegeneinander mit Geldstrafe bis zu 600 M oder mit Ges fängnis bis zu zwei Jahren nur dann bestraft wird, wenn die Wirkung der Aufreizung in naher Zukunft Itegt. Das Reichsgericht hat dahin entschieden, daß auch solche Straffälle getroffen werden, deren Wirkung in naher Zukunft liegt. Der Antrag wurde gegen Polen und Sozialdemotraten abgelehnt, die Bestimmungen über den Hausfriedensbruch und Fretheitsberaubung wurden angenommen. Rundschau vom Cage. Politisches. Für das vierhundertjährige Jubiläum der Reformation, das die protestantische Welt im Jahre 1917 begehen wird, sind die Vorbereitungen bereits im Gange. Auf dem vorjährigen großen Gustav- Adol- f& est in Stralsund wurde die Veranstaltung einer Jubiläumsspende angeregt. In Straßburg píant man die Errichtung eines Denkmals des elsässischen Reformators Martin Bucer, und da sSchwabenland will Luther und den württembergischen Reformator Johannes Brenz in einem großen Reformationsdenkmal unter dem Kreuz Christi darstellen. Eine Reforddividende soll nach dem„ B. T." die Kolo. niale Bergbaugesellschaft zur Verteilung bringen. Die Ge sellschaft hat im letzten Jahre eine Ausbeute von 312 684 Karat Diamanten zu verzeichnen. Dabei wurde ein Reins gewinn von ca. 2½ Millionen Mark erzielt, der auf das Aktienkapital von 100 000 Mark verteilt werden soll. Das wären 2500 Mark Dividende. Ueber einen Jagdunfall des Königs von Schweden gelangen erst jetzt Mitteilungen an die Oeffentlichkeit. Der König, der ein eifriger Jäger ist, war im Begriff, ein Wild zu verfolgen, als er plößlich über eine Baumwurzel strau chelte und zu Fall kam. Er schlug dabet so heftig gegen einen Baum, daß er eine ziemlich schwere Verlegung davon rug, die ihn zwang, einige Tage das Bett zu hüten. Der deutsche Heimarbeiterfongreß ist am Donnerstag in Berlin eröffnet worden. Prof. Franke gab eine Darstellung über die Entstehung der Arbeitsschutzgesetze und bezeichnete als Ziel der Gesetzgebung und der Organisation, daß der Arbeiter zur Selbsthilfe erzogen werden soll. Vor allen Dingen müsse das Lohnproblem gelöst werden. Der Kongreß nahm zunächst das Hauptreferat des Professors Dr. Wilbrandt- Tübingen entgegen. Seinen Ausführungen legte er eine Resolution zugrunde, in welcher alle Wünsche der Heimarbeiter enthalten sind. In der Resolution heißt es u. a.: Der Deutsche Heimarbeitertag gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß mit der Verwirk lichung dieser Forderungen dem Elend in der hausindustriellen Bevölkerung gesteuert werden kann, und erwartet deshalb vom Bundesrat und Reichstag, daß diese Resolution bei der Beratung über die Beschlüsse volle Berüdsichtigung findet. Es folgten die Vorschriften über die Tierquälerei. Nach der Vorlage sollte Tierquälerei als Vergehen mit Gefängnis bestraft werden, die Kommission hat sie als Uebertretung angesehen und läßt auch Haftstrafe zu. Hter ent( pann sich eine recht lange Erörterung. Die Kommission hat landesrechtliche Schächtverbote, wie sie in einigen Bundesstaaten, wie im Königreich Sachsen, bestehen, ausdrücklich im Gesetz für ungültig erklärt. Abg. Gröber( Zentr.) hält etne Regelung von Reichswegen für notwendig. Es kann nicht festgestellt werden, daß das Schächten inhuman und grausam sei. Ihm trat Abg. Graf- Weimar( wirtsch. Vgg.) entgegen, der das absolute Schächtverbot als eine Forderung der öffentlichen Moral und Humanität bezeichnete; sämtliche Tterschutz- und Tterärztevereine hätten, ohne Unterschted der politischen Gesinnung ihrer Mitglieder, Gutachten gegen das Schächten abgegeben, und wer letzteres etumal mit angesehen habe, fühle sich abgestoßen und halte jedes Gutachten für überflüssig. Staatssekretär Lisco sprach ein glattes Unannehmbar zu dem Kommissionsbeschluß( unum= fchränkte Zulässigkeit des Schächtens im ganzen Reich) aus. Der konservative Redner Wagner- Sachsen achtet die Ueberzeugung orthodoxer Juden, die am Glauben der Väter festhalten, aber darum handele es sich hier nicht. Abg. Heinge ( natl.), ebenfalls etn Sachse, erklärte, daß die Nationalliberalen in der Frage geteilt feien. Redner selbst kann dem Kommissionsbeschluß nicht beitreten. Die Erörterung zog fich noch eine Beit lang hin, schließlich wurde zur Abstimm= ung geschritten, die mit großer Mehrheit Annahme des Kommissionsbeschlusses ergab. Mit gesunden Vierlingen, zwei Knaben und zwei Mädchen, beglückte in Klein- Nenndorf im Kreise Rintelu ote Ehefrau Callier ihren Gatten. Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte findet am 20. Februar in Berlin statt. Zum ersten Mal hat sich die Bundesleitung entschlossen, nicht wie bisher im Zirkus Busch zu tagen, sondern die Versammlung nach dem Sportpalast einzuberufen, weil dieser für einige tausend Personen mehr Platz bietet. Auch die Beleidigungsparagraphen wurden dann noch erledigt, und zwar ohne jede Debatte. In der Kommission war in zweiter Lesung ein Beschluß hierüber nicht zustande gekommen. Im Plenum wurde die Regierungsvorlage angenommen. Danach wird bet öffentlichen Beleidigungen eine Höchststrafe von 10 000 M oder zwei Jahre Gefängnis festgefest und, wo das öffentliche Interesse nicht in Frage tommt, der Wahrheitsbeweis nur mit Zustimmung des Beleidigten für zulässig erklärt. Nachklänge zu den Moabiter Krawallen. Die Pest brettet sich in der Mandschuret immer weiter aus und fordert immer mehr Opfer; namentlich die Lungenpest tritt in der ärgsten Form auf. Zahlreiche ausländische Aerzte leisten Hilfe. In der Nordsee gesunken ist gestern früh der Hamburger Dampfer Marie Ruß" infolge übergegangener Ladung Zwölf Mann der Besatzung ertranken, drei Mann wurden durch den Oldenburger Lotsenschoner" Peter" gerettet. Eine Scharlachepidemie wütet in dem westfälischen Städtchen Bocholt und fordert zahlreiche Opfer. In den letzten Tagen starben täglich 8 bis 10 Kinder. In einem Nachbarort starben innerhalb 14 Tagen 12 Kinder. Neben den Scharlacherkrankungen treten auch viele Erkrankungen von Kindern an Masern auf. Die Gründung eines deutschen Industriemuseums in Berlin in die Wege zu leiten, war der Zweck einer Versammlung, die kürzlich in der Berliner Technischen Hochschule stattfand. Das Arbeits-, Handels- und Kriegsministerium, sowie das Reichspost-, Marine- und Kolonialamt waren durch Räte vertreten. Das Museum soll weder privaten Unternehmungen noch dem Deutschen Museum in München Konkurrenz machen, vielmehr die Industrie in der Neuzeit darzustellen und dadurch zu fördern bestrebt sein. Aus Anlaß der Moabiter Streifunruhen sind bei dem Berliner Magistrat insgesamt 201 Entschädigungsansprüche auf Grund des Gesetzes vom 11. März 1850, betreffend die Verpflichtung der Gemeinde zum Ersatz des bet öffentlichen Aufläufen verursachten Schadens, angemel= det worden. 110 Anträge sind nach Maßgabe dieser Beftimmungen abgelehnt. In 55 Fällen sind bis jetzt EntSchädigungen im Gesamtbetrage von 4040 M bezahlt worden. Die einzelnen Beträge schwanken zwischen 2,65 und 975 M. In drei Fällen ist Klage gegen den Magistrat auf Schadenersatz erhoben worden. Unter anderem fordert der Befizzer der Automobildroschke, in welcher die englischen Journalisten gefahren sind, Ersatz für Beschädigung seines Wagens. Ein ungetreuer Fabrikdirektor. Direktor König von den Bismarckfahrradwerken in Bergerhof bet Elberfeld tst nach Unterschlagung von 80 000 M verhaftet und in das Elberfelder Gefängnis gebracht worden. Er ist geständig. Selbstmord eines amerikanischen Millionärs in einem Harzer Kurort. Der millionenreiche Kaufmann Sidney Joseph aus Cincinnati in Ohio, der sich seit längerer Zett in einem Sanatorium in Blankenburg befindet, sprang gestern von einer steilen Felswand des Regensteins in den Abgrund, wo er tot liegen blieb. Joseph dürfte die Tat im Irrfinn begangen haben. Ein tödlicher Unfall in einer Schule hat sich in Neube natek( Böhmen) ereignet. Der Schullehrer Zezulka, ein Asthmatiker, hatte sich, um das Stiegensteigen zu ersparen, im Kohlenaufzuge in das zwette Stockwerk des Schulgebäudes emporwinden laffen. Oben angelangt, riß plößlich die Kette, und der Lehrer stürzte bis in den Keller hinab, wo er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Das neunte Petitionsverzeichnis ist im Reichstag zur Verteilung gelangt. Wie immer bezieht sich eine Reihe von Petitionen auf Aenderung der Gewerbeordnung, besonders auf die Bestimmungen über die Sonntagsruhe und über das Wandergewerbe. Ziemlich groß ist die Zahl der Beamtenpetitionen. Mehrere verlangen die Versehung bestimmter Otte in eine höhere Klasse des Wohnungsgeldzuschußtariss. Der Verband christlicher Tabatarbeiter Deutschlands bittet um Gewährung weiterer Mittel zur Unterstützung der arbeitslos gewordenen Tabatarbeiter. Sehr groß ist ferner die Zahl der Petitionen um Ablehnung des Zuwachssteuergesetzes, während andere dessen Einführung wünschen. Der Reichskanzler und das Moabiter Urteil. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt am Schlusse einer Auslassung über das Urteil in dem Prozeß: Im Gegensatz zu der Auffassung in der sozialistischen Presse und einiger liberaler Blätter behaupten wir, daß die ErDer Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. Nachdruck verboten. 5) Ein tödlicher Rodelunfall hat sich im Wuppertale ereignet. Bei Remscheid stießen zwei Rodelschlitten zusammen. Rektor Köhler stürzte gegen eine Mauer und wurde tödlich verletzt. Mehere andere Personen wurden teils schwer, teils leicht verlebt. Ueber einen eigenartigen Selbstmord wird dem„ B. L.A." aus Bunzlau berichtet: Die Frau des Fleischermeisters Goettner in Röthbach legte sich die zur Tötung von Vieh be= stimmte Maske über den Kopf und brachte die in der Maske befindliche Patrone durch einen Hammerschlag zur Entladung. Die Frau war selbstverständlich auf der Stelle tot. Internationale Friedensinstitute werden im Jahre 1913 eingeweiht werden. Das Komitee der Carnegiestiftung beschloß nämlich, daß die Einweihung des Friedenspalastes im Haag 1913 stattfinden soll. Man will die Feier nach Möglichkeit mit der Errichtung anderer internationale Institute zusammenfallen lassen, namentlich mit der Errichtung einer internationalen Völkerrechtshochschule, der Einweihung eines Gebäudes für die internationalen Kongresse und der internationalen Landwirtschaftsausstellung. Papst Pius hat nach Privatmeldungen aus Rom in einem Schreiben an den König von Sachsen sein Bedauern über den Angriff des Barons de Mathies ausgesprochen. Kleine Nachrichten. Wissenschaft, Kunst und Literatur. angeficht au einer fortige Wo boten u Bahl, in reichsha Geld, de Jeber feinen in Berli Pensiona führen a v. 5. al Die and berg, 3 denau. Wohnfit Unveröffentlichte Memoiren von Richard Wagner. Die Frankfurter Zeitung" veröffentlicht Mitteilungen über ein großes unveröffentlichtes Memoirenwerk Richard Wagners. Das Geheimnis, das bisher über die nur vermutete Selbstbiographie Wagners waltete, ist nunmehr gelüftet. Die Familie Wagner wird die tatsächlich vom Meister selbst verfaßten Lebenserinnerungen der Deffentlichkeit übergeben. Die Abfassung fällt in die Jahre 1868 bis 1873. Wagner benutzte fortlaufend geführte Notizbücher, die später vernichtet wurden. In Wagners eigenem Vorwort heißt es: „ Die in diesen Bänden enthaltenen Aufzeichnungen find im Laufe verschiedener Jahre von meiner Freundin und Gattin, welche mein Leben von mir sich erzählt wünschte, nach meinen Diktaten unmittelbar niedergeschrieben worden. Da der Wert der hiermit gesammelten Autobiographie in der schmucklosen Wahrhaftigkeit beruht, welche unter den bezeichneten Umständen meinen Mitteilungen einzig nur einen Sinn geben konnte, deshalb auch meine Angaben ge= nau mit Namen und Zahlen begleitet sein mußten, so könnte von einer Veröffentlichung derselben, falls bei unseren Nachkommen hierfür noch Teilnahme bestehen sollte, erst einige Zeit nach meinem Tode die Rede sein." Memoiren, deren Manuskript vier Bände, 1158 Seiten, umfaßt, werden im Mai d. J. in einem Münchener Verlage erscheinen. Ein moderner Pranger für Schuldner. Eine eigenartige Neuerung ist in dem westfälischen Orte Soest in Kraft getreten. Laut Beschluß des Stadtverordnetenkollegiums werden die Namen der zahlungsunfähigen Steuerzahler für die Folge durch die Tagesblätter bekannt gegeben. Jahren erhielten wir den Talisman unseres Hauses wieder, aber das Unglück verfolgte uns während der ganzen Zeit. Wir verloren unsere älteren Kinder, Dein Vater fing an zu kränkeln und mußte seine vielversprechende Laufbahn am Hofe aufgeben. Du selbst, unser Jüngster, warst ein zarter Knabe. Wir zitterten für Dein Leben; deshalb verließen wir Petersburg und zogen nach unserem Tulaschen Gut, das mitten im Wald gelegen ist. Die Gnade des Zaren Alexanders III. zeichnete uns aus und Deine beiden Geschwister Tanja und Gawrill blühten damals noch in Gesundheit und Kraft. Jetzt bin ich eine alte franke Frau geworden, die fern von der Heimat lebt, fern von Euch, meine heißgeliebten Kinder, die letzten, die mir geblieben sind. Die Geburt meines EnkelSohnes hat mich, wie Du weißt, mit großer Freude erfüllt. Kann ich nun doch hoffen, daß unser alter Name nicht aus stirbt, daß er in Deinem Erben weiter leben wird. Ich ichide Deiner Frau den Familienschmuck der Wallutjeffs. Sie soll ihn tragen und ich denke, die Diamantsterne werden schön in ihrem Schwarzen Haar aussehen, das Perlenfollier soll ihren weißen Hals zieren. Ich muß Dir jezt etwas erzählen, das Dir bis jetzt unbekannt war, mein lieber Sohn! Es knüpft sich eine alte Sage an das kost= bare Geschmeide. Es ist gut, wenn Du davon hörst, da mit Du den Schmuck sorgsam hütest und ihn noch höher schätzen lernst. Die erhabene Kaiserin Katharina die Große schenkte ihn Deiner Ahne, der schönen Gräfin Ljuba Gawrillowna Wallutjeff, die Palastdame war.„, Hüte mein Geschenk mit Sorgfalt!" sagte die Kaiserin zu ihr. So lange Du es bewahrst, soll das Haus, dessen Namen Du trägst, blühen und gedeihen, geht aber der Schmud verloren, so wird das Unglüd über Euch kommen. Aber auch diejenigen, welche wissentlich oder unwissentlich an dem Raube teilnehmen, sollen es büßen. Nur die Frauen des Hauses Wallut eff dürfen den Schmuck tragen, jeder anderen ist es verwehrt, und ob sie auch noch so unschuldig daran wäre, sie würde es büßen müssen." Diese Worte der Kaiserin haben sich schon mehreremale bewahrheitet. Der Schmuck wurde auch mir durch eine Kammerfrau entwendet. Es würde zu weit führen, Dir die näheren UmStände, die damit verknüpft waren, zu erzählen. Erst nach Aus den Gerichtssälen. Die Ein gemeingefährliches Frauenzimmer. Das Dresdener Landgericht verurteilte die 32 Jahre alte, bereits vorbestrafte Arbeiterin Elisabeth Anna Bauer aus Dresden, die in zahlreichen Fällen Kinder auf der Straße angehalten und ausgeplündert hatte, zu einem Jahre Gefängnis. hauptsta bloß zu Kön über Rö reiche un Herricher madhte, ihn eine höfifchen war, mit Laufbah laffen?" freundlic lang Rö deres W Begeister Sire, G chie popu lich läche nige zu Eduard heiten. Suchte, be Besucher! ihm die persönlic gen nach zipations thm die erwarb scheinen Und mit Prin vor einig ausgewie in Wien gleich fid bagegen nach Ser Serbischer Rüdlehr brachten reichische beranla Belgrad Protofol Verurteilung eines Eisenbahnattentäters. Die Düsseldorfer Straffammer verurteilte den früheren Eisenbahnangestellten Josef Erfen, der mit Steinen nach Eisenbahnzügen geworfen und dabei mehrere Reisende verletzt hatte, verbringen. Ich hoffe, auch Euch im Januar dort zu sehen, meine lieben Kinder! Du mußt um Urlaub bitten, Euer Söhnchen fann so lange unter der Obhut der Großmutter mütterlicherseits bleiben. Und wills Gott, dann ist meine Gesundheit im Sommer so weit hergestellt, daß wir uns alle in Walkowa, unserem Stammsiz im Tulaschen, zusammenfinden. Und nun lebt wohl, meine Geliebten, Gott behüte Euch. Es umarmt Euch alle drei Dein Vater hatte einen Geheimpolizisten beauftragt, Nachforschungen über den Verbleib des entwendeten Schmuckes zu veranstalten. Lange herrschte tiefes Dunkel über der Sache, endlich gelang es aber dem findigen Mann, die richtige Spur zu entdecken. Es ist eine merkwürdige Geschichte, die ich Euch einmal mündlich erzählen werde; jetzt nur so viel, daß wir endlich wieder in den Besitz des Schmuckes tamen. Die freche Diebin wurde ihres Vergehens überführt und vergiftete sich, um der Strafe zu entgehen. Leider war die Freude darüber, sein Eigentum zurüderlangt zu haben, nicht imstande, Deinem Vater die verlorenen Kräfte wieder zu geben. Er starb, hatte aber vorher noch das Glück, Dich frisch und gesund werden zu sehen. Es scheint fast, als beruhe die alte Sage auf Wahrheit. Du wirst es verstehen, welchen Wert ich auf die Erhaltung des Geschmeides lege. Ich glaube, daß ich einen nochmaligen Verlust nicht überleben könnte. Ich schreibe Dir einen Tag vor Andreis Abreise, damit Du weißt, wann er ankommt. Bitte, hole ihn selbst vom Bahnhof ab, ich zittere bei dem Gedanken, daß unser Talismann noch in elfter Stunde abhanden kommen könnte. Sobald Du im Besitz des Schmuckes bist, so sende mir Drahtnachricht. Ich gebe Andrei fünftausend Rubel mit für die wohltätige Stiftung, zur Erziehung der Soldatenwaisen; wie Du weißt, gehöre ich dem Komitee an. Andrei soll sich acht Tage in Petersburg ausruhen und dann die Rückreise hierher antreten. Er muß mir viel von Euch, meine Lieben, erzählen. Sobald unser treuer Diener wieder in Luzern ist, reisen wir noch Nizza, um den Winter dort zu Eure treue Mutter und Großmutter Anastasia Pawlowna Wallutjeff. Dieser Brief der alten Gräfin tam richtig und prompt im Palast ihres Sohnes, des Garde- Leutnants Jegor Alerejewitsch, in Petersburg an. Er saß gerade mit seiner reizenden, jungen Frau am Frühstückstisch, als die Post eintraf. Das Zimmer war von dem milden Licht einer großen Hängelampe erhellt, denn obgleich es schon 10 Uhr war, herrschte noch ein trübes Zwielicht in der Newastadt. Erst gegen 11 Uhr wurde es von der kurzen Helligkeit des Herbsttages vertrieben. Es war ein schöner Raum, in dem das gräfliche Paar seine Mahlzeiten einzunehmen pflegte. Ein Diener in grüner, goldverzierter Jägerlivree ging geräuschlos hn und her und bediente die Herrschaften. Die beiden schönen, jungen Menschen, paßten durch ihre vornehmen Erscheinungen in den Rahmen ihrer Umgebung. Gräfin Maria Nicolajewna war eine bildhübsche, schlanke Dame von 21 Jahren, deren tiefbrünetter Kopf auf einem schlanken, zierlichen Körper saß. Ihre braunen lachenden Augen blickten sonnig; es schien, als ob sie noch nie Tränen des Kummers vergossen hätten. Ein Liebling des Schicksals mußte dieses schöne, junge Weib sein. Ob ihr wohl immer die Sonne des Glückes lächeln würde? Ob nicht auch für sie einst trübe Tage in Sicht waren, jene schweren Stunden des Leidens, die keinem Menschen erspart bleiben, die früher oder später kommen müssen? ( Fortsetzung folgt.) hen 600 Jofeph e auf S dunklen ausgefolg bet: Ein Unterred der ihm Ausweis feine Sd nur dar Spieß de daß Pri auf anfer mitnahm диветств wiederum Cin Londone Gast na hatte sei ruf oder Bugestoße Spatts, Das wüt Freud' war offe wie der lizei hie 34 refogr gebohrt. hielt, fut Boden a und über Bic", d bazu gef auszubre 34 perfid wütender Vic" li hatte ma Ede zu worden. Chlorofor Strydnin an Bics fche Tier ten in d giftetes es auf, es nod) m gegeben derholt, und trüm Herrn. wölf M begangen Wir Die Kuj biele we Kolo Die Ge 812 684 Reins uf das 1. Das en ges . Der Wild Strau gegen davon It. Mädu die weiter Lun uslän burger adung Jurden tet. Tischen den einem Neben ungen g von eld ist das dig. cinem y JoBett ng ge= n den e Tat Reube ein paren, gebäu chote wo er le er= ujamwurde teils B. 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Nur wenige sind in Berlin ansässig. Die anderen wohnen in Hotels, in Pensionaten, möblierten Zimmern und Vororten. Einige führen auch einen eigenen Berliner Haushalt. Etwa 90 v. H. aller Abgeordneten siedeln sich in Berlin selbst an. Die anderen verteilen sich auf Charlottenburg, Schöneberg, Zehlendorf. Westend, Wilmersdorf, Stegliz, Friedenau. Einige haben überhaupt keinen festen Berliner Wohnsit, sie wohnen entweder ganz in der Nähe der Reichshauptstadt oder sie fommen nur selten nach Berlin, meistens bloß zu wichtigen Abstimmungen. König Eduards Esprit. In einer interessanten Studie über König Eduard erzählt ein Franzose einige geistreiche und wikige Bemerkungen, mit denen der verstorbene Herrscher taktvoll allerlei kleine Entgleisungen wieder gut machte, die andere begangen hatten. Eines Tages fragte ihn eine Dame der französischen Gesellschaft, die mit dem höfischen Ton und mit der Hofetikette wenig vertraut war, mit der Miene naiver Selbstverständlichkeit:„, Welche Laufbahn werden Eure Majestät Ihren Sohn einschlagen laffen?" König Eduard lächelte der republikanischen Dame freundlich zu und erwiderte:„ Ich hoffe ihn über kurz oder lang König von England werden zu lassen." Als ein anderes Mal ein Franzose in einer Aufwallung von Begeisterung im Kreise seiner Freunde dem König zurief: ,, Sire, Sie sollten nach Frankreich ziehen, um die Monarchie populär zu machen," da antwortete der König freundlich lächelnd: Nein, Ihr Franzosen nutzt mir Eure Könige zu rasch ab." Diese Geistesgegenwart verließ König Eduard auch nicht bei wichtigen und feierlichen Gelegenheiten. Als er in Irland die Schule von Maynooth be suchte, bat er darum, sich mit der Feder Leo 13. in die Besucherliste eintragen zu dürfen und dieser Zug eroberte ihm die Herzen der irischen Katholiken. König Eduards persönlicher Taft erwirfte auch in den Friedensbestrebungen nach dem Burenkrieg mehr, als das berühmte Emanzipationsdekret. Er machte damals eine Bemerkung, die ihm die Achtung und das Vertrauen der besiegten Buren erwarb und die den König auch als Sieger großmütig erscheinen ließ. Die Buren," so sagte er, sind Gentlemen. Und mit Gentlemen werden wir uns stets verstehen." - Prinz Georg und sein Intimus. In Belgrad wurde vor einigen Monaten ein Waffenschmied namens Büchele ausgewiesen. Dieser ist ein geborener Belgrader, aber in Wien heimatberechtigt. Die Ausweisung erfolgte, obgleich sich der Prinz Georg, dessen Intimus Büchele ist, bagegen ins Beug- gelegt hatte. Büchele hatte sich dann nach Semlin an der Grenze begeben und richtete an die serbischen Behörden von da aus das Ersuchen, ihm die Rüdlehr zu gestatten. Das wurde aber abgeschlagen. Dann brachten Belgrader Blätter kürzlich die Meldung, der österreichische Polizeichef in Semlin Dr. Spieß habe den Büchele veranlaßt, im Auftrage des österreichischen Gesandten in Belgrad zwei Protokolle zu unterschreiben. In dem einen Protokoll hätte gestanden, daß Prinz Georg einem Menschen 6000 Francs übergeben habe, damit er Kaiser Franz Joseph ermorde, und in dem anderen, daß er Büchele auf Veranlassung des Prinzen Georg einem anderen dunklen Ehrenmann zu politischen Zweden 20 000 Francs ausgefolgt habe. Hierzu wird nun aus Belgrad gemelbet: Ein Mitarbeiter der Belgrader Tribuna" hatte eine Unterredung mit dem Semliner Polizeichef Dr. Spieß, der ihm sagte, er habe mit Büchele nur am Tage vor dessen Ausweisung aus Belgrad von Amtswegen gesprochen, habe feine Schriftstücke von ihm in Empfang genommen und sich nur darauf beschränkt, ihn zu beobachten. Wörtlich sagte Spieß dann:„ Ich habe mich persönlich davon überzeugt, daß Prinz Georg dreimal des Nachts mit einem Kahne auf unseren Boden hinüberfuhr und Büchele nach Belgrad mitnahm." außerordentliches Aufsehen. Man glaubt, daß Prinz Georg wiederum in eine peinliche Affäre verwickelt werden wird. Staltungen so lange bontottiert, bis das Liter vier wieder 40 Heller und der Wein wieder 80 Heller kosten. Außerdem ist ein aus hohen Staatsbeamten und Bediensteten wie Vertretern der christlichen und freien Gewerkschaften bestehender Teuerungsausschuß seit gestern in Kufstein in Permanenz getreten, der dem Ringe der Produzenten einen solchen der Konsumenten gegenüberstellen will; er will nicht nur billigere Lebensmittel von auswärts beschaffen, sondern auch die Wohnungsfürsorge in die Hand nehmen. Eine schwere Gasvergiftung wird aus Mecklenburg gemeldet. In dem Orte Zarenthin wurde in letzter Zeit ein Gaswerk errichtet, das gestern in Betrieb genommen wurde. Gestern früh fand man nun die Familie eines Schuhwarenhändlers in ihrer Wohnung in bewußtlosem Zustande auf. Die 85jährige Mutter, die mit einem dreifährigen Enkel zusammengeschlafen hatte, war schon tot, die übrigen vier Personen gaben noch Lebenszeichen von sich, doch schweben fie noch in Lebensgefahr. Es ist mit Sicherheit festgestellt, daß die Vergiftung durch die neue Gaseinrichtung herbetgeführt worden ist. Von einem Fortbildungsschüler getötet wurde gestern abend in Coswig bei Dresden der Schußmann Bachmann. Er wollte den 17jährigen Fortbildungsschüler Gabriel, der wegen ungebührlichen Betragens zu einer Karzerstrafe verurteilt worden war, nach der Ortszelle befördern. Während des Transportes versuchte Gabriel Widerstand zu leisten und versetzte dem 62fährigen Beamten einen so heftigen Fußtritt in den Unterleib, daß dieser zu Boden stürzte und nach wenigen Stunden unter furchtbaren Schmerzen starb. Der König von Siam auf Freiersfüßen. Am Hofe von Bangkok ist man in argen Nöten: Der König Vajiravudh, der jüngst den Thron bestiegen hat, ist noch nicht verhetratet, und das bringt ihn bei den Siamesen ein bißchen um seinen Kredit. In Siam verlangt man nämlich kategorisch, daß der Träger der Krone eine Nachkommenschaft habe. Der neue König, der eine ausgesprochen englische Erziehung ge= noffen hat, weiß genau, daß man sich in Europa, auf deffen Urteil er großen Wert legt, über die am siamesischen Hofe herrschenden Sitten nicht schlecht lustig macht. Es ist betanut, daß in Siam der Monarch Hunderte von Weibern zur Verfügung hat, und daß er trotzdem als legitime Frauen nur seine eigenen Schwestern heimführt. Die Mädchen, die aus solchen Verbindungen geboren werden, sind alle zur Chelosigkeit und zur Klausur verurteilt, wenn sie nicht einen Bruder haben, der sich erbietet, sie zu heiraten. Diesem in die neue Zeit nicht mehr hineinpassenden Liebesregime möchte der König Vajiravudh ein Ende machen: er möchte eine Prinzessin heiraten, die nicht seine Schwester ist. Wo aber eine solche Prinzessin suchen und finden? Eine japanische Prinzessin soll es nicht sein, weil die Stamesen auf den Gedanken kommen könnten, daß Japan fich in Stam festsetzen wollte. Aus demselben Grunde wäre auch eine chinesische Prinzessin abgelehnt worden. Eine Prinzessin aus Kambodscha könnte es darum nicht sein, weil Kambodscha früher ein Vasallenstaat Siams war. Eine indische Prinzessin würde in den Augen der mißtrauischen Siamesen eine britische Kontrolle darstellen. Bltebe also nur eine perfische Heiratskandidatin. Auf keinen Fall wird man sagen können, daß der arme modern erzogene König die Qual der Wahl habe. Künstliche Diamanten. Londoner Meldungen zufolge soll es einem Engländer, dessen Name noch nicht genannt wird, nach jahrelangem Forschen gelungen sein, Diamanten zu machen, die von den natürlichen nur von erfahrenen Sachverständigen unterschieden werden können. Diese synthetischen Diamanten besigen angeblich 98 Prozent der Härte der natürlichen Diamanten. Unter dem Einfluß von Röntgenstrahlen zeigten sie genau dieselben Lichteffekte wie natürliche Steine. Der Erfinder behauptet, er set instande, die künstlichen Diamanten für ein Fünftel der Kosten der natürlichen herzustellen, und zwar bis zur Größe eines Karats. Ihr Glanz ist wunderbar, wenn er auch den blauen Schimmer der allerbesten natürlichen Steine vermissen läßt. Die Steine sollen sich auch zur Verwendung für Glaserwerkzeuge und Bohrmaschinen vorzüglich eignen. Der Dienstweg. Die in Wien erscheinende„ Muskete" erzählt folgende Anekdote: Oberst M. hatte das Kommando des 156. Infanterieregiments bekommen. Die erste Mittetlung hierüber erhielt er durch ein Telegramm der Firma Moritz Filler u. Co., Uniformschneider, Wien. Das zweite Telegramm war von der Firma Becker, Schneider, Wien. Die dritte Depesche kam vom Armeediener Wokurka im Kriegsministerium, einem ehemaligen Unteroffizier des 156. Jufanterieregiments. Bulegt, gerade 24 Stunden nach dem ersten Telegramm und einen Tag vor Publikation des Verordnungsblattes, kam der telegraphische Glückwunsch des Hauptmanns M., des Bruders des Obersten. Der war zum Präsidialbureau des Kriegsministeriums fommandiert. Die Ausage des Dr. Spieß macht in Belgrad Rittmeister v. Krosigks Mörder ermittelt? Ein treuer Wächter. Gestern nachmittag wurde die Londoner Polizei nach einem kleinem Hotel gerufen. Ein Gast namens Hyatt, der seit zwei Jahren dort wohnte, hatte sein Zimmer nicht verlassen, antwortete nicht auf Anruf oder Klopfen, und man glaubte, daß ihm ein Unglück zugestoßen sei. Fünf Polizisten klopften nun an die Türe Hyatts, aber die einzige Antwort, die sie vernahmen, war das wütende Knurren„ Vics", einer Hündin, mit der Hyatt Freud' und Leid teilte. Das Tier, eine starke Bulldogge, war offenbar sehr aufgeregt, und in diesem Zustande war, wie der Wirt warnte, nicht mit ihm zu spaßen. Die Polizei hielt also Kriegsrat und beschloß, vorläufig erst mal zu refognoszieren. Es wurde also ein Loch durch die Türe gebohrt. Der Mann, der zuerst das Auge an die Oeffnung hielt, fuhr mit einem Schrei der Ueberraschung zurüd: am Boden ausgestreckt lag Hyatt mit durchschnittenem Halse und über ihm stand knurrend und mit blizenden Augen „ Bic", die Bulldogge. Zwei Sergeanten, die inzwischen bazu gekommen waren, befahlen vorerst die Türfüllung auszubrechen und zu versuchen, sich irgendwie des Tieres zu versichern. Das geschah, und nun versuchte man, dem wütenden Hund einen Strid um den Hals zu werfen. Aber ,, Vic" ließ sich nicht beikommen. Nicht viel mehr Glück hatte man mit dem Versuche, sie mit einer Stange in die Ecke zu treiben. Inzwischen war es bereits drei Uhr geworden. Ein Arzt wurde herbeigeholt, um dem Hund Chloroform zu geben, aber auch dieses Manöver scheiterte an Vics" Mißtrauen. Man setzte„ Vic" nun eine mit Strychnin gewürzte Schale Milch vor, aber das mißtrauische Tier roch daran, und dann setzte es sich verächtlich mitten in die Milch hinein. Jetzt wurde ihm ein Stück vergiftetes Fleisch zugeworfen. Mit großer Gier fing ,, Vic" es auf, schluckie es hinab und wartete dann gespannt, ob es noch meh: gebe. Da man ihm offenbar zu wenig Gift gegeben hatte, wurde die Dosis noch einmal verstärkt wiederholt, und dann fiel das treue Tier lautlos zu Boden und frümmte sich im Todeskampfe neben der Leiche seines Herrn. Von nachmittags bis abends hatte„ Vic" gegen zwölf Menschen ausgehalten. Ihr Herr hatte Selbstmord begangen. Wirtshausboykott in Kufstein. Eine Radikalkur hat die Kufsteiner Bevölkerung mit ihren Wirten begonnen; diese werden sämtlich auch für gesellschaftliche Veran- Die Erinnerung an den zehn Jahre zurückliegenden, bisher unaufgeklärten Mord an dem Rittmeister v. Krosigk vom 11., damals in Gumbinnen liegenden Dragonerregtments wird durch eine überraschende Nachricht von der VerHaftung des angeblichen Mörders wachgerufen. Der am Bahnbau der Strecke Wunstorf- Haste beschäftigte Arbeiter Fischer ist Mittwoch abend verhaftet worden, nachdem er das Geständnis abgelegt hat, daß er vor zehn Jahren den Rittmeister v. Krosigk erschossen habe. Fischer war seit etwa 14 Tagen an dem Bahnbau beschäftigt und zeigte in der letzten Zeit ein auffallend gedrücktes Wesen. Er wurde schließlich von seinen Arbeitskollegen zur Rede gestellt, weigerte sich aber, irgendwelche Angaben zu machen. Erst als ihn der Schachtmeister ins Gebet nahm, gab er unter Tränen die Erklärung ab, daß er den Rittmeister v. Krosigk erschossen habe. Er bat aber flehentlich, niemanden davon etwas zu sagen. Als Grund für den Mord gab er folgendes an: Er habe gerade vor der Beförderung zum Unteroffizier gestanden und sei vom Rittmeister v.Krosigt, ohne daß das Geringste vorgefallen sei, zu dret Tagen Arrest verurteilt worden. Infolgedessen sei er nicht zum Unteroffizier befördert worden und habe aus Aerger darüber Rittmeister v. Krosigk erschossen. Fischer wurde nach dem Geständnis sofort verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis zu Rodenberg eingeliefert. Bei seiner Vernehmung gab Fischer an, daß er zwar nicht ableugnen wolle, die Aeußerung über das Verbrechen getan zu haben, den Mord habe er aber nicht begangen. Seine schwer belastenden Mitteilungen will er im Delirium gemacht haben. Auch auf dem Regimentsbureau in Lyck ist bereis die Meldung von der Verhaftung und dem Geständnis des Bahnarbeiters Fischer eingetroffeit. Das 11. Dragonerregiment, befanntlich früher in Gumbinnen stationiert, wurde einige Zeit nach dem Prozeß gegen die vermutlichen Mörder des Rittmeisters v. Krosigk nach Lyck verlegt. Im Bureau des Regiments wurden ge= stern vormittag die Mannschaftslisten aus dem Jahre 1901 geprüft, um nähere Feststellungen zu machen. Die Geschichte der Tat. Ueber das Verbrechen an dem Rittmeister v. Krosigk, das seinerzeit so großes Aufsehen erregte, sei nachstehendes in Erinnerung gebracht. Rittmeister von Krosigk ließ am 22. Januar 1901 in Gumbinnen nach einem Scharfschie= Beu auf dem Scheibenstande von seiner Schwadron die Karabiner im Vorraum der Reitbahn ablegen und eine Abteilung reiten. Er selbst schoß, um die Pferde an den Knall zu gewöhnen, mit Platpatronen, mittels eines Revolvers, als durch ein Guckloch in der Seitenwand ein scharfer Schuß fiel. v. Krosigk konnte noch den neben ihm stehenden Wachtmeister fragen, ob er geschossen habe, dann brach er, durch die Brust getroffen, zusammen. Der Tod trat nach vier Minuten ein. Der Karabiner, mit vem der hus ab gefeuert worden war, wurde noch rauchend aufgefunden. Er trug die Nummer 19 und gehörte cinem Dragoner, der in der Abteilung selbst mit ritt. Die Untersuchung wurde sofort eingeleitet und die unter Rittmeister v. Krosigk dienenden Unteroffiziere Marten, Hickel und Domnig unter dem Verdacht der Täterschaft bezw. der Beihilfe verhaftet. In der Verhandlung vor dem Gumbinner Kriegsgericht fam es zur Sprache, daß gerade Marten von dem Rittmeister, der sonst als strenger Vorgesetzter wenig beliebt war, manche Wohltaten empfangen und keinen Grund hatte, ihm nach dem Leben zu trachten. Der Hauptbelastungszeuge Dragoner Skopec wurde als unglaublich befunden und nicht vereidigt, und so kam das Gericht zu einem Freispruch Martens. Infolgedessen wurde auch der wegen Beihilfe angeflagte Unteroffizier Hickel freigesprochen. Gegen diesen Freispruch legte der Gerichtsherr Berufung ein, und das berfriegsgericht kam zu einer anderen Entscheidung. Es hielt Stoped für glaubwürdig, vereidigte ihn und fällte auf Grund der Beweisaufnahme ein Todesurteil gegen Marten, während Hickel wiederum freigesprochen wurde. Marten legte gegen dieses Urteil Revision beim Reichsmilitärgericht ein, da das Oberkriegsgericht nicht ordnungsmäßig besetzt gewesen sei. Das Gericht erkannte diesen Grund an und wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Berufungsgericht zurück. Hier kam es dann, nachdem ein Jahr nach der Tat verflossen war, zu einer vierten Verhandlung des Prozesses, in der der Gerichtshof zu dem Schluß gelangte, daß die gegen die Angeklagten vorliegenden Verdachtsgründe zu einer Verurteilung nicht hinreichten. Es verwarf daher die Berufung und stellte das erste freisprecheude Urteil gegen Marten und Hickel wieder her, das nunmehr rechtskräftig wurde. Zu der Angelegenheit meldet uns ferner ein Telegrammi: Lyd, 13. Januar. Wie die Masurische Zeitung" hört, ist auf Grund der Mannschaftsliste festgestellt worden, daß bei der 4. Schwadron des 11. Dragonerregiments, deren Chef Rittmeister von Krosigk war, zu der in Frage kommenden Zeit ein Mann namens Fischer nicht gedient hat, wohl aber bei der 2. Schwadron. Drabtnachrichten und Deuestes. Hiobsmeldungen aus dem zentralasiatischen Erdbebengebiet Frankfurt a. M., 13. Januar. Der Frtf. Zeitung" wird aus Petersburg gemeldet: Die Nachrichten aus Wiernyi lanten wesentlich schlimmer als die offiziellen Angaben. Die Mehrzahl der Einwohner haust danach unter freiem Himmel und leidet äußerste Not. Ueberall flaffen Spalten und Erdtrichter, alle Pulverfeller sind versunken. Es herrscht scharfer Frost. Auf dem Wege nach Prschewalk liegen Hun derte von Leichen. An den Ufern des Jffikkulsees sind alle Törfer zerstört. Hier hat sich die Bodengestalt völlig verändert, so daß sie nicht mehr zu erkennen ist. Die Poststraßen sind vielfach verschüttet. Stellenweise klaffen Spalten von fünfzehn Metern Breite. In Tokmak Itegen massenhaft unbestattete Leichen. Ein Offizier als Lebensretter. Hildesheim, 13. Januar. Durch einen Offizier eines hiesigen Regiments wurden gestern vier Kinder, die beim Schlittschuhlaufen eingebrochen waren, gerettet. Sturm in der Nordsee. Hamburg, 13. Januar. Der Südweststurm hat in der Nordsee und besonders auch an der deutschen Küste schweren Schaden angerichtet. Im Aermelkanal herrschte ein so hef= tiger Sturm, daß der Verkehr nach Calais aufgegeben werden mußte. Cholerafälle an der belgischen Grenze. Köln, 13. Januar. In dem belgischen Grenzort Dols hein unmittelbar an der preußischen Grenze sind zwei To desfälle vorgekommen, bei benen es sich nach Ansicht der Aerzte um asiatische Cholera handelt. Der Ansstand der Wiener Cafeekellner greift weiter um sich und es wird mit der Möglichkeit eines Generalstreiks aller in Gastwirtschaften Angestellten gerechnet: Wien, 13. Januar. Die Angestellten der Cafeehäus ser haben den Verband der in Gastwirtschaften Angestellten aufgefordert, Maßnahmen zu einem allgemeinen Ausstand in die Wege zu letten. Das Streiffieber in Portugal. Madrid, 13. Januar. Nach den letzten Nachrichten aus Portugal streifen sämtliche Bahnlinien. Telegraph und Postverbindung mit Spanien ist völlig unterbrochen. Den Eisenbahnern sowie den Handlungsgehilfen schloffen sich mehrere andere Kategorien von Arbeitern an, so daß die Zahl der Ausständigen bereits auf 40 000 angewachsen ist. In der Stadt herrscht große Erregung. Das Militär sowie die republikanische Garde besetzte alle öffentlichen Gebäude; die Volksstimmung ist unsicher, jeden Augenblic können Unruhen ausbrechen. Die Befestigung des Panamafanals wird eine ganz gewaltige sein. Die Regierung der Vereinigten Staaten will eben für alle Fälle vorbeugen. Es wird gemldet: Washington, 13. Januar. Der Bericht des Befesttgungsausschusses, der sich an Tafts Botschaft über den Pa namakanal anschloß, führt aus, daß die Befestigung bestehen soll aus 4 14zölligen, 12 63ölligen und 24 12 zölligen Geschüßen. Die Garnison soll in Friedenszeiten bestehen aus 12 Kompanien Küstenartillerie, 4 Kompanien Infanterie, 1 Batteric Feldartillerie und 1 Schwadron Kavallerie. Folgenschwere Gaserplosion. Neuyork, 13. Januar. Eine Gasexplosion ereignete sich gestern in einem Ladengeschäft in Connelsville( Pennsylva= nien). in dem sich gerade 20 junge Mädchen und vier Männer befanden. Die Wand stürzte ein und die Trümmer fingen Feuer. Drei Mädchen wurden getötet, 20 der Anwesenden verletzt, darunter drei schwer. Handel und Verkebr. Frankfurt, 12. Januar. Viehmarktpreise v. 12. Januar. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppelender, feinste Mast ( Lebendgewicht) M 59-62,( Schlachtgewicht) M 98-103, 6) feinste Mast( Vollmilchmast) und beste Saugkälber( Lebendgewicht) M 55-58,( Schlachtgewicht) M 93-98, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgewicht) M 50-53, ( Schlachtgewicht) M 85-90, d) geringere Saugfälber( Lebendgewicht) M- -( Schlachtgewicht) M Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 38, ( Schlachtgewicht) M 80, 6) ältere Masthämmel und gut ge nährte Schafe( Lebendgewicht) M 32,( Schlachtgewicht) M 76, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe)( Lebendgewicht) M( Schlachtgewicht) M d) Marsch oder Niederungsschafe( Lebendgewicht) M ( Schlachtgewicht) MSchweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht( Lebendgewicht) M--( Schlachtgewicht) M b) vollfleischige Schweine über 2½ 3entner Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M 53-55,( Schlachtgewicht) M 66-69, c) vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht( Le bendgewicht) M 52-55,( Schlachtgewicht) M 66-69, 5) voll fleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 52-55,( Schlachtgewicht) M 60-69, e) fletschige Schweine( Lebendgewicht) M 50-52%,( Schlachtge= wicht) M 64-67. Reichstagsabgeordneter Behrens spricht morgen Sonntag, den 15. Jan., nachmittags 31, im Jagdschlösschen in Dutenhofen. Wahrenhaus M. Kahn& Co., Wetzlar Große Auswahl. Billige Preise. Modewaren, Costümröcke, Blusen Kurz-, WelssWollwaren Wäsche Teppiche, Gardinen ManufacturLäuferstoffe Tischdecken Uhr Glas-, Porzellan-, Email! ewaren Geschenkartikel Schwarze nnd farbige Kleiderstoffe für Konfirmandinnen. ATELIER FÜR ARCHITEKTUR U. KUNSTGEWERBE ENTWURF U. AUSARBEITUNG V. PROJEKTER ALLER ART ERNST SCHMIDT ARCHITEKT LÖBERSTRASSE 10 RÜCKGEBÄUDE FERNSPRECHER 793 Sanitätsverein Montag, den 16. Jan. Abends pünktlich 8 Uhr: Ordentl. Generalversammlung im Saale des Hotel zum„ Etuhorn" Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Vorstands. wahl. 3. Wahl einer Rechnungs- Prüfungs kommission 4. Die Aerztefrage. Verschiedenes. Hoffentlich wird diese Versammlung, in Anbetracht der wichtigen Sache, einen größeren Besuch aufweisen als die Vorhergehende. Der Vorstand. 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