tz. Tänzer an hentage 8 bant Dienstag Ochfent 40 Pfs. ige mein G ch, Gemart n der Beh Et Haus und en. Der werblichen Bauplägen ilk, Balle Ded Re enstraße 31 neu eingetr este vie feine el- und ngsanf mittelt reell , Wiesba chstrasse 551 9. vorm. 101 ewiesen end verti ebäude, w befannt ge renanstalt -tadt Gic Te Tochter, 1 Sohn, Tochter, S Tochter,& rl Wisser ch eine To hn, Adolf ne Tochter, 1. ermann Hofm in Darm Tufte Wenz Rutfcher in in Heuchel ieder- Geemen Biddersheim nd Postan ie Dörr in G tfchaffner in Guxhagen it Sibylle , mit Mar mit Marg Блевен. alt. igi, Fabril n, 50 Jahre Jahre alt. 41 Jahre al 34 Jahre all Diener i P 1,72 Jahre lt. belbe in Giege Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr.- Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 136. - Telephon: Nr. 362. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 13. Juni 1911. Die 1. Heerschau des- Hansabundes.ober einer Oberrealschule, ferner das erfolgreiche Beſtehen = Jm Berliner Sportpalast trat gestern nachmittag der Hansabund zu seinem ersten allgemeinen deutschen Hansatage zusammen. Aus vielen Städten waren Extrazüge abgelassen worden, die der Versammlung eine sehr große Zahl von auswärtigen Delegierten zuführten. Man schätzt die Zahl der Anwesenden auf zirka 4000 Personen. Nach Absendung eines Huldigungstelegramms an den Kaiser begrüßte Geheimrat Rießer, der Präsident des Hansabundes, die Ehrengäste. Der Bund habe als Aufgabe, eine allen Erwerbstreisen, einschließlich der Landwirtschaft, in gleicher Weise zugute kommende Politik zu treiben, eine Politik, welche die staatlichen Rechte und Stellen allen, ohne Unterschied ihrer politischen und religiösen Ueberzeugung, garantiere. Darauf ergriff Reichstagsabg. Kaempf das Wort, um sich über die Tätigkeit des Hansabundes zu verbreiten. Auch er wies den Gedanken zurück, daß der Hansabund ein Feind der Landwirtschaft sei. Reichstagsabgeordne ter Dr. Stresemann sprach über„ Handel und Industrie und der Hansabund" und führte aus, daß seit dem Uebergang Deutschlands vom Agrar- zum Industriestaat mehr als bisher auf die Interessen der werktätigen Stände, die im Hansabund vertreten seien, Rücksicht genommen werden müßte. Albert Sturm- Wiesbaden sprach über die werbende Kraft des Hansabundes in Hessen- Nassau, wo der Bund feste Wurzeln geschlagen habe. Nach einigen weiteren Rednern verbreitete sich Obermeister Rahardt über„ Mittelstand und Hansabund", wobei er rühmend der Arbeit des Hansabundes zugunsten des Handwerks gedachte. Das Schlußwort sprach Rie ßer. Er verwehrte sich energisch gegen den Vorwurf dee Liebäugelei mit der Sozialdemofratie, einer extrem freihändlerischen Richtung und des Hasses gegen die Landwirtschaft.„ Wir wollen die abseits stehenden sozialdemokratischen Kreise zur Mitarbeit heranziehen und in ihnen das Staatsbewußtsein wachrufen. Wir unterstützen alle Parteien, welche unser Gleichberechtigungsprogramm annehmen, freilich bildet der Kampf gegen die Ueberagrarier die entscheidende Etappe. Die Sammlung gegen die Sozialdemokratie hat sich in eine Sammlung aller rückständigen Elemente gegen das Bürgertum verwandelt. Die nächste Zeit wird über die Zukunft des Bürgertums entscheiden. Tue daher jeder seine Pflicht! Hierauf wurde die Tagung geschlossen. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 13. Juni. * Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Leonhard Grünewald aus Seckmauern, Kr. Erbach, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Climbach und dem Lehrer Wilhelm Kratz zu Rodheim v. d. H., Kr. Friedberg, die dritte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hungen. * Verkaufstag der Großherzogin. Viel farbenbunte Schönheit ist seit einigen Tagen über die Straßen und Plätze Gießens gestreut, besonders festlich hat sich heute unsere Stadt gerüstet, um den Verkaufstag der Großherzogin würdig zu begehen. Selbst der Himmel hat seine Gunst dem edlen Werke geliehen: der wärmenden Frühlingssonne goldenen Strahlen begrüßten den dämmernden Morgen und verkündeten einen schönen Tag. Es ist ein lieblicher Gedanke, der heute in Steins Garten zur Verwirklichung kommt, und es steht zu hoffen, daß die Ernte für die unterstützungsbedürftigen Lungenkranken eine reiche sein wird. Wer zu danken hat, nicht bloß für das tägliche Brot, sondern vor allem für kraftvolle Gesundheit, der wird gern der Aermsten gedenken und nicht zögern, dem schönen Unternehmen, an dessen Spitze sich unsere Landesfürstin gestellt hat, zu einem klingenden Erfolge zu verhelfen. зи Die diesjährige Staatsprüfung für die mittleren Stellen im Finanzfach hat am 1. Juni ihren Abschluß erreicht. Nachdem sich 11 Kandidaten der schriftlichen Prüfung, die vom 1.- 10. Mai Darmstadt stattfand, unterzogen hatten, erfolgte für die anfangs Juni festgesetzte mündliche Abschlußprüfung die Einberufung von neun Kandidaten, von denen sechs bestanden. Aus Gießen nahmen drei Herren teil, von denen zwei bestanden. Voraussetzung zur Zulassung für diese Staatsprüfung ist der Nachweis der Reife für die Prima eines Gymnasiums, Realgymnasiums eines dreijährigen praktischen Vorbereitungsdienstes auf Hauptsteuer- und Finanzämtern, Bezirkskassen und sen= stigen, vom Gr. Finanzministerium für geeignet erklär ten Dienststellen, worunter auch die Großh. Verwaltun= gen der hiesigen Univ.- Kliniken fallen. * Das Bezirkskommando wechselt mit dem 1. April kommenden Jahres sein Quartier und wird von der Westanlage nach dem Landgraf Philipp- Platz verlegt. Deutsch Englisches Verständig ungskomitee. Man schreibt uns: Für das Ziel, die Beziehungen zwischen den beiden führenden Kulturvölkern so freundlich als möglich zu gestalten und die Möglichkeit eines Konfliktes aus dem Wege zu räumen, arbeitet seit 6 Jahren das Deutsch- Englische Verständi gungskomitee, dem Hunderte bekannter Persönlichkeiten aus den führenden Kreisen unseres Volkes angehören. Es gilt nunmehr, den Bestrebungen des Komitees Unterstützung in allen Kreisen des Volkes zu verschaffen und das bisher Erreichte auszubauen. Hierzu kann jeder beitragen, indem er seinen Beitritt zum Deutsch- Englischen Verständigungskomitee anmeldet. Der Jahresbei trag für das„ Deutsch- Englische Verständigungskomitee" beträgt für Einzelpersonen Mt. 10, für Körperschaften, Firmen 2c. Mt. 50. Beitrittsanmeldungen sind an Herrn Oberbürgermeister Lübke, Homburg v. d. H., Rathaus, zu richten. Die zweite Ballonfahrt des neuge= gründeten Luftschiffervereins fand heute vormittag 94 Uhr statt. Es stiegen zwei Ballons, Marburg und Harburg, auf. Die Gondeln waren anläßlich des Vertaufstages der Großherzogin mit Guirlanden, Fähnchen und Schleifen geschmückt. Die Ballons, die in nord= westlicher Richtung davonflogen, waren je mit 4 Personen bemannt. -)( Stiftung. Die Wolf von Todten wartsche Stiftung wurde Samstag früh um 5 Uhr nach alter Sitte in der Stadtkirche verteilt. Diese Armenstiftung stammt von dem Kanzler Antonio Wolf von Todtenwart, der, aus dem dreißigjährigen Krieg heimgekehrt, erfuhr, daß seine Gattin bereits seit Wochen im Grabe lag. Zum Andenken an sie, die eine durch christliche Mildtätigkeit bekannte Frau war, hat er ein Kapital ausgesetzt, dessen Zinsen alljährlich in der Sterbestunde seiner Frau an etwa 50 Arme verteilt werden. .* Denkmalpflege in Hessen- Nassau. Wie in den vorhergehenden Jahren wurde auch im Jahre 1910 die Wiederherstellung alter, geschichtlich merkwürdiger oder für das Ortsbild wichtiger Holzhäuser besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei ist nach Möglichkeit getrachtet worden, den hergestellten Häusern fein allzu aufgefrischtes Aussehen zu geben. Die Beihilfen zu den meisten Herstellungen sind aus der Bewilligung des Landesausschusses bestritten worden. Fertiggestellt sind Fabrikhäuser in Aßmannshausen, Camberg, Dausenau, Langendernbach, Lorch, Limburg, Oberlahnstein, Wellmich und die Brödersche Mühle im Dinkolder Tal. Geplant sind Wiederherstellungen in Braubach, Emmershausen, Limburg, Merzhausen, Stadt Nassau, Neuweilnau und Sauertal. Vier der in Denkmalpflege stehenden Fachwerkbauten sind Rathäuser. In der Pfarrkirche zu Diez wurde der zertrümmerte Steinfarkophag der Fürstin Anna Amalie durch die Fürsorge des hist. Vereins zu Diez wiederhergestellt und fand eine seiner geschichtlichen Bedeutung und seinem Kunstwert entsprechende Aufstellung. Der Sarkophag aus schwarzem Schupacher Marmor hat reichen ornamentalen und heraldischen Schmuck. Zu den Kosten, die über 3000 Mt. betrugen, leisteten Staat und Bezirksamt Beihilfe. Hauptversammlung des Hessisch. Sparkassenverbandes. Unter dem Vorsitz des Geh. Justizrates Mickel- Darmstadt fand hier die 16. Hauptversammlung des Hess. Sparkassenverbandes statt, zu der Vertreter sämtlicher hessischen Sparkassen erschienen waren. * Eisenbahnverwaltung und Bienenzucht. Nach einer Verfügung des Ministers der öffentlichen Arbeiten soll bei der Bepflanzung der Böschungen der Eisenbahndämme nicht nur auf die Förderung der Obstbaumzucht und auf den Schutz der einheimischen Vögel, sondern auch auf die Förderung der Bienenzucht Bedacht genommen werden. Ferner soll das Interesse der Bediensteten der Eisenbahnverwaltung für Bienenzucht durch Belehrung und Verbreitung geeigneter Schriften wachgerufen werden. Nach dem letzten Betriebsbericht der vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen ist der Anregung in weitem Umfange entsprochen worden. Mit Aufwendung von 12 200 Mt. | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. wurden 218 Bediensteten bei Anschaffung von Bienen Unterstützungen gewährt, 216 Bediensteten wurde Urlaub zum Besuch von Lehrkursen und Ausstellungen gegeben. Am Ende des Berichtsjahres betrieben 2511 Angestellte der Eisenbahn Bienenzucht. Der Oberh. Bienenzüchter Verein und der Oberh. Obstbauverein veranstalten am Samstag, den 18. Juni, eine Versammlung in Gro= Ben- Linden in der„ Linde" am Bahnhof. Herr Dr. Hoffmann- Friedberg wird über den ländlichen nenzucht sprechen. Alle Freunde des Gartenbaues Garten unter Berücksichtigung der Biesowie der Imkerei sind herzlichst willkommen. Ein* Die Sterblichkeit in Hessen. Die niedrigste Sterblichkeitsziffer in der totenreichen Berichtswoche hatte Darmstadt. In Mainz starben 14 wohner, gegenüber 7 in der Vorwoche. In Gießen hat die Totenzahl eine sehr starke Vermehrung gefunden. Statt 13 in der Vorwoche starben 23, so daß sich die Todesfälle, auf 1000 Einwohner und das Jahr gerechnet, von 21,6 auf 37,6 erhöhten. Von Interesse ist, daß die Vermehrung der Sterblichkeit in erster durch die Zunahme der Säuglingssterblichteit bedingt wurde. * Linie 26. Mainzer Regatta. Man schreibt uns: An dem Feste, das Samstag, den 17. und Sonntag, den 18. Juni 1911 stattfindet, werden 28 Vereine aus Biebrich, Coblenz, Düsseldorf, Fechenheim, Frankfurt a. M., Gießen, Hanau, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Mannheim, Offenbach a. M., Schweinfurt, Straßburg i. Els., Stuttgart, Wiesbaden, Worms und Mainz mit 110 Booten und 577 Ruderern teilnehmen. Wegen des Umbaues der oberen Eisenbahnbrücke mußte die Rennstrecke diesmal verlegt werden; sie befindet sich auf der rechten Rheinseite zwischen Straßen- und Kaiserbrücke. == Laubach, 12. Juni. Ein uralter Brauch, das Ausschuß sie st, wurde am Sonntag unter Beteiligung des gräflichen Hauses und der ganzen Stadt gefeiert. Der Festzug begab sich nach dem Schloßhose und holte den gräflichen Preis, einen mächtigen Hammel, der alsbald mit Eichenlaub geschmückt nach dem Festplaze, der historisch denkwürdigen„ Helle", gebracht und ausgeschossen wurde. Wetzlar, 12. Juni. Die 24jährige Tochter des Dekonomen W. Luy, Dora, hat durch eine bedauerliche Verwechselung den Tod gefunden. Sie ergriff anstatt Magentropfen ein Fläschchen mit Salzsäure. Sie 30g sich schwere innere Verletzungen zu, denen sie am Samstag abend erlag. =)(= Herborn, 13. Juni. Die verflossenen falten Nächte haben in unserer Gegend in Garten und Feld vielfach Schaden angerichtet. In nicht geschützten Lagen sind Bohnen, Kartoffeln und Gurken erfroren und müssen stellenweise nachgelegt werden. Marburg, 12. Juni. Der 25jährige Sohn des Gastwirts Rösser im nahen Dorfe Goßfelden erfletterte infolge einer Wette eine hohe Pappel. Als er beinahe in der Krone war, brach ein Ast und der junge Mann stürzte zum Entsetzen der Zuschauer in die Tiefe auf einen spitzen Lattenzaun. Der Schwerverletzte ist in der hiesigen Klinik gestorben. * Frankfurt a. M., 13. Juni. Fürst SolmsBraunfels begab sich am Freitag abend im Hauptbahnhofe in den Waschraum für Unbemittelte. Er zog beim Waschen seinen Brillantring vom Finger und legte ihn beiseite. Als er fortging, vergaß er den Ring und fam später zurück; er fand aber das Kleinod nicht mehr vor. Literarisches. Griebens Reiseführer. Band 21:„ Paris und Umgebung." 13. Auflage.( Mt. 3.50.) Band 34:„ Ostende, Blankenberghe, Heyst und die anderen belgischen Seebäder." 5. Auflage.( Mt. 1.-) " Band 66: Bayrisches Hochland, Salzburg, Salzkammergut". Neu bearbeitete 27. Auflage.( 3 Mt.) = Band 86: New York und Umgebung." 5. Auflage.( Mk. 4.-) Band 114:„ Genfer See und Chamonix." Zweite neubearbeitete Auflage.( Mt. 1.50.) Die vorbezeichneten Handbüchlein aus dem Verlage von Albert Goldschmidt, Berlin W. 35, zeichnen sich sowohl durch umfassende wie praktische Darstellung aus, sodaß wir die handlichen Führer jedermann bestens empfehlen können. Der Kampf gegen die Tuberkulose. auf eine Revision des Besoldungsgesetzes gerichteten Wünschen nicht Rechnung getragen haben. Der Verbandstag bittet, durch eine entsprechende Revision oder auf andere geeignete Weise eine ausreichende Einkommensverbesserung der unteren Beamten herbeizuführen und spricht die Erwartung aus, daß der nächstjährige Etat eine ausreichende Zahl neuer etatsmäßiger Stellen vorsehen werde. Das neue italienische Wahlgesez ist jetzt veröffentlicht worden. Der Entwurf bewilligt das Wahlrecht allen Bürgern, die ein Alter von 30 Jahren erreicht oder Militärdienste geleistet haben, selbst wenn sie nicht lesen und schreiben können. Auf Grund des neuen Gesetzes wird die Zahl der Wähler auf 7701 000 berechnet, das heißt 82 Prozent aller großjährigen Männer und 22 Prozent der gesamten Bevölkerung, somit eine Vermehrung der Wähler um 3 642 000 gegenüber dem alten Gesetz. Eingeführt wird von der nächsten Legislaturperiode ab eine jährliche Entschädigung der Abgeordneten von 6000 Lire. Die 15. Generalversammlung des Deutschen Zentrallomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose fand am Sonnabend im Reichstagsgebäude unter dem Vorsitze des Staatsfekretärs Delbrück und unter Beteiligung zahlreicher Mitglieder und anderer Zuhörer statt. Zur Verhandlung stand das wichtige Thema:" Die Aufgaben der Gemeinden zur Kinder fürsorge bei der Tuberkulosebe. tämpfung". Nach Dr. Frhr. v. Pirquet, der als erster Redner zu dem Thema sprach, entsteht die Tuberkulose des Kindes in der Mehrzahl der Fälle nicht durch Vererbung oder durch Genuf tuberkuloser Milch, sondern durch Einatmung von Bazillen, die von Lungenkranken ausgehustet worden sind. Die Infektion der kleinen Kinder ist mit allen Mitteln zu vermeiden und die Lungenkranken sind aus kinderreichen Familien absolut zu entfernen. Zu biesem Zwecke ist die Anzeigepflicht einzuführen und sind Fürsorge- und Heilanstalten in genügender Zahl zu errichten. Der zweite Referent, Beigeordneter Dr. med. Kra u t- wig- Cöln, führte aus: Die erste Pflicht im Kampfe gegen die Tuberkulose in der Kinderwelt ist die Verhütung der Ansteckung. Sie ist möglich auf zwei Wegen: durch die frühzeitige und dauernde Entfernung des Kranken aus der Familie und durch die frühzeitige und dauernde Entfernung der noch gesunden Kinder aus der Familie. Der erste Weg erscheint mir der aussichtsvollere. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Kinder vom zweiten bis sechsten Lebensjahre, die der Säuglingsfürsorgestelle entwachsen find, aber die besondere Fürsorge des Schularztes noch entbehren. Für vorschulpflichtige und mehr noch für schulpflichtige Kinder ist eine der wichtigsten Schutz- und Heilmaßregeln die Land- und Erholungskur, die in beständig steigendem Maße den bedrohten Kindern durch die Gemein den und durch gemeinnüßige Vereine zuteil werden soll. Als wichtigste Sorge spielt hier hinein die Wohnungsfrage, deren Bedeutung gerade für die Tuberkulosebetämpfung besonders hoch anzuschlagen ist. Zu überlegen ist, ob man nicht gerade tuberkulösen Familien gesunde Wohnungen an der Peripherie der Stadt anmieten oder erbauen soll. Zu empfehlen ist die Bereitstellung von Schrebergärten und Landparzellen an lungenkranke Familien. Tirol erhänge sich der zur Kur wellende Wiener Ton fünstler Josef Fiedler wegen unheilbaren Leidens. Seine Frau vergiftete sich. Frankreichs Haltung zur spanischen Marokkoaktion. Die Besetzung der westmarokkanischen Hafenstadt Larrasch und des umliegenden Gebietes durch die Spanier erregt nach wie vor lebhaft die öffentliche Meinung Frankreichs. Es wird von französischer Seite zwar noch immer erklärt, Spanien habe einen Bruch der Algecirasakte begangen, und es wird der spanischen Regierung mit einem Einschreiten der Algecirasmächte gedroht. Ein Stimmungswechsel scheint sich aber bereits insofern in der französischen Hauptstadt vollzogen zu haben, als man in dem Vorgehen Spaniens einen nicht unwillkommenen Anlaß findet für eine Ausdehnung der französischen Machtsphäre in Nordmarokko, was den Franzosen die Hauptsache zu sein scheint. In der hieran anschließenden Diskussion erwähnte Geheimrat Kirchner vom preußischen Ministerium des Innern, daß zwa. die Abnahme an der Tuberkulosesterblichfeit sehr erfreulich sei, um so bedauerlicher ist es aber, daß die Tuberkulosesterblichkeit im Kindesalter an dieser Maßnahme nicht teilhat, sondern daß sie sogar zugenommen hat. Sehr bedauerlich ist der Mangel der Anzeige= pflicht der Tuberkuloseerkrankungen im Reiche und Preuben, während Bayern sie vor kurzem eingeführt hat. Wichtig ist vor allem die Durchführung der Desinfektion bei jedem Wohnungswechsel, worauf die Gemeinden ihr Augenmerk zu richten haben. Die Quelle der Tuberkulose ist der Franke Mensch. Diesen Satz von Koch müssen wir immer wieder und immer mehr und mehr beherzigen und deswegen muß der Kranke von dem Gesunden isoliert werden, vor allem von den Kindern, sei es durch Wegnahme des Kranken aus der Familie, oder durch Wegnahme der noch gesunden, aber gefährdeten Kinder aus der kranken Familie. Rundschau vom Cage. Politisches. Kleine Nachrichten. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Dre aus Jud ant Sau mener I Aus Gor fahren. rfteren ungen And Til lebe loniti wi deutsche jähriger Nürnberg dem Kor teren Sch Jahre al nach der den Bau Firma tn Der Dichter Adolf Wilbrandt ist am Sonnabend nachmittag in Rostock a estorben. Adolf Wilbrandt wurde als Sohn eines Universitätsprofessors am 24. August 1837 in Rostock geboren. Er studierte Philologie und Geschichte. In München begann er seine literarische Laufbahn. Während der folgenden Jahre lebte er in Berlin, Frankfurt, Südfrankreich und Rom. 1871 siedelte er nach Wien über, wo er sich mit der Schauspielerin Auguste Baudius verHeiratete. Im Jahre 1881 wurde er zum artistischen Direktor des Wiener Hofburgtheaters ernannt; im Juni 1887 trat er freiwillig von dieser Stellung zurück. Seitdem lebte er wieder in Rostock. Von seinen dramatischen Dichtungen sind die bekanntesten„ Arria und Messalina",„ Kriemhild" und„ Der Meister von Palmyra". Bäderfrequenz. Baden- Baden 26 108; Badenweiler 2289; Brückenau 659; Davos 12 508; Ems 4021; Friedrichroda 3663; Homburg 3406; Karlsbad 18 968; Kissingen 9734; Königstein 2809; Kreuznach 3844; Marienbad 6425; Nauheim 11 235; Neuenahr 6416; Oberstdorf 585; Deynhausen 6490; Orb 1256; Pyrmont 6501; Salzschlirf 1003; Salzungen 1135; Sooden- Werra 1693; Soden 1053; Travemünde 724; Westerland- Sylt 789; Wildbad 3590; Wildungen 3476. Die Reichspost- und Telegraphenverwaltung vereinnahmte im Rechnungsjahr 1910 705 728 749 M, der Voranschlag betrug 693 226 325 M. Die Reichseisenbahnverwaltung vereinnahmte im Jahre 1910 132 224 971 M, der Voranschlag betrug 122 319 000 M. Der Stapellauf des Linienschiffes„ Friedrich der Große" erfolgte am Sonnabend auf der Vulkanwerft in Hamburg. Die Taufe vollzog die Prinzessin August Wilhelm von Preußen. Die Aufnahme einer Anleihe von 323 Millionen hat der Berliner Magistrat zur Errichtung und Erweiterung städttscher Bauten und Anlagen beschlossen. Die Tierwelt des Südpols. In der Pariser Akademie der Wissenschaften wurde dieser Tage auf Grund der wissenschaftlichen Ergebnisse der Forschungsreise von Charcot die Tatsache behandelt, daß die Tierwelt am Südpol zweifellos zahlreicher und mannigfaltiger ist als am Nordpol. Allein in der sehr merkwürdigen Gruppe der Wassergliedertiere, der Rüsselasseln, die gewissermaßen dem Leben tu Wasser angepaßte Spinnen darstellen, wurden eine ganze Anzahl neuer Arten entdeckt; darunter ist eine bemerkenswert, weil sie zehn Füße, anstatt acht aufweist. Bet einem einzigen Zuge mit dem Schleppnet war die Hälfte der heraufgebrachten Tiere bisher unbekannt. Diese Tatsache erklärt sich dadurch, daß am Südpol ein großes Festland oder mindestens eine gewaltige Infelwelt gelagert ist, während sich am Nordpol tiefes Meer befindet. Es gibt also am Südpol viele Küstengebiete, und diese sind es, die im Meere die meisten Tiere beherbergen, weil nur hier zwischen 0 und 15-20 Meter Tiefe Gewächse und Algen vorkommen, die den von pflanzlichen Nahrungsstoffen sich nährenden Fischen das Fortkommen ermöglichen, die ihrerseits wieder die Beute der fleischfressenden werden. Die Grundsteinlegung zu einem Eugen Richter- Turm erfolgte in Hagen t. W. in schlichter Weise in Anwesenheit der Reichstagsabgeordneten Cuno und Müller und des Landtagsabgeordneten Bilstein, sowie von Vertretungen der Bezirksverbände Rheinland und Westfalen der fortschrittlichen Volkspartei. Rentengüter für Eisenbahnarbeiter in Bosen. Ein vor einiger Zeit erschienener Erlaß, der dem Mangel an deutschen Eisenbahnarbeitern in der Provinz Posen abhelfen sollte, befaßt sich mit der Begründung Kleiner Rentengüter an den Eisenbahnstrecken in der Nähe von Bahnhöfen. Es ist nun bestimmt worden, daß, wenn die Kosten solcher Rentengüter sich auf 3800 bis 4000 Mark stellen, 500 Mark vom Ansiedler gezahlt werden sollen. Das Restkaufgeld von 3300 bis 3500 Mark ist mit 3% Prozent zu verzinsen und mit 1½ Prozent zu amortisieren. Für die Landparzelle sind ungefähr 20 Mark Pacht jährlich zu zahlen. Bis zur Tilgung des Restkaufgeldes nach 35 Jahren stellen sich demnach die jährlichen Aufwendungen auf 185 bis 200 Mark. Den Arbeitern, die 500 Mart nicht anzahlen kön= nen, sollen nach Möglichkeit Erleichterungen gewährt, sowie freie Eisenbahnfahrt bewilligt werden. An dem Wettflug der Militärbrieftanbenvereinigung des rheinisch- westfältschen Industriebezirks, der gestern in Berlin vom Tempelhofer Feld aus begann, waren 3000 Tauben beteiligt. Um 18% Uhr nachmittags trafen die ersten von ihnen in Hattingen ein. Sie hatten die 640 Kilometer betragende Strecke in acht Stunden zurückgelegt, mithin den Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von einer Minute durchflogen. Der Verband der unteren Postbeamten, der mit 90 000 Mitgliedern die stärkste deutsche Beamtenorganisation darstellt, tagte in den letzten Tagen in Berlin und nahm nach ausgedehnter Diskussion eine Resolution an, in der bedauert wird, daß trotz der ungenügenden Berücksichtigung der unteren Beamten bei Erhöhung der Gehälter und des Wohnungsgeldzuschusses die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches den vom Reichstag als berechtigt anerkannten 3wei Kirschen an einem Stengel. 28) Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.) Tolstois Stammgut wird Staatseigentum. Der russische Ministerrat beschloß, Tolstois Stammgut Jasnaja Poljana mit allen Einrichtungen für eine halbe Million Rubel zu erwerben Eine schwere Bootskatastrophe wird aus Neustrelitz ge meldet. Der Marine- Unteroffizier Behnke begab sich mit zwei Kindern namens Segert zum Segeln auf den Zierkersee. Jufolge des stürmischen Wetters fenterte das Boot; alle drei Personen fielen ins Wasser und ertranken. Jm Zeichen der Luftschiffahrt. Bureau treuunger Scherrer verheirat Sonnabe dort zuer rauf fich Sein Ein jung start ver in die f απ δαξ es berei des Wir engagier in Mar Wunsch dete er d die einen dahin. N tigen Ra Stadt 1 Schuldner von große lich das Wirt zeich buch ein. ferne zu b einen ftür des Burea gang erzäl wärtigen Wirt hat ten angeft Ein B Neue Gondeln für die„ Parsevale". Die Parseval- Luftschiffe haben, wie der Korrespondenz Heer und Politik" aus Luftschifferkreisen mitgeteilt wird, Gondeln von ganz neuen Formen erhalten. Sie sind nämlich länger und schmaler geworden, um teils die Betriebssicherheit, teils die Geschwindigkeit zu erhöhen. Mit diesen neuen Gondeln sind bisher im Betrieb die besten Erfahrungen gemacht worden, so daß alle Parseval- Luftschiffe in Zukunft mit der neuen Gondelform ausgestattet werden. Auch vom militärischen Standpunkte haben die neuen Gondeln bedeutende Vorteile aufzuweisen, unter denen die Erhöhung der Geschwindigkeit obenan steht. Ein Kinderwagen in den Rhein gestürzt. Als in Cöln ein Mädchen, das am Rheinufer mit einem Kinderwagen entlang fuhr, einem fortgelaufenen Knaben nacheilte, gertet der Wagen ins Rollen. Ehe das Mädchen die Gefahr er kannte, stürzte der Wagen mit dem Kinde in den Rhein und verschwand in den Wellen. Verzweiflungstat einer Mutter. Die Frau des Arbeiters Brandt in Hecklingen in Anhalt stürzte sich am Sonnabend mit ihren dret Kindern im Alter von 1-10 Jahren in die Bode, uu sich zu ertänken. Es gelang, die Frau noch lebend aus dem Wasser herauszuziehen, während die dret Kinder ertranfen. Aus dem Reiche der Technik. Kleinpflaster. Im Straßenbau macht sich jetzt eine Bewegung geltend, die Berücksichtigung verdient: die Propagierung des Kleinpflasters. Hierunter versteht man betanntlich gepflasterte Fahrstraßen, nur daß nicht die bekannten großen, sondern wesentlich kleinere Steine für die Herstellung benutzt werden. In der Herstellung ist dieses fleinere Pflaster billiger als das gewöhnliche Pflaster, dagegen natürlich teurer als gewöhnliche Chauffierung. In einem Artikel im Zentralblatt der Bauverwaltung wetst jedoch Gravenhorst- Stade auf Grund eigener 25jähriger Erfahrung darauf hin, daß derartige Kleinpflasterstraßen auf die Dauer viel sparsamer sind als andere. Eine von dem Genannten im Sommer 1885 hergestellte KleinpflasterProbestrecke, auf der täglich etwa 130 Bugtiere verkehren, hat in der ganzen Zeit, also seit etwa 25 Jahren, nicht einen Pfennig für Ausbesserung gekostet und ist jetzt noch in so gutem Zustande, daß man auf eine weitere Dauer von zehn bis fünfzehn Jahren rechnen kann. Die Staubplage wird durch derartiges Pflaster zum größten Teil beseitigt. Ein gewaltiges Schadenfeuer ist in der Nacht zum Sonntag geger 2 Uhr in der Teppichläuferstoffabrik von Feibisch am Treptower Park in Berlin ausgebrochen. Gegen 4 Uh morgens erfolgte der Zusammenbruch des zweiten Flügels, welcher vollständig ausgebrannt war. Der Brandschaden beträgt etwa eine Million Mark. Ein neuer tödlicher Fliegerunfall. Bei dem gestern begonnenen Flugmeeting in Wien ist der Flieger Vincent Wiesenbach mit seinem Flugzeug aus einer Höhe von etwa 40 Metern abgestürzt. Er war sofort tot. So umspann nun Frau Sorge das Herz der armen Kathi immer fester mit ihren starken, unzerreißbaren Fä den, und jetzt war der Augenblick gekommen, wo sie nicht mehr ein noch aus wußte. Der Doktor war noch nicht bezahlt, neue Arznei sollte geholt werden, und im Haushalte fehlte es am Nötigsten für den täglichen Bedarf. Die beiden Herrschaften, für die sie immer plättete, waren verreist, erst in der nächsten Woche würde sie da wieder Arbeit bekommen. Für den Laden hatte sie genäht, das wollte sie hinbringen und versuchen, ob sie etwas Vorschuß bekäme. Wenn ihr der aber abgeschlagen wurde, was dann was dann? Sie rechnete, wieviel sie für ihre Arbeit bekommen müßte, und überschlug, wie weit das Geld reichen würde. Die Medizin, die recht teuer war, fonnte sie dafür kaufen, ein Brot und ein Liter Milch, mehr aber nicht. Fünf Tage lagen vor ihr, wo sie keinen Groschen Geld verdienen konnte, und dabei brauchte Julius notwendig einen neuen Rod, wenn er wieder einen Dienst antrat. Er hatte sich eben auf den Weg gemacht, um einen Platz zu suchen. - Tragödie eines Wiener Künstlerpaares. In Mals in füßt hatte sie es vorher doch noch, und eine Träne war auch noch darauf gefallen, das hatte sie nicht unterdrücken fönnen. Nun machte sie das Kind und sich zum Ausgehen fertig, nahm im Korbe die Arbeit, die sie abliefern wollte, und trat hinaus in den warmen Maienabend. Sie seufzte und zermarterte ihr Hirn, ob sie nicht noch irgend etwas besäße, das sie veräußern könnte. Nur ein einziges in ihren Gedanken wertvolles Stüd war noch thr Eigentum, das sie hergeben konnte. Aber es wurde ihr so bitter schwer, sich davon zu trennen. Doch was half's, Kindi mußte alle Tage seine Milch haben Kindi durfte nicht darben, nicht verfommen! Im Laden wurde ihr der Lohn ausgezahlt, Vorschuß aber verweigert. Das war in so schroffer, fühler Weise geschehen, daß sie feine Bitte wagte und still hinausschlich. Zögernd ging sie an ihre Truhe und nahm das kleine Papptästchen, mit den Blumen darauf geklebt, heraus. Es stammte noch aus ihrer fröhlichen Mädchenzeit, und das Kreuz, das Hans ihr einst geschenkt, lag darin. Vermischtes. Eine schwere Bluttat ist im Dorfe Netzen bei Lehnin in der Nähe von Berlin verübt worden. Während die Frau des Bauerngutsbesitzers Hinze in ihrer Wohnung beschäftigt war. trat plötzlich ein maskierter Mann in die Wohnstube, der über die Frau herfiel und sie zu erwürgen suchte. Auf die Hilferufe der Frau eilte ein im Hause be= schäftigter Malergehilfe herbei. Der Fremde ließ nun von der Frau ab und fiel über den Malergehilfen her. Er ergriff eine Eisenstange und versetzte dem Maler mehrere schwere Hiebe über den Kopf, sodaß er blutüberströmt zu= sammenbrach. Dann nahm der Verbrecher ein Fahrrad aus deu Hausflur und suchte das Weite. Die Frau benachrichtigte den Ortsvorsteher und die Polizeibehörde. Die Verfolgung des Täters wurde sofort aufgenommen. Wahrscheinlich ist der Einbrecher ein Schweizergehilfe, der früher im Dorfe Nehen beschäftigt war. Der schwerverletzte Malergehilfe dürfte kaum mit dem Leben davon kommen. Die kleinen Besorgungen waren rasch gemacht, nun galt's noch den schweren Gang zu tun zum Pfandhause. Der Weg führte sie durch die Parkanlagen, an die ein fleines Wäldchen stieß. Der Abend war köstlich, die Sonnenstrahlen fielen schräg durch die Bäume, und die Kiefernstämme glühten dabei rot im Abendschein. Es war so still hier, so friedlich, das tat ihrem Herzen wohl. Die Kleine jauchzte und trippelte munter vorwärts an ihrer Hand. Der Gang heute wäre eine Erquidung für sie, wenn die Veranlassung dazu ihr nur nicht so bitter schwer gewesen wäre. Da rief vom nahen Baume, wie zum Abschiedsgruß für den scheidenden Tag, der Kuckuck, und da packte sie brennende Sehnsucht nach der Heimat mit überwältigender Macht. Rasch, als fürchtete fte, eine Schwäche könne sie überrumpeln, steckte fie das Kreuzchen in die Tasche. Aber gewar noch nicht Herr geworden über die Liebe zu dem törichten Trotzkopf. Aber sie war das Weib eines andern, eine unüberbrüdbare Kluft trennte ihn, und darum wollte er die Jugendgespielin meiden, wollte sie nicht aufsuchen, ob gleich er wußte, daß sie in Friedenau lebte, wohin er auf zwei Tage gekommen war. Auch diesem kraftvollen jungen Ulanen war der KududSchrei durchs Herz gegangen, und es war ihm lieb, daß das Tier sich diesmal mit ein paar Rufen begnügte und dann verstummte. Trübe waren die Gedanken, die ihm durch den Kopf jagten, und dazu paßte nicht das fröhliche Kinderjauchzen dicht vor ihm. Fast unwillig blidte er dahin. Ein kleines Mädchen, das die Mutter auf dem Arm trug, hatte jubelnd ihre Hände in deren blondem Haare vergraben und es zu Wege gebracht, daß der Strohhut der Mutter sich löste und zur Erde fiel. Wann's Frühjahr kummt und de Kuckuck schrit," murmelte sie, und dabei liefen ihr die Tränen über die Backen. Noch einer hatte den Kuckuckruf gehört, dem derselbe Gedanke durch den Kopf fuhr. Wann's Frühjahr fummt und de Kuckuck schrit, dann is min Hoyt, dat grote Glück," so hatte eine in ihr Heimatdorf geschrieben, deren Bild er noch immer nicht vergessen konnte. Ganz deutlich meinte er sie oft vor sich zu sehen mit dem krausen Blondhaar und den strahlenden Braunaugen, meinte er ihr Lachen, das fröhliche Vogelgezwitscher, zu hören und ihre jubelnde Stimme, wenn sie seinen Namen rief. Wie hatte er sie doch lieb gehabt, so über alle Maßen lieb, und hätte es nie gedacht, daß sie ihm das antun könnte, gegen seinen Willen den Stadtdienst im Gasthause anzunehmen und dann gar den Vetter zu heiraten. Er konnte es nicht überwinden, - - Mitteldeut Sonnabeni fturm unt dem Bure verlangte verein. D die Ausza feinen Bet battfparver Diefe Geri nach dem ein förmlic etma 200 00 fich die err Der junge Ulan starrte einen Augenblick auf das lodige Goldhaar, mit dem der Abendwind spielte, auf die schlanke Gestalt, die sich so flink und geschmeidig bewegte, als sie rasch den Hut aufnahm und wieder aufsetzte. Er innerte ihn das nicht an Kathi die jetzt seine Kathi einem andern gehörte? Eine heiße Blutwelle war ihm in die Stirn gestiegen und sein Herz pochte in raschen Schlägen. Noch konnte er sich nicht entschließen, ob er sie anreden solle, oder nicht, aber folgen wollte er ihr, er mußte sich wenigstens überzeugen, ob sie es wirklich war. Eine J gegenwärtig Siour- Indi ftändigt wi Stter" der Frofesin. ten. Aber Ueberliefer zen Indian häuptling, weißes Ale Jett bog sie ab in die Straße ein und stand einen Augenblick zögernd vor einem großen Hause still. War das ihre Wohnung? Er mußte sie noch erreichen, bevor sie in der Haustür verschwand. Rasch war er dicht hinter ihr in dem Augenblicke, wo sie die Ladentür öffnete. „ Leihinstitut" las er auf dem Schilde darüber, und ohne sich zu besinnen, trat auch er, unbemerkt von der Voranschreitenden, ein. ( Fortsetzung folgt.) in sein bes der Spitze dem übliche illy, nach d Hilfe von Großen S der St. Pi die Rothäu tation fand Das S vision des eines ungl fisch- japani entgleifte a del ein Sa lajewna, de den war. Jung nur Angelegenh ordnete der wertvollen und zu ver def als al Buge nur Buges war Affäre nich gemeldet, d Diefer Wi Medem auf Einer Jem Gebiet heinlich au ift in Rien Sen. In d mannes, be der Frau m ernährt, tr mar, ein ein, legte erflärte, auftragt, S holen. Da er und Flehen bis der Ma aber unerb then zum des Manne erite Weg wußte man lizeidienst von der G Junge Mä gebracht m Herois chichte er Mer in ei Aufsehen ber bazu bonts bet tener ments. Geine ratur. abend na t wurde al uit 1837 in Gefchite bahn. Frankfurt Wien über audius ver schen Diret Juni 1887 eitdem lebte Dichtungen „ Kriemhil er Afademie auf Grun gsreise von It am Sü ift als an Gruppe maßen den Durden eine ist eine be ufweift. Be r die Hälfte Diefe Ta großes Fe elt gelaget det. Es gif find es, die il nur hin und Algen Sitoffen fi n, die ihre rden. rt. arseval- Luft nd Politik n von gan länger un erheit, teils en Gondel gen gemag unft mit de om militäri bedeutende ing der Ge nit. ch jetzt eine nt: die Pro teht man be icht die be teine für die ng ist diefe Pflaster, de Jierung. altung we r 25jährige flasterstraßen e. Eine von Kleinpflaster re verkehren n, nicht eine zt noch in uer von zeh ubplage wit beseitigt. n bei Lehnis Während die Mann in die zu erwürgen Wohnung im Hause be ließ nun von her. Er er aler mehrer berströmt z Fahrrad an cau benachri de. Die Ver men. Wahr Ife, der früher rverletzte Me fommen. zu dem töri sandern, ein rum wollte a auffuchen, d wohin er a Dar der Kudu lieb, daß d ügte und dam die ihm dur öhliche Kinder idte er dahi Dem Arm tr em Saare ver Strohhut d mblid auf d Spielte, auf d meidig bewegl auffegte. G athi- die j welle war i rafchen Gl ihr, er mu idh war. ob er fie a and stand eine cufe ftill. Wa erreichen, bevo er dicht hinter tür öffnete se darüber, un emerft von bet Drei Soldaten ertrunken. Die Lyder Zeitung meldet aus Jucha: In der Nacht zum Freitag wollten der Serge ant Sauer, Sergeant Gronmeyer I und Unteroffizier Gronmeyer II, fämtlich aus Gorlowfen, sowie Sergeant Strehl aus Gorlen vor: Jesziorowsken über den See nach Gorlen fahren. Mitten auf dem See schlug das Boot um, die drei ersteren ertranken, während Strehl das Ufer erreichte. Die ungen Leute befanden sich auf Urlaub; ihre Garnisonen And Tilsit Berlin, Insterburg, Potsdam. Ueber den Mord an einem deutschen Ingenieur in Saloniki wird aus Konstantinopel gemeldet: Der 33jährige deutsche Staatsangehörige Richard Scherrer, früher langjähriger Ingenieur bet der Maschinenfabrik AugsburgNürnberg wurde am Sonnabend früh in Saloniki von dem Korsen Martinetti erschossen, der sich durch einen wetteren Schuß selbst entleibte. Scherrer war im vergangenen Jahre als Ingenieur der Firma Dyderhoff& Widmann nach der Türkei gekommen und leitete seit dem 1. Januar den Bau der Staatsstraße im Wilajet Saloniki, den seine Firma in Kontrakt übernoumen hatte. Martinetti war im Bureau der Firma angestellt gewesen und wegen Veruntreuungen entlaffen worden. Den Kündigungsbrief hatte Scherrer unterschrieben. Der rachsüchtige Korse, der fung verheiratet war und ein zweijähriges Mädchen besitzt, kam Sonnabend morgen auf das Bureau der Firma und erschoß dort zuerst den jungen, hoffnungsvollen Ingenieur und darauf sich selbst. Seinen Gläubiger an die Fremdenlegion abgeschoben. Ein junger Lebemann in Göln, der bei einem Cölner Wirt start verschuldet war, machte den Versuch, seinen Gläubiger in die französische Fremdenlegion zu bringen. Er richtete an das Werbebureau in Toul die schriftliche Anfrage, ob es bereit sei, einen Freund von ihm, wobei er den Namen des Wirtes angab, für 10 Jahre in die Fremdenlegion zu engagieren unter der Bedingung, daß der Anzuwerbende in Marokko Verwendung finde, was sein ausdrücklicher Wunsch set. Die Antwort lautete bejahend. Nunmehr redete er dem Wirt zu, daß er eine reiche Tante in Toul habe, die einen Teil seirer Wechsel einlösen werde. Beide reisten dahin. Nachdem sie sich in französischem Rotwein einen tüchtigen Rausch geholt, machten sie einen Rundgang durch die Stadt und kamen dabei in das Werbebureau, das der Schuldner seinem Gläubiger als ein historisches Gebäude von großer Bedeutung" bezeichnete. Beide besuchten schließ lich das angeblich historische Gebäude, und der betrunkene Wirt zeichnete sich nach seiner Meinung in das Fremdenbuch ein. Erst als ihm erklärt wurde, daß er sich in die Kaserne zu begeben habe, erkannte er seine Lage. Es kam zn eineu stürmischen Auftritt, der durch den Kommandanten des Bureaus unterbrochen wurde. Dieser ließ sich den Hergang erzählen, und als der Wirt mit Beschwerde beim Auswärtigen Amt drohte, annullierte er den Vertrag. Der Wirt hat gegen seinen Schuldner ein gerichtliches Verfahren angestrengt. Ein Bankrun in Wittenberge. Auf die Filiale der Mitteldeutschen Privatbank in Wittenberge wurde am Sonnabend von den Kunden der Bank ein heftiger Anfturm unternommen. Am Donnerstag abend erschien in dem Bureau der Bank ein angetrunkener Arbeiter und verlangte die Einlösung eines Klebeheftes vom Rabattsparverein. Da das Heft nicht vollständig beklebt war, wurde die Auszahlung verweigert. Der Arbeiter teilte darauf seinen Bekannten mit, daß die Privatbank und der Nabattsparverein in Zahlungsschwierigkeiten geraten seien. Diese Gerüchte fanden rasche Verbreitung und griffen auch nach dem benachbarten Perleberg über. Die Folge war ein förmlicher Nun auf die Bank, die im Laufe des Tages etwa 200 000 Mart auszahlen mußte. Inzwischen haben fich die erregten Gemüter wieder beruhigt. Eine Indianerhochzeit in Paris. In Paris hält sich gegenwärtig eine aus Kanada importierte Truppe von Stour- Indianern auf, die durch einige Jrokesen vervollständigt wird. Am Sonnabend nun heiratete der Große Stter" der Stour das Flteßende Wasser", eine hübsche Frokesin. Eigentlich mischen sich Stour und Frokesen selten. Aber in Europa halten sie weniger streng an ihren Ueberlieferungen fest. Die Feierlichkett ging mit dem ganzen Indianerpomp in Szene. Den Vorsitz führte der große Häuptling, der 105 Jahre alt sein soll. Der Bräutigam war in sein bestes Kriegsgewand gehüllt. Die Braut trug ein weißes Kleid. Die Indianer zogen mit zwei Cowboys an der Spitze mit Schellen- und Tamburinmusik und unter dem üblichen Indianergeheul durch die Straßen von Neuilly, nach der Mairie, wo der Beigeordnete des Maire mit Hilfe von Dolmetschern das zarte Band zwischen dem " Großen Stier" und dem„ Fließenden Waffer" knüpfte. In der St. Pierrekirche wurde es noch weiter besiegelt, mobet dte Rothäute Zigaretten rauchten. Im Jardin d'Acclimatation fand das Hochzeitsmahl statt. Das Schicksal eines russischen Sanitätszuges. Die Revision des Senators Medem in Sibirien hat zur Aufdeckung eines unglaublichen Vorkommnisses aus der Zeit des rusfisch- japanischen Krieges geführt. Auf der sibirischen Bahn entgleiste am 25. Dezember 1904 bei der Station Wodorasdel ein Sanitätszug, der von der Großfürstin Olga Nikolajewna, der ältesten Tochter des Zaren, ausgerüstet wor den war. Von dem großen Zuge waren bei der Entgletsung nur drei Wagen beschädigt worden. Um die ganze Angelegenheit auf einfache Weise aus der Welt zu schaffen, ordnete der Stationschef an, den ganzen 3ug mit seiner wertvollen Lazaretteinrichtung mit Petroleum zu begießen und zu verbrennen. In wenigen Stunden waren von dem Buge nur noch die Eisenteile übrig, die von dem Stations= chef als altes Eisen verkauft wurden. Der Inhalt des Buges war etwa eine Million Rubel wert. Damit die Affäre nicht ruchbar werden sollte, wurde nach Petersburg gemeldet, der Zug sei von den Japanern erbeutet worden. Dieser Willkürakt des Beamten wurde jetzt vom Baron Medem aufgedeckt und in allen Einzelheiten untersucht. Eine raffinierte Entführung, die alles bisher auf diesem Gebiet Dagewesene in den Schatten stellt und wahrscheinlich auf das Konto Mädchenhandel zu setzen sein wird, ist in Riemke bei Bochum zur Ausführung gebracht worden. In die Wohnung eines jüngst verheirateten Bergmannes, bei dem auch die jugendliche, hübsche Schwester der Frau wohnt, die sich durch Näharbeiten gut und ehrlich ernährt, trat, während der junge Ehemann auf Arbeit war, ein sich als Kriminalbeamter vorstellender Mann ein, legte eine gewichtige Aftenmappe auf den Tisch und erklärte, er sei vom Vormundschaftsgericht in Bochum beauftragt, das junge Mädchen in Fürsorgeerziehung abzuholen. Darob große Aufregung bei den Frauen, Bitten und Flehen, der Herr Beamte möge doch so lange warten, bis der Mann von der Zeche zurück sei. Der Beamte blieb aber unerbittlich. Schließlich machte sich das junge Mädchen zum Mitgehen fertig und entfernte sich in Begleitung des Mannes. Als der Schwager nach Hause kam, war der erste Weg zum Vormundschaftsamt in Bochum. Doch hier wußte man von der Sache nichts; ebensowenig bei den Polizeidienststellen. Bis zum Abend war noch keine Spur von der Entführten gefunden. Man nimmt an, daß das Junge Mädchen über die belgische oder holländische Grenze gebracht worden ist. Heroismus im Leuchtturm. Eine ergreifende Geschichte erzählt der Steuereinnehmer von Belle- Isle- enMer in einer Zuschrift an den„ Figaro", die allgemeines Aufsehen macht. Am 18. April d. I. wurde der Wächter, ber dazu bestellt ist, den Dienst im Leuchtturm von Kerdonis bet Locmaria zu versehen, frühmorgens frank. Bis zur Mittagszeit versah er mit Aufwand aller Kräfte sein Amt, dann mußte er sich niederlegen. Und bald erkannte sein Weib, daß es gegen seine Krankheit keine Hilfe gab. Was tun in der Weltabgeschiedenheit ihrer Wohnung im Leuchtturm? Der Mann im Sterben und der Leuchtturm unangezündet! Sie läßt den. Sterbenden mit den zwei Kindern allein, eilt in den Turm empor, entzündet das Feuer, und als sie nach der umständlichen Arbeit wiedertommt, tann sie dem Gatten nur mehr die Augen zum ewigen Schlaf zudrücken. Und mitten ins Schluchzen um den Toten tönt der Ruf eines Kindes an ihr Ohr:" Mutter, der Leuchtturm dreht sich nicht!" Wenn er sich nicht dreht, ist das sehr gefährlich für die Schiffer draußen auf dem Meer, denn das ist sein charakteristisches Merkmal, dadurch unterscheidet sich sein Licht von allen anderen Lichtern auf freier See. Endloses Unglüd muß verhütet wer den! Die Frau steigt wieder zur Laterne empor, um nach dem Drehwerk zu sehen. Aber der sich darauf verstand, ist tot, und da die Frau den Mechanismus nicht recht zu handhaben weiß, schickt sie ihre beiden Kinder, von denen das ältere noch nicht 10 Jahre alt ist, in die Laterne hinauf, damit sie das Drehwert mit ihren fleinen Händen in Gang erhalten. Zehn Stunden lang, von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens standen die Kinder im„ Feuerzimmer" an der Kurbel und drehten und drehten, auf daß die vorüberfahrenden Schiffe kein Unglüd treffe. Damit aber diesem Heroismus nicht auch das groteste Nachspiel fehle, erzählt der genannte Steuereinnehmer ein Stücklein vom heiligen Bureaukratius. Der Staat schuldet der Witwe des Leuchtturmwächters an Taglohn vom 1. bis zum 18. April 54 Francs 17 Centimes, und trotz wiederholter Bemühungen ist der Erzähler nicht imstande gewesen, ihr die Auszahlung dieses Betrages zu erwirken, obwohl die Witwe derzeit ohne Brot und ohne Bett ist. Wieviel hnen hat der Mensch? Diese Frage findet sich in der Internationalen Hygiene- Ausstellung in Dresben an einigen lehrreichen Tafeln beantwortet. Jeder Mensch hat zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern, sechzehn Ururgroßeltern, vorausgesetzt, daß niemals Heiraten zwischen irgendwie blutsverwandten Personen stattgefunden haben. Unter diesen Voraussetzungen würde eine Im Jahre 1910 lebende Person, wenn sie ihren Stamm= baum um zehn Generationen zurückverfolgen könnte, also etwa bis in die Zeit der Reformation, 1024 Ahnen aufweisen, die damals gelebt haben. Würde sie einundzwan zig Generationen zurückgehen können, etwa in die Zeit Kaiser Barbarossas, so würde die Zahl ihrer damals lebenden Ahnen schon über zwei Millionen ausmachen und zur Zeit Christi Geburt würden es 18 Millionen Menschen sein, die damals gelebt haben müßten und die alle dieser eine Mensch als seine Ahnen betrachten tönnte. In Wirklichkeit wird diese Summe natürlich dadurch sehr verringert, daß Heiraten, wenn auch sehr entfernt blutsverwandter Personen nicht nur vorkommen, sondern an der Ta gesordnung sind. Nur wissen wir es nicht, da ja nur recht wenig Menschen ihre Ahnen über die dritte Generation zurüd verfolgen können. Für Kaiser Wilhelm ist die Ahnentafel auf der Ausstellung zu finden, und da zeigt es sich, das bereits in der vierten Generation vor ihm ein Ahnenverlust eintritt, er sollte 16 Urgroßeltern haben und hat deren nur 14, in der achten Generation sollten es theoretisch 256 sein, es sind aber mit Einschluß der nicht mehr bekannten Ahnen bloß 116, in der zwölften Generation sollten es 4096 sein, davon sind uns nur 275 bekannt, unbefannt sind uns ganze 258, sodaß die wirkliche Ahnenzahl wahrscheinlich nur 533 beträgt. Eine weibliche Feuerwehrbrigade ist die neueste Errungenschaft des frauenfreundlichen Englands. In Burton on Trent gab sie jüngst vor 10 000 Zuschauern den ersten Beweis ihrer Leistungsfähigkeit. Sobald die Nachricht von dem improvisierten Brande eintraf, waren auch schon die Pferde eingespannt und die Löschmaschine raste mit Windeseile zur Brandstelle. Der Wichtigkeit ihrer Rolle vollauf bewußt, sprangen die behelmten und entsprechend uniformierten Feuerwehrdamen vom Wagen und nun ging es allen Ernstes ans Löschen des gründlich in Brand gesetzten Hauses. Fingierte Opfer in Form von menschenähnlichen Puppen wurden prompt gerettet und alles ging so gut von statten, als handelte es sich um Feuerwehrmänner. Die Umsicht und Entschlossenheit der Damen setzte alle Zuschauer, unter denen sich der Bürgermeister, der Polizeidirektor, sämtliche Honoratioren des Ortes und zahlreiche Feuerwehrleute befanden, in helle Bewunderung. Jezt handelt es sich nur noch um die Frage, ob sich die löschenden Damen auch im Ernstfall in demselben Maße bewähren werden. Der Tiger als Baltongaft. Einen sonderbaren Abendbesuch hatte, wie der Inf." aus Amsterdam mitgeteilt wird, eine Familie, die dort anfäffig ist. Die Mitglieder dieser Familie befanden sich des Abends zur Erholung auf dem Balkon, der zur ebenen Erde gelegen ist, und unterhielten sich beim Glase eines kühlenden Weines. Plötzlich bemerkte die Hausfrau, wie das jüngste Töchterchen, ein Mädchen von 10 Jahren, im Hintergrunde des ziemlich geräumigen Balfons sich eifrig mit einem Gegenstand beschäftigte, der in der Dunkelheit nicht deutlich zu erkennen war und den die Hausfrau für den Hund, der Hof und Garten bewachte, hielt. Dieses Tier, das sich ganz ruhig benommen hatte, und das sich mit sichtlichem Behagen von dem Kinde streicheln Iteß, machte aber plötzlich eine Bewegung, wie man sie an einem Wachhunde faum jemals beobachten kann. Zugleich gewahrte man ein eigentümliches Glänzen in den Lichtern des Tieres. Der Schreck, der sich der Familie jäh mitteilte, Iteß sie erstarren. Das war ja ein Tiger, der da vor ihnen stand, und der sich von dem Kinde so ruhig liebkosen ließ. Noch traute man seinen Augen nicht, aber bei näherem Hinschauen konnte kein Zweifel mehr herrschen. Die Frauen fielen in Ohnmacht, die beherzten Männer machten sich leise auf, um das Tier nicht aus seiner Ruhe zu stören, und fesselten es schließ= lich, gerade in dem Moment, wo die Lichter des Tigers unheimlich zu glänzen begannen, und er sich zum Sprunge anschicken wollte, als hätte er die Absicht, sich auf einen der Menschen zu stürzen. Im gefesselten Zustande brachte man den Tiger in einen Stall, wo er fein Unheil anrichten fonnte. Am nächsten Tage wurde der Besuch dieses unheimlichen Balkongastes bekannt gegeben, es meldete sich als Verlierer ein Seemann, der das Tier von einer Auslandsreise mitgebracht hatte. Am späten Abend erst wurde er gewahr, daß sein Tiger sich aufgemacht hatte, anscheinend, um Land und Leute der Holländer zu besichtigen. Man kann sich vorstellen, in welch entfehlicher Angst der Seemann die Nacht umherirrte, um den Ausreißer einzufangen, der ja unendlichen Schaden hätte anrichten fönnen. Er meldete seinen Verlust auch sofort der Polizei und erfuhr auf diese Weise, wo die Bestie sich aufhielt. Glücklicherweise hatte man das wilde Tier gänzlich in Ruhe gelassen, und es so durchaus nicht gereizt. Wäre das Erscheinen des Tigers sofort bemerkt worden, dann wäre wahrscheinlich eine Panit ausgebrochen, und durch diese Furcht wären wohl alle Familienmitglieder dem Tiere zum Opfer gefallen. So wurde es von dem Seemann wieder in Empfang genommen, aber er hatte keine Lust, sich noch länger den Gefahren auszu setzen, die die Begleitung des Tigers mit sich brachte, und übergab das Tier, übrigens ein prächtiges Exemplar, dem Zoologischen Garten. Die Familie, die diesen unheimlichen Balkonbesuch hatte, fonnte sich von dem ausgestandenen Schrecken nur schwer erholen. Am wenigsten litt das Kind aber darunter, das den ganzen Abend das Fell des Tigers mit seinen zarten Fingern gestreichelt und so den Sinn der Bestie wahrscheinlich gezähmt hatte. Der deutsche Rasdflug 1911 um den B.3.- Preis der Lüfte" hat am Sonntag früh auf dem Flugplaße Johannisthal bei Berlin begonnen. Eine Strecke von 1856 Kilometern ist zu durchmessen, eine Ents fernung, die der von Berlin zur nordafrikanischen Küste gleichkommt. Von Berlin- Johannisthal aus werden die Flieger, unter denen sich Jeannin, Thelen, Lindpaintner, Vollmoeller, Wiencziers, Büchner, Laitsch und andere Mas tadore des Flugsports befinden, zunächst nach Magdeburg fliegen. Von hier geht es nach Schwerin, dann nach Hams burg und Kiel und weiter über Lüneburg, Hannover und Münster nach Cöln. Der Rückflug findet über Dortmund, Cassel, Nordhausen und Halberstadt statt. Am 7. Juli follen die Flieger wieder in Berlin eintreffen. An Preisen winken den Fliegern außer dem vom Verlage der„ B. 3. a. M." gestifteten Hunderttausend- Mark- Preise noch eine ganze Reihe Streckenpreise, die an den Zielorten der einzelnen Etappen zu gewinnen sind. dazu kommen Preise des preußischen Kriegsministeriums, die für örtliche Schauflüge ausgeschriebenen Preise usw Im ganzen erreichen die Preise die Höhe von ungefähr 400000 M. Der auf früh 5 Uhr angesetzte Start hatte trotz der frühen Morcenstunde ein nach Hunderttausenden zählendes Publikum nach dem Flugplaße in Johannisthal gelodt. Ganz besonders stark waren die Berliner Stadtbahnzüge besetzt. Sie wurden direkt gestürmt und viele erkletterten die Dächer. Selbst auf den äußeren Laufbretern standen Menschen und unabsehbare Wagenreihen bewegten sich nach dem Flugplatzgelände. Auf Startplatz und Tribüne hatte schon in den frühesten Morgenstunden lebhafte Tätigkeit eingesetzt. Als erster erhob sich Lindpainter um 5 Uhr 11 Min. in die Luft. Ihm folgte Vol I mö II er um 5 Uhr 15 Min. mit einem Passagier, dann Reichardt ohne Mitfahrer um 5 Uhr 20 Min., Schauenburg um 5 Uhr 26 Min. mit Passagier, Müller um 5 Uhr 44 Min. ohne Paffagier, König um 5 1hr 48 Min. mit Passagier, Thelen um 5 1hr 51 Min. mit Passagier. Um 8 Uhr traf die Meldung ein, daß Lindpaintner mit dem ihn begleitenden Leutnant Heyler um 7 Uhr 24 Min. glatt auf dem Landungsplatz in Magdeburg eingetroffen set. Er hatte sich fast während der ganzen Fahrt in einer Höhe von 850 Metern gehalten. Führer und Passagier hatten stark unter der Kälte gelitten. Sie wurden bet der Landung von der zahlreichen Menschenmenge mt großem Beifall begrüßt. Ueber das Schicksal der anderen Flieger liegen folgende Meldungen vor: Schauenburg landete wegen eines Defektes bet Brandenburg. Vollmöller ging auf dem Flugplatze bei Potsdam nieder, weil die Welle seines Motors gebrochen war, Reichardt nahm in der Nähe von Burg bei Magdeburg eine Zwischenlandung vor, Müller fam bis Drewiß, wo er kurz nach 6 Uhr landete. König zog es wegen der starken Böen vor, bei Colbitz niederzugehen. The' en ist in der Nähe von Brandenburg a. Havel geland- 1, aber bald wieder aufgestiegen. Er Iandete zum zweitenmale bei Lostau in einem Kornfelde. Der Apparat erlitt geringe Beschädigungen. Thelen zog sich eine Verstauchung des Daumens vor, während sein Mitfahrer unverletzt blieb. Magdeburg, 12. Junt. Der Flieger König ist um 5 Uhr und der Flieger Büchner kurz nach 8 Uhr hier angekommen. Der Flieger Laitsch ist zehn Kilometer von Magdeburg wegen Benzinmangels gelandet. Er gedenkt heute abend nach Magdeburg weiter zu fliegen. Johannisthal, 12. Juni. Jeannin ist beute morgen 3,50 Uhr zum Rundflug aufgestiegen. Er mußte nach einigen Minuten landen, da der Motor nicht richtig arbeitete. Jeannin gedenkt heute abend von neuem aufzusteigen. Ueber die Fliegeckatastrophe in Johannisthal werden jetzt weitere Einzelkeiten bekannt. Danach ist am wahrscheinlichsten die Annahme, der auch die meisten Johannisthaler Piloten zuneigen, daß Schendel und sein Pasfagier bereits während des rasenden Falles aus 1500 auf 1000 Meter Höhe von dem ungeheuren Luftdruck getötet worden sind. Beide Leichen waren, als man sie auffand, vollständig blau, ein Zeichen für diese Tatsache. Sowohl die Dorner- Flugzeug- Gesellschaft, als auch zahlreiche Johannisthaler Flieger, die den Sturz mit Krimstechern beobachtet haben, behaupten übereinstimmend, daß Schendel schon in 1000 Meter Höhe regungslos am Steuer gesessen habe, und daß sie den Eindruck hatten, als ob er schon in der Luft tot oder wenigstens betäubt gewesen sei. Wäre der Apparat in die Straßen oder auf einem Platz in Adlershof herabgestürzt, so wäre die Katastrophe noch viel entsetzlicher gewesen. Drahtnachrichten und neuestes. Beim Segeln ertrunken. Berlin, 12. Juni. In einem Segelboot waren zwei Berliner Herzen mit dem sechsjährigen Sohn des einen auf den Peetz- See hinausgefahren. Bei dem böigen Winde vers suchten die nicht sehr gewandten Segler eine Wendung, wobet das Boot fenterte und die Insassen in das Wasser stürz ten. Während der Knabe gerettet werden konnte, wurden die beiden Herren nach zweistündigem Suchen als Leichen geborgen. Familientragödie. Worms, 12. Juni. Der von seiner Ehefrau ge= schiedene Lorenz Walter drang gestern mittag in das Haus ihres Schwagers, wo die Frau zu Besuch weilte, warf sie zu Boden und feuerte sechs Schüsse auf sie ab. Die Frau war sofort tot. Der Mörder entfloh auf dem Rade, wurde aber auf dem Bahnhof zu Frankenthal in der Pfalz verhaftet und in das Wormser Amtsgerichtsgefängnis ver bracht. Berufung eines Hochschullehrers. Tübingen, 12. Mai. Der Professor der Philosophie Dr. Maier an der hiesigen Universität hat einen Ruf nach Göttingen angenommen. Todessturz eines französischen Rittmeisters. Paris, 12. Mai. In Saint Omer stürzte bei einem Offiziersrennen der Rittmeister Gausile, als er ein Hinder nis nehmen wollte, und blieb auf der Stelle tot. Bandel und Verkehr. Preußische Zentral- Genossenschaftskasse. Das Institul erzielte im Etasjahr 1910, das am 31. März 1911 ablief, eine Steigerung des Gesamtumsages von 15 197 auf 15 946 Mill. Mark; davon entfallen u. a. auf den Kassenverkehr 6 237 ( 5 902) Millionen, auf den Depositenverkehr 2093( 2353) Millionen und auf den Verkehr in laufender Rechnung 1588( 1 258) Mill. Mart. Der Gewinn beträgt 4 666 810 M 6,10%. Siervon sind zu kürzen die Verwaltungsfosten mit 835 652 Mark= 1,09%, fodaß ein Reingewinn vers bleibt von 3 231 158 M= 5,01%. = Caffel, 10. Juni. Weizen( 100 Kilogr.) 19,50 bis 20,25 M Roggen( 160 Kilogr.) 17,25 bis 17,75 M. Gerste( 100 Kilogr.) bis M. Safer( 100 Kilogr.) 19,00 bis 20,50 M. Heu ( Bentner) 2,80 bis 2.60 M. Strob( 3entner) 1,80 bis 3,00 M. Heugras- Versteigerung. Donnerstag, den 14 Juni 1911, nachmittags 4 Uhr soll das Heugras von den Wiesen auf der Baustelle des Gr. Amtsgerichts Gießen meistbietend Gesucht: Stein's Garten:: Giessen 1 Spengler- Lehrling Bes. C. Stein 1 j. Epengler- Geselle u sofortigem Eintritt. losweise versteigert werden. Wiesen hinter der Ar- Hotel Reſtaurant und 1. Bergnügungs- w. Baulsen, Spenglermeiſter resthausmaner Los I= 2700 qm, 208 II= 1500 qm, L08 III 1500 qm. Die Zusammenkunft ist neben dem Arresthausgebände auf dem Wege nach dem Philosophenwald. Gießen, den 11. Juni 1911. Großh. Neubaubureau f. d. Amtsgerichtsneubau zu Gießen. Landmann. Soeben erschienen; 20/2 Etablissement mit großem Garten Mittagstisch in und außer Abonnement. Fremdenpension Bad im Hause. Elektr. Licht. Telephon Nr. 5. ! Neu eröffnet! Haiger. Freibant. [ 20/3 Heute und morgen[ 250/2 gesalz. Ochsenfleisch. 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