inbow Dezember 1910. Salmona bei bird hierdurch Bubereitung ar ersteres beKochen, für fagen, daß on Seefischen stande find. enten nd. Dftober 1910. Deren Inhalt mit der uns m.b.5. 9. Mai 1910. ds. Mts. ergut gefallen zum Backen wendet, hat berg. Oktober 1910. Butterersatzerfuche mit en von Palalmona auch ad nicht verheim er. NOT 5 und icht. heilig. stille en, dandacht. Truckerei Dengeprole: viertelfährlich durch die reger fool Saus 1.85 Mt., burch die Boft bezogen 1.60 Expedition: Gieken, Geltersweg&& Bote aus dem Juferate: Hem bude otelle ReName: 90. girabellagerben no va s Telebox Anschluß: tekem, s. 362. Ohm- und Feldalhal ( Berhesfischer Beobachter) Nr. 88. Probenummern Telephon: Nr. 362. der„ Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten- und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeitung interessieren dürften. Lokalanzeiger für die Kreise Alsfeld, Grünberg und Schotten. Donnerstag den 13. April 1911 tigsten Rohstoffe, nämlich der Baumwolle und der Wolle, noch sehr unbefriedigend ist. Allerdings ist die Baumwollproduktion in Togo von 1909 auf 1910 von 3000 Doppelzentnern auf 5400 Doppelzentner und die Baumwollproduktion von Deutschost= afrika von 2600 auf 3000 Doppelzentner gestiegen. Doch kommen diese 5-8000 Doppelzentner so gut wie gar nicht in Betracht gegenüber unserem Jahresbe darfe von mindestens 4 Millionen Doppelzentner. Die Frage ist aber um so ernsthafter, als der Baumwollbedarf in der ganzen Welt außer= ordentlich steigt und die für den Anbau der Baumwolle geeignete Fläche beschränkt ist. Noch geringer ist die Wollproduktion unserer Kolonien, die im Jahre 1909 faum 3000 Doppelzentner betrug, was für unseren Bedarf kaum in Betracht kommt, trotzdem gerade in Deutsch südwestafrika weite Gebiete für die Schafhaltung außer ordentlich geeignet sind. Deutschlands Robfiolfbedart und feine barf faum in Betracht kommt, trotzdem gerade in DeutschKolonien. in Die Deckung des deutschen Bedarfes an Rohstoffen ist eine der wichtigsten Aufgaben und wird mit dem Anwachsen der deutschen Bevölkerungs= zahl immer wichtiger, da der Bevölkerungszuschuß zum größten Teil in den Städten zusammenströmt und der Industrie sein Brot verdient. Die Industrie bedarf aber der Rohstoffe, von ihrer Lieferung in guter Beschaffenheit und zu angemessenen Preisen hängt das wirtschaftliche Gedeihen einiger Millionen deutscher Arbeiter mit ihren Familien ab. Mit dem Bezuge dieser Rohstoffe ist Deutschland, das nur einen geringen Teil davon selbst hervorbringt ursprünglich fast vollständig yom Auslande abhängig gewesen, das diese Abhängigkeit durch Preistreibereien zu seinen Gunsten ausgebeutet hat. Eine Aenderung in dieser Hinsicht schien möglich, als Deutschland durch den Erwerb eigener Kolonien in die Reihe der Kolonialmächte trat. Aber ein Jahrzehnt nach dem andern verging, ohne daß diese Hoffnungen sich verwirklichten. Eine Besserung trat erst ein, nachdem man in Deutschland an eine wirkliche kolonisato= rische Arbeit in großem Umfange und unter Bereitstellung bedeutender Mittel hervorgegangen ist. In erster Linie ist hier der Ausbau unseres kolonialen Eisenbahnnetzes zu nennen, das gegenwärtig rund 4000 Kilometer umfaßt und die notwendige Grundlage für einen ertragreichen Plantagenbau darstellt. Diese hauptsächlich auf das letzte Jahrzehnt entfal= lenden Erschließungsarbeiten haben bereits ihre Früchte getragen. So werden von Deutschland Kakaobedarf in der Höhe von rund 440 000 3entner bereits 30 000 3entner, also etwa 7 v. H., in den deutschen Kolonien selbst erzeugt, von denen allerdings nur etwa 12 000 3entner, also etwa 2 v. H., ihren Weg nach Deutschland gefunden haben. Wesentlich bedeutender ist schon der Anteil der deutschen Kolonien an unserem Kautschukbedarf. Von der Gesamteinfuhr von Kautschuk im Jahre 1910 in der Höhe von über 185 000 Doppelzentner entstammten unseren Kolonien bereits über 30 000 Doppelzentner, also fast ein Sechstel, wäh= rend im Vorjahre der Anteil unserer Kolonien 16 000 Doppelzentner nur etwas mehr als ein Zehntel des rund 155 000 Doppelzentner betragenden Bedarfs ausmachte. An der wichtigen Erzeugung von Sisal hanf sind die deutschen Kolonien sogar bereits mit mit rund einem Viertel beteiligt. Der Gesamtbedarf Deutschlands daran betrug im letzten Jahre 75 000 Doppelzentner, von denen aus den Kolonien 19 000, im Vorjahre 17 000 Doppelzentner bezogen wurden. Sehr beträchtlich ist auch bereits die Produktion unserer Kolonien an Kopra( getrockneten Kokosnußkernen), Palmöl und Palmkernen, von denen das Deutsche Reich im Jahre 1909 rund 4 Millionen Doppelzentner einführte. Bereits im Jahre 1909 wurden aus unseren westafrifanischen Kolonien rund 55 000 Doppelzentner Palmöl ausgeführt. Ferner führten in demselben Jahre unsere gesamten Schutzgebiete etwa eine Viertelmillion Doppelzentner gedörrte Kokosnußschnitzel aus rund ein Sechstel des deutschen Bedarfes, und 215 000 Doppelzentner Palmkerne, weit über ein Zehntel unseres Bedarfes. Bedeutungsvoll für unseren heimischen Bedarf ist auch die Produktion an edeln Hölzern, wofür besonders Kamerun in Betracht kommt, das von 36 000 Doppelzentner der deutschen Einfuhr rund 8000, also fast ¼ geliefert hat, während Ostafrika in demselben die Jahre 14 000 Doppelzentner Gerb- Rinde lieferte, allerdings nur etwa 3 v. H. unseres über 400 000 Doppelzentner betragenden Jahresbedarfs ausmachen. Auherdem führte Ostafrika noch etwa 1700 Doppelzentner Wachs aus und trug dadurch nicht unerheblich zur Deckung unseres sich auf rund 20 000 Doppelzentner belaufenden Jahresbedarfs bei. Dagegen läßt sich nicht leugnen, daß der Anteil der deutschen Kolonien und der Erzeugung unserer wich ** Reichstagswahlvorbereitungen. Frankenthal. Der Landesausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei der Pfalz beschloß die Kandidatur für den Wahlkreis Kaiserslautern- Kirchheimbolanden dem Landtagsabgeordneten Professor Hermann Hummel in Karlsruhe anzutragen. Der Wahlkreis Kaiserslautern ist jetzt durch den Bündler Dr. Rösicke vertreten. In der Hauptwahl 1907 erhielt er mit Ünterstützung der Nationalliberalen 10 979 Stimmen, der Sozialdemokrat 7629, der Zentrumsmann 4413 und der Volksparteiler 4072. Jn der Stichwahl siegte dann Rösicke mit 14 727 Stimmen über den Sozialdemokraten, der 13 689 erhielt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 13. April 1911. * Gießen, 10. April. Nach den vom Ministerium des Innern genehmigten Beschlüssen der hessischen firchlichen Behörden sollen im Rechnungsjahr 1911 zur Bestreitung der Bedürfnisse der Gesamtheit der evangelischen Kirche 12 Prozent, der Gesamtheit der katholischen Kirche 5½ Prozent Zuschlag zu den direkten Staatssteuern erhoben werden. *) Gießen, 13. April. Der Vorstand des Hauptausschusses für den Blumentag, Frau Dr. Usinger, erläßt einen Aufruf an junge Frauen und Mädchen( über 15 Jahre), die sich als Verkäuferinnen bei dem Blumentag betätigen wollen. Näheres siehe Inserat. * Gießen. Die neue Tagesverbindung von Koblenz über Ems, Nassau, Limburg und Wezlar nach Berlin wird am 1. Mai mit der Einführung des neuen Fahrplans eingerichtet. Sie kommt durch die neuen deutschen Bäderzüge zustande, von denen wir berichtet haben. Von diesem Bäderzuge verläßt ein Teil morgens 9 Uhr 8 Min. Wiesbaden und 9 Uhr 59 Frankfurt a. M., um in Bad- Nauheim vereinigt zu werden und 7 Uhr 33 Min. abends am Potsdamer Bahnhof in Berlin wieder einzutreffen. An diesen schließt eine besondere Verbindung von Koblenz an. Von hier fährt man 8 Uhr 47 Min. früh ab. Der Bäderzug, wie der Anschluß von der Mosel wird als D- Zug mit allen drei Klassen ausgestattet. Der neue Zug verkehrt vorläufig bis zum 30. September. Im nächsten Jahre soll er aber schon am 1. März wieder aufgenommen werden. - Gießen. Das hessische Kreisamt Dieburg erließ neuerdings an die Bürgermeistereien eine sehr zeitgemäße Warnung vor den umherziehenden Altertums- Händlern und-Privatsammlern, die nur aus Gewinnsucht den Leuten die Altertümer gegen ein ge= ringes Entgelt abschwätzen. Erinnerungen aus früheren Zeiten und die mit einem Baue verbundenen Altertümer sollten überhaupt nicht abgegeben werden. Der einzelne Besitzer, wie auch die ganze Gemeinde sollten ihre Ehre darein setzen, alle Wahrzeichen der engeren Heimat an Ort und Stelle zu erhalten. Altertümer in Gestalt beweglicher Gegenstände sollten vor ihrer Weggabe oder vor ihrer beabsichtigten Beseitigung einem unserer Heimatmuseen angeboten werden. * Buzzbach. Das Jouz'sche Geschäftshaus und Hofreite an dem Marktplatz wurde zum Preise von 49 000 Mark an die Gräfl. Görtz'sche Brauerei in Schlitz, Inhaber Graf Görtz- Schlitz, verkauft. Verkaufstosten trägt der Käufer. In dem Hause soll eine Wirtschaft nebst Logierhaus eröffnet werden. in - Wetzlar. Die Stadtverordneten gaben ihrer letzten Sitzung die Zustimmung für den Ankauf des Amtsgerichtsgebäudes für 60 000 mt. und des Gefängnisses für 14 000 Mt. von dem Fiskus. ( Bote aus berhelfen) Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Wetzlar. Die Bilanz des Vorschuß- und Kreditvereins schließt mit Mt. 213 924 in Aktiva und Passiva ab. Die Haftsumme der 456 Mitglieder beträgt 228 000 Mark. Wetzlar. In einer mehrtägigen Sitzung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen sprach man sich für 3 wangsversicherung der Viehbesiger gegen Maul- und Klauenseuche aus und bezeichnete die gegenwärtigen Fleischpreise als in großem Mißverhältnis zu den Viehpreisen stehend, die verhältnismäßig gering seien. Der Vorstand beschloß, auf die Presse einzuwirken, daß regelmäßige Veröffentlichungen der Vieh- und Fleischpreise erfolgen. - Nieder- Ramstadt, 10. April. Die epileptischen Schuljungen des Männerhauses hatten den Großherzog in einem originellen selbstverfaßten Brief um sein Bild gebeten. Sie wollten einen Rahmen aus Naturholz dazu verfertigen, und dann sollte das Bild ihren an Wandschmuck noch armen Stationsraum zieren hel= fen. Der Großherzog ist nun in der freundlichsten Weise auf diese Kinderbitte eingegangen und hat ein schönes Bild mit seiner eigenhändigen Namensunterschrift ge= sandt. -r- Eichelsachsen, 7. April. Zur Abschiedsfeier des Lehrers Braun, welcher 5 Jahre hier amtierte, hatte sich gestern abend eine größere Anzahl Personen bei dem Gastwirt Schröder eingefunden. Lehrer Br. siedelt nach Rudingshain über, während Lehrer Schaaf von Rudingshain nach hier kommt. Mainz. Die Holzarbeiter und Holzbildhauer haben für den 1. Mai den seit 1906 bestehenden I a= rifvertrag gekündigt. Sie verlangen außer einem vierjährigen Tarifvertrag Lohnaufbesserung und fürzere Arbeitszeit. Aussicht auf eine friedliche Einigung ist vorhanden. Ein hiesiger Jäger hatte vor einigen Tagen das seltene Glück, bei Mombach einen Adler zu erlegen. Das erlegte Tier hat eine Länge von 65 Zentimeter und eine Flügelspannung von 1,60 Meter. Braunfels. Mühlenbesitzer Schäfer in dem Nachbardorfe Philippstein beabsichtigt seine Mühle in ein Elektrizitätswert umzuwandeln u. Philippstein, Bermbach und Altenkirchen mit elektrischem Licht zu versehen. * Weil münster, 12. April. Dr. med. Becker von der hiesigen Landes- Heil- und Pflegeanstalt wurde zum Oberarzt ernannt. * Diez. Zu der vom 13. Mai ab stattfindenden Oraniensteiner Ausstellung sind schon über 200 Gegenstände angemeldet. Am letzten Tage der Ausstellung findet ein Blumentag statt. * Kassel. Der Exerzierplatz der Garnison Kassel soll auf das linke Fuldaufer, auf ein zu dem Rittergute Freienhagen und den Gemeinden Niederzwehren und Rangershausen gehörenden Grundstücke verlegt werden. Das Gelände des Exerzierplazes bei Waldau ist Eigentum der Stadt. Frankfurt a. M. Der bisherige Botschafter in Tokio, Freiherr Mumm von Schwarzenstein, ist wieder in seiner Vaterstadt Frankfurt eingetroffen. - be= Stuttgart. Am Blumentag zur Feier der silbernen Hochzeit des geliebten württembergischen Königspaares, der bekanntlich am 8. d. Mts. abgehalten wurde, haben die Stuttgarter Sozialdemokraten sich nicht beteiligt. Dies wurde begründet mit der Erklärung, daß diese Veranstaltung„ eine Demonstration der bürgerlichen Parteien für die monarchische Staatsform" sei. Die Veranstaltung selbst wurde als Mißbrauch des Wohltätigkeitssinnes der Bevölkerung zu politischen Zwecken zeichnet. Zu einer derartigen Zergliederung dieser Veranstaltung kann doch nur Phanatismus führen. Das ganze Ergebnis des Blumentages fommt in erster Linie den Armen und Bedrängten zugute. Unter diesen werden sich doch wohl sehr viele befinden, die sozialdemokratischer Gesinnung sind. Warum dann diesen Mißton in die freudige Stimmung der Einwohnerschaft Stuttgarts und des ganzen Landes, durch solche gänzlich deplacierte Parolen? Deutlicher kann der Haß gegen die Monarchie nicht mehr zum Ausdruck gebracht werden. Citerarisches. Frizz Boehle. Ein Buch seiner Kunst. 14 Blätter nach Gemälden und Handzeichnungen in vollfommener Doppelton- Wiedergabe, verschiedenfarbig auf starkem Kunstdruckpapier gedruckt. Einleitung von W. Kozde. Jn Mappe geheftet 1 Mark. Verlag von Jos. Scholz in Mainz. Was der Kanzler lieft. Eine englische politisch- gesellschaftliche Zeitschrift veröf fentlicht, wie der Inf." aus London geschrieben wird, in ihrer jüngsten Nummer den Aufsatz eines englischen Aristofraten, in dem dieser des weiteren ausführt, welche Bücher die ständige Lektüre des Reichskanzlers Bethmann Hollweg bilden, da diese Lektüre mit den politischen Anschauungen des Kanzlers sicherlich nicht ohne Zusammen= hang ist. Der Engländer will wissen, daß der Reichskanzler die englische und französische Sprache vorzüglich beherrscht und sehr viel Zeit dem Studium englischer Zeitungen und Zeitschriften sowie französischer Neuerscheinungen widmet. Er liest alle diese Veröffentlichungen in der Originalsprache, ohne sich jemals eines Uebersezers zu bedienen. Wunsch des Kronprinzen unterblieben. Die Jugend drückte fich die Nasen platt und freute sich über die glänzenden Uniformen, deren Träger ungeduldig die blanken Schienenstränge entlang schauten. Als die Motoren des kronprinzlichen Automobils an zu rattern fingen, kam der Zug in Sicht und fuhr gegen 12 Uhr langsam in die Halle ein. Der ganze Empfang trua den Charakter ciner Familienfeier; teine offizielle Begrüßung, nur Händeschütteln und Drücken, Jubel und Trubel. Als erste verließ die Ge= mahlin des Thronfolgers, deren frisches Aussehen ange= nehm auffiel, den Zug. Ihr waren die Prinzessinnen EitelFriedrich und August Wilhelm entgegengeeilt. Seiner Gemahlin folgte der Kronprinz, der auf die Grüße der Menge nach allen Seiten dankte. Unter den andauernden Hochrufen der Menschenmenge bestieg das kronprinzliche Paar nach wenigen Augenblicken Aufenthalt mit seinem Gefolge die Automobile, die die Heimgefehrten ins Marmorpalais brachten. Auf der Terrasse des Schlosses standen die drei kleinen Söhne des kronprinzlichen Paares mit großen Blumensträußen in den kleinen Händen und stürmten den Eltern entgegen, als die Wagen heranrollten. Zuerst behandelt der Artikelschreiber die Zeitungen, denen Bethmann Hollweg Beachtung und Interesse schenkt. Von deutschen Zeitungen liest er fast alle in Berlin erscheinenden Blätter und sämtliche größere Zeitungen der Provinz. Sie hängen an jedem Morgen in dem Arbeitszimmer des Kanzlers, wo er ihnen eine Stunde Zeit widmet, bevor er sich seiner anderen Tätigkeit zuwendet. Sämtliche politischen Nichtungen, von der konservativen bis zur sozialdemokrattschen, sind darin vertreten. Außerdem erhält er täglich Ausschnitte von allen auf seine Ressorts bezüglichen Zeitungsstimmen. Jeden Tag macht er auf den Zeitungen seine Bemerkungen über diejenigen Artikel, über deren Ursprung er näheres erfahren will, oder auf die er im Parlament eingehen will. Von ausländischen Zeitungen Itest er dte „ Times", den„ Matin", den„ Figaro" und" Le Journal". Von den Zeitungen der anderen Länder erhält er nur Ausschnitte, zum Teil in Uebersehungen. Auf dem Gebiete des Buch- und Zeitschriftenwesens bringt er jetzt in erster Reihe allen neueren nationalökonomischen und politischen Erschetnungen das größte Interesse entgegen. Hierbei ist es gleichgültig, ob es sich um ein Buch oder um einen gediegenen Artikel einer Zeitschrift handelt. Sein Interesse bekundet er nicht nur durch die Lektüre, sondern auch dadurch, daß er alle diese Veröffentlichungen sammeln und einem Archiv einverleiben läßt, um gelegentlich darauf schnell zurückkommen zu können, wenn die Frage, die darin behandelt ist, ein aktuelles Interesse gewinnt. Ueber dem Bahnhof freuzten während der Empfangsfeierlichkeit zwei lenkbare Luftschiffe, das Militärluftschiff„ M. 4" und der Siemens- Schuckertsche Ballon, die schon dem fronprinzlichen Zuge eine große Strecke entgegengefahren waren. Die Passagiere warfen von oben Blumen herab und schwenkten mit den Tüchern. Die Luftschiffe fuhren so niedrig, daß man die Personen in den Gondeln erkennen konnte, und so gab es ein erneutes Grüßen und Tücherschwenken herüber und hinüber ohne Ende. Unter den Werken, denen der Kanzler regelmäßig ein größeres Studium widmet, nennt der Engländer die Schriften Wagners und Schmollers, sowie eigenartigerweise alle bedeutsameren Veröffentlichungen über Marinefragen. Von neueren Philosophen bevorzugt er die Schriften Hundts, wenn er auch allen anderen Erscheinungen nicht gleichgültig gegenübersteht. Der Artikelschreiber betont, daß in der Bibliothek des Reichskanzlers sich eine erstaunliche Anzahl ge= diegener Ausgaben der älteren Philosophen, besonders Kants und Leibniz', vorfinden, von denen sehr seitene Einzelwerke und große Gesamtausgaben vorhanden sind. Ein aktuelles Interesse hat die Mitteilung, daß eine besondere Abteilung der Bibliothek die Entwicklung der Frage des Weltfriedens umfaßt. Hier dürfte wohl keine wesentliche Stimme fehlen, die sich über dieses Thema jemals von den ältesten Zeiten an geäußert hat. Der Artikelschreiber bemerkt dabei, daß die Männer von großer geistiger Bedeutung sich meist der Frage des Weltfriedens gegenüber sehr mißtrauisch verhalten, da sie zugleich Völkerpsychologen sind und wissen, daß ganze Wölfer nicht von einem bestimmten Geist erfüllt werden können. Seit der letzten Anwesenheit des Kanzlers in der siebenstündigen Aufführung des Faust II" wiffen wir, daß der Kanzler auch für die Literatur viel übrig haben muß, da er sich von seiner kostbaren Zeit so viel davon abgespart hat. Der Engländer bezeugt dies auch dadurch, daß er von dem reichen literarischen Bücherschatz des Kanzlers erzählt. Er berichtet, daß der Kanzler zu seiner Erholung fast täglich zu irgend einem Bande eines Dichters greift. Charakteri= stisch ist seine Vorliebe für die kraftvolle Art Gottfried Kellers und für die Dramen Hebbels. Das Kronprinzenpaar wieder daheim. Rundschau vom Tage. Politisches.. Eine Reorganisation des französischen Staatseisens bahnneges. Die französische Kammer nahm die sämtlichen Artikel des Finanzgesetzes, die sich auf eine Reorganisation des Staatseisenbahnnetzes beziehen, in ihrer gestrigen Sigung an und lehnte mit 226 gegen 213 Stimmen den von der Regierung befämpften Abänderungsantrag ab, der bestimmt, daß in den Eisenbahnrat Vertreter des Handelsstandes, der Landwirtschaft und der Arbeiterschaft gewählt werden sollen, nahm aber ungeachtet des Widerstandes des Arbeitsministers einen Abänderungsantrag an, demzufolge nur Arbeiter als Vertreter in den Eisenbahnrat gewählt werden sollen. Vom Aufenthalt des Kaiserpaares auf Korfu wird gemeldet: Am Dienstag mittag begaben sich der König von Griechenland sowie das griechische Kronprinzenpaar nach dem Achilleion, wo sie von dem Kaiser und der Kaiserin empfangen wurden. Die griechischen Herrschaften nahmen an der Frühstückstafel teil. Der Kaiser und die Kaiserin sowie Prinzessin Vittoria Luise begaben sich am Nachmittag im Automobil zur Stadt nach dem griechischen Königspalast, wo sie vom König, dem Kronprinzen und der Kronprinzessin, sowie den anwesenden Mitgliedern der königlichen Familie empfangen wurden. Die Herrschaften nahmen gemeinsam den Tee ein, worauf der Kaiser, die Kaiserin und Prinzessin Vittoria Luise nach dem Achilleion zurückkehrten. Berleih Cine außer Medlenbur Schultnaber Chwerin& andere Sch brochen wo Ertrinken thnen trob verliehen. große Lebe Niemann u Großherzog die von Be und Menne fondern wo ellt, fonnte mühung v mit Widm alles fling felbstmorde Ein f in Steglit wurde die Aus Abessinien fommen wieder einmal recht geheim nisvolle Nachrichten. Wie aus Addis Abeba, der Hauptstadt des Landes gemeldet wird, ist der Vormund des Thronerben und Regent von Abessinien in vergangener Nacht gestorben. Er war vor einigen Tagen von einer Lähmung befallen worden. Gerüchte wollen wissen, daß er feines natürlichen Todes gestorben sei. Nach den neuesten Reisedispositionen des Kaiserpaares ist die Abreise von Korfu auf die ersten Tage des Monats Mai festgesetzt. Von hier reist das Kaiserpaar nach Karlsruhe zum Besuche des Großherzogspaares, wo ein Aufenthalt von zwei Tagen vorgesehen ist. Die Kaiserin fährt von dort nach Potsdam zurück, während sich der Kaiser zu den Truppenschauen nach Straßburg und Met begibt. Am 10. Mai erfolgt die Weiterreise nach Wiesbaden, wo der Kaiser bis zum 14. Mai verbleibt. Am 14. erfolgt die Reise nach England zu den Krönungsfeierlichkeiten, an der auch die Kaiserin teilnimmt. Der Aufenthalt in England soll bis zum 22. Mai dauern. Am 24. oder 25. Mai wird das Kaiserpaar wieder in Potsdam eintreffen. Am Dienstag mittag ist unser Kronprinzepaar nach fünfmonatiger Abwesenheit wieder heimgekehrt. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Heimkehr. Tausende von Berlinern und Potsdamern nahmen teil an der Begrüßung des fürstlichen Paares, in dem Gefühl, daß ohne dieses Herzliche Willkommen eine solche Feier gar feine Feier gewesen wäre. Und daß nicht nur Schaulust es war, die alle Schichten der Bevölkerung zu so freundlichen Kundgebungen trieb, bewiesen die dicht besetzten Fernbahnsteige des Schlesischen Bahnhofes und des Bahnhofes Friedrichstraße. Nur wenige Minuten Aufenthalt; ein frisches, gewinnendes Lächeln der Kronprinzessin und ein Nicken des Kronprinzen und schon gab unter anhaltenden brau= senden Willkommenrufen der Oberbahnhofsvorsteher in eigener Person das Zeichen zur Abfahrt. Auf dem Friedrichstraßen- Bahnhof konnte man bis an die Türen des kronprinzlichen Salonwagens Herantreten, und auch hier nahmen die Hochrufe fein Ende, als der Kronprinz und dann auch die Kronprinzessin am Fenster erschienen, beide mit fröhlichen, von der südlichen Sonne gebräunten Gesichtern. Die Ankunft in Potsdam bildete natürlich den Höhe= punkt der Begrüßungen durch die Bevölkerung. Alle zere= montellen Feierlichkeiten für den Empfang waren auf 14) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm cf e. ( Nachdruck verboten.) Er war ein Schwärmer, ein Träumer, man hätte sagen mögen, ein kindliches Gemüt, obwohl er der Tollsten einer gewesen im Leben der Weltlust. Kleine Nachrichten. Die Leiche des Oberstleutnants v. Schlichting trifft am Sonntag nach Ostern mit dem Hamburger Dampfer Samos in Hamburg ein. Bei der Landung der Leiche findet eine größere militärische Trauerfeier statt. Ueber 40 000 leere Wohnungen und Gewerberäume zählt man in Berlin und in den Vororten. Auf Berlin entfallen deren rund 30 000. Diese leerstehenden Wohnungen liegen vorwiegend im Nordosten und Norden. Viele Haus- und Grundbefizer sind dadurch in schwere Bedrängnis geraten. Während sie früher nur den Nutzungsertrag zu versteuern hatten, müssen sie jetzt ihren Grundbesitz nach dem gemeinen Wert versteuern, unbekümmert darum, ob die Häuser leer stehen. Ueber die Geschäftslage des Reichstags wird der„ N. Gesellsch. Korr." neuerdings geschrieben: Es steht zurzeit noch feineswegs fest, ob der Reichstag im Herbst zu einer Session zusammentreten wird oder nicht. Die parlamentarischen Parteien haben noch keine Entschließungen in dieser Hinsicht gefaßt, und es darf als gewiß angenommen werden, daß die Regierung die Absicht hat, vor der Hand den weiteren Verlauf der am 2. Mai wieder beginnenden Verhandlungen des Reichstages abzuwarten, bevor sie ihrerseits zu der Frage Stellung nimmt. Er dachte also daran, zunächst der Komtesse Edelgard einen Heiratsantrag zu machen. Daß er Erna niemals vergessen würde, daß seine Phantasie dieses Wesen auch nach der Ehe noch immer wie in Traum von einem Glüd umgaukeln würde, welches zu erreichen ihm nicht beschieden, damit rechnete er beständig, wenn er sich das Bild der Zukunft ausmalte. Ein Millionenvermächtnis ist der Stadt Mannheim zugefallen. Der gestern dort verstorbene Privatter Friedrich Traumann hat der Stadt testamentarisch 1 Million Mark zu wohltätigen Zwecken vermacht. Der Bundesrat ist anläßlich der Osterfeiertage bis Ende April in die Ferien gegangen. Die Ausschüsse werden in den letzten Tagen dieses Monats ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, während die erste Plenarsizung nach den Ferien am 1. Mai stattfindet. Ein großes Meteor versetzte am Montag die Bevölke rung Siziliens in Schrecken. Abends gegen 7 Uhr wurde ein Meteor an der kalabrischen Küste gesichtet. Das Meteor verschwand schließlich unter gewaltiger Detonation. Die Bevölkerung von Messina und Catania war, in furchtbarer Aufregung, bis sie über die Ungefährlichkeit der Erscheinung aufgeklärt wurde. Die graue Felduniform wird im diesjährigen Kaisermanöver nicht zur Verwendung kommen. Es liegt dies daran, daß die Truppen über volle Friedensgarnituren noch nicht verfügen. Die bereitliegende Kriegsgarnitur soll aber aus naheliegenden Gründen im Frieden nicht angegriffen werden. ,, Ach, wahrhaft glücklich darf ich ja nicht werden," gestand er sich ehrlich.„ Ich kann es eben nur werden, Soweit die Grenzen meiner bevorzugten Stellung im Leben es mir gestatten, soweit mein Vater und meine Ahnen es billigen. Nun, mit diesem Glück will ich mich wenigstens abzufinden suchen, so gut es geht. Ein Narr wäre ich, täte ich es nicht." 5. Kapitel. Dem Großfener in Tokio sind 6676 Häuser, 9 Tempel, 2 Fabriken und 1 Feuerwehrdepot zum Opfer gefallen. Nach den bisherigen Feststellungen sind vier Personen umgekommen und 133 mehr oder weniger schwer verletzt. Behörden, Zeitungen und Private bemühen fich, die Not der 40 000 Obdachlosen zu lindern. Im Kampfe mit russischen Räubern. Unweit der preu ßisch- russischen Grenze wurde ein Teil der Räuber verhaftet, die kürzlich einen Postwagen bei Kalisch überfielen und gegen 100 000 Rubel erbeuteten. Im ganzen waren bei dem Raubzug ctwo 30 Banditen beteiligt. Ein Gendarm und zwei Wachtmeister wurden im Kampfe mit dem Gesindel erschoffen. Eine Folge des Modernisteneides. Wie die„ Deutsche Tagesztg." meldet, haben der Magistrat und das Stadtverordnetenkollegium von Landsberg a. d. W. einen von tatholischer Seite gestellten Antrag, in den Lehrplan der Bürger- und Mittelschule katholischen Religionsunterricht aufzunehmen, mit der Begründung abgelehnt, daß die Geistlichen den Modernisteneid geschworen hätten. Die Bürger- und Mtitelschule zählt 46 katholische Kinder. Erna Raben war, wie der Wedelsteiner Arzt leichthin fonstatierte, bleichsüchtig. Keine rechte Lebensfreude, trotzdem sie Braut, der Appetit mäßig, die Wangen etwas schmal und blaß, natürlich altbekannte Anzeichen dieser zur Mode gewordenen Krankheit.- Eisenpillen, Milchkur und was der Doktor sonst in solchen Fällen zu verordnen pflegte, brauchte die Patientin mit pünktlicher Gewissenhaftigkeit. Es wurde jedoch nicht besser mit ihr, darum hatte man nichts dagegen, daß sie ein Vierteljahr nach Finkenstein, wo ein Oheim Oberförster war, übersiedelte. Waldluft und Landluft hatte sie ja hier ebensogut, aber es war doch eine Luftveränderung, die bisweilen Wunderbinge verrichten soll. Hungersnot in Sibirien. Im Gouvernement Jakutsk ist eine Hungersnot ausgebrochen, die noch täglich anwächst. Massenweise kommt das Vich um; unter der Bevölkerung sind infolge des Hungers Infektionskrankheiten ausgebrochen. Das Eingreifen der Verwaltung ist bis jetzt resultatlos. sechs Meilen von Wedelstein entfernt war, und Vater und Mutter Raben lebten seit langer, langer Zeit wieder einmal allein in dem schlichten Häuslein, das sie nunmehr fünfunddreißig Jahre bewohnten. Seit dem ersten glücklichen Jahre ihres an Freuden und Leiden so reichen Ehelebens waren sie wieder ganz unter sich. Erna reiste also ab nach der Oberförsterei, die gut Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich Dienstag nachmittag auf dem Schiffahrtsdamm in Essen an der Stelle, wo die Eisenbahnschienen die Straße kreuzen. Beim Heranbrausen des Zuges scheuten die Pferde eines mit Soldaten besetzten Wagens. Der Wagen wurde in einen Graben ge worfen. Sieben Mann wurden schwer verletzt. ,, Ein seltsam Gefühl," meinte der Rentmeister, seine Pfeife anzündend und sich aufs Sofa segend. Aber seine Gattin trocknete die Tränen und schluchzte laut:„ Es ist nicht Bleichsucht allein, ich weiß es besser, als der Arzt!" Schwere Fälle von Selbstverstümmelung sind in einem Petersburger Gefängnis festgestellt worden. Einige Ver brecher hatten sich den Leib aufgeschnitten. Die schwer Verwundeten wiesen jede ärztliche Hilfe zurück. Die Ursache zu dieser Verzweiflungstat ist in der schlechten Behandlung zu suchen. Wie oft hatte sie das heute schon wiederholt!-„ Ob wir recht getan haben mit der Verlobung, ich weiß es nicht. Sie scheinen mir doch ganz und gar nicht zu einan der zu passen. Er ist undurchsichtig! Mir ist er viel zu flug. Trotzdem ich auch kluge Leute leicht verstanden habe, mit denen ich bisher in Berührung gekommen bin." Der Rentmeister blies dicke Rauchwolken vor sich hin und fand nicht das rechte Wort zur Beruhigung seiner erregten Gattin. Gemütlich war es heute nicht hier im sonst so trauten Wohnzimmer, wo er nach des Tages Mühen Erquickung und angenehme Ruhe zu finden gewohnt. Aus den Gerichtssälen. Eine Tragödie in der Kaserne. Vor einiger Zeit hatte ein Unteroffizier des 3. Garderegiments in Berlin einem Grenadier Rieß befohlen, am geheizten Ofen seine Stiefe! zwölfmal einzuschmieren und dann wieder zu putzen und etwa 50mal die Bürste vom Boden aufzuheben. Beim 20. Male hatte sich Rieß geweigert und dem Unteroffizier die Stiefel vor die Füße geworfen mit dem Bemerken, er pube nicht weiter, er sei doch nicht verrückt. Aus Angst, daß die Sache gemeldet werden könnte, stürzte Rieß sich aus dem Fenster und starb an den Folgen des Sturzes. Das Oberfriegsgericht des Gardekorps verurteilte am Dienstag den Unteroffizier wegen unvorschriftsmäßiger Behandlung Untergebener zu sechs Wochen Mittelarrest. Der Anklage= vertreter hatte vier Monate Gefängnis beantragt. Burichen a Minuten ve die Uhland ftreďte fie Inlete dann dem Verfu Portemonn gestört und Gestän bett. Mitte helden( Sa fchwerkrant Frankenhau nen am 21 den Namen in Schlefie feiner Gin fenhause g Anstaltsar 16. April gangen ha 81. Oktober taten fonn Mund vers nun damit polizei die Die L dorf ist am vor fich ge Fahrt den Minuten i türlich, all die kleinen Eindrücke auf den Strichelchen! Jetzt sehe ich es. Der Schein muß durchgepaust sein. Die Figuren sind sorgfältig umzeichnet, jedenfalls mit einem sehr spizen Instrument." Der General betrat heute in heiterster Stimmung des Rentmeisters Kontor, begrüßte seinen alten Getreuen recht freundschaftlich und legte ihm ein Pack Banknoten auf den Tisch mit den Worten:., Sabe soeben ein gutes Ge= schäft gemacht. Nachbar Wendland hat mir tausend Mark für die Fuchsstute gegeben, weil er nun einmal veharrt ist in das alte Tier. Können das Geld Sonntag zum Auszahlen der Leute benutzen.- Uebrigens sehen Sie. Sie doch einmal diesen Hundermarkschein an." Dabei entnahm er dem Pädchen einen solchen und reichte ihn dem Rentmeister. Fällt Ihnen an dem Ding nichts auf? Halten Sie es doch einmal gegen das Licht!" Raben schüttelte den Kopf und meinte, seine Augen wären gar so schwach. Aber plötzlich rief er aus:„ Na= Offenbar hat der Schein sich in den Händen eines Falschmünzers befunden. Könnte ja allerdings auch auf einen Scherz oder auf die Langeweile zurückzuführen sein," meinte der General. Nachbar Wendland ist jedenfalls unschuldig. Ich sah die Strichelchen sofort. Habe mir die Nummer des Scheins auf alle Fälle ins Notizbuch geschrieben. Wer weiß, wozu das gut ist." - Er legte denselben wieder zu den übrigen und Herr Raben verwahrte das Paket in dem großen, eisernen Geldschrank. " Famoses Frühlingswetter heute," fuhr der General zu plaudern fort. Wie geht es Ihrer Tochter eigentlich? Wann soll die Hochzeit sein?" ,, Dank der Nachfrage, Exzellenz! Die Erna ist leider etwas bleichsüchtig. Glabe faum, daß noch vor Weihnachten die Hochzeit sein wird." ,, Hm, das ist allerdings noch lange hin. Wenn Her Woltersdorf nur nicht ungeduldig wird. Mir scheint, der ist in letzter Zeit recht verstimmt. Kann Ihnen übrigens, ganz unter uns natürlich, die Mitteilung machen, daß mein Sohn auch auf Freiersfüßen geht. Wills Gott, dann erlebe auch ich bald eine fidele Hochzeit." Der Rentmeister traute wieder einmal seinen Ohren nicht. Er murmelte etwas wie einen Glüdwunsch und schien von dieser Mitteilung recht angenehm berührt. Woltersdorf erschien in letzter Zeit lange nicht mehr so häufig bei Rabens wie früher. Wohl begegnete er seinen zufünftigen Schwiegerelfern nach wie vor mit ausge= suchtester Liebenswürdigkeit, aber, daß ihn sein Bräuttgamsstand nicht befriedigte, ließ er doch deutlich genug durchblicken. Frau Raben quälte bereits ernstliche Besorgnis, daß die Verlobung noch auseinandergehen könnte.( F.f.) oftwind w Die herau freuzer m Ben Boge füdwestlich wendete er de wieder fcheinlich d abgestellt 1 worfen wu glatte Land Zu de Plate. Di Konkurs Bremen H Johann G eingetreter Ueberführ der Elter wiffenlos über geha sammenbr Mutter ge Reverses thr gesam fommt no fiz in So gebrachtes in die Tofigkeit a Die in Ameri Staate Nation n Mit Art pen und gleichgefin Feldzüger Kansas. 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Eine außerordentliche Ehrung durch den Großherzog von Medlenburg- Schwerin ist den zwölf- und dreizehnjährigen Schulknaben Otto Berlin, Friz Keil und Walter Rein in Schwerin zuteil geworden. Die drei Jungen hatten zwet andere Schüler, die im Winter in dem Ostorfer See einge brochen waren, unter eigener großer Lebensgefahr vom Ertrinken gerettet. Für die brave Tat hat der Großherzog thnen trob ihrer Jugend schon jetzt die Rettungsmedaille verltehen. Berlin fam bei dem Rettungswerk selbst in große Lebensgefahr, erhielt aber von seinen Gefährten Niemann und Poddehl rechtzeitig Hilfe, wofür diesen der Großherzog etne öffentliche Belobigung aussprach. Auch die von Berlin tem Waffer Entrissenen, die Schüler Lübbe und Mennert, hatten sich nicht mutwillig aufs Eis begeben, sondern waren eingebrochenen Spielgenoffen zu Hilfe ge= ellt, konnten diese aber nicht mehr retten. Für ihre Be mühung verlieh ihnen der Großherzog te eine filberne mit Widmung versehene Taschenuhr und Kette.- Das alles klingt anders als die Nachrichten von den Schülerfelbstmorden. Ein schwerer Raubanfall ist in der vergangenen Nacht in Steglitz bet Berlin verübt worden. In der Uhlandstraße wurde die Frau eines Kaufmanns von einem unbekannten Burschen angefallen. Der Mensch hatte die Frau einige Minuten verfolgt; beim Einbiegen aus der Grunewald- in die Uhlandstraße stürzte er sich über die Wehrlose her und streckte sie durch eine wuchtigen Faustschlag zu Boden. Er fniete dann auf sein Opfer und würgte es am Hals. Bet dem Versuch, der Ueberfallenen die Handtasche und das Portemonnaie zu rauben, wurde der Täter durch Passanten gestört und zur Flucht gezwungen; leider entfam er auch. Geständnis eines vierfachen Mörders auf dem Totens bett. Mitte Februar d. J. wurde in der Feldmark Salzderhelden( Hannover) ein etwa 40 Jahre alter Italiener in schwerkrankem Zustande aufgefunden und in das Vereinsfrankenhaus zu Einbeck eingeliefert. Bei ihm fand man etnen am 21. März 1910 in Schönfeld( Grafschaft Glatz) auf den Namen Luigi Bambieri ausgestellten Reisepaß und eine in Schlesien verausgabte Invalidenkarte vor. Bald nach feiner Einlieferung ist der Mann in dem genannten Kranfenhause gestorben. Kurz vor seinem Tode legte er dem Anstaltsarzt das Geständnis ab, daß er in der Bett vom 16. April bis 31. Oktober v. J. in Schlesien dret Morde begangen habe und einen weiteren vierten Mord nach dem 81. Oktober im Harz. Ueber die Einzelheiten dieser Bluttaten konnte er nichts mehr angeben, da ihm der Tod den Mund verschloß. Die Staatsanwaltschaft in Göttingen ist nun damit beschäftigt, mit Hilfe der Berliner Kriminalpolizei die Richtigkeit deses Geständnisses nachzuprüfen. Die Landung des Luftschiffes Deutschland" in Düffel: dorf ist am Dienstag nachmittag nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gegangen. Das Luftschiff überflog in langsamer Fahrt den westlichen Stadtteil und erschien um 2 1hr 15 Minuten über der Ballonhalle. Bei sehr scharfem Nordostwind wurde ein vergeblicher Landungsversuch gemacht. Die herausgeworfenen Haltetaue zerrissen. Der Luftfreuzer mußte von neuem aufsteigen. Er flog in einem groBen Bogen um die Ballonhalle herum und wurde dann in füdwestlicher Richtung bis nach Neuß hin abgetrieben. Hier wendete er sich wieder und nahm den Kampf mit dem Winde wieder auf. Der mißglückte Landungsversuch ist wahr scheinlich darauf zurückzuführen, daß die Propeller zu früh abgestellt und die Haltetaue aus zu großer Höhe herobneworfen wurden. Kurz nach brei Uhr gelang dann aber eine glatte Landung vor der Ballonhalle. 8 dem Ober ng den g Uniflage= Ichen! Die einem eines hauf sein," enfalls e mit dj ge Herr Geldeneral tlich? leider nach Sert t, der übri achen, Gott, Ohren und mehr r feiusge äuttgenug forg ( 8) als daß er eine Auktion einrichtete; die Mädchen sollten, wie einst auf den Sklavenmärkten im Süden die Neger, auf einen„ Block" gestellt und versteigert werden: derje= nige, der den höchsten Monatslohn bietet, wird eine der Vielbegehrten erhalten. Zu dem Zusammenbruch der Bremer Baumwollfirma Plate. Die Verhaftung des jüngeren Teilhabers der in Konkurs geratenen Baumwollfirma Gebrüder Plate in Bremen hat zur Folge gehabt, daß bei dem Seniorchef Johann Emil Plate und dessen Gattin Tobsuchtsanfälle eingetreten find, ble, so meldet der„ B. Lok.- Anz.", thre Ueberführung in eine Anstalt nötig machten. Der Zustand der Eltern wird begreiflich, wenn man bedenkt, wie ge= wissenlos der verhaftete Sohn besonders der Mutter gegen= über gehandelt hat. Noch am Abend vor dem völligen gusammenbruch, den er klar voraussehen mußte, ist er zu der Mutter gegangen und hat diese zur Unterzeichnung eines Reverses über 400 000 M bewogen, wodurch die Frau um ihr gesamtes eigenes Barvermögen gekommen ist. Dazu kommt noch, daß bekanntlich ein wertvoller Sommerwohnfitz in Horn bei Bremen und ein Landgut, die beide ein= gebrachtes Gut der Mutter und ihr Eigentum waren, mit in die Konkursmasse fallen, weil man sie einst in SorgTosigkeit auf den Namen Emil Plate hatte eintragen lassen. Die eifrigste Borkämpferin der Temperenzbewegung in Amerita, Miß Carry Nation, ist in Leavenworth im Staate Kansas im Alter von 65 Jahren gestorben. Mik Nation war der Schrecken der amerikanischen Gastwirte. Mit Art und Revolver bewaffnet stürmte sie in dei Kneipen und zertrümmerte die Schnapsflaschen. Ein Häuslein gleichgesinnter Männer und Frauen folgten ihr bei ihren Feldzügen. Das Hauptfeld ihrer Tätigkeit war der Staat Kansas. Die getränkten Cölner. Die Tatsache, daß der Zeppelinballon Dienstag mittag auf seinem Fluge von Bonn aus wiederum über den Rhein flog, um in weitem Bogen der Festung Cöln auszuweichen, hat in der Cölner Bürgerschaft großen Unwillen verursacht, da man allseitig der Auffassung ist, daß das Kriegsministerium der deutschen Luftschiffahrtsgesellschaft das Kreuzen über Köln als Festungsstadt nicht gestattet hat. Vor einiger Zeit wurde die Stadtverwaltung beim Kriegsministerium vorstellig, was anscheinend erfolglos geblieben ist. Der Ballon nahm seinen Weg über das bergische Land und strebte weit unterhalb Cölns wieder dem Rheine zu. Nachdem das Luftschiff in Düsseldorf stationiert ist, wird die Frage akut, ob die vereinbarten Fahrten nach Cöln unternommen werden. Es wird von interessierter Seite aus erneut eine Bewegung gegen das Verbot eingeleitet. Berlin und Leipzig. Berlin: Straßenbahn. Eine Dame ist falsch aufgestiegen, fragt den Schaffner:" Fahren Ste Spittelmarkt?" Schaffner:„ Nein Nr. 78". Dame steigt aus. Leipzig: Dieselbe Szene. Dame:„ Heern Se, fahrn'n Sie naachen Bayerschen Bahnhofe?" Schaff= ner: Wo wollen Se' nn eechendlich hin, mei guhdes Fraileinchen?" Dame: Nu, naachen Bayerschen Bahnhofe!" Schaffner:„ Do machen wir aber nich hin, mei Fraileinchen. Ich will Ihn' was saachen, glei gomm' mer ahn de Haldeschdelle, da genn Se ausschdeichen, un uff'n anderen Waachen warden. Nur noch eene Minude. Sähn Se, da sein mer schon. Na, adchee ooch, gomm Se guhd rimmer." " Der Druckfehlerteufel im Theater. Aus Jauer( Schlesien) wird vom 8. d. M. geschrieben: Ein Druckfehler auf dem Theaterzettel spielte gestern abend den Besuchern des Stadttheaters einen Streich. Da auf dem Zettel„ Das Bild des Signorelli" als Schauspiel in fünf Aften bezeich net war, blieb das Publikum nach Schluß des vierten Aftes, womit das Stück sein Ende erreicht hatte, ruhig sitzen und niemand machte Anstalten, das Theater zu verlassen. Ein jeder(!) erwartete den fünften Akt. Erst als die Musiker sich entfernt hatten, auf der Bühne die Lampen ausgedreht wurden und der Souffleur seinen Hals aus dem Kasten reckte mit dem Buruf:„ Es ist aus!" tam den Besuchern zum Bewußtsein, daß der Druckfehlerteufel seine Hand im Spiele hatte. Oberschlesische Derbrecher. Von dem früheren Leiter der Kriminalexekutivpolizei in Zabrze( Oberschlesien). Kriminalpolizeiinspektor Weitz, wird dem„ B. L.-A." geschrieben: Der Bankraub in Myslowik, bei dem der oberschlesische Räuber Antol, dessen Festnahme in Neuyork jest glückte, den diensttunden Bankbeamten erschoß, und die Mordtaten des am Sonntag in Roßberg D.-S. erschossenen Raubmörders Kowoll lenken die allgemeine Aufmerksamkeit nach jener„ gefährlichsten Ecke" Deutschlands, nach Oberschlesien. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir Oberschlesien mit seinen lang sich hinziehenden Ortschaften, die durch Gruben, Schlackenhalden usw. In der Bebauung unterbrochen sind, mit seinen zum Teil undurchdringlichen Wäldern und endlich mit seine nahe belegenen russischen und österreichischen Grenzen als ein Eldorado für das Verbrechertum bezeich= nen müssen. Die Polizei in den Großstädten mag sicher einen schweren Stand mit der Bekämpfung des gewerbsmäßigen Verbrechertums haben, aber lebensgefährliche oder tödliche Verletzungen der Beamten gehören verhältnismäßig zu den Seltenheiten. Ueber das Martyrium eines Kindes wird einem Berliner Blatte berichtet: In Rirdorf starb in der Nacht zum Sonntag der siebenjährige Sohn des Maurers Herzog. Bei der Kriminalpolizei lief die Anzeige ein, daß das Kind nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern von der Stiefmutter zu Tode mißhandelt worden sei. Die Leiche des Kindes wurde beschlagnahmt und soll heute obduziert werden, damit die eigentliche Todesursache festgestellt wer= den kann. Ob der Tod des Kindes unmittelbar auf die Mihhandlungen zurückzuführen ist, erscheint daher noch nicht gewiß. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei haben aber ergeben, daß das Kind von seiner Stiefmutter tatsächlich in der rohesten und unmenschlichsten Weise be= handelt worden ist. Der kleine Walter stammte aus der ersten Ehe seines Vaters. Nach Aussagen der Hausbewohner stieß, puffte und schlug ihn seine Siefmutter, so oft sie seiner nur ansichtig wurde. Seine Hände wiesen fast immer Striemen und blutunterlaufene Stellen auf, die von Schlägen und Stößen herrührten. Auch am Kopfe hatte er nicht selten schwere Verlegungen. Am Sonnabend abend hörte man im ganzen Hause lange Zeit den kleinen Walter furchtbar jammern. Herzog und seine Frau befanden sich nicht in der Wohnung, sondern in einer nahegelegenen Kneipe. Am Sonntag hörte man im Hause, daß der Junge gestorben sei. Niemand erfuhr die TodesurSache, niemand wurde in die Wohnung gelassen, um die Leiche zu besichtigen. Gegen die Stiefmutter wird auf jeden Fall wegen der Mißhandlungen vorgegangen werden. Aus dem Eldorado der Dienstmädchen. Man schreibt der„ Frkft. 3tg." aus Neuyork unterm 31. März: Deutsche Hausfrauen mit ihren Dienstmädchensorgen sind im Vergleich mit ihren amerikanischen Schicksalsgenossinnen noch immer auf Rosen gebettet. Wie groß die Not an dienstbaren Geistern hierzulande ist, geht jetzt wieder aus einer Meldung aus Salem in Oregon hervor, wo vor einigen Tagen bekannt wurde, es würden zwei Mädchen in den Ort kommen, um sich nach Stellen umzusehen. Sofort war das Haus eines Herrn Hofer, der diese Freudenbotschaft ge= bracht hatte, von vierzig Frauen umlagert, die sämtlich seine Vermittelung zur Erlangung dieser Mädchen suchten. Serr Sofer wußte sich schließlich nicht anders zu helfen, Der Ganz anders liegt die Sache in Oberschlesien. oberschlesische Polizeibeamte ist auf Schritt und Tritt Lebensgefahren ausgesetzt, wie die Kriminalstatistik der letzten drei Jahre mit erschreckender Deutlichkeit lehrt. 1907 bis 1908 trieb der oberschlesische Ein- und Ausbrecher Don= der mit seiner Bande sein Unwesen, bis es endlich am 20. Januar 1908 dem Gleiwitzer Kriminalschuhmann Hamerla gelang, ihn in der Peter- Pauls- Kirche in Gleiwib, wohon er sich geflüchtet hatte, un din der gerade Gottesdienst abge= halten wurde, nach verzweifelter Gegenwehr festzunehmen. Bei der Festnahme fenerte der gefährliche Verbrecher mehrere Schüsse auf den Beamten ab, die diesen zwar verfehlten, aber dafür einige Andächtige mehr oder minder schwer verletzten. Kurze Zeit darauf nahm die Zabrzer Kriminal= polizei seine verwegensten Komplicen, Suchannek und Wunczyk, fest. Letzterer, ein 18jähriger, aus der Erziehungsanstalt in Wohlau ausgebrochener, baumstarker Fürforgezögling, griff bei der Festnahme ebenfalls zur Browningpistole, und nur der Entschlossenheit des thn festnehmenden Kriminalwachtmeisters, eines alten Artilleristen, war es zu verdanken, daß größeres Unheil verhütet wurde. Bet einer Leibesvisitation fand man bei ihm eine derartige Menge Munition vor, daß er imstande gewesen wäre, fich erfolgreich gegen ein ganzes Aufgebot von Schuhleuten zu verteidigen. Geschlechts besteht aus 100 000 Mark. Unterstützungen sollen gewährt werden aus den Erträgnissen des Stiftungskapitals im Falle der Invalidität oder in Fällen der Not, insbe sondere dann, wenn die Pensionsanstalt der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger nach ihren Sabungen feine oder nicht genügende Unterstützung zu gewähren in der Lage ist. Ein Renkontre zwischen Kutschern und Schußlenten. Berlin, 12. April. In Schöneberg fuhren zwei Kuts scher ständig auf einem der beiden Straßenbahngleise, so daß die Straßenbahnwagen nicht vorüberfahren konnten. Ein Schutzmann, der sich ins Mittel legte, wurde von einem Kutscher mit dem Peitschenstiel geschlagen. Der Täter ergriff die Flucht und es tam zu einer förmlichen Jagd auf den Entflohenen und schließlich zu einem Kampfe, bet dem ein zweiter Schußmann durch mehrere Peitschenhiebe Ver legungen im Gesicht davon trug. Der Beamte zog blank und versetzte dem Kutscher zwet scharfe Hiebe in den rechten Oberarm. Beide Kutscher wurden schließlich festgenommen. Vater und Sohn. Berlin, 12. April. In Charlottenburg drang ein dem Trunk ergebener Steinklopfer mit einem Hammer auf setnen Sohn ein, der am Kopfe schwer verletzt wurde. Der Sohn entriß dem Vater den Hammer, drängte ihn auf den Hof hinaus und verprügelte ihn derart, daß er halbtot liegen blieb. Der Streit auf der Schichauwerft. Danzig, 12. April. Auf der Schichauwerft dehnt fich der Streif weiter aus. Zurzeit feiern 778 organisterte und 45 nicht organisierte Arbeiter. Am 24. Mai 1908 erschlug der 23jährige Arbeiter Galezke in einer der belebtesten Straßen von Zabrze einen Möbelhändler in seiner Wohnung, um den Geldschrank zu berauben. Seine Festnahme gelang bereits am 26. Mat 1908. Vier Wochen später erschoß ein Grubenarbeiter in Zabrze seine Frau, seine Schwiegermutter und seine Tante. Der Polizei erwuchs die gefährliche Aufgabe, ihn aus dem verschlossenen Zimmer heraus zu verhaften. Obwohl der Mörder noch mehree Schüsse in setner Browningpistole hatte, löste der mit der Verhaftung betraute Polizeikommissar die schwierige Aufgabe ohne Blutvergießen. In demselben Jahre glückte es, zwei weitere gefährliche Einbrecher, die Gebrüder Golombek mit ihrem Anhang in Kunzendorf D.-S. unschädlich zu machen. Emanuel Golombet gelang es hierbei zwar, obwohl ihm die Hände mit einer eisernen Fessel zusammengebunden waren, im Dunkel der Nacht zu entweichen er wurde aber einig Wochen später wieder verhaftet. Die Bande hatte ebenfalls bei einem Gasthauseinbruch in Pilchowiz auf den sie überraschenden Gastwirt geschossen, diesen aber zum Glücke nicht getroffen. Mit der Unschädlichmachung dieser Raubgesellen war eine Zeitlang Ruhe im oberschlesischen Industriebezirk geschaffen worden, bts im vorigen Jahre fich neue Räuberbanden bildeten. - Ein Meteor in der Bodenseegegend. Lindan, 12. April. Eine Himmelserscheinung, wie fie aus Messina gemeldet wurde, ist auch in den in der Nähe von Lindau gelegenen Ortschaften beobachtet worden. Das Phänomen, das Montag abend 7,50 Uhr in Erscheinung trat, war von heftigen Erplosionen begleitet. Schwere Dynamitexplosion. Wien, 12. April. Aus Triest wird gemeldet, daß bei dem Transport von Bahnmaterial zwischen Levrana und Jfa eine große Menge Dynamit explodierte, die zu Spren gungen verwendet werden sollte. 5 Arbeiter wurden durch den Luftdruck weit fortgeschleudert. Zwet erlitten so schwere Verletzungen, daß sie bald darauf starben. So tüchtig die Polizei in Zabrze, Beuthen, Kattowitz und Königshütte auch ist, so reichen doch ihre geringen Mannschaften nicht aus, die großen Flächen der Landbezirke einer dauernden Beobachtung zu unterziehen, und auch die außerordentlich bewährte oberschlesische Gendarmerie ist hierzu nicht in der Lage. Not tut die schleunige Einführung einer starken königlichen Polizei, und es kann nur bedauert werden, daß man im Herbst 1910 von deren geplanter Einführung aus finanziellen Gründen Abstand nahm. Drabinachrichten und neuestes. Eine Konferenz prenhischer Seminardirektoren. Berlin, 12. April. Eine Konferenz der Direktoren der preußischen Lehrerseminare trat gestern mit Vertretern des Kultusministeriums zusammen. Fleischergesellenstreik in Wien. Wien, 12. April. Die Fleischergesellen beschlossen, heute früh in den Ausstand zu treten, weil die meisten Fleischhauerfirmen ien neuen Lohntarif nicht angenommen haben. E8 kommen etwa 2000 Gehilfen bei dem Streit in Betracht. Die Gehilfen der Engros- Markthalle und der Großschlächtereien haben sich dem Strett nicht angeschlossen. Großer Tabafarbeiterstreit in der Türkei. Saloniki, 12. April. Der Ausstand der Tabakarbetter in der Provinz brettet sich immer weiter aus. In Rawala haben 10 000 Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Truppen sind in das Ausstandsgebiet entsandt worden. Unterschlagungen im französischen Ministerium des Aenßern. Stiftung für hilfsbedürftige Schauspieler. Berlin, 12. April. Das Vermögen der Friedrich HaasePensionsstiftung für hilfsbedürftige Schauspieler beidersei Paris, 12. April. Gestern wurden in der Kassenabteilung des Ministeriums des Aeußern schwere Unregel= mäßigkeiten entdeckt. Wte die" Patrte" meldet, ist der Chef der Buchhaltung des Ministeriums. Hamon, vom Minister feines Amtes enthoben worden. Die Prüfung der Rechnungsabschliffe für das ablaufende Geschäftsjahr sollen Unregelmäßigkeiten in Höhe von 400 000 Francs ergeben ha= ben. Bei den Unregelmäßigkeiten soll es sich hauptsächlich um unerhört hohe Rechnungen für Marinebauten und Marinelieferungen handeln. Die Aufstandsbewegung der französischen Winzer. Epernay, 12. April. Die Revolte der Weinbauern des Marnegebietes nimmt eine immer größere Ausdehnung an. Der Zug der Demonstranten traf gestern vormittag um 11 Uhr in Dizy ein. Es wurden rote Fahnen dem Zuge vorangetragen und rote Abzeichen mitgeführt. Die dortigen Weinbauern vereinigten sich mit den Ankommenden und überfielen öret Champagnerhäuser. Es wurden die Türen der Weinlager erbrochen und alles zerstört, was den erregten Weinbauern in die Hände fiel. 230 000 laschen Champaaner wurden zertrümmert. Die Weinbauern errichteten darauf Barrikaden in der Stadt und steckten Tonnen mit Teer in Brand. Dann begaben sie sich nach Ay. Auch dort drangen sie in die Champagnerlager ein und zerschlugen alle Flaschen und Tonnen. Der Wein floß in den Straßen buchstäblich in Strömen. Drei Schwadro. nen Dragoner wurden von den Weinbauern aufgehalten. Frauen warfen sich vor die Pferde. Bis gegen Mitternacht war es den Dragonern nicht gelungen, in das Dorf, das in eine Festung umgewandelt war, einzuziehen. Einsturz eines Fabrifneubancs. O Madrid, 12. April. In Alicante stürzte eine im Bau befindliche Guanofabrif ein. Von den Trümmerr wurden mehrere Arbeiter erschlagen. 0 Ein Nachspiel an der Nenyorker Brandkatastrophe. Nenyorf. 12. April. Die strafrechtliche Untersuchung des Brandunglucks am Washingtonplab hat zur Erhebung der Anklage wegen Totschlaas gegen die Besiber der Blusenfabrik Mar Blanck und Isaak Harris geführt. Bei der gestrigen Vernehmung hat ein Detektiv ausgesagt, die Treppentür im 9. Stockwerk des Gebäudes sei beim Ausbruch des Brandes verschlossen gewesen. Bandel und Gerkebr. Frankfurt, 11. April. Viehmarktspreise. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochien: a) vollileischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt( Lebendgewicht) M 52-57,( Schlachtgewicht) M 95-98, die noch nicht gezogen haben( ungefocht)( Lebendgewicht) M 47-51, ( Schlachtgewicht) M 85-93, 6) junge fleischige, nich t ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgewicht) M 42 bis 46,( Schlachtgewicht) M 77-85. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 4€ bis 48,( Schlachtgem.) M 76 bis 80, 6) vollfleischige jüngere ( Lebendgew.) M 41 bis 45,( Schlachtgew.) M 68 bis 75. C. Färsen und Kühe: vollfleischige, ausgemästete Färsen höch ften Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45 bis 50,( Schlachtgew.) M 81 bis 89, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 44 bis 47, ( Schlachtgew.) M 82 bis 84, c) 1. wenig gut entwickelte Fär sen( Lebendgew.) M 40 bis 44, Schlachtgew.) M 77 bis 81, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M35 bis 43,( Schlachtgew.) M 65 bis 74, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 30 bis 34.( Schlachtgew.) M 60 bis 68, e) gering genährte Kühe und Färfen( Lebendgew.) M 24 bis 27,( Schlachtgew.) M 55 bis 61. D. Gering genährtes Jungvieh: a) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) M 62 bis 67,( Schlachtgew.) M 103 bis 112, b) mittlere Mastund gute Sauatälber( Lebendgew.) M 56 bis 61,( Schlachtgew.) M95 bis 103, c) geringe Sangfälber( Lebendgew.) M 50 bis 55,( Schlachigew.) M 85 bis 93. Schafe: A. Stall maftschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 41 bis 42,( Schlachtgew.) M 86 bis 88. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M48 bis 50,( Schlachtgem.) M_62 bis 63, 6) velfleischige Schweine unter 80 Kilogramm Le= bendgewicht( Lebendgew.) M 48,50 bis 49,( Schlachtgew.) M 62 bis 63, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M49 bis 50,( Schlachtgew.) M 01 bis 69, d) vollfleischge Schweine von 120 bis 150 Silogramm Lebendgew.( Lebendgew.) M 49 bis 50,( Schlachtgew.) M 61 bis 62,50. IVO PUHONNY. Wie diefe Palme das auf der Erde wandelnde Tierreich überragt, fo über. ragen die Pflanzenfette Palminud Palmona( Pflanzen. Butter Margarine) die tierischen Feite durch ihre Reinheit und Güte. Das beweift am beften der Umstand, daß Palmin und Palmona tierische Fette in der feinen und bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen. Palmin zum Kochen, Braten und Backen. 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