Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen Erscheint Redaktion: oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 235. Telephon: Nr. 362. Reichstagswahlen 1912. Freisinnige Wahlparole. Der Zentralausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei hat für das ganze deutsche Reich zur bevorstehenden ReichstagsHaupt- und Stichwahl folgende Wahlparole bekannt gegeben:„ Nieder mit dem schwarzblauen Block, keinem fonservativen, keinem Zentrumsmann, feinem Antisemiten und keinem Polen eine Stimme. Für Hessen kommen auch diejenigen nationalliberalen Kandidaten Betracht, die gleichzeitig Kandidaten des Bundes Landwirte sind." - in der Wetzlar. Die fonservative Reichstagskandidatur für Wetzlar- Altenkirchen soll nun doch zurückgezogen sein. Fulda. Herr Müller, der seit 18 Jahren den hiesigen Wahlkreis im Reichstag vertritt, ist vom Zentrum einstimmig als Kandidat wieder aufgestellt - worden. - Wiesbaden. Für den hiesigen zweiten nassauischen Wahlkreis Wiesbaden- Rheingau ist als Sammelkandidat der rechtsstehenden Parteien der Oberstleutnant a. D. Wilhelm i- Wiesbaden aufgestellt. Oppenheim. Vom Zentrum wurde zum Reichstagskandidaten für unseren Wahlkreis einstimmig Landtagsabg. Kommerzienrat Molthan proklamiert. Worms. In einer Versammlung nationalliberaler Vertrauensmänner wurde mitgeteilt, daß Frhr. v. Heyl gesundheitshalber eine Kandidatur nicht an= nehmen könne. Es wurde beschlossen, durch eine Deputation den Frhrn. v. Heyl um Annahme der Kandidatur zu ersuchen. Aus Stadt und Cand. Gießen, 12. Dezember 1911. * Neue deutsche Jubiläumsmünzen. Es werden Drei- Markstücke auf die Feier der 25jährigen Regierung des Kaisers 1913, die auf der Vorderseite den Monarchen zu Pferde zeigen, ausgeprägt. Weiter ist dann in Aussicht genommen, in Anlehnung an die Hundertjahrfeiern der Freiheitskriege und der Erwerbung von Landesteilen durch Preußen in Westfalen und der Rheinprovinz Gedenkmünzen auszugeben. n Gießen. Dieser Tage fand etne Musikaufführ= ung der jüngeren Schüler der Musikschule Minna Körner statt. Es war eine Freude, hierbei die Früchte eines gediegenen Musikunterrichts wahrnehmen zu fönnen: überall leichter, elastischer, auch im„ forte" niemals harter Anschlag und je nach der Entwickelungsstufe der einzelnen schon zuweilen etwas gereifteres Spiel. Wenn musikalisches Können das jeweilige Ergebnis einer stetig Veraltete Katarrhe auszurotten der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ist eine recht schwierige Sache. Jeder, der schon einmal Jeder, der schon einmal mit einem hartnäckigen Katarrh zu kämpfen hatte, kann davon ein Lied singen. Mit den gewöhnlichen Hausmittelchen, wie Hustenbonbons und Pastillen, ist da nicht viel anzufangen. Bei einem einfachen kleinen Erkältungshusten, der sowieso schon nach einigen Tagen von selbst zu verschwinden pflegt, mögen derartige harmlose Mittel ja ganz gut sein. Aber, die Beseitigung eines chronisch gewordenen alten, immer wiederkehrenden Hustens, der bei dazu Disponierten gar oft den Keim der Lungen: schwindsucht in sich trägt, erfordert eine ganz andere Aufmerksamkeit und muß mit wesentlich anderen Mitteln behandelt werden, die den Feind sozusagen im Innern seines Lagers aufsuchen und ihn dann von innen heraus" vertreiben. " Als eines der besten Mittel zur Beseitigung derartig chronisch gewordener Katarrhe mit ihren Folgezuständen: alter Husten, Verschleimung, Asthma, Bron: chialkatarrh, Lungenspitzenkatarrh usw. galt den berühmten Aerzten des Altertums und gilt noch heute im ganzen Orient der sogenannte Arabische oder UtuBalsam, der naturreine Harzsaft eines in den Küstenländern des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes. Dieser Arabische Balsam war bis zur Entdeckung Amerikas die einzige Droge, den man den Namen„ Balsam" gab, und es beziehen sich daher alle älteren Literaturstellen in wissenschaftlichen medizinischen Werken, in denen von " Balsam" die Rede ist, ebenso wie die zahlreichen Hinweise der Bibel auf den Heilwert des" Balsams", nur auf ihn. Schon das Wort„ Balsam" zeigt uns die Wert( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 12. Dezember 1911. an und folgerichtig sich vollziehenden Entwickelung ist, dann muß man von dem Unterricht schon von allem Anfang an verlangen, daß er gründlich und sorgfältig ist, auch schon zu der Zeit, wo das wahre Wesen der Musik als einer Offenbarung innersten Lebens von dem Kinde noch nicht erfaßt werden kann, wo vielmehr die Freude lichen Wohlflang. Schon da müssen die nun einmal der Musik noch weiter nichts ist als Freude am sinn notwendigen technischen Grundlagen geschaffen werden, es muß der frühen Vorbildung vorgebeugt und allmählich heraufdämmernde geistige Erfassung der Musik vorbereitet und gefördert werden, daß sie sich stetig weiterentwidle. Freilich ist das dabei zu erstrebende Ziel und harmonisch im Rahmen der Gesamtpersönlichkeit weiterentwickle. Freilich ist das dabei zu erstrebende Ziel Selbständigkeit, aber das schließt die Notwendigkeit einer Anregung, eines guten Vorbildes nicht aus. Daß in der führung bewiesen. Hervorgehoben sei noch, daß außer Körner'schen Schule ein solcher Geist weht, hat die Aufdie diegenen modernen Komponisten gespielt wurden. Den Schluß bildete ein musikalisch- deklamatorisches Stück, das durch den verständnisvollen Vortrag aller Beteiligten eine sorgfältige Einstudierung verriet. Stücken von altbewährten Meistern auch solche von gen Gießen. Der Großherzog hat den Gerichtsasses sor bei der Landes- Hypothekenbank Hermann Hesse von hier zum ständigen Hilfsarbeiter bei dieser Bank unter Verleihung des Amtstitels Finanzamtmann" ernannt. o Friedberg. Für den zweigleisigen Ausbau der Bäderbahnstrecke Friedberg- Friedrichsdorf sind die Erdarbeiten bereits teilweise vergeben. Voraussichtlich wird ein Teil der Strecke vom 1. Mai ab zweigleisig in Betrieb genommen werden können. o Homburg v. d. H. Jm Stadtwald sind infolge der Dürre in diesem Sommer zirka 15 000 Nadelholzpflanzen eingegangen. Die gleiche Erscheinung wird vom oberen Westerwald gemeldet. - r Wetzlar. Nach Besetzung des 2. Pfarramts unserer evangelischen Gemeinde, hat Herr Pfarrer Lühl dessen Amtswohnung in der Kornblumengasse bezogen. Herr Oberpfarrer Günder ist schon früher nach dem Hause in der Haarbachstraße, das die Gemeinde warb, übergesiedelt. er= r Wetzlar. Die Hansabund- Versammlung hatte einen sehr schwachen Besuch. Man nahm eine Resolution an, worin die Berliner Zentrale des Hansabundes zur Anregung erneuter Einigungsverhandlungen zwischen den beiden liberalen Parteien unseres Wahlkreises ersucht wird. ):( Dorlar. Hier ist eine neue Spar- und Darlehnskasse gegründet worden. schätzung, in der das Mittel bei den Alten stand: das Wort„ Balsam" stammt aus dem Alt- Hebräischen und heißt soviel wie„ König der Dele". Erst später kamen aus dem neuentdeckten Amerika weitere Balsame, wie der Perubalsam, der Tolubalsam usw., nach Europa, und noch später belegte man sogar eine Anzahl künstlicher, balsamähnlicher Erzeugnisse mit diesem Namen, der aber eigentlich nur dem Arabischen Balsam zusteht. Daß sich dieser echte, Arabische Balsam bisher noch nicht in unserem Heilschatz eingebürgert hat, lag an seiner großen Seltenheit und dem dadurch hervorgerufenen, ganz ungeheuer hohen Preise, der Jahrhunderte hindurch den Preis des ungemünzten Goldes um das Doppelte überstieg. Die Schwierigkeiten, die seiner Beschaffung im Wege standen, gelten indessen heute als behoben, und heute kann das von den alten Aerzten so sehr empfohlene Mittel schon zu einem Preise in den Handel gebracht werden, der seine Anwendung auch Minderbemittelten ermöglicht. Seitdem wir den Arabischen Balsam in den Handel gebracht haben, hatten zahlreiche Patienten Gelegenheit, denselben zu versuchen, und es berichten heute schon Hunderte von Briefen usw., die ganz unverlangt bei uns eingelaufen sind, von den gehabten guten Er: oder Utufolgen. Die Wirkungen des Arabischen Balsams, von dem wenige Tropfen pro Tag genügen, sind in kurzem folgende: Der Balsam macht den Auswurf flüssig und vermindert ihn. Infolgedessen hört schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit der Hustenreiz und damit auch der Husten auf. Infolge der Entfernung der in dem Auswurf enthaltenen Zerfallprodukte tritt da, wo Fieber vorhanden war, eine Abnahme des Fiebers ein. Aus demselben Grunde vermindern sich auch die Nachtschweiße, die mit der Zeit ganz aufhören. Ein gesunder ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. ):( Marburg. Der gestrige Rektorball nahm infolge eines Unfalles ein rasches Ende. Prof. Dr. Kutscher glitt beim Tanzen aus und brach ein Bein. Die Sanitätskolonne schaffte den Verletzten in die Klinik. ):( Marburg. Hier wurde ein in voller Fahrt befindliches Automobil von der hiesigen Polizei angehalten. Nach kurzem Verhör wurden die beiden In fassen, junge Leute von 17 Jahren, verhaftet. Später stellte sich heraus, daß die beiden das Automobil in Berlin gestohlen hatten und sich auf der Fahrt nach Frankfurt befanden. ):( Diez. Bei Hohenstein geriet eine Schafherde auf das Bahngleis. Ein die Strecke passierender Güterzug überfuhr 60 Tiere, die getötet wurden. Die Maschine des Zuges entgleiste, so daß die Strecke mehrere Stunden gesperrt war. Vorarbeiten für die Tausendjahrseier der Stadt Kassel ):( Kassel. Der Magistrat genehmigte für die im Jahre 1913 einen Betrag von 30 000 Mt. s Darmstadt. Der Großherzog hat den Generalmajor a la suite Frhrn. v. Heyl zum Vertrauensmann für die Organisation der Jung- Deutschland- Vereine im Großherzogtum Hessen bestimmt. stadt nebst den neuerbauten Haltestellen Darmstadts Darmstadt. Der neue Hauptbahnhof in DarmNord“ und„ Darmstadt- Süd" werden am 1. Mai 1912 voraussichtlich eröffnet und dem Verkehr übergeben werden. ! Mainz. Die Verhandlungen wegen der Eingemeindung von Rostheim sind erneut aufgenommen worden. Geschäftliches. )( Kein Weihnachtsfest ohne Weihnachtsgebäck. Aber womit soll man backen? Butter ist zu teuer, Schmalz und anderes zu gering. Da scheint es angebracht, auf die beiden Produkte Pal= min und Palmo na der Firma H. Schlind& Cie. A.-G. hinzuweisen. Palmin, das sich infolge seiner Reinheit und seines außerordentlich billigen Preises von Jahr zu Jahr, besonders bei der Weihnachtsbäckerei, steigender Beliebtheit erfreut, hat vor anderen Fetten den Vorzug, daß es vollkommen geruch- und geschmadlos ist und deshalb den natürlichen Geschmack des Gebäcks und der Zutaten in keiner Weise beeinflußt. Auch bleibt das mit Palmin sowohl als mit Palmona( Pflanzen- Butter- Margarine) hergestellte Gebäd länger haltbar, weil diese Produkte nicht wie selbst Naturbutter, Schmalz 2c. einen gewissen Prozentsazz freier Fettsäure enthalten. Palmona ist der beste Ersatz für Backbutter. | Nachtschlaf und damit eine Besserung des Allgemeinbefindens pflegen einzutreten. Außerdem wirkt der UtuBalsam magenstärkend und appetitanregend und bedingt dadurch eine größere Nahrungszufuhr und hierdurch wieder eine Gewichtszunahme. Der Patient bekommt durch das Verschwinden der katarrhalischen Erscheinungen und durch die Besserung seines Allgemeinbefindens wieder neuen Lebensmut und größere Lust und Ausdauer zur Arbeit. Wer auch noch so viel andere Mittel ohne Erfolg bereits benutzt hat, der möge trotzdem in seinem eigenen Interesse einmal einen kleinen Versuch mit Utu- Balsam machen. Er wird diesen Versuch so leicht nicht bereuen. Wir versenden kostenlos und franko eine Probe des Balsams an jeden, der uns den hier angehängten Bestellzettel ausgefüllt einsendet und ihm 20 Pfg. für Porto 2c. beifügt. Den Herren Aerzten stellen wir zu Versuchszwecken ein größeres Quantum des Balsams kostenfrei zur Verfügung. Morgenländische Drogen- Import: Gesellschaft Berlin W. 15 Senden Sie mir eine Probe ,, Majapan" kostenlos und portofrei zu. Name: Bernf oder Stand: Ort: Nähere Adresse: ,, La Superba." , La Superba." fann sich ein bie Mütter fizzen auf der Türschwelle, und zwischen schäftigung das zuläßt; die Kinder wimmeln herum, jeder auf die Straße setzen, dessen Beichlängelt fish La Superba." Was England geplant haben soll. Bur Spionageaffäre des Engländers Schulz, gegen den zurzett vor dem Reichsgericht verhandelt wird, veröffentlicht die Rheinisch- Westfältsche Zeitung" folgende Aufsehen erregende Nachricht auf Grund einer Mittetlung, die eine rheinische Familie von privater Sette aus Wilhelmshaven erhtelt:„ Im Verfolg der Spionageangelegenheit Schult wurde aufgedeckt, daß die Engländer geplant haben, Wilhelmshaven d. h. die in Be tracht kommenden Befestigungen nsw., am Weihnachtstage in die Luft zu sprengen. Bekanntlich wurden vor etnigen Tagen drei Schußleute in Wilhelmshaven wegen Diebstahls verhaftet. An einem dieser Verhafteten war fürzlich ein Wertbrief eingetroffen. Dem Postdirektor fiel die Sache auf und er wandte sich das raufhin an die maßgebende Behörde zwecks Deffnung des Briefes. Nach Seffnung des Briefes wurde festgestellt, daß in demselben 75 000 M. waren, die aus England kamen und für Spionagezwecke bestimmt waren. Bei der darauf erfolgten Haussuchung bet dem Poltziten sind die ganzen Pläne gefunden worden. Der Po= lizeibeamte soll von seiner Frau getrennt leben." Dte Meldung klingt reichlich sensationell, es empfiehlt sich das Dementi abzuwarten. Beendigung der Wahlhandlung." Da es sich hierbei nur um die formale Borschrift der Anzeigepflicht handelt, wird durch diese Bestimmung das im§ 1 des genannten Gesetzes allen Reichsangehörigen gewährletstete Recht, zu Zwecken, die den Strafgesetzen nicht zuwiderlaufen, sich zu versammeln, nicht aufgehoben. Es tönnen fonach an den Wählerversammlungen auch alle mindestens 18 Jahre alten Frauen oder Nichtwahlberechtigte teilnehmen. Die erwähnte Vergünstigung genießen aber nur solche Versammlungen die zum Betriebe von Wahlen zusammentreten. Andere öffentliche Versammlungen zur Erörterung politischer Angelegenhetten müssen daher nach wie vor bet der Polizeibehörde angezeigt oder den darüber erlassenen Vorschriften entsprechend öffentlich angekündigt werden. Der bisherige nationalliberale Reichstagsabgeord: nete Conge, Vertreter des Wahlkreises Minden 2( Herford- Halle) ist in der Nacht zum Sonntag in Herford an einem Herzleiden gestorben. Conze war auch bei den Neuwahlen als gemeinsamer Kandidat der nationalltberalen und der fortschrittlichen Volkspartei aufgestellt. Minister und Eisenbahnarbeiter. Das Zentralorgan der deutschen Eisenbahnhandwerker und-Arbeiter berichtet über eine Audienz, die der Vorstand des Elberfelder Verbandes jüngst beim Eisenbahnminister v. Breitenbach hatte. Danach erklärte der Minister den Arbeitervertreteru, er müsse dte Gewährung einer Teuerungszulage grundsäßlich ablehnen. In den nächstjährigen Etat sollen aber wieder größere Sum= men für Lohnausbesserungen eingestellt werden. Auch werde zurzeit in 14 Direktionsbezirken eine Lohnauf= befferung an die besonders bedürftigen Dienstgruppen durchgeführt. Dem Vorstand der Eisenbahnrottenarbeiter sicherte der Minister bestimmt die Beseitigung einer Neibe von Webeiständen zu, die sich innerhalb der Bahnmeistereien herausgebildet haben. Was der Leipziger Prozeß enthüllt hat. Nach privaten Berichten über den ersten Verhandlungstag im Prozeß gegen den englischen Spion Schult und seinen Helfershelfern ist, wie wir schon mitteilten, furz und bündig erwiesen, was längst gefürchtet und ge= ahnt wurde, daß englische Emissäre unsere Werften und Fabriken, in denen unsere Lintenschiffe gebaut und thre Maschinen hergestellt werden, umlauern und umschnüf= feln. Insbesondere weiß man aus mehreren Spionageprozessen der letzten Zeit, daß solche Agenten Englands hornehmlich auf brüchige Existenzen Jagd machen, auf Angehörige der Marine oder Angestellte von Werften und Fabriken, die in Schulden stecken, oder sonst irgendwte dunkle Punkte haben, bet denen der Versucher anfaffen tann. Sowett es sich um untergeordnete Personen handelt, ist das erzielte Ergebnis meist nicht viel wert, weil der Judas, der sein Vaterland um schnödes Geld perkauft, felber nicht viel weiß und nichts zu verraten hat. Hier aber ist man bis zu den Quellen, bis zu der Stelle vorgedrungen, wo wirklich Geheimnisse stecken: bis zu den Konstrukteuren, den Zeichnern, den Ingenieuren, die wirklich etwas wissen, die die Pläne in Händen haben, nach denen unsere Stählernen Bollwerke gebaut werden, auf denen die Sicherheit unseres Vaterfandes beruht. Es gibt wohl kein Wort, was vernich= tend, was schwer genug ist, um ein so verworfenes Subjekt zu fennzeichnen, der sein Vaterland an den Landesfeind für Geld verschachert. Es braucht fa nur baran erinnert zu werden, wie sehr der Wert unserer neuen Linienschiffe gemindert wird dadurch, daß der Feind ihre Konstruktion schon kennt, che sie überhaupt zu Wasser gelassen werden, und daß er darnach die Konstruktionspläne setner Neubauten entsprechend ändern kann; daß er also jeine Gegenwaffe schmieden fann, bevor wir noch unsere Waffe in die Hand be= tommen. Die beiden zogen ihre Revolver und schossen sofort aufeinander los. Pietrt blieb auf dem Plaze. Polt tit schwer verwundet. Einsturz einer Wolgabrücke. Wie aus Kasan ge meldet wird, sind infolge des außerordentlich starken Etsganges die Pfeiler der Wolgabrücke eingestürzt und haben die Brücke mit sich geriffen. 150 bis 200 Arbet fer wurden in den Strom geriffen. Bisher sind nur vier Leichen geborgen worden. Die verföhnten Gegner. Die erbitterten Gegner aus den Tagen der Marokkofonferenz find am Schluß der Verhandlungen als gute Freunde geschieden. Wenn man einer Erzählung Glauben schenken darf, die augenblicklich die Runde durch die Berliner Diplomatenwelt macht, haben die Herren von Kiderlen- Wächter und Cambon als Reichen gegenseitiger Wertschäßung sich thre Photographien mit Widmung und Unterschrift verehrt. Aus den Aussagen der Angeklagten amt zweiten Verhandlungstage geht hervor, daß auf den Werften and größeren Werkstätten Deutschlands eine Schar von eng ischen Spionen und deutschsprechenden Agenten unterBalten wird, die wieder von einer Anzahl höherer eng scher Agenten kontrolliert und angeleitet wird. An diesem patriotischen" Dienst nehmen allem Anschein nach auch wohlfitutexte, aus den besten Kreifen stammende Engländer teil, deren sportluftiger Sinn Befallen daran findet, mit der Gefahr zu spielen. Zu btesen scheint auch der verhaftete Rechtsanwalt Stewart ut gehören, dessen Aburteilung nach Weihnachten n Aussicht steht. Festgestellt ist, daß für alle diese Leute eine Art Treffpunkt in London besteht. Im Gegensat bazu jet mitgeteilt, daß der in Southampton verhaftete angebliche deutsche Sptor Große in feiner Verbindung mit deutschen Kreisen steht. Er scheint für ein Bureau n Brüssel gearbeitet zu haben, das ganz unabhängig hit und sein Material an den abgibt, der am meister bafür bezahlt. Rundschau vom Cage. Politisches o Fünf Kinder beim Eislauf ertrunken. In Schocken bet Bromberg brachen beim Eislauf auf der Welna sechs Knaben ein. Fünf von ihnen ertranken. Ein Hoboist im Streite erschossen. Der Hobotst Marsch in Meß war in der vergangenen Nacht mit dem Vorsitzenden des französischen Sportklubs Samain in Streit geraten. Währenddeffen schlich sich einer der vier Leute, die in Samains Begleitung sich befanden, von hinten an den Hoboisten heran und schoß ihm eine Kugel in den Kopf. Die Kugel durchbohrte das Gehirn und führte nach wenigen Minuten den Tod des Marsch herbet. Samain und sein Bruder, in dem man den Täter vermutet, wurden verhaftet. Ber Krenzer„ Berlin" und das Kanonenboot „ Eber" sind nach mehrtägigem Aufenthalt in Tanger wicher in See gegangen, ersterer, um nach Deutschland zurückzukehren, fekteres, um sich auf die westafrikanische Station zu begeben. Der Kreuzer Berlin" hat mit fet= ner Stationierung vor Agadir einstweilen feine lezten Funktionen ausgeübt, denn er wird nach der Ankunft in Kiel dort zur Außerdienststellung gelangen. Eisenbahnkatastrophe bei Paris. Als am Sonntag nachmittag ein Personenzug mit normaler Geschwindig= telt sich dem Pariser Nordbahnhofe näherte und eben den Lokomotivschuppen passieren wollte, fuhr infolge falscher Welchenstellung eine der großen Schnellzugsmaschinen dem Zuge in dte Sette. Bet dem Zusammenprail wurden 5 Personen getötet und 8 verlegt. Unteroffiziere als glückliche Gewinner. Die Unteroffiziere der 2. Kompanie des 165. Infanterie- Regtments in Quedlinburg spielten gemeinschaftlich ein Los der preußischen Klassenlotterie. Auf dieses ist ein Gewinn von 200 000 Mark gefallen, wovon jeder der glücklichen Gewinner etwa 11 000 Mark erhält. Die Bofener Randesverratsaffäre dürfte nicht die Bedeutung haben, die man ihr anfänglich beimaß. Sie stellt sich scheinbar als die unüberlegte Tat eines in Not geratenen Mädchens dar, das einige Monate stellungslos und dadurch in bittere Not geraten war. Ta das Mädchen sich schämte, dtes threm Verlobten, dem Festungsbaufeldwebel Schröder, zu gestehen, fam fie auf den Gedanken, Festungspläne und Zeichnungen, die sie in der Wohnung thres Geliebten liegen sah, zu entwenden und nach Rußland zu verkaufen. Bei dem Verhör gab sie sofort thre Schuld zu, versicherte aber gleichzeitig, daß ihr Verlobter nicht die geringste Kenntnis von ihrem Blane gehabt habe. Trotzdem wurde Schröder vorläufig verhaftet.s Man nimmt aber an, daß er binnen furzem wieder entlassen werden wird, da er unschuldig sein dürfte. Die Auflösung des Reichstas ist auch für die WähTerversammlungen von Bedeutung. Nachdem nunmehr als Termin der Retchstagswahlen der 12. Januar 1912 Bestimmt und durch den„ Reichsanz." veröffentlicht morben ist, tritt die Bestimmung im§ 6 Abs. 2 des Reichs= vereinsgesetzes vom 19. April 1908 in Kraft. Dort heißt es:„ Einer Anzeige( öffentlicher Versammlungen zur Grörterung politischer Angelegenheiten nach§ 5 des ge= nannten Gefeßes) bedarf es ferner nicht für BersammJungen der Wahlberechtigten zum Betriebe der Wahlen zu den auf Gesetz oder Anordnung von Behörden beruhenden öffentlichen Körperschaften vom Tage der amtlichen Bekanntmachung des Wahltages an bis zur 85) Aus Eifersucht. Der Könia von Dänemark traf Sonntag nachmit= tag von Hamburg kommend auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin ein. Zum Empfang war der dänische Gesandte erschtenen und geleitete den König zum Hotel Royal, wo er Wohnung nahm. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Der eigenartige Philosoph Iteß seinen Kopf fast bts auf die Knte hängen und brütete mit betrübter Miene vor sich hin. Weide betrachtete thn mit einem gewissen Mitleid und Bardekow trat zu seinem Kollegen und sagte flüsternd:„ Nun? Wieg efällt Ihnen der Kerl? Sind Ste befriedigt von Ihrem Erfolg?" Kleine Nachrichten. Ein erstes Fernfprechamt in Konstantinopel soll für 10 000 Teilnehmer eingerichtet und im Jahre 1913 in Betrieb genonimen werden. Kopfzerbrechen verursacht die Kabelführung durch den Bosporus, der sehr tief ist, stark veränderliche Strömungen hat und vielfach als Ankerplas benutzt wird. Aus den Gerichtssälen. Jetne Gebal muß auch einen Nam fein Gehalt nen Poftbe Briefträger benten wird ein ganz be gen des lett Ledermappe minifterium beitszimme empfängt d licherweise er jet gerad Oper zu fc und wird fitgt, wie b ten, Theater ten benutt. erhoben, da am Letzten überbringt, mugen darf. Lächeln die thr ein ftatt zählt M. Tausendfran alte Hornbr feit eines o Die Wittener Meineidfabrik" vor Gericht. Eine unter der Bezeichnung Wittener Meineidfabrik" befannte Gesellschaft stand am Sonnabend vor dem Schwurgericht in Bochum. Auf der Anklagebank saßen die Anführerin der Bande, eine Frau Hahn, und der Arbeiter Höhn. Die Verhandlung wurde unter Ausschluß der Offentlichkeit geführt. Frau Hahn wurde zu drei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, Höhn zu zwei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Beiden wurde die Eidesfähigkeit dauernd abgesprochen. Die Angeklagte Hahn hat bis jetzt wegen Meineidsverbrechens insgesamt vierzehn Jahre Zuchthaus erhalten. Ein hunderthähriger aktiver Unteroffizier. Im LethGarde- Küraffter- Regiment der Kaiserin- Mutter in Gat= schina starb dieser Tage, wie russische Blätter melden, ein Unteroffizier im Alter von 106 Jahren. Bis zum Todestage fat er Dienst, zuletzt als Aufseher in der Regimentsküche. Das ganze Regiment folgte dem Sarge. „ Erfolg?" fragte Weide ebenso letse.„ Ich möchte Iteber sagen, Mißerfolg. Denn dieser Mensch belügt uns augenscheinlich nicht." Die frühere morganatische Gemahlin König Leopolds, Baronin Vaughan, ist mit dem Gatten, ben ste nach des Königs Tode nohm, unzufrieden und will sich von ihm scheiden lassen. Der Ehescheidungsprozeß gelangt nächsten Donnerstag zur Verhandlung. ,, Ganz meine Meinung!" stimmte Bardekow elfrig bet. Ich glaube, wir beide werden doch noch zusammenkommen, Herr Kollege." Durch eine große entersbrunst sind in dem badtschen Orte Dietlingen Sonntag vormittag sieben Häufer, darunter das Rathaus, eingeäschert worden. Welde sah thn ungläubig an. Nein, die Fährte, auf der sich Bardekom bewegte, würde er nicht verfolgen. " Ich habe Sie eine Weile nachdenken lassen, Majewski," begann Scharffenstein wieder.„ Haben Sie sich besonnen?" Furchtbare Tat eines Gelftesgestörten. Der 85jährige geistesgestörte Lehrer Fluetsch von Mezzalelva in Graubünden erschoß seinen Vater, seine Mutter und zwei Schwestern, verlegte eine britte tödlich und erschoß schließlich sich selbst. Der Verbrecher rückte sich entschlossen gerade.„ Ja, das habe ich." sagte er mit auffallend fester Stimme. Und ich möchte Ste um etwas bitten, Herr Unterfuchungsrichter." „ Und das wäre?" Vermischtes. Elektrische Wohnungsheizung in Norwegen. Die großen starfin Wasserfälle Norwegens haben eine ungeahnte Entwicklung der elektrischen Industrie gebracht. Nun werden aber die Wasserkräfte in der Regel nur bet Tage ausgenutzt, während der Nacht ist die Zahl der Abnehmer für elektrischen Strom ganz gering. Um dem etwas abzuhelfen, hat jezt unter anderem der Staat als Befizer der Kraftanlagen der Stadt Gothenburg Strom für 0,6 Pfg. für eine Kilowattstunde angeboten, während wir in Deutschland durchschnittlich 50 Bfg., in Oberschlesien 4 Bfg. zahlen müssen. Um diesen billigen Nachtstrom auszunüßen, hat die Stadt Versuche gemacht, den Strom als Heizstrom zu ver= menden in Verbindung mit Kachelöfen, die bekanntlich dte Wärme sehr lange halten. Elektrische Heizkörper werden also in besonders fonstruterten Kachelöfen eingebaut und während der Nacht eingeschaltet. Das soll bann gentigen, um die Zimmer tagsüber warm zu halEin Snell auf offener Straße. In Orichtete in Sardinien gab es auf offener Straße ein Duell. Der Gastwirt Pietri traf auf der Straße seinen Gegner Bolt. " Stellen Ste mir meine Braut gegenüber und verJuchen Ste, ob ste mir das, was sie Ihnen vorgetragen bat, ins Gesicht hinein wiederholen wird." Helene Brandt trat verwundert ein, da ste nicht wußte, weshalb sie so schnell wieder erscheinen müsse. Dann aber erblickte sie ihren Liebhaber, und sie erblaßte, wankte und mußte sich schnell auf einen Stuhl niederlassen. „ Ste meinen, Ste sind Ihres Einflusses auf ste ficher?" , nein, sie hat stärkere Nerven als ich, wenigstens In unserem Verkehr. Aber ich bitte Ste inständig, mtr meinen Wunsch zu erfüllen." „ Sie sehen hier den Verhafteten," redete sie Scharffenstein ernst an.„ Wiederholen Ste thm Ihre Aussage, die Sie vorhin machten, ins Gesicht!" „ Schön, wir werden sehen," sagte Scharffenstetn und gab seine Befehle. ten. Ste deckte die Hände vor die Augen und schwieg. „ Was soll denn das bedeuten?" fuhr sie der kleine Herr an.„ Vorhin waren Sie zu jeder Beschuldigung bereit, und jetzt wollen Sie nicht Rede und Antwort stehen? Fürchten Ste sich vor ihm?" Ste sah zärtlich zu ihrem Geliebten hinüber.„ D nein!" ,, Dann sprechen Ste!" " Was soll ich denn sagen?" Auf der Löwenjagd. Ein nettes Jagdgeschichichen wird von einem Teilnehmer der unlängst beendeten Expedition des Majors Hinsch nach dem Caprivizipfel ( Südwestafrika) erzählt. Die Ochsen eines Proviant wagens des Schußtruppenkommandos werden schlapp, und das Gefährt muß in einer Gegend zurückgelassen werden, die wegen ihrer Löwenplage berüchtigt ist. Auf dem Rückmarsch nimmt die Kolonne den Wagen wieder auf. Kein Trectochse fehlt.„ Na, haben Sie viel von den Löwen gehört?" fragte der Major den zum Wagen kommandierten Gefreiten. Jawohl, Herr Oberstwachtmeister! Die ganzen Nächte haben sie gebrüllt und waren immer dicht am Kraal." Nun, und wieviel haben Ste geschossen?" inquirierte der etwas skeptische Fitrer weiter. Darauf erwidert stramm der Mann im Kordrock:„ Das fonnte ich doch nicht. Ich hatte ja ketnen Jagdschein. " Sagen Ste thm, daß er das ganze Geld gestohlen hat und daß er in Ihren Augen der Mörder ist!" Sie fing an zu schluchzen. Auch Majewski traten die Tränen in die Augen. „ Herr Untersuchungsrichter," entschuldigte er sich mit zitternder Stimme, ich kann kein Welb weinen sehen, dann bin ich weich wie ein Kind. Ach, Helene, warum warst Du so schlecht zu mir?" „ Du hast mich doch auch betrogen!" „ Nein, so wahr mir Gott helfe, ich habe Dir alles genau gesagt, wie es gewesen ist." " Du hast mich mit jenem Weib hintergangen." „ Nein, nein" Wie Präsident Fallières sein Gehalt bekommt. Am lezten Tage eines jeden Monats erhalten alle Beamten Frankreichs thr Gehalt ausbezahlt, und wie der kleinste Bostbeamte in der entlegensten Boststation am letzten flang. Das ist ja rein zum Tollwerden! Wozu haben Sie uns denn dann die Komödie vorgespielt?" ,, Das ist hier Nebensache," fiel der Untersuchungsrichter ein. Darum handelt es sich für uns nicht. Sie haben aber vorher gesagt, daß er ohne Zweifel den Mord begangen hat." " Ich nehme alles zurück, was ich vorhin gesagt ha= bel" schrte sie mit schriller Stimme. ,, Aus Eifersucht, Herr Untersuchungsrichter. Aber fetzt, wo ich sehe, wie unglücklich er ist, schneidet er mir ins Herz Ich liebe ihn ja doch werde nicht von thm lassen können-" Herr von Scharffenstein schlug mit der Dose auf die Tischplatte, daß es wie ein kleiner Pistolenschuß Helene, meine liebe Helene!" jauchie Majewski. Herr von Scharffenstein drückte auf den Knopf. " Führen Ste beide sofort ab!" befahl er mit schreckli= cher Stimme.„ Theaterszenen können wir hier nicht gebrauchen." jetzt dann, a hung. Der aus der Sto bm in mon wird. Die hen Gage Herr Fallier len und Din um zehn Uh aber noch fr Ein D bilfe Wilhel in Leer 580 felbft verhaf borgen geb belfershelfer an Räuberg er verstedte Lehrling gel durch einen Station Rh „ Das ist nun das Endergebnis!" klagte er den dret bet ihm verbleibenden Herren.„ Wir sind wieder auf dem Punkt angelangt, wo wir am Anfang waren." " Nicht ganz," wandte Weide ein. Denn wir sind jetzt über den Verbleib von zehntausend Mark genau unterrichtet." „ Das ist doch eine Bagatelle gegen das, was wirkItch in Frage steht." „ Und darum eben weise ich darauf hin," fing Bardekow wetsheitsvoll an, daß wir die zuerst aufgenom= mene Spur nicht aus den Augen verlieren dürfen." Herr von Scharffenstein schten ihn absichtlich falsch zu verstehen. Sehr wahr," pflichtete er bei. Da sind dte Spuren, de tst jenes Geschreibsel, und da ist der fleine Bleistiftstumpf. Schaffen Sie eine Erklärung für diese dret Dinge und wir werden wissen, wie die Wahrheit sich verhält." ,, Und umgekehrt, wenn wir den wahren Täter haben, werden wir auch eine Erklärung dieser dret Dinge erhalten," sagte Mallmit. Scharffenstein blickte thn strafend an. Dieser junge Mann nahm alle Sachen auf die leichte Achsel und wußte immer irgend eine Antwort, ohne daß sie im Grunde einen Wert hatte. Er war ein unverbesserltcher Optimist und fand alles sehr rasch erklärlich. Nein, der würde nte ein tüchtiger Jurist werden! der Lehrling Bet der Ger Schwere des von Zeit zu zu machen. öheren Sta Roffer nicht fersucht wor ten öffneten Innegehabter gerade fanft vor. Van G bet der Unte bereitete Bl Schon in N antreute Ge gefunden. 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Nein, leine Gehaltsquittung vorschriftsmäßig unterschreibt, so muß auch der erste Bürger der französischen Republik feinen Namen unter das Quittungsformular sezen, um fein Gehalt zu erlangen. Zwischen ihm und jenem fletnen Bostbeamten gibt es nur einen Unterschted: der Briefträger muß sein Gehalt abholen und dem Prästbenten wird es gebracht. Mit den Jahren hat sich dabet ein ganz bestimmtes Zeremoniell entwickelt. Am Morgen des letzten Monatstages erscheint, mit einer schönen Ledermappe bewaffnet, ein hoher Beamter des Finanzministeriums im Elisee und wird alsbald in das Arbeitszimmer des Präsidenten geführt. M. Fallières empfängt diesen Träger angenehmer Botschaft begreifItcherweise auf das liebenswürdigste und versichert ihm, er set gerade im Begriff gewesen, ihm eine Loge für die Oper zu schicken. Diese Bemerkung ist alter Brauch und wird jeden Monat wiederholt. Der Präsident verfügt, wie bekannt, in allen vom Staate fubventionierten, Theatern über eine Loge, die er allerdings nur selten benutzt. DieGewohnheit hat es allmählich zumGesetz erhoben, daß der Beamte des Finanzministeriums, der am Letzten des Monats dem Präsidenten das Gehalt überbringt, an diesem Tage die Präsidentenloge benußen darf. Der Herr nimmt also mit ltebenswürdigem Lächeln die Loge an, öffnet seine Ledertasche, entnimmt thr ein stattliches Bündel von Tausendfrancsnoten und zählt M. Fallières zehn einzelne Pafete von je zehn Tausendfrancsnoten vor. Dann sett Fallieres setne alte Hornbrille auf, zählt mit der sorgsamen Genauig feit eines ordentlichen Hausvaters die Noten nach und setzt dann, aber erst dann, seinen Namen unter die Quits hung. Der Präsident der französischen Republik bezieht aus der Staatstasse ein Gehalt von 1 200 000 Frs., daß Ihm in monatlichen Renten von 100 000 Frs. ausbezahlt wird. Die Pariser behaupten, daß er von dieser stattit then Gage" höchstens 500 000 Frs. verbrauche, denn Herr Fallières hat eine Abneigung gegen Gesellschaf len und Diners und legt großen Wert darauf, täglich um zehn Uhr in die Federn zu kommen, wenn möglich aber noch frither. Ein Opfer der Schundliteratur ist der Bureaugehilfe Wilhelm Meiners geworden, der bei einer Firma fn Leer 5800 Mark verintreut hatte und jetzt in Leer felbft verhaftet wurde. Meiners hatte sich in Leer ver borgen gehalten und suchte durch Vermittlung setnes belfershelfer, des Lehrlingts van Goens, auf eine ganz an Räubergeschichten erinnernde Weise zu entkommen: er versteckte sich in einem großen Reiseforb, den der Lehrling gekauft hatte. Diefen Korb Iteß van Goens burch einen Arbeiter zur Bahn schaffen, wo er nach Station Rheine aufgegeben werden sollte, und wohin ber Lehrling sich bereits eine Fahrkarte gelöst hatte. Bet der Gepäckbeförderung ftel indes die ungewöhnliche Schwere des Korbes auf; außerdem schten in thm sich voit Zeit zu Zeit eine eigentümliche Bewegung geltend zu machen. Kurz, man faßte Verdacht und holte einen böheren Stationsbeamten herbet, der anordnete, daß der Roffer nicht eher durch die Sperre dürfe, als bis er untersucht worden set. Die herbeigeholten Polizeibeam= ten öffneten den Korb und fanden den infolge der lange Innegehabten unbequemen Kauerstellung und des nicht gerade fanften Transportes fast ohnmächtigen Meiners vor. Van Goens flüchtete, als er sah, daß der, wie sich bet der Untersuchung herausstellte, von langer Hand vorbereitete Plan mißglückt war. Er fam aber nicht weit. Schon in Neermoor wurde er festgenommen. Das verantreute Geld wurde fast vollständig bet Meiners vorgefunden. Telephon London- Berlin. Interessante Sprechverfuche sind an zwet Fernsprech- Seekabeln gemacht, die Im Auftrage der englischen Postbehörde fonstruiert und perlegt wurden. Ueber das eine der beiden mit IndukHonsspulen jogenannten Pupinspulen- geladenen Kabel, das zwischen Dover und Calais verlegt wurde und ca. 40 Kilometer lang ist, find Sprechpersuche einerfeits zwischen Aberdeen und Parts und andererseits zwischen London und Basel angestellt worden; die Ergebnisse waren so gut, daß, wie verlautet, die englische Bost in einigen Wochen telephonische Verbindungen zwischen London und Basel annehmen wird. Damit kommt London in direkte Verbindung mit der Schweiz. Das zweite Kabel, das von England nach Belgien führt, ft ungefähr 80 Kilometer lang. Aus den Versuchen an diefem Kabel, das wesentliche Verbesserungen gegenAber dem englisch- französischen aufweist, geht hervor, daß man derartige Kabel auch für bedeutend längere Strecken fonstruieren kann und daß selbst dem Projekt, Berlin mit London durch ein Kabel zwischen Deutschland und England zu verbinden, nunmehr feine technischen Schwierigkeiten mehr im Wege stehen. Selbstmord ans verschmähter Liebe. Eine 23jährige Krankenschwester, die in einem Krankenhause in Wien beschäftigt war, hatte dort einen Reichsdeutschen fennen gelernt, mit dem sie sich heimlich verlobte. Der junge Mann nahm vor einigen Monaten eine Stellung in Berlin an und schrieb dann an seine Braut, daß er an eine Heirat nicht mehr denken könne. Daraufhin reiste bas junge Mädchen nach Berlin und versuchte, sich setnent Geliebten zu nähern, wurde jedoch von ihm und fet,, Meine Herren," schloß er refigniert, mit diesem Majewski scheint es tatsächlich nichts zu sein, und wir müssen von neuem spüren. Bitte, arbeiten Sie, arbetten Ste!" Auf dem Korridor sagte Mallmtz zu Bardekow: Der Alte hat gut reden von wegen Arbeiten und Arbetten. Erfüllt man nicht in vollem Maße seine Pflicht? Und er bedenkt gar nicht die vielen gesellschaftlichen Verpflichtungen, die man hat. Ich habe tn der letzten und vorlegten Nacht tatsächlich kaum vier Stunden geschlasent. Wer soll denn das aushalten?" Der Polizeikommissar drohte ihm lachend mit dem Singer: Ste sind zu sehr Kuluturmensch, Iteber Mallmiz!" Was soll man machen? Man ist doch nun mal da Hineingeboren!" Der Alte" aber saß noch lange am Schreibtisch #ber seine Aften gebeugt. Himmel, nun war diese Untersuchung noch nicht abgeschlossen, und schon waren soptel neue Sachen hinzugekommen! Da waren dret Morde, zwei Ueberfälle im Eisenbahnwagen, eine pifante Hochstapelet, etn gewaltiger Bankfrach und eine wett verzweigte Betrugsaffäre. Das war wahrlich Arbeit genug. Nun, mochte es immerhin sein! Arbeit war la das einzige, was ihm in seinem einsamen Leben Befriedigung gewähren konnte. 14. Kapitel. Nun ging es beretts langsam dem Frühling entgegen, der Schnee war geschmolzen, die Eisbahn zu Basser geworden, und etnige vorwizige Sträucher und Bäume wagten es schon mit den ersten Anfäßen frühjettiger, zarter Knospen. Friz hätte längst mit Feltcta drüber in seiner penen Heimat sein müssen, und er drängte auch immer heftiger zur Abretse, aber sie bestand hartnäckig barauf, nen Eltern abgewiesen. Am Sonnabend fam es zwischen den Verlobten zu einer Aussprache, die damit endete, daß die Verlobungsringe zurückgegeben wurden. Bald darauf sprang die junge Krankenschwester aus einem Fenster der 3. Etage auf den Hof hinab, nachdem sie sich die Augen verbunden hatte. In hoffnungslosem Zustande wurde fie in ein Krankenhaus gebracht. Eine Verbrecherjagd über die Dächer. In der Nacht zum Sonnabend gegen 2 Uhr wurde dem 38. Berliner Bolizeirevier durch Fernsprecher aus einem Hause der Mohrenstraße mitgeteilt, daß in dem Nebenhause anscheinend Einbrecher an der„ Arbett" seien. Mehrere Beamte ellten sofort nach dem bezeichneten Grundstück, wo man feststellte, daß Einbrecher versucht hatten, den Geldschrank eines im Erdgeschoß belegenen Schuhwarengeschäftes zu erbrechen. Wegen des Anschlagens eines Hundes im Nachbarhause hatten die Einbrecher aber die Flucht ergriffen, und versuchten nun zuerst über die Dächer zu entkommen. Bald hatte man auch die Einbrecher aufgestöbert. Als diese troß wiederholter Haltrufe nicht stilstanden, feuerten die Beamten insgesamt zehn Schüsse ab, die zwar niemanden verle(- fen, aber doch den Erfolg hatten, daß die Burschen ste hen blieben und festgenommen werden konnten. Man bolte ste von den Dächern herunter und schaffte die schweren Jungen" nach ihrer Vernehmung auf dem Revier zum Polizeipräsidium. Waffen sind bei den Einbrechern nicht gefunden worden. Vielleicht haben sie solche auf der Flucht versteckt. Die Feuerwehr war mit einer mechanischen Leiter angerückt, die aber nicht ge= braucht wurde In einem Friseurgeschäft wurde am Sonnabend vormittag ein lange gesuchter Verbrecher von einem Kriminalbeamten nach gefährlichem Kampfe durch einen Revolverschuß schwer verwundet. Der Beamte hatte von der Anwesenheit des Verbrechers in dem Barblerladen Kenntnis erhalten und wollte ihn dort verhaften, wurde aber von dem Verbrecher und seinen Komplicen so sehr bedrängt, daß er von der Waffe Ge= brauch machen mußte. - Devot.„ Warum hast Du denn nur für vierzig Pfenntg Aufschnitt gebracht? Du solltest doch für fünfzig bringen!" Ja weißt Du, liebes Weibert, der Herr Amtsvorsteher holte gerade für fünfzig." Druckfehler.( Aus einem Kolonialbericht).„ Vorige Woche überfielen bewaffnete Wagotifrieger ein zum Stamme der Migungo gehöriges Nachbardorf und schleppten mehrere Gefangene mit sich, die sie verzehrten. Natürlich drohen jetzt die Migungos mit Refref= falien." Bombenanschlag gegen drei Richter. Wie wir beretts berichteten, wurde gegen dret Justizbeamte am Landgericht München- Gladbach durch Uebersendung von Paketen, die Sprengpatronen enthielten, ein Attentat versucht, das durch einen glücklt= chen Zufall vereitelt wurde. Es ist bereits gelungen, den mutmaßlichen Urheber des verbrecherischen Anschla= ges in der Person des Papierhülsenfabrikanten Fried= rich Pritsche zu verhaften. Bei einer Haussuchung fand man Kordeln und Papierproben, die mit den bet den dret Sprengrollen verwendeten übereinstimmen. Als Motiv tommt Rachsucht in Betracht, da Pritsche un= längst wegen Meineids verurteilt worden war. Ueber die näheren Umstände des Verbrechens wird noch gemeldet: Am 6. Dezember abends bezw. am Morgen des 7. Dezember find die dret Pakete, die die Form einer Rolle hatten, um eine Drucksache vorzutäuschen, in den Briefkasten des Hauptpostamts in München- Gladbach geworfen worden. Die Rollen sind etwa 25 Zentimeter lang und haben einen Durchmesser von 6 Bentimeier. Die Pafete zeigen den Boststempel 6 bis 7 Uhr abends und 6 bis 7 Uhr morgens, sind also alle in der Dunkelheit aufgegeben worden. Daß die drei Herren die Rollen nicht öffneten, ist dem Umstande zuzuschreiben, daß sie vorher gewarnt worden waren. Sie hatten bereits vor etwa zwei Wochen Briefe erhalten, in denen ihnen angekündigt wurde, thr Iettes Stündlein habe bald geschlagen. Ferner war aus einer der Rollen ein Stück der Zündschnur herausgefallen. Der verhaftete Pritsche hat noch kein Geständnts abgelegt, sondern strettet im Gegenteil alles ab. Er war früher ein angefehener Kaufmann, hat aber infolge mannigfacher Vorkommnisse sein Ansehen verloren. Grubenkatastrophe in Amerika. In dem amerikanischen Staate Tennessee hat sich am Sonnabend eine furchtbare Katastrophe ereignet. In der Kohlenmine Knorville entstand eine Kohlenstaubexplosion und dadurch ein gewaltiges Feuer. 200 Mann find verschüttet und wahrscheinlich fast alle tot, da der aus der Grubenmündung aufsteigende Rauch anzeigt, daß ein großer Brand unter Tag wütet. Nach eine späteren Meldung beträgt die Zahl der in der Grube Verschütteten nur hundert, da die Tagschicht nur teilweise eingefahren war. Die Rettungsversuche schret ten sehr langsam vor, da die Mittel unzulänglich und abzuwarten, ob nicht der Fall Marleben doch noch aufgeklärt werden würde, ehe sie der alten Welt für vermutlich lange Zeit den Rücken kehrten. Seine ungeduld wurde immer größer, und er gab thr schließlich unumwunden zu verstehen, daß es ihm ziemlich gleichgültig geworden set, wer die Tat vollbracht habe, wenn er nur endlich in den ersehnten Hafen der Ehe einlaufen könne. Aber fe mehr sich seine Gedanken von dem Verbrechen entfernten, desto mehr beschäftigte sie sich da= mit. Mit einer wahren Leidenschaft hatte sie sich der Angelegenheit bemächtigt und versuchte mit zäher, unermüdlicher Ausdauer die Nacht der dunklen Tat aufzuhellen. Sie war mit Emmi jetzt eng befreundet, täglich waren die beiden reizenden jungen Damen beisammen, und die kluge Tochter des Justizrats wurde ebenfalls von dem Elfer threr Freundin, Licht in die Sache zu bringen, angesteckt. Wie zwet Detektivs erwogen ste alles Für und Wider, alle Einzelhetten des Verbrechens, und wer ste bei ihren Gesprächen bei Spaziergängen oder in dem Heim einer der jungen Damen bet der Kaffeeunterhaltung hätte belauschen können, bet dem wären sie leicht in den Verdacht geraten, entweder ein Verbrechen zu planen oder wenigstens mit der Abfaffung eines aufregenden Kriminalromans beschäf= tigt zu sein. Der Justizrat lächelte bisweilen über die„ kriminal infantty", wie er es scherzend nannte, und Frizz klagte mit komischer Betrübnis, daß er eifersüchtig mit Feltclas vielem Betsammensein mit Emmt set; denn jede Stunde, die sie mit ihr allein verbringe, werde ihm ge= stohlen und sei unwiederbringlich für ihn verloren. Aber sich an den ernsten Erwägungen der Damen zu beteiligen, wie ste ihm vorschlugen, das lehnte er rundweg ab und erklärte, daß er nicht das geringste Talent zum Policemann in sich fühle. Es war übrigens nicht verwunderlich, daß gerade ote zu den Verschütteten führenden Stollen mehrfach eingestürzt sind. Die Situation scheint verzweifelt. Um 4% Uhr nachmittags wurde die erste Letche gefunden, worauf sich erschütternde Szenen abspielten. Frankfurt a. M.. 11. November. Nach einer Meldung der Franff. 8tg." aus Neuvork wird die Zahl der eingefahrenen Bergleute jetzt mit 150 bis 200 angegeben. Mehrere schrecklich verstümmelte Leichen wurden gefunden. Herzzerreißende Szenen spielten sich am Grubeneingang ab, wo 1500 Frauen und Kinder die ganze Nacht ausharrten. Vom Kriegsschauplatz nichts Neues. Italienischen Meldungen aus Tripolis zufolge hat fich auf dem Kriegsschauplatz nichts Neues ereignet. Der Oberbefehl hat Nachrichten erhalten, nach denen die Türken und Araber unter einem Mangel an Nahrungsmitteln leiden. Die Zahl der Araber soll im Abnehmen begriffen sein. Ein drahtloses Telegramm vom 9. De zember aus Benghaft stellt die dortige Lage als unverändert dar. Am Abend des 7. Dezember machte der Feind einige Angriffe auf die italienischen Vorposten, wurde aber sofort zurückgeworfen. Die Situation in Tobruk und Derna ist gleichfalls unverändert. Die Meerengenfrage. Einer Konstantinopeler Meldung der„ Frtf. 8tg." zufolge ist Rußland weit davon entfernt, an der ableh nenden Haltung der Türkei gegenüber seinem Verlangen, die Meerengen russischen Kriegsschiffen zu öffnent, sich genügen zu lassen. Die mehrfache Annahme, daß es fich um einen Versuchsballon handle, trifft diesmal nicht zu. Unbeirri um die ablehnende Stellungnahme der Pforte fett Rußland feine Schritte in Konstantinopel fort. In diplomatischen Kretsen wird versichert, daß eine europäische Konferenz wegen der Revision der Meerengenverträge in Aussicht steht. Die Ausweisung der Italiener. Nach türkischen Blättermeldungen erhielten die Italiener in Gallipoli an den Dardanellen eine Frist von drei Tagen für ihre Abreise. Den Italienern in Smyrna, deren Zahl einschließlich der Frauen und Kinder ungefähr 8000 beträgt, wurde eine Frist bis zum 16. Dezember gesetzt. Das deutsche Konsulat ersuchte um Verlängerung der Frist. Türkische Siegesmeldungen. Konstantinopel, 11. Dezember. Der Kriegsminister hat vom türkischen Kommandanten in TripoIts eine Depesche erhalten, wonach der italienische Vorstoß geger Sufeldjuma mit dem vollständigen Rückzug der Italiener geendet habe. Die Italiener hätten 400 Tote und eine große Anzahl Verwundeter gehabt, während die türkisch- arabischen Streitkräfte nur 20 Tote und 30 Verwundete hatten. Nach einem Berichte des Hirkischen Kommandanten vor Derna haben die Italiener auch dort schwere Verluste erlittetn. Ein neuer Spionagefall. Durch den augenblicklich vor dem Reichsgericht in Leipzig verhandelten Spionageprozeß ist man einer über ganz Deutschland verzweigten, in englischen Diens sten stehenden Spionagebande auf die Spur gelominent. Die Spur zeigt nach Wilhelmshaven, wo, wie fich jetzt herausgestellt hat, eine ganze Spionagebande zentralisiert ist. Wie bereits gemeldet, ist dort dev Schußmann Claus mit mehreren Romplizen unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden. Die fofort vorgenommene eingehende Untersuchung ergab die Notul wendigkeit, noch weitere Versonen zu verhaften, die in einem Gartenhause unangemeldet wohnten. Mean wollte in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag das Nest ausheben. Als man jedoch in das von Beamten umzingelte Haus eindrang fand man feine Spur von den Spionen mehr. Ste waren auf unaufgeklärte Weise entflohen. Gleichzeitig entdeckte man im Miltärgefängnis, daß auch der verhaftete Schuhmann Klaus entflohen war, vermutlich mit Hilfe der bereits aus dem Gartenhause entwichenen Helfershelfer, die, wie sich später herausstellte, durch einen unterirdischen Gang nach einer nahe gelegenen Billa entflohen waren. Alle Spuren der Flüchtigen meifen nach Samburg hin. Clauß wird von den Behörden als Leiter der Bande angesehen. Ueber die Flucht des Schutzmanns Clauß meldet der Draht: Wilhelmshaven, 11. Dezember. In der vergangenen Nacht ist der megen Hochverrat und zweler Einbruchsdiebstähle verhaftete Schußmann Clauß aus dem Militärgefängnis ausgebrochen. Er hat das dicht vergitterte Oberlichtfenster durchbrochen, it damn miltels einer 4 Meter langen Stange, die ihm seine Helfershelfer relichten, aus dem Fenster in den Hof ne= sprungen, wo er die Mauer überkletterte und dann ins Freie gelangte. Man vermutet, daß Clauß nach Holland geflüchtet ist. Der Regierungspräsident hat auf die Ergreifung des Flüchtigen 500 Mart Belohnung ausgesetzt. Emmi so leicht von Felicia zur Mitarbeit gewonnen worden war. Denn sie stand in eifrigem Schriftwechfel mit Doktor Waldow, der seine baldige Rückkehr in Aussicht gestellt hatte. Er hatte sich einen eigenen Blan für seine Zukunft zurechtgelegt, wollte aber noch nicht verraten, was für etner es eigentlich set. Emmt glaubte aus den Andeutungen, die er vor seiner Abreise zu ihr hatte fallen laffen, entnehmen zu dürfen, daß er die Stelle eines Oberarztes an einer Anstalt für Geistesfranke in Aussicht habe, und erzählte das ihrer Freundin. Als diese aber hörte, daß er dort neben freier Wohnung ein Gehalt von dreitausend Mark jährlich haben würde, rümpfte fie verächtlich die Nase und erklärte stolz, daß eine solche Bezahlung für einen Mann wie Doktor Waldow ungenügend, ja unwürdig set. Und was auch Emmt dagegen ins Feld führen konnte, daß sie die deutschen Verhältnisse nicht nach den überseeischen beurteilen, nicht mit den Maßen des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten messen und vor allen Dingen nicht an thr eigenes Vermögen dabei denfen dürfe, sie wollte nichts davon hören und blieb bet threr Ansicht. Sie meinte bestimmt, man müsse dem Doktor von einem solchen Verzweiflungsschritt abraten, es würde sich gewiß etwas vtel Passenderes für thn finden. Was es sein sollte, fonnte sie leider nicht angeben. Ihr Grundsatz war, Ruhe und Ausdauer führen zu jedem vernünftig gesteckten 3tele, und ste em= pfahl auch dem Doktor in der Nachschrift eines Briefes, den Emmt an ihn geschrieben, hatte, nach diesem Grundsatz zu handeln. ( Fortsetzung folgt.) Als Weihnachtsgeschenk und zur Einführung unser. Vanille: Schokolade 250 V berteilen wir in der Zeit vom 20. November bis 3. Dez. in unseren bislang eröffneten Filialen bis zu 150 000 Probe- Tafeln Vanille- Schokolade 250 V gratis und zwar erhält jeder Kunde = beim Einkaufe von Mr. 1.50 1 Tafel " 11. " " 3.-= 2 Tafeln 4.50= 3 Tafeln " " " " H " м 6.-= 4 Tafeln à 50 gr gratis! . Abels Ek- Schokolade von 70 Pf. b. M. 4.- pro Pfd. Abels Kakaopulver bon 80 Abels Koch- Schokolade von 80 Abels Pralinen Abels Boubous Abels Tee Abel8 Kaffee Abels Malzkaffee 2.40 " " " bon 60 11# 11 1.20 5. " " " " bon 40"" 1. " " " bon 160 6. 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Meine Ueberraschung werden Sie sich borstellen können, als ich nach dreitägigem Gebrauch einen Erfolg sah, wie ich mir ihn nie hätte träumen lassen. Meine Schuppen waren wie weggeblasen, das Jucken verschwunden; sonst sab es beim Frisieren in meiner Umgebung aus, als ob ich Zucker berfireut hätte, fezt hatte ich kaum ein paar Schuppen im Kamm, sonst ging ein ganzer Busch meist kurzer Haare, jezt kaum ein paar aus. Ich war derart überrascht, daß ich den Erfolg fast selbst nicht glauben wollte und meinen Bekannten Mittel zu versuchen gab, die aber ohne Ausnahme dasselbe Resultat erzielten! nb bis heute hält der Erfolg unverändert an, mein Haar entwickelt sich wieder zur früheren Fülle und hat ein ganz anderes Aussehen erhalten, früher brüchig und spröde, ist fest weich und biegfam! Das Mittel ist eine vollständig nene Entdeckung nad hat mit anderen Mitteln, die meist mit einer Riesenreklame angeboten werden, nichts gemeinsam. 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Nach§ 44 der Gewerbeordnung ist derjenige, welcher ein stehendes Gewerbe betreibt, befugt, außerhalb des Gemeindebezirks seiner gewerblichen Niederlassung persönlich oder durch in seinem Dienste stehenden Reisende für die Zwecke seines Gewerbebetriebs Waren aufzukaufen und Bestellungen auf Waren suchen. men em Teiles f geschlage zu es dem führung Sterzu ist nach§ 44a der Gewerbeordnung eine Legitimationskarte erforderlich, welche auf Antrag des Inhabers des stehenden Gewerbebetriebes( Antrag des Reisenden selbst genügt nicht) von der für dessen Niederlassungsort zuständigen Verwaltungsbehörde für die Dauer eines Kalenderjahres und den Umfang des Reiches ausgestellt wird. 2. Für Gewerbetreibende, die in Gießen eine ge= werbliche Niederlassung haben, ist Großh. Kreisamt GieBen zuständig. Die Beteiligten haben ihre diesbezüglichen Anträge für das Jahr 1912 alsbald bei der unterzeichneten Behörde zu stellen. Gießen, den 30. November 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Gottesdienst In der Stadtkirche. Dienstag, den 12. Dezember, nachm. 4 Uhr im Matthäussaal: Frauenmissionsverein. Mittwoch, den 13. Dezember, abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Marfusgemeinde. Donnerstag, den 14. Dez., abends 8 Uhr im Matthäussaal: Bibelstunde.( Bilder aus der Apostelgeschichte) Pfarrer D. Schlosser. Nächstfünftigen Sonntag, den 17. Dezember, als am 3. Advent, findet im Abendgottesdienst Beichte u. heiliNachtigallenges Abendmahl für die Matthäusgemeinde statt, wozu ( Doppelüberschläger, fingen das ganze Jahr hindurch) 5 Mr., Parzer Kanarien- Edelroller ( das Beste, was es gibt), Stamn Nebenverdienst, Seifert, bon 5-15 r., roſa oder selbständig. Existenz durch leichte, bequeme Tätigkeit im eig. Heim Man verlange sofort Gratis- Prospekt von L. Hellriegel, Berchtesgaden( O.- Bay.) Unt. Salzberg. Landwirtssöhne und andere junge Leute erhalten kostenlos ausführlichen Prospekt der Landw. 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Advent, findet ebenfalls im Abendgottesdienst Beichte und hl. Abendmahl für die Lukasgemeinde statt. Anmeldung vorher im Pfarrhause, Liebigstraße 56, beten. Ingenieur- Akademie Wismar i. M. Für Bau- Ingenieure und Arohitekten, Maschinen- und Elektro- Ingenieure. Ehemalige Fachschüler finden Aufnahme.- Neue Laboratorien. Berantwortlich: Albin Klein. er= chen Ver sein Ge weit be ebenfalls Kandida Wahlkrei gen chrif - tenbergpfarrer auf. 20 - G unferem 30gen ich tanntlich gefommer licher, in raler Kar Alsfelder eigenen S tionallibe Stehen w Bollspar felder fo eigenen R Die Lage daß er fi Kirchturm nern aus das durd versuche Ben- Nidd & fichtigen, nen Stand D Fortschritt Unterhan samen Die Fort anwalts zialen di ziehen, u der bishe proflamie - D der sozial gischen Lan Rint als bürgerlicher OffenbachDon Bert aber leide