Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - Redaktion: der Großherzoglichen des Großherzoglichen Erscheint Bürgermeisterei Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. otected 1,20 m., vorauszahlbar, frei ins Haus. bgehalt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstage, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuftripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießeuer Zeitung". m. b. H. Nr. 196. Telephon: Nr. 362. Die Reichsversicherungsordnung. Was bringt die Reichsversicherungsordnung? Sie bringt folgende Erweiterungen und Verbesser ungen: un= Be1. Zu den 13,4 Millionen werden weitere 7 Millionen Personen( 4,8 Millionen landwirtsch. Beschäftigte, 1,1 Millionen Dienstboten, 356 000 ständig Beschäftigte, 40 000 im Wandergewerbe schäftigte, 295 000 Hausgewerbetreibende und Heimarbeiterinnen und 259 000 Angestellte und sonstige Personen) der Krankenversicherung unterstellt. 2. Der Kreis der Unfallversicherten( 23,7 Millionen) wird um 80 000 Personen erweitert. 3. Mit der 15,4 Millionen Personen umfassenden Invaliden- und Altersversicherung wird ein ganz neuer Versicherungszweig, die Hinterbliebenenversicherung( Witwen- und Waisenversicherung) verbunden. Sie erstreckt sich auf weitere 15 Millionen Personen. Die Reichsversicherungsordnung ist in sechs Bücher eingeteilt. Das erste Buch enthält die gemeinsamen Vorschriften für alle Versicherungsarten. Es bringt u. a. folgende Fortschritte: 1. Obligatorisches Verhältniswahlrecht für alle Arbeitervertreterwahlen nach diesem Gesetz, sowohl bei den Versicherungsträgern als auch bei den Versicherungsbe hörden. 2. Die Wählbarkeit der Frauen zu den Versicher ungsträgern. 3. Die Ermächtigung zu Gegenseitigkeitsverträgen mit ausländischen Staaten auf das ganze Gebiet der Reichsversicherungsordnung. 4. Einheitliche, zweckmäßigere Gestaltung der Versicherungsbehörden durch einen sehr einfachen, groß angelegten Aufbau: Versicherungsamt( einen Land- oder Stadtkreis umfassend), Oberversicherungsamt( einen Regierungsbezirk umfassend), Reichsversicherungsamt Berlin, das ganze Reichsgebiet umfassend). In allen Aemtern sind aus Wahl hervorgehende Vertreter Arbeiter und Arbeitgeber in gleicher Zahl mit tätig. Diese drei Instanzen üben sämtliche aus dem Arbeiter( in der versicherungswesen sich ergebende Aufsichts-, Beschlußund Spruchbefugnisse aus. Anstelle der Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung treten die Oberversicherungsämter. Für die größeren Bundesstaaten sind Landes- Versicherungsämter zugelassen. Für Bergbau und Staatsbetriebe sind besondere Oberversicherungsämter 3wedmäßigkeitsgründen vorgesehen. Aus Stadt und Land. aus Gießen, den 12. September 1911. * Die kommenden Landtagswahlen. Jm 1. oberhessischen Landtagswahlkreis RodheimOberrosbach haben die Sozialdemokraten den Redakteur der Frankfurter„ Volksstimme" Wittrich- Offenbach aufgestellt. des von )( Eine Sitzung des Provinzial- Au s= schusses findet Samstag, den 16. September, vormittags 8.45 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Ortsarmenverbandes Weilburg gegen den Ortsarmenverband Butzbach wegen Unterstützung Karl Wambold. 2. Gesuch des Karl Reichmann Ober- Ofleiden um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft in Nieder- Ofleiden. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Ortsarmenverband Frisch born wegen Ersatz von Pflegekosten für Marie Dechert. die 4. Klage des Ortsarmenverbandes Hanau gegen Ortskrankenkasse Assenheim und Umgegend wegen Ersatz von Pflegekosten für W. Rabeneck. 5. Faselhaltung in der Gemeinde Ulfa. Die am 1. Oktober fälligen 3insen der in das Hessische Staatsschuldbuch eingetrage nen Forderungen werden bei allen in Betracht kommenden Hessischen Kassen und bei den Reichsbankanstalten vom 17. September ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkasse die durch die Post oder durch Gutschrift auf Reichsbank- Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinsen überweisen. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 12. September 1911. Vorsionsmanöver der beiden Divisionen unseres Armeekorps begonnen und zwar die der hessischen Division bei Katzenelnbogen, die der 21. Division bei Jdstein. Die allgemeine Kriegslage für die jetzt beginnenden Manöver ist folgende: Eine blaue Armee befindet sich im marsch aus der Eifel gegen den Rhein, Mainz ist blaue Festung. Rote Truppen werden an der Eisenbahn Marburg- Gießen- Butzbach versammelt, auch bei Hanau haben Ausladungen stattgefunden. Es finden drei Biwaks statt, 11., 12. und 15. September. * Die Hauptversammlung des Bienenzüch= ter Vereins für den Regierungsbezirk Wiesbaden findet in Lorch a. Rh. am 20. September statt. Die Tagesordnung enthält u. a. einen Vortrag von Dr. C. Weygandt( Wiesbaden) über Wie züchten wir eine Kulturrasse heran?" Ferner Bericht des Vorsitzenden über die Wanderversammlung in Konstanz, sowie praf tische Arbeiten an einem lebenden Bienenvolke. Mit der Versammlung ist eine Ausstellung verbunden. Ausstellungsgegenstände sind an Lehrer Labonte in Lorch einzusenden. Mehrere starke Gewitter, welche den lang= ersehnten Regen brachten, gingen Samstag abend und nachmittag in unserer Gegend nieder. In OberSeibertenrod schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Lier, ohne jedoch zu zünden. In Rein= hardshain wurde die Hofreite des Landwirts Sprangel vom Blitz getroffen und vom Feuer vernichtet. Sämtliches Heu, Stroh, Grummet und einige fast neue landwirtschaftliche Maschinen sind mitverbrannt. Auch aus Gelnhar und Kefenrod werden Blitzschäden gemeldet. In Gelnhar konnte das Feuer wegen starken Wassermangels nicht energisch bekämpft werden. Der vorbeifließende Bach war fast trocken, nur zwei Brunnen in der Nähe gaben Wasser. Zwei kleinere Gebäude mußten niedergerissen werden, damit das Feuer nicht auf die Nachbarhofreiten übergreifen konnte. Das Vieh wurde gerettet. * Kirchgöns, 11. Sep. Weil er trotz des bestehenden Verbots eine Kuh aus dem Großherzogtum Hessen in das Königreich Preußen eingeführt hatte, wurde der Handelsmann M. von dem Schöffengericht in We 3 l a r mit 3 Mt. Geldstrafe eventl. 1 Tag Haft belegt. -g= Langsdorf, 9. Sept. Mit dem Bau der hiesigen Wasserleitung wurde dieser Tage begonnen. Das Quellengebiet befindet sich in nächster Nähe des Ortes, wo gegenwärtig Bohrungen vorgenommen werden. Von hier aus soll das Wasser auf eine Anhöhe geleitet werden, um den nötigen Druck zu erhalten. | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 fs. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg.. 0 Groß Karben, 10. Sep. Im Hause des Kaufmanns Taschner explodierte ein Petroleumfaß. Die Explosion wurde durch die Lötlampe eines Spenglers, der das Faß reparieren wollte, hervorgerufen. Kaufmann Taschner wurde von dem brennenden Petroleum übergossen; er sprang mit brennenden Kleidern vom Hof auf die Straße, wo ihm Hilfe zuteil wurde. 70 Hühner, die in der Nähe eingesperrt waren, verbrannten mit. Lauterbach, 12. Sept. Samstag nachmittag 30g über die hiesigen Fluren ein schweres Unwetter, das mit einem orfanartigen Sturm einsetzte und von starken elektrischen Entladungen begleitet war. Der nach dem Sturm niedergegangene Regen fiel aber nur sehr spärlich und erst die folgende Nacht, in der noch verschiedene schwere Gewitter aufzogen, brachte den trockenen Fluren wieder einen erquickenden Regen. Der Schaden an den Obstbäumen ist beträchtlich. Durch den Blitz wurde an den elektrischen Leitungen verschiedener Schaden verursacht. -m Villmar, 8. Sep. In dem Marmorwerk wurde ein Anstreicher von einer Transmission erfaßt und fortwährend um die Welle herumgeschleudert, wobei er jedesmal mit voller Wucht gegen die Wand geworfen wurde. Obwohl der Körper des Stengel vollständig zerschlagen war, starb er erst furz nach seiner Ueberführung in die Gießener Klinik. Homburg v. d. H., 12. Sep. Der Kreistag nahm den Antrag des Kreisausschusses bezüglich der elektrischen Taunusbahn an. Literarisches. - Das schönste belletristische Jour na I ist unstreitig die über die ganze Erde verbreitete Familien- und Modenzeitschrift„ Mode und Haus", Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57. Neben der vorzüglichen Belletristik ein reicher Modeteil, Handarbeiten,„ Humor", Aerztlicher Ratgeber, spannende Romane und vieles andere noch. Ganz speziell machen wir auf den jeder Nummer beiliegenden reichhaltigen Schnittbogen aufmerksam, außerdem gibt der Verlag neben den mustergiltigen Maßschnitten als neue Einrichtung auch Normalschnitte zu allerbilligsten Preisen ab.„ Mode und Haus" kostet trotz seines reichen Inhalts" pro Quartal nur 1 Mart, mit Moden- respektive Handarbeiten- Kolorits 1,25 Mt. Abonnements bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis- Probenummern bei ersteren und durch den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57. - - Geschichte der neuesten Zeit vom Frankfurter Frieden bis zur Gegenwart von Gottlob Egelhaaf. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Ein starker Band geheftet Mt. 9.-, in Leinen gebunden Mt. 10.-. Carl Krabbe Verlag Erich Guß= mann in Stuttgart. Der große Erfolg, den dieses jetzt bis zum 15. Juli 1911 fortgeführte Werk erzielt hat, erklärt sich aus dem Bedürfnis der deutschen Lesewelt nach einem derartigen Buche und aus seinem inneren Werte. Dieser zeigt sich in der Fülle des verarbeiteten, sorgfältig gesammelten und gesichteten Stoffes, bei einer in der entsprechenden, klaren und, soweit es derartigen Arbeit überhaupt möglich ist, unparteiischen Darstellung und der volkstümlichen, allgemein verständlichen Sprache. Daß zwei starke Auflagen innerhalb deutdreier Jahre verkauft wurden, spricht gewiß am =)(= Butzbach, 11. Sep. Gestern hielt der hessische Hauptverein des evangelischen Bundes seine diesjährige Hauptversammlung ab. Nach dem Festgottes dienst, in dem Pfarrer Rückert- Darmstadt die Festpredigt hielt, fand nachmittags um 3 Uhr in der zur Festhalle umgewandelten Markthalle eine imposante Volks- Versammlung statt. Nach Begrüßungsworten des Pfarrers Loos von Buzzbach und des Vorsitzenden des Landesverbandes Pfarrer D. Waitz- Darmstadt, sprach Divisionspfarrer Dr. Greeven- Mainz über das Thema: „ Deutsch und evangelisch in den Ostmarken". Pfarrer Palmer- Offenbach behandelte das Thema:„ Evangelisch und deutsch in unseren Kolonien". Pfarrer Spanuthlichsten für die Brauchbarkeit des Buches. Leoben sprach über:„ Deutsch und evangelisch in Desterreich". An den Großherzog wurde ein Huldigungstelegramm abgesandt und eine Kundgebung angenommen, in der alle Evangelischen des Landes aufgefordert werden, die evangelischen Bestrebungen in der Ostmark, in Desterreich und den deutschen Kolonien zu unterstützen. *) Bad Nauheim, 10. Sep. Unter dem Vorsitz des Notars Stahl- Bad- Nauheim tagte heute hier der Verband der hess. Verkehrsvereine. 15 hessische Städte waren durch ihre Delegierten vertreten. Den Verhandlungen wohnten außerdem Reichsrat Schliephake, Kurdirektor von Frankenberg und Bürgermeister Dr. Kayser bei. Die Beratungen über den Bilderſchmuck in Eisenbahnwagen endeten mit Annahme eines Antrages Bad- Nauheim, nach dem die Beseitigung den einzelnen Vereinen überlassen bleibt. Jm nächLeciferrin der Liebling aller Leidenden. Sehr viele Aerzte und Tausende von gewesenen Patienten äußern fich rühmlichst über die wunderbaren Erfolge, welche durch Leciferrin erzielt worden sind, bet Schwächezuständen, Blutarmut, Bleichsucht und Nervenschwäche. Unentbehrlich in der Rekonvaleszenz nach erschöpfenden Krankheiten. Leciferrin ist das anerkannt befte Gesundheits- Nährmittel, es hebt die Körperkräfte, stärkt die Nerven nnd bereichert das Blut. 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Durch den Gebrauch von Leciferrin( Ovo Lecithinmacht. Lust zum Leben und zur Arbeit stellt sich wieder ein. Man beachte beim Einkauf genau auf den Namen Reciferrin." Preis Mt. 3.-, in Apotheken zu haben, ganz sicher von: Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. pas zählt. vorstreckt. lagen, daß es zweifellos Außerdem hat Nymegen selbst zu den schönsten Städten Euroso schöne AnDie forarge amba und westwärts bewegen, um einen Überblick über die anderen unserer Reisepläne, von dem aus wir uns nord-, füdMittelpunkt dieses Landes und jedenfalls als das Zentrum Cine Waber auf Der be. Eine Fahrt auf der Elbe. om deutschen Rhein fünden tausend Sagen und Lieder, der links hinter den Prachtbauten der Ministerien der Höhenzug ant, der sich zum Weißen Sirsch, dem berühmten Luft In die Br Des Rerfe benbett f Burger Be Der Kaiser im Manövergelände. Ratser Wilhelm hat sich am Sonntag nachmittag um 2,80 Uhr von Botsdam aus im Automobil ins Mandvergelände begeben. Der Kaiser hat zunächst in Schloß Botzenburg in der udermart Quartier genommen. Dort traf er gegen 6 Uhr ein und wurde vom Grafen von Arnim, dem Besizer des Schloffes, empfangen. Der Ort war festlich geschmückt. Auch die med lenburgische Residenz Neustrelit steht im Zeichen des Katsermanövers. Im Laufe des Sonntags trafen unter anderen dort ein: Die Generalfeldmarschälle Graf pon Haefeler und von Bod und Polach, sowie der rus fische Generalmajor von Tatischschew, affachtert der Perfon Seiner Majestät des Kaisers. In der Residenz nahmen Wohnung Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regent von Braunschweig, der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin und Herzog Paul Friedrich zu Mecklenburg. Kein Grund zur Erregung. Das Stadium, in dem die Maroffoangelegenheit zurzeit sich befindet, erfordert besondere Geduld und Staltbllitigkeit von beiden Seiten. Wohl sind noch ziemlich beträchtliche Unterschiede zwischen den beiderseitigen Standpunkten vorhanden, und bei der Schwierigkeit der ganzen Sachlage fönnen noch Wochen vergehen, ehe eine vollständige Einigung zustande fommt. Das geht auch aus der folgenden halbamtlichen französischen Mitteilung hervor: Ieistung im Falle eines Krieges besteht. Belgien setzt seine Verteidigungsmaßregeln fort. Es hält die Einberufungsorder für die Reserven bereit. Die Sparkassen im Kriegsfalle. Troßdem von allen Seiten immer wieder versichert wird, daß die Sparkassen im Kriegsfall oder auch nur im Falle einer Mobilmachung nicht gefährdet seien, will die Beunruhigung mancher Leute nicht weichen. Gestern ist es wieder in Königsberg i. Pr. und in Essen zu einem Sturm auf die städtischen Sparkassen gekommen. Unter den Abholern befanden sich zahlreiche Landbewohner, die durch Alarmnachrichten beunruhigt worden waren. In Essen verweigerte jogar das Publifum die Annahme des Papiergeldes. Zur Beruhigung der ängstlichen Gemüter weist ein Esjener Blaff sehr richtig auf folgendes hin: Es ist wahrlich nicht so einfach, wie der Gedankenlose es wähnt, das Vermögen einer Sparkasse zu beschlagnahmen; wegneh men fönnen ihr, wie uns allen, feindliche Räuber im Krieg oder Frieden die Tagesfaffe- thr Hauptaftivum aber liegt nicht in Geldrollen im Keller des Geschäftsgebäudes, sondern es stedt in Eigentumsrech ten an Grund und Boden und Häusern. Darum: stürmen die Leute heute die Schalter ihrer städtischen Spartasse, so müssen fie finngemäß am felben Tage auch Haus und Hof verschleudern! Das illustriert wohl am besten die Unsinnigfeit ihres jebigen Gebarens. Mancher, der in seinen Befürchtungen nicht bis zum AeuBersten geht, mag fragen, ob nicht doch die momentane Verlegenheit dem eigenen Staat Anlaß geben könnte, die leichter greifbaren Vermögenswerte der Sparkassen, also die Barbestände, guten Wechsel und Staats- Anlethescheine, mit Beschlag zu belegen und damit zeit= weise den Sparkassen die Möglichkeit zu Auszahlun gen zu nehmen. Auch diese Annahme trifft nicht zut, denn erstens wären diese Werte so gering, und zweitens denkt der Staat nicht daran, im Kriegsfalle Maßregeln zu treffen, die Handel und Wandel des Vaterlandes lahm legen. Es ist daran zu erinnern, daß wir 1870 alles mögliche in Feindesland sogar taten, um dort die gewohnte wirtschaftliche Ordnung der Dinge aufrechtzuerhalten! Die Agence Havas veröffentlicht folgende Note: Die deutschen Gegenvorschläge über Marokko sind Sonnabend abend hier angekommen; sie werfen gewisse Fragen grundsätzlicher Natur auf und erfordern ernsthafte und eingehende Prüfung. Für Nervosität und Schwarzseheret ist somit noch ein großer Spielraum vorhanden. Gewisse französische Breßäußerungen sind gewiß nicht dazu angetan, die Gereiztheit auf beiden Seiten zu vermindern. Leider ist das Publikum auch hier und da in Deutschland von den Pfaden der Besonnenheit abgewichen. Doch han delt es sich hierbet offensichtlich nur um vorübergehende Erscheinungen. Eine ernstliche Bedrohung des Weltfriedens bietet die Marokko- Affäre, soweit wenigstens int solchen Dingen eine Voraussage möglich ist, faum mehr. Der Standpunkt Deutschlands ist ein so maßvoller, daß es geradezu ein frevelhafter Uebermut der Franzosen wäre, wenn sie eine Einigung vereitelten. Auch Herr von Riderlen- Wächter ist kein Schwarzieher. Er hat nach einer Meldung der PreßBentrale einem Berliner Finanzmann, der am Sonnabend Gelegenheit hatte, den Staatssekretär des Auswärtigen persönlich zu sprechen und thn darauf aufmerksam machte, daß die Unsicherheit in der politischen Lage und das grundsätzliche Schweigen der deutschen Regierung eine arge Gefährdung des Geldmarktes mit sich bringe und daß selbst die Großbanken absolut nicht in der Lage wären, einen Ansturm auf die Depositentassen Stand zu halten, erklärt, daß absolut kein Grund zur Beunruhigung vorliege. Warum Krieg? Unter diefer Spitzmarke bringt die Köln. 3tg." an lettender Stelle einen sehr beachtenswerten Artikel. Das Blatt legt dar, daß Deutschland wegen der Verletzung der Algecirasatte nicht mit Frankreich die Waffen zu freuzen brauche, zumal auch die anderen Mächte hierin feinen Grund zu kriegerischen Verwicklungen erblickt hätten. Anders läge die Sache, wenn Deutschland, wie vielfach irrtit mitcherweise angenommen, durch die Entsendung des" Panthers" Ansprüche auf Südmaroffo habe geltend machen wollen, was bekanntlich nicht der Fall ist. Zum Schlusse bemerkt das Blatt: „ Selbst wenn die jetzigen Verhandlungen schettern sollfen, hätte Deutschland feinen Grund, gegen Frankreich zu Felde zu ziehen. Deutschland müßte sich alsdann allerdings auf den Vertrag von Algeciras zurückziehen und bei jeder Gelegenheit seine wirtschaftlichen Interessen in Marokko nachdrücklich geltend machen. Dieser Ausgang würde eine unablässige Bedrohung bedeuten. Niemand könnte dann die Bürgschaft übernehmen, daß über den fortgesetzten Räubereien nicht doch schließlich Krieg ausbreche. Das weiß, man in Frankreich so gut wie in Deutschland. Man wird es sich daher wohl überTegen, ebe man die großen Vorteile der deutschen Vorschläge aus der Hand gibt. Die öffentItche Meinung Frankreichs hat einen besonders großen Einfluß auf die Entscheidung, aber wir glaubeit, daß auch dort das Verantwortungsgefühl der Staatsmänner und die durch die allgemeine Wehrpflicht geschärfte Frie densliebe des Volkes stark genug sind, die Heißsporne in Schach zu halten." Ein belgisch- holländisches Abkommen. Angesichts der militärischen Maßnahmen Hollands glaubt man in Brüssel, daß zwischen Belgien und Holfand ein Abkommen zur gegenseitigen Hilfe12) Wetterwolken. Roman von M. v. But ch. Rundschau vom Cage. Politisces. Im Rahmen des Flottengefeßes. Der fonservattven Schlesischen Zeitung" wird aus bester Quelle versichert, daß eine über das geltende Flottengesetz hinausgehende Flottenvorlage in der nächsten Reichstagssession nicht zu erwarten ist. Die Reichsregierung halte an dem jetzt beschlossenen Gesetz fest und beabsichtige nicht, mit einer neuen Flottenvorlage über das gegenwärtige Gesetz hinauszugehen. Kleine Nachrichten. Das erste deutsche Boftamt mit einer Funtenteles graphenstation für den öffentlichen Verkehr wird am 11 September in Swineminde eröffnet. Die Kostengebühr beträgt 15 Pfennig für das Wort, mindestens 1,50 Mark flir das Telegramm. Die erste deutsche Fliegerin Fräulein Beese bestand gestern auf dem Flugplatz Johannistal mit dem Taube apparat ihre Pilotenprüfung Frl. Beese ist schon län gere Zeit als Fliegerin tätig. Der Alldeutsche Verbandstag hat am Sonnabend in Düsseldorf mit einer vertraulichen Vorstandssitzung begonnen, in der Rechtsanwalt Claß( Mainz) über die Maroffofroge sprach. Eine Resolution, welche den Standpunkt des Verbandes in dieser Frage zusam= menfaßt, wird der Hauptversammlung zur Annahme vorgelegt. Es folgen Vorträge über die Flotte, das Deutschtum in den Vereinigten Staaten, die. Volen im Industriegebiet und die Lage in Nordschleswig. ( Nachdruck verboten.) „ Es ist gut, Er kann gehen," erwiderte er dem Boten. Laß Er sich im Schloß ein Zimmer anweisen, morgen werde ich nach ihm fragen." Der Kurier entfernte sich, der König war allein. Er setzte sich an den Schreibtisch, auf dem in zwei mehrarmigen Kandelabern Wachskerzen brannten, und bes gann zu lesen. Zuerst den Brief seines Gesandten und Darauf die Papiere, die Kanzleisekretär Menzel dem Baron überreicht hatte. Prinzessin Vittoria Luife, die einzige Tochter des deutschen Kaiserpaares, vollendet am nächsten Mittwoch den 13. September ihr 19. Lebensjahr. Ein neues Opfer des Flugfports. Der Flieger Enring stürzte am Sonnabend abend auf dem Rennplatz bet Stuttgart mit seinem Apparat ab. Er wurde tödItch verletzt unter den Trümmern des Apparates hervorgezogen und nach dem Krankenhaus gebracht, wo er wenige Stunden später starb. Der diesjährige sozialdemokratische Parteitag hat am Sonntag in Jena mit einer BegrüßungsversammIung seinen Anfang genommen. Bu Vorsitzenden wurden Dietz- Stuttgart und Leber- Jena gewählt. Reichstagsabgeordneter Bebel hielt eine Ansprache, in der er furz die augenblickliche politische Lage streifte. Heute vormittag 9 Uhr werden die Verhandlungen fortgesetzt. Je länger der König las, je mehr wurde er durch die Bektitre gefesselt. In seinen großen blauen Augen entzundete sich ein ganz eigenes Feuer. Der deutsche Dreimaster Peter ist auf der Reise von Wismar nach Bremen im Sturm Teck geworden. Ein Kieler Dampfer eilte ihm zu Hilfe und nahm die aus drei Personen bestehende Besayung auf. Wenige Minuten später versant das Schiff in den Fluten. Der Aetna in Tätigkeit. Auf dem Aetna werden wieder heftige Erdstöße verspürt. Die seismographischen Apparate des Observatoriums in Catania sind in fast ununterbrochener sehr starfer Bewegung. Der Vulfan stößt große Massen Rauch aus, der Aschenregen dringt bis nach Catania. Zwei neue Krater haben sich geöffnet. Die Cholera hat in Salonitt bedenklich zugenommen. Bis heute sind ungefähr 50 Fälle unter der Zivil bevölkerung bekannt geworden, von denen 17 tödlich verliefen. Zahlreiche Erfrankungen sind auf den Genuß infizierten Wassers zurückzuführen. Es herrscht allgemeine Bestürzung. Als Vorspiel zum sozialdemokratischen Parteitag in Jena tagte dort die sozialistische Frauentonferenz unter Vorsitz von Frau Luise Zietz( Hamburg). In ihrer Eröffnungsrede kam die Vorsitzende auch auf die Marokkopolitik zu sprechen, die nach ihrer Ansicht zeigt, daß der Imperialismus nicht nur im Innern außerordentlich viel schadet, sondern daß auch die Auslandspolitik davon berührt wird. Aber der Tag der Abrechnung naht. Einen glänzenden Siegestag wird der Termin der nächsten Reichstagswahlen bringen. Bei dieser furchtbaren Abrechnung, die das Proletariat mit feinen Gegnern abhalten wird, werden wir auch deshalb mit ihnen abzurechnen haben, weil sie uns in dem größten deutschen Bundesstaat, in Preußen, das demokraHsche Wahlrecht vorenthalten haben". Auch sonst wurden große Worte geredet und besonders die Diskussion über den Geschäftsbericht gab zu lebhaften Aeußerungen reichlich Anlaß. Der, der jetzt am Schreibtische saß, war ein anderer, als der, der vorhin die Flöte gespielt, der eine Schmet chelet daritber gern in Empfang genommen, und als der, der mit geistreichen Freunden gescherat und philosophiert batte. Mit den Dokumenten, die man thm überreicht, hielt er das Schicksal feines Landes in den Händen. Sein oder Nichtsein, das war hier die Frage. Er begriff, daß unter den Umständen mur eins not tat, und das war, den Feinden zuvorkommen. Jeder Moment Verzögerung war vom Uebel. Man hatte Bindnisse geschlossen, um ihn zu ver derben, allett den Großmächten erging es genau wie den Nürnbergern, die bekanntlich keinen hängen, sie hätten ihn denn zuvor. Noch hatte Rußland seine gewaltigen Heeresmassen nicht aufgebracht, noch weideten die Kosakeit thre struppigen Pferde friedlich an den Ufern der Wolga und des Dont. Noch hatte die Marquise von Pompadour thren Das Auto auf den Schienen. Auf der EisenbahnStrecke Elberfeld- Kronenberg wurde ein Elberfelder Automobil von einem Eisenbahnzuge überfahren. Eine Person wurde getötet, zwei lebensgefährlich und eine leicht verletzt. Zwei Millionen Vfund für die türkische Flotte. Das Indische Blatt El- Muasam" meldet:" Wenn Sultan Mohamed V. sich auf die Pilgerfahrt nach Mekka begeben wird, so wird eine Million indischer Mohamme= baner gleichfalls dorthin ziehen und jeder von ihnen wird 2 türk. Pfund= 37 Mark für die osmanische Flotte spenden." = Gr behau Interfuch tarpfychiat Ms er r fofort wid Ein b morzan, ber von wohnt wi gange Gir fen Burid beteiligten Streitende ein blutige Die Weib Knippel men über ben fich n Gendarme wiederher ben des mattung v bet. Zwöl Die colo" vero ten der ef fellt gibt lichung d ernften 31 ruflich ent und durch wird. Burge melden, he mer Burg von Engla ur englif Breis von nung. Ein Brojeft zu Eine S Die Wiener G abend zu g fteigerunge einen Hau bigt hatte. bem Hause Bolizei erf empfangen Die Polizet Konkurs einer russischen Gräfin. Die Großgrundbesitzerin Gräfin Ignatiew in Kiew, die Frau eines früheren Ministers, hat Konkurs angemeldet. Schuldenlast beträgt zwei Millionen Mart. Im Laboratorium des chirurgischen Operationsjaa les des Jultusspitals in Würzburg brach Sonnabend früh Feuer aus. Das Laboratorium ist vollständig ausgebrannt, die chirurgischen Instrumente und wertvollen Präparate sind unbrauchbar geworden. Kriegsruf aus den Tuilerien nicht erschallen lassen, und was die Kaiserin Maria Theresia und Graf Kaunitz anbetraf, so würden sie, obwohl sie ihn mit ihrem Hasse verfolgten, nie allein, nie ohne die österreichische Armee mit fremden Truppen unterstützt zu haben, angreifen. Das wußte König Friedrich, und aus dieser Ueberzeugung heraus traf er seine Vorbereitungen. Vorbe reitung, zu was? Nun, zum Kriege. Bei den Senchentrawallen in Italien zündete die Bevölkerung in Massafra bei Tarent das Lazarett an. Eine Krante tam in den Flammen um, eine andere starb zu Hause. Mehrere Karabinieri und Aerzte wurden verwundet. Zur Verstärkung herangezogene Polizisten stellten die Ordnung her und verhafteten 50 Personen. Eisenbahnerstreit in Amerika. Fünfunddreißigtausend Angestellte der Illinois- Zentralbahn find streikbereit. Sämtliche Harriman- Bahnen sind gleichfalls bedroht. Er mußte den Mächten zuvorkommen; nicht er durfte sich fangen lassen, sondern er mußte attackieren. Nicht Angegriffener sein, sondern selbst angreifen. Als König Friedrich die Akten zu Ende gelesen hatte, sann er vor sich hin, und dann dann ging er an die Arbeit. Er entwarf den Plan zum fünftigen Krieg und, so Gott es wollte, zu fünftigen Stegen. Ueber die Grenzen des ihm feindlich gesinnten Sachsen mußte er seine Truppen schieben und so den Weg nach Böhmen gewinnen. Noch immer saß König Friedrich am Schreibtisch. Er breitete Landkarten vor sich aus, studierte Terrainverhältnisse und schrieb Befehle an seine Generale. Tatt send Pläne kreuzten sein Hirn. Aus den Gerichtssälen. Ein amerikanischer Millionär zum Tode verurteilt. Henry Clay Beattie, der Sohn eines virginischen Banfiers, ist von den amerikanischen Gerichten schuldig be= funden worden, seine junge Frau ermordet zu haben. Der Prozeß des jungen Beattie hat seit Wochen das höchste Intereffe in Amerifa hervorgerufen. Er wurde, wie erinnerlich sein wird, beschuldigt, seine Frau wäh rend einer Automobilfahrt erschossen zu haben. Mit der Leiche im Arm setzte Beattie seine Fahrt fort und behauptete, daß an einer gewissen Stelle des Wegs ein fremder, bärtiger Mann sein Automobil überfallen und die Frau durch einen Revolverschuß getötet babe. An der von Beattie angegebenen Stelle fanden die Polizisten in der Tat einen Revolver, der jedoch von des jungen Ehemanns eigenem Better als Beatties Eigentum identifiziert wurde. Es stellte sich heraus, daß Beattie in eine sehr hübsche tunge Dame verliebt war und sich deshalb von seiner Frau befreien wollte. Nach den Gesetzen des Staates Virginia wird der Mörder auf elektrischem Wege vom Leben zum Tode befördert werden. Der Antrag auf einen neuen Prozeß wurde abgewiesen. Erst als die nächste Zukunft wenigstens einigermaßen flar vor seinen geistigen Augen lag, als er den Stoß, der thn treffen sollte, im voraus partert hatte, da dachte er erst an sich... Unklar ahnte er, daß es ein Riesenkampf war, der beginnen würde. Halb Europa streckte die Fangarme nach ihm aus, nach ihm, der außer den vereinbarten englischen Hilfstruppen, die König Georg im Interesse seines hannöverschen Stammlandes ihm zugesagt, nur auf sich allein angewiesen war. Untlar schossen ihm Gedanken durch den Sinn, Ge banken, die er späterhin in Worte gesetzt und an seinen Freund d'Argens gerichtet hatte, und die also lauteten: Ich aber, Freund, berufen auf den Thron, Vermischtes. Hofrichter läßt sich nicht scheiden. Ein Mitarbeiter des N. Wien. Journ." hatte Gelegenheit, in Begleitung des Rechtsanwaltes der Frau Hofrichter den wegen Giftmordes au 20 Jahren schweren Kerfers verurteilten ehemaligen Oberleutnant Hofrichter in der Strafanstalt Möllersdorf zu besuchen. Der Rechtsanwalt war getommen, um die Zustimmung Hofrichters zu der eingeleiteten Ehescheidung zu erlangen. Hofrichter, der mit dem blassen, aufgedünsenen Gesicht und dem bis Hef Ich, welchem Sturm und Ungewitter droh'n, Muß eines Helden Ruhm erwerben, Muß retten mich und Volt und Staat, Muß in der Schlacht und im geheimen Nat Als König denken, leben, sterben! Er erhob sich vom Schreibtisch und ging langsam im Zimmer auf und ab. Dann trat er ans Fenster und blickte hinaus. Am nächtlichen Himmel erblaßten allmählich die Sterne. Er blickte hinauf zu seinem Lieblingssternbilde, dem Gürtel des Orion... auch das war im Schwinden begriffen.... Das düstere Gewölt hatte sich verzogen, ett frischer Morgenwind wehte. Der junge Tag zog herauf, und mit ihm erwachte das Leben. König Friedrich atmete tief auf. Er dachte nicht mehr an den Tod, er dachte ans Leben, an Kampf und Steg! 1 Am 29. August 1756 erhob sich Friedrich wie ein Löwe von seinem Lager und ging mit einem Heere von 67 000 Mann über die sächsische Grenze. Damit hatte der Krieg, den die Nachwelt den„ fiebenjährigen" nannte, begonnen. In Sachsen war man auf den Einbruch der PreuBen nicht vorbereitet. Man hante ja nicht, daß Friedrich gewarnt, daß man ihm den Inhalt der Geheimatten verraten hatte. Infolge der schlechten Finanzen hatte Brühl das sächsische Heer vermindert, verschiedene Regimenter befanden sich in Polen. In den Augen der Welt erschien Friedrichs Einbruch in Sachsen als Friedensbruch. Das raufhin veröffentlichte er etn Manifest, um sich von diesem Berdacht zu reinigen, daß er einzig und allein durch die Verhältnisse zu diesem Gewaltatte gezwungen wor den war. gegen die udhte, das die Menge an einer abgegeben. den Biergl aus den Flaschen ge leute erlitt Ein# noch der mit Not b wird aus Swecke der gegenwärti wellende t legten Nac Hin des Er leche bewa Billa und Ihnen sofor den den M len thre R falls fie et nach der G lug und Tische einer würden in geben, wo Freilaffung 18: Bis m tanga in 1 Ein fin genannten nen Stadt Theaterdire mderen A Blafate an Joverehrt 30 Jahre len!" Am lauft, denn behalten m Ropfbedeck Der S her Minis ble Schwt Neutralita Friedrich Als n nigftein er Delbert Sö Friedr Bittenberg ber als G tin. Die f grufen, bez ben fie fof Ste Ho bent, die et des Genera ablandten. Am 1. Städtchens Auf be gefämpft. 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Zwischen den erhitzfen Burschen entstand ohne ersichtliche Ursache plößlich ein blutiger Kampf, an dem sich etwa 300 funge Männer beteiligten. Die Alten bildeten einen Kreis um die Streitenden und feuerten die Jungen zum Stampfe an. Die Weiber trugen thren Angehörigen Steine und Knippel zu. In furzer Zeit floß das Blut in Strömen über den Tanzboden. Die Verwundeten verbanden sich notdürftig und setzten den Kampf fort. Eine Gendarmerieabteilung vermochte nicht, die Ordnung wiederherzustellen. Erst nach eineinhalbstündigem Toben des Streites ließ man infolge der allgemeinen Ermattung voneinander ab. Fast alle sind schwer verwundet. Zwölf von ihnen ringen mit dem Tode. Die Familie Toselli. Das Mailänder Blatt„ Secolo" veröffentlicht ein Interview mit Tosellt, dem Gat= ten der ehemaligen Prinzessin Luise von Sachsen. Tofellt gibt darin seiner Entrüstung über die Veröffent Itchung der Memoiren Ausdruck und schildert seine ernsten Zwistigteiten mit seiner Frau. Er ist unwiderruflich entschlossen, sich von ihr gesetzmäßig zu trennen und durchzusetzen, daß ihm sein Kind wiedergegebent wird. Burgeß wird übermütig. Wie Londoner Blätter melden, hat sich der erfolgreiche englische Kanalschwimmer Burgeß bereit erklärt, innerhalb fünfzig Stunden von England nach Frankreich und dann wieder zurüd zur englischen Küste zu schwimmen, macht aber einen Preis von 200 000 Mart zur Bedingung der Ausfüh rung. Ein Klub ist bereits gegründet worden, um das Profekt zur Verwirklichung zu bringen. Eine Revolution der Mieter in Wien. In dem Wiener Gemeindebezirk Meidling kam es am Sonn abend zu großen Demonstrationen wegen der Mietzinssteigerungen. Die Wut der Menge richtete sich gegen einen Hausbesitzer, der mehreren Wohnparteten gefünbigt hatte. Viele hundert Bersonen sammelten sich vor dem Hause an und warfen Steine gegen die Fenster. Als Polizei erschien, wurde sie mit Pfuirufen und Pfiffen empfangen. Die Menge ging später aggressiv gegen die Polizei vor. Vor einem freten Felde wurden Steine gegen die Wache geworfen, die nun blank zog und verfuchte, das Feld zu räumen. Beim Vordringen sette die Menge der Wache heftigen Widerstand entgegen, und an einer Stelle wurden sogar Schüsse gegen die Polizet abgegeben. Aus den Gasthäusern der Umgebung wurben Biergläser und Steine gegen die Wache geschleudert, aus den Fenstern der Wohnhäuser Blumentöpfe und Flaschen gegen die Beamten geworfen. Mehrere Schutzleute erlitten Verlegungen. Ein neuer Räuberstreich bei Saloniki. Während noch der aus der Gefangenschaft griechischer Räuber mit Not befrette Ingenteur Richter der Heimat zueilt, wird aus Salonitt bereits eine neue Entführung zum Zwecke der Erpressung eines Lösegeldes berichtet. Der gegenwärtig in dem Dorfe Tschachilt zur Sommerfrische weilende türkische Bankdirektor Saranga ist in der letzten Nacht von Räubern entführt worden. Die Gattin des Entführten erzählt: Nach Mitternacht drangen Techs bewaffnete Räuber in das Schlafzimmer ihrer Villa und befahlen threm Gatten, sich anzukleiden und thnen sofort zu folgen. Weder ste noch thr Gatte fanden den Mut, um Hilfe zu rufen, denn die Räuber hielten ihre Revolver vor und drohten, sofort zu schießen, falls sie einen Laut von sich geben sollten. Als hierauf nach der Entführung thres Gatten die Frau Lärm schlug und Nachbarn herbeikamen, fand man auf dem Tische einen Brief vor, in dem die Räuber erklärten, sie würden in fünf Tagen ihren Aufentshaltsort bekanntgeben, wo sie ein Lösegeld von 300 000 Francs für die Freilassung Sarangas erwarten. In dem Briefe heißt es: Bis wir diese Summe in Händen haben, bleibt Saranga in unserer Gewalt." Ein findiger Theaterdirektor. Nach Erlaß des sogenannten„ Hutverbotes" metden die Damen einer fletnen Stadt in Thüringen ängstlich das Theater. Der Theaterdirektor tam auf eine gentale Idee. Schon am anderen Abend standen an allen Straßenecken große Blafate angeschlagen mit folgender Anzeige:„ An die hochverehrten Damen unserer Stadt! Alle Damen über 30 Jahre fönnen in meinem Theater die Hilte aufbehalten!" Am anderen Abend war das Theater ausver kauft, denn jede Dame wollte ſehen, wer den Hut aufbehalten wirde aber alle Damen erschienen ohne Kopfbedeckung.. - Der Kurfürst von Sachsen und sein verantwortlt= cher Minister, der Graf von Brühl, erkannten sehr wohl bte Schwierigkeit ihrer Lage.. Ste sprachen von Neutralttät, allein das war ein Vorschlag, auf den Friedrich nicht eingehen konnte, da er Verrat fürchtete, Als neutraler Boden aber wurde die Festung Kö nigstein erklärt, wohin sich der Herrscher mit seinen betden Söhnen und Brühl flüchtete. Friedrich hatte nacheinander die Städte Torgaut, Wittenberg, Leipzig genommen und zog am 9. September als Steger in die Tore der Hauptstadt Dresden ein. Die fächftschent Truppen, in aller Hast zusammengrufen, bezogen ein festes Lager bet Pirna. Hier wur den sie sofort durch die Preußen umzingelt. Ste hofften, durch dte Oesterreicher entsetzt zu wer= den, die ein wohlgeordnetes Heer unter der Führung des Generals Browne an die sächsisch- böhmische Grenze absandten. Am 1. Oktober kam es in Böhmen unwelt des Städtchens Lowostz zur Schlacht. Auf beiden Seiten wurde unerschrocken und tapfer gekämpft. Aber als endlich dte Preußen, nachdem fle Pulver und Blet verschossent, mit gefällten Bajonetten sich den Getnden entgegenwarfen, mußten diese wetchen. Der Steg war errungen. Freudig bewegt schrieb Friedrich an setnent General Winterfeld, der von Schlesien nach Böhmen gegangen war:„ Nie haben meine Truppen folche Wunder der Tapferkeit getan, seitdem ich die Ehre Batte, fte zu kommandieren." Durch die Schlacht war den Sachsen im Lager von Birna jede Hoffnung auf Erfaz abgeschnitten. Außerdem hatte sich bet thnen ein entseglicher Feind eingestellt, etn Feind, der auch bereits andere Tapfere Aberwältigt, und das- war der Hunger. Die Breußen Iteßen die für den König bestimmten Fouragewagen ungehindert dte Speere passieren, für das La- Richters Leidensgeschichte. Unter der Ueberschrift Drei Monate in Gefangenschaft" setzt Ingenieur Richter in der Frfft. 3tg." die Schilderung feiner Erlebnisse fort. Wir entnehmen der Erzählung folgende interessante Einzelheiten: Richter bewundert den Mut und die Tapferkeit der türkischen Gendarmen und hat sich über die beiden, die in seiner Begleitung von den Räubern getötet wurden, sehr anerkennend ausgesprochen. Nachdem die Gendarmen gefallen waren, famen die Räuber vorsichtig näher, gaben noch zwei Schüsse auf die Gendarmen ab und durchbohrten sie noch ein- oder zweimal mit ihren Handscharen. Man zwang mich, dabei zuzusehen. Auch mußte ich Beuge sein, wie einer der Räuber dem einen Gen darm mit seinen schweren Nägelschuhen den Kopf zertrat, so daß er zusammentrachte. Er schildert nun die Flucht nach der Grenze, und das Leben in der Höhle, wo er gefangen gehalten wurde. Für die sechs Räuber und mich gab es wenig Platz. Wir lagen auf dicken, schweren Filzmänteln aus Biegenhaaren. Auf dem Boden im Hintergrunde der Höhle gab es aller hand unangenehmes Getter, welches an uns vorbei und über uns hinweg troch, was mich anfangs sehr unangenehm berührte. Da gab es Storpione, von de nen wir sechs bis fieben töteten, sehr häßliche Arten, bis au 15 Zentimeter lang. Auch viele Etdechsen frochen in den Felswänden auf und nieder. Die Tempe ratur war in der Höhle verhältnismäßig gut, da sie gegen Sonne, Wind und Wetterunbill geschützt war. Die Räuber hatten mir gestattet, ein Tagebuch zu führen und täglich fonnte ich wenigstens 1 bis 2 Stunden hierauf verwenden. Indessen habe ich in der Höhle bald die traurige Entdeckung gemacht, daß ich von ungeate= fer befallen worden war. Nach dem Vorbilde der Räuber versuchte ich mich desselben so schnell wie mög lich zu entledigen. Das Geschäft nahm etwa ein bis zwei Stunden in Anspruch; schließlich aber, um dem so fühlbaren Mangel an Beschäftigung abzuhelfen, verwendete ich wohl den halben Tag dazu. In den ersten Tagen durchsuchte griechisches Militär die Gegend, dann aber hatte anscheinend die türkische Regierung die Erlaubnis erhalten, thre bewaffnete Macht nach dieser Gegend zu schicken. Die Höhle hätte aber selbst im Falle eines Angriffes eine ideale Festung abgegeben. Das griechische Militär fürchteten die Räuber überhaupt nicht, dagegen hatten sie Angst vor den Türken. Bur Charakteristik der Räuber kann ich angeben, daß fte sehr kirchlich gesinnt waren. Morgens und abends zu Beginn einer jeden Unternehmung wurde ein längeres Gebet verrichtet, ebenso machten ste die von der griechischen Kirche vorgeschriebene Betreuzigung vor und nach den Mahlzeiten. Den größten Teil des Tages vertrieben sie sich mit Kartenspiel oder Kartenlegen. Während meiner ganzen Gefangenschaft habe ich außer den Räubern niemand zu Gesicht bekommen. In metner Gegenwart ist mit den Räubern wegen meiner Freilassung nicht verhandelt worden. Ste haben mich zum Schluß etwas unfreundlicher behandelt, besonders in den letzten fünf bis sechs Tagen, als die Lebensmittel immer knapper wurden. Als sie das Lösegeld erhalten hatten, tellten sie es in fünf Tetle, denn einer der Räuber, dessen Verpflichtung zu der Bande abgelaufen schten, war inzwischen ausgetreten. Dann entstand zwischen den Räubern, wie fett Wochen, abermals der Streit, welche Todesart für mich gewählt werden und wer den Mord ausführen sollte." Richter erzählt dann, wie ihn die Räuber schließItch fret Iteßen und wie er Glassona erreichte. Richters Heimreise. Frau Richter hat am Dienstag durch Vermittlung einiger Freunde in Saloniki telegraphisch anfragen las= fen, welchen Weg Richter auf seiner Heimreise einzutschlagen gedente. Statt einer Antwort auf dieses Telegramm erhielt die Famille Nichter gestern abend ein Telegramm, tit dem Nichter mitteilt, daß er am Sonntag oder Montag in Jena etntreffen werde. Richter nähert sich der Heimat, Jena, 11. September. Die Familie Richter erhtelt ein Telegramm aus Wien, wonach die Ankunft in Jena Dienstag nachmittag zu erwarten ist. Die Schwaben" wieder in Gotha. Das Luftschiff Schwaben" ist Sonntag früh 2.45 Uhr in Potsdam zur Rückfahrt nach Gotha aufgestiegen. Mit Rücksicht auf die veränderte Wetterlage schlug das Luftschiff die Richtung nach Magdeburg ein. Um 7% Uhr war die Schwaben" bereits wieder in Gotha eingetroffen. Die Wetterfahrt nach Düsseldorf, wo das Luftschiff zunächst bleiben soll, erfolgt voraussichtlich am Dienstag. Baffagtere hatte ble Schwaben" bet der Rückfahrt nicht an Bord. Die Schwaben" ist das erste Luftschiff DeutschLands, das bei Böen von 16 bts 18 Set.- mtr. Geschwindigkeit eine solche Fernfahrt, wie die von Baden- Oos nach Gotha und Berlin, mit tursbuchmäßiger Pünktlichfett vollenden konnte. Aber schon liegt ein zweites, ger war und blieb fede Zufuhr abgeschnitten. So herrschte dort bald wirklicher mangel. Aber damit war bas unhell nicht erschöpft. Zu der ungenügenden Nahrung gefellte sich die unbill der Witterung, die in dem schlecht befestigten Lager den Soldaten allzu fühlbar wurde. Mit der Kälte vereinte sich der Hunger. Die Truppen machten schließlich den Versuch, sich burchzuschlagen, allein dies wurde durch die Wachsamtett der Preußen verettelt. Noch war thr Mut nicht gebrochen. In Regen, Sturm und Kälte Harrten ste dret Tage und dret Nächte aus. Sie wußten nicht recht, worauf sie hoffen und barren sollten. Mit stotschem Gletchmute hielten fte sich aufrecht. Vergeblich alles! Ste Hatten viel ertragen, aber für alle Leiden gibt es doch eine Grenze. Die Kraft der Aermsten war total erschöpft Am 14, Oftober 1756 erfolgte die Waffenstreckung der in wenigen Wochen von 17 000 bis auf 14 000 redu3terten Solbaten. Hilflos sah der Kurfürst von Sachsen von der Feftung Königstein aus dem ergreifenden Schauspiele zu. Sofort tellte der Steger unter die verhungerten Leute Brot aus, bte sächsischen Offiztere wurden zur töntgltchen Tafel gezogeft. Das fächsische Heer wurde förmlich aufgelöst, Regiment über Regiment einfach in preußische Uniformen gesteckt; etne Maßregel, die sich Indeffen bitter rächte. tönigs. Ganz Sachsen befand sich in der Hand des PreußenAm 18. Oktober reiste der unglückliche Landesherr, der König der Polen, mit Pässen versehen von Königstein nach Warschaut ab. Erst sieben Jahre später sollte er die Heimat wieder sehen. Seinem Herrn und Gebteter folgte Graf Brühl. Noch immer war es die Gefellschaft dieses Mannes, nach der der König verlangte. Friedrich von Preußen ging den Winter über nach Dresden. Sein Hauptquartier legte er in ein Valais noch schnelleres Luftschiff in Friedrichshafen bereit, und die Zeppelin- Gesellschaft macht sich anbeischig, binnen furzem für unsere im Kriegsfalle aufzustellenden sechs Armeen je einen Kreuzer von gleichen Eigenschaften fertigzustellen. Mit Neid schauen Franzosen und Englän der auf diese Erfolge, die ihnen nicht beschert sind; eine derartige Sensation" kann sich London und Paris nicht leisten. Die Tenerungskrawalle haben in Frankreich auch gestern angedauert und zum Teil einen sehr ernsten Charakter angenommen. In Roubair löschten die Demonstranten die Stra Benlaternen aus und rissen die Steine aus dem Pflaster, um sich des Angriffs der Kavallerie zu erwehren. Auch Infanterie ging gegen die Ruheſtörer vor. Sowohl von den Truppen als auch von den Ruhestörern wurden viele verletzt. Mehrere Läden wurden geplündert. Man verhaftete dreizehn Personen. Die Unruhen dauerten die ganze Nacht über. Weiter meldet der Draht: Paris, 11. September. In dem Arbeiterviertel Belleville ist es gestern vormittag wegen der Lebensmittelteuerung zu ernſten Unruben gekommen. Ein italienischer Anarchist ist als Rädelsführer verhaftet worden. Er wird ausgewiesen werden. Charleville, 11. September. Bei einer Kundgebung gegen die Lebensmittelteuerung fam es wegen Verhaftung eines Demonstranten zu großen Ausschreitungen. Die Ruhestörer zogen vor das Polizeigebäude und forderten die Freilassung des Verhafteten. Eine Eskadron Kavallerie und Gendarmen gingen mit blan fer Waffe gegen die Menge vor. Viele junge Lente und Frauen stürzten sich vor die Pferde. Es wurde beschlossen, einen Generalstreit von 24 Stunden zu veranstalten. Drahtnachrichten und neuestes. Tragödie eines franken Ehepaares. Berlin, 11. September. Gestern vormittag vers suchte der Invalide Päznick gemeinsam mit seiner Ehefrau aus dem Leben zu scheiden. Das Paar band sich mit Stricken zusammen und warf sich dann bei Treptow ins Wasser. Es wurde jedoch gerettet und ins Krankenhaus gebracht. Das Motiv zu der Tat ist in langer Krankheit der beiden Leute zu suchen. Nachtfrost in Berlin. Berlin, 11. September. In der Umgegend von Berlin sant in der vergangenen Nacht das Thermometer unter Null Grad. Folgenschwerer Kampf mit Strolchen. 0 Hannover, 11. September. Der Gendarm Drews wurde in der letzten Nacht im Vorort Ridlingen von Strolchen, die er beim Felddiebstahl abfaßte, überfallent und schwer verletzt. Drews Sohn wurde bei dem Kampfe erstochen. Drei Kinder verbrannt. Solingen, 11. September. In der Nacht zum Sonntag brach in Klauberg in einem Fachwerthause ein Brand aus, wobei drei Kinder eines Fabrikarbeiters im Alter von 1%, 3 und 4 Jahren verbrannten. Maffenvergiftungen durch Kuhfleisch. München, 11. September. Unter schweren Vergiftungserscheinungen sind in Gräfenstädten( Oberbayern) gegen 40 Personen erfrankt. Einer der Erfrankten ist unter qualvollen Schmerzen bereits gestorben, drei weitere liegen hoffnungslos darnieder. Die Erkrankungen sind auf den Genuß von Fletsch einer notgeschlachteten Kuh zurückzuführen. Handel und Verkehr. Im Saatenstandsbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats für die abgelaufene Woche heißt es: Auch in der Berichtswoche blieben die Niederschläge auf das östliche Ostseegebiet beschränkt, während in den übrigen Landesteilen das trockene Wetter ununterbrochen anhtelt. Dabet stiegen die Temperaturen in den ersten Tagen des Monats wieder hoch empor, und die herrschenden Winde Iteßen den Boden nur noch mehr austrocknen. Infolgedessen hat die Unzufriedenheit mit den Sackfrüchten, ausgenommen in Ostpreußen, sowie in Teilen von Westpreußen und Pommern eher zugenommen, und auch dort, wo in den letzten Wochen geringe Niederschläge die Pflanzen erfrischt hatten, hat die neuerliche Trockenheit die Hoffnungen wieder herabgemindert. Wohl haben sich die späten Kartoffeln vielfach noch grün im Kraut gehalten, aber die Knollent wachsen nur langfam, auch wird häuftg berichtet, daß sie neue Triebe anseßen, wodurch ihre Auch Entwicklung naturgemäß beeinträchtigt wird. Zuckerrüben, deren Wachstum zuletzt nur geringe Fortschritte machen konnte, stellen eine schwache Ernte in Aussicht. Die Bestellung der Aecker zur Herbstsaat ist bei der herrschenden Bodenhärte fast unmöglich. außerhalb der Stadt, das einst die Freundin Augusts des Starken, die Gräfin Mocyinska, bewohnt hatte. Seine Truppen bezogen in der Nähe ein Lager. Im Palats Mocyinsti hielt König Friedrich Hof. In seinen Mußestunden besuchte er fleißig die Galerien, fand sich auch zuweilen in der Oper ein und gab Konzerte, in denen er die Flöte spielte. Die Königin Maria Josepha, die im Schloffe zu Dresden zurückgeblieben war, wurde vom Sieger mit großer Rücksicht behandelt. Friedrich stattete ihr Befuche ab und ließ sich nach ihrem Befinden erkundigen. Die Königin suchte sich zu revanchieren. Ste bat den König um die Erlaubnis, ihm zwei Kammerherren zur Verfügung zu stellen. Friedrich dankte verbindlichst. Als jedoch sein Koch plöglich erkrankte, nahm er die Aushülfe, die man thm aus der Königlichen Küche anbot, mit Dank an. Der fremde Küchenchef, der den eigenen ersezen sollte, hieß Glasau. 7. Kapitel. In der fächsischen Residenz ging trotz der Anwesens helt der Feinde äußerlich alles feinen gewohnten Gang Sachfen sollte glimpflich behandelt werden und wurde es auch, allein Friedrich hatte die Raffen mit Beschlag belegt, ebenso die Börse, und er war es, der statt des Grafen Brühl mit den sächsischen Ministern tonferterte. Trozdem wurde der Karneval mit Bällen und Kons gerten gefeiert; auch im Opernhause wurde noch ges fptelt. Nur die Gagent der Künstler hatte man erheb Itch herabgesetzt. ( Fortsetung folgt.) Geschäftsverlegung. Meiner werten Kundschaft und Nachbarschaft hierdurb bie Mitteilung, daß ich am heutigen Tage mein Geschäft berlegt habe. In Löbers Hof 4 p. Ich empfehle mich nach wie vor zur besten und prompten Anfertigung von den einfachsten bis zu den feinsten in mein Fach einschlagenden Maßarkeiten. Th. Schlitt, Schuhmachermeister. Kaffee- Rösterei Jakob Maternus empfiehlt gebrannte Kaffee cand. . 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