iebes eisen. en leum. ötig; veiße chen. F. a. en, felbit [ 27/10 sellen eneggerel trieb reell Frau esbaden, se 551 ge ter Blätter von Radolf oszkowski, und Gastav r Mitwirkung er, wie Ernst V.A. Wellner, H. Zille usw. neinen, sind amüsantesten Sie pflegen ilderung des schen Lebens werfen satif Politik und te. ements 50 MK. 25 Pf. dlangen. en Blätter 7.68. nd Voll Mändig gelahrlos Enthält nur inite Wachle Terpentino vähr Welt! Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg--Erscheint Bürgermeisterei Dienstage, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 183. Probenummern Telephon: Nr. 362. der„ Gießener Zeitung" stehen unseren Lesern in beliebiger Anzahl jederzeit kostenlos und portofrei zur Verfügung. Wir bitten unsere Leser und alle Freunde unseres Blattes wo nur möglich für dasselbe zu werben, solches in Bekannten- und Freundeskreisen zu empfehlen und uns freundl. Adressen aufzugeben, welche sich für unsere Zeitung interessieren dürften. Aus Stadt und Land. Gießen, den 12. August 1911. * Mit Rücksicht auf den Stand der Ernte und der Weinberge ist das Ende der Hegzeit der Feld hühner und Wachteln im Großherzogtum mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten auf den 16. August fld. Js., für die genannten Kreise auf den 23. August lfd. J. festgesetzt. * Erkältungen infolge der Hiße. Daß man sich bei 30 Grad im Schatten erfälten fann, flingt wie ein vollkommener Widerspruch, ist aber Tatsache. Gerade die hohe Temperatur rückt die Gefahr der Erkältung besonders nahe, denn wir sind nur allzusehr geneigt, wenn uns warm wird, eine unvermittelte Abfühlung aufzusuchen. Gewöhn ich sind dann Kehlkopf- Statacche und Mandelentzündungen die Folge, wenn's nicht noch schlimmer wird. Manch einer hat sich schon den Tod infolge Schlaganfalles geholt, wenn er in erhigtem Bustande ins fühle Bad stürzte. Und daß man sich mit faltem Trinkwasser oder Eis gehörig den Magen verderben kann, dürfte auch genügend bekannt sein. Im allgemeinen führt große Hize biel leichter eine Herabminderung unseres Wohlbefindens herbei, als große Kälte. Gegen lettere fann man sich schüßen, gegen Hize ist aller Kampf nuglos. Auch unsere Kaiserin hat sich bekanntlich infolge der Hige eine Erkältung zugezogen, die eine lästige, wenn auch völlig unge: fährliche Mandelanschwellung im Gefolge hatte. * Antiqua oder Fraktur? Die Pariser Zeitung", die einzige deutsche Zeitung in Frankreich, hat zur Be urteilung dieser Streitfrage einen schäzenswerten Beitrag geliefert. Vor einigen Wochen forderte sie ihre Leser, Deutsche und Franzosen, darüber zu einer Aeußerung auf. Das Ergebnis ist nun in Nr. 484 mitgeteilt: 81 v. H. aller Antworten wünschen Betbehaltung der deutschen Buchstaben, und zwar 88 v. H. der deutschen Einsender, 70 b. H. der französischen. Von den Franzosen behaupten viele, der deutsche Druck set schöner als der lateinische, er stimme besser zur Eigenart der deutschen Sprache, und die Mühe, ihn lesen zu lernen, sei nicht der Rede wert. Die deutschen Beantworter betonen großenteils, die deutsche Schrift set ein wertvolles Wahrzeichen unseres Volkstums, und die darin enthaltene Mahnung:„ Gedenke, daß du ein Deutscher bist!" tue uns sehr not. Besondere Beachtung verdient, daß Kaufleute und Techniker sich ebenfalls überwiegend für deutsche Schrift entschieden haben( 78 v. h.); gerade diesen Leuten wird man die Fähigkeit, die Sachlage nüchtern zu betrachten, nicht abstreiten können. * Schulkinder und Automobile. Das Kultusministerium hat auf Ersuchen des Kaiserlichen Automobil tlubs und anderer automobilistischer Vereinigungen des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 12. August 1911. an= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfs.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. H. Telephon: Nr. 362. Wölfersheim anzuschließen. 23. Jahrg =)(- Nieder- Mörlen, 12. Aug. Die Schwurgerichts* verhandlung gegen die Nieder- Mörlener Mörder findet am 25. September in Gießen statt. Die Anklage lautet gegen Erbe und Wolf Raubmord, gegen Wolfs Schwester auf Beihilfe zu dem Verbrechen. Mainz, 11. Aug. Der Kaiser traf, von Wilhelmshöhe kommend, beute früh um 6 Uhr Wärterbude 39 der Strecke Mainz- Alzey ein. Es hatten sich eingefunden, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, die Kronder Großherzog und die Großherzogin von Hessen, prinzessin von Griechenland und die jüngeren Prinzen, ferner der kommandierende General v. Eichhorn, der japanische Feldmarschall Nogi und Provinzialdirektor Geh.. Rat Dr. Breidert. Der Kaiser trug die Uniform seines Friedrich Karl die Uniform ihrer Regimenter. Der Kaiser 116. Regiments, die Großherzogin und die Prinzessin begrüßte, nachdem er zu Pferde gestiegen war, den Großherzog und seine hohen Verwandten auf das herzlichste und sprengte dem großen Sand zu, um einer Truppenübung der 25.( Großherzoglich Thessischen) Division und anderer Truppenteile beizuwohnen. Das Wetter war schön und heiß. Die Uebungen begannen mit einem Ererzieren des Magdeburgischen Dragoner- Regiments Nr. 6. Hieran schloß sich eine Gefechtsübung unter Leitung des Generalleutnants v. Plueskow, an welcher teilnahmen die 59. Infanterie- Brigade, das Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, die 6. Dragoner und zwei Abteilungen des Feldartillerie- Regiments Nr. 63. Aus Mainz und der ganzen Umgegend waren zahlreiche Schaulustige herbeigeströmt, welche den Kaiser und die Fürstlichkeiten freudig begrüßten. Die Gefechtsübung war um 7% Uhr beendet. Der Kaiser hielt Kritik ab. Nach 8 Uhr be. gann die Parade. Der Kaiser verlieh eine große Anzahl Ordensauszeichnungen. unterricht sowie zur Ausbildung von Lehrpersonen in| Stadt der elektrischen Ueberlandzentrale in der Leitung von Volks- und Jugendspielen veranstal tet. Hieran haben sich bisher insgesamt 47 507 Personen beteiligt. Um die Einheitlichkeit der Anleitung, soweit nötig, sicher zu stellen, werden neuerdings für die Leiter dieser Fortbildungskurse sowie für Schulaufsichtsbeamte besondere Lehrgänge an der Landesturnan-| stalt abgehalten. Die Ausbildung wirksamer und regender Methoden für das Turnen hat die Unterrichtsverwaltung besondere Fürsorge zugewandt. Sie hat zu diesem Zwecke auch die Einrichtungen des Auslandes, namentlich Schwedens und Englands, studieren lassen. Das Ergebnis dieser Studien und anschließender Ver= suche an der Landesturnanstalt ist einerseits die 1909 erschienene ,, Anleitung für das Knabenturnen", die an allen Schulen für die männliche Jugend in Gebrauch genommen worden ist. Anderseits ist eine neue Weise für das Mädchenturnen erprobt worden. Ihre Eigen art besteht im wesentlichen darin, daß dem Bewährten der bisherigen Ausbildungsweise Uebungen hinzuge fügt worden sind, die besonders geeignet erscheinen, die wichtigsten Organe durch planmäßige Erhöhung ihrer Tätigkeit in Licht und Luft nachhaltig zu kräftigen. Es kommen hier insbesondere Spiele im Freien, volkstüm= liche Uebungen, ferner zweckentsprechende FreiHandgeräteübungen in Betracht. Die Ausarbeitung eines bisher noch fehlenden amtlichen Leitfadens für das Mädchenturnen ist dem Abschluß nahe. Auch für die Abhaltung orthopädischer Turnkurse sind Anregungen gegeben worden. Versuche in Schulen aller Art, mit besonders ausgewählten täglichen Leibesübungen der Schädigung der Jugend durch anhaltendes Sitzen entgegenzuarbeiten und gewisse lebenswichtige Organe zu fräftigen, find fast durchweg so günstig ausgefallen, daß 1910 Einführung dieser Uebungen für das tägliche Turnen, soweit nicht an manchen Schulen persönliche, räumliche oder sonstige Schwierigkeiten dies zurzeit noch verhindern, in die Wege geleitet werden konnte. Die verbindliche Turnzeit umfaßt jetzt für die meisten Schulen wöchentlich drei Stunden, nachdem im Jahre 1910 zugunsten der volkstümlichen Uebungen und Spiele auch für die Volksschulen grundsätzlich eine dritte Wochenstunde eingeführt ist. Dazu kommen die Uebungen, die an den Tagen 5-10 Minuten lang vorgenommen werden, an denen Turnunterricht oder Turnspiele nicht stattfinden. und die Offenbach, 11. Aug. Gestern morgen brach in den Lederwerken vorm. Ph. J. Spicharz Großfeuer aus, durch das die Speisehalle, der Ankleideraum der Arbeiter, zwei Fabrikationsräume vollständig zerstört und das Gebäude der Sattlerei stark beschädigt wurde. Der Materialschaden, besonders auch an Werkzeugmaschinen, ist bedeutend, jedoch durch Versicherung gedeckt. Ein Arbeiter erlitt Brandwunden. -mr- Herborn, 12. Aug. Morgen Sonntag und Montag feiert der Hauptverein Wiesbaden- Frankfurt des Gegen die Arbeiter Turnvereine wendet sich ein Erlaß des preußischen Ministers des Innern. Der Erlaß stützt sich auf ein Urteil des Ober- Evangelischen Bundes sein 21. Jahresfeſt. verwaltungsgerichts vom 7. März d. Js., das den Arbeiterturnverein„ Freie Turnerschaft" in Königs= berg i. Pr. als politischen Verein erklärt hat. Der Erlaß des Ministers fordert die Polizeibehörden auf, zu prüfen, ob die in ihren Amtsbezirken auf dem Gebiete der turnerischen Bestrebungen der Sozialdemokratie bestehenden Verhältnisse ein polizeiliches Einschreiten erforderlich machen. Der Minister begründet diese For derung, wie folgt: Viele Arbeiterturnvereine zählen Personen unter 18 Jahren zu ihren Mitgliedern. Damit verstoßen sie, wenn ihr politischer Charakter nachweisbar ist, gegen das Gesetz, und es ist die Pflicht der Polizeibehörden, sowohl hiergegen, wie auch zum Zweck der Durchführung der für politische Vereine sonst bestehenden Vorschriften einzuschreiten. t Diez, 12. Aug. Hier grassiert gegenwärtig unter den Kindern der Keuchhusten in besorgniserregender Weise. ** Dem 1. Assistenzarzt an der chirurg. Universitätsklinik Privatdozenten Dr. Anton Thies wurde der Titel„ Oberarzt an der chirurgischen Universitätsklinik verliehen. -a Neue Wohlfahrtspostkarten des Patronats der werk an der restaurierten Rathausuhr ist munmehr, so * Marburg, 12. Aug. Das historische Spielgut es ging, wieder in Betrieb gesetzt worden. Der neue Hahn hebt bei jedem Glockenschlag seine Flügel, leider oder gar nicht gelernt. Um so kräftiger tutet der Wächter hat er das Krähen trotz aller Bemühungen nur wenig in sein Horn, während der Tod nur jedesmal von Stunde zu Stunde seine Sandbüchse streut und die Weltkugel alle zwölf Stunden ihre Umdrehung macht. Für die Inſtandbewilligt. setzung hatten die städtischen Körperschaften 1600 Mark * Marburg, 12. Aug. Der Bau der hiesigen elektrischen Straßenbahn wurde den Siemens und Schuckertwerken für 115 000 Mark übertragen. ein Rundschreiben an sämtliche Regierungen ergehen Großh. Zentrale f. M. u. S. in Heſſen find erschienen und Wollen Sie etwas feines rauchen laffen, in dem die zuständigen Kreisschulinspektionen aufgefordert werden, für die Sicherheit der Automobi ften gegen den Uebermut von Schulkinden durch strickte Verbote jeder Ungehörigkeit Sorge zu tragen. * Der Zucker wird teurer. Die durch anhaltende Trockenheit der Rübenfelder verursachten Schädigungen machen sich bereits auf dem Zuckermarkt geltend, denn die Zuckerfabriken haben den Preis für Zucker langsam bis um 6 Mark für den Doppelzentner erhöht. Es steht daher zu erwarten, daß auch im Kleinhandel der Zucker in der nächsten Zeit um 3 5 Pfg. pro Pfund in die Höhe gehen wird. Das Turnwesen in den Schulen. In sämtlichen preußischen Regierungsbezirken werden seit einer Reihe von Jahren staatliche Kurse zur Fortbildung im Turnen und in der Erteilung von Turnin allen größeren Postkartengeschäften und Papierhandlungen zu haben. * Die Anlage- Musik findet Sonntag 12 Uhr mit folgendem Programm statt: 1. Ambrosianischer Lobgesang, 2. Ouvertüre 3. Op." Tell" v. Rossini, 3. National- Lieder v. P. Tschaikowsky, 4. Armeemarsch Nr. 27 ( Coburger). * Unser Regiment kekrte gestern abend 818 von der Mainzer Truppenschau zurück. -n- Grünberg, 12. Aug. Von den 5 Kandidaten, die bei der hier stattgefundenen Bürgermeisterwahl aufgestellt waren, erhielt der Stadtverordnete K. Ranft 160, Beigeordneter Fuldat 109 Stimmen. Es findet Stichwahl statt zwischen beiden. -n= Grünberg, 11. Aug. Der hiesige Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, die dann empfehlen wir Jhnen: Salem Gold Cigaretten. Etwas für Sie! Salem Aleikum Cigarette des Feinschmeckers! No 3½, 4, 5, 6, 8,10 Preis: 3½, 4,5,6,8,10 Pfg.d.St. Orient Tab.u.Cigaretten Fabrik Yenidze Jnh. Hugo Zietz, Dresden. Lebensmittelnot in London. Eine Folge bes Hafenarbeiterftreifes. Noch schwerer als die sommerliche Hize laftet auf der englischen Hauptstadt die immer bedrohlicher wer bende Gefahr einer Hungersnot, die die Folge des rasch anschwellenden a fen- und Dodarbeiterstreits ist. Das meerumschlungene England erkennt fomit wieder einmal von neuem die Stelle, wo es verwundbar ist: die Rehrseite der politisch so vorteilhaften Holterten Lage. London muß in 8 bis 10 Tagen vor der Hungersnot stehen, wenn bis dahin nicht neue Lebensmittel einge= führt werden können. Fleisch muß bereits mit dem dreifachen Preis bezahlt werden als zur normalen Bett. Gemüse ist nur noch schwer zu erhalten, selbst wenn man dafür die geforderten hohen Preise zahlen will. Früchte sind schon selten geworden. 70 000 Risten und Störbe europäischen Obstes, 5000 Risten Früchte aus Ralifornien, 24 000 aus Australien und 15 000 Körbe mit Südfrüchten lagern seit Tagen in den Hafenhallen oder Schiffsräumen und können nicht befördert werden. Größtenteils sind die Früchte schon in Fäulnis übergegangen, so daß ihre Vernichtung angeordnet werden mußte. Der den Händlern dadurch erwachsene Schaden beläuft sich auf viele Hunderttausende. Milch und Butter sind äußerst Inapp. Bet der gegenwärtigen Size und der in der heißen Jahreszeit an und für sich geringen Milchproduktion langen die aus Holland und Dänemart eingeführten Milch-, Butter- und Käsemengen faum für den Bedarf. Jeßt muß ein großer Teil von ihnen verderben, weil die Händler ihn nicht in die Häuser der Kunden befördern fönnen. Die Butter läuft aufgelöst aus ihren Behältern. Besonders der Milchmangel in Krankenhäusern und bei der Ernährung der Kinder macht sich schwer fühlbar. Bet der gewaltigen Agitation, die unter den Eisenbahnern, den Güterarbeitern der Bahnhöfe und den Droschfenfutschern eingesetzt hat, sind die Folgen, die der Ausstand zeitigen fann, noch gar nicht abzusehen. Im Laufe des ganzen Tages haben Banden von Ausständigen in den Straßen diejenigen Rollfutscher angegriffen, die bisher die Arbeit nicht verlassen haben. Die Polizei war trotz aller Anstrengungen nicht in der Lage, der Freiheit der Arbeit zu ihrem Rechte zu verhelfen. In der Umgebung der Markthalle von Smithfield, wo Konservenfleisch aus Australien und Neuseeland zum Verkauf fommt, tam es zu unaufhörItchen Zusammenstößen zwischen der den Ausständigen feindlichen Menge, einem bedeutenden Aufgebot von Polizisten sowie Ausständigen, die den Verkauf verhindern wollten. Nur einige Automobile konnten gestern bis zu den Markthallen durchdringen, in denen fäglich 40 000 Rinderviertel verfauft werden. Nicht ein einziger Wagen erhält die Erlaubnis, sich zu den Kais am Hafen zu begeben. London war gestern bei der ungeheuren Hize ohne Eis, antwortlichen Ratgebern über die Behandlung der Maroffofrage Meinungsverschiedenheiten bestanden hätten. Insbesondere suchte man die Lage so darzustellen, als ob der Staatssekretär v. Riderlen- Wächter zuerst sehr weitgehende Forderungen an Frankreich gestellt und sie dann infolge des faiserlichen Eingreifens habe start herabsezen müssen. Derartig willkürlich erfundene Angaben sind unpatriotisch, da sie die Aufgaben der dentschen Unterhändler erschweren und ihre Stellung dem Auslande gegenüber schwächen. Das Gleiche gilt von den fortgesetzten Versuchen, gewisse lärmend geltend gemachte Forderungen politischer Hizköpfe als Forderungen hinzustellen, welche die deutsche Regierung anfangs selbst erhoben, dann aber unter fremdem Druck wieder zurückgezogen habe. denn die Versorgung der Hauptstadt mit Ets geschicht von Norwegen aus, und in London selbst sind nur we nige Eisfabriken. Die Benzin- und Petroleumlager leeren sich bedenklich. Wenn der Streit sich noch verlängert, so ist zu befürchten, daß die Londoner Kraftomnibusse nicht mehr verkehren können. Infolge des Mangels von Benzin und Petroleum mußte gestern schon der dritte Teil der Wagen in den Depots zurückgehalten werden. Stroh und Hen beginnen zu mangeln, und man befürchtet schon, daß die Pferde vor Hunger sterben müssen. Gestern früh wurden Anstrengungen gemacht, alle Güter, die auf der Zentralstation aufge= häuft find, abzuladen. Dies ist auch gelungen, aber erst nach angestrengten Bemühungen der Polizei, die unausgesetzt von ihren Knüppeln Gebrauch machen mußte, so daß sie fich schließlich erschöpft zurückzog und durch Berittene ersetzt wurde. 100 Polizeibeamte, die von Birmingham angekommen waren, wurden von der Menge unter Hohngelächter mit allen möglichen Wurfgefchoffen empfangen. Diese bieb auf die Selme einiger Offiziere ein und jagte wild hinter den Polizeibeamten ber, als diese sich nach der Hauptpolizetstation begaben, Die gesamte Kavallerie und Infanterie von Aldershot haben Befehl erhalten, sich sofort zum Abmarsch nach London bereit zu halten. Rundschau vom Cage. Politisches. Brinzregent Luitpold von Bayern leidet, der „ Augsb. Postztg." zufolge, an einer weit vorgeschrittenen Arterienverfaltung. Prinz Ludwig und der Kltnifer für innere Medizin, Professor v. Bauer, wellen in Hohenschwangau am Hoflager. Auch die Tochter des Regenten, Prinzessin Therese, die auf Reisen im Raufafus begriffen war, ist zurückgekehrt und hat sich sofort nach Hohenschwangau begeben. Der Kaiser und seine Ratgeber. Die Kölnische Beitung" meldet aus Berlin: Bon verschiedenen Seiten wird andauernd der Versuch gemacht, die Ansicht au verbreiten, als ob zwischen dem Katser und seinen ver 19) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Zwölftes Kapitel. Strandhof. 1100 Reichstagskandidaten werden bis jebt gezählt. Den Retord macht die Sozialdemokratie, die überall thre Kandidaten aufgestellt hat. Die Fortschrittitche Volkspartet hat 190 herausgebracht, die Nationallibe ralen 159, die Konservativen 126, das Zentrum bis jetzt nur 96, die Wirtschaftliche Vereinigung 89, die Reichspartet 37, die Polen 15, die Welfen 9, die Elsässer und Littauer 2 und die Dänen 1. „ Mutter, Ich gehe mit Nicolat an den Strand," sagte Frau uchatscheff, indem sie aus der Villa Petersburg Hinaustrat. " Betrifft Reichstagswahlen Januar 1912." Das Rätselraten der letzten Wochen über den definitiven Termin für die Wahlen zum Reichstag fann jetzt neben den inspirierten Erflärungen der Regierung, daß diefer Termin noch der höchsten Entscheidung bedürfe, als beendet gelten, denn der Entwurf einer Zuschrift an die preußischen Regierungspräsidenten, der der Fixierung und Versendung harrt, trägt, wie verlautet, den amtlichen Vermerf:" Betrifft Reichstagswahlen Januar 1912." Gut, mein Kind, aber vorher mußt Du mir einen Augenblick Gehör schenken," entgegnete Frau Haideck, " Waldenberg hat mir beute geschrieben und fragt, ob er herkommen darf?" Gewiß, tebe Mutter, warum sollte er uns nicht besuchen?" Es lag etwas Hartes fit der Stimme, Karlas Fleiner Fuß flopste ungeduldig den Kies. " Hast Du es Dir überlegt, daß dieses Entgegen. Tommen Waldenberg zu Hoffnungen berechtigt? Er Itebt Dich, Karla." Ueber die Festlegung des Osterfestes wird, wie der „ Schles. Volksztg." aus Berlin berichtet wird, vom Reichskanzler im Winter mit Rom verhandelt werden. Das Blatt schreibt:„ Man rechnet damit, daß der Papst, der manche Feiertage abgeschafft habe, auch diesem Wunsche freundlich gegenübertreten werde." " Kann ich dafür, Mutter? Den ganzen Winter waren wir in Meran zusammen, ich hielt ihn für zu trant, um gefährlich zu werden!" Der Deutsche Katholikentag in Mainz ist am Donnerstag geschlossen worden. Vormittags fand unter dem Vorsitz des Grafen Galen die vierte und letzte geschlos= sene Generalversammlung statt. Auf der Tagesordnung stand zunächst eine Reihe von Anträgen, die die Mäßigkeitsfrage, die Schundliteratur usw. betrafen. Die Anträge gelangten einstimmig zur Annahme. Zum Schluß der Versammlung wurde das Zentralfomitee neu organisiert. An Stelle des ausscheidenden Reichstags- und Landtagsabgeordneten Herold wurde Graf Galen und an Stelle des Prälaten Hütskamp( Münster) Graf Schönburg- Glauchau- Wetsenburg gewählt. Jst er es Dir geworden, Itebes Kind?" " Quäle mich nicht, Mutter!" rief Frau Uchatscheff angeduldig. " Er schreibt, daß er ganz hergestellt ist." " So lade ihn ein, ich glaube, Du täuschest Dich, Waldenberg denkt nicht an mich." Hier ist ein Brief von Tante Thekla, nimm thn mit; Alfred siedelt von Petersburg nach Berlin über als Leiter einer Nervenklinik." 750, und schreibt seine Mutter nichts von seiner „ Mit wem?" fragte Frant Hatdeck erstaunt. - Verlobung?" Die feldgrane Farbe beim preußischen Heere. Wie eine Berliner Korrespondenz meldet, geht die preußische Armeeverwaltung noch einen Schritt weiter, um alles der einheitlichen feldgrauen Farbe anzupassen. E8 wird nun auch das graubraune Segeltuch der Biwakzelte durch einen feldgrauen Stoff ersetzt werden. Diese Maßnahme ist insofern von großer Wichtigkeit, als ge= rade die dunkle Farbe der Zelte ein gutes Zielobjekt bot. Kleine Nachrichten. Dienstrevolver für die Berliner Schußlente. Das Bolizeipräfidium in Berlin hat der Rheinischen Metall warenfabrik einen Auftrag von Lieferung von fünftau send Dienstrevolvern gegeben. Der Auftrag ist durch die Abteilung Sömmerda bereits ausgeführt worden. Ueber die Krankheit des Papstes melden römische Blätter: Die Urinuntersuchung ergab, daß der Papst nicht nur an Gicht, sondern auch an den Nieren leidet, Der Puls ist sehr schwach. Bei dem hohen Alter des Patienten ist der Vatikan in ernster Sorge. Dreitausend Elektromonteure von Groß- Berlin, die im deutschen Metallarbeiterverband organisiert sind, haben beschlossen, in eine Lohnbewegung einzu freten. Scharfe Maßnahmen des französischen Kriegsministers. Infolge des jüngsten kriegsministeriellen Rundschreibens, wonach alle höheren französischen Of= fiziere, namentlich die von zweifelhafter förperlicher Eignung, an den bevorstehenden großen Manövern teilnehmen sollen, fühlte sich eine größere Anzahl Generale veranlaßt, Urlaub einzureichen oder sonstige Gründe geltend zu machen, um von den Manövern fernbleiben zu können. Die Gesuche wurden durchweg abgelehnt. Der Minister ist entschlossen, alle höheren Offiziere an den Manövern tellnehmen zu lassen, um sie auf thre Tauglichkeit zu untersuchen. Die englische Verfassungskrisis ist beendet. Im Oberhause erklärte sich gestern Lord Roseberry.im letzten Augenblick bereit, die Regierung zu unterstützen. Das Oberhaus hat die Parlamentsbill mit 131 gegen 114 Stimmen angenommen. Durch diese Schwenkung der Lords ist der Verfassungskonflikt belgelegt. Auf einer Studienfahrt durch Deutschland trafen die Bürgermeister ungarischer Städte, etwa 120 Per fonen, zum Besuch der Hygieneausstellung und ver schiedener fommunaler Einrichtungen in Dresden ein. Beim Ererzieren vom Sißschlag betroffen wurde in Minden ein zur Uebung bei der 6. Kompanie des dortigen Infanterieregiments eingezogener Gefreiter, der Lehrer Witte. Er starb bald darauf. „ Ach so, Du weißt es nicht, Evchen schrieb mir, daß er in Petersburg oft im Hause Herrn von Rapps set und daß dessen Tochter ein reizendes Mädchen ist, der Alfred den Hof macht." " Ich habe nichts davon gehört, Karla." Dem fi hurzer ben anftoß Albertr in fur beigee Marin Admir fonnte das 5 Fener ben in möglic ber au Καποδι legung filr we men b Hegel lofen andern gepäd bas S Mart D fabrede das D Auf dem beimge SHO Milla arbeite liner faft El alles und a Nächte runter Babno serftre Frister ringite gebeur At fit es ftantin fibrer Mittei tellten türkisch Räube Gegen die drohende Futternot werden in Bayern bereits Maßnahmen getroffen. Das bayerische Ministerium des Innern hat den landwirtschaftlichen Kreisausschüssen Mittel zur Verfügung gestellt, um bedftrf= tigen Landwirten Zuschüsse zum Ankauf von Saatgut für Grünfutterpflanzen zu gewähren. Diebe auf einem Truppenübungsplass. Truppenübungsplatz bet JBehoe wurden einer größeren Anzahl Offizieren aus den Offiziersbaracen die Offtzierarmeegläser, darunter solche im Werte von über 1000 Mart, geffohlen. Von den Dieben fehlt noch jede Spur. Ein Tiroler Dorf niedergebrannt. Lusern in Südtirol, das letzte deutsche Dorf auf der Vielgerenter Hochebene, ist bei starkem Winde gänzlich niederge brannt. Das Feuer brach am Nachmittag aus und äscherte 700 Häufer ein, darunter auch die deutsche Schut Ie, das Bostamt, beide Gasthäuser und die Spitzenkloppelschule. Das Elend ist groß. Frau Uchatscheff steckte den Brief in die Tasche und entfernte sich mit ihrem Knaben. Sett awet Jahren war Karla Witwe, ihr unglücklicher Mann wurde frither als man glaubte, von seinem Leiden erlöst; eine Brustfellentzündung trat hinzu und machte seinem Leben ein Ende. Seine Frau reiste nach Petersburg zur Beerdigung, fie fonnte Gott nur danken, daß er es so gnädig gewendet hatte. Alles Tribe aus ihrer Ehe war wie weggewischt, sie erinnerte sich nur noch der lichten Stunden; was sie oft für Ausbrüche von Laune und Heftigkeit gehalten hatte, war schon der Anfang der Krankheit gewesen. Der Tod sühnt und gleicht aus, Karla fühlte aufrichtige Trauer, sie wurde aber gemildert durch die Freundschaft und Fürsorge dessen, der thr in dem letzten Jahr zur Seite gestanden, der nicht allein als Arzt, weit mehr als treuergebener Mensch, auf den sie sich in ihrem Leide stützte, und der ihr mit Rat und Tat diente. Aus den Gerichtssälen. Brandstiftung durch ein Spielzeug. Wegen fahrlässiger Brandstiftung hatte sich fürzlich ein Lehrer in der Provinz Posen zu verantworten, der zurBelehrung und Belustigung seiner Schüler einen fleinen Luftballon hatte aufsteigen lassen, an dem unten brennende Watte befestigt war. Während des Versuchs sprang der Wind plötzlich um und trieb den Ballon auf ein Strohdach. Es brannten fünf Gebäude ab. Sowohl das Schöffengericht als auch die Straffammer erkannten auf Freisprechung des Angeklagten, da er die im Verkehr übliche Sorgfalt" angewandt habe. Er fonnte nämlich zum Glück beweisen, daß er vorher die Windrichtung geprüft habe und mit dem Versuche vertraut gewesen set, der ihm schon verschiedentlich gelungen. Da in ähnlichen Fällen auch sehr leicht ein Schuldig" aus sprochen werden kann, wird es sich empfehlen, dieses weitverbreitete Spielzeug in der angegebenen Weise Iteber doch nicht zu benußen, denn auch in unbewohnten Gegenden kann ein Brand in Wäldern u. dgl. verur sacht werden. Der Briefwechsel zwischen Alfred Grotenbach und Karla Uchatscheff wurde noch eine zeitlang fortgesetzt, dann stockte er und hörte schließlich auf. Jetzt, wo Karla fret war, wollte sie nicht mehr dem jungen Arzt schrei ben; ein Gefühl scheuer Zurückhaltung machte es ihr unmöglich, als echtes Wetb bebte sie davor, allzusehr entgegenzukommen. Ste braucht mich nicht mehr," dachte Grotenbach bitter,„ darum siebt sie eine Schranke zwischen uns. Fürchtet sie, daß ich mich thr aufdrängen fönnte?" Sein Stolz bäumte sich gegen diesen Gedanken, er litt namenlos darunter. Was er sich nicht eingestehen wollte, als Uchatscheff lebte und von ihm behandelt wurde, regte sich jetzt im Herzen des pflichttreuen, ernVermischtes. Unentgeltliche Feuerbestattung. Die erste deutsche Gemeinde, welche die Feuerbestattung unentgeltlich ge währt, ist Offenbach. Der Friedhofsausschuß des dortigen Stadtverordnetenkollegiums beschloß einstimmig, auf Ersuchen der Einheimischen Feuerbestattungen in dem dortigen Krematorium unentgeltlich vorzunehmen. Borbedingung ist nur, daß ein Normalfarg beschafft wird, der etwa 30 mart fostetet. Zugleich wurde beschlossen, einen noch billigeren Normalfarg zur Feuerbes stattung zuzulassen. Auch in anderen Gemeinden, die ein Krematorium besißen, geht man mit dem Plane um, der ärmeren Einwohnerschaft freie Feuerbestattung zu gewähren. In den Hitzetagen beinahe erfroren. Ein Fleischermeister in Paderborn schickte seinen Gesellen abends ziemlich spät in das städtische Kühlhaus, um Waren von dort zu holen. Die Anwesenheit des Gefellen muß dem Personal unbekannt geblieben sein, denn das Kühlhaus wurde geschlossen und der ganz leicht gekleidete junge Mensch blieb darin zurüc. Erst als er nachts nicht heimkehrte, fam man auf den Gedanken, daß er sich im Kühlraum befinde und befreite ihn. Er war vor Kälte schon halb erstarrt und wäre erfroren, hätte seine Ge fangenschaft noch länger gedauert. Ein großer Brand auf Helgoland wiitete gestern morgen zwischen 3 und 4 Uhr auf dem dortigen Unter Jande. Dem Feuer fielen die Bäckerei von Ellers und das danebenliegende Hotel„ Berliner Sof" zum Opfer. Das Feuer brach in einem alten Backofen der Bäderet aus und griff auf das Hauptgebäude der Bäckerei, in sten Mannes; er wußte, daß sie fret war und daß er mit einem höheren Gefühl als dem der Freundschaft an sie dachte. Gerade ihre fühle Zurückhaltung im ersten Jahre ihrer Witwenschaft hatte es thm flar gemacht. Nun wohl, Grotenbach wollte seine Liebe überwinden, niemand durfte darum wissen; er band sich noch für längere Zeit in Petersburg und suchte in angestrengter Arbeit zu vergessen. Karlas Kind war jetzt ein gesunder, blühender Junge geworden; sie selbst sah frisch und wohl aus, thre Schönheit wurde dadurch noch gehoben; das ernste, edle Gesicht mit den sinnenden, braunen Augen war anziehender als je. Jetzt schten ihr die Vergangenheit so weit, so weit, aber ein helles Licht lag über den dunklen Tagen, das Bild des Mannes, der ihr einst Stütze und Freund gewesen, Iieß sich nicht verwischen. Trobig warf Karla den stolzen Kopf in den Nacken. Ich muß vergessen," dachte fie,„ bald ist er mit Fräulein von Rapp verlobt. Da Eva es auch zu glauben scheint, muß es wohl wahr sein." Karla schritt unter den welt überhängenden Buchen am Strande von Saßnitz weiter und weiter, thr Söhnchen lief voran. " Mutter, Hier sind so hübsche, bunte Steinchen!" rief Nicolat, hier wollen wir bleiben." Gut, mein Junge, spiele nur, ich setze mich so lange auf die Bank." Der Tag war sonnenlos; grau und still Tag das Meer da, etwas unendlich Schwermütiges hielt alles gefangen; Karla war so eigen zumute, so weich und sehnsüchtig, so hoffnung8108. Wenn man erst Mitte der Zwanzig ist, fällt es schwer, an das ganze, lange Leben zu denken und sich zu sagen: „ Mein Frühling ging zur Rüste, Ich weiß es wohl warum, Die Lippe, die mich küßte, Ist worden falt und stumm." von S Verba männe taufen ift auf Vizeko Hichen ten flb gierun läufig erfchwe Grenz gemach D in den den, di Die L beschäf holen. nötige desball worder wäffer nach de ftattert fungen Be hängnt einem jungen und d mit no Währe gegenti derte t fam B tertopf finnun eine fo erlitter den A tenhau D tommt Mam freiwi ganze G ben J bem S στάσει waltet Thekla Ing d Glides fit im und alles Au To tref dienen ebenso werde Hich n ruben. 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Tropig " Ich muß uletn von Detnt, muß Den Buchen thr Söhn Steinchen!" ch so lange u und still ttiges hielt , fo weid man erfi das ganze Bem fich gleichzeitig ein Logterhaus befindet, über. In furzer Belt ftand das Haus in hellen Flammen. Durch ben Wind wurde das Feuer auf eine an die Bäckerei anstoßende Holzveranda des Hotels" Berliner Hof" übertragen, und das vollständig trockene Holz wurde in furzer Zeit ein Raub der Flammen. Die sofort herbeigeeilte Feuerwehr von Helgoland und 200 Mann der Marinestation, die unter Lettung des Kommandanten Admiral Schröder an den Rettungsarbeiten teilnahmen, fonnten bei dem flotten Winde es nicht verhindern, daß das Hotel bis auf den Keller niederbrannte. Da das Feuer im Parterreraum der Bäckerei ausbrach, war es ben im oberen Stockwerk schlafenden Bewonnern nicht möglich, sich über die Treppe zu retten. Sie mußten daher aus den Fenstern springen. Hierbei stürzte ein Hausdiener so unglücklich, daß er eine schwere Ver= legung am Rückgrat erlitt. Eine Handelsfrau Deck, die für wenige Tage in dem Logterhaus Quartier genom men hatte, brach ein Bein, während der Reisende Paul Regel einen Bruch des Handgelenks erfitt. Die obdachIosen Gäste des Hotels wurden von der Kurverwaltung anderweitig untergebracht und, da sie zumeist ihr Reisegepäck verloren haben, neu equiptert. Der Schaden, den bas Feuer verursacht hat, wird auf mehr als 100 000 Mark geschätzt. Die Rattenplage von Bökow. Von einer in erschreckendem Maße zunehmenden Rattenplage werden das Dorf Bößow bei Berlin und dessen Nachbarorte helmgesucht. Bei Bötzow befinden sich die sogenannten " Mulberge", auf denen ein großer Teil der Berliner Müllabfälle ausgeschüttet, sortiert und zum Teil verarbeitet wird. Die seit etlichen Jahren von einer Ber= Itner Privatgesellschaft ausgeführten Schüttungen haben fast fleine Gebirge erstehen lassen, und auf diesen findet alles Ungeziefer, besonders die Ratten die mithelofeste in den warmen und ausgiebigste Nahrung. Jeßt ,. Nächten kann man beobachten, wie ganze Heere- da= runter Exemplare von Kaninchengröße über die Bahndämme, wandern" und sich über die Umgegend zerstreuen. Trotz der bekannten Gefahren, die dte Existenz diefer Tiere in sich birgt, geschieht nicht das geringste zur Ausrottung oder Bekämpfung dieser ungeheuren Maffen von Ratten. Auf den Spuren des Ingenieurs Richter. Endlich ist es nach einer Meldung der rfft. 3tg." aus Kon stantinopel gelungen, eine Verbindung mit den Entführern des Ingenieurs Richter herzustellen. Nach den Mitteilungen des türkischen Unterhändlers in Kosana tellten sich die Räuber in zwei Gruppen, deren eine auf türkischem, die andere auf griechischem Gebiet weilt. Der Räuber Sterio bewacht Richter an einem vier Stunden von Kosana entfernten Ort. Augenblicklich schweben Verhandlungen über die Annahme des von Vertrauensmännern angebotenen Lösegeldes in Höhe von viertausend Pfund. Das zögernde Verhalten der Räuber tst auf die falsche Annahme zurückzuführen, der deutsche Vizekonsul befinde sich in Glassona, um mit den türttschen Truppen die Verfolgung zu betreiben. Nachrichten über Richters Befinden fehlen. Die türkische Regierung hat Anweisung gegeben, die Verfolgungen vorläufig ganz aufzugeben, um die Verständigung nicht zu erschweren. Es besteht die Meinung, daß die griechischen Grenzoffiziere mit den Entführern gemeinsame Sache gemacht haben. Der Wassermangel infolge der tropischen Size ist in den Höhenlagen der Eifel zu einer Kalamität gewor den, die geradezu gesundheitsgefährlich zu werden droht. Die Landbewohner, die zurzett vollauf mit der Ernte beschäftigt sind, milfsen das Wasser stundenweit herholen. Aermeren Leuten ist es nicht möglich, sich das nötige Wasser zu beschaffen. Von Gemeinde wegen ist deshalb ein besonderer Wassertransport organisiert worden. Man entnimmt das Wasser oft stehenden Gewässern und Bächen. Es treten vielfach Krankheiten nach dem Genuß auf, obwohl Typhus bisher nicht konstattert worden ist. Es dürften aber schwere Erkranfungen nicht ausbleiben. Beim Ringkampf schwer vernnolückt. Einen verhängnisvollen Ausgana nabm ein Ringkampf, der in einem Restaurant in Reinickendorf bet Berlin von zwet jungen Leuten improvisiert wurde. Der Arbeiter Bader und der Maurer Nelder aus Berlin hatten sich dort mit noch anderen Gästen über Ringkämpfe unterhalten. Während des Gesprächs rühmte fich B. feinem Freunde gegenüber seiner förperlichen Ueberlegenheit und forderte ihn schließlich zu einem Ringkampf heraus. Dabet fam Bader so unglücklich zu Fall, daß er mit dem Hinterkopf auf die Kante, eines Ttfches aufschlug und besinnungslos zu Boden sank. Der Verunglückte, der eine schwere Kopfwunde und eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, erhielt von einem in der Nähe wohnenden Arzt Notverbände und wurde dann nach dem Kranfenhaus überführt. Der Mann der hundert Wunden". Von Amerika tommt die Nachricht des Todes William Laidlaws, des „ Mannes der hundert Wunden". Laidlaw war der unfreiwillige Held eines Ereignisses, das seinerzeit die ganze Welt in Aufreanna fette. Im Dezember 1891 Erst nach längerer Zeit dachte Frau Uchatscheff an den Brief, den ihre Mutter ihr gab; sie las: ,, Meine liebe Anna!. Ich schreibe Dir aus Hannover, aus Evas retzendem Heim. Hammer hat sich außerhalb der Stadt etn prächtiges Haus gekauft, umgeben von Gärten; Evchen waltet darin als liebliche Herrin. Ihr Töchterchen, das Thekla heißt, gedeiht gut und ist der besondere LiebIing der Großmama. Ich freue mich alle Tage des Glückes dieser harmonischen Ehe; reges geistiges Leben ist im Hause meines Schwiegersohnes vertreten. Eva und Benno haben dieselben Interessen und besprechen alles miteinander, es sind beides Dichternaturen. Auch Klara und Rosen passen in anderer Art ebenso trefflich zusammen; ein zweiter Sohn ist in Lachsdienen geboren. Meinen beiden Jüngsten geht es gut, ebenso Lina, dte jetzt die Pension fast allein lettet; ich werde alt, meine Anna, der Körper ist nicht mehr elastisch wie in der Jugendzett, da tut es wohl, auszuruhen. Mein Alfred hat sich in Petersburg Ruhm und Vermögen erworben; er siedelt aber demnächst nach Berlin über, wo er die große Nervenanstalt des Professors 3. übernimmt. Ich bin darüber sehr glücklich." Es folgten Erkundigungen nach Karla und ihrem Kinde und mit herzlichen Grüßen schloß der Brief. Karla faltete Frau Grotenbachs Schreiben zusamtmen, dann saß sie lange regungslos da. Etn matter Sonnenstrahl brach durch die grauen Wolfen, aber bald schoben sie sich wieder zusammen. Frau Uchalscheff seufzte, sie erhob sich und rief ihren Sohn, langsam gin= gen sie nach Strandhof zurück. Im Juni war Tante Annas Haus wieder voll befett. Auch Hammers tamen mit ihrer Kleinen, nach längerer Zeit sahen die Pflegeschwestern sich wieder. erhielt Ruffel Sage, der getzigste Millionär von ganz Amerika, den Besuch eines Anarchisten namens Norcroß, der eine große Summe Geldes verlangte. Als Sage zauderte, drohte Norcroß ihm, eine in einer Reisetasche mitgebrachte Bombe zur Explosion zu bringen. Sage fah sofort, daß mit seinem Besucher nicht zu spaßen war." So viel Geld habe ich nicht hier, aber ich werde meinen Buchhalter herbeirufen, um es zu holen," redete fich Sage heraus und drückte auf den elektrischen Knopf. Wenige Augenblicke später trat der Buchhalter Laidlaw in seines Chefs Privatbureau. Sage erfaßte den ahnungslosen Mann bei den Schultern und schob ihn wie ein Schild zwischen sich und Norcroß; dieser mochte sich wohl in einer Falle glauben, denn im nächsten Moment warf er die Reisetasche zu Boden. Ein fürchterlicher Krach! Unter den Ruinen fand man den über und über mit Wunden bedeckten Körper Laidlaws und daneben den vom Numpfe geriffenen Kopf des Anarchisten. Ruffel Sage war fast unverletzt geblieben. Es dauerte Lange, ehe Laidlaw von seinen zahlreichen Wunden genesen war. Vergebens waren alle seine Bitten an Sage um Unterstüßung. Da wurde der Millionär, der sich mit dem Leibe feines Buchhalters geschützt hatte, von diesem auf Schadenersatz verflaat; aber der Fall war so etgenartta, daß das Gefen feine Abhilfe bieten konnte. Trotzdem sprachen die Geschworenen Loidlam 160 000 Mark Schadenersatz zu. ber ein höheres Gericht ver marf das Urteil wieder. Laidlaw Fränkelte und fiechte dabin. Sage starb vor ihm und hinterltek feine MilItonen feiner Fraut, die indeffen auch nichts für das Onfer threa Gatten tot! Laidlaw tft in aroßer Armitt dahin geschieden. Er hinterläßt eine Witwe und einen Sohn. Wieber ein neuer amet. Schott mieder ist ett neuer Komet. 1911 genannt. entdeckt morden. Nach einer vorläufigen Bahnhoftimmune findet feine orikte Connennähe int Monemher statt. n hitte. mte Mrna feffor Berherich in der Naturmiffenschaftlichen Bunde fchon", mitteilt. der Comet in ofinftiner Steluta schont im Sentember mit Fretem ne fichthar felt und viel= Yetcht fogar ein.ornber nmet" morden. Der Automobilunfall des Brinzon Heinrich. Das Automobil des Prinzen Seinrich von BreitBen. in dem sich der Prinz. fein hlutant Corvettenfapitän von Usedom und ein Chauffeur befanden. Ist am Mittwoch vormittag in der Nähe des oldenburgt= fchen Städtchens Gloppenburg verunalitet. Das Fahrzeua fuhr gegen einen Baum, wobei der Chauffeur einen Schädelbruch erfitt, während Kavitän von 1fedom mur leichte Verletzungen davontrug und Prinz Heinrich selbst fast unverletzt blieb. Ueber den Unfall werden heute folgende Einzelbetten gemeldet: Gegen 10 Uhr brach auf der Chauffee nach Cloppenburg die Lenkstange des vom Prinzen selbst gesteiterten Automobils in dem Moment, als er einem anberen Automobil ausweichen wollte. Sterdurch wurde das Fahrzeug steuerlos, schlug mit dem rechten Hinterrad an eine Birke und landete schließlich, ohne sich zut überschlagen, fenſetts des Chauffeegrabens. Der Adjutant des Brinzen, Korvettenfapitän von Usedom, sowie der Chauffeur Hars wurden aus dem Wagen ges fchlendert. Während ersterer nur leichter verletzt wurde, erlitt der Chauffeur einen Schädelbruch. Der Prinz tam mit unbedentenden Hantabschürfunaen davon, abgefehen davon, daß seine letoung Defefte erlitt. Der. vordere Tell des Automobils ist völlig zertrum= mert. Ein Automobil, in dem ein Dr. Oskar TropTomis aus Hamburg zufällig vorüberkam, fuhr auf Bitten des Prinzen nach Cloppenburg, um von dort ärztliche Hilfe zu holen. Der Prinz blieb bei dem verwun deten Chauffeur und leistete ihm die erste Hilfe. Aus der Umgebung stellten Hilfsberette Personen ein Gesvann zum Transport des Chauffeurs zur Verfügung. 11m 1 11hr 30 Minuten wurde der Schwerverlette ins Gloppenburger Krankenbaus eingeliefert. Der Prinz blieb vorläufta in Cloppenburg. Abends zwischen 9 und 10 Uhr traf auch Brinzeffin Heinrich von Preußen von tel fommend, mtt Automobil in Cloppenburg ein. Die Aerzte hoffen, den Chauffeur am Leben zu erhalten. Er ist noch bewußtlos. Drahtnachrichten und neuestes. Der Kaiser auf dem Großen Sande bet Mainz. Mainz, 11. August. Der Katser traf von Wilhelmshöhe tommend heute früh 6 1hr an der Wärterbude 39 der Strecke Mainz- zen ein. Nach Begrüßung des Großherzogs und der Großherzogin von Heffen sttea der Kaiser zu Pferde und begab sich nach dem Großen Sande. wo er eine Truppenübung abhtelt. Die Uebung war um 7% Uhr beendet. Nach einem Parademarsch setten sich der Kaiser und der Großherzog an die Spize der Fahnenkompante und führten diese zum Großherzoglichen Schloffe. Das Befinder les Basites sehr ernit. Rom, 11. August. Vita" meldet, daß der ZuWie schön ist es bei Dir, Tante Anna," sagle Eva, , ich wollte Dir doch mein Töchterchen zeigen; tst fte nicht Iteb? Aber warum ist Karla so seltsam, oft steht ste traurig aus, dann zwingt sie sich wieder, lustig zu sein. Hat sie etwas, was sie quält?" Frau Grotenbach ahnte den Grund mit dem zärtlichen Mutterherzen, aber sie vermied es, darein zu reden. Waldenberg, der auch eines Tages in Strandhof erfchten, fah fest wohler aus; er war etn stattlicher Vierziger, früh verwitwet und besaß in Mecklenburg schöne Gitter. Im häufigen Zusammensein mit Frau Uchatscheff hatte er sie lieben gelernt, er sehnte sich wieder nach einer glücklichen Häuslichkeit und war ent= schlossen, um die Hand Karlas anzuhalten. Wennt er nur gewußt hätte, ob er hoffen durfte? Das Betragen der jungen Witwe war sehr wechselnd, bald freundlich und hetter, dann aber wieder tatt und gleichait!! ig, oft umflorte sich ihr Auge und sie versant in Schweigen, und doch lag feine Spur von Gefallsucht in Karlas Wesen. Wird es mir glücken, ihr Herz zu erobern?" Mit dieser Frage kam Waldenberg nach Rügen, er wollte vorher prüfen, ehe er das entscheidende Wort wagte. unerwartet traf Dr. Alfred Grotenbach etnes Tages ein. Er öffnete die Gartenpforte zu„ Tante Annas" gastlichem Hause, wo man immer willkommen war. Helles Lachen und fröhliche Stimmen schlugen an setit Ohr; die junge Gesellschaft spielte Luftfegei; Alfred hatte die weiße, schlanke Frauengestalt Karias sogleich erlannt. Wer war aber der stattliche Mamu neben ihr, mit dem fie lebhaft sprach? Instinktiv fühlte Alfred, daß es ein Bewerber um thre Gunst sei. Frau Haideck fah Grotenbach zuerst und begrüßte ihn. ,, Guten Abend, gnädige Frau," sagte der junge Arzt i unb verneigte sich sehr tief vor Karla. Ste wurde sehr stand des Papstes sich gestern abend verschlimmert habe. Der Papst habe auch einen Ohnmachtsanfall gehabt und der Leibarzt, der ständig bet ihm set, soll ihm eine Ein sprigung gemacht haben. Die Nacht verbrachte der Papst ruhig. Die„ Schwaben“ und„ Parseval 1" Friedrichshafen, 11. Auguſt. Das Luftschiff " Schwaben" unter Führung Dr.Erfeners ist heute frith 6,35 Uhr mit neun Passagieren an Bord zur Fahrt nach Frankfurt aufgestiegen. Um 9,05 Uhr schwebte das Luftschiff über Frankfurt und wandte sich dem Taunus zu. Nach einer furzen Schleifenfahrt über dem Taunus nahm die Schwaben" die Richtung nach dem Frant furter Luftschiffhallenplay, wo fie um 10% uhr glatt landete. Nach einstündigem Aufenthalt stieg das Luftschiff zur Fahrt nach Wiesbaden auf. Mainz, 11. August. Das Luftschiff„ Parseval 1", das in der Nacht von Metz abgefahren war, erschien um 9,20 Uhr über Mainz, als die Parade vor dem Kaiser bereits feendet war und die Truppen zur Stadt marschierten Das Luftschiff manövrierte darauf über dem Schloß und landete dann mit Hilfe des Eisenbahntregiments hinter dem Krematorium. Kleinbahn und Automobil. München, 11. August. Bet Türkheim in Schwaben wurde das Automobil des Kunstradfahrers Georg Bock aus Neubrandenburg beim Kreuzen der BahnIinte von einem Zuge der Wörrishofener Lokalbahn erfaßt und umgeworfen. Bock, der den Wagen selbst steuerte, und seine Frau wurden in weitem Bogen her= ausgeschleudert. Die Frau wurde tödlich verletzt, der Mann fam ohne Schaden davon, ebenso das zwetfährige Kind, das hell unter dem umgestürzten Wagen lag. Berliner Getreides und Schlachtviehmarkt. Die am 9. August zu Ende gegangene Berichtswoche hat in ihrer zweiten Hälfte wiederum eine scharfe Aufwärtsbewegung auf dem Getreidemarkte gebracht. Im Auslande stiegen die Weizennotierungen hauptsächlich infolge der Preissteigerung in Rußland, dessen Erport in den letzten Jahren ausschlaggebend für die Gestaltung am internationalen Weizenmarkte geworden ist. Als weitere Motive wirkten an den internationalen Märkten auf Weizen preissteigernd Meldungen über erhebliche Schädigungen der Frühjahrsweizenernte in den Vereinigten Staaten von Amerifa und Kanada durch den schwarzen Rost sowie Gefährdung der indischen Reisernte durch Dürre. Am Berliner Markte mußte man sich natürlich dem Beispiele des Auslandes anschließen, zumal auch die heimischen Verhältnisse genugsam einer Preiserhöhung förderlich sind. Zwar war das Angebot an Inlandsware infolge der frithen Ernte ziemlich reichlich, aber wegen der durch den niedrigen Wasserstand start behinderten Schiffahrt waren die Händler zum Teil außer Stande Ware rechtzeitig herbeizuschaffen, um früher eingegangene Lieferungsverpflichtungen zu erfüllen. Sie waren daher vtelfach zu anztebenden Preisen zu Deckungen gezwungen. Die hauptsächlich treibende Kraft war aber die infolge der noch immer unvermindert andauernden Hitze drohende Mißernte in Kartoffeln und die Gewißbett eines bevorstehenden Mangels an Futtermitteln. Der unter folchen Umständen steigende Verbrauch an Brotgetreide erklärt zur Genüae die beträchtliche Erhöhung der Notierungen für Brotfrucht. Für Lieferung int September stellten sich die Preise: Weizen 204,75 M, Roggen 171,75 M, Safer 168,75 M. Mais 154,00 M Preise des städttschen SchlachtvtehMarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästele, höchsten Schlachtwertes, ungefocht 81-84 M., 6) junge, fleischtge, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76-82 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 70-72 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 73-80 M, 6) vollfleischige jüngere 70-76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64-68 M. 3. Färsen und ühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bts- M., b) vollfletschige ausgemästete ühe, höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 63-70 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 62-65 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 57-60 M., e) gering genährte Kühe und Färfen bis 61 M. f) gering genährtes Jungvieh( resfer) M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 93-129 M., 6) feine Mastfälber 97-103 M. c) mittlere Mast- und beste Saugkälber 83-95 M., d) geringere Mast- und aute Saugfälber 75-84 M. e) geringe Saugfälber 55-73 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und füngere Masthammel 76-84 M., b) ältere Masthammel, ge= ringere Mastlämmer und aut genährte iunge Schafe 68 bis 74 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 53 618 70 M. 6. Schweine: a) Fettschmeine über 3 Bentner Lebendgewicht 59 M., 6) vollfleischige Schweine 240 b13 300 Pfund 58-59 M., c) vollfleischige 200-240 Pfund 58-60 M., d) vollfleischige Schweine 160-200 Pfund 56-59 M., e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 55-56 M., f) Sauten 51-53 M. blaß und lehnte sich gegen einen Baum, thre Hand ruhte flüchtig in der seinen und sie sagte einige Höfliche Worte; dann stellte sie Waldenberg und Grotenbach einander vor. Heimlich beobachtete Alfred Frau Uchatscheff, wäh= rend er mit den Nichtspielenden plauderte. ,, Ste ist noch schöner geworden," dachte er ,,, nur hat fie einen trotzigen Ausdruck um den Mund, der früher nicht da war." Karla redete Grotenbach nicht an, sie schien nur für Waldenberg Auge und Ohr zu haben, und als die Partte beendet war, entfernte sie sich mit ihrem Verehrer, denn daß er es war, verrtet sein ganzes Auftreten, dte Bewunderung in seinem Gesicht. Spät abends erst fand Alfred Gelegenheit, fich Frau Uchatscheff zu nähern; sie erschrat, als sie aus der Villa Petersburg tretend, von ihm angeredet wurde. Hatte er auf sie gewartet? „ Darf ich mich Ihnen anschließen, gnädige Frau?" fragte der junge Arzt. Ein dumpfes Grollen lag in seiner Stimme. Bitte," verfeste Starla etfig. Sie schritten nebeneinander durch die Rosenpracht des Gartens; etn süßer, schwerer Duft steg aus den Blumenfelchen empor, wie ein Zauber wehte es um ste. Endlich brach Alfred das beklemmende Schweigen. „ Es geht Nicolat gut?" fragte er. " Ja, Herr Doktor, er tst frisch und gesund gewor= den." „ Und wie befinden Sie sich, gnädige Frau?" O, mir fehlt nichts!" „ Das freut mich." ( Fortsetzung folgt.) Selbstunterrichts- Werke verbunden Methode Rustin mit brief. Fernunterricht, 1. Der wissenschaftlich gebildete Mann. 2. Der gebildete Kaufmann. 3. Der Bankbeamte. 4. Das Gymnasium 5. Das Realgymnasium. 6. Die Oberrealschule. 7. Das Abiturienten- Examen. 8. Die höhere Mädchenschule. 9. Die Handelsschule. 10. Die Mittelschullehrerprüfung 11. Einjährig- Freiwilligen- Prüfung. 12. Der Präparand. 13. Dar Militäranwärter. 14. Die Studienanstalt. 15. Das Lehrerinnen Seminar. 16. Das Lyzeum oder Höhere Lehrerinnen- Seminar Das Konservatorium. Glänz. Restaurant Windhof. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit:: Täglich frisch Kaffeegebäck:: Schlitzer Auerhahnbräu, hell 10 Ltr. 10 Pfg., dunkel 3/10 Ltr. 12 Pfg.:: Schattig. Garten: Herrliche Turmaussicht. Korporationen und Vereinen grosse u. kleine:: Säle zur Verfügung. Auto- Garage und Pferdeställe. Kohlheyer. 297/1 - - Erfolge. Grosse Sammlung von Rank- und Anerkennungs- Hotel- Rest. Zur Billtalhöhe", Königstein i. T schreiben kostenlos. Vorzüglicher Ersatz für den Unterrichten wissenschaftlichen Lehranstalten, der bis ins kleinste nachgeamt ist. Schnelle. gründliche und sichere Vorbereitung auf Prüfungen. Ersparnis der hohen Kosten für den Schul- und Fachunterricht. 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" " " " " " Philipp Heinrich Keßler, Weißbinder in Steinbach, mit Katharine Volf in Gießen, Buseck. Theodor Jochim, Geometergehilfe in Schotten, mit Elisabeth Römer in Gießen. 9. Karl Robert Geiler, Kaufmann in Gießen, mit Erdmuthe Anna Badhaus in Havelberg. Dr. Emil Steinreich, praft. Arzt. mit Toni Friedberger, beide is Gießen. 10. Reinhardt Görnert, Schachtmeister in Lich, mit Anna Judt in Königsberg. Eheschließungen. Aug. 5. Johannes Hahn, Fuhrmann, mit Elisabethe " " " Werner, geb. Naumann, beide in Gießen. Karl Kreuzburg, Eisendreher, mit Lina Heinz, beide in Gießen, 9. Heinrich Rausch, Meggermeister und Wirt, Aug. 7. " 9. " " mit Maria Noll, beide in Gießen. Gestorbene. Anna Martha Johanna Trechsler, 2 Jahre alt. Marie Haberkorn, 75 Jahre alt. Karoline Hermes, geb. Keil, 71 Jahre alt. 10. Elifabethe Stlös, geb. Albohn, 68 Jahre alt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 13. Aug., 9. nach Trinitatis. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vorm. 9% Uhr: Professor D. Ed. Nächstkünftigen Sonntag, den 20. Aug., findet im Hauptgottesdienst Beichte und hl. Abendmahl für die Mathäus und Markusgemeinde statt.( Anmeldungen für beide Gemeinden im Pfarrhaus Kirchstraße 1 erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lufasgemeinde. Vorm. 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Nächstkünftigen Sonntag, den 20. Aug., findet im Hauptgottesdienst Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas und Johannesgemeinde statt. Anmeldung für beide Gemeinden im Pfarrhaus Südanlage 8 erbeten. Die Amtsgeschäfte der Lufasgemeinde übernimmt in der Zeit vom 9.- 31. August Pfarrassistent Schorlemmer( Wetzsteinstraße 38). Katholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 12. Auguft. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge legenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 13. August. 10. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. PROMETHEUS Edgar Borrmann, Giessen Telephon 165 Eisenwarenhandlung Neustadt 11 empfiehlt billig und preiswert Gaskocher, Spiritusgaskocher, Petroleumkocher, Gasbügeleisen, Spiritusbügeleisen, Bügelplättchen, Bügelbretter, Wasch-, Wring- u. Mangelmaschinen, Wäschetrockner, Eis- und Fliegenschränke, Fliegenglocken, Fliegenhänger, Treppenleitern, Primus- u. AluminiumKochgeschirre, sämtliche Angelgeräte u. Vogelzüchter Utensilien etc. etc. [ 255/1 Persil Wissen Sie schon, daß Persil Ihnen die Wäsche nicht nur von selbst wäscht, sondern daß es Ihnen die Wäsche auch schont und erhält? Wenn nicht, dann überzeugen Sie sich durch einen Versuch. Erhältlich nur in Original- Paketea. 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Welf - Illustrierte Rundschau Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen. Illustrierter Stadtanzeiger. Auf Korsika. Kein Inſelland im westlichen Teil des Mittelmeeres hat nicht viel Bemerkenswertes, ſo daß ein Tag für sie genügt, so alpine Landschaftsbilder aufzuweisen und ist, zumal für Deutsche, so leicht erreichbar, wie Korsika. Man muß für einen Besuch der Insel aber wenigstens 11-12 Tage ansetzen; ein Mehr an Zeit wird sicherlich keine Langeweile im Gefolge haben, denn die Insel, die gegen 300 km Eisenbahnlinien hat, ist so mannigfaltig und interessant, daß man sie wochenlang durchziehen kann und doch immer wieder neue Anregungen empfängt. In Bastia gibt es eine ausreichende Zahl guter Hotels. Die Stadt liegt sehr schön und malerisch, wenn auch die mächtigen Gebirge hier noch fern sind. Sehr originell ist die Altstadt mit ihren außerordentlich bunten und malerisch verwitterten Häusern, die sich im Althafen spiegeln. In den angrenzenden Gassenschlünden kann man Lebensbilder beobachten, die denen von Marseille oder Genua an Urwüchsigkeit nicht nachstehen. Sonst aber bietet die Stadt an sich Ein Bendettafreuz auf Korsika. und man dabei in den Nachmittagsstunden noch einen Spaziergang rund um Bastia auf der Straße nach St. Florent, auf der man eine paradiesisch üppige Pflanzenpracht schaut, unternehmen kann. In drei Stunden Bahnfahrt erreicht man Corte. Die Wagen der korsischen Bahnen sind noch ziemlich ursprünglich, daher empfiehlt sich nur die Benutzung der 1. bzw. 2. Bahnklasse. Schon auf der Fahrt Bastian- Corte genießt man einen wundervollen Einblick in die erstaunliche Üppigkeit der mit stark aromatischen Kräutern und Gestrüpp bedeckten Berghalden und die wundersam geformte Welt der dolomitenartig aufgebauten Bergkolosse, hier insbesondere den Monte San Pietro( 1766 m), Monte Padro( 2393 m), Monte Cinto( 2710 m) und den Corte am nächsten liegenden Monte Galgbello( 1952 m). Corte mit riesengroßem von kühner Zitadelle gekrönten Burgbügel, liegt außerordent lich malerisch am Rande wundervoller Hochgebirgstäler. Die Gassenmotive der am schroffen Hügel hinaufklimmenden Häuser der Altstadt samt den Ausblicken auf die gewaltigen Talschluchten des Tavignano, des Reſtonika usw. sind einzigartig. Das Begehen dieser Gassen gleicht halb einer Bergkrarelei, ist aber jedenfalls nicht zu unterlassen; vornehm lich Maler werden hier in hohes Entzücken geraten. Corte ist aber auch eine historische Stadt. Man zeigt u. a. die von Kugeln arg durchlöcherte Maison Gaffori, in welcher sich die Gattin des forsischen Kriegshelden Gaffori 1750 mit mehreren Blid auf Baftia. M apjai 1 элэ ' ag!' uso op- soot HAPEQ qun bag as a 8vQ " act bu qun qnqб бaдqaзa que pas ajao sva me muлoa ualla boa noз sabe que atua and D 2 Auf Korfita. Freunden heldenmütig so lange gegen die Übermacht der Genuesen verteidigte, bis ihr Gatte mit seinen Truppen als Entsatz erschien. Für Eilige genügt auch hier ein Tag. Durch den Hotelwirt( es gibt in Corte zwei ganz gute Hotels) lasse man sich den Führer für den Monte Rotondo, Valentini Pasquale, kommen. Dieser, ein rauber, aber sehr zuverlässiger, ausdauernder und bescheidener Mann, verlangt für die beiden Tage der Rotondotour pro Person 20 Free. Den Monte Rotondo, den zweithöchsten, aber interessantesten Berg der Insel( 2625 m) zu besteigen, ist außerordentlich lohnend. Die Tour bietet trotz der Schroffheit des Berges selbst Damen keine unüberwindlichen Hindernisse. Doch empfehle ich Damen die Mitnahme eines Maultieres oder Bergpferdes für die Talwanderung. Der Führer wählt zweierlei Wege für den Auf- und Abstieg, ev. mache man ibn auf die hier stizzierte Route aufmerksam. Man wandert zunächst im herrlichen Restonitatal aufwärts, zwischen dessen Bergwänden die Reſtonika über blendend weißes Granitgestein dahinschäumt und ungeheuer starke Platanen und Kastanienbäume schatten. Sulest geht es auf Blöcken über den wilden Gießbach und dann in ein hier einmündendes Seitental hinauf. Wildromantische Szenerien folgen in unaufhörlichem Wechsel aufeinander, von denen die gewaltigsten die Rückblicke ins Reſtonitatal sind. Nach etwo sechsstündiger Wanderung von Corte aus tritt man aus der Erwaldspracht auf eine von mächtigen Bergbäuptern und Schluchten umgebene Bergwiese hinaus, auf welcher die wenigen Hütten der Hirtenkolonie( Bergerie) Rivisecca liegen. Der bier verbrachte Nachmittag und Abend Galacuccia auf Rorifa. ist wundervoll. Man steige Partie bei etwas hinauf in die rechts mündende grandiose Felsschlucht, die abends wunderbar beleuchtet ist. Die Sirtenbehausungen sind das Primitivste, was man sich an Bauten denken kann. Mehr als eine bärene Decke und ein untergeschobenes Holzstück als Kopfstüße gibt es als Nachtlager nicht. Desgleichen als Be köstigung nur Ziegenmilch, Käse, Brot und Zucker. Auf die von den Hirten fabrizierten Suppen verzichte man lieber. Wegen der spartanischen Einfachheit, in welcher die Sirten leben, bringe man sich von Corte aus Zehrung mit. Die Sirten sind gastfrei; doch vergüte man den armen Leuten Nachtquartier und das Genossene beim Abschied. Wer den Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Monte Rotondo erwarten will und kein gewandter Bergsteiger ist, muß im Frübjabr um 12 Elbr, im Sommer um 11 Uhr nachts aufbrechen. Andernfalls genügt es, wenn man die Sütten um 4 2hr früh verläßt. Es geht dann in der er wähnten ungeheuren Schlucht außerordentlich steil empor, jedoch leichter als sich die Tour von unten ansieht. Von der Gipfelhöhe, etwa 2150 m, gebt es vorerst bergab, eventuell bis zu dem idyllisch gelegenen See des Monte Rotondo ( 2058 m), und dann auf vielfach gewinkelter Trace von der Nord- auf die Südseite des Bergriesen eine außerordent lich interessante Strecke! Der Ausblick vom Gipfel( 2625 m) ist naturgemäß ungeheuer und gerade des Morgens am Harsten. Sum Lago di Monte Rotondo zurückgekehrt, steigt man steil und mühsam über die Felsbarren, in die unterhalb des Sees der Rotondo abbricht. So steil und pfadlos dieser Abstieg aber auch ist, so gewinnt er nirgends gefährlichen Charakter. Fast senkrecht unter sich erblickt man dann die Hirtenhütten von Timozzo( ca. 1500 m). Auf außerordentlich schlechtem Schotterpfad geht es von hier an unter prächtigem Waldesdom zur Tiefe ins Reſtonikatal, dessen Wasser man auf einer ungemein malerischen ruinenhaften Brücke, dem Ponte del Dragone überschreitet. Auch hier bleibt der Weg noch lange miserabel, so daß sich die Benußung eines Reittieres empfiehlt. In etwa drei Stunden ( von der Brücke aus) ist man in Corte. Sier miete man sich bei dem Fuhrwerksbesitzer Ordione einen Landauer auf vier Tage für 80 Fr. und unternehme damit die im folgenden stizzierte herrliche Binnenlandtour. Für Verpflegung des Kutschers und der Pferde hat man nichts zu entrichten, doch lasse man sich eine Quittung von dem Fuhrwerksbesitzer geben, in welcher man selbst die einzelnen Tagesstrecken vermerke, um unnötige Auseinandersetzungen mit dem Kutscher zu ersparen. Zuerst geht es nordwärts in die wundervolle Riesenfelsschlucht Scala di Santa Regina hinein, an deren Ausgang auf freiem Gelände die weit zerstreuten Häuser und Kastanienhaine im Mittelgrund ist ein Hotel. von Calacuccia( 847 m) liegen, 26,4 km von Corte entfernt. Im Hintergrund des großzügigen Landschaftsbildes ragen die Felsschroffen des Monte Cinto( 2710 m). Wen es gelüftet, diesen höchsten Berg Korsitas zu ersteigen, der kann es am besten von Calacuccia aus tun, wo Führer und Maultiere zu Das Haus haben sind. Es ist eine Tagestour: Früh sehr zeitig ab, in 7 Stunden auf dem Gipfel, 5-6 Stunden retour. Die Beſteigung ist gleichfalls ungefährlich. Von Calacuccia geht es durch offene Berglandschaft in den 4600 ha bedeckenden Kiefernwald von Valdoniello hinein und dann jenseits des Passes Col di Vergio( 1464 m) durch den 1708 ha umfassenden Kiefern- und Buchenwald von Aïtone, der mit dem erstgenannten an Schönheit wetteifert, nach dem sehr schön gelegenen Evisa( 842 m), wo man nach sechs Stunden Fahrt anlangt. Den Nachmittag fülle man mit einem Spaziergang durch die wildromantische Umgebung des Ortes. Am dritten Tage durchfährt man einen der imposantesten Teile Korsitas. Die grandiosesten Szenerien entfalten sich bald hinter Evisa, dann in der darauffolgenden brandroten Schlucht von Porto, bei der Weiterfahrt am Golf von Porto und durch die„ zu Stein gewordene Märchenwelt" der Calanches, deren mertwürdige Felsgebilde ihresgleichen auf der Welt suchen. Überall sieht man Fraßen und Tierköpfe aus der Märchenwelt. Die Felsennadeln und-wände wimmeln von„ Zwerg Nase", von Prinzessinnen mit Krone und wallendem Haar, gekrönten Königen, Elefanten, langschnauzigen Ungetümen, Kobolden usw. Ungemein fesselnd ist auch hier die Schluchtenformation. Über La Piana( 438 m), wo man einige Stunden rastet, setzt man die Fahrt nach Cargèse( zirka 50 m) fort, das idyllisch über dem Meere lagert. Am vierten Tage ist man ganz Ein Paradies für Angler und Jäger.- Internationale Weltbline. Von Regina bis Calvary verfolgt uns das idyllische Landleben. Dann kommen wir in den Bereich der„ Canadian Rockies", die ein Globetrotter einmal als die Schweiz fünfzigmal in eins vereint" bezeichnete. In der Tat hat die Natur hier etwas geschaffen, das unerreichbar sein dürfte. Besonders die Fahrt von dem Dorfe Banff bis Vancouver bietet landschaftliche Reize, die feine andere Bahnstrecke der Welt überbieten dürfte. Der enge Rahmen meiner Reiseschilderung verbietet es mir, die Schönheiten der kanadischen Felsengebirge weiter auszuspinnen. Die Selkirk Gletscher muß ich aber wenigstens dem Namen nach erwähnen. 7 Farmern und Pferdezüchtern in Alberta. Und dort habe ich auch mit dem Bergstock oder im Sattel und mit der Büchse und der Angel, ja fogar mit dem Spaten und der Hacke die Malaria vertrieben. Der Kanadier selbst wird auf den Fremden zuerst einen etwas westfälischen Eindruck machen. Das heißt, er erscheint schwer zugänglich und verschlossen. Ein Ernst, der jedenfalls auf die Kämpfe des Kanadiers um seine Eristenz zurückzuführen ist, denn von Anfang an bat der kanadische Somesteader" einen verzweifelten Kampf mit den Elementen und dem Grund und Boden zu bestehen, auf dem er sich ein Seim gründen will. Kanada ist daber fein Land für den Humor. Ein Kanadier erklärte mir:„ Wir haben eine nationale Aversion gegen den Humor!" Tatsächlich gibt es in dem immenſen Reich nicht ein einziges Wigblatt und das Land bat bisher auch nur einen Sumoristen besessen: den Richter Haliburton, der unter dem Pseudonym„ Sam Slick" schrieb und schließlich in London gestorben ist. Internationale Weltblitze. Als ich im Hotel in Vancouver im Geiste die gewonnenen kanadischen Eindrücke noch einmal Revue passieren ließ, da wurde mir bald bewußt, wo ich während meines Aufenthaltes in Kanada meine journalistischen Bütten zu bauen hätte. Das war eine Zeitlang in den Rockies" und später unter den In Stockholm. Eine Berliner städtische Deputation, der der Bür. germeister Dr. Reicke vorstand, unternahm kürzlich eine Schwedenreise. Wie die Herren sich überzeugen konnten, befinden sich Stockholm( siehe unser Bild), Göteborg und Malmö, die drei Städte, denen die Aufmerksamkeit der Berliner Gäste besonders galt, in einem erfreulichen wirtschaftlichen Aufschwunge, der auf die Verbesserung der Handelsbeziehungen zu Deutschland zurückzuführen ist. Der Trajekt Saßnitz Trelleborg, der die leber. fahrt abkürzt und außerordentlich bequem macht, trägt zudem viel zur Se bung des gegenseitigen Reiseverkehrs bei. Dieser Verkehr wird aber noch auf das wirksamste unterstützt und gefördert durch das weitverbreitete Empfinden in Schweden, mit dem deutschen Volt ſtammesverwandt zu sein. Schließlich gelangt man auch von Malmö rascher nach Berlin als nach Stockholm. Auf der Reise durch Schweden wird man erst recht gewahr, welche gewaltige Ent. Albanesen mit ihren Waffen beim Gottesdienst. fernungen in diesem Lande zurückzulegen sind, um durch das Innere von Küste zu Rüfte zu gelangen. In Stockholm wurden die Berliner Gäste vom König sehr freundlich empfangen. Ein gefährlicher Wetterwinkel. Auf dem Balfan beginnt es wieder einmal, sich in allen Eden friegerisch zu regen. Es ist bereits zu Blutvergießen zwischen den einzelnen Bölferschaften gekommen, und erscheinen ernste Komplikationen nicht ausgeschlossen. Der Stamm der Mirditen hat sich bereits für unabhängig erflärt und auch der König von Montenegro hält den Frieden zwischen der Türkei und Montenegro für gefährdet. Im Mittelpunkt der Interessen stehen die Albanesen. Sie sind ihren Priestern ergeben, doch respektieren diese auch wiederum die Sitten und Untugenden ihrer Gläubigen. Rechtmäßigkeit der Blutrache wird zum Beispiel von dem Geistlichen stillschweigend anerkannt, da es wohlauch ein vergebliches Bemühen wäre, mangels jeder anderen gefeßlichen Ordnung dieses traditionelle Vergeltungsrecht, das auf dem mündlich überlieferten„ Ranun" des Let Dukadschin basiert, ausrotten zu wollen. Ebenso unmöglich wäre es auch, diesen Geistlichen zuzumuten, daß sie die Bevölkerung zur Ablieferung der Waffen überreden sollten; es würde sich tein albanesischer Geistlicher finden, der ohne Gefahr das Odium des Vaterlandsverrates auf sich zu nehmen, sich zu einer solchen Vermittlung hergeben würde. Wie aus nebenstehendem Bilde zu ersehen ist, erscheinen die Albanesen zum Gottesdienste mit den Waffen. gu u 10ш61Jun บน เว อ! j uuv uz 6 sant que tu as as забn и фио фа эдэрье лә qun ишәд зш любај о Идиш qun 100 ш ләда разуба здой злад quiz və з йләфиqun ишл Pisa" de ge pur"( a sva gun baja avajvy sig v y яquǝблдu a opn av by ang gav gun aggv oquoд en we vlnu qun ad buv o Буршил 444 6 Ein Paradies für Angler und Jäger. „ Chateau Frontenac", unter dessen vornehmem Namen sich das erste Hotel der Stadt verbirgt, sowie die Parlaments. gebäude und die lange Promenade Dufferin Terrace" mit reizenden Kiosks und dem Denkmale Champlains. Weiter rechts die alte„ Basilica" und die Laval- Universität usw.; alles das bietet einen ungemein harmonisch- unharmonischen Anblick dar. Eine Verschmelzung der Alten mit der Neuen Welt. Ein Mixtum compositum von Amiens, Dieppe, Brüssel, Paris und Kensington. Das interessanteste„ Stück Quebec" waren für mich die dortigen Droschten: die sogenannten„ calèches", hohe, zweirädrige Einspänner, die an die Ritsch as im fernen Osten erinnern, nur daß in Quebec das Pferd die Stelle des ostasiatischen Kulis vertritt. Das ,, Wägelchen" ist für zwei Personen bestimmt. Der Kutscher sitzt auf einer Art Fußbank vor seinen Fahrgästen. In dem„ carter"- dem Kutscher- kommt auch bereits der typische kanadische Charakter zur Geltung. Anstatt der Peitsche ein ruhiges" Marche done!" Dieselbe sanfte Aufforderung, die der Polizist in Quebec an einen ,, unruhigen Passanten" richtet dieselben höflichen Worte, mit denen der Straßenbahnschaffner in Quebec die Passagiere bittet, ein wenig zusammenzurücken, eine Bitte, die sein Kollege jenseits der Niagara Fälle gewöhnlich mit einem Rippenstoß und dem Gebrüll:„ Move up to the front!" zu begleiten pflegt. Doch allzu lange dürfen wir in Quebec nicht verweilen, denn daß„ Dominion of Canada" ist riesengroß, und seine Hauptschönheiten liegen erst im fernen Westen, auch die Handelsmetropole Kanadas, die, graue Stadt" Montreal, sowie die Landeshauptstadt Ottowa mit ihrem kuriosen achteckigen Bibliotheksgebäude und die„ Queen City" Toronto werden daher nur flüchtig besucht. In Toronto können wir uns ebenfalls überzeugen, daß Kanada ein Land des Sports par excellence ist, denn wie überall in Kanada stehen auch in der Hauptstadt von Ontario Cricket, Golf, Hockey und das Nationalspiel Lacrosse in höchster Blüte. Ebenso gibt es in Toronto einige gute Pferderennen, eine kanadische Seltenheit, da außer Toronto nur noch Montreal einen Rennklub besitzt. Letzterer, der„ Montreal Sunt- Club", steht im besten Ruf und ist auch wegen seiner Fuchsjagden berühmt. Im Winter werden große Eisfestlichkeiten veranstaltet, wie der Eissport in Kanada überhaupt eine große Rolle spielt. Skilaufen und Rodeln gehören im Winter in Kanada zur Tagesordnung. Von Toronto begeben wir uns nach Sudbury, um dort die Hauptlinie der C. P. R.( Kanadische Pazific- Eisenbahn) wieder zu erreichen und unsere transtontinentale Reise nach Vancouver anzutreten. Denn nur dadurch, daß wir die ungefähr 3000 englische Meilen betragende Strecke von Sudbury bis zur Pazifictüfte zurücklegen, fönnen wir uns ein getreues Bild von der Pracht und der Majestät der kanadischen Naturwunder machen. Der kleine Ort Sudbury interessiert uns durch seine Nickelindustrie. Dann geht die Reise weiter durch Ontario, die reichste und bevölkertste Provinz Kanadas. Endlose Fluren, Wäl. der, Sügel und Seen verraten uns, daß wir ein äußerst fruchtbares und, wie uns ein ,, Native canadian" erklärt, auch wildreiches Gebiet durchfahren. Als wir den Nipigonfluß kreuzen, wird der alte Kanadier erst recht gesprächig, und wir kommen zu der Überzeugung, daß Kanada ein wahres Paradies für den Jäger und Angler sein muß. Später habe ich mich persönlich davon überzeugen kön nen, denn ink anada wimmelt es tatsäch lich von Wild, Geflügel und Fischen aller Arten. Elche, das sogenannte ,, moose- deer", Renntiere, Hirsche. Rehe, Bären, Antilopen, Biber, Wölfe, Wildenten, Fasanen, Schnepfen, Präriehühner, Lachse, Forellen, Barsche, Hechte usw. last not least einige schäbige Reste des einstmals fürstlichen kanadischen Büffel- Bestandes" gibt es in Kanada in so unheimlich großen Mengen und in Erstaunen setzender Qualität, daß ich mich hüten werde, noch mehr davon zu schwärmen, um nicht in den Verdacht des kanadischen Jägerlateins zu geraten. Schon nach kurzer Zeit konnte ich mich damals davon überzeugen, daß eine gute Büchse und eine Angel die beste Medizin für„ Malaria" sind. Auf die Jagden hier näher einzugehen, verbietet mir der Raum, obwohl eine Canejagd auf einen Elch zu den interessantesten Abenteuern gehört. Wir fahren jetzt am Ufer des„ Superior" entlang, und als wir den kleinen Ort Port Arthur aber fern von einem Namensbruder im fernen Osten erreichen, sind wir bereits über 1000 Meilen von Montreal entfernt. Hinter Port Arthur beginnt die Szenerie grandios zu werden. Das smaragdgrüne Wasser der„ Donnerbai" mit den rings umherliegenden steilen, schwarzen und rötlichen Klippen gewährt einen etwas düsteren, aber bezaubernden Anblick. Bis Winnipeg genießen wir nun fast ununterbrochen ein wundervolles Landschaftsbild: reißende Flüsse und rauschende Wasserfälle, herrliche Wälder, Seen und imposante Gebirge. Die Kultur aber macht sich hier nur durch vereinzelte Sägemühlen bemerkbar. Ungefähr hundert Meilen vor Winnipeg beginnt die große Prärie des kanadischen Westens. Wir sehen hier jedoch noch nichts von den ungeheuren landwirtschaftlichen Erfolgen, die in den letzten Jahren im Westen Kanadas zu verzeichnen gewesen sind, denn dieses Kanada ist erst hinter Winnipeg zu finden. Dann aber glauben wir uns in ein wahres Paradies versetzt. Unermeßliche Getreidefelder und saftige Grasflächen, blühende Farmen und zahlreiche Viehherden, wohin das Auge auch blicken mag. Ein Farmer macht uns darauf aufmerksam, daß hier der berühmte„ Hard Fyfe Wheat" ( Weizen) von Manitoba" gezogen wird. Wir gelangen nun in den Distrikt von Alberta, der wegen seiner Pferdezucht das Kentucky von Kanada" genannt wird. Alberta eignet sich infolge seiner hohen Lage, der trockenen und kräftigen Luft und seines Wasserreichtums ausgezeichnet für die Pferdezucht. Die Züchter haben sich nicht gescheut, mit großen Kosten Vollblutmaterial von England, Kentucky und Frankreich zu importieren. Alberta ist außerdem ein Dorado für den Jäger, denn hier findet er alles, was ein Jägerherz höher schlagen lassen kann. Ebenso verhält es sich in Alberta mit dem Angelsport. Die Hauptstadt von Alberta, Regina, ist das Hauptquartier der„ Mounted Police", die in dem Lande das Militär vertritt und die Ordnung aufrechterhält. Die Hirtenkolonie Rivisecca am Monte Rotondo. im Banne des Meeres, das herrlich an die von zerklüfteten Uferfelsen umpanzerte Küste brandet. Erst der letzte Teil des Weges biegt vom Meere ab ins Innere des Landes, bis man die blinkende Flut in Ajaccio wiederfindet. Ajaccio bietet als Hauptstadt und als Geburtsstadt Napoleons naturgemäß das größte Interesse unter den Städten der Insel, doch lassen sich sämtliche Sehenswürdigkeiten Ajaccios von Eiligen ganz gut in einem Tage bewältigen. Auf keinen Fall wäre aber ein zweiter Tag, den man der prachtvollen Umgebung widmen würde, verloren. Am lohnendsten ist ein Spaziergang auf dem Strandwege bis Barbicaja( 6 km), woselbst in Hotels Erfrischungen zu haben sind. Unterwegs kommt man bei dem kilometerlangen ☐ Auf Korfita. Der Solf von Porto. 2 Familiengräber- Friedhofe vorbei. Von Ajaccio benutzt man die Bahn bis zu dem 1½ Stunden Bahnfahrt entfernten Bocognano( 620 m). Von hier wandert man zu Fuß durch die großartige Alpenwelt des Monte Renoso ( 2327 m) und Monte d'Oro ( 2391 m) und über den Paß von Vizzavona( 1170 m) nach der Station Vizzavona( 900 m). Auf der Südseite des Passes breitet sich ein herrlicher Buchenwald, nördlich dagegen umfängt uns die Pracht des 1382 ha großen Kiefernforstes von Vizzavona. In diesem liegt an der Straße das komfortable große Hotel Monte d'Oro und in Vizzavona selbst gleichfalls ein gutes Hotel. Von hier über Corte nach Bastia sind noch fünf Stunden Bahnfahrt. Das Ergebnis eines Vormittagsfanges. Das Geburtszimmer von Rapoleon I. in Ajaccio. Motiv aus der Altstadt von Corte. Bilder aus Korfita. Eine Hütte der Sirten Kolonie Rivisecca. ( Der Alte war 1870/71 Rrieg gefangene: in Spandau) ET wung Das u auch a eingebi der en mäßige Ein Abenteuer im Elevator. Ein Abenteuer im Elevator. Amerikanische Humoreste. Wenn ein Staubgeborener die zwanzig und mehr Etagen ' eines riesigen, sogenannten„ Sky scratcher" in der Elnion alle auf Treppenstufen erklimmen sollte, dann müßte er Beinmuskeln aus Stahlblech, Nerven aus Zinkdraht, Lungen aus galvanisiertem Kautschut und zum Altembolen" einen fräftigen Laufburschen haben, falls er wirklich beabsichtigte, noch vor Schluß dieses Jahrhunderts oben anzukommen. Da dergleichen Requisiten eines Emporkömmlings" aber selbst in Amerika bisher weder erfunden, noch patentiert, noch auch praktisch verwendet worden sind, so verfiel man auf die Idee, überhaupt von Treppen ab. zusehen und es dem Passanten mittels Fahrstubles zu ermöglichen, schnell und mühelos" hinauf- und herabzukommen. Diese Fahrstühle oder„ Elevatoren" sind nun gewiß sebr bequem, haben aber doch zuzeiten ihre Rücken und Nachteile, und Bob Cockleberry, der junge Clerk eines der größten Geschäftshäuser in Philadelphia, erlebte einst auf einem solchen Fahrstuhl ein ergögliches Abenteuer. Die Firma, bei welcher unser Bob angestellt war, hatte eine zahlreiche Kundschaft unter den Farmern der dicht besiedelten Umgegend. Eines Tages nun brachte einer dieser Kunden seinen Neffen, einen etwa zwanzigjährigen Burschen von herkulischem Körperbau mit einer riesigen Waschbärpelzmüge auf dem dichtbebaarten Kopfe, nach der Stadt mit, und da er größere Geschäfte mit dem Prinzipal abzuwickeln hatte, bat er den Clert seinem Verwandten inzwischen einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt zu zeigen. Bob fragte seinen Chef um Erlaubnis. Dieser erteilte die Erlaubnis, gab ihm zugleich einen Auftrag auszurichten, und Bob machte sich mit bem ländlichen Herkules und der Waschbärmütze sofort auf den Weg. An der Ecke von Broad- und Chestnutstreet angelangt, teilte Bob seinem Begleiter mit, daß er in dem ihnen gegenüber befindlichen Hause( einem sogenannten„ Sky scratcher" mit 17 Stockwerken) einen Auftrag seines Prinzipals auszurichten hätte, bat ibn, unten in der Vorballe ein wenig zu warten, trat in den aufwärtsgebenden Fahrstuhl, stieg auf und verschwand vor den erstaunten Blicken seines Herkules mit der Waschbärmüße, welcher mit weitaufgerissenem Munde und dito aufgeklappten Augen dieser Simmelfahrt seines städtischen Führers zusab. An der 13. Etage angekommen, verließ Bob den„ Elevator" und begab sich in eine der vielen Offices, deren Glastür er sogleich öffnete und hinter sich ins Schloß warf. Der Begleiter Bobs, welcher augenscheinlich einen solchen Elevator noch nie geseben, geschweige denn benut baben mußte, wurde neugierig und beschloß nach längerem Leberlegen, auch einmal eine solche Auffahrt zu versuchen. Obne weiteres Zögern trat er in den nächsten, binaufgebenden Fahrstuhl, wurde von ihm zusehends aufgehoben und verschwand vor ihren Augen, nämlich den Augen der Passanten und den unsrigen. Mittlerweile hatte Bob seinen Auftrag oben erledigt, trat beraus auf den Flur und bestieg den nächsten hinabgebenden Fabrstubl, um zu feinem, wie er vermutete, mit großer Unge duld in der Vorballe wartenden Begleiter zurückzukehren. Unten angekommen, fand Bob zu seinem Leidwesen den so sehr nach Gebenswürdigkeiten der Stadt lüfternen Träger der Waschbär müße nicht vor. Nachdem er ihn in der Vorballe vergebens gesucht, ging er nach dem Ausgangsportal und blickte rechts und links die Straße binab. Die Waschbärmüße war nicht zu entdecken. Der Verzweiflung nabe, trat er in die Vorballe zurück und wandte sich an den Portier, einen entsetzlich dumm aussehenden Farbigen. „ Solla, Portier! Saben Sie nicht einen jungen Farmer mit einer Waschbärmüße bier unten gefeben?" Yes, Massa," grinste der schwarze Zerberus,„ Waschbärmüße sein eben aufgestiegen!" Donnerwetter," fluchte Bob,„ der Kerl wird sich verirren!" und bestieg ohne Saudern den nächsten gerade aufwärtsgebenden Fabrstubl, um den Verschwundenen zu suchen. Dieser aber, des Alleinseins in dem Labyrinthe da oben jedenfalls müde geworden, nabm einen absteigenden Elevator und fubr in die Vorballe binab, um wie er dachte, seinen Fübrer daselbst zu finden. Unten angekommen, gloẞte er mit feinen Originalfrimstechern umber, fonnte aber beim besten Willen den Gesuchten nicht entdecken. Bestürzt eilte er auf den schwarzen Portier zu: " Bolla," brüllte er den entsetzten Schwarzen an.„ Bast du nicht meinen Freund gefeben? Wo ist der Bursche?" 2 " Massa gefragt haben nach Waschbärmüße," stotterte derselbe. „ Massa sei eben aufgestiegen!" Sofort drehte sich der junge Farmer um, eilte auf den nächsten emporgehenden Fahrstuhl zu, trat ein und fuhr in demselben Moment hinauf, in der Hoffnung, nunmehr seinen Führer droben aufzufinden. „ Er sucht mich und ich ihn; wir müssen uns treffen!" murmelte es unterhalb der Waschbärmütze in vernehmlichem Tone dann verschwand der Fahrstuhl nach oben. Bob, des schier vergeblichen Suchens müde, beschloß, binabzufahren, in der Hoffnung, seinen Schüßling nun endlich begrüßen zu fönnen. Denn daß er ihn da unten schließlich am sichersten antreffen würde, wenn es ihm überhaupt beschieden war, ihn diesseits des Grabes wiederzusehen, hatte Bob mittlerweile ganz richtig herausgerechnet. Enten angekommen, sah er sich nach allen Seiten um. Doch wer beschreibt sein Entsetzen, als er auch dieses Mal die Waschbärmütze nicht zu sehen bekam. ,, By Jingo!" rief Bob wütend. Hat der Kerl denn eine Tarnkappe bei sich? Wo steckt er nun wieder?" „ Waschbärmütze sein wieder hinaufgefahren, Massa zu suchen!" grinste der Portier und zeigte seine ganze elfenbeinerne Klaviatur. ,, Is that so?" rief Bob, bebend vor Wut.„ Jetzt wird er doch oben auf mich warten! Ich will hinauf. Der Kuckuck holt ihn, wenn ich ihn zu fassen friege." Mit diesen Worten nahm Bob den nächsten Elevator und verschwand aufsteigend von der Bildfläche. ,, Please, tell me, where is that fellow now!" jammerte die Waschbärmütze, als sie eine Minute später in die Vorhalle herabgefahren tam und starrte den Portier mit unsäglich bittenden Blicken an. Wo ist mein Freund?" " Massa sein wieder aufgefahren, Waschbärmütze zu suchen," lallte der Schwarze und wies mit massivem Amtsfinger auf das Fahrstuhlloch in der Decke.„ Massa denten, Waschbärmütze oben warten!" ,, Well," versetzte der Enttäuschte resigniert.„ Jetzt will ich hier unter warten, bis er kommt." Er kreuzte die Hände auf dem Rücken und ging ungefähr fünf Minuten auf und ab, dann und wann die Pelzmüße lüftend und sich mit einem roten Sacktuche den Schweiß trocknend. Bob indessen fuhr oben von einem Stockwerk zum andern, rannte in allen Korridoren wie in Rasender umber und suchte in allen Enden und Winkeln. Die Waschbärmütze war nirgends zu sehen. " Sm," murmelte Bob, als er auch im 17. Stock vergeblich umbergespäht hatte." Sollte er wohl unten auf mich warten? Schnell hinunter, ehe die Zeit zu lang wird!" Damit betrat Bob den nächsten Elevator und sauste die 17 Stockwerke hinab in die Vorhalle zurück. „ Er fommt nicht!" brummte die Waschbärmütze und stampfte mit den Piedestalen auf die Marmorfliesen, daß der Schwarze einen Luftsprung machte vor Entsetzen.„ You bet! I'll catch him now!" fügte er zu, eilte mit Siebenmeilen schritten auf den nächsten Fahrstuhl zu und sauste mit ihm nach oben. " Ich bin verhert!" schrie Bob, als er aus dem Fahrstuhl auf die Vorhalle hinaustrat und wiederum die Waschbärmütze nicht vorfand. Wo steckt denn nur der Büffel? Es ist doch gerade, als ob er verstecken mit mir spielte! Jetzt hab' ich's bald fatt! Schon eine halbe Stunde jage ich dem Jungen nach wie ein Bluthund! Was wird nur der Chef sagen? Ich tomme in die schönste Patsche und werde noch obendrein ausgelacht! Schockschwerenot! Jetzt warte ich hier unten und wenn's eine Stunde dauern sollte und dann mag der Büffel andere zum Narren machen!" Nach diesem Selbstgespräch rannte Bob wie ein Verrückter auf und ab, immer die herabsausenden Fahrstühle genau im Auge behaltend und scharfen Blickes musternd. Wer aber nicht erschien, das war sein Schützling mit der Waschbärmüze. „ Portier," brüllte Bob firschrot vor Wut. Ich gehe wieder binauf! Was soll ich machen? Sier hast du einen Dollar! Wenn der Mann mit der Waschbärmütze herabkommt, so hältst du ihn fest! Verstanden? Wenn du das tust, dann gebe ich dir, wenn ich herabfomme, noch einen Dollar mehr! Aber halt den Burschen und laß ihn unter keinen Umständen wieder hinauf! Börst du?" Werden halten Waschbärmüße?" grinste und grunzte der Schwarze und steckte schmunzelnd das Geldstück ein. Massa ihn finden nun! Jyn finden!" Ein Abenteuer im Elevator. Ein Paradies für Angler und Jäger. Also segelte Bob mit dem nächsten Fahrstuhl wieder hinauf. Die Waschbärmüße aber muß nicht lange danach wieder herabgekommen sein, denn sie war wieder nicht zu entdecken. " Sehr gut! Der Schwarze hält ihn fest!" jubilierte Bob. Also hinab!" Und wieder faufte er hinab in die Vorhalle. " Wo ist er?" rief er sofort dem Schwarzen zu, der sich ein Taschentuch an die Nase hielt. Warum hast du ihn nicht festgehalten?" schäumte er, vor Wut am ganzen Leibe zitternd. Massa haben mich mit Faust gebort," stammelte der Schwarze und tupfte wieder an seine, wie Bob nun erst bemerkte, blutende Nase, welche wie eine Birne geschwollen war. " Nicht halten können! Schießen mich wollen, Massa!" Nun hol alle Welt der Kudud und vor allen Dingen diese vermaledeiten Fahrstühle!" fluchte Bob, knirschte mit den Zähnen, arbeitete sich mit den Ellenbogen durch die inzwischen herzugeeilte Menge neugieriger Gaffer hindurch und ließ sich auf eine, an der Wand angebrachte Ruhebant fallen." Jett 5 aber gehe ich nicht mehr hinauf, und wenn ich hier bis zum jüngsten Tage warten müßte!" Damit riß er sein Žigarrenetui aus der Tasche, zündete sich eine Zigarre an, treuzte Arme und Beine und paffte grimmig darauf los. Zehn Minuten -- zebn! vergingen. Eben wollte Bob sich anschicken, den Portier mit Saut und Saar zu verschlingen, als er endlich endlich endlich!! die Waschbärmüge herabkommen sab. Hallo, Mr. Cockleberry!" jauchzte der Herkules, der übrigens ein tüchtig verbeultes linkes Auge im Kampfe mit dem Portier davongetragen hatte, denn auch er tupfte mit seiner Blutfahne. " Found at last! Let's go now! Have a drink, Mr. Cockleberry, come on!" Damit faßte er, Bob unter dem Arm, 30g ibn empor, halb „ fant" dieser bin, und beide verschwanden im Menschengewühl auf der Straße, um sich über ihr Fahrstuhlabenteuer halb tot zulachen. Ein Paradies für Angler und Jäger. Von Felix Baumann. ch saß in der alten Halbmondstadt" am Mississippi, dem Dorado der Mücken, New Orleans, und hatte mehrere Jahre Louisiana, Teras und Merito in den Gliedern, das heißt, ich laborierte an einer sogenannten„ verschleppten Malaria". Nur Leidensgenossen dürften meinen damaligen Zustand begreifen. Als dann auch meine journalistischen Nerven begannen, ventre à terre durchzugehen, erklärte mir der Arzt: Nun aber fort von hier!" ,, All right," erwiderte ich, aber wohin?"-" Gehen Sie zurück nach Kalifornien," lautete der Rat. ,, Dort tenne ich schon jeden Feigenbaum", wehrte ich ab.. „ Schön, dann gehen sie nach Kanada. Das ist im Sommer ein Paradies für Kranke Ihrer Art. Jagen Sie, fischen Sie, klettern und reiten Sie! Kurz und gut: füh ren Sie ein regelrechtes Naturleben, und Sie werden sehen, daß die Malaria schleunigst Reißaus nimmt. Good bye, Sir!" Drei Tage später befand ich mich bereits in Savannah. Von dort führte mich der Savannah Linie- Dampfer „ La Grande Duchesse" nach New York. Hier setzte ich mich auf den Fall River Dampfer " Puritan" und befand mich am nächsten Morgen in Boston, dem ,, ameri. tanischen Athen" sowie les extrêmes se touchent der Stadt der berühmten, gebackenen Boh. nen. Nun fragte es sich: von Boston direkt nach Quebec oder das„ Dominion" bis zur fanadischen Neige austosten und die Malaria- Kur in aufregenden amerikanischen Leben entflohen war. Die Bahnfahrt durch die herrlichen Gegenden nach Salifar verstärkte diesen Eindruck, und als ich endlich in dem Kronstadt von Amerika", wie Salifar wegen seiner starken Befestigungen genannt wird, anlangte, glaubte ich mich trou des friegerischen Anstriches in ein echt englisches Landstädtchen versett. Der Vorschmack von Kanada mundete also vortrefflich! Bald hatte ich aber in Erfahrung gebracht, daß das eigentIn Kanada brummt ein wilder Bår." Salifar beginnen? Longfellow gab den Ausschlag, denn der Dichter hat bekanntlich Neu- Schottland als das Land of Evangeline" verherrlicht. Der Dampfer Prince Arthur" brachte mich also nach Barmouth, wo uns bereits der Flying Bluenose erwartete, um uns mit der größten Dampf geschwindigkeit nach Salifar zu führen. Schon die Ankunft in dem kleinen, freundlichen Hafenstädtchen Yarmouth ließ erkennen, daß man dem immer hastenden und liche Ranaba doch erst bei Quebec seinen Anfang nimmt. Ich machte baber furzen Prozeß und begab mich mit der Intercolonial Railway nach der historischen alten Stadt, die Dickens das amerikanische Gibraltar getauft hat. Die Intercolonial" führt allerdings nicht auf dem fürzesten Weg nach Quebec, aber dafür durch höchst romantische Gegenden, sogar an dem Restigouche- Fluß vorbei, in dem die besten Lachse der Welt gefangen werden. Vorbei auch an den berühmten Montmorency Fäl len. Vor allem aber bietet die Bahn Gelegenheit, Quebec von der vorteilhaftesten Seite zu sehen: von der Wasser. seite aus. Denn die Bahn geht nur bis Point Levis, von dessen Höhen einst General Mondton die Sentinel City of the St. Lawrence" bombardiert hat. Der Blick von den alten Forts in Point Levis ist einzig in seiner Art und eine dankenswerte Belohnung für die fast vierundzwanzigstündige Fahrt von Halifar nach Quebec. Die Lage des amerikanischen Gibraltars" erinnert etwas an Helgoland, denn auch Quebec zerfällt in eine untere und eine obere Stadt. Als ich später einmal vom Victoria Peat das Panorama von Songlong betrachtete, mußte ich ebenfalls an Quebec denten. Den Gesamteindruck von Quebec möchte ich als historisch- modern bezeichnen. Lints das„ Cape Diamant" mit der start befestigten Zitadelle, in der Mitte das Jum S fur un Bücher A