T, ur mit 50 SCHUTZ MARKE extrakt Gold Wed. Pen bus Extrakt Gutz der Wel Jø ncen, raid Jum E bodenlad ftigen Bui und Wichsen ehlt Fischbad weine ben 18 M Mt.. 8 Wo Bochen 28 5. Mt., S üd frantoj en Raffa 1. Lebendel rantiert. ellungssch ein. ft Hebro sen bei Hen aber gut erh. erfswage 120 Bentner erkaufen. fichaft ,, Loui der- Ohmen. bedeutendes Massgesc ſucht chneider ugeschnittener ernde Beschi tllen Zeit. 96 an b. Bet le. 6 Giess Joch von 9-1 Aturju Donnerstag 63 Mart 12. Auguft Thr morgens Kirchftr. 20. : M. Ki 00000 tur Blattel 00000 ittel t-, Obst-, Te n! schel as d! e Fabrikanten wellberühmten Soda beide in Gi Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr.- Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 135. Telephon: Nr. 362. Jubiläum der Fortschrittspartei. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Montag, den 12. Juni 1911. Aus Stadt und Land. - Gießen, den 12. Juni. * Parlamentarisches. In dieser Woche werden wieder zwei Ausschüsse der 3 weiten Kam mer Beratungen abhalten. Morgen kommt der dritte Ausschuß zusammen, der sich u. a. mit der Vorstellung der Privatarchitekten inbetreff der Vergebung der Privatarbeiten, ferner mit der Vorstellung von Landwirten in Ulrichstein, inbetreff der Aufforstungen daselbst, und mit der Ersatzwahl für die Provinzialhauptstadt Gi e= Ben beschäftigen wird. Der erste( Finanz-) Ausschuß kommt am Mittwoch zusammen und wird sich u. a. mit der Vorstellung der staatlichen Unterbeamten, betreffend die Gewährung einer Teuerungszulage, den Anträgen Bach, betreffend die Reliktenversorgung der Volksschullehrer und die Pensionierung von Staatsbeamten, ferner mit dem Antrag Dr. Osann, betreffend Wasser schaden und den Anträgen der Abgeordneten Molthan, Reh und Ulrich, betreffend den Eisenbahn- Gemeinschaftsvertrag, beschäftigen. Zur Feier der Gründung der deutschen Fortschrittspartei vor 50 Jahren versammelten sich am Freitag abend im Krollschen Etablissement in Berlin mehr als 1000 Personen. Um 9 Uhr fand im großen Theatersaal ein Festakt statt, den Abg. Kopsch eröffnete und der namens der Berliner Parteiorganisation den Versammelten ein Willkommen zurief, insbesondere den beiden Senioren der Partei Abg. Träger und Prof. Günther- München. Sodann hielt Geh. Justizrat Träger die Festrede, in der er einen historischen Rückblick auf die letzten 50 Jahre warf. Er ging auf die verschiedenen politischen Fragen, insbesondere auf das preußische Wahlrecht ein und forderte auf:„ Mit Mut, Rücksichtslosigkeit und Ausdauer den alten Jdealen nachzujagen". Sodann sprach Prof. Dr. Günther mit jugendlichem Feuer. Er gedachte der schweren Kämpfe der Partei und der alten Kämpfer. Abg. Kämpf beleuchtete sodann die Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte und forderte zum Kampfe gegen das Hochagrariertum auf und zum Selbst vertrauen und Mut für den Wahlkampf. Geh. JuſtizDer 3 weiten Ständekammer sind u. rat Dove mahnte, die individuellen Interessen zurückzua. folgende Drucksachen zugegangen: 1. Bericht des setzen. Abg. Justizrat Gyßling- Königsberg wies darauf Ersten Ausschusses über die Vorstellung des Stadtvor: hin, daß die Wiege der Fortschrittspartei in Ostpreußen standes zu Alsfeld, betr. die Linienführung der Bahn gestanden habe. Der neue Wahlkampf müsse zur Zu- Alsfeld- Niederaula und die Erbauung einer Bahn Alsrückeroberung der alten Heimat dienen. Als letzter Red- feld- Loshausen; 2. Bericht des Zweiten Ausschusses ner betonte der Führer der Fortschrittlichen Reichstags= über den Antrag des Abg. Dr. Glässing, betr. Verein fraktion Abg. Dr. Wiemer, die Partei sei stolz darauf, fachung von Meßbriefarbeiten; 3. Bericht des Vierten als erste die deutsche Fahne entfaltet zu haben. Die Par- Ausschusses über die Vorstellung der deutschen konzes tei werde den Fürsten Bülow nicht vergessen, daß sionierten Abdeckereibesitzer, betr. Aenderung des Entversucht habe, als konstitutioneller Staatsmann zu re= wurfes zum Erlaß eines Gesetzes die Beseitigung von gieren. Abg. Kopsch überreichte sodann als Gabe der Tierkadavern. Partei Geheimrat Träger eine Plakette mit dem Bildnis des Geehrten in Gold und verlas sodann die zahlreichliche kaufmännische Angestellte. Der hie eingelaufenen Glückwunschtelegramme. Um 11.30 Uhr begann in den beiden Nebensälen der Kommers unter Leitung des Abg. Struve und des Prof. Dr. Orth. Lö= In Hagen i. W. wurde am 50. Gründungstage der Deutschen Fortschrittspartei, der Grundstein zum Eu= gen Richter Turm gelegt in Anwesenheit der Abgeordneten Cuno und Müller und des Landtagsabge ordneten Bilstein, sowie von Vertretungen der Bezirksverbände Rheinland und Westfalen und der Kreiswahltomitees. Der Vorsitzende des Arbeitsausschusses, senbeck, hielt die Weiherede. Der Eugen Richter- Turm wird sich auf einem 285 Meter hohen Berge dicht vor der Stadt Hagen gegenüber dem mit einem BismarckTurm geschmückten Goldberg erheben. Bismarck Eugen Richter werden sich, wie so oft im Leben, hier gegenüberstehen. Die Höhe des Eugen Richter- Turmes wird bis zur Plattform 20 Meter, von da bis zur Kuppel 6,5 Meter, die Breite des viereckigen Turmes 12,7 Meter betragen. Für eine im Erdgeschoß des Turnes unterzubringende Gedenkhalle ist eine Größe von 4,8 Meter mal 4,8 Meter bestimmt. In dieser wird Bronzebüste Eugen Richters Aufstellung finden. Der Deutsche Rundtlug. und eine Gestern früh um 5 Uhr nahm der große deutsche Rundflug, für den über 400 000 Mark an Preisen zur Verfügung stehen, in Johannistal seinen Anfang. We nige Minuten nach 5 Uhr hob sich Lind paintner mit Passagier elegant auf seinem Farman- 3weidecker in die Lüfte. Dann kam Vollmöller mit der„ Taube" und ebenfalls einem Passagier. Büchners Apparat fing Feuer. An seine Stelle trat der Wrightflieger Robert v. Moßner. In kurzen Zwischenräumen folgten ohne Passagier Reichardt, Karl Müller und R. Thelen. Kurz vor 7 Uhr mußte wegen der heftigen Böen eine Pause eintreten. Um 7½ Uhr ging die frohe Kunde ein, daß Lindpaintner glücklich in Magdeburg gelandet sei. Vollmöller flog bis Potsdam und ging am Hafenufer wegen eines Motordefektes nieder, er will heute weiter fliegen. Reichardt unternahm eine Zwischenlandung bei Güsen hinter Burg wegen böigen Südwestwindes. Schauenburg nahm in unmittelbarer Nähe von Brandenburg eine Landung vor, bei der die Flugmaschine beschädigt wurde. Müller landete bei Genthin. König landete sehr glatt bei Gollwitz, westlich von Genthin wegen starker Böen. Thelen ging hinter Burg bei Magdeburg in einem Kornfelde nieder, wobei auch sein Apparat beschädigt wurde. In Johannisthal sind nachmittag noch aufgestiegen: Jeannin, Büchner, Wittenstein und Laitsch. am er Fortbildungsschulzwang für weibsige Verein weiblicher kaufmännischer Angestellter hat bei der Großh. Bürgermeisterei die Einführung des Fortbildungsschulzwanges für die im Handelsgewerbe tätigen weiblichen Angestellten beantragt. Von der Großherzoglichen Bürgermeisterei über diesen Antrag zu einer gutachtlichen Aeußerung aufgefordert, erhebt die H a n- delskammer nach einem ausführlichen Referat des Syndikus die nachstehende Erklärung zum Beschlusse: Die Handelskammer erkennt die Notwendigkeit einer besseren Aus- und Fortbildung für die im Handelsgewerbe tätigen weiblichen Angestellten im Interesse des gesam ten Kaufmannsstandes an. Sie ist der Ansicht, daß dieses Ziel in wirksamer Weise durch Einführung des Fortbildungsschulzwangs erreicht werden kann. Unter ausführlicher Begründung soll im Sinne dieses Beschlusses an die Großh. Bürgermeisterei berichtet werden. * Das 28. Deutsche Radfahrer Bun= desfest. Die größte sportliche Sorporation der Radfahrer der Welt, der Deutsche Radfahrerbund, so schreibt uns unser Frankfurter Spezial- Korrespondent, hat für sein diesjähriges 28. Bundesfest die alte Kaiserstadt Frankfurt a. M. bestimmt. Das Programm für das Fest liegt nun vor und wird dasselbe nicht, wie es sonst bei den Radfahrerbundesfesten üblich ist, sich auf einige Tage erstrecken, sondern über eine ganze Woche. Es wird wohl manchem unserer Leser interessant sein, das genaue Programm für die kommenden Frankfurter Fest( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. vom Taufstein über Schotten, Laubach nach dem Schloßgarten zu Lich. Die 40,2 Kilometer wurden von Mitgliedern des Turnvereins, von Soldaten des Regiments Nr. 116 und Schülern in der sehr guten Zeit gelaufen. Es beteiligten sich 151 Läufer. Der zu be von 1 Stunde, 36 Minuten, 6 Sekunden überreicht, der ihn mit großer Freude entgegen nahm. fördernde Eichenzweig wurde dem Großherzog gegen 10 == Unglücksfall. Gestern abend Uhr wurde in der Rodheimerstraße ein Schriftsetzer von der Biebertalbahn der eine Unterschenkel abgefahren. Der Verunglückte wurde durch die Sanitätsabteilung nach der Klinik verbracht, wo er heute vormittag seinen schweren Verletzungen erlegen ist. 本 von Ronneburg fest. Auf der zwischen Hanau und Büdingen auf einem Bergkegel malerisch gelegenen und weithin sichtbaren Ronneburg veranstalten die Zweigvereine des Vogelsberger Höhenklubs Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Büdingen und Gelnhausen am 25. Juni d. J. ein Burgfest. Es kommt dabei ein historisches Festspiel zur Aufführung, verfaßt C. Steininger, Mitglied des Frankfurter V. H. C., bei welchem 115 Personen, alles Mitglieder der genannten Zweigvereine, auftreten. Der jetzige Besitzer der Burg, Se. Durchl. der Fürst Friedrich Wilhelm von Asenburg und Büdingen zu Wächtersbach, hat hierfür die Burg zur Verfügung gestellt und den Ehrenvorsitz für das Festspiel, zu dem auch die übrigen Linien des burgischen Hauses eingeladen sind, übernommen. Das Stück führt den Titel" Im Glauben stark, in Treue fest" und spielt in der ersten Zeit des 30jährigen Krieges. Die Aufführung findet nachmittags 3 Uhr im inneren Burghof statt und währt etwa 2 Stunden. Jm äußeren Burghof ist Konzert, Landsknechtlager und Volksfest. Bei eintretender Dunkelheit Beleuchtung der Burg. senDer -)(- Bad Nauheim, 12. Juni. Zwei Damen Kutscher wollte beim Türschließen behilflich sein, als sich bestiegen in der Terassenstraße einen Landauer. in demselben Augenblick die Pferde in Bewegung setzten. Der Fensterflügel der Kutschentüre kam einem Baumast zu nahe, wurde aus den Angeln gehoben und fiel flirrend zu Boden. Durch das Geräusch erschreckt, gingen die Pferde durch. Zwei Droschten wurden angeDroschke kam unter seinem Wagen zu liegen, ohne jedoch rannt und schwer beschädigt. Der Kutscher der einen Schaden zu nehmen. Kurz vor dem eisernen Tor der Terrasse kamen die scheu gewordenen Pferde zu Fall. Abgesehen von dem Sachschaden kamen alle Beteiligten mit dem Schrecken davon. Darmstadt, 12. Juni. Seit Anfang März war der verheiratete Kasernenwärter Fell in der Nacht spurlos verschwunden, nur mit Hemd und Hose bekleidet. Trotz aller Bemühungen gelang es nicht, eine Spur zu finden. In der vergangenen Woche wurde nun seine schon stark in Verwesung übergegangene Leiche bei einer Kanalreinigung unter dem zirka einen Zentner schweren Kanaldeckel in dem Kanal entdeckt. Marburg, 12. Juni. Bierbrauereibesitzer Bopp, der 10 000 Mark zur Unterstützung seiner Arbeiter und ihrer Angehörigen gestiftet hat, hat weitere 20 000 Mark der Stadt Marburg für eine Stiftung tage zu erfahren, und wir werden dasselbe deshalb so überwiesen, deren Zinsen zum Ankauf von Altertümern, fort, nachdem es endgiltig feststeht, bekanntgeben. aus == Die gestern hier bei günstigem Wetter auf der Lahn stattgefundene 16. Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes war von 9 Vereinen Frankfurt a. M., Offenbach, Mainz, Limburg, Kastel und Gießen mit 33 Booten und 157 Ruderern belegt. Aus den einzelnen Rennen sind folgende Vereine als Sieger hervorgegangen: 1. Begrüßungs- Vierer: Ruderflub Germania"-Kastel, 2. Junior- Einer: Ruderklub „ Hassia"-Gießen, 3. Anfänger- Bierer: Rudersportverein Amicitia"-Frankfurt a. M., 4. Senior- Vierer: Ruderflub„ Hassia"-Gießen( Ehrenpreis der Stadt Gießen, Wanderpreis); 5. Junior- Vierer: Ruderklub von 1907 in Limburg; 6. Senior- Vierer, wobei der Verbands= wanderpreis zum 1. Male ausgefahren wurde: Rudersportverein„ Amicitia" in Frankfurt a. M.; 8. Einer flub„ Hassia"-Gießen; 9. Senior- Vierer: Ruderklub„ Has( Lahnpokal," Hassia"-Herausforderungspreis): Ruder= sia"-Gießen; 10. Ermunterungs- Vierer: Ruderklub von 1907 in Limburg( wurde in schöner Form gewonnen); 11. Trost- Vierer: Mainzer Ruderklub; 12. Achter( Ehrenpreis des Prinzen Heinrich von Preußen) wurde mit drei Längen und schönem Ruderschlag vom Ruderklub „ Hassia"-Gießen gewonnen. " insbesondere auch alten Marburger Bürgertrachten, Verwendung finden sollen. -n- Weilburg, 12. Juni. Unser romantisch gemehr als Sommerfrische aufgesucht; auch Touristen, Aulegenes Lahnstädtchen wird von Jahr zu Jahr immer tomobil- und Radfahrer sind tägliche Gäste in unserer Stadt. Das alte Schloß des Stammhauses Nassau mit Schloßgarten, welch letzterer vom Grafen Johann Ernst in den Jahren von 1703-1713 angelegt wurde, macht mit seinen herrlichen Anlagen, den Denkmälern des Grafen Johann Ernst und des letzten regierenden Herzogs von Nassau, sowie den alten seltenen Bäumen und Gewächsen einen schönen Eindruck. Sehenswert ist auch die evangelische Kirche, in welcher sich die Gruft der nassauischen Familie befindet. *) Herborn, 12. Juni. Etwa 50 Feuerwehrleute von hier und den umliegenden Ortschaften wurde das Abzeichen und Diplom für 25jährige 3ugehörigkeit zur Feuerwehr überreicht. Worms, 12. Juni. Eine Dame mit riesen= großem Hut verletzte auf dem Martinsplatz mit den lanzenartigen Nadeln des Hutes einen vorbeigehenden Mann erheblich im Gesicht. Der Mann riß darauf, in rasender Wut, der Dame den Hut vom Kopf und zerStafettenlauf. Der hiesige Männerturn verein unternahm gestern einen Staffettenlauftrat ihn zu einer unförmlichen Masse. Die neue Reichsversicherungsordnung. Die wichtigsten allgemeinen Bestimmungen. Das große Gesetz, nächst dem Bürgerlichen Gesetzbuch das größte überhaupt, ist unter Dach und Fach gebracht und hat dem deutschen Arbeiter wieder eine ganze Reihe von Vorteilen beschert. So bringt die Krankenversiche rung eine sehr wesentliche Erweiterung des Kreises der versicherungspflichtigen Personen. Nicht weniger als annähernd 7 Millionen Menschen mehr werden der Krankenversicherung neu unterstellt. Diese Zahl wird sich noch ganz bedeutend erhöhen durch die in letzter Stunde angenommene Erhöhung der Gehaltsgrenze von 2000 auf 2500 Mark. Die Krankenversicherung bringt uns endlich die Aus de h= nung der Versicherungspflicht auf die landwirtschaftlichen Arbeiter, die Dienstboten, die unständig beschäf tigten Arbeiter, auf die im Wandergewerbe Beschäftigten, die Hausgewerbetreibenden und Heimarbetter, Personen der Schiffsbesaßung, Handlungsgehilfen und Handlungslehrlinge, Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken, Bühnenund Orchestermitglieder, ferner Lehrer und Erzieher in nicht öffentlichen Schulen und Anstalten. Für Kleingewerbetreibende, Landwirte, Familienangehörige des Arbeitgebers ist die Möglichkeit, der Versicherung freiwillig beizutreten, gegeben. ordnung. Es stehen eine ganze Reihe von Fragen zur Erörterung, wie beispielsweise die Regelung des Verhältniswahlverfahrens, die Festsetzung der ortsüblichen Tagelöhne usw. Auch die Herausgabe neuer Marken und Quittungskarten für die Invaliditäts- und Hinterbliebenenversicherung dürfte auf der Konferenz erörtert werden. Otto I. von Bayern. Fünfundzwanzig Jahre Scheinkönig. manischer Seite erfahren haben, es tonne als ausgeschlossen gelten, daß Deutschland sich an der geplanten diplomati schen Aktion beteilige, die bestimmt set, der türkischen Res gierung die Beendigung der Kämpfe in Albanien nahezu legen. Die deutsche Regierung betrachte die Niederwer fung des Aufstandes in Albanien als eine innere Ange: legenheit der Türkei, welche die fremden Mächte nichts an= gehe. Im Uferschlamm des Starnberger Sees fanden am Abend des 13. die Leichen Junt 1886 Lataien des Königs Ludwig II. und des ihm zur Bewachung beigegebenen greisen Irrenarztes Bernhard von Gudden. Wenige Tage vorher war Ludwig II. für regierungsunfähig erklärt worden, hatte sein Oheim, Prinz Luitpold, als sein nächster Agnat, die Regentschaft übernommen. Nun ging die Krone der Wittelsbacher auf den Bruder des Königs Ludwigs II. über, auf den Prinzen Otto, der selbst seit sechzehn Jahren in geistiger Umnachtung lebte. Und jetzt ist ein Vierteljahrhundert vergangen seit dem Tage, von dem ab die Regierung dieses unglücklichen Fürsten gezählt wird. Nicht vielen Monarchen wird vergönnt, so lange Zeit die Herrschergewalt auszuüben: die Geschichte kennt kein enderes Beispiel von einem Scheinkönige, der fünf Lustren lang nichts davon ahnte, daß Recht gesprochen ward in setnem Namen, daß die Münzen sein Bild trugen und daß an seinem Namenstage auf allen Gebäuden des Staates die Flaggen festlich im Winde wehten. Fünfundzwanzig Jahre ist Prinz Luitpold von Bayern des Königreichs Verweser", wie die offizielle Formel lautet. Er hat seines hohen Amtes mit Weisheit und Milde gewaltet. Die Verehrung und die Liebe des an seinem Fürstenstamme mit herzlicher Treue hängenden Bayernvolkes sind ihm zum Lohne ge= worden. Heute aber wenden sich die Gedanken mehr noch seinem königlichen Neffen zu, der selbst schon an der Schwelle des Greifenalters angelangt ist und dessen körperliche Kraft sich in demselben Maße zu stärken scheint, wie sein Geist tiefer und tiefer verfällt. Abgesehen von dieser Erweiterung des Kreises der verficherungspflichtigen Personen bringt die Krankenversicherung auch eine Erhöhung der Leistungen. Waren nach dem bisherigen Rechte die Barleistungen der Kranfenfassen bemessen unter Zugrundelegung des durchschnittItchen Tagesverdienstes von 4 Mark, so ist zu beachten, daß nunmehr ein Satz von 5 Mark zugrundegelegt wird, ein Satz, der durch das Statut auf 6 Mark erhöht werden kann. Der Tagesverdienst und das Krankengeld kann auch je nach der verschiedenen Lohnhöhe des Versicherten abgestuft werden. Wenn für die Art der Krankheit eine besondere Behandlung erforderlich wird, kann diese dem Kranken auch in einem Krankenhause gewährt werden, ferner auch Hilfe und Wartung durch Krankenpfleger oder Krankenschwestern. In letzterem Falle darf eine Kürzung des Krankengeldes nur um höchstens% Platz greifen. Von ganz besonderer Bedeutung ist die Bestimmung, daß die Sazung die Krankenhilfe auch auf ein volles Jahr( sonst 25 Wochen) ausdehnen kann. Neben den üblichen Heilmitteln kann die Kasse auch Krankenkosten zuwilligen, was bisher nicht möglich war. Eine wesentliche Erweiterung hat die Wochen- und Familienhilfe erfahren. Zwar sind die Anträge auf obligatorische Gewährung von Wochengeld, Schwangerengeld und Hebammendiensten abgelehnt worden, und zwar aus rein finanziellen Gründen, weil sonst das ganze Gesetz gefährdet worden wäre, den Kassen bleibt es aber überlaffen, die Wochen- und Familienhilfe durch eine Bestim mung des Statuts zu gewähren. So können Wöchnerinnen für acht Wochen ein Wochengeld in Höhe des Krankengeldes erhalten, an deren Stelle tritt mit ihrer Zustimmung Kur Ferner und Verpflegung in einem Wöchnerinnenheim. können die Dienste von Hauspflegerinnen und Hebammendienste bewilligt werden, ebenso fann Sterbegeld beim Tode des Ehegatten oder eines Kindes des Versicherten durch die Sazung zugebilligt werden. Auch die Unfallversicherung bringt eine Ausdehnung des Kreises der versicherungspflichtigen Personen, und zwar auf Betriebe zur Beförderung von Personen oder Gütern, auf das Dekorateurgewerbe, die Apotheken, den Betrieb der Badeanstalten, auf Steinzerkleinerungsbetrie be, auf die Binnenfischeret, Fischzucht, Teichwirtschaft und die Eisgewinnung. Betriebsbeamte mit einem Einkommen bis zu 5000 Mart, bisher 3000 Mark, sind ebenfalls versiche= rungspflichtig. Von besonderer Wichtigkeit ist die durch den Kommissionsvorschlag eingefügte Bestimmung, daß durch Beschluß des Bundesrats die Unfallversicherung auf bestimmte gewerbliche Berufskrankheiten ausgedehnt werden tann, ebenso auf fleine Unternehmer mit nicht über 3000 Mart Einkommen oder nicht mehr als 2 Gehilfen. Eine Erhöhung der Renten ist insofern vorgesehen, als in 3ukunft ein Verdienst bis zu 1800 Mart( bisher 1500 Mark) voll angerechnet wird. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Wahl Maderos zum Präsidenten von Merito gilt als gesichert. Die Stimmen sämtlicher Delegierten aller sechs Mexikostaaten dürften sich auf ihn vereinigen. Der Kaiser wird seine Nordlandreise voraussichtlich am 3. Juli antreten. Die Dauer der Reise ist auf etwa vier Wochen berechnet. Kleine Nachrichten. Türkische Offiziere in der deutschen Armee. Am 1. Oftober d. J. werden wiedrum 20 türkische Offiziere in dte deutsche Armee eintreten. Im ganzen werden dann dem deutschen Heere etwa 120 türkische Offiziere angehören. Der sozialdemokratische Parteitag soll vom 10.- 17. September in Jena abgehalten werden, Noch eine Lebensretter stiftung Carnegies. Carnegie hat der holländischen Regierung 500 000 Gulden zur Grün dung eines Fonds für Lebensretter zur Verfügung gestellt. Zigarren als Krönungsgeschenk. Die Vertreter Kubas bet den englischen Krönungsfeierlichkeiten sind gestern in Plymouth angekommen. Sie haben dem König als Geschent 10 000 der ausgesuchtesten Havannazigarren mitgebracht, di eine Wert von 100 000 M haben. Russische Korruption. Wie aus Petersburg gemeldek wird, ist der Direktor der Kanzlet im russischen Verkehrs. ministerium seiner Aemter enthoben und zur gerichtlichen Verantwortung gezogen worden. Er soll sich der Erpress sung und der Annahme von Schmiergeldern schuldig gea macht haben. Aus Anlaß des 25jährigen Regentschaftsjubiläums des Prinzen Luitpold von Bayern schreibt die„ Nordd. Allgemeine 3tg.": ,, Mit 65 Jahren zur Leitung des Bayernlandes berufen, führte der Prinzregent mit milder, aber fester Hand die Zügel der Regierung. Von den Tagen, die den Prinzen an der Seite König Wilhelms von Preußen auf blutgetränkter Wahlstatt für die Einigung des deutschen Volkes wirken sahen, bis zur jüngsten Feier zum Gedächtnis der Errichtung des Deutschen Reichs- immer bewährte sich der Prinzregent als treuer Förderer des Reichsgedankens. Aus warmem Herzen bringen im Verein mit den Söhnen des Bayernlandes die Deutschen aller Stämme dem ehrwürdigen Fürsten aus dem Hause Wittelsbach am 10. Juni ihre Glückwünsche dar." Auch die Invalidenversicherung bringt eine Erweiterung der Versicherungspflicht fast in dem gleichen Maße wie die Krankenversicherung. Die Reichsversicherungsordnung bringt dann auch eine Erweiterung der Versicherungsberechtigung, die neuen Bestimmungen über die Berechnung des Grundlohnes bringen außerdem höhere Renten, ferner ist eine freiwillige Zusauversicherung vorgesehen, die es jedem Versicherungspflichtigen und Versicherungsberechtigten ermöglicht, sich eine höhere Rente zu fichein. Von der allergrößten Bedeutung ist dann weiter die Einführung der Witwen- und Waisenversiche= rung, um die schon, wie bekannt, seit Jahren gekämpft worden ist. Witwenrenten sollen nur die eigentlichen invaliden Witwen erhalten. Das Reich soll zu jeder Rente einen Zuschuß von 50 Mart und zur Waisenrente von 25 Mark zahlen. Ein irrsinniger Automobilist. Der Fuhrunternehmer Tangemann aus Dessau hat mit seinem Automobil in ra sender Fahrt auf der Chauffee nach Drantenbaum zwei Pera sonen überfahren; er fuhr weiter, ohne sich um die Schwerverletzten zu kümmern. Tangemann war plötzlich trrfinnig geworden und mußte in eine Irrenanstalt übergeführt werden. Die Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft wurde am Freitag in Stuttgart durch den Präsidenten Herzog Johani: Albrecht von Mecklenburg eröffnet. Von den Anträgen hob der Präsident besonders diejenigen hervor, die den weiteren Ausbau des kolonialen Eisenbahnnetzes fordern. Die Versammlung nahm einen Antrag an, in dem die Hoffnung ausgesprochen wird, daß die Reichsfolonialverwaltung der Frage der Besiedlung von DeutschOstafrika die größte Aufmerksamkeit und Förderung zuteil werden lasse. Zum Orte der nächstjährigen Hauptversammlung wurde Hamburg bestimmt. Im Reichsamt des Innern beginnen am 20. d. M. Beratungen der Referenten der sozialpolitischen Abteilung mit den Ministerialreferenten sämtlicher Bundesregierungen zur Durchführung der Reichsversicherungs27) 3wel Kirschen an einent Stengel. Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.) Wissenschaft, Kunst und Literatur. vergewiffe bem er ba fchuldig ge Eine Anfichtspo amtes eine Ding von daß der n bezüglich b bas Rätsel in blau her poftfarte m dem Adre gab ihm ni fundigte fi reitwilligit fatin, ein tellte fich blauen Für Dingen bef Briefmarte Bogen Für nommen, u ren machte in blau. blauen B Gutachten welcher U Cin a tag auf de ber Bahn fein Gleid eilen fonnt blid brauft Berunglüd trofdem er nungslos n Das T Untersuchungen über die Entstehung des Scharlachs. Dr. Georg Bernhardt, Assistent am Institut für Infektionsfrankheiten, hat, wie die Deutsche medizinische Wochenschrift in ihrer letzten Nummer mitteilt, interessante Unters suchungen über die Enstehung des Scharlachs vorgenommen. Der Gelehrte fand in den Bauchlymphdrüsen, ebenso wie in der Niere bei mehreren an Scharlach verstorbenen Personen eigenartige Bellgebilde. Es wurden sodann Affen mit Scharlachstoff geimpft, worauf sich bei ihnen ebenfalls diese Bellgebilde nachweisen ließen. Es gelang ferner, durch die Impfung bei Affen ein scharlachähnliches Krankheitsbild hervorzurufen. Dr. Hoefer, der gleichfalls Assistent am In stitut für Infektionskrankheiten ist, entdeckte bei seinen Versuchen auch Bellgebilde in verschiedenen Körperteilen von Personen, die an Scharlach gestorben waren. Es scheint nicht ausgeschlossen, daß diese Versuche dazu führen werden, den Scharlacherreger zu finden. Ueber die soziale Bedeutung des Mittelstandes sprach am Freitag auf dem tirchlich- sozialen Kongrße in Nürnberg der Syndikus der hannoverschen Handelskammer Wienbeck. Er schloß seine Ausführungen mit folgenden Sätzen: Mit gerechter Staatswirtschaft und christlicher Weltanschauung verträgt es sich nicht, den Mittelstand dauernd absälliger Beurteilung preiszugeben, sondern Staat und Gesellschaft müssen danach streben, durch Wort und Tat die öffentliche Meinung über den Mittelstand flar und wahr zu gestalten und dadurch dem noch immer national und christlich denkenden Mittelstande die notwendige Berufsfreudigkeit zu bewahren. Er stand auf und verließ die Stube. Frau Käthe aber ging an ihre Kommode. Sie hatte noch hier und da, wenn fte etwas ersparen fonnte, ein paar Mark, auch wohl ein Goldstück zu dem Notgroschen von Onkel Leberecht hinzugetan. Jezt wollte sie ihren fleinen Schatz durchzählen und öffnete im Kommodenschub das Kästchen, zu dem der Schlüssel sorgsam verwahrt in einem besonderen Schächtelchen gelegen hatte. Entsett starrte sie in den geöffneten Kasten, er war leer ganz leer. Sie fuhr sich mit der Hand nach der Stirn, es war ja nicht zu fassen, nicht zu begreifen! - Eine bemerkenswerte archäologische Entdeckung ist et ner Depesche aus Rom zufolge in der Gegend von Ancona gemacht worden. In einem Grabe der gallischen Zeit hat man zahlreiche Gegenstände aus Gold und Silber gefunden. die nach der Ansicht der Professoren Ferrero und dell'Osso wahrscheinlich die Summe darstellen, die die Römer dem gallischen Führer aushändigten, um ihn nach der Plünde rung Roms zum Abzug aus der Stadt zu bewegen. Dementi der Kriegsgerüchte vom Baltan. Die Meldung eines bulgarischen Blattes, König Nikolaus habe dem Korrespondenten des Blattes erklärt, daß ein Krieg zwischen der Türkei und Montenegro unvermeidlich sei, ist nach offiziöser Meldung aus Cetinje vollkommen grundlos. Der König ist von der Hoffnung erfüllt, daß die türkische Regierung alle Maßnahmen treffen werde, um Albanien zu beruhigen. Das B. T." will von offizieller ottoDa hörte sie ihres Mannes Schritt hinter sich; er hatte sein Notizbuch liegen gelassen und kam noch einmal herauf, es zu holen. Langsam wandte sie sich um.„ Julius, min erspartes Geld mitsamt die 500 Mart vom Onkel is weg!" sagte sie und stützte sich dabei schwer auf die Kommode. Er hatte schon wieder die Tür in der Hand, über die Schulter rief er ihr zu: Wenn's gebraucht würde, sollte das Geld genommen werden. Nun, ich hab's gebraucht, notwendig gebraucht, da ist's eben mit draufgegangen." „ Es war min Geld," murmelte sie mit einem Blide, den er nicht ertragen konnte, denn es lag etwas wie Verachtung darin. - - Aus den Gerichtssälen. Im Altonaer Margarineprozeß wurden am Freitag eine Reihe weiterer Zeugen vernommen, die nach dem Ge nuß der Margarine erkrankt sind. Die Zeugen haben sich in fast allen Fällen an die städtischen Untersuchungsämter gewandt. In allen Fällen wurden Tierversuche angestellt, bei denen die Tiere an Vergiftungserscheinungen erfrantten, von denen sie allerdings nachher wieder ziemlich rasch genesen sind. Der Zeuge Althof, faufmännischer Vertreter der Firma Mohr& Co. in Berlin, erklärt, daß er seinerzeit täglich Sendungen von den in Betracht kommenden Marken erhalten habe. Keiner der Kunden habe jemals darüber Klage geführt. Er habe nur von dritter Seite von einigen Erkrankungsfällen Kenntis erhalten. Das Urteil gegen Mohr lautete wegen fahrlässiger Körperverlegung in Verbindung mit fahrlässiger Nahrungsmittelfälschung auf 700 Mark Geldstrafe bezw. 70 Tage Gefängnis. Die Gerichtskosten werden auf 40 000 Mark geschätzt. In der Begründung des Urteils wird ausgeführt, der Angeklagte hätte die Pflicht gehabt, genau zu prüfen, ob das von ihm in den Verkehr gebrachte Präparat nicht irgendwie gesundheitsschädlich wirken könnte. Bevor er einen ihm ganz un bekannten Handelsartikel absetzte, mußte er entweder durch eigene Prüfung oder durch zuverlässige Leute sich darüber Gott laß mich nit versinke!- Gib mir Kraft!. Gib mir Mut zum trage!" IX. Zwei Jahre war Kathi jezt verheiratet, nicht lange für ein junges Glück, aber ihr erschien die Zeit wie eine halbe Ewigkeit. Was hatte sie alles durchgemacht und durchgekämpft in diesen vierundzwanzig Monaten! Doch die Stürme, die sie durchrüttelt, hatten von der jungen Seele die Schlacken weggefegt. Frau Käthe war unter den Schicksalsschlägen nicht zusammengebrochen, sie hatte sich fest an ihren Gott angeklammert, und das war für sie die Zuflucht geworden, der rettende Fels, auf den ste sich flüchtete, wenn die tobende Brandung der Verhältnisse und der eigenen Gefühle sie in ihren Strudel herabzureißen drohten. „ Ich habe ein gutes Recht daran," stieß er hämisch hervor, aber mit abgewandtem Gesicht. Was Du an Austeuer mitgebracht hast, ist blutwenig gewesen, das meiste habe ich bezahlen müssen. Da habe ich mir's einfach wiebergenommen, was ich ausgelegt habe." Er wartete thre Antwort nicht ab, sondern lief eilend hinaus. Schallend fiel hinter ihm die Tür ins Schloß. Und auf diese geschlossene Türe starrte die Frau noch lange Stumm fränenlos. Dann schlug sie die Hände vor Bas Geficht und stöhnte Es ist zu vill, zu vill! Hert - gefunden! München, d mann Jord Dezember 19 Augsburg in der Schweiz unerwartet Paten und ihr erspartes Geld weggenommen hätte. Ihre Tüchtigkeit und ihr Fleiß hatten ihr bald Verdienst ge schafft. Sie plättete zu Hause für Herrschaften und nähte für einen Laden, nachdem sie sich von dem mühsam erwor benen Gelde eine Nähmaschine hatten anschaffen können. So war es ihr möglich geworden, sich und das Kind durchzubringen, und noch einen Notgroschen zu erübrigen, den fie aber eingedenk ihrer Erfahrung eingenäht im Mi Der trug. Ihr Mann hatte zwar eine Stelle beim Magistrat erhalten, aber, wenig gewöhnt an eine regelmäßige ständige Arbeit, hatte er sich wiederholt Versäumnisse zu Schulden tommen lassen und dadurch die Stelle verloren. Nun war er Kellner geworden, das behagte ihm noch am besten, denn da war, mehr als in anderen Stellungen, Gelegenheit, seiner verderblichen Neigung zum Trunke nachzugehen. Freilich mußte er verschiedene Male die Stelle wechseln, denn stramme Arbeit war ihm zuwider, und sobald diese von ihm gefordert wurde, versagte er nur zu gern. Er wußte, daß ihm als Kellner manches nachgesehen wurde, weil er ein gewandtes Wesen besaß und gewisse gute Manieren, die für kurze Zeit über den Wert seiner Persönlichkeit hinwegtäuschen fonnten. Was er verdiente, verbrauchte er, nur in den seltensten Fällen ließ er sich herab, wenn er einmal in besonders guter Laune war, ein paar Mark zur Miete zuzulegen. im Nebel v dischen Küfte Ballonforb am 2. Juni hen Provin ben, ans Lar an den Papt Leiche fander festgestellt un tattet. Brief ein ner Zeitung ein Fremden tet hat:„ De Das Gewehr gnallt, fize Am 15. Mai Jm Helmatdorfe war sie nicht wieder gewesen tro der brennenden Sehnsucht, die sie dahin zog. Es waren verschiedene Gründe, die sie davon abhielten. Sie wollte ihren Mann, auch nicht für kurze Zeit, sich allein über Tassen, denn wenn sie auch nicht viel Einfluß auf ihn be saß, einen gewissen Salt bot sie diesem schwachen Charakter doch. Außerdem scheute sie sich bei ihren knappen Ein nahmen davor, ein oder zwei Wochen ohne Verdienst zu bleiben, und schließlich war ihr der Gedanke furchtbar, man tönne daheim aus ihrem blassen, schmal gewordenen Gesichte mehr herauslesen, als sie einzugestehen gewillt war. Der Mutter hatte sie immer geschrieben:„ Es geht halt leidlich, wir müsse uns ebe durchschlage, aber der treue Herr gott hilft. Du wißt, Mutterle, de Arbeit is mir allweil Früd gewest, und sie sedert mir, da geht's halt. Mei Mädel ist herzig und is min grotes Glüd." Nun war aber ihr Mann Ende März erkrankt. Das Leben, das er als Wirt geführt und jetzt als Kellner, die späten Nachtstunden und der viele Alkoholgenuß, das hatte seine Gesundheit untergraben. Ein böses Magenleiden stellte sich ein, starkes Fieber gesellte sich dazu und warf ihn aufs Krankenbett. Kathi, die kleine, tapfere Frau, hatte den Kampf ums Dasein allein auf sich genommen. Sie wußte, daß sie keine Unterstützung bei dem Manne fand, und rechnete damit von dem Augenblide an, als er ihr erklärt hatte, mit welthem angeblichen Recht er ihr das Hochzeitsgeschenk des welches sehr Sergeant, 3 Mann, darun Trauriges ha 30 Toten wa Fußsohlen au foden. Eine dhnitten und Leib aufgesch ten. Alle feber hat me traurig, und Das wurde nun eine böse Zeit, Kathi mußte ihren legten Sparpfennig opfern, denn die Krankheit dauerte sechs Wochen. Verdienen konnte sie in der Zeit auch nicht so viel, denn die Pflege des Kranken, der außerdem noch in der grämlichsten Stimmung war, nahm ihre Zeit übermäßig in Anspruch. ( Forts. folgt.) Euch diese G falle. Immer ich hier mein glüdliches Le mir in den 2 heimat. We Haus am Lob fämpfe, aus dieser W Ein betr beamte Schä für 15 000 M fannten fauf einhändigen liebten eines her Wertpap Der Deutschen hat fich noch fer Aufträge Die reich Bugereiftes G treten, einem delt. Die Eh Honen gemad Dor das Geld auf unwahrh auswärts au Lynchjuft gestern ei Sutnadel her über den Ma großem Sut ausstehenden angerichtet u Geficht verlet in feiner Wu ihn zu einer tingend und Des modern Die gehe lung eines S Le Menant Amerifanerin Erlebuiffe te bles alles v Leben befitt angen, die f ammenhänge Benfionat, Derfor und erzählen. ungen ge sgefchloffen Diplomat tischen Re en nahez Niederwer nere Ange nichts an Megito gift erten alle en. Am 1. Ob ere in te dann dem ehören. -17. Sep Carnegie zur Grün Ling gestellt eter Subas gestern in Te Geschen ebracht, di g gemeldel Verkehrs erichtlichen Ser Erpres chuldig ge nternehmer obil in to 1 zwei Per Sie Schwer chirrsinnig übergeführ atur. arlachs. Dr. Infektions e Wochen ante Unter rgenommen. enso wie in En Personen Affen mit Enfalls diese r, durch die ankheitsbild ent am In seinen Ver Erteilen von Es scheint ren werden, fung ist eb von Ancona en Zeit ha er gefunden und dell'Ohio Römer den Der Plünde wegen.. am Freitag ach dem Ge n haben fi chungsämter he angestellt gen erfrant ziemlich rad Jer Vertreter aß er seiner fommender be femals da er Seite von Das Urteil verlegung in alfchung auf is. Die Ge In der Be Angeklagte das von ihm dwie gefund ihm ganz un ntweder burd fich darüber hätte. Jhu Verdienst ge en und näht ühfam erwor affen tönnen s Kind burd rübrigen, de näht im Mi gewefen t 3. Es ware 1. 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Die Postverwaltung gab ihm nur Kenntnis von dem Inhalt der Karte und erfundigte sich teilnehmend nach dem Absender, der auch be reitwilligst genannt wurde. Es war der Bruder der Adressatin, ein Chemiker. Bei der nun erfolgten Untersuchung stellte sich heraus, daß er, obgleich er noch etwa 80 solcher blauen Fünf- Pfennigmarten besaß, sich mit allen möglichen Dingen beschäftigte, nur nicht mit der Herstellung falscher Briefmarken. Er hatte einen frisch von der Post bezogenen Bogen Fünf Pfennigmarten in sein Laboratorium mitge nommen, und die Dämpfe der Schwefel- und anderen Säuren machten nun heimliche Arbeit und verwandelten grün in blau. Inzwischen hat der Chemiker für seine echten blauen Briefmarken echte grüne Marken erhalten, ein Gutachten aber ist darüber in Vorbereitung, auf Grund welcher Umstände sich der Farbenwechsel vollziehen konnte. Ein aufregender Vorfall ereignete sich gestern vormittag auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin. Dicht an Der Bahnsteigschwelle stand ein alter Herr, der plötzlich Sein Gleichgewicht verlor und ehe ihm jemand zu Hilfe eilen fonnte, auf die Schienen stürzte. In diesem Augenblid brauste auch bereits ein Stadtbahnzug heran. Der Berunglüdte wurde anscheinend vom Zuge nur gestreift, trotzdem erlitt er eine Kopfverlegung. Er wurde besin nungslos nach der Charitee gebracht. Das Todesopfer einer Ballonfahrt nach sechs Monaten gefunden! Die Leiche des Kaufmanns Ernst Metzger aus München, der mit dem Direktor Distler und dem Hauptmann Jördens vom Touring- Club aus München am 3. Dezember 1910, nachmittags um 4 Uhr von Gersthofen bei Augsburg in dem Freiballon Touring- Club" zu einer nach der Schweiz geplanten Fahrt aufgestiegen war und bei der unerwartet stürmischen Fahrt über die Nordsee nach einem im Nebel verunglückten Landungsversuch an der holländischen Küste aus dem auf das offene Meer herabgedrückten Ballonkorb durch eine Sturzwelle herausgespült wurde, ist am 2. Juni bei Bierum, einem Orte in der niederländischen Provinz Groningen, 23 Kilometer westlich von Emben, ans Land gespült worden. An der goldenen Uhr und an den Papteren, die sich in der Brieftasche noch bei der Leiche fanden, wurden die Personalien des Verunglückten festgestellt und die Leiche auf dem Bierumer Friedhofe be= ftattet. Brief eines Fremdenlegionärs. Die elsässische Thanner Zeitung" veröffentlicht folgenden Leidensbrief, den ein Fremdenlegionär an seine Eltern in Sennheim gerich tet hat:„ Debbou( Marokko), 21. Mai, Sonntag mittag. Das Gewehr im Schoß und 120 Patronen um den Leib geSchnallt, size ich hier und will Euch einige Zeilen schreiben. Am 15. Mai fand ein Gefecht hier statt in den Bergen, welches sehr traurig verlief. Tot waren 1 Kapitän, 1 Sergeant, 3 Korporale und 20 Legionäre; verwundet 17 Mann, darunter 1 Leutnant und i Korporal. So etwas Trauriges habe ich noch nie gesehen. Die Leichname der 30 Toten waren ganz verstümmelt; dem einen waren die Fußsohlen aufgeschnitten, den anderen in die Augen ge= stochen. Einem haben die Araber den Hals halb durchgeschnitten und der Hals herumgedreht. Dem einen war der Leib aufgeschlitt, einem anderen die Schamteile abgeschnitten. Alle Körper waren schrecklich anzusehen, denn fast feder hat mehrere Schüsse und Dolchstiche gehabt. Ich kann Euch diese Grausamkeiten nicht alle schildern; es ist sehr traurig, und wer weiß, ob ich nicht im nächsten Gefecht. falle. Immerhin macht Euch um mich feinen Kummer, wenn ich hier mein Grab finde, dann geht mit mir nur ein unglückliches Leben zugrunde. Meine Lieben, Tränen stehen mir in den Augen, wenn ich an Euch denke in der fernen Heimat. Während ich hier am Hungertuch nage, siht Ihr zu Haus am gedeckten Tisch. Im Moment, wo ich gegen den Tod fämpfe, macht Ihr Euch lustig. Nun rufe ich Euch allen aus dieser Wildnis vielleicht mein letztes Lebewohl zu." Ein betrügerischer Bankbeamter. Der 28jährige Bant beamte Schädel in Hamburg ließ sich von seinem Prinzipal für 15 000 M Wertpapiere, die er angeblich für einen Be fannten faufen sollte, sowie eine Provision von 60 Mark einhändigen und flüchtete dann in Begleitung seiner Geliebten, eines 22jährigen Dienstmädchens, nachdem er vorher Wertpapiere in Höhe von 3000 Mart bei der Filiale der Deutschen Bank für 2000 Mart verpfändete. Schädel hat sich noch weiterer Betrügerien durch Erteilung fingierter Aufträge schuldig gemacht. Die reiche Erbin. Ein von Braunschweig in Hannover zugereistes Ehepaar verstand es durch sein sicheres Auftreten, einem dortigen Kaufmann 6500 Mart abzuschwindeln. Die Ehefrau gab an, sie habe eine Erbschaft von MilItonen gemacht und müsse die Kosten zunächst bezahlen, bevor das Geld ausgezahlt würde. Da die Angaben der Frau auf unwahrheit beruhten und sie diese Betrügereten auch auswärts ausgeführt hatte, wurde sie verhaftet. Lynchjustiz an einem Damenhute. In Worms spielte sich gestern eine erregte Straßenszene ab, die durch eine Sutnadel heraufbeschworen worden war. Dort rauschte über den Martinsplatz eine Dame, hochmodern mit riesengroßem Hut und dito Nadeln. Die an beiden Seiten herausstehenden Hutnadeln hatten aber unversehens Unheil angerichtet und einen vorbeigehenden Mann erheblich im Gesicht verletzt. Als dieser sein Blut fließen sah, riß er in seiner Wut der Dame den Hut vom Kopfe und zertrat ihn zu einer unförmlichen Masse. Die Dame sah händeringend und mit Weinträmpfen kämpfend der Zerstörung des modernen Kunstwerkes" zu. Die geheimnisvolle Amerikanerin. In der Behandlung eines der berühmtesten Nervenärzte von Paris, Dr. Le Menant des Chesnais, befindet sich zurzeit eine junge Amerikanerin, die über ihren Namen, ihre Herkunft und Erlebnisse feinerlei Auskunft anzugeben vermag. Sie hat dies allez völlig vergessen. Ueber ihr ganzes bisheriges Leben besitzt man keinen Anhaltspunkt als einige Aeußerjungen, die sie in der Hypnose tut. Sie vermag dann zufammenhängend über ihren einstigen Aufenthalt in einem Pensionat, über einen Schiffbruch, wobei sie ihre Eltern perlor und über eine von ihr erlebte Eisenbahnkatastrophe erzählen. Aber diese Angaben haben sich den Nachfor= ungen genenüber als falsch erwiesen. Der Arzt glaubt, daß das Mädchen sich in einem Geisteszustand befindet, worin sie Erlebics und Gelesenes ungeordnet reproduziert. Sie erzählt auch von großen Reisen und nennt Städte und selbst einzelne Straßen. Auch spricht sie von ihrem Vetter und ihrem Onkel, die angeblich Offiziere waren. Bisher haben sich Angehörige des Mädchens nicht gemeldet. Die Brände in der Lüneburger Heide, über die wir bereits berichtet haben, find immer noch nicht gelöscht. In Himmelmoor bei Quikborn, wo der Brand die größte Ausdehnung genommen hat, konnte die Tätigkeit der vereinigten Feuerwehren dem Brand nicht Einhalt gebieten, nur ein anhaltender, heftiger Regen wäre imstande, die Flammen zu löschen. Auch in Orbüll ist ein großer Komplex Heidemoor vernichtet. Ein großer Moorbrand brach ferner bei Ahrenlohe aus, nachdem vorher ein Eisenbahnzug die Heide passiert hatte. Es ist anzunehmen, daß das Feuer infolge Funkenfluges entstanden ist. Den aus den umliegenden Orten herbeigeeilten Feuerwehren gelang es anfangs nicht, das Feuer aufzuhalten. Erst an einem breiten Weg war es den Feuerwehren möglich, dem Flammenmeere Halt zu bieten. Ein weiterer Brand wurde aus Sorgensen gemeldet, wo 15 Morgen Föhrenbestand vernichtet wurden. Auch hier soll Funkenflug einer Lokomotive die Brandursache sein. In dem Dorfe Pötrau sind drei Bauernhöfe mit allem Zubehör niedergebrannt. Es kam viel Vieh in den Flammen um. Breuer zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Der seinerzeit wegen Ermordung des Fabrikanten Mattonet zum Tode verurteilte Rennfahrer Breuer ist, wie das ,, B. T." erfährt, zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Die Begnadigung erfolgte auf Grund des Gnadengefuches, das der Verteidiger Breuers, Rechtsanwalt Werthauer, eingereicht hatte. Breuer selbst wollte, wie erinnerlich, von einem Gnadengesuch nichts wissen, da er in jedem Stadium des langwierigen Prozesses immer wieder betonte, daß er unschuldig veruteilt worden set und deshalb nicht begnadigt zu werden brauche. Inzwischen nehmen die Bestrebungen zur Durchführung des Wiederaufnahmeverfahrens ihren Fortgang. Ein dritter Selbstmordversuch Hofrichters. Aus Möllersdorf kommt von wohlinformierter Seite die Nachricht, iaß Adolf Hofrichter, der in der dortigen Militärstrafanstalt als Häftling erster Kategorie" internierte Giftmörder, dieser Tage neuerlich einen Selbstmordversuch unternommen habe, jedoch auch diesmal rechtzeitig genug bemerkt worden sei. Er wurde vorigen Sonntag turz nach 7 Uhr früh in seiner Zelle an dem Fenstergitter hängend aufgefunden. Einer der Verschließer durchschnitt die Schnur, an der Hofrichter hing, und dieser erholte sich bald wieder. Hofrichter erklärte, er habe sich nun einmal in den Kopf gesetzt, zu sterben, und werde sein Vorhaben ausführen. Endlich werde es ihm doch gelingen. Man nimmt jedoch an, daß es dem Giftmörder mit den Selbstmordversuchen nicht ernst sei, was schon daraus hervorgehe, daß er dieselben immer bei Tageslicht unternehme, so daß er von. Gang aus gesehen werden muß. Hofrichter ist auch jetzt noch in strenger Einzelhaft und verrichtet seine Spaziergänge im 3winger" stets allein, immer mit dem Havelock bekleidet, ohne den er die Zelle nie verläßt. Er ist zum Stelett abgemagert und sein schwarzer Vollbart hat eine erstaunliche Länge erreicht. Er mißt weit über einen halben Meter. Hofrichter verbringt derzeit fast den ganzen Tag mit Beten und oft hört man aus seiner Zelle Weinen und Schluchzen. Seit langem hat er feinen Besuch mehr empfangen. Strafweise werden ihm Briefe nicht ausgefolgt und er selbst darf solche auch nicht schreiben. Tolstois verlassenes Grab. Wie St. Petersburger Blätter berichten, wird schon jetzt die Zahl der Besucher der Grabstätte L. R. Tolstois immer geringer: es vergehen Tage, bis einer der zwei Besucher sich am Grab einfinden. Auch die Inschriften an der mit einem verschlossenen Pförtchen versehenen Umzäunung werden seltener. Dafür kommt eine neue Art auf, seinen Besuch an der Stätte zu dokumentieren: die Hinterlassung von Visitenkarten mit eingebogener Ecke, die von der„ Visite" des Herrn X oder Zeugnis ablegen. Diese Visitenkarten werden mit Fichtennadeln am Grabe befestigt. Sie vergilben und verwittern aber schnell genug. Daher sind auch dauerhafte Inschriften beliebt, die man in die Planken des Zaunes oder in die Baumrinden einrigt. Ein ganzes Stück aus einem Baum hat sogar ein Besucher ausgeschnitten und seinen Namen darauf, verewigt". Eine Inschrift, die vom 14. April datiert ist, bezieht sich auf die Ostertage und zeigt in einem Oval die Buchstaben X. B. Nebenan hat femand ein achtendiges Kreuz eingegraben und die Inschrift: Wie seltsam: auf dem Grabe des großen Christen befindet sich kein Kreuz. Ich stelle es und bete für ihn." Auch die Inschrift eines Geistlichen findet sich, deren Inhalt zeigt, daß auch Diener der orthodoxen Kirche sich mit dem Gedächtnis des Verstorbenen ausgesöhnt haben. Ein wirklicher ,, Sherlock Holmes". Die Wirklichkeit, die häufig hinter den noch so fühnen Phantasien der Dichter nicht zurückbleibt, hat den von Connan Doyle erdachten Meisterdetektiv Sherlock Holmes ein lebendes Pendant gegenübergestellt, das sich mit dem Geschöpf der Einbildungskraft wohl vergleichen kann. Es ist das William J. Burus, Ameritas größter Detektiv, def sen Wirken J. W. T. Mawson einen fesselnden Aufsatz widmet. Wie Sherlock Holmes weiß auch er durch die glänzende Logik seiner Folgerungen und die zähe Energie feines Verstandes die geheimsten Gespinste aufzulösen, die schlauer Verbrecherfinn entdeckt. Seit 25 Jahren ist Burns als Kriminalist tätig. Eine Zeitlang war er von den Vereinig ten Staaten angestellt, machte sich dann aber selbständig, und heute besteht seine Hauptarbeit darin, die zwanzigtausend Banken zu bewachen, die zu der amerikanischen Bankiergesellschaft gehören. Nebenbei aber unternimmt er aus Liebhaberei" noch allerlei Abenteuer und widmet sich der Aufdeckung schwieriger Verbrechen, an denen die Bemühun gen der offiziellen Polizei gescheitert sind. Erst jüngst hat er die Helden des aufsehenerregenden Dynamitverbrechens ausfindig genacht und der gerechten Strafe überliefert. Mit seinem Aeußern steht Burns zu Sherlock Holmes im größten Kontrast. Nicht schlank, dünn, nervös ist er, sondern dick, plump und phlegmatisch aussehend und scheinbar der gemütlichste und schwerfälligste Spießbürger von der Welt. Er trägt niemals einen Revolver und macht überhaupt alle Vorstellungen, die man sonst von einem Detektiv hat, zuschanden. Aber er ist Meister in der Kunst der Verkleidung und hat mit einer geschickten Maske seine besten Leistungen vollbracht. So gelang es ihm z. B., den berühmten Banknotenfälscher Charley Ulrich zu entlarven. Ulrich hatte durch seine ebenso geschickten wie kühnen Fälschungen, die er an der Spize einer ausgebreiteten Bande betrieb, die ganzen Vereinigten Staaten in Aufregung versetzt. Burns wurde damit beauftragt, den Verbrecher, den man als Täter vermutete, dem man aber zunächst nichts nachweisen konnte, zu überwachen und zu überführen. Als gewöhnlicher Arbeiter gekleidet, nur von seiner Frau unterstützt, machte sich Burns an die Arbeit. Er mietete sich in einem Hause ein, das dem gegenüberlag, in dem Ulrich wohnte; wenn der Verbrecher zum Fenster hinaussah, konnte er aus der gegenüberliegenden Haustür des Morgens den harmlosen Arbeiter herausgehen und des Abends wiedertommen sehen Ulrich, der sich bewacht wußte, wandte bet der Herstellung der falschen Scheine die größte Vorsicht an, so daß zunächst Wochen vergingen, ohne daß der Detektiv etwas ermitteln fonnte. Eines Tages aber bemerkte Burns, daß der Fälscher zur Bahn ging und sich dort ein Billett nahm. Er mochte sich also in Sicherheit glauben. Wenige Minuten nach Ulrich stand Burns an dem Schalter und sagte:„ Ich dachte, ich würde meinen Onfel hier treffen, ist er nicht eben hier vorbeigekommen?" Dann gab er eine genaue Beschreibung Ulrichs. Ja, er ist eben dagewesen." " Dann geben Sie mir ein gleiches Billett wie ihm," und furz darauf befand sich der Detektiv im Neuyorfer Zuge zusammen mit seinem Opfer. Da sich Ulrich völlig unbeobachtei glaubte, so beging er die Unvorsichtigkeit, in den Rauchwagen zu gehen und seine Tasche zurückzulassen. Burns fonnte sich nun davon überzeugen, daß sie eine große Menge gefälschter Banknoten enthielt. Als der Fälscher in Neuport ein Telegramm eufgab, in dem er seinen Hel fershelfern seine Ankunft mitteilte, fühlte er plötzlich, wie ein Mann ihm über die Schultern sah. Er hatte nur noch die Adresse und seinen Namen zu schreiben. Geht Sie das etwas an, was ich schreibe?" fragte rich mitGalgenhumor. " Ja", war die Antwort.„ Nun, dann können Sie es vielleicht besser schreiben als ich." Iud Ulrich ein. Burns nahm die Feder und schrieb die Adresse und die Unterschrift.„ Es geht Sie wirklich etwas an," sagte Ulrich einfach und ließ sich von Burns abführen. In einem anderen Falle gelang es dem Detektiv, eine Falschmünzerbaude dadurch zu entdecken, daß er vierzehn Monate lang in den Vereinigten Staaten die Arbeiter, die technisch imstande gewesen wären, eine so ausgezeichnete Nachahmung zu liefern, beobachtete, unter den Geschicktesten immer mehr auswählte und schließ lich seine Kreise so eng zog, daß er die Fälscher entdeckte. Sein einziger Anhaltspunkt war die ausgezeichnete Ausführung der nachgemachten Hundertdollarscheine gewesen. Eine besondere Geschicklichkeit entfaltet Burns darin, einen Verbrecher, von dessen Schuld er sich überzeugt hat, nun auch zum Geständnis zu bringen. Irgend welche Gewaltmittel wendet er nie an. Aber er scheint seine Opfer zu Hypnotisieren, denn fast stets Itefert er geständige Uebeltäter bet der Polizei ein. Neue Opfer der Aviatik. Tödlicher Unfall auf dem Flugplatz Johannisthar. Der Flieger Schendel, der Freitag abend mit etnem Passagier auf dem Flugplatz Johannisthal bei BerIin aufgestiegen war, ist aus einer Höhe von etwa 2000 Meter in der Nähe der Grenze zwischen der Gemarkung Adlershof und Köpenick abgestürzt und tödlich verunglückt. Der 24 Jahre alte Schendel war mit seinem etwa 30 Jahre alten Monteur Voß auf einem Dorner- Eindecker gegen 7 Uhr aufgestiegen in der Absicht, den Welthöhenrekord zu brechen. Als um 8½ Uhr der Kanonenschuß zum Zeichen der Beendigung der Flüge er= tönte, befand sich Schendel noch in einer Höhe von etwa 2000 Metern. Vermutlich vollte er im Gleitfluge landen, als sich das Fahrzeug plötzlich senkrecht stellte. Es gelang dem Flieger wieder, das Flugzeug ins Gleichgewicht zu bringen, doch stellte es fich bald wieder senkrecht und stürzte herab und kam in einer Laubenkolonie hinter Adlershof nieder. Sofort fuhr ein Automobil der Flugplatzgesellschaft an die Unfallstelle und brachte den Flieger samt seinem Passagier als Leichen zurück. Ein Augenzeuge, der sich in seiner Laube in der Nähe der Unfallstelle befand, gewahrte das abstürzende Flugzeug Schendels, als es sich in annähernd 150 Meter Höhe befand. Der Motor arbeitete nicht mehr. Die Infaffen stießen Schrete aus. Die Frau des verunglückten Monteurs Boß weilte zurzeit des Unglückes auf dem Flugplaße und mußte den Absturz ihres Mannes mit ansehen. Die Leichen bilden blutige formlose Massen. Arme und Beine sind gebrochen. Das Flugzeug, das bei dem Sturz nicht vollständig zertrümmert wurde, steckt mit seinem vorderen Ende senkrecht im Boden. Todessturz zweier japanischer Militärflieger. Die japanischen Militärflieger Hauptmann Tokusawa und Leutnant Ito haben in Tokio bei einem Sturz aus großer Höhe den Tod gefunden. Ueber die Todesfahrt Schendels wird noch gedrahtet: Johannisthal, 10. Junt. Als Schendel eine Höhe von 500 Metern erreicht hatte, setzten plößlich heftige Böen ein, und man konnte deutlich erkennen, daß der Eindecker in bedenklicher Weise überlegte. Bald schwebte der Flieger 1000 Meter hoch und verließ das Flugfeld. Nach fünf Minuten fehrte er zurück. Darauf stieg er 1600-1700 Meter hoch. Drei Minuten blieb er in den Wolken verschwunden. Dann sah man die Maschine wieder auftauchen. Sie neigte sich vornüber und in unglaublich steilem Gleitflug ging fie auf 1000 Meter nieder. In dieser Höhe stellte sich die Maschine senkrecht und schoß noch 300-400 Meter tief. Dann überschlug sie sich zweimal und sauste pfeilschnell zu Boden. Als man herbeieilte, war von dem Eindecker nichts zu sehen, als ein wüster Trümmerhaufen. Unter ihm lagen zwei menschliche Körper. Drabtnachrichten und neuestes. Ein Berliner Schuhmann erschossen. Berlin, 10. Junt. Als der Schußmann Lucht in der Gastwirtschaft von Borchard in der Friedrichstraße ei nen Mann festnehmen wollte, erschoß dieser den Schuhmann, verwundete einen Kellner und erschoß sich dann selbst. Gistmordversuche einer Schwermütigen. Berlin, 10. Juni. Die 30jährige Frau des Oberpostschaffners Tiele versuchte in der vergangenen Nacht in threr Wohnung sich selbst und ihre acht Kinder im Alter von ein bis zu 18 Jahren durch Gas zu vergiften. Das zwei Jahre alte Kind wurde tot aufgefunden. Die Mutter und das jüngste Kind waren bewußtlos, fonnten aber ins Leben zurückgerufen werden. Die übrigen sechs Kinder, die in einem anderen Raum ſchliefen, waren nur leicht betäubt. Frau Tiele hat in der letzten Zeit Anzeichen von Schwermut gezeigt. Ein Durchbrenner. Frankfurt a. M., 10. Juni. Nach Unterschlagung von 3800 Mart ist der 35jährige aus Kehl a. Rh. gebürtige Kaufmann Adolf Rose durchgegangen. Er sollte im Auf trag einer Engrosfirma das Geld in drei Briefen zur Post bringen, vertauschte es aber unterwegs mit Papierschnitzeln. Seiner Frau schrieb er, daß er die Familie nicht mehr ernähren könne und allein durch die Welt gehen wolle. Ausstand englischer Kohlenverlader. London, 10. Juni. Der Aufstand der Kohlenverlader in Southampton nimmt eine ernstere Gestalt an. Die Dampfer fönnen feine Kohlen nehmen und müssen ihre Abreise verschieben. Vom Gefanaenen der Balkanräuber. Salonifi, 9. Juni. Eine sieben Mann starke Gendarmerieabteilung, die nach der Entführung Richters mit dem Abstreifen der Umgebung des Klosters Spalmos be= schäftigt war, stieß auf drei Hirten, als plöblich eine vierte bewaffnete Gestalt auftauchte. Da diese entfliehen wollte, schossen die Gendarmen sie nieder. Der Tode wurde als Mitglied der Bande festgestellt, die Richter entführt hat. Die Gendarmen arretierten die drei Hirten. Bei dem Ver hör im Kloster Spalmos im Beisein der Mönche ergab sich, daß auch die Mönche an der Entführung Richters beteiligt find. In einigen Tagen hofft man, das Versted Richters ausgefundschaftet au haben. Eine der grössten und leistungsfähigsten deutschen Lebensversicherungs- Gesellschaften hat für den hiesigen Platz ihre Hauptagentur mit grösserem Inkasso unter günstigen Bedingungen zu vergeben Geschäftsgewandte Herren, welche über gute Beziehungen zu den besseren Kreisen verfügen werden gebeten, gefl. Offerte unter L. S. 4505 an R. Mosse Frankfurt a. M. einzureichen. 285/2 - we Ein Kinderspiel dem Kaffee Kraft und Würze zu verleihen mit einem Zusatz von ,, Kaiser- Otto" Beim Einkauf achte man auf das rot- gelb- rote Paket und die Schutzmarke Haus". 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