htung! roßer Ver. Celler", alle große Aus efierte Sel .w. Aus: ( 262) öln. hlen 3tc. 70 Big " " " 90 75 reisen: melierte( ge und Brann und Bechen. Cessen ahren! geüärft. itteilen, baß mir h r Verlauf derfelbe mich wohl und n Friebrit eiden befreit. ohe Mitteilung tam eine Maffe S berhaupt eine gan Jahren diese Stur b meine Frau so enth macht hat, weber hmerzen, wie sie i Eduard Wurthon iermit beglaubigt: int fig. Wehrle( m befreit. ß ich nach Gebra Eniouem mit Stopf g dieses zu veröffent en beglaubigt: fig. M. Nidels( Empfehlung. , innerhalb kürze befreit. Ich gefta fentlichen. Frau Emma her fig. Stange( erfolglofe Au tch an einem erfolglofe Auren ir wurde ich jedo Eduard Müll chaft. fig. Feldmann( frohe Botschaft f g Afiendorf, Sch and fig. W. Geisle Intereffe. nn ich Ihnen zu empfohlenen Stur e es mir angele Breisen zur Ken M. Grunen teher fig. Anton B friedigt. mit die frohe gemäß gebraucht ir den berbindli ns empfehlen Bonnemann, Ba er fig. unteferlid laubigt: inacht bis jet ich die empfohle gelungen zu betr und hat mir e erzielt wurden zeifekretär( Ams t zugenommen 0 Pfd. zugenom ihlen fich fehr w seidetürmer befe Frau& mimann fig. B meines Lebe fann ich Shmen fühle und mi hern. 1, Villa Ch Beide in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Wif.- Erscheint Mittage 3 Uhr. Die„ Illustr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 111. - Telephon: Nr. 362. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüter Schmidt.) Freitag, den 12. Mai 1911. Weg zur Selbsthilfe gewiesen, auf dem das Stadtverwaltung und das Handwerk. Weg zur Selbsthilfe gewiesen, auf dem das Handwerk, wenn auch zunächst nur auf einem Gebiete, zu innerer Gesundung und Kräftigung gelangen kann. Wenn auch auf Grund der letzten Berufszählung als feststehend anzusehen ist, daß der Stand der Handwerker und Kleingewerbetreibenden im Deutschen Reich an Mitgliederzahl nicht verloren, son| ( Gickener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. Stellen: die 44 mm breite Inseratenzeile. gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. 15. d. Mts., auf 2 Tage im Torhäuschen am Stadt= theater zur) Einsichtnahme offen gelegt sind. Den Da= men des 3. Bezirks wird durch Herrn Architekt Meyer auf einer Postkarte das Gewünschte mitgeteilt werden. dern eher noch gewonnen hat, so ist doch auch über die Die Friedensteier in Frankfurt a. m. fierter Stelle in Frankfurt a. m. tierter Stelle- wie die Darmstädter 3tg." schreibt schwierige Erwerbslage dieser Bevölkerungsgruppen, über die Schwere des Daseinskampfes, den die Handwerker und Kleingewerbetreibenden seit Jahren zu bestehen haben, kein Zweifel möglich. Das unaufhörliche Wachstum der Großbetriebe, die fortschreitende Konzentration im Geschäfts- und Kreditwesen, die Teuerungsverhält nisse in den großen Städten, die den mittelständischen Geschäftsmann immer mehr an die Peripherie, in die ärmeren Stadtteile, oder gänzlich aus der Stadt herausdrängen, überhaupt der Zug der Zeit mit seinem im Vergleich zu früher wesentlich veränderten Angebot- und alles das hat den deutschen Handwerker Kaufsystem schwer geschädigt und hat die zu ihm gehörigen oder ihm nahestehenden Mittelstandsireise an dem allgemeinen Aufschwung der Lebenshaltung und Verdienstmög= lichkeit, der sonst überall in unserem Vaterlande zu beobachten ist, mindestens nicht in dem Maße wie alle übrigen Berufsstände und Volksschichten teilnehmen lassen. Die Hilfe tut not. Da ist es nun gerade für jeden Handwerker sehr schmeichelhaft zu hören bezw. zu lesen, daß Heidelberg bezw. sein Stadtrat wegen eines sehr glücklichen neuen Gedankens in dieser Hinsicht gelobt wird. Es sind dies die Abmachungen zwischen dem Stadtrat in Heidelberg und der Handwerkskammer in Mannheim über die Mitwirkung von Hand= werkssachverständigen bei der Vergeb ung städtischer Arbeiten und Lieferungen. Ihr Inhalt ist im wesentlichen der folgende: Die Handwerkskammer ernennt zur Mitwirkung bei der Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen für die einzelnen Gewerbe auf die Dauer eines Jahres je einen Sachverständigen. Letztere sind für die Dauer dieser ihrer Tätigkeit von der Beteiligung an städtischen Submissionen ausgeschlossen und erhalten keine Vergütung. - 2. Vor der Ausschreibung von Arbeiten aus solchen Gewerbsarten, für die von der Handwerkskammer Sachverständige ernannt sind, ist von dem ausführenden Amt dem betreffenden Sachverständigen Gelegenheit zu geben, von dem Entwurf des Ausschreibens und den Verdingungsunterlagen nicht jedoch auch von dem Kostenvoranschlage Einsicht zu nehmen, damit er etwaige Wünsche inbezug auf das Ausschreiben oder die Verdingungsunterlagen äußern kann. Von dem Termin zur Deffnung der Angebote ist der betreffende Sachverständige zu benachrichtigen. Auf Erscheinen kann er an einem besonderen Tische der Verhandlung beiwohnen und sich nach Belieben Notizen machen. 3. Von dem Submissionsergebnis, wie es sich nach erfolgter Prüfung der Angebote ergibt, ist ohne Gegenüberstellung der berichtigten Zahlen dem Sachverständi gen und dem Gewerbe- und Handwerkerverein von dem die Arbeit ausführenden Amt Kenntnis zu geben. zu wer4. Aufgabe des Sachverständigen ist es, die Angebote auf ihren Preis, sowie besonders darauf prüfen, ob die Selbstkosten des Anbieters gedeckt den. Wird von einem städtischen Amt der Zuschlag an ein Angebot beantragt, das nach Ansicht des Sachverständigen die Selbstkosten des Anbieters nicht deckt, so hat das Amt in seiner Vorlage an die Kommission für städtische Beamten ausdrücklich darauf hinzuweisen. 5. Die Sachverständigen sind befugt, im Benehmen und mit dem betreffenden Amt die Arbeiten während nach der Fertigstellung zu besichtigen. Etwaige Anstände sind zur Kenntnis des Amtes oder des Stadtrates zu bringen. 6. Die bestellten Sachverständigen sind auch zu den engeren Submissionen über Arbeiten und Lieferungen, deren Anschlag mehr als 2000 Mark beträgt, zuzuziehen. Der Beizug hat in solchen Fällen in sinngemäßer Anwendung der für die öffentlichen Submissionen geltenden Bestimmungen zu erfolgen. Von solchen Abmachungen, so schreibt die Berliner Neue Korresp., wird man sich segensreiche Wirfungen versprechen dürfen. Es ist sattsam bekannt, wie von Handwerkern, die nur erst einmal in das Geschäft hineinkommen" wollen, bei Submissionen Angebote gemacht werden, deren geringe Höhe auf den ersten Blick erkennen läßt, daß derjenige, der die Lieferung zu solchen Preisbedingungen übernimmt, mit Verlust arbeiten muß. Indem solche Vorkommnisse durch Sachverständigen- Gutachten verhindert werden, ist ein Frankfurt, 11. Mai. Die Friedensfeier hat einen harmonischen Verlauf genommen. Es war ein Volksfest, das alle Straßen mit unabsehbaren Scharen erfüllte und überall den freu digsten Widerhall fand. Der Mittelpunkt des buntbewegten Straßentreibens war die Feier vor dem Schwan. Von einem vor dem Hotel errichteten Podium aus dirigierte Musikdirektor Weimar die Lieder„ Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" und„ Das deutsche Lied". Hierauf hielt der Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes Kammerherr v. Bothmer vom Balkon des Hotels herab eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Ein gewaltiges Ringen hat vor 40 Jahren zwischen zwei Nationen stattgefunden. Viele Opfer mußten gebracht werden, bevor Deutschland den Sieg dapontrug. Viele Kameraden hat die fremde Erde behalten, aber sie sind nicht vergessen. In allen Städten und vielen Dörfern sind ihre Namen eingemeißelt zum Gedächtnis für die Nachwelt. Darum gilt auch der heutige Gedenktag jenen Tapfern, auf die wir mit Ehrfurcht und Bewunderung schauen. Wir sagen ihnen von Herzen Dank. Wir erneuern heute den Schwur unverbrüchlicher Treue zu unserem Vaterland und unserm Schirmherrn. Das Deutsche Reich und sein Kaiser, leben hoch! Vieltausendstimmig erklangen die Hochrufe der Mas sen. Man sang„ Heil dir im Siegerkranz" und" Die Wacht am Rhein". Den würdigen Abschluß des festlich bewegten Tages bildete die Feier in der Festhalle. Unter der Leitung von Prof. Fleisch brachten geübte Sänger, die für festliche Gelegenheiten im Frankfurter Sänunterstützt von drei Musikkagerbund sich vereinen pellen- ein erlesenes Programm zum Vortrag. Von wunderbarer Wirkung war besonders das niederländische Dankgebet.- Die Gesamteinnahme wird auf 70-80 000 Mt. geschätzt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 12. Mai 1911. Der Finanz ausschuß der Zweiten Kammer, der jetzt über die Rücäußerung der Ersten Kammer zur Gemeindesteuervorlage beraten hat, hält bezüglich der Grundsteuer an dem Prinzip des gemeinen Wertes fest, jedoch soll in besonderen Fällen auf den Ertragswert zurückgegriffen werden können. Auch der dritte Ausschuß der Zweiten Kammer hielt eine Sitzung ab, in der die Vorstellung der Steinbruchbesitzer in Aschbach, betr. Ausbeutung der Granitlager daselbst, sowie Wahlprüfungen erledigt wurden. = 3weijährig Freiwillige für das am 1. Oktober d. Js. zu bildende Kraftfahr- Bataillon kön= nen noch angenommen werden. Gesuche um Einstellung sind schriftlich unter Beifügung eines Meldescheins die Kraftfahrabteilung der Verkehrstruppen in Schöne berg bei Berlin zu richten. an aus -)(= Hessischer Blumentag. Für die Stadt Gießen liegt nunmehr das genaue Ergebnis dem Straßen- Verkauf vor. Es beziffert sich auf 6224,48 Mark. Dieser Betrag verteilt sich auf die einzelnen Bezirke wie folgt: Bezirk 1 33 Kassen Bezirk 2 61 Kassen Bezirk 3 46 Kassen 1246,64 Durchschn. 37,77 Mt. 2428,70 Durchschn. 39,81 Mt. 2549,14 Durchschn. 55,41 Mk. 6224,48 Gesamtd. 44,45 Mt. 140 Kassen Die beiden Konzerte ergaben einen Reinertrag von 173,70 Mark. Zuzüglich einer Schenkung dürfte sich der Betrag auf etwa 6900 Mark erhöhen. Das Zählgeschäft für die Landgemeinden ist noch nicht abgeschlossen, da einzelne Gemeinden die Sammelbüchsen noch nicht an die Bank abgeliefert haben. Der Ertrag aus den Landgemeinden, in denen der Blumentag gefeiert wurde, ist auf rund 3000 Mark zu schätzen. Den Damen, die am Blumentag als Verkäuferinnen mitgewirkt haben, und die gerne das Ergebnis ihrer Sammlertätigkeit wissen möchten, sei mitgeteilt, daß für den 1. und 2. Bezirk die Listen unter Angabe von Namen, Büchsennummer und Inhalt der Büchse von Montag, den * Der Ertrag des Blumentags im gan= zen Land steht noch nicht fest. Man hat ihn an orienvor Wochen auf zirka 80 000 Mt. geschätzt. Durch die überraschend starke Beteiligung der ländlichen Gemeinden wird diese Summe jedoch überschritten werden. In ganz kleinen Gemeinden ohne Fremdenverkehr sind Befräge eingegangen, die geradezu in Erstaunen setzen. So find u. a. in Uffhosen, Kreis Alzen, bei zirka 560 Einwohnern 81 Mark eingegangen; in Wendelsheim mit zirka 1000 Einwohnern 134,07 Mk.; in Nieder- Wiesen mit zirka 500 Einwohnern 57,10 mt. Aehnlich, ja manchmal noch besser, ist es in anderen Orten mit überwiegender Arbeiterbevölkerung. Die ländlichen Gemeinstigen Ergebnis haben. den werden also einen erheblichen Anteil an dem gün* Die Anlage musik findet schon am Samstag, den 13. d. Mts., vorm. 11 Uhr, in der Südanlage statt. Musikfolge( 1. Ouverture 3. Oper„ 3ar und Zimmermann" v. A. Lortzing; 2. Fantasie a. d. Oper „ Carmen" v. G. Bizet; 3. Czardas a. d. Oper„ Der Geist des Wojewoden" v. W. Großmann; 4. Coburger Josias- Marsch. Am Sonntag fällt die Anlagemusik aus, da die Kapelle beurlaubt ist. * Abänderung der Lohnordnung für Eisenbahnbedienstete. Wie uns mitgeteilt wird, ist eine Aenderung der Bestimmungen des§ 23 der Lohnordnung für Eisenbahnbedienstete verfügt worden, die sich auf die Teilnahme der Bediensteten bei B e- gräbnissen unter Fortgewährung des Lohnes bezieht. Die neue Bestimmung besagt, daß, soweit der Dienst es gestattet und wenn engere dienstliche Beziehungen bestanden haben, zur Beerdigung von Vorgesetzten bis zu 60, und zur Beerdigung von Arbeitsgenos= sen 20 bis 30 Bedienstete unter Gewährung des Lohnes für höchstens 4 Stunden durch die Vorgesetzten beurlaubt werden können. Mitglieder von Kriegervereinen können unter gleichen Bedingungen zur Beerdigung eines Vereinsmitgliedes Urlaub erhalten. =)(= Darmstadt, 11. Mai. In der gestrigen Sigung der Kommission zur Beratung über die Vereinfachung der Staatsverwaltung unter dem Vorsitz des Staatsministers Ewald, wurde die Beratung der Organisation der Forstbehörde wieder aufgenommen. Es bestand ein Einverständnis über die Zweckmäßigkeit des vor 12 Jahren eingeführten sogenannten Oberförster= systems, wonach die Oberförstereien der Ministerialabteilung für Forst- und Kameralwesen unmittelbar unterstehen. Die Frage, inwieweit Geschäftsvereinfachungen im Forstwesen durchgeführt werden können und ob die einzelnen Forstreviere ein genügend großes Arbeitsfeld für die Oberförster bieten, soll zunächst in einer Subtommission geprüft werden. Die Subkommission, in die vier Mitglieder gewählt wurden, wird voraussichtlich Mitte Juni zusammentreten und seinerzeit dem Plenum der Kommission ihr Gutachten erstatten. Bei der Besprechung der Denkschrift des Finanzministeriums über die staatliche Lokalkassenverwaltung wurde die jetzige Organisation nicht beanstandet. Ersparnisse sollen angestrebt werden durch Zusammenlegung nebeneinander bestehender Lokalkassenstellen in den Städten, durch Verminderung der ländlichen Bezirkskassen. Ferner soll die nächste freiwerdende Stelle eines Kontrollbeamten verfuchsweise nicht wieder besetzt werden. Der von einem Kommissionsmitglied gestellte Antrag, die Kosten der Vergütungen an die Untererheber durch die beteiligten Gemeinden aufbringen zu lassen, soll zunächst von den Ministerien geprüft werden. Limburg, 11. Mai. Ein bei einem hiesigen Schneider beschäftigter Gehilfe suchte sich in einen ehelichen Zwist der Meisterfamilie einzumischen, weshalb ihn der Schneidermeister an die Luft setzen wollte. Hierüber geriet der Bursche in eine derartige Wut, daß er seinem Meister mit einem Messer mehrere Stiche in den Leib und die Beine beibrachte. Die Polizei verhaftete den rabiaten Gesellen. Hanau. Die Stadtverordneten beschlossen, das seit etwa 100 Jahren bestehende Stundenpfeifen der Nachtwächter abzuschaffen und ihnen Stiefeln mit Gumihren nächtlichen Gängen nicht zu sehr die Nachtruhe misohlen auf Gemeindekosten zu stellen, damit sie bei stören und damit der Nachtrat die Diebe ungehört überraschen kann. Auch soll der Nachtwächter als Begleiter einen Polizeihund erhalten. Deutscher Reichstag. abzulocken, daß man nicht nötig hat, Belgien zum so und so vielten Male zu versichern, daß es allein bei Frankreich sein Heil zu suchen hat. So fehlt auch hier die rechte Stimmung, aus der Brüsseler Reise mehr zu machen als eine Aft internationaler Höflichkeit. Rundschau vom Cage. Politisches. Kaiser und Prinzregent. Der Kaiser sandte aus Met an den bayerischen Prinzregenten ein Telegramm, worin er seiner Freude über den ausgezeichneten Zustand der Brigade des Prinzregenten Ausdruck gibt und um die Ermächtigung bittet, einer im Ausbau befindlichen Feste bei Metz den Namen„ Feste Luitpold" zu geben. Der Prinzregent antwortete, daß er die Ehrung mit großer Freude und herzlichem Danke annehme. Möge, so schloß das Antworttelegramm, die Feste Luitpold" allezeit ein starker Schutz für des Reiches Grenzen sein und den Frieden bewahren helfen, dessen sich unser heißgeliebtes Vaterland heute seit vier Jahrzehnten erfreuen darf. Sachlich läßt sich über die Mittwochsitzung, den fünften Tag der zweiten Lesung der Reichsversicherungsord nung, nichts anderes mitteilen, als über die vier vorhergegangenen Tage. Die Begründung sozialdemokratischer Anträge und ihre Ablehnung beherrschten die Debatte. Nachdem noch in der Dienstagsibung der Abschnitt über die Landkrankenkassen seine Erledigung gefunden hatte und auch die Bestimmungen über die Ortskrankenkassen nach den Kommissionsbeschlüssen bestätigt waren, standen am Mittwoch während der ersten Stunden der Sitzung die Be= triebsfranfenfassen zur Debatte. Der Sozialdemokrat Emmel holte zu einer mehr als anderthalbstündigen Rede aus, in der er eine Fülle von Material über die Z11= stände in den Betriebskrankenkassen aus den Akten der Generalfommission der Gewerkschaften vorbrachte. Der Nationalliberale Stresemann meinte zu den Ausführungen Emmels, daß durch eine derartige Taktik die Voraussetzungen des Parlamentarismus verletzt würden. Man müsse auch den anderen Teil hören, und es sei nicht angängig, der= artig unkontrollierbare Vorgänge erst dann vorzubringen, wenn der Beweis des Gegenteils nicht mehr erbracht wer= den kann. Hätten die Sozialdemokraten mit diesen Sachen operieren wollen, so wäre es ihre Pflicht gewesen, das Material schon in der Kommission vorzubringen, die dann hinreichend Zeit und Gelegenheit gehabt hätte, Gegenäußerungen der angegriffenen Kassen zu hören. Der Redner wies dann statistisch nach, daß die Leistungen der Betriebsfrankenkassen höher seien wie die der allgemeinen Ortsfrankenkassen. Nach längerer Debatte nahm man denn auch einen Kompromißantrag Schulz an, der die Betriebsfrankenkassen zulassen will, wenn sie den Bestand der Ortsfrankenfassen nicht gefährden. Nun ging es rasch weiter. Der Abschnitt über Innungskrankenkassen wurde unter Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge schnell erledigt und zum Schluß wurden noch 40 Paragraphen angenommen, zu denen Wortmeldungen nicht vorlagen, so daß man bis§ 339 gelangt war, als die Weiterberatung auf Donnerstag vertagt wurde. Fallieres Brüsseler Besuch. Ein Kaiserbesuch in der Schweiz? Zu einer Meldung des Pariser„ Figaro", der schweizerische Bundesrat rechne mit der Möglichkeit, der deutsche Kaiser werde die Schweiz gelegentlich der heurigen Herbstmanöver besuchen, wird der Neuen Zürcher Zeitung" aus Bern berichtet, daß ein solcher Besuch nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit liege. Der Kaiser äußerte wiederholt den Wunsch und hat anscheinend auch in neuerer Zeit wieder die Absicht fundge= geben, das schweizerische Heerwesen aus eigener Anschauung fennen zu lernen. Verschiedene Umstände dürften aber zu der Annahme führen, daß der Besuch erst im nächsten Jahre erfolgen wird. Ueber den Besuch des Präsidenten Fallieres in Brüssel waltet ein eigner Unstern. Im vorigen Jahre noch war diese Reise als politisches Ereignis ersten Ranges gedacht. Man diskutierte sogar eine Zeitlang allen Ernstes die Frage, ob der Besuch Fallieres gleichzeitig mit dem Kaiser Wilhelms stattfinden und damit das von Phantasiepolitikern schon so oft angekündigte Zusammentreffen der beiden Staatsoberhäupter erfolgen solle. Aber auch als diese Frage im negativen Sinne beantwortet war, hielt man zunächst noch immer an einem Besuch der Brüsseler Weltausstellung fest. Daß schließlich auch diese Absicht, die ersterwähnte hatte allerdings wohl nie bestanden, aufgegeben werden mußte, war vornehmlich auf Etikettefragen zurückzuführen. Wenn nämlich Fallieres nicht gleichzeitig mit Kaiser Wilhelm zum Besuch der Weltausstellung eintraf, so mußte dies notwen= dig vorher oder nachher geschehen. Ersteres ging aber nicht, nachdem König Albert bereits bei Gelegenheit seiner Antrittsvisite in Potsdam die Zusicherung des kaiserlichen Besuches erhalten hatte. Unmittelbar nach dem Kaiser einzutreffen und den zweiten Aufguß der Liebenswürdigkeit zu bekommen, ging aber erst recht nicht. Da also Fallieres weder gleichzeitig mit dem deutschen Kaiser noch vorher oder nachher die Ausstellung besuchen konnte, so blieb nur ein Viertes übrig: Der Präsident verzichtete ganz auf diesen Besuch und schob seine Visite bei dem neuen belgischen Staatsoberhaupt soweit hinaus, daß sie mit dem Besuch des deutschen Kaisers nicht mehr gut in Parallele gestellt werden konnte. ist er als antisemitischer Reichstagskandidat in Dortmund aufgestellt worden. Es kann sich natürlich nur um eine Zähltandidatur handeln. Der Korruption in der russischen Beamtenschaft will man jetzt einmal wieder mit Gesezen zu Leibe gehen. Der Justizminister hat in der Reichsduma einen Gesetzentwurf eingebracht, nach dem diejenigen, welche im Staats- oder Gemeindedienst stehende Beamte durch Geld, Geschenke oder auf andere Weise bestochen haben, bestraft werden. men. Die mexitanischen Rebellen haben den Kampf in der von ihnen eingenommenen Stadt Juarez wieder aufgenom Die Bundestruppen räumten Juarez, nachdem die Aufständischen die Kirche und die letzte Stellung der Verteidiger erobert hatten. Die Aufständischen, die Dynamits bomben gegen die Verschanzungen der Verteidiger schleus derten, befreiten die Insassen der Gefängnisse. Maderos Einfluß auf die undisziplinierten Aufständischen vermins dert sich zusehends; sein Wunsch ist, Frieden zu schließen. Audienz des Generals Nogi beim Kaiser. Wie der „ Inf." mitgeteilt wird, wird der japanische Heerführer General Nogi, der bekanntlich für die Einnahme von Port Arthur vom Kaiser mit dem Orden Pour le mérite deforiert wurde, Ende Juni eine Audienz bei Kaiser Wilhelm nachsuchen, in der er sich persönlich für die hohe Auszeichnung zu bedanken und vorzustellen gedenkt. Es fann angenommen werden, daß General Nogi dann noch längere Zeit in Deutschland weilen wird, um sich in militärischen Angelegenheiten zu orientieren. Aus der Art, wie im vorigen Jahre die geplanten Befestigungen Vlissingens von der französischen Heßpresse zu Verdächtigungen Deutschlands benutzt wurden, konnte man schließen, daß auch der Besuch Fallieres aus einem reinen Höflichkeitsakt zu einer großen politischen Haupt- und Staatsaktion aufgebauscht werden sollte. Man konnte zum mindesten eine neue verbesserte und vermehrte Auflage der Mär von der geplanten Annexion Belgiens durch Deutschland erwarten. Dem guten Herrn Fallteres war dabei of= fenbar die Rolle eines Protektors Belgiens zugedacht. Denn wem anders als Frankreich verdankt es Belgien, wenn Deutschland noch nicht seine schwarzen Pläne ausge= führt hat? Reichskanzler von Bethmann Hollweg wird sich am Freitag zum Vortrage beim Kaiser nach Wiesbaden begeben und im Anschluß daran in Heidelberg an der Jubiläumstagung des Deutschen Handelstages teilnehmen. Kleine Nachrichten. Das Luftschiff Deutschland", welches am Mittwoch morgen zu einer Fahrt über das Industriegebiet aufgeftiegen war, berührte mittags gegen 11 Uhr auch Dortmund und überflog die Stadt in einem wetten Bogen. Die Be völkerung brachte dem Luftschiffe stürmische Ovationen dar. Das Luftschiff flog dann über Elberfeld- Barmen nach Düsseldorf zurück, wo es gegen 12 Uhr landete; es hatte vorher Duisburg, Effen und Bochum berührt. Das Programm für den Aufenthalt des deutschen Kronprinzenpaares in Petersburg ist jetzt festgesetzt wor= den. Der Kronprinz und die Kronprinzessin werden als Gäste der Zarenfamilie im Alexanderpalast in 3arskoje Sselo wohnen, wo Galatafel, Familientafel und eine große Parade stattfinden sollen. Der Kronprinz wird auch der Stadt Petersburg einen offiziellen Besuch abstatten. Ein Korfu- Museum in Berlin. Unter den Auspizten des Kaisers sind auf Korfu wichtige Steindokumente der großen altgriechisch- jonischen Kultur gefunden worden, die auf Wunsch des deutschen Kaisers in einem neu zu errichtenden Museum in Berlin untergebracht werden sollen. Die Bauart des Museums soll in antik- griechischer Stilart erfolgen. Einigung in der elsaß- lothringischen Verfassungsfrage? Dem B. T. zufolge soll das Zentrum jezt geneigt sein, trok des Widerstandes seiner reichsländischen Mitglieder der ersten Kammer zuzustimmen. Diese soll aber noch um drei Landwirtschaftsratsstimmen und je eine Handwerkskammer- und Handelskammerstimme vermehrt werden. Diese so schön gedachte belgisch- französische Verbrüderung ist jetzt leider durch die Marokkofrage stark beeinträchtigt worden. Zwar ließ der Verlauf der Festlichkeiten nichts zu wünschen übrig und bei der Begrüßung Fallieres war alles genau so wie beim Empfang des deutschen Kaisers. Aber der Marokko- Alp, der auf Europa lastet, läßt doch ein eigentlich politisches Interesse bei diesen höfischen Festlichkeiten nicht aufkommen. Speziell in Belgien betrachtet man den Besuch fühl bis ans Herz hinan und kalkuliert nur ganz geschäftsmäßig, daß sich daraus vielleicht einige Vorteile auf wirtschaftlichem Gebiete ziehen lassen. Man hofft auf eine Verständigung über gewisse strittige Bollfragen, aber darüber hinaus erhebt sich nicht die Würdtgung dieser einst so viel besprochenen Reise. In Frankreich aber weiß man dem Marokkothema soviele Variationen 3) 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von Liliencron. Nachdruck verboten. II. Die Erdgasquelle in Neuengamme bei Hamburg ist infolge eines Blitzschlages von neuem in Brand geraten. Telephonverbindung über 3000 Kilometer. Infolge neuer Experimente, die fast ein Jahr in Anspruch nahmen, wurde gestern die direkte Telephonverbindung zwischen Neuyork und Denver im Staate Colorado, also auf eine Entfernung von etwa 3000 Kilometer, definitiv hergestellt. Ein ausgedehnter Mädchenhandel wurde in Trient aufgedeckt. Zwei Frauen standen an der Spitze des Unternehmens; ihre Agenten waren in einzelne Stadtteile verteilt. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Befreiungen von der Pflichtfortbildungsschule. Die Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses für den Gesezentwurf über die Pflichtfortbildungsschulen beriet am Mittwoch den§ 5 der Vorlage, der von den Befreiungen von der Verpflichtung zum Besuch der Fortbildungsschulen handelt. Beschlossen wurde, die EinjährigFreiwilligen nicht generell vom Schulbesuch zu befreien, sondern nur eine Bestimmung aufzunehmen, daß das nur durch Statut geschehen kann. Angenommen wurde weiter ein Antrag, daß die bestandene Gesellenprüfung nach dreijähriger Lehrzeit vom Schulbesuch befreien soll, und daß ebenso derjenige befreit wird, der nach dreijähriger Lehrzeit zum Handlungsgehilfen ausgebildet ist. Am andern Morgen, ein Sonnabend war's vor dem aid Kirmesfeste, saßen Mutter und Tochter Amrum an dem weißgescheuerten Tische beim Frühstücke. Die letzten Tropfen aus der dickbauchigen Kaffeekanne schüttete Kathi der Mutter noch in die Tasse, dann begann sie das Ge= schirr abzuräumen. Beim Zuwerfen von Geldsäcken, die für die Reichsbank bestimmt waren, wurde in Reichenbach in Schlesien ein Postschaffner durch einen Geldsack am Unterleib getroffen. Der schwerverletzte Beamte starb bald darauf im KrankenHause. Brandstifter in einer Kirche. Der zum Dortmunder Franziskanerkloster gehörtgen Kirche, die sehr reich ausgestattet ist, statteten in vergangener Nacht Einbrecher einen Besuch ab. Sie erbrachen mehrere Behältnisse und legten schließlich an verschiedenen Stellen, u. a. auch im Beichtstuhl, Feuer an, das jedoch rechtzeitig bemerkt und gelöscht werden konnte. Der Gesezentwurf für die Privatbeamtenversicherung ist vom Bundesrat noch nicht verabschiedet worden. Die ursprüngliche Absicht, die Vorlage gleich beim Zusammentritt des Reichstages einzubringen, ist damit aufgegeben. Es scheint sonach nicht mehr der Plan zu bestehen, das Gesez in der Tagung bis Pfingsten überhaupt zur Beratung zu stellen. Auf jeden Fall aber dürfte die Vorlage demnächst der öffentlichen Kritik unterbreitet werden, so daß in den Sommermonaten den beteiligten Kreisen ausreichend Zeit gegeben ist, zu allen Einzelheiten Stellung zu nehmen. Tödlicher Unfall beim Tunnelban. Bei dem Bau der Strecke Baumbolder- Heimbach im Rheinland wurden im Tunnel drei Arbeiter durch fallende Gesteinsmassen verschüttet. Einer war sofort tot, die zwei anderen wurden schwer verletzt. Eine Kandidatur Ahlwardt? Wie es heißt, soll eine lange verschollene Persönlichkeit, der„ Rektor aller Deutschen", Herr Ahlwardt, aus der politischen Versenkung wieder auftauchen wollen. Nach dem ,, Dortmunder Tageblatt" Aus den Gerichtssälen. fahrt, Hgung nicht v Gr aus M Nord- M die fich großer ten find und Gr Ständige flüchtet Prinz Waldh amerito Ei Mörgen Er fam um als fontroll der Her Glüd f gangen fer ein De hängni Verhalten des Mieters bei Mängeln der Mietsache. Die Juristische Wochenschrift" enthält eine interessante Entscheidung des Reichsgerichts aus dem Mietrecht, deren praktische Bedeutung für jeden Mieter auf der Hand liegt. Die Revision hatte sich gegen denStandpunkt desBerufungsgerichts gewandt, wonach die Mieter ihr Kündigungsrecht dadurch verloren hätten, daß sie die Bemühungen des Kammerjägers nicht positiv unterstützt und sich nicht zu diesem Zwecke in der ordnungsmäßigen Ausübung ihres Gewerbes Beschränkungen auferlegt hätten. Das in diesem Erfenntnis behandelte außerordentliche Kündigungsrecht des Mieters, hat, wie das Reichsgericht wörtlich sagt, zur selbstverständlichen Voraussetzung, daß die Entziehung des vertragsmäßigen Gebrauchs der gemieteten Sache nicht durch den Mieter selbst verschuldet, oder auch nur mitverschuldet ist. Diesem Falle ist aber der gleichzustellen, daß der Micter durch sein Verschulden verhindert, daß die Maßnahmen des Vermieters zur Beseitigung des Mangels Erfolg haben. Dabei ist davon auszugehen, daß es dem Mieter obItegt, den Vermieter zu denjenigen Fällen, in denen die Beseitigung eines während der Mietzeit entstandernen Mangels nicht ohne eine gewisse, mit erheblichen Beläſtigungen oder Aufwendungen nicht verbundene Mitwirkung des Mieters ausführbar ist, in seinen in der Hauptsache thm, dem Vermieter, obliegenden Bemühungen zur Hebung des Mangels zu unterstützen, well sonst die Schaffung von Abhilfe während der Dauer des Mietverhältnisses überhaupt nicht möglich wäre und doch die Beseitigung des Mangels regelmäßig im beiderseitigen Interesse geboten ist. Es ist demnach unzutreffend, wenn die Revision auswir früten uns alle drüber, of de verstorbene Bruder, de Rösche wirds wisse." Mutter und Tochter hatten sich für diese Tage von der Arbeit frei gemacht, denn die Verwandten kamen ja heute nachmittag, und vorher gab es noch alle Hände voll in der kleinen Häuslichkeit zu tun, um die verwöhnten Großstädter würdig zu empfangen. Frau Amrum freute sich auf diesen Besuch, aber sie sah ihm auch mit etwas Bangen entgegen, denn diese um ein Jahr ältere Schwester Therese, früher im Dorfe das ,, hübsche Röschen" genannt, hatte immer ein großes Uebergewicht gehabt, und die jüngere Schwester war gewohnt gewesen, sich ihr unterzuordnen und ihren Willen, ihre Ansichten blindlings als die besseren anzuerkennen. Röschens reiche Heirat, ihr Leben in der Großstadt kam noch dazu, um Frau Amrums Respekt vor der gescheiten und verwöhnten Schwester noch zu erhöhen. Unwillkürlich teilte sich diese Auffassung auch Kathi mit, und dazu kam noch, daß kürzlich im Dorfe eine ihrer früheren Schulkameradirnen gewesen war, die in Berlin einen Dienst angenommen hatte und nun den neugierig aufhorchenden Mädchen vom Dorfe nicht genug erzählen fonnte von den Herrlichteiten der Stadt. So war es geschehen, daß Kathi Berlin und alles, was damit zusammenhing, wie eine Art Wunderland erschien, und daß sie in froher Epannung dem heutigen Besuch entgegensah. Nur schade, daß Hans ihrer erwartungsvollen Freude gestern einen solchen Dämpfer aufgesetzt hatte; aber heute mußte sie ihn versöhnen, ihn wieder gut machen, das stand bei ihr fest, und dann wollte sie sich ungetrübt ihrer Fröhlichkeit überlassen. Frau Amrum, eine Frau in den Vierzigern, sah älter aus als sie war; angestrengte Arbeit und Entbehrungen mancher Art hatten ihre Spuren auf dem kleinen, faltigen Gesichte zurüdgelassen und jeden Reiz fortgewischt, den es In der Jugend gehabt hatte. Mutter und Tochter gingen tagaus, tagein auf Arbeit und waren den Inspektor auf dem Gutshofe ziemlich unentbehrlich geworden. Gleichförmig spann sich ihr Leben ab, die Mutter war es nicht anders gewohnt, und Kathi mit ihrem heiteren Sinne fand auch an den alltäglichsten Dingen Freude. Sie sang und trällerte bei der Arbeit, die ihr Lust und nicht Last büntte, und hatte, weil ihr alles flink von der Hand ging, noch immer Zeit genug, um das fleine Haus mit Garten, das ihnen gehörte, in musterhafter Ordnung zu halten. Die dörflichen Vergnügungen zu Kirmes und beim Maitangen und Erntefest, und was sich sonst noch daran zu reihen pflegte, genoß sie heiteren Sinnes und freute sich chen wochenlang darauf. Allmählich, ohne daß sie selbst hätte sagen tönnen, seit wann, hatte alles um sie her noch inen viel helleren Glanz genommen, seitdem aus Hans Ruland, dem Spieltameraden, für sie noch etwas anderes, ewas ganz anderes geworden war, ein Mensch, den sie sehr, sehr lieb hatte weiter dachte sie noch nicht. Mit diesem Hans Ruland und seinem gestrigen Zürnen waren auch jetzt ihre Gedanken beschäfigt, während sie das Geschirr reinigte und auf das Wandbrett stellte. - Ihr wurden die Augen feucht, sie zog eine der Tassen näher heran. ,, Die mit de schöne rote Blume bekam de Schwester zur Hort, sie wullte sie nit mitnehme, die füllt im Huse bliewe, und se wullt immer darut trinke, wenn sie bi de Eltern zu Besök wär." Seufzend fügte sie hinzu: oft is sie nit fumme, nach ein paar Jahre starbe de Eltern, und bi Vaterche nd mir is se nie net gewest. Nun süll se aberst hüt daru trinke und ihre helle Früd daran habe." Es is doch man gaut," meinte die Mutter, daß wir de Staatstasse von de Eltern so sorgsam verwahrt habe, die müsse hüt of herunt ut de Schrank und das hübsche Kännche dazu. Hole mal allens her." Kathi stellte das Gewünschte vor die Mutter hin. ,, Das Kännche is noch wie neu wie neu," wiederholte sie und strich liebevoll mit der Hand darüber.„ Da tust de frische Milch von de Biege hinein. De Bater hätt das Kännche mal de Mutter vom Jahrmarkt mitgebracht. find ad fürchte den To dem w Truppe refogno Pferd opferte bereits zurüd, geftern verkohlte fum fein auf der Der Dir hymne f Publikum vier Min gende S furchtbare Kathi hantierte in der Stube herum, sie sagte nichts; diese kleinen Heiligtümer der Mutter waren auch für sie der Inbegriff von etwas sehr Schönem; aber sie hatte gewollt, daß die Mutter dazu auch eine ähnliche feine Kaffeefanne taufte, die braune, etwas abgestoßene Bunzlauer, die sie täglich benutzten, störte doch ihrer Meinung nach den Eindruck des Ganzen. Doch die Mutter hatte dazu den Kopf geschüttelt und gemeint, das fönne sie sich nicht leisten, der Besuch koste ihr ohnehin manchen Groschen. Dagegen hatte das Mädchen nichts einwenden können, denn auch zwei Arbeitstage gingen verloren, an denen der Besuch da war. Die Mutter fuhr fort, ohne ihr Schweigen zu beachten: de Tasse mit de Vergißmeinnicht bekümmt der Jus lius. Mutter hätt se molen Vatern geschenkt, und dabt gesagt: siehst du, Alterchen,„ Ut Liebe" steht druf, und ut rener, purer Liebe gebe ich se dir. Die Röschen weiß das allens ganz akkurat, und es wird ihr weich ums Herz werde, wenn der Julius darut trinke tut." - Etwas in Kathi empörte sich dagegen, dem Better dieſe Bergißmeinnichttasse hinzustellen, und sie wandte ein,„ die Obertasse hat a Sprung, schauens Mutter, da- nit wit vom Henkel fehlt a Stückel. Es sieht fast afturat so ut, als ob's femand herausgebisse hätt." ( Fortsetzung folgt.) Feuervor der Bühn Szene, d beim Anb gang der fayette v und fam festgestellt tung der wurde nu Cine in Oberb von Razi Als er an bemerkte unter den heraushän in die Wo ter mit, u hatte nich einen Bot Dormittag Weiter fü eben in de menzuzäh tam der nend zur abgesandt abzusagen Ein die der T Genf geld fleinen G diefer Ta Bund fü Ordnung lange un Unglüd Ortes. urkunde hälfte", geworden und ihn didat war rend die a Hause eilt Zelle, wo Lüde nach Die D schichte au jein, spielt eines befa hatte eine fand, in de Dachshundi Beit die ve wieder in teten und f ben. Nach fich nun, da von der Hü mit allem den. Man Ihres Befit Die 24 Frankreich führung gel für die Eife der besseren durchgeführt zurichten, d 80 Min. au beiten veran belstammer Beitbestimm beeinträchtig Die Bi über die B feinen bis Land in de hat und erf führte Deut n Dortmund ut um eine enschaft will gehen. Der Defebentwurf Staats- oder eschente oder rden. ampf in der aufgenom nachdem die ng der Ber ie Dynamit diger Schleu e. 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Die Be ationen dar. armen nag ete; es hatte en Aufpizien fumente der worden, die eu zu errich erden sollen. icher Stilart nburg ist in geraten. ufolge neuer hmen, wurde eu Neuport Entfernung Trient auf es Unterneh teile verteilt. e Reichsbant Schlesien ein eib getroffen. im Kranken Dortmunder reich ausge brecher einen e und legten Beichtstuhl, gelöscht wer Sem Bau der wurden im Smaffen ver eren wurden er Mietfache intereffante Letrecht, deret er Hand lieat. eBerufung indigungsrecht gen des Kam ht zu diesem ihres Gewer in diesem Er ungsrecht des gt, aur felbit hung des ver he night dur mitverschuldet daß der Mic e Maßnahmen 18 Erfolg ha em Mieter ob in denen die entstandernen lichen Belafti e Mitwirkung Ser Hauptfache en zur Sebung die Schaffung ietverhältnifes Beseitigung des ereffe geboten Revifion au& ne Bruder, de eine der Taffen ume befam de ehme, die füllt ftrinfe, wenn ügte fie bingu e farbe de El t gemelt Stun We Frud baran e fagte nights en auch für fie er fie hatte ge e feine Kaffee ene Sunzlauer einung nach den batte bazu ben ich nicht leiften hen. Dagegen men, denn aud der Sefuch da weigen zu be efümmt der Ju Senti, und bab ht bruf, und sden weiß bas eid ums Se Dem Better Siele anbte ein, die ba mit mit ffurat fo ut, als fahrt, die Beklagten feien zur Mitwirkung bei der Besettigung nicht, d. h. nach dem Zusammenhange überhaupt nicht verpflichtet gewesen." Vermischtes. Große Waldbrände in Kanada. Nach einer Meldung aus Winnipeg wüten in den unermeßlichen Wäldern von Nord- Manitoba und Saskatchewan riesige Waldbrände, die sich besonders entlang der nordkanadischen Bahn mit großer Geschwindigkeit ausbreiten. Sechs größere Ortschaf ten sind vom Feuer bedroht. Die beiden Städte Dauphin und Swan River in Nord- Manitoba sind von einem vollständigen Flammengürtel umzingelt. Ihre Bewohner flüchteten. Swan River gilt als verloren. Auch im Prinz Albert- Distrift von Sastatschewan stehen ganze Waldhänge in Brand. Große Holzvorräte, die nach Nor amerika ausgeführt werden sollten, sind in Brand geraten. Eine Kleine Köpenidiade suchte ein fremder Gauner in Mörgen in Bayrisch Schwaben auf der Post durchzuführen. Er fam in Abwesenheit des Postagenten zu dessen Frau, um als Poftrevisor die Kasse und die Markenbestände zu fontrollieren. Als die Frau um einen Ausweis bat, legte der Herr Revisor ein großes Messer auf den Tisch! Zum Glüd kamen gerade ein paar Männer auf die Post zuge gangen. Als das der Gauner sah, stedte er rasch sein Messer ein und verschwand. Der Theaterbrand in Edinburg stellt sich als viel verhängnisvoller heraus, als man anfänglich glaubte. Bereits find acht Leichen unter den Trümmern gefunden, und man fürchtet, daß die Anzahl der Opfer noch größer ist. Unter den Toten befindet sich der Taschenspieler Lafayette, außerdem wurden noch die Leichen von vier Mitgliedern seiner Truppe refognosziert. Die übrigen Leichen sind noch un refognosziert. Auch Lafayettes Tiere: ein Löwe, ein Pferd und ein Hund verbrannten. Der Taschenspieler opferte sein Leben für die Tiere, die er liebte. Er war bereits draußen, stürzte jedoch auf die brennende Bühne zurück, um sie zu retten, und kam dabei um. Man fand gestern die verkohlten überreste der Tiere und neben ihnen verkohlte menschliche Ueberreste. Ob jemand vom Publifum sein Leben verlor, steht noch nicht fest. Als das Feuer auf der Bühne ausbrach, war die Vorstellung fast zu Ende. Der Direttor stürzte auf die Bühne, ließ die Nationalhymne spielen und den Feuervorhang herabsenken. Das Publikum verließ das Haus in guter Ordnung innerhalb vier Minuten. Auf der Bühne spielten sich jedoch aufre gende Szenen ab. Teppiche hatten verhindert, daß der Feuervorhang fich bis ganz auf den Boden sentte, und ein furchtbarer Zug durch die Oeffnung fachte das Feuer auf der Bühne reißend an. Der Löwe, der in der letzten Szene die Löwenbraut" verwandt werden sollte, würde beim Anblick der Flammen rasend und versperrte den Ausgang der Bühne. Schreckliche Szenen spielten sich ab. Lafayette versuchte wahrscheinlich, den Löwen fortzureißen und fam dabei um. Die Ursache des Brandes ist noch nicht festgestellt. Das Theater ist total zerstört, eine Ausbreitung der Feuersbrunst auf die ringsumstehenden Gebäude wurde nur mit große Mühe verhindert. Eine ergögliche Geschichte berichtet der in Rosenheim in Oberbayern erscheinende„ Wendelstein". Ein Bauer von Ratzingerhöh fam abends schwer geladen nach Hause. Als er andern Tags nicht aufstand, sah ein Bub nach und bemerkte zu seinem größten Schreden, daß der Vater tief unter den Decken lag und nur einen Arm straff zum Bette heraushängen ließ. Zu Tode erschrocken, eilte der Knabe in die Wohnstube und teilte seine Wahrnehmung der Mutter mit, und meint, daß der Vater tot sei. Die Mutter hatte nichts eiliger zu tun, als sofort zum Geistlichen einen Boten zu schicken, damit die Beerdigung während des vormittägigen Gottesdienstes noch verkündet werden könne. Weiter fümmerte man sich um den Bauern nicht. Als man eben in der Stube sich beschäftigte, die Verwandten zusammenzuzählen, die zur Beerdigung geladen werden sollten, kam der totgeglaubte Bauer, noch schlaftrunken und göhnend zur Tür herein. Nun mußte abermals ein Eilbote abgesandt werden, um die Beerdigung schleunigst wieder abzusagen. Ein unangenehmer Trauzeuge. Eine Unterbrechung, die der Tragikomit nicht entbehrt, erfuhr jüngst, wie aus Genf geschrieben wird, eine Trauung in Berthoud, einem fleinen Städtchen der französischen Schweiz. Erschien da dieser Tage vor dem Standesbeamten ein Pärchen, das den Bund fürs Leben schließen wollte. Die Papiere waren in Ordnung, nur ein Zeuge fehlte. Man wählte jedoch nicht lange und nahm den Erstbesten, der zu erreichen war. Zum Unglück für die Zukünftigen war es ein Schuhmann des Ortes. Kaum vernahm dieser beim Verlesen der Tcauurkunde den Namen der demnächstigen„ schlechteren Thehälfte", als er höflich, aber energisch dem noch nicht perfekt gewordenen Ehemann die Hand auf die Schultern legte und ihn für verhaftet erklärte. Der unglückliche Ehekandidat war nämlich ein längst gesuchter Steckbriefling. Während die aus allen Himmeln gerissene Braut weinend nach Hause eilte, brachte man den famosen Bräutigam in eine Zelle, wo er genug Zeit haben wird, über seines Schicksals Tücke nachzudenken. Die Dachshündin als Fuchsamme. Eine hübsche Ge( chichte aus dem Tierleben, die den Vorzug hat, wahr zu fein, spielte sich in dem in der Wachau gelegenen Revier eines bekannten Wiener Jagdherrn ab. Ein Jagdherr hatte eine Fehe schwer angeschossen, die aber noch die Kraft fand, in den Bau zu fahren. Es wurde nun eine scharfe Dachshündin in den Bau gelassen, die auch nach kurzer Zeit die verendete Fehe herausschleppte, gleich darauf aber wieder in den Bau schoß. Die Jäger warteten und warteten und schließlich blieb nichts anderes übrig, als zu graben. Nach einiger Mühe fand man den Kessel. Es zeigte sich nun, daß vier junge lebende Füchse darin waren und von der Hündin, die vor kurzem ihre Jungen verloren hatte, mit allem Eifer einer wirklichen Mutter- gesäugt wurden. Man brachte sie mit den Jungen in die Wohnung ihres Besizers, wo sie jetzt in einer Ofennische haust. Die 24- Stundennhr in Frankreich. Bekanntlich ist in Frankreich vor kurzem die einheitliche Normalzeit zur Einführung gelangt. Nun trägt man sich mit dem Gedanken, für die Eisenbahnen zur Vereinfachung des Dienstes und der besseren Uebersicht wegen auch die bereits in Italien durchgeführte Einteilung der Tageszeit in 24 Stunden einzurichten, d. h. z. B. 8 Uhr abends einfach mit 19 Uhr 30 Min. zu bezeichnen. Der Minister für öffentliche Arbeiten veranstaltet nun eine Rundfrage bet sämtlichen Handelskammern, wie weit die Durchführung dieser neuen Beitbestimmung die Gewohnheiten des öffentlichen Lebens beeinträchtigen könnte. Die Bierproduktion der Welt. Die letzten Statistiken über die Bierproduktion der Welt zeigen, daß Deutschland seinen bisherigen ersten Platz als Bier produzierendes Land in der Welt an die Vereinigten Staaten abgetreten hat und erst an zweiter Stelle zu finden ist. Im Jahre 1907 führte Deutschland mit einer Produktion von 7788 486 000 Litern, 1909 produzierten die Vereinigten Staaten 7 491 875 380 Liter, während die Produktion in Deutschland auf 7 259 005 340 Liter zurüdging. Im gleichen Jahre brauten: Großbritannien 6 012 520 580 Liter, DesterreichUngarn 2007 695 800 Liter und Frankreich 1162 350 200 Liter. Wünschelrute und Feuerversicherung. Daß die Wünschelrute im Zusammenhang mit Wasser steht, ist eine befannte Tatsache; daß sie aber auch Beziehungen zum Feuer hat, ist viel weniger bekannt. Den Vermittler bei diesem scheinbaren Widerspruch bildet die Elektrizität, und zwar in der Form des Blizzes. Der Rutengänger v. GraeveOsterode veröffentlicht jetzt im Zentralblatt der Bauverwaltung" seine Beobachtungen über den Zusammenhang der Blitzschlagstellen mit unterirdischen Wasserläufen. Er hat nämlich festgestellt, daß die Stellen, an denen meistens der Blizz einschlägt, über Kreuzungen von unterirdischen Wasserströmungen liegen. Diese Kreuzungspunkte fann natürlich der Rutengänger feststellen. So hat v. Graeve beispielsweise mitten im unbebauten Land eine Stelle ermittelt, wo der Blitz vor neunzehn Jahren in ein damals bestehendes Gebäude einschlug. Außerdem hat er dret benachbarte Stellen aufgefunden, an denen tatsächlich kurze Bett vorher drei Blitzschläge herabgekommen waren. Da nun die Zahlungen von Entschädigungen für durch Blitzschlag verursachte Brandschäden sich auf Millionen belaufen, so werden die Feuerversicherungsgesellschaften wahrscheinlich sich diese Fähigkeiten der Rutengänger zu Nutze machen, indem sie Gebäude oder Gegenstände, die sich über blitverdächtigen Stellen befinden, nicht in die Versicherung aufnehmen. Wenn du eine Bitte abzuschlagen haft. Im„ Tagebuch" seines Heimgarten" gibt Peter Rosegger folgende Mahnung:" Wenn du schriftlich eine Bitte abzuschlagen hast, fo tue es nicht gleich. Warte einige Tage, laß den Bittenden hoffen, so lange es möglich ist, aber warte nicht so lange, daß er dein Säumen als rücksichtslos und teilnahmslos empfindet. Auch ist der abschlägige Bescheid leichter zu er= tragen, wenn man durch Harren sachte zu zweifeln gelernt, als wenn gleich anfangs das frische Erwarten zerstört wird. Laß hoffen, so lange es sein kann. Das Hoffen ist oft beglückender als die Erfüllung. Es ist überhaupt das Beste, was uns beschieden, und der größte Teil unseres Mutes und unserer Lebenskraft gedeiht in den langen Betten des Hoffens. Ist die Erfüllung da, muß sofort ein neues Hoffen einsehen, wenn die Seele freudig wach bleiben soll. Wir können leichter ohne Erfüllung froh sein als ohne Hoffnung. Wenn du aber einem Bittsteller helfen fannst und willst, so tue es gleich, so lange das Mitleid noch glüht und deine Aufmerksamkeit nicht von einem anderen Hilferuf zerstreut wird." Eine Brücke als Kapitalistin. London baut eine neue Brücke, aber eigentlich ist es nicht London, das sie baut, sondern die alte Brücke selbst. Denn die Mittel für die Errichtung ihres Sprößlings stammen aus der Zeit, da der fromme Pilger gern einen Teil von Hab und Gut der Brücke überließ, weil sie ihm so tapfer bei seinen Pilgerfahrten geholfen hatte. Es war ein Priester, der sie zuerst im Jahre 1176 aus Stein erbaute, von milden Gaben, die er überall erbettelt hatte. Dann kam einer, Henry Fizaylwin, von dem es heißt, daß er der erste Bürgermeister von London gewesen sei, der hinterließ der Iteben Brücke ein festes Einkommen aus Grundstücken. Im zwölften Jahrhundert und während der nächsten hundert Jahre kamen fast allfährlich Legate von Land und Häusern dazu, sodaß die Brücke jetzt, im zwanzigsten Jahrhundert, über ein jährli ches Einkommen von 1800 000 M verfügt. Eines der eigentümlichsten Vermächtnisse das ihr zuftel, war das Patro natsrecht über die Kirche zu Stoneham im Jahre 1828. Das große Vermögen wird von dem„ Brückenhaustrust" der Londoner Munijipalität verwaltet. Wenn man über die Verwunderung hinaus ist, daß eine Brücke so retch sein fann, vernimmt man gewiß mit Rührung von den kleinen Spendern, die ihr aus großer Liebe von Zeit zu Bett thre Gaben darbrachten. Da ist z. B. ein Kaplan im Jahre 1271, der den Gottesdienst in der Kapelle versah, die zu jener Zeit auf der Brücke stand, der hinterließ ihr 180 M. Vielleicht war diese Gabe nicht einmal allzu klein, wenn man die Geldverhältnisse jener Zeit berücksichtigt, aber sie bedeutete jedenfalls alles, was er geben konnte. Da ist auch noch ein Knecht erwähnt, der im fünfzehnten Jahrhundert für die Instandhaltung der Brücke zu sorgen hatte, hinterließ ihr zehn Schillinge. Aus dem Reiche der Technik. er Die Sicherheit auf der Eisenbahn ist eine stete Sorge der Technik und der zuständigen Verwaltung. Zur Mef= sung der Geschwindigkeit fahrender Züge werden jetzt auf Veranlassung des königl. Eisenbahnzentralamtes auf verschiedenen Stationen des Eisenbahndirektionsbezirks Berlin neue Registrierapparate aufgestellt. Ste unterscheiden sich von den bisher üblichen dadurch, daß diejenige Strede, deren Befahren kontrolliert werden soll, wesentlich fürzer sein kann, ohne daß die Deutlichkeit der Registrierung darunter leidet; es wird im Gegenteil die Fahrzeit, die der Zug zum Zurücklegen der Strecke gebraucht, schon in halben Sekunden angezeigt. Die Verkürzung der Meßstrede bietet den großen Vorteil, daß der Maschinenführer während des Befahrens der Gefahrstrecke die Geschwindigkeit nicht mehr beliebig verändern kann, so daß eine einwandfreie Kontrolle möglich ist. Die Vorrichtung besteht aus zwet Kontakten, die in entsprechend geringen Abständen voneinander an der Schiene angebracht sind und nur durch die Durchbiegung der letzteren beim Befahren betätigt werden, und aus der eigentlichen Registrieruhr. Diese bewegt eine Trommel, auf deren Umfang ein horizontal in Stunden, und vertikal in Sekunden eingeteiltes Papterblatt aufgespannt ist. Die Trommel dreht sich in 24 Stunden einmal herum. Sobald ein Zug den ersten Kontakt befährt, wirb eine Schreibfeder in je einer halben Sekunde senkrecht gehoben und schreibt einen senkrechten Strich, bis der Bug den zweiten Kontakt überfährt, worauf die Schreibfeder augenblicklich in die Ruhelage zurückfällt. Die Länge des Striches zeigt die für das Befahren der zwischen betden Kontakten liegenden Strecke aufgewendete Fahrzeit. Auf diese Weise ist ohne weiteres zu erkennen, ob die Maschtnenführer die vorgeschriebene Fahrgeschwindigkeit innegehalten oder überschritten haben. Aber auch die Folge der einzelnen Züge während des Tages läßt sich aus dem Negistrierblatt feststellen, da es durch das Uhrwerk gletchmäßig weiter bewegt wird, so daß sich zwischen den eigentlichen Fahrgeschwindigkeits- Marken Zwischenräume bilden, deren Länge die Zelt angibt, in der sich die Züge folgen. Ein Erbschaftsstreit um 12 Millionen. Vor dem Berliner Landgericht I fand am Mittwoch ein neuer Termin in dem sensationellen Erbschaftsprozeß statt, den die Tischlermeisterswitwe Brandt gegen den vielfachen Berliner Millionär Grafen Scholto Douglas angestrengt hat. Der Prozeß hat eine geradezu romanhafte Vorgeschichte. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wanderten zwei Vettern namens Brandt von Deutschland nach Holland aus und kamen dort nach und nach zu großem Wohlstand. Sie erwarben einige Schiffe und trieben einen schwunghaften Handel mit den holländischen Kolonien. Als fie 1785 bezw. 1805 starben, hinterließen sie ein nach MilItonen zählendes Vermögen; fie hinterließen ein Testament, nach dem ihre sämtlichen in Deutschland lebenden Verwandten das Vermögen erben sollten. Die Klägerin Brandt erhebt nun Anspruch auf einen Teil des hinter laffenen Riesenvermögens, indem sie ausführt, die Erb schaftspapiere seien zu Anfang des 19. Jahrhunderts nach Halberstadt gekommen, wo die ersten Erben ermittelt wor den waren. Da diese inzwischen verstorben waren, seten die Aften auf der Suche nach weiteren Erben nach Aschersleben gekommen, wo zu jener Zeit der Vater des Beklagten Bürgermeister gewesen ist und als solcher in amtlicher Etgenschaft Kentnis von den Erbschaftsakten erlangt hat. Dies fe Kenntnis habe er, so behauptet die Klägerin, ausgenbt, um seinen Sohn in den Besitz der Erbschaft zu setzen. Der Beklagte entstammt übrigens einer bürgerlichen Fa milie, die mit dem alten schottischen Abelsgeschlecht nicht das mindeste zu tun hat. Erst der Beklagte selber wurde von Kaiser Friedrich wegen seiner Verdienste um die Kaltindustrie geadelt. Er ist jetzt 75 Jahre alt und lebt in Berlin. Er bestreitet, daß die Ansprüche der Klägerin berechtigt seien, da er eine Erbschaft in der angegebenen Höhe von 12 Millionen nicht hinter sich habe. Der Vertreter der Klägerin, Rechtsanwalt Bah.i, hatte für seine Mandantin die Bewilligung des Armenrechts beantragt, da sie nicht vermögend ist und bei dem hohen Streitobjekt( das Landgericht hatte den Wert auf 500 000. festgesetzt) die enormen Ko sten nicht aufbringen könne. Das Landgericht hatte jedoch das Armenrechtsgesuch der Klägerin abgelehnt, da dem Gerichtshof die Rechtsverfolgung der Sache völlig aussichtsIos erschien. Rechtsanwalt Bahn lehnte daraufhin den Gerichtshof wegen Befangenheit ab und wandte sich beschwerdeführend an das Kammergericht. Das Kammergericht wies die Beschwerde jedoch zurück und billigte der Klägerin das Armenrecht nicht zu. Andererseits aber setzte es den Wert des Streitgegenstandes auf 50 000 M herab, so daß es der Klägerin nunmehr durch Unterstützung von dritter Seite möglich ist, den Prozeß vorläufig weiterzuführen. In der Verhandlung führte der Vertreter der Klägerin aus, daß zu den als Erben eingesetzten, in Deutschland lebenden Verwandten auch ein Perückenmacher Johann Christoph Brandt gehört habe, der der Großvater des Ehemanns der Klägerin gewesen ist. Der Nachweis der Verwandtschaft soll durch Urkunden geschehen, die noch beschafft werden. Das Urteil wird später bekannt gegeben werden. Sensotionelle Duellaffäre in Berlin. Ein Gegner durch einen Brustschuß getötet. Am Mittwoch in den frühen Morgenstunden hat in der Jungfernheide bei Berlin ein Duell zwischen dem Offizier a. D. und Maler Wilhelm v. Gaffron und dem Freiherrn Oswald von Richthofen, Reserveoffizier im 2. Gardenlanenregiment stattgefunden. Beim zweiten Kugelwechsel sank von Gaffron in die Brust getroffen nieder. Er wurde nach dem Paul Gerhard- Stift gebracht, wo er bald nach der Einlieferung starb. Ueber die Ursache, die zum Duell führte, berichtet der B. Lok.- Anz." folgendes: von Gaffron lernte vor einigen Jahren den Leutnant Freiherrn von Richthofen kennen. Richthofen benutte die Bekanntschaft, um von Gaffron 25 000 Mark zu leihen, die er innerhalb 14 Tagen in Monte Carlo verspielte. Als er dann wieder in finanzieller Be drängnis war, offenbarte er sich seinen Brüdern. Dabei stellte er ihnen die Geldangelegenheit mit Gaffron so hin, als ob dieser ihm für die geliehenen 25 000 Mark seine Erb schaft in Höhe von 40 000 Mark abgekauft habe. Die beiden Brüder schenkten ihm Glauben und waren über die Handlungsweise des Herrn von Gaffron empört. Sie liehen ihrer Empörung auch Ausdruck, indem sie in Bekanntenkreisen das angebliche Manöver des Gaffron erzählten. Die Folge davon war, daß Gaffron mehr und mehr von der Gesellschaft gemieden wurde. Es tam zu einer Ohrfeigerei zwischen Gaffron und Richthofen und daran anschließend zu einem gerichtlichen Verfahren, in welchem festgestellt wurde, daß Gaffron in der Geldangelegenheit völlig einwandfrei gehandelt habe. Mit der Fällung dieses Urteils war die Feindschaft zwischen den beiden Männern aber keineswegs beendet, im Gegenteil, fie loderte erst recht auf und führte schließlich zu der Duellforderung, die Mittwoch früh ausgefochten wurde und so blutig endete. Wie das„ B. T." meldet, ist gegen Freiherrn von Richthofen bereits ein Vers fahren eingeleitet worden. Drabtnachrichten und neuestes. Vom Aufenthalt des Kaisers in Wiesbaden. Wiesbaden, 11. Mat. Der Kaiser, der heute früh einen Spaziergang unternommen hatte, hat um 11 Uhr eine Automobilfahrt nach Homburg angetreten. Der elsaß- lothringische Verfassungsentwurf in der Kommiffion abgelehnt. Berlin, 11. Mat. Die Kommission zur Beratung der elsaß- lothrinigischen Verfassungsreform hat heute in der Gesamtabstimmung die ganze Vorlage mit 13 gegen 12. Stimmen abgelehnt. Die mexikanischen Rebellen in Juarez. Neuyork, 11. Mai. Ueber die Einnahme von Juarez wird noch gemeldet: Die Regierungstruppen hatten sich in der Kaserne verschanzt, welche darauf von den Insurgenten heftig beschossen wurde. Die Insurgenten richteten dte eroberten Geschüße auf sie. Schon nach 4 guten Treffern zeigte sich die weiße Fahne, worauf sich Navorro, der Befehlshaber der Regierungstruppen, an Oberst Garibaldi, welcher ein vorzugsweise aus Amerikanern bestehendes Infurgentenkorps fommandiert, ergab. Juarez bietet ein trauriges Bild, da die Hauptstraße in Ruinen Itegt. Ueberall find Häuser zerstört. Man schäßt die Gesamtzahl der Toten in dem zweitägigen Kampf auf 80, die der Verwundeten auf 160. Bahlreiche Insurgenten begannen nach der Einnahme von Juarez den Sieg durch ein Trinkgelage zu fetern; indeffen ordnete Garibaldi die Vernichtung alle Spirituosenvorräte an. Sensationelle Steuerhinterziehungsaffäre. München, 11. Mai. Eine Steuerhinterziehungsaffäre, bei der Millionen in Frage kommen, beschäftigt zur zeit die Oeffentlichkeit. Die Erben des verstorbenen Reichs rates Ritter Dr. v. Klemm sollen jetzt eine Steuerstrafe von 8 600 000 Mark bezahlen. Dr. v. Klemm, der in Ludwigs. hafen wohnte, soll durch 11 Jahre ein Vermögen von vier Millionen, vorher 9 Jahre lang ein solches von 2% Millionen versteuert haben, während er von Rechtswegen 11 Jahre lang 40 Millionen und vorher 32 Millionen hätte verstenern müssen. Todessturz eines Militärfliegers. Nenyork, 11. Mai. Leutnant Kelly, ein Schüler des Aviatikers Curtis, stürzte mit seinem Apparat aus einer Höhe von 20 Metern ab und war auf der Stelle tot. Auch ein deutscher Flieger hat heute seinen Wagemut mit dem Tode bezahlt: Berlin, 11. Mat. Auf dem Flugplah Johannisthal flog heute früh der Aviatiker Bockemüller bet dichtem Nebel gegen das alte Posthaus. Er wurde dabei so schwer verletzt, daß er nach wenigen Minuten starb. Ausbruch eines Vulkans in Japan. Tokio, 11. Mat. Durch einen Ausbruch des Vulfans Afamayama sind schwere Verwüstungen angerichtet worden. Viele Menschen sind umgekommen. Nähere Nach richten über die Katastrophe fehlen noch. Anfstand der Hafenarbeiter in Oporto. Oporto, 11. Mai. Die Hafenarbeiter find wegen Nichtbewilligung ihrer Forderungen in den Ausstand ge treten. Der Schiffsverkehr ist teilwetse lahmgelegt. Man befürchtet, daß der Ausstand wettere Ausdehnung nehmen wirb. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung der Gewerbeordnung: hier; Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. An den zwei Sonntagen vor Pfingsten( 21. und 28. Mai lfd. Js.) dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter im Handelsgewerbe bis 7 Uhr abends, jedoch nicht über 10 Stunden, beschäftigt werden. Der Gewerbetrieb in den offenen Verkaufsstellen ist ebenfalls bis 7 Uhr abends gestattet. Gießen, den 10. Mai 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Abonnements- Konzerte. Kaiser Die Kapelle des Infanterie- Regiments Wilhelm"( 2 Großh. Heff.) Nr. 116 erlaubt sich zu einem Zyklus von Abonnements Konzerten einzuladen.- Die Konzerte finden in Steins Garten statt. Dieselben werden mit Militärmusik bei ungünstiger Witterung mit Streichmusik im Saal ausgeführt, wozu ein musik und funftliebendes Publikum höft. eingeladen wird Der Abonnem ntspreis für 6 Stonzerte beträgt: Ein Familienblatt für 4 Personen 8.00 Mt. " 3 " " 7.00 Mt 240 Mr. Ein Personenbillet Staffenpreis mit Solift " ohne" . 100 Mt. 0.75 Mt. Die Lifte zirkuliert. Wie alljährlich finden die Konzerte Donnerstags statt, das erste am 15. Juni. 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Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 14. Mai, Cantate. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Mar fusgemeinde. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- Ge meinde. Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Christenlehre für die Neukonfirmierten Johannesgemeinde. oiertelf Abgeh ausgab Mitta liegt al Selter nicht Ve Nr. 3 haben besonder Ständnis 6. und Dant au Es diesem T das gan den durd einen ich Das Großherz Rahmen trale für besondere gen dafür Darr D diensttuend Blank Der M gemäß 39 fleinere und ihren 31 verwer jenigen g gensobjekt Bürgen g nun auch mit schwe freditwürd schäftsbetr ist von folgendes Die den einer digen Ve des zur als unti ter befan dernfalls Brüfung gebnis möglich Branche das we der ihm berzeug zu feiner bedarf, deren U Dedung Die A Stadium Bantinfti Bedingu einer dri Sicherheit 3eit eine de aus leuten sta werden s ständlich mitee nid geordneter Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde Pfarrer Bechtolsheimer. Batholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 13. Mai. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: G Sonntag, den 14. Mai. von der männischje Woche zu nung zu die Rechnu wirtschaftl Handwerk legenheit zur hl. Beicht. veranstalte 4. Sonntag nach Ostern. Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Die erste hl. Messe. Man wirffame wesentliche lichen M dem Bor Bürgidha Edymukto Vorm. von 6 Vorm. 7 Uhr: Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Dienstag und Freitag, abends um 6½ Uhr ist Mai andacht. Eigentum u. Verlag der Gießener Zeitung G. m. b. S. Verantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinecke, für Reklame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen.