els Differ mg aut Probe ag der erg. S che, lich ch. dorf Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: Itegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 10. Telephon: Nr. 362. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 12. Januar 1911 Aufruf. Einem vielfach aus der Bürgerschaft geäusserten Wunsch entsprechend wird die ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. 40. Wiederkehr des Gründungstages des Deutschen Reiches festlich begangen. Zu diesem Zweck werden Sonntag, den 15. Januar 1911 vormittags 11 Uhr ein Festakt im Stadttheater und abends 8 Uhr ein Festkommers in Steins Saalbau veranstaltet Die Vorbereitungen bieten, Dank der Unterstützung weiter Kreise, insbesondere der mitwirkenden Gesangvereine. Gewähr dafür, dass diese patriotische Veranstaltung eine erhebende und freudige Erinnerungsfeier an die Gründung unseres geliebten Deutschen Vaterlandes wird, sowie den allgemeinen Dank für diese Errungenschaft der Jahre 1870/71 an die inzwischen genossenen und in der Zukunft zu erwartenden Segnungen des Friedens erneut zum Ausdruck bringt. Wir sind der Ueberzeugung, dass die gesamte Bürgerschaft unserer Stadt von| denselben Gefüblen beseelt ist und bitten daher, unserer Freude und unseren Dank auch äusserlich dadurchzu bestätigen, dass die ganze Stadt am Festtag reichlich beflaggt wird. Giessen, den 9. Januar 1911. Der Festausschuss: Mecum, Oberbürgermeister. 1. Für jede Person und jede Feier ist eine besondere Eintrittskarte erforderlich- 2. Ausführliche Festprogramme sind von Donnerstag ab im Vorverkauf bei Herrn E. Challier, Neuenweg 9, in der Ricker'schen Buchhandlung, Südanlage 5, in der Ferber'schen Buchhandlung, Seltersweg 87, in der Frees'schen Buchhandlung, Seltersweg 70, in der. 3. Die Eintrittskarten gehen den BePfeiffer'schen Buchhandlung Walltorstrasse 21 sowie am Festtage im Stadttheater und in Steins Saalbau zum Preise von 25 Pfg erhältlich. stellern kurz vor dem Fest durch die Post zu. Leider ist es bei der grossen Zahl der geforderten Eintrittskarten nicht mögtich, alle Wünsche zu erfüllen. Der Ausschuss muss daher eine entsprechende Einschränkung eintreten lassen.- 4 Sollte einzelnen die Teilnahme an den Festlichkeiten, namentlich am Festakt unmöglich werden, so bitten wir, die betreffenden Karten k. H. an den Festausschuss zurückzusenden, damit die betreffenden Plätze noch anderweit vergeben werden können Er ch, ellohen" le" so schöne chten Sie au auf den d Schutzein. Fabr.: Oppingen. Gießen. a , daß die räder Gebrauch fen sind! reisliste d. Branche, ahrer- Betikel, Nähren etc. von den Verken Einbeck utschlands ER utzen NUR MIT NIA Philipp Köblers Cod hat in den in weitesten Kreisen tiefstes Empfinden hervorgerufen. Vor uns liegen zwei Zuschriften, deren Verfasser ganz verschiedenen Berufsständen angehören. Sie lauten: Die zweite zuschrift lautet: ver= Philipp Köhler, der langjährige Abgeordnete des Kreises Gießen zum Reichstag ist gestorben und viele Tausende stehen trauernd an seiner Bahre. Sie haben die gerade und ehrliche Natur des Verstorbenen zu schätzen gewußt. Köhler konnte lieben, er konnte letzen, er konnte hassen; heucheln aber konnte er nicht. Es ist sicher nicht in seinem Sinne, wenn ihm jetzt auf seinem letzten Wege zum Grabe Leute das Geleite geben, die es nicht aufrichtig mit ihm gemeint haben oder Leute, die zum Beispiel in einer Versammlung zu GieBen in nicht zu schildernder Weise dem kürzlich verstorbenen braven Herrn Heyligenstaedt seinerzeit vorwarfen, er sei reich geworden durch den Schweiß seiner Arbeiter und nachher mit ihm zur Leiche gingen. Solch„ Otterngezücht" haßte Köhler. Sein Name aber wird noch nach vielen Jahrzehnten genannt werden, seine Furchtlosigkeit und seine Treue, mit der er für alles Gerechte eintrat, seine Liebe zur Landbevölkerung und Landwirtschaft wird unvergessen bleiben. An seiner Offenheit mögen sich alle„ Politiker" und auch diejenigen, welche es werden wollen, des Kreises ein Beispiel nehmen. == In der gestrigen Sitzung des deutschen Reichstages teilte der Präsident Graf Schwerin- Löwitz das Ableben des Abgeordneten Köhler Langsdorf mit. Das Haus erhob sich sofort, als der Präsident seine Mitteilung begann, und hörte die kurze Gedächtnisrede stehend an. Durch den unerwartet rasch eingetretenen Tod des Reichs- und Landtagsabgeordneten Köhler steht der Wahlkreis Gießen- Grünberg- Nidda noch kurz vor den allgemeinen Wahlen vor einer Nachwahl, die jeden falls, so schreibt man uns, mit aller Schärfe durchgefämpft werden wird. In Freundeskreisen des Verstorbenen sah man schon längst mit Besorgnis die schleichende und unheilvolle Krankheit an dem Riesenkörper Köhlers ihre vernichtende Arbeit verrichten, daß aber so schnell diese deutsche Eiche gefällt weeden sollte, daran wagte niemand zu denken. Und so ist es denn leider geschehen, daß dieser gerade Charakter, dem unsere oberhessische Landwirtschaft so viel zu danken hat, nicht mehr unter den Lebenden weilt. Und in den besten Lebensjahren wurde seiner Laufbahn ein Ende gesetzt, denn er hat nur ein Alter von 51 Jahren erreicht. Und doch wird mit ihm eine ganze Geschichte der politischen Entwicklung in Oberhessen begraben. Er war es, der in jugendlichem Feuereifer anfangs der 90er Jahre die Böckl'sche Bewegung mit all seinen Kräften unterstützte. Die Schaffung einer Organisation für den Bauernstand sah Köhler damals als seine wichtige Lebensaufgabe an, und was er an der Spitze des Mitteldeutschen Bauernvereins für die Interessen seines Standes geleistet hat, dafür wird ihm unsere oberhessische Bauernbevölkerung ein dankbares Andenken für alle Zeiten bewahren. Für das parlamentarische Leben wurde eine so großartig veranlagte Natur wie Köhler von seinen Parteifreunden gar bald in Anspruch genommen, denn schon im Jahre 1890 wurde er für den Landtagswahlbezirk Buzbach in den Landtag gewählt, wo er dann allerdings bei der Nachwahl wieder unterlegen ist. Im Jahre 1893 sandte ihn sein Heimatwahlkreis Hungen- Lich in den Landtag und vertrat er bis zu seinem Tode ununterbrochen diesen Bezirk. Vom Jahre 1905-1906 begleitete Köhler das Amt des Vizepräsidenten des Landtages. Von 1893 bis 1903 und dann wieder seit 1907 war Köhler Vertreter des Reichstagswahlkreises Gießen- Grünberg- Nidda. Selbstverständlich stand Köhler bei seiner eigenartigen Charakterveranlagung einer großen Menge politischer Gegner gegenüber, aber sein offenes und gerades Wesen hat ihm auch bei seinen Gegnern Achtung und Wertschätzung erworben. Den guten Willen, seinem Stand und dem Volke hilfreich zur Seite zu stehen, hat Köhler jederzeit gehabt, und wenn ihm auch manches mißglückt ist, so lag dies an den Verhältnissen und nicht an ihm. Was er aber zu Lebzeiten für das Allgemein wohl gewirkt hat, dessen wird auch von seinen Wählern über das Grab hinaus dankbar gedacht werden. Für den hessischen Landtag wie für den Reichstag wird, wie schon eingangs erwähnt, Ersatzwahl sehr bald Die einzelnen Parteien bekommen angesagt werden. früher als sie gewollt Gelegenheit, ihre Wähler zur Urne zu rufen. Wie werden die Würfel fallen? Aus der Heimat. Gießen, den 12. Januar. * Ordensverleihung. Geh. Regierungsrat Dr. Dietz hat wegen seiner Verdienste um die Tuberkulosebekämpfung den roten Adlerorden 3. Kl. erhalten. Der Großherzog hat der Krankenpflegerin Schwester Minna Heß in Gießen das Dienstaus zeichnungskreuz für Krankenpflege in Silber verliehen und den Handelsrichter Kommerzienrat Georgi auf sein Nachsuchen von seinem Amte enthoben, den Er= gänzungsrichter Fabrikanten Hermann Eichenauer in Gießen zum Handelsrichter und den Fabrikanten A. Klingspor in Gießen zum Ergänzungsrichter, beide für die Zeit bis zum 31. Dezember 1912, ernannt. * Gießen. Eine Reichstagsersazwahl in GießenNidda ist durch den Tod Köhlers erforderlich. Bei der Hauptwahl 1907 erhielt Köhler im 1. Wahlgange 9017, der Nationalliberale 7484, der Sozialdemokrat 6396 Stimmen. In der Stichwahl siegte Köhler mit 11 543 Stimmen über den Nationalliberalen, der 10 575 Stimmen bekam. Diesmal dürfte eine erhebliche Verschiebung des Stimmenverhältnisses vor sich gehen, da auch die Fortschrittliche Volkspartei einen Kandidaten aufstellen will. -r- Für den Fond zur Errichtung einer Kinder= klinik ist der Zentrale für Mutter- und Säuglings. fürsorge in Hessen von einer Gießener Dame eine größere Summe übermittelt worden. Der Fond beträgt jetzt 21 000 Mark. Eine weitere größere Stiftung steht in Aussicht. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 10. Januar 1911. Unter dem Vorwande, Rohlen einbringen zu wollen, begab sich der Taglöhner Wilhelm Zimmermann aus Berlin in ein Schuhwarengeschäft zu Gießen. Er wurde zu der Hausfrau nach der Küche geschickt. Da die Frau nicht da war, nahm er ein Paar neue Schuhe, um damit fortzueilen. Auf der Treppe begegnete ihm die Frau, worauf er die Schuhe wegwarf und entwich. Er wurde zu 9 Monaten Gefängnis, abzüglich 4 Wochen Untersuchungshaft und zu 3jährigem Ehrverlust verurteilt. Der Schlosser Wilhelm Friedrich Schmidt aus Darmstadt sprach bei einem Rentner zu Gießen vor und verlangte unter Drohung mit einer Anzeige, daß er ihn in Arbeit nehme. Er wurde sofort verhaftet und bekam 6 Wochen Gefängnis wegen Erpreßungsversuch. Vier Wochen Untersuchungshaft wurden ihm angerechnet; auch erfolgte die Aufhebung des Haftbefehls. Um seiner Schwiegermutter den Küchenschrank, wovon eine Glasscheibe zerbrochen war, wieder instand setzen zu können, stahl der Tüncher Moritz Hofmann aus Frauenstein, an einem Neubau zu Nieder- Eschbach eine Fensterscheibe. Unter Einbeziehung einer früheren Strafe, bekam er 8 Monate Gefängnis. Zu Gießen, Fulda und Frankfurt a. M. eignete sich Der Betriebsleiter der Gießener Gummiwerke, Hermann Wezel aus Großwenda, Gummi an. In Gießen allein wurde der Wert des zurückgegebenen Gummis auf 2266 Mark berechnet. In Frankfurt wurde ebenfalls Diebstahl angenommen, während es sich in Fulda nur um Unterschlagung handelte. Der Angeklagte kam mit der gelinden Strafe von 9 Monaten Gefängnis durch, worauf 3 Monate Untersuchungshaft angerechnet werden. Auf die Habseligkeiten der Bediensteten auf den Gutshöfen hat es der Arbeiter Johann Tensa aus Galizien abgesehen. In Rinderbügen, Nieder- Dorfelden, Okarben und Dortelweil bestahl er das Personal um Wertsachen, Geld und Kleider, sowie Papiere. Er wurde zu 2½ Jahren Gefängnis verurteilt, worauf 6 Wochen Untersuchungshaft angerechnet wurden. haben. In Wirklichkeit hat sich die Einfuhr 1910 gegenDer Reichstag nach den Weihnachtsferien. über der 1907 noch günstiger gestaltet. Den günstigen Das war ein fröhliches Begrüßen und Händeschütteln am Dienstag im Reichstage, der ersten Sigung im neuen Jahre. Da tönten nachträgliche Profit Neujahr- Rufe, und fn eifriger Unterhaltung standen kleine Gruppen beisammen, um die Erlebnisse während der Weihnachtsferien auszutauschen. Die Glocke des Präsidenten machte dem Geplauder ein Ende. Große Stille trat ein, als der Prästbent nach kurzem Neujahrsgruß der verstorbenen beiden Bentrumsabgeordneten Hirschberg und Schmidt gedenkt, um dann dem letzten Präsidenten der vorigen Session, dem verstorbenen Grafen Ballestrem, einen ehrenvollen Nachruf zu widmen, wobei er ihm vor allem seine strenge Unpartetlichkeit und seine mit föstlichem Humor gepaarte unvergleichliche Liebenswürdigkeit nachrühmt. Dann forderte Ste Gegenwart ihr Recht und es gelangte die freisinnige Interpellation wegen Aufhebung der Zündholzsteuer Monatsdurchschnitt von 1907 hat das Jahr 1910 schon im August voll erreicht und mit der November- und Dezembereinfuhr in recht nennenswerter Weise überschritten. Der Geschäftsgang der Tabakindustrte bewegt sich also schon seit einem halben Jahre im früheren Gleise. 3u allgemeinen Klagen über schlechten Geschäftsgang kann somit keine Veranlassung mehr vorliegen.' zur Verlesung. Es lag klar auf der Hand, daß sie aus den berschiedensten naheliegenden Gründen ein positives Ers gebnis nicht haben konnte. Abg. Enders begründete sie unter Bezugnahme auf die Betriebseinschränkungen der Bündholzfabriken und Arbeiterentlassungen, besonders in Sachsen- Meiningen. Er glaubte, nachweisen zu können, daß es sich nicht mehr um die Nachwirkungen der überaus Starten Vorversorgung, sondern um dauernde Folgen han bele; cs habe sich eine neue blühende Industrie aufgetan, bie steuerfreie Zündholzersazmittel herstelle. Er bezeich nete die Zündholzsteuer als die odiöseste aus der ganzen Finanzreform. Fürst Bülows Wunsch. In seiner Erwiderung auf eine Ansprache des deutschen Botschafters in Rom v. Jagow bei der Feier der Silberhochzeit des Fürstenpaares sagte Fürst Bülow: Das Beste in seinem Leben verdanke er seiner Frau. Ohne ihre Liebe, ohne thre treue, verständnisvolle Pflege hätte er es taum vermocht, die Mühfal einer zwölffährigen Ministerschaft zu ertragen. Er habe feinen anderen Wunsch, als daß seinem Hause auch weiterhin freundliche Sterne leuchten mögen, daß Gott ihm die Gattin erhalte und daß über den Fortgang der Dinge im Vaterlande nur gute Kunde zu ihm dringe. Dem Amte habe er entsagt. Die Liebe zum Vaterlande lebe ungeschwächt fort. Im Laufe des Festtages sind über 1000 Telegramme und Glückwünsche in der Villa Malta eingetroffen. Hierin erblickte Staatssekretär Wermuth, der die Interpellation sofort beantwortete, den Hauptgrund für die Beunruhigung der Zündwarenindustrie, die dabei sei, sich der neuen Steuer anzupassen und sich inmitten des vorausgesehenen durchaus normalen Entwickelungsganges befinde. Sie würde den Prozeß viel leichter überstehen, wenn bie Verstimmung im Volke nicht so stark gemacht wäre. Bei zugrundelegung des 25prozentigen Konsumrückganges ergebe sich aus der Statistik und dem tatsächlichen Aufkommen aus der Steuer im ersten Jahr, daß es nur die Nachpirkungen der Vorversorgung sind, die die Zündwarenindustrie drücken. Die Arbeiter haben zum überwiegenden Teile anderweit Unterkunft gefunden. Vor allem aber set es mit der Aufhebung einer Steuer nicht getan, vielmehr sei Ersak zu fordern. Man könne nicht ein Gesetz, noch bevor es Wurzel geschlagen, mit der Wurzel ausreißen, ein Steuerobjekt, das erfaßt sei und sich der Steuer anbequeme, wieder aus der Hand lassen und nach einem neuen greifen. Der diesjährige deutsche Katholikentag findet vom 6. bis 10. August in Mainz statt. Kardinal Dr. Fischer in Köln hat sein Erscheinen zum Katholikentage bestimmt in Aussicht gestellt. Marokkanische Justiz. Der marokkanische Machsen hat in Fez eine Gesellschaft eingeborener Falschmünzer verhaften laffen, die falsche Haffant- Silbermünzen und Louisdors Herstellten. Sie wurden zur Strafe des Händeabschneidens verurteilt. Das Einjährige für preußische Mittelschüler? Wie die Franff. 3tg." erfährt, genehmigte der preußische Kriegsminister die künftige Zulassung der Mittelschüler zur Einjährigenprüfung unmittelbar nach Schulschluß und nicht mehr erst nach vollendetem 17. Lebensjahre, ferner ihre Zulassung zur Zahmeisterlaufbahn. Außerdem erhalten sie die Berechtigung für die mittlere Beamtenlaufbahn bei der Post und Telgraphie. Mit dieser entschiedenen Ablehnung des Schazsekre= tärs hätte füglich die ganze Interpellation beendet sein fönnen, da ste doch irgendwelche weiteren Erfolge nicht haben tann. Aber die über den Weihnachtsferien ange( ammelte Redelust drängte nach Betätigung. Infolgedessen beschloß das Haus einstimmig Besprechung der Interpellatton. Es tamen aber nur drei Abgeordnete zum Wort, die Herren Graf Oppersdorf( 3entrum), Dr. Osann( ntl.) und Dr. Hahn( tons.) Dann war das Haus arbeitsmüde und vertagte sich auf Mittwoch, wo zunächst die Besprechung der freisinnigen Interpellation fortgesetzt werden soll. Rundschau vom Cage. Politisches. Wissenschaft, Runst und Literatur. Ein neues Thermometer. Professor Barnes von der Universität Montreal hat ein neues Thermometer von außerordentlicher Feinheit erfunden und dazu benußt, die Temperatur des Seewassers zu messen. Es ist wünschenswert, gerade zu diesem Zweck ganz besonders feine Instrumente zu verwenden, weil die Unterschiede der Temperatur des Seewassers sowohl in verschiedenen nebeneinander_gelegenen Gebieten als in den übereinander liegenden Wasserschichten von großer Bedeutung sind. Hängen doch davon die Bewegungen des Wassers zum großen Teil ab, so zwar, daß man wenigstens zu deren vollem Verständnis nur durch möglichst genaue Untersuchungen der Temperaturverhält nisse gelangen kann. Allerdings erscheint es etwas übertrieben, wenn Prof. Barnes seine Messungen mit dem unerhört feinen Thermometer bis auf den tausendsten Teil eines Grades bestimmt haben will. Er hat dafür einen besonderen Grund. Im nördlichen Atlantischen Ozean ist die Schiffahrt vielfach durch Eisberge gefährdet, und bei unsichtigem Wetter kann die Nähe eines solchen Kolosses oft nur an einer Abnahme der Seewassertemperatur erkannt wer= den, für die ein anderer Grund in dem betreffendem Gebiete nicht gegeben ist. Prof. Barnes hat nun in der Hudson- Bat Versuche mit seinem Thermometer angestellt, die merkwürdige, aber erfolgreiche Ergebnisse geliefert haben. Es zeigte sich nämlich, daß die Annäherung eines Eisfeldes sich zu nächst durch eine schwache Steigerung der Wassertemperatur fundgibt, der dann erst eine Abkühlung folgt. Diese be trägt, wenn der Abstand von dem schwimmenden Eise aus etwa 1 Kilometer sich vermindert hat, ungefähr vier Grad. Außerdem aber meint der Forscher, daß es mit seinem Thermometer auch möglich sein werde, die Nähe von Land zu erkennen, weil an den Küsten sich größere Wechsel der Tem peratur zeigen als im offenen Meer. Der Haager Friedenspalast wird im Jahre 1913 er öffnet werden. Die Einweihung fällt in die Zeit, wo Holland die Jahrhundertfeier seiner Losreißung von Frankreich und seine Unabhängigkeitserklärung begeht. Ebenfalls im Jahre 1913 soll im Haag eine große internationale landwirtschaftliche Ausstellung veranstaltet werden. Kleine Nachrichten. Auf dem Totenbett getraut. Im Prager Wetnberger Krankenhause spielte sich gestern eine erschütternde Szene ab. Ein Soldat, der auf Urlaub weilte, lag im KrankenHause in den letzten Zügen; er wurde auf dem Sterbebette mit seiner Geliebten getraut, damit ihr das Kind legittmiert werde. Unmittelbar nach der Trauung verschied der Soldat. Der Beamteneid, den Prinz August Wilhelm von Preußen am Montag als Referendar ablegte, hatte folgenden Wortlaut:„ Ich August Wilhelm Heinrich Viktor Günther Prinz von Preußen schwöre zu Gott, dem Allmächtigen und Allwissenden, daß dem König von Preußen, meinem allergnädigsten Herrn, ich untertänig, treu und gehorsam sein und alle mir vermöge meines Amtes obHiegenden Pflichten nach meinem besten Wissen und Gewissen genou erfüllen, auch die Verfassung gewissenhaft be= bachten will, so wahr mir Gott helfe." Pistolenschießerei in einer Berliner Gemeindeschule. In der fünften Gemeindeschule zu Weißensee schoß gestern vormittag während der Pause ein 14jähriger Schüler beim Spielen mit einer Pistole seinen gleichalterigen Mitschüler in die Stirn. Dieser wurde nur leicht verletzt. Im Kranlenhause, wohin man ihn auf Anordnung des Rektors schaffte, wurde er einer Operation unterzogen. In der preußischen Wahlrechtsfrage hat die Fraktion der Fortschrittlichen Volkspartei beschlossen, den bereits in früheren Sessionen eingebrachten Antrag auf Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts in den Einzelstaaten, sowie auf Einführung einer zeitgemäßen Wahlkreiseinteilung im preußischen Abgeordnetenhause wieder einzubringen. Ueber die Lage der Tabatarbeiter schreibt die„ Norddeutsche Allg. 3tg.":" Schon die statistische Mitteilung, die kürzlich durch die Presse gegangen, ließ den Schluß zu, daß bereits jetzt Verbrauch und Beschäftigung wieder die vor den Finanzreformverhandlungen bestehende Höhe erreicht Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. Nachdruck verboten. 8) Weil er wegen Ehrenkränkung zu Gefängnis verurteilt worden war, ließ sich in Hettstedt in der Provinz Sachsen ein 63jähriger Berginvalide einen Sarg anfertigen und erschoß sich in der Leichenhalle. Ein Backfisch als Dramatikerin. Die junge Dichterin Margarete Zöllner, Tochter des bekannten Komponisten Professors Heinrich Zöllner, deren erster Band Lyrik aus ihrem 11. und 12. Lebensjahre schon zwei Auflagen erlebt hat, ist nun, nach Herausgabe einer Novelle„ Märzschnee". unter die Bühnendichter gegangen und hat ein zweiaktiges Drama verfaßt, das unter dem Titel„ Jutta Sanden" am 18. Januar in Antwerpen zur ersten Aufführung gelangen wird. Die noch im Backfischalter stehende Dichterin überflügelt somit den frühreifsten aller Dramatiker, den Dichter der„ Räuber". Ein Familiendrama hat sich gestern abend in Dresden abgespielt. Der Magazinverwalter Kämpf hat seinen fünfzehn Jahre alten Sohn im Bett erschossen und sich dann selbst getötet. Er lebte seit neun Jahren von seiner Frau getrennt, hatte sich aber anscheinend wieder mit ihr ausgesöhnt. „ Mein Herr, ich bin hier fremd; bitte, sagen Sie mir, wo der Laden des Juwelies Häuserling ist." Im Bett erstickt aufgefunden wurde das im zweiten Lebensjahre stehende Söhnchen einer in der Brüderstraße in Leipzig wohnenden Familie. Das kleine Wesen hatte sich mit dem Köpfchen in die Betten verwickelt und hatte sich nicht wieder befreien können. „ In der Rößli- Gasse", versetzte der Angeredete,„ aber tommen Sie mit mir, ich wohne ihm gerade gegenüber in der Mansarde, wo ich meine Schuhmacherwerkstätte habe." Einen entsetzlichen Tod fand Sonntag abend ein hochbetagtes Ehepaar Timm aus Kleve( Holstein) auf der Heimreise von einem Besuche bei seinem Sohne. An einem Bahnübergang scheute das Pferd des von dem Sohne geführten Wagens und dieser stürzte rückwärts in einen Sumpf. Dabei waren die alten Leute unter den Wagenkasten zu liegen gefommen und mußten im Morast ersticken. Sie gingen etwa hundert Schritte, dann bogen sie in eine schmale Seitengasse ein und später wieder in eine andere. Während des Weiterschreitens plauderten sie. Der Wegweiser erzählte, daß der Juwelier ein steinreicher Mann gworden, der sich besonders mit dem Modernisieren und Umfassen kostbarer Steine für die vornehmen Fremben beschäftige und dabei sehr viel Geld verdiene. Aus den Gerichtssälen. Waun liegt eine geschlossene Ortschaft vor? Eine interessante Gerichtsentscheidung über den Begriff der geschlos senen Ortschaft fällte nach der Rheinisch- westfälischen 3tg. die Straffammer des Königlichen Landgerichtes Düsseldorf als Berufungsinstanz. Gegen den Lenker eines Automobila hatte die Polizeiverwaltung und, durch Bestä= tigung auch das Schöffengericht, eine Geldstrafe festgesetzt, weil er im Vororte Mörsenbroich entgegen der polizeilichen Bestimmung die erlaubte Geschwindigkeit von 15 Km. in der Stunde überschritten haben sollte. Die Straffammer hob die Vorentscheidung auf, und sprach den Beschuldigten von Strafe und Kosten frei. Die Polizeiverwaltung verbtetet, so führte das Urteil aus, eine höhere Geschwindigkett ausdrücklich nur innerhalb geschlossener Ortschaften; als solche sind Wegestrecken anzusehen, die geschlossene Bebauung aufweisen. An dem in Betracht kommenden Teile aber war die Straße nicht ausgebaut, es waren nur einzelstehende Häuser vorhanden. Die Polizeiverordnung konnte im vorliegenden Falle also nicht zur Anwendung gelangen und sie wurde auch nicht dadurch gerechtfertigt, daß an der fraglichen Stelle polizeiliche Warnungstafeln aufgestellt worden waren. Raub in einem Postgebäude. In Zarki bei Bendzin an der russischen Grenze wurde ein Postgebäude von Banditen überfallen und beraubt. Bei der Verfolgung der Räuber sollen mehrere Personen getötet worden sein. Eine Giftmordaffäre erregt zurzeit in Kirchatten im Oldenburgischen großes Aufsehen. Dort starb vor einiger Zeit eine 23jährige Witwe ganz plötzlich. Der Umstand, daß mit ihr ihre drei Kinder tot aufgefunden wurden, ließ den Verdacht aufkommen, daß die Todesursache keine natürliche sei. Die Untersuchung erbrachte den Beweis, daß Vergiftung durch Arsenik vorlag. Die auf Grund dieses Ergebnisses angestellten Nachforschungen führten zur VerHaftung eines nahen Verwandten der Witwe. Trotz seines Reichtums behält Häuserling seinen alten Laden in der abgelegenen Straße bei. Er müßte sich am Quai ein schönes Lokal mieten. Aber was meinen Sie? Der närrische Kauz sagt, daß ihm das nicht paßt. Sein Vater hat in demselben Hause das Juweliergeschäft betrieben, und damit glänzend reussiert, deshalb bleibt Jakob Häuserling dort wohnen." ,, So, so, nun, das gefällt mir," warf der Rotbärtige dazwischen ein. Erst jetzt betrachtete der gesprächige Mann seinen Begleiter genauer. Ein breites Lächeln trat auf das Gesicht des Schuhmachers. lich Kellner und reise nach Meran, habe dort eine Stelle angenommen. Sobald ich den ersten Monatslohn erhalte, löse ich die Uhr wieder ein." ,, Nun, mein Bester," sagte er spöttisch ,,, werden Sie etma bei Häuserling einen Schmuck taufen?" „ Ich glaube kaum, daß Häuserling darauf eingeht, er ist ein durch und durch seiner Mann und gibt sich nicht mit derartigen Geschäften ab. Gehen Sie doch lieber in ein Versazamt oder zu einem Italiener, der auf sicheres Unterpfand hin für hohe Zinsen Geld ausleiht", sagte der Schweizer. ,, Nein," entgegnete der Gefragte schnell, ich will meine Uhr versetzen." „ Ist sie von Gold?" Wieder lag ein geheimer Spott in der Frage, aber der fremde Mann überhörte es. ,, Natürlich", entgegnete er, viel ist sie zwar nicht wert, aber immerhin doch einige Franken. Ich bin nämIn dem zweiten Moabiter Krawallprozeß, der sich vor dem Schwurgericht abspielt, wurde Montag die Beweisaufnahme mit der Zeugenvernehmung des Polizeimajors Klein begonnen, der das Oberkommando über die Polizetmannschaften während der Moabiter Unruhen geführt hat. Polizeimajor Klein gab über die von der Polizei getroffe= nen Maßnahmen, über die Entwicklung der Unruhen selbst und über die sonstigen Vorgänge in genau derselben Weise Auskunft wie vor der Straffammer.- In dem Prozeß vor der Straffammer beraumte der Vorsitzende am Dienstag einen neuen Termin zur Urteilsverkündung auf Mittwoch nachmittag 2 Uhr an. ,, Sie meinen wirklich? Nun, dann bitte ich um eine gute Adresse." „ Gern! Doch sehen Sie, dort ist der Juwelierladen, das Schaufenster mit der elektrischen Bogenlampe darüber. Da Sie nun einmal hergekommen sind, rate ich Ihnen, sich die Kostbarkeiten anzusehen. Seit einigen Tagen liegt ein wundervoller Schmuck aus, den Häuserling neu gefaßt hat; er soll einer reichen Russin gehören. Wie der Drache seinen Schatz. so bewahrt der Juwelier das ihm anvertraute Gut. Jede Nacht bewahrt er ihn in seinem eisernen Kassenschrank, der in seinem Schlafzimmer steht; wenigstens behauptet es der Lehrling, der ein Bekannter von mir ist." Vermischtes. Bett gaben man einige Rod, ben b fucht. Tage Jeiner bar in de len K bes un C ther i um do Fretta gann die er nach nach tonnte Gutsi des Gi tungs rüdzur 203 heute, der, dazu rennor 1 Paa 0,80 M 1 Jade Ringw 1 Arag Gumm Treiun lendete billiger ben un fosten. Gentle mag. Vo stedt schichte. Rechnu Kundsc zugespr mal di Eine recht tüchtige Leistung im Schlafen vollbrachte der Bergmann Emil Thomas in Dortmund, der die Folgen eines Silvesterrausches erst nach 40 Stunden überwand. Er hatte mit einigen Freunden in einer Grube bei Kirchhörde eine kleine Feier veranstaltet, wobei man fräftig das neue Jahr leben ließ. Mit der ausfahrenden Schicht verließen die Zecher dann die Grube. Nach einiger „ Ich danke Ihnen für Ihre liebenswürdige Begleitung. Darf ich Sie nun noch um die Adresse eines guten Pfandleihers ersuchen?" seine hellen, schräg gestellten Augen, die einen falschen Blick, etwas Kazenartiges haben." Der Fremde erhielt das Gewünschte und verabschiedete sich von dem geschwähigen Schuhmacher, ihm zum Abschiede die Hand schüttelnd. Ohne einen Blick auf das Schaufenster zu werfen, schritt der Mann mit dem roten Bart schnell die Straße hinunter. Der Schuhmacher verschwand in seinem Hause. Ei fand eine Bestellung vor, die schnell erledigt werden mußte und seine Gedanken vollständig von dem eben Erlebten ablenkte. Eine halbe Sunde, nachdem der Rotbärtige sich von seinem Führer getrennt hatte, betrat er wieder die stille. Straße und stand jetzt vor dem Schaufenster des Juweliers. Es lagen viele Armbänder, Ringe und Schmucksachen aus; goldene und silberne Kannen, schön gravierte Humpen, schwere Eßbestecke sprachen von der Kunst ihres Verfertigers; aber das alles wurde überstrahlt von der Pracht der Steine, die in der Mitte lagen. Weich gebettet auf der blauen Sammetunterlage funkelte und gleißte es in augenverblendender Herrlichkeit. In feurigen Garben sprühte es dem Beschauer entgegen, das ganze Farbenspiel des Regenbogens wiedergebend. Und daneben der edle, milde Glanz der fast haselnußgroßen Perlen, die aus drei Reihen bestanden, von einem gelblichen, prächtigen Diamanten geschlossen. Es war der Familienschmuck des Grafen Wallutjeff. Der freundliche Führer blickte ihm kopfschüttelnd nach. „ Ein unangenehmes Gesicht hat der Mensch," dachte er, ,, ich weiß nicht, weshalb es mir so vorkommt. Vielleicht trägt der große Bart die Schuld. Sehr vertrauenerweckend sah der Kerl nicht aus. Ich habe mich wieder einmal verleiten lassen, zu viel zu schwägen. Halt, jetzt weiß ich, was mir an dem Fremden besonders auffiel. Es sind Lange stand der Fremde im Anblick der gleißenden Pracht versunken; sein Atem ging feuchend. Er mußte offenbar eine gewaltige Aufregung niederkämpfen, die sich seines Gemütes bemächtig hatte. Seine langen, trallenartigen Hände schlossen sich fest, ein unartikulierter Laut brach aus seiner Kehle. Ganz scheu sah er sich um, aber es war niemand in der Nähe. Es hatte angefangen zu regnen, ein feiner, falter, durchdringender Sprühregen, der wohl die Menschen in den Häusern festhielt. Mit einem schweren Seufzer trennte sich der Fremde von dem verlockenden Anblick des Schmudes; er begann langsam die Straße auf- und abzugehen. Ich muß warten", sagte, er ungeduldig, aber wo, damit ich nicht unnötig aufs falle?" ( Fortsetzung folgt.) will, fi danke läßt th der Lat er sich entschlo Schirm tomme Vorfall Tat au die zer brogen Cit bring! hai: I Laden, den un tere Ai Knaben bern m wurden gezwun vierte S nete M ben als folger ben wa Schießen tete die Die be und ge Mi atifer fühnen einen 1 sehr rü au jein junge( Stunde Villa 1 schaften furchtba Fenster rild, u wandf um da dem Co Der H gerade Stürzte riefige gen blic gier vo übrigen der Fli 3000 die Erfi ballone Statistit find do gemelde nat 90 nicht etn zur For befferun fogar ei fchine du entnomm den ang Sie das Bleichger Patente jei das auf gan Wo Auch Sff gerechter ter dem Ses Sti in Mare zehnten fährlich und zwa And ea Fen hat verhaf isdors meidens 1. on det on au= t, die ichensInftru eratur Der ge Bafferdavon zwar, durch erhält überem un Teil ei en beist die unsichft nur t werBebiete on- Bai rfwürzeigte ich zu Deratu ese be ise auf Grad. 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An den beiden folgenden Tagen wurde aufs neue nach ihm gesucht. Man gab ihn schon verloren, als er sich am zweiten Tage abends durch Klopfen an einer Eisenstange bemertbar machte. Er gab an, daß er sich hingelegt habe, um Seinen Rausch auszuschlafen. Dann sei er im Dunkeln in der Grube umhergeirrt. Außer den Folgen eines starfen Kazenjammers hat der Langschläfer nachteilige Folgen bes unfreiwilligen Aufenthalts in der Grube nicht verspürt. Einen eigenartigen Tod erlitt der Bäckermeister Günther in Bitterfeld. Er fuhr gestern nach seinem Revier, um dort zu frettieren. Hierbei passierte es, daß sich das Frettchen festsetzte und nicht wieder herausfam 6. begann nun mit Graben und stach eine große Höhlung, in die er selbst mit dem Oberkörper hinein konnte. Als er nach dem Frettchen suchte, brach plötzlich das obere Erdreich nach und begrub den Jäger, ohne daß sich dieser retten konnte. Nach drei Stunden bemerkte ein vorbeigehender Gutsinspektor die aus dem Boden hervorschauenden Beine des Günther. Der Inspektor machte sich sofort an das Ret< tungswerk, doch gelang es nicht, den Toten ins Leben zurüdzurufen. Was tostet ein„ Gentleman"? Diese Frage wollen wir heute, so ausführlich es geht, zu beantworten suchen, schreibt der„ Konf.". Und zwar benutzen wir als Quellenmaterial dazu das Inserat eines Berliner Warenhauses. 1 Herrennormalhemd 1,55 M, 1 Herrenunterbeinkleid 1,20 M, 1 Paar Socken( fein) 0,75 M, 1 Krawatte( Selbstbinder) 0,80 M, 1 Beinkleid, gestreift 6 Mart, 1 Pikee- Weste 4 M, 1 Jadett 11 Mart, macht 25,30 M; ferner ein Paar weiße Ringwood- Handschuhe 0,35 M, 1 Kragenschoner 0,25 M, 1 Kragen 0,40 M, 1 Hut, weich( schwarz) 1,90 M, dazu ein Gummimantel 15 M, macht Summa Summarum 43,40 M. Treiundvierzig Mart und 40 Pfennig kostet also ein vollendeter ,, Gent" in Berlin. Man kann ihn aber auch noch billiger haben, denn der Kragenschoner fann gut fortbleiben und die Eoden brauchen auch nicht 75 Pfennig zu fosten. Wenn ich also rund 40 M ausgebe, habe ich einen Gentleman, wie ihn sich manches Mädchenherz wünschen mag. - Vom tapferen Schneiderlein in der Landschaft Eiderstedt erzählen nordmärkische Blätter eine amüsante Geschichte. Ein Schneider in Koldenbüttel hatte in diesen Tagen Rechnungen ausgetragen und dabet dem ihm von seiner Kundschaft gebotenen Punsche in etwas reichlichem Maße zugesprochen. Kein Wunder, daß er auf dem Heimwege einmal die Balance verlor und hinstürzte. Als er sich erheben will, sieht er plötzlich einen Mann vor sich stehen. Der Gedanke an das viele einfassierte Geld, das er bei sich trägt, läßt ihn einen Ueberfall vermuten, und mutig haut er mit der Laterne auf den vermeintlichen Straßenräuber los. Wie er sich umdreht, steht hinter ihm ein zweiter Bandit. Schnell entschlossen langt er diesem einige forsche Hiebe mit dem Schirme und sucht dann eiligst das Weite. Zu Hause angetommen, eilt er sofort zum Amtsvorsteher und meldet den Vorfall. Am andern Morgen wird daraufhin der Ort der Tat aufgesucht an dem einen Pfahle eines Hecktors lag die zertrümmerte Laterne, an dem anderen Pfahle der zerbrochene Schirm. Ein neuer Wilhelm Tell. Die„ Neuyorker Staats- 3tg." bringt folgende Geschichte, die sich in Kalifornien zugetragen hat: In dem Orte Clifton plünderten drei Räuber einen Laden, fesselten einen darin beschäftigten Verkäufer an Händen und Füßen und suchten dann das Wette. An einer mehrere Kilometer von Clifton gelegenen Stelle stellten sich vier Knaben, die sich auf der Kaninchenjago befanden, den Räubern mit ihren Gewehren entgegen. Drei von den Knaben wurden jedoch von den Räubern gefangen genommen und gezwungen, die Beute acht Meilen weit fortzuschleppen. Der vierte Knabe lief nach Beistand, und als darauf eine bewaff= nete Mannschaft herbeieilte, hielten die Räuber die Knaben als Schild vor sich, um sich gegen die Schüsse der Verfolger zu schützen. Der Vater eines der gefangenen Knaben wagte auf die Gefahr hin, seinen eigenen Sohn zu er= schießen, einen Schuß auf die betreffenden Räuber und tötete diesen auf der Stelle, ohne seinen Sohn zu verlegen. Die beiden anderen Räuber ließen sich dann entwaffnen und gefangen nehmen. Mit der Flugmaschine durchs Fenster. Der belgische Aviatifer Morock, der gegenwärtig in Amerika durch seine kühnen Flüge die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat, hat einen neuen Reford aufgestellt, dessen er sich freilich nicht sehr rühmt, war es doch nur ein boshafter Zufall, der ihm zu seiner ungewöhnlichen Landung verhalf. Die glückliche junge Gemahlin eines Hausbesitzers saß um die Mittags= stunde sorglos mit ihrer Gesellschafterin am Fenster ihrer Villa und plauderte vielleicht von den schönen Errungenschaften der modernen Technik. Da erschütterte plöblich ein furchtbarer Stoß das fleine Haus, und klirrend brachen die Fensterscheiben. Die beiden Frauen stürzten entsetzt zurück, und sahen nicht, wie sonderbar geformte steife Leinwandflächen einen Augenblick in das Zimmer hereinragten, um dann unter wunderlichem Gepolter zu verschwinden. Der Hausherr, der in dem Parterrezimmer seiner Villa gerade die Chancen einer kleinen Spekulation berechnete, stürzte auf die Straße, just in dem Augenblick, als eine riesige Flugmaschine herabfiel und vor seinen Füßen liegen blieb. Es war der Aeroplan Morocks, mit dem der Belgier von dem Flugplatz in Guttenberg in New Jersey nach dem Columbia- 3irfus fliegen wollte. Der Sturz verlief übrigens ohne schlimme Folgen, nur an den Knien trug der Flieger einige Hautabschürfungen davon. 3000 Flugmaschinenpatente. Mit welch regem Eifer sich die Erfinder der Verbesserung der Flugmaschinen und Lenkballone zugewendet haben, zeigte eine interessante Patentstatistik aus dem Patentamte in Washington. Im ganzen sind dort bisher 3000 in diese Gruppe gehörige Patente angemeldet worden, und durchschnittlich werden in jedem Monat 90 neue eingereicht. Die meisten davon beziehen sich nicht etwa auf neue Flugmaschinentypen, sondern auf Verbesserungen. Sehr viele Erfinder wollen die Elektrizität zur Fortbewegung der Flugmaschine verwenden, ja, es gibt fogar einige darunter, die die Fortbewegung der Flugmaschine durch Elektrizität erreichen wollen, die der Atmosphäre entnommen wird. Eine beinahe ebenso große Rolle unter den angemeldeten Patenten spielen Erfindungen, die das Bleichgewicht der Flugmaschine erhalten, namentlich solche, hie das Ueberschlagen verhindern sollen. Wieder andere Patente haben den Abflug und die Landung im Auge, wohei das unmittelbare Erheben in die Luft und das Landen auf ganz furzer Strecke erreicht werden soll. Auf dem Sklavenmarkt. Wo Anhänger des Propheten zu finden sind, gibt es Auch Sklaven. Nichts erscheint dem frommen Moslem un= gerechter, ia unheiliger und sinnwidriger als das Verbot des Sklavenhandels, wie es beispielsweise die Türkei un= ter dem Druck europäischer Mächte erlassen hat. Anders noch in Marokko. Trotzdem das Geschäft in den letzten Jahrzehnten bedeutend nachgelassen hat, werden immer noch allfährlich einige Hundert Neger aus dem Süden gebracht, und zwar aus verschiedenen Strichen zwischen Wendekreis and Aequator. Wir entnehmen die Beschreibung des Sklavenmarktes dem Werke Kreuz und quer durch Marokko, Kultur- und Sittenbilder aus dem Sultanat des Westens", von Otto C. Artbauer( Verlag Strecker u. Schröder, Suttgart): Ein gitterbedeckter Gang hinter dem Basar der Wollenweber führt zum arkadenumsäumten Hof einer geräumigen Ofalla. An den Wänden stehen oder fauern Kauflustige, stimmfräftige Ausrufer führen Neger beiden Geschlechtes umher, ihre Vorzüge preisend. Seht diese Schultern, diese Muskel! Gott, welche Kraft!" So ruft ein Händler, auf einen kohlschwarzen Sohn des palmenreichen Südens zetgend. Beige deine Arme, o Freund!" ruft er ihn an und der Schwarze läßt grinsend seine Muskel spielen. Ein anderer Ausrufer hat junge Mädchen.„ D, über diese ungefuickten( d. h. jungfräulichen) Blumen! Mögen sie den Harem eines Paschas zieren! Wo ist der, dem Allahs Güte Reichtum geschenkt!?" Diese Sorte Blumen ist nämlich ein bißchen teuer! Wieder ein anderer hat ältere Arbeitsskla= vinnen: 100 Duros, 100 Rial, wer braucht Hilfe für die Gebieterin seines Hauses? Guten Kuskussu kann sie kochen und Durra reiben und Brot backen! 100 Taler! Sie ist gar nicht so alt!" meint er treuherzig zu einem Käufer, nimm fie, wenn sie nicht folgt, schichst du sie mir wieder!" Ein vierter führt an jeder Hand einen Knaben und versucht sie möglichst günstig loszuschlagen.„ D, wie fleißige Wächter find dies, von starken Eltern und wohlgeformt! Wie müs= fen Gerichte munden, die von ihnen aufgetragen werden! Wenige Jahre und sie sind groß und stark wie die Pal= men des Bab Dukkala!" In solcher Tonart werden Säumige aufgemuntert. Da findet man stämmige Sudanhünen, weißbärtige Neger, deren gekräuselter Mannesschmuck sonderbar das schwarze Geficht umrahmt, Knaben aller Altersstufen, daneben kleine Mädchen, auch reifere Frauen mit kleinen Kindern. Dies natürlich nur für den Fall, daß sie geradewegs aus dem Süden kommen, also noch keinen mohammedanischen Gebieter hatten; denn, wird die Sklavin Mutter, so darf ste nicht verkauft werden, hat sie vom Gebieter einen Sohn, wird sie sogar frei. Auch viele welke Frauen von abstoßender Häßlichkeit mit wirren Haarsträhnen. Unter des Südens fruchtbarer Sonne welft die Frau so rasch! Die mei=" sten Negerinnen kommen direkt über den Atlas oder von den Gebieten nördlich des Senegals, selten werden welche von ihren Herren zum Verkauf geschickt. Denn der marokfanische Städtebewohner liebt Negerinnen in seinem Harem, nur pekuniäres Mißgeschick- oder Freude an Abwechselung bewegt ihn zu deren Verkauf. Der Verkauf vollzieht sich wie jedes andere Geschäft. Es ist eine absolut öffentliche Sache, und man benimmt sich auch danach. Das Publikum befühlt Arme und Beine der zu Kaufenden, prüft Muskelstärke und Kenntnis der ara= bischen Sprache( ohne welche der Sklave um vieles geringer wertet), sieht nach den Zähnen und sucht das Alter zu schätzen. Der entblößte Oberkörper wird bei Männern und Frauen gründlich betastet, und diese lassen es ruhig über sich ergehen. Sie würden es wohl merkwürdig finden, wenn man nicht so verführe, und haben nur den einen Wunsch, in ein reiches Haus zu kommen, wo viele Sklaven, also wenig Arbeit, aber gute kost und zahlreiche Gesellschaft ist. Ist der Neger satt, braucht er nicht zuviel zu arbeiten und bekommt er wenig Prügel, so ist er seelenvergnügt und kümmert sich wenig darum, wie sein Herr heißt, ob er von Freunden oder Verwandten getrennt wird oder nicht. Ich sah junge Negerinnen ihr Kind ohne weiteres von der Brust weggeben, zufrieden, wenn sie sich dafür mit bunten Lappen behängen durften. Händler und Käufer feilschen aus Leibeskräften. Endlich wird der Kauf vor dem Kadi abge= schlossen und der Sklave ziehf mit dem neuen Herrn in dessen Heim. Das alles spielt sich in aller Ruhe und vollkommen geschäftsmäßig ab. Selten sieht man ergreifende Szenen, und allemal nur, wenn solche Diener verkauft werden, die lange in einem Haus geweilt und den Herrn wechseln müssen, den kaum anders als plötzlicher Ruin zu diesem Schritt veranlassen kann. In diesem Fall gibt es allerdings auf bei= den Seiten gleichviel Tränen, die aber oft beim Neger viel schneller trocknen als beim Herrn. Wirklich traurig ist dann meist nur derjenige, der durch Aufenthalt in einem vornehmen Haus sozusagen bereits zum Menschen erzogen wurde. Selbst der Sklavenhändler ist freundlich mit seiner schwarzen Ware und füttert sie gut, da sie sonst nicht so gut aussehen würde, also weniger teuer zu verkaufen wäre. Der Orientale fennt seinen Vorteil und liebt Geld ebenso wie der Abendländer. Weitaus die meisten Sklavenhändler sind wohlhabende Leute, besonders wenn sie die Ware direkt und nicht durch Zwischenhändler zu erwerben verstehen. Doch nicht immer heimsen sie reichen Verdienst. Krankheit und besonders auf beschwerlichem Transport zahlreiche Sterbefälle schmälern den Verdienst mitunter ganz gewaltig, auch kann es vorkommen, daß manche entlaufen und ins Korps der Buwachir eintreten, in das Negerregiment, das in einer Stärke von etwa 3000 Mann bei Mekines haust. Dorthin Geflüchteten darf nicht nachgestellt werden, denn die Buwachir sind eine Art Leibgarde des Herrschers. Der Soldat als Adventist. Vor dem Oberkriegsgericht des 3. Armeekorps in Berlin ist am Montag der Fall des Musketters Naumann zur Verhandlung gekommen, über den wir schon mehrmals berichtet haben. Der Musketier Naumann ist ein überzeugter Adventist und verweigert deshalb an den Sonnabenden, die er heilig hält, jeden Dienst. Das geht nun schon seit dem Jahre 1907 so und Naumann hat den größten Teil der Zeit fetther mehr im Festungsgefängnis als in der Kaserne zugebracht, denn er wurde immer wieder wegen Gehorsamsverweigerung vor das Kriegsgericht gestellt und verurteilt. Der Einfachheit halber wurden immer 15-20 Fälle von Gehor= samsverweigerung in einer Anklage vereinigt. Mit der Gefängnisstrafe war aber der Fall nicht erledigt. Denn im Gefängnis verweigerte Naumann am Sonnabend ebenfalls jede Arbeit, und das hatte neue Anklagen zur Folge. Alles in allem ist Naumann bisher zu fünf Jahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Verhandlungsleiter suchte aus dem Angeklagten herauszubringen, aus welchem Grunde er so hartnäckig zu seinem Nachteil bei seinem Vorsatz verharre und sich förmlich zum Märtyrer seiner Sefte mache. Naumann erzählte, er sei als christlich vereidigter Soldat nicht verpflichtet, Gottes Gebot zu schänden und am Sabbath zu arbeiten. Durch Studieren in der Bibel habe er ersehen, daß die Christen in der Beobachtung des Sonntags falscher Ansicht seien. In erster Linie müsse man Gott als Obrigkeit ansehen und ihm gehorchen. Der Verhandlungsleiter machte ihn darauf aufmerksam, daß er bei seinem fortgesetzten Beharren nach menschlichem Ermessen das ganze Leben hinter Gefängnismauern zubringen müsse. Ob er denn im Hinblick auf diesen Umstand bei seinem Vorsab verbleibe. Ruhig antwortete der Angeklagte„ Jawohl!" Auf die Frage, ob er bei Ausbruch eines Krieges an einem Sonnabend mit ins Feld ziehen werde, erwiderte N., er werde dann gehorchen, und zwar, weil ein Unglück vor der Tür stehe. Das Oberfriegsgericht bestätigte das von der erſten Instanz gefällte Urteil, monach Naumann zu fünf Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Der Angeklagte hat sofort Revision eingelegt. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich das Reichsmilitärgericht zu der Angelegenheit verhält. Weist es die Revision zurück, so ist für den Angeklagten, wenn er auf seinem Vorsaße beharren bleibt, so gut wie gar keine Möglichkeit vorhanden, ie wieder aus dem Spandauer Festungsgefängnis herauszukommen. Naumann muß in diesem Falle sein ganzes Leben hindurch als Märtyrer für die Adventistenfekte hinter Gefängnismauern aubringen, Drabtnachrichten und neuestes. Unterschlagungen bei der Darmstädter Bank. Berlin, 11. Januar. In der Filiale der Darmstädter Bank in Kottbus sind gestern 25 000 Mark unterschlagen worden. Ein 21jähriger Buchhalter, der mit dieser Summe nach der Post geschickt worden war, ist von diesem Geschäftsgang nicht zurückgekehrt. Es wird angenommen, daß er flüchtig ist. Großes Schadenfeuer in der Reichshauptstadt. Berlin, 11. Januar. Im Norden Berlins brach gestern abend ein Kellerbrand in einem Tapetenlager aus, der die Feuerwehr über fünf Stunden in Anspruch nahm und bei dem vier Feuerwehrleute verunglückten. Bei der großen Verqualmung konnten die Löschmannschaften nur mit Benuzung des Rauchhelms vordringen. Dieser bot aber feinen absoluten Schutz. Ein Feuerwehrmann mußte nach dem Krankenhaus gebracht werden. Die drei anderen begaben sich in ihren Wohnungen in ärztliche Behandlung. Bei einem Scheunenbrande umgekommen. Halle a, d. S., 11. Januar. In dem Orte 3scherben bet Müschel brannte gestern eine Feldscheune nieder. Bei den Aufräumungsarbeiten fand man in dem Schutt drei ver= fohlte Leichen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist der Brand durch drei Handwerksburschen verursacht worden, die in der Scheune übernachtet haben und in den Flammen umgefommen sind. Beim Barbier tödlich verletzt. Klausenburg, 11. Januar. Ein Arzt wollte sich wegen einer Halsgeschwulst einer Operation unterziehen. Er ließ sich vorher rasieren. Hierbei schnitt der Barbier in die Geschwulst und traf die Schlagader. Der Arzt starb sofort. Unterschlagungen bei einer Handwerkerkrankenkasse. Köln, 11. Januar. Große Unterschlagungen sind in der Ortskrankenkasse für Handwerker in Köln vorgekommen. Die Veruntreuungen liegen viele Jahre zurück und wur den nicht aufgedeckt, weil Kassierer und Buchhalter Hand in Hand arbeiteten. Die Höhe der veruntreuten Summe konnte noch nicht festgestellt werden. Baron de Mathics und der Vatikan. OKöln, 11. Januar. Wie die„ Köln. 3tg." aus Rom erfährt, ist nach Mitteilung von zuverlässiger Seite aus dem Vatikan Baron de Mathies bisher nicht direkt vom Papste aufgefordert worden, dem König von Sachsen Abbitte zu leisten, da der Papst erwartet hatte, daß Mathies dies aus eigenem Antriebe tun werde. Jetzt sollen Schritte unternommen werden, Mathies dazu zu veranlassen. Heißblütige Italiener. Köln, 11. Januar. In einer italienischen Kolonie im Rheinland erstach ein 19jähriger Italiener einen 25jährigen Landmann im Streit. Als dem Täter das Messer entrissen werden sollte, sprang ihm sein Bruder bei und verletzte einen anderen Italiener durch Stiche in Hals und Arm lebensgefährlich. Folgenschwere Explosion einer Dynamitpatrone. Köln, 11. Januar. In Bärbroich bei Köln legte der Steinbruchbesizer Broichhagen eine gefrorene Dynamitpatrone zum Aufwärmen auf den Ofendeckel. Es erfolgte eine Explosion, wobei Broichhagen getötet und sein Sohn verletzt wurde. Lawinenunglück im Berner Oberlande. Zürich, 11. Januar. Das Kiental im Berner Oberland war gestern der Schauplatz eines Lawinenunglücks, dem drei junge Bürger der Gemeinde Scharnachthal zum Opfer fielen. Vier Mann waren mit Holzsägen beschäftigt, ein fünfter war auf dem Wege zu ihnen, als er eine Lawine vom Horn herabrollen sah, die seine Kameraden begrub. Eine Hilfskolonne war bald zur Stelle. Sie gruben zunächst den Bruder des verschont Gebliebenen aus. Der Unglückliche war so schwer verleßt, daß wenig Hoffnung be= steht, ihn am Leben zu erhalten. Nach mühevoller Arbeit konnten die drei anderen geborgen werden. Sie waren alle tot. Die Bestepidemie in Charbin. Petersburg, 11. Jan. Furchtbar wütet die Best im Chinesenviertel von Charbin, wo täglich beinahe hundert Todesfälle vorkommen. Da es unmöglich ist, genügend Menschen und Zeit für die Begrabung der Verstorbenen zu finden, werden die Leichen auf die Straßen geworfen und verpesten in weitem Umkreise die Luft. Jedes zwette Haus im Chinesenviertel von Charbin und der benachbarten Stadt Fuersidjan beherbergt Pestkranke. Mit unheimlicher Schnelligkeit verbreitet sich die Seuche von einem Stadtviertel ins andere. Schon hat sich die Epidemie auch den Toren der Europäerstadt von Charbin genähert. Zwei Russen sind bereits der Pest erlegen. Bei den ununterbrochenen Beziehungen der Bestgegend nach dem europäischen Rußland ist die Gefahr einer Verbreitung der Pest in Rußland ohne 3weifel sehr groß. König Alfons auf marokkanischem Boden. Melilla, 11. Jan. König Alfons besuchte heute das Truppenlager und die Kasernen. Dann wohnte er der Eröffnung zweier Schulen bei sowie einer Sibung der Han delskammer. Bei dieser Gelegenheit hielt Ministerpräsident Canalejas eine patriotische Ansprache, die mit den Worten schloß:„ Wir werden niemals ablassen von unserem Werk, die Zivilisation zu verbreiten auf diesem, von spanischem Blut getränkten Boden." Handel und Verkebr. Cassel, 10. Januar. Schlachtviehpreise. 1. Rinder. A Ochsen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 81 bis 85 Mb) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bie 7 Jahren 81--85 M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 77-78 M, d) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 76-78 M, 6) vollfleischige junge 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 68-70 M. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 78 bis 80 M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 75-77 M, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 66-72 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 55 bis 65 M, e) gering genährte Kühe und Färsen 50-55 M. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)- M. 2. Kälber. Lebendgewicht. a) Doppellender feinster Mast M. 6) feinste Mastkälber M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 56-58 M, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 50-52 M, e) geringere Saugfälber 45-48 M. 3. Schafe. Schlachtgewicht. A. Stallmastſchafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 76-78 M, 6) ältere Masthammel, geringere Masthämmel und gut genährte junge Schafe 75 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe) 70 M. B. Weidemastschafe: a) Mastlämmer- M, b) geringere Lämmer und Schafe 65-70 M. 4. Schweine. Schlachtgewicht. a) Fettschweine über 150 Kilo M, b) vollfleischige von 120-150 Stilo 68-69 M, c) vollfleischige von 100-120 Kilo 66-67 M, d) vollfleischige von 80-100 kilo 64-65 M, e) vollfleischige unter 80 Kilo 64 M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 60-62 M. Cassel, 10. Januar. Weizen( 100) Kilogramm) 19,00 bis 19,50 M. Roggen( 100 Kilogramm) 14,75-15,50 M. Gerste ( 100 Kilogramm) M. Hafer( 100 Kilogramm) 15,50 bis 16,50 M. Todes- Anzeige. Nach langem, schwerem Leiden verschied am 10. Januar, nachmittags 7 Uhr, mein innigstgeliebter Gatte, unser guter Sohn, Vater und Schwiegervater Herr Reichs- und Landtagsabgeordneter Philipp Köhler- Langsdorf Die tieftrauernden Hinterbliebenen: In deren Namen Dorothea Köhler. Die Beerdigung findet Freitag, den 13. Januar, nachmittags 3 Uhr statt. viertel Abgeb ausgab feden liegen Selters nicht Nr. Stand legt Kammer stattete da eine Ausg Vorjahre. ausgaben 1990 660 nähere A resp. verfo allgemeine für Schre Auskunft trolle Von ande wägen, der Fleiß Der vorle 0 Nachruf. Am 10. Januar 1911 starb in Langsdorf Herr Reichs- und Landtagsabgeordneter Philipp Köhler. Wir betrauern in dem Heimgegangenen den treuen und unerschrockenen Vorkämpfer für die deutsche Sache und für jede redliche Arbeit in Stadt und Land. Mit ihm schied ein Mann aus dem Leben, der durch seine Geistesgaben und durch die Ehrlichkeit seines Charakters, durch sein redliches Wollen und sein tatkräftiges Auftreten auch die Achtung und Anerkennung seiner politischen Gegner sich erwarb. Nach einem Leben voll hingebender Arbeit für das Wohl der Gesamtheit möge er nun in Frieden ruhen. Er war ein Mann, nehmt alles nur in allem! Sein Andenken wird bei allen, die ihn kannten, nie verlöschen. Die Wahlkreisvorstände Der deutsch- sozialen Partei Der christlich- sozialen Partei für den Wahlkreis Giessen- Grünberg- Nidda. Nachruf. Das Mitglied des Landesvorstandes des Bundes der Landwirte im Grossherzogtum Hessen Herr Reichs- und Landtagsabgeordneter Philipp Köhler in Langsdorf ist am 10. Januar plötzlich aus diesem Leben abgerufen worden. Wir betrauern in dem Dahingeschiedenen einen eifrigen Vertreter der Landwirtschaft, der stets ein überzeugter Kämpfer für die berechtigten Interessen des deutschen Bauern- und Mittelstandes war. Wir wollen an der Bahre des Toten aber geloben, sein Andenken stets in Ehren zu halten. Er ruhe in Frieden. Der Wahlkreisvorstand des Bundes der Landwirte für den Wahlkreis Giessen- Grünberg- Nidda Wilhelm Fenchel, Oberhörgern, Wahlkreisvorsitzender. Bekanntmachung. Alle im Jahre 1891 geborenen Militärpflich tigen, sowie diejenigen, welche dieses Alter bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei der Musterung in 1910 zurückgestellt worden sind, und entweder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder sich als Studierende, Schüler von Lehranstalten, Haus- und Wirtschaftsbeamte, DienstboIten, Handlungsdiener, Lehrlinge 2c. hier aufhalten, werden hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungsstammrollein der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1911 auf dem Standesamt im Rathaus, am Marktplag, zu melden, und dabei, wenn sie dahier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, und wenn sie bereits an einer Musterung teilgenommen haben, auch ihren Losungsschein vorzulegen. Wer die Anmeldung unterläßt, wird mit einer GeldStrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen bestraft, von der Teilnahme an der Losung ausgeschlossen, und etwaiger Ansprüche auf Zurückstellung 2c. für verlustig erklärt. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist vorübergehend abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- oder Fabrik. herren zur Anmeldung verpflichtet. Gesuche um 3 u rückstellung von Militärpflichtigen auf Grund§ 32, pos. 2 Lit. a, b, c, d, e, f und g der Wehrordnung sind rechtzeitig auf dem Standesamt vorzubringen. Gießen, den 7. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Für Vereine u. Gesellschaften, Versteigerung. Freitag den 13. Jan. Ifd. Komplette Theaterbühne zu 38. Nachm. 3 Uhr sollen im verleihen. Anfertigung von städt. Pfandlokale Selterswea 11 Dekorationen und Lieferung dahier Schreibtische, Sofas, 2 Klagauzer Bühnen. biere, 1 Billard, 2 Pferde und 1 Wagen ve rfteigert werden. Gemmeder, Pfandmeister. Carl Hollmann, Dekorationsmaler, Roonftraße 32. Junges Mädchen von auswärts sucht Stelle als Beiarbeiterin zu Kleibermacherin Näheres i.d. Geschäftsstell. d. Bl. Strickmaschinen Rheinisches' Technikum Bingen Maschinenbau, Elektrotechnik, Automobilbau, Brückenbau. Chauffeurkurse. Ia. Torfmull, 100 k- Ballen M. 3.20 Nachn. Torf strea, Wagg. frco. bill. Kalislllkat- Peru Guano Füllhorn- Marke, ,, Melasse- Torfmehl- Futter" 75 kg N. Kett, Eltville a. Rh. mit Mk. 30-50 Anzahlg. Illustr. Sack M. 7.-. Pracht- Katal.grat. P.Kirsch, Döbeln Gestorben: Johs. Adam, Installateur, Gießen. 57 J. alt. Beerdigung 13. Jan., nachm. 3 Uhr, neuer Friedhof. Mendel Rosenbaum, Wezlar, 42 Jahre alt. Beerdigung 12. Januar, nachmittags 2 Uhr in Bendorf a. Rh. in Kraft der darin von Amt jahr höh ten infolg ung bei gelegt we auch der in Gie ben den die Reid mit 307 unterlege Fi Usingen bisherige macherme Vorschlag nommen. * M National * Der rich 34 gen Für heim pro für diese * Au der 25. Regimen Komman neralleut fion in gefuches D einer vo die Lan veröffent 1 282 10 Die Zu gegen 90 fünft, un Am stär bach un 10,9 Pr ung im gehender Groß- G ringsten den Kre 8 Perfor wohl a Eine seh Dingen a in Verfügu Holzverkäufe und Versteigerungen. Bürgermeisterei Krofdorf. Samstag, 14. Januar, nachm. 1 Uhr, bei Gastwirt Weißbrod Witwe Salzböden. Oberförsteret Alsfeld. Montag, 23. Jan., vormittags 10 Uhr, im„ Deutschen Haus" zu Alsfeld. Oberförsterei Herborn. Montag, 23. Jan., in der Wirtschaft Cunz zu Sinn. Oberförsterei Weilburg. Dienstag, 17. Jan., fommt in der Wirtschaft Ruckes zu Fürfurt Brennholz zur Versteigerung. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Klein& Fischer. Verantwortlich für die Redaktion i. V.: Albin Klein, für Reklame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen. - den To Grun Ben zu == 6 ordne Schnell b parlame Die Tag Der alte auf das