of. iglich frisch Ltr. 1) Pig., urmaussicht. r Verfügung. heyer. [ 22/13 Arbeitern ern in der Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigder Großherzoglichen ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Bürgermeisterei Mittage 3 Uhr. - Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter ... Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. OWO aute, umNr. 160. ca. 2-4% Prospekte schaftsPosen. Cer ng Vergütung. liche Kennt an die Ge [ 23/11 erfauf. ichhalt. Lager: ylords, Halb: Beschäfts und ller Art, neu [ 21/3 Butzbach. ten huppenflechte utausschläge, üsse hwäre, Aderalte Wunden tnäckig; ● lich hoffte he noch einen ns bewährten LBE Mk.1.15,2.25 malpackung mit Firma Weinböbla. man surück. Walrat 20, Benplerpfl., PoraChrysar. 0,6. Apotheken. t . Off." mit BI. 24/6 auchen d -Sie! eikum chmeckers! 0 o Pfg.d.St rik Yenidze sden. ng. gen an Gießen. r-, Weißten, kunstnittreppen10 BühnenCH. i dem Archifind daselbst zusehen, wo stattung der 3, 14. Juli Sießen.(" n Gießen. Telephon: Nr. 362. des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 11. Juli 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseraten zeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Bfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Die Lebenskraft des mittelstandes. nun ebenso wie zu den Kleinbetrieben die Großstädte.| Vermessungen vorgenommen. Es wird beabsichtigt, die Von Dr. Wienbed- Hannover. Der Mittelstand, dessen Kern ohne Zweifel der Gewerbetreibende bildet, ist in unserem modernen deutschen Großstaat, dem Staat der Syndikate, der Kartelle, des Welthandels, der Großbanken und ihrer Konzerne, der Eisenbahnen des Dampfes, der Elektrizität und der schnell steigenden Bevölkerungszahl noch daseinsberechtigt und entwidelungsfähig. Die Frankfurter Zeitung redete Anfang der achtziger Jahre von einem„ Todeskampf des Handwerkers", den man durch künstliche Mittel nicht verlängern sollte, aus den Werken eines Konrad, eines Sombart, ja selbst eines Schmoller flang es immer wieder durch, nur dem„ Großbetrieb" gehört die Zukunft. Was Wunder, daß diese Ansicht vom„ Absterben des Mittelstandes" sich von Jugend auf in allen„ gebildeten" Kreisen, ja selbst in den Regierungsgebäuden, den Gerichtsstätten, den Kanzeln und Kathedern eisenfest ein bürgerte, daß man den Klagen des Mittelstandes mit demselben flüchtigen Interesse gelegentlich lauschte, wie etwa den Nachrichten über das allmähliche Absterben der rothäutigen Ureinwohner und Urbesitzer Amerikas in den Reservationen. In diesen Wein der Erkenntnis hat nun die neueste Berufszählung 1907 sehr viel Wasser gegossen. Als zuverlässiges Zeugnis hierfür möchte ich einige Stellen aus einer Veröffentlichung des bekannten Statistikers D. von der Borght über„ Beruf, gesellschaftliche Gliederung und Betrieb im deutschen Reiche nach der Betriebszählung von 1907" anführen. Allerdings wird darin zugesichert, daß die Bedeutung der Großbetriebe immer mehr wächst, aber andererseits sind die Klein- und Mittelbetriebe in Stadt und Land, in Landwirtschaft, Gewerbe und Handel nicht zurückgegangen, sondern haben sich sowohl in ihrer absoluten Zahl wie in ihrer inneren Struktur erfreulich ausgewachsen. Neben etwa 23 000 landwirtschaftlichen Großbetrieben, deren Zahl gegen 1882 um etwa 1400 zurückgegangen ist, treten 2 Millionen Bauerngüter, die an Zahl wie an Fläche seit 1882 zugenommen haben( seit 1882 um 144 000). Darunter sind 1 006 000 fleinbäuerliche Betriebe! Es ist also nicht wahr, daß die Großstädte im besonde= ren Maße das Absterben des Mittelstandes begünstigen. So kommt der Statistiker zu dem Schluß, daß trotz der ebenfalls zunehmenden Großbetriebe der Klein- und Mittelbetrieb sich nicht nur hält, sondern sogar erheblich vermehrt. Man darf behaupten, daß rund 17 Millionen Menschen in Deutschland vom und im gewerblichen Mittelstande leben. Also dieser Mittelstand besteht noch in Deutschland und er soll und muß weiter bestehen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 11. Juli. Sein 50jähriges Militärjubiläum feiert heute der Major 3. D. Walter, der jetzt in Kassel im Ruhestand lebt. Er trat am 11. Juli 1861 bei dem 2. Hess. Inf.- Rgt., dem jezigen Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 ein, dem er bis 1. Mai 1888, an welchem Tage er zum Korps- Bekleidungsamt in Kassel übertrat, angehörte. In den Reihen des Regiments machte W. auch die Feldzüge von 1866 und 1870-71 mit. * Die Reichsbank beabsichtigt die Errichtung eines neuen Bankgebäudes. Als Platz ist das städtische Lager an der Bismarckstraße, Ecke der zukünftigen Lony- Straße, in Aussicht genommen. Es sollen Verhandlungen schweben, mit der Errichtung des neuen Bankgebäudes die jetzige Reichsbanknebenstelle zu einer or= dentlichen Reichsbankstelle umzuwandeln. * Seit dem 1. April hat die Reichs- Postverwaltung einen Orts schnelldienst in der Weise eingerichtet, daß Briefe auf Verlangen durch Eilboten abgeholt und unmittelbar anschließend den Empfängern durch Eilboten zugestellt werden. Vom gleichen Zeit punkte ab besteht auch ein E il abholungsdienst, durch welchen Gelegenheit geboten ist, Briefsendungen durch Eilboten abholen und beim Postamt aufliefern zu lassen. Neuerdings ist dieser Eilabfertigungsdienst für Telegramme zulässig. Die Gebühr für die Abholung und sofort daran anschließende Eilbestellung einer Sen,, Da die bäuerlichen Wirtschaften nach dem Angedung beträgt 50 Pfg. Sind mehrere Sendungen abzuführten das Rückgrat der deutschen Landwirtschaft bilden, ist es eine sehr bedeutsame Erscheinung, daß sie an Zahl wie an Größe durchaus beachtenswerte Fortschritte gemacht haben. Die Zukunft der deutschen Landwirt= schaft hängt sicherlich nicht von den Großgrundherrschaf ten, die an Zahl und Umfang im ganzen verloren haben, sondern von dem gesunden Fortschreiten des Bauernbetriebes als ihres eigentlichen Kerns ab." Und wie steht es mit den gewerblichen Betrieben? Hier hören wir, daß die Kleinbetriebe von 1-5 Betriebspersonen( ohne Alleinbetriebe) seit 1895 um 462 CO zugenommen haben und heute auf der Zahl 1 683 000 stehen. Im Handel wie im Handwerk bilden diese Kleinbetriebe etwa die Hälfte aller Betriebe und haben auch in dieser Verhältniszahl bedeutend zugenommen. Dazu kommt nun die Tatsache, daß von den 11 Millionen Erwerbstätigen im Gewerbe nahezu 3 Millionen auf das platte Land entfallen, ein flarer Beweis dafür, daß ein starker Kleinbauernstand auch dem Gewerbe in den Landbezirken neuen Boden bietet. Die sog. Alleinbetriebe( ohne Hilfspersonen) haben allerdings im ganzen abgenommen, obwohl sie sich ge= rade in den Großstädten merkwürdiger Weise vermehrt haben. 1907 wurden noch 1½ Millionen Alleinbetriebe, meist dem Gewerbe angehörig ermittelt. Diese Zahl hat gegen 1885 um etwa 430 000 abgenommen. Ich nenne diese Erscheinung erfreulich, denn ich führe sie darauf zurück, daß die falsche, leider so ungeheuer verbreitete Auffassung, die Gewerbefreiheit befähige jeden mittellosen oder jungen Menschen irgend ein Gewerbe zu beginnen, allmählich zu schwinden beginnt. Immerhin zählt das Bekleidungsgewerbe noch 482 000 Alleinbetriebe, Handel 318 000, das Baugewerbe 74 000, die wirtschaft 71 000. Das entspricht auch der praktischen Beobachtung. Schneider, Schuhmacher, Viktualien- oder Zigarrenhändler und Gastwirt glaubt jeder werden zu können obgleich nach meiner Ansicht gerade in diesen Gewerben nicht nur Anlagekapital, sondern auch sonst viel Lehre und Erfahrung gefordert werden muß. der Gast= Auch die Mittelbetriebe( von 6-50 Personen) ha= ben sich auf 270 000 d. h. gegen 1882 um 157 000 vermehrt, woran hauptsächlich das Handwerk partizipiert. Ich bin geneigt, eine große Zahl der Betriebe von 50 bis 100 Personen auch noch den Mittelbetrieben zuzuzählen. Den Löwenanteil zu den Mittelbetrieben stellen holen und zu bestellen( Sendungen für mehr als zwei Empfänger darf der Bote nicht annehmen), so werden gewisse Gebührenzuschläge erhoben. Für die Eilabholung von Briefsendungen und Telegrammen zur Auflieferung beim Postamt werden für eine Sendung 25 Pfennig, für jede Sendung mehr noch je 10 Pfg. berechnet. Es sei ferner darauf hingewiesen, daß zur Beschleunigung des Ortsschnelldienstes solche Auftraggeber, welche an das Fernsprechnetz angeschlossen sind, auf Verlangen sich eine etwaige Antwort vom Boten auch mit Fernsprecher können zusprechen lassen. Zu diesem 3wecke begibt sich der Bote, nachdem er die Antwort vom Empfänger entgegengenommen hat, an die nächste öffentliche Fernsprechstelle und übermittelt die Antwort an den Auftraggeber. Die für die Antwort entrichtete Gebühr gilt dann als Bezahlung für die telephonische Benachrichtigung. Auf diese den Interessen des Publifums dienenden Einrichtungen, die noch nicht genügend bekannt zu sein scheinen, wird erneut hingewiesen. Aufträge sind schriftlich oder telephonisch an die Eilboten stelle des hiesigen Telegraphenamts zu richten, welche unter Fernsprechanschluß Nummer Null an das Fernsprechnetz angeschlossen ist. Diese Stelle gibt auch Aus kunft über die Gebührensätze. * Truppenschau. Das Kommando des 18. Armeekorps gibt bekannt, daß das Armeekorps damit zu rechnen hat, daß auch in diesem Jahre wieder eine Truppenschau bei Mainz vor dem Kaiser stattfindet, zu dem voraussichtlich auch das Infanterie: giment Nr. 116 herangezogen wird. Für die Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns Erholungsheime sind in den letzten Tagen wieder größere Stiftungen erfolgt, u. a. von Herrn Geh. Kommerzienrat Heichelheim 5000 Mark. * Der Verband hessischer staatlicher Unterbeamten hält seine diesjährige Landesversammlung am 14. August in Frankfurt ab. * Der Lahn vierer bei der 36. Kaiser- Regatta in Ems hatte am Sonntag folgendes Resultat: 1. Ruderverein Ems 7:40, 2. Gießener Rg. 7:49. * Seitens der Bahnkommission, welche sich mit dem Bahnprojekt Gießen Gladen= bach- Biedenkopf beschäftigt, werden zur Zeit genannte Strecke in Lohra einlaufen zu lassen. == Holzheim, 11. Kuli. Die Maul- und Klauenseuche wütet in unserem Dorf ganz fürchterlich und greift jeden Tag mehr um sich, so daß anscheinend niemand davon verschont bleibt. Das schönste und beste Vieh verendet. Täglich gehen 2-3 schwere Ladungen gefallenes Vieh in die Kreisabdeckerei. Trotz aller an= geordneten Maßnahmen, welche sehr streng gehandhabt werden, ist keine Abnahme zu verzeichnen. Es sind jetzt annähernd 90 Gehöfte, wo die Seuche herrscht und ist einigen Leuten der ganze Viehbestand in einem Tage gefallen. Es sieht sehr traurig in unserem Dorfe aus. * Nieder- Mörlen, 10. Juli. Gestern Mittag um 1 Uhr wurde die ermordete Frau Walther beerdigt. Eine große Menschenmenge aus Nieder- und Ober- Mörlen und Nauheim geleitete die Leiche zum Friedhof. An demselben Tage wurde der 17jährige Schmied Heinrich Wolf in Frankfurt verhaftet. Er hat die Tat eingestanden. Sein Genosse, der 22jährige Wilhelm Erbe, ein mehrfach vorbestrafter Straßenräuber, wurde Montag morgen um 10 Uhr in Kolmar i. E. festgenommen. Wolf stand früher bei einem Schmiedemeister in Nieder- Mörlen in Arbeit, war jedoch seit einem Vierteljahre in Frankfurt beschäftigt, und hat mit dem ihm bekannt gewordenen Chauffeur Erbe das Verbrechen vollführt, während die Braut des E., eine Schwester des Mittäters Wolf a ufp a ßte, damit diese bei der Ausführung der Tat nicht überrascht würden. Das rasche Ergreifen der Mörder ist dem Bruder der Ermordeten zuzuschreiben, der in Berlin Kriminalkommissar ist und nach Nieder- Mörlen geeilt war, um sich an den Recherchen zu beteiligen. Die Mörder wurden gestern unter sicherer Bedeckung in das Gießener Amtsgerichts- Gefängnis eingeliefert. Friedberg, 11. Juli. Wie die Hitze auf die Eisenbahnschienen wirkt, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß das eine Gleis Friedberg- NiederWöllstadt sich durch die Hizze so verworfen hatte, daß es unfahrbar wurde. Ueber 2 Stunden dauerte der eingleisige Betrieb zwischen den beiden Stationen. Friedberg, 11. Juli. Der für den Sommer in Aussicht genommene Besuch der Zarin im Schloß wird, wie die„ Franks. 3tg." mitteilt, unterbleiben. Die 3arin, die wie im Vorjahre die Nauheimer Kur gebrauchen wollte, nimmt im Schloß Peterhof, wo das 3arenpaar gegenwärtig weilt, als Ersatz Bäder nach Nauheimer Art. ** Friedberg, 10. Juli. Das Landgericht in Gießen sprach den Betrag von 4700 Mt., der in den Taschen eines der beiden Friedberger Bombenwerfer, des Kaufmanns Winges befand, dem Leipziger Architekten Haemisch zu, der geltend machte, daß der Betrag in Gestalt von 47 Hundertmarkscheinen im Original aus der von Winges bei ihm unterschlagenen Summe stammten. Die Stadt Friedberg wurde mit ihrem Anspruche abgewiesen. Sie beanspruchte den Betrag als Entschädigung für das durch das Bombenattentat beschädigte Rathaus. -d= Düdelsheim b. Büdingen, 10. Juli. Sein 25jähriges Jubiläum und Bundessängerfest, verbunden mit dem 40jährigen Jubiläum des hiesigen Gesangvereins„ Liederkranz", hielt der Nieder- Seemental- Sängerbund hier ab. Außer den hiesigen Vereinen nahmen 28 Gesangvereine aus der östlichen Wetterau und dem Vogelsberg teil, sodaß nahezu 1000 Sänger hier weilten. * Frankfurt, 10. Juli. Samstag nachmittag wurde vor der Station Großauheim der Lokomotivführer des D- 3uges München- Frankfurt von einem großen Stein an den Kopf getroffen, so daß er auf der Maschine ohnmächtig zusammenbrach. Der Heizer führte den Zug bis Hanau weiter. )(= Langen, 10. Juli. Die Vertrauensmänner der fortschrittlichen Volkspartei für den Landtagswahlkreis Langen- Neu- Isenburg stellten den Lehrer Kinkel zu Langen als Kandidaten für die kommende Wahl auf. *) Darmstadt, 8. Juli. Jm 15. Wahlkreise der Provinz Starkenburg( Bischofsheim- Rüsselsheim) wollen die Sozialdemokraten zu den kommenden Landtagswahlen den seitherigen Abgeordneten Berthold nicht wieder aufstellen. An seine Stelle soll der Gemeinderat Jung- Rüsselsheim treten. Die abgesagte Badereise. Cigermaßen überraschend tommt die Meldung, bas bas russische Barenpaar die geplante Reise nach Naubem aufgegeben habe. Die Kaiserin- so heißt es werbe statt der in Aussicht genommenen Nauheimer Ku im Schloß Petershof Bäder nach Nauheimer Art noomen. Dieser plöbliche Entschluß dürfte zu allerlei Kommentaren Anlaß geben, und die Frage liegt nahe, ob diese Programmänderung die Aerzte oder die Diplomaten verantwortlich zu machen sind. Wenn Fürften reisen, so braucht man nicht immer gleich nach poIttischen Motiven zu suchen. Wenn aber Fürsten plötzItch eine geplante Reise aufgeben, so wird man dahinter fast ausnahmslos politische Motive zu wittern haben. An sich hatte die beabsichtigte Barenreise nach Nauheim sebenso wenig politische Bedeutung wie etwa die Nordlandreise Kaiser Wilhelms. Hätte aber der Deutfche faifer feine norwegische Reise im gegenwärtigen Augenblick aufgegeben, so würde wohl die ganze poltttsche Welt darin ein hochpolitisches Symptom erblidt haben. Auch der Bar wird daher nicht dem Verdacht éntgehen, daß die plötzliche Aenderung seiner Reisedispomen eine gewiffe politische Bedeutung hat. Dieser Berdacht wird umso starter, wenn man sich erinnert, daß sich im vorigen Jahr an den unpolitischen Aufent halt des Barenpaares im Taunus die hochpolitische Botsbamer Entrevue anschloß. Bet der persönlichen Freundschaft zwischen dem Deutschen Kaiser und dem Baren hätte fich auch in diesem Jahr eine Zusammenfunft der beiden Herrscher faum vermeiden lassen, wenn diese auch feineswegs eine besondere politische Bedeutung zu haben brauchte. Die Vermutung liegt nun nahe, daß die durch das deutsche Eingreifen in Maroffo gefchaffene Lage dem Zaren den Wunsch nahegelegt hat, eine Begegnung mit Kaiser Wilhelm zu vermeiden. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser auf der Nordlandreise. Am Sonnabend frith machte der Kaiser von Bergen aus einen Spazier gang an Land, erledigte dann an Bord des Begleitfreuzers Kolberg laufende Arbeiten und begab sich um 1 Uhr mittags nach der Villa des deutschen Konsuls Mohr, wo er mit einem Teil des Gefolges das Frühstück einnahm. Das Inkognito der preußischen Prinzen. Während der deutsche Kronprinz sich noch als Gast des Königs Georg V. am Londoner Hofe befand, hielt sich auch, wie die„ Tgl. Ndsch." schreibt, Brinz Eitel Friedrich, von seiner Gemahlin begleitet, in der britischen Hauptstadt auf, wohnte aber nicht in Buckingham Palace, sondern in einem der großen Londoner Hotelpaläste. Als„ Graf und Gräfin von Tecklenburg" hatten der Prinz und die Prinzessin sich in die Fremdenliste eintragen lassen, und wenn ihr Infognito auch durchschaut wurde, so wurde es doch wunschgemäß respektiert. Die Söhne des deutschen Kaiserpaares wählen ihr Infognito aus dem sogenannten großen preußischen Königstitel und bevorzugen in dieser Beziehung, sei es Absicht, sei es Zufall, die westlichen Teile der preußischen Monarchie. chon im vorigen Jahre hat man es der russischen Metát in Frankreich sehr übel genommen, daß sie die Hand dazu geboten hat, mit Deutschland zu einem besserew Einvernehmen zu gelangen. Bei der gegenwärtigen Lage in Maroffo müßte eine erneute Begegnung der belden Herrscher die französische Empfindlichkeit noch wet mehr erregen. Auch der Bar selbst täme dabei in ethe fchiefe Lage. In einem Augenblick, in dem ihn da Bündnis mit Frankreich verpflichtet, seinem Bundesgenossen gegen Deutschland zu sekundieren, fann er fich mit dem deutschen Kaifer nicht gut über das Wettenterhalten. Das würde geradezu wie eine Demon ftragion gegen Frankreich aussehen. Würde aber der Bwährend seines Aufenthalts auf deutschem Boden feder Begegnung mit Kaiser Wilhelm ausweichen, toute man auch darin leicht eine Demonstration er blic, die geeignet wäre, den Maroffokonflikt nur zu verhefen. Daran hat aber Rußland ganz und gar fein Interesse. Bei diesem Zwiespalt zwischen seiner Bündnilicht und den eigenen Staatsinteressen war es in bertat wohl der beste Ausweg, wenn der Zar seine Raise nach Nauheim ganz aufgab. Damit entfällt feder Ana au einer neuen Begegnung mit dem Kaiser, und der Bar braucht weder die Gefühle der Franzosen noch dienebote internationaler Höflichkeit zu verlegen. igit THOT Der Inhalt der französischen Marokkonote. Mit der jüngsten Entwicklung des Hansabnndes" beschäftigt sich die„ Nordd. Allg. Zig." in ihrem letzten Wochenrückblick abermals. Sie beschäftigt sich eingehend mit den Austrittserklärungen und schreibt zum Schluß: Möchten wir unserseits hinzufügen, daß nur durch festes Zusammenstehen des Bürgertums der So= zialdemokratie ein Gegengewicht geboten werden kann, das eine genügend starke Anziehungskraft auszuüben vermöchte, um Mitläufer oder irregeleitete Nachläufer der Sozialdemokratte für eine gesundere Auffassung von den Aufgaben und Möglichkeiten der staatlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zurückzugewinnen." Dbwohl die Antwortnote Frankreichs noch geheim gehalten wird, ist ihr Hauptinhalt doch bekannt geworben; Frankreich beginnt mit der Versicherung, baß es die ntegrität Maroffos und die Souveränttabes Sultans als obersten Grundsatz betrachte, weshar es feber Bestbergreifung eines Gebiets von Marosto oder einem Proteftorat über Maroffo, unter welcher Form es immer fet, feine Anerkennung versagen mfiffe. Frankreich ersucht dann weiter Deutschland, sein Kriegsschiff aus Agadir abzuberufen, wofür es sich verpflichte, die Bürgschaft für den Schutz der deutfen Maroffotntereffen zu übernehmen, wo Testere immer gefährdet seten. Auch erklärt es sich berett, fern ein Striegsschiff nach Agadir zur Bewachung der betichen Interessen in Südmarokko zu senden. SchließItch wiederholt Frankreich sein Versprechen, binnen füraeffer Belt alle Truppen aus Marokko zurück zu atehen. Auf Grund dieser Prinzipien sei es geneigt, mit Deutschland zu konversieren oder vielmehr dessen Bachläge entgegenzunehmen. Der Ton der Note soll feh berföhnlich gehalten sein. Die türkische Studienkommission tst am Sonnabend von Heilbronn fommend in Stuttgart eingetroffen und von dem Empfangskomitee und Vertretern der Behör den am Bahnhof begrüßt worden. Eine japanische Militärftudienkommission, die an fangs dieses Monats in Berlin eingetroffen ist, wird bis Mitte August verschiedene militärische Anstalten und Regimenter in Deutschland besuchen und sich dann nach England begeben. Im Herbst tehren die Herren dann nach Deutschland zurück, um an den größeren Manövern teilzunehmen. Die Beisehung der Königin- Witwe Maria Pia von Portugal hat am Sonnabend in Turin mit großer Feterlichkeit stattgefunden. An der Trauerfeier nahm auch der deutsche Militärattachee Major von Kleist teil. Der fönigl. Hof in Berlin legte für die Königin- Witwe Maria Pia von Portugal die Trauer auf drei Wochen bis einschließlich 27. d. M. an, außerdem legte der tgl. Hof Trauer auf 14 Tage bis einschließlich 20. Jult an für die verwitwete Großfürstin Konstantin von Rußland und die verwitwete Prinzessin Napoleon Bonaparte. sion anderer Seite wird dagegen gemeldet, daß über benuynhalt der Note vollstes Stillschweigen herrscht. Der französische Botschafter Cambon, der nach Berlin aurigefehrt ist, bat geschriebene und detaillierte mindfiche instruftionen nach Berlin mitgenommen, die er wahrscheinlich dem Reichskanzler zu unterbreiten GeTegenheit baben wird. Man nimmt an, daß auch Herr von Schön die notwendigen Befugnisse erhalten wird, unin ersprießlicher Weise in Paris zu verhandeln. -790 98 119 598 11 Jugendfreundschaft. Die Prinz Heinrich- Fahrer in England. Um 1 thr mittags traf gestern der Dampfer Großer Kurfürst mitt den Prinz Heinrich- Fahrern an Bord in den Sout hamptoner Gewässern ein und ging am Kai vor An fer. Bei der Einfahrt passierte der Dampfer zahlreiche Kriegsschiffe und mehrere Motorjachten gaben ihm das Geleit. Nach dem Anlegen famen der Bürgermeister von Southampton und mehrere Ratsherren an Bord, um den Prinzen Heinrich zu begrüßen. Was geht in Portugal vor? Mit den Lissaboner Meldungen, daß in Portugal vollständige Ruhe und Frieden herrsche, kontrastiert eigentümlich die Tatsache, daß außerordentlich große Truppenmassen an den Grenzen zusammengezogen sind. Es befinden sich augenbltcklich 35 000 bewaffnete Portugiesen an der Nordgrenze, und man hat begonnen, auch die Südgrenze zu besetzen. Große Ueberschwemmungen sind in Rumänien ein getreten. Infolge ununterbrochenen Regens sind in der Moldau die Flüsse ausgetreten; zahlreiche Dörfer und Städte sind unter Wasser gefeßt. Der angerichtete Schaden ist groß. Auch Menschenopfer sind zu beklagen; der Eisenbahnverkehr ist gestört. Die Cholera greift in der Türkei weiter um sich. Im städtischen Krankenhaufe in Stambul ist ein ChoTerafall vorgekommen; auch in Anatolien fordert die Seuche weitere Opfer. Präsident Taft über die Schiedsverträge. Präsident Taft sprach sich in einer Rede dahin aus, daß sechs Länder Europas die amerikanischen Schiedsverträge annehmen würden. Die Schiedsverträge schafften die Kriege nicht ab, aber sie bildeten ein gewichtiges Mtttel, sie zu verhüten. Die Annahme der Schiedsverträge durch England, Frankreich und Deutschland, mit denen ein Krieg natürlich in weiter Ferne Itege, hätte eine gesunde moraltsche Wirkung in der Welt. Roman von G. v. Schltppenbach. ( Nachdruck verboten.) Es ist wieder März, das kleine, niedrige Haus in der engen Winkelgasse ist noch verwitterter geworden, dianverbrauchten Möbel zeigen noch deutlicher Spuren Taugen Gebrauches. Es hat sich viel in den dret Jahreuzgeändert, die tiefe Trauerkleidung Klaras und ihrer Mutter verraten, daß sie einen schweren Verlust erlitten haben. Der Stubt am Schreibtisch, über den sich des Balers Saupt gebeugt, ist leer geworden, nie mehr sagt die hide, freundliche Stimme:„ Nun, Mutting, laß uns audithen und miteinander plaubern." Ein schweres Bootsunglück hat sich in Norwegen ereignet. Von zwei Höfen begaben sich achtzehn Pers sonen mit Kindern, die am Sonntag fonfirmiert wer den sollten, auf den Weg zur Kirche. Alle achtzehn Bersonen bestiegen ein Boot, um über den Saltael zu fah ren. Der reißende Strom warf das Boot gegen einen Felsen, sodaß es zerschellte. Dreizehn Versonen, meist Frauen und Kinder, ertranfen, fünf wurden gerettet. Ein Putsch Castros in Sicht? Ein Telegramm aus Neuyork meldet, die venezolanische Regierung habe bestimmte Nachricht, daß Castro im westlichen Venezuela gelandet set und daß tausend Mann ihm Gefolgschaft leisteten. Kleine Nachrichten. Ein Drama in der Gefängniszelle. In Gnefen erhielt ein wegen Unterschlagung verhafteter Kaufmann Böttcher aus Lübeck in der Zelle den Besuch seiner Braut. Nach einer Auseinandersetzung mit ihr schoß fich Böttcher eine Kugel in die Brust und starb sofort. Durch einen Schuß ins Herz getötet hat sich Sonnabend abend der Untertertianer Peperforn vom Realgymnasium in Essen. Der Knabe hat die Tat anschet nend im Zustand großer Erregung über eine von seinen Eltern auferlegte Züchtigung wegen Ungehorsams in der Schule begangen. Bäderfrequenz. Baden- Baden 34 006; Badenweller 8739; Brückenau 1827; Davos 14 321; Ems 9558; Homburg 6134; ich! 4393; Karlsbad 33416; Kissingen 17 155; Königstein 3864; Kreuznach 6616; Langenschwalbach 2866; Marienbad 13 948; Nauheim 18 849; Neuenahr 11 619; Niendorf 1860; Oberstdorf 3294; Oldesloe 1472; Orb 2195; Pyrmont 16 387; Reichenhall 10 313; Salzun gen 2256; Sooden( Werra) 2937; Soden 2081; St. Blaften 7608; Tepliß- Schönau 3165; Travemünde 3880; Traunstein 12 759; Warnemünde 6038; Westerland- Sylt 8168; Wildungen 6071. Der Ernährer der Familie ist nach langem Siech tu gestorben. Man gab ihm während der Krankheit einefleine Pension; da hieß es noch mehr sparen und fichneinschränken. Bina und Alfred schickten der Mutter weld und mutig nahm Thekla Grotenbach den Kampf um die Existenz auf sich; fie tat es im festen Vertrauen auf den, der die Lilten leidet und die Vögel speist. Danf ihrer unermüdlichen Arbeit gelang es, das Haus zu erbalten. Die treue Jugendfreundin stand in dieser Bell der Sorge den Grotenbachs hilfreich zur Seite; Ana Haided hatte die rechte Art zu geben, ohne zu verleven. Wahres Christentum läßt uns nicht verzagen; jeden Morgen fühlen wir seinen Segen, jeden Abend lernen wir beten:„ Herr bleibe bei uns, stehe mus bei, denn es will Abend werden, und der Tag hat fich geneigt." Ein Hamburger Spezialitätentheater eingeäschert. In dem Hammonia- Vartetee, einem der größten Varietees Hamburgs, brach in den ersten Morgenstunden des Sonntags Feuer aus, welches das Theater vollständig einäscherte. Der deutsche Kronprinz pachtete die Villa Maund bei Hopfreben in Vorarlberg, wo er bereits mehrere Male zur Jagd weilte, auf weitere drei Jahre. trifft am 15. August mit der Kronprinzessin und seinen Er Kindern zu längerem Aufenthalt in Hopfreben ein. Wer aus solch reiner Quelle schöpft, der gewinnt Kraft und Mut, weiter zu leben, weiter zu ringen. Es btes oft: Frau Grotenbach hat einen beneidenswerten Charakter, eine Rube, die erstaunlich ist." Ja, so urteilt die Welt, sie weiß nicht, wie viel es kostet, um so wett zu kommen. Schrecklicher Selbstmord. Auf entsetzliche Weise hat gestern ein durch unheilbare Krankheit gequälter Einwohner von Borhagen bei Berlin in einer Laubenfolonte seinem Leben ein Ende bereitet. Er übergoß sich mit Petroleum und zündete sich an. Der Mann starb nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. ARCHI ett At gr Ste we ALE Fir Ob Sa Re Tir Far Da auts dem WH and man Itsch inde und aber Itch uner bas Die ter; fie i mehr Britd trop wies. fonel holen 8 ban fie wi Sell Der mer fonnt punkt tet ett Itche, bie& nig v Im letfe mit an ten. war e fonnte Fliegerunfall. Der Flieger, Einjährig- Freiwilliger Reichhardt ist auf dem Truppenübungsplatz bet Darmstadt infolge Versagens des Motors durch überstürzten Gleitflug abgestürzt und hat sich einen Fuß verstaucht. Der Apparat ist start beschädigt. Anna Haided besuchte Grotenbachs einmal mit Karla und Eva, es war schwer zu sagen, wer von ihnen anziehender war, beide waren sehr hübsch und anmutig geworden. „ Liebe Anna," sagte Frau Grotenbach,„ tch fürchte, Eva gewöhnt sich allzusehr an den Lurus bei Dir." Beim Baden in der Ruhr ertranken gestern im Freibad Bellinghausen zwei 18jährige Burschen. In Steele versant beim Baden ein junger Mann und er trant. Beim Versuch, thn zu retten, fand auch sein Vater den Tod. „ Eva ist eine jener glücklichen Naturen, die sich nicht verwöhnen lassen, sie hängt mit so großer Liebe an threm Elternhaus," versetzte Frau Haideck.„ Was ist aber mit Deiner Karla?" fragte Frau Grotenbach, ich finde sie so verändert sett ich sie vor einem Jahre in Berlin sah, bat fie einen Summer?" Der japanische Generalfeldmarschall Graf Nogi, der Eroberer von Port Arthur, ist gestern früh in Berlin eingetroffen. Bur Strandung der Santa Rosa. Nachträglich einlaufende Berichte über die Strandung des Dampfers Santa Rosa an der falifornischen Küste besagen, daß die Katastrophe bedeutend mehr Opfer an Menschenleben gefordert hat, als ursprünglich gemeldet wurde. ganzen sind 275 Personen ertrunken. Ganz entgegen ihrer sonstigen Beherrschung brach Frau Haldeck in Tränen aus; Thekla war sehr erschreckt. " Willst Du Dich mir nicht anvertrauen, Liebste?" fagte sie, die zitternde Hand ihrer Freundin ergreifend. Nun erfuhr Frau Grotenbach alles. Haidecks hatten in Strandhof die Bekanntschaft etnes jungen Russen gemacht, der in Saßniz badete und dessen Eltern früher in Petersburg im gastfreien Hause von Karlas Vater verkehrten. Aus den Gerichtssälen. Eine gefährliche Hochstaplerin, die Kellnerin Kal terbach, die sich intimer Beziehungen zu Offizieren rühmte und seit Jahren Geschäftshäuser um große Beträge dadurch beschwindelte, daß sie auf den Namen der Offiziere Bestellungen machte und die erschwindelten Sachen wieder veräußerte, wurde von der Gölner Straffammer nach längerer Verhandlung zu vier Jah ren drei Monaten Zuchthaus unter Einbeziehung der Strafe von zwei Jahren Zuchthaus, die die Hochstaplerin jüngst in Leipzig erhielt, verurteilt. Wegen Verleumdung zweier Offiziere wurde auf 8 Monate 3 Wochen Gefängnis erkannt. Viele Offiziere auswärtiger Regimenter waren als Zeugen geladen. Konstantin Uchatscheff diente in der Zarenstadt bet der Garde, er war bildschön und von fener einschmet chelnden, glattzüngigen Liebenswürdigkeit, der ein Mädchenherz felten wiedersteht. Mit steigender Besorgnis bemerkte Frau Haideck die sich rasch entwickelnde Neigung Karlas au dem Fremden. Als die Mutter eines Tages mit der Tochter sprach, war es schon aut spät, Karla gestand leidenschaftlich weinend ein, daß sie den jungen Offizier liebe und sich mit ihm heimlich verlobt batte. Freisprechung eines Mörders. Das Mannheimer Schwurgericht hat den Schreiner Ludwig Fassot aus Zweibrücken, der vor dem Hauptbahnhofe in Mann heim fürzlich den Liebhaber seiner Frau erschossen hat, freigesprochen. Die Frau und die Kinder des getöteten Frau Haideck war außer sich. Was wußte sie von Konstantin? Er kam selbst und flehte um die Hand ihres einzigen Kindes, Karlas Tränen flossen, da versprach ihre Mutter, daß sie noch ein Jahr Prüfungszeit verlange und dann erst einwillige. Karla war auch noch zu jung, um den ernsten Schritt zur Ehe zu tun. Die Itebende Mutter hatte Erfundigungen über Uchatfcheff eingezogen, sie erfuhr nicht gerade etwas Schlimmes, es hieß, er sei wie alle jungen Gardeoffiziere ziems Itch flott gewesen, seit einiger Zett aber sehr ernst und solide geworden. in " Ich werde die Partie zugeben müssen," seufzte Frau Haideck, aber ich habe das Vorgefühl, daß Karla in dieser Ehe nicht glücklich wird." Kurz vor des Vaters Tod war die ganze Familie Grotenbach noch einmal im Elternhause vereint gewesen. Alfred als Arzt erkannte den ernsten Zustand des Vaters und bereitete die Seinigen auf sein Dahinscheiden vor. Lina übernahm die Wirtschaft, damit die Mutter ihre ganze Zeit dem lieben Kranten schenken Lonnte. Die kleine Blinde schwand sichtlich dahin, sie wurde täglich schwächer und eines Tages legte der Todesengel sanft die Hand auf ihr Herz. Frau Grotenbach war bet Irma, sie hatte die Nacht bei ihr gewacht, auch Alfred teilweise; er sagte es der weinenden Mutter, daß die Dulderin bald erlöst sein würde. Gegen Morgen trat ein so plöglicher Verfall der Kräfte ein, daß die Herzschwäche zunahm. Man holte den geistlichen Beistand und als dieser seines Amtes gewaltet und sich wieder entfernt hatte, da zog es wie ein leises Läuten und Singen durch die Seele der jungen Dulderin. Mutter," flüsterte die Sterbende, es wird so hell, ich sebe!" Ja, sie sah es, das ewige Licht in jener Heimat, der wir alle zuwallen. Acht Tage später starb Vater Grotenbach. Es war ein sanftes Verlöschen, ohne schweren To deskampf. Eben erst war der schmale, weiße Sarg, der Jrmas sterbliche Hülle barg, in die Erde gesenkt wor den, nun ruhte der Bater neben ihr. ( Fortsetzung folgt.) im Di Bride Am n für 23 Karui beln eingeri gebaut aus, di felt fic jebem Meropl nische ble S neigen ber un vollstä gnügen dener wird v meil je relfe u Gi en S Berlag zelnen Don Tu Loften erhält bie zun worden Loftet b bie Ro fponder richtent einzeln ten, foi Trogder bungen toften in die bie gerechne nur Bre trächtlich termin art be Darin rechnet, und die ten. D urjacht Mart be Sonnabend offen und er Behör die an tit, mirb alten und dann nach ren dann Tandvern Im 1 Uh fitrit mt en Sout vor An zahlreiche thm das germeister an Bord, nten ein d in der rfer und ete Scha Deflagen; um sich. ain Chúa dert die orwegen hn Ber ert werhn Perzu fah en einen en, meist gerettet. tefen er ufmann feiner hr schoß 6 fofort. h Sonnm RealanschetIt seinen sams in eäschert. ten Vas stunden er voll Jetse hat er GinLaubenübergoß Mann Darma its. iwilliger stiraten rstaucht. ern im Ent. It und ertch setn ogi, der Berltit Itch einampfers en, daß enleben e. 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Der Buchhalter legte sich ein eigenes ausgedehntes Lager gestohlener Waren an und verkaufte auch Waren an die eigene Firma zurück. Außerdem soll der Firmeninhaber selbst im Einverständnis mit einzelnen Angestellten von Werken die mit seiner Firma in Verbindung stehenden Werke um große Summen geschädigt haben; beispielsweise soll er mit dem Prokuristen eines der größten Oberschlesischen Werke ein Abkommen getroffen haben, nach dem an den Steferungen pro Kilo 2 Pfg. aufgeschlagent werden sollte. Auch sollen die gelieferten Delfäffer nicht voll und teilweise sogar mit Wasser gefüllt gewesen sein. Eine große Aktiengesellschaft beziffert thren Verlust auf 90 000 M. Eine große Anzahl von Hütten, Gruben und Werken Oberschlesiens sind in Mitleidenschaft gezogen. Als die Sache ans Tageslicht fam, wurde sofort eine ganze Reihe der durch die Kattowißer Firma bestochenen Beamten entlassen. Ueber ein schweres Touristenunglück werden aus Tirol folgende Einzelheiten gemeldet: Die Geschwister Farani aus Mailand, zwei Herren und eine junge Dame, unternahmen am 2. d. M. vom Val Salarno aus ohne Führer eine Tour auf den 3373 Meter hohen, dem Adamello südlich unmittelbar vorgelagerten Corno Miller. Einer der Brüder hatte einen Eispickel, der andere ein kurzes Seil, die Ausrüstung war also sehr mangelhaft, worauf ein vom Adamee absteigender eng= Itscher Tourist die drei Geschwister aufmerksam machte, indem er hinzufügte, es liege viel nasser Schnee oben, und die Besteigung set gefährlich. Die Dret Iteßen sich aber nicht abhalten und gelangten gegen Mittag glück= Itch auf den Gipfel. Der Abstieg jedoch gestaltete sich unerwartet schwierig und auf einem steilen Schneefeld, das mit einem Ueberhang endigt, erfolgte das Unglück. Die Dame glitt aus und stürzte über den Abhang hinunter; einige Minuten lang war sie betäubt, dann begann fie um Hilfe zu rufen; sie hatte einen Armbruch und ( mehrere letchte Verlegungen erlitten. Die erschrockenen Brüder versuchten zu thr hinabzuklettern, was sich aber trotz zweistitndigen Anstrengungen als unmöglich erwies. Nun wurde beschlossen, daß der eine Bruder so schnell als möglich ins Tal hinunter ellen und Hilfe holen, der andere aber oben zurückbletben solle. Nach 8 bangen Stunden erholte sich die Abgestürzte soweit, daß fte wieder 20mtr. emporstetgen und das thr zugeworfene Sell erfassen konnte. Nun folgten aufregende Minuten: Der Bruder zog wacker und brachte das Mädchen immer höher. Da dieses aber nur einen Arm brauchen konnte, so mußte es immer wieder mit den Füßen Stütz= punkte suchen und rasten. Und nun geschah unvermu= tet etwas Entfeßliches: Das Sell riß und die UnglückItche, die sich schon gerettet glaubte, stürzte wieder über die Felsen hinunter! Der Bruder, der halb wahnsinnig vor Angst und Aufregung war, hörte sie nur noch leise slöhnen. Bald darauf erschien der andere Bruder mit zwet Touristen und zwei Führern, dte Setle brachten. Als man aber zu dem Mädchen hinabgelangte, war es beretts verschieden. Da es schon dämmerte, konnte die Leiche nicht geborgen werden. Der Abstieg im Dunkeln gestaltete sich sehr schwierig, zumal die Brüder Farant bis zum Aeußersten erschöpft waren. Am nächsten Tage wurde die Leiche herabgeholt. Eine Aeronplanfahrt für 10 Pfennige. Das Neueste fitr Boltsbelustigungen ist das Aeroplankarussell. Ein Karussell, das statt der sonst üblichen Pferde und Gondeln sechs größere Wagen hat, feden für 12 Personen eingerichtet, dte in threm oberen Teil als Zwetdecker gebaut sind. Ganz reizend sehen diese Fliegerwagen aus, die auf einer Schtene laufen. Auf einen Pfiff Hin setzt sich das Karussell in Bewegung, der Propeller an fedem Wagen beginnt sich lustig zu drehen und die Aeroplanfahrt nimmt ihren Anfang. Durch eine mechanische Vorrichtung werden nun die Wagen langsam in die Höhe gehoben und schweben, sich etwas fettwärts neigend, in der Luft. Dann senken sich die Wagen wieder und die Fahrt ist zu Ende. Die Luftschiffahrt tst vollständig gefahrlos. Ste ist ein sehr begehrtes Vergnügen. Das erste Aeronplan- Karussell ist in der Dresdener Hygieneausstellung im Betrieb zu sehen. Es wird von Kindern und Erwachsenen förmlich bestürmt, well feder gern eine so billige und ungefährliche Luftretse unternehmen will. Eine Million Mark- die Gesamtkosten des„ Dent: schen Rundfluges". Wenn man die Preise, die von dem Verlag Ulstein, dem Kriegsministerium und den einzelnen Städten und Körperschaften in einer Gesamthöhe von rund 500 000 Mart gestiftet wurden, zu den Unfosten des Deutschen Rundfluges" hinzurechnet, dann erhält man die runde Summe von einer Million Mark, die zum Besten der deutschen Flugkunst aufgewendet worden sind. Die Berliner Organisation des Fluges fostet die runde Summe von 100 000 Mark. Hier sind die Kosten für Menschen und Automobile, für Korrefpondenten und Telegramme sowie für den ganzen Nachrichtendienst miteinberechnet. Die Organisation der einzelnen Städte, die für ihre Flüge allein sorgen mußten, kosttete für jede Stadt nicht so viel, wie für Berlin. Troßdem aber hatten die 17 Städte, in denen Landungen oder Schauflüge vorgesehen waren, doch UnFosten in Höhe von 250 000 Mart. Dabet sind die Preise, die die einzelnen Städte gestiftet haben, nicht mit eingerechnet. Die Unkosten der Flieger, die ja eigentlich mur Preise bekommen sollten, waren doch auch recht beträchtlich. Die Nenngelder, die beim ersten Nennungstermin 500 Mark und beim 2.. Nennungstermin 750 Mart betrugen, kosteten insgesamt rund 15 000 Mark. Dartn sind dte Nenngelder derjenigen Flieger einbe= rechnet, die nur für einzelne Etappen gemeldet hatten, und die für diese Meldungen 200 Mart bezahlen mußten. Die Gesamtschäden, die durch die Apparate verursacht worden sind, wird man auf 100 000 bis 150 000 Mark berechnen müssen. Es ergibt sich also daraus eine Gesamtausgabe von einer runden Million Mark. Zum ersten Mal hat aber auch die deutsche Flugtechnik gezeigt, daß sie größte Aufgaben erfüllen kann, und daß fie der Flugtechnik der anderen Länder völlig gewachsen ist. Die Flieger haben die Belohnung von 500 000 Mark, die ihnen zugefallen ist, redlich verdient. Die fliegenden Blattläufe treten dieses Jahr in der Provinz Sachsen in ungeheuren Schwärmen auf. Für das Wachstum der Pflanzen bedeuten sie einen enor= men Schaden. Der Rübenbau in der Provinz ist fast völlig zerstört. Es ist unmöglich, in der Umgebung Halles auf dem Rad vorwärts zu kommen. Auch die Straßen der Stadt sind erfüllt mit Millionen der fletnen Tierchen. Die Wagenführer der elektrischen Bahn tragen. Brillen zum Schuß. Der Schaden beläuft sich auf Millionen. Die Landwirtschaftskammer der Provinz Sachsen gab ein Flugblatt heraus, das den Landwirten Rat erteilt. Ein Menschenfreund. Von einem idealen Verhältnts zwischen einem Arzt und seinen Patienten, das in dieser Art wohl ganz vereinzelt dasteht, wird aus Po= sada, einer erst vor wenigen Jahrzehnten gegründeten und rasch emporblühenden Stadt im nördlichen Chaco ( Argentinien) berichtet. Dort ist vor wenigen Monaten der spanische Arzt Dr. Ramon Madariaga, der sett Jahren daselbst ansässig war, gestorben. Da er auf viele Stunden der einzige Arzt und noch dazu sehr tüchtig war, so hatte er eine sehr große Praxis und hätte ein großes Vermögen erwerben können, wenn es ihm darum zu tun gewesen wäre. Aber er faßte seine Tätig= tett nur als einen ihm von Gott befohlenen Dienst an seinen leidenden Mitmenschen auf, für den man thm deshalb auch nichts schulde. So war er denn niemals zu bewegen, irgend jemanden eine Rechnung auszustellen. Die wohlhabenden Leute konnten ihm thre Schuld nicht anders entrichten, als daß sie ihm von Zeit zu Zeit eine Summe unter Couvert ins Haus schickten, den Armen nahm er überhaupt nichts ab. Und trotzdem tam der Mann nicht zu kurz. Denn er brauchte weiter fein Geld als zur Bezahlung seines Dieners, für die Versorgung seiner nervenkranken Frau und für etwatge Reisen und Ausflüge außer Landes. Alles, was er in der Nähe brauchte, war für thn fret. In den Geschäften holte er sich unentgeltlich, was er an Kleidern, Schuhen und dergleichen brauchte, in den Hotels spetste er, ohne daß ihm te eine Rechnung vorgelegt wurde und wenn er danach verlangte, so wetgerte man sich von ihm Geld anzunehmen. Selbst die Kellner wiesen das thnen von ihm zuweilen in der Itebenswürdigsten Weise angebotene Trinkgeld hartnäckig ab. Denn sie wußten alle, daß er auch keinen Centavo von ihnen abnahm, wenn sie krank und elend zu ihm kamen. Armen Familien brachte er Geld und Medizin und war stets bereit, andern mit seinem Können zu dienen, ohne je auf Gegendienste zu rechnen. Darum begegnete ihm auch die ganze Bevölkerung mit der größten Achtung und Liebe, und als er dtes Jahr kurz vor Ostern an etner akuten Krankheit starb, da trauerte ganz Posada um den heimgegangenen Wohltäter. Am Tage der Beerdigung schlossen alle Geschäfte wie an einem hohen Fetertag und ein immenser Trauerzug folgte dem geschmückten Sarge nach dem Friedhof. Ein falscher Tolstoi. In Sibirien ist, wie aus Pe= tersburg geschrieben wird, eine recht große Bewegung entstanden, an deren Spizze ein alter Mann steht, der sich für Tolstot ausgibt und von seinen Anhängern auch dafür gehalten wird. Inter den Bauern von JaßnajaPoljana hatte sich vald nach Tolstots Tode die Metnung erhalten, daß Tolstot gar nicht gestorben set, sontdern daß statt seiner eine andere Person beerdigt worden set. Dieses Gerücht hat sich unter den Bauern wetter verbrettet, und ein Betrüger hat es zu benutzen verstanden, um sich für Tolstoi auszugeben und auf Kosten der Bauern zu leben. Dte Anhänger dieses PseudoTolstot sind der teberzeugung, daß Tolstot mit Hilfe cines sciner Freunde entflohen set, um in Stbirien ganz seinen Idealen leben zu können. Der Pseudo- Tolstot wird vet seinem Auftreten durch eine allerdings recht große Aehnlichkeit mit dem verstorbenen Dichter unterstützt, fodaß es ihm leicht wurde, den Bauerit, Ste Tolfots Bilder kennen und in ihren Wohnungen hängen beken, einzureden, er set Tolstot. Die Geschichte von Tolstois Flucht, die durch die ganze st= birische Bresse ging, läßt seine Angaben noch glaubhaf= ter erscheinen. Die Anhänger dieses neuartigen Tolstot sind begeisterte Verehrer thres Führers. Besonders im Kreise Tjumen und Jalutorowsk sind dte Tolstot- Anhänger sehr zahlreich vertreten, da der Pseudo- Tolstot sich in Tjumen niedergelassen hat. Die Behörden, die von dem Treiben des Pseudo- Tolstot Kenntnis erhal= ten haben, haben schon mehrfach Versuche gemacht, das leichtgläubige Volt aufzuklären, ohne daß es ihnen bis jetzt gelungen ist. So wirkt das Andenken dieses großen Mannes noch jetzt in den Seelen der Bauern nach. Lindpaintner über das fliegen und die Decker. Lindpaintner, der beretts am Sonnabend in BerItt weilte, da er die Teilnahme an den letzten Strecken des Deutschen Rundfluges aufgegeben hat, machte einem Mitarbeiter der" Inf." folgende Mitteilungen über den Deutschen Rundflug: Nach den Meldungen der Zeitungen habe es so ausgesehen, als habe er Cassel fluchtartig" verlassen, um vom Fluge nichts mehr zu fehen und zu hören. Diese Angaben entsprechen aber nicht der Wahrheit. Er habe sich bei seinem Unfall den linken Arm verstaucht und, bei der Landung in einem Roggenfelde feinen Farman- Doppeldecker so beschädigt, daß die Reparatur wenigstens 2 Tage gedauert hätte. Die Reserveapparate waren nicht so schnell herbeizuschaffen, und da ein Wechsel des Apparats erst in der nächsten Etappenstation möglich war, so war ihm der erste und zweite Plat verloren, und Dritter zu werden, daran lag ihm nichts. Er sei außerdem durch die letzten Etappen, an denen er teilnahm, doch recht angestrengt gewesen, brettägige Ruhe habe thn aber wieder vollkommen gestärft. Die letzten Etappen, selbst der Harzflug, feten bei dem schönen Wetter in den letzten Lagen, Kinderspiel gewesen gegen die früheren, besonders gegen die über die Lüneburger Heide. Er habe während dieser Strecken unter dem böigen Wind, unter Nebel und Regen viel zu leiden gehabt und er hätte mit verlegtem Arm bet weiterem Fluge sicher große Schwierigkeiten gehabt. Uebrigens set der Flug über den Harz teine so besonders hervorstechende Leistung, denn während der früheren Etappen hätte man gleich hohe Gebirge während der ungünstigsten Witterungsverhältnisse zu überfltegen gehabt. Nach seiner Meinung über den gegenwärtigen Stand der deutschen Flugtechnik befragt, erklärte Lindpaintner: Zweifellos feien die Franzosen uns auf dem Gebiete des Flugwesens, besonders in konstruktives Hinsicht, noch weit überlegen. Ein Flugzeug, wie sein Farman- Doppeldecker ohne vorderes Höhensteuer ist hätten wir ir Deutschland nicht. Diese Tatsache sei auch vom französischen Kriegsministerium dadurch anerkann worden, daß es gleich nach Fertigstellung des ersten Probeapparates 25 gleiche Flugzeuge für die Heeres verwaltung bestellt habe. Der erste Apparat dieses Typs sei der an ihn, Lindpaintner, gelieferte Apparat, darum habe man von Leistungen der französischen Zivil flieger mit diesem Apparat noch wenig gehört. Uebri gens feien die französischen Offizierflieger, wie er wäh rend seiner letzten Aufenthalte in Frankreich hinreichend zu sehen Gelegenheit hatte, noch erheblich besser als die, wenn auch berühmten Zivilflieger. Und die große Ap paratbestellung bei Farman beweise, wie ganz anders die französische Heeresverwaltung die Einführung des Flugwesens im Heere anfaßt, als die deutsche.- Er felbst fliege am liebsten 3weidecker, er habe zwar auch Versuche mit Eindeckern gemacht, so z. B. mit dem Hanriot- Eindecker, demselben, den die Aviatif- Gesellschaft in Mülhausen jetzt fitr Deutschland herstellte, habe die fen aber aufgegeben. Jest befäße er außer seinem Far man- und Sommer- 3weideckern einen Sommer- und einen Deperdussin- Eindecker, die er aber wenig benutzt, den Sommereindecker habe er auf dem Sachsenflug benußt und zerbrochen. Von den deutschen Apparaten seien der beste Zweidecker der Aviatik- 3weidecker, der beste Eindecker die„ Taube" von Etrich- Rumpler. Es set nicht ausgeschlossen, daß er auch einmal ein deutsches Flugzeug fliegen wird. Eine Schreckensfahrt über den Harz. Der Harlanflieger Hoffmann, der am Freitag abend in Nordhausen zu dem ueberharzfluge aufgestiegen war und mitten im Harz niederging, wobei der linke Flügel feines Apparates beschädigt wurde, hat folgende Einzelheiten über den Flug mitgeteilt: Er habe anfangs richfigen Kure gehabt. Als er in die Nähe des Koppenberges tam, bemerkte er, daß der Motor nachließ und der Eindecker nicht mehr stetgen wollte. Er suchte daher den Berg zu umfliegen und geriet in die tiefeingeschnittenen engen Settentäler, in denen er sich schließ lich verirrte. Endlich, nachdem er fast zwei Stunden dicht über den ausgedehnten Waldungen hingeflogen war, gelang es ihm, auf 1200 Meter Höhe zu kommen, um von dort einen günstigen Landungsplaß ausfindig zu machen. Juzwischen hatten jedoch die Abendnebel, die aus den Gründen emporstiegen, das unter thm Itegende Gebirge seinen Blicken entzogen, so daß er nun vollständig ratlo? war und jeden Augenblick befürchten mußte, zu stranden. Nachdem er die vom Nebel bedeckte Bergkuppe mehrmals umkretst hatte, entdeckte er in der Nähe von Friedrichsberg einige kleine Getreidefelder, die einigermaßen zur Landung geeignet erschtenen. Er ging im steilen Gleitfluge nieder, geriet jedoch mit dem Laufrade in ein Loch des Bodens, so daß der linke Flügel des Apparates aufschlug und beschä= digt wurde. Hoffmann ließ den Apparat abmontieren und nach Halberstadt schaffen, um von dort den Flug nach Berlin wetter auszuführen. Die Flieger in Berlin. Die letzte Etappe des Deutschen Rundflnges. Die am Sonntag erwartete Heimkehr der Flieger ist durch den sturmartigen Wind, der Sonnabend einsetzte und den ganzen Sonntag über anhtelt vereitelt worden. Von Stunde zit Stunde hoffte man auf eine Besserung, aber vergeblich. Von 3% Uhr früh wurde der Start in Halberstadt zunächst auf 8 1hr vormittags verschoben, dann auf 4 Uhr nachmittagsi Der bölge Wind flaute aber nicht ab. In Berlin wurde es zwar abends in den oberen Luftschichten ruhig, in Halberstadt wurde aber um 5 Uhr noch eine Windgeschwindigkeit von 10 Metern gemessen. Die dortige Sportleitung glaubte unter diesen Verhältnissen die Verantwortung für die Freigabe des Starts nicht auf sich nehmen zu können und beschloß schließlich, den Ab= flug zur letzten Etappe Halberstadt- Berlin auf heute früh 3% Uhr zu verschieben. Wie in Berlin so wartete man auch an der Zwischenlandungsstelle in Dessau vergeblich auf die Flieger. Auf dem dortigen Flugplatz hatte sich die Erbprinzessin Leopold mit Tochter, der Prinzessin zu Schaumburg- Lippe, in der Mitte vieler Tausender eingefunden, um die passierenden Flieger zu begrüßen. Durch den verzögerten Abflug von Halberstadt verschtebt sich der Termin für die Ankunft in BerIin auf Dienstag abend. Ueber den heutigen Flug meldet uns der Draht: Johannisthal bet Berlin, 10. Juli. Büchner ist um 6,45 Uhr auf dem Flugplaz angekommen. König, tst nach einer Zwischenlandung in Dessau in Treuenbrießen abermals niedergegangen. Er wird den Flug heute abend fortsetzen. Lattsch tst auf dem Fluge von Dessau nach Berlin bet Weiden niedergegangen, weil setn Motor aussette. Er gedenkt sofort wieder aufzustetgen. Vollmöller, der gegen 8% Uhr von seinem Landungsplatz in der Nähe von Halberstadt aufgeftiegen war, ist nach einer zwetten Zwischenlandung in Ditfurt um 9,46 Uhr mit Passagier auf dem Flugplay in Dessau gelandet. Drabtnachrichten und Deuestes. Der Barseval 6 in Effen gelandet. Effen, 10. Juli. Das Luftschiff Parseval 6, das gestern abend in Hamburg aufgefttegen war, ist heute morgen 4,30 Uhr hier gelandet. Ein deutscher Dampfer beschossen. Amsterdam, 10. Jult. Als gestern der deutsche Dampfer Alster, nach Hamburg bestimmt, bet muiden die hohe See gewinnen wollte, und den Dampfer Nynstroom, an dessen Bord sich ein Wachtposten befand, passierte, forderte der Bosten die Alster auf, zu halten. Da das Schiff der Aufforderung nicht schnell genug folgen konnte, wurden mehrere Schüsse darauf abgefeuert, öhne daß glücklicherwetse jemand verwundet wurde. Tödliche Abstürze in den Bergen. 3ürich, 10. ult. Am Mythen sind gestern zwet Deutsche und ein Tourist aus Einsiedeln abgestürzt; ste bltében tot. Nene politische Unruhen in Merito. Meriko, 10. Jult. In Ocotlan ist es in der vergangenen Nacht zu einem politischen Aufstand getommen, in deffen Verlauf elf Personen getötet und fünfzehn verwundet wurden. Trupppen stellten Ste Ordnung wieder her. Handel und Verkehr. Gaffel, 8. Jult. Weizen( 100 Kilogramm) 19,75 bis 20,75 M, Roggen( 100 g.) 17,50-18,25 M., Gerste( 100 Kg.) bis M, Hafer( 100 g.) 19,00-21,00 M., Heit ( altes, Bentner) 8,50-4,25 M.,( frisches, 3tr.) 2,60 bts 3,00 M, Stroh( 3tr.) 1,80-3,00 M Das 5. Abonnements- Konzert findet Donnerstag, den 20. Juli statt. Solist: Kgl. Kammer- Virtuos Wiggert- Dresden. Anfang 8 Uhr. 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Das kann aber nur erreicht werden durch unausgesetzte Aufmerksamkeit und Tätig- ohne Mitteilung das Publikum garnicht wissen, dass man etwas gutes und neues zu liefern hat. keit. Kann doch Es ist deshalb notwendig, unausgesetzt sachgemässe Reklame zu machen, wofür die Giessener Zeitungeine gute Gelegenheit bietet, 彩 Eigentum u. Berlag der Gießener Zeitung 6. m. b. S. Berantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinede, für Reflame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen. de We ita lep all Di be