1. יוב e teil, Bench PRE HANSA nd alles uweisen. erung. 4. März lib. 3 Uhr, follen e Seltersme .Beiträgen affe gepfände Möbel aller , Schränke 1 Alavi, 1 llwager v. a. perfte fa al. dmeister. Gießen $ 50 粉 Eelt reell Fra Wiesbaden trasse 551 erlagsdrucken Fischer. Ben. Scere. evangelij fr. Schwabe fus- Gemeind chwabe. Ihr: Vereinig Der Matthaus 5 Uhr: Drit Schlosser. bends 8 U hausgemein he. nnesgemein fas- und bei dem rmierten man besprechung Verfamml bends 5% en Jugend n 8 Uhr: 6 erlichen Zeit ar hl. Beidh Rommunion t. arauf Paffion Uhr it imtl. in Gießen Gießener Zeifung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 60. - Telephon: Nr. 362. Stichwahl zwischen Beckmann und Werner. Gießen, 11. März 1911. Die gestrige Ersatzwahl in unserem mehr ländlichen Reichstagswahlkreis Gießen- Grünberg- Nidda hat das Resultat gebracht, wie es wohl die allermeisten vorausgesagt haben. Auf der einen Seite das treue Bürger= tum, dem die Erhaltung deutscher christlicher Sitten neben den politischen Wünschen die Richtschnur bei der Abstimmung gab; es hat sich gut behauptet. Auf der anderen Seite ist infolge der fortwährenden Agitation die rote Flut, die Sozialdemokratie, weiter vorgedrun gen; ihre Stimmenzahl hat sich wohl auch eine Folge der letzten Reichsfinanzreform - merklich erhöht. Und in der Mitte findet man die Uneinigkeit zweier Parteien, die sonst Schulter an Schulter in die Wahlkämpfe gezogen sind; die Freisinnigen und die Nationalliberalen blieben deshalb in starker Minderheit. Es haben nach dem amtlich festgestellten Resultat erhalten: Krankenkassenkontrolleur Beckmann( Sozialdemokrat) 7976 Stimmen, Oberlehrer Dr. Werner( Wirtschaftliche Vereinigung) 7958 Stimmen, Pfarrer Korell( freisinnige Volkspartei) 5059 Stimmen, Professor Dr. Gisevius( nat.- lib.) 2511 Stimmen. Es hat sich also ferner gezeigt, daß der Liberalismus zurückgegangen ist, trotz der ganz gewaltigen Agitation der beiden Parteien. Die sich nun in der Stichwahl gegenüberstehenden beiden Parteien haben noch einen harten 10tägigen Wahltampf vor sich; beide werden ihre Reserven, die WahlI auen aufrütteln müssen; beide werden mit den in der Minderheit gebliebenen Fühlung nehmen. Auf der ganzen Linie fragt man sich: werden beide Parteien, die sich im jetzt beendeten Wahlkampf so oft natio: nal und monarchisch genannt haben, für den auf streng monarchisch- nationalem Boden stehenden Oberlehrer Dr. Werner die Parole ausgeben- man sollte voraussetzen, sie könnten und dürften nicht anders handeln- oder wird die freisinnige Volkspartei das wahr machen, was seit langem ein öffentliches Geheimnis ist, daß sie dem Sozialdemokraten ihre Gunst bezeugt. Geschieht das durch Parteibeschluß, so werden viele Wähler ihr untreu. Ein alter Freund einer offenen Aus= sprache in Gießen, der Land und Leute des Wahlkreises kennt, hat gestern abend offen erklärt: Der „ Von beiden Uebeln das kleinere gewählt. nationalen Partei in der Stichwahl die Stimme gegeben, die für den Ausbau aller sozialen Gesetze mit ruhiger Ueberlegung eintritt, die auch eintritt für den Mittel-, Handwerker- und Beamtenstand, für den kleinen Kaufmann, der furchtbar unter der Konkurrenz der sozialdemokratischen Konsumvereine leidet." Prinzregent Luitpold von Bayern begeht morgen in staunenswerter Frische das neunte Jahrzehnt seines ebenso erfolgreichen wie arbeitsvollen Lebens. Er hat sich stets in gleicher Weise bewährt als der erste Soldat seines Heeres wie als umsichtiger Leiter der Staatsgeschäfte, als Wohltäter der Armen und Bedrängten, als Hort der Religion und guten Sitte, als Förderer alles künstlerischen und wissenschaftlichen Strebens. Sein einfaches, schlichtes, gegen jedermann wohlwollendes Wesen erschloß ihm den Weg zu den Herzen aller Bayern. Dabei hielt er stets fest zu Kaiser und Reich. Der Reichsgedanke, die Ueberzeug= ung, daß ein guter Bayer selbstverständlich ein guter Deutscher sein müsse, ist durch sein leuchtendes Beiſpiel, durch die innige persönliche Freundschaft, die ihn mit Kaiser Wilhelm 1. verband und auch mit unserem jezigen Kaiser verbindet, innerhalb der blauweißen Grenzpfähle volkstümlich und das Gemeingut aller geworden. Deshalb richten sich auch nicht nur in den Gauen des Bayernlandes, sondern im ganzen Deutschen Reiche die Blicke auf den greisen Fürsten, dessen Ehrentag dadurch zu einem nationalen Festtage des gesamten deutschen Volkes emporgehoben wird. Jhm, dem tapferen Soldaten, dem weisen Staatslenker, dem edlen Manne gilt zu seinem 90. Geburtstage unser ehrerbietigster, herzlichster Glückwunsch. Aus Stadt und Land. Gießen, den 11. März * Gießen. Am Montag, 27. März, vormittags 11 Uhr, findet eine ordentliche Sitzung des Provinzialtages im Regierungsgebäude statt. Die Tagesordnung enthält u. a.: Prüfung der Ergänzungswahlen zum Provinzialtag; Voranschlag der Provinzialfasse für 1911: Wahlen von 2 Ersatzmitgliedern des Provinzial- Aus= der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes == Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 11. März 1911 schusses und eines Mitgliedes und eines Stellvertreters in den Vorstand der Genossenschaftskasse für Kommu= nal- Forstwarte und Antrag des Provinzial- Ausschusses, die Versorgung der Provinz Oberhessen mit elektrischer Energie betreffend. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. * 23. Jahrg. Weilburg. Nachdem das Plenum des Reichstages am Dienstag den Militäretat in dritter Lesung bewilligt hat, ist die Kasernenneubaufrage endgültig entschieden. Dillenburg. Die hiesige Ortsgruppe des ev. Bundes hält morgen Sonntag einen Vortrag ab. Herr Universitäts- Professor Dr. Baldensperger- Gießen spricht über das Thema:„ Wissen wir etwas sicheres über Jesus von Nazareth". * Gießen. Die hessische Landwirtschaftskammer veranstaltet landwirtschaftliche Vorträge in Groß- Felda und Glashütten. Am Samstag spricht in ersterem Ort Landwirtschaftslehrer Dr. Lung- Alsfeld über Fortschritte auf dem Gebiete des Getreidebaues und am Sonntag nachmittag Dekonomierat Andrä- Büdingen über:" Wichlichen tigkeit des Saatgutes und Saatgutbezuges und ihr Einfluß auf die Ernte", sowie„ Welche Kartoffelsorten eignen sich für die verschiedenen Verhältnisse am besten?" Die zwei letzten Vorträge werden in Glashütten gehalten. * Gießen. Der etwa 1000 Mitglieder zählende Soldatenverein ehemaliger 116er hält am 9. Juli Ober- Widdersheim sein Jahresfest ab. зи * Gießen. Der Provinzialausschuß tritt am Mittwoch, den 15. d. Mts., vorm. 9 Uhr, zu einer Sitzung zusammen. Es wird verhandelt über: Die Gemeinderatswahl zu Vilbel, die Klage des Ortsarmenverbandes Berlin gegen den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des Schlossers Rosolowski von Kams= wicken, und über den Rekurs gegen einen Polizeibefehl des Kreisamtes Büdingen wegen Milzbrand in Rinderbügen. * Gießen, 11. März. Eine Sitzung des Wahlausschusses für die Kandidatur Dr. Werner findet, wie aus dem Anzeigenteil der heutigen Nummer ersicht lich ist, am Sonntag, 12. März, nachmittags 3½ Uhr, im Eisenbahnhotel( Hopfeld) in Gießen statt. Wir werden noch gebeten, darauf hinzuweisen, daß wegen der Kürze der Zeit diesmal besondere briefliche Einladungen nicht erfolgen. Gießen. Am 29. März findet hier der Früh jahrs- Pferdemarkt, verbunden mit Prämiierung statt. Wiesbaden. Donnerstag, den 15. März, abends 8 Uhr, wird in dem hiesigen Schulgebäude Weißfrauenstraße 1 ein neuer handwerklicher Fortbildungskursus von der Handwerkskammer eröffnet. Marburg. Gegen die Universität Frankfurt legte der Vertreter des Kreises Marburg bei dem Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Kassel Protest ein, da irgend ein Bedürfnis für ihre Gründung nicht vorliege. Der Landtag wird in einer der nächsten Plenarsitzungen hierzu Stellung nehmen. * Hungen. Nach einer Zeitungsmeldung hatte gewähltes in einer Gemeinde der Wetterau ein neu Ortsoberhaupt für in der Nacht nach der Wahl gespendete Speisen und Getränke 1500 Mt. zu entrichten. Darmstadt, 10. März. In der heutigen Sitzung der Zweiten Ständekammer erklärte Abg. KöhlerWorms beim Kapitel Schulen, daß die Errichtung von Frauenschulen in Hessen noch feine Berechtigung habe. Aus den Schulen gingen nur Handarbeits- und Turnlehrerinnen hervor. Zu Kapitel Provinzial- und Kreisämter beantragt der Ausschuß die Bestätigung von vier Kreisamtmännern auf den Inhaber. Weiter beantragt der Ausschuß, 1912 eine neue Streiseinteilung von Rheinhessen vorzunehmen, und zwar derart, daß ein Kreis= amt eingeht. Abg. Winkler und Genossen beantragen den Strich des letzten Absatzes. Die Arbeitslast der Kreisämter sei von Jahr zu Jahr gestiegen, und man hätte zu den Beratungen auch die Mitglieder der Kreisämter und des Provinzialausschusses einladen sollen, da diese die Arbeit der Aemter am besten beurteilen könnten. Das Eingehen des Kreisamtes in Oppenheim beDiese deute für die alte Reichsstadt den Todesstoß. Verantwortung wolle die Kammer wohl kaum auf sich nehmen. Die Beratungen dauern fort. * Kirchhain. Der für den 21. März anstehende Viehmarkt fällt wegen der drohenden Gefahr der Maulund Klauenseuche aus. * Frankfurt. Das Husarenregiment König Humbert von Jtalien( 1. Kurhess.) Nr. 13, 3. 3. in Diedenhofen, feiert in der zweiten Hälfte des Jahres 1913 das Fest seines hundertjährigen Bestehens. Wetzlar, 11. März. Anläßlich des 90. Geburtstages des Prinzregenten Luitpold von Bayern findet heute abend 7 Uhr in dem oberen Saale der Minneburg eine Feier statt. 5 Wetzlar, 11. März. Morgen nachmittag Uhr findet in der Hospitalkirche ein Kirchen- konzert des Jenner'schen Chores aus Marburg unter Leitung des Universitäts- Musikdirektors Professor Dr. Jenner statt. - Wetzlar, 11. März. Am 14. März sind die hiesigen Katasterämter 1 und 2 geschlossen. Vom 15. März ab befinden sich die Amtsräume im nördlichen Flügel des neuen Amtsgerichtsgebäudes. Hersfeld. Die Abhaltung des Viehmarktes in Hersfeld am 15. d. Mts. wurde aus veterinärpolizeiGründen untersagt. Soziales. Ein Streik zweks Vrotlosmachung christlicher Arbeiter ist von den Sozialdemokraten im Danziger Polstererund Tapezierergewerbe am 1. März in Szene gesetzt worden. Ende Februar lief dortselbst der bisher gültige Tarifvertrag ab. Das Anerbieten der im Zentral- Verbande christlicher Holzarbeiter organisierten Polsterer und Tapezierer zu einem gemeinsamen Vorgehen wurde von den Sozialdemokraten gar nicht beantwortet, worauf die ersteren für sich einen Vertragsentwurf einreichten. Bei den Verhandlungen setzten die unduldsamen Genossen es durch, daß getrennt verhandelt wurde. Als zwischen den Arbeitgebern und Sozialdemokraten bereits eine Verständigung erzielt war, und erstere darauf bestanden, daß auch der christliche Verband als Vertragskontrahent zuzuziehen sei, warfen die Genossen das ganze Resultat der Verhandlungen über den Haufen und traten 1. März in den Ausstand; einzig und allein, um die Ausschaltung der christlichen Arbeiter gewaltsam durchzudrücken. Gelänge ihnen dieser brutale Gewaltakt, so würde das die Brotlosmachung sämtlicher Gehilfen im Danziger Polsterer- und Tapezierergewerbe bedeuten, die die Mitgliedschaft im sozialdemokratischen Verbande nicht mit ihrer Ueberzeugung vereinbaren können. Die„ Genossen" handeln hier wieder nach dem Motto: am Und willst du nicht werden rot, Hungern wir dich einfach tot! Dem frechen Uebermut des sozialdemokratischen Tapeziererverbandes werden die christlich- organisierten Tapezierer wirksam zu begegnen wissen. - Geschäftliches. Bei praktischen Landwirten begegnet man auch heute noch öfters der Ansicht, daß ThoDas= mehl zu Sommergerste nicht am Plaze sei, weil man früher glaubte, die Gerste habe zu geringes Wurzelvermögen und zu schnelle Entwickelung, um die Thomasmehlphosphorsäure gut auszunuzen. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß auch die Gerste das Thomasmehl vollkommen befriedigend auszunuzen vermag, selbst bei Anwendung desselben im Frühjahr. Literarisches. Kleidet sich eine Dame chik, so wird sie, selbst wenn sie nicht hübsch ist, immer noch eine weit hübschere ausstechen, die sich auf Toilette nicht versteht. Wie aber kleidet man sich billig und chik zugleich? Dieses Rätsel löst aufs einfachste das tonangebende Weltmodenblatt„ Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette. Abonnements auf dieselbe zu 1 Mark vierteljährlich nehmen sämtliche Buchhandlungen und Postanstalten entgegen. Gratisprobenummern bei ersteren und dem Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57. Schule und Leben. Die Schule soll die jungen Menschenkinder zum Eintritt ins Leben vorbe reiten, und doch, wenn die Zeit da ist, wie jetzt wieder, wo der Mensch hinaustreten soll in die Welt, beginnt erst die rechte Sorgeder Eltern. Wichtige Fingerzeige gibt in dieser Beziehung der hochinteressante Arer= tikel„ Schule und Leben", den die neueste, soeben schienene Nummer der über die ganze Erde verbreiteten Moden- und Familienzeitschrift Mode und Haus". Gratisprobenummern durch den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57. - -„ Die Oberitalienischen Seen und Mailand." Griebens Reiseführer. Bd. 15. 8. Auflage( Mt. 2.-) Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. Die Neubearbeitung wurde von Dr. Ed. Plazhoff- Lejeune besorgt, der als Kenner der Seen durch zahlreiche Reisen und langen Aufenthalt in der Gegend den Ruf der Kompetenz genießt. Eine neue Karte( Iseowiederum als der kundige und zuverläßige ReisebegleiSee) ist dem Buche beigegeben. Der Führer erscheint ter, als welchen ihn seine alten Freunde längst kennen. Deutscher Reichstag. gemeldet: Der Kronprinz und die Kronprinzessin besuchten am Mittwoch die Pyramiden und gestern die Bafare. Am Abend folgten sie nebst dem Gefolge einer Einladung des Oberbefehlshabers der englischen Truppen Marwell. Ein Zeppelin- Gedenkstein soll an jener Stelle, an der im vorigen Jahre das Passagierluftschiff Deutschland" im Teutoburger Walde strandete, errichtet werden. Er soll aus einem mächtigen Granitblock mit einer Bronzetafel und dem Relief des Grafen Zeppelin bestehen. Die Strandungsstelle selbst soll mit Waló bepflanzt werden. erfahrenheit weiblicher jugendlicher Personen ausgebeutet. Gewöhnliches Waffer werde dabet als heilkräftiges Waffer verkauft. Besprechen und Sympathie seten eine Art Zauberet. Der Aberglaube im Wolke set so groß, daß die Gesetzgebung eingreifen müsse, bis genügende Aufklärung verbrettet set. Alle mystischen Verfahren richten Schaden an. Der Regierungskommissar trug ein reichhaltiges Material vor aus 149 festgestellten Fällen. Krebsfranke wurden mit Magnetismus und Spiritismus behandelt gegen Honorare von zum Teil mehr als 3000 Mark. Leberkrebs und Rückenmarksdarre werden durch Handauflegen behandelt. Wenn Aerzte ein mystisches Verfahren, 3. B. gegen die Rose oder Warzen, empfohlen hätten, so sei das nicht zu billigen. Der Regierungsvertreter führte u. a. einen Fall an, wonach eine hochgestellte Persönlichkeit Kotpulver eines Bockes, der besonders ernährt werden müsse, als Mittel gegen Epilepsie empfohlen habe.(!) Ein Vertreter der Wirtschaftlichen Vereinigung erzählte, seine eigene Tochter set durch Behandlung eines Kurpfuschers aus Essen geheilt worden, nachdem sie vergeblich von Aerzten behandelt worden sei. Er lehnte die Vorlage und den Antrag ab. Etn konservativer Redner polemisierte gegen den Regierungsvertreter. Wenn die Wissenschaft bestreite, daß es keine magnetische Kraft gebe, so set damit noch nicht bewiesen, daß sie nicht bestehe. Es wurden verschiedene Vorschläge gemacht zur Abänderung der vorliegenden Anträge. Die Schlußabstimmung ergab dann die Ablehnung des Verbots des Magnetismus. Dagegen wurde das Verbot der gewerbsmäßigen Behandlung mittels Gesundbetens, Besprechens, Sympathie, Spiritismus und ähnlicher Verfahren" angenommen. Bel der Weiterberatung des Postetats famen am Donerstag die Redner der kleineren Parteien zum Wort: der Abg. Trzcinski, der bedauerte, daß die Postbeamten in den Ostmarken die polnische Sprache nicht verstehen, der Abg. Lattmann( w. Vg.) und Bruhn( Rfpt.), die zu den mannig= fachen Einzelfragen Stellung nahmen und Beamtenwinsche vertraten. Dann folgte eine sehr lange Rede des Abg. Zubeil( Soz.), in der er in der Hauptsache Beschwerden der Unterbeamten vorbrachte. Staatssekretär Kractke legte Verwahrung dagegen ein, daß die Unterbeamten den Abg. Zubeil als Vertreter ihrer Interessen gewählt haben. Er legte auch Verwahrung ein gegen die Uebertreibungen Zubeils. Dann warnte der Reichschazsekreär entschieden davor, durch die Annahme der auf Ausbesserung einzelner Beamtenfategorien gerichteten Resolutionen die ganze Besoldungsfrage wieder aufzurollen, damit die vereinbarten Etatsgrundsäße wieder aufzuheben, die Bundesstaaten, die schon jetzt kaum dem Vorgehen des Reiches folgen könnten, von neuem in eine üble Lage zu bringen und Befürch= tungen innerhalb der Bevölkerung wegen neuer Steuern zu erregen. Sehr interessant war die Feststellung des Staatssekretärs, daß die Linke jetzt die Finanzlage des Retches für so günstig erachtet, um mit neuen Forderungen auftreten zu können. Diese Ausführungen fanden eine Ergänzung durch den Freiherrn von Gamp( Reichspartei). Dieser ließ feinen Zweifel daran, daß die Reichspartet cs streng ablehnt, an den für die Zeit bis 1913 zum Zwecke der Beseitigung der finanziellen Mißwirtschaft getroffenen Vereinbarungen rütteln zu lassen. Bei den Besoldungsgesezen sei der Grundsatz aufgestellt, die Beamten besser zu bezahlen, ihre Zahl aber auch zu verringern und, wo angängig, ihre Leistungen zu steigern. Freiherr von Gamp tat dann dar, daß die Postverwaltung in der Annahme von Bewerbern eine falsche Politik getrieben hat, die jetzt üble Folgen für die Beamten selbst erkennen läßt, und ging dann auf Spezialthemata ein. Abg. Struve( f. Vp.) meinte, in den weiten Kreisen der Unterbeamten herrsche ernste Not. Gerade die Unterbeamten seien bei der Besoldungsaufbesserung und beim Wohnungsgeldzuschuß zu= meist sehr schlecht weggekommen. Die Assistenten bleiben zeitlebens Assistenten. Man sollte doch Beförderungsstellen einrichten, vielleicht als Betriebssekretäre. Staatssekretär Kraetke nahm sofort zu einer Entgegnung das Wort: Die Aeußerungen des Vorredners erinnern mich lebhaft an ge= wisse Artikel in der Fachpresse, in denen dasselbe gesagt worden ist. Solche Reden müssen verheßend wirken. Kann das Zufriedenheit erwecken, wenn Sie sortwährend behaup= ten, der Staatssekretär tue nichts für seine Beamten. Zu viel Beamte haben wir nicht. Der Verkehr geht über uns Hinweg und zwingt uns, neue Kräfte anzustellen. Der Staatssekretär wiederholte dann seine vorfährigen Erklärungen, daß sich das weibliche Personal für den Fernsprechdienst besonders eigne. Abg. Giesberts( 3tr.) beantragte eine Resolution zugunsten der älteren Post- und Oberpostassistenten. Ferner soll jeder Unterbeamte, ausgenommen die Landbriefträger, nach 10jähriger Dienstzeit etatsmäßig angestellt werden. Abg. Eickhoff( f. Vp.) wollte in die etatsmäßige Anstellung nach spätestens 10jähriger Dienstzeit auch die Telegraphenarbeiter einbeziehen. Staatssetretär Kraetke erhob Bedenken gegen die Fassung der Resolution Giesberts. Damit schloß die Aussprache. Das Ge-= halt des Staatssekretärs wurde bewilligt. Am Freitag soll der Rest des Postetats, erforderlichenfalls in einer Abendfizzung, erledigt werden. Auf Antrag Bassermann findet namentliche Abstimmung über die Zulagen für die Oberpostassistenten statt. Mystik im Reichstage. Rundschau vom Cage. Politisches. Für die unentgeltliche Lieferung der Lernmittel an die Schulkinder der Volksschulklassen hat die Stadt Mainz für das Jahr 1911 32 000 Mark vorgesehen. Fast sämtliche Schüler machen von dem Rechte des unentgeltlichen Bezugs der Lernmittel Gebrauch. Ein eigenartiger Unfall trug sich in einer Schürzenfabrik in Dresden zu. Ats ein Fräulein an einem hohen Regal auf der Leiter stand, lösten sich plötzlich die das Regal haltenden Haken aus der Wand, und das mit Leinwand bepackte Regal stürzte nach vorn um. Hierbei gerieten vier weibliche Angestellte unter die schwere Last und konnten erst mit Hilfe der Feuerwehr aus ihrer Lage befreit werden. Infolge Explosion einer umgefallenen Tischlampe wur de der neunjährige Knabe des Kaufmanns Kortun in Kiel lebensgefährlich, der sechsjährige Bruder leichter verbrannt. Die Großmutter der Kinder erlitt bet dem Versuch, die Kinder zu retten, schwere Brandwunden. Die Reise des Kaisers nach London anläßlich der Enthüllung des Denkmals der Königin Viktoria und der Be= such beim englischen König wird, wie dies der Anlaß bedingt, einen durchaus privaten Charakter tragen und dieser wird auch während des ganzen Aufenthaltes des Kaisers in London gewahrt bleiben. Die Wiener Meldung, daß der Reichskanzler und der Staatssekretär des Aeußeren den Kaiser nach London begleiten und es bei dieser Gelegenheit hinsichtlich einer Verständigung zwischen Deutschland und England zu wichtigen Besprechungen kommen wird, beruht. wie an amtlicher Stelle mitgeteilt wird, auf willkürlicher Erfindung. Brat& niftin ganze Seratri Tephon Di fer Bie fadena anbrud Busch e bas Sa hunder Abends Herr von üb gin" Ich len un Mart potal, velt; a Geschen Teil fe Schaftlid betrafer Then U De rischen diefer Geldien Bittle worden fle fich nüge ei folle di lung m der Bä Frau e der Te Teufel folgen, erworb Tod, ü die Bä Postam perlang für dies Teufel passiert verständ darmeri und der nigitens hergeber mit ihre entgegen Ein folgenschweres Lawinenunglüd wird aus Tiflis gemeldet. In einem Kupferbergwerk des Artwinbezirks verschüttete in vergangener Nacht eine Lawine ein zwetstöckiges steinernes Arbeiterhaus; neunzehn Personen wur den getötet, sechzehn schwer und siebzig Personen leicht verlept. Die Budgettommission des preußischen Abgeordneten hauses hat in ihrer letzten Sigung den ordentlichen Etat der Universitäten beraten. Zur Begründung einer Universität in Frankfurt a. M. nahm der Minister denselben zurückhaltenden Standpunkt ein wie zuvor, über eine Universität Hamburg sich zu äußern, lehnte er ab, da er nicht in die Autonomie des selbständigen Hamburger Staates eingreifen wolle. Vermischtes. Geheimnisse eines Berliner Spieltlubs. Der Konkurs der beiden Gardeoffiziere v. Pappenheim und Bülow, die sich am Spieltisch ruiniert haben, lenkt die Aufmerksam feit auf einen fürzlich in Berlin gegründeten Spielklub in der Königgräßer Straße. Das Bedenkliche an diesem Klub soll die Art und Weise sein, in der die Mitglieder und Gäste zum Spiel herangezogen werden. Hauptsäch lich junge Offiziere, Kaufmanns- und Fabrikantensöhne, deren Verwandte als kapitalkräftig bekannt sind, werden durch gewisse Damen und durch Schlepper in den Klub eingeführt. Besondere Formalitäten sind bei der Aufnahme in der„ Cercle" nicht nötig. Es genügt, daß der Betreffende seinen Namen angibt und eine Aufnahmegebühr von 20 Mark erlegt. Geht den Spielenden das Bargeld aus, so können sie unbar spielen. Es werden auf schnell ausgestellte Wechsel Summen bis zu 20 000 Mart Höhe vorgestreckt, mit denen die Opfer dann weiter spielen dürfen. Die Unternehmer sind jedoch so vorsichtig, niemals Spielschuldscheine, die ja bekanntlich nicht einklagbar sind, sondern dafür sichere Afzepte zu nehmen. Wenn dann, wie es häufig vorkommt, die Wechsel nicht eingelöst wer den, gibt der Klub die Papiere an Hintermänner weiter, und diese klagen dann gegen die Aussteller. Auf diese Art und Weise sind etwa 25 junge Leute, darunter sieben bis acht Offiziere ruiniert worden. Die elsaß- lothringische Verfassungskommission hat sich am Donnerstag auf Dienstag vertagt. Staatssekretär Delbrück führte aus, daß die Regierungen Elsaß- Lothringen drei Bundesratsstimmen mit gewissen Modifikationen zubilligen wollen unter der Voraussetzung, daß der Reichstag der Vorlage im übrigen in allen Punkten zustimmt, so wie sie von der Regierung eingebracht ist. Darauf be= antragte der nationalliberale Abgeordnete Bassermann Vertagung und es wurde beschlossen, die erste Lesung als beendet gelten zu lassen und in die zweite einzutreten mit dem Vorbehalt einer dritten Lesung. Die Kurpfuscherfommission des Reichstages verhandelte in ihrer leßten Sitzung über Gesundbeten, Besprechen und andere mystischen Dinge, hatte also einen höchst Interessanten, zuweilen sogar scherzhaften Tag. Denn schon gleich verlangte ein konservatives Mitglied entschieden, daß alle Mystik int Gesez ungekränkt bleiben müsse. Es gebe Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen lasse, und er wisse aus dreißigjähriger Erfahrung, wie das Besprechen helfe. So etwas verbieten zu wollen, sei ein bedenklicher Eingriff ins Privatleben. Die Sozialdemokratie widersprach und will in einem Zusazantrag alle diese Heilverfahren unter strenges Verbot stellen. Es sei eine Blasphemie, wenn einer erkläre, er sei ein Auserforener Gottes und könne durch Gebet heilen. Sie verlangte striktes Verbot. Der Vertre ter des Zentrums verwies demgegenüber darauf, wie schwer es sei, die Grenze zwischen Glauben und Aberglau= ben zu ziehen. Selbst in den kirchlichen Wallfahrtsorten trage sich manches zu, was auf dieser Grenzlinie liege, und es wäre ein Eingriff in die konfessionelle Freiheit, wenn man hier definieren wolle. Ein Regierungsvertreter führte aus: im mystischen Verfahren sei nichts, was einer ernsten wissenschaftlichen Prüfung standhalte. Die Gesunöbeter behaupteten, daß ste im Stande seien, durch Versenken in gewisse Gedanken den Irrwahn des Krankseins zu verscheuchen. Es bestehe eine Heilanstalt, in der junge Mädchen im Gesundbeten ausgebildet werden; es werde ein Buch barüber vertrieben und ein Abonnement auf eine Monats= schrift. Beim Heilmagnetismus werde namentlch die Un12) Das Familiengeheimnis. Roman von L. Walter. ( Nachdruck verboten.) Von der mexikanischen Grenze tommen einander widersprechende Meldungen. Nach einer Meldung der„ Frff. Zeitung" aus Neuyork wird über New Orleans der Tod des Präsidenten Diaz gemeldet. Die Stadt Mexiko ist telegraphisch nicht mehr erreichbar. Der mexikanische Botschafter in Washington hat dagegen noch gestern versichert, Präsident Diaz sei wohlauf. Die amerikanische Mobilisation geht schnell von statten. Die reguläre Armee verzeichnet Mangel an Offizieren, weswegen die Milizoffiziere aufgefordert werden, sich bereit zu halten. Die gestrigen Neuyorker Morgenblätter haben den Eindruck, daß die Befürchtung auswärtiger Verwickelungen weniger maßgebend war für die plötzliche Mobilisation als vertrauliche Berichte über Diaz' Zustand und das im Falle seines Todes zu befürchtende Chaos. Die wirklichen Zustände in Mexiko seien der Außenwelt völlig unbekannt. Er umschlang mit dem Arme den Baum, als ob er fich vor dem Niedersinken wahren wollte oder heftige Schmerzen empfände. Kleine Nachrichten. Ein Zementstein im Leib. Eine eigenartige Krantheit ist einem Arbeiter in Mainz- Mombach durch Böswilligkeit eines Mitarbeiters entstanden. Als die Arbeiter in der Bauhütte frühstückten, warf einer im Uebermut dem Genannten eine Prise 3ement heimlich in den Kaffee. Der Arbeiter trant den 3ementbrei ahnungslos hinunter; bald darauf wurde ihm übel, so daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der Arzt konstatierte eine Verstopfung des Darmes infolge der Zusammenballung des Zements. Am gestrigen Sterbetage Kaiser Wilhelm I. war das Mausoleum in Charlottenburg das Ziel vieler Verehrer des dahingegangenen Monarchen. Schon in früher Morgenstunde traf ein Kranz der Tochter des verstorbenen Kaisers, der Großherzogin Lutse von Baden, ein. Zahl= reiche Regimenter, deren Chef der Kaiser war, überbrachten Blumenarrangements. ,, Was kann ich für Sie tun, lieber Herr?" ,, Nehmen Sie dieses Taschenbuch... es enthält meine wichtigsten Papiere, die niemanden in die Hände fallen dürfen, wenn mich dort in der Stadt ein jäher Tod heimJucht. Auf einer Karte finden Sie meine Adresse Kehre ich morgen nicht zurück, um mein Eigentum zu hoJen... dann senden Sie es ab unter der Adresse, die Sie vorfinden werden. Vielleicht habe ich Ihnen meinen Jetzten Willen mitgeteilt Nehmen Sie doch, liebe Frau Im Namen Gottes beschwöre ich Sie, leisten Sie mir diesen wichtigen Dienst... Bleibe ich am Leben, werde ich Ihnen dankbar sein!" Vom Aufenthalt des Kronprinzenpaares in Kairo wird Amerikanisches Duell eines Siebzehnjährigen. In Graz wurde der siebzehnjährige Zahntechnikerlehrling Wilhelm Waltl als Leiche aufgefunden. Neben der Leiche lag eine Browningpistole. In der Brieftasche des Jungen wurde die Photographie eines Mädchens und ein Blatt gefunden, auf dem geschrieben stand:„ Habe mir am 7. III. das Leben genommen. Der Grund ist meine Sache." Wie das ,, N. W. Tageblatt" erfährt, haben die von der Gerichtskommission gepflogenen Erhebungen mit ziemlicher Sicherheit festgestellt, daß Waltl das Opfer eines ameritanischen Duells geworden ist, das er mit einem seiner Freunde wegen eines Mädchens vereinbart hatte. In Verfolgung der Angelegenheit hat die Staatsanwaltschaft einen Freund Waltls in Haft genommen. Auguste bat den Himmel um Schutz für den Geliebten und im festen Vertrauen auf Gott, der der Menschen Schicksale nach seiner unerforschlichen Weisheit leitet, überließ Sie sich der sanften Gewalt des Schlafes. Frau Bauer hatte das Eigentum des Fremden bei ihren Wertsachen verborgen, ohne es zu prüfen; sie wollte genau der erhaltenen Anweisung Folge leisten. Ein Wagen rollte rasch über das Pflaster der ruhigen Straße. In dem Augenblick, als die Glocken die ersten Morgenstunden verkündeten, hielt dieser Wagen vor einem stattlichen Hause, das an einem der großen Plätze der Stadt lag. Reiche Leute mußten hier wohnen, denn alle Häuser waren palastartig gebaut. Man erblickte in den breiten Facaden hohe Fenster und Balkons, die, von Marquisen bedeckt, mit Zierpflanzen und erotischen Gewächsen ge= schmückt waren. Der Fremde schwankte der Stadt zu. Frau Bauer stand bestürzt neben dem Baum; ste hielt das Taschenbuch in der Hand. Zurückgeben fonnte sie es nicht mehr, es blieb ihr demnach nichts übrig, als den Willen des Mannes, den ohne Zweifel die triftigsten Gründe leiteten, zu erfüllen. Die Witwe handelte stets gewissenhaft in fleinen wie in großen Angelegenheiten des Lebens; sie nahm sich por, auch jetzt so zu verfahren, wie die Pflicht es ihr vorchrieb. Es war ja möglich selbst wahrscheinlich, daß der Fremde zurückkehren und sein Eigentum abholen würde. Da die Witwe vor ihrer Tochter kein Geheimnis hatte, tellte sie ihr den seltsamen Vorgang mit. Auguste war ganz der Meinung der Mutter: man mußte die unabweisiche Pflicht erfüllen, die die Vorsehung den Bewohnerinnen bes einsamen Hauses auferlegt hatte. Beide blieben heute länger in dem traulichen Stübchen als sonst, denn sie hatten viel ernste Dinge zu besprechen und Pläne für die Zufunft festzustellen. Spät begaben sie sich zur Nachtruhe. Massenerkrankung überbürdeter Telephonistinnen. Wahre Schreckensszenen ereigneten sich in der Wiener Telephonzentrale II durch eine furchtbare Ueberbürdung der Staatstelephonistinnen. Um 9 Uhr vormittags wurde eine Telephonistin infolge von Ueberarbeitung von Herzfrämpfen befallen und mußte nach dem Krankenzimmer gebracht werden. Dort ließ man sie liegen, ohne einen Ein Mann verließ den Wagen und zog die Glocke an der großen Haustür. Man mochte auf das Zeichen gewartet haben, denn gleich darauf öffnete ein Diener die Tür. ,, Herr Doktor," rief er ,,, mein Herr lebt in einer wahren Todesangst." Wer ist frank?" fragte ruhig der Arzt, ein Mann, der lange schon die schweren Pflichten seines Standes erfüllte. Madame Junker." Führen Sie mich zu der Kranken." ,, Gott im Himmel! Wenn Sie nur nicht zu spät kommen! Meine Cäcilie ist plötzlich erkrankt." ,, Wann?" " " Echon vor einer Stunde. Ich sandte sofort den Diener ab." Warum sind Sie zurückgekommen und nicht in dem Badeort geblieben?" Der Diener sprang die Treppen hinan, der Doktor folgte. Auf dem Korridor des ersten Stockes trat ihm ein Mann entgegen, der klagend in die Worte ausbrach: ,, Helfen Sie, retten Sie, Herr Doktor!" " Fassen Sie sich, Herr Junker." 46 „ Ich will Ihnen später Auskunft geben; jetzt retten Sie, wenn es möglich ist." Während dieses furzen Gesprächs hatten beide Män ner ein elegantes Zimmer betreten, das durch eine große Lampe hell beleuchtet ward. Die Glastüre, die zu dem Balkon führte, war halb geöffnet. Hier hatte Junker, ein Mann von faum dreißig Jahren, in unbeschreiblicher Seelenpein auf die Ankunft des Arztes gewartet, der für seine Ungeduld zu lange, viel zu lange ausblieb. Wo befindet sich die Kranke?" Junker öffnete leise und vorsichtig die Tür eines Nea benzimmers. " Sie bleiben so lange. Weil meine Tätigkeit ungewöhnlich in Anspruch ge= nommen wird." د" gene Bett. Der Arzt trat an das mit seidenen Gardinen behans Der reizende Kopf einer jungen Frau lag in den schneeweißen Kissen. Ihre feinen Wangen waren bleich und ihre großen Augen glänzten. ein Ver miert h ,, Gott zum Gruße, Madame Junker." „ Cäcilie," rief der Gatte, wie fühlst Du Dich?" Stören Sie mich jetzt nicht, mein lieber Freund! Wenn ich Hilfe bringen soll, müssen Sie der Kranken und mir Ruhe gönnen." Nachdem der Arzt freundlich den ängstlichen Gemahl Lift nicht n Grade nicht m und er er stellt regungs Aehnlich amerika Seite, w gar nic Stellung Stellung troffen, Ei ausic lo fizzen, Augen Diefer B worden. viele Vi nahes G Strede in das Wohngemach geführt, trat er zu dem Bette zurüc und ergriff die Hand der Kranken. Cäcilie beantwor tete alle an sie gerichtete Fragen mit flarer Stimme. ,, Doktor," fügte sie ganz leise hinzu ,,, werde ich denn sterben müssen?" " Sprechen Sie doch nicht von Sterben!" ( Fortsetzung folgt.) in die S vorberei dhen auf unsicher den Bau bekannt Wafferti fisch in fieht, ve wird da nun bli Höhe, v thm mit fisch ist er mit auf, in entzieh macht e er die i finstert alle Au ihm he diese Li gen fie Heberha wöhnlich oft, aber Der feit furs Gerichts unteriteh ders für ftitution verfahren richte ist in Tätig tehens ic Art der Hir euro felt diefe Hvor f grift Eine Re Reife na balt von frühitic to fich fonde zum Leif ders bill Higit bill talche das noch ihre lek den gens. 17 bem Mu einem Meg Fro n befuchten afare. 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Herr Busch hat seinen Angestellten Geschenke im Werte von über zwei Millionen Mart gemacht. Seiner ,, Königin" schenkte der Bierkönig ein goldenes Diadem mit Perlen und Diamanten besetzt, das einer Wert von 800 000 Mart besitzt. Kaiser Wilhelm schenkte ihm einen Goldpotal, ebenso Präsident Taft und der Erpräsident Roosevelt; außerdem sandten viele reiche Amerikaner fostbare Geschenke. Adolphus Busch hat einen nicht unerheblichen Teil seines Vermögens menschenfreundlichen und wissenschaftlichen Zweden zugewendet. Seine letzten Stiftungen betrafen die germanistischen Lehranstalten an amerikanischen Universitäten. den Zug nach Lincoln. Das Munizipalgericht von Chicago hat im vergangenen Geschäftsjahr nicht weniger als 130 000 Urteile gefällt. Daß die Rechtspflege unter diesem Schnellbetriebe nicht leidet, beweist die statistische Tatsache, daß von der höheren Instanz ein ungleich fleinerer Prozentsatz von Urteilen aufgehoben wurde, als von den der anderen gewöhnlichen Gerichtshöfe. Mit der großen Zeitersparnis gehen aber auch gewaltige Ersparnisse an Kosten und Geld Hand in Hand; in der Tat betrugen diese Verminderungen der Gerichtskosten im vergangenen Jahre rund 160 000 M. Wie wir alt und grau werden. Die bekannte Tatsache, daß sich vom Augenblick der Geburt bis zum Eintritt des Todes ununterbrochen Veränderungen im Körper vollziehen, hat zu dem paradoxen Schlagwort Veranlassung gegeben, daß wir eigentlich am Leben sterben. Der Augenblick, in dem der Mensch den Zenith seines Lebens erreicht, wird niemals mit Sicherheit festzustellen sein. Wir sehen nur einige äußerlich besonders auffallende Erscheinungen des„ Aelterwerdens" und des Alterns", die begrifflich wohl von einander zu unterscheiden sind, das Welten der Haut, die ersten verräterischen Fältchen an den Mundwinkeln und Augen schöner Frauen, die ersten Vorboten der nahenden Adernverkalkung, das Matterwerden des Blids und die Farbenperänderung der Haare. Professor Pfitzner in Straßburg, der die beiden lettgenannten Symptomtomplexe mehrjährigen genauen Untersuchungen unterzogen hat, stellt die be merlenswerte Tatsache fest, daß diese Umwandlungen nicht etwa erst beginnen, wenn die Höhenpfade des Daseins sich den Niederungen zuzuwenden anfangen, sondern sich schon weit früher vorbereiten und überhaupt in weit größerem Umfange stattfinden, als man bisher glaubte. Er kommt zu der Feststellung, daß die Umwandlung von blondem Haar in brünettes sich bei 70 von Hundert aller Mitteleuropäer vollzieht, und erst mit dem 40. Jahre gänzlich abgeschlossen, und daß bei den in der frühen Jugend blon= den Frauen das Nachdunkeln von blond in braun um mehr als die Hälfte häufiger ist als bei Personen männlichen Geschlechts. Blonde Haare besigen aber dafür gegenüber braunen und schwarzen den Vorzug, weit länger als jene, nämlich vom 40. bis zum 60. Lebensjahre, in der Farbe fast tenstant zu bleiben, so daß der blonde Menschentypus sich länger den Anschein der Jugendlichkeit erhält, während braune und schwarze Haare überhaupt keine Stillstandsperiode kennen, sondern aus dem Zustande des tiefsten Farbentons fast unmittelbar in das Stadium des Ausbleichens übergehen. Hinsichtlich des Ergrauens besteht zwischen beiden Geschlechtern der auffallende Unterschied, daß Männer durchschnittlich schon vom 46. Lebensjahre an sichtlich zu ergrauen beginnen, während dies bei Frauen erst um das 51. Lebensjahr( also 5 Jahre später) der Fall ist. Was die Farbenveränderung in der Regenbogenhaut des Auges betrifft, so nimmt Blau bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sehr stark, dann langsamer ab, und wird erst mit dem 20. Lebensjahre beständig, während Blaugrau schon mit dem 2. Lebensjahre konstant wird. Die braune Augenfarbe nimmt sogar bis zum 30. Lebensjahre ab. Ueber die Farbenveränderungen an schwarzen Augen läßt sich nichts sagen, weil eine absolut schwarze Regenbogenhaut bei Mitteleuropäern überhaupt nicht vorkommt. Das häufig beobachtete vorübergehende Ergrauen der Haare mit darauffolgender Rückkehr zu der früheren Haarfarbe ist durchweg eine Folgeerscheinung er schöpfender organischer Erkrankungen und schwerer nervöser Störungen. Der Teufel und sein Bruder. Wir lesen in der„ Bayrischen Landes- 3tg.": Eine Bäuerin in Wagsellye erhielt dieser Tage von ihrem in Amerika lebenden Gatten eine Geldsendung von 5000 Kronen, die beim Postamt in GroßBittse hinterlegt wurde. Da der Bäuerin aufgetragen worden war, zwei Jdentitätszeugen beizubringen, wendete sie sich an den Ortsrichter, der ihr jedoch erklärte, es genüge eine von ihm ausgestellte amtliche Bestätigung, nur solle die Frau niemandem von der Geldsendung Mittellung machen. Um Mitternacht wurde es dann im Hause der Bäuerin lebendig und vor der zu Tode erschrockenen Frau erschienen zwei gespenstische Gestalten, die sich als der Teufel und sein Bruder, der Tod, vorstellten. Der Teufel ließ die Frau schwören, ihm die 5000 Kr. auszu folgen, die ihr Mann ohnedies auf unrechtmäßige Weise erworben habe, widrigenfalls er sie seinem Bruder, dem Tod, überliefern werde. Am nächsten Tage erschien dann die Bäuerin mit der Bescheinigung des Ortsrichters beim Postamte. Als man von ihr neuerdings Jdentitätszeugen verlangte, erklärte sie, sie werde nicht auch noch das Geld für diese Zeugen bezahlen, da die Summe ohnedies dem Teufel gehöre, und erzählte weiter, was ihr in der Nacht passiert war. Der Postbeamte zahlte ihr das Geld aus, verständigte jedoch gleichzeitig ohne ihr Wissen die Gendarmerie. In der Nacht erschien abermals der Teufel und der Tod bei der Bäuerin, die vergebens bat, ihr wenigstens 500 Kr. zu belassen. Sie mußte das ganze Geld hergeben. Als jedoch die beiden unheimlichen Besucher mit ihrer Beute abziehen wollten, traten ihnen Gendarmen entgegen, die alsbald feststellten, daß der Ortsrichter und ein Verwandter von ihm sich als Teufel und Tod kostümiert hatten. Beide wurden verhaftet. Listige Tiere. Ein Talent zum Schauspielern scheint nicht nur dem Menschen, sondern auch dem Tiere im hohen Grade eigen zu sein. Wenn beispielsweise der Waschbär nicht mehr entfliehen kann, so wirft er sich rasch zu Boden und erwartet regungslos den herankommenden Jäger er stellt sich tot. Mag ihn dieser stoßen oder treten, er bleibt regungslos Itegen und erträgt die größten Schmerzen. Aehnlich, aber noch viel raffinierter, macht es die nordamerikanische Beutelratte. Auch sie legt sich wie tot auf die Seite, wird sie aber zu plößlich überrascht, so versucht sie es gar nicht, sich umzulegen, sondern bleibt ruhig bn der Stellung, in der man sie überrascht und simuliert in dieser Stellung den Tod. Eine Beutelratte wurde einmal ange= troffen, wie sie in einem Hühnerstall aufrecht dasaß und ein Ei ausschlürfte, das sie zwischen den Pfoten hielt. Sie blieb so fizzen, ließ auch nicht einmal das Et fallen, schloß nur die Augen und stellte sich, als wäre ste in diefer Lage und bei öteser Beschäftigung von einem plöblichen Tode betroffen worden. Sehr oft hat man die Beobachtung gemacht, daß viele Vögel, wenn sie sich verfolgt sehen, plöblich in ein nahes Gebüsch fliegen, darin mit rapider Schnelligkeit eine Strecke wett forteilen und dann mit einem Male blitzschnell in die Höhe schießen. Natürlich ist der Jäger darauf nicht vorbereitet und der Vogel für ihn verloren. Daß Kanimchen auf der Flucht im Zickzack laufen, um den Verfolger unsicher zu machen, daß Eichhörnchen immer bemüht sind, den Baum zwischen sich und den Schüßen zu bringen, dürfte bekannt sein. Sehr interessant sind die Mittel, welche die Wassertiere auf der Flucht anwenden. Wenn sich der Igelfisch in der Tiefe des Meeres überfallen und angegriffen sieht, vergrößert er augenblicklich seine Körperoberfläche, wird dadurch spezifisch leichter als das Wasser und schießt nun blitzschnell aus der Mitte der Angreifer heraus in die Höhe, vom Wasser emporgerissen. Die Verfolger können es thm mit derselben Schnelligkeit nicht nachtun und der Igelfisch ist gerettet. Wenn der Alligator verfolgt wird, wühlt er mit den Füßen und dem Riesenschwanze den Schlamm auf, in dem er sich befindet, trübt dadurch das Wasser und entzieht sich so dem Blicke der Verfolger. Ganz ähnlich macht es der Tintenfisch. Im Augenblick der Gefahr spritt er die ihm eigentümliche tintenähnliche Flüssigkeit aus, verfinstert dadurch den Ort, an dem er ist, benimmt dem Feinde alle Aussicht und entfernt sich unter dem Schuße der von ihm hervorgebrachten Finsternis. Meistenteils gelingen diese Listen und die Tiere retten sich durch die Flucht; schlagen sie fehl, dann erst wenden sie sich zur Verteidigung. Ueberhaupt ist die Flucht auch bei den größeren Tieren ge= wöhnlich der erste Versuch und nicht der letzte, wte man so oft, aber mit Unrecht, angenommen hat. Der Bligrichter. In den Vereinigten Staaten hat man seit kurzem Versuche mit der Errichtung von besonderen Gerichtshöfen unternommen, die den städtischen Behörden unterstehen und von Richtern verwaltet werden, die beson= ders für diese Gerichte ernannt sind. Der Zweck der Institution ist die Abkürzung des meist umständlichen Prozeßverfahrens. Das erste dieser sogenannten Munizipalge= richte ist mit Genehmigung des Supreme Court in Chicago in Tätigkeit getreten und hat in der kurzen Zeit seines Bestehens so über Erwarten günstige Erfolge erzielt, daß diese Art der Rechtsprechung erweitert werden soll. Mit welcher für europäische Justizverhältnisse märchenhafter Schnelligkeit diese Gerichte ihres Amtes walten, zeigt ein Fall, der fich vor kurzem in Chicago ereignete und über den die Zeitschrift Tribunal" interessante Einzelheiten veröffentlicht. Eine Neuyorker Dame, Frau Liltam Wyeth, hatte auf der Reise nach Lincoln in Nebraska in Chicago einen Aufenthalt von mehreren Stunden. Während sie im Wartesaal frühstückte, wurde ihr der Handkoffer gestohlen. Ohne sich fich sonderlich aufzuregen, fuhr die praktische Amerikanerin zum Leihamt, um hter, wo man unter Umständen besonders billig kauft, für die verlorenen Toiletteartikel möglichst billig provisorischen Ersatz zu erwerben. Während sie noch ihre Auswahl traf, betrat der Dieb mit der Handtasche das Leihamt, um seine Beute zu versetzen. Die Dame Iteß den Gesellen sofort verhaften. Es war 10 Uhr morgens. Um 11 Uhr begann bereits die Verhandlung vor bem Munizipalgericht, um 12 Uhr war der Miffetäter zu einem Jahr Gefängnis veruteilt und um halb i Uhr beftteg Frau Wyeth mit ihrer zurückgewonnenen Reisetasche Drabtnachrichten und neuestes. Eine Besteuerung der Zündholzersatzmittel. Berlin, 10. März. Wie der Börsen- Courier aus angeblich unterrichteten Kreisen hört, ist der Plan einer Besteuerung der Zündholzerfazmittel bereits soweit ge= diehen, daß ein diesbezüglicher Gesetzentwurf in etwa 10 Tagen dem Reichstage zugehen wird. Staatliche Kontrolle über das Waffentragen. Cöln, 10. März. Jm Reichstage wird dieser Tage ein Antrag eingebracht werden, der für den Verkauf von Waffen aller Art und für das Tragen von Waffen eine staatliche Kontrolle verlangt. Dieser Antrag ist von sämtlichen Parteien des Reichstages unterstützt worden. Streitausschreitungen. Dortmund, 10. März. Aus Anlaß des Streifes auf der Zinkhütte kam es in den letzten Tagen wiederholt zu Ausschreitungen. Gestern wurden Arbeitswillige, die unter polizeilicher Bedeckung zur Fabrit gehen wollten, beschimpft. Die Polizei ging gegen die Menge vor, aus der mit Pflastersteinen geworfen wurde, und nahm sieben Verhaftungen vor. Eine Niederlage der mexikanischen Revolutionäre. Mexiko, 10. März. Ein Telegramm der Mormonenkolonie Dublin in Mexiko berichtet über das Gefecht bei Sasagrande, daß die Bundestruppen über die Insurgenten einen großen Sieg davongetragen haben. Die Bundestruppen verloren 100, die Insurgenten 200 Mann. Neuŋort, 10. März. Nach einer Meldung aus Washington ist die Regierung jeden Augenblick auf eine to, gefaßt. Die merikanische Regierung hält das Gros Revolution in ganz Merito, besonders in der Stadt Merider Truppen in und nahe der Stadt Mexiko zusammen. Türkisch- griechischer Grenzzwischenfall. Athen, 10. März. Bei Develi wurde gestern ein griechischer Soldat von türkischen Soldaten überfallen. Es fam infolgedessen zu einem zusammenstoß zwischen Grieen und Türken, bei dem ein türkischer Soldat getötet wurde. Großer Juwelendiebstahl im Kanzlerpalais. Berlin, 10. März. Jm Reichskanzlerpalais in der Wilhelmstraße wurde ein großer Juwelendiebstahl verübt. Man ist dem Diebe auf der Spur. Selbstmord im Gefängnis. Berlin, 10. März. Der kürzlich wegen betrügerischen Bankerotts zu 1½ Jahren Gefängnis verurteilte Kaufmann Herms in Potsdam, der wegen Haftunfähigkeit vorläufig auf freiem Fuß belassen worden war, hatte für gestern abend einen Fluchtversuch geplant. Er hatte sich Ausweispapiere verschafft, um nach Amerika zu entfliehen. Diese Vorbereitungen tamen aber zur Kenntnis der Polizei, die daraufhin einen neuen Haftbefehl gegen Herms erwirkte. Um drei Uhr nachmittags wurde dieser in seiner Wohnung von neuem verhaftet und ins Potsdamer Untersuchungsgefängnis gebracht. Kurze Zeit nach seiner Einlieferung ins Gefängnis hörten die Gefängniswärter gellende Hilferufe aus seiner Zelle. Sie fanden Herms blutüberströmt am Boden liegen. Er hatte sich die Kehle durchschnitten und die Vulsadern geöffnet und noch mehrere Stiche in die Herzgegend beigebracht. Er wurde in bewußtlosem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Schwerer Unfall auf einer Hamburger Werft. Hamburg, 10. März. Beim Montieren eines gro Ben Krans auf der Vulkanwerft verunglüdten vier Arbeiter dadurch, daß ein ihnen entgleitender 300 Kilo schwerer Eisenträger das Gerüst durchschlug und in die Tiefe stürzte. Ein Arbeiter wurde sofort getötet, drei an dere sind schwer verletzt. Mord wegen verschmähter Liebe. Eisenach. 10. März. Heute früh 8 Uhr erschoß in der Clemensstraße der Fleischer Josef Meter seine frühere Geliebte, das Dienstmädchen Marte Heller. Das Mädchen war sofort tot. Der Mörder flüchtete und konnte bisher nicht festgenommen werden. Der Grund der Tat ist in verschmähter Liebe zu suchen. Standalöse Vorgänge in der Kopenhagener Gesellschaft. Kopenhagen, 10. März. Aufsehen erregt die Verhaftung einer Reihe den ersten Gesellschaftskreisen angehö render Persönlichkeiten, die sich schwerer Sittlichkeitsvers brechen schuldig gemacht haben sollen. Ein ganzer Jahrmarkt in Flammen. Lissabon, 10: März. In dem benachbarten Ort Albrantes geriet während des Jahrmarktes in einem Kinematographentheater ein Film in Brand. Kurz da. rauf stand das ganze Gebäude in Flammen. Eine ent setzliche Panit brach aus. Der Wind trieb die Flammen gegen drei benachbarte Schaubuden, die alsbald Feuer fingen. In wenigen Minuten war der ganze Jahrmarkt ein einziges Feuermeer. Militär half der Feuerwehr bei Der Rettung vieler Personen. Die Zahl der Verwundeten ist überaus groß. Die Vermehrung der englischen Schlachtflotte. London, 10. März. Das neue Flottenbauprogramm sieht außer fünf großen Panzerschiffen vor: drek geschützte Kreuzer und einen ungeschützten Kreuzer, 20 Torpedobootszerstörer, sechs Unterseeboote, zwei Kanonenbootszerstörer, ein Werkstättenschiff und ein Hospitalschiff. Revolution in Nikaragua. Buenos Aires, 10. März. Wie die Blätter melden, breitet sich die revolutionäre Bewegung in Nikaragua aus. Die Revolutionäre haben sich einiger Dörfer bemächtigt, in einem verlustreichen Gefecht wurden sie jedoch von den Regierungstruppen geschlagen. Gewaltige Pulverexplosion. Neunort, 10. März. Nach einem Telegramm aus Pleasant Praerio in Wisconsin sind fünf Magazine, die 18 000 Tonnen Pulver enthielten, in die Luft geflogen. Eine große Zahl Häuser sollen zerstört sein. Die Explosion wurde in einem Umkreise von 100 Meilen wahrgenommen. In den Theatern von Chicago und anderen Orten entstand unter dem Publikum großer Schrecken, da sich zunächst niemand die Ursache der Explosion erklären tonnte. Eine Person ist getötet, 350 sind verletzt, darunter viele schwer. Bandel und Verkehr. Frankfurt, 9. März. Viehmarktpreise vom 9. März. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, feinste Mast ( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) M 00-00, 6) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugkälber ( Lebendgewicht) M 56-60,( Schlachtgewicht) M 93-100, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber( Lebendgewicht) M 52-55,( Schlachtgewicht) M 88-93, d) geringere Saugfälber( Lebendgewicht) M 46-50,( Schlachtgewicht) 78 bis 85 Mark. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 40-42, 6) ältere Masthämmel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe( Lebendgewicht) M( Schlachtgewicht) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-52,( Schlachtgewicht) 62-66, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47--50,( Schlachtgewicht) 61-65, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogramm Lebendgewicht( Le= bendgewicht) M 48-52,( Schlachtgewicht) M 62-66, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-50,( Schlachtgewicht) M 60-62. Berliner Getreide und Schlachtviehmarktbericht. Die allgemeine Lage am Getreidemarkt hat während der am 8. März beendeten Berichtswoche eine Aenderung kaum erfahren. Argentinien, Australien und Indien haben offenbar viel Weizen zu verkaufen und bieten auch reich lich an, während Rußland zurückhaltender ist, da in diesem Lande wegen schlechter Beschaffenheit der Wege die Zufuhr zu den Häfen erschwert ist. In Berlin folgte man willig der vom Auslande kommenden Anregung trotz der überall bestehenden guten Erntehoffnungen. Wahrscheinlich ist hierin die Wirkung der in diesem Erntejahr sehr bedeutend gewesenen deutschen Ausfuhr an Brotgetreide zu sehen. Roggen gelangt auch jetzt noch in größeren Mengen zur Ausfuhr, dagegen wird Weizen nur noch wenig ausgeführt. Die Weizenpreise haben etwa 2 M, die Roggenpreise etwa 1½ M angezogen. Hafer war gleichfalls fest, offenbar macht sich für diesen Artikel der Einfluß der geringen inländischen Ernte geltend. Am Berliner Markte haben die Proviantämter größere Mengen gekauft. In Mais hat sich wenig geändert. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 202,50 Mart, Noggen 157,50 Mark., Hafer 157,75, Mais 133,75 M. Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, ungejocht 74-79 M. 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 69-75 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 66-70 M, d) gering genährte jeden Alters- bis M. 2. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 72-78 M, 6) vollfleischige jüngere 70-75 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64 bis 74 M, d) gering genährte M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis M, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt, 63-70 M, c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 58-64 M, 5) mäßig genährte Kühe und Färsen 54-62 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 56 M, f) gering genährtes Jungvieh( Fresser) 60-72 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 111-133 M, 6) feinste Mastfälber 100-107 M, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber 92 bis 100 M, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 88-95 M, 5. Schafe: a) Maste) geringere Saugkälber 65-82 M. lämmer und jüngere Masthammel 74-80 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 66-72 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Merzschafe) 60-70 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht bis M, b) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2½ 3entner Lebendgewicht 56-58 M, c) vollfleischige der feineren Rafsen und deren Kreuzungen bis 2½ Zentner Lebendgewicht 52-57 M, 6) fleischige Schweine 50-52 M, e) gering entwickelte Schweine bis M, f) Sauen 52-53 M. - - Arbeitsvergebung. Auf Grund des Ministerialer lasses vom 16. Juni 1893 werden folgende Arbeiten für den Neubau eines Kleinviehstalles mit Wagenhallen, sowie für Herstellung einer Einfriedigung für die veterinär- medizinischen Institute zu Gießen öffentlich ausgeschrieben: Los I. Erd- und Maurerarbeiten. Mobl. Zimmer Sitzung des Wahlausschusses in Gießen für ca. 6 Woch. gesucht. Pretslage nicht über Mr. 25.9 cbm Erdaushub. 194 cbm Bruch- u. 18 cbm mit Raffe und pro Monat Off- für Backsteinmauerwerf etc. Los II. Steinhauerarbeiten.( Lungstein) ten mit näheren Angaben unter R. R, 2000 an die Geschäftsfür die Kanditatur Dr. Werner in Giessen stelle der, Gieß Zeitung", Selter8- im .9 cbm Stellsockel, Fensterbänke, Türschwellen, Ab weg 83. deckplatten etc. Los III. Zimmerarbeiten. Junger strebs. Mann 17,50 cbm Tannenholz zu liefern, 800 Ifdm. Holz m. guten Zeugn u. Referenzen w. abzubinden, Gesimse, Einfireisböden etc. 208 IV. Dachdeckerarbeiten. 185 qm Dachflächen zu schiefern etc. Los V. Zimmer- bezw. Schreinerarbeiten. 156 Ifdm. Holzzaun, 1 zweiflügel. Tor etc. Los VI. Vergrößerung des Vorführhofes 696 qm Schlackengeſtücke etc. Die Verdingungsunterlagen liegen anf unserem Amta, Stephanstraße 18, zur Einsicht auf u. fönnen von dort, soweit der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Angebote mit genauer Aufschrift find bis zum Eröffnungstermin, Samstag, den 25. März, vorm. 11 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 10. März 1911. Großh. Hochbauamt. J. V. Heyer. Geseßliche hier dauernde Etellung als Koutortit oder Lagerist. Gefl. Off. erb.sub. R, S. 1888 an d. Exp. d. Bl. Fst Delikatess- Ko kkäse Mark: Botosa Eisenbahnhotel morgen Sonntag nachmittag 3 Uhr. Alle Mitglieder des Wahlausschusses sind hierdurch eingeladen. Besondere briefliche Einladungen erfolgen diesmal wegen der Kürze der Zeit nicht. + hergestellt aus dem seinſten Kluge Frauen Rohmaterial, wie Butter, Eieru. Sahne, ärztlich empfohlen in Dosen à 1 Bfb. empfiehlt Oskar Wettstein Nachs. Telef. 128. Wehlar Telef. 128. Auftelliges, propperes Mädchen für Küche u. Handarb. für bess finder 1. Haushalt p. 20. März ges. Verlangen Sie Prosp. gratis. Frau Palm, Wiesbaden, Karlstr. 17, Hygien Versandhaus. 50 Mr. Wochenlohu oder hohe Prov. für jedermann mit gering. Mühe, ohne Risiko, Haupt od. N. benverdienst durch Vertrieb m.erstklass. AluminiumNeuheiten, Schilder, HaushaltArtikel u. neuer Patentartikel. Näheres gratis. Oscar Pötter8. Düsseldorf 98. Frau Jug. Kohrs, Offenbach a. M. 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