-k n ert eins e des ktor. tner ert arten Mk. 050 hfolger) sowie er zu haben, im biefigen rt: Nugfnüppel, el, 76 m. am Rubberg. 1911. Linden. stadt en chmiede nanlage nblätter Aüsnützung Afew. Lehrling ergütung gefud Zeitung Selter& ipeg& mittelt reell Fra Wiesbaden bstrasse 551 g liegt ein Pre Corgau ad überall besten pinteleinstellung uchepumpen en möchten." me che en. Ocht chl. mlen famil. in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amil. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- Erscheint ausgabestellen vierteljährlich) 1,20 f. jeden Werktag früh.- Die humoristischen Blätter" Redaktion: hegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangrer Manuifripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 36. - - ( 2. Blatt.) Aus dem Reichstag. Von unserem(*) Mitarbeiter aus dem Reichstag. Nach der achttägigen zweiten Lesung des 3u= wachssteuergesetzes, die sehr reich an Anträgen und Reden war, kam der Verfassungsgesetzentwurf für die Reichslande Elsaß Lothringen zur ersten Beratung. Die sonst selten im Reichstage erscheinenden„ Elsässer" und" Lothringer" waren zu dieser Beratung fast vollzählig erschienen. Die Begründungsrede zu dem Gesetzentwurf hielt der Staatssekretär des Innern. Der Reichskanzler griff erst am zweiten Beratungstag in die Verhandlungen ein. Im Allgemeinen fand der Verfassungsgesetzentwurf im Hause eine leidlich gute Aufnahme. Die Rechten freilich hatten gegen die Vorlage sehr ernste Bedenken, während sie der Linken nicht demokratisch genug war. Einige hätten eine„ Republik" Elsaß- Lothringen als Bundesstaat gerne gesehen. Aber daran ist ja vernünftigerweise nicht zu denken. Beachlenswert war, daß der Kanzler das relativ freie Wahlrecht, welches die Vorlage vorsieht, damit begründete, daß man an die traditionelle freiheitlichere Entwickelung des Landes anknüpfen müsse, und daß mit den No= tablen Kreisen in den Reichslanden, die am meisten französisch gesinnt seien, eine deutsch- nationale ler nur zu recht. Die Vorlage ist an eine 21gliedrige Politik nicht zu treiben sei. Damit hat der ReichskanzKommission verwiesen. Nun kam der Zuwachssteuer letter Aft. Zwei Tage währten die Verhandlungen noch. Zwei namentliche Abstimmungen nagelten die Stellungnahme der einzelnen Abgeordneten in den Reichstagsaften fest. Die erste namentliche Abstimmung erfolgte über die Steuerfreiheit der Fürsten. Das Resultat dieser Abstimmung haben wir schon näher beleuchtet. Es zeigte die völlige Uneinigkeit der Nationalliberalen und eine gute Geschlossenheit der Wirtschaftlichen Vereinigung. Die zweite namentliche Abstimmung erfolgte am Schlusse über das ganze Gesetz. Diese Abstimmung ist ebenfalls sehr interessant, denn sie zeigt wieder die völlige Einigkeit der Liberalen und Geschlosfenheit der Wirtschaftlichen Vereinig= ung und zugleich das völlige Durcheinander der Freisinnigen( Fortsch. Volkspartei). Die Abstimmung ergab folgendes Resultat: Polen fehlten 8126617 S enthalten Ja Nein Konservative 10 42 5 Reichspartei 1 15 1 Wirtsch. Vereinigung 16 Zentrum 22 4 58 20 14 43 16 22 44 3 10 5 2 Zusammen: 81 20 198 94 Nationalliberale Fortsch. Volkspartei Sozialdemokraten Reformpartei Fraktionslose ,, Hie Giessen - - bie Wetzlar!" Randglossen zu den EisenbahnProjekten. Mittelalterliche Träume- Wechselbeziehung zwischen Stadt und Land-, Bieberlieschen" Friedensschal meien Gute Wünsche. Der Kampf um die Linienführung Wetzlar Hohensolms Gladenbach- Friedensdorf- Biedenkopf fontra Gießen- Rodheim- Gladenbach- Biedenkopf ist entbrannt. Preisend mit viel schönen Reden" wurde auf der Rodheimer Versammlung die weltbewegende Bedeutung Gießens für das südliche Hinterland erörtert. Der ganze Verkehr neige mehr zu Gießen wie zu WetzLar. Zahlreiche Gießener Geschäftswagen belebten die Landschaft, und es fehlten nur noch die Ritter und Reifigen, dann könnte man meinen, im Mittelalter zu leben. Und dürfte man hineinschauen in die Geschäftsbücher der Gießener Handelswelt: es ließe sich mit Leichtigkeit herauslesen, welch' innige, gewinnbringende Wechselbeziehung zwischen der Stadt Gießen und dem südlichen Hinterlande bestände. Was man von Wetzlar hier„ drau= Ben" gesehen habe, das sei in letzter Zeit nur ein ganz Fleiner schäbiger Handelswagen gewesen.( Na, na!) Vielleicht hätte man zur Illustrierung noch einige mähere Angaben gemacht: flappernde Speichen und Reifen, löchrige Seitenteile, aus denen die„ Ware" neugieder Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 11. Februar 1911 So sieht die Geschlossenheit der Fortschrittlichen Volkspartei in Wirklich= feit aus. Trotzdem es sich hier um eine wirkliche Besitzsteuer, die vom unverdienten, nicht erarbeiteten Gewinn erhoben werden soll, handelt, stimmen die Freisinnigen wie Kraut und Rüben durcheinander. Die Sozialdemokraten stimmen ebenfalls gegen diese Besizsteuer!! Es ist interes sant zu untersuchen, wer sonst noch gegen diese Besitzsteuer stimmten. 22 Freisinnige, sämtliche Sozialdemokraten, ferner Graf v. Kani, Rittergutsbes. v. Bonin, Rittergutsbesitzer v. Oldenburg- Januschau, Graf von Schwerin- Löwitz, Fideikomißbesitzer Dr. v. Saldern, Rittergutsbesizer v. Treuenfels. Von den Freisinnigen nennen wir nur die Berliner Stadträte Fischbeck und Wiemer, Terraininteressent, Stadtältester Kämpf, Bankdirektor Mommsen u. s. w. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pig. 0 die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 min breite Petitzeile im kettameteil 50 Pig., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50° o Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konfurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlich eit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahry. pieren und einem übermäßigen Abfluß deutschen Kapitals nach dem Auslande vorzubeugen? Die Budgetkommission hat den Marineetat erledigt und wird mit dem Justizetat beginnen. In der Reichsversicherungskommission wurden zugunsten der Ersatzkassen einige Verbesserungen beschlossen. Vom ersten Buch wurden die Versicherungsämter und Oberversicherungsämter erledigt. Für den Bergbau, Eisenbahnen und Seeschifffahrt wurden besondere Oberversicherungsämter beschlossen. Auf Antrag des Abg. Behrens wurde den Knappschafts ältesten das Wahlrecht zu den besonderen Oberversicherungsämtern für Bergbau und den Ausschußmitgliedern für die Eisenbahn= Oberversicherungsämter übertragen. Für Bundesstaaten mit mehreren Oberversicherungsämtern sollen Landesversicherungsämter zugelassen werden. Das Wahlrecht der Arbeiterbeisitzer in den Landes- Versicherungsämtern und in dem Reichsversicherungsamt wurde Also die Sozialdemokraten befinden auf Antrag des Abg. Behrens den Vertretern der sich in guter Gesellschaft. Bei der Abstimm- Versicherten bei den Oberversicherungsämtern nach dem ung fehlten von der Wirtsch. Vereinigung Abg. Vogt, Verhältniswahlrecht übertragen. Ferner wurde auf Ander als Landtagsabgeordneter im Württembergischen trag des Abg. Behrens beschlossen, daß im ReichsLandtag tätig war. Ferner u. a. die Abgeordneten versicherungsamt vier Beisitzer dem Bereich der Landwirtschaft und acht Beisitzer dem BeBassermann und Schwabach, Reichsgraf v. Bothmer, Müller- Meiningen, Fürst zu Salm- Reifferscheid- Dyck, Her- reich der Gewerbe, Industrie, Bergbau und Freiherr v. Gamp- Massaunen, Fürst zu Hohenlohe- Deh- schlossen, daß zahnleidende, Krankenkassenmitglieder freie 30g v. Arenberg, Erbprinz zu Hohenlohe- Langenburg, Seeschiffahrt angehören müssen. ringen, Graf Fink v. Finkenstein, Fürst zu Dohna- Schlobitten, Legien, v. Vollmar, Dr. Böhme, und fast sämtErfreulich ist trok liche Elsässer und Lothringer. alledem, daß die Zuwachssteuer mit zwei Drittel Mehrheit angenommen wurde. Damit hat das Reich den ersten Schritt auf dem Wege zu einer sozialgerechten Besteuerung getan. Bezeichnend ist, daß auch dieser sozialpolitische Schritt gegen die Stim men der Sozialdemokraten und der Mehrheit des Freifinns erfolgen mußte!! - Nach Erledigung der Zuwachs steuer wurde noch über die Petitionen zur Jmpffrage verhandelt. Am Montag, den 6. Febr., begann die zweite Lesung des Gerichtsverfassungsgesetzes. Dazu hat die Wirtschaftliche Vereinigung folgenden Antrag gestellt: Jm§ 118 4 die die Zulassung der Lehrer als Schöffen beschränkende Bestimmung des Absatzes 2: „ Volksschullehrer sollen nur zum Amte eines Schöffen bei den Jugendgerichten(§ 118 30) berufen werden" zu streichen. Mit der Annahme dieses Antrages würde ein dringender Wunsch der Lehrerschaft erfüllt. Graf v. Kanit hat mit Unterstützung der konservativen Fraktion folgende Interpellation eingebracht: Die Unterzeichneten erlauben sich, an den Herrn Reichskanzler folgende Anfrage zu richten: Welche Maßregeln gedenken die verbündeten Regierungen zu ergreifen, um einer Ueberschwemmung des deutschen Geldmarktes mit fremden Wertpa= - rig hervorschaut dürrer Gaul mit chronischem Gelent rheumatismus, biblisches Alter, sodaß eventuell„ bei einem leicht einzutretenden Fall" die Feuerwehr zur Beseitigung des Verkehrshindernisses hätte alarmiert werden müssen. Der Himmel bewahre uns vor solchen Freuden! Liebes Wetzlar, du hast sehenswürdige alte Stadtteile und Gebäude, eine reiche Industrie, regen Handel, eine schöne Umgebung und sonst noch was, aber von einigen deiner Handelswagen scheint mancher keine gute Meinung zu haben. Aber was fümmert's dich! allein Gießen sei so wurde weiter ausgeführt- die Stadt, welche für das Hinterland einzig und in Betracht kommen könne. Von der Klinik und der Veterinäranstalt ging es die ganze Stala hinunter bis zum „ Kintopp".( Große Heiterkeit.) Ich sehe, auch du lächelst, lieber Leser. Die Sache ist jedoch ernst, bitterernst, darüber bringt uns auch kein Gießener Handelswagen mit noch so dekorativer Ausstattung hinweg! Auch der Einwand, der von der gegnerischen Seite etwa erhoben werden könnte, wurde bei dieser Gelegen heit gleich zurückgewiesen. Was wollt ihr denn, Biebertaler? Ihr habt ja schon eine Eisenbahn!„ Ach was! das Bieberlieschen", das uns zwischen den Beinen herumkrabbelt, haben wir satt! Wir benutzen diese Bahn nur ungern; sie ist nicht mehr zeitgemäß; sie ist nicht mehr hoffähig; sie schleicht an der Chaussee entFerner wurde auf Antrag des Abg. Behrens beWahl zwischen einem approbierten Zahnarzt und einem Zahntechniker haben sollen. Außer den Zahnärzten sollen auch in Zukunft noch die eine Prüfung bestandenen Zahntechniker zugelassen werden. Ein Be= schluß der Kommission, die Kosten der Oberversicher= ungsämter den Bundesstaaten aufzuerlegen, hatte " unannehmbar" der Regierung zur Folge. Dieser Beschluß muß also in der dritten Lesung noch korrigiert werden. ein Das Einführungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung ist ebenfalls dem Reichstage zugegangen. Der Freifinn in der Vollkraft seiner„ Ceistungen". Ein nationalliberales Blatt, die„ Dresdener Nachr.", brachte einmal folgende hübsche Darstellung über die fortschrittliche Tätigkeit des Freisinns: „ Dieser alles verneinende Freisinn oder die bürgerliche Demokratie hat gestimmt und gearbeitet: 1862 bis 1866 gegen die Armee Reorganisation( Verbesserung) in Preußen, 1866 nach dem siegreichen Kriege gegen die Anleihe für Heer und Flotte zur Fortführung der deutschen Politik und gegen die Ergänzung des in jenem Kriege erschöpften Staatsschazes. 1866 gegen 1868 die bleibende Heereseinrichtung. gegen den Fortbestand der Flotte. 1869 gegen die Aufrechterhaltung einer starken Wehrfraft. 1871 gegen die Bildung eines Reichskriegs= schatzes. 1874, 1880, 1884 gegen das Septennat, d. h. es | lang und stört den Verkehr; sie macht die Pferde scheu; wir wollen eine normalspurige Vollbahn! Wie ein Spielding, das das Kind in die Ecke wirft, wenn seiner überdrüssig ist, behandelt man das arme„ BieberOb es sich dieser Zurücksetzung nicht etwa lieschen".- schämt, daß man es nur benutzt, weil gerade nichts besseres da ist. Scharf ging es über den Gegner her. Das Wetzlarer Projekt sei kleinlich(?), das Gießener großzügig(?), welches schon von vornherein eine Rentabilität verbürge. Man sprach von vollständiger Ueberrumpelung:„ Wir wußten von nichts. Das Projekt war fertig, ohne daß wir eine Ahnung davon hatten. Aber noch ist es nicht zu spät. Frisch auf zur mutigen Tat!" Da ertönen Friedensschal meien:„ Laßt, bitte, die Versammlung in Hohensolms schlafen, es war eine unreife Geschichte; die Versammlung war überſtürzt!" Das war mutig und ehrlich zugleich gesprochen! Aber das Mißtrauen war zu groß, es ließ sich nicht mehr beseitigen. Man beschloß, seinen Weg vorläufig allein zu gehen und später versuchen, eine Verständigung herbeizuführen. - Unsere Wünsche gehen nun dahin, daß es jeder ohne den nachbarlichen Partei vergönnt sein möge seine Interessen zu seinem Vorteil Frieden zu stören zu wahren, und daß später die gemeinsame Arbeit zum = d= Segen gereichen möge für Stadt und Land. | Reichstag wolle beschließen: den Reichskanzler zu suchen, noch in der gegenwärtigen Reichstagstagung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den 1. den Witwen und Waisen der vor dem 1. April 1908 verstorbenen Reichsbeamten eine angemessene Erhöhung der Witwen- und Waisengelder gewährt wird, 2. die Ruhegehälter der vor dem 1. April 1908 in den Ruhestand versetzten Reichsbeamten angemessen erhöht werden." Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Febr. " " gegen die Bewilligung der Heeresstärke auf sieben Jahr. 1889 gegen die Ergänzung der Flotte. 1890 gegen den Neubau von Panzern und Avisos. 1893 gegen die Seeresvorlage nebst 3 weijähriger Dienstzeit, 1898 bis 1900 gegen die Flottenvorlagen. Ferner: 1870 gegen die Reichsverfassung, nachdem fie 1867 bereits gegen die norddeutsche Bundesverfass= ung gestimmt hatte. 1879 gegen die Verstaatals ligung der Eisenbahnen.( Dabei mag Kuriosum erwähnt werden, daß die freisinnige Leuchte Berlins, der Ehrenbürger und Abgeordnete Dr. Lanserhans gegen die Berliner Stadtbahn 1878 unter der Begründung stimmte, er sei nicht in der Lage, der Regierung zuzutrauen, daß sie ein so wichtiges Werk zweckmäßig zu Ende führe".) Weiterhin verwarf sie 1870 das einheitliche Strafgesetzbuch, 1872 das Militärstrafgefeßbud), 1876 das Gerichtsverfassungsgesetz, die Strafprozeßordnung, die Zivilprozeßordnung, die Konkurs- ordnung, 1888 den Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Gerichtsverhandlungen über landesverräterische Pläne, 1880 das Gesetz über Bestrafung des Wuchers, 1882 den Zollanschluß von Hamburg, der dem Reiche so dienlich war und einen so großartigen Aufschwung unseres ersten Seehafens zur Folge hatte, 1888 die 5- jährigen Gesetzgebungsperioden, die so wohltätig das viele Wählen etwas einschränken, sie verwarf 1893 das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, 1897 die Handwerksvorlage. Als Probe ihres Uebelwollens gegen den Handwerkerstand stimmte sie auch 1881 gegen die Kräftigung des freien Innungswesens, 1896 gegen die Novelle zur Gewerbeordnung sowie 1897 gegen deren Abänderung, 1896 gegen das Börsengesetz, wie sie überhaupt aus erklärlichen Gründen gegen alles ist, was der Börse unbequem sein fönnte. Aehnlich hat Eugen Richter sich zur Sozialpo litik verhalten. Er stimmte 1883 gegen die Krantenversicherung der Arbeiter, 1884 gegen die Unfallversicherung der Arbeiter, 1889 gegen die Fbr. Invaliditäts- und Altersversicherung. Die bürgerliche Demokratie hat auch stets gegen je= den Schutzzoll für Getreide( und Vieh) gestimmt und auch 1887 und 1896 gegen die Reform der Branntweinsteuer, bei der es galt, die namentlich für die Gegenden mit leichtem Boden unentbehrlichen kleinen landwirtschaftlichen Brennereien gegen die großen gewerb" " Geborene. 1. Krankenwärter Ernst Ruckelshauß eine Tochter, Anna. 2. Metzgermeister Ludwig Martin Karl Vogt ein Sohn. 2. Reisenden Friedrich Scholle ein Sohn, Friedrich Wilhelm Theodor Karls " 3. Monteur Max Hugo Schneider ein Sohn, Friedrich Hermann. 4. Kulturtechniker Karl Friedel eine Tochter, Martha Elisabeth Katharina. " " 5. Braumeister Friedrich Wilhelm Neuser Tochter, Pauline Berta. eine " " " 5. Kaufmann Louis Rosenthal eine Tochter, Elisabeth. 6. Werkmeister Wilhelm Schmidt ein Sohn, Philipp Jakob Friedrich. 6. Brotfahrer Wilhelm Christian Gelzenleuchter ein Sohn, Wilhelm Heinrich Bernhard. Fbr. 3. Ludwig Muhl, Maurer in Beuern, mit Hen riette Johanna Kemper in Ronsdorf. " " -" " " Fbr. " " " 6. Leonhard Pauly, Geometer, mit Marie Margarete Lennert, beide in Klein- Linden. 7. Heinrich Weller, Weißbindermeister, mit Clara Loren, beide in Gießen. 8. Georg Emil Karl Hermann Jäger, Gärtner in Londorf, mit Lina Peter in Weitershain. 9. Karl Schwan, Landwirt, mit Karoline Flic, geb. Ockel, beide in Gießen. 9. Dr. phil. August Franz Löhr, Chemiker in Höchst a. M., mit Elise Friederike Throm in Gießen. 9. Jakob Kissel, Bergmann in Klein- Linden, mit Sophie Hoffmann in Gießen. Eheschließungen. 4. Friedrich Stuhl, Optiker und Mechaniker, mit Maria Wallrafen, beide in Gießen. 4. Konrad Wißner, Bäckermeister, mit Antonie Horn, beide in Gießen. 4. Karl Stiegler, Maschinist, mit Philippine Geiß, beide in Gießen. 4. Louis Deisel, Kaulmann in Frankfurt a. M., mit Anna Sophie Alma Klimmer in Dorn= holzhausen. 4. Karl Maus, Buchhalter in Marburg, mit Eva Katharine Jockel in Rauschenberg. Gestorbene. Fbr. 3. Auguste Schenda, geb. Frohnhäuser, 48 Jahre. 3. Wilhelmine Christ, geb. Rühl, 36 Jahre alt. " " 4. Margarete Schwärzel, 34 Jahre alt. 7. Laternenwärter Friedrich Schäfer ein Sohn, Johannes Ludwig. " 8. Katharine Hoß, geb. Noll, 80 Jahre alt. " 8. Buchbinder Karl Weber eine Tochter, Ernestine Maria Rosine Karola. Aufgebote. 3. Detlef Wilhelm von Thaden, Kaufmann in Ahrensburg, mit Johanna Auguste Frees in Gießen. Bluterneuerung. lichen zu schützen, 1887 gegen die Reform der Zucker Substanzzuführung der sich beSteuer, 1896 gegen das Margarinegesetz. Wenn es nach dieser Demokratie gegangen wäre, hätten wir weder eine Reichsverfassung, noch Reichs= justizgesetze, weder ein stehendes Heer, noch eine Flotte, weder Arbeiterversicherungsgesetze, noch Wuchergesetze, und würden im Rate der Bölfer eine flägliche Roll spielen..." Die Erfahrung hat gezeigt, daß der Freiſinn( jetzt Fortschrittliche Volkspartei) auch nach 1893 derselben im Berneinen geblieben ist, denn er hat weiter gestimmt; 1900 gegen die Erhöhung der Börsensteuer, 1902 gegen die Champagnerſteuer, 1905 gegen die notwendige Verstärkung der Armee, 1905 gegen die 1906 gegen das Schuldentilgungsgesetz, gegen die Staf Besteuerung der Wetten bei Pferderennen, felung der Brausteuer zur Schonung der kleineren Betriebe, 1906 gegen die Tantiemesteuer der Aufsichtsräte cnd die Automobilsteuer. Jm preu Abgeordnetenhause der Freisinn sämtliche Vorlagen zum Schuße des Deutſchtums in den Offmat: fen gegen die polnische Gefahr abgelehnt. Er hat dort ferner gestimmt: 1891 gegen die Einkommensteuerreform ständig abnutenden Nerven. Es sind dies die absolut notwendigen Forderungen der Neuzeit bei ueberanstrengung durch mechanische sowie geistige Leistungen. Als Mittel zur ebung des Ernährungszustandes im Allgemeinen, zur Entwickelung des Hämoglobingehaltes im Blute und zur Kräftigung der Nervensubstanz, 9. Lina Kinkel, geb. Wittich, 68 Jahre alt. Am Donnerstag den 16. Februar d. Js. Vor. mittags 10 Uhr soll bei der unterzeichneten Verwal tung die Lieferung von etwa 90 cbm ol, 150 kg Soda, 40 kg weiße Seife, 175 kg Schmierseife, 30 kg Man. delfeife, und die Anfuhr von Steinkohlen, für das Rechnungsjahr 1911 vergeben werden. Die Ver dingungsunterlagen fönnen bet der unterzeichneten Stelle eingesehen oder gegen Zahlung der Selbsttoften von 40 Pfg. bon da bezogen werden. Garnison Verwaltung Gießen. Lignit- Flamm- Nusskohlen bon 30 3tr. an fret vors Haus geliefert pro 3tr. 70 Pfg. " 90 75" Einzelne Bentner fret in das Haus Einzelne Zentner( Proben) frei in das Haus" Ruhranthrazitkohlen, Nußkohlen, Bestmelierte( ge Ferner empfehlen zu billigsten Tagespreisen: mischte Kohlen), Anthrazit- Eiformbrikets und Braun( Hütten)-Koks, Brennholz. Gebrüder Kahl kohlenbrikets, sowie alle Sorten Gaskoks und ZechenTelephon 87 Frankfurter Str. 151. ſteht heute im Vordergrund Darmstädter Möbelfabrik Leciferrin, welches bei den ( Befreiung der Kleinen, stärkere Heranziehung der Gro Aerzten sowie im Allgemeinen Ben), 1893 gegen die Kommunalsteuerreform, 1900 gereichen Anklang findet. gen die Besteuerung der Warenhäuser durch die Gemeinden." Bielleicht äußern sich hierzu hiesige maßgebende frei sinnige Politiker, die über ein gutes Gedächtnis fügen. Br. Veteranen, Witwen und Waisen der Reichsbeamten. Aus dem Reichstag wird uns darüber geschrieben Das Zuwachssteuergesetz ist angenommen. Damit ſteht den großen Feldzügen Gut und Blut für das Vater land einsetzten, den Kriegsteilnehmern der Ehren Summe ist in dem Etat eingestellt und wird auch zwei fellos vom Reichstag angenommen. Nur die Sozialde teitagsbeschluß gebunden sind, den Etat abzulehnen. Wer also den Beteranen die Unterstützung sichern wollte, der nun fest, daß endlich den ehrwürdigen Männern, die in sold endlich gezahlt werden kann. Eine entsprechende mokraten werden dagegenstimmen, weil sie durch Parmüßte für die Zuwachssteuer stimmen. Wer dagegen stimmte und das waren wieder die Sozialde mokraten, die Mehrheit der Freisinnigen und sogar auch eine kleine Anzahl Konservative und vom Zentrum- die stellten die Möglichkeit der Beter anen- Unterstützung in Frage. Die Wirtschaftliche Vereinigung hat einmütig für die Zuwachssteuer gestimmt und wird ebenso einmütig für die Veteranenrente und den Etat stimmen. Die Wirtschaftliche Vereinigung hat sich aber auch einer anderen Gruppe Notleidender angenommen, namentlich der Witwen und Waisen verstorbener Reichsbeamter( Po it beamten, Eisenbahnbe amten) und der alten invaliden, in den RuheKammerherr Freiherr v. M. in B. äußert seine Erfahrung mit Leciferrin: ,, Von Leciferrin habe ich jetzt 2 Flaschen eingenommen, schon nachdem ich die erste Flasche genommen hatte, hatte, zeigte sich bei mir wesentliche Besserung im Allgemeinbefinden; die große Müdig= keit, die ich seit langer Zeit nachmittags und besonders Abends fühlte, zeigte sich nicht mehr, und besonders ist der mich peinigende Schmerz in beiden Schläfen, der sich abends immer einstellte, gänzlich geschwunden. Ich kann nur sagen, daß ich mich durch Gebrauch dieses Mittels direkt verjüngt fühle." Leciferrin enthält Ovo- Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxydhydrat an gufer gebunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0. Rest destilliertes Wasser. 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Der Anblick der heutigen Haupt- und Residenzstadt, die sich besonders von der Terrasse von Monte Carlo aus höchst malerisch ausnimmt, erinnert noch an jene Zeiten und an die frühere Bestimmung. Der rings steil abfallende, düstere Felsen, der die Stadt und den prächtigen Palast des Fürsten trägt, schiebt sich halbinselförmig in das Meer vor und ist durch eine tiefe Schlucht vom Festlande getrennt. So bildet er eine natürliche Festung, die nur durch eine schmale Straße, die am Hafen aufwärts durch Mauern und Tore in die eigentliche Stadt führt, zugänglich ist und den fleinen Hafen beherrscht. Indessen friedliche Zeiten verboten das Handwerk des Es existierte nur die alte Stadt Monaco, die außer ihrer malerischen Lage und außer ihrem schönen Klima nichts Anziehendes hatte. Dort, wo jetzt zwischen Monaco und Monte Carlo die Stadt Condamine ihr Häusermeer ausbreitet, waren nur Felder und Olivenhaine hinter wenigen Häusern am Hafen, und auf dem heute so herrlichen Felsen von Monte Carlo, damals ,, les Spelugues" genannt, weideten die Ziegen zwischen Lavendel und Thymian unter Kattus und Agavenstauden. Aber Nizza war bereits ein vielbesuchter Winterkurort der Theater in Monte Carlo. Räuberns. Doch verstanden es die Herrscher aus dem Hause Grimaldi, ihre Souveränität zu bewahren, die ihnen heute noch von der Republik Frankreichs garantiert wird. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts aber verloren sie Roccabrunna und das schöne Mentone, und nun sah es um den Glanz des Herrscherhauses recht traurig aus. Es ist nun interessant, festzustellen, daß die Idee, durch Ausbeutung der Spielleidenschaft eine neue Geldquelle zu erschließen, gerade hier auf fruchtbaren Boden fiel. An das Monte Carlo von heute freilich dachte damals noch niemand. reichen und vornehmen Welt, und die Spekulation auf deren Zerstreuungsbedürfnis und deren Geld war nicht schlecht. Die Konzession zur Errichtung einer Spielbank war bald gegeben, aber die ersten Unternehmer Langlois und Aubert hatten kein Glück damit. Sie hatten ihre Roulette in einem Hause unweit des Hafens aufgestellt, welches heute noch als „ Villa Bellevue" existiert, und die Spielhölle führte den stolzen Namen ,, Palais de la Condamine". Aber es fehlte an reichen Spielern; die Spielbank wechselte daher bald ihren Besitzer und kam in die Hände eines reichen Unternehmers, eines gewissen Mr. Daval. Er konnte Kapital in das Unternehmen stecken und verlegte das Spiel in die Stadt Monaco in ein Gebäude am Place du Palais, das später zum Hôtel de Russie umgebaut wurde und jetzt als Kaserne der Leibgarde des Fürsten dient. Und Mr. Daval machte Reklame. Aber der Erfolg blieb aus. Mr. Daval verpulverte sein Vermögen und starb schließlich bettelarm in einem Hospital in Marseille. Passage. aiser- Wilhelmstr.129. shaus achster bis Fergültigen Idungen hnanschluss Telefon 84. piziegelei na- Bahrenfeld Kinder! ter der Inselge genaan. Colle ockengarne die billigsten! Sportkleidung a gratis bel Hanleitung ernwolle liegen eidung h. Herm. Som Kreuzplay, und Verlagsdruck in& Fisher. Wetzlarer Zeitung, Wetzlar = AITH! NG J!!!---:- ་ ་་་ ་་་ ་་་ ་་་ U gun g pre by ep อ 1Q " I suosjodvz " uniquɔuuo Ифти поползли излошо 2G это- 101 л asuvique use Bar aлav u Monte Carlo. Eine Gesellschaft m. b. S. versuchte dann das Unternehmen zu halten unter Leitung des Herzogs de Valmy und eines ehemaligen Notars, aber die Sache kam immer mehr herunter. Die Spielbank wurde aus der Nähe des fürstlichen Palais verbannt, fristete in einem alten Hause der alten Stadt, welches den Namen ,, Maison du General" führte, ein ziemlich kümmerliches Dasein und sank zu einer übelberüchtigten Spelunke herab. In der Nähe des Spielhauses befand sich damals ein kleines Café„ 3ur Sonne" genannt. Hier versammelten sich die Spieler, zumeist Abenteurer aus aller Herren Ländern, wenn sie ihr letztes Zweifrancstück- soviel betrug damals der Minimaleinsatz verspielt hatten und versuchten, sich gegenseitig die letzten Sous im Kartenspiel - in den übelberüchtigten Hotels zu kampieren, wo manch Fremder, der Geld bei sich hatte, bestohlen wurde oder gar auf Nimmerwiedersehen selbst verschwand. Es soll aber auch vorgekommen sein, daß Leute, die vom Spielteufel besessen waren, nach Toresschluß noch über die Felsen und Stadtmauern kletterten, nur um noch in ihr Paradies zu gelangen. Schon im Jahre 1861 richteten sich daher die Blicke der Spielpächter nach dem freigelegenen Felsen, auf dem heute Monte Carlo steht, und man fing schließlich auch an, dort ein großes Gebäude aufzuführen. Allein es fehlte der Gesellschaft bald an dem nötigen Gelde, der Bau blieb liegen, die Gehälter der Croupiers konnten oft nicht bezahlt werden. und der völlige Bankerott stand vor der Tür. Da kam 1863 Terrasse beim Theater von Monte Carlo. abzunehmen, um dadurch vielleicht noch einmal an der Roulette setzen zu können; Raub und Diebstahl waren nichts Seltenes in der Stadt. Die Croupiers der Bank, welche oft nichts zu tun hatten, bummelten umher und beobachteten mit Fernrohren die Straße, die an der Küste entlang führte und suchten das Meer ab in der Erwartung neuer Spieler, die aus der Umgegend oder mit dem Schiff aus Nizza herankamen, ganz ähnlich wie vor Zeiten die Seeräuber hier nach ihrer Beute ausgeschaut hatten. Kamen neue Spielopfer heran, so eilten alle auf ihre Plätze, und die Roulette wurde in Bewegung gesetzt. Damals wurden die Tore der Stadt, die ja noch Festung war, des Nachts geschlossen. Ein Trommelwirbel der Wache gab das Zeichen dazu. Wer nun infolge des Spieleifers nicht rechtzeitig aufgebrochen war, der konnte nicht mehr hinaus und war gezwungen, die Nacht François Blanc, der Spielpächter des Bades Homburg, zum erstenmal nach Monaco. Er erkannte, was aus dem Unternehmen zu machen war. Er kaufte die ganze Geschichte und gründete die bekannte Aktiengesellschaft: Société anonyme des Bains de Mer et du Cercle des étrangers de Von dieser Zeit an datiert der enorme AufMonaco. schwung des Unternehmens. Die Spielbank wurde bald endgültig von Monaco nach dem Neubau auf dem Felsen „ les Spelugues" verlegt, der zu Ehren des Fürsten Charles „ Monte Carlo" benannt ward. An die Eisenbahn dachte noch niemand. Konnte man doch selbst Nizza nur in beschwerlicher Reise mit der Post, oder, wie es damals in der reichen, vornehmen Welt Sitte war, mit eigenem Fuhrwerk erreichen! Wer weiter nach Monaco wollte, mußte entweder mittels Wagen über die alte Heerstraße der Römer und Internationale Weltblige. Internationale Weltblitze. Eine schwere Erdbeben- Katastrophe hat kürzlich in Turkestan arge Verwüstungen angerichtet und zahlreiche Menschenleben gefordert. Besonders in Werny und Dscharkent hat das Erdbeben, dessen Mittelpunkt im Ostteil des Issyk- Kulsees lag, fast sämtliche Steinbauten zerstört. Auch die Städte Pischpek und Przewalsk sind von dem Erdbeben schwer heimgesucht worden. In der Umgebung von Werny sind besonders viele Kirgisen ums Leben gekommen. Unweit des Gletschers, in der Nähe von Werny wurden riesige dunkle Felsstücke in nördlicher Richtung auf die Schneefelder geschleudert. „ Lützow" von Ceylon nach Ägypten begeben, um dort einige Zeit zu verbringen und Land und Leute des Pharaonenlandes kennen zu lernen. Die Gemahlin des deutschen Thronfolgers hat u. a. auch Assuan besucht, das wir unseren Lesern im untenstehenden Bilde zeigen. Assuan, das die Hauptſtadt der Provinz gleichen Namens ist, liegt inmitten von Dattelpalmen am Ostufer des Nils und besitzt ein herrliches gleichmäßiges und trockenes Klima. Die Stadt gehört daher zu den beliebtesten Winterorten Ägyptens. Am Ufer des Nils zieht sich die Hauptstraße von Assuan hin, deren weißgetünchte Häuser der Stadt ein romantisches Äußere verleihen. In alten Zeiten hat die Umgebung von Assuan den Namen ,, Elephantenland" getragen, weil die Ägypter hier zum ersten Male den afrikanischen Elefanten zu Gesicht betamen. Jeder Zug einen Ropefen!( Samarkand.) nur in Nicht Afrika, sondern auch in Asien wird das Ramel bekanntlich als Transporttier benutzt. Weniger bekannt dürfte sein, daß das Kamel im Norden von Sibirien im Winter auch als Zugtier vor den Schlitten gespannt wird. Unser Bild zeigt uns eine Herde Kamele, die kurze „ Siesta" auf dem zugefrorenen Amurfluße bei Blagowjeschtschensk halten. Um den gegen die sibirische Kälte gefeiten Wiederkäuern den Aufenthalt auf dem Eise etwas komfortabler zu gestalten, hat man Heu auf die kalte Fläche gestreut. Seit der Eröffnung der sibirischen Eisenbahn hat das Kamel übrigens an Wert als Transportmittel in Sibirien nicht verloren, da die Strecken die die Kamele durchwandern, von der Bahn nicht berührt werden. * Die Kronprinzessin Cäcilie hat sich an Bord des Norddeutschen Lloyddampfers Kamele auf dem zugefrorenen Amurflusse. Blick von der Insel Elefantine auf Asuan. ( Lastträger befördern das Gepäck aus dem soeben an der Insel angelegten Nildampfer.) Kürzlich ist übrigens der Erbauer des Nildammes von. Assuan, Sir John Aird, auf seinem Landsitz Wilton Park in England gestorben. Ägypten und Nubien mangelte bei niedrigem Wasserstand des Nils ausreichende Bewässerung. Mißernten, Hungersnöte und Notstände aller Art waren die Folgen. Zwar erkannten Lord Cromer und seine technischen Berater, daß ein Damm an geeigneter Stelle die Nilfluten zurückhalten und sammeln würde, so daß von dieser Sammelstelle aus das Wasser nach Bedarf zur Bewässerung des Nildeltas abgelassen werden könnte, doch war die ägyptische Regierung zur Bewilligung von Mitteln für diesen Zweck nicht zu bewegen. * แอ น 1 จ) n? แลน น อ} gabung up on од ǝnə qun quba qun избрала поб ang pvu uojásy usa„ along" อ Blula JlaI sva jo ju qui a нафи флqun aqu әлфәби избит бло sul v v pot s av ago gana puvu oal 314 पुण् qual la Inv gag gag 119 se que a une you a te se savo sбolas se z sve uv pa' qu 6 unter den Indianern. Ein Wüstenschis. Wenn Garry jetzt ist er tot seine Memoiren hinterlassen hätte, so würden sie einen enormen Absatz gefunden haben. Oft erzählte er uns etwas aus seinem Leben. Bei den Puyallups habe ich auch einmal den berüchtigten Geistertanz" gesehen, ein etwas fragwürdiger choreographischer Genuß. Denn die halbnackten, grell bemalten und mit Adlerfedern geschmückten roten Gestalten springen wie die Besessenen herum. Dabei erzählt jeder der Tanzenden seine glänzendsten Taten usw, wovon wir natürlich kein Wort verstanden Originell war die Begrüßung bei den Puyallups. Näherte man sich z. B. dem alten Garry, so erhob er die rechte Hand mit der Fläche nach vorn, streifte dann mit derselben Hand von links nach rechts über die Stirn und noch einmal von rechts nach links über den Hals. Das bedeutete den Friedensgruß". Ihre Toten nähen die Puyallups zuerst in Felle ein, dann werden die Leichen in eine Sängematte gelegt, die sich ungefähr drei Meter vom Erdboden befindet und durch Stangen gehalten wird. Andere Stämme, wie auch die Chippewas, begraben ihre Toten nur Die in einen hohlen Baum und belassen sie dort, bis nur noch das Skelett übrig ist; dann wird dieses regelrecht begraben und die Stelle durch Kriegs. trophäen bezeichnet Puyallups haben eine eigen artige Vorstellung vom Leben nach dem Tode resp. dem Paradies oder ,, ewigen Jagdgefilden". Die Guten verbringen nach ihrer Ansicht dort die Zeit mit Tanzen, Spielen und Singen und leben von Champignons", die dort in Bülle und Fülle wachsen sollen. Die Schlechten werden gepeinigt und gequält und mussen, in wilde Tiere verwandelt, Disteln fressen. Steht die Hopfenernte bevorim Staate Washington befinden sich ausgezeichnete Hopfenfelder dann zieht der Puyallup mit seiner Familie auf die Sopfenfelder und pflückt Sopfen. Die Ernte findet mit einem„ indianischen Erntefest" ihren Abschluß Durch die Beteiligung an der Hopfenernte verdienen die Indianer für ihre Verhältnisse ein schönes Stückchen Geld. Die Mütter tragen ihre Babys" in einer furiosen Schaufelwiege. Das Baby wird auf ein mit Fellen oder Moos gepolstertes Brett gelegt und durch Riemen oder Bänder festgeschnallt. Am Kopfende des Brettes ist ein Bügel ange bracht, über den man ein Tuch oder Fell spannen kann, das das " Kind vor der Sonnenhite schützt. Diese Wiege" ist für die Mutter sehr praktisch. Will sie das Kind forttragen, so nimmt sie das Brett einfach auf den Rücken. Ist sie beschäftigt, wie 3. B. beim Hopfenpflücken, so kann sie die Wiege einfach an einen Baum oder eine Wand lehnen oder sonstwo aufhängen. Ich bin unter verschiedene Stämme gekommen, habe jedoch gefunden, daß die Lebensweise und die Gewohnheiten der einzelnen Triebe nicht viel voneinander abweichen. Die„ PueblozuIndianer" im Felsengebirge schienen mir am unzugänglichsten. Als ich auf einem Ausflug nach den sogenannten " Cliff Dwellings" im ,, Manros- Canon", die etwa zwanzig englische Meilen von Manros- Station" gelegen sind, mit einem Trupp PuebloIndianern unvermutet sammentraf und die eigentümlichen" Blicke dieser Gentlemen gewahrte, wurde ich doch etwas nervös" und brachte meine Hand in engen Kontakt mit meiner Satteltasche, in der sich mein Revolver befand. Auch unser Führer, ein Salf- breed, meinte: " Den Brüdern ist niemals zu trauen" Einen geradezu harmlosen Eindruck dagegen machten die Seminolen in Florida, die zutraulich und von einer köstlichen Naivität waren. Zum Schluß noch ein Wort über die Vertreibung Cherokee Indianer der aus ihrer einstigen Heimat. Als im Jahre 1815 ein kleiner Junge am Chestateefluß zufällig ein Körnchen Gold fand, war für den Staat Georgia das Signal gegeben, sich das ganze Gebiet östlich von Chestatee anzueignen Nach vier Jahren war dort kein Cherokee mehr zu sehen. Als später( 1826) auch am Ward's Creet, einem westlichen Zweig des Chestatee, Gold gefunden wurde, war das Schicksal des unglücklichen Volkes endgültig entschieden. Der im selben Jahre erwählte Präsident Andrew Jackson war ein wütender Indianerhasser, der vor keinem Mittel zurückschreckte, wenn es galt, den roten Mann zu unterdrücken. Nachdem am 28. Dezember 1828 in Georgia ein Gesetz erlassen war, laut dem das in ihrem Staatsgebiet liegende Territorium der Cherokees als Eigentum des Staates Georgia erklärt wurde, begannen jene Feindseligkeiten gegen die Cherokee, die in der Weltgeschichte wohl kaum ihresgleichen haben dürften. Nicht weniger als 18000 Indianer wurden zwangsweise nach dem Westen deportiert. Ein Indianerveteran. Ein Wüstenschiff. em bisherigen Wüsten- Monopol der Kamele ist ein Ende bereitet worden. Ein erfinderischer Yankee- Kopf hat ein neues Mittel erfunden, die Wüste zu durchqueren, ein Vehikel, in dem es sich bequemer und sicherer reisen läßt, als auf dem schaukelnden Rucken der zweihöckrigen Trampeltiere. Allerdings fann das neue amerikanische Wüstenschiff nur bei einem günstigen Winde Verwendung finden, weil, wie aus unserem Bilde zu ersehen ist, die Fortbewegung des Schiffes von der Bewegung der Segel abhängt. Die Kamele sind daher immer noch im Vorteil, weil ihre Transportfähigkeiten nicht vom Wetter abhängig sind. Das amerikanische WüstenF. B. schiff, mit dem bereits erfolgreiche Versuche in der kalifornischen Wüste Mogave angestellt worden sind, ist ein auf ungleichen Rädern ruhendes Halbboot mit einem Vor- und Hintersegel. Während sich der Schiffsmast" zwischen den höheren Vorderrädern des Vehikels befindet, wird die Steuerung des„, Wüstenbootes" von seinem hinteren Teil ausgeführt Das amerikanische Wüstenschiff gewährt einen sehr graziösen Anblick und faßt eine größere Anzahl von Personen. Richtig genommen verdient die Erfindung nur ein sportliches Interesse, denn als ein wirkliches Transportmittel durch die Wüste kann es nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden. Monte Carlo. Napoleons I., die berühmte„ Route de Corniche", fahren, eine Reise, die unter 60 Francs kaum zu machen war, oder er mußte einen alten Dampfer, die„ Palmaria", benutzen, dessen Kapitän, wenn das Wetter zu schlecht war, oder wenn sich die nicht genügende Anzahl Teilnehmer fanden, die Fahrt beliebig auf einen anderen Tag verschob. Mr. Blanc sorgte auch hier bald für einen neuen Damfper „ Charles III." und für bessere Verbindung. Man fuhr von Nizza aus in drei bis vier Stunden„ hinüber" und landete im Hafen von Monaco. Die Rückfahrten fanden abends um elf Uhr statt, und Leute, die solche noch mitgemacht haben, erzählen von herrlichen Nächten unter Sternen und Mondenschein. Zu diesen ersten Zeiten Blancs spielte man auch noch mit Spielmarken, und der geringste Einsatz am Roulette betrug zwei Francs und am Trente- et- quarante fünf Francs. Die Spielmarken aus versilbertem Kupfer trugen die Inschriften ,, Cercle de Monaco" auf der einen und ,, Jeton de deux Francs" auf der anderen Seite und hatten 3 Stücke hören und gibt alle Wochen klassische Konzerte, in welchen die Symphonien der großen Tonmeister, die Meisterwerke Wagners und der modernen Komponisten, aber auch die ersten Blüten junger französischer Talente zum Vortrag kommen. Wen das Spiel nicht in Versuchung führt, der wird die glänzenden Säle des Kasinos wie diejenigen eines Museums Surchschreiten, wirft aber sicher nebenbei einen verstohlenen Seitenblick auf diese geschäftige, fiebernde Menge mit glühenden Wangen, die beständig kommt und geht und sich um die Spieltische drängt. Blick auf Monte Carlo. Im Vordergrund der Taubensaießstand, darüber das Kasino von Monte Carlo, lints oben das Grand Hotel Regina, das mit Monte Carlo durch Zahnradbahn verbunden ist. an der ganzen Reviera beinahe Münzwert. Von der Pariser Münze hatte man 200000 Stück herstellen lassen, als man aber eines schönen Tages Kassa machte, entdeckte man plötzlich einen Bestand von fast 300000. Der Rest war in dem französischen„ La Turbie" oberhalb Monte Carlos von einer Falschmünzerbande fabriziert! Die Spielmarken verschwanden und zugleich wurden die heute noch bestehenden Einsätze firiert. Der Aufschwung Monte Carlos steigerte sich natürlich noch mehr, als die Eisenbahn angelegt war, und wenn früher die Croupiers nach Spielern Ausschau gehalten haben, heute werden sie fast erdrückt von der Masse, die sich um die Spieltische drängt. Man Monte Carlo hat seine jährliche Kunstausstellung, die mit zahlreichen auserlesenen, modernen die Werke der alten Kunst vereinigt. Der Kunstpalast, in welchem sie stattfindet, enthält ebenfalls einen Theatersaal, wo die Meister des Vortrags Lorbeeren ernten. Monte Carlo!- Schon der Name ruft die berückende Schönheit von Monte" in uns wach, wie es hingebettet liegt an der Côte d'Azur, wo See und Himmel um den Preis des Azurs streiten, und wenn die Sonne strahlend aus dem Meere emporsteigt, sie die Küste von Monaco bis Bordighera grüßt. Garten reiht sich an Garten; hängende Rosen, leuchtende Nelken, tiefvioletter Heliotrop und üppige Mimosen schütten ihren Duft über uns aus. Un Das Kasino von Monaco. schätzt die Zahl der jährlichen Besucher, von denen sich ein nicht geringer Teil mit dem Expreßzuge des Norddeutschen Lloyd an die Riviera begibt, auf nahezu In dem auf das herrlichste ausgestatteten eine Million. Kasino, inmitten paradiesischer Gärten, das nach den Plänen Garniers, des Erbauers der Großen Oper in Paris, errichtet ist, sieht man heute gekrönte Häupter inmitten der elegantesten Welt der Welt". Dort treten die berühmtesten Schauspieler und Opernfänger auf. Ein Orchester von 120 Musikern läßt die besten dem Felsen von Monaco schlingen sich die Wege unter den Steineichen an den mit Kakteen und Aloe überwucherten Gehängen hinauf, und unten wandelt sich die tiefblaue Flut in weißschäumenden Gischt. Dazwischen aber hasten die Menschen, kaum gewahr werdend all der Schönheit. Sie eilen dahin zu dem blendenden Bau, dessen Türme weithin leuchten, und verschwinden hinter den Türen, wo die Stille nur von dem klappernden Geräusch des Goldes unterbrochen wird. Eine Wolke süßlichen Parfüms und schwerer Luft umfängt den Eintretenden. Elegante Frauen rauschen in Glanz und Schönheit vorüber, stille, ehrbar dreinschauende Männer sitzen Stunde um Stunde am Spieltisch, um zu ergründen, welchen Weg die kleine Kugel jetzt und dann nehmen wird, und wie sie wohl am besten setzen. Ein Neuling legt schüchtern das erste Fünffrankenstück auf Rouge, erregte Augen blitzen über den Tisch, das Gold rollt, und die Scheine fliegen. Das ist Monte Carlo in Reichtum und Genuß. 3 Uhr meister der Ba in ihre ung d foll ein rufen t Die Kur. Die Kur. Von V. Ratosi. Seit meiner Studienzeit bin ich Staatsbeamter. Die Stelle im Ministerium ist mir in den Schoß gefallen, weil mein Vater gerade in dem Bezirk über 200 Stimmen verfügte, welcher so liebenswürdig war, dem Minister ein Mandat zu übertragen. Doch mein Avancement ging sehr langsam vonstatien. Wir waren viele, die für eine Beförderung vorgemerkt waren, aber es waren leider einige darunter, deren Vater über 300 Stimmen, ganze Bezirke, ja sogar Komitate verjügen konnten. Nichtsdestoweniger war ich nicht unzufrieden. Ich konnte von meinem Gehalt recht anständig leben, weil mein Smoting und Frack immer in Ordnung und ich somit bei den Jours immer meinen Mann stellen konnte. Im Winter kostete mich das Abendessen keinen roten Heller. Pogatscherln, Sandwichs, Bismarckbrot war meine tägliche Kost, in Gesellschaft mehrerer chalen Tee. Die im Ministerium angestellte Jugend hielt zusammen und hielt zu Beginn der Saison eine Sitzung ab, in der gewöhnlich die Rollen verteilt wurden. Die wohlhabenderen jungen Leute nahmen auch an den bescheidensten Jours teil. Uns wurden jene Familien überlassen, die Schinken und kaltes Roastbeef auftischten. Dieses angenehme Le ben nahm jedoch durch meine Erfrantung eine traurige Wendung. Sonderbar! Ich war schon sehr oft in meinem Leben nervös gewesen. Auch Magenbeschwerden hatte ich schon gehabt, namentlich, wenn ich auf nüchternen Magen 25-30 Sandwichs verzehrt hatte. Aber sonst war ich gesund wie ein Fisch im Wasser. Plößlich wurde ich krant; es war keine Nervosität, ich hatte auch keine Magenbeschwerden, und doch sagte der Arzt, ich hätte ein nervöses Magenleiden. Jch tat, was ich als fleiner Beamter mich niemals getraut hätte zu versuchen; ich verlangte einen Urlaub. Meine Kollegen lachten mich aus. Probier's nur, es fann dir nicht nützen und nicht schaden," sagten sie mir. Daß ich wegen eines nervösen Magenleidens Urlaub bekomme, war ganz und gar ausgeschlossen. Man wußte ja, daß das Ganze nur auf Einbildung beruht. Doch ich ließ mich nicht abschrecken und reichte mein Gesuch ein. " „ Das Sie werden ihr Leben lang dieses schwere Joch schleppen..."- „ Ich möchte aber doch einen Versuch machen..." tönnen Sie fun..." Rodelfahrt. Und während die Leute draußen ungeduldig warteten, war der Minister so licbenswirdig, alle Symptome seines Leidens aufzuzählen. Ich frohlockte. Das nervöse Magenleiden war Wir der Faden, der mich an den Exzellenzherrn knüpfte. sprachen davon, wie von einem gemeinschaftlichen Freund Der gute Gott tut doch nichts umsonst, und in seiner Hand entspringt auch dem Ungluck unendlicher Segen Ganz stolz begab ich mich in mein Zimmer: ich hatte ja etwas, was im ganzen Ministerium nur noch der Miister hatte; es war nicht eitler Rang, auch nicht ein vergänglicher irdischer Schatz( wie ein hohes Gehalt), nicht Popularität oder allgemeine Wertschätzung, sondern ein nervöses Magenleiden. Am nächsten Tage ließ mich der Minister wieder rufen und erkundigte sich, wie ich diese Nacht zugebracht habe. Als ich, ohne viel Federlesens zu machen, dankend gestand, daß ich die Nacht elend verbracht habe, spiegelte sich auf seinem Gesicht eine schwache Schadenfreude. Er dankte nicht, aber auch er hatte die Nacht elend zugebracht.„ Echauen Sie, Laschka, ich gebe Ihnen mehr als Urlaub. Ich gebe Jh..en ein Empfehlungsschreiben an meinen Arzt."- 3u demselben, der den Exzellenzherrn nicht furieren fonnte?"- ,, Zu demselben. Er behandelt jetzt nach einem neuen Seilverfahren." Exzellenz haben schon einen Ver. Nein, lieber such gemacht?" Laschka... Es ist noch von nieSie mandem erprobt worden werden der erste Patient sein... Sie werden das Versuchskaninchen sein... Von Ihnen wird man in allen europäischen Fad blättern sprechen... Sie werden auf dem Felte der Wissenschaft eine lei chtende Fadel sein Sie werden auch noch in späteren Jahrhunder." 20: Glück ten zuiert werden... ganz vernichtet, stand ich da, und ich erholte mich erst, als der Minister fortsetzte: Komm! Schmieg' dich ganz nahe an mich an! Flechte die Arme mir fest um die Brust! Wie ein Silberband leuchtet die glitzernde Bahn Tannengesäumt in lautloser Luft. Fertig!! Leise knirschen die Kufen im Schnee, Langsam regt sich der Schlitten zum Flug, Schneller und wilder... herab von der Höh'! Fernen und Grenzen wie ein Trug - - Heraus aus dem schwarzen, tanzenden Wald, Die freie Bahn blitzt im Mondenlicht Und ich fühle deine junge Gestalt, Und dein Atem kost mein erhitztes Gesicht. Und der Sturm springt uns nach und heult und bellt, In rasendster Fahrt fliegt der Schlitten zum Grund; und hält. Ins träumende Dörfchen, und stöhnt Liebling, küss' mir den heißen Mund! Am nächsten Tage stürzte der Diener mit der Botschaft zu mir herein, der Minister wünsche mich zu sprechen. Dieses Glück hatte ich noch niemals, und so läßt es sich denken, daß ich über Hals und Kopf zum Minister eilte. Es war Audienzstunde, und es warteten viele Leute im Wartezimmer. Nichtsdestoweniger wurde mir sosort Einlaß gewährt. " 1 Der Minister erhob die Hand, in welche meine Zukunft gelegt war und drückte meine Rechte. Sie verlangen Urlaub?" fragte er, mich teilnahmsvoll musternd. Ich bin so frei..." ,, Und wirklich haben Sie ein nervöses Magenleiden?" , Wie sind Sie dazu gekommen?"-„ Ich „ Ja, Exzellenz!" habe keine Ahnung."" Und was sind die Symptome?" ,, Exzellenz zweifeln vielleicht..." ,, Ach nein, ich interessiere " Ich kann nicht effen."- Auch ich nicht." mich dafür." " Ich kann nicht schlafen."- Auch ich nicht."-" Ich kann nicht arbeiten." ,, Auch ich nicht."" Infolgedessen bin ich sehr nervös, und habe weder bei Tag noch bei Nacht Ruhe." " Der Minister erhob sich, ging einigemal auf und ab und fagte dann: „ Ja, das ist ein nervöses Magenleiden. Daran leide auch ich." " Wie, Exzellenz?" Der Minister nickte traurig mit dem Kopfe.„ So ist es, junger Freund. Als Minister habe ich mir dieses Leiden zugezogen. Es ist sicher, daß ich ein ganz anderes Leben führe, als Sie, und doch habe ich es bekommen. Machen Sie sich, junger Freund, keine besonderen Hoffnungen. Sie werden niemals gesund werden..." „ Wie, ich bekomme also feinen Urlaub?"-„ Aber ja, ich wollte Sie nur aufmerksam machen, daß alles vergebens ist. Hans Herbert Ulrich. BO " " 1 ,, An der Kassa beheben Eie mit dieser Anweisung 200 Kr. Sie verdienen diese außergewöhnliche Unterstützung. Sie hatten ja noch niemals Urlaub überglücklich taumelte ich h.naus. Am nächsten Tage meldete ich mich beim Arzt. Am druten Tage hatte die Kur begonnen. Das Heilverfahren war nicht sehr amüsant. Um sechs Uhr wurde ich aus dem Bette gerüttelt und in kalte Decken gehüllt. So mußte ich zwei Stunden lang liegen Kaum war ich in Schweiß geraten, wurde ich mit Eiswasser begossen, und so wurden meine Glieder wieder starr. Dann wurde ich wieder mit trockenen Tüchern gerieben, bis mir das Blut herausspritzte, dann wurde eine Migenmasseg: vor. genommen. Zwei zu diesem Zweck abgerichte e Ringtampfer bearbeiteten nich so sehr, daß ich mich zwei Tige lan, nicht rühren konnte. Die Exzellenz besuchte mich ost; wir gingen täglich zusammen spazieren und er erfundigte sich sehr eingele.id über die Wirkung der Kur. Die Wirkung war brillant. Nach Verlauf eines Monats schlief ich wie ein Murmeltier, aß wie ein Burstenbinder. Mein Glück wurde auch dadurch noch gesteigert, daß ich indessen ein Liebling des Ministers ce.vorden war. Das nervöse Magenleiden hatte den Grundstein zu men er Kariere gelegt. Nach beendetem Urlaub kehrte ich wie ein siegreicher Seerführer, mit heiler Haut, als Freund des Ministers ins Amt zurück. Der Minister stürzte sich mit geschlossenen Augen in den Strudel der neuen Kur und machte alle Qa en durch, die ich ertragen mußte. Allein, er war nicht so gluctl.ch wie ich. Und er ist von seinem Leiden nicht befreit worden! Mürrischer als zuvor kehrte er ins Amt zurück. Von meiner Eristenz hat er niemals mehr Notiz genommen. Der eige Faden, das nervöse Magenleiden, war entzweigerissen erau i}, aber gesund sente ich den Kopf über den Schreibtisch. wäre ich nicht kuriert worden, so könnte ich schon Ministerialrat sein. Unter den Indianern. Unter den Indianern. Persönliche Erinnerungen. Die Völkerkunde pflegt überall da, wo sie dem Publikum vor Augen tritt, das größte Interesse zu finden; um so erstaun licher ist es, daß man wirklichen ethnographischen Kenntnissen nur selten begegnet. Nur eine Völkergruppe macht da eine Ausnahme: die Indianer. Vielleicht spielt dabei der Eifer eine Rolle, mit dem man in jungen Jahren die Romantik wilder Indianergeschichten verfolgte. Selbstverständlich entsprechen die Vorstellungen, die dadurch von dem Leben und Treiben der Indianer hervorgerufen werden, in den seltensten Fällen der Wirklichkeit. Die Internationale Hy. giene Ausstellung, die in diesem Jahre in Dresden abgehalten wird, will sich durch Vorführung einzelner Objekte hier das Verdienst erwerben, die Kultur dieses vom Tode gezeichneten Volkes zu illustrieren. Aus diesem Grunde wollen auch wir uns heute einmal mit den Indianern beschäftigen. Die Indianerzeiten, die uns Fenimore Cooper so wunderbar in 5 schlägt gut an. Die Kinder in den Schulen machten durchweg einen guten Eindruck; sie zeigten sich aufmerksam, fleißig und wißbegierig Kurios sah es aus, wenn die tleinen roten Finger mit dem Griffel auf der Schiefertafel herumhantierten. Allerdings kommt es vor, daß solch ein an Freiheit gewöhntes Bürschchen durchbrennt. Indianermädchen im Festkleide. seinen Lederstrumpf- Erzählungen geschildert hat, sind heute vorbei, denn das unerbittliche Schicksal hat es gewollt, daß aus dem amerikanischen Wilden ein gesetzter Bürger aus dem roten Krieger ein arbeitssamer Mensch geworden ist. Der einst so verschlungene indianische Pfad ist in den breiten Weg der Zivilisation gemündet, und die Urbewohner der Vereinigten Staaten sind heute gezwungen, unter gänzlich anderen Verhältnissen zu leben wie zu den Zeiten, in denen die Rothäute noch zu den gefürchtetsten Gefahren gehörten. Vor wenigen Jahren hatte man noch bezweifelt, daß sich der Indianer jemals an die Zivilisation gewöhnen würde, denn die ersten Indianerschulen erzielten nicht die erhofften Resultate. Aber nach und nach verfehlten der Triumph der Zivilisation, die Macht des Reichtums und die Wunder der Industrie auch auf den roten Mann ihre Wirkung nicht. Er wurde auf einmal von dem brennenden Wunsch erfaßt, es den Blaßgesichtern gleich zu tun und sich ihre Errungenschaften zu eigen zu machen. in 11 wieder Denn Wald und Prä¨ie erscheinen ihm verlockender als die harte Schulbank und das ABC. Auch ist der Voll. blut Indianer viel schwieriger zu„ kultivieren" als der soge. nannte Half breed. Unter den letzteren findet man schon viele akademisch gebildete Juristen, Die ReÄrzte usw gierung stellt jedoch beide Rassen auf eine Stufe und bringt bei ihnen die gleichen Gesetze zur Anwendung. Dies geht schon aus dem ,, Whiskey- Berbot" hervor, denn keinem Indianer oder Halfbreed darf das, Feuerwasser" verabsolgt reip verkauft werden. Die Ursache des Vertotes ist in der gefähr lichen Wirkung des Feuerwassers" auf die Indianer zu suchen. In der Häuslichkeit ist der Indianer schweigsam, was man von seinen Squaws nicht immer behaupten fann; manche verdienen sogar den Namen Klatschbasen! Vor einigen Jahren erließ die Regierung ein Gesetz, welches den Indianern die Polygamie verbietet. Das Gesetz wird jedoch noch allen Regeln der Kunst" und mit echt indianischer Schlauheit umgangen. Bei einigen Stämmen tun die Frauen gar nichts, bei anderen müssen sie tüchtig arbeiten. In einzelnen Industriezweigen, wie im Korbflechten, leisten die Frauen und Mädchen einzelner Stämme ganz Servor. ragendes. Am interessantesten war es am Sonnabend nachmittag in den den Reservationen am nächsten gelegenen Städten. An diesem Tage kauften die Rothäute ihre Lebensbedürfnisse ein und famen dann mit Kind und Regel" in die Stadt. Hauptsächlich wurde versucht, den ver. botenen Whiskey einzutauschen. Die Versuchung ist gerade ſo groß für die Roten wie für die Blaßgesichter. Einen Pony oder eine gute Winchesterbüchse für ein Fläschchen „ Feuerwasser", das nur einen Wert von 3 Mart hat, einzuhandeln, ist immerhin ein Geschäft! Aber die Strafe von vier Jahren Zuchthaus, die wie ein Damoflesschwert über dem verbotenen Whiskeyhandel schwebt, gebietet dem Weizen Vorsicht. Originell ist die Reitweise der Indianerinnen; sie reiten nach Männerart, immer drei bis vier hintereinandersizzend, auf einem Pferde. Man muß über einen solchen Beritt à la Saimonskinder lächeln, aber die indianischen„ Ladies" sind vorzügliche Reiterinnen. Verteilung von Nahrungsmitteln an Indianer durch ein staatliches Proviantamit. Im fernen Westen bin ich selbst viel unter die Indianer gekommen und so manche Stunde einem Wigwam" verbracht. In der unmittelbaren Nähe von Pendleton, einem kleinen Städtchen im Staate Oregon, befinden sich größere Indianer- Reservationen. Oft bin ich hinausgeritten und habe im Wigwam" mit den Squaws und Kindern geschäkert, sie durch Kleinigkeiten, wie eine billige Halskette, einen unechten Ring oder Sampelmann" in große Freude versetzt und mir ihre Freundschaft erworben. Auch so manche Nacht habe ich, wenn ermüdet von der Jagd zurückgekehrt, auf einem Bärenfell im Wigwam" zugebracht. Im allgemeinen war man mit den Resultaten, die in der auf der Reservation sich befindlichen Missionsschule erzielt wurden, sehr zufrieden. Namentlich die jüngere Generation Interessant war es auch bei den Puyallup- Indianern im Staate Washington. Ihren alten Säugtting, den fast 80jährigen Garry, habe ich noch persönlich gekannt. Da der Greis englisch sprach, so verständigten wir uns ganz gut. worde = 0=