und gen 25 an Rh. ב : m er g dieser moderlligsten rift en grosRoman Kuh esber, und temgeschriet Dill, rzähl. Art -Georg Karl n Hoffensy Mackay eft bringt haltender Fülle von r Art Zeiterelgnd Bild blätter in Tondruck. ate besorgt Schmidt). gelei efon 84. schluss tl. in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 9. - Telephon: Nr. 362. Abgeordneter Köbler+. Heute morgen traf aus Langsdorf die Trauerkunde ein, daß Philipp Köhler 6. gestorben ist. Nicht unverhofft, denn in weitesten Kreisen war es befannt, daß unser Reichstagsabgeordneter schon seit längerer Zeit an der nicht aufzuhaltenden Zuckerkrankheit leide. Bis vor wenigen Monaten körperlich ein Riese, hatte ihn die Krankheit in den letzten Wochen doch der= maßen zugesetzt, daß seine Familie und Freunde das Ende nicht allzufern mehr sahen. War er auch nicht mehr die imponierende Größe, geistig groß ist KöhlerLangsdorf bis zu seinem Tode geblieben. Gewacht hat er für seine Bauern, mit denen er lebte und wirkte; darum wird gerade draußen in den Dörfern seines Wahlkreises die Trauerkunde tiefstes Mitleid erregen. Von einem einfachen Bauer heraus hat er sich einen Namen gemacht, der nicht allein in Hessen, sondern in weiten Gauen Deutschlands stets dankbar genannt wird. Er wurde am 6. August 1859 zu Langsdorf als Sohn eines Landwirts geboren. Seine Vorfahren waren stets Bauern und haben oft, wie auch er, Ehrenämter befleidet. Von 1865-1872 besuchte er die Volksschule und von 1872-74 das Gymnasium in Darmstadt. Seit 1884 ist er verheiratet gewesen; der Ehe entstammen 3 Söhne. 1882 hat er beim Kaiser- Regiment zu Gießen seiner Militärpflicht genügt. Für seine ihm ans Herz gewachsene Landwirtschaft ist der Verstorbene stets in die Bresche gesprungen. Köhler- Langsdorf war Mitbegründer des Hessischen Bauernbundes, gehörte dem Vorstand des Bundes der Landwirte an und stand seit 1890 ununterbrochen an leitender Stelle in der hessischen Bauernbewegung. Er war mit dem Langsdorfer Lehrer Leidlich Reformator des obligatorischen ländlichen Fortbildungsschulwesen, hat für Ausgestaltung des naturkundlichen Unterrichts zu landwirtschaftlichen Zwecken gesorgt, trat energisch für Beschaffung der Ackerbauschu len ein und hat sich für die landwirtschaftliche Literatur sehr verdient gemacht. auch von Nicht minder verdienstvoll ist Köhler- Langsdorf als Politiker. Dem hessischen Landtage gehört er lange Jahre an, seit 1890 ist er dessen 2. Präsident. Jm Reichstag hat er unseren Wahlkreis Gießen 1893-1903 und von 1907 bis jetzt vertreten. Zuletzt gehörte er keiner bestimmten politischen Partei an. Seine persönlichen Anschauungen waren oft demokratische und doch blieb er mit der deutsch- sozialen Partei in enger Fühlung und damit stand er auch bis zu seinem Tode im Reichstag der Wirtschaftlichen Vereinigung nahe. Sein Geburtsort ehrte sein Wirken für die Gemeinde und die Allgemeinheit, daß er 1897 zum Bürgermeister gewählt wurde. Von 1896 bis 1907 war er auch Postverwalter. Zahlreiche Vereine, darunter auch solche der Volks, Heimat- und Altertumskunde verlieren in Ph. Köhler 6. ein eifriges Mitglied. Ein arbeitsreiches Leben voll Kampf und Ehren ist mit Köhler- Langsdorf erloschen. Möge dem Führer der Hessischen Bauern nun die Erde leicht sein. Zur kommenden Reichstagswahl. Offenbach a. M. Die Vertrauensmänner der Wirtschaftlichen Vereinigung, der christlich- sozialen und der deutsch- sozialen Partei des Wahlkreises Offenbach Dieburg werden kommenden Sonntag in Groß- Umstadt zusammentreten, um die nächste Reichstagswahl zu be= sprechen und ev. einen Kandidaten zu ernennen. zu Mitgliedern des Landesausschusses der na= tionalliberalen Partei wurden an Stelle der ausgeschiedenen Abgeordneten Frhr. v. Heyl, Graf Oriola und Reinhart die Herren Landtagsabgeordneten Oberbürgermeister Köhler- Worms, Syndikus Dr. Meesmann Mainz und Mühlenbesitzer SchudtFriedberg gewählt. = Marburg. Der Bauernbund erklärt, daß die Unterstützung von Gerlachs und des deutsch- sozialen Kandidaten Rupp bei den kommenden Reichstagswahlen vollständig ausgeschlossen sei. * Marburg. Von den Sozialdemokraten wurde der Vorsitzende des Frankfurter Dachdeckerverbandes, J. Diehl, als Kandidat für die kommende Reichstags= wahl im Marburger Wahlkreis aufgestellt. Aus der Heimat. Gießen, den 11. Januar. -st Gießen. Morgen Donnerstag findet die erste diesjährige Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung statt. Nur die Einführung und Verpflichtung der neu bezw. wiedergewählten Mitglieder der StadtverordnetenVersammlung steht auf der Tagesordnung. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch den 11. Januar 1911 * Gießen. Die hiesige Israelitische Religionsgesellschaft bemüht sich wegen Errichtung eines konfessio= nellen Friedhofs. Gegen die ablehnende Stellungnahme ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Nonnenroth, 8. Jan. Der bündlerische Redner Redakteur Th. Reuther, welcher gegenwärtig den ganzen Wahlkreis bearbeitet, hielt heute hier eine Verder Stadtverwaltung hat sie jetzt das Verwaltungsge- ſammlung ab, in der er über das Thema„ die nächsten richt angerufen und beim Kreisausschuß beantragt, den Sonder- Friedhof zu genehmigen. Die Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie in Hessen hält ihre 13. Hauptversammlung am Samstag, 4. Februar, vormittags 10½ Uhr in Gießen ab. Den Gegenstand der Verhandlungen bildet die Beurteilung der Sittlichkeitsverbrechen; Prof. Dr. Mittermaier- Gießen wird die Frage an Händen der Deutschen, Dester reichischen und Schweizer Strafrechts- Entwürfe von der juristischen Seite behandeln, während Professor Dr. Dannemann- Gießen über die Psychopathologie der Sittlichkeitsverbrecher sprechen wird. Am Nachmittag findet Besichtigung der neuen Jrrenanstalt bei Gießen statt. Der Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und Umgegend 1897 beabsichtigt mit der am 12. und 13. März stattfindenden Landes= ausstellung der hess. Geflügelzuchtvereine eine Verlosung von Rassegeflügel, Brutapparaten und Gebrauchsgegenständen für Geflügelzucht zu verbinden. Das hess. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 10 000 Lose, zu 0,50 Mark das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose abzüglich des Reichsstempels zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich wurde der Vertrieb der Lose im Großherzogtum Hessen gestattet. Gewerbliche Revision in Gießen. In den Monaten Oktober, November und Dezember ( in einem Falle wurde Anzeige erhoben wegen Ueberwurden revidiert: 1. Die Steinbrüche und Gräbereien tretung des§ 7 dieser Verordnung); 2. Die Borstenzurichtereien inbezug auf ausländische Ware; 3. Drucker eien bezüglich Mittagspause der Arbeiterinnen; 4. Die Pfandleiher und Trödler; 5. Carbidlager bei den Gewerbetreibenden; 6. Die Petroleumtankwagen der Amerikanischen Petroleumsgesellschaft und verschiedene Petroleumlager; 7. Die Warenhäuser inbezug auf Feuersicherheit; 8. Die Dampskesselanlage der„ Hassia"-Pneu matifwerfe; 9. Fellhandlungen und Lumpensortierereien inbezug auf die Eß- und Umkleideräume der Arbeiter; phen und Kinematographen; 12. Hausierhandel nach 10. Die Geschäftsbücher der Güterhändler; 11. Biogra9 Uhr abends; 13. 99 Betriebe mit mehr als 10 Arbeitern und diesen gleichstehenden, in denen jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen über 16 und 21 Jahre beschäftigt werden( in drei Fällen wurde Anzeige wegen Vergehens erhoben); 14. Die gewerbliche Nebenbeschäftigung schulpflichtiger Kinder; 15. Die Unterkunftsräume und Aborte auf den Baustellen; 16. Die gewerbsmäßigen Stellenvermittler; 17. Getreidemühlen; 18. 37 Barbier- und Friseurgeschäfte; 19. 37 Benzin- und Benzollager; 20. 40 Bäckereien und die damit verbundenen Konditoreien; 21. 71 Verkaufsstellen, in denen Margarine, Margarinekäse oder Kunstspeisefett gewerbsmäßig verkauft wird( in 4 Verkaufsstellen fehlte die Aufschrift ,, Verkauf von Margarine"; da diese in Unkenntnis handelten, trat Verwarnung ein); 22. 80 Verkaufsstellen, in denen der Kleinhandel mit Stearin und Parafinkerzen betrieben wird; 23. 36 Kleider- und Wäsche- Konfektionen, sowie Putzmachereien; 24. Die Sitzgelegenheit für Bedienstete in den offenen Verkaufsstellen; und 25. 119 Milchhändler auf spezifisches Gewicht der Milch, Reinlichkeit der Gefäße und Wagen. Bei einer Probe stellte das chemische Untersuchungsamt sehr erheblichen Wasserzusatz fest. Anzeige gegen den Beschuldigten wurde erhoben wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelge setz. Außerdem wurden 52 Nahrungs- und Genußmittel-, darunter 15 Milchproben, sowie Proben Verbrauchsgegenständen erhoben und dem chemischen Untersuchungsamt übergeben. 3 Milchproben wurden wegen Schmutzgehalts und 2 Proben, weil sie den vorgeschriebenen Fettgehalt nicht erreichten, beanstandet. In allen Fällen trat Verwarnung ein, da die Beanstandungen geringfügig waren. * - * * * von Garbenteich, 9. Jan. Der Schäfer per ein für Oberhessen hielt gestern im Gasthaus„ Zum grünen Baum" seine Hauptversammlung ab. Die Versammlung beschäftigte sich mit den Lohnverhältnissen, mit der Hundesteuer und mit den Seuchegesetzen. ** Großen Linden. Am 26. März findet hier eine Wanderversammlung mitteldeutscher Kaninchenzüchter statt. * Beuern. In dem Gehöft der Katharina Sommerlad ist die Schweinepest ausgebrochen. Reichstagswahlen" sprach. Lüzellinden. Hier findet in diesem Jahre die Verbandsausstellung des Mitteldeutschen Kaninchenund Geflügelzüchterverbandes statt. -b= Allendorf, 8. Jan. Heute hielt unser Reichstagsabgeordnete Behrens hier eine Versammlung ab, die sowohl aus dem Orte als auch aus den Nachbargemeinden, insbesondere Bissonberg, sehr besucht und infolgedessen die Versammlungsräume überfüllt waren. *) Wetzlar, 11. Jan. Medizinalrat Dr. Braun wird heute Abend im„ Deutschen Haus" einen Vortrag über„ Die Frau im Dienste der Volksgesundheit" halten. *) Wetzlar. Der neue Musikalische Verein" unserer Stadt veranstaltet kommenden Samstag eine farnevalistische Damen- Sitzung. *) Wetzlar.„ Unter dem Reichstammergericht", im hiesigen Geschichtsverein aufgeführt. dieses Schauspiel wird nächste Woche, am 19. Januar, *) Wetzlar. Der hiesige Taunusklub unternahm in am vergangenen Sonntag als erste Wanderfahrt diesem Jahre eine Tour auf den Dünsberg. Der Abstieg erfolgte nach der Fellingshäuser Seite hinunter. Das Mittagsmahl wurde in Rodheim bei Gastwirt Bechthold eingenommen. Während desselben wurde einem unverdrossenen Tauniden, Herrn Stationskassenrendant Knoop, als Anerkennung für die 50. ununterbrochene Klubwanderung der übliche Ehrenwanderstock überreicht. Die Heimfahrt erfolgte von der Station Abendstern aus. * Limburg, 9. Jan. In der am Sonntag hier Vereins wurde von Direktor Bansa- Limburg ein stattgefundenen Hauptversammlung des Lahnkanalanderes Projekt der Lahnkanalisierung für 200 TonnenSchiffe zur Kenntnis gegeben. Interessant ist es zu hören, etwas verlängert werden brauchen und daß dieses neue daß die vorhandenen Lahn- Schleusen zum Teil Projekt nur einen Kostenaufwand von höchstens 11 Millionen Mark erfordert. Die anwesenden Abgeordneten Cahensly, Dahlem und Dr. Lieber sagten ihre Unter= stützung für dieses Projekt sowie der Aufnahme der Lahn über die Schiffahrtsabgaben zu. in das demnächst zur Beratung stehende Reichsgesetz nur * Marburg. Der Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Kassel ist für den 6. März nach Kassel einberufen worden. * Bad Nauheim. Laut Ministerialverfügung vom 5. Januar 1911 wurde Lehramtsassessor Kraus in Darmstadt mit der Verwaltung einer Lehrerſtelle für den erkrankten Oberlehrer Dr. Strecker beauftragt. * Nieder- Ramstadt. In Frankfurt starb vor drei Jahren der Metzger Kilian, der von hier stammt, als Geselle nach Frankfurt kam und dort ein reicher Mann wurde. Sein 400 000 Mt. betragendes Vermögen vermachte er seiner Heimatsgemeinde Nieder- Ramstadt. Die Erben fochten das Testament an. Es fam ein Vergleich zustande. Die Gemeinde hat sich mit Mt. 200 000 abfinden lassen. * Mainz. Der Mainzer Karnevalverein veranstaltet einen Wettbewerb für eine Idee für den Rofenmontagszug. Offerten und Zeichnungen sind an den Präsidenten Reen zu senden. Mainz. Der Zentralausschuß der deutschen Katholikentage faßte den Beschluß, den diesjährigen Katholikentag in der Zeit vom 6.- 10. August abzuhalten. Kardinal Dr. Fischer- Köln hat sein Erscheinen in sichere Aussicht gestellt. Bingen. Der reichste Mann der Rheinprovinz, wohl auch Südwestdeutschlands, Rittergutsbesitzer und Kommerzienrat Karl Puricelli, ist aus Rheinböllerhütte im Alter von 87 Jahren gestorben. * Rodelunfälle sind in den letzten Tagen in erschreckender Zahl vorgekommen, so in Dörnberg b. Diez, in Marburg, in Eltville, in Dillenburg, in Bad- Nauheim, im Habichtswald bei Kassel, im Erbacher Tal bei Heppenheim und in Nieder- Ramstadt. Mehr Vorsicht müßte beachtet werden! Miltenberg. Der verstorbene Kommerzienrat C. Winterhelt hat der Stadt für wohltätige und ge= meinnützige Zwecke eine Million Mark vermacht. * vom Höchst a. M. Der Unteroffizier Mo II hiesigen Bezirkskommando ist verschwunden. Er hat 3000 Mark Menagegelder unterschlagen. * Kassel. Wie verlautet, besteht die entfernte Aussicht, daß die hiesige Garnison durch ein FußartillerieRegiment verstärkt wird, das seine Kaserne dicht vor den Toren von Kassel auf Niederzwehrener Gemarkung erhalten würde. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Vorbereitungen für den Empfang des deutschen Kronprinzen in Peking werden mit großem Eifer betrie= ben. Der Palast des Regenten, den der Kronprinz bewohnen soll, ist nun vollkommen fertiggestellt. Er wird mit den schönsten Werken der chinesischen Kunst geschmückt; Bimmerdekoration und Möbel sollen ausschließlich in chinesischem Stil gehalten werden. Auch Japan rüstet sich zum Empfang des Kronprinzen. Drei hohe Würdenträger find beauftragt, den Kronprinzen am 25. April in Yokohama zu empfangen. Der Staatssekretär des Reichskolonialamts von Lindequist beabsichtigt im Frühjahr d. Js. Deutsch- Südwestafrika zu bereisen. Der Plan besteht schon seit längerer Zeit. Der Termin für den Antritt der Reise hängt von dem Gang der Reichstagsberatungen ab. Mißtrauen gegen Deutschland in Rußland und Japan zu erwecken, ist der Zweck einer Londoner Zeitungsmelbung, wonach China sich, nachdem das russisch- japanische Abkommen vom Juli vorigen Jahres zustande gekommen, riner Bündnispolitik zugewandt habe. Verhandlungen in dieser Richtung mit den Vereinigten Staaten hätten aber feinen rechten Fortschritt gemacht, darum habe es sich Deutschland genähert, das, gleich wie Amerika, außerhalb der von England im fernen Osten gebildeten Gruppenfombination stehe. Den beabsichtigten Erfolg dürfte die englische Presse mit dieser Meldung aber kaum erzielen. abgeschafft und mit dem Jahre 1913 der ewige Friede be ginnen würde. Carnegie wehrte sich gegen den Vorwurf, mit der Fabrikation von Kriegsmaterial viel verdient zu haben. Der damalige Präsident, so sagte er, habe ihm ge= sagt, er set verpflichtet, durch Lieferung guter Panzerplatten für eine längere Lebensdauer der Kriegsschiffe zu wirken. Tatsächlich hätte er an anderen Eisenfabrikaten mehr verdient, als an Panzerplatten. Die österreichische Kabinettskrise hat mit der Bildung eines dritten Ministeriums Bienerth geendet. Das neue Kabinett ist vom Kaiser Franz Josef bereits bestätigt worden. Den scheidenden Ministern hat der Kaiser hohe Ordensauszeichnungen verliehen. Wer hat recht? Ein rheinisches Blatt hatte in einer Betrachtung über den Termin der kommenden Reichstags= wahlen Andeutungen darüber gemacht, daß der Kanzler die Parteien überraschen und die Wahlen in den Spätfrühling verlegen wolle. Diese Vermutungen sind nach anderen Blättermeldungen vollkommen unbegründet. Es darf als ausgeschlossen gelten, daß die Neuwahlen an einem so frühen Termin stattfinden werden, da der jezige Reichstag außer dem Etat noch eine ganze Anzahl wichtiger Aufgaben zu bewältigen hat, unter denen die Reichsversicherungsordnung an erster Stelle steht. An der Absicht der Reichsregierung, den jeg.gen Reichstag noch recht tüchtig arbeiten zu lassen, hat sich nichts geändert, infolgedessen auch nichts an dem Entschluß, die Wahlen, wie ursprünglich geplant, im Spätherbst stattfinden zu lassen. Die reichhaltige Standalchronit der französischen Republik ist jetzt um einen weiteren Fall vermehrt worden. Wie aus Paris gedrahtet wird, stellte Senator Perrier in dem von ihm über die Mißbräuche bei dem Neubau des Nationalmuseums erstatteten Bericht fest, daß dieser Bau, dessen Kosten auf etwa 3 Millionen Fr. veranschlagt waren, über 11, Millionen verschlungen habe. Perrier verlangt unter anderem im Namen des Untersuchungsausschusses, daß der leitende Architekt seines Postens enthoben und zur Verantwortung gezogen werde. Wiederum ein Beleg dafür, daß selbst eine Republik mit der Losung ,, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" nicht gegen unzulänglichkeiten gefeit ist. Eine Verschärfung der bestehenden Strafbestimmungen gegen den Schmutz in Wort und Bild fordert ein Gesezentwurf, der nach Blättermeldungen von der Stadt Hamburg dem Bundesrate zugegangen ist. Nach dem Entwurfe soll der Verkauf von zu Verbrechen anregender Schundliteratur an die schulpflichtige Jugend unter Strafe gestellt werden. Dem Gesetzentwurfe ist eine ausführliche Begründung beigegeben. Der Bundesrat wird voraussichtlich Anfang Februar darüber Beschluß fassen, so daß es nicht ausgeschlossen wäre, daß noch der jezige Reichstag sich mit dem Entwurfe befassen wird. Kleine Nachrichten. Für die Afrifaexpedition des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg hat der Kaiser aus seinem Dispositionsfonds 50 000 Mark bewilligt. Nach den letzten telegraphischen Meldungen, die bis zum 28. November reichen, befanden sich sämtliche Teilnehmer der Expedition wohlauf. Die Haupterpedition unter Führung des Herzogs dürfte sich gegenwärtig in der Nähe des Tschadsees befinden. Neue Wachdienstvorschriften zum Schutze der Verteidigungsanlagen arbeitet die Heeresverwaltung gegen= wärtig aus. Anlaß hierzu dürfte die Spionageaffäre ge= geben haben. Die neuen Vorschriften beziehen sich sowohl auf den Wachdienst für Festungen wie auch für die Küstenbemachung und enthalten besondere Vorschriften für den Luftschiffperfehr. Luftschiffstationen dürfen nur außerhalb der Geftungsanlagen angelegt werden. Das Festungsge= lände soll durch weithin für den Luftschiffer sichtbare Merkmale fenntlich gemacht werden. Zum Schutz der Nordseefüffte fritt während der Badezeit eine verschärfte Küstenbewachung in Kraft! 1lbndn Briefe bittet der Unglückliche, seinen Bruder, den Oberlehrer Brinkmann in Minden i. W., und seine in Soest i. W. lebende Mutter zu benachrichtigen. Ein furchtbares Familiendrama hat sich in Aalen in Württemberg abgespielt. Am Sonnabend abend hatte sich der Landwirt Schöneck von Sandberg nach voraufgegange= nem Streit mit seiner Frau in den nahegelegenen Wald begeben, um seinem Leben ein Ende zu machen. Die Frau folgte ihm und wollte ihm das Gewehr entreißen. Dabei entlud sich die Waffe und traf die Frau so unglücklich, daß sie bald darauf starb. Der Mann brachte seine Frau nach Hause und erhängte sich dann. Die zweitgrößte Stadt Preußens bleibt Breslau. Nach der letzten Zählung schten es, als obBreslau von Köln überflügelt worden sei. Nun verkündet das statistische Amt der Stadt Breslau, daß die Revision der Zählungslisten ergab, daß bei der vorläufigen Feststellung die Bevölkerung um 962 Personen zu niedrig eingeschätzt worden war. Nach endgültiger Feststellung habe Breslau aber 511 891 Einwohner, während Köln nur 511 042 aufweist. un bend Etat der preußischen Eisenbahnverwaltung für 1911 befindet sich den B Lot.- Anz." zufolge eine Mehreinstellung von heinahe einer halben Million. Mit diesem, Betrage; soll all denjenigen pensionierten Eisenbahnbeamten, die nommen Artikel 11 dem privaten Eisenbahndienste überEine planmäßige Heze gegen den Gemeindearzt veran stalteten die Bauern in Riedau in Oberösterreich. Der Arzt hatte pflichtgemäß einen Typhusfall zur Anzeige gebracht, weshalb die geplante militärische Einquartierung unterblieb. Dem Arzt wurde der Kauf von Lebensmitteln verweigert; die Patienten blieben aus. Gegen sein Haus wurden Steinwürfe gerichtet. Infolge der Aufregung ist er jetzt einem Herzschlag erlegen. Der reichste Mann der Rheinprovinz, Rittergutsbesitzer und Kommerzienrat Karl Puricelli, ist am Sonntag auf Rheintaler Hütte bet Bingen gestorben. Der bereits 87= fährige hat sich ein Denkmal gesetzt durch Errichtung eines großen Blindenheims, sowie durch seine zahlreichen Wohltätigkeitsafte. Er war Ehrenbürger von Bingen. find, und denen als Kriegsteilnehmern nach Pensionsgesetzes vom 27. Mai 1907 ein Mehrbetrag an Pensionen zusteht es handelt sich um diet betannten 5/60- die künftig als Pensionszulage auf rund eines hierzu zu stellenden Antrages ausgezahlt werden. Den einzureichenden Anträgen soll die Genehmigung nur erteilt werden, wenn Bedürftigkeit neben der Würdigkeit der Antragsteller nachgewiesen ist. Alle Gesuche sollen mit besonderem Wohlwollen geprüft werden. Damit ist ein lange gegter Wunsch der Eisenbahnpensionäre, die aus dem privaten Eisenbahndienst übernommen werden, erfüllt worden. Eine Stiftung von einer Million Mark für Bildungsund Wohltätigkeitszwecke machte der verstorbene Kommerzienrat Winterheld der Stadt Miltenberg in Unterfranken. Ohne Kopf begraben wurde im Zillertale ein Mann namens Rieser. Er hatte seinen abnorm großen Kopf bei Lebzeiten einem Gelehrten für 1500 Kr. verkauft, und dt, ser Handel ist jetzt, beim Tode des Mannes, perfekt ge worden. Ein Brand im Reichskolonialamt alarmterte am Sonntag nachmittag die Berliner Feuerwehr. In einem im 1. Stock belegenen Bürozimmer war aus bisher noch nicht er= mittelter Ursache ein Papierforb in Brand geraten. Das Feuer hatte bei Eintreffen der Wehr sich bereits auf den Fußboden und einen Schreibtisch ausgedehnt, konnte aber in kurzer Zeit gelöscht werden. Eine Friedensrede Carnegies. In einer Rede im republikanischen Klub in Neuyork prophezeite Carnegie, daß, wenn der neue Schiedsgerichtsvertrag zwischen Deutschland und Amerika zustande käme, tatsächlich der Krieg damit Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 2) Die Aviatik hat ein nenes Opfer gefordert. In Belgrad unternahm gestern der Aviatiker Rusijan einen Flug über die Festungswälle. Bei einer Wendung verlor der Apparat infolge eines Windstoßes das Gleichgewicht und stürzte ab. Rusijan erlitt einen Schädelbruch und starb während des Transports nach dem Spital. Der Nordpolfahrer Peary erschien am letzten Sonnabend vor einer Kommission in Neuyork, um Beweise für den Erfolg seiner Nordpolfahrt zu erbringen. In einer längeren Darlegung gelang es Peary, die Mitglieder der Kommission zu überzeugen, daß er tatsächlich den Nordpol entdeckt habe. Nunmehr wird ihm ohne Widerspruch der Tttel eines Kontreadmirals zuerkannt werden. Der belgische Kohlenarbeiterstreik dehnt sich über das ganze Land aus. Die Zahl der Ausständigen übersteigt beretts 25 000. Die Hauptursache der Bewegung liegt in der Herabsetzung des Lohnes infolge des neuen Berggesezes, das die Arbeitszeit von 10 auf neun Stunden vermindert. ,, Nein, im Gegenteil, der im Berner Oberlande so angenehm verlebte Sommer scheint mir wohlgetan zu haben." Die Gräfin schwieg und fuhr erst nach einer Weile fort: Ich habe trotzdem ein banges Vorgefühl, als ob ich bald sterben müsse. Nenne es Aberglauben und kindische Tozheit ich kann es nun einmal nicht los werden." Volkswirtschaftliches. Die Lebensdauer der Frauen in Deutschland. einer amtlichen, sich von 1890 bis 1900 beziehenden Statistik aus allen Landesteilen Deutschlands sind zwei Feſtstellungen von wesentlicher Bedeutung. Nach der ersten ist die Lebensdauer des weiblichen Geschlechts bedeutend größer als die der Männer. Es beträgt der Unterschied durchschnittlich sechs Jahre, nach dem zweiten ist die Lebensdauer der Frau in den letzten 20 Jahren bedeutend gestiegen. Sie betrug von 1870 bis 1880 nach der Statistik 42,5 Jahre, jetzt aber ist die mittlere Lebensdauer der Frauen auf 55 Jahre gestiegen. Ein Rückschluß auf verbesserte Lebensstellung und Lebensweise der Frauen ist danach berechtigt. Die Vergrößerung der Lebensdauer der Männer beträgt nach derselben Statistik 10,7 Jahre gegen 12,5 Jahre der Frauen. Den Unterschied in der mittleren Lebensdauer für Mann und Frau will man auf die größere Anspannung der Männer im Beruf zurückführen. Da sich aber die Frauen in den letzten 10 Jahren der Statistik bedeutend mehr als vorher am Erwerbsleben beteiligten, so scheint daraus hervorzugehen, daß eine maßvolle Tätigkeit der Frau durchaus günstig wirkt. In England übersteigt die mittlere Lebensdauer der Frauen noch die der deutschen, da dort die Frauen ein durchschnittliches Lebensalter von 56 Jahren erreichen. Ein Todessturz auf der Rodelbahn hat sich in Wilhelmshagen bei Berlin ereignet. Ein Oberprimaner fuhr mit seinem Rodelschlitten gegen einen Baum. Der Schlitten überschlug sich, und der Gymnasiast wurde mit dem Kopf gegen den Ast eines Baumes geschleudert. Er erlitt dabei so schwere innere Verletzungen, daß er in der Wohnung setner Eltern starb. Jrinja sprach eifrig auf ihre Herrin ein. Sie suchte sie zu überzeugen, daß sie sich mit unnützen Sorgen und Hirngespinsten quäle; aber die Gräfin blieb bei ihrer Ansicht. Berde waren so eifrig in ihr Gespräch vertieft, daß sie die dunkle Gestalt eines Mannes nicht bemerkten, der schon einigemale an ihnen vorübergegangen war. Jezzi verschu and er hinter dem Gebüsch, das im Rücken der Sprehenden, dicht hinter der Bank, worauf sie saßen, lag. Nach der Mahlzeit schwer erkrankt sind in einer Kutscherfamilie in Pilsen sieben Personen. Zum Kochen war scheinbar statt Salz ein dem Salze ähnliches, giftiges Pulver verwendet worden. Man nimmt Arsenikvergiftung an. Ein schweres Bauunglück wird aus Bremen gemeldet. In der Hammstraße stürzte gestern nachmittag ein im Rohbau fertiggestelltes zweistöckiges Haus in sich zusammen und begrub 5 Arbeiter unter sich. Einer der Verschütteten wurde als Leiche geborgen, zwei wurden schwer und einer leicht verletzt. Im Schlamm versunken ist in Kastell( Unterfranken) der Sohn eines Monteurs, der sich auf dem Festungsgraben mit Schlittschuhlaufen vergnügte. Als der Mutter die Unglücksbotschaft überbracht wurde, fiel sie in eine schwere Ohnmacht. ,, Wie gern würde ich statt meines Dieners Andrei morgen nach Petersburg reisen," sagte die Gräfin ,,, ich muß noch heute abend an meinen Sohn, den Grafen Jegor Wallutjeff, schreiben und ihm einschärfen, daß er den kostbaren Familienschmuck unseres Hauses sorgsam hütet; er ist ja, wie Du weißt, ein Vermögen wert. Ich wünsche, daß die Gattin meines geliebten Sohnes ihn beim nächsten Hofball trägt. Die Perlen würden sich auf ihrem weißen Halse gut ausnehmen und die Brillantsterne in ihrem dunklen Haar zur Geltung kommen, Maria Nicolajewna ist bildschön die beiden großen Solitaire habe ich als Chrgehänge für sie fassen lassen." Wegen Geldsorgen hat sich der 23jährige Student Fritz Brinkmann in Berlin erschossen. In einem hinterlassenen „ Und doch spricht man noch heute am Petersburger Hof von ihrer Schwiegermutter, als einer der schönsten Frauen im heiligen Rußland," warf Jrinja ein. Gen Der Leip aufolge rium a Gin bef Freunde Feier ei Beisegu zen gef ein mit Play no Freunde Komposi griffen munale Da das unterfter besucht verwalt geben mein, da gelegenh findet fid Cin von Lan Liebe un Ein Gonntag bogen u. Nach rufaleme morgen die Ware Streut lie Einhüllu Kontor und der mendet befindlid im Durd fich über Wohnung eingedru taubstum Kontor e Bei Abbrud niere un mittag brüdt un wurde d Mehrere anfälle. leistet. Ursache fonnte n Ein feft. E mußte d Hauptma lassen. folgten innerlich Don Bon in Obere ter mach lichen D Bug nach dessen n Wissenschaft, Kunst und Literatur. Professor Ostwald, der bekannte Chemiker und Naturphilosoph, Träger des Nobelpreises von 1909, hat sich auf Ansuchen des Professors Haeckel in Jena bereit erklärt, den Vorsitz des Deutschen Monistenbundes zu übernehmen. Aus den Gerichtssälen. Das zweite Nachspiel der Moabiter Krawalle nahm am Montag vor dem Schwurgericht des Berliner Landgerichts I seinen Anfang. 18 Personen, meist im fugendlichen Alter, welche sich sämtlich seit Monaten in Haft befinden, stehen unter der Anklage des Aufruhrs und des Landfriedensbruches. Es sind diejenigen, die sich in den stürmischen Septembertagen nach den Behauptungen der Anklagebehörde schwerer Verbrechen schuldig gemacht haben. Ursprünglich waren es 19 Angeklagte. Einer von ihnen, der Zimmermann Meden, hat sich inzwischen im Untersuchungsgefängnis er= hängt. Die Aften tragen den Titel Trau und Genossen, nach dem ersten Angeklagten Arbeiter Jakob Trau, einem österreichischen Staatsangehörigen. Die Angeklagten sind damals festgenommen worden, weil sie nach der Behauptung der Anklage faustgroße Steine nach den Beamten gewor= fen haben, Laternen zertrümmert und andere Gewalttaten begangen haben. Einer der Angeklagten soll sogar mehrere Revolverschüsse abgefeuert haben. Die Anklagebehörde wird durch den Oberstaatsanwalt Dr. Preuß, sowie durch die Staatsanwaltschaftsräte Dr. Borstel und Stelzer vertreten. Unter den Verteidigern befindet sich wieder Wolfgang Heine. Nach Eröffnung der Situng erkläre der Vorsitzende, die Verhandlungen würden etwa drei Wochen in Anspruch nehmen. Dann wurde der erste Angeklagte, Trau, vernommen, der bei der Firma Kupfer gearbeitet hat, bis es zum Streif kam. Trau kann weder lesen noch schreiben. Er behauptet, den Stein, der bei ihm gefunden worden ist, nur dazu gebraucht zu haben, um einen Pflock in den Boden zu treiben. Außerdem will er starf betrunken gewesen sein. Auf die übrigen Angeklagten, soweit sie gestern vernommen wurden, bestreiten die ihnen zur Last gelegten Straftaten. Beide Frauen schwiegen eine Weile. Das Alpenglühen verblaßte, die Sonne war untergegangen. Die Stelle, auf der Gräfin Anastasia und Jrinja saßen, war vereinsamt; die Spaziergänger hatten sich verzogen. Nur weiter unten am Schweizerhofquai in der Nähe der Reußbrücke stauten sie sich, sie warteten auf die elektrischen Scheinwerfer, die von der Spitze des Pilatus und des Rigi aus ihr blendendes Licht auf das Wasser des Sees warfen. Dieses interessante Schauspiel rief allabendlich die in Luzern weilenden Fremden herbei, die Einheimischen beachten es kaum mehr. Wieder hob ein Seufzer die Brust der Gräfin. „ Das ist lange her," versetzte sie ernst. Jetzt bin ich eine alte frante Frau, die keinen Anspruch auf Schönheit mehr machen darf." „ Wir sind hier ganz allein," begann die Gräfin, indem sie sich umblidte.„ Wir müssen aufbrechen und in die Stadt zurückkehren. Eigentlich wollte ich noch bis zu dem Juwelier Jakob Häuserling gehen, um mir den Familienschmuck anzusehen, dach ich fühle mich zu müde, Andrei mag ihn schon heute abend abholen, morgen um acht Uhr tritt er dann die weite Reise nach Rußland an." ,, Und fürchten Sie nicht, gnädige Frau, daß er unterwegs beraubt werden könnte?" fragte Jrinja. ,, Nein, meine Liebe! Wer sollte vermuten, daß er einen so kostbaren Schatz, ein Vermögen bei sich trägt?" entgegnete die alte Dame zuversichtlich. Außerdem ist Andrei ein Riese von Gestalt und Kraft; so leicht getraut sich wohl feiner an ihn heran. Obgleich Andrei schon fünfzig ist, nimmt er es mit jedem auf. Ich will ihm auch einige tausend Rubel mitgeben für eine Wohltätigkeitsanstalt, zu deren Komitee ich gehöre." In diesem Augenblick ließ sich hinter den Sprechenden ein schwaches Geräusch hören. Es klang fast wie das Knacken eines dürren Astes. es wird Zeit, nach dem Hotel zurückzukehren, es ist zu kühl hier." Sie fröstelte leicht. „ Ich werde den Brief an meinen Sohn gleich schreiben, Du kannst ihn heute abend noch in den Postkasten werfen." Mit diesen Worten stand nun Anastasia Pawlowna auf und schritt langsam, auf den Arm der Kammerfrau gestützt, davon. ,, Was war das?" fragte Jrinja erschreckt und ängstlich aufhorchend, sollten wir belauscht worden sein?" fügte sie leiser hinzu. ,,,, Du siehst überall Gefahren," lachte die Gräfin. ,, Wahrscheinlich ist es eine Kaze gewesen. Aber komm, Die Büsche hinter der Bank hatten sich geteilt. Ein untersetzter Mann in unscheinbarem, grauem Anzug trat herpor. Er trug einen grünlichen Lodenhut und einen derben Knotenstock, sein Gesicht war nicht deutlich zu erkennen; ein ungepflegter, rötlicher Vollbart bedeckte die untere Hälfte des Antlizes. Er sah den sich entfernenden Frauen nach. Die hohe, stolz getragene Gestalt der vornehmen Russin verschwand eben im Dämmerlicht des Herbstabends. Ein heiseres Lachen tönte von den Lippen des Fremden; er setzte sich auf die eben verlassene Bank und sak regungslos da. Offenbar dachte er scharf über etwas nach. Welcher Art mochten seine Gedanken sein?" Nach etwa zehn Minuten stand er auf und schlenderte der Stadt zu. Hier brannten die elektrischen Lampen, tageshell lagen die Straßen da. Es war Samstag. Die Menschen eilten geschäftig hin und her. Die Schaufenster lockten die Fremden an, besonders vor den glänzenden Auslagen der Seiden- und Schmucksachengeschäfte standen die durchreisenden Damen bewundernd still. „ Häuserling, Häuserling," murmelte der Mann mit dem roten Bart. Wo mag dieser Juwelier wohnen? Ich bin wildfremd in Luzern; eben erst angekommen, weiß ich nicht aus noch ein. Soll ich jemand um die Adresse fragen? Ist das ratsam?- Bah! keine Seele kennt mich hier, ich tue es." Er musterte mit forschenden Blicken die Vorübergehenden. Dann trat er auf einen Mann zu, der dem Handwerkerstande anzugehören schien, und fragte, höflich den grünen Lodenhut ziehend: ( Fortsetzung folgt.) in demse fen. Do dings ein fraudant tellte es Mühlha Wei Regernie Bürgerm nung gel im Nege umgefehr es fortal nung zu Butler i haben ei gestattet derzulass tion von wo Nege mit dem wurde d hof ange Anzahl er sich de wegzujen feinen N Der Freitag Sherrscher Ausfrage folges di Stät erwi ftät feine nichts fe Fortschri Schah M von de Brüffel mit polit die Reife nommen. etumal di nen au med Alis Büchern in Berli der Köl derung f Bur richtet w Ginzelhei inertmir Verhältn macht, it eine Anf Unvernu ten fich in Bazarett fürchteten Ein Boo leh= W. in fich nge= Bald rau bei daß mach cana Irzt cht, ter= ver Jur jetzt ann bei di, ge rad iber arat ab. des Nad tati Fest t ist grö irchQuer gen. ahre, f 55 eng tigt. 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Die Kapelle war mit Blumen und Pflan zen geschmückt und festlich erleuchtet, vor dem Altar stand ein mit dem Bahrtuch bedeckter Sarg, neben dem die Gäste Plaz nahmen. Einige Künstler, die gleichfalls zu dem Freundestreise des Veranstalters gehörten, spielten mehrere Kompositionen, und der Veranstalter lauschte tief er= griffen den Klängen. Die Feier, der auch zwei hohe kommunale Beamte beiwohnten, dauerte etwa eine Stunde. Da das Leipziger Krematorium der städtischen Verwaltung untersteht und nur mit deren Wissen und Einwilligung besucht werden kann, erregt es Befremden, daß die Stadtverwaltung diesen Raum zu einer Generalprobe hergegeben hat, und aus diesem Grunde erwartet man allgemein, daß sich der Rat zu dieser Aussehen erregenden Angelegenheit äußert. Ein originelles Inserat. In einem Landshuter Blatte findet sich folgendes Inserat: Auf einem Gute in der Nähe von Landshut wird ein kinderloses Ehepaar gesucht, das Liebe und Freude zu kleinen Ferkeln hat. Ein schwerer Einbruchsdiebstahl ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag im Kontor der Firma Kazenellenbogen u. Co.( Engreshaus für Seidenplüsche) in der Jerusalemerstraße in Berlin verübt worden. Als gestern morgen das Personal die Geschäftsräume betrat, fand es die Ware aus den Regalen gerissen auf dem Fußboden zerstreut liegend vor. Die vielen hundert Stücke waren ihrer Einhüllungen beraubt und durcheinander geworfen. Jm Kontor war der Geldschrank mittels Brecheisen geöffnet uad der Inhalt einige hundert Mark- daraus entwendet worden. In der Decke des in der ersten Etage befindlichen Kassenraumes war ein etwa 40 3entimeter im Durchschnitt großes Loch ausgeschnitten. Es befindet sich über dem Kassenraum in der zweiten Etage eine leere Wohnung, durch die die Einbrecher in den Kassenraum eingedrungen sind. Als mutmaßlicher Täter kommt ein taubstummer Bettler in Betracht, der am Tage zuvor im Kontor erschien und einen Bettelbrief präsentierte. - Bei den Sprengungen alten Mauerwerks auf dem Abbruch Alte Jakobstraße 106 in Berlin durch Gardepioniere unter Leitung eines Leutnants wurden gestern nachmittag in den Nachbargebäuden 70 Fensterscheiben eingedrückt und durch) Steinwürfe zertrümmert. Einem Arbeiter wurde durch ein Steinstück der rechte Unterarm gebrochen. Mehrere andere Arbeiter bekamen vor Schreck Ohnmachtsanfälle. Aerztliche Hilfe wurde von einer Hilfswache ge= leistet. Die Kranken konnten allein nach Hause gehen. Die Ursache der Wirkung gerade dieses einen Sprengschusses fonnte noch nicht festgestellt werden. jeft. Ein Hauptmann mit einem Postdefraudanten verwechEine Verwechselung mit einem Postdefraudanten mußte dieser Tage, wie das„ Berl. Tagebl" meldet, ein Hauptmann einer elsässischen Garnison über sich ergehen lassen. Den von Köln am Rhein aus steckbrieflich verfolgten Obertelegraphenassistenten Hotanus, der, wie erinnerlich sein dürfte, nach Unterschlagung von 95 000 Mark von Bonn flüchtete, glaubte man in Wesserling bei Thann in Oberelsaß ausfindig gemacht zu haben. Ein Postbeamter machte den Postdirektor in Thann auf den vermeintlichen Defraudanten aufmerksam, als dieser gerade einen Zug nach Mühlhausen im Elsaß besteigen wollte. Infolge= dessen nahmen ein Polizeibeamter und der Postdirektor in demselben Wagen Platz und fuhren mit nach Mühlhausen. Dort wurde die verdächtige Persönlichkeit, die allerdings eine auffallende Aehnlichkeit mit dem gesuchten Defraudanten hat, aufgefordert, sich zu legitimieren. Nun stellte es sich heraus, daß man einen Hauptmann von einem Mühlhausener Regiment vor sich hatte. Weiße und Neger. Die Errichtung eines besonderen Regerviertels hat, wie aus Neuyork berichtet wird, der Bürgermeister der Stadt Baltimore verfügt. Die Verordnung geht so weit, daß es jedem Weißen untersagt ist, sich im Negerviertel niederzulassen, ein Verbot, das auch im umgekehrten Verhältnis für Neger gilt. Keinem Neger ist es fortah gestattet, außerhalb des Negerviertels eine Wohnung zu nehmen. Noch radikaler sind die Bürger der Stadt Butler im Staate Oflahama ins Zeug gegangen. Sie haben einfach gemeinsam beschlossen, daß es keinem Neger gestattet sein darf, sich dauernd in ihrem Stadtgebiete niederzulassen. Eine für diesen Zweck geschaffene Organisation von Bürgern hat alle Häuser in Butler aufgesucht, wo Neger im Dienst stehen und verfügt, daß sie die Stadt mit dem nächsten Zug zu verlassen hätten. Den Negern wurde der freie Transport von Gepäckstücken zum Bahnhof angeboten. Ein Unternehmer, der eine beträchtliche Anzahl von Negern in seinen Diensten hält, wurde, als er sich der Anordnung der Bürgerorganisation, die Neger wegzusenden, widersetzte, selbst aufgefordert, die Stadt mit seinen Regern zu verlassen. Der Erschah von Persien, Mohammed Ali, weilt seit Freitag im strengsten Inkognito in Berlin. Der entthronte Herrscher ließ im Hotel Bristol, wo er abgestiegen ist, einem Ausfrager des„ Berl. Tgbl." durch einen Herrn seines Gefolges die folgende Erklärung übermitteln: Seine Majestät erwidert auf ihre Frage, daß die Reise Seiner Majestät keinerlei politische Bedeutung hat. Seiner Majestät liegt nichts ferner, als die Ruhe Persiens, dem er von Herzen Fortschritt und Gedeihen wünscht, irgendwie zu stören. Schah Mohammed Ali hat während seiner Reise, die ihn von Odessa über Wien, Meran, Rom, Nizza, Paris und Brüssel nach Berlin geführt hat, feinerlei Zusammenkunft mit politischen Persönlichkeiten gehabt. Seine Majestät hat die Reise in erster Linie aus Gesundheitsrücksichten unternommen. Sodann war es der Wunsch des Schahs, endlich etumal die Hauptzentren der europäischen Zivilisation fennen zu lernen. Es ist die erste europäische Reise Moham= med Alis, der die europäischen Weltstädte bisher nur aus Büchern und Zeitungen fannte. Seine Majestät hat sich hier in Berlin sehr wohl gefühlt und wiederholt seiner Bewunderung für die deutsche Reichshauptstadt Ausdruck gegeben." Zur Choleraepidemie auf Madeira, die, wie bereits berichtet wurde, ihrem Ende entgegenzugehen scheint, werden der Köln. 3tg." aus Funchal u. a. folgende bezeichnende Einzelheiten gemeldet, die ein ungeschminktes Bild der inerkwürdigen, unseren Begriffen vollständig fernstehenden Verhältnisse geben: Was das Volk hier für Dummheiten macht, ist einfach nicht zu glauben. Die Leute wollen an eine Ansteckung nicht glauben und verbreiten durch ihre Unvernunft die Krankheit immer mehr. Zwei Männer legten sich in die Hängematten, in denen die Kranken nach dem Lazarett befördert werden, um zu zeigen, daß sie nichts befürchteten. Beide erkrankten, einer starb am nächsten Tage. Ein Bootsmann wickelte sich in ein Laken ein, auf dem ein Cholerakranker gestorben war. Zwei Tage später war| er auch tot. In Machico drangen die Landbewohner mit Knütteln und Sicheln bewaffnet in das Fort ein und hißten die portugiesische Königsflagge. Die portugiesischen Schiffe waren die ersten, die Madeira im Stich ließen. Die Desinfektionsmittel waren eine Zeitlang hier ganz ausgegangen. Das Volk war in begreiflicher Aufregung, weil es die Auffassung hatte, daß man in Lissabon Madeira vernachlässige. Die Krankheit mußte sich natürlich bei einem so dummen Volke, das an Gespenster als Krankheitsursache glaubt, immer weiter ausbreiten; bessere Kreise sind aber immer noch von der Erkrankung frei geblieben. Wenn Madeira nicht solch vorzügliches Klima hätte viele der Bazillen werden sicherlich durch die starken Sonnenstrahlen, die trotz des Winters sich noch zeigen, abgetötet- wäre die Lage vielleicht schon schlimmer geworden. Die größte Sprengung mit Dynamit, die iemals vorgenommen worden, war diejenige, die den sogen. Teufelspaß( Hellgate) bei Neuyork für die Schiffahrt freilegen sollte. Die Mine erforderte eine vorbereitende Arbeit von 5 Jahren und wurde dann mit insgesamt 13,290 Sprengpatronen geladen, zu deren Herstellung 150 000 Kilogramm Sprengstoffe nötig waren. Eine Sprengung von solchem Umfang hat sich bisher nicht wiederholt. Aber in Belgien ist jetzt eine Tunnelsprengung an der Wasserscheide zwischen den Flußbecken des Lys und des ser vorgenommen worden, die auch eine recht stattliche technische Arbeit umfaßte. Es war dort ein unterirdisches Gewölbe zu sprengen, wozu 2125 Sprengpatronen vollkommen gleichzeitig gelöst wur= den. Dazu war eine Zündschnur erforderlich, die beson= ders fabriziert werden mußte. Ste reichte durch die ganze Länge des Tunnels und verzweigte sich in settliche Schnüre, die bis auf den Grund jenes Bohrlochs reichten. Die Gesamtlänge der Zündschnur beltef sich auf 7 Kilometer, die Dynamitladung auf 3210 Kilogramm. Der Erfolg war vollkommen und nicht eine einzige Patrone versagte. Trotz der gewaltigen Sprengladung entstand nur ein verhältnismäßig geringes Geräusch, und auch das dadurch verursachte „ Erdbeben" reichte nur einige 100 Meter weit in die Nachbarschaft. Das Einkommen eines englischen Leutnants. Ein Schlaglicht auf die Finanzen eines englischen Leutnants warf eine Verhandlung vor dem Gericht in Woalwich. Ein Leutnant war wegen verschiedener Schneiderschulden an= geklagt. Als Entschuldigung gab der Leutnant eine Erklärung ab, die von dem Vorsitzenden des Gerichtshofes verlesen wurde. In dieser sagte der Leutnant, daß er eine monatliche Bezahlung von 300 Mark erhalte. Hiervon gin= gen ab: Subskription für die Offiziersmesse 170 Mark, BeSienung 20 Mark, Wäsche 15 Mart, Petroleum, Reinigungsmaterial usw. 10 Mark, kleinere Ausgaben 30 Mark, so daß ihm selbst für Kleider und persönliche Bedürfnisse 55 Mark übrig blieben. Der Leutnant fügte noch hinzu, daß seine persönlichen Bedürfnisse nie extravagante gewesen seien. Das Kleingeld des Millionenstifters. Dollarmillionäre, die wie Herr Andrew Carnegie schon bei Lebzeiten Stiftun= gen machen, deren Zinsen jährlich in die Hunderttausende gehen, gibt es bei uns nicht; wir müssen uns schon mit bescheidenen Markmillionären begnügen. Aber auch an de= ren mit braunen und blauen Scheinen gespickten Brief= taschen mag der Blick manches armen Schluckers voller Neid hängen bleiben. Bei dem„ Laird von Skibo", wie Carnegie genannt wird, würde man, so berichtet ein Deutschamerikaner, freilich vergebens nach solch offen zur Schau getragenem Geldbesitz suchen. Wenn der kleine schottische Graubart seinen Palast in der Neuyorker Fünften Avenue verläßt, um seinen täglichen Spaziergang von nicht unter einer deutschen Meile zu machen, so trägt er genau- zwei Nickelmünzen, zehn Cents( vierzig Pfennig) bei sich, von denen ein 5 Centstück im Rock, das zweite in den mit Vorliebe getragenen englischen Kniehosen mit einer gewissen Sorgfalt untergebracht ist, und die als Eventualfonds im Falle der Straßenbahnbenutzung dienen. Mit anderen wohlhabenden Leuten in Amerika lebt Andrew Carnegie in der steten Besorgnis, eines Tages überfallen und beraubt zu werden. Gegen einen derartigen Angriff hat er eben jene Nickelgewohnheit angenommen, die er, da in Neuyork jedermann davon weiß, für einen besseren Schutz hält als die von manchen reichen Leuten in Amerika beliebte ständige Bedeckung durch Privatdetektivs. So ist es denn auch unlängst möglich gewesen, daß Herr Carnegie, weil er eine Automobilstrafe wegen schnellen Fahrens nicht gleich zahlen konnte, einige Zeit auf der Polizeiwache hat zubringen müssen, bis ihn sein telephonisch herbeigerufener Sekretär auslösen konnte. Seine humorvolle Erklärung, ,, er habe sein Geld in den Sonntagshosen stecken lassen", hat damals allgemeinste Heiterkeit erregt. In der Schule. Lehrer:„ Hans, was ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten?"- Schüler:„ Das Auto." Kindererziehung in Alaska. Vier Fünftel der Halbinsel Alaska, die übrigens dreimal so groß ist als Frankreich, sind noch unerforscht, und nur einige der eingeborenen Stämme, die an den Küsten wohnen, sind von Missionären näher studiert worden. Die Einwohner des Innern aber sind bis jetzt nur von Goldgräbern und Pelzjägern besucht worden, von denen ja die meisten sicher eifriger danach streben, einen guten Fang zu machen, als wissenschaftliche Studien zu treiben. Das Land ist spärlich bewohnt. Bet der letzten Volkszählung im Jahre 1900 hatte es eine Einwohnerzahl von 29 356, worunter auch die Eskimostämme mitgerechnet waren. Diese Zahl kann man aber nicht als eine genaue betrachten, denn es war unmöglich, überall vorzudringen, so daß sicherlich viele nomadisierende Stämme nicht mitgerechnet worden sind. Außerdem haben seit 1900 unsere europäischen Krankheiten wie Pocken, Syphilis und Alkoholismus eine schreckliche Verwüstung unter den Eingeborenen angerichtet viele Dörfer sind vollständig ausgestorben so daß man heutzutage die Einwohnerzahl auf über 25 000 Seelen nicht schätzen darf. Ein amerikanischer Missionar hat neulich einige interessante Mitteilungen gemacht über die Sitten der Eingeborenen, u. a. hat er einen sehr interessanten Bericht über die Kindererziehung dieser Naturvölker gegeben. Kurz nach seiner Geburt erhält das Kand ein lauwarmes Bad und eine Einreibung mit Eichenstaub, hierauf wird es in eine Art von Tragforb gesezt, welcher auf einem Balken oder auf einem Zweig aufgehängt wird, den die Mutter auf den Nüden nimmt, wenn der Stamm fich auf Reisen begibt. Das Kind verläßt diesen Aufenthaltsort höchstens zweimal im Laufe von 24 Stunden, um gereinigt zu werden, selbst wenn es die Mutter säugt wird es nicht herausgenommen. Wenn es in seinem zweiten Jahre endlich den Korb verläßt, um gehen zu lernen, hängt die Mutter diesen in einen naheliegenden Wald auf, um ihn damit den Schußgeistern des Kindes zu opfern. Bei einigen Stämmen herrscht die merkwürdige Sitte, den Hirnschädel des Neugeborenen zusammenzudrücken, was ein Zeichen von vornehmer Geburt sein soll. Mit dieser barbarischen Operation fängt man an, sobald das Kind einige Tage alt ist, indem man den Schädel mit dicken Bändern aus Rinde fest umbindet. Wenn das Kind seinen Namen erhalten soll, gibt die Familie ein großes Fest, bei dem den Schutzgeistern des Kleinen allerlet Sachen geopfert werden. Die Erziehung des kleinen Indianers beginnt früh. Von seinem vierten Jahre an wird er gezwungen, jeden Morgen und Abend ein Bad im Fluß zu nehmen, Winter wie Sommer. Um ihn noch mehr abzuhärten, wird er nackt ausgezogen und gepeitscht. Er darf dabei nicht schreien, sonst wird die Abhärtung" noch verlängert. Von seinem achten Jahre an muß er ganze Nächte nackt auf dem Boden verbringen, damit er sich an die Kälte gewöhne, oder er muß einen Arm mehrere Stunden lang, oft von Sonnenaufgang bis Abend in eiskaltes Wasser halten. Wenn der Lachs die Flüsse verläßt, um sich nach dem Meer zu begeben, und der Fischfang infolgedessen sehr bedeutend ist, muß der Junge die Nächte in der Vorratskammer unter den Tausenden in Verwesung übergehenden Fischleichen verbringen, auch eine Art von Abhärtung. Wie man sieht, verzär teln diese Indianerstämme ihre Kinder gerade nicht. Drabtnachrichten und neuestes. Das Geständnis eines Raubmörders. Zittau, 10. Januar. In Ruppersdorf bei Zittau wurde am 8. Dezember vorigen Jahres eine Witwe nebst ihrer Tochter ermordet. Der Täter spaltete beiden Frauen mit einem Beil den Schädel, steckte das Haus in Brand und flüchtete. Gestern hat ein Bauarbeiter aus Ruppersdorf, der vor acht Tagen in Haft genommen war, gestanden, den Mord verübt zu haben, um Geld zu bekommen. Selbstmord im Eisenbahnzuge. o Dresden, 10. Januar. Im Eisenbahnzuge Boden bach- Dresden wurde in einem Abteil 2. Klasse ein Dress dener Kaufmann erschossen aufgefunden. Mißliche Ver mögensverhältnisse sollen das Motiv der Tat sein. Schwere Rodelunfälle. Breslau, 10. Januar. In Charlottenburg i. Schles. wurde der Einjährige Hain vom Schweidnißer Feldartille rieregiment beim Rodeln gegen einen Baum geschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch.- Auf der Rodelbahn am Hopfenberg bei Haynau fuhr ein mit 5 Schülern besetzter Rodelschlitten gegen einen mit dret Mädchen be= setzten Schlitten. Ein Mädchen wurde lebensgefährlich ver= letzt, eine andere erlitt einen Beinbruch, während die dritte unversehrt davon kam. Drei Raubmörder in Oberschlesien verhaftet. Beuthen, 10. Januar. Die drei Raubmörder, die im Dezember den Pfarrer von Dzieditsch ermordet und be raubt hatten, sind der Tat überführt und in einem oberschlesischen Kohlenbergwerk verhaftet worden. Der Obersteiger ließ die Banditen festnehmen, als sie ihre Ausweispapiere verlangten, um angeblich nach ihrer russischen Heimat abzureisen. Ein am Stacheldrahtzaun des Pfarrhauses hängen gebliebenes Stück Zeug ist als ein Stück des Anzugs von einem der Banditen erkannt worden. Verhaftung wegen eines vor 17 Jahren verübten Raubmordes. Siegen, 10. Januar. Im November 1893 wurde auf dem Bahnhof Meggen der damalige Stationsvorsteher Huppert ermordet. Er ist damals, wie der Tatbestand ergab, nächt licherweile in seinem Dienstzimmer überfallen und durch einen Schlag auf den Kopf getötet worden, damit der Täter die Stationskasse berauben konnte. Der Mörder blieb unentdeckt. Jeßt, nach 17 Jahren endlich, hat man einen Mann aus Kirchhundem verhaftet, der zum mindesten Mitwisser der Tat sein muß, da einige von ihm gebrauchte Redensarten, die mit der Tat im Zusammenhang stehen, darauf schließen lassen. Raubmordversuch zweier Jugendlicher. Ravensburg, 10. Januar. Zwei Burschen, der 17jährige Kellner Geiger aus Riedlingen und dessen 14jähriger Bruder Josef, versuchten an dem Kaufmann Joos im Kontor des Konsumvereins, Bachstraße 25, einen Raubmord. Der Vater der beiden Burschen hatte am Vormittag den: Konsumverein 781 Mark gezahlt, die sich die beiden wieder holen wollten. Sie hatten dem Beamten einen Strick um den Hals geworfen und wollten ihm einen Knebel in den Mund stecken. Der Angegriffene fonnte sich ihrer aber er= wehren. Die Burschen entflohen, wurden aber festge= nommen. Heftiger Kampf mit Einbrechern. Toulon, 10. Januar. In einem einsamen Haus in der Umgebung von Toulon drangen drei bewaffnete Landstreicher ein. Der Hausherr, der von den Eindringlingen eingesperrt worden war, versuchte sich mit Hilfe von Nachbarn Eingang zu verschaffen, wurde aber durch Schüsse verwundet. Erst nach zweistündigem Bemühen gelang es Gendarmen, sich der Spitzbuben, die im Innern des Hauses gut verbarrikadiert waren, zu bemächtigen. Folgenschwerer Hauseinsturz in Spanien. Santander, 10. Januar. Bei dem Einsturz eines Baues in der Nähe von Castrum Uratiale wurden mehrere Arbeiter verschüttet. Drei sind getötet und fünf lebensgefährlich verletzt. Bandel und Verkebr. Die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr ist Ende 1910 auf 49 850 gestiegen( Zugang im Monat Dezember allein über 1550). Auf diesen Postscheckkonten wurden im Dezember gebucht 967 Millionen Mark Gutschriften und 964 Millionen Mark Lastschriften. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug Ende Dezember 94 Millionen M, ihr durchschnittliches Gesamtguthaben während desselben Monats 103 Millionen Mark. Frankfurt, 9. Januar. Viehmarktspreise vom 9. Januar. Preise für ein Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemäßtete höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt( Lebendgewicht) M 52-57,( Schlachtgewicht) M 95-98, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 46-51,( Schlachtgew.) M 88 bis 93, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgem.) M 41-45,( Schlachtgew.) M 76-83, d) gering genährte jeden Alters( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M-. B. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchst. Schlachtwertes( Lebendgew.) M 47-50,( Schlachtgew.) M 78-83, b) vollfleischige jüngere( Lebendgew.) M 41-45,( Schlachtge= wicht) M 68-75, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere( Lebendgew.) M-,( Schlachtgew.) M. d) gering genährte( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höch= sten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 79-86, 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 41-45, ( Schlachtgew.) M 76-81, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 34-43,( Schlachtgew.) M 65-83, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 26-33,( Schlachtgewicht) M 52-66, c) gering genährte Kühe und Färsen ( Lebendgew.) M 21-23,( Schlachtgew.) M 48-52. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)( Lebendgew.) M( Schlachtgewicht) M Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M, 6) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugkälber( Lebendgew.) M 58-61, ( Schlachtgew.) M96-102 c) mittlere Mast- und gute Saug fälber( Lebendgew.) M 54-57,( Schlachtgew.) M 92-97, 5) geringe Saugkälber( Lebendgew.) M 50-53,( Schlachtgew.) M 85-90. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthäm= mel( Lebendgew.) M 38,( Schlachtgew.) M 80, 6) ältere Mat hämmel und genährte Schafe( Lebendgew.) M 32,( Schlachtgewicht) M 76, c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Merzschafe)( Lebendgew.) M( Schlachtgem.) M Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) M. Schweine: a) Fettschweine über drei Zentner Lebendgew.( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M, 6) vollfleischige Schweine über 2% 3entner Lebend gewicht( Lebendgewicht) M 52-55,( Schlachtgewicht) M 64 bis 69, c) vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M 52-55,( Schlachtgewicht) M 64-69, 5) vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 52-55,( Schlachtgewicht) M 66-69, e) fleischige Schweine( Lebendgewicht) 49-53,( Schlachtgewicht) 63 612 68. Holzverkäufe und Versteigerungen. Oberförsterei Schiffenberg zu Gießen. Dienstag, 17. Jan., vorm. 9 Uhr in dem Distrikt Dörnergrund 56 an dem Bahnübergang am Watzenborner Weg. Auskunft erteilt der Gr. Fortwart Menges zu Hausen. Bürgermeisterei Ehringshausen( Kr. Wetzlar). Aus dem Gemeindewald Werdorf am 14. Januar, vorm. 11½ Uhr, in der Wirtschaft von Keiner in Werdorf. Neben anderen Hölzern sind schöne Schneidstämme und sehr gutes Bauholz vorhanden. Gestorben: Frau Anna Katharina Pfeil Witwe, Gießen, 79 J. alt. Beerdigung 11. Januar, 3½ Uhr. Ludwig Friedrich Reitz 1., Jnheiden. FAHNEN Vereinsbedarfsartikel. Mündener Fahnenfabrik HANN. MÜNDEN. Königl. und Fürstl. Hoffahnenfabrik. Grösste Fahnenfabrik Deutschlands Preisliste frei 31.1 Neu- Isenburger Stadt- Anleihe v.1903 Bei der heute stattgehabten Verlosung von Mt. 8300-3% NeuIsenburger Stadt- Anleihe von 1903 wurden folgende Nummern zur Rückzahlung per 1. Juli 1911 ausgelost: 1 Stück a) 2000 Mt. Lit. A. Nr. 74 3 Stüd a) 1000 Mt. Lit. B. Nr. 103 201 228 5 Stück a) 500 Mt. Lit. C. Nr. 112 113 114 425 450 4 Stüd a) 200 Mt. Lit. D. Nr. 1 9 220 363 Die Einlösung der Stücke erfolgt ab 1. Juli d. Is. bei der hiesigen Stadtkasse sowie bei dem Banthaus Baruch Strauß in Marburg u. Frankfurt a. Maiu. Neu- Isenburg, am 4. Januar 1911. Großherzogliche Bürgermeisterei. Pons. Vorzuglichste Lederputz Crème Kavalier Das Beste voin Besten 70% allein steht auf der HÖHE. der Zeit. Verlangen Sie defshalb stels KAVALIER, das beste aller Lederputzmittel. pierte Abge ausgal jeben Itegen Selter nicht S Nr. !! 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