28. Eusfonitt Ser Spitze werden womit auch für Tir. 5600 M. Das mn, ift zu Popeline passende hübschen chnittenen n Langs trächtigen, merlinien Besatzteile gen. Det fekt fich Dorderteil n Schluß aus dem Aermel tet. Ein ürtel mit m Ganzen r1r. 6428 BO PE e Tote zu re für fich iche indivi fich, auch an nach wie nach der wurde, ge Ornamente auffallend 50 Pf. zu be verwenden prechendem n hellbraun für 60 pf Ibe Material Band neb 0,8.17. & ng" Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Dienstage, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 208. Telephon: Nr. 362. * Parteipolitisches. Hessische Landtagswahlen 1911. Am Freitag, den 3. November, haben die hessischen Staatsbürger in 33 Wahlkreisen unseres engeren Vaterlandes zu entscheiden, welche Vertreter sie in die hessische 2. Kammer entsenden wollen, um dort über das Wohl und Wehe des Landes zu entscheiden. Die 2. Kammer besteht fünftig aus 58 Abgeordneten, es sind also diesmal 8 Vertreter mehr als die Hälfte der Abgeordneten neu zu wählen. Das Stärkeverhältnis der Parteien war im verflossenen Landtag Nationalliberale 18, Bauernbund 12, Zentrum 8, Sozialdemokraten 5, Freisinnige 5, Ohne Fraktion 2. Es scheiden aus: Nationalliberale 8, Bauernbund 7, Zentrum 5, Sozialdemokraten 3, Freisinnige 1 und Fraktionslose 1, wofür die Neuwahlen vorzunehmen sind. Auf Grund des neuen Gesetzes über die Landstände werden zu den ausscheidenden noch 8 weitere Vertreter aus dem neugebildeten Wahlkreisen gewählt. Die von dem letzten Landtag erledigte Arbeit ist in der Hauptsache dem Zusammenarbeiten der 3 größten Parteien des Landes zu danken. Jn 113 Plenarsizungen und 222 Sizungen der Ausschüsse sind 87 Regierungsvorlagen, 226 Vorstellungen und Beschwerden, 59 Interpellationen und 35 Wahlprüfungen erledigt worden. Insbesondere waren es die Gesetzentwürfe über die zukünftige Zusammensetzung der Stände( die Wahlrechtsvorlage), die Aenderung der Städte- und Landgemeindeordnung, die Verwaltungsrechtspflege, der Gesetzentwurf über die Gemeindeumlagen usw., welche die Tätigkeit der Abgeordneten in Anspruch nahm. Unter Zurückstellung besonderer Wünsche und Parteirücksichten haben die Mehrheitsparteien dem Lande endlich direkte Wahlrecht gegeben, Fortschritte in der Städteund Landgemeindeordnung, die Verwaltungsrechtspflege geschaffen. das § Die nationalliberale Partei Hessens ist am Sonntag mit einer Sitzung ihres Landesausschusses, der in Darmstadt zu einer Beratung zusammengetreten war, in die Agitation für die am 3. November stattfindenden Landtagswahlen eingetreten. Die Sizung, zu der die Mitglieder des Landesausschusses aus allen Teilen des Großherzogtums erschienen waren und an der auch die Landtagsfraktion fast vollzählig teilnahm, beschäftigte sich ausschließlich mit den Fragen der bevorstehenden Wahl. Der Vorsitzende der Landespartei, Abg. Dr. Osann, hielt einen einleitenden Vortrag, in dem er in furzen Zügen unter lebhafter Zustimmung der Vertrauensmänner die hauptsächlichsten Gesichtspunkte für die Stellung der Partei näher darlegte. Nachdem noch eine Aussprache über die politische Situation in den einzelnen Wahlkreisen stattgefunden hatte, beschloß der Landesausschuß den Erlaß eines allgemeinen Wahlaufrufs. Aus Stadt und Cand. Gießen, 10. Oktober 1911. Der Großherzog hat zur Anerkennung hervorragender Verdienste auf allen Gebieten der Wohlfahrtspflege das Ernst Ludwig- Eleonoren- Kreuz gestiftet. Das Kreuz wird solchen Personen zur Belohnung verliehen, die sich in hervorragender Weise um die Wohlfahrtspflege verdient gemacht haben, und es kann dieses Kreuz jeder, sowohl Hesse als auch Nichthesse, erhalten, dessen Würdigkeit anerkannt ist und keinem Zweifel unterliegt. Das Kreuz ist aus Silber hergestellt und trägt auf der Vorderseite das Brustbild des Großher30gs, sowie das der Großherzogin, auf der Rückseite ein allegorisches Herzschild, darum die Umschrist: Für Verdienste in der Wohlfahrtspflege". Es wird an einer silbernen Spange neben oder unterhalb der Ordens= schnalle getragen. Damen befestigen es an der linken Schulter. Finanzminister Dr. Braun ist aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat die Leitung der Geschäfte des Finanzministeriums wieder übernommen. der Statistisches aus Hessen. Nach Volkszählung am 1. Dezember 1910 verteilte sich die Einwohnerzahl des Großherzogtums Hessen auf die einzelnen Kreise wie folgt: Darmstadt 137 773, Bensheim 65 760, Dieburg 62 023, Erbach 48 426, Groß= Gerau 62 920, Heppenheim 51 909, Offenbach 161 569, Gießen 94 026, Alsfeld 37 883, Büdingen 40 827, Friedberg 79 034, Lauterbach 29 719, Schotten 27 744, Alder Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amfes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 10. Oftober 1911. | 3en 42 648, Mainz 158 668, Worms 93 275 Einwoh-| ner. In den drei Provinzen betrug die Bevölkerungs= zahl: in Starkenburg 590 380, in Oberhessen 309 233 und in Rheinhessen 382 438 Einwohner. Insgesamt hatte das Großherzogtum Hessen demnach 1 282 051 Einwohner. * Blumenta g. Voraussichtlich wird im Okto= ber, im Bereiche der preußischen Staatseisenbahnen, zum Besten des Erweiterungsbaues des Christianheims in Erfurt( Töchterhort) ein Blumentag im Zeichen der Christrose veranstaltet werden. Diese wohltätige Sammlung soll lediglich von den Beamten und Arbeitern der preußischen Staatseisenbahnen unterstützt werden. Das Christianheim ist eine wohltätige Stiftung, welche zur Unterkunft von Töchtern der Beamten und Arbeiter der preußischen Staatseisenbahnen dient. Die auffallende Preissteigerung des 3uckers, die wohl einzig dasteht, wurde durch die große Trockenheit dieses Jahres bedingt, die es mit sich brachte, daß in Deutschland gegenüber einer Ernte von etwa 52 Millionen Zentner Zucker im Vorjahre in diesem Jahre nach Schäzung bedeutender Landwirte nur 30 bis höchstens 35 Millionen Zentner geerntet werden. Vom 1. September 1910 bis 31. August 1911 hatte Deutschland einen Verbrauch von etwa 28 Millionen Zentner, während derselbe noch vor 10 Jahren nur 20 Millionen Zentner betrug. * ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. ):( Kirchhain, 7. Oft. Vergangene Nacht wurde der langjährige frühere Landrat des Kreises Kirchhain, Kammerherr Freiherr Schenck zu Schweinsberg von seinem langen Leiden durch den Tod erlöst. ):( Marburg. Der Konkreß deutscher Schulmänner und Philologen, der seine Tagung in Posen abhielt, wählte Marburg zum nächsten Tagungsort. ):( Marburg. Erschossen hat sich hier ein Student, cand. med. Rübesam aus Limburg. Dr. ):( Frankfurt a. M. Oberbürgermeister Adickes hat sich für eine Arbeitslosenversicherung ausgesprochen, wenn sie vom Reich eingeführt wird. ):( Frankfurt. Die„ Volksstimme" verzeichnet ein Gerücht, wonach zwischen dem„ Frankfurter GeneralAnzeiger" und den„ Frankfurter Nachrichten" eine Einigung und Verständigung erzielt worden ist. Der Besitzer des General- Anzeigers Horstmann soll eingewilligt haben, daß sein Blatt von dem Frankfurter NachrichtenConcern übernommen wird. Als Abfindungssumme, die Horstmann erhält, nennt man zwölf Millionen. In Anwaltskreisen sei man längst davon überzeugt, daß die angekündigten Prozesse zwischen Frankfurter Nachrichten" und" General- Anzeiger" nicht zur Verhandlung kommen. ): Homburg v. d. H. Der Magistrat beschloß zur Linderung der Teuerungsnot einen städtischen Ver:( Biedenkopf. Die Zahl der diesjährigen Kurgäste betrug 800, hat also die des Vorjahres um fast 200 überschritten. Das 2. diesjährige Reserve- Infanterie- kaufsstand für Kartoffeln. Regiment des XVIII. Armeekorps trat am 5. ds. auf dem Truppenübungsplatz zusammen. Die Führung des Regiments ist dem Oberstleutnant v. Wright vom Stabe des Inf.- Leib- Regts. Großherzogin Nr. 117 übertragen; an die Spitze der Bataillone sind gestellt: die Majore v. Fischer- Treuenfeld( I. Bat.) vom Stabe des Inf. Regts. Nr. 81, Leineweber( II.) vom Stabe des Inf.Regts. Nr. 88 und v. Foller( III.) vom Stabe des Inf.Regts. Kaiser Wilhem Nr. 116. n Uebertragen wurde dem Pfarrverwalter Karl Frank zu Hutzdorf die evangelische Pfarrstelle zu Crainfeld. n Verliehen wurde dem Kommunalforstwart Ruppert Agel zu Birklar aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Dienste. n Veterinärrat Dr. Güngerich in Bensheim hat durch die Schenkung einer größeren Anzahl von veterinärwissenschaftlichen Werken an die Universitätsbibliothek Gießen deren Bestände in äußerst dankenswerter Weise bereichert. o Steinfurth. In voller Blütenpracht stehen gegenwärtig noch unsere Rosenkulturen; bei dem trüben Herbstwetter dieser Tage ein ungewöhnlicher Anblick. Viele Rosen blühen in diesem Jahre zum zweiten und dritten Male. Neben dem Blumenversandt beginnt jetzt auch schon das Verschicken von Ablegern und Stecklingen. s Vom Odenwald. Die Kartoffelernte, um die man schon besorgt war, fällt ausnehmend gut aus, und zwar sowohl nach Quantität wie auch Qualität. ! Bingen. Landtagsabgeordneter Jak. Pennrich, der schon seit mehreren Monaten schwer erkrankt iſt, ist in der Nacht zum Sonntag plötzlich gestorben. Der im 73. Lebensjahre Verstorbene war neben dem Abg. Horn das älteste Mitglied der Zweiten Hessischen Kammer, der er als Zentrumsabgeordneter für seine Vaterstadt Bingen seit über 32 Jahren angehörte. Pennrich war auch seit dem Jahre 1874 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Bingen und langjähriger Vorsitzender der hessischen Zentrumsfraktion. Er hat sich in der Kammer namentlich durch die geschickte Behandlung der Weinfrage und die Anregung zur Ablösung der hessischen Landeslotterie verdient gemacht. r Kinzenbach. Die hiesige Schäfereigesellschaft hat sich aufgelöst, die Schafherde wurde an einen Händler aus Kirchhain verkauft. ):( Dillenburg. Die Vorführung der Königl. Gestütshengste dahier findet Mittwoch, den 18. Oktober, von 11½ Uhr an statt. ):( Limburg. Durch eine Ministerialkommission und Beamte der Wasserbauinspektion in Diez fand vergange Woche eine Bereifung der Lahn statt, an die jich nachmittags eine Konferenz in den Räumen der Wasserbauinspektion in Diez anschloß. Die Bereisung hatte den Zweck, über die technische Durchführbarkeit des von Direktor Bansa von der Kerkerbachbahn ausgearbeiteten a hnkanalisierungs- Projektes für 210 Tonnen- Schiffe Informationen zu sammeln. = ):( Treysa. Um die Berlin- Koblenzer- Eisenbahn, die seither auf dem Main- Weser- Bahngleise in den hieigen Bahnhof eingeführt wurde, direkt einmünden zu für lassen, hat die Eisenbahnverwaltung eigene Gleise die zuerst genannte Zwecke legen lassen. ):( Hemfurth. Durch den Tripoliskrieg ist auch die Bauverwaltung der Edertalsperre in unangenehmer große Anzahl der an der Talsperre beschäftigten ItalieWeise in Mitleidenschaft gezogen. Es ist nämlich eine ner zu den Waffen gerufen worden. ):( Kassel. Obstmarkt. Bezahlt wurden für den Zentner Aepfel Kaiser Wilhelm 14 Mt., Goldparamänen 24 Mt., Geflammter Kardinal 17 Mt., grüne Reinette 17 Mt., Wellington 18 Mt., Silberpepping 11 bis 13 M., Orleans- Reinette 15 Mt., Kaiser Alexander 15 Mark, Christapfel 16 Mart, Prinzenapfel 16 M., Grüne Stettiner 12 Mt., Gold- Reinetten 18 Mt., Kasseler Reinette 16 Mt., Süßäpfel 15 Mk. ):( Hanau. 16 Landwirte aus Langenselbold wurden von dem Hanauer Schöffengericht wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesetz zu Gefängnisstrafen von 1-5 Tagen verurteilt. Der Gerichtshof gab sein Bedauern zu erkennen, daß er gegen die meistens unbescholtenen Angeklagten auf Gefängnisstrafen erkennen mußte und nicht Geldstrafen aussprechen konnte. Literarisches. - Fr. Hashagen, Prof. D., Nefanda Infanda. Wider den modernen unsittlichen, Ro= man. 2., umgearbeitete und bedeutend erweiterte Ausgabe. Preis Mt. 2.-. Verlag E. Ungleich, Leipzig. Der Verfasser verbindet mit einer großen Weite des Blickes und einer umfassenden Stoffkenntnis ein so flares, entschiedenes, völlig unabhängiges, allein an Gottes Gesetz und Offenbarung gebundenes Urteil, daß seine warnenden Worte in allen Kreisen gehört zu werden verdienen, welchen die sittliche Wohlfahrt unseres Volkes am Herzen liegt. Namentlich sollten Eltern, Lehrer und Erzieher, welche Ratschläge betreffs der zu wählenden Lektüre zu geben haben, Hashagens auf reiche Erfahrung gegründete Warnung und Mahnung nicht unberücksichtigt lassen. Die Erfolge sind glänzend. Von Aerzten sowie von dem Publikum laufen täglich Anerkennungsschreiben ein über die glänzenden Erfolge, welche durch Leciferrin erzielt werden. Es ist dieses ein Präparat, welches sich in kurzer Zeit durch seine überaus günstige Wirkung bei Schwächezuständen, nervösen Störungen, Blutarmut, Bleichsucht, in der Bekonvaleszenz nach erschöpfen den Brankheiten 2c., als Liebling in den meisten Familien Eingang geschaffen hat. Leciferrin( Obo- Lecithin Eisen ist sehr angenehm von Geschmad, leicht bekömmlich und befördert zugleich den Appetit und die Verdauung. Preis Mk. 3.-- die Flasche; beim Einkauf achte man genau auf das Wort: ,, Leciferrin." In Apotheken erhältlich. Jung- Deutschland. Unter diesem Namen wird Generalfeldmarschall von der Golz mit Genehmigung des Kaisers und Unterstüßung aller Behörden eine neue Organisation der Jugendwehr schaffen und damit einen alten Lieblingsgedanken zur Ausführung bringen. In einem Aufsatz der Deutschen Rundschau", der sich mit der Frage der Jugendpflege beschäftigt, erzählt er selbst, daß er schon 1876 in seinem Buche„ Leon Gambetta und seine Armeen" für eine gründliche Vorbereitung der heranwachsenden Geschlechter zum Waffendienst eingetreten fet. Als er dann 1878 die französischen Herbstmanöver mitmachte, hatte er Gelegenheit, viel von den ersten Anfängen praktischer Ausführung einer militärischen Jugenderziehung zu hören. Die Einrichtung der militärtschen Jugenderziehung in Frankreich, die unmittelbar dem Revanchegedanken entsprungen war, wollte eine moralische Einwirkung auf die französische Jugend, eine Starfung an Körper und Geist für künftige große Aufgaben, Belebung des vaterländischen Gefühls durchführen. Die Versuche von der Golz, eine ähnliche Bewegung in Deutschland in Gang zu bringen, fanden damals nirgends Unterstützung, stießen vielmehr an maßgebenden Stellen auf Widerspruch. Inzwischen hat sich aber die Ausbildungsweise der Truppen wesentlich verändert. Heute will man jeden Soldaten zu einem vollkommen selbständigen Streiter heranbilden, der auch ohne Führung, ohne Zusammenhang mit seiner Truppe imftande ist, die Bedingungen des Kampfes und die Verwendung seiner Waffen richttg zu beurteilen und ohne fremden Nat überlegt und zweckmäßig zu handeln. Vor allem aber muß auf eine Schärfung der Sinne hingearbeitet werden. Wird auf ote Stärfung und Ausbildung der Sinne, des Gesichts, des Gehörs, Wert gelegt, so läßt sich bet beharrlichen Uebungen eine erstaunliche Wirkung feststellen, die von hoher Bedeutung für die Kriegstüchtigkeit des einzelnen Soldaten ist. Die Kunst des Burechtfindens, die fichere Geländebeurteilung, die gesteigerte Marschfähig= leit, alles Dinge, die in Kriege von höchster Bedeuung sind, lassen sich nur durch Ausbildung von Kindesbeinen an, durch eine systematische Vorbereitung auf den Militärdtenst erzielen. Aehnlich steht es mit dem Lagerleben, mit etwas Gewöhnung an das Nächtigen im Freien, mit der Uebung, Hindernisse tm Gelände zu überschreiten, Spuren zu finden und zu benußen, Vorübung in einigen Handgriffen, die jeder Mann kennen sollte, der sich im Leben in allen Lagen felbst zu helfen entschlossen iſt. Der Haager Friedenstempel. ben heißt es ut. a.: Es waren Jahre ungetrübten Glücks, die wir hier erleben durften. Wenn die dankbare Erinnerung an diese schöne Beit unauslöschlich in unseren Herzen bleibt, so ist das ganz besonders der freundlichen Gesinnung und Anhänglichkeit der Einwohnerschaft Potsdams zuzuschreiben." Der Bundesrat hat in seiner legten Stzung der Vorlage betreffend Betriebvergünstigungen für die Brennereien aus Anlaß der bevorstehenden Futternot die Zustimmung erteilt. Wie eine Korrespondenz wissen will, hat sich der Bundesrat auch mit der Abänderung der Serviceklassenetntellung beschäftigt. Die Vorlage soll eine Reihe von Abänderungen in der Zutellung der Ortschaften für die einzelnen Serviceklassen bringen und damit vielfachen Wünschen entsprechen. Der Evangelische Bund an den Kaiser. Die ge= schloffene Abgeordnetenversammlung der in Dortmund tagenden Generalversammlung des Evangeltschen Bundes fandte folgendes Telegramm an den Kaiser: Die 24. Generalversammlung des Evangelischen Bundes in dem für die Geschichte unserer Gegenwart so bedeutsa= men Vorort der Roten Erde sendet ehrfurchtsvollen Huldigungsgruß, erneuert das Gelübde unwandelbarer Treue und erbittet Gottes Segen für Ew. Majestät und Ihre Majestät die tatserliche und föntgliche Frau." Noch drei Nachwahlen für den Reichstag. Im Reichstage sind noch dret Mandate erledigt, nämlich Konstanz- Ueberlingen,( bisher Hug, 3tr.), Ratibor ( bisher Frant, 3tr.), Frizlar- Homberg- Biegenhain ( bisher Liebermann von Sonnenberg, Wirtsch. Vgg.). Die beiden ersten Mandate werden noch im Oktober( 19. und 28.) besetzt, das dritte soll im November besett werden. Weitere Nachwahlen dürften vielleicht nicht mehr stattfinden. Deutschland und der Kongo. Nach einer Brüsseler Meldung soll während der Marokkoverhandlungen Ende August d. J. deutschersetts auch die Frage einer eventuellen Aufteilung des belgischen Kongostaates zur Erörterung gestellt worden sein. Als man aber sah, daß dies übel aufgenommen wurde, Iteß Deutschland die Angelegenheit fallen. Auch eine Kompenſation für Spanien soll Herr von Kiderlen- Wächter anfänglich angeregt haben. Der Pariser Matin" benutzt den Augenblick, um den Baut des Haager Friedenspalastes zu verspotten: " Der Bau des Haager Friedenspalastes schreitet ritstig borwärts was sehr beunruhigend ist. Denn mik diesem friedlichen Gebäude hat es eine recht verhängnisvolle Bewandtnis. Beweis: Als seine Errichtung be= schlossen wurde, brach der Burenkrieg aus. Als ole Baupläne genehmigt wurden, begann gerade der russisch- tapanische Krieg. In die Zeit der Grundsteinlegung fällt die Reise des Deutschen Kaisers nach Tanger und der Beginn der marokkanischen Wirren. Als das erste Stockwerk fertig war, nahm Desterreich der Türkei Bosnien und die Herzego= wina wag; als das zweite Stockwerk stand, fingen die deutsch- französischen Streitigkeiten wegen Marok= to an, test, wo der Dachstuhl fertig ist, bricht der ita= [ tentsch- türkische Krieg aus. Ich verfolge mit großer Angst die wetteren Arbeiten der Maurer an jenem Palats. Je mehr es sich seiner Vollendung nähert, desto schlimmer wird die Situation. Man bedenke: noch haben die Glaser, die Tapezierer und Deforateure thre Arbeit nicht begonnen. Was wird man erleben, wenn diese Leute erst an die Reihe kommen?! Ich habe auch von einigen großen symbolischen Wandgemälden gehört, die den Triumph der Friedensbewegung verherrItchen sollen. Zum Donnerwetter! So oft eins davon fertiggestellt sein wird, wird in irgendeinem Punkt der Welt ein labregen von Schrapnells niedergehen. Auch einige Statuen will man in den Galerien Bes Palastes aufstellen. Jede davon wird Tausende von Menschenleben kosten. Und vollends am Tag, wo diefer Tempel des Friedens eingeweiht werden wird, da wird jeder von uns die Flinte auf den Buckel nehmen müssen, dann wird der allgemeine Weltkrieg, aller gegen alle losgehen. Darum fordere tch, daß man diesen Balast so schleunigst wie möglich wieder niederreiße!" Der Spott Itest sich sehr amitsant. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kronprinz hat sich von der Stadt Potsdam durch ein sehr herzlich gehaltenes Schreiben verabschtedet, das Oberbürgermeister Vosberg in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung verlas. In dem Schret7)' Aus Eifersucht. Die Erhebung der portugiesischen Monarchisten soll nach Meldungen aus Lissabon miß glückt sein. Ste sollen geschlagen sein und sich auf spanisches Gebiet zurückgezogen haben.- Halbamtlich wird dazu gemeldet: Die Banden der Monarchisten verließen Vinhaes in dem Augenblick des Eintreffens der republikanischen Truppen und flohen nach allen Richtungen. Einige wurden erschossen, andere Iteßen sich gefangen nehmen. Die Verfolgung der Flüchtlinge bis zur Grenze blieb erfolglos. Roman von Max Soffmann. ( Nachdruck verboten.) „ Also könnte die Tat von jemand begangen sein, der sich an Dir rächen wollte. Denn Du kommst doch wohl als alleiniger Erbe in Betracht?" Der gefeierte Giolitti. Zu Ehren des italienischen Ministerpräsidenten fand am Sonnabend in Turin ein Bankett statt, nach dessen Beendigung dem Staatsmann begeisterte Kundgebungen seitens der Bevölkerung bereitet wurden. Giolittt hielt bet dem Bankett eine große Rede, in welcher er sich besonders mit der auswärtigen Bolitik befaßte, die aber zur Tripolis= frage nicht die geringste Klärung der Lage brachte. Giolitti betonte zuerst die Notwendigkeit der Aktion, die wie ein Fatum set und der Regierung alle Verantwort lichkeit dem Parlament und dem Land gegenüber auferlege. Zögern hätte Italien auf lange Zeit kompromittiert und den Beginn der politischen Dekadenz be= deutet. Giolitti schob die Schuld der Türket zu, die durch ihre Feindseligkeit systematisch die Ehre und die wirtschaftliche Posttion Italtens in Tripolis gefährdet habe. Die Regierung warte ruhig das Urteil des Landes und des Parlaments ab und vertraue auf Heer und Flotte. " Deinen Scharfsinn in Ehren, Felicia. Aber dte Sache kann doch auch anders Itegen. Wenn meine Stiefmutter Verwandte hat und ich glaube, es sind ganz entfernte Verwandte vorhanden so würde unter Umständen das Vermächtnis ant diese fallen. Es kann also auch ebenso gut ein Feind von diesen mtr unbekannten Leuten gewesen sein, der das Testament mitnahm oder vernichtete. Nun, das alles wird sich fa mehr klären, wenn erst die eingehenden Zeugenaussagen beendet sein werden. Hier heißts eben abwarten." Sein Appetit war gestillt; er lehnte sich in den Stuhl zurück und zündete sich auf ausdrücklichen Wunsch Felicias eine Bigarre an. Auf seinem offenen, frischen Gesicht mit dem blonden Schnurrbart zeigte sich ein Abglanz fener behaglichen Stimmung, in die eine gute Mahlzeit unter allen Umständen, selbst nach kummervollen Vorfällen, den gesunden Menschen zu versetzen pflegt. Kleine Nachrichten. des Gordon- Bennett- Fliegens zu betrachten. Der Bal Ionführer und sein Passagier find wohlauf. Der Führer des sozialdemokratischen Bauarbeiters verbandes, Reichstagsabgeordneter Bömelburg tft von einer derartta schlimmen Nervenkrisis befallen, daß er kaum noch in der Lage sein dürfte, die Verbandsgeschäfte wieder zu letten oder sich um ein Reichstagsmandat von neuem zu bewerben. Aus den Flußgebieten des Oberrheins, Neuß und Aar wird Hochwasser gemeldet. Im Gebiege ftel Regen mit Neuschnee. Gewaltige Wassermassen stürzten zu Tal. Infolge Reißens des Förderseils ist auf der Zeche „ Fürst Hardenberg" bet Dortmund ein Förderkorb n den Schacht gestürzt. Dabet wurden neun Bergleute getötet. Eine gewaltige Ueberschwemmung hat etwa 100 Ortschaften und Dörfer im Westen des nordamerikants schen Staates Wisconsin heimgesucht. Ungefähr 40 Personen sind ertrunken, und viele Ortschaften bilden nur noch Trümmerhaufen; der angerichtete Schaden wird auf viele Millionen geschäßt. Der neue Justizpalast in Köln, Preußens größtes Verwaltungsgebäude, ist am Sonnabend in Anwesenheit des Justizministers Dr. Beseler und des Ministers der öffentlichen Arbetten v. Breitenbach eingeweiht worden. Und nun," sagte er, werde ich zahlen, und dann wollen wir zur Erholung noch eine Spazierfahrt unternehmen." Das Denkmal für Friedrich Paulsen, das die deutsche Oberlehrerschaff von dem Bildhauer Erich Schmidt- Kestner auf dem Fichteberg in Steglitz bet BerIin feßen ließ, wurde Sonnabend mittag mit einem Festakt enthüllt. " Du kannst mir einen Gefallen tun," bat Felicia, Indem sie thr silbernes Seitentäschchen öffnete und ein Portemonnate hervorholte. Ich habe gestern etwas Geld erhoben und dabei mehrere Tausendmarkscheine erhalten. Bitte, nimm diesen und wechsle ihn mir bet bteser Gelegenheit!" Volkswirtschaftliches. Ein neuer Lohntarif für die Buchdrucker. In dem Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker wurde am Sonnabend nach 14tägiger Verhandlung ein neuer Lohntarif für die Dauer von fünf Jahren abgeschlossen. Nach dem Tarif wird der Gehilfenschaft u. a. eine Lohnerhöhung um 10 Prozent und eine wöchentliche Verfürzung der Arbeitszeit um eine halbe Stunde bewilligt. Die Lotalzuschläge auf Orte mit besonders verteuerten Lebensbedingungen sind nach dem Ortsklassenprinzip des Reichsbesoldungsgesetzes geregelt. Ferner wurde die allgemeine Einführung des Berechnens an den Setmaschinen zugestanden und die Arbeitszeit an den Seßmaschinen für alle Systeme und für alle Betriebsarten einheitlich geregelt. Auch über eine wirksame Bekämpfung der Schleuderkonkurrenz wurde eine Uebereinstimmung erzielt. Die Berliner Fleischergesellen haben einen Lohnkampf eröffnet und mit sogenannten partiellen Streits begonnen. Das Luftschiff Schwaben", das Sonntag vormittag pon Baden eine Fahrt nach Stuttgart gemacht hatte, ftteg nachmittags mit zwölf Personen an Bord zu seiner hundertsten Passagterfahrt auf. Aus diesem Anlaß war das Schiff mit Flaggen und die vordere Gondel mit einem Lorbeerfranz geschmückt. Ste reichte Frit etnen braunen Schein, und dieser winkte den Oberfellner berbet und händigte ihm nach Vorlegung der Rechnung den Schein aus. Ein deutscher Ballon Sieger im Gordon- Bennett: Fliegen. Der Ballon Berlin II" ist am Sonnabend früh etwa 440 Meilen von Kansascity entfernt mitten in der Wildnis gelandet. Da er vor seinem nächsten Mitbewerber 70 Meilen voraus hat, ist er als Steger Ein deutscher Gemeindebeamten- Bund. Als Ergebnis der gegenwärtig in München stattfindenden Verhandlungen des Ersten deutschen Beamtentages ist die erfolgte Gründung eines„ Deutschen GemeindebeamtenBundes" zu verzeichnen. In dem Bunde sind fast alle deutschen Staaten vertreten. „ Einen Augenblick, mein Herr!" sagte der Befrackte mit der Miene eines Herablassenden Fürsten, verbeugte sich und verschwand zum Zwecke des Wechselns. Vermischtes. Entdeckung eines Selbstmörderklubs. Ein Selbstmörderklub, der sich im Anfang dieses Jahres gebildet hatte, ist in der Stadt Kurst entdeckt worden. Einige überraschende Selbstmorde in letzter Zeit, die großes Aufsehen erregten, sind auf den Klub zurückzuführen. Die Behörde fand eine Liste, auf welcher die Lebensüberdrüfstaen mit Namen, Stand und Alter verzeichnet waren. Auffallend ist besonders die große Zahl der weiblichen Mitglieder. So hatten sich in letzter Zeit vier Gymnasiastinnen, Mitglieder des Klubs, entleibt. Friz ergriff Felicias schöne, schmale Hand und schaute ihr tief in die Augen. Wie lange hatten sie sich nach einer ruhigen, stillen Stunde gesehnt, und nun trübte ein wehmütiges Gefühl das reine Glück dieses friedlichen Beisammenseins! So faßen sie geraume Beit, ohne ein Wort zu sprechen. Dann wunderte er sich, daß man in einem solchen Etablissement so lange brauchte, um eine Banknote zu wechselit. Unruhig blickte er sich um. Der Oberkellner war nicht zu sehen; statt dessert hatte sich eine Schar Kellner wie in einem Kranz in der Nähe des Paares versammelt. Frizz rief einen heran. " Was ist denn das? Wie lange soll ich warten, bis ich mein Geld herausbekomme?" Erbauliches von der französischen Marine. Daß es schon längst auf der verunglückten„ Liberte" nicht ganz geheuer war, scheint aus Aeußerungen hervorzugehen, die ein noch nicht genannter Unteroffizier des Schiffes einem in Rennes erscheinenden Blatte zufolge, fürzItch getan haben soll. Schon lange ahnte ich", so er zählte der Mann, daß auf der„ Liberte" ein unglück im Anzuge sei. Bu meinem Kameraden, der bet der Katastrophe umfam, hatte ich damals gesagt: Ich habe den Kapitän gebeten, mich auf ein anderes Schiff zu versetzen, weil ich mich auf der Liberte" nicht mehr in Sicherheit fühlte. Es gab an Bord Dickköpfe, denen man alles zutrauen konnte. Auf Rundgängen an Bord hatte ich wiederholt kleine Zettel an allen möglichen Orten angeklebt gefunden, auf denen die Worte standen:" Die Liberte" wird auffliegen!" Der Kapitän schlug die Warnungen in den Wind und bestrafte die Leute wegen threr mancherlei Disziplinwidrigkeiten nur sehr milde. So kam es denn, daß die Manneszucht anstatt allmähItch immer straffer zu werden, immer mehr nachließ." Ungescheut gingen die Mannschaften zum Beispiel mit offenem Lichte in die Munitions- und Pulverräume, so daß jeden Tag eine Explosion hätte vorkommen können, auch wurde überall an Bord geraucht, auch an den Drten, wo dies ausdrücklich verboten ist. Ich sagte das alles schließlich dem zweiten Offizter und erreichte endlich meine Versetzung, da ich für meine gesunden Knochen fürchtete. Das genannte Blatt fügt hinzu, daß der betreffende Unteroffizier speziell mit der Aufrechterhal= tung der Disziplin an Bord betraut war. " Warten Sie noch ein bißchen," sagte der Angeredete nicht gerade sehr höflich. " Ach was, warten! Wir haben noch andere Dinge zu tun, als hier zu sitzen. Rufen Sie mir den Wirt herbet!" Der Kellner entfernte sich. Er schten den Herrn nicht zu finden, denn er kam nicht wieder. Auch Felicia gab jetzt ihren Unmut über die Verzögerung zu erkennen. Frizz wurde ärgerlich und erhob sich. Da öffnete sich die Tür und der feiste Wirt, der das Aussehen eines vornehmen Diplomaten hatte, trat in Begleitung eines großen, schlanken, energisch blikkenden Herrn ein. Dieser ging d'cht an Fritz heran und sagte in bestimmtem Ton:" Ich muß Sie bitten, mir nach dem Polizeipräsidium zu folgen!" Frizz glaubte, nicht recht gehört zu haben. " Wie?" fragte er verdutzt. Und als der Herr mit den Achseln zuate, gewann er seine volle Fassung wieEine Friedensausstellung in Rom. Eine Fronte des Schicksals hat es gewollt, daß die erste historische Friedensausstellung gerade dieser Tage eröffnet wor= den tst; daß aber zum Ort der Ausstellung gerade Rom ausersehen wurde, darf wohl als ein besonderer Wit der Weltgeschichte betrachtet werden. Die Ausstellung hat in einigen Hallen der römischen Universität ihren Blaz gefunden und die Anhänger des emigen Weltfriedens, die zu threr Eröffnung herbeigeeilt sind, kamen der und fuhr fort:„ Ich bin übrigens nicht gewöhnt, mtt femand zu sprechen, der sich mir nicht vorgestellt hat. Wer sind Sie überhaupt?" gero lebe per nem folg nich Биб huh und dter 14 S drei hith obe zu ma ten tifel wer drit regi ern; ob fie E Mü Der Herr faßte in die Tasche und zeigte seine Erkennungsmarke.„ Sie gestatten, Polizeikommissar von Bardekow!" „ Aber was wünscht man denn von mir? Und vorerst muß ich doch mein Geld wiedererhalten." „ Eben darum handelt es sich. Den Schein werden wir nach dem Präsidium mitnehmen." Frizz dämmerte etwas. Mein Gott," sagte er erschrocken, sollte das einer der bei mir gestohlenen Scheine sein?" „ Sie sind Herr von Marleben selbst?" fragte der Kommissar ungläubig. Allerdings!" versetzte Friz, zog sein Portefeuille und legitimierte sich durch verschiedene Papiere. Der Beamte wurde sehr höflich.„ Und fene Dame dort?" fragte er leise. Ist meine Braut, etne Amerikanerin, Fräulein Felicia Molesworth." ,, Aber wie in aller Welt, Herr von Marleben, kommen Sie zu diesem Schein, dessen Nummer durch die im Polizeibericht angegebenen Ziffern leicht festzustellen war?" „ Das ist mir selbst ein Rätsel. Meine Braut hat ihn mir vorhin gegeben." Felicia wurde ins Gespräch gezogen, und sie nannte das Bankgeschäft, in dem sie gestern nachmittag auf einen Scheck das Geld erhoben hatte. " Dann wird es das beste sein, wir fahren sofort dorthin," erklärte der Beamte. Fritz war damit einverstanden und alle dret wollten sich entfernen. „ Und die Rechnung?" fragte der Oberkellner. mit Jan Drt fpri nell dreiauf fehr drat vor дез Die tene hän Mar liche erre wiri in hatt befa lade dere der Gar gegn thm freu erbeda und fchte zu Beffi erm fellic fein tät gla ma Kai unte ring Aber er fi dete Her wor genf fer? 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Eine kürzlich veranstaltete Wette zwischen einem Gutsbesizer und etnem Fischermeister in einem Hotel in Querfurt brachte folgende Blüte zutage. Der eine behauptete, baß man nicht imstance fet, 14 Tage hindurch täglich ein Rehhuhn zu effen. Die Wette tam zustande. Jedes Rebhuhn über die Zahl 15 sollte mit einem Hafen belohnt und außerdem sollten noch mehrere Flaschen Wein spendiert werden. Der Rebhuhnliebhaber hat aber in den 14 Tagen 30 Rebhühner verzehrt, nämlich manchen Lag dret. Der Verlierer hat nun nicht nur die 30 Rebhühner, die zubereitet 54 Mart gefostet haben, sondern obendrein noch 15 Hasen und mehrere Flaschen Wein zu bezahlen! Eine wunderliche Gesetzesbestimmung enthält, wie man aus München meldet, das jetzt in Wirksamkeit tretende neue bayerische Einkommensteuergeset. Sein Artifel 77 lautet:„ Mit Geldstrafe bis 150 M. wird bestraft, wer ohne genügenden Entschuldigungsgrund den ausdrücklich mit Strafe bedrohten Anordnungen der Staatsregierung zum Vollzuge dieser Gesetze zuwiderhandelt." Die bayerischen Steuerzahler sind danach zu bedauern; denn sie sind auf alle Fälle mit Strafe bedroht, ob sie die Anordnung der Regierung befolgen oder ob sie ihnen zuwiderhandeln. Ein origineller Name wird demnächst aus dem Münchener Adreßbuche verschwinden. Die Baumeisterswitwe Bleibnichtlang und deren Bruder werden mit landesherrlicher Erlaubnis und unbeschadet der Rechte Dritter fortab den Namen Lang führen, der im Widerspruch mit sich selbst so kurz ist, und doch wäre der origt= nelle Name Bleibnichtlang der Erhaltung wert gewesen. Räuberischer Eisenbahnüberfall in Rußland. Ein dreister Ueberfall wurde in der Nacht zum Sonnabend auf einen zwischen der Strecke Lodz und Warschau verfehrenden Zug unternommen. Mastierte Banditen drangen in der Nähe der kleinen Statoin Chodut kurz vor der Einfahrt, als die Fahrgeschwindigkeit des Rutges sich verminderte, in den Bostwagen ein, fnebelfen die beiden Postbeamten und zwangen sie mit vorgehaltenem Revolver. die Schlüssel zu dem Tresor auszuthändigen. Dann raubten sie einen Postbeutel mit 20 000 Mark Inhalt und flüchteten. Wie geht es Ihrem Herrn Bruder?" Eine niedliche, wenn auch etwas problematische Manövergeschichte erregt gegenwärtig, wie der„ B. 3. a. M." geschrieben wird, in militärischen Kreisen viel Heiterfeit. Ein Dorf in der unmittelbaren Nähe eines faiserlichen Landsizes hatte Einquartierung. Die Kaiserin hörte davon und beschloß, den ältesten Offizier, einen Major, zu Tisch zu laden. Das war schon nicht ganz leicht. Denn der biedere Major wollte offenbar zeigen, daß man auch in der stillen Provinzstadt, wo er seit vielen Jahren in Garnison steht, recht gut wisse, was sich schickt, und ent= gegnete, so erzählt die Anekdote, dem Hofbeamten, der ihm die Einladung überbrachte, er bedauere lebhaft, der freundlichen Aufforderung nicht folgen zu können, da er- feinen geeigneten Waffenrock habe. Es wurde ihm bedeutet, die Kaiserin habe diesen Fall vorausgesehen und ersuche thn, im Ueberrock zu erscheinen. Und er erschten. Sein Platz war zwischen der Kaiserin und der zu Besuch anwesenden Schwester des Katsers, der Prinzessin Vittoria zu Schaumburg- Lippe. Unser Mator erwtes sich als ein sehr fröhlicher und gesprächiger Gesellschafter. So oft ert rinfen wollte, stteß er zunächst fein Glas mit einem liebenswürdigen Profit Majeftät!" an, zu dem die Kaiserin zuerst, wie man gern glauben wird, große Augen, dann aber gute Miene machte. Und gegen Ende des Mahls zog der Major eine Ansichtskarte aus seinem Aermelaufschlag und bat die Katserin, einen Gruß an seine Frau in der Heimat mit unterschreiben zit wollen. Auch das geschah, während ringsherum die Heiterkeit kaum noch verhalten wurde. Aber den Gipfel des Hoftones erflomm der Major, als er sich von der Kaiserin zu der Prinzeß Vittoria wendete und die Frage an sie richtete: Wie geht es Ihrem Herrn Bruder?" Da ftel denn, wie man sagt, die Antwort etwas ungnädig aus. Sie bestand nur in der Gegenfrage:„ Meinen Sie etwa Seine Majestät den Katfer?" Aber auch dadurch soll der Major nicht aus der Fassung geraten sein... Das schnellste Luftschiff der Welt. Ueber das neue, für die Militärverwaltung bestimmte 3 eppelin- Luftschiff„. 3. 9", das, wie berichtet, auf seiner ersten Probefahrt eine Geschwindigkeit von 21 Sekundenmeter erzielt hat, schreibt die " Köln.3tg.": Das neue Luftschiff, um 8 Meter fürzer als die Schwaben", tit an deren Stelle jetzt das schnellste Luftschiff der Welt. Diese rasche Aufeinanderfolge von Weltrekorden bedeutet einen völligen um= schwung einmal in dem Verhältnis der Zeppelinschen Luftschiffe zu den übrigen, vor allem aber in dem der Luftschiffe überhaupt zu den Flugdrachen. Da es heute vor allen Dingen auf die Geschwindigkeit eines LuftFriß mußte trotz seiner Erregung lächeln und befriedigte den vorsichtigen Manu, während die Kellner neugierig das vermeintliche Hochstaplerpaar betrachtetent. Der Kassterer an dem Schalter des Bankgeschäftes, wo Felicia den Scheck eingelöst hatte, fter fast in Ohnmacht, als ihm der Kommissar den Zweck seines Kommens in furzen Worten auseinandersetzte und in bestimmtem Ton um Auskunft wegen des Scheines bat. Einer der Direktoren wurde herbetgerufen, und es wurde eine eingehende intersuchung veranstaltet. Nach vielem Hint- und Herreden ergab sich, daß gestern mit= tag zweitausend Mark von einem Herrn eingezahlt worden waren, der dafür gewisse Börsengeschäfte in Auftrag gegeben hatte. Gleich darauf war Fräulein Molesworth erschienen und hatte die beiden Scheine erhalten. Die Nummern waren zu jener Zeit noch nicht veröffentlicht gewesen. „ Und wo befindet sich der zwette Schein?" fragte Herr von Bardekow. „ Er befindet sich noch in meinem Besitz zu Hause," erklärte Feltcta. „ Sie werden verstehen, gnädiges Fräulein, wenn wir auch diesen vorläufig mit Beschlag legen, denn-" „ Selbstverständlich!" fiel Frtz ein.„ Noch heute bringe ich ihn persönlich nach dem Polizeipräsidium." „ Schön!" Der Polizeikommissar wandte sich wieder an die Bankbeamten. Und wie war der Name jenes Herrn, der das Geld hier einzahlte?" " Grulich." Er faßte sich an dte Sttrn. Grulich? Grulich? Bitte, wollen Sie mir das Adreßbuch geben!" Er blätterte nach und sagte:„ Ist das der Herr dieses Namens, der in der Klosterstraße wohnt?" " Ganz recht!" Hauptpunkt, solange die Bralluftschiffe nicht über ihre bisherige Höchstgeschwindigkeit von etwa 16,5 Sefundenmeter hinauskommen, die Zeppelinschen Luftschiffe unbestritten an der Spize marschieren. Dieses Aufrittfen der Luftschiffe ist eine überaus erfreuliche Tatsache. Denn wenn auch nach wie vor der Flugdrache in setnen besten Typen das schnellste Flugzeug bleibt, so besitzt das Luftschiff thm gegenüber doch so viele Vorzüge, die in größerer Sicherheit, größerer Nußlast und län= gerer Flugfähigkeit bestehen, daß man sich nur freuen fann, wenn es ihm an Geschwindigkeit näher kommt. Solange mit dem Flugdrachen Leistungen von 100 KiTometer in der Stunde möglich waren, mit dem Luftschiff aber nur solche von 16,5 Sekundenmeter, so gab das einen Unterschied von 40 Kilometer in der Stunde, die das Luftschiff langsamer fuhr als der Flugdrache, also 40 Prozent geringere Schnelligkeit. Die Zahl der Sekundenmeter ist nun aber durch die Zeppelinschen Luftschiffe auf 21 hinaufgeschnellt, die gleich sind 75,5 Stundenkilometer. Das sind nur noch 24,5 Prozent ge= ringere Schnelligkeit. Das neue Zeppelin- Luftschiff, das dem Vernehmen nach als Militärfreuzer in Cöln statio= niert werden soll, ist in allen Teilen sehr stabil. Die Gesamtform und die Anordnung der Steuer sind die gleichen wie bei der Schwaben". Nur sind die Steuer etwas verkleinert. Die beiden Gondeln mit drei Maybach- Motoren zu je 150 Pferdestärken sind ziemlich nahe an den Schiffsrumpf herangerückt. Feldzun der Spanier im R ff. Nach längerer Pause haben die spanischen Truppen in Nordmaroffo nunmehr die Operationen gegen die Riffstämme am Kertfluß, die ihnen bei dem letzten Gefecht so empfindliche Verluste zugefügt haben, wieder aufgenommen. Der in Melilla weilende spanische Kriegsminister General Luque leitete die Vorberei tungen zum Marsch gegen die jenseits des Kertflusses fich sammelnden Mauren. König Alfons hält auf diese persönliche Betätigung des Kriegsministers, weil trotz der im allgemeinen befriedigenden Ergebnisse der bisherige Oberbefehl der spanischen Abteilungen zu wünfchen übrig Iteß. Die Gegenwart des Kriegsministers wird als Anzeichen dafür betrachtet, daß Spanien die Absicht hegt, einen großen Schlag auszuführen. Inzwischen sind vom spanisch- marokkanischen Kriegsschauplatze folgende Meldungen eingetroffen: Eine spanische Kolonne überschritt am Sonnabend den Kert- Fluß und griff die Marokkaner an. Diese setzten sich zur Wehr. Ihr Widerstand war tedoch vergeblich und sie mußten das Feld räumen. Die Operationen wurden von zwei anderen Kolonnen unterstüßt, ebenso von zwei Kriegsschiffen, durch deren schwere Geschütze das Vorgehen der Kolonne gegen den Feind wirksam unterstützt wurde. Die spantsche Vorhut ver= Ior bei dem Angriff 20 Mann. Ein Oberst und zwet Offiziere wurden verwundet. Der amtliche spanische Kriegsbericht. Madrid, 9. Oktober. Amtlich wird aus MeIlla gemeldet: Die vorläufigen Operationen sind nach zehn stündigem Kampf durchgeführt worden. Die Eingeborenen Iteßen zahlreiche Tote, sowie Waffen und Munition zurück. Eine spanische Division erreichte die Höhen bet Tertemin nach hartem Kampfe. Die Verluste der Division find beträchtlich. Man spricht von mehr als hundert Mann. Eine Landungsabteilung des Kreuzers Carlos V" unterstützte dte Operation. Der Kriegsminister leitete den Kampf. Nichts Besonderes vom Kriegsschauplatz. Vom türkisch- italienischen Kriegsschauplab Itegen auch heute Nachrichten von Wichtigkeit nicht vor. Mit der Besetzung der Küstenstädte von Tripolis und Cyrenaika durch die italienischen Streitkräfte ist in diesem Krieg ein erster, ein vorausgesehener, aber deshalb nicht weniger wichtiger Abschnitt erreicht worden. Für die Türket bedeutet diese Besitzergreifung eigentlich das Schlimmste, das thr dieser Krieg bringen konnte; falls, wie vorausgesetzt und erwartet wird, der Kampf nicht auf die europäischen und aftatischen Besitzungen der Türfet übertragen wird, und falls sie thre Flotte nicht durch unvorsichtige und nuẞlose Unternehmungen in Gefahr bringt, ist der Krieg fitr sie damit eigentlich vorfiber, und es Itegen Anzeichen vor, daß die Türket auch die Sachlage in diesem Sinne auffassen und ihre Strettfräfte zur Aufrechterhaltung der Ruhe in den Balkanländern zusammenhalten will. Einzelheiten über die Beschießung von Tripolis. Aus Tripolis nach Italien zurückgekehrte Schiffe überbrachten über die Beschteßung von Tripolis folgende Einzelheiten: Die Beschießung von Tripolis erfolgte am Dienstag. Am folgenden Tage fuhr man mit der Zerstörung der Forts Hamidte und Sultania fort. Am selben Tage durchsuchte man die Batterie Hamidie und machte die Geschüße unbrauchbar. Am Donnerstag erfolgte westlich von Tripolis die Ausschif- ,, Aha, dacht' ichs mir doch! Agent, Geldvermittler biederer Ehrenmann! Nun, ich danke Ihnen, meine Herren. Meine Mission ist hier erledigt." Er verabschiedete sich auch von Fritz und Felicia, warf sich in eine Droschfe und fuhr nach der Klosterstraße. Die Uhr der in der Nähe gelegenen Parochialkirche schlug gerade zwölf und von dem Glockenspiel herab klang weniger feierlich als lustig und hell der Choral" Nun danket alle Gott", als er das Haus betrat, in dem der Agent wohnte. Er hatte Glück, denn der Gesuchte war zu Hause. Eine kleine dürre Frau, offenbar die Wirtschafterin, tellte ihm mit, daß Herr Grulich zu sprechen set, führte thn in ein einfach, aber sauber eingerichtetes Zimmer und bat ihn zu warten. Er hatte kaum Zeit, sich in dem Raum umzusehen, well der Agent sogleich eintrat. Die gedrungene Gestalt des ungefähr Sechzigjährigen steckte in einem abgeschabten Schlafrock, die paar noch vorhandenen grauen Haare waren settwärts in Strähnen über den dicken Schädel gelegt, und aus dem schwammigen, mit tausend Falten und Fältchen versehenen Gesichte guckten verschmitt ein paar graue Aeuglein. Er wischte sich den Mund mit einer Serviette; jedenfalls war er bereits mit dem Mittagessen beschäftigt, schten also in seiner Häuslichkeit auf Pünktlichkeit zu halten. ,, Bitte, nehmen Ste Plaz," sagte er mit etner Handbewegung. Mit wem habe ich die Ehre? Und Ste wünschen?" Aus der Doppelfrage ging hervor, daß dieser Mann an rasche Erledigung seiner mannigfaltigen Geschäfte gewöhnt war. Dem Beamten machte es innerlich Spaß, auf diesen Ton einzugehen, und er sagte, ohne sich zu sehen:„ von Bardekow, Polizeikommissar, und ich wünsche zu erfahren, wie Ste in den Besitz fener beiden Tausendmarkscheine gelangt sind, die Sie gestern Ihrer Bank übergeben haben." fung von Matrosen, die die Forts Sultania und Ha midie beseßten. Die italienische Flagge wurde auf dem Fort Sultania gehißt. Zur selben Zeit wurden auf der Batterie Hamidie die Munitions- und Pulverlager in die Luft gesprengt, da sie für die Türken einen Grund, die Rückkehr zu versuchen, und ein Mittel zur Verteidi gung bilden fonnten. Unterdessen schritt man zur Durchsuchung der Leuchtturm- Batterte, die alle anderen Batterien ebenso wie die Stadt beherrscht. Nachdem man die Möglichkeit der Besetzung festgestellt hatte, wurde auch diese Batterte von Matrosen besetzt. In= zwischen erschienen an Bord des Panzerschiffes Benedetto Brin drei Araberhäuptlinge, um thre Unterwerfung anzuzeigen, und als Vertreter des Konsularkorps der deutsche Konsul, der den Kommandanten bat, die Stadt zu besetzen. Dies geschah. Nachmittags wurde das türkische Transportschiff Derna im inneren Hafen in geringer Tiefe zum Sinten gebracht; man glaubt, daß es in wenigen Tagen wieder flott gemacht werden kann, da es nur durch Deffnen des Bodenventils zum Sinfen tam. Auf Aufforderung des Kommandanten lieferte die Bevölkerung die Gewehre ab. Die Türken hätten fich aus Mutlosigkeit oder aus Mangel an Lebensmit teln in das Innere zurückgezogen. Die Araber Iteßen sie vollständig im Stich und hätten den Italienern für wenige Francs vorzügliche Flinten verkauft. Answeisung der Italiener ans der Türket. Der türkische Ministerrat hat die Ausweisung der in der Türkei ansässigen Italtener beschlossen. Diese müssen das Land innerhalb dreier Tage ver= laffen. Wie verlautet, soll der Ministerrat einen 3011krieg mit Zöllen bis zu 100 Prozent beschlossen haben. Italienische Kriegsberichte. Rout, 9. Oktober. Die Tribuna" meldet aus Tripolis: Der Dampfer Herkules", der gestern nachmittag von Tripolis zurückkam, bringt die Nachricht, daß Tripolis von den türkischen Soldaten verlassen fet. Türkische Kavallerie hält sich aber in der Umgebung der Stadt auf, um das Gros der türkischen Truppen, die sich nach dem Innern zurückgezogen haben, über die Beschleßung und die Bewegungen der Italiener zu unterrichten. Rom, 9. Oftober. Der Korrespondent der„ Vita" meldet aus Tripolis: Als die italienische Matrosenabtellung landete, ging die türkische Kavallerie zum Angriff über, aber die italienische Artillerie vertrieb den Feind. Der Befehlshaber des Landungskorps hat die Entwaffnung der Bevölkerung zur Sicherheit der Stadt verfügt. Türkischer Verzicht auf Tripolis. Es bestätigt sich nunmehr, daß die türkische Regierung eine Note an die Mächte gesandt hat des Inhalts, daß es ihre Vermittelung Italien gegenüber erbittet. Die türkische Regierung erklärt sich bereit, Tripolitanien de facto nach jeder Richtung an Italien zu überlassen unter der Bedingung, daß die türktsche Oberhohett anerkannt werde. Drabtuachrichten und Deuestes. Bombenexplosion in einem Tonloner Cafee. Toulon, 9. Oftober. Gestern abend explodierte in einem hiesigen Cafee eine Bombe, die unter einem Tisch versteckt gelegen hatte. Der Tisch flog in die Luft und die umherfliegenden Sprengstücke riffen ein tiefes Loch im Fußboden. Fünf Personen wurden erheblich verletzt. Ein wahnsinniger Kapitän. Paris, 9. Oktober. Im Hafen von Lorient hat sich an Bord des dänischen Dreimasters" Venus" ein blutiges Drama abgespielt. Der Kapitän Andersen wurde plötzlich vom Säuferwahnsinn befallen. Er ging in seine Kabine und verbarrikadierte sich dort, worauf er Revolverschiffe auf seine Matrosen abfeuerte. Zwet wurden schwer, mehrere leicht verletzt. Erst nachdem der Wahnsinnige seine Patronen verschossen hatte, ge= lang es, in die Sabine einzudringen, den Wahnsinnigen zu fesseln und in die Zwangsjacke zu stecken. Er wurde der Frrenanstalt in Lorient übergeben. Die Landung des Ballons Berlin II" in der nordamerikanischen Wildnis. Neuyork, 9. Oktober. Zur Landung des deutschen Ballons Berlin II", der als Sieger aus dem Gordon Bennett- Fliegen hervorgegangen ist, wird noch gemeldet: Der Ballon landete Sonnabend früh in den Wildnissen Nordwisconsins. Die amerikanische Regierung war schon um Hilfe angegangen worden, da Nachrichten über den Ballon ausgeblieben waren und man gefürchtet hatte, daß der Ballon in einen der großen Geen geraten fet. Die Luftfahrer waren ständig in groBer Lebensgefahr, da dauernd Sturm herrschte. Ste hatten bereits ihren Proviant geopfert, um den Korb zu erleichtern, als sie zur Landung schritten. Nach fünfzehnstündigem Umberirren in der Wildnis erreichten sie endlich das Städtchen Holcombe, von wo aus sie Nachricht von ihrer Landung gaben. Der Agent fah ihn scharf an, ohne jedoch irgend welche Ueberraschung oder Erregtheit zu verraten. Dieser Mann war allem Anschein nach überhaupt nicht aus der Fassung zu bringen; er hatte sich gewiß schon in ganz anderen Lagen befunden, in denen sich seine Ner= ven an jeden Zufall gewöhnt hatten oder so schlaff ge= worden waren, daß sie durch keine Erregung mehr in Spannung gerieten. „ Warum will denn die Polizei das wissen?" fragte er ruhig. Haben Sie heute noch nicht die Zeitung gelesen? Die Scheine gehören zu dem bei dem Regierungsrat Marleben in Lichterfelde entwendeten Gelde." „ Ach so, diese Sache! Habe gestern abend davon gelesen, heute bin ich noch nicht dazu gekommen, die Geschichte weiter zu verfolgen. Ich lese die Morgenzeitung immer erst nach dem Mittagessen. Sie glauben gar nicht, wie schrecklich viel ich zu tun habe, Herr Kommissar. Na also, die Scheine! Man hat die Nummern festgestellt, fann's mir denken. Ich selbst habe gar nicht danach gesehen. Wozu soll ich mir auch die Nummern merken? Mehr wird's dadurch doch nicht! und offen gestanden, Herr Kommissar, Iteb tst's mir nicht, wenn tch sagen soll, von wem ich sie habe. Gerade in meinem Geschäft ist strengste Distretton Ehrensache. Ich habe mit allen Geschäftskreisen, bis in die vornehmsten hinauf, zu tun, und das verdanke ich eben meiner Anständigkeit. Wenn man als Ehrenmann auftritt, wird man auch dementsprechend behandelt. Wer hat bet mir schon alles Hilfe in der Not gesucht und gefunden! Ich sage Ihnen, wenn ich reden wollte! Aber ich tu's nicht." Er zwinkerte listig mit den Aeuglein.„ Schweigen tst tatsächlich Gold. Also schweige ich." ( Fortsetzung folgt.) 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