Sießen. r wiederPferde mit laffen, hat im Ueber in der , mit den ben sind, und den en. Eine ge Unfälle aben wei edehnteren leicht 31 Delente der entstehen niederer Tierhalter adurch am Hufeisen rwärts üb. il bis 1. en Stollen hervorra Stollen bis iede des Terer Be iere Rennt te Sperre ammstraße Gießen. Simer eine er, Marie. hn, Walter ein Sohn, ne Tochter, in, Karl. ohn, Willy Sohn, Run ochter, Se uterin ein Klintel eine in Wester Halle a. G., Ben. Kellner, mil e in Fran Frankfurt 1. n Klein- Lin ohnhausen. Gießen, mit a. M., mil Ufingen. mit Gufann n, mit Elifa aftslehrer in Dießen. 4 Mte. all re alt. Jahre all rg, 65 Jahre Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 182. Telephon: Nr. 362. Der deutsche Bauer. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 10. August 1911. Truppenschau vor dem Kaiser. Der Kaiser trifft Freitag um 7 Uhr auf dem Großen Sande ein. Nach beendigter Truppenschau werden sich der Kaiser und der Großherzog an der Spitze der Fahnentompagnie nach dem Großherzoglichen Palais be geben. | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. 75 Mart, worauf der Landwirtschaftskammer- Ausschuß 20 Prozent Zuschuß gewährt, sodaß der tatsächliche Gestehungspreis sich auf 60 Mt. stellt. Da die Gefahr einer Seucheneinschleppung beim Bezuge dieses Zuchtmateriales nicht besteht, können noch weitere Gemeinden und Schäfereien Schafböcke nachträglich zum Preise von Es bleibt bei der Hize! Die verschie50-70 Mart beziehen, auf die ebenfalls 20prozentige denen Wetterdienststellen sind sich darin einig, daß die Zuschüsse gewährt werden, wenn die Tiere in OberhesHitze vorläufig nicht nur bleibt, sondern daß sie in nächſen zur Zucht Verwendung finden. Anfragen sind an ster Zeit sich sogar wieder steigern wird. Statt des erden Landwirtschaftskammerausschuß in Gießen zu sehnten Regens werden wir uns also noch auf eine neue richten. Sizz- Periode gefaßt machen müssen. Vom Siebenschläfer. Bei der andauern den Trockenheit und Hize dürfte es gut tun, sich daran zu erinnern, daß es in diesem Jahre am Siebenschläfertag geregnet hat. Die Wetterregel, daß es in einem solchen Fall 7 Wochen hindurch( d. h. vom 27. Juni bis zum 15. August) täglich regnet, trifft also in die sem Jahre ganz und garnicht zu. Das ist aber auch sonst meistens nicht der Fall. Man pflegt sich eben nur die Jahre zu merken, in denen das Wunder geschieht. er= Eine Vogelschutzstation für Hessen soll in Darmstadt auf Staatskosten errichtet werden. Sie bezweckt, durch Abhaltung von Kursen Personen im Vogelschutz praktisch auszubilden. Es soll dadurch reicht werden, daß im Laufe der Zeit in jeder Gemeinde mindestens eine Person vorhanden ist, die im Vogelschutz ausgebildet, in der Gemeinde die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Vermehrung der Vogelwelt zu leiten und überhaupt im Interesse des Vogelschutzes zu wirken imstande ist. Jm August- Heft der„ Preußischen Jahrbücher"( herausgegeben von H. Delbrück) veröffentlicht K. Walthemath einen Aufsatz:„ Der deutsche Bauer", der den gewaltigen Ausschwung unseres Bauernstandes in den letzten Jahrzehnten schildert. Wir hatten früher ein Landvolk, das, in dem Uebergang von dem letzten Stadium der Naturalwirtschaft zur Geldwirtschaft begriffen, unter dem Mangel an barem Geld und gesundem Kredit schwer litt. Die Arbeitslöhne und überhaupt alle Breise stiegen fortwährend, der Bauer aber, dessen Produkte eine immer noch unreife Städtewirtschaft nur in geringen Quantitäten aufzunehmen und nach wie vor nicht genügend zu bezahlen vermochte, fiel Wucherern in die Hände. Auf den meisten Bauernwirtschaften Deutschlands sah man Stillstand, ja Rückgang. Aus dieser Misere hat sich der Bauernstand Deutschlands durch seine eigene Energie und Einsicht zu retten verstanden. Die glänzenden wirtschaftlichen Erfolge, welche der deutsche Bauer in den letzten Jahrzehnten erzielt hat, widerlegen nach Walthemath vollständig das vielfach ge= äußerte Vorurteil, das Landvolk sei zu einer weitgehen den Selbstverwaltung nicht befähigt. Der deutsche Bauer hat das Genossenschaftswesen dermaßen entwickelt, daß der Kredit der kleinen deutschen Landwirte heute auf breiter und solider Grundlage ruht. Er hat landwirtschaftliche Maschinen und ausländische Futtermittel angeschafft und sich die Fortschritte der Chemie für Acker und Wiese dienstbar gemacht. Walthemath verhehlt sich nicht, wieviele stagnierende und rückwärtsgehende Ausnahmen es innerhalb unseres prächtig gedeihenden Bauernstandes noch gibt. Er führt das Beispiel Flanderns an, um zu beweisen, daß unser Bauer noch manchen Schritt vorwärts zu tun hat, bevor er den allerbesten seines Standes gleichkommt. Aber unleugbar ist jedenfalls, daß der deutsche Bauer nicht, was vor Jahrzehnten von kompetenten Volkswirten befürchtet wurde, das Schicksal des englischen Landvolkes teilen wird. Anstatt von dem Großbesitz aufgesogen zu werden, fängt der deutsche Landmann im Gegenteil an, jenen auf vielen Gebieten zu überflügeln. Sogar auf dem Felde der Pferdezucht, die stets für eine unantastbare Domäne des Großbetriebes galt, machen heute unsere Bauern den Besitzern der ausgedehnten Güter eine empfindliche Konkurrenz. Ein besonderes Interesse erhält der Walthemathsche Aufsatz dadurch, daß er im einzelnen darlegt, wie mit der geschilderten wirtschaftlichen Umwälzung eine andere Revolution Hand in Hand gegangen ist, welche die Sitten und Gebräuche des deutschen Bauernstandes durchgreifend erneuert und sogar seine religiösen Vorstellungen nicht unberührt gelassen hat. Aus Stadt und Land. Wetzlar, den 10. August 1911. * Der Hess. Landesverband des Deut schen Flottenvereins wird seine diesjährige Landesversammlung am Sonntag, 3. September, Auerbach abhalten. * Dem Liebigmuseum wurde ein interessantes und schönes Geschenk überwiesen. Apotheker Custodis aus Heppenheim schenkte ein wertvolles Gemälde, das die bekannte Heppenheimer Apotheke darstellt. Hier kam Liebig bekanntlich, nachdem er mit glänzender Erdie folglosigkeit seine Gymnasialstudien vollendet, Lehre, an die er immer gern zurückdachte. * Die Freifischerei in der Lahn hat mit dem 1. Aug. ihr Ende erreicht. In Zukunft ist das Fischen mit der einfachen Handangel in den schiffbaren Gewässern nur den Personen gestattet, die eine Angelkarte lösen. Die Karte wird vom Kreisamt verausgabt und gilt nur auf die Dauer eines Jahres. Der Preis ist für in Hessen wohnende Personen auf 3 Mk., für nicht in Hessen wohnende Deutsche auf 8 Mt. und für Ausländer auf 15 Mark festgesetzt. * Für die Kinderklinik hat der Staat als Bauplatz das Gelände zwischen dem Anwesen des Drogisten Seibel und der Augenklinik zur Verfügung ge stellt. Mit der Klinik soll gleichzeitig eine Schwesternschule errichtet werden. Die Stadt Gießen hat sich be= reit erklärt, zu den Kosten des Baues 15 000 Mt. herzugeben. Zum Kaiserpreisschießen waren im 18. Armeekorps dieses Jahr folgende Kompagnien zugelassen: 5-80, 11-87, 8-115 und 3-117. Letztere Kompagnie hat den Preis errungen, der damit zum ersten Mal in ein Mainzer Regiment gekommen ist. * Der Radklub„ Germania" errang auf dem 28. Bundesfest des Deutschen Radfahrerbundes bei der Dauerfahrt über 100 Kilometer die silberne Me daille und beim Korsofahren den 2. Preis. * Der Kaufmann Elsoffer mußte sich einer Operation im Munde unterziehen. Trotz ärztlichen Verbots rauchte er seine Tabakspfeife und zog sich eine Blutvergiftung zu, an der er gestorben ist. =)(= But bach, 10. August. Das Verbot des Läutens der großen Glocke in der Markuskirche hat zu dem Antrag Veranlassung gegeben, die Stadt möge den Turm der Markuskirche samt den Glocken der evangelischen Kirchengemeinde für 20 000 Mt. verkaufen. Diese Summe solle als Grundstock für ein zu errichtendes Volksbad dienen. == Butzbach, 9. Aug. Das 45jährige Bestehen beging am Sonntag unsere Freiwillige Feuerwehr. h= Lich, 9. Aug. Der Zugführer Mann der Butzbach- Licher Bahn erlitt dadurch schwere Verletzungen am Kopf, daß er den Kopf zu weit aus dem Zuge beugte und gegen den Signalmast stieß. == Laubach, 10. Aug. Der Wassernot, die infolge der tropischen Hize in letzter Zeit besonders fühlbar dadurch wurde, daß die Wasserleitung des öfteren tagsüber sowohl als auch zur Nachtzeit abgestellt werAnden mußte, wurde dadurch abgeholfen, daß auf regung der Bürgermeisterei ein Motor aus der Deutzer Motorenfabrik beschafft wurde, der reichliche Wassermengen aus dem Grünemannsbrunnen pumpt und so die Stadt in sehr ergiebiger Weise versorgt. -u Hungen, 10. Aug. Die Einkaufspreise für Rindvich sind erheblich gesunken. Trotz des billigen Angebots ist Schlachtvieh bei dem ueberangebot bei unseren Metzgern schwer unterzubringen. Ochsen in bester Ware werden mit 80-84 Mt., Rinder 1. Sorte mit 75-80 Mt., 2. Sorte mit 68-70 Mark, Kälber 1. Sorte mit 70-74 Mt., 2. Sorte mit 57-65 Mt. per Zentner Schlachtgewicht angeboten und bezahlt. An der Kreisstraße von Hungen nach Nonnenroth steht ein Apfelbaum im vollsten Blütenschmuck und erfüllt das Herz eines jeden Beschauers durch seine überreiche Blüfenpracht mit Freude und Staunen. -d- Nidda, 10. Aug. Die Gedenktafel für Hauptmann Kattrein, des Eroberers von Schloß Chambord, ist an seinem Geburtshause in der Bahnhofstraße angebracht worden. Am 20. August findet die Enthüllung der Gedenktafel statt. =)(= Gözen, 10. August. Der Landwirtschafts= kammer- Ausschuß für Oberhessen veranstaltete hier seine zweite Schaf bodauktion. Die zur Versteigerung gestellten 30 Bocklämmer waren infolge der Trockenheit vor drei Wochen an Mundfäule erkrankt, sodaß das gute Aussehen etwas beeinträchtigt war. Bei der Versteigerung erwarben die Gemeinden: Schotten, Nidda, NieBüder- Gemünden, Homberg a. Ohm, Dauernheim, dingen, Ober- Ofleiden, Einartshausen und Heinrich Geiß 2.- Windhausen Schafböde zum Durchschnittspreise von Mainz, 10. Aug. Die Mainzer Restaurateure hatten sich für die Sonntagsbesucher des Katholikentags, eingedenk der Erfahrungen beim eucharistischen Kongresse in Köln, wo ungeheuer Mangel an Nahrungsmitteln herrschte, sehr reichlich mit Eßwaren versehen. Es wurde jedoch nur sehr wenig davon konsumiert. Die Wirte verteilen daher ihre Vorräte buchstäblich auf den Straßen. Gestern konnte man hier ein belegtes Brötchen für 3 Pfg. haben. Brot, Bratenstücke und Kottelets wurden heute an arme Kinder und Familien verteilt. * Wetzlar, 10. Aug. Unser Schützenfest hat einen guten Verlauf genommen. Die Preisverteilung für die einzelnen Stände ist folgende: Wildstand: 1. Preis A. Pascoe- Dutenhofen( 31 Rg.), 2. Pr. E. Mandler= Wetzlar( 24 Rg.), 3. Pr. Schmidt- Gießen( 23 Rg.); 300 Meter: 1. Pr. Gg. Waldschmidt- Wetzlar( 52 Rg.), 2. Pr. Hinkel- Bockenheim( 51 Rg.), 3. Preis Schmidt- Gießen( 51 Rg.); 175 meter: 1. Pr. Jllig- Bockenheim( 54 Rg.), 2. Pr. Schmitt- Gießen( 53 Rg.), 3. Pr. A. Pascoe- Dutenhofen( 52 Rg.), 4. Pr. Hinkel- Bockenheim( 50 Rg.), 5. Pr. C. Gärthe- Wetzlar ( 50 Rg.); 100 meter: 1. Pr. Noll- Gießen( 34 R.), 2. Pr. A. Pascoe- Dutenhofen( 34 Rg.), 3. Pr. RitterLaubach( 34 Rg.), 4. Pr. F. Kühn- Wetzlar( 34 Rg.), 5. Pr. Jllig- Bockenheim( 33 Rg.), 6. Pr. Jost- Laubach ( 32 Rg.), 7. Pr. Apel- Gießen( 32 Rg.); Ehrenscheibe: Moritz Ohlenburger- Wetzlar. -sch Naunheim, 10. Aug. Beim Streichen der Eisenbahnbrücke zwischen Wetzlar und Garbenheim fiel dem Arbeiter Ludwig Kern der Pinsel ins Wasser. K. sprang dem Pinsel nach. Beim Zurückschwimmen sant er jedoch plötzlich unter, sodaß man annimmt, daß er von einem Herzschlag betroffen wurde. Der so jäh aus dem Leben Geschiedene ist 39 Jahre alt und hinterläßt eine Frau und 7 Kinder. -p' Launsba ch, 9. Aug. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr brannte das Wohnhaus des Metzgers Greilich vollständig nieder. Nur mit knapper Not konnte das sich im brennenden Gebäude befindliche Kind gerettet werden. -- Weilburg, 10. Aug. Das 3½ Jahre alte Töchterchen des Gastwirts Craß erkrankte durch den Gemuß unreifen Obstes so schwer, daß es anderen Tages trotz sofortiger ärztlicher Hilfe gestorben ist. und * Dillenburg, 8. Aug. Im KlassenEhrensingen wurden u. a. folgende Preise zuerkannt: 1. Stadtklasse: Männergesangverein Weglar( 229 Punkte) 5. Preis, Männergesangverein„ Liederkranz"= Marburg( 234 Punkte) 4. Preis. Das Ergebnis des höchsten Ehrensingens hatte folgendes Resultat: Den 1. Preis, die von Sr. Majestät dem Kaiser gestiftete Medaille, erhielt mit 234 Punkten Männergesangverein ,, Liederkranz"-Marburg. 2. Preis, die von Ihrer Majestät der Königin Wilhelmina der Niederlande gestiftete Medaille, mit 232% Punkten Männer- Quartett„ Westend"= Frankfurt. 3. Preis, den von Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzen der Niederlande gestifteten Pokal, mit 232 " Colophonium"-Frankfurt- Bockenheim. 4. Preis, den Pofal der Stadt Dillenburg, mit 226 P. der Männergesangverein„ Euterpe"-Siegen. 5. Preis, den Pokal des „ Liederkranz", mit 224 P. der Männergesangverein Wezlar. P. * Dillenburg, 10. Aug. Unser Bahnhof wird demnächst gründlich umgebaut werden. An Stelle der bisherigen 3 Geleise sollen 5 gelegt werden und um die Betriebssicherheit zu erhöhen werden Unterführungen angebracht. Marburg, 10. August. Am 15. Aug. wird die normalspurige Bahnstrecke Berleburg- Raumland- Arfeld, Reststrecke der Bahn Raumland- Berleburg- Allendorf( Eder) eröffnet. Oberlahnstein, 10. Aug. Jm Alter von 80 Jahren ist der bekannte liberale Pfarrer Schröder, der in den 70er Jahren einmal im Vordergrund des Interesses gestanden hat, gestorben. Schröder war einer der besten Renner des nassauischen Kirchenrechts. Der Bundesrat und die Marokkofrage. Itche Autoritäten fich flüchten müßten unter die AutoBayerns Wunsch wird entsprochen. Gegenüber der verschiedentlich geäußerten Forderung, daß der Reichstag einberufen werden solle, um zur Maroffofrage Stellung nehmen zu können, hat sich bie Regierung bisher sehr harthörig gezeigt. Bisher tonnte sich der Reichstag wenigstens damit frösten, daß der Bundesrat in dieser Hinsicht auch nicht besser be handelt wurde. Jett soll ihm auch dieser Trost, einen Leidensgefährten zu haben, genommen werden. Für Ende August wird die Einberufung zwar nicht des Bundesrates, mohl aber seines Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten angekündigt. Die Regierung scheint hier einer Aufforderung von bayerischer Seite Folge zu leisten. Daß man für Ende August die Einberufung in Aussicht genommen hat, läßt darauf schließen, daß die Regierung hofft, bis zu diesem Beitpunkt die Verhandlungen mit Frankreich zum Abschluß zu bringen. Denn wenn man auch den Bundesrat noch immer etwas besser behandelt als den Reichstag, soweit geht die Regierung doch nicht, daß sie fich von dem Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten breinreben läßt. Auch er wird vor eine vollendete Tatfache gestellt werden. Itche Autoritäten sich flüchten müßten unter die Auto-, rität der Kirche. In diesem Sime werde die Kirche Immer unentwegt am Bapsttum festhalten.- Auf das Huldigungstelegramm war folgende telegraphische Antwort des Kaisers eingelaufen:„ Ich habe die freundliche Begrüßung der dort vereinigten deutschen Katholiken gern entgegengenommen und danke bestens für den Ausdruck treuer Ergebenheit." Ein Recht, in Fragen der auswärtigen Politit aftiv mitzuwirken, steht dem Ausschuß übrigens auch gar nicht zu. Verfassungsmäßig dient er nur zur Information und Distussion der Einzelregierungen über den Stand der auswärtigen Politit". Dementsprechend ist auch Preußen in dem Ausschuß nicht vertreten; denn da ja die auswärtige Bolttit im wesentlichen vom Katfer abhängt, so braucht die preußische Regierung naHirlich nicht über ihren Stand informiert zu werden. Der Ausschuß besteht aus fünf Mitgliedern, darunter se einem Bertreter der dret Königreiche Bayern, Sachfen und Württemberg. Die beiden anderen Mitglieder werden vom Bundesrat bestimmt, den Vorsitz führt Bayern. Da der Ausschuß bet seinen beschränkten Befugnissen zu einer vorwiegend dekorativen Rolle verurteilt ist und jedenfalls die auswärtige Politik kaum wefentlich beeinflussen kann, war er lange Jahre gar nicht mehr in Aftion getreten. Was hätte der Ausschuß auch Schließlich einem Bismard in Frage der auswärtigen Politik zu sagen gehabt? Aber auch nach der Aera Bismard fah man noch lange Jahre von einer Einberufung des Ausschusses ab. Erst Fürst Bülow erinnerte sich während der Chtnawirren im Jahre 1900 wieder an den Artikel 8, Abfatz 3 der Reichsverfassung. Seitdem ist der Ausschuß zu verschiedenen Malen zusammengetreten, so namentItch auch während der Orientfrisis. Zweifellos hätte man auch jetzt den Ausschuß zusammenberufen, auch wenn von bayerischer Seite fein diesbezüglicher Antrag gestellt worden wäre, nur hätte man sich vielleicht etwas mehr Zeit gelaffen. Die Bevölkerung des Deutschen Reiches ist um die Mitte des laufenden Jahres auf rund 65 400 000 geschätzt worden. Die Schäßung ist auf Grund der bisherigen Bevölkerungszunahme erfolgt. Nach dem vorläufigen Ergebnisse der letzten Volkszählung am 1. Dezember 1910 betrug die Bevölkerungsziffer 64 900 000 Personen. Es würde sonach eine Zunahme von rund 500 000 stattgefunden haben. rund Die neueste Berlantbarung über Marokko besagt kurz und bündig:„ Die Verhandlungen in den zustän digen Einzelrefforts nehmen ihren Fortgang. Ein Ende der Arbeiten ist noch nicht abzusehen. Es fehlt nicht an Schwierigketten, und man tut gut, fich nicht allzu großem Optimismus hinzugeben." Sollten die Erklärungen, die die Regierung im Ausschuß abzugeben hat, diesen nicht befriedigen, so fann dieser selbst in der Sache weiter nichts tun. Wohl aber täme dann eine Einberufung des Bundesrats in Frage. Da diese auf Verlangen von 20 Stimmen erfolgen muß, so würden die Stimmen von Bayern, Sachfen, Württemberg, Baden und Hessen genügen, um den Busammentritt des Bundesrats zu erzwingen. Es ist Indeffen kaum anzunehmen, daß es hierzu kommen wird. Der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten wird die Erflärungen der Regierung zur Kenntnis nehmen und damit ist die Sache erledigt. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Vorarbeiten für den nächsten Reichshaushalts: etat haben mit dem 1. August im Reichsschaamt begonnen. Die Anmeldungen der finanziell bedeutsamsten Verwaltungen, wie Heer, Marine, Post und Eisenbahn, Itegen bereits vor. Die Anmeldungen der kleineren Verwaltungen sowie die der Kolonien werden in den nächsten Tagen erfolgen. Der Etat wird sich auch diesmal im Rahmen äußerster Sparsamkeit halten. Haussigung am Montag abgeschlagen worden. Etn von Lord Balfour beantragtes Tadelsvotum, das erklärte, die Minister hätten ihre Rechte als Berater der Krone gröblich mißbraucht, indem sie das Ersuchen stellten, neue Peers zu ernennen, und durch den Mißbrauch die ser Rechte sich über die Verfassung gestellt, wurde mit 365 gegen 246 Stimmen verworfen. Die Regierungsmehrheit beläuft sich auf 119 Stimmen. Die Sibung des Unterhauses war eine der lebhaftesten und bestbe suchtesten, die das Unterhaus je gesehen hat. Ueber die Stellung der Fortschrittspartei bei den Stichwahlen ist es innerhalb der fortschrittlichen Volkspartet der Rheinprovinz zu einem schweren Konflikt gekommen. Der Führer der einen Richtung ist der Reichstagsabgeordnete Prof. Eickhoff, der eine scharfe ablehnende Haltung gegenüber einem Pattieren mit der Sozialdemokratie einnimmt. Dem steht gegenüber die sogenannte Düsseldorfer Nichtung. Es ist von Eickhoff ein Rundschreiben versandt worden, das schwere Angriffe auf die Leitung der fortschrittlichen Volkspartei enthält und von sozialdemokratischen Blättern in die Oeffentlichkeit gebracht worden ist. Daraufhin fand am Montag eine vertrauliche Sigung der Parteileitung für die Rheinprovinz statt, in welcher Professor Eickhoff die scharfe Mißbilligung der Partei ausgesprochen wurde. Der Deutsche Datholikentag in Mainz beschäftigte fich in seiner ersten geschlossenen Versammlung am Montag zunächst mit dem Antrage betr. die Papst- frage. In diesem Antrage heißt es u. a.:„ Die Generalversammlung verlangt nach wie vor für den Papst, als den gottgewollten Mittelpunkt der ganzen katholtschen Kirche, eine volle und wirkliche Freiheit und unabhängigkeit in Ausübung des obersten Hirtenamtes, welches eine unerläßliche Vorbedingung für die Frethelt der katholischen Kirche ist. Da eine Vorbedingung der Unabhängigkeit des Papstes auch die volle finanatelle Selbständgikeit der päpstlichen Verwaltung ist, so fordert die Katholiken Deutschlands auf, durch regelmäßige und reichliche Unterstützungen der Sammlungen zum Peterspfennig für diesen Zweck beizusteuern, und auch dadurch dem hell. Vater den Beweis inniger Berehrung für seine Person und der treuen Liebe zur Kirche zit geben." Der Antrag wurde einstimmig angenom men, nachdem Bachem- Cöln in der Begründung be merkt hatte: das Papsttum set nicht nur für die Kirche, sondern auch für die ganze Welt eine unbedingte Notwendigkeit. Es könne die Zeit kommen, wo auch staat18) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Demo Bat bahn at d hung das bigt. Schal mung fet. S mung prud тефн Jer S die arbeit feit t feten. B.G. einer ander aber verpf befcha fich fo Sistu bulde Gette fentli Die Europareise eines chinesischen Ministers ist ein Beweis der wachsenden Reformbestrebungen in China. Die Korresp. des Aeußersten Ostens" meldet aus Pe. king, daß der neue Minister für auswärtige Angelegen heiten Liangtung eine Reise nach Europa angetreten habe. Er werde hauptsächlich Berlin und Paris be suchen. Seine Besuche in diesen Städten seien deswegen von besonderer Bedeutung, weil dort große finanzielle Verhandlungen gepflogen werden sollen, die jedenfalls mit der Reform der Eisenbahnen in China zusammen hängen. Die Generalversammlung des Volksvereins für das fatholische Dentschland fand am Dienstag vormittag in Verbindung mit dem Deutschen Katholikentag in Mainz statt. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß der Ausbau der Organisationen überall weitere Fortschritte gemacht habe, namentlich am Rhein, in Westfalen und in Süddeutschland. Als Hauptforderung betont der Jahresbericht: Mehr Organisation im Hauptamt; wer dazu die Mittel verschaffe, der erwerbe sich das größte Verdienst um die Sache des Volksvereins. Die Jahresrechnung für 1910 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 630,564.95 Mart ab. Die Geschäftsführer lieferten an die Zentrale ab nach Abzug von 780,000 Mark für Unkosten und 14,000 Mark für Rückstände 529,249.28 Mart. Im letzten Jahre wurden 660,000 Hefte zum Versand gebracht. Landtagsabgeordneter Dr. PiperM.- Gladbach hielt dann eine längere Rede über die Arbeit des Volksvereins für das katholische Deutschland im katholischen Leben. Er knüpfte dabet an die sozialen Grundgedanken des Bischofs Ketteler an und zeigte, wie schon vor 60 Jahren der Bischof Ketteler das Wesen der sozialen Arbeit für die deutschen Katholiken richtig erfaßt habe. Dieses Paar war von einem Hauch der Poesie umgeben, der besonders Frau Grotenbach anhetmelte, denn ste war ja selbst eine Dichternatur. Wie so ganz an ders waren Rosens gewesen, alles war da nichtern und praktisch. Ja, das Glitch äußert sich bet den Menschen verschieden. Hammers wollten auch Frau Haided und Karla besuchen, die nun bald nach Rügen zurückzukehren gedachten. Der Winter im Süden hatte allen dreien wohlgetan, der kleine Nicolat hatte sich zu einem strammen Bürschlein entwickelt und Karlas erschüttertes Nervensystem träftigte sich in der Ruhe und dem Glück, wieder mit ihrer Mutter vereint zu sein. Uchatscheff slechte dahin, er litt eigentlich wenig, aber er war sehr schwach geworden und sein treuer Arzt sagte sich, daß er der Krankheit bald unterliegen mußte, sie machte schnelle Fortschritte. Kleine Nachrichten. Eine Ehe, wie sie nicht zu den Alltäglichkeiten gehört, wurde vor dem Standesamt in Stoboll( Kreis Rybnit) geschlossen. Der Bräutigam war 76 Jahre alt, die Braut 83 Jahre. Von den jungen Brautleuten war weder der Bräutigam noch die Braut früher verHeiratet. Wechsel im Kabinett der Kaiferin. Der Kabinetts rat der Kaiserin, Kammerberr Dr. von Behr- Pinnow, tritt zum Herbst von seinem Amt zuritd. Zu seinem Nachfolger ist, wie verlautet, der Landrat des Kreises Grafschaft Wernigerode, Freiherr von Spizzemberg, bestimmt. Die deutsche Kronprinzessin ist Dienstag mittag zu mehrwöchigem Aufenthalt in der Jagdvilla Hopfre ben im Bregenzer Wald eingetroffen. Die sozialistische Propaganda gegen den Krieg fordert auch die spanische Regierung zu energischen Maßnahmen heraus. Ein spanischer Sozialist, welcher in einer von den spanischen und den französischen Arbeiterverbänden gegen den Krieg gerichteten Versammlung in Madrid die Soldaten aufgefordert hatte, im Falle eines Krieges auf die Offiziere zu schießen, wurde verhaftet und soll vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Ministerpräsident Canalejas hat dem Gouverneur von Barcelona den Auftrag erteilt, den Mitgliedern der fran= zösischen Arbeiterverbände, die auch in Barcelona Protestversammlungen gegen den Krieg abhalten wollen, zu erklären, sie würden ausgewiesen werden, wenn sie in Barcelona antimilitaristische Reden halten würden. Alle paar Wochen schrieb Alfred einen Bericht über seinen Patienten an dessen Frau. Zuerst waren es furze, fachliche Briefe gewesen, nach und nach kam ein persönliches Denken und Fühlen hinein, und sie erwarteten die häufiger werdenden Antworten ungeduldig. The der älteste Bruder nach Rußland zurückreiſte, hatte er mit Adam eine Unterredung über seine Zufunftspläne. Adam hatte eben das Abgangsexamen gemacht und es war sein Wunsch, Elektrotechnik zu stutbleren. „ Höre, mein Junge," sagte der Doktor,„ tch werde Dir die Mittel geben." " Was? Wirklich, Alter?" rief Adam,„ das ist koloffal nett von Dir!" „ Na, drücke mich nicht vorher tot." versetzte Alfred Ueber das Befinden des Papstes erfährt die„ Köln. Boltsztg." von hochgestellter Seite in Rom, daß die Kräfte des Papstes infolge der bisherigen Leiden und der heißen schlaflosen Nächte langsam abnehmen. Man befürchtet, daß sich Herzschwäche einstellt. Der englische Verfassungskampf ist vorerst entschteden. Der letzte Ansturm, den die oppositionellen Unionisten gegen die starke Stellung der durch Asquith vertretenen Regierung gerichtet haben, ist in der UnterEdisons sprechende Films. Der amerikanische Er finder Edison, der auf seiner Europareise foeben in Li verpool angekommen ist, sprach sich einem Jornalisten gegenüber über seinen neu erfundenen„ Anephonographen" aus. In furzer Zeit würden seine Fabriken die Theater der ganzen Welt mit Films und Bildern ver sehen, auf denen die sich bewegenden Figuren laut spre chen würden. lachend, als der große, kräftige Jüngling thn stürmisch umarmte, sich einmal, als unser guter Vater starb, da habe ich mir das Wort gegeben, für Euch füngere Geschwister zu sorgen. Und nun frisch an die Arbeit, Adam, dann bleibt Gottes Segen nicht aus." " Ich will ein ganzer Kerl werden, Alfred," sagte Adam ernst, hier meine Hand darauf!" Mutter," fagte Alfred, auch Dein zweiter Sohn wird seinen Weg im Leben machen." Frau Grotenbach dankte ihrem treuen, ältesten Sohn bewegt. Der D- Zug Paris- Göln- Berlin fuhr gestern nachmittag 3,05 Uhr bet Frellstedt bet Braunschweig in eine im Gleis beschäftigte Kolonne Arbeiter. Zwet Arbei ter wurden getötet. Der Zug erlitt eine Verspätung von einer halben Stunde. Hundert Personen im Nil ertrunken. Ein mit eingeborenen Landleuten vollbesetztes Schiff, das auf dem Nil zum Markt nach Dessut unweit Alexandria fuhr, ist am 5. Jult untergegangen. Bisher wurden 36 Let chen geborgen. Man befürchtet, daß 100 Personen er trunken sind. ,, Adam ist nicht so begabt wie Kurt," sagte sie,„ aber ein zuverlässiger Charakter. Unser Jüngster möchte Offizier werden." „ Er soll zuerst die Schule beenden, dann findet sich auch dazu Rat, Mutting!" An Milzbrandvergiftung ist in der Gießener Klinik der 50jährige Abdecker Jmann aus Dornholzhausen gestorben. Beim Verscharren einer verendeten Kuh hatte er sich infiziert. Als er in die Klinik überführt wurde, war es bereits zur Rettung zu spät, dagegen konnte seine gleichfalls infizierte Tochter am Leben erhalten werden. Als der Zug auf der kleinen, ostpreußischen Station hielt, von der man noch zwet Wegestunden bis Lachsdienen hatte, stand Adolf Rosen brettspurig in seinen hohen Wasserstiefeln da und begrüßte feine Schwiegermutter herzlich. Er war noch etwas behäbiger geworden, sein gutmütiges rotes Gesicht strahlte zufrieden. Wegen finanzieller Schwierigkeiten erfchoffen hat sich in einem Dresdener Hotel der dreißigjährige Referendar Olderog aus Berlin. Olderog war aus Ham burg nach Dresden gekommen. Man fand bet ihm nur noch 25 Pfennige. Ein Munitionslager explodiert. In Tarent( AvuIten) ist ein Munitionsdepot in die Luft geflogen. Nä here Nachrichten fehlen noch. Man befürchtet, daß Menschenleben verloren sind, da das Depot start be wacht war. In der Stadt machte die Explosion den Eindruck eines Erdbebens. Die Bevölkerung floh auf die Straßen. „ Willkommen! Willkommen!" rief seine Iaute. Stimme und er füßte Frau Grotenbach schallend auf die Wangen. " Kommst Du von der Jagd?" fragte Thekla, denn Roſen trug eine schöne Flinte. Einen entsetzlichen Selbstmordversuch machte die Ehefrau eines Berliner Postbeamten. In einem Anfalle von Schwermut tränfte sie ihre Kleider mit Bet roleum und zündete sie an. Die Frau stand sofort in Flammen und glich einer Feuersäule, als ihr Mann hinzufam. An dem Aufkommen der unglücklichen Frau wird gezweifelt. Nein, es gibt um diese Zeit wenig zu schießen, aber ich gehe trotzdem selten ohne Flinte aus und wenn es auch nur eine Krähe ist, gefnallt muß werden. Ste müssen bei uns rote Backen friegen, Mamachen, wie soll man die in der Stadt haben? Bei uns heißt es frith zu Bett und mit den Hähnen heraus, das ist gefund. Die Klara blüht wie eine Päonie." „ So geht es ihr gut," fragte Frau Grotenbach, über den Vergleich lächelnd. Die Cholera nähert sich Paris immer mehr. Ein choleraverdächtiger Fall ereignete sich in dem Stadtvier tel Montparnasse. Auch aus Amiens werden vereinzelte Fälle von Cholera gemeldet. Die strengsten Vorsichtsmaßregeln wurden überall getroffen. „ Famos! Sie hat sich sein eingewirtschaftet, sie tſt eine Rapitalfrau!" ber 1 Auto Ausfl Bord eines gefchle die ar legun B Refta Ratho riftlich Nahr verfeh fumie Vorra ein be tenftit Ein altmodischer, gelber Wagen, der von vier kräf Hgen Braunen gezogen wurde, nahm die Reisenden und ihren Schwiegersohn auf: der greise Kutscher, ein alter, treuer Diener der Familie setzte die Pferde in Bewegung; recht bedächtig rollte die Kalesche über den Weg. Fahr zu, Johann, die gnädige Frau wartet!" rief Rosen. „ Hier fängt meine Grenze an," sagte Klärchens Gatte mit Stolz," sind das nicht prächtige Bäume? So lange ich lebe, will ich meinen Wald schonen, damit meine Söhne hier einst jagen können." Die Sonne neigte sich nach Westen, als das spitze Schieferdach des Hauses auftauchte, in dem Klara Grotenbach als Herrin waltete. Es ging durch eine schöne, alte Ahornallee, dann fuhr der Wagen um einen Rasenplatz fiber breite Kieswege. Es gab in Lachsdienen keine hochstämmigen Rosen, feine funstvollen Teppichbeete, so weit reichte des Gärtnerjungen Kunst nicht, aber Reseda, Nelken, Levkofen und Stiefmütterchen prang ten im bunten Flor vor dem Hause. Einige geflecte Jagdhunde lagen auf den Stufen der Treppe, Klärchen eilte hinunter, ihr frisches Gesicht strahlte. „ Mutting, Du Itebes Mutting," jubelte die funge Frau Rosen und umarmte Frau Grotenbach innig. Alterchen, Ihr seid aber langsam gefahren," sagte Alara, ich gude mir seit einer Stunde die Augen nach Euch aus." Rosen gab ihr den Arm und führte sie behutsam die Treppe hinauf. " Der Johann schont die Pferde, nun zeige Mutter thr Zimmer und dann gib uns etwas Gutes zum Abend effen, ich habe einen Bärenhunger, Frauchen." " Wie gewöhnlich," lachte Klara. und D hemia gen& Lage gericht ner G Schlie firche Range der genan Kopft gerität Junge zuführ 90 burg 86jähr durch der S abend Sohne einem Bespre die F eventu der M Schlief, bie& auch Gelde das B Ropf energi Ariff& trana Beide 16 uni ledoch A fett, if ten S nomm L lag e Itd v bisher rung Obit Bustan nicht i Selma und di jah bli mit 28 Spetfer herrich erhob war t erfüllte Sel fmieg bach er fanden auf ein n8 Ich bin Al ale me temt, m Brau Etola und Re Dronu ponne Htr Sti Bletbe .Gtr v as erflä der Stron Dett ftellten brauch die wurde m Regterung Die Sibun und bestb at. Hters tit e t in Chin bet aus Be Angelegen angetrete Parts be nt deswege finanziel e fedenfall zusammen chfeiten g boll( Stre 6 Jahre al Brautleuter früher ve Kabinette hr- Pinnom Bu feinen des Kreile emberg, be ag mitta Ma Hopfre die„ Sola m, daß die Leiden un men. Ma Canische Gr eben in Jornaliste tephonogra Fabriken de Bildern ver n laut spre estern nag veig in eine wet Arbel Verspätung Ein mit ein as auf dem ndria fub den 36 Lel Ferfonen es Bener Klini shausen ge Kuh hatte hrt wurde egen fonnie en erhalten fchoffen ha fährige Re aus Ham bet ihm nm rent( Ap flogen. N trchtet, da ot start be plosion den ng floh auf machte die einem An er mit Pe nd fofort h the Man lichen Frau mehr. Ein n Stadtvier tvereinzelte Vorsicht haftet, fie on vier fra e Reifender Rutscher, cl e Pferde i he über de wartet!" ri e Klärchen Bäume? Donen, dami 18 das spik Klara Gro etne fchöne einen Rafen Bdienen fein Teppichbeete nicht, aber rchen prang nige gefledi ppe, Klärde te Ste fung bach innig. ahren," fag Augen na behutsam ok Beige Mutter zum Abend hen." Aus den Gerichtssälen. Ein Oberlandesgericht über Eisenbahn und Sozial demokratie. Das Oberlandesgericht zu Frankfurt a. M. hat als Berufungsinstanz entschieden, daß der Eisenbahnfistus sozialdemokratisch organisierte Arbeiter nicht zu dulden brauche, da er eine ungeheure Verantwor= fung haben. Zwet Arbeitern eines Transportgeschäftes, das mit der Eisenbahn arbeitete, wurde plöglich gefütnbigt. Die Arbeiter verklagten den Eisenbahnfiskus auf Schadenersatz, da der Eisenbahnfiskus nach ihrer Mei= nung die Veranlassung zu ihrer Kündigung gewesen set. Der Fistus machte geltend, daß den Klägern ordnungsgemäß gekündigt worden set, wodurch feder AnSpruch erlösche. Im übrigen habe er in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt, wenn er den Verkehr ber Kläger mit seinen Arbeitern abgeschnitten habe, da die Entlassenen schon einmal Letter eines Transportarbeiterstreits gewesen und wegen agitatorischer Tätigfeit von ihrem früheren Arbeifaeber, entlassen worden feten. Die Klage wurde vom Gericht abgewiesen.§ 826 B.G.B. verpflichte diejenigen zu Schadenersatz, die in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise einem anderen vorsätzlich Schaden zufügen; dieser Fall treffe aber hier nicht zu. Der Beklagte set durch kein Geset verpflichtet, organisierte Arbeiter in seinem Betriel: zu beschäftigen und es stehe ihm die Entschließung frei, sich solche Arbeiter fernzuhalten. Auch befinde sich der Fistus im Recht, wenn er organisierte Arbeiter nicht bulde, da ihm die gesteigerte Verantwortlichkeit zur Sette stehe, die seine Vertretung im Interesse der öf= fentlichen Sicherheit bedinge. Vermischtes. Schwerer Automobilunfall. Zehn Studenten von ber medizinischen Schule in Tours hatten in einem Automobil, das nur für fünf Personen Blaz bot, einen Ausflug angetreten. Plötzlich platzte der Reifen eines Vorderrades und das Fahrzeug rannte in den Laden eines Friseurs. Die Infassen wurden auf die Straße geschleudert. Drei Studenten blteben auf der Stelle tot, die anderen sowie der Chauffeur erlitten schwere Verletzungen. Billige Nahrungsmittel in Mainz. Die Mainzer Restaurateure hatten sich für die Sonntagbesucher des Katholikentags, eingedent der Erfahrungen beim eucharistischen Kongresse in Köln, wo ungeheurer Mangel an Nahrungsmitteln herrschte, sehr reichlich mit Eßwaren versehen. Es wurde jedoch nur sehr wenig davon konfumiert. Die Wirte vertetlen daher buchstäbltch thre Vorräte auf den Straßen. Gestern konnte man hier ein belegtes Brötchen für 3 Pfennig haben. Brot, Bras tenstücke und Koteletts wurden heute an arme Kinder und Familien verteilt. Die Kanzel als Schlafstätte. In der Prager„ Bohemia" ist zu lesen: Eine eigenartige, aber bei der jetztgen Hize angenehm fühle Schlafstätte hat sich dieser Tage der Sohn eines Geschäftsmannes in Budwets hergerichtet. Der Junge verschwand aus der Wohnung setner Eltern und wurde fünf Tage vergeblich gesucht. Schließlich fand thn der Nachtwächter der Rosenkranzfirche in der Schmetterlingstraße und zwar auf der Kanzel schlafend. Der Junge trieb sich tagsüber in der Stadt herum und schlich sich dann abends in die genannte Kirche, wo er vom Altar einen Bolster als Kopftissen nahm, und dann auf der Kanzel feine Lagerstätte aufschlug. Der Nachtwächter übergab den Jungen der Sicherheitswache, die ihr feinen Eltern zuführte. Mordanschlag auf die elgene Mutter. Aus Duisburg tommt die Stunde von einem Mordanschlag auf die 36jährige Inhaberin eines Kolonialwarengeschäfts durch zwet siebzehnjährige Burschen, von denen einer der Sohn der Händlerin war. Beziere hatte am Sonnabend eine bedeutende Einnahme gemacht, was threm Sohne bekannt geworden war. Dieser verabredete mit einem gletchaltrigen Freunde, nachdem beide nähere Besprechungen in der Wohnung der Händlerin gehabt, die Frau im Schlafe zu überfallen, ste zu witrgen und eventuell unschädlich zu machen. Der Sohn schlief mit der Mutter in einem Zimmer. Er ließ, als die Frau schlief, den Komplizen in die Wohnung, damit dieser die Frau überfalle, fnebele und alsdann zum Schein auch den Freund feffele. Alsdann sollte er mit dem Gelde flitchten. Der Jugendliche Mordbube schlich an das Bett heran, warf der Frau das Kissen über den Kopf und versuchte, sie zu ersticken. As die Frau sich energisch zur Wehr setzte und den Burschen überwältigte, griff der eigene Sohn ein und versuchte, die Frau zu strangulteren. Schließlich ließen beide von ihrem Opfer ab und entflohen, wurden aber eingeholt und verhaftet. Betde haben alsbald ein Geständnis abgelegt, zeigen ledoch wenig Neue über ihre Tat. Frau Toselli, die frühere Kronprinzessin von Sachsent, ist durch das urtell über die bereits veröffentlichten Kapitel threr Memoiren und des in Aussicht ge= nommenen amtlichen Verbots in Deutschland und Lachsdienen war kein schönes Haus, langgestreckt lag es da; die Fenster waren nicht eben groß, ein ziemItch verwilderter Park schloß sich an das Herrenhaus; bisher hatte Rosen noch keine Zeit für die Verschönerung gehabt, das praktische Element waltete vor, der Obst- und Gemüsegarten befanden sich in tadellosem Bustande und Iteferten reichen Ertrag. Frau Grotenbach war sett ihrer Uebersiedlung noch nicht in Ostpreußen gewesen, sie freute sich, die Luft der Heimat zu atmen und in Memel manche treue Freunde und die Gräber Frmas und Edgars zu besuchen. Klara sah blühend und glücklich aus und spielte die Wirtin mit Würde und Sicherheit. Die trefflich zubereiteten Speisen mundeten herrlich, eine behagliche Stimmung herrschte unter den dret Menschen. Hinter dem Wald erhob sich rund und voll der Mond, die große Wiese war in Nebel gehüllt, der Duft des gemähten Heus erfüllte die Luft und im Park riefen die Nachtigallen. Klara hatte sich an die langentbehrte Mutter ge= Frau Grotenschmiegt, leise sprachen sie zusammen. bach erzählte von Eva und Hammers Hochzeit. Ste befanden sich jetzt in Venedig; auch dort schten der Mond auf ein junges Glück." " Bu Bett, zu Bett!" rief Rosen, es ist höchste Zeit, Ich bin todmide." Er gähnte heftig. Klara und thr gastfreter Adolf waren nte froher, als wenn in Lachsdienen Gäste waren und nun erst recht, wenn es galt, einen so Iteben, seltenen Besuch wie Frat Grotenbach aufzunehmen. Mit hausfräulichem Stolz führte Klara die Mutter überall umher, Küche und Keller, Garten und Boden, alles war in tadelloser Ordnung. In den großen Eichentruhen lag selbstge= sponnenes und gewebtes Letnenzeug fest und dauerhaft für Kind und Kindeskinder. " Ja, liebe Mama," sagte Rosen schmunzelnd,„ ich Bletbe dabet, es geht nichts über den eigenen Grund und Desterreich angeblich zu der Einsicht gelangt, daß eine Veröffentlichung der Memoiren für sie eine Rechtferttgung bei ihren heranwachsenden Kindern und in den Augen der Welt nicht bedeuten würde. Sie verhandelt daher, wie es heißt, mit ihrem Verleger, um die Ma nuffripte zurückzuziehen. Die Ansprüche des Verlegers sollen jedoch derart sein, daß Frau Tosellt sie angeblich faum erfüllen kann. Von Kennern der Verhältnisse wird berichtet, daß die andere Seite nicht einen Pfennig für die Zurückziehung der Manuskripte opfere, sondern die Erkronprinzessin die Konsequenzen ihrer HandIungsweise tragen lassen werde. Er will sie hinnehmen. Aus Schlesien wird der Franti. Stg." folgendes wahre Geschichtchen erzählt, das anläßlich einer Trauung in der Kirche einer kleinen niederschlesischen Stadt passierte. Vorausgeschickt muß werden, daß der Bräutigam schwerhörig war. Geistlicher:" Wollt Ihr die Frau als aus Gottes Hand hinnehmen, sie lieben und ehren- Bräutigam( zur Braut): Woas meent ha?" Braut:„ Eb Du mich hoan willst?" Bräutigam( schnell und laut):„ Nu freech, freech( freilich), desterwagen sein merr tu hie!" Selbst der Geistliche hatte Mühe, nach dieser Antwort noch ernst zu bleiben. Der Nachtwandler" auf dem Naubzug. Für einen Nachtwandler gab sich ein alter Einbrecher aus, der in der vorletzten Nacht in der Oranienstraße in Berlin ertappt wurde. Der frühere Bäcker Gustav Bartsch hatte sich in einer Wohnung in der Oranienstraße gerade eine Damen- und Herrenuhr, Ringe und andere Schmuckfachen eingesteckt, als er überrascht und festgenommen wurde. Mit der unschuldigsten Miene der Welt verficherte er, daß er nicht wisse, wie er in die Wohnung gekommen sei und wie die Wertsachen den Weg in seine Taschen gefunden hätten. Gestern abend set er zur ge= wohnten Reit nach Hause gegangen. Er misse nun als Nachtwandler wieder meg und über die Dächer nach der fremden Wohnung gegangen sein. Anders könne er es fich nicht erklären. Mit dieser Ausrede kam der alte Sunder, der zuletzt acht Jahre Zuchthaus verbilßte und unter Polizeiaufficht steht, um so weniger durch, als er es auch früher schon immer mit ihr versuchte. Er wurde wieder dem Interfuchungsrichter vorgeführt. Nadiumdiebstahl in einem Krankenhause. Nicht geringe Aufregung verursachte in diefen Tagen im Krantenhause in Birmingham die Entdeckung, daß das einaige Stück Radium, über das die Anstalt verfitate, fourLos verschwunden war. Nachdem man das ganze Haus vergeblich durchsucht hatte, wandte man sich an dte PoItzet, die schließlich den Patienten, der sich im Krankenhaus eines Hautleidens wegen etner Radiumbehandlung unterzog, einem Verhör unterzog. Der Kranke gestand auch ohne weiteres, fich das Stitch Radium angeeignet zu haben, um die Kur in forcierter Wetse fort zufeßen. Da er aber dabet die gehörige Vorsicht außer acht Iteß. hatte sich sein Leiden unter der unfachgemäßen Behandlung so arg verschlimmert, daß sich die Aerzte möglicherweise zur Amputation der Nafe des allzu selbstständigen Patienten genötigt sehen werden. Eine originelle Brautwerbung. Von einer sehr originellen Brautwerbung, die entschieden mehr eine humoristische als ernste Sette hat, wird der Inf." aus einem kleinen Städtchen Mecklenburgs Mittellung gemacht. Um etne funge Dame aus besten retsen bemühte sich ein junger Mecklenburger Landedelmann fett einiger Bett. Setne Bewerbung war aber so schüchtern, daß die funge Dame ebensowenig wie thre Angehörigen sich darüber klar wurden, wann er eigentlich Ernst machen wolle. Um dem schüchternen Liebhaber nun ein wenig nachzuhelfen. Iud der Onkel der Dame, etn Mecklenburger Gutsbesizer, fetne Nichte und deren Mutter sowie den zukünftigen Verlobten zum Mittagsmahle ein. Es war sehr schön und sehr fühl hter auf dem Landsiz, das Essen vorzüglich, die Braut sah retzend aus, die Schwiegermama war in bester Laune. Aber noch immer machte der Liebhaber noch nicht die entfernteste Anstellung, fich zu erklären. Mant Iteß das junge Baar in der Baufe zwischen dem Mittagessen und dem Nachmittagstaffee alletn, während Onkel und Mutter sich zur Ruhe zurückzogen. Als die alten Serrschaften nach zwet Stunden wieder auf der Bildfläche erschtenen, faßte der Onkel fetne Nichte bet der Hand, zog sie zur Seite und fragte, ob der junge Mann sich erklärt habe. Nun war Schön- Gretchen wirkItch ärgerlich, dte Bornesröte stteg thr ins Gesicht, und sie meinte, daß sie die Werbung dieses Mannes überhaupt nicht mehr annehmen witrde, er fet ein Hafenfuß, der sich fürchte, etn offenes Wort zu sagen, und ste hätte in ihrem Leben nte eine Schwäche für mutlose Männer gezeigt. Der Onkel möge es thr auch nicht übel nehmen, in etner Stunde gehe die Kletnbahn, die ste nach Hause bringen könne. Sie wollte mit der Mutter abretsen, da der Tag thr doch verdorben fet. Dagegen konnte der Oheim nichts einwenden. Mutter und Tochter gingen zur Bahn und an der Gasttafel fand sich nur der Onkel mit dem schichternen Liebhaber etn. Dieser war Boden, ich tausche mit feinem König und seit ich das Klärchen zur Frau habe, ist Lachsdienen für mich das Paradies." Wir kommen höchstens zweimal im Jahre nach Memel," bemerkte Klara,„ es fällt uns schwer, auch nur einen Tag fortzufahren." - ,, Wenn erst unser Junge da ist," begann Rosen, aber die Hand setner Frau htelt ihm den Mund zu. „ Erst abwarten, Adolf," sagte ste lächelnd. Eine Woche nach Frau Grotenbachs Ankunft wurde wirklich ein Junge bei Rosens geboren. Der glückliche Vater war zu einer Bürschlagd fortgeritten und kam spät heim; er war bet bester Laune, denn er hatte einen prächtigen Hirsch erlegt. „ Nun ist er da, Herr," sagte der alte Kutscher Johann. „ Wer? Was?" fragte Rosen. „ Der junge Herr, der Storch hat thn gebracht." Rosen lehnte sich gegen die Stallttir, thm war ganz eigen zu Mute, die Pfetfe ftel ihm aus dem Mund und er sah Johann starr an. Wirklich, und es ist ein Junge," beteuerte Johann, ,, und ich werde ihm das Retten und Kutschteren lernen, wie ich es mit Ihnen tat!" „ Komm her, Alter!" rief Rosen,„ da hast Du einen Taler." Mit langen Schritten eilte Rosen über den Hofplak. " Mutter!" Mehr brachte er nicht hervor, als er Frau Grotenbach in der Halle sah. „ Es ist alles gut gegangen, Iteber Sohn," berichtete Thekla. ,, Kann ich Klara sehen?" „ Ja, aber bitte recht letse." Der junge Vater zog die Stiefel aus und pürschte fich, so bezeichnete er es später, auf Socken in das halb= dunkle Zimmer. Da stand die alte, plumpe Holzwiege, natürlich sehr erstaunt, fetne Angebetete nicht mehr au sehen und fragte nach dem Grunde ihres Fernjetns. Der Onkel zögerte nun nicht länger, ihm die Wahrhett zu sagen, er hinterbrachte wortgefreut, was seine Nichte über den Mut des jungen Mannes geäußert habe. Das war ihm wohl ein wenig zu viel. Er bat den Gutsbefizer um ein Pferd, Iteß es satteln und sprang das rauf. Er eilte im Galopp dem Zuge nach und entdeckte in dem Abteil 2. Klasse als einzige Infassen Mutter und Tochter. Nun ritt er ganz nahe heran an das Fenster und rief seine Brautwerbung vom Rücken des Pferdes in das Abteil der Eisenbahn hinein. SchönGretchen war über diesen unvermuteten Anblick so er= schrocken, daß sie zuerst gar keine Antwort zu geben vermochte. Der junge Mann aber sagte, daß er den Zug zum Stehen bringen wolle, indem er sich mit ſet= nem Noß davor stelle, wenn sie ihm nicht augenblicklich das Zugeständnis ihrer Hand mache. Nun wurde das Jawort natürlich freudestrahlend erteilt, und als die Selingelbahn auf der kleinen Station fit N. hielt, fonnte man in dem Restaurationsgebäude Verlobung fetern. Ungetreue Bankbeamte. Die Unterschlagung bei der Hamburger Reichsbankstelle Einem umfassenden Depotschwindel ist man bei der Reichsbankhauptstelle in Hamburg auf die Spur gekom men. Die Bantbeamten Wegener und Hamann, die in der Reichsbanthauptstelle einen Vertrauensposten einnahmen, haben aus den Depots einer fremden Bant etne tertelmillion Geld entwendet und das Geld auf Rennpläßen vergeudet. Wegener und Hamann beschäftigten sich fett länge rer Zeit viel mit dem Wetten auf Rennplätzen, besonders aber auch verwetteten sie hohe Summen bet Buchmachern der auswärtigen Plätze. Die Mittel dazu verschafften sie sich in der Weise, daß sie aus dem Depot einer Hamburger Bank Anleihen entnahmen und anderweit lombardierten. Sobald die aus den Depots entwendeten Scheine gebraucht wurden, lösten sie sie wieder ein und zwar in der Weise, daß fie neue Stücke verpfändeten. Wegener hat die entwendeten Reichsanlethen, die bald die Höhe von einer Viertermillion erreicht hatten, zum kleinen Teile selber. Hauptsächlich aber durch gute Bekannte bei verschiedenen Hamburger Banfen lombardieren lassen. Als Wegener der Boden zu heiß wurde, flitchtete er nach Holland. Am 6. August fehrte er jedoch wieder nach Hamburg zurück und stellte sich selbst der Polizei. Seine Depotunterschlagungen gab er in vollem Umfange zu. Der Hamburger Polizet gelang es auf Grund der Angaben des Wegener, seinen Komplizen Hamann gleichfalls zu verhaften. Drahtnachrichten und neuestes. Eine Gefechtsübung vor dem Kaiser. Caffel, 9. August. Heute morgen wurde bet Besse eine große Gefechtsübung von Truppen des 1. Armeekorps vor dem Kaiser abgehalten unter Leitung des Generals von Derzen, Kommandeurs der 22. Division. An der Uebung nahmen teil die Truppen der Garnison Cassel, ferner das Infanterieregiment Nr. 82 aus Göttingen, das 3. Bataillon des Infanterieregtments Nr. 83 aus Arolsen, das Marburger Jägerbataillon, 2 Kompanien Pioniere und die reitende Abtellung des Feldartillerieregiments Nr. 11 aus Friß- u lar. Der Kaiser verließ um 5% Uhr morgens im Automobil Schloß Wilhelmshöhe und stieg gegen 6 Uhr bei Braunshagen zu Pferde. Das Gefecht entwickelte sich zwischen Besse und dem langen Berg. Um 8 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen, worauf der Kaiser militärische Meldungen entgegennahm. Gegen 10 Uhr begab sich der Kaiser im Automobil nach Schloß Wilhelmshöhe zurück. Der Kaiser hat eine ganze Anzahl Ordensauszeichnungen verliehen. Eine unglückliche Ehe. Berlin, 9. August. Heute morgen gegen 5% Uhr verletzte der Straßenbahnschaffner 3ientarsky setne Frau durch zwet Schüsse in den Kopf schwer. Darauf erschoß er sich selbst. Grund der Tat sollen Ehezwiftig= feiten sein. Der Ueberfall auf den Geldbriefträger in Straßburg. Straßburg, 9. August. In dem Befinden des überfallenen Geldbrtefträgers Bacher ist eine Verschlimmerung eingetreten. Zur Zeit des Ueberfalls hatte der Beamte 25 000 Mart bet sich, die bei einem Gelingen des Plans dem Täter in die Hände gefallen wären. Dieser ist angeblich ein Student Hermann Hoffmann, der am 4. Juli aus Charlottenburg kommend gemeldet worden war. Großer Postraub. Budapest, 9. August. Aus dem Postwagen des Personenzuges, der gestern abend nach Kaschau abging, find 14 Geldsäcke mit insgesamt 34 620 Kronen auf bisher unaufgeklärte Weise verschwunden. fein moderner Kinderwagen. Unsinn," hatte Rosen gesagt,„ mein Junge soll in derselben Wiege schlafen, die mich aufnahm und meine Amme, die alte Trine, wird seine Wärterin werden." Da saß ste, die alte dicke Bäuerin und sah ganz strahlend aus, ste schaufelte den Neugeborenen bereits und sang leise dazu. Rosen beugte sich über das kleine rote Gesicht und strich vorsichtig mit seiner großen Hand über die Wange seines Buben. Seine Augen waren naß und er bewegte die Lippen im Gebet. Später schlich er in die Stube seiner Frau, sie hielt ihm freundlich lächelnd die Hand hin. „ Na, Klärchen," sagte Rosen und füßte sie vorfichtig; ich danke Dir für den Prachtjungen, den Du mir geschenkt hast." Die Taufe wurde sehr groß gefeiert, alle Nachbarn erschienen, auch einige Bekannte aus Memel, Thekla freute sich, sie wieder zu sehen. Der Täufling erhielt den alten Familiennamen Eberhard. Dret Tage dauerte das Fest, die Tafeln brachen beinahe unter der Last alles Guten. Auch für die Leute und Bauern gab es einen Schmaus in der großen Scheune. In Memel brachte Frau Grotenbach noch einige Tage bet alten Freunden zu, sie besuchte die Gräber threr Lieben und tniete dort im stillen Gebet. Ein frommer Vers ftel thr etn, er lautet: Was wir bergen in den Särgen, ist das Erdenkleid Was wir Iteben, ist geblieben uns in Ewigkeit." Wie liebte Thekla Ostpreußen, wo sie so lange gelebt hatte, aber sie fühlte sich ihm entwurzelt, es zog fie nach Berlin zurück, wo sie sich eine sorgenfreie Existenz gegründet hatte und ihre Arbeit sie befriedigte. ( Fortsetzung folgt.) 27/2 Café Amend Täglich Künstler- Konzert Anfang 8 Uhr Sonntags 4 Uhr Eintritt frei Stein's Garten.. Giessen Bes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. BergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch in und außer Abonnement. Fremdenpension Bab im Hause Elektr. Licht. - Tlephon Nr. 5. ( Württemberg) Hall Solbad Eröffnung 15, Mai. Natürlich. heilkräft Salzquelle. Vorzügliche Erfolge Ehemalige Reichsstadt mit hervorragenden mittelalterlichen Baudenkmälern. Malerische Umgebung. Tannenwaldungen. Gute Gasthöfe. Mässige Preise. 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