se est ckunng b. t. Ein losettreien, gross, k. bei VorBefrages, achn.( 22/6 Zehlendorf a. Wannseebahn tstrasse 48. enkoke racite verschiedenen Qualität. prompt [ 23/3 ligst No. 87 ferungen erungen ale Büste, e volle Körrer= durch Nähr: er ,, Grazinol" haus unschäd in furzer Zeit Dezu überrasch. ärztlich empfoh 1. Machen Sie 28 wird Ihnen art. Mf. 2,-, 3 . 5 Mt. Porto erfand Apotheker erlin, G 35, Allee 136. en. nitatis. Matthäus- Ge ser. e. imer. Lufasgemeinde. heimer. 8 Uhr: Ge hl. Beicht. union. Dacht. e пе n. ht ht. ten de in Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Mittags 3 Uhr. Erscheint Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. Nr. 159. Klagen aus einem Jozialdemokratischen Betriebe. Zu den größten Betrieben, in denen die Sozialdemokratie Arbeitgeberin ist, gehört die im Juni 1910 von der Großeinkaufsgesellschaft Hamburg gegründete Seifenfabrik in Gröba bei Riesa in Sachsen. Auf die engste Fühlung dieser Produktivgenossenschaften mit den sozial demokratischen Konsumvereinen braucht wohl nicht besonders hingewiesen zu werden. Als selbstverständlich sollte man in dem Gröbaer Betriebe halten, daß alle diejenigen Forderungen durchgeführt sind, die mit Hilfe der sozialdemokratischen Gewerkschaftsmachtmittel in den bürgerlichen Betrieben durchzusetzen versucht werden. In erster Linie erwartet man also für die Arbeiter im Gröbaer Betriebe die Durchführung eines Tarifes, ohne den meistens freigewerkschaftlich organisierte Arbeiter sich bekanntlich weigern, in Privatbetrieben zu arbeiten. In Wirklichkeit ist zwischen dem sozialdemokratischen Fabrikarbeiterverband und der Großeinkaufsge= sellschaft für die Arbeiter der Gröbaer Seifenfabrik auch ein Tarif abgeschlossen worden, durch den die Arbeitslöhne nach drei Klassen festgelegt worden sind. Hilfsarbeiter die in der Seifenbranche ungelernten- sollten im Lohne steigen von 20-22 Mark innerhalb dreier Jahre, Betriebsarbeiter von 22-24 Mark und Vorarbeiter von 24-30 Mark pro Woche. Große Unzufriedenheit erregte bei den Arbeitern Gröbas zunächst das von den freien Gewerkschaften und von der sozialdemotratischen Partei überall bekämpfte System der Vorarbeiter. Vom Reichstagsabgeordneten Noske wurde dieses im Reichstage beim letzten Militäretat( Bekleidungsämter) als unhaltbares, fluchwürdiges Antreibersystem gekennzeichnet. Die Arbeiter im sozialdemokratischen Gröbaer Betriebe wurden aber mit diesem Antreibesystem beglückt. Auf 187 Arbeiter und Arbeiterinnen kommen ein Geschäftsführer, ein Betriebsleiter, drei Siedemeister, ein Bodenmeister und 16 Vorarbeiter. Die sozialdemokratische Gleichheit geht sogar soweit, daß KoTonnen mit einem Manne und einem Vorarbeiter eingeführt worden sind. Die größte Enttäuschung erlebten seit dem ersten Lohntage die sogenannten Betriebsarbeiter. Obwohl der sozialdemokratische Fabrikarbeiterverband unter dem Vorsitz des Reichstagsabg. Bren den Tarif sanktioniert hatte, der den Arbeitern in der Siederei, im Kühlraum, an den Schneidemaschinen und Autopressen wöchentlich 22-24 Mt. zubilligte, wurden diese Betriebsarbeiter dennoch durch die ganz willkürliche Maßnahme der sozialdemokratischen Gröbaer Betriebsleitung zu Hilfsarbeitern degradiert und erhielten nur den Wochenlohn von 20 Mark. Nach Abzug der Sozialversicherung und dem Beitrage für die Unterstützungskasse gingen diese Leute mit wöchentlich 18,90 mt. nach Hause. Ausgerechnet im sozialdemokratischen Betriebe versagten die Arbeiterausschüsse, weil die zuständigen vorgesetzten Genossen alle Eingaben und mündlichen Klagen ignorier ten. In die Oeffentlichkeit aber konnte der Tarifbruch nicht dringen, weil die Klagen der Arbeiter nur dann in die sozialdemokratische Meißner Volkszeitung" und „ Dresdner Volfsztg." aufgenommen werden sollten, wenn die schriftlich gekennzeichneten Mißstände in der Gröbaer Seifenfabrik von der zuständigen Organisation unter= stempelt seien. Diese Sanktionierung blieb natürlich aus, und die Arbeiter mußten den Tarifbruch über sich gehen lassen. Als aber die sozialdemokratische Meißner Volksztg." dennoch in einem furzen Bericht auf die Arbeiterklagen eingegangen war, wurde tags darauf ein Arbeiter entlassen, den die Gröbaer Fabrikverwaltung als Artikelschreiber in Verdacht hatte. er= Obwohl der Landtagsabg. Fleißner persönlich von dem Tarifbruch unterrichtet worden war, um in der sozialdemokratischen„ Dresdner Volsztg." für die verletzten Rechte der Arbeiter einzutreten, wurde von diesem sozialdemokratischen Organ die Wahrheit nicht nur unter= drückt, sondern ihr direkt ins Gesicht geschlagen; denn die„ Dresdener Volksztg." brachte im Gegenteil einen Artikel über die glänzenden Löhne und das gute Arbeitsverhältnis in dem sozialdemokratischen Betriebe zu Gröba. Recht bezeichnend für die sozialdemokratische schaftstaktik ist die Aeußerung des sozialdemokratischen Gauleiters, als er mit den Beweisen über den Tarif= bruch in die Enge getrieben worden war. Der Herr Gauleiter des Fabrikarbeiterverbandes erklärte nämlich, daß Theorie und Praxis eben grundverschiedene Dinge seien; Gewerk= Nach langem langem Warten erhielten die Betriebsarbeiter ihren tarifmäßigen Lohn, der nach den üblichen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei- Amtes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Montag, den 10. Juli 1911. Abzügen statt 18,90 Mt. 21.30 Mt. beträgt. Als die Arbeiter der Gröbaer Seifenfabrik sich mit ihren Löhnen bedeutend schlechter gestellt sahen, als in Privatbetrieben, übermittelten sie der Gauleitung des Fabrikarbeiterverbandes, sowie der Großeinkaufsgesellschaft Gesuche um Teuerungszulagen von zwei Mark wöchentlich. Daß die Arbeiterausschüsse viertel ja halbe Jahre lang auf Antwort warten müssen, sind sie heute gewöhnt. Statt der Gewährung einer Teuerungszulage wurden aber die bittenden Arbeiter auf wiederholtes Drängen von dem sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten und Vorsitzenden des Fabrikarbeiterverbandes brieflich gehörig abgefanzelt- wegen der unbescheidenen Forderungen! Ein Brief, der vom Sekretär SackHannover dem Sitz des Fabrikarbeiterverbandes unterzeichnet war, fügte der Absage die geradezu höhnische Bemerkung bei: „ Wir sind nicht schuld, daß die Arbeiter hungern müssen, daran sind sie selbst schuld. Warum arbeiten sie denn dort?" Der Geschäftsführer Lorenz der Großeinkaufsgesellschaft Hamburg erklärte den um Teuerungszulage oder Lohnerhöhung eingekommenen Gröbaer Arbeitern einfach: ,, Wir können keinen Zukunftsstaat errichten. Ich weiß, daß mit 1100 Mark keine Familie bestehen kann, aber mehr können wir nicht geben, wem's nicht paßt, der kann ja gehen!" Daß die Arbeiterschaft der sozialdemokratischen Probuktivgenossenschaft Gröba über die Behandlung empört ist, bewies sie dadurch, daß sie ein von ihrem Betriebe angebotenes Arbeitervergnügen einfach ablehnte. Nur mit dem größten Widerwillen haben sich diese Arbeiter an der ihnen aufgezwungenen Maifeier beteiligt, die jedem einzelnen Teilnehmer 95 Pfg. indirekte Steuer kostete: Maimarke 50 Pfg., Eintrittskarte 25 Pfg., Maizeitung 10 Pfg., Maifeierabzeichen 10 Pfg. Der Terrorismus scheint in diesem sozialdemokratischen Betriebe besonders schlimme Formen anzunehmen, wie nachstehender Vorfall beweist. Ein Arbeiter war zu einer 14tägigen militärischen Uebung eingezogen worden. Nach§ 616 des B. G. B. war er berechtigt, Lohn zu verlangen. Er erhielt aber nichts und drohte deshalb der sozialdemokratischen Betriebsleitung mit dem Gericht, worauf ihm der Ge= schäftsführer rundweg erklärte:„ Wenn Sie Ihre Forderung einklagen, sind Sie vom Tage an entlassen." Wollte sich ein bürgerlicher Betrieb so vollendeten Tarifbruch und Terrorismus zuschulden kommen lassen, wie der Gröbaer sozialdemokratischen Seifenfabrik nachgewiesen werden kann, dann hätte derselbe sozialdemokratische Fabrikarbeiterverband über den bürgerlichen Betrieb sicherlich schon längst die Sperre verhängt. Die Mißstände in dem Gröbaer Betriebe, die selbstverständlich durch die sozialdemokratische Presse vertuscht worden sind, haben dennoch den Weg in die Oeffentlichkeit gefunden. Das„ Strehlaer Wochenblatt" vom 1. 6. 11 brachte in einem konservativen Versammlungsbericht sehr schwere Anklagen gegen den Gröbaer Betrieb. Jn Strehla selbst sitzt ein sozialdemokratischer Berufsagitator- eine Widerlegung der Anklagen blieb aber aus. Aber die Arbeiter der Gröbaer Seifenfabrik wußten ihrer freudigen Bestürzung darüber kaum Ausdruck zu verleihen, daß ihre lange verhaltenen Klagen endlich doch dem Forum der Deffentlichkeit unterbreitet werden. Die schlecht bezahlten Arbeiter wollen es nicht länger mit ansehen, daß alle sozialdemokratischen Besucher der Gröbaer Seifenfabrikes sind zumeist sozialdemokratische Lagerhalter fürstlich bewirtet und beherbergt werden Don den erzielten Ueberschüssen der„ Mehrwert" erzeugenden Seifenfabrikarbeiter, die am Hungerfuche nagen müssen. Der Blick hinter die Kulissen des sozialdemokratischen Betriebes in Gröba ist lehrreich genug, um das Bild vom Arbeiterelend zu vervollständigen, das im Zukunftsstaat der Arbeiterschaft beschieden sein würde. = go= - Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. Juli. Der israelitische Lehrerverein im Großherzogtum Hessen hielt gestern im„ Philanthropin" Lehrer zu Frankfurt seine Jahresversammlung ab. Isaak- Hungen hielt einen Vortrag über„ die Fürsorge für die schulentlassene Jugend". Zur Gründung einer Darlehnskasse hat Direktor Dr. Adler dem Verein Mt. 30 000 zur Verfügung gestellt. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Blazzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. ſpiel von Frl. Minna Körner fand am Freitag, den 6. Juli, ein Vortrags- Abend der vorgeschrittenen Schülerinnen und Schüler statt. Das Programm wies nur auserlesene Namen auf: Beethoven, Schumann, Schubert und Chopin. Die Vortragenden spielten sämt= lich auswändig und erfreuten durch die klare Sicherheit und saubere Atturatesse ihres Spieles, die nirgends zur geistlosen Nüchternheit ausartete. Jede Komposition gelangte vielmehr in ihrer Eigenart zur Geltung, so daß man mit regem Interesse dem Spiel folgte und darüber der draußen herrschenden sommerlichen Schwüle vergaß. - Besonders gut in Auffassung und Klangfärbung gleich glücklich gelang das wundervolle Largo e mesto mit darauffolgendem Menuett aus der Sonate op. 10 Nr. 3 von Beethoven, sowie das Impromptu in As- Dur von Schubert, wobei wir den sympathischen Anschlag und die Technik der ganzen Vortragenden bewunderten. Beethoven's berühmte As- Dur- Sonate von Herrn Kurt Blumenau vorgetragen bildete den Beschluß und die Variationen, das Scherzo, namentlich aber die marcia funebre sulla morte d'un Eroe in ihrer dunklen überirdischen Majestät wurden geistvoll und edel interpretiert. E. S. * Vortragsabend. Der am Samstag abend im großen Saale des Gesellschaftsvereins veranstaltete Vortragsabend hat die Erwartungen nicht erfüllt, die man von verschiedenen Seiten erhofft hatte. Die kleinen Volkslieder, die Frl. Lina Poppe zu Gehör brachte, litten vielfach unter unreiner Intonation, außerdem wurde den billigen Forderungen, die Klangwirkung nach den Textwendungen zu nüancieren, den Ton zu spannen und zu färben nur mittelmäßig Rechnung getragen. Was die Rezitationen von Frl. Lily Donecker anlangt, so lassen sich schon eher einige Worte der Anerkennung darüber sagen. Die sämtlichen Vorträge, ob heiter oder ernst, verfehlten bei dem Auditorium das weibliche Element dominierte ihre Wirkung nicht. Bemerkenswert war der Erfolg, den Frl. Donecker mit einzelnen Gedichten aus den Glockenliedern von C. Spitteler und dem Prosastück von K. Schönherr„ Der Schnauzel" erzielte. Der Deutlichkeit der Vorträge hätte es aber durchaus nichts geschadet, wenn man sie stehend serviert hätte. - - -m Nieder- Mörlen, 10. Juli. Die Gießener Staatsanwaltschaft ist in voller Tätigkeit, um die Mörder der Frau Walter zu ermitteln. Ein naher Ver, wandter der Ermordeten, ein Kriminalkommissar aus Berlin, ist am Tatort eingetroffen und hat sich der Staatsanwaltschaft Gießen zur Verfügung gestellt. In einer Kantine in Brando berndorf wurden zwei Leute beobachtet, deren Aeußeres und Kleidung auf die Täter, welche im Steckbrief beschrieben sind, bis auf Kleinigkeiten paßte. Man machte sofort der Staatsanwaltschaft in Gießen davon Mitteilung, welche aber feststellte, daß es sich hier nicht um die Verbrecher handeln kann. Außer den beiden Burschen sind zwei weitere angebliche Arbeiter festgenommen worden, die des Mordes an der Frau Walter verdächtig sind. Sie wurden in das Polizeigefängnis nach Bad- Nauheim verbracht. In Friedberg wurde ein Mann verhaftet, der in Schwalheim silberne 3ylinderuhren zum Kauf anbot. Bekanntlich wurden bei dem Raubmord auch zwei derartige Uhren gestohlen. -r- Darmstadt, 10. Juli. Vom Hizschlag betroffen wurde Samstag nachmittag bei einer Gefechts= übung ein Musketier des Inf.- Rgts. Nr. 87. Der Tod trat kurz darauf ein. E. D. Darmstadt, 10. Jult. In der Nacht vom Freitag zum Samstag ereignete sich auf dem Bahnhof Dornberg Groß- Gerau ein schweres Eisenbahn- Unglüd. Ein von Bischofsheim abgelassener Güterzug sollte von dem Berlin- Baseler D- Zug überholt werden. Der Güterzug fuhr jedoch versehentlich weiter in ein stumpfes Geleise und rannte den Prellbock um. Die Lokomotive stürzte die etwa fünf Meter hohe Böschung hinunter in den sog.„ Landgraben", gefolgt von 14 bis 16 mit Gütern beladenen Wagen, die kreuz und quer übereinanderliegen. Der Packwagen türmte sich in die Höhe und steht auf zwei Güterwagen; die Maschine stand förmlich auf dem Kopf und hatte sich tief in Boden eingebohrt. Führer und Heizer sind noch rechtzeitig abgesprungen; beide haben anscheinend leichte innere Verletzungen und Quetschungen erlitten; auch der Zugführer und Bremser sind glücklicherweise mit unbedeutenden Veriehungen davongekommen. Die Aerzte von Groß- Gerau waren gleich zur Stelle, ebenso der Hilfs= zug von Bischofsheim. Material- und Güterschaden ist bedeutend. Der Verkehr wird durch eingleisigen Betrieb == In der Schule für Höheres Klavier- aufrecht erhalten. Und Asquith sprach Auf Grund diplomatischer Informationen wird uns us Berlin geschrieben: Mit berechtigter Spannung auschte die politische Welt auf die Botschaft, die Albion uf die Frage nach den Folgen des deutschen Eingreiens in Maroffo verfünden werde. In Englands Loga uht zurzeit die Entscheidung über Krieg und Frieden, mo die wohl erwogenen Worte des britischen Premierninifters haben dargetan, daß man sich an der Themse er schweren Verantwortung bewußt ist. Ein Wink ( squiths hätte genügt, um in Frankreich eine gewaltige triegsleidenschaft zu entflammen. Die Aufforderung Delcasses und des neuen Kriegsministers Messimy an England, daß es gemeinsam mit Frankreich Striegsschiffe m die marottanische Südfüste senden möge, haben jeneits des Kanals taube Ohren gefunden. Wäre die Aus= endung eines deutschen Panzerschiffes in die maroffaischen Gewässer zur Zeit der Einfreisungspolitik des Rönigs Eduard geschehen, so wäre der Kriegsfall geeben gewesen. Die viel genannten Chaffepots wären atsächlich hinter dem Vogesenloche von selbst losgeangen. Wenn es noch eines Beweises bedürfte, daß ich die Politit der entente cordiale" verschoben hat, bist er durch die Worte Asquiths erbracht worden. Das Signal zum französischen Rückzuge aus den inneren marottanischen Positionen, die ohne Englands Bustimmung bezogen wurden, ist gegeben. Nicht in Auseinandersegungen mit Heeres- und Flottengewalt wird die verwidelte marotanische Frage geiöst werden, sonbern eine diplomatische Distuiston" soll ein allseitiges Einvernehmen herbeiführen. Das ist der Weisheit letzter Schluß, wie er sich aus der Feinarbeit des englischen Kabinetts ergibt. Die engen und freundschaftlichen Beziehungen, die Im Laufe der verflossenen Monate zwischen dem Hohenzollernhause und dem englischen Königshause, deren verwandtschaftliches Blut dicker als Wasser ist, fester und fester gezogen wurden, haben in ganz hervorragender Weise dazu beigetragen, die Politik der beiden mächHigsten Völker in eine harmonische Form zu bringen. Eine Orientierung" zwischen Berlin und London Ist der Entsendung des Panther" vorangegangen. Natürlich beschränkt sich die Verständigung auf allgemeine Grundzüge, und die Einzelheiten der Aftion bleiben den Entschlüffen des deutschen Auswärtigen Amtes überlaffen. Ohne sichere Fühlung mit England hätte die äußerst behutsame deutsche Weltpolttit nicht mit dem Schwerte auf den maroftanischen Knoten gehauen. Wenn Riderlen- Wächter ihn auch nicht ganz durchschlagen hat, so lassen sich die Fäden jetzt doch leichter auseinanderziehen. Keine Allerweltskonferenz soll sich von neuem mit dem marottantschen Problem befassen, sondern nur die meist interessierten Mächte werden über eine Verständigung beraten. Ihre Pflichten aus dem am 8. April 1904 geschlosse= nen Vertrage wird die englische Regierung Frankreich gegenüber erfüllen. England hat es damals übernommen, die französische Marokkopolitik diplomatisch au unterstützen. In Algeciras sind aber die AnSprüche Frankreichs festgelegt. Da die französische Bofitir eigenmächtig darüber hinaus gegangen ist, so vertritt England die neue Lage der Dinge nicht mehr ohne Vorbehalt, sondern wünscht anderweitige Vereinbarungen. Es ist möglich." sagt Asquith, daß die fünftigen Entwidelungen in Maroffo die britischen Interessen diretter berühren, als dies bisher der Fall war." Die englische Regierung ist also nicht mehr geneigt, ganz Marokto ausschließlich Frankreich zu überlassen. Die Interessensphären sollen danach wohl geteilt werden. Auf diesem Boden wird dann allerdings eine Verständigung mit Deutschland möglich sein. Die Enthüllungen über einen französisch- ma= rottantschen Geheimvertrag haben in England das größte Aufsehen hervorgerufen. Obwohl aus Parts versichert wird, daß ein derartiges Abkommen, welches das Scherifenreich gänzlich in die Hände Frankreichs liefern würde, nicht geschlossen ist, so entspricht das Vorgeben Frankreichs doch dem Inhalt des angeb= Hichen Geheimvertrages. Deshalb begrüßen auch weite Kreise Englands die deutsche Aktion, die nur zu einer endlichen und gerechten Lösung der Maroffofrage beitragen könne. Weiteres zur Lage. Die Kölnische Zeitung" erhält aus Tanger die Nachricht, sämtliche einflußreiche Leute aus dem Sus, dem Hinterlande von Agadir, haben an den deutschen Sonful einen Brief gerichtet, worin sie ihr Einver ständnis und ihre Genugtuung darüber erklären, wenn Deutschland Sas unter seinen Schutz stellen follte. Der russische Botschafter in Berlin sprach geftern im Auswärtigen Amte vor und hatte eine längere Unterredung mit dem Staatssekretär von RiderlenWächter. Wie verlautet, bezva fich die Unterredung auf die Marottofrage. Der russische Vertreter batte den Auftrag, fich in freundschaftlicher Weise über die Absichten der faiserlichen Regierung zu erfundigen. 10) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. Des Kaisers politische Lektüre. Aus Kiel wird dem„ Deutschen Boten" von besonberer Sette" geschrieben: Unmittelbar vor Antritt seiner Nordlandreise hat der Kaiser wieder Order gegeben, daß ihm eine reiche Auswahl führender politischer Tageszeitungen der verschiedensten Parteischattierungen nachgesandt wird. Es ist ja befannt, daß der Kaiser sich durchaus nicht etwa auf die Lektüre der für ihn gesam melten und gesichteten Zeitungs a usschnitte beschränkt, sondern es liebt, sich bestimmte, und zwar nichts weniger als einseitig ausgewählte Blätter un= zerschnitten vorlegen zu lassen. Wenn aber im Drange der Regierungsgeschäfte und repräsentativen Verpflichtungen zu anderen Seiten oft nicht die Möglichkeit zu eingehender Leftüre der verschiedenen Bartelorgane übrig bleibt, so legt der Kaiser um so mehr Wert darauf, die Muße der Nordlandreise zu benutzen, um sich persönlich aus den unzerschnittenen Zeitungen über die Stimmungen in den verschiedenen Parteilagern und Voltsschichten zu unterrichten. Gerade auf der Nordlandreise gehört die Zeitungsleftüre nicht zu den letzten Beschäftigungen des Monarchen- es wird ihr im Gegenteil während dieser Wochen ein besonders reichliches Zeitmaß gewidmet. Außerdem be= gleitet den Kaiser stets eine aus allen wichtigen Preßstimmen des In- und Auslandes zujammengestellte sogenannte Fürstenforrespondenz", so daß von einer einseitigen Unterrichtung des Kaisers über die Aeußerungen der Preise durch eigens für ihn etwa unter allen möglichen höftschen Rücksichten sorgfältig sortierte und frisierte" Zeitungsausschnitte in Wahrheit keineswegs die Rede sein kann. ( Nachdruck verboten.) Bitte, schreibt uns bald,- jetzt in der Weihnachtszeit denkt man mehr als je an die fernen Lieben und hat Sehnsucht, aber Deine vernünftige Aelteste darf diesem Gefühl nicht nachgeben. Tausend Gritße Euch allen; die Jungen sollen ihre Kleider schonen, Du mußt fie jetzt allein flicken. Dir und Vater füffe ich die Ileben Hände. Ach fa! ebe ich vergesse, schicke mir in Deinem nächsten Brief das Maß der beiden Schwestern, tch möchte ihnen Kleider machen. Eure Euch liebende Tochter Lina Grotenbach." Thekla lächelte, als sie den Brief gelesen; ihre praftische Welteste mit dem guten, unschönen Gesicht stand ihr so lebhaft vor Augen. Evas Brief lautete wie folgt: " Mein einzig liebes, goldenes Mutting! Da sind wir nun im herrlichen Berlin, mir kommt es oft unglaublich vor und ich denke dann, daß ich wieder in meinem engen Stübchen zu Hause erwache. Obgleich es hier so schön ist, muß ich zuweilen weinen; denn ich habe besonders in der Weihnachtszeit namenTose Sehnsucht nach Euch allen, besonders aber nach Dir, Mutti; dann füsse ich Dein Bild und sage ihm tausend zärtliche Worte. Ich sebe alles deutlich vor mir, bie alten trauten Stuben, Dein Nähtischchen in der Fensternische, die Blumen, die ich so gern pflegte; ich höre das Ticken der Schwarzwälderuhr, es ist zwölf, Adam und Kurt kommen aus der Schule, da springt der Kuckuck aus dem Türchen und ruft. Es erinnert mich an viele frobe, glückliche Stunden daheim. Am deutlichsten sehe ich Dich, mein Mutting, ich fehe den großen Korb Flickwäsche; wie fleißig regen ich Deine Iteben Finger. Jetzt fällt es mir schwer aufs Berz, daß ich oft recht ungeduldig war, besonders wenn Rundschau vom Cage. Politisches. Herrn von Kröchers Nachfolger. Herr Jordan von Kröcher will endgültig auf den Präsidentenposten im preußischen Abgeordnetenhause verzichten, da thn das schwierige arbeitsreiche Amt allzusehr in Anspruch nimmt. Die konservative Fraktion hat sich allerdings mit diesem Entschlusse noch nicht völlig abgefunden, und verschiedene Freunde des bisherigen Präsidenten bemühen sich noch, ihn zu bewegen, seinen Verzicht auf eine Wiederwahl zurückzunehmen. Es wird auch nicht leicht sein, für Herrn von Kröcher einen geeigneten Nachfolger zu finden, da auch in der kommenden Sesflon scharfe Auseinandersetzungen in der preußischen zweiten Kammer zu erwarten sind. In parlamentartschen Kreisen werden, so erfährt die N. G. C.", als aussichtsreichste Kandidaten für den Präsidentenposten Herr von Arnim- Züsedom, Freiherr von Erffa und Freiherr von Richthofen genannt. Der Großherzog von Hessen über die Reichsfinanzreform. Der hessische Landtag wurde am Freitag durch den Großherzog geschlossen. Der Großherzog verlas eine Thronrede, in der es unter anderem über die Finanzlage des Landes heißt, daß diese in der Zeit seit Beginn dieser Tagung sich gebessert habe. Zu fener Besserung habe erheblich die Neuordnung der Reichsfinanzen, und zwar insofern beigetragen, als sie die etgenen Einnahmen des Reiches stärker vermehrte und damit für die Bundesstaaten die Gefahr wesentlich vermindert habe, durch Steigen ungedeckter Matrikularbeiträge allzu sehr in Anspruch genommen zu werden. Besonders erwähnt die Thronrede wetter das Wachsen der Ueberschußteile aus der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft. Erneut bestätige diese Tatsache den hohen Wert der Gemeinschaft. Zentralverband und Han'abund. Wie verlautet, hat das Mitteldeutsche Braunkohlensyndikat G. m. b. H. mit dem Sitz in Leipzig beschlossen, aus dem Zentralverbande deutscher Industrieller auszutreten. Der Austritt ist eine Folge der Stellungnahme des Zentralverbands gegen den Hansabund. Eine sozialdemokratische Marokkointerpellation wurde in der gestrigen Sitzung der württembergischen Abgeordnetenkammer verhandelt. Der Präsident verlas ein Schreiben des Ministerpräsidenten von Weizsäcker, der dem Hause mitteilte, daß er zurzeit nicht in der Lage set, die gestellte Frage zu beantworten, daß er aber später einen Zeitpunkt bestimmen werde, zu dem er auf die Anfrage zu antworten bereit sei. Unter allgemeiner Heiterkeit des Hauses erklärte der Präsident, daß damit eine Besprechung der Anfrage gegenstandslos_set. Portugal vor dem Sturm? Der Lissaboner Korrespondent einer englischen Telegraphen- Gesellschaft telegraphtert aus Badajoz, wohin er reiste, um der strengen Zensur zu entgehen, die Führer der Monarchisten, die Brüder so große Löcher in die Socken einrissen. Adam sagte:„ Die von Eva gestopften Strümpfe sind schrecklich, als wären sie voll Steine." Mein lieber, Kleiner Adam, ich würde es gern wieder tun und mir mehr Mithe geben. Nun will ich Dir aber über mein Leben hier schreiben. Es geht mir gut, so gut es mir fern von Euch gehen fann. Tante Anna liebe ich sehr, sie ist so Iteb gegen mich, besonders wenn sie merkt, daß ich Heimweh habe. Mit Karla tetlen wir alles: jeden Gedanken, das heißt, sie sagt mir, was ihr durch den Kopf geht, ich fann es aber nicht, mir ist's, als mitßte ich das Beste für mich behalten. Lieber schreibe ich es nieder und oft merke ich es kaum, daß es Verse werden. Wie kommt das, Mutti? Wir haben viele Stunden und ich nehme Musikunterricht bet einem Professor des Nonfervatoriums. Er spielt selbst herrlich, ich schwärme für tbn!!! Er hat ganz weißes Har und ist sechzig Jahre alt. Literatur haben wir bei Herrn Hammer; er ist ein Schriftsteller und hat schon ein Buch geschrieben; denke doch, wie interessant das ist. Er muß sehr unglücklich sein, er hat so traurige Augen. Tante Anna fitzt immer mit ihrer Arbeit dabei, wenn Herr Hammer uns Stunden gibt. Sie erzählte uns, daß seine Junge Frau in der Frrenanstalt ist, nun tut er mir noch mehr leid, der arme Mensch. Die Stadt prangte jetzt im Winterschmuck; ich fann mich an den Prachtbauten nicht satt seben; wir besuchten die Ruhmeshalle und die Bildergalerien, oft feblen mir die Worte, so begeistert bin ich. und manches Mal sprudle ich über und mache dem Entzücken Luft.„ Sachte, fachte, Kind," sagt Tante Anna,„ Du bewegst Dich nur in Extremen, Lina ist viel rubiger und verständiger." Ja, Lina, wer so wie sie sein könnte! von denen einer der Privatsekretär des Prätendenten Dom Miguel ist, hätten ein wichtiges Manifest er Iaffen, in welchem sie erklärten, Dom Miguel und König Manuel hätten sich jetzt die Hände gereicht und forderten alle Monarchisten auf, die Waffen zu ergreifen, um die Monarchie wieder herzustellen. Auch werde ferner gemeldet, daß die Monarchisten in Brasilien große Summen zum Ankauf eines Kreuzers geschickt hätten und daß in England versucht werde, ein Kriegsschiff zu faufen. Ich bin febr alücklich, sie hier zu baben; es ist wie Castro in Venezuela? Aus Washington wird ge meldet, das Staatsdepartement ist benachrichtigt wor den, daß der frühere Präsident Gastro verkleidet in Venezuela gelandet set. Die venezolanische Regierung hat bereits zahlreiche Freunde Castros verhaftet. Kleine Nachrichten. Prinz Adalbert von Preußen, der dritte Sohn des deutschen Kaisers ist zur Kur in Marienbad eingetrof fen und wohnt dort unter dem Namen Graf Hohen stein. Bom Dentschen Rundflug. Wincziers traf von Nordhausen nach einem Flug von 35 Minuten gestern um 8 Uhr 19 Min. in Halberstadt ein, König um 9 Uhr. Hanuschte und Hoffmann mußten bei einbrechender Dunkelheit vorzeitig niedergehen. Hanuschke wurde beim Niedergehen leicht am Stopf verletzt und der Apparat beschädigt. Jeannin hat den Start endgültig aufgegeben. Die Automobile der Prinz Heinrich- Fahrt sind Freitag nachmittag in Bremerhaven eingetroffen. Die Ueberfahrt nach England erfolgte heute vormittag mit dem Lloyddampfer Großer Kurfürst". Dem Dichter des Liedes König Wilhelm saß ganz heiter", Geh. Sanitätsrat Wilrod Kreusler, wird am 16. d. M. in Arolsen ein Denkmal in Gestalt eines Monumentalbrunnens errichtet. Das Lied ist, wie unsere Leser wohl wissen, während des Deutsch- Französischen Krieges entstanden und lange Jahre hindurch allgemein gesungen worden. Die fönigliche Landesturnanstalt in der Friedrichstraße in Verlin wird in diesem Herbste nach Spandau übersiedeln, wo thr bedeutend größere und zweckentsprechendere Räume zur Verfügung stehen werden. In dem neuen Heim sollen Eskaladier- Uebungen und Rudern in den Lehrplan aufgenommen werden. Wintertemperaturen im Thüringer Wald. Auf den Höhen des Rennsteigs im Thüringerwald ist die Tem peratur in der letzten Nacht auf 5 Grad unter Null gefunten. Die russische Barenfamilie wird, wie die„ Frts. 3tg." hört, den für den Sommer in Aussicht genom menen Besuch in Friedberg unterlassen. Die Barin, die wie im Vorjahre die Nauheimer Kur gebrauchen wollte, nimmt im Schloß Peterhof, wo das Barenpaar gegenwärtig weilt, als Erfazz Bäder nach Nauheimer Art. Ein Bäderstreit droht in Leipzig auszubrechen. Nachdem die Verhandlungen zwischen den Meistern und den Gehilfenorganisationen gescheitert sind, beschloß eine von 500 Bäckergesellen besuchte Versammlung, gm Sonnabend in den Ausstand zu treten. Die Gesel len fordern Lohnerhöhung und Aufhebung des Kostund Logiswesens. Der Seemannsstreit scheint jetzt auch nach Hamburg überzugreifen. Die Settton der Schauerleute hat beschlossen, ankommende Schiffe, die infolge des Streits ihre Ladung in Holland nicht löschen konnten, auch hier nicht zu entladen. Der Expreßzug Havre- Paris ist bet der Ausfahrt. aus dem Bahnhof Mantes entgletst. Der Postwagen' und der Packwagen wurden zertrümmert. Der Zugfüh rer, zwei Beamte und drei Reisende wurden verwundet. 40 000 schwedische Bauarbeiter ausgesperrt. Nach dem gestern die Vergleichsverhandlungen im Baugewerbe definitiv gescheitert sind, tritt Montag die Aussperrung von 40 000 Bauarbeitern bet allen Arbeitgebern Schwedens ein. Ein Banunglück ereignete sich Freitag abend in Chemnitz. Bei dem Erweiterungsbau des städtischen Elektrizitätswerts stürzte eine Mauer ein. Ein Arbetter war sofort tot, drei sind schwer verlegt. Durch Betrügereien einer oberschlesischen Firma sollen große oberschlesische Gruben und Hütten bei Lieferung von Del, Teer usw. um mehrere hunderttausend Mart geschädigt worden sein. Zahlreiche bestochene Wertbeamte feten entlassen worden. Andererseits soll ein langjähriger Angestellter der betrügerischen Firma seinem Chef waggonweise Waren unterschlagen und da- y mit einen schwunghaften Handel betrieben haben. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Eine gewaltige Size herrscht auch in England. In London stieg das Thermometer gestern auf 35 Grad Celsius im Schatten. Auf dem Lande war die Hize nur um wenige Grad geringer. Es war seit vielen Jahren der heißeste Tag, den England erlebte. Mehrere Fälle von Hizschlag sind zu verzeichnen. ein Stück Heimat. Wenn ich mich allzusehr heimsehne, so gehe ich zu ihr und wir reden von euch Lieben. Nachmittags fahren wir oft spazieren; es geht dann durch den Tiergarten, der Schlitten fliegt dahin, von Tante Annas Rappen gezogen; wie gern hätte ich Dich und die Geschwister neben mir, thr kennt solche köstliche Fahrt nicht. Ich danke euch allen für eure Gaben zu Weihnachten und Väterchen für die zehn Mart. Ist das Haus auch nicht zu weit ohne Lina und mich? Tausend Grüße den Geschwistern, euch, lieben Eltern füßt die Hände eure euch unbeschreiblich liebende Tochter Evchen. NS. Lina sagt, ich soll nicht zu viel schreiben, um das Porto zu sparen. Klärchen soll Irma aus meinem Märchenbuch vorlesen, wie ich es früher getan habe. Noch einen besonders innigen Kuß für Dich, mein gol denes Mutting, ehe ich den Brief schließe. Dein Evchen. Biertes Kapitel. Nach dret Jahren. Die Zeit floß dahin; drei Jahre haben sich von der Lebensspindel abgesponnen, seit an jenem Weihnachtsabend die Briefe Evas und Linas geschrieben wurden. Die dahineilenden Monate haben noch mehr Silberfäden durch das Haar der älteren Leute gezogen, die Sorgenfalten vertieft, aus den Kindern sind Erwachsene geworden, der Jüngling ist zum Mann gereift, der mitten in der Arbeit eines schweren Berufs steht. ( Fortsetzung folgt.) fta de br ha Ei des fche 50 ma ger fich des pro gen fref den Jan wo ver Har Gor bere Sch und Bon terd von Біз fam terfu eing fäng verit Gru bitrg Gru bört, Wert Ift in tige Baul rium Hofbe lichen rechn um 3 lichte anges fie et 2 Weise Mädd Tocht deren Wohn Madd Για δι Bimm das a war mit 9 Sprech fter, Ste te mitfie und f Ihre tomm Nachb bat if Hause breche dann bem Itegen fie in 2 Angab häfti gen liner Diefe 8000. Firma hard Angef bes 2 feiner fierer iolage gefom menh erhiel nach Leipzi ferate treten ein un daß fid in 28i an die turzer ermitte Diaton mädche Röntg handel mit et tendenten itfeft er nd Köntg forderten , um die erner ge Be Sum tten und Schiff 34 wird ge gt wor tin Ve cùng Bạt Sohn des ngetrof Hohen raf von gestern 9 Uhr. echender wurde der Aptig aufrt find n. Die ttag mit aß ganz ird am Tes Mo unsere zösischen Hallge riedrichSpandau wedentden. In nd Ru Auf den te Tem Tull ge„ Frts. genom rin, die wollte, gegen Art. brechen. ern und beschloß mlung, Gesels & KoſtHamcute hat Streits uch hier usfahrt twagen Zugfüh wundet. NachBaugee Ausrbeitge end in dtischen ArbetFirma bet Lietausend stochene its foll Firma und da1. Die Teitet. nd. In 5 Grad Fahren the nur e Fälle msehne, Jent. ht dann in, von Ich Dich föstliche ihnach na und Jen Eltebende en, um metnem habe. ein gol h von der hnachtswurden. SilberfäSte Corſene ger mitten Schreckenstat eines Jrren. auf einem Acer dermischen Fabrik bezogen war. Nach furzer geit stelten staatlichen Frrenanstalt Wetsenhof bet Weinsberg hat der mit Feldarbeit beschäftigte Geistestrante Weitbrecht einen anderen Geistestranten mit einer Feldhace erschlagen und einen Jrrenwärter schwer verletzt. Wissenschaft, Kunst und Litteratur. Ein Mittel gegen die Maul- und Klanensenche? Aus Holland tommt die Meldung, daß man ein sicher wirkendes Mittel gegen die Maul- und Klauenseuche gefunden habe. Bei der gewaltigen Verheerung, die Diese Seuche auch unter dem Viehbestand in Deutschland anrichtet, verdient diese Meldung jedenfalls Beachtung. Ein Herr W. Bijlmer in Amsterdam ist der Entdecker des Mittels. Das Vorstandsmitglied der„ Holländtschen Gesellschaft für Landbau", S. Krusemann in Houtrift bet Polanen, teilt öffentlich mit, daß nach zwetmaliger Anwendung des Mittels feine 25 Ruhe in furzer Bett völlig wiederhergestellt worden sind, ohne daß sich unangenehme Nebenerscheinungen bei Anwendung des Mittels gezeigt hätten. Andere Landwirte, die das Mittel, das einfach ist und wenig kostet, vielfach er= probt haben, sprechen sich ähnlich aus. Nachdem man genügend Erfahrungen gesammelt hat, glauben die beFreffenden holländischen Landwirte, Mitteilungen von dem neuen Heilmittel machen zu sollen. Die deutschen landwirtschaftlichen Versuchsstationen wohl diese Angaben nachprüfen. werden nun Aus den Gerichtssälen. Zum Tode und zu lebenslänglichem Ehrverlust verurteilte das Schwurgericht in Berlin den Arbeiter Hartmann, welcher im März d. J. die Arbeiterfrau Gorgolewski in der Nähe von Stolpe an der Nordbahn beraubt und dann mittels einer Schnur erdrosselt hatte. Eine entmenschte Mutter hatte sich gestern vor dem Schwurgericht in Mannheim zu verantworten, die vierundzwanzig Jahre alte Frau des Kellners Heiße aus Bonn. Die Angeklagte hatte ihr sechs Jahre altes Töch= terchen Gretchen am 19. März d. J. so mißhandelt, daß es nach wenigen Stunden gestorben ist. Das Kind war von der Angeklagten mit in die Ehe gebracht worden; bis November vorigen Jahres war es bei der Großmutter. Seit der Zeit, wo das arme Kind zur Mutter tam, hatte es ein Martyrium durchzumachen. Die Untersuchung der Leiche ergab, daß dem Kinde der Schädel eingeschlagen war. Die Angeklagte wurde zu einer Ge= fängnisstrafe von vier Jahren und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Ste nahm das Urteil mit stoischer Ruhe auf. Vermischtes. Der Kaiser als Berliner Grundbesizer. Der reichste Grundbesitzer Berlins, so lesen wir in der„ Staatsbürgerzeitung", tst unstreitig Katser. Wilhelm, denn der Grund und Boden, der ihm in der Retchshauptstadt ge= hört, hat mit den darauf befindlichen Gebäuden einen Wert von rund 18 Millionen Mark. In dieser Summe ist indessen nicht der Wert eingerechnet, den der gewaltige Komplex des königlichen Schlosses hat. Nur die Baulichketten, in denen das königliche Hausministerium, der königliche Marstall und das große Heer der Hofbediensteten soweit das letztere nicht im königlichen Schlosse wohnt thr Hetm haben, sind der Berechnung zugrunde gelegt. Es handelt sich im ganzen um 34 meist recht große Gebäude. Die königlichen Baulichkeiten beherbergen rund 400 tm königlichen Dienst angestellte Beamte; mit Einschluß der Familien werden sie etwa von 2000 Seelen bewohnt. Durch den Fernsprecher gerettet. Auf eigenartige Weise ist am Donnerstagabend in Berlin ein junges Mädchen vom Tode gerettet worden. Die 20jährige Tochter Frieda des Rentners B. in der Hauptstraße, deren Eltern zurzeit verreist sind, befand sich in der Wohnung allein. Durch eine Unachtsamkeit des jungen Mädchens oder durch einen unglücklichen Zufall öffnete sich der Hahn der Gastrone und bald war das ganze Zimmer mit Leuchtgas angefüllt. Das junge Mädchen, das auf dem Sofa eingeschlafen war, erwachte plötzlich, war aber durch das Gas bereits stark betäubt. Nur mit Mühe schleppte sich Fräulein B. bis zum Fernsprecher und stellte eine Verbindung mit ihrer Schwe= ster, die Telephonistin auf einem Vorortsamt ist, her. Ste teilte ihr mit, daß sie plößlich schwer erkrankt sein misse, denn sie könne sich nicht mehr aufrecht halten und fühle, daß ihr die Sinne zu schwinden beginnen. Ihre Schwester möge so schnell wie möglich nach Hause tommen. Die Telephonistin rief sofort einen in der Nachbarschaft wohnenden, thr bekannten Arzt an und bat ihn, sich unverzüglich nach dem oben genannten Hause zu begeben und dort die Tür nöttgenfalls zu erbrechen. Mit Hilfe eines Schlossers drang der Arzt dann in die Wohnung ein und fand Fräulein B. in dem gasgefüllten Raum beretts bewußtlos am Boden Itegend vor. Erst nach langen Bemühungen gelang es, sie ins Leben zurückzurufen. Das Heer der Warenhausangestellten. Interessante Angaben über die Zahl der in den Warenhäusern Be= schäftigten macht der„ Konfektionär". Danach beschäfttgen A. Wertheim G. m. b. H. in Berlin, in thren Berliner Geschäften im Durchschnitt etwa 6000 Angestellte. Diese Zahl erhöht sich in der Weihnachtszett auf etwa 8000. Hermann Tietz, in den sämtlichen Geschäften der Firma in Berlin und im Reiche 7500 Angestellte. Leonhard Tietz A.-G., Cöln, in sämtlichen Geschäften 4500 Angestellte. fich bei der Patientin sowie bei der Diakonissin, die die Masse probeweise versucht hatte, Vergiftungserscheinun= gen ein. Während bet der Diakonissin die Gegenmittel wirkten, halfen sie bei der Pattentin nicht mehr, sie starb. Die sofort angestellte Untersuchung ergab, daß dem Diatonissenhaus nicht das auf der Etikette und dem Lieferschein bezeichnete unschädliche Präparat geliefert worden war, sondern daß eine Verwechslung mit einem Giftstoff vorgekommen war. Gerichtliche Untersuchung tst eingelettet. Chiffre- Inserate als Verräter. Die Verhaftung des Leipziger Defraudanten Lüpfert in Wien, der in seiner Eigenschaft als Ratsexpedient und Schulgeldkassierer in Leipzig 29 000 Mark städttsche Gelder unterschlagen hatte, ist auf ganz eigenartige Weise zustande gekommen. Aus den Vernehmungen der im Zusammenhang mit der Angelegenhett verhafteten Personen erhielt die Polizet davon Kenntnis, daß Lüpfert sich nach Desterreich begeben hatte und daß er mit seinen Leipziger Freunden und Bekannten durch Chiffre- Inferate in einem Leipziger Blatte in Verbindung zu treten suchte. Die Polizet ging auf dieses Beginnen ein und antwortete ebenfalls durch Chiffre- Inserate, so daß sich allmählich genau feststellen ließ, daß Lüpfert sich in Wien aufhtelt. Nachdem eine genaue Beschreibung an die dortigen Behörden gegeben war, gelang es nach kurzer Zeit der Wiener Poltzet, setnen Aufenthalt zu ermitteln und die Verhaftung vorzunehmen. Touristenunfälle in der Schweiz. In den letzten Tagen haben sich in der Schwetz drei Unfälle ereignet, die einen tödlichen Verlauf nahmen. Im Kanton Glaris stürzte der Sachse Dietl, der sich im Nebel vertrrt hatte, an einer stellen Stelle ab und wurde als Leiche aufgefunden. Ein ähnliches Schicksal ereilte den Touristen v. Allmen aus Gimmenwald. Auch er stürzte an etner abschitssigen Stelle ab und konnte nur als Leiche geborgen werden. Vom Spatenberg stürzte etn siebenfähriger Knabe, der in Begleitung feiner Mutter eine Tour unternommen hatte, in die Tiefe und wurde tödItch verletzt. Er starb auf dem Transport ins Hospital. Der Unfallhabende. Abwechslung ergöẞzt, und da rum wohl erzählte fürzlich ein Berichterstatter einer großen Berliner Zeitung bet der Schilderung eines unfalls, der„ Unfallhabende" set von den Straßenbahnbe= amten aus seiner gefährlichen Lage befrett worden. Ja, ber„ Verunglückte" wird ja nachgerade langweilig, und wenn der„ Unfallhabende" nun Schule macht, dann er= freuen wir uns bald auch des Quetschunghabenden, des Beinbruchhabenden, des Diebstahlhabenden, ja des Mordhabenden und des Totschlaghabenden; auch die Entbindungshabende und die Kindhabende werden dann auftauchen, und das haben wir dann davon, daß die deutsche Sprache so bildsamfetthabend ist.( Sprach= ecke des Allgm. deutsch. Sprachvereins.) Ein aufsehenerregender Vergiftungsfall hat sich im Diakonissenhaus zu Augsburg zugetragen. Ein Dienstmädchen aus der Provinz Iteß sich dort den Magen mit Röntgenstrahlen durchleuchten. In Abwesenheit des behandelnden Arztes wurde zur Vorberettung der Magen mit einer breiartigen Masse gefüllt, dte von einer cheDer Chauffeur als Entführer. Romantisch, aber praktisch waren zwei junge Mädchen in Berlin, die sich kürzlich von ihren Verehrern entführen Iteßen, dabet jedoch nicht außer acht ließen, daß man von der Liebe allein nicht leben könne und deshalb das nötige Geld nahmen, woher sie es auch immer bekommen konnten. Tem einen der Mädchen hatte es ein Chauffeur angetan, der jetzt wegen Entführung einer Minderjährigen von den Polizeibehörden gesucht wird. Der junge Mann war im Auftrage einer Automobilgesellschaft bei einem Geschäftsmann im Norden der Stadt tätig gewesen. Er lernte dort dessen junge Tochter kennen, die sich in thn verliebte. Vor einigen Tagen packte das Mädchen, als es allein in der Wohnung war, heimlich seinen Koffer und ließ ihn von dem Chauffeur nach dem Bahnhof Friedrichstraße bringen. Dann verschwanden beide; vermutlich sind sie ins Ausland gefahren. Erst nach der Abreise entdeckte der Geschäftsmann, daß ihm seine Tochter über 2000 Mart aus der Kasse mitgenommen hatte. Eine zwette Entführungsgeschichte be= schäftigt zurzeit die Berliner Kriminalpoltzet. Ein 24 Jahre alter Kutscher und Schuhmacher aus Wittenberg wird beschuldigt, die zwanzig Jahre alte Emma S. aus Wittenberg entführt zu haben. Das Pärchen hat ein Sparkassenbuch der Kreissparkasse zu Wittenberg über 6100 Mart, das auf den Namen Emma Schulz lautet, mitgenommen und darauf beretts 700 Mart abgehoben. Da das Mädchen verkrüpeplt und gelähmt ist, hat es der Entführer ohne Zweifel nur auf das Geld abgesehen. Der Kohlenverbrauch der preußischen Eisenbahnen. Auf den Strecken der preußisch- hessischen Eisenbahnen wurden im Etatsjahr 1909/10 im Schnellzug-, Personenzug- und Güterzugdienst insgesamt 9,24 Mill. Zetr. Kohlen verbraucht. Der Gesamtwert des Heizungsmate= rtals beziffert sich auf 114,73 Millionen Mark. Den verhältnismäßig größten Verbrauch hatten die Güterzüge aufzuweisen, an zweiter. Stelle kommen die Schnellund D- Züge und an dritter die Personenzüge. Die Gesamtleistung dieser Kohlenmasse betrug 2580 MilItonen Pferdekräfte, davon entfallen allein auf die Güterzüge fast 3/5, nämlich 1500 Millionen Pferdekräfte. Der Kohlenverbrauch war bet der Größe der Gesamtleistung verhältnismäßig gering, da die auf der preu= ßisch- hessischen Eisenbahn verwendeten Lokomotiven und Maschinen sehr wirtschaftlich arbeiten. In Tätigkett waren 8900 Lokomotiven, von denen 2500 GroßdampfTokomotiven sind. Eine ganze Stadt unter dem Hammer. In dem Rathaus von Tavistock, einer kleinen Stadt in der englischen Grafschaft Devonshire, hat vor wenigen Tagen der Auktionsverkauf von einigen 7000 Grundstücken des Ortes begonnen. Diese Versteigerungs- Objekte, die ganze Straßen von Geschäftsgebäuden, Hotels und Restaurants, Hunderte von Arbeiterhäuschen, Villen und Miethäuser jeden Genres umfassen, gehören dem Herzog von Bedford, der nun gute Preise für seinen Besttz zu erzielen scheint. Der Verkauf der Grundstücke und Bauplätze dürfte volle zwei Wochen in Anspruch nehmen. Außerdem gehören dem Herzog weit über 8000 Morgen Landbesitz in der Umgegend von Tavtstock. Für die Auktion dieser 166 Farmen und Landhäuser sind weitere vier Tage angesetzt worden. Ein großes Gut bet Lanceston hat bereits für 1 800 000 Mark und eine Farm bet Plymouth für 700 000 Mark einen Käufer gefunden. Nach diesen Angaben kann ein ge= wöhnlicher Sterblicher sich ungefähr einen Begriff von dem Reichtum eines britischen Herzogs machen. nicht weniger als 61 Menschen der Size erlegen, und in den Krankenhäusern liegen Tausende und hoffen noch auf Genesung. In Neuyork zählte man nicht weniger als 38 Grad Celsius, und diese plötzliche Hiße ist um so schwerer zu ertragen, als sie mit großer Feuchtigkeit Hand in Hand geht und so eine schwüle, dampftge Atmosphäre geschaffen hat, die die Millionenstadt in eine einzige riesige Marterfammer verwandelt. Dazu kommt noch, daß man sich bisher verhältnismäßig fühler Sommertage erfreuen fonnte, bis nun am Sonntag mit einem Schlage plötzlich diese furchtbare Höllentemperatur einsetzte. In wenigen Stunden hat diese Plage den sonst durch nichts aufzuhaltenden Arbeitsdrang der Amerifaner gebrochen. Als der Abend fam, schleppte sich jung wie alt nur noch matt durch Straßen und Zimmer. An Schlaf war überhaupt nicht mehr zu denken, Tausende zogen in der Nacht nach Coney Island, um hier am Strande zu liegen. In der Stadt sah man auf allen Balkonen und Dächern Hängematten und Kissen. Wohl faum ein Mensch hat sich in dieser Nacht in seinem Zimmer ins Bett gewagt. Das ganze Geschäftsleben stockt, die City Itegt wie verödet, niemand besucht die Läden, ja am Montag mittag ruhte sogar in Wall Street das Geschäft, und nur ein fümmerliches paar Dußend unentwegter Börsianer wagte sich in die Hallen, wo sonst Tausende versammelt sind und Millionen umsetzen. Eine Männer- Verleih- Anstalt ist, wie aus Nizza geschrieben wird, die lezte Neuheit des Jahrhunderts, die uns vorbehalten blieb und die die Bürgermeisteret von Nizza jetzt auf allgemeinen Wunsch eingerichtet hat. Die Muntzipalität hält täglich im Rathause von 11-1 Uhr eine wohlafsortierte Auswahl bereit. Da näm= Itch anständige Frauen ohne Herrenbegleitung neuer= dings nicht mehr allein in den Nizzaer Kaffeehäusern geduldet werden, aber immerhin bei der allgemeinen Kultur des europäischen und Retselebens auch in Nizza einmal Kaffee trinken möchten, so hat sich das Bedürf= nts nach stundenwets lethbaren Begleitherren schreiend bemerkbar gemacht, und die Nizzaer Stadtverwaltung, immer bereit, die Wünsche der Fremden zu erfüllen, und thnen das für Nizza so kostbare und wertvolle Behagen zu schaffen, hat diese modernste aller Einrichtungen getroffen. Bilder- aus Neuyork. Die Higwelle, die jetzt über Amerika dahinzieht, hat ihre Vorläufer seit Jahrzehnten überflügelt und einen neuen furchtbaren Reford aufgestellt. Allein am vergangenen Sonntag sind, wie schon gemeldet, Die Hiswelle fiel mit dem Ferienbeginn der Schulen zusammen, und sonst entwickelt sich gewöhnlich am ersten Ferientage ein neues Straßenbild: überall tummeln sich dann die ferienfrohen Kinder. Diesmal sah man kein Kind auf den Straßen, die Eltern wagen thre Kleinen nicht in die Glut hinaus zu lassen. In den fühlsten Zimmern hat man Temperaturen von 32 Grad Celsius: die Gemächer aber, die an der Sonnensette Itegen, steigen gar bis zu 40. Man ist also rettungslos verurteilt, Stunden, Tage und Nächte lang buchstäblich wie in einem russischen Bade zu sißen. Am Montag morgen begann dann im Automobil die Flucht aufs Land; aber bald fehrten die Verzweifelten matt wie die Fliegen zurück. Ueberall die gleiche schwüle, lähmende Hizze. Es bleibt nichts anderes übrig, als möglichst unbeweglich im Schatten zu sitzen und auf bessere Tage zu harren. Die Händler mit Palmblättern und Fächern machten anfangs ein glänzendes Geschäft; aber jeder ist zu müde, um dann von dem erworbenen vermeintlichen Abhilfsmittel Gebrauch zu machen. Durch die Straßen rasseln immer wieder die Krankenwagen und die Gefährte der Ambulanzen, der Gesundheitskommissar hat sich in einem langen Erlaß an das Publikum gewandt. Er gibt der Bevölkerung Natschläge, wie man die Size ertragen könne. Als am Nachmittage ein leichter Wind einsetzte, schlug Millionen Hoffnungsvoll das Herz: umsonst, die Brise war alles andere als fühlend und erhöhte nur noch die Hitze. Nun liegt und sitzt ganz Neuyork atemhaf.hend in Winkeln oder am Strande, starrt apathisch und fragt sich trostlos:" Wie. lange soll das noch dauern?" Drabtnachrichten und neuestes. Kaiser Franz Josefs Badereise. Wien, 8. Juli. Kaiser Franz Josef ist heute früh nach Bad Ischl abgeretst. Spionageprozeß vor dem Reichsgericht. Leipzig, 8. Jult. Vor dem Reichsgericht begann heute der Spionageprozeß gegen den Tagelöhner Hoferer, der beschuldigt wird, den Versuch gemacht zu haben, sich das neue Artilleriegeschoß beschafft zu haben, um es dem französischen Nachrichtenbureau auszuItefern. Aus Unvorsichtigkeit einen Bassanten erschossen. 0 Blauen t. V., 8. Jult. Hier hat der Schutzmann uhlendorf beim Reinigen einer Pistole, in der sich noch eine Kugel befand, den vor der Wache stehenden Maurerpolter Beger erschossen. Ein Güterzug entgleist. Großgerar, 8. Jult. Auf dem Bahnhof Dornbusch überfuhr in der vergangenen Nacht ein einfahrender Güterzug das Haltesignal und stieß gegen den Prellbock. Die Wagen stürzten die vier Meter tiefe Böschung hinov. Fünfzehn Wagen wurden zertrüm mert. Verletzt wurden der Heizer und der Lokomotiv führer. Folgenschwere Kesselexplosion. Bukarest, 8. Juli. Bei den Arbeiten zur Wiederflottmachung des im Hafen von Sulina auf Grund geratenen englischen Dampfers Queensborough exploBierte gestern ein Dampffessel, wobet zwölf Personen getötet und vier schwer verletzt wurden. Börsenwochenschau. Nachdem am Sonntag die Entsendung des Kanonenbootes Panther nach Agadir bekannt geporden war, eröffnete die Berliner Börse am Montag in einer allgemeinen deprimierten Stimmung mit kursschwächungen von 2% und darüber, und man hat auch den Eindruck, daß die ganze zukünftige Entwickelung der Börsentendenz in nächster Zeit metstens vollkommen von den Nachrichten aus Marokko abhängen wird. Während sich später eine gewisse Beruhigung über die Maroftoaffäre geltend zu machen begann, famen mit einem Male alarmierende Nachrichten vom Balkan; in erster Linie die Meldung von einer bevorstehenden Mobilmachung Montenegros. Infolgedessen traten die Balkansorgen wieder in den Vordergrund, und wenn man auch nicht ernstlich an den Ausbruch eines Krieges glaubt, so ist doch die Lage am Balkan nichts weniger als erfreulich, und man muß immer wieder mit der Gefahr neuer Komplikationen in jenem Wetterwinkel Europas rechnen. Börsentechnisch kommt dem Berliner Markle augenblicklich der Umstand zustatten, daß ziem lich große Batssepositionen bestehen, sodaß also bet einem Weichen der Kurse umfangreiche Deckungsfäufe einer allgemeinen Deroute entgegenwirfen werden. Das Angebot war übrigens auch an den mattesten Tagen auf den meisten Gebieten nicht allzu erheblich, und nur in wenigen Werten gelangte bedeutendes Material zum Verkauf. Der lezte Tag der Berichtswoche brachte eine wesentliche Erholung auf allen Gebieten, im Zusammenhang mit den beruhigenden Meldungen aus Montenegro und Marokko. Die Börse sah sich infolgedessen fürs erste der politischen Beklemmungen enthoben, und allgemein fanden umfangreiche Rückfäufe statt. In erster Linie gilt dies vom Montanmarkt, wo die Batsfepartei bedeutende Deckungen vornahm. Infolgedesseit gewannen Phönir- Attten 3%, Rambacher und DeutschLuxemburger 2%%, Gelsenkirchener und Bochumer 2%, Elektrische Werte lagen gleichfalls sehr fest, in erster Ltnie die lezzthin stärker gewefenen Schuckert- Aktien. Am Bantaftienmarkt profitierten Berliner Handelsgeüschaft. Auch die übrigen Banfaftien wurden durchweg höher bezahlt. Heimische Anlethen waren allgemein erholt. Ebenso türkische Werte, dagegen Russen schwach; der Privatdisfont gab weiter auf 2%% nach, tägliches Geld war zu 2%% reichlich erhältlich. An der Nachbörse tam eine stürmische Steigerung in Warschau- Wiener infolge großer Deckungsfäufe zum Durchbruch. Café Amend täglich Künstler- Konzert ( von Montag den 3. bis 10. Juli) unter Mitwirkung d. Opernsängers Adolph Plate vom Opernhaus in Frankfurt a. M. Hamburg Amerika Linie Restaurant Windhof. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit:: Täglich frisch Kaffeegebäck:: Schlitzer Auerhahnbrau, hell 3/10 Ltr. 1) Pfg., dunkel 10 Ltr. 12 Pfg.:: Schattig. 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