rmit CHUTZ MARKE Extrakt Ved Pant us rakt Zder Well Jerkauf , Knochen, Blei, Zint, Ueberall zu haben. Betten, Weiß Silbersachen itäten. ger, Gieken. Bolg Thür. -, Prim.. Ex.) Pr. frei. chinen zahlg. Illustr. Kirsch, Döbeln. Seit im Haufe. ofpeft frei. Hamburg 36. mull, O Nachn. Torf. .bill. Kalisill üllhorn- Marke -Futter" 75 kg ikum chb Automobil. hiffsmaschinenerkzeugmaschb. otechn., Heizung uny, Eisenbeton. t Jan., Apr. Juli, Direktor Prof. und Ingenieur Lohmar. bach a.d. Elbe nichaft Bieken # 692. hlen 3tr. 70 Pig 90 75 preisen: melierte( ge * und Braun und Zechen jessen ter Str. 51 ilie! erg nekamp em, de: Firma: LBRECHT and Königs Wilhelm II. Gam Niederrheit 346. Bitterlikör! illen! g- Boonekan e in Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illustr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 109. Telephon: Nr. 362. Der Frankfurter Friede. vor= Der Friede, der heute vor 40 Jahren in Frankfurt a. M. geschlossen wurde, hat der Welt keine großen Ueberraschungen gebracht; er war im wesentlichen nur die Bestätigung der vorläufigen Abmachungen von Versailles, wie diese selber die naturgemäße Folge des ausgegangenen Völkerringens waren, die endlich gereifte Frucht, die durch die Ueberlegenheit der deutschen Kriegsund Staatskunst den widerstrebenden Gegnern abgerungen worden war. Aber er wurde als das erwünschte Ende einer mühe-, gefahr- und sorgenvollen Zeit beiden Seiten willig angenommen und begrüßt, wenn auch der Freude und dem Danke auf der einen, wehmütige und knirschende Verzichtleistung auf der anderen gegenüberstand. Und weil er wirklich einen natürlichen und den Verhältnissen entsprechenden Abschluß der vorherigen Entwicklung bildete, hat er sich als dauerhaft erwiesen, als ein fester, ragender Markstein in der Geschichte der zunächst beteiligten Völker, aber auch als bedeutungsvoll und folgenreich für deren Nachbarn. von Frankreich brachte er freilich nicht sofort die heiß ersehnte Ruhe. Noch wochenlang tobte der Bürgerkrieg um die Mauern und in den Straßen von Paris, bis der Sieger von Magenta, der Besiegte von Sedan, der Oberfeldherr der dritten Republik, ihr späterer Präsident, die sinnlose, mordbrennerische und blutbefleckte Herrschaft der Kommune gewaltsam niederwarf. Deutschland konnte sich, als die Waffen ruhten, der Güter freuen, die ihm zugefallen waren: der spät errungenen Einheit, der Sicherung seiner Westgrenze, der Wiedererlangung einst verlorener Landschaften, der angesehenen Stellung, die ihm der Erfolg verliehen hatte. Der Neugestaltung seines Staatslebens und dem Aus= bauen seiner inneren Einrichtungen war seine Sorge in den nächsten Jahren zugewendet. Die Machtentfaltung, die ihm den Sieg verschafft, das Kraftgefühl und die erhöhte Geltung, die dieser ihm gebracht hatte, führten zu einem raschen Ausschwunge des wirtschaftlichen Lebens. Rückschläge blieben allerdings nicht aus: kühnes Vorwärtsstreben und verwegenes Jagen nach dem Glücke setzte sich nicht selten über die Grenzen, die Besonnenheit und sittliches Empfinden ziehen sollen, skrupellos hinweg, und der Milliardensegen wurde so zum Fluch für viele. Die übrigen Staaten sahen sich durch das Ende der französischen Hegemonie und die Begründung eines großen, waffengewaltigen Reiches im Herzen Europas vor eine völlig veränderte politische Lage gestellt. Natürliche Zu oder Abneigung der einen oder anderen der beiden Mächte gegenüber, der Umstand, daß sie die eigenen Interessen durch die neuen Verhältnisse bedroht glaubten, oder die Hoffnung auf erhebliche Vorteile, die ihnen bei geschicktem Handeln zufallen würden, veranlaßten sie Von zu neuen, mehrfach wechselnden Gruppierungen. diesen hat sich als dauerhaft und eine starke Bürgschaft des Friedens allein das durch Stammverwandtschaft, geschichtliche Erinnerungen und politische Erwägungen gebotene Bündnis zwischen dem deutschen Reiche und Desterreich- Ungarn erwiesen, dem später freilich als etwas unsicherer und zu„ Extratouren" aufgelegter Teilhaber das Königreich Italien beigetreten ist. Die Sonstigen Koalitionen und„ Ententen", auf deren Bildung außer den erwähnten Umständen auch noch andere, besonders die orientalische Frage, Englands Weltmachtspolitik und Handelseifersucht und die Haltung der außereuropäischen Mächte, eingewirkt haben, sind von mehr vorübergehender Bedeutung und haben jedenfalls noch nicht den Beweis der Festigkeit erbracht. - - Länger, als man vor 40 Jahren hat vermuten können, hat der Friede, der damals geschlossen worden ist, gedauert. Aber auch heute noch erscheint die Stellung, die er Deutschland gegeben hat, vielen als unerträglich, und es wird deshalb, wie früher, so in Zukunft nicht an Versuchen fehlen, sie zu untergraben. Vorsicht ist und daher am Plazze, aber durchaus nicht Kleinmut Verzagtheit. Hoffentlich gilt auch in unseren Tagen noch das Wort: Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt!" Aus Stadt und Cand. Gießen, den 10. Mai 1911. Finanzielle Ergebnisse des hess. Blumentages. Gießen 6500 Mt., Butzbach 1021 Mark, Nidda 621 Mt., Offenbach 20 150 Mt., Mainz 15 000 Mt. und Bingen 1928,05 Mt. Lehrverträge. Nachdem die aus der Schule entlassenen jungen Leute jetzt in die Lehre getreten sind, der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch, den 10. Mai 1911. | werden die Lehrmeister an den Abschluß des Lehrvertrags erinnert, der innerhalb vier Wochen nach Beginn der Lehre zu erfolgen hat. Nach§ 150 3iffer 4a der Gewerbeordnung ist derjenige strafbar, der den Lehr= vertrag nicht ordnungsmäßig abschließt. * Die Obstbaum blüte ist nahezu beendet; nur die Aepfelbäume prangen noch im Vollbesitze ihrer Frühlingsschönheit. Diesmal hat die Blütenperiode nur furze Zeit gedauert; begleitet war sie aber zum großen Teil von gutem, für die Befruchtung günstigem Wetter, sodaß bei dem diesjährigen Blütenreichtum ein gutes Obstjahr in Aussicht steht. * 11. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. der Kantine Wick Grävenwiesbach, sowie bei Gastwirt Schmidt in Hasselborn und Gastwirt Ohly in Hundstadt bewirtet. * Dillenburg, 9. Mai. Bei der hier in der vergangenen Woche stattgefundenen 2. Lehrerprüfung erhielten von 46 Lehrern 38 das Zeugnis für die endgültige Anstellung. -sch- Limburg, 9. Mai. Auf dem in Ems stattgefundenen Delegiertentag des Nassauischen Sängerbundes wurde beschlossen, den nächsten Gesangwettstreit des Bundes im Jahre 1913 hier abzuhalten. * Limburg, 9. Mai. Plötzlich das Gedächtnis verloren hatte eine alte Dame, welche am Freitag mit der Bahn von Frankfurt hier eintraf. Sie wußte sich auf dem Bahnsteig auf einmal nicht mehr ihres eigenen Namens zu entsinnen, nicht woher sie kam und wohin sie wollte. Man brachte die 78jährige Frau in das St. Programm zum 28. Bundesfest des Deutschen Radfahrer- Bundes. 9. August: Abfahrt im Ex- Vincenzhospital, wo sie schnell wieder zu sich fam, sodaß man sie bereits am Samstag wieder entlassen trazuge von Frankfurt 9.30 Uhr morgens, Ankunft in konnte. Paris um 7.30 Uhr abends. 10. August: Wagenfahrt 1. Opernhaus, Madeleinekirche, Triumphbogen 2c. August: Wagenfahrt 2. Vendome Säule, Tuilleries Garten, Münze 2c. 12. August: Wagenfahrt 3. Bois de Boulogne, St. Cloud 2c. 14. August: Versailles. 15. August: Rückfahrt nach Frankfurt. Der Preis für diese 7 Tage ist inklusive Verpflegung, Fahrt und Unterkunft in verläßlichen Hotels, Trinkgelder 2c. 3. Klasse 125 M. Das Kolonial- Wirtschaftliche Ko mitee hat bezüglich des Ausbaues der ostafrikanischen Eisenbahnen in seiner Vorstandssitzung vom 9. Mai beschlossen: Reichstag und Bundesrat zu ersuchen, noch in diesem Jahre Mittel bereitzustellen für die Fortführung der ostafrikanischen Zentralbahn von Tabora nach Udjidji, damit der Weiterbau ohne Verzug begonnen werden kann, und ferner Mittel bereitzustellen für Vorarbeiten zur Fortführung der Nordbahn von Moschi nach dem Viktoria- Nyansa. * * Zum Kaisermanöver in HessenNassau. Die jungen Soldaten, die am nächstjährigen Kaisermanöver teilnehmen, dürften an manchen Plätzen in ernster Weise an die Vergangenheit erinnert werden, denn das Manövergelände ist mit Blut getränkter ge= schichtlicher Boden. 1866 tobte in der Rhön der Bruderkampf und nach dem denkwürdigen schweren Gefecht bei Kissingen lagen auf dem Schlachtfeld 244 Tote und fast 1300 Verwundete. In der Nähe von Winkels, einem kleinen Dorfe, steht heute ein Denkstein, auf dem der junge Krieger lesen kann, daß hier General v. 3oller den Heldentod gestorben ist. Bei Kissingen sind auch viele Massengräber, die alljährlich mit frischen Kränzen geschmückt werden, und mancher mag sich unter den Manövertruppen befinden, dessen Großvater zu denen gehört, die hier den Tod fanden. * Kornblumentag. Am Freitag, 16. Juni d. Js., dem Tage, an dem vor 40 Jahren die siegreichen Truppen ihren Einzug in Berlin hielten, soll auf Veranlassung des Zentralkomitees des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz in ganz Preußen ein Kornblumentag veranstaltet werden. Der Ertrag, der aus dem Verkauf von Kornblumen und zu diesem Zweck eigens hergestellten Postkarten erzielt wird, ist zur Bewilligung freier Brunnen- und Badekuren an Veteranen und zum weiteren Ausbau von Veteranenheimen vom Roten Kreuz bestimmt. Neben den Organen des Roten Kreuzes werden an der Veranstaltung voraus= sichtlich auch die Vaterländischen Frauenvereine und die Kriegervereine sich beteiligen. Mögen sich edeldenkende Frauen und warmherzige Männer genug finden, welche diesem 16. Juni als Ehren- und Gedenktag für unsere franken Veteranen zu einem schönen Erfolge helfen. ver= -h- Grävenwiesbach, den 8. Mai. Am Samstag nachmittag 2 Uhr fand der Durchschlag des Grävenwiesbacher Tunnels statt. Nachdem sich die Teilnehmer im Stollen versammelt hatten, hielt der Geheime Regierungs- und Baurat Ruegenberg von der Königlichen Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. eine kurze Ansprache über die Bedeutung des Tunnels und endete mit einem begeistert aufgenommenen Kaiserhoch. Dann wurden von den Herren die letzten Sprengladungen angezündet. während sich die Schüsse unter der Erde entzündeten, wurden über der Erde zum Zeichen, daß der Durch schlag erfolgt war, Freudenschüsse abgegeben. Nachdem sich der Pulverdampf verzogen hatte, gingen die Anwesenden durch die Durchschlagsstelle, welche von den Mineuren rasch mit Tannen- Girlanden, Lampions und Grubenlampen geschmückt wurde, nach dem Nordende des Tunnels. Am Ausgang wurden von der ausführenden Firma Erfrischungen verabreicht. Dann begaben sich die Teilnehmer nach Grävenwiesbach, wo im Gasthaus zum Löwen eine kleine Feier stattfand. Die Arbeiter, ungefähr 200 Mann, wurden von der Firma in = -1- Marburg, 9. Mai. In Anwesenheit eines zahlreichen den akademischen Kreisen angehörenden Publikums und der Vertreter sämtlicher studentischer Korporationen fand am Sonntag im Universitätsgebäude eine Gedächtnisfeier für den berühmten Chemiker Professor Dr. R. W. Bunsen, dessen 100jähriger Geburtstag am 31. März wiederkehrte, statt. Geh.- Rat Prof. Dr. Zincke hielt die Festrede. Bad Nauheim, 10. Mai. Dem Projekt einer Taunusquerbahn von hier über Usingen- Niedernhausen nach Lorch oder Nauheim- Usingen- Idstein- Lorch soll der Minister der öffentlichen Arbeiten nicht sympa= thisch gegenüberstehen. Vielmehr vertritt er den Standpunkt, daß der Bau einer durchgehenden Vollbahn, die den die Verbindung Frankfurt- Gießen mit rechtsrheinischen Bahnen herstellen soll, unzweckmäßig und zu kostspielig sei. Es wäre richtiger, die in Frage kommende Bahnlinie nur als Zubringebahn für die bestehenden Linien anzulegen. - Grebenhain, 10. Mai. Zum Wiederaufbau des durch einen Blitzstrahl vor einigen Jahren eingeäscherten Kirchleins in Ober- Moos gingen an Kollekten aus dem Kreise Lauterbach annähernd 600 Mk. ein. * Frankfurt, 10. Mai. Anläßlich des Kornblumentages prangt unsere Stadt im schönsten Festschmuck. Die meisten größeren Geschäftshäuser, sowie die städtischen und staatlichen Gebäude im Zentrum hatten schon ihr Festgewand, bestehend aus deutschen und preußischen Flaggen, gestern angelegt. Am festlichsten präsentierte sich der Theaterplatz, in dessen Mitte das Hotel zum Schwan, in dem sich das Friedenszimmer befindet, im prächtigen Schmuck der Flaggen prangte. Die großen Hotels flaggten mit den Farben aller Länder. * Frankfurt, 8. Mai. Die Beratungen über Universitätsfrage in der Kommission sollen so weit gediehen sein, daß man Ende des Monats die Entscheidung im Plenum der Stadtverordneten- Versammlung erwarten kann. Darmstadt, 10. Mai. Der Großherzog und die Großherzogin werden sich zu den Krönungsfeierlichfeiten nach England begeben und voraussichtlich am 17. Juni von hier abreisen. * Darmstadt, 10. Mai. Der katholische Geistliche Georg Fischer von Mörlenbach wurde wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes im Religionsunterrichte von der Straffammer zu 40 Mark Geldstrafe verurteilt. des * Wiesbaden, 10. Mai. Die Ankunft Kaisers erfolgte heute morgen gegen 8 Uhr. Am 12. Mai, vormittags 11 Uhr, findet eine Kaiserparade statt, an der das Füsilierregiment v. Gersdorff( Kurhessisches Nr. 80), die hiesige Abteilung des Feldartillerie- Rgts. Nr. 27( Oranien), die Biebricher Unteroffizierschule, ein Pionierbataillon und das 1. Najs. Infanterie- Rgt. Nr. 87 aus Mainz teilnehmen. Weinheim, 9. Mai. Der auf kommenden Sonntag, 14. Mai, angesetzte Kornblumentag zu Gunsten der Kriegsveteranen fällt aus. Durch badische Ministerialverordnung war schon vor einiger Zeit bestimmt worden, daß in den Orten, in denen die Maul- und Klauenseuch e herrscht, die Abhaltung des Kornblumentages nicht statthaft sei. Nun sollte zufolge einem besonderen Gesuches für Weinheim das Verbot umgangen werden, falls fein weiterer Fall von Maul- und Klauenseuche vorkomme. Nun ist aber ein solcher Fall eingetreten, weshalb die Abhaltung des Kornblumentages am 14. Mai verboten wird. Deutscher Reichstag. Die neue Woche fing am Montag anders an, als die alte endete, und der dritte Tag glich seinen beiden Vorgängern nicht mehr. Zwar hielten sich auch am Montag bie Regierungsvertreter und die Mehrheitsparteien zurück und ließen ausschileßlich die Sozialdemokraten reden, nur ein paar Mal mischten sich fortschrittliche Abgeordnete, ge= legentlich auch Herr Behrens von den Christlichsozialen, der Pole Korfanty und der Arbeiterführer Becker vom Zentrum in die Diskussion. Und wieder wurden die Abänderungsanträge der Sozialdemokraten, deren sie für die nächsten 80 Paragraphen einige 50 angemeldet haben, einer nach dem andern niedergestimmt. Aber der flotte Zug, der am Frettag und Sonnabend viele Männer von der Mehrheit in Sicherheit wiegte, ist nicht mehr. Es geht, seit man bei dem gefährlichen zweiten Buch, der Krankenversicherung, die hohen Staatsbeamten überzeugen, wie das Handwerk burch praktische Einrichtungen und Arbeiten Fortschritt und Bildung fördert. Ein tüchtiger Nachwuchs wird in den Lehrlingen groß gezogen, und wenn dem Handwerk erst wieder Luft und Licht zu voller Entfaltung seiner inneren Kraft gewährt wird, so vermag es eine starke Säule des Staates in den sozial vrworrenen Fehden der unruhigen Zeit zu bilden. Wenn sich der Mißmut in den handwerkerlichen Kreisen ausbreitete, so lag es an den widrigen Verhältnissen, öte das Gewerbe in dem Wettkampf schter erdrückte. Im Reichstage gab es im März eine große Debatte über die Zuschüsse an die Handwerkskammern zur Hebung des Kleingewerbes. Die Parteien gerieten scharf aneinander, aber zu greifbaren Bewilligungen zur Förderung des Handwerks kam es nicht. Ein Vertreter des Gewerbes führte aus, daß das Handwerk von unfruchtbarer Politik abgekommen set. Gesetze, die in den letzten Jahren geschaffen wurden, ständen zwar auf dem Papier, aber in der Praxis hätten dieselben keine Bedeutung erlangt. Sache der Regterung sollte es fünftig sein, vor der Ausarbeitung von Vorlagen diejenigen zu fragen, für die die Gesetze gemacht werden sollen. Große und kleine Unternehmer hätten als Arbeitgeber völlig gleiche Interessen, und eine stärkere Vertretung der Gesamtindustrie in den Körperschaften der Gesetzgebung set notwendig, wenn die gewerbliche Lage ge= bessert werden solle. Da der Gewerbestand solche Forderungen immer dringender erhebt, so wird er gewiß auch alle Kräfte anwenden, um sich die ihm gebührende Stellung zu erkämpfen. Wie der Kaiser sich in das Goldene Buch der Straßburger Handwerkskammer einschrieb, so soll sich der ganze Gewerbestand wieder in das goldene Buch der deutschen Volkswirtschaft eintragen. angelangt ist, langsam voran, sehr langsam. Die Aussprache über den Paragraphen 186 z. B., der die Befreiung von der Versicherungspflicht für die nur zu einem geringeren Teile Arbeitsfähigen vorsieht, währte an die anderthalb Stunden. Die Sozialdemokratie sah darin ein Attentat gegen die noch über Tage beschäftigten Berginvaliden, die von den Werken nun gezwungen werden würden, sich von der Versicherungspflicht entbinden zu lassen. Was von den christlichen Gewerkschaftsmännern unter Hinweis auf die in einem späteren Paragraphen eingefügte Schutzbestimmung bestritten wurde, wonach die Knappschaftsvorstände solche Entbindung ja verhindern könnten. Der sozialdemo= fratische Antrag, wonach schon bei einem Jahreseinkommen von 5000 M die Berechtigung zur freiwilligen Krankenversicherung erlisch wurde abgelehnt. Die Kommission hatte 6000 Mark festgesetzt. Darauf rief der Abg. Hoch( Soz.) den Mehrheitsparteien zu, sie sollten nicht wie die Puppen dasigen. Vizepräsident Spahn war der Ansicht, daß der Vergleich für ein M. d. R. eine Beleidigung bedeute und rief Herrn Hoch zur Ordnung. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurden noch mehrere andere sozialdemokratische Anträge von ge ringerer Bedeutung abgelehnt. Schließlich war man zu dem wichtigen§ 210 angelangt, der das Kapitel über die Wochenhilfe einleitet. Zwei Bayern, Herr Irl vom Zentrum und der konservative Herr Hufnagel, ein Landbürgermeister aus dem Fränkischen, hatten noch in zwölfter Stunde einen Antrag eingebracht, der für die in der Landwirtschaft beschäftigten Personen die Wochenhilfe durch Satzung zu regelr vorschlägt. Abg. Bebel( Soz.) verlangte darüber namentliche Abstimmung. Inzwischen hatten die Sozialdemokraten für die Paragraphen 210 bis 213, die gemeinsam beraten werden, eine ganz neue Fassung mit erheblich erweitertene Leistungen für Wöchnerinnen und Schwangere gefunden und der Abg. David begründete diese Anträge. Es gelte den Mutterschutz und damit den Kinderschutz. Es handele sich um die Zukunft des Volkes. Die Statistik gebe eine traurige Auskunft. Das deutsche Bolk stehe an einer der hintersten Stellen inbezug auf die Erhaltung und den Lebensschutz seiner Säuglinge. Als er erwähnte, daß die Regierung durch den Mund des Staatssekretärs des Innern dem sozialdemokratischen Begehren auf Erweiterung der Leistungen in der Kommission ein Niemals entgegengesetzt habe, schallten von der äußersten Linken stürmische Pfuirufe, was vom Präsidententisch gerügt wurde. Abg. Irl( Bentrum) meinte, als David geendet hatte, diese Tonart set man ja gewöhnt. Auf dem Lande sei es lange nicht so schlimm. Die Mehrheit wolle die Sache so regeln, daß auch die Frauen damit zufrieden sein tönnten. Dann ging man auseinander. Man hat am erften Tage rund 90 Paragraphen geschafft, am zweiten 80, am Montag nur 30. Das Barometer fällt: deutet's auf Sturm? Kaiser und Handwerk. Rundschau vom Cage. Politisches. minister legte am Montag in der Kammer einen Gesek. entwurf vor, durch den die Oktroiabgaben in den KreisStädten und die Spezialabgaben auf Alkohol und Salz aufgehoben werden. Diese Abgaben werden erseht durch verschiedene Steuern, besonders eine Steuer auf gewisse nicht bebaute Grundstücke, eine Mietssteuer, eine Ruschlagsteuer auf Elektrizität und Gas, sowie eine Steuer von höchstens 1½% auf Einkommen und Gewinne. Kleine Nachrichten. Der Kaiser als Gratulant. Der Hoftischlermeister Fera se in Potsdam feierte am Montag mit seiner Gattin den 70. Hochzeitstag. Der Kaiser ließ dem Ehepaar durch den Kommandeur des ersten Garderegiments z. F. Oberst von Friedeburg sein Bild in Bronzerahmen mit der Widmung Mit den besten Segenswünschen zum 70. Hochzeitstag Wilhelm I. R." überreichen. Der Kaiser in Met. Der Kaiser ist Montag abend um 6¼ Uhr im Automobil in Metz eingetroffen und hat im Generalfommando Wohnung genommen. Auf dem ganzen Wege von Straßburg bis Mek wurde der Kaiser überal auf das herzlichste begrüßt. Auch in den Straßen von Mezz hieß den Kaiser eine große Menschenmenge mit andauernden Hochrufen willkommen. Abends folgte der Kaiser einer Einladung des Bezirkspräsidenten Grafen ZeppelinAschhausen zum Diner. Auf dem Wege zum Bezirksprästdium hatten die Schulen Aufstellung genommen. Abends begann eine größere militärische Ueburg, bei der es sich um einen Kampf im westlichen Borgelände der Festung Metz handelt. Der Kaiser begab sich heute in aller Frühe zu der Festungsübung, die mit dem Vorbeimarsch sämtlicher Truppen geschlossen wird. Das Goldene Buch der Handwerkskammer in der wunderschönen Stadt Straßburg trägt nunmehr in seinen Bättern auch den Namen des Deutschen Kaisers. Dies soll ein Zeichen sein, daß das Oberhaupt des Reiches den Meistern und Gesellen des deutschen Handwerks seine Hochachtung bewahrt, und daß ihren ernsten und wackeren Bestrebungen das höchste Vertrauen entgegengebracht wird. Der Empfang des Kaisers in den geschmückten Räumen der Handwerkskammer erinnert an die Verherrlichung der Zünfte in Richard Wagners„ Meistersingern". Die verschiedenen Gewerbe erfreuten den Kaiser mit Ehrengaben und brachten thm ihre Huldigungen dar. Wenn auch der mittelalterliche Prunk der modernen Einfachheit gewichen war, so erfüllte das ganze Bild doch eine Weihe, die im gesamten deutschen Vaterlande eine herzerfreuende Wirkung hervorruft. E8 tst nur zu wünschen, daß von jenen Stunden auch ein Se gen für das im harten Ringen befindliche Handwerk ausströmt. Die deutsche Südpolarexpedition, die unter Führung des bayerischen Oberleutnants Dr. Filchner steht, hat Montag nachmittag auf dem Schiffe Deutschland" von Bremerhaven aus bet herrlichstem Frühlingswetter ihre Ausreise angetreten. Zu Ehren der Expedition wurde vom bremischen Senate eine Abschiedsfeier veranstaltet. Der Kanzler und die elsaß- lothringische Verfassungsfrage. Wie verlautet, hat sich der Reichskanzler dieser Tage in Straßburg gegenüber dem dortigen ersten Bürgermeister sehr optimistisch über die Aussichten des elsaßlothringischen Verfassungswerkes geäußert. Auch in parlamentarischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die wesentlichen Schwierigkeiten nun behoben sind. Der Reichskanzler wohnte dem Besuche des Kaisers in der Handwerkskammer bei und die dortigen Ereignisse werden hoffentlich dazu beitragen, daß den berechtigten For derungen und Wünschen des Gewerbestandes bei der Gesetzgebung fünftig mehr Rechnung getragen wird als btsher. In den Werkstättengebäuden und in den damit verbundenen Fortbildungsschulen konnten sich der Kaiser und 1) 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von Piltencron. Nachdruck verboten. beamtinne Frauen ft Waifenpfle mundschaft Itzeimatron auch Schul belfpielswe Hamburg e fonderes G Gin G Am Freita fannt wird einer Drofd wo fte der jedoch der hatte der ließ die W grenadiere fofort umz tande geld gleidh zu lungen ihr fammelte rüftung üb gab. Dies auf dem glas mit d Kurz vor bem Soft falles gem Die a in Spigen Jepha Eder 83 Jahre u nahe selber fein sollte antwortete fach mit de Militärische Grenzbewachung wegen der Maul- und Klauensenche. Infolge der immer weiter um sich greifenden Maul- und Klauenseuche hat die holländische Regierung besondere Maßnahmen zur Bewachung der Grenzen getroffen. Den Grenzschuß, der zurzeit von der Polizei ausgeübt wird, übernimmt am 5. d. M. das Militär, und zwar wird die ganze Grenzstrecke mit Militärposten besetzt werden. Ein russisches Lehrerseminar in Leipzig. Das russische Unterrichtsministerium beschloß, in Leipzig ein russisches Lehrerseminar zu errichten, wo etwa 120 Stipendiaten durch deutsche Professoren zu Pädagogen herangebildet werden sollen. Auf Mishelligkeiten im englischen Königshaus läßt die offizielle Bekanntmachung schließen, daß die Königin= Witwe Alexandra während der Krönungsfeierlichkeiten nicht in London anwesend sein wird. Sie wird sich während dieser Zeit nach Sandringham oder nach Windsor zurückziehen und in London erst wieder Wohnung nehmen, wenn die Krönungsfeierlichkeiten vorbei sind. Wegen des Ausstandes der Bauklempner von Großs Berlin führten die Verhandlungen des Einigungsamtes zu keinem Ergebnis. Eine Versammlung der Bauklempner verwauf gestern nacht mit allen gegen eine Stimme den Schiedsspruch des Einigungsamtes. Heute morgen find die Bauklempner in den Ausstand getreten. Aus Liebeskummer in den Tod gegangen sind am Sonntag in Halle drei junge Mädchen. Die eine, die Toch ter eines Maurermeisters, erschoß sich mit der Jagdslinte ihres Vaters, die zwette, eine zugereiste Dante, vergiftete sich im Hotel und die dritte ertränkte sich in der Saale. Die beiden letzteren konnten noch nicht refognosztert werden. Ueber die Wirren in Marokko wird aus Tanger gemeldet, daß nach den dort eingetroffenen Nachrichten die Konsuln von Frankreich, England und Oesterreich- Ungarn die Lage der europäischen Kolonien in Fez pessimistisch darstellen. Die von einer neu entstandenen Berliner Nachrichtenagentur verbreitete Meldung, daß die deutsche Regierung beschlossen habe, drei Kreuzer nach den marokkanischen Gewässern zu entsenden, wird offiziös als falsch be= zeichnet. Die„ Nordd. Allg. 3tg." betont mit Recht dabei, weiche Verantwortung der auf sich nehme, der in einer so ernsten Frage, wie es die marokkanische ist, frei erfundene Sensationsnachrichten lanciert. Ein strahlender Oftobertag war es, herbstlich schön, im bunten Blätterschmud erschien der Wald, der von zwei Seiten das Dorf Hennigbach in der Ober- Lausitz umschloß, und auf dessen Stämmen jetzt die Abendsonne glühte. Etwa zehn Minuten vom Dorf entfernt lag ein Basaltsteinbruch, in dem noch fleißig gearbeitet wurde. Das Picken und Hämmern schallte weithin, und dazwischen dröhnte das Prasseln der Steine, wenn sie, von der Wand losgelöst, auf den Boden rollten. Im Streite seinen eigenen Bruder erschossen hat in Oberingelheim der 34 Jahre alte Besitzer Edmund Wolf. Der Täter flüchtete, wurde aber später in seiner Wohnung verhaftet. Ein schweres Brandunglüd wird aus Bonn gemeldet. In Antweiler brannte eine Kantine nieder. 3wei Arbei ter kamen dabei ums Leben. Andere, die sich nur mit großer Mühe aus der brennenden Kantine retten konnten, erlitten Brandwunden. In Im Zuge vom Irrsinn befallen. In einem von Hamburg kommenden Zuge wurde gestern früh ein Passagier plötzlich vom Irrsinn befallen. Der Kranke verließ das Eisenbahnkupee und lief auf den Laufbrettern hin und her, so daß der Zug zum Stehen gebracht werden mußte. Berlin wurde der Mann sofort nach der Charitee geschafft. Unter schweren Vergiftungserscheinungen sind in Kiew 50 Kinder erkrankt. Die Ursache der Vergistung konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Mehrere Kinder sol Ien bereits gestorben sein. Die Gefundheitsbehörden haben eine strenge Untersuchung nach der Ursache der Massenerfrankung eingeleitet. Sozialpolitisches aus Rußland. In der Reichsduma warnte der Handelsminister bei der fortgesetzten Beratung der Gesetzesvorlage über die Arbeiterversicherung vor einer allzugroßen Ausdehnung der Vorlage. Auch Deutschland habe seine Arbeiterversicherung allmählich durchge= führt. Von einer Teilnahme der Arbeiter an der Verwaltung, die sich in Desterreich durchaus nicht bewährt habe, habe die Regierung abgesehen und sich dem deutschen System angeschlossen. Die Aenderungen der Kommission, welche die Sicherstellung der Arbeiter in Krankheitsfällen beträchtlich herabsetzte, lehne die Regierung entschieden ab. Eine Steuerreform in Spanien. Der spanische Finanzund links die Pfeiler, und eine beträchtliche Anzahl mäch= tiger Steine rollte dröhnen dherab. Am Waldrande, da wo der Weg aus dem Städtchen mündete, stand die blonde Kathi aus Hennigbach und stellte eben den schweren Henkelforb, den sie getragen hatte, neben sich hin. Es war ihr heiß geworden beim Gehen, und sie lüftete das hellgeblümte Kattuntuch, das sie um den Kopf geschlungen hatte, und strich die frausen Löckchen zurück, die der Wind ihr in die Stirn jagte. Die braunen Rehaugen glitten flüchtig über das Dorf hin und blieben dann nachdenklich an der steilen Wand des Steinbruchs haften. Wie künstlich aufgemauerte Pfeiler drängte sich da Gäule an Säule des schwarzen Basalts aneinander, und vom Abendscheine rot überhaucht, bot der Bruch jezt ein überaus reizvolles Bild. Doch nicht das war es, was ten Blick des Mädchens fesselte, sondern eine schlanke, trafivolle Gestalt, die die neben ihm arbeitenden Kame= raden fast um einen halben Kopf überragte. Hans Ruland war es, der Sohn eines kleinen Häuslers aus dem Nachbardorfe Spreewit, einer der tüchtigsten und zuverlässigsten Arbeiter im Brune, dem der Aufseher, trok seiner jungen Jahre, schon hin und wieder eine gewisse Vertrauensstellung einräumte. ,, Gelt, das lohnte!" rief der Bursche den Kameraden zu, und auf seinem frischen Gesicht lag dabei ein Ausdruck Stolzer Zufriedenheit; er fühlte sich so glücklich im Bewußtsein seiner Leistungsfähigkeit und recte seine geschmei= dige Gestalt. Er stand auf einem Absatze der Wand und trieb mit wuchtigen Schlägen den spizen Etsenklok tief in die Fugen der Basaltwand ein. Krachend lösten sich jetzt rechts Beim Brunnenban verschüttet. Bei der Anlegung elnes Brunnes zur Bewässerung einer Laubenkolonie im Norden Berlins wurden gestern zwei Arbeiter von den Erdmassen verschüttet. Der Feuerwehr gelang es nach zweistündiger Arbeit, die Verunglückten aus der Grube zu holen. Einer war bereits erstickt. Unfall in einem Bergwerk. Auf der Zeche GlückaufTiefbau bei Hombruch in Westfalen wurden heute durch frühzeitiges Losgehen eines Schusses zwei Bergleute getötet, zwei andere, ein Brüderpaar, und ein Aufseher erlit ten schwere Verlegungen. Das Mädchen drüben am Waldrande schien noch immer zu zögern, ob sie den Weg nach dem Dorf oder nach dem Steinbruch einschlagen sollte. Da aber tönte von dort her ein langgezogener lauter Pfiff, ein Zeichen, daß nun Feierabend gemacht werden sollte. Jeht war auch die blonde Kathi zum Entschlusse gekommen; rasch hatte sie ihren Korb aufgenommen, und mit den elastischen Bewegungen, die ihr eigen waren, eilte sie dem Bruche zu. Dort tamen eben die Arbeiter heraus, ihr Handwerkszeug über der Schulter; das Mädchen mäßigte nun den raschen Schritt, und gemächlich, als hätte sie nicht die Sehnsucht hierhergetrieben, wanderte sie den Fußsteig entlang, der aus dem Bruch in die Felder führte. Volkswirtschaftliches. Ueber die Frauenbewegung in Deutschland gibt Käthe Schirmacher folgenden interessanten Ueberblick: Deutschland zählt zurzeit etwas über 31% Millionen Frauen und etwas unter 30% Millionen Männer. Nach der letzten Gewerbezählung im Jahre 1907 hatte Deutschland 9% Millionen im Hauptberuf erwerbstätige Frauen; nur die Hälfte der erwachsenen weiblichen Bevölkerung ist verheira tet. In Deutschland praktizieren über 50 Aerztinnen; es gibt 5 weibliche Juristen, in Mannheim ist vor einem Jahre die erste Dozentin an der Handelshochschule angestellt worden. In größerer Zahl sind Frauen an Bibliotheken, freilich vorerst nur in untergeordneten Stellungen tätig. Der Verein bibliothekarisch arbeitender Frauen zählt beretts über 200 Mitglieder. Von amtlichen Stellungen, die durch Frauen versehen werden, sind die GewerbeaufsichtsDa überholte sie ein rascher Schritt, und eine Hand griff von hinten nach ihrem Korbe. Sie wandte sich zurück.„ Hans!" Zwei junge Augenpaare tauchten ineinander und grüßten sich aufleuchtend in heimlicher Freude. Er wußte wohl, daß sie um seinetwillen den Umweg über den Bruch eingeschlagen hatte, aber er machte keine Bemerkung darüber, denn sie hätte es ja doch nicht zugege= ben; darüber täuschte er sich nicht, er tannte sie ja zu genau. So meinte er denn nur, indem er den Korb in der Hand wog: Mädel, das ist zu schwer für Dich, ich werde Dir das Ding da nach Hause tragen." Sie nickte daher auch nur und versetzte erst nach einer fleinen Pause:„ Hab schönen Dank, es is allweil sehr fründlich von Dir, daß Du Dich damit schleppen willst. Gelt, Du kommst noch mit bis ins Häusel und schaust bei Sie hatte ein flinkes Zünglein, die Kathi Amrum, aber wenn sie dem Hans begegnete, so pflegte ihr im ersten Augenblick das Herz so gewaltig zu klopfen, daß es ihr dabei ganz furios zu Sinn wurde, und sie nicht gleich das rechte Wort fand. uns ein?" Er hatte nicht übel Lust dazu, aber er wollte sich noch bitten lassen.' s ist schon spät, ich muß selbsten heim. Mutteiken zankt, wenn die Tüfften falt werde, die sie zum Abend gekocht hat." Das Mädchen blinzelte ihn von der Seite an, ihre Stimme flang schmeichelnd, als sie bat ,,, tumm nur, wenn Du hernach tüchtig federst, dann kunnst noch bizieten das hem sin." - und Er schmunzelte. Someinst?" Und nun sahen sie einander in die Augen lachendstrahlend, das helle Glück jubelte daraus. Der Bursche hielt ihr die Hand hin. Na, denn man tau, Kathi, schlag in! Wir zwei gehöre doch all'weil zusamme, wie der Schulmeister schon ommer mint, als wir noch so a paar tleine Stifte ware und die Schulbank drückte." Vor ein po des als Er chener Schr Marimilian Schlichten, ri so daß auße Kapital von nem einzige gegangen; a Desterreich- U Frankreich Sie niďte seelenvergnügt.„ Zwei runde Kirschen an inem Stengel, so spaßte er, weil wir beid solch a paar fleine dicke Stöpsel wäre und uns immer bi der Hand hielten." Wie sie das gesagt, lachte sie hell auf, und das klang wie lustiges Vogelgezwitscher. Dann aber reckte sie sich, machte ein ernsthaftes Gesicht und erklärte, das is nun all vorbi, jetzt sein wir lang und schlank... ,, Aber doch noch an inem Stengel," unterbrach er sie, griff nach ihrer Hand, die sie ihm wieder entzogen hatte, und hielt sie fest, während sie im dämmerigen Walde dahinschritten. Kathi gab ihm keine Antwort, ste hatte das Gesicht, das in Purpur glühte, zur Seite gewandt, aber sie machte jetzt keinen Versuch mehr, ihre Hand aus der seinen zu lösen. ( Fortsetzung folgt.) ber merkwü als seltene älter sein w nicht dem e Diaman lichen Diame „ Deutsch- Ost afrikanischen Meldung de einige Riefel die von ein und Kimber Wasser erklä fort weite G BagamotoSung muß werden. bis wirklich uni diger Menge Diebstah ler Diebstah Berwalter d nigin Alera Balastgebäu Schrein gen und als er ständig leer. vatgeschenk einen großer ten befand nis des Kön Eine 23 Elbinsel Pe chiffer Wil bie Elbe ge bann wiede fich nicht ü und zog di tora auf de Sende und a len Seiten nung aufred Eine Ta In der Lieber 10 und 11 J Jahre alten dte Töchter d Mutter ihr S eine so finnl henden Blum fleinen Warf Stodwert ge strömt brach danieder, da Jähzornige F Schredens renanstalt zu gende und blu als harmlos franten Garte und griff sein ihn hindern Schädel, so da entfepten Frr lungen. 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In etwa 100 Städten find Frauen städtische Armenpflegerinnen, in über 100 Städten Waisenpflegerinnen, vielfach werden die Frauen zur Vormundschaft herangezogen. In Süddeutschland werden PoItzelmatronen und in Preußen Polizeiärztinnen angestellt, auch Schulärztinnen gibt es. Auf die Erscheinung, daß es beispielsweise in Berlin einen weiblichen Architekten, in Hamburg einen weiblichen Ingenieur gibt, ist wohl kein be= fonderes Gewicht für die Frauenbewegung zu legen. Vermischtes. Ein Studentenstreich vor dem Karlsruher Schlosse. Am Freitag abend gegen 7 Uhr fuhren, wie erst jetzt befannt wird, in Karlsruhe sechs angeheiterte Studenten in einer Droschte, in der sie Bier verzapften, nach dem Schlesse, wo sie der Posten an der Hauptwache ruhig durchließ. Ehe jedoch der Wagen vor dem Hauptportal angelangt war, hatte der wachthabende Offizier die Auffahrt bemerkt. Er ließ die Wache ins Gewehr treten, eilte mit mehreren Leibgrenadieren der Droschke nach und befahl dem Kutscher, sofort umzukehren, was dann auch nach einigem Widers tande geschah. Ein Schutzmann, dem die Studenten sogleich zu trinken anboten, konnte nach langen Verhandlungen ihre Namen feststellen, während das zahlreich versammelte Publikum beim Abzuge der Droschke seiner Entrüstung über den Streich der Studenten lebhaften Ausdruck gab. Diese machten sich aber gar nichts daraus, denn der auf dem Bocke sitzende Bruder Studio schwang sein Bierglas mit dem Rufe:„ Es lebe der erste Mai und die Liebe!" Kurz vorher war das Kaiserpaar vom Hauptportal nach bem Hoftheater gefahren, sonst wäre es Zeuge des Vorfalles gewesen. Die angeblich älteste Frau Deutschlands, die am 1. Mal in Spizendorf im Bayrischen Wald verstorbene Frau JoJepha Eder, ist nicht, wie gemeldet wurde, 117, sondern nur 83 Jahre und 46 Tage alt gewesen. Die Alte glaubte beinahe selber daran, daß sie hundertfünf oder - wenn es sein sollte auch hundertfünfzehn Jahre alt sei, und beantwortete die ewiger Fragen nach ihrem Alter sehr einfach mit den Worten:„ Ja, ja... bin halt recht alt," Vor ein paar Jahren öffnete ein gut gemeintes Gedicht des als Erzähler des bayrischen Waldes bekannter Münchener Schriftstellers, des selbst 75 Jahre alten Hofrats Maximilian Schmidt, der die Not des alten Weibleins in schlichten, rührenden Worten beschrieb, Herzen und Hände, so daß außer einer Menge anderer nützlicher Geschenke ein Kapital von 3500 M für die Alte zusammenkam. An einem einzigen Tage waren 92 Postanweisungen für sie eingegangen; aus fast allen Städten und Orten Bayerns, aus Desterreich- Ungarn und der Schweiz, aus Italien und Frankreich waren Sendungen eingelaufen. Es schied mit ber merkwürdigen Alten eine Frau aus dem Leben, die, als seltene Ausnahme thres Geschlechts, um viele Jahre älter sein wollte, als sie war, aber nur ,, der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe". Diamantenfunde in Deutsch- Ostafrika? Von angeblichen Diamantenfunden in der Nähe Bagamojos weiß die ,, Deutsch- Ostafrikanische Rundschau", das Organ des ostafrikanischen Gouvernements, zu berichten. Nach einer Meldung des Blattes hat ein Spaziergänger im Sande einige Riesel gefunden, die ihm merkwürdig vorkamen und die von einem Freunde, der früher in Südwestafrika und Kimberley gewesen ist, für Diamanten von reinstem Wasser erklärt wurden. Die glücklichen Finder sollen sofort weite Streden belegt und die Absicht haben, eine Bagamojo- Diamantengesellschaft" zu gründen. Die MelSung muß vorläufig mit größter Vorsicht aufgenommen werden, bis eine amtliche Bestätigung vorliegt, daß es sich wirklich um Diamanten handelt und daß sie in abbauwürbiger Menge vorhanden sind. Diebstahl im englischen Königspalast. Ein mysteriöfer Diebstahl wurde im St. James- Palast entdeckt. Der Verwalter der Juwelen und der Privatschatulle der Königin Alexandra hatte in dem sog. Botschafterzimmer des Palastgebäudes die Juwelen der Königin aus ihrem Schrein genommen. Er entfernte fid darauf furze Zeit, und als er zurückkehrte, fand er den Juwelenschrein vollständig leer. Die verschwundenen Diamanten sind ein Prtvatgeschenk des verstorbenen Königs Eduard und haben einen großen Wert. Unter den verschwundenen Diaman ten befand sich auch ein in Diamanten gehaltenes Bildnis des Königs Eduard. Eine Ballonlandung mitten in der Stadt. Auf der Elbinsel Peute bei Hamburg war am Sonntag der LuftSchiffer Wilson mit einem Freiballon aufgestiegen und über bie Elbe gekommen. Der Wind trieb ihn über Altona und bann wieder an die Elbe zurück. Der Luftschiffer getraute sich nicht über den an dieser Stelle breiten Strom hinüber und zog die Reißleine, so daß der Ballon mitten in Altora auf dem Fischmarkte im Häusergewirr landete. Tau[ ende und aber Tausende von Zuschauern strönten von allen Seiten herbei, so daß die Polizei Mühe hatte, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Landung erfolgte glatt. Eine Tat des Jähzorns.. Auf dem Hofe eines Hauses in der Liebenwalder Straße zu Berlin spielten die beiden 10 und 11 Jahre alten Töchter der Frau Port mit der 12 Jahre alten Berta Warse Die Kinder erzürnten sich, und dte Töchter der Frau Port eilten in die Wohnung, um der Mutter ihr Leid zu klagen. Darüber geriet die Frau in eine so sinnlose Wut, daß sie den auf der Fensterbank ste= henden Blumentopf ergriff und nach der im Hof spielenden fleinen Warse warf. Der schwere Topf, aus dem vierten Stockwerk geschleudert, traf leider sein Ziel. Bultüberströmt brach das Kind zusammen. Es liegt hoffnungslos danieder, da die Schädeldecke zertrümmert ist. Gegen die jähzornige Frau ist die Untersuchung eingeleitet worden. Schreckensszenen im Belfaster Irrenhaus. In der Jrrenanstalt zu Belfast( Irland) spielten sich gestern aufre= gende und blutige Vorgänge ab. Einer der Patienten, der als harmlos galt, und mit anderen ungfährlichen Geistesfranken Gartenarbeit verrichtete, verftel plötzlich in Raserei und griff seine Genossen mit einem Spaten an. Ehe man ihn hindern konnte, spaltete er einem jungen Mann den Schädel, so daß dieser augenblicklich getötet wurde. Die entsetzten Irren flohen mit Angstgeschrei nach allen Richtungen. Doch der Rasende schlug noch zwei von ihnen nieder; beide erlitten Schädelbrüche; die Aerzte haben sie auf= gegeben. Ein Wärter stürzte sich schließlich mutig auf den Rasenden und rang mit ihm, bis andere Wärter herbeiellten, deren vereinten Anstrengungen es endlich gelang, den Tobsüchtigen zu überwältigen. Eine Rangerhöhung der Herzogin von Hohenberg? ErzHerzog Franz Ferdinand ist unerwartet vor zwei Tagen in Budapest eingetroffen, um eine Unterredung mit dem Kaiser zu haben. Es traten mehrfache Kombinationen hierüber auf. Wie nun verlautet, handelt es sich bei dieser Unterredung neuerlich um die Etikettenfrage bezüglich der Gemahlin des Erzherzogs, der Herzogin von Hohenberg. Bekanntlich hat der Thronfolger die Reise zu den Krönungsfeierlichkeiten des Königs von England in Vertretung des Kaisers abgelehnt, weil es nicht möglich war, die Mangfraae seiner Gemahlin so zu regeln, daß sie bei den Krönungsfeierlichkeiten in London den Blab an seinerseite hätte haben können. Die nun bevorstehenden Hoffestlichfeiten in Budapest, bei denen der Kaiser die Anwesenheit des Erzherzogs Franz Ferdinand gewünscht hat, gaben diesem neuerlich Veranlassung, auf die Rangfrage seiner Gemahlin zurückzukommen. Es heißt, daß bereits in der allernächsten Zeit, schon für die bevorstehenden Hoffestlichfeiten in Budapest, eine neuerliche Rangerhöhung der Herzogin von Hohenberg stattfinden werde. Der Clown in der Ehrenlegion. Eine nicht alltägliche eine eigentümliche Ablenkung und Verdrehung erfährt. Diese Auffassung ist ziemlich verführerisch, weil sie aufs leichteste erklären würde, warum der Durchgang von Ko metenschweifen durch die Erdatmosphäre bis auf die Ent stehung eines Sternschnuppenfalls gar keine Folgen hat. Die Mehrzahl der Astronomen wird sich aber damit doch nicht einverstanden erklären, weil die Untersuchung des Spektrums der Kometenschweife einen solchen Schluß nicht zuläßt. Zeremonie wird demnächst in Paris stattfinden; der be- Prinzessin Luise als Erbschaftsklägerin. fannte Clown des neuen Zirkus, der Neger Chocolat, der 27 Jahre lang die Pariser durch seine Späße amüsierte und lachen gemacht hat, zieht sich ins Privatleben zurück und soll bei diesem Anlaß zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und mit dem Purpurbändchen geschmückt werden. Aber nicht, weil der lustige Chocolat ein ausgezeichneter Clown ist, sondern weil er auch ein mildherziger Philantrop ist. In seinen Mußestunden pflegt er nämlich seit vielen Jahren in den größeren Krankenhäusern der Seinestadt arme letdende Kinder durch Vorführungen seiner Kunst zu erhettern, und auch, als er sich zum Abschied vom Publikum entschloß, behielt er sich diese Tätigkett ausdrücklich vor. Sobald die nötigen Vorbereitungen getroffen, wird in Paris zu Ehren des Clowns eine große Volksversammlung stattfinden, der zwet schwarze Mitglieder der Deputiertenfammer präsidieren werden. Bei diesem feterlichen Anlasse soll Chocolat die Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion übermittelt werden. Der Polizeihund als Heiratsvermittler. Eine origi nelle Geschichte wird aus einem kleinen dänischen Grenzstädtchen berichtet. Bemerkt da ein wohlhabender Hausbefiber, wie nachts auf seinem Kirschbaume ein Gesell hockt, der erhebliche Anstrengungen macht, möglichst nahe an das Haus heranzukommen. Nichts Gutes ahnend, macht sich der Hauswirt auf und begibt sich so leise wie möglich in den Garten. Als er ins Freie tritt, verschwindet die Gestalt gerade über den Zaun nach der Straße. Am nächsten Abend dasselbe Manöver. Beunruhigt wendet er sich an den Nachtwächter, der ihm verspricht, am nächsten Tage mit dem neu angeschafften Polizeihunde die Spur aufzunehmen. Am nächsten Morgen weiß es natürlich die ganze Stadt: bei Feddersen soll ein Spitzbube durch den Polizeihund ge= sucht werden. Die ganze Nachbarschaft bildet Spalter, als " Fricka" die Witterung aufnimmt und die Spur durch den Garten nach der Hintertür und von da über die Straße weg verfolgt. Vor dem Gehöft eines der reichsten Bürger macht er Halt und stellt bald darauf den Sohn des Hauses, der blutrot vor Verlegenheit den Hut in der Hand dreht. Da geht es wie Sturm durch die Zuschauer, ein Lachen über des Rätsels Lösung: der junge Bursch, ben man schon lange heimlich mit Feddersens bildhübscher Tochter im Verdacht hatte, war vom Vater auf der Brautsuche erwischt worden. Der alte Feddersen, der von der Sache nichts hat wissen wollen, knirschte vor Wut. Blieb ihm doch, wenn er seine Tochter nicht ins Gerede bringen wollte, nichts übrig, als zu allem Ja und Amen zu sagen. Niemand aber war dem Polizeihunde jemals dankbarer als das junge Paar, bas ohne seinen Spürsinn vielleicht erst nach langen Kämpfen sich hätte haben können. Eine kostspielige Periode der Heiserkeit hat Enrico Caruso hinter sich. Der gefeierte Tenor ist während der abgelaufenen Opernsaison nur achtzehnmal aufgetreten, achtzehn wettere kontraktmäßig zugesicherte Vorstellungen hat er absagen müssen, weil ein Stimmbänderkatarrh ihm das Auftreten unmöglich machte. Ich kann sagen," erklärte Caruso einem Berichterstatter, daß ich schon heute wieder gesund bin, sonst würde ich mir diese Freiheit nicht erlauben." Und dabei zeigte er auf seine glimmende Zigarette. Immerhin werde ich bis September in meiner Vaterstadt Florenz möglichst der Ruhe pflegen. Deshalb habe ich alle Engagements für den Sommer abgesagt. Zuerst werde ich wieder in Wien auftreten und zwar am 2. September. Meine Verpflichtungen führen mich dann nach München, Hamburg und Berlin und im November komme ich wieder nach Neuyork. Hter bindet mich noch ein dreijähriger Kontraft. Ein gesetzlich geschütter Fisch. Der letzte Abkömmling einer Riesenfischspezies, den man den Lotsenfisch„ Pelorus Jad" nannte, ist an der neuseeländischen Küste, halb von Saifischen gefressen, tot aufgefunden worden. Sein Betname Lotsenfisch rührt daher, daß er seit zwanzig Jahren alle nach Wellington gehenden Dampfer tags oder nachts am Belorus- Sund erwartete und sie in den Hafen beglettete. Ein anderer Name war ,, der einsame Fisch am französischen Paß". Dampferpassagiere versuchten früher häufig, ihn mit ihren Revolvern zu erschießen. Das neusee= ländische Parlament nahm jedoch ein Gesetz an, das den Fisch unter Schutz stellte und den eventuellen Töter zu beStrafen drohte. Leider konnte dieses Gesetz den Belorus Jad" nicht ver vem Gefressenwerden durch die Saifische behüten. Hauswirt und Mieter. Die Münchener Jugend" erzählt folgendes Geschichtchen: Der Herr Gerichtsrat Meyer tommt zu seinem Hauswirt und bittet ihn, im Frühjahr die Wohnung für ihn neu dekorieren zu lassen. Der Hauswirt lehnt dieses Ansuchen ab mit der Bemerkung, daß die Mieten für derartige Extraausgaben zu niedrig wären. Nach dem der Herr Gerichtsrat mit seiner besseren Hälfte eine diplomatische Auseinandersetzung gehabt hat, in der er ihr die Gründe gegen einen Umzug auseinandersetzte, läßt er die Dekoration auf eigene Kosten machen. Stolz bittet er dann den Hauswirt eines Tages, sich die Zimmer nun einmal anzusehen. Der kommt, sieht, staunt und streicht sich schmunzelnd den Bart.„ Jezt ist die Wohnug wenigstens fünfzig Mark mehr wert", sagt er, und nom nächsten Termin an war der Herr Gerichtsrat um 50 Mark gesteigert. - Wissenschaft, Kunst und Literatur.d Die Kometen- eine optische Täuschung? Das hatte nur noch gefehlt, hätte aber eigenlich früher kommen sollen! Wenn wirklich viele Leute sich im vorigen Jahr um den Bestand der Erde und damit um ihr eigenes fostbares Leben geängstigt haben, weil sie von dem Zusammenstoß des Hallenschen Kometen mit der Erde die Zerstörung unseres Weltkörpers befürchteten, welche Erlösung wäre es dann ge= wesen, wenn femand überzeugend nachgewiesen hätte, daß es ein solches Ding wie den Hallenschen Kometen und die Kometen überhaupt gar nicht gibt. Mit dieser Weisheit rückt jetzt ein italienischer Astronom Armellini in den „ Astronomischen Nachrichten" heraus. Er veröffentlicht 15 Photographien, die eine verblüffende Aehnlichkeit mit photograpischen Aufnahmen von Kometen besitzen, und zwar mit den verschiedenen Formen, wie sie jedem von uns durch die Abbildungen in neuerer Zeit vertraut geworden sind. Die von Armellini hergestellten Bilder sind aber gar keine Kometenaufnahmen, sondern durch ein Experiment auf freiem physikalischen Wege erzeugt. Er hat nämlich Lichtstrahlen durch verschiedene Linsen, die in unregelmäßigen Stellungen angeordnet waren, hindurch geschickt und da= durch Lichtbilder erhalten, die den Kometen völlig gleichen. Daraus hat er dann die Schlußfolgerung gezogen, daß die Kometen selbst auch keine körperliche Existenz besigen, sondern eigentlich nichts anderes find, als optische Täuschungen. Diese kämen, seiner Annahme nach, dadurch zustande, daß das Licht der Sonnenstrahlen, wenn es auf linfenför mige Ansammlungen von Meteoriten im Weltraum fällt, Vor dem Brüsseler Ziviltribunal haben die zu einem Verfahren zusammengefaßten drei Prozesse, welche Prinzessin Luise von Koburg um die Erbschaft ihres Vaters, des Königs Leopold, angestrengt hat, begonnen. Als Beklagte erscheinen die beiden Barone Goffinet als Geschäftsbevollmächtigte und Testamentsvollstrecker des Kö nigs; ferner zwei Direktoren im Finanzministerium; der Koburger Notar Justizrat Dr. Hermann Psorkel und der Koburger Hofbankier Rudolf Schraldt als Vertrauensleute des Königs für die Familienstiftung Nieder- Fullbach bet Koburg; dann der ehemalige Adjutant des Königs, Baron Snoy, und ein Kammerdiener des Königs, welch letzterer Vermögensobjekte König Leopolds in deffen Auftrage nach der Banque Nationale" geschafft haben soll; endlich Vertreter dieser Bank selber. Elf der ersten Anwälte Brüssels plädieren für und gegen. Der Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: Der König hatte seinen Töchtern durch Testament vom November 1907 und bekräftigt durch ein späteres eigenhändiges Testament im Oktober 1908, nur diejenigen 15 Millionen vermacht, welche er von seinen Eltern geerbt hatte, und hatte bestimmt, daß alle Summen, welche er durch seine Beteiligung an faufmännischen Unternehmun gen erworben hatte, sowie alle Liegenschaften und Wertsachen, nebst drei von ihm gemachten Stiftungen, zum Nutzen seines Landes diesem zufließen sollten. Er motiviert das in einem zweiten Testament mit folgenden Worten: Infolge meiner Funktionen und durch das Vertrauen, welches verschiedene Personen in mich gesetzt hatten, sind bedeutende Summen in meine Hände gelangt, ohne jedoch mir zu gehören." Der König ging von dem Gesichtspunkte aus, daß alles, was er als Souverän erworben hatte, nicht seinen Töchtern, sondern dem Lande zufomme, und hat demgemäß die verschiedenen Stiftungen zur Ausführung der schon im Leben von ihm verfolgten Pläne errichtet. Es handelt sich dabei um rund 40 Millionen der Familienstiftung Nieder- Fullbach und um 8850 Aktien von rund 9 Millionen Wert der Stiftung zur Erhaltung der landschaftlichen Schönheit Belgiens und der monumentalen Bauten Brüssels", um 3290 Aftien der Domänengründung an der Mittelmeerküste und um etwa 4 Millionen Werte in Grundstücken, verwaltet von Baron Goffinet, im ganzen um 54 Miltonen Francs. Diese reklamiert Prinzessin Luise für sich und ihre Miterben, zugleich erhebt aber auch die belgische Regierung Anspruch darauf mit der Begründung, daß diese Vermögen aus der Verwaltung des Kongostaates erworben seien, der sogenannten Kongodomäne zugehörten und durch den Vertrag des Ueberganges des Kongostaates als Kolonie an Belgien vom Staate er worben wurden. Prinzessin Luise bestreitet den Anspruch des Staates, weil dies Vermögen schon zur Zeit gewonnen wurde, als der König absoluter Herr des Kongostaates war; ste will ferner beweisen, daß der König auch an seinen zahlreichen geschäftlichen Transaktionen in Asien viele Millionen verdient hat. Die Ansprüche der Prinzessin stüßen sich legal darauf, daß in Belgien Kinder nicht enterbt werden können und auch Schenkungen bei Lebzeiten nicht unter allen Umständen rechtsgültig sind. Die vom König Leopold der Baronin Vaughan, setner Geliebten, und ihren beiden Söhnen, deren Vater er war, zugewendeten großen Summen fommen in diesem Prozeß nicht in Frage. Die Verhandlungen werden voraussichtlich drei Wochen in Anspruch nehmen. Drabtnachrichten und neuestes. Der Kaiser in Mek. 0 Metz, 9. Mai. Die große militärische Nachtübung, die gestern abend begonnen hatte, fand heute morgen gegen 9 Uhr ihren Abschluß. Der Kaiser hatte um 6% Uhr das Generalfommando verlassen und war bei der Feste Lothrin gen zu Pferde gestiegen. Nach Beendigung der Uebung nahm der Katser den Vorbeimarsch der beteiligten Truppen ab. Ein Prozeß gegen den Kaiser. Nom, 9. Mat. Wie die„ Tribuna" meldet, beabsichtigt die Genueser Familie Giargentini, die mit dem verstorbe= nen Landrat Birkner, des Vorbesitzers des heute dem deutschen Kaiser gehörigen Gutes Kadinen verwandt ist, das önigliche Hausministerium in Berlin wegen dieses Gutes zu verklagen. Der elsaß- lothringische Verfassungsentwurf in der Kommission. Berlin, 9. Mai. Die Reichstagskommission für den elsaß- lothringischen Verfassungsentwurf begann heute die dritte Lesung. Ein konservativer Redner erklärte, daß das Gesetz in der Fassung der Kommission für die Konservattven unannehmbar sei. Ein freifonservatives Kommissionsmitglied sprach sich gegen die Verleihung der Bundesratsstimmen aus, ebenso ein Redner der Wirtschaftlichen Vereinigung. Nachdem Staatssekretär Delbrück die Verleihung der Bundesratsstimmen verteidigt hatte, wurden die§§ 1 und 2 unverändert nach der Kommissionsfassung ange= nommen. Einnahme der amerikanischen Stadt Juarez durch die Aufständischen. Neuyork, 9. Mat. Ein Telegramm aus El Paso meldet: die gesamte Truppenmacht der Aufständischen hat heute morgen gegen 5 Uhr das Feuer auf Juarez eröffnet. Bald darauf drangen die Aufständischen in die Stadt ein, dte sie besetzten. Neuyork, 9. Mat. Bei dem gestrigen Angriff der Aufständischen auf Juarez sind durch abirrende Kugeln in El Paso vier Personen getötet worden. Die Straßen der Stadt sind von Toten und Verwundeten bedeckt. Der Füh rer der Aufständischen Madero erklärte, der Angriff auf die Stadt sei ohne seine Einwilligung erfolgt. Eine österreichische Spionageaffäre. Wien, 9. Mait. Der des Verbrechens der Spionage zu1= gunsten Rußlands überführte Kalkulant beim Wiener Artilleriezeugdepot Alfred Kretschmar v. Kenbusch wurde vom Militärgericht zu neun Jahren vier Monaten schweren Kerfers verurteilt. Infolge dieser Affäre mußte seinerzeit der frühere russische Militärattachee Oberst Matschenko den hiefigen Posten verlassen. Blutiger Kampf mit Schmugglern. Budapest, 9. Mai. Aus Agram wird gemeldet: Eine froatische Schmugglerbande wollte an der Grenze nach Steiermark 5 mit Schweinen beladene Wagen nach Dester=" reich hineinschmuggeln, wurden aber dabei von Gendarmen überrascht. Es kam zu einem regelrechten Feuergefecht, wobei auf beiden Seiten etwa 40 Schüsse abgegeben wurden. Der Kampf dauerte nahezu eine halbe Stunde. Die Schmuggler flüchteten schließlich zurück. Ein Gendarm und) mehrere Schmuggler wurden schließlich verwundet, ein Pferd erschossen. Unglücksfall bei einem Kirchfeft. Beru, 9. Mai. Bei einem Kirchfest in der Nähe von Lugano wurden Wallfahrer von einer Steinlamine überrascht, wobei ein 18jähriges Mädchen an der Seite thres Geliebten durch einen Stein erschlagen wurde.. EIN BLICK in meine Schaufenster wird Sie von der Eleganz unserer Schuhwaren und den billigen Preisen überzeugen. Ueberzeugen Sie sich auch von den ausgezeichneten .... Qualitäten..... Schuhwareuhaus WOLFF Giessen, Seltersweg 19. Schweineabschlag so lange der Vorrat reicht: 6 Wochen 17 Mark, 7 Wochen 20 Mark, 8 Wochen 22 Mark, 10 Wochen 27 Mark, 12 Wochen 33 Mark, 1/4 Jahr 39 Mark per Stück franko gegen Kasse. Alle grösseren Schweine sehr billig Lebende Ankunft wird garantiert. 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Mai 1911 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Haarzopf mit Haarfette, 1 Schirm und 1 Umhang. verloren: 1 goldene Damenuhr, auf der Rüc seite gezeichnet J. H., 1 Portemonnaie mit zirka 3 Mt. sowie zwei Fahrkarten nach Hungen Inhalt und 1 kleine schwarze Brosche mit 2 Photographien. Entflogen: 1 Anzahl Starhalstauben. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und vor 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zim mer Nr. 1, erfolgen. Gießen, den 8. Mai 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Betreffend: Maßnahmen gegen die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche von Schlachtvichhöfen aus. Da die Schlachthöfe und Schlachthäuser die Gefahr einer Verbreitung der Maul- und Klauenseuche umschlie Ben, hat Großh. Kreisamt Gießen auf. Grund des § 20 Abs. 2 des Reichsviehseuchengesetzes verboten, daß Tiere, insbesondere auch Schweine, in lebendem Zu stand aus dem hiesigen Schlachthof entfernt werden. Gießen, den 8. Mai 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Eigentum u. Verlag der Gießener Zeitung G. m. b. S. Verantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinecke, für Reklame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen. begibt, wiesen hat. ausstellen, greifun sen Europe es laut sei Küstengebie Mitte Krönungsf wesenheit den dienen derartige, unvermeidl mittelung peramento In Londo bereitunge sind, wie ausschließ allen haben, in Anwalts übernehm Kongreß Heer lä nimmt d Parade den Wehr derer Vo Wir Deutschlan wieder re nicht mög fchiedlichen Krieg will len Säbel er auf die wir im 5 furter Frie aussprecher franzöfifche bald zusta Die Fr Lange abend des Kopf, um das den 2 möglichfter herabjentte gen 9 Uh nahm. D gen aus, Gebäude lich in ein Gloden 34 dem überr