ch er nötig; d weiße Kochen. ה RE. da. 0 WASSERDICHTEN HOCHGLANZI er efte mittel lt! OHNE KONKURRENZ fabrik Kaiser- Wilhelm Passage.9 gshaus str.129 ergültigen achster bis ng. ildungen. Verlagsdrucken & Bifcher. amil. in Gießen frei Preisliste Gießener Zeitung * ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr.- Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 35. Telephon: Nr. 362. Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. Februar. Gießen. Die Liste der bei der bevorstehenden Reichstagswahl in der Stadt Gießen stimmberechtigten Personen liegt von heute Freitag, den 10. Februar, bis Freitag, den 17. Februar, beide Tage einschließlich,( auch am Sonntag), vormittags von 9 bis '12 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr auf der Bürgermeisterei Zimmer Nr. 9 zu jedermanns Einsicht offen aus. Einsprachen gegen die Richtigkeit u. Vollständigkeit der Liste sind bei Vermeidung des Aus schlusses binnen 8 Tagen, von Beginn der Offenlegung an gerechnet, daselbst vorzubringen. Die Zahl der Wähler dürfte diesmal zirka 6500 betragen. - - = (*) Gießen. Anstelle der Fahrposten beabsichtigt die hiesige Postbehörde zwei Automobile anzu= schaffen. Während das eine Automobil von hier nach Klein- Linden, Lüzellinden und Allendorf a. d. Lahn fahren soll, wird das andere von hier über Wieseck nach Alten- Buseck die Beförderung aufnehmen. n Gießen, 10. Febr. Die große gut übersichtliche Orientierungstafel des Verschönerungsverein ist gestern wieder aufgestellt worden. Es sind die Straßen- und Bauveränderungen vermerkt und auch die Art des Geländes besser unterschiedlicher eingemalt worden. -n Gießen, 10. Febr. Der Gabelsberger Stenographenverein feierte gestern abend den Geburtstag des Gründers der Kurzschrift im„ Cafe Ebel" in recht gemütlicher Weise. Gießen. Das Geometer- Patent 2. Kl. erhielten: Sch. Lo 13- Unter- Schmitten und Geometergehilfe Hch. Dillenmuth- Hainichen für den Kreis Büdingen; Geometergehilfe Hch. Rudolph- Lauter= bach für den Kreis Lauterbach und Geometergehilfe G. Schlör b- Schotten für den Kreis Schotten. -n- Lollar, 10. Febr. Der hiesige Turnver= ein feiert morgen Samstag abend im„ Saalbau zur Linde" sein diesjähriges Winterfest. Die" Vereinsleitung hat das Programm für den Abend recht nett und abwechselungsreich zusammengestellt. - Wetzlar, 10. Febr. Im Schüßengarten brachte gestern abend A. Melzer einige Proben aus den Dichtungen Friz Reuters zum Vortrag. Die Darbietungen wurden eröffnet mit Reuters Schwanengesang: Großmutting, hei is dod! Darauf folgten Bruchstücke aus ,, ut mine Stromtid", zwei heitere Gedichte aus Läuschen und Riemels( De swarten Pocken, de Sokratische Methode) und zum Schluß: Abenteuer des Inspektor Bräsigs in Berlin. Im Zeitalter des„ Chat noir", der Gorki- Bewunderung und der perversen Schaustücke hat der plattdeutsche Dichter mit seinem föstlichen Humor, der nie schlüpfrig oder lüstern wirkt, sondern stets unschuldig und unbefangen bleibt, im weiten Saale keine rechte Zugkraft mehr. Stücke mit den verzwicktesten ,, erotischen" Tendenzen, die sind von durchschlagendem Erfolg; da klappt man sich die Hände wund. Dazu hatte die ganze Veranstaltung das muß ich offen gestehen etwas" Schmierenhaftes" an sich. Der„ Interpret" verkaufte die Eintrittskarten selbst und knöpfte für ein handgroßes Progrämmchen, das aus bestimmten Gründen in seinem weißen Rande arg beschnitten war, dem freundlichen Zuhörer noch einen Groschen ab, ein Sechser wäre vollkommen genug gewesen. Mit gemischten Gefühlen betrat ich den Saal. Um 8.15 war der Beginn angesetzt, aber um 8.45 war der„ Betrieb" noch nicht im Gange. In dieser halben Stunde hatte ich nun hinreichend Gelegenheit, die Bühne und den Saal zu mustern. Ueber das Resultat meiner Beobachtungen will ich aber lieber mit Stillschweigen hinweggehen.„ In diesen heil'gen Hallen" sollte also auch so argumentierte ich morgen Abend die Vorstellung des Rhein- Mainischen Verbandstheaters vor sich gehen. Ich bin wirklich gespannt, wie man auf dieser Bühne den Lessingschen„ Nathan der Weise" mit seinen zahlreich wechselnden Szenerien bezwingen wird. Ein Plazz iſt mir ja„ sicher", da ich bereits seit gestern nachmittag eine Einlaßkarte in meiner Tasche trage. - der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag den 10. Februar 1911 -f- Wetzlar. Um seine Mitglieder für den wirt schaftlichen Kampf zu stärken, hat der Verein der Mechaniker und Optiker beschlossen, für die Zukunft eine regere Vereinstätigkeit zu entfalten. Um den erhöhten Ansprüchen zu genügen, die die heutige Zeit an jede Berufsgruppe stellt, bedarf es der vielseitigen Weiterbildung, und es ist bereits eine Reihe von Vereinsvorträgen geplant, welche diesem Zwecke dienen sollen. -b- Wetzlar. Die nationalliberale Partei des Wahlfreises Wetzlar- Altenkirchen wird am kommenden Sonntag hier eine Vertrauensmänner- Versammlung abhalten. In derselben soll auch der Kandidat der nationalliber= alen Partei proklamiert werden. Wie man allgemein hört, soll der Agitator des Deutschen Bauern- Bundes Hestermann als Kandidat vorgeschlagen werden. Sollte sich dieses bewahrheiten, so kann man sich des Gedankens nicht verwehren, daß die nationalliberale Partei den Wahlkreis schon als verloren ansieht. - - Statistisches über die Einwohner= zahl des Dillkreises. Es ist interessant, die heutige Gesamtbevölkerungsziffer in Vergleich zu setzen mit der Einwohnerzahl des jetzigen Dillkreises( der Aemter Dillenburg und Herborn) im Jahre 1821. Am 1. Dezember 1910 zählte man im Dillkreise 51 366 Bewohner, 1905 47 354, und im Jahre 1821 betrug die 3ahl der Bewohner im Amte Dillenburg 14 123, im Amte Herborn 13 205 Personen; die Gesamtzahl der 31 zum Amte Dillenburg und der 41 zum Amte Herborn gehörigen Orte demnach 27 328. Die Zunahme beträgt also seit 90 Jahren 24 000, also 88 Prozent, gegen 1905 4000, das sind 8,5 Prozent. Viele Orte haben in den 90 Jahren keinen Zuwachs erfahren; eine Anzahl ist in der Einwohnerzahl zurückgegangen. Dagegen fand eine starke Zunahme besonders in den Fabrikorten statt. Von 1821 bis 1910 stiegen beispielsweise: Dillenburg 2365 bis 5370, Herborn 2059 bis 4741, Haiger 1106 bis 2255, Niederscheld 532 bis 1640, Sinn 265 bis 1627, Herbornseelach 673 bis 1529, Frohnhausen 572 bis 1500, Oberscheld 272 bis 1441, Straßebersbach von 545 bis 1244 Einwohner 2c. Das konfessionelle Verhältnis hat sich gerade im Dillkreise sehr verschoben, namentlich ist heute der Prozentsatz der Außerkirchlichen hier außerordentlich hoch. von -i- Ehringshausen( Kr. Wezlar). Der Optiker B.- Wetzlar hat in einer öffentlichen politischen Versammlung in Katzenfurt Broschüren verkauft. Er wurde deshalb unter Anklage gestellt. Das hiesige Schöffengericht sprach ihn jedoch frei, da ein gewerbsmäßiger Verkauf nicht vorläge. Erda, 9. Febr. In der letzten General- Ver= sammlung beschloß der hiesige Männergesang verein, eine Fahne zu beschaffen und bestimmte den 16. und 17. Juli d. Js. zur Fahnenweihe. * Darmstadt. Das Großh. Ministerium des Innern hat die Zulassung von Pferden aus Sperr- und Beobachtungsgebieten der Maul- und Klauenseuche zur geplanten Pferdeauktion untersagt. Die Landwirtschaftsfammer in Darmstadt hat daher beschlossen, mit Rücksicht auf die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche und mit Rücksicht darauf, daß durch das am Auktionstage in großer Zahl zu erwartende Publikum indirekt die Seuche möglicherweise weiter verbreitet werden könnte, die zum 21. Februar d. Js. in Darmstadt geplante Pferde- und Fohlenauktion in diesem Jahre aus fal len zu lassen. * Straßebers ba ch. Vergangenen Freitag starb hier plötzlich der Ingenieur Doll aus Darmstadt. Er war seit einiger Zeit in der Gastwirtschaft A. Völpel an der elektrischen Lichtanlage tätig. Am Tage hatte Doll noch eine Geschäftstour nach Biedenkopf zu Fuß unternommen. Als er abends die Funktion eines elettrischen Bügeleisens zeigen wollte, fant er plötzlich mit kurzem Ausschrei zu Boden. Der sofort hinzugezogene Arzt stellte Tod infolge Herzschlages fest. Sozialpolitisches. Edelsberg, 8. Febr. Der Frankfurter Weinhändler Heinrich Wern tötete sich in der Nähe des - Wezlar. Jm hiesigen Kaufmännischen Verein sprach am Dienstag abend Kurt Viehweg hiesigen Friedhofes durch drei Revolverſchüsse. Unglück Frankfurt über die Versicherung der Privatliche Familienverhältnisse sollen ihn zur Tat veranlaßt beamten. Die Bedenken, die man gegen den Ent- haben. wurf hegt, wurden aber u. E. nicht scharf genug zum Ausdruck gebracht. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich dieses Produkt als eine Unzulänglichkeit in Paragraphen; manche Beamtengruppen werden garnicht berücksichtigt, die Prämienleistungen und die Höhen der Renten stehen im reziproken Verhältnis! Was dem Privatbeamten bei Dienstunfähigkeit winkt, das ist zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Noch ist aber das letzte Wort nicht gesprochen, und liegt der einzige Trost dieses fläglichen Entwurfes. darin = d= Ein feiner Ton. In letzter Zeit konnte mehrfach der bündige Beweis geführt werden, daß der sogenannte„ freie" Buch= druckerverband ebenso nachdrücklich sozialdemokratischen Tendenzen huldigt, wie die übrigen der Generalkommission der sozialdemokratischen Gewerkschaften ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reflame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Orten angeschlossenen„ neutralen" Verbände, die mit der Partei eins sind. Infolgedessen treten in vielen christlich gesinnte Buchdrucker aus dem Verband in den Gutenbergbund über. Um dem Einhalt zu tun und um das arg verblichene Neutralitätsmäntelchen wieder aufzufärben, verfielen die Strategen des Buchdruckerverbandes auf den schlauen Gedanken, katholische VerbandsMitglieder als christliche Paradepferde vorzuführen. Es fanden sich wirklich auch solche für diese Rolle, die sogar Hausagitation für die katholischen Arbeitervereine betrieben. Die„ Westdeutsche Arbeiter- Zeitung" wies auf diese auffallende Erscheinung hin und warnte vor diesen äußerst bedenklichen„ Mitarbeitern". Das hat den„ Vorwärts" in heiligen Zorn versetzt. In seiner Nr. 16 vom 19. Januar bezeichnet er es als„ Wirrwar“ und„ Konfusion", daß die„ Zentrumschristen" ,, die ein verheucheltes Lamento über die„ Gefährd= ung" der Religion durch die sozialdemokratischen Gewerkschaften anstimmen, selbst Warnungstafeln aufstellen, damit sich kein sozialdemokratischer Arbeiter in einen katholischen Arbeiterverein verläuft!" Diese gut gespielte Entrüstung ist köstlich. Man sieht ordentlich den roten Fuchs zwischen den Zeilen höhnisch grinsen. In der Rabulistik sind die„ Genossen" alle groß, der„ Vorwärts" aber Meister. Sein Fauchen ist jedoch ein untrüglicher Beweis dafür, wie berechtigt, ja notwendig, die Mahnung der„ Westdeutschen Arbeiter- 3tg." war, vor den katholischen sozialdemokratisch organisierten Buchdruckern als Mitarbeiter in den Arbeitervereinen auf der Hut zu sein. Hier heißt es jetzt offen Farbe bekennen. Die wüste Agitationsweise der Sozialdemokratie gegen die christliche Arbeiterbewegung ist nachgerade befannt. Sie ist die Quelle erbitterter Kämpfe im Arbeiterlager und muß gelegentliche gemeinsame Aktionen sehr erschweren, fast ganz unmöglich machen. Ein Beispiel dafür liefert die jetzige Bergarbeiterbewegung. Auf sozialdemokratischer Seite scheint man die Unflätigkeit im Kampfe gegen die christlichen Gewerkschaften noch steigern zu wollen. Jetzt gibt das führende, wissenschaftlich sein wollende Hauptorgan, der freien Gewerkschaften, das„ Korrespondenzblatt" der Generalfommission, den Ton im Schimpf und Lästerkonzert an. In seiner Nr. 2 leistet sich dieses vornehme" Blatt die Gemeinheit und behauptet, aus Knechtseligkeit ,, bieten sich die zentrumschristlichen Judasse dem Unternehmertum wie Huren auf der offenen Straße an." Solche Infamien hängt man nur niedriger. Wenn das aber im„ führenden"," richtunggebenden" Hauptorgan der sozialdemokratischen Gewerkschaften steht, was soll man dann noch von den„ geführten" sozialdemokratischen Blättern erwarten! Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. er vom Wegen Uebertretung der Wandergewerbesteuerordnung erhielt der Pferdehändler Jsidor Maier von Obermockstadt einen Strasbescheid über 100 Mark. Er hatte einem Wirt ein Pferd angeboten außerhalb seines Wohnortes, ohne den Wandergewerbesteuerstempel entrichtet zu haben. Auf seinen Einspruch wurde Schöffengericht freigesprochen, weil er gelegentlich der Anwesenheit in einer Wirtschaft über den Kauf des Pferdes sprach, aber keine Bestellung aufgesucht hat. Nach der Entscheidung der Strafkammer hätte er das Pferd ohne den Stempel entrichtet zu haben, nicht anbieten dürfen, weshalb er zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt wurde, nachdem die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte. Geschäftliches. Warnung vor einem Schwindler. Seitens eines Schwindlers wird versucht, durch allerhand falsche Vorspiegelungen sein unwirksames Rattengift oder ähnliches zu verkaufen. Er gibt dabei an, für die Firma Henkel u. Co., Düsseldorf zu reisen und bietet deren Fabrikate Persil und Henkel's Bleich- Soda weit unter Preis an, um so besser seine Schwindeleien ausführen zu können. Obige Angaben sind selbstredend falsch und ist es erwünscht, wenn bei Auftreten des Schwindlers die Polizei auf ihn aufmerksam gemacht würde. Gestorbene. Professor Dr. Steinhäuser in Eberstadt( studierte in Gießen). Deutscher Reichstag. 8u Beginn der Mittwochssitung wurde bet der Wetterberatung der Novelle zum Gerichtsverfassungsgesch die Abstimmung über einen am Dienstag vom Abg. Dahlem ( 8tr.) gestellten Antrag wiederholt und der Antrag ange= nommen; er geht darauf hinaus, daß die Geschäfsverteilung bei den Landgerichten nicht durch den Präsidenten, sondern durch das Gerichtsplenum erfolgen soll. Zu den die Geschäftsverteilung be= treffenden Paragraphen hatten die Sozialdemokraten einen Antrag gestellt, durch den sie die Zuständigkeit der Straftammern durch die Benennung der Anklagen nach bestimmten Grundsäßen festlegen wollten. Es wurde in der De= batte darüber von sozialistischer Seite wieder der Vorwurf erhoben, daß im Moabiter Aufruhrprozeß durch eine Umbenennung der Anklage die Verhandlung vor einer be= sonders strengen Straffammer erzielt worden sei. Die Vertreter der verbündeten Regierungen, Geheimrat von Tischendorf und der Generalstaatsanwalt beim Kammerge= richt Supper, legten dar, daß durch den Antrag nur Verwirrung geschaffen würde, und daß Willkür auch jetzt aus= geschlossen set. Der Generalstaatsanwalt führte insbeson= bere den Nachweis, daß bei der Zuweisung des Moabiter Prozesses an die dritte Straffammer ordnungsmäßig verfahren worden ist, insofern bei der Zuweisung der Sache noch gar nicht festgestanden habe, gegen welche der Mitbetet Itgten etwa noch Anklage erhoben werden würde. In Konfequenz eines am Dienstag hinsichtlich der Zivilkammern gefaßten Beschlusses wurde durch Annahme eines freisinhigen Antrages bestimmt, daß auch bei den Straffammern von der Zuziehung von Assessoren abzusehen ist. Der Beschluß fam gegen eine sebr geringe Minderheit und gegen den widerholten Einspruch des Staatssekretärs Lisco zustande. Bet den Bestimmungen der Kommission, durch die den Schwurgerichten eine Anzahl von Delikten genommen werden soll, die ih= nen jetzt nur wegen der zulässigen Höchststrafe zugewiesen sind, und solche, deren Beurteilung durch Geschworene sich wegen der juristischen Natur nicht eignen, wurde von Setten der Linken die Vermutung ausgesprochen, daß man überhaupt die Beseitigung der Schwurgerichte bezwecke. Dieser Auffassung trat sehr nachdrücklich Oberlandesgerichtsrat Schultz entgegen, der darlegte, daß gerade die Freunde des Schwurgerichts für die Abtrennung dieser De= lifte eintreten müßten, um den Bestand der Schwurgerichte zu sichern. Man werde erst in der Zukunft ein Urteil ge= winnen fönnen, ob vielleicht allgemein das Schöffengerichtssystem der jetzigen Organisation vorzuziehen sei. Je= denfalls bestehe bei den Verbündeten Regierungen eine Absicht zur Beseitigung der Schwurgerichte nicht, denn bei der gerade jetzt gegen die Schwurgerichte bestehenden starken Strömung wäre es den Verbündeten Regierungen ein leichtes gewesen, sie abzuschaffen. Es folgte nun eine ausgiebige Debatte über die Vorteile und Nachteile des Schwurgerichts, ohne daß indessen nene Gesichtspunke vorgebracht wurden, die eine Verschiebung der bisherigen Wertschäßung der Schwurgerichte bedingten. Der sozialdemokratische Abg. Heine verstieg sich in der Debatte zu der Behauptung, daß der ganze Essener Prozeß vor 15 Jahren durch die Juristen in die Frre geführt worden set. Die Juristen hätten damals von ihrem Rechte einen verbrecherischen Gebrauch gemacht. Ein Ordnungsruf durch den Präsidenten blieb dafür nicht aus. Die Abstimmung ergab schließlich Annahme der Kommissionsbeschlüsse. Am Donnerstag geht die Debatte weiter. Interessantes aus der Debatte über den Militäretat. In der Budgetkommission des Reichstages wurde am Mittwoch die Generaldebatte über den Militäretat und bie Militärvorlage zu Ende geführt. Es wurde dabei wieder die Abrüstungsfrage berührt und hervorgehoben, daß ein Abrüstungsvertrag" mit England allein eine Illusion, eine allgemeine internationale Regelung aber und eine ausreichende Kontrolle über die tatsächliche Innehaltung der Vereinbarungen fast unmöglich ist. In der Debatte betonte ein Sozialdemokrat die driedens- und Vaterlandsliebe seiner Parteigenossen und erkannte den Wunsch der Heeresverwaltung, inbezug auf die moderne Waffentechnik auf der Höhe bleiben zu wollen, als vollständig berechtigt an. Im Falle eines Angriffs= trieges würde kein sozialdemokratisch gesinnter Soldat auch nur einen Augenblic schwanken, seine volle Pflicht zu tun. Das Zentrum legte zum Friedenspräsenzgesetz eine Resolution vor, dahingehend, daß Gesuche um Be= freiung von Militärpflichtigen vom aktiven Dienst aus Billigkeitsgründen, besonders solche von Witwen, möglichst wohlwollend behandelt werden, und zur Erleichterung des Verfahrens eine Aenderung des Reichsmilitärgesetzes in Aussicht genommen werden möchte. Nach Schluß der Generaldebatte wurde die Kosten= frage behandelt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf Der Familienschmuck der Wallutjeffs. 28) Roman von Baronin G. v. Schlippenba ch. ( Nachdruck verboten.) Obgleich Witte glaubte, seiner Sache gewiß zu sein, so wünschte er doch sehnlichst, die Steine mit der Lupe untersuchen zu können. Erst nachdem er die beiden von Häuserling angebrachten Striche auf der Rückseite gesehen, bestand für ihn kein Zweifel mehr an der Herfunft der Diamanten. Ebensolche Steine besitzen Sie nicht, Mr. Arcton," sagte White; erlauben Sie, daß ich Sie auf den Schliff aufmerksam mache, er stammt nicht aus der Jetztzeit. Ich habe glüdlicherweise eine Lupe bei mir; ich bin nämlich Botaniker und benutze die Lupe zum Zählen der Staubfäden." White nahm den Ring, und während Arcton eifrig sprach und die Nadel besah, kehrte er den Stein um, und vermittelst der Lupe entdeckte der Detektiv auf der Rückseite das Zeichen Häuserlings. Auch bei der Nadel fehlte es nicht. Nachdem sich White zu seiner stillen Freude von der Richtigkeit seiner Annahme überzeugt hatte, bot er die Lupe Acton und verwickelte den recht geschwägigen Mann in ein Gespräch, aus dem er erfuhr, daß ein fremder Herr vor einigen Tagen dagewesen sei und die Ohrgehänge gebracht habe, damit die Steine in der jetzigen Gestalt umgefaßt würden. „ Heute nachmittag um 5 Uhr wollte der Herr wiedertommen," plauderte Acton aus,„ er schien etwas sonder= bar zu sein." „ Wie so?" fragte White, anscheinend ruhig, obgleich er auf die Antwort sehr gespannt war. Er hatte etwas Zerfahrenes in seinem Wesen, auch jonst fiel mir manches auf." ,, Nun, was zum Beispiel?" " Er hatte sehr helle, etwas schräg nach der Nasenwurzel hin gestellte Augen und trug das Haar tief in 141,4 Millionen. Davon werden für 1911 angefordert 3,7 Millionen an fortdauernden und 4,2 Millionen an einmaligen Ausgaben. Jm Durchschnitt entfällt auf jedes Jahr bis 1917 eine Mehrbelastung von 28 Millionen Mart. Hinsichtlich der Deckungsfrage war der Referent der Ansicht, die Erträgnisse der neuen Steuern würden sich in den nächsten Jahren wohl hinreichend steigern. Der Reichsschatsekretär wies gegenüber der Annahme des Referenten darauf hin, daß die Vorlage nur 104 Millionen M Gesamtkosten, davon 21,8 Millionen fortdauernde und 82,4 Millionen einmalige Ausgaben vorsehe. In den nächsten Jahren seien gewisse finanzielle Schwierigkeiten wohl unvermeidlich; nach der Gesetzesvor lage unterlägen jedoch die Feststellungen der Präsenzstärke und der weiteren Ausgaben in den nächsten Jahren der Genehmigung im Reichshaushaltsetat. Der Kriegs= minister schloß sich diesen Darlegungen rückhaltlos an; die Heeresverwaltung werde sich im Rahmen der gegebenen finanziellen Möglichkeiten halten. Der Reichsschatzsekretär fügte noch hinzu, voraussichtlich würden die Zölle und Steuern noch weitere Mehreinnahmen bringen. Die Post mürde 1912 wahrscheinlich wieder ein gutes Plus chwerfen. Demgegenüber ständen allerdings neben der Militärvorlage die neuen Ausgaben für die Flotte und einige andere Erfordernisse. Eine Wendung in der Krosigk- Mordaffäre? Dem ,, Berl. Lot.- Anz." wird aus Gumbinnen berichtet: Der unter dem Verdacht der Mittäterschaft an der Ermordung des Rittmeisters Krosigk im Untersuchungsgefängnis in Hannover untergebrachte Arbeiter Fi= scher wird in den nächsten Tagen nach Gumbinnen übergeführt werden. Wie es heißt, soll das Ergebnis der angestellten Ermittelungen den Verdacht gegen ihn sehr verstärkt haben. Zu den Belastungsmomenten gegen ihn sind als neues Material die Angaben der taubstummen Cheleute Schlopies in Gumbinnen gekommen, die sich jetzt auf weitere genauere Einzelheiten der Vorgänge besinnen. Der in den Abendstunden des Mordtages in ihre Behausung eingedrungene Soldat soll ein Dragoner ge= wesen und durch das Fenster in die Wohnung gekommen sein. Er hätte sich durch keinerlei Gebärden verscheuchen lassen und habe den Eindruck erweckt, als ob er etwas auf dem Gewissen habe. In Gumbinner militärischen Kreisen ist man der Ansicht, daß Fischer von Hannover zunächst in das Garnisongefängnis in Insterburg und von da später zur Konfrontation mit den Schlopiesschen Eheleuten nach, Gumbinnen übergeführt wird. Rundschau vom Cage. Politisches. Ser Kaiser nahm an dem gestrigen Hofball einer Er= fältung wegen nicht teil. Die militärische Feier, die am heutigen Donnerstag in Potsdam anläßlich des Dienstantritts des Prinzen Joachim in das Erste Garderegiment zu Fuß stattfinden sollte, ist aus dem gleichen Grunde ab= gesagt worden. Keine Romreise des Kaisers. Die ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In der Presse werden Gerüchte über einen bevorstehenden Besuch des Kaisers beim Papste verbreitet. Wir möchten demgegenüber bemerken, daß wie in früheren Jahren ein Aufenthalt auf der Insel Korfu geplant ist. Die an diese Reise geknüpften weiteren Kombinationen sind nicht zutreffend. Eine Herbstsession des Reichstags? Nach Mitteilung einer Berliner Korrespondenz soll die Reichsregierung alles daran setzen, um der Schiffahrtsabgabenvorlage noch in diesem Reichstage zur Annahme zu verhelfen. Sie hat sich zwar überzeugt, daß die Vorlage im Laufe der gegenwärtigen Tagung nicht mehr verabschiedet werden könne; sie hofft aber, daß es ermöglicht werden wird, den sterbenden Reichstag noch einmal im Oktober einzu= berufen und alsdann die Schiffahrtsabgabenvorlage durchzusetzen. Die große landwirtschaftliche Woche in Berlin wurde am Mittwoch durch die Konferenz der Vorsitzenden der Preußischen Landwirtschaftskammern eingeleitet. Anwesend waren der Landwirtschaftsminister und mehrere Vertreter des Landwirtschafts- und Finanzministeriums, außerdem insgesamt 52 Vertreter der preußischen Landwirtschaftskammern, sowie die Vertreter einiger weiterer Korporationen. Ten Vorsitz führte Graf von SchwerinLöwitz. Die Verhandlungen sind vertraulich. Einen Antrag auf geheime Wahl bei Stadtverordnetenwahlen hat das Zentrum im preußischen Abgeord= netenhause eingebracht. die Stirn, beinahe bis zu den Brauen gefämmt. Als ich ihm das Maß zum Ring nahm, wunderte ich mich über seine ungemein langen, behaarten Hände." ,, Ach so," sagte White, ein gelangweiltes Gähnen unterdrückend, aber ich komme erst jetzt dazu, Ihnen einen Ring zu bestellen, was der eigentliche Zweck meines Eintretens in Ihren Laden war, Mr. Arcton." White bestellte einen bescheidenen Ring mit einem kleinen Saphir, den er selbst abholen wollte, dann entfernte er sich. „ Endlich einen Schritt vorwärts," dachte er mit Befriedigung. Gegen 5 Uhr stand White in einer seiner vielen Verfleidungen in der Nähe des Actonschen Geschäfts. Er brauchte nicht lange zu warten. Eine Droschke hielt vor dem Laden; sofort wußte der Geheimpolizist, daß der Gesuchte ihr entstieg. Während er bei Acton war, sah sich White nach einer zweiten Droschte um. Er fand sie, stieg ein und hieß den Kutscher hundert Schritte von dem Laden entfernt halten. Bald darauf kam Meyer aus dem Laden und setzte sich in sein Fuhrwerk, White folgte in einiger Entfernung. Ziemlich lange währte die Fahrt. In einer Straße im Süden der Stadt hielt endlich die Droschke vor einem Hause mit der Nummer 250. Meyer stieg aus, bezahlte den Kutscher und verschwand im Flur. Noch an demselben Tage sah Jim Knight die horizontalen Striche in der Neuyorker Abendzeitung. Er stellte sich abends in Gravenstreet ein, wo er Whites Weisungen empfing. ,, Sie werden genau ausforschen, mit wem Meyer um= geht," sagte der Schweizer, was er treibt und wie er seine Zeit verbringt, auch den Namen, unter dem er sich verbirgt." Robert White berichtete in einem Brief an den Grafen Wallutjeff sofort seine Entdeckung. Es war doch schon Eine Zazenentrevue in Desterreich? Das„ Echo de Paris" verbreitet unter Reserve die Nachricht, daß der Zar beabsichtige, einige Wochen in Südfrankreich zuzubringen, und die Reise dahin über österreichisches Reichsgebiet unternehmen werde. Aus diesem Anlaß würde eine Begegnung zwischen dem Kaiser von Oesterreich und dem Zaren stattfinden. Gerüchte von der Ermordung des Regenten von China werden von Bariser Sensationsblättern folportiert. Of fizielle Meldungen liegen nicht vor. Der Regent Prinz Tschun, der Vater des fünfjährigen Kaisers Pu- hi, ist seit dem 13. November 1908 Reichsverweser von China. Kleine Nachrichten. Der Senior der hessischen Juristen, Oberlandesgerichtspräsident a. D. Friedrich Conradt in Darmstadt, der zugleich Alterspräsident der Ersten Hessischen Ständekammer war, ist am Mittwoch im Alter von 83 Jahren gestorben. Meldungen über Schneestürme und Verkehrsstörungen werden aus Hinterpommern, Mittelsachsen und dem Rhöngebirge gemeldet. Auch in Desterreich verursachten wütende Schneestürme vielfach große Verkehrsstockungen. Sibirische Kälte wird von den hohen Observatorien, sowie aus den östlichen Teilen der ungarischen Monarchie gemeldet. In Galizien sind Menschen erfroren. Das Duell zwischen dem jungen Thyssen und seinem Generalbevollmächtigten, Dr. Borchardt in Berlin, das neulich durch die Schutzhaft des Millionärssohn verhindert war, hat am Mittwoch, wie die National- 3tg." meldet, nun doch stattgefunden. Die beiden Paukanten sind übrigens unverletzt geblieben und nun hat die liebe Seele Ruh. In der Eisenbahnstation Zarskoje Sselo ist der kaisers liche Pavillon niedergebrannt. Der Schaden ist bedeutend. Ueber die Entstehungsursache konnte nichts ermittelt werden. Der Brand erregte in Petersburg großes Aufsehen. Zarskoje Sselo ist bekanntlich die Sommerresidenz der Za renfamilie. Bwet Neuruppi fenburg) und weg Jahren bet Priz lighteitsv Drohung Jum 29. Sint ber Deut nen die 8 litum for führt von weiten B räumen befinden beuemen find gro Berit ma anspreche Jahresze Dächern Jum Au eben ist feit eini Nacht be Acftellt Durg B hinab in die für and Sa neen fon ungsrö gen Roh Die Cist Commer hier aud gebracht fchließba hält. A in Einricht Kontrol Angestel in die n großen Ne Ein folgenschwerer Dampferzusammenstoß hat sich ant der Küste von Uruguay ereignet. Dort kollidierte der griechische Dampfer Rhodos" mit einem Dampfer unbekannter Nationalttät. Das griechische Schiff ist gesunken. Sieben seiner Fahrgäste sind ertrunken. Die Mannschaft und die übrigen Fahrgäste konnten von vorüberkommenden Dampfern gerettet werden. Der Brand eines Postgebäudes alarmierte am Mitts woch in Rom die Feuerwehr. Das Gebäude ist bis auf einen Flügel vollständig abgebrannt. Bei den Löscharbeiten erlitten mehrere Wehrleute Verletzungen. Viele Postbelege und Markenvorräte sind verbrannt. Nach Unterschlagung amtlicher Gelder in Höhe von 3000 Mark hat sich der verheiratete Postsekretär Böheim Nürnberg einen Schuß in den Kopf beigebracht. Er ist im Krankenhause seinen Verlegungen erlegen. Ein großer Brand hat in dem auch von deutschen Tous risten oft besuchten Dorse Gudhjem auf Bornholm gewütet. Der Brand entstand gestern morgen in einent Stallgebäude und griff rasch um sich. Sechs Wohnhäuser und ein Neben gebäude eines Hotels sind vollständig niedergebrannt; das gesamte Inventar und einiges Vich find mitverbrannt. Bei dem herrschenden Sturme war der aguze Ort stark bedroht.' I'm Dachboden verbarrikadiert hatte sich in Wychen in der Holländischen Provinz Nordbrabant eine Frau, um sich gegen die gerichtliche Ausweisung ihrer Familie aus ihrer) Wohnung zu erwehren. Von einer gedeckten Stelle schoß sie fünfmal auf die Polizei. Darauf wurde Gendarmerie requiriert, die die Frau schließlich überwältigte. Auf dem Maskenball vom Tode ereilt wurde in Altona ein junges Mädchen. Sie brach mitten im Tanz bewußtlos zusammen. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß der Tod durch zu starkes Schnüren verursacht war. Unter dem Verdacht, den plöglichen Tod ihrer eigenen Tochter verursacht zu haben, wurde in Chemnitz eine Ende, der 30er Jahre stehende Kaufmannswitwe verhaftet. Das Kind, dessen Leben mit 20 000 M versichert war, starb vor drei Wochem plötzlich an der bei einem Unfall erlittenen Gehirnerschütterung. Umlaufende Gerüchte brachten Zweifel an dem natürlichen Tode des Kindes auf, worauf die Staatsanwaltschaft die Reiche des Kindes exhumieren ließ. Kurz nach der Obduktion wurde die Mutter verhaftet. Ein Doppelmord wird aus dem schlesischen Orte Greifenberg gemeldet. In der Nacht zum Mittwoch wurde die 70jährige Frau des Handelsmanns Siebenreicher und eine in demselben Hause wohnende Frau Menzel ermordet. Die Leichen wurden in dem Brunnen des Hauses aufgefunden. Einen Angriff auf seine Mutter verübte in Sternberg in Mecklenburg der schwachsinnige 16jährige Sohn einer Witwe. Er riß plötzlich seiner Mutter ein Ohr ab, brach ihr einen Arm zweimal, ein Bein einmal und würgte sie, so daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Ein Bombenattentat russischer Terroristen wird wieder einmal gemeldet: Als gestern abend auf der Station Chelm der Weichselbahn zwei Schußleute mit einem Verhafteten ankamen, wurden sie von mehreren Leuten angegriffen. Sie töteten einen Polizisten mit einem Revolverschuß und schleuderten gegen den zweiten eine Bombe, durch deren Explosion drei unbeteiligte Passagiere schwer verletzt wur den. Im Bahnhof wurde die Einrichtung des Wartezint= mers zerstört. ein schöner Erfolg erzielt; man wußte den Aufenthalts-" ort des Verbrechers. Allerdings blieb noch sehr viel zu tun übrig. Wo waren die anderen Teile des Schmuckes, das Perlenkollier, die drei Diamantsterne, die der Dieb zu Geld gemacht hatte? Unterdessen machte White Besuch bei den Bekannten Mrs. Lionels und ihrer Tochter. Er gab seine Karte ab, und man erwiderte die Visiten; Einladungen folgten. Mit großer Gewandtheit fand sich der junge Schweizer in die fremde Gesellschaft; er traf dort oft mit Mabel zusammen und besuchte sie in Rose- Cottage. Bei Mr. und Mrs. Brook waren die Stunden besonders gemütlich. Amy war eine muntere, gesellige Natur, ihr Mann ein lebenslustiger Gentleman. Sie beabsichtigten, eine größere Gesellschaft zu geben, zu der auch White eine Einladung erhielt. Jim: Knight war mittlerweile nicht müßig geblieben. Er konnte White bald mehrere wichtige Dinge mitteilen. Er hatte erfahren, daß Meyer den Namen Bergmann ebenfalls abgeworfen hatte und sich jetzt Herr von Sarner aus Ostpreußen nannte. Er gab vor, Leutnant außer Dienst zu sein, wenigstens hatte er sich so in der Pension vorgestellt, in der er abgestiegen war. Sie haben ihn gesehen?" fragte White. Sa - len dri unglüdl an die tung b stadt in Jaure mcik e Fit heri Salok De fe jelen, mais bens. Graj ihre G Prinze zen Na aber d alle for wo der zuleuch ihrer G fie nod das Op Denten 1867 11 nichts. der Ar bei fid ein F führen fes be fie für Butrag rin ei S fah fi der N teit 2 mand auf zündu tenme der l zwei nach aufzu an di UND T ausge Sprach Laben ander ftedt. und i Dedter Gilbe bud, fich 3 Beftr Ben G orgs" Dem wurd ren, für i leine unge habe zu 1 Ram gen. Wer Herr von Sarner, so wollen auch wir ihn vorläufig nennen, begegnete mir einigemale. Er ist gut gekleidet, sein Haar muß gefärbt sein, es ist jetzt Sunkelbraun: ebenso der Schnurrbart. Sarner führt ein ausschweifendes Leben. Er trinkt viel und verbringt fast jeden Abend im Klub in der Royal- Street. Ich habe dort mit einem Kellner Bekanntschaft gemacht. Er sagte mir, daß in einem nach dem Hof zu gelegenen Zimmer hoch gespielt wird; Sarner soll gewöhnlich große Summen gewinnen. Auch im Zirkus Alberti und in verschiedenen Varietee- Theatern ist er häufig zu finden." ( Fortsetzung folgt.) Echo de der 3ar jubringen, gebiet un eine Be und dem Don China iert. Of ent Pring hi, ist seit na. esgerichts er zugleich er war, ist Störungen em Rhönwütende Sibirische aus den eldet. In 18 seinem clin, das verhindert eldet, nun übrigens Nuh. Der faijer bedentend. ttelt wer Aufsehen. z der Za at fich art der grie bekannter .Sieben t und die ommenden am Mitt t bis auf Scharbeiten e Postbevon 3000 öheim in Er ist im schen Tous n gewütet, allgebäude in Neben annt; das annt. Bei rf bedroht.' Wychen in u, um sich aus ihrer) lle schoß sie rmerie re in Altona bewußtlos daß der er eigenen eine Ende, aftet. Das - starb vor erlittenen Sten Zweiworauf die ieren ließ. erhaftet. Orte Grei wurde die und eine ordet. Die ufgefunden. 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Sinter die Kulissen eines großen Warenhauses führte der Deutsche Frauenbund seine Berliner Mitglieder, denen die Firma A. Wertheim gestattet hatte, die dem Publitum sonst nicht zugänglichen Räume zu besichtigen. Geführt von mehreren Herren ging es zuerst treppauf zu den weiten Bodenräumen des Hauses, wo neben großen Lagerräumen sich die Erholungsräume des Geschäftspersonals befinden, in denen nach der Mahlzeit die Angestellten in Daneben beuemen Liegestühlen sich ausruhen können. find große Speisesale angelegt, wo das Personal für äußerst mäßige Preise gute und nahrhafte Kost erhält. Sehr ansprechend wirkte auch, selbst in der jetzigen ungünstigen Jahreszeit, der Dachgarten, der, im Sommer mit Beltdächern versehen und mit Pflanzen besetzt, dem Personal zum Aufenthalt während der Ruhepausen dient. Hier eben ist auch der Zwinger von 12 Polizeihunden", die seit einiger Zeit die Wächter des Hauses während der Nacht begleiten und erst vor wenigen Tagen einen Mann gestellt haben, der sich in einem Schranke verborgen hatte. Durch Bodenräume und andere große Räume ging es dann hinab in die Keller zu den großen elektrischen Maschinen, bie für 40 000 Glühlampen Strom liefern; die Straßenund Häuserbeleuchtung einer Stadt von 60 000 Einwohnern lönnte damit bewirkt werden! Aus der Hitze der Heizungsröhren, zu deren Betrieb täglich sechs Wagenladun gen Kohlen nötig sind, ging es zu dem Raum, in welchem Die Eismaschinen stehen, die im Winter täglich 60 und Sommer 120 Blöde Eis herstellen. In weiten Hallen sind hier auch die Garderoberäume für die Angestellten untergebracht, von denen jeder Einzelne einen kleinen verschließbaren, mit einer Nummer versehenen Schrank erhält. Auch die großen Padräume mit ihren musterhaften Einrichtungen erregten das lebhafte Interesse, ebenso die Kontrollvorrichtungen für das pünktliche Eintreffen der Angestellten und andere Einzelheiten, die einen Einblick in die musterhafte Ordnung geben, die zum Betriebe eines großen Warenhauses notwendig ist. Neues von der Kaiserin Charlotte von Megito. Selten dringt nur noch Kunde von dem Scheinleben, das die unglückliche Witwe des Kaisers Max von Mexiko führt, an die Oeffentlichkeit. In unheilbarer Geistesumnachtung bringt sie ihr Dasein nahe bei Brüssel, der Hauptstadt ihrer Heimat, seit 44 Jahren zu, und mehr als 70 Jahre sind schon über ihren Scheitel hingegangen. Jetzt meik ein französischer Schriftsteller einiges Neue von ihr Fu berichten. Die Kaiserin Charlotte bewohnt das kleine Solok Bouchout bei Brüssel, und es ist Sorge getragen, De tein Unbefugter in ihre Abgeschlossenheit zu dringen permag. Die Hüter des Schlosses sind mit Waffen verfelen, und im Garten liegen Wolfsangeln versteckt. Nieinals überschreitet die Kaiserin die Schwelle des Schlößbens. Ihre Brüder, König Leopold II. der Belgier und Graf Philipp von Flandern, die Königin Marie Henriette, ihre Schwägerin, und zuletzt auch noch ihre Nichte, die Prinzessin Klementine, die jetzt die Gemahlin des Prinzen Napoleon ist, besuchten sie früher dann und wann, aber da sie niemand mehr erkannte, blieben sie schließlich alle fort. Und dennoch gibt es auch jetzt noch Augenblicke, wo der Verstand der wahnsinnigen Kaiserin plötzlich aufzuleuchten scheint, sie sich der Vergangenheit und aller ihrer Schrecken erinnert, und dann ist es, als überwältige sie noch einmal der Zorn und der Schmerz, und sie wird das Opfer furchtbarer Anfälle, in denen die letzte Spur des Denkens schnell erlischt. Daß ihr Gemahl am 19. Juni 1867 unter den Kugeln seiner Feinde fiel, davon weiß sie nichts. Sie hat stets eine uniformierte Gliederpuppe von der Art, wie die Schneider sie zum Anprobieren brauchen, bei sich, und als im Jahre 1874 im Schlosse Tervaeren ein Feuer ausbrach, das vielleicht auf sie selbst zurückzuführen war, fonnte man sie nur zum Verlassen des Hauses bewegen, indem man ihr erlaubte, diese Puppe, die sie für den Kaiser Mag hält, in ihren eigenen Armen fortzutragen. Der Tod wird dieser schwergeprüften Dulderin einst ein Erlöser sein! Der geheimnisvolle Geizhals. Die Londoner Polizei sah sich dieser Tage genötigt, in der Behausung eines in der Nachbarschaft als ärmlich lebender Sonderling bekann= ten Mannes einzubringen, den seit dem 26. Januar niemand mehr gesehen hatte. Man fand den alten Mann tot auf seinem Bett; er war an doppelseitiger Lungenentzündung gestorben. Harold John Stout war Instrumentenmacher gewesen und hatte gemeinsam mit einem Bruder lange Jahre ein fleines Geschäft betrieben. Vor etwa zwei Jahren wanderte dieser Bruder mit seiner Familie nach Australien aus, und der Zurückbleibende schloß fortan die Jalousie seines Ladenfensters, um sie nie wieder aufzuziehen. Auch die Ladentür war stets verschlossen, und nur spät abends sah man den Inhaber gelegentlich ausgehen; er besorgte dann seine bescheidenen Einkäufe, sprach aber mit niemand ein überflüssiges Wort. In dem Laden fand man nun eine Menge wertvoller Juwelen und anderer Kostbarkeiten hier und da in den Winkeln verstedt. Fremdländische Geldsorten lagen überall umher, und in einem Kasten von unansehnlichem Aeußeren entdeckten die Beamten wohl einen Viertelzentner Gold- und Silbermünzen in wirrem Durcheinander. Auch ein Sched buch, über mehrere hundert Pfund Sterling lautend, trieb sich zwischen allerlei Wertsachen umher. Es Die Marien und George Englands. Entsprechend den Bestrebungen der englischen„ Maries", die einen so groBen Erfolg hatten, haben sich nun auch die englischen., Georgs" zusammengetan, um wie jene der Königin so diese dem König ein Krönungsgeschenk zu überreichen. wurden Echritte unternommen, die Georgs zu organisieren, Einschreibelisten zu veröffentlichen und Propaganda für ihr Vorhaben zu machen. Das Komitee der ,, Maries" seinerseits erklärt, daß es aus allen Bezirken Ermutigungen und Zeichen des größten Enthusiasmus empfangen habe. Die Gaben sind in den Grenzen von 1 Penny bis zu 1 Lstrl. festgesetzt und auf diejenigen beschränkt, die den Namen Mary, Maria, Marion oder Marie gen. Die Liste aller Geber wird der Königin überreicht werden. tra= Eine Millionen- Erbschaft- bildet, wie dem„ Frankf. Gen. Anz." berichtet wird, in einigen Taunusorten das Tagesgespräch. Es ist festgestellt worden, daß ein junger Mensch namens Johann Christoph Kilp aus Oberjosbach in der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Holland reiste und während seines dortigen Aufenthaltes einem reichen holländischen Grafen das Leben gerettet hat. Zum Dank dafür setzte der gerettete Graf den J. Ch. Kilp zu seinem Universalerben ein. Dieser unverheiratete Erbe hat sein Riesenvermögen einem Brüder- oder Schwesternhaus in Amsterdam, wohl wegen darin empfangener Pflege, mit der Bestimmung vermacht, daß der Zinsengenuß 100 Jahre lang dieser Wohltätigkeitsanstalt zufalle und nach dieser Zeit das Kapitalvermögen nebst den inzwischen auflaufenden Zinsen unter seinen Verwandten zu verteilen sei. Die Erbschaft soll samt Kapital und Zinsen die Höhe von 159 Millionen erreicht haben. Um das Jahr 1860 sollen die hundert Jahre verflossen und fünf Jahre soll die Erbschaft ausgeschrieben gewesen sein. Wie die Erbschaft jetzt wieder auf der Bildfläche erschien, wird in einer Versammlung, die am 12. b. M. in Keltheim stattfindet, von den Interessenten largelegt werden. Der Erblaser hat seinerzett für die Pfarrkirche seines Geburtsortes Oberjosbach eine goldene Monftranz mit eingraviertem Namen gestiftet, die sich noch heute dort befindet. Die Erben sind entschlossen, die Mittel zur Eröffnung des Testaments aufzubringen. Bereitelter Racheatt. Aus Cöln wird gemeldet: In Lindfort wurden in der vorvergangenen Nacht drei Arbeiter verhaftet, die einen Anschlag auf das Leben des Landwirts Goetzens dadurch verübten, daß sie eine Höllenmaschine auf das Fensterbrett des Hauses des Landwirts stellten und diese vermittels einer Zündschnur in Brand zu stecken suchten. Die Maschine war gefüllt mit Kugeln und Pulver und hätte ungeheure Verwüstungen angerichtet, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre. Unter den drei Arbeitern befindet sich einer, der vor einigen Tagen von dem Landwirt entlassen worden war. Der Schaden der Landwirte durch die Maul und Klauenseuche. Die in den hannoverschen Kreisen Hoya, Achim und Verden auftretende Maul- und Klauenseuche fügt fortgesetzt den von den strengen Absperrmaßregeln Massenabbetroffenen Landwirten großen Schaden zu. Schlachtungen sind unter dem 3wange der Verhältnisse in So wurden den Sperrgebieten an der Tagesordnung. erst vorgestern wieder in Beppen aus zwei dortigen Mästereien 80 fette Schweine an Ort und Stelle geschlachtet, die von einem Viehhändler zum Preise von 35 M für Bei 100 Pfund Lebendgewicht angekauft worden waren. einem Anbauer in Uesen wurden durch einen Bremer Schlachter mit einem Male 42 Borstentiere getötet. Die Hochzeit einer Dollarprinzessin. In Neuyork hat am Dienstag die Hochzeit eines englischen Lords mit der zweiten Tochter George Goulds stattgefunden. Ein großes Polizeiaufgebot sperrte die viele Tausende zählende Zuschauermenge von der Kirche ab, und die Hochzeitsfutschen wurden von einer Abteilung berittener Schutzleute geleitet. Die Ursache für diese ganz ungewöhnliche Maßnah men war, daß der Bräutigam in zahllosen Briefen mit dem Tode bedroht worden war, falls er es wagen würde, dis Dollarprinzessin zu einer englischen Lady zu machen. Die Hochzeit verlief jedoch programmäßig und mit der gewohnten prozigen Pracht. Die verschluckte Gabel. Ein eigenartiger Vorfall, der sehr leicht einen tragischen Ausgang hätte nehmen können, hat sich, wie aus Wien geschrieben wird, in Mariazell zugetragen. Der Hotelknecht Buder, der sich mit einem Bauberer befreundet hatte und von ihm in seine Geheimkunst einweihen ließ, produzierte sich im Kreise seiner Kameraden mit dem Berspeisen" einer Eßgabel. Die Gabel wird natürlich nicht hinuntergeschluckt, sondern nur in die Schlundrohre so weit hineingeschoben, daß sich der Mund schließen und der Eindruck hervorbringen läßt, daß die Gabel wirklich verspeist sei. Als nun Buder vor einigen Tagen das Experiment wiederholen wollte, wollte die Schlundröhre nicht. Sie streifte und die Gabel ging nicht wieder heraus. Die Zechgenossen Buders fanden die Si tuation fomisch und ermunterten den Gabelschluder, noch ein paar Glas Wein„ draufzugießen". Auf diese Weise rutschte die Gabel noch tiefer in den Magen hinein, was den Hausdiener jedoch nicht hinderte, sich in aller Seelenruhe schlafen zu legen. Am anderen Mittag machte sich die Unverdaulichkeit des Fremdkörpers doch weniger angenehm bemerkbar, und Buder mußte ein Krankenhaus aufsuchen. Der Eisenfresser wurde operiert, und zwar mußten ihm Bauch und Magen geöffnet werden, und so kam die verhängnisvolle Gabel wieder zum Vorschein. Buder konnte jedoch bereits nach acht Tagen wieder das Bett verlassen und fühlt sich bereits so gesund, daß er wieder mit der verschluckten Gabel essen kann. Frauenlogik. Kaufmann( über die unwirtschaftliche Haushaltung seiner Frau verzweifelt): Merke dir ein für allemal als erste ökonomische Regel: die Ausgaben müssen fich immer nach den Einnahmen richten!"- Junge Frau: „ Nun so nimm doch mehr ein!" nen. -- Aus der Garderobe einer Königin. Im Londoner Buckingham Palast, der Residenz des Königs Georg V. von England und seiner Gemahlin, grenzt an das Ankleidezimmer der Königin Mary ein gro= ßer Raum, der nichts anderes als gewaltige, an den Wänden aufgestellte Mahagonischränke enthält. In diesen Schränken befinden sich die Kleider der Königin, sowohl die kostbaren Staats- und Gesellschaftstoiletten, wie die einfacheren Kostüme, die für den täglichen Gebrauch dieEine Kammerzofe verwaltet, von zwei Gehilfinnen unterstützt, diese umfangreiche Garderobe. Am Abend eines jeden Tages wird der Kammerfrau auf einem Bettel mitgeteilt, welches Kleid die Königin am nächsten Morgen anzuziehen wünscht und um welche Zeit es im Ankleidezimmer bereit liegen soll. Das Kleid wird nur durch eine Zahl bezeichnet, denn sämtliche Kleider in dem Garderobenraum sind mit Nummern versehen. Es wird genau über den Zeitpunkt, zu dem sie geliefert, und über jeden Tag, an dem sie in Gebrauch genommen wurden, Buch geführt. Der Regel nach behält die Königin ein Kleid sechs Monate lang und trägt es ungefähr achtzehnmal. Dann wandert es in einen Schrank, der zum vorläufigen Aufenthalte für die abgelegten Kleider bestimmt ist. Zehnmal jährlich werden diese abgelegten Kleider hervorgeholt, un entweder verschenkt oder verkauft zu werden. Der Erlös des Verfaufes wird für wohltätige 3wede verwendet, und die Londoner Firma, die ihn vermittelt, muß die Verpflichtung übernehmen, daß die Kleider nicht in London selbst bleiben, sondern nach auswärts wandern. Diese Maßregel ist eingeführt worden, seitdem die Königin Alexandra, die in ähnlicher Weise mit ihrer Garderobe verfuhr, sich bei einer festlichen Gelegenheit einer Dame gegenüber befand, die ein Kleid an hatte, das sie selbst bis vor kurzem actragen hatte und das die meisten Anwesenden wiedererkann ten. Die Königin Mary ist nicht in glänzenden Verhältnissen aufgewachsen und gilt für sparfam. Aber die Repre sentationspflichten, die auf ihren Schultern ruben, find doch so mannigfaltig, daß ihr Toilettenbudget recht beträcht lich ist. Wenn sie die Absicht hat, ihre Garderobe zu ers gänzen, so wird dem Schneideratelier, das die Toiletten der Königin liefert, mitgeteilt, daß die Königin an einem bestimmten Tage und zu bestimmter Stunde erscheinen werde, und die Art des Kleides, das sie wünscht, genau beschrieben. Natürlich wird die Königin in einem besonderen Raume des Ateliers empfangen. Mehrere Modelle Itegen bereit und werden an einem Probierfräulein, einem Manne quin", vorgeführt. Dieses Probierfräulein darf von der Anwesenheit der Königin, weder von ihrem Kommen, noch von ihrem Gehen, feine Notiz nehmen. Dann wählt die Königin eins von den Modellen und gibt die Menderungen, die sie vorgenommen haben will, an. Ihre Befehle wer den stenographiert und ihr dann vorgelesen. Die Anproben finden im Buckingham Palast statt, und zwar liebt die Königin nicht mehr als eine Anprobe fitr jedes einzelne Kleid, so daß es nicht ganz leicht ist, für fie au arbeiten. Sinzugefügt mag noch sein, daß den Hofdamen der Königin beim Antritt ihrer Stellung nahe gelegt zu werden pflegt, sie möchten sich in ihrem Kleidergeschmacke nicht nach der Königin richten und sich vor allem nicht einfallen lassen, jemals eins ihrer Kleider zu kopieren. Drabtnachrichten und neuestes. Die Reise des Kronprinzen. Berlin, 9. Februar. Der Kronprinz wird voraussichts) lich am 25. Februar von Bombay aus die Rückreise antreten, und zwar bis Suez an Bord des Dampfers Arabia. Die Meldung über eine Erkrankung des Kronprinzen ist, unrichtig. Eine neue Ostasienreise des Kronprinzenpaares? 0 Petersburg, 9. Februar. Die Nowoje Wremja bringt folgende noch sehr der Bestätigung bedürfende Nach richt aus Berlin: Das deutsche Kronprinzenpaar wird im nächstem Jahre Petersburg besuchen und sich von dort aus über Sibirien nach China, Japan und Amerika begeben. Die Rückreise erfolgt über London. Keine Podengefahr in Duisburg. 0- Duisburg. 9. Februar. Nach amtlicher Meldung) sind gestern zwölf Personen, die aus Anlaß des ersten hier festgestellten Pockenfalles isoliert worden waren, aus der Isolierung entlassen worden. Das Befinden der übrigen gibt zu Besorgnissen feinen Anlaß. Entsetzlicher Kindesmord. Petersburg, 9. Februar. Vor einiger Zeit gingen auf dem Gute eines Arztes bei Dinaburg zahlreiche Schweine ein. Es stellte sich jetzt heraus, daß eine Frau ihr Kind mit Arsenik vergiftet und die Leiche den Schweinen) zum Fraß vorgeworfen hat. Massentod von Singvögeln. Petersburg, 9. Februar. Da den ganzen Herbst über' an den Südabhängen der waldbedeckten kaukasischen Bergrücken überaus warmes Wetter Herrschte, so hatten die mei ften Zugvögel aus dem Norden dort Halt gemacht. Als jetzt plötzlich schnelle Kälte und Schnee einsette, war es für den Abzug der Vögel zu spät. Die Bergabhänge am Ufer des Schwarzen Meeres sind mit Millionen kleiner Vogelleichen, hauptsächlich mit Finken, Stieglitzen, Rotfehlchen und Fliegenschnappern bedeckt. Brudermorb. Fiume, 9. Februar. In der Nähe von Castua wurde ein entsetzlicher Brudermord begangen. Der Bauernsohn Mathtas Peter aus Sarsoni führte, um in den alleinigen Be sitz des väterlichen Erbes von einigen tausend Kronen zu gelangen, seinen 20jährigen blinden Bruder Josef in dent Wald und ermordete ihn durch Messerstiche. Der entmenschte Bruder wurde verhaftet und gestand die Tat. Schneesturm in Syrien. Konstantinopel, 9. Februar. Aus Aleppo wird berich tet, daß die Stadt infolge eines seit 25 Stunden andauern, den Schneesturmes von der Außenwelt fast völlig abgeschnit ten set. Der Eisenbahnverfehr stockt. Der Ausbruch von Hungersnot und Unruhen wird befürchtet. Die Pest in der Mandschurei. Peking, 9. Februar. In den mandschurischen Pestzentren Mufden, Charbin und den Orten an der Bahn ent lang bis Tsitsikar ist die Pest zum Stillstand gekommen. Die strengen sanitären Maßnahmen haben die Zahl der Erfran-, fungen und Todesfälle zwar noch nicht verringert, doch ist seit einigen Tagen auch feine Zunahme zu verzeichnen. Da gegen breitet sich die Senche in den kleineren Orten, die sanitärer Maßnahmen und ärztlicher Hilfe entbehren, mit ra sender Geschwindigkeit aus und dringt immer weiter nach Süden vor. So wurden in einem Fleinen Orte südlich Charbins in einer einzigen Hütte 34 Beitleichen gefunden. Berlin, 9. Februar. Die deutsch- asiatische Bank hat eine Mitteilung erhalten, daß in ihren Abteilungen in Tientsin und Pefing alles wohl sei. In dem Chinesenviertel der beiden Städte feien allerdings Pestfälle vorgekommen, jedoch sei durch die umfassenden Maßnahmen der chinesischen Regierung ein Umfichgreifen der Pest verhin dert worden. Für die Europäer bestehe feine Gefahr. Folgenschwere Explosion einer Lokomotive. 0- Neuyork, 9. Februar. Nach einer Meldung aus Smithville in Teras sind bei der Explosion einer Lokomotive in der Reparaturanstalt zehn Personen getötet und sieben schwer verletzt worden. Handel und Verkebr. Cassel, 7. Februar. Schlachtviehpreise. 1. Rinder. A. Ochsen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungefocht) Schlachtgem.. .M, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren Schlachtgew. 80-84 M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Schlachtgew. 75-78 M, d) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere Schlachtgew. 68-78 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes Schlachtgew. 78-80 M. 6) vollflel= schige junge Schlachtgew. 75-76 M.c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere Schlachtgew. 72-73 M. E. Färsen und Rühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes Schlachtgew. 79-81 M, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Schlachtgew. 75-77 Al, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen Schlachtgew. 70-74.M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen Schlachtgew. 55--60 A, e) gering genährte Kühe und Färsen Schlachtgew. 48-52. D. Gering genährtes Jungvieh ( Fresser) Schlachtgew. M. 2. Kälber. a) Doppellender, feinster Mast Lebendgew. M, b) feinste Mastfälber Lebendgew. M, c) mittlere Mast- und gute Sangfälber Lebendgew. M, d) geringere Mast- und gute Saugtälber Lebendgew. 49-52 M, c) geringere Saugfälber Lebendgew. 45-48 M. 8. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masihammel ohne Wolle Schlachtgew. 75-76 Al, b) ältere Masthammel, geringere Mast lämmer und gut genährte junge Schafe Schlachtgero. 72-74 M, c) M. mäßig genährte Hammel und Schafe( Meraschase). M, a) geringere B. Weidemastschafe: a) Mastlämmer Lämmer und Schafe M. 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Kg. Schlachtgew.-M, b) vollfleischige von 120 bis 150 g. Schlachtgew. 66-67 M, c) volifleischige von 100 bis 120 g. Schlachtgew. 64-05 M, 6) vollfleischige von 80 bis 100 Kg. Schlachtgew. 62-63 M, e) vollfleischige unter 80 Kg. Schlachtgew. 60-61 M, f) unreine Sauen und geschnit tene Eber Schlachtaew. 54 M. - Neues vom Bücbermarkt. = Der Kampf um die Reichs- Zuwachssteuer, wie wir ihn in gleicher Heftigkeit um eine Steuer im Reiche bisher nicht erlebt haben, endete mit einem Siege des bodenreformerischen Grundgedankens. Ueber die deutsche Bodenreform, ihre Grundsätze und ihre weiteren Pläne, gehen nun die Meinungen im Volke weit auseinander. Da erscheint zur rechten Zeit eine neue( 5.) Auflage, von dem Werke des Bundesvorsitzenden A. Damaschke:„ Die Bodenreform", Grundsätzliches und Geschichtliches zur Erkenntnis und Ueberwindung der sozialen Not.( Jena, G. Fischer, 360 Seiten, Preis 2,50 Mt.) Es ist keine trockene fachwissenschaftliche Arsie beit. Sie wendet sich an die breitesten Schichten; will, wie der Versasser im Vorwort offen sagt,„ Willen wecken!" Und das hat dieses Buch auch bisher getan wie selten eines. - „ Kindergarderobe". Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57. Dieses originelle Blatt, das einen doppelseitigen Schnittmusterbogen und 5 Gratisbeilagen enthält, bezweckt die Selbstanfertigung der Kinderkleidung und des Kinderspielzeugs, sowie die Unterhaltung und Belehrung der Kleinen. Der Abonnementspreis beträgt 60 Pfg. pro Quartal. - D Festschrift 3 um 90. Geburtstage des Prinz Regenten Luitpold v. Bayern. Wie wir vernehmen, wurden in den letzten Tagen der Dr. Wild'schen Buchdruckerei Gebr. Parcus in Mün= chen, der Herausgeberin der Festschrift 90 Jahre „ In Treue fe st", Allerhöchste Beiträge für dieselbe in Form von Widmungen und Sinnsprüchen übermittelt von Sr. Heiligkeit dem Papst Pius 10., Ihren Majestäten dem Deutschen Kaiser, dem König von Sachsen, dem König von Württemberg, Ihren Kgl. Hoheiten dem Großherzog von Baden und dem Großherzog von Hessen. Das ohnehin schon sehr interessante Werk, dessen Erträgnis bekanntlich dem Sammlungs- Ausschuß für eine Nationalspende überwiesen werden soll, wird durch die Allerhöchsten Beiträge außerordentlich begehrenswert. Birchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 12. Februar, Septiagesimae. Gottesdienst In der Stadtkirche. Bormittags 9% Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus- Gemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Gauze oder Teile künstlicher Gebisse kaufen: wir Freitag, den 10. Febr. in Wetzlar, Hotel Kaliwaffer, 1. Et. Zimmer Nr. 4. Vornehme, kaufmännische, vertrauenswürdige Geschäfteführung! G. Horn aus Cöln ( Firma Gustav Hors, gegr. 1894). Giessen, Steins Garten. Freitag, den 10. Februar Nur ein Humorist. Abend Wilh. Eyles altrenomierter Leipziger QuartettKonzert Sänger. 8 Herren!! und 8 Herren!! in Glessen seit vielen Jahren bellebteste Gesellschaft! 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