S Bießen. retär aufge und Grund emokratischen dieser Par Nationallibe Den Gewerk In den Dortigen No en Kandida Sn Friedberg Sang den no Gießen ha ohne wei Die Stichwah ale Vorstand en und fid ndes unter Jahr diefelbe Bundes, einen ndidaten in jei daher eine smänner ge tag dort we erklären, daß ionalem Ge ten( 10., 17. en, Lehrlinge Uhr abends, werden. Berlaufstellen 7. erbefcheinen. den Gewerbe fortfehen oder re Anträge auf ür 1912 als darf nicht eher Hellen reibende im Be feine beträg Bergewerbetre die Wander Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - Erscheint Redaktion: oierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 234. Telephon: Nr. 362. Bekanntmachung. Von dem zur Deckung der Geländeerwerbskosten für den Bahnban Grünberg- Londorf durch den Kreis Gießen im Jahre 1895 aufgenommenen Kapital von 80 000 Mark find per 1. März 1912 zur Rückzahlung ausgeloft die Obligationen Lit. D. Nr. 25, 37, 52, 68, 73, 85 und 100 mit je 100 Mark und Lit. B Nr. 10 mit 500 Mark. Gießen, den 6. Dezember 1911. Großh. Kreisamt Gießen: J. V.: Welcker. Reichstagswahlen 1912. - Der Vorsitzende der nationalliberalen Partei für die Rheinprovinz, Professor Moldenhauer, erklärt, daß von Verhandlungen zwischen Zentrum und Liberalen keine Rede sein könne. Für den Kölner Reichstags wahlbezirk werden die nationalliberale und die„ freisinnige Volkspartei" einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen. Siegen. Die Zentrumspartei beabsichtigt, ähnlich wie in anderen Wahlkreilen, gleich im ersten Wahlgang für den christlich- sozialen Kandidaten einzutreten. Hus Stadt und Cand. Gießen, 9. Dezember 1911. n Gießen. Die Heil- und Pflegeanstalt in Gießen wurde zur Annahme von Praktikanten ermächtigt. n Gießen. In der psychiatrischen Klinik leitet zur Zeit Professor Dr. Sommer einen Ausbildungskursus für Bahnärzte, an dem 20 Aerzte aus der Umgegend teilnehmen. n Gießen. Der Werkmeister- Bezirksverein Gießen feiert heute sein 25jähriges Stiftungsfest. die n Gießen. Die Maschinenlieferungen für Zentrale werden nunmehr ausgeschrieben. Die Arbeiten: zum Anschluß der Orte im Kreise an das Gießener Werk werden so gefördert werden, daß ein Teil der Gemeinden bereits am 1. Oktober f. Js., der übrige Teil am 1. Oftober 1913 Strom beziehen kann. n Gießen. Diesen Sonntag wird der Zweigverein des Ev. Bundes einen Familienabend abhalten, der einen Vortrag des Pfarrers Berck aus Mainz- Mombach über„ Luther im Bann" bringen wird. ):( Krofdorf. Die gewohnten Hausschlachtungen beginnen infolge der schwachen Kartoffelernte diesmal schon etwas früher. Bei dem verhältnismäßig geringen Preis von 65 Mark pro Zentner Schlachtgewicht beeilt sich jeder, sein Schwein zu schlachten. ):( Krofdorf. Die Inbetriebnahme der elektrischen Beleuchtung verzögert sich immer weiter. Nach dem Streit der Monteure in der Elektrizitätsbranche kam das Schadenfeuer in den Siemens- Schuckertwerken Nürnberg, bei dem die für uns bestimmten Transformatoren vernichtet wurden. Jetzt ist alles bis auf die Schalttafeln fertig, sodaß man trotz des großen Berliner Metallarbeiterausstandes mit der Inbetriebnahme noch vor Weihnachten rechnen kann. 213 Besitzer bei 313 Wohnhäu sern insgesamt haben sich zu der Abnahme von Elektrizität entschlossen. Die Firmen Brinkmann in Gießen, die Siemens- Schuckertwerke und das Elektrizitätswerk Gießen haben an den Einrichtungen gearbeitet. Für Kopfschmerzen- Schlaflosigkeit. Diese Störungen sind in den meifen Fällen Belchen von Magen- und Leberstörung, wedurch das Blut mit Harn und Gallenstoffen überfüllt ist. Das befte Mittel um gute Verdauung und Leberfunktion herzustellen ist Dr. Wegener's Tee. Das beste Handmittel, sehr einfach zuzubereiten und angenehm zu nehmen. Besteht auv edlen Kräutern. Dr. Wegener's Tee fostet M. 1.50 das Paket in Apotheken erhältlich; wo nicht vorrätig wende man sich an die Ferromanganir gefellschaft, Kronprinzenstraße 55, Frankfurt a/ Main. Cafè Herr der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 9. Dezember 1911. Gleiberg rechnet man mit 30-35 Anschlüssen, darunter auch die Burg. n Gießen. Wegen begangener 44 Unterschlagungen, 33 Urkundenfälschungen und 3 Vergehen im Amt verurteilte die hiesige Straffammer den 21 Jahre alten Bezirkskassengehilfen Anton Ludwig Billasch von Friedberg zu einem Jahre fünf Monate Gefängnis. n Gießen. Der Lokomotivheizer J. Reinig und der Weichensteller Jakob Werther erhielten beim Uebertritt in den Ruhestand vom König von Preußen das Allgemeine Ehrenzeichen. n Gießen. Zugführer Bruß wurde von Fried berg nach Gießen versetzt. Der Weichensteller 1. Klasse Wagner, der Rangiermeister Luh, der Lokomotivheizer Reinig und der Weichensteller Werther von hier traten in den Ruhestand. eine Genossenschaft gebildet, welche eine fahrbare Bando Lauterbach. Die Mühlenbesitzer haben hier säge nebst Spaltteil zu zirka 6000 Mt. käuflich erworben hat. o Friedberg. Der 22. hessische Landesfeuer- wehrtag wird am 22., 23. und 24. Juni 1912 in unserer Stadt abgehalten. Hiermit verbunden ist gleichzeitig die Feier des 50jährigen Bestehens der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. o Friedberg. Unser neuer Güterbahnhof wird bis zum Mai 1912 vollendet sein. Probieren Sie Perlka Ausgiebigst. Kaffee- Ersatz. Uebertrifft all. Getreidekaffees a. Wohlgeschmack. Nur überbrühen! ,, Perlka" ist füberall zu haben. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. - die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellens gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beltrelbung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichtet. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. ):( Marburg. Der ordentliche Professor der Rechte, Prof. Dr. Heymann, hat den an ihn ergange nen Ruf nach Halle abgelehnt. Das geplante Kreisfriegerdenkmal soll die Gestalt eines monumental wir kenden Löwen zeigen. - ):( Braunfels. Der junge Fürst wird in die sen Tagen seinen Einzug halten. Für den 13. Dezem ber sind ein Fackelzug und ein Festball in Aussicht genommen. ):( Limburg. Die Erkrankung des Bischofs Dr. Willi hat sich wieder gebessert. Lebensgefahr besteht nicht mehr. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 10. Dezbr., 2. Advent. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- Gemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der fonfirmierten männl. Jugend der Matthäusgemeinde. In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Professor D. Ed. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und hl. Abendmahl für die Johannesgemeinde. Anmeldung vorher im Pfarrhause, Südanlage 8, erbeten. Abends 7½ Uhr: Versammlung der konfirmierten männ lichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde. Höchste Auszeichnungen: Kgl.Sächs.Staatspreis der Internat. Hygiene Ausstellung Dresden 1911 Goldene Medaille Ostdeutsche Ausstellung Posen 1911 No 3½ SALEM GOLD ma N° 5 LEMALEIKIM formal dinnm Mostck Orientalische Tabak retten Fabrik Yenidze Werthe poten ORESDEN SALEM ALEIKUM Cigaretten. 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Weissnäh- Unterricht Frau Schott, Kaiser- Allee 7 I. Zigarren u. Tabake Martin Krug, Schulstr. 5. Kein Grund zur Beunruhigung. Die vielfachen englischen Nachrichten über die im Laufe der leßten Monate gegen Deutschland getroffe nen Kriegsvorbereitungen haben in manchen Kreisen die Vorstellung erweckt, als ob in Deutschland der organisatorisch erreichbare Grad der Bereitschaft geringer als auf der anderen Seite der Nordsee set. Demgegen über hat der Reichskanzler am 9. November auf das bestimmteste erklärt, daß in keinem Augenblick bezüglich der Berettschaft von Armee und Marine Zweifel bestanden. Wie es oft geschteht, wurde dieses Wort von verschiedenen Setten ganz verschieden aufgefaßt. Die einen, nämlich diejenigen, die jeder Verstärkung unserer Wehrkraft sich widerseßen, schlossen daraus, daß Deutschland seinen Gegnern durchaus gewachsen und daher weitere Rüstungen überflüffig feten. Andere wieder dachten daran, daß auch wir auf einen Krieg uns vorbereitet hätten. Beide Auffassungen sind falsch; der Sinn der Aeußerung fonnte nur der sein, daß in Armee und Marine derjenige organisatorische Berettschaftsgrad vorhanden war, der von ihnen verlangt werden muß. Es dürfte vielleicht nützlich sein, zu zeigen, worum es sich dabet im Gebiete der Marine handelt. Was die Küste betrifft, so werden im Kriege die Operationen des Feindes dadurch erschwert, daß man die Seezeichen forträumt, die Leuchtfeuer löscht und die Fahrwasser durch Minen sperrt. Naturgemäß trifft man diese Vorkehrungen so spät wie möglich. Einem Gegner gegenüber, der die Feindseligkeit ohne Kriegserklärung oder vor derselben eröffnet, müffen sie allerdings schon früh getroffen werden, weil er fie andernfalls wenigstens feilweise verhindern könnte. Wefentlich früher würde die Bereitschaft der Küstenwerke zu erreichen sein, well durch sie die Schiffahrt oder andere friedliche Interessen nicht leiden. Was die Flotte selbst betrifft, so unterscheidet man bei ihr dauernde und vorübergehende Vorbereitungen zum Gefecht. Im Gegensatz zu einem Truppenteil der Armee fann tedes in Dienst gestellte Schiff jederzeit als mobil betrachtet werden. Es hat den größten Teil seiner Kriegsmunition an Bord, ebenso darf der Kohlen- und Proviantvorrat niemals unter ein gewisses Maß finfen; Alle Offiziere und Mannschaften sind in friegsmäBiger Stärke vorhanden. Binnen zwei Stunden kann Dampf für höchste Geschwindigkeit aufgemacht werden. Trotzdem sind vor einem Kriege noch allerhand Vorbereitungen zu treffen: Es müssen Kohlen und Heizöl aufgefüllt werden. Alle Gegenstände, die brennbar oder der Geschäftstätigkeit hinderlich sind, werden an die Werften abgegeben. Beides kann auch zur Not in See geschehen, indem man erstere Stoffe aus Transportbampfern entnimmt, während man letztere einfach über Bord wirft, was heutzutage überall auf funkentelegraphischen Befehl geschehen könnte. Daneben sind aber noch einige andere Borbereitungen zu treffen, die nur im Hafen schnell auszuführen sind. Neben diesen größeren dauernden Vorbereitungen finden vor jedem Kampf fleinere statt, dte bestimmt sind, Schiff, Waffen, Maschinen und Menschen in den Zustand höchster Bereitschaft zu sehen. Denn der GefechtsAzustand macht ein Schiff unwohnlich und verbraucht daher die Kräfte der Besatzung. Sie erfordern nur Bruchfelle einer Stunde und sind natürlich längst beendet, nachdem die Aufklärungsschiffe die Anwesenheit des Feindes gemeldet haben. Gegenüber einem Ueberfall, wie er nach der bekannten Meldung der„ Ball Man anis Gazette" möglich erschten, ist natürlich eine Flotte so wenig geschüßt wie ein Straßenpassant trotz aller poIzet gegen ein Attentat. Das deutsche Volk darf zur Flotte das Zutrauen Hegen, daß sie es mit der„ Wacht an der See so ernst nimmt wie irgendeine Flotte der Welt. Rundschau oom Cage. Politisches. Warum der Reichstag nicht aufgelöst wurde, beantwortet die" Nordd Allg. 3tg.", worin sie feststellt, daß der Schluß des Reichstags im Einverständnis mit dem Präsidium erfolgt set, dem daran gelegen habe, Zeit zu bekommen, die Beglaubigung der Beschlüsse des letzfen Sigungstages vorzunehmen und die sonstigen Geden der Zwetten Kammer wurde Dr. Ricklin( 3entr.) zum ersten Vizepräsidenten Böhle( Soz.) und zum zweiten Vizepräsidenten der Liberale G. Wolf gewählt. Dr. Ricklin erklärte bet uebernahme der Präsidentschaft er werde darauf achten, daß ein der Würde des Hauses entsprechender Ton gewahrt werde, denn nicht nur ganz Deutschland, sondern auch die ganze Welt sehe auf Stefes Parlament, des aus der allgemeinen, direkten und geheimen Wahl hervorgegangen sei. Der Erlaß einer kaiserlichen Vorordnung über die Auf16fung des Reichstags und über den Zeitpunkt der Neuwahlen stehe unmittelbar bevor. Danach scheint die Meldung der„ Berl. Pol. Nachr.", daß die Auflösung am Freitag erfolgen soll, sich zu bewahrheiten. Die Einberufung des neugewählten Reichstages ist, wie die Neue politiche Correspondenz" mittellt, für etwa Mitte Februar f. J. vorgesehen. Kehrt die Erbschaftssteuer im Reichstag wieder? Die Berliner Nationalzeitung" glaubt versichern zu fönnen, daß dem neuen Reichstag bald nach seinem Zusammentritt eine neue Vorlage über die Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf die direkten Nachkommen vorgelegt werden wird, verbunden mit einer Aufhebung der Zündhölzchensteuer und der Fahrkartensteuer. Man rechnet damit, daß die neue Vorlage von dem künftigen Reichstag, wenn auch mit geringer Majorität, verab= schiedet werden dürfte, da nach Andeutungen von fonfervativen Parteiführern auch von dieser Seite ein prinzipieller Widerstand nicht mehr zu erwarten sei. Die Mehrerträgnisse der Erbschaftssteuer sollten zum rascheren Ausbau unserer Flotte verwendet werden. Die Eröffnung des reichsländischen Landtags erfolgte am Mittmoch mit der Verlesung einer Thronrede durch den Statthalter. Staatssekretär Rorn von Bulach eröffnete darauf die erste Sibung zunächst mit der Vereidigung der neueingetretenen Abgeordneten. Dann erfolgte die Wahl des Bureaus. Burt ersten Vorsitzen84) Aus Eifersucht. Roman von Max Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) " Das ist nicht wahr!" rief ste erregt. Zur Dreibundfrage versichert der römische Korrespondent der Wiener Reichspost" auf das bestimmteste, daß seine Meldung über den beabsichtigten Austritt Italiens aus dem Dreibund trotz aller Dementis auf Wahrheit beruhe, und daß tatsächlich diesbezüglich im Palais der französischen Botschaft in Rom Verhandlungen stattgefunden hätten. Eine deutsch- englische Friedenskundgebung. Eine Mitteilung, die von allen Mitgliedern der Arbeiterpartei des englischen Barlaments unterzeichnet ist, ist an die sozialdemokratischen Mitglieder des deutschen Reichstags geschickt worden. Diese werden dringend gebeten, allen Bevölkerungsklassen, die sie vertreten, die Versicherung der Freundschaft der britischen Arbeiterschaft zu übermitteln. Es sei der Wunsch Englands, alle Streittafetten zwischen belden Ländern durch ein Schiedsgericht zu regeln. und Ste verdanken es lediglich dem rücksichtsvollen Verhalten jener Familie, die einen Eklat vermeiden wollte, daß Sie nicht bestraft, sondern nur Knall und Fall entlassen wurden." Ste war wieder im Begriff, etwas darauf zu ent= gegnen, aber Scharffenstein verhinderte es. Ueber die nationale Begeisterung in Italien für den Tripolisfeldzug meldet der Draht aus Rom: In ganz Italien finden fortgesetzt Kundgebungen der ganzen Bevölkerung für die Eroberung von Tripolis statt. Für das Rote Kreuz sind 15 000 Lire eingefommen. In Ferrara bereitete die Bevölkerung der nach Tripolis abgehenden Artillerie große Kundgebungen. „ Das interessiert uns ja nicht weiter," sagte er gleichgültig. Wohin begaben Sie sich dann in Stellung?" Ueber die Revolution in China wird heute gemel= det: Der Minister des Aeußern der Revolutionäre, Wutingfang, hat dem französischen und amerikanischen Konful in Beting mitgeteilt, daß, falls die Anleihen der Mandschus von den fremden Mächten bewilligt würden, die Revolutionäre gegen diese Mächte eine feindliche Haltung(?) annehmen würden. Dem deutschen Konsul gegenüber hat Wutingfang erklärt, daß ein Boykott der deutschen Waren nicht beabsichtigt set und daß die Revolutionäre einen solchen Boykott auch niemals gestatten würden. Deutschland möge jedoch verhindern, daß den Mandschus weiterhin durch deutsche Firmen Waffen und Munition geliefert werde, da sonst Unannehmlichkeiten für Deutschland hieraus entstehen könnten. " Ich fand nicht gleich etwas passendes und ging nach Berlin, wo ich von Sprachunterricht lebte." Und hier lernten Sie den Bruno Majewskt kennen?" Bruno Majewskt?" fragte sie verwundert.„ Das muß ein Irrtum sein." „ Ich bitte Ste!" fiel Weide ein.„ Was soll denn biese Verstellung? Ihr Komplize hat beretts alles ge= standen und auf Sle hingewiesen, und Sie wollen uns hter vormachen. daß Ete nicht die Gesuchte wären?" „ Der Elende!" entfuhr es ihr. Sie wußte nicht, daß der Kriminalfontmiffar die kleine Lüge benutzte, um fte zum Geständnis zu bringen. „ Ste lernten ihn also vor einem halben Jahre Lennen?" Kleine Nachrichten. Das Befinden der Kaiserin ist wieder befriedigend. Die gemeldete Erfältung ist verschwunden. Die Fahrt der Kaiserin nach Brimfenau ward hauptsächlich des halb aufgegeben, weil sich die Prinzessin Vittoria Lutse eine leichte Erkältung zugezogen hat und mehrere Tage das Zimmer bliten soll. Nach einigem Zögern gestand sie leise:„ Ja, in etnem Konzert." Das Linienfchiff Kaiser Wilhelm II, das, wie gemeldet, in der Keteler Föhrde festgekommeit war, tst wieder flott geworden und hat keinerlet Beschädigungen erlitten. Neuer Rekord der drahtlosen Telenramble. Dia Hamburg- Amerika- Cinte hat von dem Kapitän ihres Dampfers Corcovado" die Mitteilung erhalten, daß das Schiff auf der Reise von Hamburg nach Havanna noch 13 Tage nach der Abfahrt drahlos übermittelte Nachrichten von der Station Norddeich über eine Entfernung von annähernd 2400 Seemeilen in der Luft= linie erhalten hat. „ Das heißt, das ist auch wieder nur die halbe Wahrhett," bemerkte Welde mit unerschütterlicher Ruhe. Bon Matemsft haben wir beretts vernommen, daß Ihre gegenseitige Bekanntschaft in einem fener Barte= tees gemacht wurde, die jetzt in der Hauptstadt wie Bilze aus dem Boden schießen und wo man bet freiem EinFrau getötet, die dret anderen erlitten schwere Vera legungen. Ein Unfall, der leicht schwere Folgen hätte nach fic ziehen können, ereignete sich gestern abend auf der Ber Itner Vorortbahn bet Spandau. Wegen Reparaturar beiten war dort ein Graben von ungefähr einem Meter Tiefe und ziemlicher Länge ausgehoben worden. Der Graben war vorschriftsmäßig gesperrt und durch eine Signallaterne bezeichnet. Der um 6% Uhr von Berlin einlaufende Personenzug überfuhr die Signallaterne, fodaß die beiden ersten Wagen vor dem Graben hielten. Die aussteigenden Fahrgäste, etwa 50 Perso nen, stürzter: in den Graben. Mehrere trugen leichte Verlegungen davon, doch wurde niemand schwerer verletzt. Durch anonyme Briefe in den Tod getrieben wurde in Berlin eine 69jährige Renttere. Ste hatte sich in ihrer Wohnung erhängt. In der letzten Zeit hatte der Hauswirt der Greifin wiederholt anonyme Briefe be= kommen. in denen diefe fälschlicherweise der Kuppelet beschuldiat wurde. Aus Gram über diese gänzlich halt= lose Beschuldtaung ist die Frau in den Tod gegangen. Blutiger Streit unter Schülern. In Mülheim a. d. Ruhr entstand nach Beendtaung des Unterrichts unter den Schülern ein Streit, bet dem ein 15jähriger Schüler mit Stöcken und Gummifnütteln totgeschlagen und ein anderer durch Messerstiche lebensgefährlich verlegt wurde. Gin tödlicher Automobilunfall hat sich gestern bet Zwickau ereignet. Ein mit vier Personen besetztes Auto prallte gegen ein Haus. Bon den Insassen wurde eine tritt und von zarter Hand fredenztem Bier allerlet Vorträge und Vorführungen aus der gesamten Sphäre des Brettls genießen kann." - Vermischtes. Fürsorge für die Mannschaftsküchen. Den Inha bern der Militärkantinen ist eine Verfügung zugegangen, nach der in den Truppenküchen die Verwendung von Margarine und ähnlichen Kunstspeisen nicht mehi gestattet ist. Dagegen dürfen zum Kochen und Braten ungemischte Fette verwandt werden, wenn sie nach dem Urteil des Sanitätsamtes für die Truppenverpflegung geeignet sind. Die Schlächterinnungen wollen darum nachsuchen, Margarine, die unter Verwendung von Fetten in Deutschland geschlachteter und der Fleischbe= schau unterworfenen Tieren hergestellt ist, auch in den Truppenküchen weiter zuzulassen. Anf Schlagen Cotomott #bergeber auf der f der Stre mit dem darauf au tung chi gen Kopf Juriidtaur feinem S Unglückli Leiche Bahnhof Ein zöfifche Fliegern finden: bar. W stand der der Spit der Fede unterschri Waffe, fe fordert u vollenden mee von Schaden teren fe Fliegern Als tätigkeit Leitartikl beispielen Waffe; u teil auch Diebesfahrten eines Eisenbahnsekretärs". „ königlicher Eisenbahnsekretar" gab sich ein Heiratsschwindler aus, der gestern in Berlin verhaftet wurde. Es ist der 36 Jahre alte Kaufmann Paul Weddy, der erst kürzlich seine lezte Strafe verbüßt hatte. Weddy zeigte unter den verschiedensten Namen an, daß er eine Frau suche und erhielt als„ töniglicher Eisenbahnsekretär" eine große Menge Zuschriften von heiratslustigen Mädchen und Witwen. Er borgte diese nicht nur an, sondern bestahl sie auch in ihren Wohnungen. Einer Witwe entwendete er für 1200 Mart Schnucksachen. Gestern wiederholte er seinen Trick in der Elisabethstraße. Die Dame überraschte ihn aber, als er eine Schublade durchwühlte. Sie folgte ihm auf die Straße und ließ ihn von einem Schußmann verhaften. ,, Und Sie verliebten sich in diesen Menschen?" „ D, das beruhte auf Gegenseitigkeit! Und warum nicht?" fragte sie trotzig. Die Herren der Schöpfung, die ich bisher kennen gelernt hatte," ste biß sich auf die Lippen- oder vielmehr gesehen hatte, waren höchst schwächliche Exemplare edler Männlichkeit gewesen. Hier aber sah ich Entschlossenheit, Kühnheit, Kraft - und Liebe ist Kraft, meine Herren!" Mit boshaften Blicken betrachtete sie dabet den kletnen alten Mann, der da vor thr saß, und dann den etwas verlebt aussehenden zarten Assessor. Was die Könige verdienen. Im Gil Blas" Itest man: Schelten wir nicht allzusehr über die Kosten, die die Könige uns verursachen, wenn sie als Gäste zu uns fommen. Sie stellen sich, wenn sie zu Hause bleiben, für ihre Untertanen noch weit teurer. Man hat z. B. berechnet, daß die Könige von Belgien und von Griechenland auf den Kopf der Bevölkerung 40 kosten, der Kaiser von Oesterreich 36, der König von Italien etwas über 35 s, die Könige von Schweden und von Norwegen 32 3, der Bar 28, der deutsche Kaiser et was mehr als 24. Weit billiger arbeiten die Prästdenten von Republiken; der Präsident der Vereinigten Staaten belastet seine Untertanen" nur mit etwas mehr als 17 für den Kopf, Herr Fallieres nur mit etwas mehr als 7 ch und der Präsident des Schweizerischen Bundesrats faum mit ½ d. Das ist rein geschenkt! Der letztere runzelte die Stirn und nahm ste ener= gisch mit seinem Einglas aufs Korn, wobei er etwas von„ frechem Frauenzimmer" zwischen den Zähnen murmelte. Herr von Scharffenstein aber lächelte gutmütig, während seine Itnke Hand mit der goldenen Dose spielte, die er zwischen den mageren Fingern auf dem Schreibtisch herumwälzte. „ Und bet diefer kraftvollen Weltanschauung impo= nterte Ihnen eben jemand, der imstande sein konnte, einen Menschen zu ermorden, ganz gehörig, nicht wahr?" fragte er gelassen. Eine Vande ingendlicher Einbrecher, die aus nicht weniger als 15 Köpfen bestand und über 100 Einbruchsdiebstähle auf dem Kerbholz hat, wurde von der Berliner Kriminalpolizei hinter Schloß und Riegel gebracht. Die jungen Bengel hatten sich unter der Führung zweier bereits vorbestrafter Arbettsburschen zusammengetan, um gemeinschaftlich besonders den Schaufenstereinbruch zu betreiben. Die Bande bestand erst sett etnem Monat und hotte es in dieser kurzen Rett schon auf über hundert Einbrüche gebracht. Sie hätte voraussichtlich noch viel geleistet", namentlich in der Wethnachtszeit, wenn nicht durch die Eifersucht der beiden Führer die Eintracht in die Brüche gegangen wäre. Einer der Häuptlinge hatte sich ein Mädchen erobert, das auch der anderen gefiel. Darüber gerieten die betden in einer Streit, der damit endete, daß sich zwet feindliche Loger bildeten. Die neue trat aus der Ge= meinschaft aus, betrieb aber das Geschäft" nach den alten Grundsätzen weiter. Ihr Hehlernest war dte Wohnung der neuen Braut des Führers, und sie„ arbetteten" in den letzten Tagen mit großem Erfolge. Einige Milalteder erbeuteten hohe Werte in Gold- und Silbersacher, andere viel Wäsche. Als die feindlichen Brüder das erfuhren, wurden ste neidisch. Einer von thnen, den die Braut des Führers nicht fannte, ging nach deren Wohnung, während der Führer nicht zu Hause war, stelfte fich der Inhaberin als Kriminalbeamter vor, feßte ihr auseinander, daß er endlich hinter thre Schltche gekommen set und„ beschlagnahmte" alles. was fic befaß. Die beschlagnahmte" Diebesbeute brachte er dann in das Hehlerlager seiner Partet. ATS der Geliebte des Mädchens dahinter fam, daß ein Mitglied der Gegenpartet ihm in der Maste eines Krimtnalbeamten den Stretch gespielt hatte, Itef er in seiner ersten Wut schnurstracks zur Boltzet, offenbarte sich thr und machte über die ganze Gesellschaft in genaue Angaben, daß es gelanta, alle Mitglieder beider Parteien At ermitteln und festzunehmen. Er sprach ganz leidenschaftslos, wie ein Arzt, der eine Pattentin vor sich hat, die vorsichtig behandelt wer= den muß. Das brachte sie doch aus der Fassung. Sollte sie mit threm in aristokratischen Kreisen angenommenen selbstbewußten Auftreten zu weit gegangen sein? Diefer fleine Herr war wohl von thr unterschäßt worden, er war offenbar etner von jenen Menschen mit zerbrech= licher Schale und hartem Kern, denen man es äußerlich anmerkt, daß sie nicht mit sich spassen lassen. Sie blickte zur Erde und sann nach. Erst jetzt wurde ihr klar, daß an dieser Stätte tedes Wort gut überleat und das Benehmen wohl berechnet fein mußte, wenn man einigen Eindruck machen wollte. ,, Ich ahnte es nicht, daß er einer solchen Tat fähig wäre," erwiderte sie auf die letzte Frage des Unterfuchungsrichters. „ Aber Ste hielten es immerhin für möglich, daß es dazu kommen könnte?" ,, Auch das nicht, im Gegenteil! Ich war der festen Ueberzeugung, daß die Aneignung des Geldes ohne trgend welchen Zwischenfall vor sich gehen würde." „ Und was dachten Sie nun, als Sie sahen, daß die junge Frau ermordet war?" Ich war aufs höchste entsetzt, und eine furchtbare Angst packte mich." ,, Trotzdem hielten Sie es nicht für nötig, der Behörde zur rechten Zett Anzeige von Ihrer Kenntnis des Falles zu machen, fa, Ste trafen sogar gleich darauf wieder mit jenem Menschen zusammen!" „ Ich war wie durch magische Gewalt an ihn gefeffelt. Ich liebte thn zwar jetzt nicht mehr, aber ich-" „ Nun?" " Ich hatte ein Gefühl der Bewunderung für ihn." " Und doch zeigten Sie ihn dann an?" ,, Well sich zu jenem Gefühl das des Hasses geſellte, als mir alles klar wurde und ich ihn ganz durchschaute." ,, Waren Sie nicht in alles eingeweiht?" " Das glaubte tch zuerst, aber es war nicht der Fall. Denn er verschwieg mir etwas und hinterging mich außerdem." Was verschwieg er Ihnen?" " Nun, ich wußte doch aus den Zeitungen ganz ge= nau, daß er achtundzwanzigtausend Mark erbeutet haben mußte, und er sprach mir immer nur von achttausend." Die Herren fahen sich flüchttg einander an. Hier war eine klassische Zengin gegen den Einbrecher! flamen f Der drei wert ner Auffl lins sind quitätenh Tage nac der Antic früher K der frühe leben vo gelegentli Kunsthan gutem G vier Tage die neuer besondere In Zante bung fofo nen Veri Polizet d erstatten lers und Saub haben id Jagdaus biz in P tellten if hter Tre frankt se Treiber prompt thre Jag chen und fchmecken Tag der dte Trett dafür üb pfefferte A Wie chungsre Expeditio er von ei verwunde brief des Verfügun den Ungl Reifende ( Nordost nefung b ter nach ber hoffe Ziel, die Von Büffel na zuerst an. ne Rettun Einherstit versuchte, auf und Und Das Die Schle Herr fchen unte arbettet, Bepflegt, hoch, wte er fich m Diefer U Kellneri In einem den aus beften ha zu gut, u Brief, de „ Und Ihrer Ab Geld ger ttet hat Nu tow itbe tel gefch Da Ihrem H trgend n We Jene Spu Ste 3 gen? 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Zu feinem Schrecken erkannte der Lokomotivfütorer, daß der Unglückliche auf der Stelle aetötet war. Er nahm dte Leiche auf dem Zuge mit nach Berlin, wo sie vom Bahnhof aus nach dem Schauhause gebracht wurde. Ein hartes Urteil. Zwei Jahre lang hat die französische Preffe Europa die Ohren vollgelärmt: mit feinen Fliegern, feiner vierten Waffe, sei Frankreich unbesiegbar. Während des Rundfluges durch Ostfrankreich stand der Pariser Matin" um der Reklame willen an der Spitze der Lärmmacher. Jetzt aber bringt er aus der Feder eines höheren Offiziers mit voller Namensunterschrift einen Lettartikel, in dem sich folgende Säße finden: Bunächst ist die Fliegeret überhaupt keine Waffe, teine vierte Waffe, weil sie nur junge Leute erfordert und fein Offizier in ihr seine ganze Laufbahn vollenden kann; überdies könnte eine zahlreiche Armee von Fliegern- und wir brauchen viel nur zum Schaden des Heeres existieren, dem es sowieso an Offtzteren fehlt; schließlich würde eine Spezialarmee von Fliegern allzu häufig zu einer niederdrückenden Untätigkeit verdammt feh." Die Flugzeuge, so erklärt der Leitartikler des„ Matin", feien nur ein Hilfsmittel, wte beispielsweise das Pferd für die Artillerie, aber feine Waffe; und in dieser Ansicht begegnet er wohl dem Urteil auch des übrigen Europa, soweit es nicht an Reflamen für Schauflüge beteiligt ist. Der Kirchenraub in Xanten, bet dem, wie berichtet, dret wertvolle alte Gobelins gestohlen wurden, geht setner Aufklärung entgegen. Die gestohlenen drek Gobelins find bet einem bekannten und angesehenen Antt quitätenhändler in Brüssel aufgefunden worden. Zwet Tage nach dem Diebstahl, am 27. November, empfing der Antiquar den Besuch eines Herrn, von dem er schon früher Kunstgegenstände gekauft hatte. Der Betreffende, der früher in Aachen wohnte und jetzt in Paris zu leben vorgab, erklärte, er erwerbe folche Gegenstände gelegentlich auf seinen Reifen. Diesmal brachte er dem Kunsthändler drei alte Gobelins, die dieser auch in gutem Glauben für 3000 Frant faufte. Vor nunmehr vier Tagen hatte der Antiquitätenhändler Gelegenheit, die neuerworbenen schönen Stücke einem Sammler und besonderen Kenner zu zeigen, der von dem Diebstahl In Xanten gehört und die Gobelins nach der Beschretbung sofort wiedererkannte. Er tellte dem Händler setnen Verdacht mit, worauf dieser durch die Brüsseler Boltzet die Meldung von dem Funde nach Düsseldorf erstatten Iteß. Man ist bereits auf der Spur des Heh= lers und hofft, auch die Diebe ermitteln zu können. Sanbere Jäger. Ein Jagdstückchen feltsamer Art haben sich acht Gauner in Kürbis geleistet. In voller Jagdausrüstung erschienen sie eines Morgens in Kör big in Pommern, begaben sich zum Ortsvorsteher und tellten ihm mtt, fte feten vom Jagdpächter beauftragt, hter Treibjagd abzuhalten. Da der Jagdvorsteher erfrankt set, möge doch der Jagdvorsteher für die nötigen Treiber und für das Jagdfrühstück sorgen, was auch prompt ausgeführt wurde. Darauf hielten die Herren thre Jagd ab, erbeuteten 57 Hasen, zahlreiche Kaninchen und anderes Wild, teßen sich dann das Frühstück schmecken und fuhren zum Bahnhof. Als am nächsten Tag der Jagdpächter mit seinen Jägern anlangte, um Ste Treiblago abzuhalten, war das Wild abgeschossen; dafür überreichte ihm der Ortsvorsteher aber eine ge= pfefferte Rechnung über das Frühstück. Auf den Hörnern des Büffels. Wie fürzlich gemeldet wurde, ist der deutsche Forchungsreisende Oberleutnant Paul Graeß auf einer Expedition dura den Kongo dadurch verunglückt, daß er von einem Büffel angefallen wurde, der ihn erheblich verwundete und feinen Begleiter tötete. Ein Privatbrief des Herrn Graetz, der der Frf. 3tg." jest zur Verfügung gestellt wurde, enthält nähere Angaben über den Unglücksfall, die vielleicht interessieren werden. Der Reifende schreibt unterm 29. September aus Rasama ( Nordost- Rhodesia), daß er sich auf dem Wege der Genesung befinde und hoffe, in acht bis zehn Tagen wetter nach dem Kongo reisen zu können. Anfang November hoffe er im Kongo zu sein, im Dezember sei sein Biel, die Westküste zu erreichen. Von dem Unfall gibt er folgende Schilderung: Der Büffel nahm mich wegen des Feuers meines Mausers zuerst an. ich sprang beiseite und ftel. Dies war met ne Rettung. So entging ich dem Anprall des wittend Einherstürmenden. Der Büffel war sofort bei mir und versuchte, mich auf die Hörner zu nehmen. Ich sprang er spießte mich auf und packte ihn bet den Hörnern „ Und wieso hinterging er Ste?" - Das war jedenfalls die wichtigere Sache für sie, denn die Schleusen ihrer Beredsamkett öffneten sich jetzt. „ Herr Untersuchungsrichter, ich habe diesen Menschen unterstützt, wie ich es konnte, habe für ihn gearbeitet, seine Sachen instand gehalten, ihn gehegt und gepflegt, wie ein liebendes Wetb es eben tut. Ich weiß hoch, wie oft er zu mir gesagt hat, in meiner Nähe fühle er sich wie im Himmel. Und wie benimmt sich nun dieser Undankbare? Er vergafft sich in eine gewöhnliche Kellnerin, führt sie aus, und ich überrasche ihn mitt ihr In einem Cafee, wo er für Sie das Geld mit vollen Händen ausgibt. Das war mir denn doch zu viel! Zum besten halten lasse ich mich von niemand, dazu bin ich zu gut, und so setzte ich mich denn hin und schrieb jenen Brief, der die volle Wahrheit enthält." ,, Und Sie sind in Ihrer Eifersucht nicht zu weit mit Ihrer Beschuldigung gegangen?" fragte Bardekow. „ Aber es ist doch alles ganz klar! Wenn er das Geld genommen hat, so muß er doch auch die Frau getötet haben!" ,, Nun, so klar ist die Sache doch nicht!", sagte Bardekow überlegen. Wann hat er zum Beispiel jenen Zettel geschrieben?" ,, Das weiß ich nicht", versetzte sie unbekümmert. In threm Haß war es ihr gar nicht in den Sinn gekommen, trgend welche Nebenumstände in Betracht zit ziehen. Wetter: womtt und zu welchem Zwecke hat er Jene Spuren im Vorgarten hervorgebracht?" " Ste zuckte mit den Achseln. Was sollten diese Fragen? Majewskt war der Täter, er wirde seine Strafe und sie ihre heiß ersehnte Rache haben, und damit basta! Bardekow blickte mit der Miene eines Siegers im Kretse umber. Was war hier bewiesen? Gar nichts! Er brauchte seine Partte noch nicht verloren zu geben. Scharffenstein hatte bereits wieder auf den Knopf durch Backe und Unterkiefer in die Zunge und pfefferte mich in die Luft, daß mir die Sinne vergingen. Ich bin der erste Jäger, der, so vom Büffel angenommen, nicht getötet worden ist. Dann wandte fich der Büffel meinem Begleiter zu, der ihn mitten in den Schädel schoß, doch der Büffel hatte noch wenige Sefunden Lebensfraft genug, meinen Begletter in Brust, Unterleib und Oberschenkel zu spießen. Der ganze Vorfall dauerte überhaupt nur wenige Sefunden. Mein Begleiter starb in der tommenden Nacht, während ich mich felber zusammenflicte und hierherfchleppte, wo ich mich seit beinahe dret Wochen in ärztlicher Behandlung befinde. Die Qualen waren mitunter so rasend, daß ich meine ganze Selbstachtung zusammennehmen mußte, um nicht zu verzweifelr. Jezt bin ich ohne Schmerzen. Die Wunden find geheilt, freilich gibt es Narben, doch die Bruchstücke des Unterftefers hat mein Doktor noch nicht zusammentriegen können. Wir erwarten tägItch den Arzt von dem fünf Tage entfernten Abercron. Dann wollen mich beide Aerzte nochmals chloroformieren und operteren. Die Operation besteht darin, die Bruchenden des Unterftefers aufeinanderzupassen und dann die beiden ersten Zähne der Bruchenden mit Silberdraht aneinanderzubinden, um einen Halt zu bilden. Dann muß ich noch zwet bts dret Wochen von flüfftger Nahrung leben, an die ich mich schon gewöhnt habe: Hygiama, Suppen und flüssige Buddings. Ich habe nach einem Erjabmann nach Paris gefabelt, er foll mir über Kapstadt nach Elizabethville im Kongo entgegenkommen, doch bin ich im Zweifel, ob sich einer finden wird. Metn braves Boot liegt 35 englische Metlen von hier im Chambert vor Anker und erwartet mich Amerikanische Gerichtshofblüten. Die Europäer find nicht in der angenehmen Lage, solche Richter 31t besitzen, wie wir in Amerika. Unsere Richter, so wird aus Neuvort berichtet, menigstens in den niederen Gerichten, werden vom Volte erwählt, ohne daß dabet die juridische Erziehung Bedingung ist; man hat schon Gevatter Schneider und Handschuhmacher, Buchhändler und Bierwirte zu Richtern gemacht, die weder den Code Napoleon, noch den alten Justinian auch nur dem Namen nach kannten, die sich auf ihren gefunden Menschenverstand als Rechtsbeirat verließen und doch ganz zutreffende Uricite fällten. In Portersville im Staate Neuyork ereignete es sich fürzlich, daß zwet Autofahrer wegen Verletzung der Fahrvorschriften verhaftet wurden. Die beiden Arrestanten hatten es eilig und der hohe Gerichtshof war, da es noch sehr früh am Tage war, noch nicht bei der Arbeit. Dem Wunsche der Gesetzesübertreter entspre= chend, brachte sie der Polizist nach des Richters Privatwohnung, wo der weise Salomo, soeben sein morgendliches Bad nahm. Wie gesagt; die Herren hattens sehr ellig, und so wurde die Szene des Badezimmers zum Tribunal: der Richter verhörte, in der Badewanne sigend, die Delinquenten, verurteilte, immer noch in der Badewanne sizzend, die Misfetäter zu je zehn Dollar Strafe und nahm, in der Badewanne fizend, die Schecks der beiden Herren entgegen, die sich mit einem Herzlichen Danfe bestens" empfahlen. In dem benachbarten New- Jersey verhandelte ein Nichter einen Fall, bei dem eine tunge Dame als geu= ain geladen war; wie die jungen Damen nun einmal find, wenigstens bei uns in Amerifa- ließ die Bengin ihr Bünglein etwas lebhaft spazieren gehen, und der Richter verwarnte sie. Dies hatte nun gerade die gegenteilige Wirkung, und schließlich wußte sich der Richter feinen anderen Answeg, als daß er die Redselige wegen Mißachtung des Gerichts zu dreißig Minuten Gefängnis verurteilte, und das Mittel wirfte. In Indianapolis wurde ein„ Klub" ausgehoben hierzulande wird jedes professionelle Spielhaus Klub" genannt und die Bolizel überraschte die Sple= fer bet einem ziemlich hohen Boferspielchen. Wie in solchen Fällen üblich, wurde die Kasse beschlagnahmt, und die Spieler mußten ins Arreftlofal wandern. Bet der Gerichtsverhandlung am nächsten Tage erschien die Gattin eines der Verhafteten mit einem Säugling anf dem Arme vor dem Richter; fie erzählte ihm, wie thr Gatte Tag und Nacht in jenem Sause seine Beit vertrödelt und fein Geld verspielt habe. Er habe es ihr überlassen, mit ihrer Hände Arbeit für sich und das Kind zu sorgen, da er für sie nie einen Gent übrig hatte. Der Richter hörte ihr ruhia zu, dann nahm er das In dem Spielhaus fonfiszterte Geld und händigte es der bemitleidenswerten Frau aus. Und den pflichtvergeffenen Ehemann verdonnerte er zu einer besonders langen Freiheitsstrafe. Seattle ist eine der fingsten Großstädte des Landes; es Ilegt tm Staate Washington an der fernsten Grenze des äußerster Westens. Dort find die Menschen noch roher, d. H. in den meisten Fällen unverdorbener und ehrlicher als in den Oststaaten. Auf diese Tatsache griindete der Sheriff von Seattle seine Vertrauensseligkeit. Er sollte eine Anzahl Gefangene nach dem Gerichtssaal gedrückt und gab dem herbelellenden Polizisten einen Wint. Helene Brandt wurde abgeführt. Bald darauf stand Bruno Majewskt an ihrer Stelle. " Ich muß Ihnen eine wichtige Eröffnung machen", fing Scharffenstein an. Ihre Braut ist erwischt worden und hat alles eingestanden. Ein wetteres Leugnen Ihrerseits ist also völlig zwecklos." blüfft. Was hat sie eingestanden?" fragte Majewskt ver" Daß Sie das Geld entwendet haben und der Mörder sind." „ Himmlischer Vater!" rief Majewskt erbleichend. " Wie kann ste so etwas sagen? Ach nein, Herr Untersuchungsrichter, Sie scherzen oder wollen mich aufs Glatteis führen. Das kann nicht sein, so schlecht tft fie doch nicht, daß ste mich unschuldig hineinlegen wird." „ Unschuldig sind Sie doch nicht!" „ Nein, ganz nicht, aber auch nicht ganz schuldig. Und vor allen Dingen nicht in so schrecklicher Weise." ,, Wie Ste uns belfigen, haben Sie auch Helene Brandt belogen. Sie verfahren eben nach dem Rezept gewisser Verbrecher, die selbst bis aufs Schafott thre Tat geleugnet haben und dadurch der gerechten Strafe zu entrinnen glaubten. Sie wissen aber auch, wie es denen ergangen ist und daß ihnen ihre Halsstarrigkeit nichts genutzt hat." „ Herr Untersuchungsrichter, es wäre ein Justizmord, wenn man mit mir so verfahren würde." " Dann erklären Sie uns doch einmal das Rätsel!" " Kann ichs denn? Ich fanns ebenso wenig wie Ste. Sobald ich alles erfuhr, dachte ich gleich: Jetzt bist du geliefert. Wenn man dich jest faßt, so wird man die ganze Schuld auf deine Schulter wälzen. Ich kann Ihnen nicht beschreiben, in welcher Aufregung ich sett fener Beit gelebt habe. Selbst sie, die ich wahrhaft Itebe, htelt mich für den Täter und gab mir das zu verstehen. transportieren, aber es waren für diesen Transport feine Mittel vorgesehen. Kurz entschloffen appellierte er an das Ehrgefühl der Gefangenen und ersuchte file, fich ohne sein Geleit prompt am nächsten Morgen im Gerichtssaal einzufinden, was ihm die Herren Arre stanten auf Ehrenwort versprachen. Und am nächsten Morgen fehlte nicht ein einziger. Die Dardanellenfrage. Von zuverlässiger Seite erfährt der Korrefpondent der rtf. 8tg." in Konstantinopel, daß Rußland als Gegenkonzeffion für die freie Durchfahrt seiner Schwar zen Meerflotte durch die Dardanellen die Aufhebung des zwischen der Türket und Rußland seit zehn Jahren bestehenden Vertrages über Bahnbautn in der Zone des Schwarzen Meeres anbietet. Durch diesen Vertrag wa ren die Bahnbauten in der östlichen Türkei vollständig lahmgelegt, fremde Kapitalien und Unternehmungen durften zu ihnen nicht herangezogen werden. Ferner bietet Rußland auch eine Reihe von Konzessionen am Balkan an. Die Pforte hat jedenfalls abgelehnt, die Meerengenfrage allein zu entschetben. Ste beansprucht die Mitwirkung der Signatarmächte und die eventuelle Einberufung einer Konfe renz zur Entscheidung. Die bisher aus den europätfchen Hauptstädten thr angegangenen Antworten lauten wenig klar, was in Konstantinopel verstimmt. Auch dte englische Antwort soll die frühere Präzision in ähnltchen Fällen vermissen lassen. Man befürchtet auf der Pforte immer noch die Existenz eines Geheimabtommens zwischen Rußland und England, welches im Zusammenhang mit dem perfifchen Vertrage steht. Die Titrtet hat inzwischen die Meerenge in Ver teidigungszustand gesetzt, wie aus folgender Drahtmeldung hervorgeht: Konstantinopel, 8. Dezember. Dem Bernehmen nach ist gestern eine Division nach den Dardanellen und Gallipolt gegenüber der fletnastattschen Küste abgegangen. Auch drei alte Kriegsschiffe sollen in Stand gesetzt werden. Berliner Getreide und Slavichmarkt. Im Einklang mit der an den maßgebenden Blägen des Auslands obwaltenden Stimmung zogen in der vergangenen Woche in Berlin die Getreidepreise an, trotz der hohen Ziffern der amtlichen Statistik über die Ernteergebnisse. In Weizen bat Deutschland eine Refordernte erzielt und in Moggen die zweitbeste aller bisherigen Ernten. Necht förderlich fitr die Aufwärtsbe wegung war der Umstand, daß das diesmalige Gewächs außerordentlich trocken eingeheimist wurde und daher von ungewohnter Haltbarkeit ist. Bei dieser Eigenschaft ist das Getreide nicht dem Verderben ausgesetzt und der Landwirt kann unbesorgt den ihm aftuftig erscheinenden Zeitpunkt abwarten. So nur dirfie fich das aufe fallend geringe Inlandsangebot erklären. Weizen hat noch verhältnismäßig menig profitiert, aber Roggen zog erheblicher an. Der unverhältnismäßig hobe Preis des Safers dürfte mohl auf manchen Wirtschaften die Vermendung des Roggens zu Futterzwecken geraten erfcheinen Tassen und dies hat wahrscheinlich zur Knapp= heit an Ware beigetragen. Inlandshafer ist sehr knapp offertert und erzielte im Pofocefchäft mefentlich höhere Breise als Roaaen. Auch Mats hat sich anaefichts der unbefriedigenden Ernte an Sutterfräutern gehoben. Am letten Toae der Berichtemoche murdent fitr Mallteferung notiert: Weizen 212,50, Roggen 193,50, Hafer 187,25, Mais 163.50. Breile des städtischen Schlachtutehmarftes. 1. Obsen: a) vollfleischige, ausgemästele höchsten Schlachtwertes ( ungefocht) 81-89 M, b) lunge fleischige, nicht ausge= mäftete und ältere ausgemästete 73-82 M. c) mäßta ge= nährte junce smd aut genährte ältere 62-70 M. 2. Bil Ien: a) volfleischige ausaemachfene höchsten Schlachtmertes 75-80 M, 6) poffetfchine Hingere 71-78.. c) mäßig genährte fingere und ant genährte ältere 62 618 74 3. ärfen und ühe: a) rollfleischige ausgemäftete ärfen höchsten Schlachtwertes- M.) nomies schine ausgemäftete lihe höchften Schlachtwertes. bis zu 7 Jahren. 70-75 M, c) ältere ausgemästete und menig gut entwickelte jüngere ühe und ärfen 62-69 M., d) mäßig genährte the und ärfen 53-60 M. e) ge= rina nenährte the und ärfen bis 60 M, f) gering genährtes unavieb( reffer) 52-64 M. 4. Iber: a) Doppellender feinster Maft 114-143 M, 6) fejnfte MastFärber 103-112., c) mittlere Maft- und befte Saunfälber 88-97 M. d) aft- und gute Saunfärber 74 bia 88 M. e) geringe Saugfälber M. 5. Schafe: a) Maftlämmer und fingere Masthammel 78-82 M., b) ältere Matthammel, tüngere Mafttämmer und aut ne= nährte tunne Schafe 66-76 M. c) mäkia genährte Sammel und Schafe 56-70.. 6. Schmeine: a) Fettfchweine fiber 3 Bentner Lebendgewicht 58 hinn Schweine 250-300 23fb. 57-58.. c) vollfleischige 200 bis 240 fб. 54-57 M., b) poffeifchige Schmelite 180 618 200 1b. 50-55 M, e) vollfleischine Schweine unter 160 9316. 47-50, f) Sauen 50-53 M Deshalb relfte in mir der Plan, ins Ausland zu gehen. Vielleicht hätte ich mich da von diesem entsetzlichen Alpbruck fret gefühlt. Es ist mir nicht gelungen, zu ents kommen, und nun trampelt man hier auf mir herum wte auf etner Giftschlange. Unschuldigen Verdacht ertragen zu müssen, Herr Untersuchungsrichter das tausendmal schlimmer, als wenn man mit Recht bestraft wird.“ Scharffenstein klopfte ihm freundlich auf die Schulter.„ Es freut mich wenigftens, daß Ste sich heute verständiger benehmen, Majewski, als neulich, wo Sie sich wie ein Unsinniger gebärdeten. Man kann doch ein vernünftiges Wort mit Ihnen sprechen. Sie werden mir felbst zugeben müssen, daß aller Verdacht gegen Ste spricht. Dazu gefellt sich noch Ihr Verhalten zu Ihrer Freundin. Sie wollten sich allmählich von ihr zurückztehen „ Ich zurückziehen? Kein Gedanke! Daß ich mal ein anderes Mädel ausführte, das ist doch nicht so schlimm, und daß sie davon gleich ein solches Aufheben macht und mich um Kopf und Kragen bringen will, ist gemiß nicht schön von ihr. Das habe ich nicht um sle verdient. Aber sie hat doch wohl schon alles widerrufen, nicht wahr, Herr Untersuchungsrichter?" ,, Ganz im Gegentet!! Sie hat thre kurzen briefItchen Angaben sogar verschärft und erweitert." „ Ja, ja", gestand Majewskt zerknirscht, nun verstehe ich ihr Mißtrauen, mit dem sie mich in der letzten Zeit auf Schritt und Tritt verfolgte. Ich dachte erst, es wäre gewöhnliche Eifersucht, aber es war etwas anderes. Ste glaubte, daß ich ihr eine große Summe Geldes, von der thr ein Anteil gehörte, unterschlagen wollte. Ach, Herr Untersuchungsrichter, das kann ich Ihnen sagen, das Welb, das ist unser Verderben. Das ist in der Bibel schon ganz richtig dargestellt." ( Fortsetzung folgt.) Zur Aufklärung über die Herſtellung von Palmin Es besteht vielfach noch die Anficht, Palmin fel ein aus verfchiedenen Fetten zufammengefetztes Kunftprodukt, das irgend welche unbekannten Zufätze oder Beimifchungen enthalte. Obwohl schon der überaus reine Ge fchmack des Palmin erkennen läßt, daß diefe Anschauung auf einem Irrtum beruht, erklären wir, um Miẞverständ niffe zu beseitigen: Palmin ift abfolut reines Pflanzen. fett und beſteht einzig und allein aus dem fehr fettreichen Fleisch der Kokosnuẞ; es wird daraus durch Preffung und Reinigung gewonnen und weift keinerlei Zu fäge irgend eines anderen Stoffes auf( auch kein Waffer), enthält vielmehr 100% reines Fett. $ Palmin ift neuerdings auch weich( fchmalzähnlich) zu haben, H. Schlinck& Cie. H.-G. Bekanntmachung. Wir beabsichtigen im nächsten Sommer wieder eine Anzahl armer scrophulöser Kinder, deren Eltern im Sparkassebezirk wohnen, auf Kosten unserer Kasse behufs Gebrauchs einer Badekur im Elisabethhaus in Bad Nauheim unterzubringen. Anmeldungen, welche durch die Pfarrämter oder Bürgemeistereien bis spätestens Ende Jannar k. J. einzureichen find, müssen mit ärztlichem Attest belegt sein, woraus hervorgeht, daß die Kur notwendig ist und mit etner amtlichen Bescheinigung, daß die Eltern nicht in der Bage find, die Kosten selbst bestreiten zu können. Gießen, den 7. Dezember 1911. Bezirkssparkasse Gießen. Doering. Bekanntmachung. Es wird beabsichtigt, auch diesmal wieder eine Prämiterung von Dienstboten des Sparkassenbezirks eintreten zu lassen. Prämten können von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bet der Herrschaft Kost und Logis haben und sich darüber, sowie über gute Führung durch Beugnisse aus weißen tönnen. Von Vollendung der 5 Dienfijahre kann nur dann abgesehen werden, wenn der Dienstaus tritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushalts, oder durch Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. und 2391 Anerkennungsschreiben beweisen die vorzüglicbe Wirkung der Cimosan- Gicbt= Rbeuma- Cabletten. Diese ausserordentlich grosse Zabl freiwilliger Anerkennungen dankbaren Gicht- und Rbeumakranken sagt mebr als wir Jbnen sagen können! von Wenn Sie die Limosan Tabletten kennen lernen wollen, brau chen Sie nur eine Pofikarte mit Ihrer genauen Adresse zu schrei u intereffant. Bro schüre nebst erwähnten Zeugnissen ber, wir ſenb. Ihnen bann Probe Begriffen fofort 1 vollständig kostenlos. Chemisch. Laboratorium Limosan Niederoderwitz- Sa. Nr. 1719. 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Dezember 1911. elaika"): Treand Man abonniert eben( illustr.), ie direkt beim urt a M. me Colonelzeile Pfennighaben, übergibt e dem Israelit aelitisches Pub nkfurt a. M. afe ett .45-50 Pi Il Befizer, orf( Ostpr.) et gegen Nach 8, täglich frijd fauber gerup hes ückenbau trotechnik. Bingen ir Uhr 30 Std btsgabe eschenke. Co. Berlin 55. chnahme. eit, Wunderbare ückp. gestattet Mk. 8.50 Porto oir Uhr. atis eine Wandte vergold. mi kette( goldimit hien flochte. ger, alte Wunden geschwüre, AderFüße Hautausschläge, Schuppenfl ch == Anzeigen. Minimax bester und auverlässigster Mandfenerlöscher der Welt. 450 000 Stück verkauft. Löscht monatlich bis über 500 Brände KEROS -Licht Referenzen: Staatspreis für Beleuchtung in Dresden. Grand Prix auf 5 Ausstellungen Brennt auf mehr als 20 CO deutschen Bahnhöfen, in 100 Städten Gemeinden, in 700 Betrieben. Alles Nähere kostenfrei durch Otto Pickert in Giessen Generalvertreter. 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I° الـدا Illustrierter 8. Dezember 1911. Wochen- Anzeiger Welt- Rundschau. Bezugspreis fürs Vierteljahr 1 Mark durch die Agenten, 1,20 Mark durch die Post und 1,50 Mark direkt unter Kreuzband. Stadt- Anzeiger. 100 Mark Prämien erhalten unsere Abonnenten laut unseren Bedingungen. P³1 العطا Inserate die 44 mm breite Petitzeile 25 Pfg.; Reflame die 90 mm breite Petitzeile 50 Pfg. Extra Beilagen nach Uebereinkunft. Expedition: Gießen, Seltersweg 83. Mit einer Tee- Karawane durch die Mongolei. ee wird in allen kultivierten Staaten der Erde getrunken, aber für Rußland ist dieses Getränk gewissermaßen ein Lebensnerv. Mir wenigstens wäre es unmöglich, mich in russisches Leben hineinzudenken, ohne daß ich dabei an Tee dächte. Man sollte meinen, daß demnach Rußland die größte Verbrauchsziffer von Tee aufzuweisen hätte. Dem ist aber nicht so, denn es rangiert in der Reihe der teetrinkenden Nationen erst an fünfter Stelle mit einem jährlichen Konsum von 0,93 Pfund pro Kopf der Bevölkerung. Voran gehen Australien mit 7,80; England mit 6,10, die Niederlande mit 1,48 und Nordamerika mit 1,09 Pfund pro Jahr und Kopf. Wenn also von der gesamten Teeernte der Welt, die man vor einigen Jahren auf zirka 600 Millionen englische Pfund schätzte, und die heute noch weit bedeutender sein dürfte, auch nur mal anders werden, weil Karawanentee als solcher nicht lange mehr eristieren wird. Man ist bereits seit einigen Jahren mit Vermessungen beschäftigt, die die Herstellung einer direkten Eisenbahnverbindung zwischen Riachta, unweit des Baikalsees, und Peking bezwecken. Durch diese Bahnlinie würde dann der gesamte Transport von Tee durch die Wüste Gobi vermittels Ramelen und Ochsenkarren, der in den Händen einiger großer Handelshäuser in Moskau liegt, welche ihrerseits wieder Mongolen damit betrauen, in Wegfall kommen, und damit würde auch ein außer ordentlich interessantes Wüstenbild verschwin den. Ich selbst hatte während meines Aufenthaltes in Asien Gelegenheit, eine Kamel tarawane durch die Mongolei zu begleiten, und wenn ich auch nur zirka 600 Kilometer über Urga hinauskam, so wurde ich dennoch mit der erhabenen Majestät der Wüstenregion bekannt gemacht. In Erwartung einer Tee- Rarawane in einem russisch- chinesischen Grenzort. Die zweirädrigen Karren, die sogenannten ,, Arabas", dienen auch zum Personentransport. ein kleiner Bruchteil nach Rußland geht, so büßt seine Popularität durch diese Tatsachen doch nichts ein. Denn Rußland, sein Handel und Wandel, seine Leiden und seine Freuden ohne Tee ist einfach nicht denkbar. Tee bedeutet für Rußland ebenso einen Kultur- wie Handelsfaktor. Für den Russen kommt nur Tee in Frage, der auf dem Landwege transportiert wurde und bislang spielte der Handel mit Karawanentee, der aus China über Urga und Riachta in Rußland eingeführt wurde, für ihn eine recht bedeutsame Rolle. Das dürfte einNachdem man sich in Irkutsk mit guten Emp fehlungsbriefen versehen hat, reist man nach dem unweit gelegenen Kiachta- Maimatschin, der russischchinesischen Grenzstadt, und begiebt sich von dort zu Pferde oder in Arabas( 3weirädrigen Karren) per Ochsengespann, auch mit gesattelten Kamelen nach Urga. Der Weg dorthin ist gebirgig, wellig und nicht be sonders schwierig. Urga, unser vorläufiges Endziel, ist der Zentralpunkt der Mongolei. Es ist Sitz der ich mit der bestens hrten , Eigelb 20, Salic, chs, Ol, Terpentin gehen täglich ein. 1,15 u. 2,25. hen Be tandteile Salbe 5. je 1. den Apotheken. se man zurück Weinböhla- Dresden t und mit Firma Originalpackung Te Neuheit! aturholz. eck, Bonn. umenampeln haltiges MusterNr. 10. ε big pang van de * quvisi: Gć uC 2. Mit einer Tee- Karawane durch die Mongolei. chinesischen Verwaltung und besitzt ein russisches Konsulat. Zahlreiche Wege von Peking, Uljassutai, von den südlichen Steppen Chinas und von Sibirien führen da zusammen. Es ist sozusagen der einzige Ort in der Mongolei, wo sich das religiöse Leben konzentriert. Etwa 320 Kilo meter südöstlich von Urga beginnt die Gobiwüste, welche aber nicht der Sahara ähnelt. Sie ist vielmehr eine salzhaltige Step= pe mit Salzhügeln und Tälern, die mit einer dichten Vegetation bedeckt sind und da und dort sumpfigen Boden aufweisen. Der fürzeste Weg von der Station Myszu entbehrenden Tieres sind gleich Null. Es ist dumm, gleichgültig und feige. Nun, es ist eben ein Ramel in des Wortes wahrster Bedeutung. Ein kräftiges Trampeltier legt mit 220 Kilogramm täglich 30 bis 40 Kilometer zurück. Die Teekarawanen bewegen sich nur im Schritt vorwärts, der Führer geht dabei oft viele Strecken zu Fuß. Kommen Stammesgenos sen entgegen, wird wohl für ein Biertelstünd chen gerastet, aber die Tiere bleiben doch unter Packsattel. Erst am Abend, wenn das Zeltlager aufge schlagen ist, werden sie davon befreit. Sie dürfen sich dann, angepflöckt, etwas und austreten haben Gelegen heit zum Äsen. Wermuth, Lauch, Schößlinge von allerlet Gestrüpp und insbesondere Salzpflanzen bringen sie schnell wieder zu Kräften. Wenn man dann inmitten der Mongolen beim verglimmenden Feuer liegt und halb im Schlaf seine aus schwarzem Filz hergestellte Burka fester um sich zieht, kann man nicht selten aus seinen Träumen durch ein schreckliches Geschrei geweckt werRast einer Tee- Kamellarawane. sowaja am Baikalsee über Werchneudinsk, Troizkossawsk, Riachta, Urga und Kalgan nach Peking beträgt ans nähernd 2400 Kilometer, der bisher wie gesagt, von Kamelkarawanen zurückgelegt wird. Obwohl eine Wüstenreise auch zuweilen recht anziehend wirkt, so kann sie einem doch auch recht verleidet werden, und zwar durch das Schiff der Wüste, das„ Trampeltier". Es sieht sich gewiß recht schön an, eine Rarawane zu beob achten, wie sie in langer, langer Reihe im Schein der Abendsonne dem nächtlichen Zeltlager zustrebt. Wie dann die immer freundlichen Mongolen ihre Lagerfeuer entflammen, nachdem ste einen guten Weideplatz gefunden, und wie an mächtigen Spießen saftiges Fleisch ges Mongolendorf. - den. Fragt man dann nach der Ursache des Lärmes, so bekommt man zur Antwort: Die Kamele haben sich's bequem gemacht, Barin. Der Chinese kennt und benennt 60 verschiedene Teesorten. Die europäische Handelsstatistik unterscheidet dagegen nur drei Hauptgruppen, und zwar grünen, schwarzen und Ziegel- Tee. Der Unterschied zwischen grünem und schwarzem Tee besteht darin, daß der grüne erheblich kürzere Zeit als der schwarze In diesen Steppendörfern pflegen die Teekarawanen Halt zu machen. braten wird. Aber auf dem Marsch, im glühenden Sonnenbrand, oder bei schneidender Kälte ist das doch ein eigen Ding. Glaubt man endlich auf dem schwabblichen Throne richtig zu sitzen, schnellt das Trampeltier plötzlich zur Seite und stürmt wie sinnlos davon, vielleicht weil ein großer Stein am Wege, ein Knochenhaufen oder ein herabgefallener Sattel es erschreckt haben. Dann heißt es für die Führer der Karawane, schnell bei der Hand zu sein, da sonst der ganze Zug in Verwirrung geraten kann. Die geistigen Fähigkeiten dieses für die Wüste nicht vielleicht eine bis zwei Stunden getrocknet wird. Ziegeltee ist ein Fabrikat, hergestellt aus den sonst unverwendbaren Überresten aller möglichen Teesorten und Ochsenblut. Er ist bei den Nomadenvölkern Ostund Nordasiens ein außerordentlich geschätzter Handelsartikel und vertritt die Stelle von Gold und Silber. Ich habe ihn selbst für die Dauer eines Jahres getrunken und fand ihn nicht gerade aromatisch, aber zweckdienlich und immerhin wohlschmeckend. Ramerun als Touristenland. Kamerun als Touristenland. Mehr als je steht Kamerun, das schon immer in den breiten Volksschichten unseres Landes populärer als alle anderen unserer afrikanischen Schutzgebiete war, im Vordergrunde des öffentlichen Interesses, spielte es doch eine große Rolle in dem soeben abgeschlossenen MarokkoAbkommen mit Frankreich. Eine weite Strecke Landes ist unserem Besitz hinzugefügt worden, dessen Bedeutung erst spätere Jahre ergeben müssen. Aber nicht von der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung Kameruns sei hier die Rede, sondern vielmehr davon, daß dieses so befannte Kolonialgebiet immer noch wenig oder garnicht besucht wird und daß selbst begeisterte Kolonialfreunde überall hin fahren, nur nicht nach den Kolonien. Und doch ist die Reise z. B. mit einem Dampfer der Hamburg- Bremer AfrikaLinie nicht kostspieliger als andere und das Land schöner, als man daheim ahnt. Über die landschaftlichen Schönheiten Kameruns schreibt Geheimrat Dr. F. Martin im ,, Weltcourier": Schon heute lassen sich in unserer Kolonie herrliche Touren unternehmen, so den mächtigen Sanaga hinauf bis Edea, bei welchem Orte dieser Fluß in zwei großartigen Wasserfällen die letzten Hindernisse des Randgebirges überwindet. Hafen von Duala, mit der staatlichen Landungsbrüde. Links im Fluß der Regierungsdampfer ,, Nachtigal". Rechts hinten die Woermann- Faktorei und vorne die Maschinenwerkstätte des Gouvernements, ganz rechts der große Weg zur Joßplatte, dem Regierungssiz. Selbst der Alpinist dürfte in einer Besteigung des großen Kamerunberges auf seine Kosten kommen. Von Victoria, das einen reichen botanischen Garten sein Eigen nennt, führt eine breite Straße bis zu dem ungefähr 920 m über dem Meere gelegenen Buea, dem Size des Gouverneurs. Hier haben wir bereits ein für Weiße äußerst günstiges Klima, in dem auch europäische Nutgewächse bestens gedeihen. Eine kleine Herde Algäuer Vieh mit gleichzeitig importierten echten Sennen, deren frische Jodler mich gar manchmal mit Heimatssehnen erfüllten, wird hier gehalten. Die Hoffnungen, die man dabei auf eine allgemeine Verbesserung der einheimischen Rassen setzte, haben sich allerdings bis jetzt aus Gründen, die jedem erfahrenen Tropenfenner einleuchten, noch nicht erfüllt. Schon von Buea aus genießt man eine herrliche Aussicht auf das ganze Kameruner Aestuarium, Victoria, das Meer und Fernando Po im Hintergrunde. Wenn die untergehende Sonne alles mit rotgoldenen Farben tönt, die später einem Himmel und Erde gleichmäßig umfangenden Tieflila Platz machen, so bietet sich hier dem trunkenen Auge des Beschauers ein Anblick, dessen Herrlichkeit sich mit Worten nicht schildern läßt, dessen getreuliche Wiedergabe man dem Neger auf der Schweinsfischjagd. Pinsel eines Malers kaum glauben würde, der aber in Wirklichkeit genossen zu den im Leben so seltenen Augenblicken reinsten und erhabensten Entzückens gehört. Über Buea erhebt sich der große, über 4000 m hohe Kamerun berg, von den Eingeborenen Mongo ma Loba= Götterberg genannt. Seine Besteigung bietet keine alpinistische Schwierigkeit. In gerader Richtung führt ein kleiner Vfad den einem riesigen Ameisenhaufen vergleichbaren Berg hinauf, dessen Gipfel eine alte, halb angefüllte Krateröffnung bildet. Zuerst kommen wir durch Urwald und dichtes Unterholz, dann durch eine lange Strecke trockenen, harten, hochgewachsenen Grases. Zuletzt verschwindet auch dieses und bleibt nur noch hartes Urgestein und Lava nebst fußtief gelagerter Asche, das echte Bild eines seit langem erloschenen Vulkans. Eine Unterkunftshütte auf halber Höhe und eine solche ungefähr 100 m unterhalb des Gipfels erleichtert die Besteigung ganz bedeutend. Aber nicht nur in der wilden Einsamkeit der Gebirge sind dem Verkehr bereits Konzessionen gemacht. Allerorts im Schutzgebiete finden wir in den Küstengebieten bereits Straßen neben schiffbaren Flüssen. Die Eisenbahnlinien werden auch ein gutes Stück des Inlandes dem Handel, selbst dem Touristen öffnen. Dabei ist zu bemerken, daß die Gefahr einer tropischen Erkrankung beim jetzigen Stand der Wissenschaft, besonders unter Benutzung der Chininprophylare und bei ausgiebigem Schuh vor Moskitostichen keine größere ist, als bei Reisen in indischen oder amerikanischen Ländern unter den gleichen Breitegraden. Der Reisende wird auch eine besondere Ausstattung außer der für derartige Gegenden üblichen nicht benötigen, wenn er nicht als Forscher oder Jäger tiefer ins Innere vordringen will. In diesem Falle sind allerdings Zelte und was das Leben in der Wildnis sonst noch erfordert, unbedingt nötig. Eines ist aber für den, der heute Kamerun erfolgreich besuchen will, fast unumgänglich nötig, und dies sind persönliche Empfehlungen, sei es an die dortige Regierung und deren Beamte oder an die Leiter der großen Faktoreien und Plantagengesellschaften. Das Hotelwesen liegt nämlich, abgesehen von den beiden Orten Duala und Victoria, noch gänzlich im argen. og g Am Wegesrande. og под uy gpu qun бuпддv ' wung 8D In PP que q( pang- Mit einer Tee- Karawane durch die Mongolei. 3 Am Wegesrande. Eine Erinnerung aus dem manschurischen Feldzug. Ebe ich die kleine Geschichte, deren ergreifenden Schluß ich erlebte, schildern kann, muß ich auf ein Erlebnis aus der Zeit des Winterlebens auf den Stellungen bei Mukden zurückgreifen. Es war im Februar, ein falter Tag mit Schneefall und bedecktem Himmel, als ich von General Orlow aufgefordert wurde, mit zum Infanterieregiment Pokow zu kommen und dessen Regimentsfeiertag mitzufeiern. Ich leistete damals der Aufforderung sehr gerne Folge. Das Regiment stand auf dem Felde nördlich des Dorses, in dem es biwakierte, in Baradeaufstellung ohne Gewehr angetreten. Der Regis mentskommandeur ließ das Regiment stillstehen und meldete dem General Orlow, hierbei spielte die Kapelle bie Nationalhymne. Kurz nach dem Divisionskommandeur fam in seiner Troika, gefolgt von seinem Stabe, zu Pferde, General von Bilderling angefahren. Er schritt mit dem Regimentskommandeur und den Offizieren, die mit ihm gekommen waren, die Front des Regiments ab, hierbei den einen oder andern der Leute, der im Besitze bes Georgkreuzes war, mit ein paar Worten begrüßend. Nach dieser kurzen Parade traten die Kompagnien weg, bie Mannschaften erhielten Tee und Kuchen, die Offiziere gingen zu den Vorstellungen. Auf dem Hofe einer Fanse war ein Zelt errichtet, in diesem eine Bühne und in der Bühne Holzbänke aufgeschlagen. Die Vorstellungen bestanden aus Chorgesängen, bdie von einem Unteroffizier birigiert wurden, Theaterstücken und Tänzen. Bei allen Aufführungen fiel mir das frische und muntere Gesicht eines fleinen Soldaten auf, bei den Gesängen sang er die höhere Stimme, bei den Theaterstücken spielte er weibliche Rollen, und bei den Tänzen sprang er in russischer Nationaltracht mit Lackstiefeln, schwarzen, weiten Hosen, und einer roten Schärpe in der Mitte des Kreises der bärtigen, alten Soldaten, die die Melodien bes Tanzes sangen, herum. Auf mein Befragen wurde mir die Geschichte des fleinen Soldaten erzählt: Er war der Sohn des Feldwebels einer Kompagnie; auf Wunsch seines Vaters war er, da die Mutter nicht mehr lebte, freiwillig, trotzdem er erst sechzehn Jahre alt war, eingetreten. Sein Vater wurde seit der Schlacht von Liao- yang, in der das elfte Regiment unter General Orlow auf den Höhen von Van- tai gefochten hatte, vermißt; das Auskunftsbureau über die Gefangenen hatte angegeben, daß ein Feldwebel des betreffenden Namens nicht gefangen genommen war, man konnte also ziemlich bestimmt annehmen, daß er gefallen war. Der kleine Soldat hatte also weder Vater noch Mutter mehr, und boch sprang er lustig, mit hochroten Backen umher, als ob in seinem Herzen lauter Freude herrschte, daß er seinen Vorgesetzten seine Kunst zeigen konnte. General bon Bilderling, der ebenfalls das harte Los des Kleinen fannte, winkte ihm mehrmals freundlich zu. bie Schlacht von Mukden und ihre Beobachtung füllten Ich sah ihn seit diesem Februartage nicht wieder, alle Zeit aus, das Regiment Pokow war nicht bei der Division. Anfang April, als ich in Santschulia am Bahnhofe vergeblich nach einem Rumpan suchte, sah ich ihn noch einmal; er trug das Georgskreuz und lenkte dadurch meine Aufmerksamkeit auf sich. Das Gesicht kam mir bekannt vor, doch entsann ich mich nach den vielen verschiedenartigen Eindrücken der letzten Wochen nicht ich ihn genau ansah; trat deshalb auf mich zu und fragte mehr, wo ich ihn gesehen hatte. Er hatte gemerkt, daß mich, ob ich ihm nicht sagen könne, wo sein Regiment stünde. Da das Regiment verschiedene Leute zum Postbienst abzugeben hatte, so wurde er, wie ich nach meiner Rückkehr zur dritten Division erfuhr, da einmal in Santschulia anwesend, dazu bestimmt. So war er wohl auch nach dem linken Flügel, wo seine Regiments- und Divisionsnummer unbekannt waren, verschlagen worden, um einen Transport der großen, mit Retten verschnürten, ledernen Poststücke hierher zu geleiten. Einige Zeit später ritt ich auf dem staubigen Feldweg, der westlich von Heilungfiang um die Höhen führt, die sich wie ein Strand hinter der Stadt erheben, spazieren. Es war gegen neun Uhr morgens, keine Wolke stand an dem blauen sonnigen Himmel; unter den Strahlen der stechenden Sonne schien alles Leben erstorben zu sein. Ich war abgestiegen und ließ mein Pferd von dem Kosaken, der mich begleitete,( ohne Begleitung zu reiten ist verboten) führen. Ein Berghang war mit duftenden Maiblumen bedeckt, als ich mir einen Strauß davon pflückte, huschte nicht selten eine Schlange, die sich auf dem wie glühende Lava heißen Felsgeröli gefonnt hatte, unter ein schützendes Gebüsch. Tiefschwarze Schmetterlinge flatterten träge von einer Blume zur andern, sie fürchten den Menschen hier noch nicht, da sie von den Chinesen noch nicht verfolgt werden. An der nächsten Berglehne stieg der Weg höher den Berg hinauf, auf der einen Seite steil mit einem Hang von dreißig Meter Höhe zu einem kleinen Gebirgsbach abfallend, auf der andern Seite die hohe Felswand. Der ganze Berg war mit mannshohen Büschen bedeckt, deren Zweige sich seit einigen Wochen mit dem jungen Grün des Frühlings geschmückt hatten. Die Stille der Natur, die durch keinen Laut einer menschlichen Stimme unterbrochen wurde, hatte etwas majestätisch Großartiges. Unter dem Hufschlag der beiden Pferde löste sich zuweilen ein Stein und rollte polternd, die feierliche Stille unterbrechend, in den plätschernden Back zu unseren Füßen hinab; eine Schar von Fliegen umschwirrte die schweißbedeckten Pferde, die sich vergeblich durch Schütteln der Mähne und durch Wedeln mit dem Schweif der aufdringlichen Plagegeister zu wehren suchten. Drei Geier 30gen langsam im blauen Äther ihre Kreise, bald nach rechts, bald nach links mit den weißgestreiften Schwingen sich wiegend. Der Berg macht eine scharfe Wendung nach Norden. Als ich um die Ecke biege, sehe ich aus einem Gebüsch zwei Stiefelsohlen hervorragen. Ich will den Schläfer wecken und schlage das Gebüsch auseinander. Da liegt mein Freund vom Regiment Polow auf dem grünen Rasen, die verglasten Augen sind starr auf mich gerichtet, der rechte Arm ist im Ellenbogengelent rechtwinklig gebogen und krampfhaft ausgestreckt. Ich trete näher an die Leiche des aus dem Hinterhalt Erschossenen heran. Fünf Kugeln haben ihm die Brust durchbohrt, davon hat eine das Georgsfreuz durchschlagen und mit der scharfen Ecke in die Wunde gedrückt. Ein sechster Schuß hat den Hals gestreift, das hellrote Blut rinnt noch aus der Wunde. Ich drücke dem Toten die Augen zu und schicke meinen Begleiter nach dem nur eine Werst entfernten Rosakenposten, um den Führer zu benachrichtigen. Dieser trifft mit drei Kosaken schon nach kurzer Zeit ein. Der Erschossene hatte, wie mir der Kosakenunteroffizier sagte, vor anderthalb Stunden den Posten verlassen, um ein auf dem vorhergehenden Posten vergessenes Paket zu holen. Bei diesem Ritt war er erschossen worden. Man hatte ihm Gewehr und Patronen geraubt. Die Kosaken schaufelten schnell ein Grab auf der Wiese am Gebirgsbach unten, und zwischen Maiglöckchen und blühendem, duftendem Ginster wurde der junge Soldat, der in treuer Erfüllung seines Berufes den Tod durch die Hand eines feigen Meuchelmörders gefunden hatte, zur Ruhe gebettet. Sollte man ihm das Georgskreuz nehmen, um es ſeinen Vorgesetzten zu schicken? Mir fielen die Zeilen ein: Das Ehrenkreuz am roten Band Sollt ihr ans Herz mir legen. Jch hielt es nicht für meine Pflicht, die Kosaken daran zu erinnern, das zerschossene Ehrenzeichen dem Gefallenen abzunehmen. U. Blid auf Moskau. - In Moskau konzentriert sich der gesamte Zeehandel, der auf dem Wüstenwege von China nach Rußland vermittelt wird. Der eigenartigste Tee wurde mir bei den Kalmücken kredenzt. Sie bereiteten nämlich ebenfalls aus Ziegeltee in einem großen Eimer eine dunkelbraune Brühe und würzten diese dann mit einer gehörigen Dosis Schafsfett sowie einer Prise Salz. Sorten, die zumeist nicht einmal ins Ausland gehen, da das Mutterhaus schon in der russischen Aristokratie genügend Abnehmer findet. = * * * Die mit dem Versand von Tee verbundenen Geschäfte sind teilweise recht umständlich und zeitraubend. Es genügt nicht, daß der Kaufmann in Moskau für die Messe in Nishni Nowgorod bei seinem chinesischen Geschäftsfreund einfach soundso viele tausend Pud ( 1 Pud 40 Pfund) von dieser und jener Sorte Tee bestellt. Zumeist haben die großen Tee- Importhäuser ihre besonderen Kontore in Sibirien und ich nahm Gelegenheit, die Vertretung eines Moskauer Hauses in Tomsk( Westsibirien) aufzusuchen. Da war ich denn wirklich überrascht, denn ein galonierter Diener empfing mich am Hauseingang, erbat sich meine Karte, die er auf einem silbernen Teller in das Kontor trug und öffnete sodann mit einer tiefen Verbeugung die lederbeschlagene Tür zur Privat- Office des Direktors. Ein Herr trat mir entgegen, in Grazie und Kleidung eine durchaus weltmännische Erscheinung, aber mit der gewinnenden Herzlichkeit, die allen Russen eigen ist. Sein großer Diplomaten- Schreibtisch war mit einer Fülle von russischen und chinesischen Schriftstücken bedeckt, zumeist Kaufverträge, wie er mir während des Gesprächs mitteilte. In verschlossenen Glastuben standen überall die verschiedensten Teeproben und mehrmals am Tage vermittelte der Draht die neuesten Preisnotierungen aus den chinesischen Produktionszentren, die nach Kenntnisnahme alsbald an das Stammhaus in Moskau weitergegeben werden. Den Geldverkehr besorgte für die Firma die RussischChinesische Bank. Der Direktor führte mich dann durch die übrigen Geschäftsräume, die durchaus nach amerikanischem System eingerichtet waren. In einem mit Ventilationsanlage versehenen Lagerraume standen hochaufgestapelt mit Leder bezogene Kisten, die die von den Einkäufen des Hauses mitgebrachten Proben der letzten Teeernten enthielten. Man meinte, sich in einem Blumengarten zu befinden, so berauschend war der Duft des Tees, sobald eine der Kisten auch nur ein wenig geöffnet wurde. Das waren nun freilich die allerbesten Für den Abend wurde ich zu einem kleinen Jmbiß eingeladen. Dies gab mir Gelegenheit, auch die Wohnung eines der Beherrscher des Teemarktes kennen zu lernen. Ich hatte mich gewiß schon daran gewöhnt, Kunstschätze auch in Sibirien bewundern zu können, aber die Ausstattung jenes Hauses übertraf doch meine Erwartungen. Zumeist waren es kostbare Seltenheiten aus China, die da zur Ausschmückung der Zimmer Verwendung gefunden hatten, aber auch echtes Kristall und Gemälde alter Meister waren mit großem Geschmack untergebracht. Fein ziselierte Kronleuchter, mit elektrischem Licht eingerichtet, die teuersten Damastvorhänge und blinkendes Gold und Silber zeugten vom Reichtum des glücklichen Spekulanten. Freimütig erzählte mir dieser Krösus, wie noch sein Großvater und sein Vater eigenhändig die Karawanen leiteten, als einfache Rameltreiber, später als Führer und zuletzt als Kaufleute. Wüstenbewohner beim Teefochen. 4 Verl Nr. ,, La Superba." 03 tur für M sein. - den hiesig Zentrum worden. mujitalische Nicht mit Unrecht nennt man Genua ,, La Superba." ,, La Superba" die bedeutendste Handelsstadt Italiens. Die kommer3ielle Seele Italiens. Das ganze italienische Land ist heute ein modernes und fortschrittliches Land und wenn die Dinge noch ein halbes Jahrhundert so weitergehen, wird Italien als Vormacht der romanischen Völker die führende Rolle übernehmen. In Genua merkt man das besonders recht deutlich. Vor fünfzig Jahren hätte man nicht mehr daran gedacht, Genua mit Marseille wie Hamburg mit Lon= don zu vergleichen. Inzwischen hat der italienische Hafen einen ebenso gewaltigen Aufschwung genommen wie der deutsche. Mar= seille ist nicht mehr der führende Mittelmeerhafen, Genua ist an die erste Stelle getreten. Dabei haben freilich nicht nur Italiener mitgewirkt, auch die Deutschen haben ihr gutes Teil beigetragen, hier unten wie oben in Rotterdam und in Antwerpen. Wenn man hier wie dort die Menge der deutschen Schiffe im Hafen liegen sieht- der Norddeutsche Lloyd läßt seine Reichspostdampfer nach Ostasien und Australien sowie die Schiffe seiner Mittelmeer-, Levanteund AlexandrienLinien Genua anlaufen und unterhält die Linie GenuaNew York- Genua, begreift man sehr Genua gut, daß durch sein Entgegenkommen gegenüber den deutschen Bedürfnissen die alte Höhe als erster Hafen des Mittelmeers wieder erreicht hat; für den internationalen Verkehr von Menschen und Gütern ist es heute wichtiger als Marseille. Genua ist keine fahrungen eingerichtet, und wenn man sieht, daß 3. B. in Sevilla, das auf einer Ebene gebaut ist, welche der Ausdehnung keine natürlichen Grenzen setzt, die Gassen ebenso schmal und krumm sind wie in Genua, so kommt man einer anderen Ursache dieser Bauart auf die Spur. In Sevilla wie in Genua braucht man nur aus den schmalen Gassen auf eine breite Straße oder auf einen um offenen Platz hinauszutreten, diese Ursache alsbald am Leibe zu verspüren: in dem Gassengewirr ist es kühl und frisch wie in einer hohen Halle, auf den neuen offenen Straßen brennt die Sonne und wirbelt der Staub. Jn Genua sind die Häuser so hoch und die Gassen so eng, nicht nur weil der Platz beschränkt war, sondern weil man sich gegen Sonne und Wind schützen wollte. Über die Maßen amüsant ist das bunte wimmelnde Leben in diesen Gassen. Man meint, es handle sich um ein großes Volksfest; alle Fenster sind bewimpelt und beflaggt, wehende Girlanden ziehen sich in unendlicher Menge und in jeder Höhe von Haus zu die Haus über Straße; blickt man von unten gen Himmel, so meint man in das Tauwerk eines festlich bewimpelten Schiffes hinaufzuschauen. Aber das ist kein Fest, was hier gefeiert wird, sondern die guten Genueser trocknen einfach ihre Wäsche, indem sie sie an quer über die Gassen gespannten Leinen aufhängen. Da man das näm liche Bild jedesmal in Genua sieht, so muß man aus der ungeheuren Menge der aufgehängten Wäsche schließen, daß die Genueser sehr reinliche Menschen sind, also daß ihre Frauen den ganzen Tag mit dem Waschen der Hemden und Strümpfe zu tun haben. Genua: Portal des Domes San Lorenzo. Der Dom San Lorenzo, das bedeutendste mittelalterliche Gebäude Genuas, stammt aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts. Kuppel und Chor wurden im 16. und 17. Jahrhundert erneuert. charakterlose Stadt wie Turin. In den neuen Vierteln jenseits der Piazza Deferrari sieht es allerdings nicht viel anders als in Turin, aber desto lustiger ist es in dem Gassengewirr zwischen dem Meere und den Bergen. Hier drängte sich in den Tagen der alten Herrlichkeit, zur Zeit Dorias und Fiescos die ganze Bevölkerung zusammen; und da der Raum nur sehr beschränkt war, mußte man mit der Fläche sehr sparsam umgehen und sich in der Höhe entschädigen; also sehr hohe Häuser und sehr schmale Gassen, oft so schmal, daß sich oben die Dächer berühren. Wahrscheinlich hat nicht nur die Beschränktheit des Platzes diese Bauart bedingt. Alle diese alten Städte sind mit großer Weisheit und nach den Ergebnissen hundertjähriger ErUnter diesem Flaggenhimmel krabbelt es wie im Ameisenhaufen. Das richtige Volk von Genua verschmäht die weiter oben hingehenden, verhältnismäßig breiten Straßen, die Via Balbi, die Via Garibaldi und die Via Carlo Felice. Das ist etwas für die Fremdlinge, welche die Paläste besuchen. Die Genueser bleiben hübsch unten in ihrem kühlen Gassengewirr, in der Via di Prè, der Via del Campo usw., die zu den gleichen Zielen führen wie die breiten Straßen. Da unten gibt es keine Wagen, nicht einmal ein Packesel kann uns hier behindern, also kann sich ein jeder auf die Straße setzen, dessen Beschäftigung das zuläßt; die Kinder wimmeln herum, die Mütter sitzen auf der Türschwelle, und zwischen diesen lebendigen Hindernissen durch schlängelt sich in beiden Richtungen der Strom der Passanten. Höchst anziehend ist das Bild auch von oben, etwa aus dem Fenster des sechsten Stockes oder gar vom Dache eines hochgelegenen Hauses. Dann sieht man, daß auch auf den Dächern ein merkwürdiges Leben treibt. Fast jedes Haus hat seinen Dachaltan, wenn auch nicht das ganze Dach flach ist. Da sind dann lustig grünende und blühende Lauben ein gerichtet, Tische, Stühle, ein ganzer Hausrat steht da herum, Kinder spielen, Hausfrauen verrichten ihre Arbeit. Das Gesamtbild dieses Dachlebens, der Stadt, des Hafens, des Meeres und der im Halbkreis die Stadt einschließenden Berge erhält man am besten, bequemsten und schönsten in der entzückenden Villetta di Negro, einem wunderbaren Märchengarten, den man auf dem Gipfel eines der Stadthügel angelegt hat. Früher lag dieser Hügel an der Stadtgrenze und trug eine kleine Festung, jetzt sind die Häuser so weit vorgerückt, daß man hier oben beinahe mitten in der Stadt sitzt. Der Aufenthalt in diesem Garten, wo uns die Orangendüfte umfangen und wo das bezauberte Auge ringsum frohe und schöne Eindrücke empfängt, ist wohl das beste, was uns Genua bieten kann. Man begreift hier oben den Namen„ Genova la Superba", und es bedarf nicht erst des Besuches der überaus zahlreichen prächtigen Patrizierpaläste, um die Berechtigung des Beinamens anzuerkennen. Im Tale des Bisagno, der auf der Karte so schön blau angemalt ist, in Wirklichkeit aber ganz gelb und grau daliegt, denn er ist völlig trocken, und sein Bett enthält nur Staub und Sand, führt der Weg zum Friedhofe hin. Die Friedhöfe ziehen mich allenthalben ganz besonders an, und ich glaube, man könnte aus der Beschaffenheit der Friedhöfe in den verschiedenen Ländern die interessantesten Schlüsse auf den Charakter ihrer Bewohner ziehen. Die Franzosen 3. B. sind die spießbürgerlichsten Philister, die man sich denken kann, und ihre in Reih' und Glied, alle gleich hoch, breit und lang aufgestellten steinernen Grabschilderhäuser beweisen das zur Genüge. Der Deutsche hegt trotz des überhandnehmens der Kasernen, Schulhäuser und Fabrikschornsteine immer noch das blaue Blümlein der Poesie im Herzen, und das zeigt er, indem er aus seinen Friedhöfen die idyllischsten Gärten von der Welt macht. Der Campo santo von Genua ist soperbo wie die Palazzi der Stadt. Die Genueser so berichtet Herr Francesco Scotti, dessen im Anno santo 1650 erschienenen italienischen Reiseführer ich an Stelle Bädekers ALAR Bahnhof und Columbus- Denkmal in Genua. mitgenommen habe,- machen gerne den großen Mann, leben knauserig im Hause und großartig außerhalb ihrer vier Wände. Die Art, wie sie ihren Campo santo ausstatten, spricht für die Richtigkeit dieser Bemerkung. Der Ehrgeiz des Genuesers geht dahin, dereinst in marmorner Lebensgröße auf einem Grabe zu stehen, umgeben von seiner Marmorfamilie. Eine wahrhaft moderne Bildhauerschule ist aus dieser Gemütsrichtung der Genueser entstanden, und viele der Statuen und Gruppen auf dem Campo Santo sind in gewissem Sinne realistische Meisterwerke. In tausend Jahren werden sie den genauesten und zuverläßlichsten Aufschluß über die männ liche und weibliche Kleidermode bestimmter Jahre geben. Die interessantesten dieser Arbeiten sind freilich gar zu sehr marmorne Photographien, allzugetreue Ropien einer banalen Wirklichkeit, und diese Marmorhallen mit ihrem steinernen Volke würden kaum eine feierliche Stimmung auslösen, wenn nicht die einzige Lage des Friedhofes inmitten der mit grünen Gärten und Hainen und weißen Villen bebauten Berge ihren idyllischen Reiz herliche. Allerdings: begraben möchte ich auch hier nicht sein, so wenig wie auf dem Cimetière Montmartre. Das Pläks chen an der Cestiuspyramide oder der erste beste deutsche Dorffriedhof würde mir tausendmal besser gefallen, wenn ich denn einmal eingegraben sein muß. Hafenbild aus Genua. Am Anleger zwei Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd. Von der Stadt der Toten suchen wir wieder das fröhliche Leben auf, wie es sich auf dem Righi abspielt. Prächtig ist der Blick von hier auf den weiten, blauen Golf und die Stadt und die lieblichen Ortschaften in der Riviera, doppelt schön bei Sonnenuntergang, wenn das ganze herrliche Panorama von einer Flut rotgoldenen Lichtes übergossen ist und in der Ferne das Meer in tiefvioletten Tönen mit dem Hori30nt zusammenfließt. Ganz besonders zu empfehlen ist ein Ausflug nach dem nahe gelegenen Portofino Kulm, von welchem man gleichfalls das wunderbarste Panorama der Riviera di Levante genießt. ift eine re ,, La Superba." mit einem davon ein mittelchen, viel anzuf husten, de zu verschu ja ganz a geworden bei dazu schwinds Aufmerksa behandelt feines Lac Als e aus" pert chronisch alter S chialfate 5