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Preisbuch [ 285/9 rau gesucht uderei Klein, erdweg 83 n putz Ueberall zu haben. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthälf alle amfi. Bekanntmachungen - olerteljährlich 1,20 r., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 90 fg. Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 221. Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. Staatssekretär von Lindequist Reichstagskandidat? Es besteht die Erwägung, dem bisherigen Staa, ssekretär des Reichskolonialamtes v. Lindequist ein Reichstagsmandat anzubieten. Homburg v. d. H. Die Nationalliberalen haben den Pfarrer Küster aus Höchst zum Kandidaten nominiert. Neustadt a. H. In einer Versammlung des nationalliberalen Vereins wurde einmütig Exzellenz Bürklin als Reichstagskandidat für Neustadt- Landau vorgeschlagen. Stuttgart. Die württembergischen Zentrums= abgeordneten Gröber und Erzberger sind in ihren Wahlkreisen wieder als Kandidaten zur Reichs= tagswahl aufgestellt worden; beide haben angenommen. Paderborn. Im Wahikreise Warburg- Hörter stellte das Zentrum als Reichstagskandidaten einstimmig Frhrn. v. Kerkering- Borgrinkerode auf. -Wittich. Das Zentrum stellte den Kaufmann Jakob Ast or aus Bernkastel- Cues als Kandidaten auf. Hessische Landtagswahlen 1911. § Der Vorstand des Hess. Bauernbundes wird heute in einer Beratung bezüglich der Stichwahlen und anderen Fragen Stellung nehmen. § Amtliche Ergebnisse der Landtagswahl. Das amtliche Ergebnis der Landtags= wahl in Gießen Stadt mit Wieseck weist bei 3851 abgegebenen gültigen Stimmen für Fabrikant A. Klingspor( nail.) 1362, Professor Urstadt( freis.) 1256 und Redakteur Vetters( S03.) 1233 Stimmen auf. In Großen Linden Heuchelheim entfielen auf Bürgermeister Leun- Großen- Linden( B. d. L.) 2804, auf Schneidermeister Diehl- Gießen( Soziald.) 1053 und auf Bürgermeister Kreiling- Heuchelheim( fortschrittliche Volfsp.) 633 Stimmen. In Lich erhielten Landwirt Fenchel- Oberhörgern ( B. d. L.) 2898, K. Häuser- Steinberg( S03.) 977 und Seminarlehrer Leuchtgens- Friedberg 820 Stimmen. Aus Stadt und Land. Gießen, 9. November 1911. n) Die gestrigen Wahlen zur Ortsfrankentasse Gießen waren im Verhältnis zu früher wefentlich lebhafter. Auf die Arbeitgeberliste sind insgesamt 136 Stimmzettel abgegeben worden, davon entfielen 118 auf die gemeinsam vom Kaufmännischen Verein und vom Gewerbeverein aufgestellten Kandidaten und nur 18 auf diejenigen des Gewerkschaftskartells. Von Seiten der Arbeitnehmer wurden 621 Stimmen abgegeben, die sämtlich auf die Liste des Gewerkschaftskartells fielen. n Wegen Blutschande an seiner minder jährigen Tochter ist gestern ein hiesiger Familienvater verhaftet worden. n Ueber den Zusammenbruch des Glau= bens spricht auf Veranlassung der FreidenkerVereinigung der Schriftsteller E. Vogtherr heute Donnerstag abend im Hotel Einhorn.( Näheres siehe Inseratenteil.) Vogtherr ist einer der besten Redner der Freidenkerbewegung, was schon einen Besuch des Vortrages lohnend macht, zumal das zu behandelnde Thema in unserer Zeit der religiösen Gährung sicher von Interesse ist. - - er= r Gegen die Maul- und Klauenseuche scheint so schreibt ein landwirtsch. Blatt jede Absperrungsmaßregel vergeblich zu sein. Das mußten auch die Bewohner von Pellworm fahren. Die Pellwormer hatten trotz der meilenweit entfernten Lage ihres Eilandes vom Festlande alle möglichen Maßregeln zum Schutze gegen das Uebergreifen der Seuche getan. Der Dampfer expedierte seit Monaten kein Vieh mehr vom Festlande, und alle ankommenden Personen mußten ihre Füße auf mit Lysol getränkten Wattematten abtreten. Trotzdem ist auf Pellworm die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. o Nieder Mörlen. Eine hier stattgehabte Bürgerversammlung sprach sich für Errichtung eines Schwesternhauses, verbunden mit Kleinkinderschule, aus. Von sämtlichen 174 Bürgern haben sich bis jetzt 168 als Mitglieder mit einem Wochenbeitrage von 10 Pfg. in den neuen Verein eingezeichnet. o Friedberg. In einer Versammlung von Vertretern der Kreisämter Büdingen und Friedberg, sowie einer Anzahl Gemeinden aus der Wetterau, wurde beder Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer Donnerstag, den 9. November 1911. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pig. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pig. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. w. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. schlossen, dem Bau einer Eisenbahn Friedberg- Ranstadt| Futternot. Allgemein war man der Ansicht, daß die näher zu treten. o Wetter. In der Gemarkung Oberrosphe legte ein Förster einen vollständig weißen Fuchs. er= o Dorheim. Der Großherzog hat zum 8. Nov. dem hiesigen Lehrer Ferdinand Weitz zu Dorheim das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. o Reichelsheim. Die zu Beginn des vorigen Monats hier ausgebrochene Maul- und Klauenseuche hat namentlich an Großvieh viele Opfer gefordert. o Nieder- Erlenbach. Montag nacht brannte die im vorigen Jahre neu erbaute Scheuer des Gast= wirts Schneider hier vollständig nieder. o Büdingen. Eine Veteranenehrung beabsichtigen Stadt und Kriegerverein dadurch auszuführen, daß am Rathaus auf einer Ehrentafel die Namen sämtlicher Kriegsteilnehmer angebracht werden sollen. s Unser Erb großherzog vollendete gestern sein fünftes Lebensjahr. Mit den hohen Eltern nimmt auch unser Hessenland innigsten Anteil an diesem Tage in der Großherzoglichen Familie. s Urberach. Mehrere Hunde fielen in eine nicht weit vom Bahnförper eingepferchte Schafherde ein. Diese durchbrach den Pferch und lief dem Scheine eines Personenzuges entgegen. Der Zug fuhr in die Herde hinein, tötete 38 Tiere und verletzte eine Anzahl. Der Schaden beläuft sich auf etwa 1500 Mt. s Darmstadt. Die Hofhaltung wurde gestern nachmittag von Jagdschloß Wolfsgarten in das Residenzschloß verlegt. ! Ober- Ingelheim. Einen eigenen frei religiösen Lehrer erhielt auf Antrag beim Gemeinderat die hiesige freireligiöse Gemeinde", die vor etwa Jahresfrist ein neues Bethaus erbaute. Ernte fast überall fläglich ausgefallen sei. Um dem droh enden Futtermangei entgegenzutreten, wurde empfohien, im Frühjahr rechtzeitig Rotflee mit Grassamen, sowie Mais, Hirse oder Wicken auszufäen. Reichliche Herbstdüngung sei zu empfehlen. Landrat von Löwenstein zu Löwenstein berichtete über die Verhandlungen wegen Beschaffung von elektrischem Licht und Kraft für die Landgemeinden. In Betracht kämen die projektierten Ueberlandzentralen der Edertalsperre und der Stadt Gießen. Die Verhandlungen hierüber seien eifrig im Gange. ):( Frankfurt a. M. Handelsminister Sydow wird heute am Donnerstag hiesige Anstalten und Anlagen besichtigen. Soweit bis jetzt feststeht, wird der Minister die Börse, die Handelshochschule, die Gold- und Silberscheideanstalt, den Osthafen, eine Anzahl Lehranstalten und mehrere Handwerksbetriebe besuchen, und zwar eine Bäckerei, eine Metzgerei, sowie noch einen dritten Betrieb; daran wird sich eine Besichtigung der Höchster Farbwerke schließen. ):( Frankfurt a. M. Ein radfahrender Bäckerbursche wollte einen Wagen der elektrischen Straßenbahn überholen. Als er vor dem Wagen auf das Geleis einschwenkte, blieb er mit seinem Rade zwischen den Schienen hängen und kam zu Fall. Nur dem Umstande, daß er mit seinem Tragforbe am Puver hängen blieb und der Wagenführer den Wagen sofort zum Stehen bringen konnte, verdankt der unvorsichtige Radfahrer sein Leben. ):( Herbstein. In unserem Ort, der erst vor einiger Zeit durch einen verheerenden Brand heimgesucht wurde, hat wieder Großfeuer geherrscht. Es sind 12 Wohnhäuser mit Nebengebäuden abgebrannt. Menschen und Vieh sind nicht umgekommen. 14 Familien wurden obdachlos. Bei dem starken Sturm waren die Löscharbeiten sehr erschwert. ):( Hettenhausen. Hier brach Dienstag vorSchnelligkeit um sich griff, daß bis abends 6 Uhr bereits 25 Wohnhäuser eingeäschert waren. ! Wöllstein. Nach einer Luftballonfahrt von Kreuznach nach Rheinhessen mußte die Luftschifferin Kät- mittag 11 Uhr Großfeuer aus, das mit derartiger chen Paulus aus Frankfurt in der Nähe von Gumbsheim auf freiem Felde landen. Trotzdem sich Fräulein Paulus bereit erklärte, den Flurschaden bezahlen zu wollen, erhielt sie einen Strafbefehl wegen Feld fre= vels. ):( Wiesbaden. Der Entwurf der neuen Rheinuferstraße von Rüdesheim nach Oberlahnstein bean= sprucht einen Kostenaufwand von 900 000 Mt. ):( Wiesbaden. Der Verkauf von Seefischen, Kartoffeln und Weißkraut bedeutet eine glückliche Lösung der Teuerungsfrage. Insgesamt wurden in den ersten drei Tagen des Verkaufs 58 700 Kilo Kartoffeln und 8665 Kilo Weißtraut abgegeben. ):( Frankenberg. Ein Einwohner aus einem Dorfe des Kreises Frankenberg, der ein von der Bahn überfahrenes und dadurch zu Tode gekommenes Reh sich angeeignet hatte, war wegen Jagdvergehens vom Schöf Röfengericht zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die von dem Angeklagten eingelegte Berufung wurde der Marburger Straffammer verworfen. ! Mainz. Ein Zahntechniker 30g einer Frau vom Lande sämtliche gesunden Zähne aus und schwatzte ihr dann um teuren Preis ein minderwertiges Gebiß auf. Die Mainzer Straffammer diktierte dem Mann 6 Wochen Gefängnis, nachdem die vorhergehende Instanz ihn zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt hatte. Die Gemeinden ):( Aus dem Biebertale. Hermannstein, Naunheim und Waldgirmes sind schon seit einer Reihe von Jahren auf ihren Wunsch dem Amtsgericht Wetzlar zugeteilt. Bei den Orten nigsberg, Bieber, Rodheim und Fellingshausen bestehen in der Entfernung zwischen den Amtsorten Gladenbach und Wetzlar gleichfalls bedeutende Unterschiede. Es mögen dieselben hier folgen: Königsberg von Wetzlar 14,3, von Gladenbach 21,9 Kilomtr.; Bieber von Wetzlar 10,8, von Gladenbach 20,4 km.; Rodheim von Wetzlar 13, von Gladenbach 22,5 km., und endlich Fellingshausen von Wetzlar 16, von Gladenbach 19,3 Km. Schon aus diesem Grunde erscheint der lang gehegte Wunsch unserer Bewohner nunmehr endlich mit Gladenbach bezw. der entlegenen Kreisstadt Biedenkopf durch eine Bahn verbunden zu werden, wohl berechtigt. ):( Vom Westerwald. Die Kartoffel= ernte des Westerwaldgebietes soll ganz vorzüglich ausgefallen sein, besonders auf den tiefgründigen und schweren Bodenarten. Die Landwirte bestätigen, daß die Kartoffelernte besser als die des Jahres 1910 ist. Der Durchschnittsbetrag für den Westerwald kann auf reichlich 85 Zentner pro Morgen angenommen werden, von Sorten wie Alma oder Up to date reichlich auf 96 bis 100 3entner pro Morgen. 2):( Marburg. Kommenden Samstag wird in der Nordschule zu Marburg wieder eine Zusammenkunft der„ Turn- und Spiel- Vereinigung Marburg- Kirchhain" stattfinden. ):( Marburg. Der Wirkl. Geh. Rat Professor Dr. Exz. von Behring hat bei dem Deutschen Museum in München ein Kapital hinterlegt, dessen Zinsen jährlich einem Abiturienten des Gymnasiums Philippinum hier ermöglichen sollen, die einzigartigen Sammlungen des Museums zu studieren. ):( Marburg. In einer letzten Samstag hier abgehaltenen Versammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins kam es zu einer interessanten Aussprache über die diesjährigen Ernteergebnisse und die Bekämpfung der von ):( Kassel. Eine von über 1000 Eisenbahnhandwertern und Arbeitern besuchte Versammlung nahm am letzten Sonntag in Gegenwart von Abgeordneten und Vertretern der Eisenbahnverwaltung Stellung gegen die gegenwärtige Teuerung und ihre wirtschaftlichen Folgen. Die Versammlung erklärte sich gegen Teuerungszulagen und forderte allgemeine Lohnerhöhungen für alle Arbeiter und Handwerker in den Eisenbahnbetrieben. ):( Siegen. Die Stadt Siegen hat bei dem Dorf Dreis- Tiefenbach ein Geiände angekauft, das eine Wajfermenge von 3900 Cbm. täglich liefert. ! Bei den jetzt so teuren Zeiten nimmt die sparsonne Hausfrau Kathreiners Malzhäffen. der Gehalt macht' 6! Deutscher Reichstag. schlossen, wenn die am Donnerstag im Reichstag be= ginnenden Marotto- Interpellationen nicht einen für die Regierung befriedigenden Ausgang bringen werden. Staatssekretär v. Lindequist Reichstagskandidat? Es besteht, wie die N. G. C." hört, in bestimmten Kretsen die Erwägung, dem bisherigen Staatssekretär des Reichstolonialamtes v. Lindequist ein Mandat für die nächsten Reichstagswahlen anzubieten. Der Reichstag, der nach seiner voraussichtlich letzten Pause am Dienstag den allerletzten und doch noch so wefentlichen Tagungsabschnitt begann, behandelte zunächst den deutsch- japanischen Handelsvertrag, der zur ersten Lesung stand und geraume Zeit in Anspruch nahm. Sein Hauptvorteil liegt nach Ansicht der Regierung, die Staatssekretär Delbrück vertrat, auf deutscher Sette. Als in der Diskussion prinzipielle Fragen der BollpoltHit zur Sprache tamen, wies der Staatssekretär hin auf das frethändlerische Irland, das auch nicht mehr erretchen fonnte. Unser Zolltarif set doch gerade unsere Waffe beim Abschluß von Handelsverträgen, ohne ihn hätten wir nichts zu gewähren und zu versagen. In der Debatte sprachen die Abgg. Piper( 3tr.), Stresemann ( ntl.), Kämpf( Fr. Vp.), Südekum( Soz.), Werner ( Wirtsch. Vgg.), Koefide( fons.), Deser( Fortschr. Volkspart.) und Linz( Rp.). Bis zu den Freisinnigen und Sozialdemokraten wurden Fortschritte zugegeben. Die Wünsche der Redner betrafen vor allem die deutsche Setdenindustrie, deren gefährlichste Konkurrentin die japanische wegen ihrer niedrigen Löhne und langen Arbeitszeit sei. Der Vertrag wurde in erster Lesung angenommen. Es folgte die erste Lesung des Vertrags mit Großbritannien über die gegenseitige Auslieferung von Verbrechern zwischen Deutschland und gewissen brittschen Protektoraten. Der Vertrag wurde in 1. und 2. Lesung erledigt. Am Mittwoch fällt die lang erwartete Stzung aus, die Marokkodebatte beginnt erst Donnerstag, da den Abgeordneten bisher der Text des Ab= tommens noch nicht zugestellt war. Eine neue Flottenvorlage in Sicht? Die Kandidatur Posadowsky. Auf eine Anfrage der Ortsgruppe Bielefeld des Hansabundes erwiderte Graf Bosadowsky, daß er zu einer Kandidatur im Wahlkreise Bielefeld- Wiedenbrück noch teine zustimmende Erklärung abgegeben habe. Da er einer Fraktion nicht bettreten würde, lege er Wert auf die rückhaltlose unter= st it bung aller bürgerlichen Parteien. Mit dem Grundsatz des Hansabundes, daß die gütervertetlenden Erwerbszweige gefeßlich und wirtschaftlich eine gleiche Berkicksichtigung finden sollen, wie die gütererzeugenden und daß Handel und Verkehr nicht durch Maßnahmen beschränkt werden dürfen, welche durch das allgemeine Wohl nicht unbedingt geboten erscheinen, set er grundsätzlich völlig einverstanden. Ein süddeutsches Blatt hatte gemeldet, der Staatssekretär des Retchsmartneamts von Tirpitz habe auf eine Frage des Kaisers, ob Deutschland aktionsbereit set, Bedenken in bezug auf die deutsche Schlagfer= tigkeit zur See geltend gemacht. Zu dieser Meldung, die von den Kieler Neuesten Nachrichten" als glatt erfunden bezeichnet wird, will die Berliner Nafonalzeitung" aus Bundesratskreisen folgende RichHigstellung erfahren haben: große Wohnungen bereits vtfittert haben und Skandalprozeffe sollen in Aussicht sein. Behufs Stellungnahme zu dem Marokkoabfommen und dem Kongovertrag hatten am Dienstag mehrere Fraktionen des Reichstags vor Beginn der Plenarfitung Sizungen einberufen. Wie verlautet, werden am Donnerstag nicht zuerst die Interpellanten ihre Begründungsrede halten, vielmehr ist beabsichtigt, daß der Stetchskanzler eine Schilderung der Verhandlungen und eine Würdigung ihrer Ergebnisse vorausschiffen wird, zu denen dann die einzelnen Parteiredner Stellung nehmen dürften. Als Redner sind in Aussicht genommen: Von den Konservativen Draf Kanis, von Ber Reichspartet Abg. von Dirksen oder Fürst Haßfeld, vom Zentrum Freiherr vor Hertling und Abg. Gröber, von den Nationalliberalen Abg. Bassermann, von der Bollspartei Wiemer und von der Sozialdemokratie Abg. Bebel. In der Mitteilung sind Wahrheit und Dichtung ge= mischt. Es ist richtig, daß die Frage der deutschen Kriegsbereitschaft im Bundesrat Gegenstand ernster Erwägungen gewesen ist. Außer dem Generalstab wurde auch der Admiralstab aufgefordert zu erklären, ob wir aktionsberett seten. Der Generals ftab bejahte ohne Einschränkung, dagegen erklärte der Admiralstab, daß uns, um gegen die vereinigte englischfranzösische Flotte mit Aussicht auf Erfolg operieren zu tönnen, zehn Dreadnoughts oder zehn Panzerfreuzer fehlten. Dieses Gutachten des Admiralstabes übte eine starke Wirkung nach der Richtung einer friedlichen Verständigung aus. Im Bundesrat soll man schon die Möglichkeit erwogen haben, was zu geschehen habe, wenn die Mehrheitsparteien des Reichstag gelegentlich der Interpellationsbesprechung über das Abkommen mit Frankreich eine außerprogrammäßige Verstärkung unserer Flotte verfangen. Es verlautet, daß die maßgebenden Stellen stch nicht ablehnend verhalten werden. Allerdings müßté zu gleicher Beit die Deckungsfrage gelöst werden. Man erwägi, zur Kostendeckung evtl. die Erträgnisse eines Petrolcum monopols heranzuziehen. Ein Haus im Erdboden versunken. In Hohensalza ( Provinz Bosen) ist Dienstag vormittag ein Haus zur Hälfte eingestürzt. Die Trümmer versanten in der Erde und rissen sämtliches Mobiltar mit sich. Die Bewohner des Hauses konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Einstürze dauern fort. Fran Professor Curte protestiert in einer Erklärung gegen das Eindringen Unberufener in ihr Privatleben. Da thr die Abbitte des Verfassers des betreffenden verleumdertscher Artikels fezt vorliege, werde ste feine gerichtliche Verfolgung einleiten. Durch einbrechendes Gestein wurden in der Primrose- Mine in Johannesburg ein Europäer getötet und 50 Schwarze verschüttet. Die Stadtverordnetenwahlen in Berlin haben, wie bereits telegraphisch berichtet, mit einem großen Erfolge Ber Sozialdemokraten geendet. In Berlin waren 17 Mandate zu vergeben. Davon sind den Sozialdemokraten 16 zugefallen, während die Liberalen nur im dritten Bezirk ihren Kandidaten durchbrachten. Fünf Size, welche früher von bekannten bürgerlichen Stadtverordneten, unter anderem Rosenow, Ullstein, Marggraff, eingenommen wurden, sind diesmal verloren gegangen. Von den 48 Mandaten der 3. Abteilung haben die So ztaldemokraten jest 43 inne. In der zweiten Abteilung find die liberalen Kandidaten Sieger geblieben. Der Nobelpreis für Physik wurde auf Beschluß der schwedischen Akademie der Wissenschaften dem Profeffor Wilhelm Bien- Würzburg und der Preis für Chemie Frau Curie- Paris zuerkannt. Die diesjährigen Preise betragen je 194 330 Francs. Räuber überfielen gestern abend das Stationsgebäude der Station Spirt an der transkaukasischen Bahn, töteten den Stationschef und einen Polizisten, verwun deten einen Beamten schwer und beraubten die Kasse, worauf ste entflohen. Der erste Mittelstandskongreß des Hansabundes trat am Sonntag in Berlin zusammen. In seiner Begrüßungsansprache legte der Präsident des Hansabundes Dr. Rießer die Ziele und Wege des Hansabundes dar und richtete einen Appell an das erwerbstätige Bürgertum, die Gleichberechtigung mit den übrigen erwerbenden Ständen durchzusetzen. Dem Depeschenbureau Herold wird zu der Meldung der füddeutscher. Blattes von unterrichteter Seite mitgeteilt, daf der Kaiser eine derartige Frage weder an den Kriegsminister noch an den Staatssekretär des Reichsmarineamts gerichtet hat. Auch hätte eine solche Frage niemals in vernetnendem Sinne beantwortet zu werden brauchen. Unsere Verteidigungslinte bet Cuxhaven ist in der denkbar besten Verfassung, jedenfalls so gut, daß niemals ein feindliches Geschwader es ungestraft unternehmen könnte, sich thr zu nähern. In Marinefreisen hält man auch unser 23 Zenfimeter- Geschütz mindestens für gleichwertig mit dem 80 Bentimeter- Geschüß, mit dem die englischen Schiffe ausgerüstet sind. Uebrigens wird der Reichskanzler im Reichstage zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen. Rundschau vom Cage. Politisches. Reisepläne des Kaisers. Der Kaiser wird am 2. Dezember in Breslau eintreffen. Es ist ein Besuch des Kaisers bet Kardinal Kopp in Aussicht genommen. Aus den Gerichtssälen. Zuchthäusler und Staatsanwalt. Aus dem Buchthaus zu Brandenburg a. H. wurde der Potsdamer Straffammer der Gefangene Friedrich Schulze vorge fithrt, der wegen Beleidigung des Ersten Staatsanwaltes in Stendal und der dortigen Straffammer, die ihn verurteilt hatte, noch zu zwei Monaten Gefängnis zufäßlich verurteilt war. Sch. erhielt wegen Diebstahles im Rückfalle zwei Jahre Zuchthaus. Aus der Strafanstalt schickte er dann am 11. Junt dem Ersten Staatsanwalt einen Brief, in dem es u. a. hieß:„ Ste denken bloß, Sie können mich als dummen Affen halten. Ich friege mein Recht, Sie nicht, Herr Staatsanwalt. Dafür ist Justizminister Oberhaupt von uns allen... Ich kriege Sie doch mal in die Finger. Ich werde das Landgericht schon kriegen, solche Bande, Sklavenhändler, solche gibt es im ganzen Staat nicht, wie sie sind. Ich habe viele Fehler geunden und die sämtlichen Paragraphen schon geprüft. Warten Sie mal, ich werde Sie schon kriegen. Auf Wiedersehen. Schluß!" Das Gericht verwarf feßt nach dem Antrage des Staatsanwaltes die Berufung des Angeklagten. Vom Zentralvorstand pensionierter Reichs-, Staats: und Gemeindebeamten ist an den Reichstag und den Bundesrat eine Eingabe gerichtet worden, in der ange= sichts der gegenwärtigen Leuerung die Gewährung sofortiger Teuerungszulagen erbeten wird. Der Reichsfanzler wird eine Deputation der Altpensionäre in Audienz empfangen, in der ihm die Wünsche der Pensionäre vorgetragen werden. Angesichts der feßigen Teuerung haben verschiedene Bundesstaaten und Städte ihren Beamten beretts Teuerungszulagen bewilligt, wohingegen die Pensionäre eine Aufbesserung ihrer Lebenslage nicht erhalten hätten. Der Reichstag und Bundesrat wird demnächst zu diesen Fragen Stellung nehmen. Rücktrittsabfichten von Kiderlens? In Verbindung mit den Gerüchten über eine nahe bevorstehende KanzTertrife tauchen neuerdings in Berliner poltttschen Kreisen auch Befürchtungen wegen eines möglichen Rücktritts des Staatssekretärs von Kiderlen- Wächter auf. Es heißt, der Staatssekretär fühle sich durch die scharfe Kritik, die feine Tätigkeit in den deutsch- franzö fischen Verhandlungen in Preffe und Oeffentlichkeit erfahren, getränkt und sei zum Rücktritt ent= Aus Eifersucht. Noman von Mar Hoffmann. Kleine Nachrichten. Ein nenes Flugapparatsystem ist vor einiger Zett zur Verwendung im Heere angekauft worden, nämlich ein zweidecker der Luftverkehrsgesellschaft. Bisher verfügte das Heer über Taube- Eindecer und AlbatrosDoppeldecker. Auch ein Flugzeug nach dem System Wright steht zur Verfügung der Heeresverwaltung. 21) ( Nachdruck verboten.) Ihre weitere Unterhaltung wurde unterbrochen durch die Ankündigung, daß einige Musikstücke vorgetragen würden. Durch Urteil des Ehrenrates aus der Liste der Referveoffiziere gestrichen worden ist der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr Bachmann, weil er während der jüngsten Reichstagserlahwahl einer Versammlung der fortschrittlichen Volkspartet prästdierte, in der die Parole für den Sozialdemokraten ausgegeben wurde. Man ließ sich auf die herumstehenden Stühle und Sessel nieder, und eine Sängerin, von der Mallmiz wizelnd behauptete, daß sie aus dem Schneider" heraus set, trug mit schriller Stimme eine Löwesche Ballade vor. Vermischtes. eingefeßt. nige inter fengefchäft wiffen, da fichen we Namentlid damals bu lettet. Seu prinzen in in feinem Testen Jab Feftlichkeit Das ganze Auchenchef den Prinz die Köche worden. S Leopold v ter Wechfe Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete sich am Montag auf dem Nordbahnhof in Stuttgart. Ein Rangterzug stieß auf eine Lokomotive auf. Dabei wurde der Lokomotivführer in die zertrümmerten Teile seiner Maschine so eingeklemmt, daß er sich nicht befreten fonnte. Er erlitt durch den ausströmenden Dampf so furchtbare Verbrühungen, daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat. Ein Heizer wollte vor dem Zusammenstoß ab springen, gertet aber hierbei unter die Lokomotive. Es wurden ihm beid Beine und Arme abgefahren. Ferner wurde ein Anfuppler schwer verletzt. Bet dem Zusammenstoß hatte der Führer der allein fahrenden Lotomotive Gegendampf gegeben. Hierdurch fuhr die Lotomotive mit voller Kraft gegen einen Prellbock, überfuhr diesen uno zertrümmerte das hinter ihm liegende Bahnwärterhäuschen. Streit bei Borsig. Am Dienstag sind im Betriebe der bekannten Berliner Maschinenbauftrma A. Borsig die Eisendreher in Streit getreten. Es handelt sich vorläufig um zivethundert Arbetter. Im Aeroplan durch Amerika. Der amerikanische Aviatiker Rodgers hat am Montag seinen Flug durch die Vereinigten Staaten, den er am 18. September in Neuyork angetreten hatte, beendet. Im ganzen hat er 4821 englische Metlen zurückgelegt. ,, Sehen Sie sich nur den Begleiter an," flüsterte Mallmitz und wies mit dem Kopf nach dem am Klavier fizenden Herrn hin, dessen Löwenhaupt eine riesige schwarze Mähne zterte. Macht er nicht eine Miene als wenn Wagner und Liszt dumme Jungen gegen ihn wären?" Ein starker Applaus erstickte seine letztet. Worte. Felicia wurde unruhig. Die Spielhöllen der Chikagoer Millionäre. Wie aus Chikago gemeldet wird, veröffentlichen die dortigen Blätter sensationelle Enthüllungen über Spielhöllen, die in den Palästen der Chikagoer Millionäre etabliert feln sollen. Die Polizei soll die in Frage kommenden " Wann kommt das Eigentliche?" fragte sic. " Nur Geduld, gnädiges Fräulein! Es R erst Stimmung in die einzelnen kommen. Genehungent wtr während der Bett eine kleine Erfrischung! Er führte die dret von ihm besonders mit Beschlag belegten Gäste in einen kleinen Nebenraum, wo für schweres Geld allerlet Delikatessen und Getränke berett standen. als dekoratives Element dienen." bat fich au Bogen, die ger in eine Bom Meldunge Einschränk finengroß. plodiert sei febenen R umstehende er nicht fef ben und Korrespon Eine don in Bet durch das Anschlüffe einem Fer folgt in 3ft niema nehmer fei abhebt un niederschre richtungen bewegten dergegeben bie Nachri Telegramm Russisches Räuberstückchen. In das Restaurant Borcowsti in Warschau, das mit einem eleganten PubIttum voll besetzt war, drangen 25 Banditen und befahlen allen Gästen mit vorgehaltenen Revolvern, die Hände hoch zu halten. Ein Kellner versuchte, den Räubern entgegenzutreten, wurde jedoch durch einen Schuß niedergestreckt. Während ein Teil der Verbrecher die Gäste scharf beobachtete, plünderten die übrigen die Anwesenden aus und flohen mit reicher Beute an Geld und Brettosen. Bisher ist es nicht gelungen, ihrer habhaft zu werden. ,, Ob man ihm etwas anbieten dürfte?" sagte Felicia mitleidig. Friz trank ein Glas Wein, Felicia nippte an einem Glas Seft, und Mallinit sagte mit verhaltenem Lachen: ,, Aber sicher, meine Gnädige!" Mallmiz holte den jungen Mann herbei und stellte thn kurz vor als unseren berühmten Bildhauer." Friz Iteß einen Teller mit allerhand nahrhaften Sachen vor thn auf den Tisch stellen, und diese Spetsen waren im Handumdrehen und mit fabelhafter Geschwindigkeit verschwunden. „ Sehen Sie nur dort im Hintergrunde den armen Bildhauer, wie er mit verhungerter Mtene hierherlugt. Ich bin überzeugt, daß er heute noch nicht viel gegessen bat." „ Und zahlt doch 5 Mark für einen solchen Abend?" fragte Friß verwundert. Riefenbetrügereien eines amerikanischen Großfanfmanns. Aus Neuyort wird gemeldet: Mr. Pembroke Pitt, der Sentorchef des großen Getreideerportgeschäfts Pitt, Brothers u. Co. in Baltimore ist flüchtig geworden. Er wird angeklagt, Banken in Neuyork und Baltimore um verschiedene 100 000 Dollars vermittels gefälschter Getreidefonnossements betrogen zu haben. Die Polizeibehörde hat sämtliche Seehäfen und großen Städte von der Flucht Mr. Pitts in Kenntnis gesezt.' Die genaue Summe, um die die betreffenden Banken geschädigt worden sind, steht noch nicht fest. Vorläufig schätzt man ihre Verluste auf 800 000 Dollars. " Ja, ja, die Kunst geht nach Brot!" grinste der Affeffor. Aber sehen Sie, meine Herrschaften die Sitzung wird gleich beginnen!" " O, nein! Es sind nämlich einige Gestalten hier, die Er ging mit ihnen wieder in den kleinen Saal, wo Jetzt in der Mitte ein großer ovaler Tisch aufgestellt war. Alle nahmen Plaz, wobet Friß zwischen Felicia und Weide und Malmis auf die andere Seite von Felicia zu stzen kam. Anch die Fürsten sparen. Da allerorten über die schlechten, teuren Zeiten geklagt wird, ist es kein Wunber, daß die Klage selbst in die höchsten Kretfe gedrungen ist und in gewissem Sinne auch dort Beachtung findet. Man fucht zu sparen, soweit es möglich ist und unauffällig geschehen kann, und es ist bemerkenswert, daß man dabet auch die eigene Behaglichkeit nicht schont. Dieser Trieb zur Svarsamkeit hat vorerst bet der Küche Schon hatten alle die Hände auf den Tisch gelegt, die Finger berührten sich gegenseitig, die Kette war geschlossen, als eine korpulente Dame verstört aufsprang. " Was ist?" riefen mehrere zugleich. " Ach," hauchte fie, sehen Ste denn nicht? Wir sind fa dreizehn! Das geht nicht, da können wir keine Sigung abhalten." Einige protestterten gegen diesen Aberglauben, aber ste wurden überstimmt, das eine Dienstmädchen wurde hereingerufen und mußte sich als vierzehnte mit heransetzen, was sie verschämt tichernd ganz gern zu tun schien. Es blieb still. Er wiederholte den Anruf dreimal. Beim dritten Mal Iteß sich tatsächlich ein leises Klopfen vernehmen, das vorsichtig, fast schüchtern flang, und alle lauschten gespannt, wie der kleine Herr nun das Alphabet herzufagen begann und mühsam ein Wort zusammenbuchstablert wurde. Es lautete:„ Marleben". Aller Augen richteten sich auf Friz. " Der Geist Ihres Vaters wünscht zu sprechen," erflärte der kleine Herr sehr ernst, nachdem er Frau MohrMallmiz fragend angesehen hatte. Bitte!" versetzte Friz, dem diese Komödie abgeschmackt vorkam. Alle Gasflammen bis auf eine wurden ausgedreht, die Kette wurde wieder geschlossen und eine Grabesstille herrschte in dem Raum. Diese vierzehn regungslos da= sitzenden Menschen mit den starren Gesichtern schienen zu einem Femgericht zu gehören, das schweigend Gericht über einen Mtssetäter abhalten will. ,, Gott zum Gruß, ihr lieben Getster!" sagte etn kleiner, weißbärtiger Herr mit dumpfer Stimme. men. Läng hung fich d Wieder begann das Buchstabieren nach dem Klops fen, und die Antwort lautete diesmal:„ Ich bereue." ,, Was soll berent werden?" fragte Friẞ. Aber nun schwieg das Klopfen. Es war nichts weiter. herauszubekommen. Der Geist hatte offenbar keine Lust mehr. Die Kette wurde geöffnet, das Licht wieder entzündet, und letse Gespräche über das Gehörte wurden gewechselt. " Die Sache ist unglaublich kindisch," sagte Friz mißmutig zu Felicia.„ Wollen wir nicht gehen?" ,, Gedulden Sie sich noch ein Wellchen!" ftel Mallmit ein, der seine Rede gehört hatte.„ Es kommt ja jetzt der Haupttrick." " tätiger gemeinen ferungen bern geta Ibschluß b in findige Abschluß g hwichtigt getätigt" aber fetne weitere B Aftenstau Ein Beba migt, wer träge abge nicht zu wenn man wählen". Weide sagte kein Wort und saß ganz still da, aber seine Augen schweiften wie die eines Luchses umher. Im Hintergrund befand sich ein dicker schwarzer Vorhang, hinter den sich jetzt der blasse Herr mit den unHeimlich flackernden Augen begab. Alle Lichter wurden gelöscht, und die Gesellschaft war ganz im Dunkeln. Nur gedämpft, wie die letse an den Strand schlagende Meeresbrandung, vernahm man aus der Ferne das auch zur Nachtzeit nie völlig schlummernde Raunen und Rauschen der Weltstadt. werden m nicht, thr Die Rundfrag Bartfer Frauenze bewogen, folgen. it gang mit Ter des M 72 Fehler Gebiet de chondrie" fhöne Gef folgende F lofigkeit, Spottfucht, Aber trob Aufric amter de macht nach Was ich S Amtsvorite Herr und ionterung Benn Ste Hmitande t Hilgen Sie Direttions motwendig. Schimpfen Plöbli Thang Deron bicht eines flang der raums in Stimme, Gletch Teuchtende was auch a Er bewegte and reichte ta und We Da spra haß fein Stu und hielt fle henlampe d Das lau nd ein ung Basflammer Weide Elgemeines In einem he her fo blaffe weißen Gen Käuliche F " Haha!" 150r. Sie Blethzeitig Was fäll rottend. 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Namentlich die Küchen der Hohenzollernprinzen waren damals durchweg von erstklassigen Herrschaftstöchen gelettet. Heute finden wir noch in der Küche des Kronprinzen in Potsdam dret Köche. Weilt der Kronprinz In seinem Berliner Palais, hat er während des ganzen legten Jahres alles, was er für seinen Hofhalt und für Festlichkeiten brauchte, aus dem Hotel Bristol bezogen. Das ganze Menü wurde dann inklusive Wein und der Küchenchefs aus dem Hotel ins Palais geliefert. Bet ben Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm find bie Köche durch die billigeren Köchinnen verdrängt worden. Namentlich im Haushalt des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen in Glienicke indet ein permanen ter Wechsel in Personale statt. Ein ähnlicher Wandel bat sich auch bei den reichsunmittelbaren Fürsten vollzogen, die früher alle in Berlin eigene Palais hatten. Bom„ Luftkrieg" in Tripolis waren phantastische Meldungen verbreitet worden, die jetzt eine erhebliche Einschränkung erfahren. Die" Bomben", die der Flie per in einer fleinen Tasche mit sich führte, waren apfelfinengroß. Daß sie beim Auftreffen auf den Boden explodiert seien, schloß der Flieger aus der von ihm gefebenen Rauchentwickelung. Ob aber in dem Lager die umstehenden Türken getroffen wurden oder nicht, fonnte er nicht feststellen. Das gilt auch vom Auseinanderstieben und Verkriechen" der Türfen in Erdlöcher, das ein Korrespondent gemeldet hatte. Eine Fernschreiber- Vermittlungsanstalt ist in London in Betrieb gefeßt worden, um schriftliche Mitteilungen durch das Telephon zu ermöglichen. Vorläufig sind 750 Anschlüsse gebaut, bei denen der Fernsprechapparat m't einem Fernschreibapparat verbunden ist. Der Anruf e- folgt in üblicher Weise durch Vermittlung des Amtes. Ist niemand anwesend, so schaltet der anrufende Tellnehmer seinen Fernschreiber ein, indem er einen Stift abhebt und mit diesem die Nachricht in seinem Apparat niederschreibt. Mittels elektrischer Uebertragungseinrichtungen wird die Schrift dann durch einen elektrisch bewegten Stift auf der anderen Teilnehmerstation wiedergegeben, so daß der Abonnent bet seiner Rückkehr die Nachricht vorfindet. Auch die Uebermittlung von Telegrammen auf diesem Wege ist in Aussicht genom men. Längere Versuche werden erweisen, ob die Einrich tung sich dauernd in der Praxis bewährt. tätigen. Wir lesen in den Mitteilungen des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins": Abschlüsse auf Lte= ferungen werden heute oft nicht mehr gemacht", sonbern getätigt"; vermutlich erscheint ein getätigter" Ibschluß besser als ein gemachter. Vielleicht hat einmal in findiger Geschäftsreisender, dem nur ein mäßiger Abschluß geglückt war, seinen Auftraggeber damit be= chwichtigt und verblüfft, daß er ihm den Abschluß als getätigt" vorstellte. Unsere Handlungsreisenden sollten aber fetnem veralteten und häßlichen Kanzleideutsch weitere Verbreitung zu verschaffen suchen. Denn nach Altenstaub und Schreibstubendunst riecht dieses Wort. Ein Bedarf dafür liegt nicht vor, da es vollkommen geilgt, wenn Abschlüsse gemacht" oder„ Lieferungsver= träge abgeschlossen" werden, ebenso wie man eine Wahl nicht zu„ tätigen" braucht, weil man sie vollziehen kann, wenn man nicht gar vorziehen wollte, ganz einfach zu wählen". Auch weshalb ein notarieller Att getätigt werden müßte, ist nicht einzusehen; genügte es wirklich nicht, thn zu vollziehen" oder auszufertigen"? Die Fehler des Mannes. Eine internationale Rundfrage über die Fehler des Mannes ist durch die Die Bariser Zeitschrift Feminina" angeregt worden. Frauenzeitschriften in anderen Ländern fühlten sich auch bewogen, dem guten Beispiel der Partfer Redaktion zu folgen. Um den Damen, die über Erfahrungen im Umgang mit Männern verfügen, die Feststellung der Fehler des Mannes leichter zu machen, wurde eine Liste von 72 Fehlern des Mannes aufgestellt, die sogar den ins Gebiet der Medizin gehörenden Fehler" der" Hypochondrie" aufweist. Wie die Ergebnisse lehren, hält das schöne Geschlecht dem Manne in überwiegendem Maße folgende Fehler vor: Ungeduld Unhöflichkeit, Interesselosigkeit, unehrerbietung, Unduldsamkeit, Jähzorn, Spottfucht, Frechheit. Das ist ja ein langes Register. Aber trotzdem bleiben die Männer begehrenswert. Aufrichtig. Im Eisenbahnzug befindet sich ein Beamter der Eisenbahndirektion. Der Stationsbeamte Direktionsrat: macht nach Vorschrift seine Meldung. Was ich Ihnen besonders ans Herz legen wollte: Ihr Amtsvorstand ist schon ein älterer, aber sehr verdienter Herr und bei der Direktion sehr beliebt. Eine Pentonierung wollen wir vermeiden, solange es geht. Wenn Sie also merken sollten, daß er nicht mehr recht imstande ist, feiner Aufgabe gerecht zu werden, so untertilben Sie ihn nach Kräften!"- Beamter:" Gewiß, Herr Direktionsrat! Bis jetzt ist es allerdings noch nicht notwendig. Der Herr Inspektor wird mit dem Schimpfen über die Direktion noch allein fertig!" Plötzlich drangen sonderbare Laute hinter dem Vorhang hervor. Es war ein altes, längst vergessenes Ge bicht eines schwärmerischen Poeten, der den SphärenHlang der Gestirne und die Herrlichkeit des Weltenraums in schwülstigen Worten besang. Aber dte Stimme, die das sagte, schien die eines Findes it fein. Gleich darauf erschten zur Seite des Vorhanges eine leuchtende Hand und dann in langem, weißen Gewand, das auch an vielen Stellen leuchtete, ein hübscher Knabe. Er bewegte sich fast schwebend um die Gesellschaft herum, und reichte diesem und jenem die Hand. Um Friz, Feltcta und Weide machte er einen ziemlich großen Bogen. Da sprang Weide ganz unerwartet so hastig auf, daß sein Stuhl umfiel. Er ergriff die Hand des Knaben und hielt ste fest. Gleichzeitig blizzte seine elektrische Ta= schenlampe dem Festgehaltenen gerade ins Gesicht. Das laute„ Au" etner Männerstimme wurde gehört, und ein ungeheuerer Tumult erfolgte, als Friz einige Gasflammen anzündet. Weide hielt sein Opfer immer noch fest und ein allgemeines„ Ah!" ertönte, als man das Medium selbst in einem hemdartigen Ueberwurf stehen sah. Der vorher so blasse Herr hatte sich rosig geschminkt, und an dem weißen Gewand schimmerte es hier und da wie kleine bläuliche Flämmchen. phor. „ Haha!" lachte Weide,„ das find Tupfen von PhosSie verstehen Ihr Handwerk, mein Herr!" Gleichzeitig Iteß er ihn los. " Was fällt Ihnen denn ein?" zischte das Medium wütend. Sie haben die Materialisation gestört. Haben Sie nicht gesehen, wie der Getst des kleinen Karl, jenes berühmten Getstes, der hier schon öfters erschie= nen ist, schnell wieder hinter den Vorhang zurückschwebte? Was wollen Ste von mir?" Was für ein Unsinn!" lachte Friz, erregte aber mer den Unwillen der gläubigen Gemeinde. Mehrere behaupteten eifrig, ganz genau gesehen zit Die Heimkehr der Verwundeten. Die ersten Opfer des blutigen tripolitanischen Abenteuers, die ersten Verwundeten haben nun ihr Heimatland wiedergesehen. Am Dienstag hat am Kat des Hafens von Palermo ein aus Tripolis heimkehrendes ftaItenisches Hospitalschiff festgemacht und seine traurige Ladung, fampfunfähige verwundeteMenschen, die wenige Wochen früher in jugendlicher Erobererfrende ausgezogen waren, an Land gegeben. Es war ein ergreifendes Bild. In dem Augenblick, da vom Kai aus die Landungsbrücke zum Schiff hinaufgeschoben wird, erschallen einige Kommandorufe, Waffen blizen, Schritte dröhnen, und mit raschen Bewegungen haben die aufgestellten Infanterietruppen und Karabinieri den Platz geräumt und die Menge in den Hintergrund gedrängt. In diesem Augenb.id fahren noch zehn geschlossene Krankenwagen ver. Schon beginnt die Ausschiffung der Verwundeten. Zuerst die Leichtverwundeten, die Offiziere und Soldaten, bie noch gehen können. Von gesunden Gefährten gestützt, tommen sie langsam über den Landungssteg herab. Nur fetnen Aufenthalt, nur schnell hinein in die Krantenwagen. Sanitätssoldaten und Mitglieder der fretwilligen Rettungswache öffnen die Türen, helfen den Verlegten in die Gefährte. Aber nun gelingt es einigen, aus der dichten Schar der zurückgedrängten Publikumsmenge, sich an die Wagen heranzudrängen, die dumpfe Stille wird von hatigen und aufgeregten Rufen unterbrochen. Wie heißt Du?" so rufen zwanzig Stimmen. Denn noch immer hat dte italienische Regierung die Verlustlisten nicht befannt gegeben, in der Menge drängen sich zu Tausenden die Mütter, Väter und Brüder, die Kinder und Angehrtge bei dem Erpeditionsforps haben und in peinnnifer ugewißheit über das Schicksal ihrer Lieben weben. Die hastigen Fragen finden sofort Antwort. Von den noch hals offenen Krantenwagen heraus tönen die Stimmen der Verwundeten, die ihren Namen ausrufen, eine lange Liste von Namen. Immer leb= hafter werden die Nufe, nun schwirren sie schon von allen Setten durch die Lüfte, die Menge fragt nach den Toten, nach den Schwerverwundeten, und Namen, Hun= derte von Namen, fohallen zurück, oft von einer fraurigen Handbewegung begleitet. Nun sind die Leichtrerwundeten verladen, und es beginnt der Transport der Schwerverletzten. Wagen der elektrischen Bahn sind zur Verfügung gestellt, um diese Unglücklichen ins Lazarett zu überführen, eine Bahre nach der andern taucht aus dem Rumpfe des Schiffes auf, wird sorgsam von Soldaten herabgetragen und in die Wanen gehoben. Dann erscheint der erste verwundete Offizier. Auf die Arme zweier Marineoffiziere gestützt, erscheint er auf derHöhe des Landungssteges, eingehünt in einen wetten Mantel. Mühsam und langsam fommt er näher. Er ist schlank und blond, Aber Totenbläffe liegt auf den Zügen. Am Fuße der Bricke muß er einen Augenblic innehalten und ausruhen, und mit einem mit den Lächeln nicht er dankend den Kameraden zu, die ihn am Kat begriißen. Einen Augenblick legt sich drückendes Schweigen auf die Gruppe der gefunden, frischen Kameraden: da wird die Aufmerksamkeit abgelenkt von einem BersagliertHauptmann, der lächelnd vom Schiff herabkommt, den rechten Arm in der Binde. Hinter ihm kommt sein fimger Sohn, ein Gewehr in der Hand, cin türkisches Ge= wehr, die Menge dringt heron a5 umringt den Knaben, feder will die Reliqute seber, til sie berührt ha=- ben, und als der Hauptmann oefhwindet, folgt ihm Jubelnder Betfall. Inzwischen kommen' nme mehr verwundete Offtziere und Soldaten aus dem Lazarettschiff; fie steigen langsam in die Automobile. Daneben wächst die stumme Bewegung in der Menge, die anaftvoll nach Angehörigen in dem langen Zuge der Verwundeten fucht, man will auf die Plattform der elektrischen Wagen stelgen, in denen Verwundete Hegen, nur mühsam gelingt es den Karabinert, sie zurückzuhalten. Wagen um Wagen, Automobil um Automobil ront davon, der Zug scheint fein Ende zu nehmen. Als zum Schluß eine schwarz verhünfte Bahre ans Land getragen wird, legt Anes sich ein dumpfes Schweigen über die Menge. starrt auf das Tuch, unter dem sich ungewiß die Linien etnes Menschenkörpers abzeichnen. Hier schläft einer feinen lekten Schlaf, ein Tepferer, der schwerverwundet die Heimfahrt antrat und doch das Vaterland nie wtedersehen sollte; furz vor dem Hafen erlöste thn den Tod von seinen Qualen.. Schlimme Nachrichten aus Peting. Dem New- York Herald wird aus Peking telegra= phiert: Die Erregung wegen der Ermordung des Rebellengenerals Wuluchen durch die Mandschus hat einen solchen Umfang angenommen, daß der Sturz der Dynaftie nnvermeidlich erscheint. Alle politischen Bewegungen sind durch diese Leidenschaft wie weggefegt. Die Führer der Rebellen sind überzeugt, daß der Mord vom Throne befohlen murde. Die Diplomaten die ein allge= haben, wie der eigentliche Knabe zurückgeellt wäre, und die übrigen Anwesenden schlossen sich ihnen bald an. Der blasse Herr, der sehr bald hinter den Vorhang geschlüpft war und jetzt in seiner gewöhnlichen Gestalt und Kleidung wieder erschien, bestärkte die Gläubigen in ihrer Ansicht, und bald war man sich darüber einig, daß der Herr Weide sehr taktlos gehandelt hätte und die Situng, gerade als sie am interessantesten zu werden versprach, unnötig unterbrochen habe. Fritz fühlte fich angewidert. Ich halts nicht mehr aus!" erklärte er Felicia und zog sie nach dem Korrtdor, um die Sachen zu nehmen. Weide schloß sich ihnen an. Man Iteß die dret gerne gehen und gab nicht undentlich zu verstehen, daß man solche ungebildeten Leute in diesem geweihten Kreise nicht sehen wollte. Als sie dieTreppe hinunterstiegen, tam thnen Mallmiz nachgeetlt. Er wollte sich vor Lachen ausschütten. " Die Sache ist doch ernster, als Ste sie hinstellen," sagte Frig verdrießlich. Was für unhell können diese Leute anstiften!" „ Glauben Sie das nicht," versicherte Mallmiş.„ Die metsten fühlen sich dabei sehr glücklich, und worin besteht schließlich der Reiz des Lebens? In den Illustonen, die man sich macht." „ Es gibt aber verwerfliche und gefährliche JLIusionen. „ Na, mir soll's recht sein," erwiderte der Assessor letchthin. Wollen die Herrschaften schon nach Hause?" ,, Netn, wir wollen noch etwas genießen," sagte Friz.„ Und das tun wir am bequemsten hter in einem fleinen Weinlokal". ,, Werden Sie denn durch diese Gesellschaft dort nicht gestört, Fräulein?" fragte Weide. " nein, mein Zimmer befindet sich im zweiten Stock." „ Aber noch in den nächsten Tagen ziehst Du dort fort!" forderte Frik. meines Massacre befürchten, haben die Gesandtschaften in Verteidigungszustand seven laffen und alle außer halb wohnenden Fremden sind aufgefordert worden, sich in das Gesandtschaftsviertel zu begeben. Die Mitglie der der Nationalversammlung sind zum größten Tetl aus Peting geflohen. Der Hof ritstet sich zur Flucht, Der Regent hat 200 Wagen bestellt, die in Bereitschaft gehalten werden. Wohin der Hof sich wenden wird, ist unbekannt, doch nimmt man an, daß er sich über die Mongolei nach Rußland begeben wird. Die einzige Eisenbahn, die noch den Mandschus zur Verfügung steht, ist die nach Kalgan, wohin eine große Anzahl der retchen Chinesen geflüchtet ist. Dazu meldet ein neueres Telegramm: Peking, 8. November. Alle nach der Hauptstadt führenden Eisenbahnen sind in den Händen der Rebellen. Einzelne Gesandtschaften treffen Vorberei tungen für den Fall des Ausbruches der Revolution in Peking. Alle franzöfifchen Staatsangehörigen sind in das Gesandtschaftsviertel berufen worden. Dom Kriegsschauplatz in Tripolis. Auf die Nachricht, die englische Bläter aus Tripo Its brachten, daß sämtliche Innenforts in den Händen der Türfen sich befänden, hat der italienische Botschafter in London ein Communiquee veröffentlichen lassen, in dem er diese Nachrichten entschieden in Abrede stent. Demgegenüber bleiben verschiedne enaltsche Zeitungen bet threr Versicherung, daß die Meldungen ihrer Kriegsforrespondenten, die von dem Vordringen der Türfen in Tripolis berichten, durchaus zuverlässig sind. Aus Tripolis meldet Nechad Bey, der türkische Oberkommandierende, daß die Türfen zwei neue Stürme auf die Stadt unternommen haben und daß die Italiener von ihnen zur Uebergabe aufgefordert wurden. Das türkische Geschützfeuer hat bedeutenden Schaden in der Stadt angerichtet. Die Pforte, die bereits in den letzten Tagen het den Mächten gegen die Absicht ItaItens, Tripolis zu annektieren, mit einer Erklärung protestiert hatte, sie würde niemals die Annexion annehmen, bereitet einen neuen Protest gegen die Notifikation der Annexion vor. Italienische Sorgen. Die flüssigen Kriegsgelder Italiens, die zu Anfang des Krieges 400 Millionen Goldlire betrugen, haben bereits derart abgenommen, daß die Regierung mit dem Pariser Plate wegen einer großen Anleihe im Betrage von 500 Millionen unterhandelt. Die italientsche Souveränitätserklärung über Tripolis gilt in Paris als ein Schlag ins Wasser. Keine einzige Macht würde die Souveränität Italiens vor dem Friedensschlusse anerkennen. Derna von den Türken zurückerobert. Die Türfen unter Major Enver Bey haben Derna zurückerobert. Diese Nachricht ist von der Pforte sämtlichen Botschaftern mitgeteilt worden. Die Berluste der Italiener werden mit etwa 500 Toten und 200 Ber= wundeten angegeben, doch beruhen diese Ziffern nur auf Schätzungen. Stcher ist, daß mehrere hundert Jtaltener gefangen genommen und mehrere Geschütze erbeutet worden sind. Privater Berichten zufolge sollen drei ttallenische Realmenter von den Türken gefangen ge= nommen worden sein. Wien, 8. November. Nach einer Meldung aus La Valette auf Malta liegen dort mehrere britische Kriegsschiffe bereit. Jeden Augenblick nach Tripolis abzudampfen, da die Lage der Stadt als sehr fritisch be= zeichnet wird. Man fürchtet, daß im Falle einer Ertürmung von Tripolis durch die Türken und Araber fein Europäer am Leben bleiben werde. Die Lage der Italiener foll nach den bei der Admiralttät eingegan= genen Nachrichten aus Tripolis verzweifelt sein. Drahtnachrichten und neuestes. 800 000 Zentner Kartoffeln für die Großberliner Eisenbahnbediensteten. Berlin, 8. November. Zur Bekämpfung der Teuerung haben die Eisenbahnvereine von Großberlin für ihre Mitglieder aus Ostdeutschland in 4000 Güterwagen über 800 000 3entner Kartoffeln beschafft. Die Lohnbewegung der Bergarbeiter. Frankfurt a. M., 8. November. Die Frankf. 3tg." meldet aus Bochum: Die vor einigen Wochen durch eine gemeinsame Konferenz der vier großen Bergarbeiterverbände eingeleitete Lohnbewegung der Bergarbeiter kommt tett in ein rascheres Stadium. Am nächsten Sonntag findet im Ruhrreviec cine große Anzahl von Massenversammlungen statt, dte fich mit der Teuerung und den gegenwärtigen Lohnverhältnissen be= schäftigen wollen. Folgenschwerer Gerüfteinsturz. Eschweiler, 8. November. In Alsdorf brach ein Gerüst zusammen, auf dem Anstretcher beschäftigt waren. Zwei von ihnen waren sofort tot, ein dritter wurde schwer und ein vierte. leichter verlegt. Sie war damit einverstanden. Der Assessor bekam bet diesem Entschluß einen gelinden Schreck. " Ach, gnädiges Fräulein, Sie wollen uns verlas= sen?" fragte er ängstlich. " Wen, uns?" gab sie fühl zurück. " Nun, ich meine mich und meine Tante. Ich hatte doch dort öfter Gelegenheit, Ste zu sehen, wenn Sie aber anderswohin ziehen " " Werden Ste mich freilich nicht so oft sehen," unnicht f terbrach sie ihn schroff. " Das wird entsetzlich für mich sein!" „ So? Sehen Sie mich so gern?" „ Lieber als alles auf der Welt!" rief er entaficft. „ Wir sind vor dem Lokal angelangt", sagte Frit fehr spiz.„ Sie gehen wohl wieder zu der Gesellschaft zurück, Herr Assessor?" Mallmit merkte, daß er ihn los fein wollte, aber er mochte ihm den Gefallen nicht tun und versezte:„ D nein, ich interefftere mich durchaus nicht für jenen Kreis. Ich bleibe lieber noch in Ihrer werten Gesellschaft, wenn's nicht unangenehm ist." Niemand erwiderte etwas darauf, und Mallmiz war also eigentlich abgewiesen; aber er tat, als ob er es nicht merkte, setzte sich zu Felteta und den beiden Herren an den Tisch und war sogar so dretst, sein erstes Glas Wein, auf das Wohl der schönen Vertreterin des Landes der Zukunft" zu leeren. Friz warf thm einen verwunderten Blick zu und schwieg eine Weile. Erst nach einiger Zeit begann er: " Stehst Du, liebe Felicia, ich hatte es Dir gleich gesagt, daß diese Geschichte feinen Zweckt haben würde. Nun bist Du hoffentlich von Deiner Wißbegierde geheilt?" ( Fortsetzung folgt.) In jedem Haus benützt man jetzt zum Kochen, Braten, Banken nur noch Palmin und freicht em herr. liches Butterbrot mit Palmona Pflanzen. Butter. Margarine. NB. Palmin jett auch weich" ( Ichmalzähnlich) zu haben. Bekanntmachung. Betr.: Den Hufbeschlag im Kreise Gießen. Nachstehende Bekanntmachung bringen wir wiederholt zur Kenntnis der Beteiligten. Gießen, den 2. November 1911. Großh. Polizeiamt. Betr.: Wie oben. Gebhardt. Bekanntmachung. er= Die Gepflogenheit der Pferdebesitzer ihre Pferde mit außerordentlich hohen Stollen beschlagen zu lassen, hat verschiedentlich dazu geführt, daß die Pferde beim Ueberschreiten der Geleise, insbesondere derjenigen der städtischen elektrischen Straßenbahn in Gießen, mit den hohen Stollen in den Geleisen hängen geblieben sind, wodurch die Eisen von den Hufen gerissen und den Tieren hebliche Verletzungen zugefügt wurden. Eine Haftung der Stadt Gießen kann für derartige Unfälle nicht in Frage kommen. Die hohen Stollen haben weiter den Nachteil, daß die Pferde bei der ausgedehnten Verwendung von fügenlosem Asphaltpflaster leicht zu Fall kommen. Endlich leiden die Hufe und Gelenke der Tiere sehr bei zu hohem Hufbeschlag, und es entstehen zahl= reiche Lahmheiten, die bei Verwendung niederer Stollen leicht vermieden werden können. Die Tierhalter können sich gegen diese Schädigungen selbst dadurch am besten schützen, daß sie den Pferden nur Hufeisen mit nicht zu hohen Stollen auflegen lassen. Wir empfehlen daher, wie dies auch anderwärts üblich ist, die Zugtiere in der Zeit vom 1. April bis 1. November nur mit Hufeisen zu versehen, deren Stollen bis zu 2 Zentimeter über die Hufeisenfläche hervorragen. In den übrigen Monaten können die Stollen bis zu 3 Zentimeter erhöht werden. Gleichzeitig weisen wir sämtliche Hufschmiede des Kreises Gießen an, den Tierhaltern von unserer Bekannt= machung stets vor dem Beschlagen der Tiere Kenntnis geben zu wollen. Gießen, den 3. Juli 1911. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V. gez. Welcker. Verdingung. Die Arbeiten zur Ausführung einer Ackerdrainage von rund 100 ha Fläche in der Gemarkung Ebersgöns, Kreis Wetzlar, sollen am Dienstag, den 14. November 1911, vorm. 10 Uhr in der Gastwirtschaft Wilhelm in Ebersgöns öffentlich berdungen werden und zwar: Titel 1: Vorflutanlagen veranschlagt zu Titel II: Erdarbeiten pp. Unverschämt teuer ist alles geworden und jede praktische Hausfrau ist deshalb froh, dass ihr in HANSA- Backpulver, HANSAPuddingpulver und HANSA- Vanillinzucker 3 so vorteilhafte Küchen- Artikel geboten sind. Aber Vorsicht und ausdrücklich ,, echt HANSA" verlangen. Nährmittelfabrik HANSA, Hamburg 6. Vergebung von Kanalisationsarbeiten. Die zur Erbauung einer Kanalisation in der Mainzlarer und Lollarer Straße zu Staufenberg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten( Regierungsgebäude Landgraf Philipp Play 3, Zimmer Nr. 24) zur Einsicht offen. Schriftliche Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungsfosten abgegeben werden, sind bis Dienstag, den 21. Nov. 1911 vormittags 10 Uhr, poftfret und mit entsprechender Aufschrift versehen bei den Unterzeichneten abzugeben. Freie Auswahl unter den Bewerbern bleibt boibehalten Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 4. November 1911. Der Großh. Kreisbauinspektor: Hechler. Freidenker- Vereinigung, Gießen Donnerstag, d. 9. November, abends 8½ Uhr im Hotel Einhorn Oeffentlich. Vortrag mit freier Diskusion von Schriftsteller E. Vogthere, Wernigerode über das Thema: ,, Der Zusammenbruch des Glaubens" Eintritt 30 Pfg. Alle Bevölkerungsschichten Der Vorstand. haben Anspruch darauf, ihren Bedarf an Nahrungsund Genußmitteln, in geschmackvoll, modern und Hygienisch ausgestatteten Geschäften zu laufen. Alle Bevölkerungsschichten haben Anspruch auf eine saub ere, gegen mögliche Verunreinigung und ungünstige Einflüsse schüßende Ver. packung ihrer Nahrungs- und Genußmtite. Alle Bevölkerungsschichten müssen es sich zum Grundsatze machen, ihren Badarf in Nahrungs- und Genußmitteln nur in Spezialge schäften zu entnehmen. Es ist falsch, wenn manche Leute glauben, sie müßten in modern und hygienisch eingerichteten Geschäften die elegantere Einrichtung, die geschmackvollere Ausstattung und die zweck: mäßigere Verpadung mitbezahlen! Wahr dagegen ist, daß unsere Spezialgeschäfte billig serlaufen, weil die zen'ralisierte fachmännische Leitung und Fabritation Ersparnisse gestatten, die dem Käufer in Preis und Qualte tät unmittelbar zu gute kommen. daß unsere Spezialgeschäfte Wahr dagegen ist, liefern, weil sie überwiegend Er gut zeugnisse eigener Fabrikation, de: ren Weit durch das Renommee unserer Firma verbürgt ist, in den Handel bringen und weil der direkte Abs: dieser Erzeugnisse die Lieferung nur bester Qualität zur Pflicht der Selbsterhaltung macht. 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