Fach und Ausall beliebt lbsttätige ittel WaschEin Verh uerndem Original SELDORF. n auch dr en ch- Soda Er sich, Vellohenver erle" es so schöne Achten Sie genau auf den und SchutzAllein. Fabr.: Göppingen. 2 ige ter Blätter on von Rudolf Moszkowski, - und Gustav ter Mitwirkung stler, wie Ernst W. A. Wellner, 08, H. Zile usw. scheinen, sind r amüsantesten Sie pflegen childerung des dtischen Lebens nd werfen satiauf Politik und chte. nnements 2.50 MK. er 25 Pf. bandlangen. gen Blätter W. 68. r ern ehl enIn Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen slesicht 1,20 wt., vorauszahlbar, frei ins Haus. bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstage, Donnerstags, Samstags. - Erscheint Redaktion: Seltersweg 8.- Für Aufbewahrung oder Nücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Nr. 195. Telephon: Nr. 382. Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. September 1911. Vom Manöver, 7. Sept. Gestern traf der türkische Thronfolger Prinz Jussuf Izzedin mit Gefolge, unter dem sich der General Sali- Pascha, der vor 20 Jahren in Deutschland bei den roten Husaren gedient hatte, und der Major Enver Bey, Militärattachee in Berlin, befanden, im Manövergelände ein. Voraus fuhr der kommandierende General von Eichhorn. Bei Heinzenberg sand das erste Gefecht statt. Auf der Anhöhe hatten neben den deutschen Generalen die türkischen Offiziere Aufstellung genommen. Der Thronfolger interessierte sich lebhaft für den Gang des Gefechts. Die Gerichtsferien sind am 15. September zu Ende. Von diesem Tage ab wird die Tätigkeit der Zivil- und Strafgerichte wieder in unvermindertem Umfange aufgenommen. der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. *) Landes universität. Eine bemerkens= werte Neuerung wird das kommende Wintersemester in die Vorträge und Vorlesungen an der Universität bringen, indem ein Missionar über„ Indische Studenten" Vorlesungen halten soll. Auch im Wartburgverein wird von nun an Sonntags abends ein Missionar regelmäßig Missionsvorträge halten. Fleischpreise bei Militärliefer= ungen. Die Zentralstelle der Deutschen Landwirt= schaftskammer hat mit Hilfe der Militärbehörden festge= stellt, daß für Lieferung der Fleisch- und Wurstwaren jetzt folgende Durchschnittspreise gezahlt werden: Och senfleisch pro Pfund 68, Kuhfleisch 65, Rindsleber 75, Kalbfleisch 67, Hammelfleisch 70, Schweinefleisch 60, Schweinebraten 67, Schweineleber 75, Blut- und Leberwurst 60, Fleischwurst 70 Pfg. Gewerbliche Kinderarbeit in Hes sen. Wiederholt hat sich das hessische Ministerium mit der gewerblichen Kinderarbeit beschäftigt, es sind mancherlei Vorschriften für die Volksschullehrer erlassen worden, aber noch immer laufen viele Klagen ein über die Heranziehung schulpflichtiger Kinder zu allerhand ge= werblichen Arbeiten und die dadurch veranlaßten Schulversäumnisse, bezw. das schlechte Fortkommen solcher Kinder. Die Kreisschulkommissionen sind nun angewie sen worden, von den Lehrern bis 15. Oktober sowohl vollständige Verzeichnisse der gewerblich tätigen Kinder wie auch Verzeichnisse der Schulversäumnisse in den Monaten Mai bis September einreichen zu lassen, die nachträglich entschuldigt wurden. Zugleich sollen die Lehrer über den Verdienst der gewerblich tätigen Kinder und auch darüber berichten, ob ihnen bei der Herstellung des Verzeichnisses Schwierigkeiten bereitet worden sind. Strenger Winter. Eine eigentümliche Erscheinung kann man zur Zeit in den Gärten beobachten. Die Würmer sind eifrig bemüht, dürre Blätter und dergleichen in ihre Löcher zu ziehen, was sonst erst in der Regel im Oktober zu beobachten ist. Die Gärtner glauben aus dieser Tätigkeit der Regenwürmer auf den frühen Eintritt eines strengen Winters schließen zu können. Auch sonstige Anzeichen, wie Sammeln der Störche und anderer Zugvögel scheinen darauf hinzudeuten. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 9. September 1911. | nisse sich gestalten werden, von denen die Weideverhält-| nisse abhängig werden. Die Möglichkeit, das Vieh auf den Weiden zu lassen, hat natürlich großen Einfluß auf die Futterverhältnisse. Jedenfalls sind vom Ministerium die größtmöglichen Maßnahmen zur Verminderung einer in etwa eintretenden Futternot getroffen worden. Alle Betracht kommenden Instanzen, die Landwirtschafts= fammern, Genossenschaften, Landräte usw. sind angewiesen, die geeigneten Maßnahmen zur rechten Zeit zu treffen. Da die Maßnahmen sehr von den örtlichen Verhältnissen abhängen, so sind die Einzelheiten dem Ermessen der beauftragten Behörden anheim gegeben. * Wie ist dieses Jahr dem Ausfallen des Gemüses entgegenzutreten? Ueber diese Frage, die auch unsere Leser interessieren dürfte, äußerte sich Herr Kunstgärtner Breitenborn in der Monatsversammlung des Fuldaee Gartenbauvereins. Er rät, alle verfügbaren Beete jetzt vorzurichten und bei eintretendem Regen, der doch bald kommen müsse, sofort für den Herbst- und Winterbedarf zu säen und zwar Spinat, Schmalzkräutchen( Wintersalat), ja sogar noch Radies und Salat. Auch Winterkohl( Blaukohl) sei mit Vorteil noch zu pflanzen; die im Herbst abgeschnittenen Strünke schlagen im Frühjahr wieder Ferner und seien als junges Gemüse recht schätzbar. könnten die hier nur wenig bekannten Pastinaken, ein ganz schmackhaftes Gemüse, noch gesät werden. Damit die Pflanzen im Wachstum rasch vorwärts iommen, sei ein Untergraben von Guano oder Mist, bei Spinat Chilisalpeter, empfehlenswert. Als ein gutes Frühjahrsgemüse wurden noch die Blätter der Schwarzwurzel und des Rhabarbers bezeichnet. aus *) Gießen, 9. Sep. Der Herbstpferdemarkt findet wegen der Maul- und Klauenseuche nicht statt. Die Verlosung wird dagegen am 21. September abgehalten. Gießen. Das Kolosseum ist in den Besitz des Direktors Karl hm übergegangen, der die vorderen Räume, in denen ständig humoristische Konzerte stattfinden werden, heute eröffnet. Die Aufführungen des Spezialitätentheaters beginnen am 30. September. Näheres siehe Inserat. Der Männer- Turnverein veranstaltet morgen Sonntag seinen letzten Turngang. Mit der Bahn fahren die Mitglieder bis Borsdorf. In Laubach wird Mittagsrast gehalten. Nachmittags geht die Wanderung durch Wald nach Grünberg, wo gemütliches Zusammensein mit den dortigen Turnern vorgesehen ist. -t- Butzbach, 9. Sept. Oberst a. D. Oskar von Frankenberg und Proschlitz wurde zum Kurdirektor von Bad- Nauheim ernannt.. Bad Nauheim, 9. Sep. Zu der kommenden Sonntag, den 10. d. Mts., im hiesigen Kurhaus stattfindenden Sitzung des Verbandes hessischer Verkehrsvereine sind die Einladungen bereits an die dem Verband angehörenden Vereine gesandt worden. Die Tagesordnung befaßt sich u. a. mit dem Geschäftsbericht, Bildschmuck in den Eisenbahnwagen, Dioramen- Ausstellung in Bad- Nauheim, Herausgabe einer„ Hessen"-Nummer in J. J. Webers„ Leipziger Jl lustrierten Zeitung" usw. Nach Schluß des geschäftlichen Tetls findet gemeinsames Essen im Kurhaus und Besichtigung des Kur- und Konzerthauses, der neuen Badeund Trinkkur- Anlagen statt. -e- Ober- Mörlen, 8. Sep. Auf dem Felde zwischen Ziegenberg und Haselheck sieht man die Wirkung der schweren Artilleriegeschütze und der Haubitzen der Brandenburger gelegentlich des Scharfschießens in voriger Woche. Metertiefe Löcher sind anzutreffen, Steine und Erde wurden weit fortgeschleudert. Die Geschoß= bahn betrug 4½ Kilometer. Zahlreiche Geschoßstücke wurden aufgefunden und von den erfreuten Findern als ,, Andenken" mitgenommen. = d= Friedberg, 8. Sep. Der Fuhrmann Frant aus Schwalbach wollte einem Auto ausweichen. Hierbei geriet sein Fuhrwerk gegen einen Chausseestein, der Mann wurde herausgeschleudert, vom eigenen Fuhrwerk überfahren und auf der Stelle getötet. = 0= Lollar, 8. Sep. Gestern früh dreiviertel 6 Uhr erschoß sich der von hier stammende Seminarist Martin Jughard in seiner Wohnung in Friedberg. Was den jungen Mann in den Tod getrieben hat, ist noch nicht bekannt. -h- Grünberg, 8. Sep. Auf der Bahnstrecke nach Mücke entzündeten Funken der Lokomotive die Schutzhecke an der Böschung. Die zum Teil ausgedörrte Fichtenhecke stand bald in hellen Flammen. Als der nächste zug von Grünberg die Stelle passierte, schlugen die Flammen über die Eisenbahnwagen und in die Fenster der Abteile. Ein jäher Schrecken ergriff die Reisen den. Der Lokomotivführer fuhr Volldampf durch die brennende Strecke. Bahnarbeiter eilten von Station Mücke auf die Brandstätte, um dadurch einen drohenden Waldbrand zu verhindern. Der= -d= Nidda, 9. Sep. Trotzdem der Auftrieb von Rindvieh auf dem Herbstmarkt verboten war, stand eine Menge mit Kühen bespannter Wagen aus den schiedensten Ortschaften auf dem Schweinemarkte, wo die Besitzer Ferkel verkauften. -a- Marienberg( Westerwald), 8. Sep. Jm hieEin Teil flog durch das Dach und traf im Niederfallen den Arbeiter Reeh derart auf den Kopf, daß der Tod sofort eintrat. Erhebungen über die Futternot. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Landwirtschaftsmini- sigen Steinbruch platte eine gußeiserne Riemenscheibe. ster über die Futternot Erhebungen durch die Landwirtschaftskammern angeordnet. Das Ergebnis dieser Erhebungen, die augenblicklich überall im Gange sind, ist darum noch nicht abzuschätzen, weil erst der Ausfall der Kartoffelernte abgewartet werden muß, der auf das Ergebnis besonderen Einfluß haben wird. Außerdem kommt in Betracht, wie die Witterungsverhält Rüsselsheim, 7. Sep. Gestern Mittag brach in der Teppichfabrik von Stöckich, gegenüber dem Opel'schen Fabrik- Komplex ein großer Brand aus, der das Hauptgebäude des Anwesens vollständig einäscherte. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfa.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 30 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder Dei Konkurs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Berbindlichlett. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b.. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. * Koblenz, 8. Sept. Das in einem Seitentale in der Nähe gelegene Bad Laubach soll verkauft werden. Im Jahre 1840 gegründet, hat es mancherlei Wandel erlebt und war Nervenheilanstalt, Heilstätte für Lungenkranke, Sommeraufenthalt, Gasthof und Konzerthaus. Seine besten Zeiten hatte es als Kaltwasserheil anstalt, in der Fritz Reuter seine Waterkunst- Schilderung verfaßt hat. * Wetzlar, 9. Sept. Gemeinschaftlich e Vieh weiden. Ein Erlaß des Landwirtschaftsministers ersucht die Generalkommissionen, zur Förderung der Viehzucht bei Grundstücks zusammenlegungen auf die Einrichtung gemeinschaftlicher Viehweideplätze Bedacht zu nehmen. Zur zweckmäßigen Durchführung dieser Maß nahmen sollen die zuständigen Organe der Landwirt= schaftskammern( Tierzuchtinspektoren, Wanderlehrer) zu gezogen werden. *) Garbenheim, 8. Sep. Im Zusammen- hang mit der Zusammenlegung der Feldmark hatte die Gemeinde auf der Pferdsweide eine Obstpflanzung von 220 Aepfelbäumen vornehmen lassen, die sich leider sehr schlecht bewährt hat. Die Bäumchen zeigten schon von Anfang an fein rechtes Gedeihen und sind jetzt infolge der fortgesetzten Dürre vielfach eingegangen. Erda, 8. Sep. Hier wurde in dieser Woche ein kleiner Ballon der Pariser Zeitung„ Le Matin" aufgefunden. An dem Ballon war eine Postkarte befestigt, welche die Adresse trug. Auf der Rückseite befand sich in französischer, deutscher, englischer, spanischer, portugiesischer, italienischer und russischer Sprache folgender Vermerk: Finder dieser Postkarte wird ersucht, die Karte mit einer Marke zu versehen und sie auf dem nächstgelegenen Postamte aufzugeben, um umgehend eine prachtvolle Prämie zu erhalten. Nicht frantierte Karten erhalten keine Prämie." == Marburg, 8. Sep. Jm nahen Amöneburg machte sich Donnerstag ein 9jähriges Kind am Herd zu schaffen. Die Kleider fingen Feuer und das Kind wurde so schwer verbrannt, daß es noch am selben Tag starb. -u Marburg, 8. Sep. Ein Student stellte am Felsenkeller in Gießen einen Bahnzug, indem er den Beamten falsche Signale vortäuschte. Die Beamten nahmen ihn fest und übergaben ihn der Polizei. = r Herborn, 8. Sep. Die Staats- Nebenbahn Haiger- Langenaubach- Breitscheid- Gusternhain soll definitiv genehmigt und die Eisenbahndirektion Frankfurt bereits beauftragt sein, die Ausführung sofort vorzunehmen. *) Weilburg, 8. Sep. Aus Angst vor einer schlechten Kartoffelernte halten die Landwirte in der ganzen Gegend mit der Schweinezucht zurück. In Laubuseschbach, Wolfenhausen und Münster wurden Ferkel von 6 bis 8 Wochen mit 9 Mark bezahlt. In anderen Orten waren sie noch billiger. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 10. September, 13. nach Trin. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vorm. 9 Uhr: Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der LuVormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. fasgemeinde. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Bath lische Gemeinde in Gießen Samstag, den 9. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 10. September. 14. Sonntag nach Pfingsten. Fest Mariä Geburt. Vorm. von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Muttergottes- Andacht. Optimistisch gestimmt. Der Grundton der heutigen polttischen Stimmung Optimismus. Man zweifelt nicht mehr daran, bab es zwischen Berlin und Paris zu einer Verständigung tommt, man glaubt sogar, daß in den allernächsten Zagen schon die Entscheidung fallen wird. Französischen Bressemeldungen zufolge hätte der französische Stabinettschef Caillaug gestern einer politischen Persönlichtett gegenüber erklärt, der französischen Regierung seten aus Berlin die besten Mitteilungen zugegangen. Wetter soll er erklärt haben, Deutschland habe Frankreich freie Hand in Marotto gelassen, verlange aber Garantien für seine wirtschaftlichen Interessen, worüber eine Verständigung erzielt werden könnte. Ein anderes Mitglied der Regierung erklärte, Minister de Selves werde dem nächsten Ministerrat Bericht über den Stand der Unterhandlungen erstatten. Obgleich Deutschland den Wert fetner wirtschaftlichen Interessen in Marotto übertreibe, so set die französische Regierung doch befriedigt. Man set im Ministerium optimistisch geftimmt und glaube an eine Verständigung. Einer gleichen zuversichtlichen Stimmung gibt auch folgende Londoner Meldung Ausdruck: Der Berichtertatter der Daily Mail" in Berlin telegraphiert seinem Blatte: Ich bin in der Lage, eine sehr bezeichnende Aeußerung zu wiederholen, die Herr von Ktoerlen= Wächter zu Beginn der letzten Woche den zwei Sondergesandten einer fremden Macht gegenüber- gemeint ist natürlich Amerika getan hat. Nachdem er fich über die Marottofrage verbreitet hatte, erklärte der Minister:„ Es wird nicht zum Kriege kommen! Unsere Meinungsverschiedenheiten mit Frankreich sind im Begriff, sich zu ordnen. Wir erhalten die offene Tur in Maroffo und Territorien im Kongo. Kein deutscher Kanzler fönnte es wagen, dem Reichstag gegenüber einen Krieg wegen ein paar marottanischer SandhügeI zu rechtfertigen. Ehe der Reichstag am 10. Oftober wieder eröffnet wird, dürfte die ganze Frage erledigt sein." Es fragt sich nun zwar sehr, ob Herr v. Kiderlen wirklich sich so geäußert hat, aber immerhin ist die Meldung doch für die augenblickliche optimistische Stimmung bezeichnend. Minister de Selves ist kein Optimist. tinopel reifen würde, um einen Gegenbesuch dort zu machen, fann, so schreibt die 2. R.", nur bemerkt werden, daß ein Gegenbesuch des deutschen Hofes stattfinben wird, aber in welcher Art und Form, das ist natürlich noch nicht einmal behandelt, geschweige denn entschieden worden. Wahrscheinlich aber dürfte sein, daß der Kronprinz diesen Gegenbesuch abstatten würde. Die deutschen Flottenmanöver, die ursprünglich in der Nähe von Danzig stattfinden sollten, find neuerdings verlegt worden, und zwar an die Grenze der Oftund Nordsee. Die Engländer werden natürlich glauben, die Verlegung der Manöver richte fich gegen sie. Baris, 8. September. Ueber die deutsch- fran zösischen Verhandlungen gab der Minister des Aeußern nach dem gestrigen Ministerrat einem Mitarbeiter des " Matin" eine Erklärung, in der er u. a. sagte: Man muß sich gegenwärtig etwas sehr vor dem lächelnden Optimismus wie auch vor einem Pessimismus hitten. Mein Eindruck, es ist at nur ein Eindruck, ist der, daß dte in Berlin geführten Verhandlungen noch lange andauern werden." Spionage überall. Das Ergebnis der Reichstagserfahwahlen seit 1907, das angesichts der kommenden Neuwahlen gewiß affuell tff, stellt sich nach einer Zusammenstellung im " Deutsch. Statist. Zentralbl." wie folgt: Konserva= ftven haben in acht Ersatzwahlen 5 Wahlkreise behaup tet und 8 verloren. Deutsche Reformpartet, ChristlichSoziale, Deutsch- Soziale, Bund der Landwirte und Wirtschaftliche Vereinigung verloren je einen Wahl= frets, lettere gewannen dafür einen Wahlkreis neu. Die Nationalltberalen haben von 9 Mandaten 8 wiedergewonnen und 6 verloren, in 3 weiteren Erjazzwahlen haben sie 3 Wahlkreise neu gewonnen, im ganzen also 3 Mandate verloren. Die fretsinntgen Barteten behaupteten einen Wahlkreis, verloren zwei, gewannen aber dafür zwei neue. Das 8entrum hat von 11 freigewordenen Mandaten 10 wiedergewonnen und 1 verloren, dafür 1 Wahlkreis neu gewonnen. Die Polen haben 5 fretgewordene Mandate wiedergewonnen, die Welfen ein Mandat neu gewonnen. Die Sozialdemokraten endlich haben 4 Wahlkreise wiedergewonnen und neun Wahlkreise neu gewonen. Ueber eine neue Spionageaffäre, die natürlich mit der Marokkoaffäre in Zusammenhang gebracht wird, berichtet die Londoner Daily Mail" aus Portland: Dort trafen eines Morgens 7 Ausländer ein, die sich auf dem Bahnhofe trennten. Drei der Fremden machten verschiedene Skizzen von einer Stelle, die sich am besten als Landungsstelle für fremde Truppen eignet. Einer hatte eine kleine Taschenfamera, mit der er verschiedene Aufnahmen machte. Als sie fortgegangen wa= ren, fand man an der Stelle eine ziemlich gute Skizze der Gegend. Die Uebrigen photographierten von verschiedenen anderen Seiten die Festung und erkundigten fich bei den Bewohnern über die Stärke der Geschitte und die Flottenbewegungen. Bevor man jedoch zur Verhaftung der Fremden schreiten konnte, waren sie be= reits wieder abgereist. 24 Stunden an exponierter Stelle zubringen, bis eine Rettungsexpedition die Verunglückten auffand. Der Sturm auf die Meßer Sparkaffe. Nach einer Auskunft der Direktion der städtischen Sparkasse zu Met beträgt die Summe der in den ersten Tagen der Woche infolge von Kriegsgerüchten abgehobenen Einlagen insgesamt 370 000 Mart. Inzwischen hörte die Erregung auf. Im Interesse des Mittelstandes. Wie verlautet, haben zwischen den Verbündeten Regierungen Erörterungen darüber stattgefunden, ob im Interesse des seßhaften Mittelstandes eine anderweite und zweckentspre chendere reichsgesetzliche Regelung des Wanderlagerwesens geboten erscheint. Unter den verschiedenen Vorschlägen, die gemacht worden sind, dürfte derfenige wohl schließlich den Vorzug erhalten, den Betrieb von Wanderlagern in den Ortschaften von einer besonderen Erlaubnis abhängig zu machen und diese im allgemeinen da zu versagen, wo sich ein Bedürf nis für die Errichtung von Wanderlagern nicht herausgestellt hat. Ein Brüsseler Blatt weiß in tendenziöser Abficht zu berichten, daß seit einiger Zeit deutsche Of statere verschiedene Teile Belgiens bereisen. So set in der Nähe von Villers ein deutscher Offizier beob= achtet worden, wie er an der Hand der Generalstabs= Tarte über die Gegend von Villers Aufzeichnungen machte. Jetzt wird auch Holland nervös. Vermischtes. Der Sturm auf die Stettiner Sparkasse. Trotz aller beruhigenden Hinweise in der Stettiner Presse und set tens der Sparkassenbeamten waren gestern wieder hun derte von Sparern zur Abhebung ihrer Guthaben bet der Sparkasse erschienen. Es gelangten rund 266 000 zur Auszahlung gegenüber 18 000 Einzahlungen. Im Bublifum war das Gerücht verbreitet, daß die Spar fasse im Falle einer Mobilmachung überhaupt ihre Kassenlokale schließen und die Auszahlung der Sparkassenguthaben einstellen werde. Doch ließ sich eine ganze Reihe von Sparern durch Zureden dazu bewegen, ohne Abhebung von Einlagen die Sparkasse wieder zu ver laffen. Auch nachmittags war der Andrang wieder ziem lich starf. Seit Sonnabend sind insgesamt 1400 000.M zurückgezahlt worden. Niederlage des Antimilitarismus in England. Mit der ungehenren Mehrheit von 1% Millionen Stimmen gegen 93 hat der augenblicklich in Newcastle tagende Kongreß der englischen Syndikalisten eine Tagesordnung zurückgewiesen, in der der Mittarismus und die Aufrechterhaltung einer regulären Armee als eine Gefahr für die Frethett des Volkes bezeichnet und eine Armée von Bürgern vorgeschlagen wird, die nur in Friedenszeiten ab und zu einberufen werden darf und deren Offtatere durch gewählte Bürger ernannt werden sollen. Als diese Resolution verlesen wurde, tam es zu heftigen Protesten; dte Abstimmung bedeutet eine vollständige Niederlage des Antimilitarismus in England. Aus Amsterdam wird berichtet: Trotz aller beruhtgenden Versicherungen zeigt die holländische Regierung Aber den Verlauf der Maroffoverhandlungen eine gewisse Nervosität. Gestern wurden die Reservisten nicht entlassen und bleiben statt 26 49 Tage unter den Waffen. Die Forts sind mit M unttion reichlich verfehen. In der Nordsee finden lebhafte Uebungen statt. Es ist unverkennbar, daß politische Streise in den letzten Tagen von auffallendem Pessimismus über das Ende der Verhandlungen erfüllt sind. Rundschau vom Cage. Politisches Ein Gegenbesuch in Konstantinopel. Zu der Mel dung, daß der Kaiser in Begleitung der Kaiserin und der Kronprinzessin im nächsten Frühjahr nach Konstan11) Wefferwolken. Roman von M. v. But ch. ( Nachdruck verboten.) ftellte 2 ben bat elnaure das Ma Die ftarb di welde beruizi als 650 threm S Has Ma 450 fu Cin Braut Berbüß moor- S betraten fchlags bausitra in Birm Steinwy wurde e nach Au William dies ene auf 149 bat. Mi lich ein Aug Nee, w fleine G macht in fo een man for wie Tan und fro un fe n runterto Freilein foll vo'n wat bat aber dod derfen Auff walts. G in Wies papiere teleperfo fächlich ben. Na Hannov Darauf Untrag gen Kau Der Deferteur in Badehosen. Aufsehen erregte am Dienstag in Altenburg ein Gefangentransport, der sich auf einem Feldwege nach der Stadt zu bewegte. Zehn Soldaten im Arbeitsanzuge führten einen nur mit einer Badehose bekleideten jungen Mann gefesselt nach der Militärbadeanstalt. Wie verlautet, hatte der junge Mann, ein Soldat der Altenburger Garnisou, von der Badeanstalt aus zu desertieren versucht und außerhalb der Badeanstalt seinen Sivilanzug versteckt; er wurde aber dabei ergriffen, ehe er ihn anziehen fonnte. Zur Linderung der Nahrungsmittelnot in Frankreich hat der Ministerrat befchloffen, folgende Maßregeln zu ergreifen: 1. Erleichterung der Einfuhr von Vieh aus den Kolonien, 2. Revision der Vorschriften über die Einfuhr ausländischen Viehes, set es lebend oder in Kälte konserviert ohne indessen die gesundheitlichen Schutzmaßregeln zu durchbrechen, 3. Einrichfung zollfreier Lager für in Kälte fonserviertes Fleisch, 4. Erleichterung und Beschleunigung der Transporte von landwirtschaftlichen Produkten und frischen Fischen auf die inneren Märkte. Aufhebung der Exporttartfe für Futtermittel. Als die beiden Männer endlich voneinander Abschted nahmen, war die Nacht hereingebrochen. Auf getrennten Wegen ging man zur Stadt zurück. Malzahns Manteltasche aber barg jetzt die Rolle, die sich vorher in Menzels Rock befunden hatte. Durch ein Hinterpförtchen, dasselbe, das er beretts beim Ausgange benutzt, gelangte der junge Gesandte In seine Wohnung. Er begab sich in sein Arbeitszimmer, wo er fast die ganze Nacht hindurch auffaẞ. Er las die Papiere, die ihm der Kanzleisekretär gegeben... Kleine Nachrichten. Kardinal- Erzbischof Fischer in Cöln hat sich nach der Gölnischen Volkszeitung" gestern in Aachen- Burtscheid einer Staroperation unterzogen, die glücklich verTaufen ist. - Bärenkampf in einer Menagerie. Als gestern in einer Londoner Menagerie fünf braune Bären und ein Eisbär von einem Tierbändiger vorgeführt wurden, fielen die braunen Bären plößlich über ihren weiBen Kameraden her und es entspann sich ein furchtba rer Kampf. Jm Publikum brach eine Panit aus. Ein halbes Dußend Wärter bemühte sich vergeblich, die wittenden Bestien zu trennen. Der Kampf endete damit, daß der Eisbär mit Todeswunden bedeckt am BoManöver- Bitte eines Soldaten. Immer ohne Ruh' und Rast in dem Weltgebrause, überall ein fremder Gast, überall zu Hause! Hier mal freundlich angeblicht, heißt man uns willkommen, aber dort auch unerquidt, mürrisch aufgenommen. Für die Ruh' die eine Nacht warme Lagerstätte, morgen Biwack mitgemacht, freies Feld zum Bette. Gestert droben im Palast bet dem reichen Grafen, Morgen armer Hirten Gast und im Stalle schlafen. Liebe Wirtin, schimpf doch nicht, ist mir kein Vergnügen, tu nichts weiter als die Pflicht, wenn ich hier muß liegen. Habe auch ein Vaterhaus, so wie Deine Kleinen, ging dort lieber ein und aus, bet den Iteben Meinen. Wenig noch der Jahre sind, schnell die Zeiten gehen, dann vielleicht von Dir ein Kind muß zur Fahne stehen. Und es flagt von fern und spricht zu dem Mutterherzen: Fremde Menschen lieben nicht, gelt, das macht Dir Schmerzen. Drum bedent' dies in der Zeit und sei nicht so bitter, Auch wir deutschen Kriegesleut' haben unsere Mütter! Unfre Lieben sind zu Haus, die Dich gerne segnen, wenn Du thren Söhnen drauß' freundlich wirst begegnen. Die Tagung des Verbandes mittlerer Reichspost: und Telegraphenbeamten wird vom 11. bis 13. September in Berlin abgehalten werden. Der Verband zählt 39 533 Mitglieder davon sind in der kurzen Zeit vom Januar bis August 1911 allein 1738 neu hinzugekommen und besitzt ein Vermögen von über 2,1 millionen Mark. Endlich, endlich hatte er vollgiltige Beweise von dem Bündnisse zwischen Oesterreich und Frankreich. Belde Staaten risteten insgeheim, um bet erster, passender Gelegenhett fiber Preußen herzufallen, es zu überwältigen. Der Krieg sollte Preußen völlig unvorbereitet treffen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Wegen seit Jahren fortgefeßter Futterdiebstähle, durch die der Berliner Magistrat, Viehhändler und Großschlächter fährlich um 30- bts 40 000 art geschäbigt wurden, wurden auf dem Zentralviehhof 13 städtische Arbetter verhaftet, außerdem wurden awet Obertreiber und fünf Treiber wegen Hehleret in Haft genommen. In den Bergen verunglückt. Ein Münchener Student Nieberl, welcher mit den Geschwistern Hitner eine Kletterpartie im Achental in Tirol unternahm, stürzte in eine über 3000 Meter tiefe Felswand und blieb zerschmettert Itegen. Die Geschwister Hitner mußten volle As die stolze Kaiserin Maria Theresia ein Schretben an die Marquise von Pompadour gerichtet und diese mit der vertraulichen Anrede„ Liebe Cousine" an geredet, war diese durch die Schmeichelet gewonnen und geneigt, fede Bitte, die aus der Hofburg kam, willigen Herzens zu erfüllen. Durch die Marquise war das Bündnis zwischen Frankreich und Oesterreich, bas im Volke durchaus nicht populär war, austande gekommen. Dieser Allianz war, wie nicht anders zu er warten stand, Sachsen, das den preußischen Nachbarn Baßte, beigetreten. Im Gehetmarchiv waren die Aften darüber verwahrt worden. In diese hatte Wenzel, wie er selbst erzählt, nur durch etnet Zufall Einblick gewonnen. Die Dokumente batte er nicht wörtlich abgeDer ritterliche Kronprinz. Aus Halberstadt wird berichtet: Eine bemerkenswerte Auszeichnung ist vor furzem der Schwester des Fleischermeisters Kortum zuteil geworden. Frl. Kortum, die durch einen schweren Unfall eine Hand eingebüßt hat, war bisher eine eifrige Sportsfreundin und namentlich dem Wintersport zugetan, auf welchem Gebiet sie es zu ganz bedeutenden Leistungen gebracht hat. So errang sie im vorigen Winter bei dem unter dem Protefforat des deutschen Kronprinzen stehenden Wintersportfest zu Oberhof im Thüringer Wald beim Entscheidungskampf mit zwet Standinavierinnen die Meisterschaft von Deutschland im Schneeschuhlauf. Frl. Kortum wurde dafür vom Kronprinzen durch eine ehrende Ansprache und Ueberreichung etnes Kreuzes ausgezeichnet. Vor einiger Zeit wurde nun von dritter Seite dem Kronprinzen die Mittteilung von dem schweren Geschick gemacht, das die junge Dame getroffen, zugleich auch darauf hingewiesen, daß Fräulein&. infolge des Verlustes ihrer Hand nicht mehr imstande fein werde, am Wintersport in der früheren Weise sich zu beteiligen. Daraufhin Itef ein eigenhändtges Schreiben des Kronprinzen ein, das unter Be fundung des lebhaften Bedauerns über den traurigen Fall eine Einladung zum nächsten Wintersportfest in Oberhof enthielt, dem sie, wenn auch nicht aktiv, so doch als fein Gast beiwohnen möge. schrieben, bewahre, das wäre unmöglich gewesen. Allein er hatte doch lange genug in die Aften geblickt, um sich über die wichtigsten Punkte, die darin enthalten waren, genau zu informieren. Die hatte er aufgezeichnet. In der Beziehung hatte der Alte ein gutes Gedächtnis, die Hauptsachen hatte er mit glücklicher Hand herausgegriffen und sie dann in schöner, sauberer Schrift gut leserlich niedergeschrieben. Diese Niederschrift hatte er dem preußischen Gesandten überreicht. Aften. Malzahn las den Bericht, dies Resumee aus den Krampshaft ballten sich seine Hände, fa auwellen drohte sogar sein Atem zu stocken. Das war ein fein abgekartetes Sptel, in das er Einblick gewann! Und wenn sich die Pläne, die hier mit sicheren Strichen angegeben waren, erfüllten, dann, das wußte er, hätte Preußens letzte Stunde geschlagen. Aber, gottlob, noch war es nicht so welt, noch konnte und würde das Vaterland gerettet werden. Man war gewarnt, man wußte, was man zu er warten hatte, der Ueberfall durfte nicht überraschend kommen... Als der Morgen bämmerte, da hatte Malzahn alles getan, was es unter diesen Umständen für ihn zu tun gab, er hatte einen Bericht an seinen König geschrieben. Die von Menzel erhaltenen Papiere legte er seinem Schreiben bet. Mit ber Ueberreichung dieser wichtigen Nachrichten wurde ein Bote betraut, mit der Wetsung, Bit reiten, als gälte es sein Leben. König Friedrich reftidierte jetzt in Potsdam, dorthin wurde der Bote beordert. Uebertragung der Maul- und Klauensenche auf Menschen. In leßter Zeit sind mehrfach Fälle einwand fret festgestellt worden, daß die Maul- und Klauenseuche auf Menschen übertragen worden ist, und zwar durch ungekochte Milch von erfranften Tieren. Ein solcher Fall wird aus Enschede in Holland gemeldet. Dort erfrankte die Tochter eines Landwirts an sehr bösartigen Geschwüren im Gesicht, der Mundhöhle efc. Der Arzt Nachdem Malzahn den Kurter abgefertigt, fitbite er eine gewiffe Erleichterung. Trotz der Erregung, in bie thn zuerst die Bektüre der Aften versetzt, war er ruhiger geworden denn seit Wochen. Und diese Ruhe hatte er durch den Bericht Menzels gewonnen. Er fitblte gleichsam wieder festen Boden unter den Füßen. Für ihn, den Diplomaten, gab es nichts mehr zu suchen und zu spüren, man hatte sich einfach mit den Tatsachen abzufinden, und das war gut. Das Bündnis bestand, Gott set's geklagt, und doch: Gott set Dant, daß man Gewißheit hatte... Gewißheit! Malzahn atmete erleichtert tief auf. Da er in der der Nacht nicht viel geschlafen, wollte er versuchen, gegen Morgen das Versäumte nachzuholen. Er schlief ein, allein es war fein erquickender Schlummer, der ihn umfing. Unruhige Träume quäl ten ihn. Ihm war, als habe jemand Beate von Brühl gerufen. Oder war er das selbst gewesen? Da pochte es an der Kammertür. Ein Lakat erschien, höchlich verwundert, daß sett Herr, der für gewöhnlich frühe Stunden Itebte, heute ungewöhnlich lange im Bette zögerte. Er entschuldigte sich und sagte: Ich hätte nicht gewagt, den Herrn Baron zu stören, wäre nicht soeben ein Bote aus dem Brühlschen Palais gekommen, der auf Antwort wartet... " So, fo," rief Malzahn. Was wünscht der Herr Graf von mir?" „ Es ist für heute abend eine Einladung zum Souper." " Gut," meinte Bodo von Malzahn,„ bestellen Ste dem Diener, ich würde die Ehre haben, zu erscheinen, und schicke dem Herrn Grafen meine höflichsten Empfehlungen." Zwischen den Zähnen knirschte er:„ Verräter! Aber noch darf ich mir nichts merken lassen!" 6. Kapitel. In Wien hatte man den Plan gefaßt, thn an verberben. Wie die Spinne die Fliege im Netz einfängt, 10 beit erre fete für dat der lebte auf laufen u ว Oberlent Wäh ten Woc find unf geblieber burg, w Baffanter den. De Stra Post" m Baffagier Mülheim batten, tot. 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Die didste Fran der Welt. In Toronto( Kanada) starb diese Woche Frau Belitta Campbell, eine Negerin, welche noch vor wenigen Jahren, als sie sich in einem herumziehenden Birkus bewundern ließ, nicht weniger als 650 Pfund wog, ein Gewicht, das allerdings bet threm Tode auf 350 Pfund zurüdgegangen war. BeltHas Mutter hatte es auf 400 Pfund, eine Schwester auf 450 Pfund gebracht. Ein fellenes Beispiel standhafter Liebe bietet die Braut eines Engländers namens Williams, der nach Verbüßung einer 14jährigen Zuchthausstrafe die Dartmoor- Strafanstalt eben verlassen hat, um in Kürze zu Hetraten. Im Jahre 1898 wurde Williams wegen Totschlags eines Schußmannes zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. Während eines Straßenauflaufs in Birmingham wurde ein Schußmann durch Steinwurf getroffen und tödlich verletzt. Ursprünglich wurde ein anderer Mann als Schuldiger verhaftet, aber nach Aussage einiger Zeugen des Vorfalls soll sich Williams der Tat schuldig gemacht haben. Dieser stellte dies energisch in Abrede. Seine Strafe wurde später auf 14 Jahre reduziert, die er fast vollständig abgebüßt hat. Mit Rücksicht auf die Krönung wurde ihm lediglich ein Monat erlassen. einen August 1911.( In einer Berliner Volksschule): Nee, wat wir for'n lustiges Freilein haben," sagte die fleine Erna Spiesecke, als sie aus der Schule fam.„ Die macht immer so' nen Unsinn mit uns. Heite hat se uns so een Ding jezeigt, det konnte man uffmachen, un man fonnte et ooch wieder zumachen und et sah aus, wie Tante Malchens Sonnenschirm, aber et war schwarz und froß. Un Freilein sagt, det is een Rejenschirm, un se meent, Regen is, wenn Wasser von'n Himmel runterkommt. Nee, so wat Komisches, un wir haben Freilein orntlich ausfelacht. Nee, so'n Kaletta! Wasser foll vo'n Himmel kommen und det soll Rejen heeßen! So wat hat et vielleicht in Sodom un Jomorrha jejeben, aber doch nicht bei uns! Nee, nee, Freilein, for dumm derfen Se uns nich toofen!"( Kladderadatsch). Aufsehenerregende Verhaftung eines Rechtsans walts. Gestern mittag wurde der Rechtsanwalt Gueth in Wiesbaden verhaftet, weil er ihm anvertraute Wert papiere im Betrage von 33 000 Mart durch eine Mitfelsperson verpfänden ließ. Er soll das Geld hauptsächlich durch Grundstücksspekulationen verbraucht ha ben. Nachmittags hat Gueth nach einer Meldung des Hannov. Cour." ein umfassendes Geständnis abgelegt. Darauf wurde er dem Gerichtsgefängnis zugeführt. Ein Antrag auf Entlassung aus der Untersuchungshaft gegen Kautionsstellung wurde abgelehnt. Die Angelegenheit erregt um so peinlicheres Aufsehen, als der Verhaf fete für die nächsten Reichstagswahlen als Kandidat der fretsinnigen Volkspartei aufgestellt war. Er lebte auf ziemlich großem Fuße, ließ eigene Rennpferde laufen und verkehrte in der ersten Gesellschaft. Drei neue Opfer der Aviatik. Oberlentnant Neumann mit einem Passagier abgestürzt und getötet. Während die französische Militäraviatik in den letzten Wochen fünf tödliche Abstürze zu verzeichnen hatte, find unsere Flteger vor schwereren Unfällen verschont geblieben. Heute kommt aber eine Kunde aus Straßburg, wonach ein deutscher Militärflieger mit seinem Baffaater abgestürzt ist, wobet beide getötet wurden. Der Draht meldet über die Katastrophe: Straßburg, 7. September. Wie die Straßburger Post" meldet, find Oberleutnant Neumann und sein Passagter, der Leutnant Le Conte, die heute früh von Mülheim eine Fahrt nach Straßburg unternommen hatten, bet Bilzheim abgestürzt. Beide waren sofort tot. Nach Mitteilung von Augenzeugen soll eine furchtbare Explosion, deren Knall bis in dem mehrere Kilometer entfernten Dorfe Niederelzen gehört wurde, dem Sturz vorangegangen sein. Der Todessturz erfolgte aus einer Höhe von 20 Metern. Beim Fallen schlugen beide teger so furchtbar auf den Erdboden auf, daß sie sofort tot waren. Die unglitetsstätte wird von vielen Neuateriaen umlagert. Straßburg, 7. September. Nach einer anderen Version ging der Apparat in der Nähe von Bilzheim plößlich mit großer Geschwindigkeit nieder. Beide Flieger erlittent Schädelbrüche. Der Apparat wurde zertrümmert. Das Unglück scheint auf eine plögliche Stö rung am Motor zurückzuführen zu fetn." Ein dritter tödlicher Absturz. Karlsruhe, 7. September. Der Flteger Paul Sänge ist gestern abend bei Flugversuchen auf dem htesiaen Grerzierplaze abgestürzt und erlitt einen schweren Schädelbruch. Prinz Oskar von Preußen, der fünfte Sohn des deutschen Kaiserpaares, wird vom 1. Oktober ab dte Vorlesungen der Kriegsakademie in Berlin besuchen. Ingenienr Richter ist am Mittwoch über Belgrad und Wien nach Jena abgereist. Sein Befinden hat sich bedeutend gebessert. gedachte man auch ihn zu fangen. Eifrig und emsig wurden zu diesem Netze Fäden gewoben. Fein und dicht sollte es werden, und ehe er es sich am wenigsten versah, war er darin gefangen. Wien war der Mittelpunkt, und von hier zogen die Fäden nach Petersburg, Dresden, Paris. Und er, zu dessen Verderben sich fast ganz Europa ritstete, war König Friedrich von Preußen. Er befand sich in Potsdam, im Schlosse Sancfouct, das bald nach dem Frieden von Dresden ganz nach seinen Plänen und Entwürfen entstanden war. Sancsouct, d. h. ohne Sorgen! Ohne Sorgen war er freilich nicht, der König und Held, der stegreich aus zwet Krtegen hervorgegangen war. Nachdem Friedrich nach dem Frieden von Dresden den siegretchen Degen aus der Hand gelegt, arbettete er an der friedlichen Entwickelung setnes Landes. Er hatte seinem Preußen eine Großmachtstellung gegeben, eine Stellung, in die es sich gleichsam erst hineinwachsen mußte. Das wußte der König, darum sorgte und schaffte er ohne Unterlaẞ. Nach der Arbeit aber gewährte ihm seln Freun deskrets erwünschte Erholung. Unter heiteren oder phtLosophischen Gesprächen verging dte zett, die der Muße gewidmet war. Doch des Abends, in den Feierstunden, trat die Kunst in thr Recht. Dann erlabte man sich an der holden Musik. Die Kunst und die Freundschaft, das waren zwet Sterne, die König Friedrichs Leben erhellten. Im Konzertsaale zu Sanssouct erklang Musik. König Friedrich, ein schlanker, feiner Herr, stand amt Notenpult und spielte ein Solo auf der Flöte. Etne sanfte, feterliche Melodte schwebte durch den Raum. Nur wenige Gäste waren geladen, nur die vertrauttesten Freunde des königlichen Gastgebers hatten fich eingefunden. Verschiebung der Berlin- Fahrt. Wie der Inf." an zuständiger Stelle mitgeteilt wird, hat der Kaiser aus Anlaß des Besuches des Lufts schiffes Schwaben" einen Besuch des Luftschiffes und bes Luftschiffhafens zugesagt. Es ist darum zweifelhaft, ob die Schwaben" vor der Landung in Potsdam eine Kreuzfahrt über Berlin machen wird, da durch die Zufage des Kaisers die Bestimmungen über die Fahrt ganz von den Dispositionen des Kaisers abhängen. Der Be such des Kaisers würde am Sonnabend erfolgen. In diesem Falle würde die„ Schwaben" sofort nach Potsdam zur Vorstellung vor dem Kaiser fahren und erst am Sonnabend nachmittag nach Berlin fommen. Es mußte überhaupt eine Verschiebung des Termins der Berlin- Fahrt von Freitag auf Sonnabend stattfinden, da in Gotha so zahlreiche Anmeldungen au Paisagterfahrten erfolgten, daß die Berlinreise am Freitag unmöglich geworden ist. Insbesondere findet am Freitag eine größere Rundfahrt statt, an der auch der Herzog von Coburg- Gotha teilnehmen wird. Auch an der Fahrt von Gotha nach Berlin wird voraussichtlich der Herzog teilnehmen. Fernerhin be steht die Hoffnung, daß auch der Kronprinz nach Gotha kommt, um gleichfalls die Fahrt von Gotha nach Berlin im Beppelin"-Luftschiff mitzumachen. Unter anderen Persönlichkeiten, die an der Retse teilnehmen, fet noch Admiral Hollmann erwähnt. Nach diesen ver änderten Dispositionen ist auch über die Dauer des Aufenthaltes des Luftschiffes Schwaben" in Berlin noch nichts Bestimmtes mitzuteilen. Es ist wahrscheinlich, daß die Schwaben", gutes Wetter vorausgesetzt, sogar mehrere Tage dort bleiben wird. Aber auch dieser Umstand hängt noch von den Bestimmungen des Kaisers ab. Der Kanalschwimmer Burgeß Einzelheiten seines erfolgreichen Schwimmversuches. Die Durchquerung des Aermelkanals, die schon wiederholt das vergeblich erstrebte Riel tüchtiger Schwimmsportsleute gewesen ist, gelang, wie wir meldeten, am Mittwoch dem englischen Schwimmer Burgeß. Das ist die zweite Durchquerung des Kanals, die einem Schwimmer gelungen ist. Im Jahre 1875 legte der englische Kapitän Webb die 40 Kilometer lange Strecke von Dover nach Calats in 21 Stunden 45 Minuten zurück. Burgeß hatte schon 13 mal die Durchschwimmung des Kanals versucht. Erst tett ist sie ihm geglückt. Burgeß veröffentlicht interessante Einzelheiten über setnen erfolggekrönten Versuch. Als er ins Wasser sprang, erzählt er, set er ent= schlossen gewesen, setne Ießten Kräfte herzugeben. Er habe furchtbare Kämpfe gegen den Wellengang zu bestehen gehabt und fet mit aller erdenklichen Mühe und mit geradezu phänomenalem Kraftaufwand an sein Ziel gelangt. Mitten im Kanal warf ihn eine Strömung mehrmals zurück. Die bis dahin zurückgelegte Strecke habe er in einem Bidzackweg in Form etnes lateinischen M genommen. Stundenlang hätten Strömungen von Nordwest thn an tegltchem Fortschritt gehindert. Große Schwierigkeiten habe ihm auch seine Brille berettet, deren Leder schon nach 2 Stunden durchweicht gewesen fet. Das durch die Lederhülle eindringende Waffer habe thm furchtbare brennende Augenschmerzen gebracht. Mit Mühe gelang es seinem Freund Weidmann, der ihn in einem Boot begleitete, thm die von ihm gepuzte Brille zu geben. Eine Viertelstunde später wurde er see frank. Fast dret Stunden lang war er von heftigem Unwohlfein be= fallen. Dennoch gelang es ihm, vorwärts zu kommen. Behn Mellen vor Calats besserte sich fein Zustand. Plößlich wurde er von einer starken Strömung wieder zurückgeworfen. Mit erneutem Kraftaufwand versuchte er wieder das Kap zu erreichen. Große Mühsal hatten thm vor seinem 3tele rote Stichlinge bereitet, die ihn schwer verwundet hatten. Schon glaubte er von etner Herzlähmung befallen zu werden, und seine Kräfte drohten zu versagen, als die Rufe der am Ufer stehenden Volksmenge sowie das Einreden seines Freundes, der die letzten Stunden mit ihm zusammen geschwommen war, suggestiv auf ihn einwirkten und ihn in den Stand setzten, die Strecke bis zum Endziel fortzusetzen. Als er aus der Salzflut herausstieg, befand er sich in einer derartigen psychischen Erregung, daß er zu wet= nen anfing. Seine Bekannten stürzten auf ihn zu, um thn zu beglückwünschen, und das Publikum brach in braufende Hochrufe aus Burgeß aus. Der Kanal ist, wie eingangs schon erwähnt, erst einmal, und zwar vor 36 Jahren, am 24. und 25. August 1875 von dem enaltschen Kapitän Webb durchschwommen worden. Webb, ein Marineoffizier, war damals 27 Jahre alt. Einige Jahre später ist er, als er die Niagarafälle oberhalb des Wasserfalls durchschwimmen wollte, ertrunken. Nach ihm haben es eine ganze Reihe von Schwimmern versucht, es ihm nachzutun, aber keinem glückte es. König Georg von England hat den kühnen Kanalschwimmer Burgeß zu seinem Erfolge beglückwünscht und seine besondere Anerkennung über seinen Mut ausgesprochen. Burgeß erDraußen war es schwül, die Gewitterstimmung vorherrschend. Beretts am Nachmittage hatte es von allen Setten gedonnert, allein das düstere Gewölk, das aufgezogen war, hatte sich wieder verzogen. Nun schten es, als ob das Gewitter während der Nacht wieder heraufkommen wollte. König Friedrich blies also die Flöte. Setne Zuhörer, die tells an den Wänden lehnten, tetis auf wetẞlackterten, mit roter Seide gepolsterten Seffeln Plaz genommen hatten, lauschten mit gespanntester Aufmerksamkeit. In den korridoren schlichen die Diener auf den Behenspizen. In die andächtige Stille hinein aber fuhr jetzt plötz Itch ein Windstoß, der die Fenster erzittern machte und zugleich erklang der Hufschlag eines wtehernden Rofses. Wenige Minuten darauf aber wurde es wieder st. Als der Köntg, der sein Konzertstück beendet, die Flöte htnlegte und vom Notenpult zurücktrat, erhob sich Kapellmeister Graun, der ehemalige Lehrer des Königs. Er durfte sich seinem einstigen Schüler gegenüber schon erlauben, das Beichen des Betfalls zu geben. Anerkennend sprach er sich über den Genuß aus. Friedrich drohte scherzend mit dem Finger. "& latteur, der Er ist!" Aber er schien das Lob doch gerne zu hören. Während sich der König mit Graun unterhtelt, öffnete sich die Saaltitr und ein Page erschten; ehrfurchtsvoll näherte er sich seinem Herrn. " Stre, draußen wartet ein Kurter; er bringt Briefe, die er nur Seiner Majestät selbst zu übergeben hat. Ich bitte um Verzeihung, wenn ich störe, allein," er stotterte,„ der Kurter zwang mich, die Meldung bet Seiner Majestät zu übernehmen. Sachen von höchster Wichtigkeit, sagte er, dulden keinen Aufschub." Der König hatte dem Sprecher den Rücken gekehrt. Langsam wandte er sich herum. hielt als Ehrenpreis einen prachtvollen ftlbernen Botal im Werte von ca. 6000 Mart. Verschiedene Londoner Barleteebefizer sind bereits an Burgeß mit dem Ersucher berangetreten, für ein wöchentliches Hono rar von 2000 Mart bei ihnen aufzutreten. Jedoch hat Burgeß bisher alle Engagementsvorschläge abgeschla gen. Drabtnachrichten und Deuestes. Der Großherzog von Sachsen- Weimar im Luftschiff. Gotha, 8. September. Das Luftschiff Schwaben ist heute früh mit dem Großherzog von Sachsen- Weimar an Bord zur Fahrt nach Weimar aufgestiegen. Gegen 9 Uhr schwebte das Luftschiff über Erfurt, wo eine Schleifenfahrt über der Stadt gemacht wurde. Dann ging die Fahrt in der Richtung nach Weimar weiter, wo um 9,30 Uhr die Landung erfolgte. Großfeuer in einem Berliner Vorort. Schöneberg, 8. September. Heute nacht 3 uhr brach auf dem großen Holzlagerplatz der Firma Cas firer Großfeuer aus, durch das bisher Hölzer im Werte von 500 000 Mart vernichtet wurden. An der Brandstelle ist die gesamte Schöneberger Wehr, die Wehren der Nachbarorte und ein Zug der Berliner Wehr tätig. Ein falscher Spion. Hamburg, 8. September. Ein höherer Beamter aus Sachsen beobachtete nicht das Verbot, Geschütze in den Festungswerken vom Oberland auf Helgoland aus zu photographieren. Er wurde verhaftet und da er sich nicht ausweisen konnte, solange festgehalten, bis auf telegraphische Anfrage in seiner Heimat seine Identität nachgewiesen worden war. Flüchtige Bankinhaber. München, 8. September. Der 34jährige Bankund Losegeschäftsinhaber May Westermann und sein Bruder Paul find geflohen. Die Höhe ihrer Verbindlichkeiten ist noch nicht ermittelt. Außer Guthaben der Lotteriekollekteure haben sie auch Kundengelder unterschlagen. Berliner Getreide und Schlachtvichmarkt. In der am 6. September zu Ende gegangenen Be richtswoche haben sich am Berliner Getreidemarft Pretsschwankungen für Brotfrucht ereignet, wie sie in diesem Umfange wohl faum jemals hier zu verzeichnen gewesen sind. Die führende Rolle hat hierbet wieder Roggen gehabt. Er stieg in wenigen Tagen um 16 M, und in faum minderem Tempo hob sich der Preis für Hafer. Die später als unbegründet erwiesenen Gerüchte, wie die von großen Anschaffungen der Proviantämter, hatte einen großen Anteil an der übertriebenen Preissteigerung. Weizen wurde zwar auch mit nach oben gezogen, die Erhöhung der Notterungen wurde aber einigermaßen gemildert durch die Abhängigkeit von den Auslandsmärkten, auf welche die Berliner Hausse keine allzu große Wirkung ausübte. Gegen Schluß der Berichtswoche stürzten die Roggenpreise fast noch rapider als sie vorher aufgefchnellt waren, da man inzwischen hinsichtlich der schwebenden politischen Fragen zu einer beruhigteren Auffassung gelangt war und die Höhe der Preise den Export von Roggen ins Stocken gebracht hatte. Es blieben aber immerhin noch ansehnliche Bejserungen geger die Vorwoche bestehen. Das Fortbestehen der früben Aussichten für die Kartoffel- und Futtermittelernte macht nach wie vor seinen Einfluß geltend. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung Dezember wie folgt: Weizen 216,50 M., Roggen 192,00 M, Hafer 185,75 M., Mais 163,50 M. Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. 1. Ochfen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 79-84., b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76-82 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 68 bis 75 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 75-80 M., 6) vollfleischige jüngere 71-79 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 62-72 M. 3. Färsen und ühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes- bis M., b) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren, 65-72 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen 58-65 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 53-58 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 60 M., f) gering genährtes Jungvieh( Fresser) 60 bis 66 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 100 bis 137 M., 6) feinste Mastfälber 100-107 M., c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 92-98 M., d) geringere Mast- und gute Saugtälber 83-93 M, e) geringe Saugfälber 75-85 M. 5. Schafe: a) Maftlämmer und füngere Masthammel 74-80 M., b) ältere Masthammel, ge= ringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 64 bis 72 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 56 bis 70 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 62 M., b) vollfleischige Schweine 240 bis 300 fb. 57-62 M., c) vollfleischige Schweine 200-240 Pfd. 59-61 M., d) vollfleischige Schweine 160-200 Pfd. 56-60 M., e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfd. 53 bis 56 M., f) Sauen 54-55 M. ,, So spät noch stört man mich?" erwiderte er unwirsch. Hab' ich den ganzen Tag hindurch nicht fletBig gearbeitet, um am Abend metne wohlverdiente Ruhe genteßen zu dürfen? Frag' den Kurter, was er will?" ,, Verzeihung, Majestät. Der Kurier kommt von Dresden und will Seiner Majestät Höchstselbst Bericht erstatten." ,, So mag er warten," befahl der Röntg.„ Man führe ihn in mein Arbeitsfabinett. Dort werde ich mich einfinden." Der König wandte sich von neuem an seine Gäste. Er plauderte und scherzte und tat, als habe er die letzte Meldung vergeffen. Dennoch beschäftigte der Bote, der mit wichtigen Nachrichten aus Dresden gekommen war, setne Gedanken sich eingestehen mochte. mehr, al8 er So war es ihm Iteb, als die Gäste bereits zu früher Stunde aufbrachen. Als er in sein Arbeitskabinett trat, fand er den Gemeldeten seiner harrend. Baron Malzahn hatte setnem Aurier eingeschärft, die Dokumente nur in des Röntgs elgene Hand zu Iegen. " Wer schickt Ihn?" fragte der König den Boten. " Baron von Malzahn," kam die Antwort zurück. Hier meine Beglaubigung," er überreichte ein mit Malzahns Stegel versehenes Schreiben, hier die Paptere." n Friedrich nahm beides( Fortsegung folgt.) Bekanntmachung. Wagenverkauf. Embfeble mein reichhalt Lager Eleg Landauer Mylords, Halbs Betr. Die Nuhanweisung zum Ausnahmetarif für Futtermittel. verbecke, Breaks, Geschäfis und ( Notstandstarif.) Die Fracht wird für Wagenladungen von mind stens 100 oder 200 3entner oder bei Frachtzahlungen für diese Gewichte von jedem Wagen zu dem um 50% [ 21/3 Amerikanerwagen aller Art, neu und gebraucht. Fr. Grauer, Butzbach. Beste Eßkartoffeln u. gutes Wiesenheu sowie Weißkohl ermäßigten tarifmäßigen Frachtsätzen berechnet. Der einzelne fleine oder mittlere Lant wirt bezieht seine Futtermittel nicht in halben oder ganzen Waggonladungen und hat er füglich feinen Vorteil von der Einführung des Notstands tarifs, wenn er nicht mit seinen Berufsgenossen durch Zusammenschluß z. B. in eine Landw. Bezugsund Absatzgenossenschaft oder einen landw. Verein den waggonweisen Bezug ergibt waggonweise billigſt ab möglicht. Landwirte in Ortschaften, in denen feine Waggonbezugs.Möglichkeiten be. Willy Kothe, Bremen. stehen, werden aufgefordert, sich bei unterfertigter Landw. Hauptgenossenschaft zu melden, welche große Mengen Futterartikel zu günstigen Preisen einkaufte und, so Strickmaschinen weit solche nicht von den ihn angeschlossenen Genossenschaften benötigt werden, mit für haust. Erwerb. Anz. 30-50 m. mit geringem Aufschlag an landw. Bereinigungen noch abgeben kann. Friedberg, den 9. September 1911 Giessen Landw. Hauptgenossenschaft für Oberhessen z. 6. m. b. H. Kolosseum Waltorstr. 36-38. Direktion Karl Ohm. Gestatte mir einer geehrten Einwohnerschaft von Giessen und Umgegend ergebenst bekannt zu geben, dass ich das beliebte Varietè- Theater und Ball- Etablissement ,, Kolosseum" übernommen habe und die vorderen Lokalitäten am Samstag, den 9. September 1911 eröffne. Es werden daselbstständig erstklassige humoristische KünstlerKonzerte abgehalten werden. Die Varieté- Saison beginnt mit dem 30. September 1911, zu welcher Premiere bereits erstklassige Attraktionen verpflichtet sind. Es wird mein Bestreben sein dem Unternehmen eine dezente, solide Geschäftsführung zur Grundlage zu machen, wodurch ich hoffe, die weitesten Kreise des pt. Publikums für mein Etablissement zu gewinnen. Die Oeffentliche Mit aller Hochachtung Karl Ohm. Versammlung des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs Gießen findet h ntc abend präzis 9 Uhr im„ Hotel Schütz" ſtatt. Ankauf- Verkauf bon Alteifex, Lumpen, Kaochen, Kupfer, Weffing, Blet, Zur Zinn, 2c. Möbeln, Betten, Weiß seug, Gold und Silberfachen Münzen und Antiquitäten. Louis Rothenberger, Gießen. Mein in Ilmenau in Thüringen 600 m ü. b. M. am Wald geleg nes Pensionsbaus mit 30 Zimmern, Lefeballe und Badehaus, beabsich Telefon 2608. Profpefte gratis. Rich. Wünsch, Mühlhausen i. Th. Vertrefer gefBeglaubigte elke- Vertreterin Fran M. Plack erteilt Dienstags u. Mittwochs von 10-5 Uhr Rat an Kranke. Wetzlar, Bausstraße 10 3 Min. vom Bahnhof. Danksagung! 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Welt- Rundschau Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen. M Illustrierter Anzeiger Aus dem Lande der Windmühlen. eine Leser wollen mir vergönnen, daß ich sie einmal von der Heerstraße hinwegführe und ihnen ein paar Orte Hollands zeige, die ganz besonders meine Bewunde rung erregt haben und zum Teile meine besondere Liebe besitzen. Letzteres sage ich in Hinsicht auf die Provinz Geldern, in der ich geboren und erzogen bin. Im Zeichen Hollands. Geldern zerfällt in drei Teile:„ Veluwe"," Betuwe" und„ Achterhoek". Das Wort„ Veluwe" bedeutet schlechter, unfruchtbarer Boden und weist draufhin, daß dort kein frucht barer Boden gefunden wird. So ist es auch. Nur Sandboden gibt es da; ausgedehnte Sandhügel, die, besonders wenn die Sonne ihre Strahlen auf das weißgelbe Land wirft, einen ganz eigenartigen Reiz ausüben, und die mit Heidefeldern, kleineren Waldungen, niedrigem Gebüsch und Eichen- und Buchenwäldern großen Umfangs abwechseln. Vielfach durch Birken umsäumte Wege durchschneiden das Ganze. Südlich gegen die Betuwe" hin und südöstlich gegen den„ Achterhoek" hin wird die ,, Veluwe" abgeschlossen durch den„ Veluwezoom", den ,, Rand" der, Veluwe", welcher einen der schönsten Teile Hollands bildet. Der Teil desselben, welcher die ,, Veluwe" von der„ Betuwe" abschließt, streckt sich vor bis an den Rhein, dessen anderes Ufer durch von Deichen geschütztes Tiefland gebildet wird, und dessen Umgebung hier einen wundersam schönen Anblick darbietet. Die Straßen führen auf und ab, von Hügel zu Hügel, quer durch uralte Wälder hindurch, den niedlichsten Bächlein entHolländische Jugend an der Waterfant. lang, durch liebliche Dörfer, die durch ihre Reinlichkeit an Niedlichkeit vieles, was man in hügeligen und bergigen Gegenden im Auslande findet, weit hinter sich zurücklassen. Der andere Teil des„ Veluwezoom", welcher die„ Veluwe" von dem„ Achterhoek" trennt, und dem entlang die Vsel fließt, ist gewiß nicht weniger schön. Von da aus dehnen die schönsten Wälder sich aus bis nach der Mitte der „ Veluwe". Der Vsel entlang, quer durch die lieblichste Gegend, von dem einen zum anderen, speziell auf den Aufenthalt Fremder eingerichteten, peinlich sauberen, idyllisch liegenden Dörfchen, läuft eine durch die schönsten Buchenstämme begrenzte und durch die herrlichsten Zweige überdachte, großartige Allee, die unbestritten die schönste ist, welche sich auf dem europäischen Kontinent finden läßt.„ Middachter Allee" heißt diese 20 Minuten lange und kerzengerade Allee nach dem Middachter Schloß, dem gräflich Beutenickschen Wohnsitz, welcher abseits der Straße liegt. Nach beiden Richtungen setzt sich die Allee als eine Heerstraße fort. Wenn wir uns über die Vsel hinüberfahren lassen, kommen wir, wie gesagt, in den„ Achterhoek", den Teil Gelderns; der eigentlich ganz abseits der Heerstraßen liegt, essen Neustadt 11 . Vogelzüchter u. Aluminium liegenglocken minen, Wäsche ttchen, Bügel mkocher, Gas[ 255 Quenac and uadas, qun uauak 000 FT de and Bilin ( panG ou ave up qvinque aq aaj s t u and a gas a 4 We an Ը ած var q Jeg inn sages an 9927 And abuse qun bunav i jai uzz аби ирэ 2 Aus dem Lande der Windmühlen. die durch die Fremden betreten werden. Man muß sich diesen Teil absichtlich als Ziel seiner Reise wählen; sonst gelangt man nicht leicht in denselben, obwohl er mit der Bahn ohne Schwierigkeit zu erreichen ist. Wer sich aber einmal in diesem hinteren Teil der Provinz befindet, wundert sich über den Reiz dieses einfachen Bauernlandes. Die lieblichsten Fleckchen findet man hier zwischen den Hügelchen, welche den Fruchtfeldern eine anziehende Abwechslung verleihen, an den Flüßchen, die hier zwar nichts Großartiges bieten, aber eine Fülle des Niedlichen, die eine Erklärung zu geben scheint für den Elmstand, daß in diesem entlegenen Teile Hollands viele Wohlhabende sich einen Wohnsitz gebaut haben. Wenn der Fremde die Karte dieser Gegend zur Hand nimmt und auf ihr hier und da einen Berg verzeichnet findet, so hüte er sich, ibn für einen richtigen Berg zu halten, denn solche gibt es in diesem Lande nicht. Die höchsten Berge" finden sich im südlichen Teile Limburgs vor und erreichen eine Höhe von nur etwa 320 m. - - Namen dem fruchtbaren Boden, welcher sie zum Obst. garten Hollands sagen wir aber lieber zu einem Obstgarten, denn dieses Land hat noch einen solchen Garten macht, von dem aus vieles Obst nach dem Auslande exportiert wird. Äpfel und Birnen, Kirschen und Pflaumen und sonstiges Obst wächst hier in Hülle und Fülle. Die blühenden Bäume bieten im Frühling einen entzückenden Anblick, die ganze ,, Betuwe" sieht dann aus wie ein riesenhafter Blumengarten. Für den Fremden mag der Früh ling in diesem wundersam fruchtbaren Lande die schönste Jahreszeit sein, für die Bauern ist es der Herbst, wenn ein warmer Sommer lachendes Obst hat reifen lassen und eine reiche Ernte zu erwarten ist, auf die ihre Hoffnung gespannt ist. Ein Abstecher von „ Veluwezoom" aus ist inzwischen sehr lohnend und keiner wird es bereuen, der ,, Betuwe" ein paar Tage gewidmet zu haben, um sich ihre lachenden Auen anzusehen. Wer nur auf furze Zeit Geldern besuchen kann, tut am besten, sich in Arnheim oder dessen nächster Umgebung Velp und Vosterbeek, zwei wunderschöne Dörfer in günstigster Lage, eignen sich ganz vorzüglich dazu niederzulassen. Von dort aus läßt sich die ganze Provinz mit größter Bequemlichkeit besichtigen. Verkehrsmittel jeder Art stehen nach jeder Richtung zur Verfügung. Nach zwei Seiten dehnt sich der„ Veluwezoom" mit seinen entzückenden Jung Bolland beim Tanz. In Geldern liegt der höchste Punkt in der Nähe von „ Veluwezoom" auf einer Höhe von 110 m über dem Meeres spiegel. Eine solche Höhe erreicht kein einziger Punkt in dem„ Achterhoek", aber das an Abwechslung überreiche Gebiet ist eines längeren Aufenthaltes sehr wert. Man muß hier zu einem rubigen Besuch absteigen, von seinem Hotel oder einer Pension aus mit Fabr rad oder Wagen die ganze Gegend durchstreifen und ibre Schönbeit vom Morgen bis zum Abend ganz rubig auf sich einwirken laffen. Berubigend, nervenbeilend und den Geist für die einfachenSchönbeiten des allKurhaus in Scheveningen. täglichen Lebens zugänglich stimmend ist der Einfluß, den die Gauen des„ Achterboek" mit ihrem einfachen und gemütlichen Bauernleben auf den arbeitsmüden Menschen ausübt. Troß dem Namen, der nicht auf eine vorzügliche Versorgung schließen läßt, wohnt man auch im Achterboek" recht angenehm, was der holländischen Reinlichkeit und der großen Sorgfalt, mit der die Holländerin die Mahlzeiten zubereitet- ibre Tugenden als Hauswirtin verleugnen sich auch hier nicht, zu verdanken ist. " Ganz anders als auf der„ Velunve" und im„ Achterhoek" sieht es in der„ Betuwe" aus. Die„ Betuwe" dankt ihren Schönheiten aus. Nach Norden erreicht man ohne Mühe die Hügel und Wälder der „ Veluwe" mit ihrer reinen und gesunden Luft. Nach Osten streckt sich der ,, Achterboek" aus, der lachend zu einem Besuche die Freunde der Naturschönheiten einladet, und nach Südwesten liegen die Obstgärten der„ Betuwe", die lockend dem Fremden ihre Riesensträußer freundlicher Blüten oder gesonnter Früchte entgegenhält. Außerst günstig liegt auch Nymegen, die berühmte Stadt Karls des Fünften, mit ihren historischen Monumenten, von der aus zwar die„ Veluwe" nicht so bequem zu besuchen ist, die aber den Vorteil hat, daß ihre nächste Umgebung sich nach Süden direkt an ein sehr schönes Hügelland anschließt, das hauptsächlich in Deutschland liegt, aber seine nordwestlichen Ausläufer bis an die Wälle der Stadt Internationale Weltbline. Internationale Weltblitze. An einem japanischen Badestrand. FIC Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten macht auch diesem Epitbeton auf seinen Getreidefeldern Ebre. über drei Meter hoch ist die kolossale Ahrenstaude, die auf einem Felde im Staate Kansas.groß geworden ist. Es gab eine Zeit, da der amerikanische Weizenbauer, obne seiner Saatfrucht irgendwelche Aufmerksamkeit zu schenken Jahr aus, Jabr ein immer aus dem nämlichen Sade säete. Zuweilen schlugen seine Soffnungen auf ein gesegnetes Jabr febl, aber er wußte nicht warum und machte für den Mißwuchs die Bodenbeschaffenbeit verantwortlich oder das Wetter; daß die Schuld an seiner Saatfrucht liegen möge, fiel ihm im Traume nicht ein. Das waren die Tage des gedankenlos ſeinen Acker bestellenden Klutentrampers"; die sind, wie unser Bild beweift, nun vorüber. Der moderne Landwirt studiert seinen Grund und Boden, wie die Saatfrucht, die zur Verwendung fommt, er züchtet seinen Weizen genau so, wie sein Bieb. Das Automobil auf Reisen. Die große Dring. Seinrich Gabrt, die diesmal auch nach England führte, batte einen Massentransport von Automobilen auf einem Ozeandampfer im Gefolge. Die Autos wurden in Bremerhaven auf den Norddeutschen Lloyddampfer Großer Kurfürst verladen und nach Southampton gebracht, von wo dann die Fahrt durch die englischen Autogefilde angetreten wurde. Nicht weniger als 70 Automobile verschiedener Arten wurden ohne Zwischenfall in fürzester Frift in Bremerhaven im Zwischendeck des Dampfers verladen und in Southampton wieder ausgeschifft. Mittels der großen Schwebebrücken( fiebe unser Bild) wurden die Automobile an Bord gebracht und dann im Zwischended verstaut. Auch Prinz Heinrich von Preußen ließ sein Automobil an Bord des Dampfers bringen und machte auf diesem die Reise nach England mit. 7 Wenn die japanische Sonne ibre böchsten Strablen auf bie Tempel, Nicidaß Kimonos usw. zu senden beginnt, dann regt fich auch in der japanischen Bevölkerung der Drang nach der rüblen Rüste und Männlein, Weiblein und Stindlein begeben fich in dichten Scharen in eines ber vielen japanischen Geebäder. Am Strande entwidelt fich dann wäbrend der Sommermonate ein reges Badeleben. Selbstverständlich darf bes Abends auch die feenbafte elettrische Beleuchtung à la Lunapark nicht feblen, und auf unserem Bilde seben wir, wie fich die elektrischen Birnen an den mit den Nationalfarben geschmückten Pfäblen an der Küste bingleben. Amerikanische Riefenähren. aun souos produ alg ny แอ] bao บ ง pgH 6 Eine Fahrt auf der Elbe. Lilienstein auf, dem gegenüber der etwas niedrigere Königstein liegt. Hier betreten wir historischen Boden. Beide waren früher Festungen, der Königstein ist es nominell heute noch, hat eine kleine Besatzung und nimmt Gefangene auf. Am Fuße des Lilienstein mußten sich am 15. Ottober 1756 14000 Sachsen Friedrich dem Großen ergeben. Napoleon I. hatte hier 1813 ein befestigtes Lager errichtet. Der Königstein, an dessen Fuße sich überaus malerisch das Städtchen Königstein lang hinstreckt, ist viel umstritten worden, und hitzige Kämpfe haben sich um ihn als Grenzwache zwischen Sachsen und Böhmen abgespielt. Ein halbes Stündchen noch! Dann taucht links das Städtchen Schandau auf, gleichsam das Herz und das Eingangstor der Sächsischen Schweiz und der Ausgangspunkt zahlreicher wundervoller Ausflüge. Seinen Ruf verdankt Schandau nicht zum wenigsten dem Hotelgründer Rudolf Sendig, der hier ganze Straßenviertel geschaffen und einer Villenkolonie den Namen gegeben hat. Übertroffen wird Schandau freilich von Herrnstretschen, das eine halbe Stunde stromauf bereits auf österreichischem Gebiete liegt. Herrnstretschen ist durch seine Lage der schönste Punkt der Sächsisch- Böhmischen Schweiz. Bom Dampfer aus sieht man nur vier, fünf Häuser. Denn in ein schmales Tal hinein, durch das wild schäumend ein Gebirgsbach, die Kamnit, hüpft, sind hier die Häuser und Hotels an die völlig senkrecht hoch aufragenden Felswände förmlich angetlebt. Folgt man dem Laufe der Kamnitz ein Stück ins Gebirge hinein, so gelangt man in die Edmunds. flamm. Eine Unterbrechung der Fahrt zu deren Besuch, der im ganzen etwa zwei Stun den für Spaziergänger in Anspruch nimmt, ist dringend anzuraten. Der Bach ist hier zwischen ganz steilen Felswänden, die reich mit Farnen und schlanken, hochragen. der Marienfelsen rechts, gekrönt von einer Kapelle. Durch die schmale Lücke bieten sich die Säuser der Industriestadt Aussig den Blicken dar. Hier sind Glashütten, chemische Fabriken, Schiffswerften, hier große Verladestellen für die nahen böhmischen Kohlengruben. Der Hafen hat Platz für 300 Schiffe, der Hauptverkehr entwickelt sich in Kohlen und Zucker. Von hier führt die Bahn in einer halben Stunde nach Teplitz; auch wer nach Karlsbad oder Marienbad will, nach Prag oder Wien, verläßt hier das Schiff. Uns aber trägt der Dampfer weiter in die früchtegesegneten Böhmerlande. Oberhalb Aussigs wird das Bild ganz rheinisch. Von einem einsamen Felsen, der jäh zum Strome abschießt, grüßt truzzig die Ruine einer alten Raubritterburg, der Schreckenstein. Als ich auf dem Geröll empor zum Turm geklettert war, verstand ich den Namen. Hier konnten die Ritter weit ins Land lugen, stromab und stromauf, da der Strom gerade bei Aussig ein scharfes Knie macht, und waren dann über den Reisenden, ehe sie die an der Krümmung Versteckten, gesehen hatten. Jetzt sitzt sich's köstlich oben auf dem luftigen Söller, und der würzige Schreckensteiner, der kredenzt wird, schmeckt vielleicht daher so gut, weil viel Blut einst den Boden düngte. Blut und Eisen kennzeichnen auch weiter den Pfad des Flusses, denn hier ward mancher Strauß ausgefochten unter dem Großen Fritz, und der Name Losowih klingt uns wahrlich nicht übel. In ununterbrochener Folge wechseln Berg und Tal. Hier und da ragt hoch über die Uferberge das spitze Haupt der Mille. schauer oder Donnersberg empor, der mit seinen etwa 900 m der höchste Punkt des Mittelgebirges ist. Die fruchtbaren Täler zu beiden Seiten sind die Obstkammern Berlins, zahllose Kähne tragen die würzigen Kirschen, Pflaumen und Birnen nach dem Stapelplatz am Bahnhof Börse. An dem idyllisch gelegenen Salesl vorbei geht's über ein halb Duyend Orte und Lobosit zur Endstation Leitmeriz. Auch hier braut man ein Bier nach Pilsener Art. Doch sind ab Aussig allenthalben zur Abwechslung die schmackhaften böhmischen Landweine zu empfehlen. So bietet also die Fahrt auf der Elbe zu guter Letzt auch eine Gabe von jener Art, die wir im Rheinland so köstlich finden. Und ich glaube, es wird niemanden reuen, auch die Schönheiten und Gaben der Mutter Elbe kennen gelernt zu haben. Im böhmischen Elbtal. Jungfernsprung und Sperlingsstein. den Tannen bewachsen sind, eingestaut. Nur ein Teil des Tales ist auf einem schmalen, oft zwischen und durch Felsen durchgesprengtem Pfade passierbar, im übrigen ist man auf Bootverbindung angewiesen. Diese Kahnfahrt zwischen den stellenweise sich auf 3 bis 4 m zusammenschließenden Felswänden, in erhabener Stille, die nur von dem müden Plätschern der Ruder unterbrochen wird, hinterläßt einen traumhaft schönen und wahrlich tiefen Eindruck. Doch kehren wir zu unserem Dampfer zurück, der von Dresden bis Herrnskretschen 5, umgekehrt 3 Stunden braucht. An grotest gestalteten Felsen und waldigen Höhen vorbei gelangen wir nach Tetschen. Ehe wir es erreichen, grüßt schon links das hochthronende Tetschener Schloß herüber, und rechts ein steil aufsteigender, ungewöhnlich schroffer Fels, die Schäferwand. Darauf hat man vor zwei Jahren mit unsäglichem Aufwand von Mühen ein Gasthaus gebaut, das jetzt hellſchimmernd wie eine Burg ins Land schaut. Unter der Kettenbrücke durch gehts mit frischer Kraft an Bodenbach vorbei ins Mittelgebirge. Nach kurzer Fahrt durch einen breiter ausbuchtenden Talkessel drängen sich auf allen Seiten die Berge wieder heran und scheinen immer wieder dem Fluß den Weg abzuschneiden, so daß er in fortgesetzten Krümmungen zieht und seine Bahn immer neue Überraschungen bietet. Von einem schroff abstürzenden Felsen, dem Jungfernsprung, ründet die Sage, hier seien die drei Töchter des Ritters Jaske von Sperlingsstein, verfolgt von dem Junker von Kamait, in die Elbe hinabgesprungen und hätten sich glücklich ans andere Elfer gerettet. Rechts grüßt dann Rongstock, wo einſt reicher Silberbergbau war, links Großpriesen, wo ein töstliches Pilsener Bier gebraut wird. Dann schließen sich noch einmal die Felsen dicht zusammen, Düneneinsamkeit. Kennst du die große Sehnsucht In Düneneinsamkeit Wenn leise, leise singt sein Lied Das Meer so blau und weit? Hast du es wohl empfunden Wie das zu tun vermag, Wie da in deinem Herzen Die Sehnsucht aufgewacht? шэта не ләдә -9G un sou v quv ләди ме набо aug slang ng suvog j uag лод Ju лә goatga u uvuv * แจ Q ว ล изле pang AC pil nu uv ManuquRS 364 6200T Szenen und Typen aus Solland. 3 Die wilde, große Sehnsucht In Düneneinsamkeit, Wenn leise, leise singt sein Lied Das Meer so blau und weit 1. Zentralbahnhof in Amsterdam. Agü Rogge. 2. Die Heimfehr des Gatten erwartend. Die gotische Kirche( Groote Kert) in Dortrecht. 3. Arnheim mit der Rheinbrüde. Szenen und Typen aus Holland. 1. Zwischen den Strandförben in Scheveningen. 2. Eine holländische Echönheit. 3. An der Cube Gracht in Utrecht. dientel ausgabef Diensta Selters nigt Verla 2. Di ungsträger 3. Di mit auslä Reichsversi 4. Ein ficherungst gelegten Stadttreis gierungsbe 4 Die schwarze Mamba. vorstreckt. Außerdem hat Nymegen selbst so schöne Anlagen, daß es zweifellos zu den schönsten Städten Europas zählt. Mittelpunkt dieses Landes und jedenfalls als das Zentrum unserer Reisepläne, von dem aus wir uns nord-, südund westwärts bewegen, um einen Überblick über die anderen Wir betrachten daher Geldern gewissermaßen als den Provinzen zu erlangen. Die schwarze Mamba. Stizze aus Südafrika. m, nicht schlecht, diese Geschichte," sagte Jim Forster, indem er sein einziges Auge fniff, was ihm ein abschreckendes Aussehen verlieb." Aber ich könnte euch eine Geschichte er. zählen, die mindestens doppelt soviel wert ist, eine Geschichte, wo noch' ne ganz andere Sorte von Schlangen vorkommt." Wir saßen im„ Lustigen Digger",") wo wir einige geistige Nahrung zu und nahmen, und ich hatte eben ein Abenteuer zum besten gegeben, welches ich in den„ Kloofs" mit einer Viper bestanden hatte. Da aber an der ganzen Sache nicht viel dran war, batte ich meine Phantasie zu Silfe genommen, um die Geschichte so interessant wie möglich zu machen. Ich schmeichelte mir auch, die Situation mit solch einer Fülle staunenswerter und unerwarteter Zufälle ausgemalt zu haben, daß ich es für unmöglich hielt, darin übertroffen zu werden, ohne je den Anspruch auf Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ich sah daher verwundert auf, als der einäugige Digger sich anbot, eine Geschichte, doppelt soviel wert als die meinige, zu erzählen. Die wenigen Männer, die sich noch in der Wirtsstube befanden da die Nacht schon ziemlich vorgeschritten war und die Arbeit in den Diamantenfeldern zeitig beginnt, diese Männer, die mit angehaltenem Atem an meinen Lippen hingen, als ich zu der Stelle fam, wie ich die Viper aus meiner Hose zog, in die sie, während ich schlief, gefrochen war und sich um mein Bein gewickelt hatte, dieselben wandten sich jetzt, so recht die wankelmütige Volksgunst illustrierend, meinem Rivalen zu und forderten ihn, die Gesichter voll gespanntester Erwartung, auf, seine Geschichte loszulassen. Am eifrigsten drang Dick O'Flicher auf den Anfang. Dieser rothaarige Sohn Jrlands benuste nämlich stets die Aufmert. samkeit der anderen, um sich des herumwandernden Schnaps. glases zu bemächtigen. Er stand daher von seinem Gige auf und während er den Whisky nicht aus den Augen ließ, sagte er:„ Bei St. Patrick, freue mich riesig auf die Geschichte; glaube im Sinne der anwesenden geehrten Gentlemen zu handeln, wenn ich versichere, daß wir sehr dankbar für den Genuß sein werden." End sich mit einer geschickten Handbewegung des Whiskys bemächtigend, tat er einen tiefen Schluck, der den Boden des Glases zutage brachte. Jim Forster, dem diese Aufforderung augenscheinlich schmeichelte, tat einige träftige Züge aus seiner Pfeife und begann: „ Es mögen einige Jahre bereits her sein, als ich einmal in Marigburg zu tun hatte. Ich lebte damals in Campertown und benutzte zu meiner Reise eine treffliche Stute aus Charles Millers Zucht, die jeder, denke ich, in Natal tennt. Ich weiß nicht, ob ihr den Weg kennt, der von Campertown nach Maritz burg führt, fann euch aber sagen, daß die Straße gar nicht schlecht ist. Ich war schon eine gute Strecke geritten, als mein Pferd plötzlich scheute und mich beinabe abgeworfen hätte. Wie ich mich nach der Ursache umschaue, erblicke ich eine schwarze Mamba, die von einer Erdböbe langsam zu mir herabkroch. Ihr wißt, daß die schwarze Mamba ein so etliches Gewürm ist, als man nur in Natal finden kann. Wir haben davon ja auch eine ganz bübsche Kollektion aufzuweisen. Die ist nicht wie eine andere Schlange, die einen nicht belästigt, wenn man sie nicht reizt, die greift einen aus reiner Bosheit an, wenn man ihr zufällig in den Weg kommt. Ich kannte natürlich die Bosheit Dieser Bestien, aber da sie mindestens dreißig Yard von mir entfernt war, so ritt ich unbekümmert meines Weges. Ich war aber keine zwanzig Schritte weiter gekommen, als mein Pferd zu zittern und vor Angst zu schwißen begann. Ich dachte, es müsse eine andere Schlange sein, da ich aber vor und neben mir nichts erblicken konnte, wandte ich mich um, und was fab ich? Raum fünf Yard vinterdrein, uns verfolgend, so rasch sie nur vorwärtsschießen konnte, die Mamba. Ich fühlte keine Furcht, nein, so wahr ich lebe, nicht eine Spur davon. Und warum auch? Ich war zu Pferde und falkulierte, daß keine Schlange, die man sich nur denken kann, es mit einem Pferde aufnehmen könne. So gab ich meinem Rosse die Sporen und trabte davon, gerade nur rasch genug. um das Reptil hinter mir zu lassen. So zehn Minuten war *) Goldgräber, Diamantgräber. ich nun etwa weiter geritten, als ich mich, ich weiß selbst nicht weshalb, umblickte, denn ich erwartete durchaus nicht, irgend etwas zu sehen. Bei meiner armen Seele, Freunde, die Schlange war wieder da, immer im gleichen Schritt hinter mir, vielleicht sogar sich etwas nähernd. Das schlug alles, was ich je gehört hatte. Ich war zwar noch immer nicht erschreckt, aber ich trieb doch meine Stute an, wobei ich mich umsab, was die Kanaille jetzt tun werde. Die ersten paar Ausgriffe meines Pferdes trugen mich wohl von ihr weg, und ich war eben im Begriff, die Hand zu schwenken und ihr zu sagen: Strapaziere dich nicht so arg, ich kann nicht auf dich warten, und nie soll ein Tropfen Whisky mehr in meine Kehle kommen, und ich will ewig verdammt sein, wenn ich nicht sah, daß die Schlange jetzt ihren Schwanz in die Luft hinaufbog, ihren Sals nach rückwärts drehte, die Spitze des Schwanzes in den Mund nahm und so hinter mir daherrollte; denkt euch nur um alles in der Welt, wie die Reifen, welche die Kinder treiben. Ihr könnt euch vorstellen, daß ich erstarrt war. Freunde, ich begann mich ganz elend zu fühlen und fürchtete nun beinahe wirklich, daß es mir nie gelingen würde, diesem elenden Gewürm zu entrinnen. Abermals drückte ich meinem Pferde die Sporen in die Seiten, aber so schnell ich dahinflog, die Schlange flog noch schneller. Das Pferd war mit Schaum bedeckt, die Hügel, das Gras, die Landstraße schienen an mir vorbeizufliegen, aber immer noch kam der schwarze rollende Reifen hinter mir her. Ich sprengte über die Brücke von Maritzburg und raste durch die Straßen. Ich konnte sehen, wie die Leute alle wie toll in die Säuser rannten und Türen und Fenster verschlossen. Sie hatten die Mamba mir folgen sehen. Einige stiegen auf die Dächer, um einen besseren Anblick der Jagd zu haben, und ich hörte Wetten auf die Schlange abschließen. Wie ein Blitz flog ich dahin; die Mamba, die genug Sport getrieben zu haben glaubte, gewann mehr und mehr an Terrain und plante augenscheinlich Böses. Auf einmal rief mir eine Stimme zu:„ Nehmt eine scharfe Ecke, Ihr Narr, es ist der einzige Ausweg!" Freunde, das Wort war eine Erlösung. Ich riß mein Pferd mit aller Kraft herum und bog in die nächste Querstraße ein. Die Mamba, welche sah, daß ich ihr entwischen mußte, streckte sich gerade aus und tat einen Sprung, aber sie fiel zu kurz und bloß einige Schwanzhaare meines Pferdes erhaschte sie noch. Jch ritt nun dabin, die Straßen durchkreuzend, und erst als sich die Schlange nicht mehr zeigte, kehrte ich um. ff! Es wird mir jetzt noch heiß, wenn ich daran denke." Wir blieben still bei Beendigung dieser seltsamen Geschichte, und Jim Forster blickte umber mit herausforderndem Auge. Dick D'Flicher übernahm es, die Anerkennung der Gesellschaft zu äußern. Nachdem er den letzten Rest des noch vorhandenen Branntweins in seine unergründliche Kehle gegossen, schwenkte er die Hand graziös gegen den Einäugigen und sagte:„ Es scheint, daß mir die Pflicht überlassen bleibt, im Namen der sebr ehrenwerten Gesellschaft den Dank auszudrücken. Sehr interessante Geschichte, bei St. Patrick, sehr interessant, fast wunderbar." , Eine sonderbare Geschichte, nicht wahr?" fragte Jim lauernd. Klingt ein wenig unglaublich? Kaltuliere, daß ihr sie so findet."" Allerdings," sagte einer, sie flingt ein wenig unglaublich, beinahe. Dennoch ist sie wahr," sagte Jim, so wahr als ein Evangelium, jedes Wort davon; hoffe, daß keiner von euch denken wird, ich hätte gelogen." " O nein, sicher nicht!" " Weil," fuhr er unbeirrt fort, wenn irgendeiner von euch so dächte und dies vielleicht auch äußern möchte, er es nur ungestört tun soll. Wir könnten dann bald sehen, auf weffen Seite das Recht steht." Bei diesen Worten begann er seine Semdärmel aufzuftreifen und zeigte ein paar braune, muskulöse Arme. Wir alle waren fest überzeugt, daß Jim niederträchtig gelogen hatte, aber sollten wir riskieren, uns durch den notorischen Raufbold in den Zustand seiner Einäugigkeit versetzen zu lassen, bloß für die Genugtuung, ihm das zu sagen? Es fiel das niemand ein. Wir überließen Jim seinen Triumph und begaben uns zur Nachtrube in unsere Zelte. B. Schidlof. V Eine Fahrt auf der Elbe. Eine Fahrt auf der Elbe. om deutschen Rhein fünden tausend Sagen und Lieder, der Ruhm der Elbe ist nicht im gleichen Maße in die Herzen aller Deutschen eingedrungen. Und doch bergen auch ihre Ufer Schätze an Schönheit, doch schlingt sich auch um sie ein Kranz aus Sage und Geschichte. Ich bin selbst ein Sohn des Rheins, und alle seligen Erinnerungen der Jugend werden in mir wach, wenn ich seiner leuchtenden Schönheit gedenke. Aber ich möchte doch einmal für die Elbe eine Lanze brechen und betonen, daß sie sich nicht zu bescheiden im Hintergrunde zu bergen braucht. Tausende grüßen ihre Quelle im Riesengebirge, das fleine Bächlein, das hell aus der Bergwiese hervorsprudelt Nur wenige hundert Schritt fann es den Lauf nach eigener Lust verfolgen. Dann, wie es sich übermütig von der Höhe schäumend ins Tal zwischen die stattlichen Tannen stürzen will, sperren Menschenhände es in Schranken. Der Reisende, der in wenigen Stunden vom Fuße des Riesengebirges sich vom Dampfroß nach Dresden führen läßt, sieht den munteren Bergbach als statt lichen, breit und etwas träg dahinflutenden Gesellen wieder, der auf seinem Rücken gewaltige Lasten schleppt. Viele Ausflügler fennen den Strom von einem turzen Abstecher nach der Säch. sischen Schweiz, durch die er von Böhmen hergezogen kommt. Aber wie genußreich die Dampferfahrt von Dresden über die Sächsische Schweiz hinaus ins Böhmische Mittelgebirge ist, wissen noch recht wenige. Die Sächsisch- Böhmische Dampfschiffahrts- Gesell. schaft, die im Juli dieses Jahres auf ihr 75jähriges Be stehen zurückblicken konnte, hat von Dresden aus einen Dampferverkehr eingerichtet, der stromabwärts an den anmutigen Hängen der Lößnißberge vorbei über Meißen und Riesa bis Mühlberg führt, stromauf bis nach Leitmeritz in Böhmen. Die Fahrten auf den Dampfern sind in jeder Beziehung ein Genuß. Gleich die Ausfahrt, die man am Fuße der weltberühmten Belvedere antritt, gibt den Blick auf ein reizendes Panorama frei. Am rechten ülfer dehnt sich die Altstadt hin, während links hinter den Prachtbauten der Ministerien der Höhenzug beginnt, der sich zum Weißen Sirsch, dem berühmten Luftfurort, hinaufzieht, und weiterhin bei Pillnig im Porsberg seine höchste Erhebung erreicht. Besonders im hellen Sonnenlicht bieten die villengekrönten Höhen mit ihren sorgfältig ge pflegten Parts ein malerisches Bild. An den drei hochragenden Königsschlössern vorbei gelangt man in halbstündiger Fahrt nach Blasewis, das durch eine höchst eigenartige Brücke, das so. genannte blaue Wunder, mit dem gegenüberliegenden Loschwit verbunden ist. Sier sieht man links auf halber Höhe das Haus, in dem einst Körners Vater wohnte und Schiller als Gast in den Jahren 1785-87 den„ Don Carlos" schrieb. Auch in Blasewitz erinnert der an der Dampferhaltestelle gelegene Schillergarten an des Dichters Aufenthalt, während das jetzt noch eristierende Restaurant, in dem einst die berühmt gewordene Gustel tätig war, weiter im Orte liegt und vom Dampfer aus nicht sichtbar ist. An Wachnitz vorbei, wo ein fönigliches Schloß inmitten von Reben von der Höhe herabwinkt, gelangt das Schiff nach Pillnig, wo wieder unmittelbar am Wasser der langgestreckte Bau eines Wettiner Schlosses sich binziebt. Auf der weiteren Fahrt bis Pirna fallen rechts die zahlreichen Riesenschlote der Papier- und Zelluloſefabriken in und bei Heidenau auf. Pirna selbst ist ein hübsches altes Städtchen, das von einem alten Schlosse, dem Sonnenstein, überragt wird, in dem sich jetzt eine Zrrenanstalt befindet. Unmittelbar hinter Pirna beginnen auf beiden Seiten die Höhenzüge des Elbsandsteingebirges sich zu türmen. Nackte Felswände und table Steinbruchbalden wechseln ab mit grünen Wiesenhängen und waldigen Berglehnen. Zwischen Weblen und Rathen springt hart wie die Lorelei die Bastei an den Strom vor, ein seltsames Felsgebilde, das von Rathen her auf einer Treppe, von Wehlen her, sehr bequem, selbst in Gefährten, erstiegen werden kann und einen wundervollen Fernblick bietet. Aber schon taucht vor uns das wuchtige Felsmassiv des Herrnskretschen an der Elbe. Berlin, de Arbeiter u Memtern Diese drei versicherun und Spru für Arbeit ter. Für ficherungsd betriebe 3wedmaß Karl Wa Ober- Dile wirtschaft verbandes born weg 4. 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