Schatt sucht für Die Stelling e Persönlic t. Diskretion Rudolf Mo eln Madhuahu banan. ppelwagen erspart. e .ב homasmehl äcken, mit ehen. Fern Offarks ernmarkenen an unsere Arbeiten billigster ( 179) 22. Dusen sollten nur ei häshster Fabrikanten weltberühmten a Perer Mt. Mehr öglicht m. Be sburg, Lotharf erböse Krant iche ibung berg Cochentagen altungsbüro tentipeden ermin: or Mittag Gult 1911. Der Alinit cantheiten be in Gießen ( 174) Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oiertelfährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr.- Erscheint Mittags 3 Uhr. Die Juftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bet. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 133. - - Telephon: Nr. 362. der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei- Amfes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag, den 9. Juni 1911. | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Die neue Reichsversicherungsordnung.| amtsaspiranten Heinrich Kraus ha ar aus Rödgen, hier eingetroffen. Am Mittwoch zelebrierte er bei dem * Uebertragen wurde am 1. Juni dem Schul- bei der russischen Gesandtschaft, Exz. v. Mal ẞze w ist haar Festgottesdienste, der zu Ehren des Geburtstages der Kreis Gießen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Trais- Horloff. Kaiserin von Rußland abgehalten wurde, die Messe. Unkündbar angestellt wurde der Bahnmeister Konrad Rahn zu Nid da. der Nachdem nunmehr die Reichsversicherungsreform unter Dach und Fach gebracht worden ist, ersteht die Frage, wann sie wohl in Kraft treten wird. Hierüber ist nämlich im Gesetz kein bestimmter Termin vorgesehen, vielmehr bleibt dies faiserlicher Verordnung überlassen, sei es das ganze Gesetz oder einzelne Teile, die in Frage kommen; nur für die Hinterbliebenen ist die gesetzliche Bestimmung getroffen, daß sie mit dem 1. Januar nächsten Jahres zur Durchführung zu gelangen hat. Es liegt auf der Hand, daß eine so schwierige und umfangreiche Neuregelung nicht von heute auf morgen in Kraft treten kann, denn es handelt sich hierbei zu einem großen Teile um eine völlige Umänderung der Versicherungsbehörden, um die Schaffung der Versicherungsämter und höhere Instanzen, deren Einrichtung übrigens Sache der Landesregierung ist. Für all das sind umfangreiche Vorarbeiten zu treffen, insonderheit für Neuorganisationen des Krankenkassenwesens. Hierfür müssen überdies im kommenden Etat die erforderlichen Mittel eingestellt werden, zumal auch eine ganze Reihe neuer Beamtenstellen geschaffen werden soll. Dazu kommt noch eine Anzahl anderer Arbeiten, welche die Neuregelung Dinge notwendig gemacht hat. So muß der Bundesrat für die in der Krankenversicherung nunmehr einzubeziehenden Kreise, insbesondere für die Hausgewerbetreibenden die allgemeinen Versicherungsbedingungen feststellen, und es liegt auf der Hand, daß hierbei noch eine ganze Reihe schwieriger Fragen der Lösung harrt, da es sich hier um ein Gebiet handelt, auf dem man bisher noch keine oder nur wenig sozialpolitische Er= fahrungen gesammelt hat. Des weiteren bringt die Versicherungsreform für die Krankenkassen die Notwendig feit der Schaffung eines neuen Normalstatutes, worauf all die zahlreichen Krankenkassen ihre bisherigen Sazzungen abändern müssen. Hierzu ist nun aber wiederum die Genehmigung der Verwaltungsbehörde vorgeschrieben, der damit eine Fülle der Arbeit erwächst, die sie nicht so schnell wird bewältigen können. Wenn all die erwähnten Vorarbeiten getroffen und beendet sind, ist es möglich, die neuen Bestimmungen der Krankenkassen in Geltung treten zu lassen. Es ist daher wohl nicht zuviel gesagt, wenn man meint, daß ungefähr ein Jahr in das Land gehen wird, bis die neuen Bestimmungen in Kraft treten; das früheste wäre der erste April, wenn das neue Etatsjahr beginnt. Es ist wohl kaum anzunehmen, daß man bis dahin fertig sein wird, und so spricht vieles dafür, daß man bis zum ersten Juli, wenn nicht gar ersten Oktober nächsten Jahres zu warten haben wird, bis die neue Reichsversicherungsordnung in Kraft tritt. Zu wünschen, wäre, daß man für alle Zweige den Termin einheitlich festsetzt, auch für die noch ausstehende Versicherung der Privatangestellten. Aus Stadt und Land. Die hohen Herrschaften treffen voraussichtlich zwischen 3 und 4 Uhr im Automobil von Darmstadt hier ein. In Friedberg, wo die baulichen Veränderungen des Schlosses besichtigt wurden, wurde längere 3eit Rast gemacht. Ein offizieller Empfang des Großher30gpaares findet nicht statt. Die kirchlich positive Vereinigung gedenkt am 15. Juni in der Herberge eine Versammlung abzuhalten, auf der Pfarrer Ausfeld einen Vortrag über Religionsunterricht halten wird. * Der Senat der freien Stadt Lübeck hat verfügt, daß die erste juristische Prüfung auch vor der Prüfungskommission bei der Landesuniver= ität in Gießen abgelegt werden kann. Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung ist an den Lübeckischen Senat zu richten. * Das Museum im alten Schloß ist während der Anwesenheit des Großherzogs und der Großherzogin geschlossen. " Regatta. Die Meldungen zu der Sonntag, 11. Juni, hier stattfindenden 16. Regatta verteilen sich auf die einzelnen Rennen( die Reihenfolge entspricht der Startnummer) wie folgt: 1. Begrüßungsvierer: Gießener„ Hassia", Kasteler„ Germania", Mainzer Fortuna", Offenbacher„ Germania", Frankfurter„ Borussia". 2. Junior Einer: Frankfurter„ Alemannia"( S. Gugler), Gießener„ Hassia"( F. Schüßler). 3. Anfänger Vierer: Mainzer Klub 1903, Frankfurter Amicitia", Gießener„ Hassia", Kasteler „ Germania". Preis der Stadt Gießen ( Vierer): Frankfurter„ Amicitia", Gießener„ Hassia", Frankfurter Borussia". 5. Junior- Vierer: Limburger R.-K. 1907, Mainzer Kl. 1903, Gießener Sassia". 6. Verbandspreis( Vierer): GieBener Hassia", Offenbacher Germania", Frankfurter " Amicitia", Mainzer Fortuna".- 7. Lahnpokal ( Einer): Frankfurter„ Alemannia"( K. Gugler), Gießener„ Hassia"( K. Jödt), Frankfurter„ Amicitia"( E. Bechtolf). 8. Dritte Vierer: Gießener„ Hassia" 2 Boote. 9. Ermunterungsvierer: Limburger R.-Kl. 1907, Mainzer Kl. 1903, Gießener„ Hassia". Prinz Heinrich- Preis( Erster Achter): GieBener„ Hassia", Frankfurter„ Amicitia", Offenbacher , Germania". Für 1, 3, 6, 7 und 10 sind von vormittags 8 Uhr ab Vorrennen. = Prinz Heinrich Fahrt. Der Start zur diesjährigen Prinz Heinrich- Fahrt, die wie wir bereits mitteilten auch durch den Kreis Wetzlar führt, ist nunmehr definitiv auf den 5. Juli, morgens 7 Uhr, festgesetzt. Die Abfahrt erfolgt von der Kaiser Friedrich- Promenade in Homburg. handelt. Man einigte sich auf die folgende Entschließung: * Aus dem Vogelsberg. In Rebges= hain wurde der seitherige Bürgermeister Rausch, der schon 27 Jahre seines Amtes waltet, einstimmig wiedergewählt. Der 73jährige Bürgermeister Nikolaus Obenhack 1. m Hartershausen wurde zum drittenmal einstimmig wiedergewählt. - -sch Erda, 9. Juni. Am 18. Juni wird hier ein Missionsfest abgehalten. Die Festpredigt hält Pfarrer Duckhaus- Essen- Ruhr. Bei der Festversammlung, die am Nachmittage stattfindet, werden Pfarrer Duckhaus, Missionar Vömel- China und Pfarrer VömelRodheim Ansprachen halten. Tagen eine barmherzige Schwester aus der Kongrega-m- Limburg, 9. Juni. In E13 wird seit acht tion der Armen Dienstmägde Christi vermißt. Wie sich jetzt herausgestellt hat, war die Schwester in einem Schreiben an das Mutterhaus in Dernbach sittlicher Verterzeichnet mit dem Namen des Bürgermeister- Stellverfehlungen beschuldigt worden. Das Schreiben war untreters und dem eines Gemeindevertreters. Beide Herren wissen jedoch von dem Schreiben nichts. Man hat bisher den Schreiber noch nicht feststellen können. Man glaubt, daß die Schwester sich das Leben genommen hat. =)(= Hartenrod, 9. Juni. Der Wunderdoktor Dikomeit, der im vorigen Jahr wegen falscher Behandlung zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt worden war, wird am 17. Juni aus dem Gefängnis entlassen. Zum Empfang des Wunderdoktors hat sich ein Komitee gebildet, das alle Vorarbeiten zu dem pfang erledigt. Das Heilinstitut wird unter der Leitung eines praktischen Arztes sofort wieder eröffnet. * Em= jährlich da hier stattfindenden akademischen Marburg, 9. Juni. Heute nehmen die allFestspiele ihren Anfang. Für die diesjährigen Aufführungen sind Stücke von Lessing, Hebbel, Echegaray, Calderon de la Barca, Jbsen und Kotzebue vorgesehen. *) Marburg, 9. Juni. In Wehr da begingen die Interessenten des Gemeindewaldes am Pfingstmontag das alle sechs Jahre wiederkehrende Grenz= begangsfest. Die Feier bestand im Abgehen der Gemarkungsgrenze mit anschließendem gemütlichen Zusammensein. * Marburg, 9. Juni. Auf dem Gläubigertermin, der in der Konkurssache des hiesigen Konsumvereins stattfand, wurde mitgeteilt, daß die Ueberschuldung 19 827 Mart beträgt. Mit dem Einziehen der Haft= summe von 30 Mark von den rund 600 Mitgliedern soll jetzt begonnen werden. * Frankfurt, 9. Juni. Am Mittwoch wurde bei einem aus der Gegend von Hannover im hiesigen Viehhof an der Rampe ausgeladenen Doppelwaggon mit Schweinen die Maul- und Klauenseuche festgestellt. In dem Waggon befanden sich etwa 80 Tiere, die sofort abgeschlachtet wurden. Der Viehhof wurde für Bestimmungen des Beobachtungsgebietes. Als verdächSchweine und Kälber gesperrt; für Großvieh gelten die tig famen noch etwa 500 Tiere in Betracht, die Mittwoch und Donnerstag abgeschlachtet wurden. =)(= Gelnhausen, 9. Juni. Ein Kommando des in Hanau garnisonierenden Eisenbahnregiments Nr. 3, and 50 Die Verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte, Siz Frankfurt a. M., denen auch der hiesige kaufm. Verein für weibl. Angestellte angehört, hielten am 24. und 25. Mai ihre Hauptversammlung in Dresden ab, zu der aus allen Teilen Deutschlands Vertreterinnen erschienen Gießen, den 9. Juni. waren. In geschlossener Sitzung wurde außer interZur Ankunft des Großherzogpaares. ner Angelegenheiten die Pensionsversicherungsfrage be Die Stadt prangt zu Ehren der erlauchten Gäste " Die Stellungnahme des Entwurfes gegenüber den weibim reichen Flaggenschmuck. Noch liegt der schlichte Baulichen Privatangestellten ist eine unbefriedigende. Trotzam Brandplatz in vornehmer Ruhe da; aber in wenidem diese die gleichen Beiträge wie die Männer entrichgen Stunden wird sich hier ein reges Leben und Treiten müssen, erhalten sie nicht gleichwertige Leistungen. ben entfalten. Die ihnen gewährten Sonderentschädigungen sind kein genügender Ausgleich für die ihnen zu Gunsten der Witwenversorgung auferlegte höhere Belastung. Daher for dern die„ Verbündeten Vereine": nach dem Tode einer versicherten Person ist Hinterbliebenen- Rente zu zahlen 1. an den überlebenden erwerbsunfähigen Ehegatten, 2. an die hinterlassenen Kinder unter 18 Jahren, 3. falls Hinterbliebene zu 1. und 2. nicht vorhanden sind, an Eltern, wenn die versicherte Person deren Ernährer war. Ferner verlangen sie: 1. feine weitere Erhöhung der Beiträge, die der Entwurf vorsieht, 2. Erweiterung der Selbstverwaltung, 3. Wählbarkeit der Frauen allen Organen der Reichsversicherungsanstalt." Diese Entschließung wurde dem Vorstande überwiesen, um als Material für eine Eingabe zu dienen, die demnächst dem Reichstage zugestellt werden soll. Inbezug auf das Entgegen den vielfach zirkulierenden Gerüchten, Fortbildungsschulgesetz schloß man sich der Eingabe der Verbündeten an, die fordert: Ausdehnung des staatl. gibt die Firma Henkel u. Co., Düsseldorf, Fabrikanten des Wasch- und Bleichmittels„ Persil" sowie„ He n= Fortbildungsschulzwanges auf die kaufm. täfige weibliche Jugend, Festlegung als Hauptzweck der Fortbil- fels Bleichsoda" bekannt, daß durch das kürzdungsschule die fachgewerbliche Ausbildung, Ausschal- liche Großfeuer in Düsseldorf nicht sie, sondern eine antung des Religionsunterrichts aus der Fortbildungs= Die Verbündeten umfassen nach dem Jahresschule. bericht jetzt 48 Vereine mit über 17 000 Mitglieder. Bad Nauheim, 9. Juni. Der Erzpriester Es ist ein ganz besonderer Grund, der das Großherzogspaar diesmal zu einem längeren Aufenthalte nach hier führt: die praktische soziale Fürsorge für arme Lungenkranke, wahrlich ein edles Dokument von der hohen Auffassung des Fürstenberufes. Mögen die Gaben reichlich fließen! Dem Großherzogspaare aber rufen wir ein herzliches Willkommen in Gießen zu! * Nachdem kürzlich die theologische Fakul tät sich in einer Eingabe an den Großherzog gegen die Vorwürfe der Kirchlich- positiven Vereinigung in Hes sen gewehrt hat, ergreift jetzt diese abermals das Wort, um die Fakultät zurück zu weisen. Sie veröffentlicht nämlich in Nr. 23 ihres Korrespondenz blat tes" einen sehr ausführlich gehaltenen Offenen Brief an die hochwürdige„ Theologische Fakultät in Gießen", in dem sie zu deren Eingabe Stellung nimmt. - zu bestehend aus 2 Offizieren, 6 Unteroffizieren Monn, wurde nunmehr auch auf ergangenes Verlangen nad) hier beordert, um auch dort bei den umfangreichen Aufräumungsarbeiten in Gehöften und Feldern, die durch das vor kurzem dort niedergegangene wolkenbruchartige Unwetter notwendig geworden sind, mitzuhelfen. Vom Landrat ist bereits im Namen des Kreisausschusses ein Aufruf zu einer allgemeinen Sammlung für die Geschädigten erlassen worden. Betroffen sind von dem Unwetter in unserem Kreise zwölf Gemeinden, außerdem noch einige Gemeinden des Kreises Büdingen. * dere Firma ähnlichen Namens betroffen wurde. Der gesamte Betrieb der Firma Henkel u. Co. geht nach wie vor glatt vonstatten. Frankreich und die deutschen Unternehmungen in Marokko. Die Meldung, daß eine Expedition des MannesmannWyndikats nach der Besetzung von Debdu durch französische Truppen von der französischen Militärbehörde aus ge= wiesen worden sei, wird von der Vertretung der Gebritder Mannesmann bestätigt. Die Gebrüder Mannesmann haben die deutsche Regterung von dem Vorgehen der franzöfischen Behörde verständigt und die deutsche Regierung hat, wie wir hören, die Gesandtschaft in Tanger beauftragt, Erhebungen über die Vorgänge zu veranstalten und ihr Ergebnis nach Berlin zu berichten. Dieser Bericht ist im Augenblick noch nicht eingetroffen. Welche Gründe die französische Militärverwaltung zu ihrem Vorgehen bewo gen haben, läßt sich bis jetzt noch nicht erkennen. Man wird nähere Berichte abwarten müssen, um sich ein endgültiges Urteil zu gestatten. Die Tatsache des Aufenthaltsverbots scheint festzustehen. Selbst wenn es den Franzosen gelingen sollte, einen der üblichen Vorwände für die Maßnahme aufzutreiben, wie z. B. die Verantwortung für das Leben und die Sicherheit der Expeditionsteilnehmer, so ergibt sich doch immer mehr, daß es auf die Dauer nicht durchführbar fein wird, bet andauernder französischer Besetzung des Landes praktisch die offene Tür für wirtschaftliche Unternehmungen anderer Nationen zu erhalten. Man muß bedenken, daß der letzte Vorgang nicht vereinzelt ist, sondern nur ein Glted in der Kette von Schttanen jeder Art, denen deutsche Handels- und Gewerbetreibende in Marokko ausgesetzt sind. Nach dem Vorgehen der deutschen Regterung darf man wohl hoffen, daß diefe, sobald sie sich die nötigen Unterlagen verschafft hat, mit Nachdruck für die deutschen Intereffen eintreten wird. Ein Urteil über den Reichskanzler. Versen Samain verherrlichen und worin es heißt: 3it tert Tyrannen, und du, Kaiser! Unser Haß ist unauslöschlich!" Ein französisch- schweizerischer Schiedsgerichtsvertrag? Aus Bern wird gemeldet: Die französische Regierung hat beim Bundesrat den Abschluß eines Vertrages zwischen der Schweiz und Frankreich angeregt, nach dem alle zwischen den beiden Staaten entstandenen Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht zu erledigen wären. Die Kommission des Ständerats bemerkt hierzu: Es frage sich, ob das Völkerrecht heute schon so ausgebaut sei, um den vertragschließenden Staaten zu gestatten, ohne Beeinträchtigung ihrer Integrität sich vorbehaltlos auf eine schiedsgerichtliche Erledigung aller ihrer Zwiste einzulassen. Auch die Vollziehung der Schiedssprüche biete Schwierigkeiten. Tod eines früheren französischen Ministerpräsidenten. Der frühere Ministerpräsident Rouvier ist gestern nachmittag in Paris im 70. Lebensjahre gestorben. Im Jahre 1887 wurde er Ministerpräsident, trat aber bald wieder zurück. Die Jahre 1889 bis 1892, sowie 1902 bis 1905 sahen ihn als Finanzminister. 1905 bis 1906 war er wieder Ministerpräsident, übernahm auch das Ministerium des Aeußern, schloß mit Deutschland ein Marokkoabkommen und setzte am 3. Juli 1905 das Gesetz betreffend Trennung von Staat und Kirche durch, trat aber wegen dessen übereilter Durchführung am 6. März 1906 zurüd. der geifteskranke Stellmacher Pölle aus Kray festgenommen, der die Tat auch eingestanden hat. Ein Versuch zur Beilegung des französischen Winzerfonflikts. Der Präsident der Republik hat ein dem Beschlusse des Staatsrats gemäß abgefaßtes Defret über die Abgrenzung der Champagne unterzeichnet. Die Regierung beabsichtigt, eine Gesegesvorlage einzubringen, durch die den Besitzern von Weinbergen oder den Weinbausyndikaten, die sich durch die neuen Abgrenzungen in ihren erworbenen Besitzrechten geschädigt fühlen, Entschädigungsflagen vor den Gerichtshöfen gestattet sein sollen. In einem längeren Arteikel in der Pfingstnummer der N. Fr. Pr." gibt der berühmte Nationalökonom Professor Gustav v. Schmoller eine Würdigung der Persönlichfeit Herrn v. Bethmann Hollwegs im Rahmen einer Betrachtung der inneren Lage des Reiches. Professor v. Schmoller urteilt im allgemeinen recht günstig über den gegenwärtigen Reichskanzler. Er schreibt unter anderem: Bethmann ist der erste Reichskanzler und, mit Ausnahme Manteuffels( 1850 bis 1857), der erste preußische konftitutionelle Ministerpräsident, der der inneren Verwaltung entstammt. Er kann daher nicht dieselbe Kenntnis anderer Staaten haben, wie sie sein Vorgänger besaß; er überläßt die auswärtige Politik im ganzen mehr als dieser seinem Staatssekretär des Auswärtigen, v. Kiderlen Wächter. Bethmann steht durch Erziehung, Karriere, Verwandtschaft der ostdeutschen Grundaristokratie näher als Bülow. Auch seine wichtigste Charaktereigenschaft, vorsichtiges, ern stes Abwägen vor allem Handeln, hält ihn mehr und sicherer in hergebrachten Bahnen als jenen. Dafür sind seine staatsrechtliche und staatswissenschaftliche Bildung, seine große Diensterfahrung in der Verwaltung natürlich größer als die Bülows. Er ist Fachmann der inneren Politik, er ist zum Gesetzgeber geschaffen. Die Kehrseite seiner Gesetzgebungstätigkeit liegt darin, daß er als Fachspezialist mehr wie als Volkspsychologe seine Aufgaben anfaßt. Er hat vielleicht nicht so viel Wirklichkeitssinn, nicht so starfes Empfinden für Volksseele und öffentliche Stimmung, wie es Bülow besaß; er mißt bei seinen Entwürfen nicht so ab, wie sie wirken, wie sie verstanden werden. Sein preußisches Wahlgesetz fiel, weil es zu künstlich war, zu ungewohnte Dinge vorschlug. deren Erfassen, deren Verständnis den Parteien und der öffentlichen Meinung nicht gelang; selbst die, auf deren Zustimmung er gehofft, versagten vielfach." Im allgemeinen rät Schmoller, auch hier das Urtetl der Geschichte abzuwarten. Rundschau vom Cage. Politisches. Ein Salzsäureattentat auf einen Schuhmann wurde gestern früh in Berlin in der Ruppinerstraße verübt, als der Beamte einen Bierzapfer zum Antritt einer über ihn ver hängten Haftstrafe abholen wollte. Der Beamte ist im Gesicht schwer verbrannt und mußte ins Krankenhaus transportiert werden. Der Täter wurde verhaftet. 550 Schweine verbrannt. Ein furchtbarer Brand suchte gestern die Beckersche Schweinemästeret in Calbe a. S. Heim. 200 Schweine kamen in den Flammen um, weitere 200 mußten wegen der erlittenen Brandwunden totgeschlagen und der Abdeckerei überwiesen werden. 150 Schweine wer den noch vermißt und sind wahrscheinlich verbrannt. Fer ner wurden mehrere tausend Zentner Futtervorräte ver nichtet. Streifansschreitungen. Bei dem Streik der Lederarbet ter in Elmshorn in Holstein fam es gestern zu Zusammen stößen mit der Polizei. Es wurden Schüffe abgegeben und Steine geworfen. Der türkische Sultan in Saloniti. Der Sultan ist gestern nachmittag an Bord des Panzerschiffes„ Haireddin Barbarossa", dem das ganze Geschwader folgte, in Saloniti eingetroffen. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge begrüßte begeistert die einfahrenden Schiffe. Der Sultan blieb gestern an Bord des Kriegsschiffes und begibt fich erst heute nach dem Konak. Der Aufstand in Albanien. Der Angriff der Arnauten auf Alessio wurde von tausend Mann ausgeführt, die nur zur Hälfte gut bewaffnet waren, der Rest führte Dolche, Hacken und Revolver mit. Torgut Schewket Pascha fonnte bis jetzt nur zwei Bataillone in die gefährdete Gegend senden. Im Wilajet Stutari haben die Aufständischen durch Niederbrennen von Kasernen und Wachhäusern bis jetzt einen Schaden von über 20 000 türkischen Pfund angerichtet. Die Nordlandsreise des Kaisers wird nach den bisherigen Anordnungen im Juni auf den Kieler Regattatagen thren Anfang nehmen und bis 3. August dauern. Der Katser beabsichtigt nach der Rückkehr von der Nordlandsreise den im Anfang August in Altengrabow stattfindenden Kavallerieeyerzieren der Gardefavallerie beizuwohnen und alsdann in Wilhelmshöhe Wohnung zu nehmen. Die Kais Sermanöver sind auf den 11. bis 14. September festgesetzt, denen sich am 16. September eine Festungsübung bei Thorn anschließt, an welcher der Kaiser teilnehmen wird. Eine süddeutsche Klassenlotterie. Nach einer Münche ner Meldung der Berl. Morgenp. will Bayern in Gemeinschaft mit Baden und Württemberg eine Konkurrenz für die preußische Klassenlotterie schaffen und eine eigene Klassenlotterie gründen. Der bayerische Landtag wird sich demnächst mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen haben. # ale in an ereignet denen d untundi Orten t Den Tod der Bad aus Par etwa fed Aleine her ertr Jehn Ja fünfzehn Aus Ber Frauens hinausge Cine Frankrei fenbahnb für die verfchwar fung bef nach eine lang; hie tete eine preßzug verfuchte los, und Ein tareft e zu ärge menade Bräutig einen R Dann it es fel if wenig G Ser Stra nicht ang gleichfalls für ihn d leber erft vor gefallen fi Unfall bei einer Beerdigung. Bet der Beerdigung et nes Angehörigen eines Kriegervereins in Waldenburg ent lud sich gestern bei der Abgabe der üblichen Ehrensalve vorzeitig ein Böller. Dret Mitglieder des Vereins erlitten schwere Verlegungen. Eisenbahnunfall. Bet der Einfahrt des Berliner Schnellzuges in den Staatsbahnhof zu Triest fuhr dte Lo tomotive mit voller Wucht auf den Prellbock, so daß dieser zertrümmert und die Maschine beschädigt wurde. Etwa zwölf Reisende und ein Schaffner erlitten leichte Verlezungen. Roosevelt fandidiert nicht. Im Freundeskreise des Präsidenten Taft erklärt man, daß Roosevelt endgültig auf eine Kandidatur bei den kommenden Präsidentschaftswahlen verzichtet hat. Er wird weiterhin am politischen Leben Nordamerikas regen Anteil nehmen, strebt aber, wie er dem Präsidenten Taft mittetlen ließ, nicht wieder nach der höchsten, vom nordamerikanischen Volk zu vergebenden politischen Würde. Ein Lothringischer„ Märtyrer". In Frankreich ist für Samain, den Vorsitzenden der in Meg aufgelösten Lorraine Sportive, eine Sammlung veranstaltet worden, die angeblich 50 000 Francs ergab. An den Pfingstfeiertagen wurden französische Flugschriften verteilt, die in dürftigen 25) 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.) VIII. Ein geständiger Mörder. Der Geschirrführer Jakob Saller in Erfurt, der am zwetten Pfingstfeiertage seine Che frau ermordet hatte, stellte sich gestern früh der Polizei. Er hatte vorher versucht, seinem Leben ein Ende zu machen. Vom elektrischen Strom getötet. Bei Sevilla sah der 15jährige Franzisko Portillo auf der Landstraße einen wil den Stter auf sich zukommen. In seiner Todesangst erKletterte der Knabe eine Stange der elektrischen Leitung, wurde vom Strom erfaßt und getötet. Eine Verschwörung gegen den Mitado? Wie ein Telegramm des New York Herald aus Tokio berichtet, ist in Nagoya ein großes Dynamitlager entdeckt worden. Die beiden Besitzer des Hauses wurden verhaftet, da sie mit dem im Oktober vorigen Jahres entdedten Komplott_ge= gen den Mikado in Verbindung gestanden haben sollen. Man befürchtet eine neue Verschwörung gegen den Mikado. Es war März geworden, Ende März, und ein Frühlingsahnen ging durch die Welt. Frau Käthe war durch einen neuen Schmerz gegangen, Anfang des Monats hatte sie ihrem lieben Onkel Leberecht dte müden Augen zudrücken müssen. Kleine Basisen. Ein 57facher Mörder. In Bartzin in Rußland wurde ein Verbrecher nach der Ermordung eines Offizierbehepaa res verhaftet. Der Mörder gestand, 57 Mordtaten vollführt zu haben. Tödlicher Absturz in der Sächsischen Schweiz. Bet Et land in der Sächsischen Schwetz stürzte der taubstumme Dresdner Tourist Richter ab. Er war sofort tot. 3wet an dere von der Herkulessäule abgestürzte Touristen sind schwer verletzt. Ein Fnhrwerk vom Schnellzug überfahren. Zwischen den Stationen Imst und Roppen in Tirol wurde gestern ein Fuhrwerk vom Schnellzug überfahren. Der Sohn des Kutschers und zwet Insassen des Wagens wurden getötet. Eine unterirdische Telegraphenleitung von Berlin nach Magdeburg. Um die in den letzten Jahren vorgekomme nen häufigen Störungen der oberirdischen Fernsprechlettungen durch Unwetter zu verhindern, ist die Auslegung yon Kabeln auf wichtigen Strecken ins Auge gefaßt worden. Zunächst ist ein Fernsprech- und Telegraphenkabel BerlinMagdeburg geplant, das später etappenweise über Hannover nach dem rheinisch- westfälischen Industrierevier verlängert werden soll. Es sind 50 Leitungspaare in Aussicht Jezt aber strahlte ihr blasses Gesicht, verklärt von einem stillen Glüde. Die Mutterfreude war bei ihr eingezogen, und mit tiefer Dankbarkeit gegen Gott hielt ste das kleine, acht Tage alte Geschöpfchen auf ihrem Schoße. Neue Aufgaben, aber auch neues Lieben hatte ihr das Kind gebracht und damit in ihr Leben ein Etwas, das ihr unendlich reizvoll erschien. genommen. Todesritt eines jungen Mediziners. In Freiburg in Baden wurde der Kandidat der Medizin Klemens Witten berg aus Effen bei einem Morgenspazterritt vom Pferd abgeworfen und eine Strecke weit geschleift. Er erfitt einen Schädelbruch und starb nach kurzer Zeit. Riefiger Waldbrand. Der Brand in den Lüthorner Tannen bei Segeberg in Schleswig- Holstein ist erneut ausgebrochen. Bisher sind über 2000 Hektar Wald und Heide vernichtet. Die Flammen bedrohen den Rest der hohen Tannenwaldungen. Ein Bad gepfändet. Des Bad Charlottenbrunn ist halb verpfändet. Ueberall hat, wie der Oberschlesische Anzeiger" schreibt, der Gerichtsvollzieher sein Siegel aufgeklebt. Die vor kurzem erst engagierte Kapelle ist wieder abgeretst. Drei Personen in der Weser ertrunken. In Minden sind in der Weser beim Baden zwei Schüler und ein Schlachtergeselle ertrunken. Ein geisteskranker Eisenbahnfrevler. Auf der Eisenbahnstrecke Kray- Südwattenscheid wurde versucht, einen Personenzug zum Entgleisen zu bringen. Als Täter wurde Vermischtes. Der Besuch des Kaiserpaares in Neustrelit. Das Kats serpaar ist, wie bereits gestern drahtlich gemeldet wurde, gestern mittag in Neustceltz zum Besuche des Großherzogs von Mecklenburg- Strelit eingetroffen. Unter dem Jubel der Bevölkerung und unter Glockengeläut fuhren die Fürst Itchkeiten zum großherzoglichen Schloß. Im ersten Wagen hatte der Kaiser mit dem Großherzog Platz genommen, während im zweiten die Kaiserin, die Großherzogin und der Erbgroßherzog folgten. In der Stadt waren zum Empfang des Kaiserpaares bereits aus dem ganzen Lande Vereine, Gilden usw. usw. zusammengekommen. Der etwa 1½ Kilometer lange Weg vom Bahnhof zum Schloß war durch Girlanden, Flaggen usw. in eine Feststraße verwan delt, auf der außer dem Militär etwa 4000 Personen Spas Iter bildeten. Um 1 Uhr begann die Galatafel, an der auch die Großherzogin- Witwe teilnahm und bei dem zwischen dem Großherzog und dem Kaiser herzliche Trinksprüche ge wechselt wurden. Nach der Tafel hielten die Fürstlichkeiten Cercle und begaben sich um 34 Uhr nach dem Schloß Hohenzierib, wo sie gegen 4 Uhr eintrafen. Sie besuchten das Sterbezimmer der Königin Luise. Nach einer Fahrt durch den Schloßgarten kehrten die hohen Herrschaften nach Neustreltz zurück. Um 5 Uhr war im großherzoglichen Schloß Tee. Nach herzlicher Verabschiedung erfolgte gegen 6 Uhr die Abfahrt des Kaiserpaares nach Berlin. ,, Nun kommts an den Tag! Betrogen bin ich, schändlich betrogen! Um alles gebracht, was ich doch schon sicher zu haben meinte! Nun kannst Du Dich gefaßt machen, daß Du bald mit dem Balg da betteln gehst! Wirst es schon fertig bekommen, bist ja nichts anderes, als eine Bettelprinzessin." Vor ihr stand ein Krug mit gelben Tazetten. Frau Amrum hatte sie ihr geschickt, weil sie diese„ Märzenbecher", wie sie daheim genannt wurden, besonders liebte. Gedankenvoll zog die junge Mutter eine Blume aus dem Strauß und fuhr damit leise letse über das Köpfchen der kleinen Schläferin.„ Ein Gruß vom Großmütterte, sie hat sich so sehr zu Dir gefreut, und zu Deiner Tauf will fte tumme," flüsterte sie über das Kind gebeugt, als ob das kleine Wesen sie verstehen könnte.„ Mein Klein Mädel, Vater war bös, daß Du nit a Jungel warst, aber ich bin froh, daß Du a Mädel bist, mein Mädel, das sin Mutterle so ganz, so ganz gehöre tut." Völlig vertieft in ihr tosendes Plaudern mit dem Kinde hatte sie die raschen Schritte auf der Treppe überhört. Die Tür wurde heftig aufgerissen, ihr Mann stürmte herein. Heller Zorn stand auf seiner Stirn und flackerte aus seinen Augen. Er stellte sich Mutter und Kind gegenüber. Julius!" schrie sie auf. Sie war feines weiteren Wortes fähig, seine Roheit berührte sie wie ein Peitschenschlag, und unwillkürlich preßte sie das Kind fest an sich, als müßte sie es gegen den eigenen Vater schützen. Der ließ sich durch den Aufschrei nicht Einhalt gebieten, sondern in blindem 3orne sprudelte er Drohungen gegen ste und den verstorbenen Onkel hervor. Ein paarmal atmete er heftig, stoßweise, während Käthe ihn verständnislos anblickte. Dann polterte er los. Die junge Frau hatte den ersten Schreck überwunden. Mit klarer, aber doch vor Aufregung bebender Stimme erklärte sie:„ Du mußt halt deutlich spreche, wennst ich Di verstehe süll." " Selbstmord einer Viernndachtzigjährigen. Durch Sturz aus dem Fenster hat die 84 Jahre alte Wittwe Pauline 3akaschewska, zu Pankow bet Berlin den Tod gesucht. Vor einiger Zeit verschwanden plötzlich 15 000 M aus der Wohnung. Als die Diebe wurden von den Kindern aus erster Ehe die Stiefgeschwister aus der letzten Ehe beschuldigt. Frau 3. nahm sich die Sache sehr zu Herzen. Ste stürzte sich aus dem Fenster hinab und starb bald darauf im Kran fenhaus an den Folgen der erlittenen Verlegungen. Sie war bis in die Lippen erbleicht und lehnte halt los im Lehnstuhle zurück.„ Also, gewußt häst, daß ich nit so arm war, wie ich selber meint, sondern daß ich mal was friegen tät," murmelte sie. ,, Gut, dann werde ich deutlich, ganz deutlich sein," antwortete er ihr und warf sich auf den Lehnstuhl, der ihr gegenüber stand. Sein Gesicht, das der Zorn gerötet hatte, trug einen finsteren, verbissenen Ausdruck. Wie Du furz vor Weihnachten vor einem Jahr in Hennigbach warst, sollte ich ja dem alten Kerl, dem Leberecht, das Käppchen hinüberbringen. Ich tats auch, denn ich mußte doch da vorbei. Als ich aber oben in seine Stube tam, fand ich ihn auf seinem Lehnstuhle ganz zusammengesunken sizen. Ein Schlaganfall war es wohl gewesen, ich sah das auf den ersten Blick. Aber noch etwas anderes entdeckte ich: vor ihm auf dem Schreibpult lagen lose Blätter. Es war sein Testament, und gerade auf der letzten Seite hatte er eben geschrieben die Hypothek von 25 Tausend Mark, die auf dem Grundstück des P. Frello in Wilmersdorf steht, vermache ich meinem Patenkinde Katharine Amrum." burger A vor 12 h nichtete. herrscht au fürchtung Die Feuer aus Alton Furcht mobilunfal bon, bei Auto- Omni republikani Miranda a fammen, d „ Meinst, ich hätte mir' ne Bettelprinzeß aufgehalt, wenn ich gedacht, daß sie eine wäre," brummte er.„ Nein, Dein hübsches Gesicht hätte mich allein nicht fangen fönnen, wenn nicht die 25 Tausend Mark dahinter gestedt hätten! Aber nun sind die futsch! Die Testamentseröff nung ist gewesen, und da kommts heraus, daß der alte Heuchler alles seinem Freunde vermacht hat." Er schlug dabei so heftig auf den Tisch, daß das Kind aus dem Schlafe fuhr und zu schreien anfing. Er hielt an und sah ihr scharf ins Gesicht. Natür lich lag mir nichts daran, daß noch andere davon wüßten," fuhr er fort,„ ich klappte das Blatt zu, und dann holte ich den Arzt." Mechanisch wiegte die junge Mutter die Kleine in den Armen, um sie zu beruhigen. Bald verstummte das Schreien denn auch, und es wurde so still im 3immer, daß man das Ticken der Uhr hörte. „ Also Du hättst mich nit zur Frau genomme, wenn Du das von der Erbschaft nit gewußt?" fragte te tonlos, ohne ihn anzusehen. Tempo ang Stelle tot. Ich hätte mich wohl gehütet, mir mit Euch eine Last ans Bein zu binden, die ich nicht durchschleppen kann," gab er ihr voll Bitterkeit zur Antwort. einer blieb, feur des P Schleudert u Das S Beamter, d Milajets be griechischen ter wie fol nicht mehr zwar nahe wahrscheinli rungen, die dürften die Pindosgebin zahllojen B betrieben; den Bergpi Righter auf Sicherheit einem Orte muten ist, f genau firie erfüllt, dan in die Näh Scheinlicher nischen Me erreichbar Vorbereitur gute Durchf auch die gl Erdbeb erfolgte gef des mehrer faserne. 70 graben. Di 180 geschätz durcheilen d für die Ver der Associa taferne furz Auch die K mehrere Be Eine zu Weißenfels Weißenfelser hochangesehe Derlangt, d müffen. Di Das war mehr, als sie ertragen konnte. Mit wan fenden Knien stand sie auf, das Kind fest im Arme. ,, Dann wärs gaut, das Kindel und ich täten Dir nit mehr als Last ans Bein hange," brachte sie mühsam hervor. ,, Das fannst Du halten, wie Du's willst," höhnte er Sie machte ein paar taumelnde Schritte vorwärts sant aber gleich darauf mit einem leisen Schrei zur Erde Ihr letztes, ehe sie die Bewußtlosigkeit völlig umfing, war noch gewesen, bei dem Falle das Kind zu schüßen, daß es nicht zu Schaden kam. ( Fortsetzung folgt.) zu Naumbu ganz Vorzüg Unhöfli Nach einem Turnertlub Ders, der mi gegen die G the hotel m des Wagens Der Demons Große Proving Ho große Seide tet nun fhe mando in 2 nierbatailla tellt. Die wo aus de wurde. Es 300 bts 400 über dreiß Den Forit eftgenomme n wurde riibt, als iber ihn te ift im nhaus trou Brand Se a. G. weitere totgeflo Schweine we brannt. Tvorräte r Lederari Bujamm bgegeben eerdigung denburg Ehrenia reins erlitte es Berlin fuhr die& so daß die urde. 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Nicht wentger als fünf Menschenleben hat der Tegeler See bet Ber in an den beiden letzten Tagen gefordert. Die Unfälle ereigneten fich fämtlich an solchen Stellen des Sees, an denen das Baden verboten ist. Obwohl des Schwimmens unfundig, wagten sich zahlreiche Personen an gefährlichen Orten ins Wasser und fünf der Unvorsichtigen sollten dabet ben Tod in ben Fluten finden. So ertrant gestern, unweit der Badeanstalt, der achtzehnjährige Kaufmann Arthur Sost aus Pankow, faft zur gleichen Beit fand ein unbekannter, etwa sechs Jahre alter Knabe den Tod im Wasser. Der Kleine hatte in der Nähe von Baumwerder gebadet. Ferner ertranken, wie schon berichtet, im Tegeler See der fiebzehn Jahre alte Schlofferlehrling Friz Schwedler, der fünfzehnjährige Mechanikerlehrling Walter Stößer, beide aus Berlin, und eine unbekannte etwa 25 Jahre alte Frauensperson, die sich weit über ihre Kräfte in den See hinausgewagt hatten. Einen furchtbaren Selbstmord hat bet Epernay in Frankreich ein zwölfjähriger Schuljunge, Sohn eines Etfenbahnbeamten, verübt. Er sollte die Aufnahmeprüfung für die höhere Bürgerschule machen. Während der Pause verschwand der Junge, der wahrscheinlich seine ZurüdwetJung befürchtete, aus der Anstalt und eilte in der Richtung nach einer nahegelegenen Ortschaft das Eisenbahngleife ent lang; hter legte er seinen Kopf auf die Schienen und wartete einen Bug ab. Jm nächsten Moment braufte ein Erpreßzug heran. Der Maschinist, der den Knaben Itegen sah, versuchte mit aller Mühe zu bremsen, es war aber erfolg los, und der Knabe wurde buchstäblich geköpft. Ein Opfer des Hosenrodes. Der Hosenrock hat in Bularest ein blutiges Opfer gefordert. Um ihren Bräutigam zu ärgern, erschien Wassilt Monroi zur Nachmittagspromenade mit dem„ modernsten" Kleidungsstück. Als ihr Bräutigam Rovanesco ste kommen sah, zog er aus Wut einen Revolver und streckte sie durch einen Schuß nieder. Dann stellte er sich selbst der Polizei. Hier erklärte er, es set ihm unmöglich, ein Mädchen zu heiraten, das„ fo wenig Scham" befize, daß es sich mit einem Hosenrock auf der Straße zeige. Einem andern dürfte Wassili aber auch nicht angehören; daher habe er sie erschossen. Er erwarte gleichfalls den Tod, und die Todesstrafe für seine Tat werde für ihn die Erlösung setr. Ueber ein Großfeuer in Blau enese bei Hamburg, wo erst vor kurzem einige Häuser Brandstiftern zum Opfer gefallen sind, wird dem Berl. 2.-A. gemeldet: In dem Hamburger Ausflugsort Blankenese brach gestern mittag kurz vor 12 Uhr ein Brand aus, der bis jetzt dret Häuser vernichtete. Fünf andere Häuser stehen in Flammen. Es herrscht augenblicklich großer Wassermangel, so daß die Befürchtung besteht, daß die ganze Ortschaft niederbrennt. Die Feuerwehren der Umgebung sowie die städtische Wehr aus Altona sind zur Hilfeleistung an Ort und Stelle. Furchtbares Automobilunglüd. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich, nach einer Meldung aus Lissabon, bei Miranda do Corvo in der Provinz Beira. Ein Auto- Omnibus mit 16 Insassen, die zu einer Feier des republikanischen Wahlsieges fahren wollten, stieß kurz vor Miranda auf der Chaussee mit einem Privatautomobil zusammen, das mit gebrochenem Steuer in wahnsinnigem Tempo angefahren fam. Fünf Personen waren auf der Stelle tot. Zehn sind lebensgefährlich verletzt und nur einer blieb, wie durch ein Wunder, unverletzt. Der Chauffeur des Privatautomobils wurde gegen einen Baum ge= schleudert und brach das Genid. Das Schicksal des Ingenieurs Richter. Ein türkischer Beamter, der früher eine hohe Funktion in den GrenzWilajets bekleidete, äußerte sich über das Schicksal des von griechischen Räubern entführten Jenaer Ingenieurs Richter wie folgt: ,, Richter befindet sich meiner Ansicht nach nicht mehr in den Bergen, sondern auf dem Meere, und zwar nahe der thessalischen Ostküste nördlich von Zagora, wahrscheinlicher aber im Jonischen Meere. Nach Erfahrungen, die wir früher mit derartigen Banden machten, dürften die Räuber ihre Beute in Eilmärschen über das Pindosgebirge und nahe dem Golf von Arta auf eine der zahllosen Barken gebracht haben, die dort Grenzschmuggel betrieben; die dortigen kleinen Wasserpiraten stehen mit den Bergpiraten seit jeher in enger Fühlung. Erst, wenn Richter auf dem Meerc und seine Entführer in vollster Sicherheit sind, wird irgend ein Mitglied der Bande von einem Orte aus, der heute auch nicht annähernd zu vermuten ist, sicher aber nicht auf türkischem Boden liegt, mit genau firierten Forderungen hervortreten. Werden diese erfüllt, dann wird man Richter auf einer Barke entweder in die Nähe von Salamvria am Salonikigolf oder wahrscheinlicher in die Gegend von Bojana an der montenegrinischen Meeresgrenze bringen und ihn dort, wo ihm Hilfe erreichbar ist, in einer Barke zurücklassen. Die glänzende Vorbereitung des Gaunerstreiches scheint mir auch eine gute Durchführung im Sinne der Unternehmer, damit aber auch die glückliche Wiederkehr Richters zu gewährleisten." Erdbebentatastrophe in Megits. Um 4 Uhr morgens erfolgte gestern in der Stadt Mexiko ein Erdbeben, welches mehrere Gebäude zerstörte, darunter die Artilleriefaserne. 70 Soldaten wurden unter den Trümmern be= graben. Die Zahl der Toten und Verwundeten wird auf 180 geschätzt. Es herrscht eine große Panif. Tausende durcheilen die Straßen; einige rufen, das ist Gottes Rache für die Vertreibung Maderos. Wie eine spätere Meldung der Associated Preß" besagt, hatte sich in der Artilleriefaserne furz vor dem Erdbeben eine Gasexplosion ereignet. Auch die Kraftstation der Straßenbahn stürzte ein, wobei mehrere Personen getötet wurden. ne Eine zugkräftige Reflame weiß eine Roßschlächterei in Weißenfels a. S. für ihre Ware zu machen. In einem Weißenfelser Blatte findet sich folgende Anzeige:„ Eine hochangesehene Dame in Naumburg hat laut Testament verlangt, daß ihre beiden Kutschpferde erschossen werden müssen. Die Tötung ist heute vormittag im Schlachthofe zu Naumburg erfolgt, und wird das Fleisch als etwas ganz Vorzügliches der werten Kundschaft empfohlen." Unhöfliche Gastgeber. Aus Budapest meldet der Draht: Nach einem Fußballwettspiel zwischen dem Franzstedter Turnerklub und dem englischen Fußballklub Blackburn Rovers, der mit 8: 1 siegte, fam es zu groben Ausschreitungen gegen die Engländer, deren Wagen auf der Rückfahrt in thr Hotel mit Steinen beworfen wurde. Mehrere Insassen des Wagens wurden leicht verletzt. Die Polizei bereitete der Demonstration ein rasches Ende. Große Heidebrände in Norddeutschland. Wie in der Provinz Hannover wüten auch in Schleswig- Holstein sehr große Heidebrände. Der Brand der Leutföhrder Heide wüfet nun schon seit einer Woche. Man hat das Generalfommando in Altona um Hilfe ersucht und dieses hat vom Pionierbataillon in Harburg 125 Mann zur Verfügung ge stellt. Die Mannschaften rückten nach Barmstedt ab, von wo aus das am meisten gefährdete Försterhaus geschützt wurde. Es sind große, herrliche Waldbestände, die bereits über dreißig Jahre stehen im ganzen schätzungsweise 300 bis 400 Settar- vernichtet. Der Hauptschaden trifft den Forstfiskus. Auch hier dürfte wie bei allen anderen Heidebränden Funkenflug aus Lokomoti ven die Entstehungsursache sein. Auch bei Hoya in Hannover ist ein großer Waldbrand ausgebrochen, der infolge des heftigen Windes bedeutende Ausdehnung annahm. 500 bis 600 Menschen waren aus der ganzen Nachbarschaft erschienen, um unter Führung des Landrats v. Diepholz die Löscharbeiten vorzunehmen. Ein großer Komplex Heide und Wald ist vernichtet. Man hat sehr viele verkohlte Rehe und Hasen aufgefunden. Festmahlzeiten für Blinde. Die verstorbenen Eheleute Kaumann haben der Stadt Berlin ein Vermächtnis von 75 000 Mart für die städtische Blindenanstalt hinterlassen. Es sollen davon jährlich gegen die Weihnachtszeit 100 bes dürftige Blinde eine Mahlzeit, für die ein Preis von 4 bis 5 Mark für das Geded bestimmt ist, und ein Geldgeschent von 20 Mart erhalten. Der Magistrat hat die Annahme des Legats beschlossen. Aus dem Kloster auf die Bühne. Der Sprung vom Kloster auf die weltbedeutenden Bretter hat eine junge englische Schauspielerin gewagt, die gegenwärtig im Londoner Adelphitheater in dem erfolgreichen Stüd„ Das Quäfermädchen" auftritt. Miß Maud Harris hat elf Jahre thres jungen Lebens in einem Dominikanerkloster in einem ffeinen belgischen Ort zugebracht. Erst seit sechs Monaten übt sie den Beruf einer Schauspielerin aus. Die Künstlerin ist 18 Jahre alt und von großer Schönheit. Allgemein ist man der Ansicht, daß ihr eine glänzende Bühnenlaufbahn in Aussicht steht. Studenten als Kellner. Eine Hotelbesitzerin am Plat tensee in Ungarn war auf den Einfall gekommen, armen Studenten der Budapester Hochschulen für die Sommermonate, in denen sie keinen anderen Verdienst fänden, ein Engagement als Kellner in dem bekannten ungarischen Badeorte Keszthely anzubieten. Trotz des Einspruchs des Universitätsrettors werden jetzt tatsächlich zahlreiche Stu denten ihre Kellnerstellung antreten. Darunter sind elf Studenten der Medizin, ein Philosoph, dret Juristen. Als cester meldete sich zu Pfingsten ein Mediziner. Die Badegesellschaft ist taktvoll genug, den jungen Mann seine Armut nicht entgelten zu lassen. Die städtischen Behörden haben beschlossen, den Studenten- Kellnern die Benutzung des Badehauses unentgeltlich zu überlassen. Sie werden mit Arbeitsbüchern ausgestattet und treten der Landesarbeiterfrankenkasse als Mitglieder bei. Der sprachenkundige Schuhmann. Eine interessante Neueinrichtung hat die Stadt Leipzig zugunsten der Fremden, die alljährlich zur Zeit der Messen dort weilen, ge schaffen: den Schuhmann- Dolmetscher". Wie der Conf. mitteilt, hat der Rat der Stadt Schuhleute in englischer und französischer Sprache ausbilden lassen, sowie russisch und polnisch sprechende Unteroffiziere zu Schuhleuten ausgebildet. Diese Schuhleute sollen bereits während der nächsten großen Herbstmesse Dienst tun, und zwar werden ste in den Hauptstraßen der inneren Stadt postiert werden, um den des Deutschen unkundigen Meßbesuchern auf AnTragen in den genannte fremden Sprachen in eben diesen Sprachen Auskunft geben zu können. Die Dolmetscher werden als Kennzeichen Armbinden in den Farben des Landes tragen, dessen Sprache sie beherrschen. Wissenschaft, Kunst and Literatur. Wertvoller Goldmünzenfund in Cöln. Auf dem Baugrundstück der Cölnischen Unfallversicherungs- A.- G.- wurde ein Fund wertvoller Goldmünzen aus dem 18. und 19. Jahrhundert gemacht. Die Goldstücke entftelen einem alten Salbetöpfchen, als dtes bet der Arbeit zerschlagen wurde. Ein Archiv des gesprochenen Wortes wurde in der Pariser Sorbonne durch den Unterrichtsminister Steeg eingeweiht. Das Archiv soll die Stimmen hervorragender Künftler, Gelehrter und Politiker in phonographischer Aufnahme der Nachwelt erhalten. Die Reden des Ministers, des Vize rektors Liard und des Professors Brunot, die bet dieser Gelegenheit gehalten wurden, find vom honographen registriert und dem Bestßstand des interessanten Archivs übergeben worden. Mascagnis neue Oper„ Isabeau" wurde zum ersten Male in Buenos Aires aufgeführt und hatte einen großen Erfolg. Mascagni wurde zehnmal hervorgerufen. Drei neue Planeten. Auf der Sternwarte in Johannesburg in Südafrika sind nach einem Kabeltelegramm gestern drei neue Planeten entdeckt worden. Aus den Gerichtssälen. Der größte Schullastenprozeß, der auf Grund des§ 58 des Kommnunalabgabengesetes bisher zwischen zwet Gemeinden geschwebt hat, wird seit gestern vor dem Bezirksausschuß Berlin verhandelt. Der Magistrat Nixdorf hat den Berliner Magistrat verklagt, für die Jahre 1898 618 1908 als Beitrag zu den Schulunterhaltungskosten die Summe von 1705 000 zu zahlen, außerdem hat Nixdorf für das Jahr 1909 bet der Reichshauptstadt eine gleichartige Forderung in Höhe von 275 000 M angemeldet, sodaß die Ansprüche Nixdorfs fast zwei Millionen Mart betragen. Die Forderung für 1909 unterliegt jedoch noch nicht der Entscheidung des Bezirksausschusses. In seinem ersten Prozeß gegen Berlin erstritt Rixdorf vor dem Oberverwaltungsgericht ein obstegendes Urtetl; Belin mußte 40 000 M für das Jahr 1897 zahlen. Berliner Spielklubs. Ueber Spielklubs in Berlin und die Leichtgläubigkeit mancher Kreise der Reichshauptstadt schreibt die National zeitung": Es ist allerdings immer in der Reichshauptstadt gespielt worden, und zwar mitunter auch um sehr hohe Summen, und auch Spieltibus hat es vor hundert Jahren schon gegeben, aber mit fremdem Gelde von Ausländern gegründete Unternehmen dieser Art sind immerhin eine neue Erscheinung im Leben der Großstadt. Das beweist auch schon die Naivetät, mit der die Berliner Gesellschaft auf derartige Gründungen hereinfällt. Es ist geradezu unbegreiflich, wie sich Leute von Namen und Ansehen in Berlin durch leere Worte wie„ reicher Amerikaner"," Sohn eines französischen Senators", um ihren nüchternen Verstand bringen lassen. Vollkommen kritiklos hält man alles für bare Münze, was ein ausländischer Abenteurer von seiner Herkunft und setnen Beziehungen zu erzählen beliebt. Nicht nur etwa der unwissende Parvenü, sondern selbst Angehörige der ersten Familien glauben ihm alles aufs Wort: feine Titel, fetne Reichtümer und seine Verwandtschaft. Niemand hält es für der Mühe wert, sich über den vornehmen Fremden zu er= fundigen, oder, wenn doch einmal leise Zweifel aufsteigen, weiß niemand, wo er sich erkundigen soll. Fast klingt es wie ein boshafter Scherz, wenn man hört, daß einer der Mitgründer des Travallerklubs eine Persönlichkeit war, die sich Seine Durchlaucht der Herzog de la Chartre" tttulieren ließ und als solcher in den Mitteilungen des Klubs stolz angeführt wurde, gleichsam als eine Gewähr für Vornehmheit und Solidität! Niemand, der auch nur die geringste Ahnung von französischen Adelstiteln hat, kann es fiberraschen, wenn jetzt bekannt wird, daß der Herzog" ein bereits vorbestrafter Hochstavler und Schwindler ist. Nur die gläubigen Mitglieder des Travallerklubs reiben sich entsetzt die Augen, aufgerüttelt aus dem schönen Traum einer durchlauchtigen Bekanntschaft. Mit der Entlarvung dieses französischen Herzogs, der nicht einmal ein Franzose ist, sondern aus der freien Schweiz stammt, wo es bekannt lich keine Herzöge gibt, scheint die Komödie des Travallerflubs endgültig ausgespielt, aber es wird allmählich Zeit, daß sich die Berliner über den ausländischen Adel au int formieren suchen, für den sie nun einmal einen Faible zu haben scheinen. Der gewaltige Aufschwung der ReichsHauptstadt, ihr Reichtum und ihre Vergnügungssucht locen zahllose fremde Abenteurer herbei. Berlin ist zum Eldo rado ausländischer Hochstapler geworden, die sich als Het ratsschwindler, Falschspieler und jetzt auch als Klubgründer betätigen. Das ist kein Ruhmestitel für eine jung aufstre bende Weltstadt, und es zeugt wahrlich von etwas ganz an derem als von„ weltstädtischem" Geist, wenn ihre Bewohner auf jeden„ internationalen" Schwindel hereinfallen. Das Goldland des Parlamentariers, wo könnte es anders sein, als in Amerika? In der Tat läßt Onkel Sam sich seine Gesetzgebung etwas fosten; alles in allem mögen es 20 Millionen sein, die er jährlich für die Gehälter und die sonstigen Entschädigungen seinen 391 Mitgliedern des Repräsentantenhauses und 92 Senatoren zahlt. Mit einigem Neid können die Parlamentarier der alten Welt auf ihre Kollegen jenseits des Ozeans blicken, und auch die Mitglieder des englischen Unterhauses, denen jetzt 8000 Mark zugebilligt werden sollen, müssen sich weit hinter thren Vettern verstecken. Zunächst erhält jedes Mitglied der beiden Häuser 30 000 Mark pro Jahr, und der Präsident bezieht sogar 48 000 Mark und hat dabei ein Automobil zu seiner ausschließlichen Verfügung. Aber mit dieser gewiß reichlichen Entschädigung ist es nicht getan. Jedem amerikanischen Gesetzgeber stehen außerdem 6000 Mark jährlich zu für einen Sekretär; hält er einen solchen nicht, so kommen die 6000 Mark seinem elgenen Bankguthaben zugute. Für Schreibwaren bezieht er mettere 600 Mart und außerdem sind alle seine Briefsachen. frei, was sicher eine Ersparnis von etwa 200 Mark im Jahre bedeutet. Sogar eine Reiseentschädigung von 40 Pfennig für die englische Meile für die Fahrt von und nach Washington zu jeder Session steht allen Parlamentartern zu, und sie ist so reichlich, daß bet längerer Reise strecke wieder ein stattlicher Ueberschuß herausfommt. Ein Abgeordneter z. B., der von San Franzisko nach Washington und zurück fährt, legt gut 4500 Kilometer zurück und bekommt dafür 2500 Mart, während seine Reise, auch wenn er fie in der luxuriösesten Form ausführt, nicht mehr als 800 Mart fostet. Man kann also rechnen, daß dieser ParIamentarier aus dem Westen alles in allem über 40 000 Mark bezieht. Aber nicht nur in der reinen Geldentschädigung, sondern auch in allen übrigen Dingen unterhält Onkel Sam seine Abgeordneten geradezu fürstlich. Er hat ihnen im Untergeschoß des Kapitol ein Schreibwarengeschäft eingerichet, das nur den Kongreßmitgliedern zur Verfügung steht und in dem sie dae erlesenste Papier und die prächtigsten Schreibutensilien zu den billigsten Preisen erstehen können. Ja selbst Notizbücher, Handkoffer, Messer, silberne Gegenstände für den Schreibtisch und ähnliches können die Abgeordneten hier wohlfeil kaufen, und sie machen davon nicht nur für sich, sondern auch für die ganze Familie reichlich Gebrauch. Jedes Mitglied des Kongresses erhält ferner ein prächtigcs Amtszimmer. Das Repräsentantenhaus wie der Senat hat zu diesem Zwed sein eigenes Amtshaus gegenüber dem Kapitol, in dem jeder Gesetzgeber sein prächftges Privatzimmer, wundervoll ausgestattet mit Mahagonischreibtischen und Ledersesseln. mit Telephon zu freter Benubung und sogar mit einem Hahn für Eiswasser hat. Trotzdem sind die Abgeordneten immer noch darauf bedacht. threr Bequemlichkeit einiges hinzuzufügen. So war 68 ihnen zu lästig, daß sie zur Kongreßbibliothek einen Platz überschreiten mußten, auf dem es unter Umständen sogar stürmen uns regnen fonnte. Es wurde also ein Tunnel dahin gebaut, und da es schließlich kein Vergnügen tst, fünf Minuten lang unter der Erde zu laufen, so baute man den bequemen Herren auch noch eine kleine Untergrundbahn, die jetzt eben fertiggestellt ist. Drahtnachrichten und neuestes. Schwerer Automobilunfall. Gotha, 8. Junt. In der Nähe von Finsterbergen explodierte der Motor eines in voller Fahrt befindlichen Automobils. Der Wagen überschlug sich, sämtliche Insassen unter sich begrabend. Alle sollen schwer verletzt sein. Dem Gothaischen Tageblatt zufolge konnten sie sich jedoch mi genauer Not retten. Durch Klatsch in den Tod getrieben. Neastadt bei Coburg, 8. Juni. In einem nahen Teiche hat sich die unverehelichte Helma Gruber von hier mit ihrem sechs Jahre alten Knaber ertränkt. Die beiden Leichen wurden geborgen. Als Grund zu der Tat wird ein über die Gruber verbreitetes angeblich unwahres Gerücht angenommen. Reine Spur von Richter. Konstantinopel, 8. Junt. Es ist bisher weder eine Spur von der Bande gefunden worden, die den Ingenieur Richter entführt hat, noch ist irgendwo wegen des Lösegeldes Fühlung gesucht. Richtig ist nur, daß die türkischen Behörden von acht Stellen aus im Geheimen Nachforschun gen anstellen lassen, die bis zur Stunde ergebnislos ges blieben sind. Sechs Arbeiter durch einen Sprengschuß getötet. O Marseille, 8. Junt. Auf der im Bau befindlichen Bahnstrecke St. Eustache- Miramas explodierte ein Sprengschuß vorzeitig. Sechs Arbetter wurden von herabstürzenden Felsmaffen getötet, einer wurde schwer verletzt. Das Erdbeben in Mexiko. Nenyork, 8. Juni. Ueber das Erdbeben in Merifo wird weiter gemeldet: Um 8 Uhr früh waren elf Leichen aus den Trümmern der Artilleriefaserne geborgen. Ueber 80 verlegte Soldaten liegen im Krankenhaus. In zahl retchen Fällen wurden die Wächter in den Kaufhäusern von den einstürzenden Mauern zerschmettert. In den Wohnvierteln wurden viele Kinder getötet. Als der Tag anbrach und die Erderschütterungen sich nicht wiederholten, wurde die Bevölkerung ruhiger und begab sich in Maffen zum Bahnhof, um Madero zu begrüßen. Die Dauer des Erdbebens betrug sechs Minuten und es war die längste in den letzten zehn Jahren. Merifo, 8. Junt. Wie bis gestern abend festgestellt war, betrug die Zahl der bet dem Erdbeben Umgekommenen 68, die der Verlegten 75. Mehr als die Hälfte der Getöteten sind Soldaten. Auch 12 Soldatenfrauen sind in der Artilleriefaserne ums Leben gekommen. Handel und Verkebr. Starke Zunahme der deutsch- afrikanischen Baumwollproduktion. Nach einem jest an amtlicher Stelle eingegangenen Bericht sind, wie der Inf." mitgeteilt wird, die Erträge des Baumwollbaues in den Kolonien Deutschostafrika und Togo für das Jahr 1910/11 als sehr erfreulich zu bezeichnen. Nach den vorläufigen Schätzungen wird die Ernte in Deutschostafrika etwa 3800 Ballen betragen, also fast die doppelte Höhe der vorjährigen Produktion( rund 2000 Ballen) erreichen, und in Togo etwa 2500 Ballen, was einer voraussichtlichen Steigerung gegen das Vorjahr( rund 1800 Ballen) um mehr als ein Drittel entsprechen würde. Heugras- Versteigerung. Da8 Das Heugras von den Domanialwieſen der Ober- erste Giessener Restelager förstereien Wieseck und Gießen wird versteigert: Sonnenstraße 31 1. In der Gemarkung Alten- Buseck Donnerstag, den 15. Juni 1. 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Wahl. 4. Neuen Bäue 3: H. Schmidt. Gießen, den 6. Juni 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 11. Juni, Trinitatisfest. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Marcusgemeinde. Pfr. Schwabe. Vorm. 9½ Uhr: Professor D. Eck. Vorm. 11 Uhr: Militärgottesdienst. Nachmittags 2½ Uhr: Kinderkirche für die Matthäusge Pfarrassistent Schorlemmer. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. meinde. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus Johannesgemeinde.. Vormittags 9% Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Katholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 10. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 11. Juni. 1. Sonntag nach Pfingsten. - Dreifaltigkeitsfest. aus dem Genossenschaftskornhausbrande in Fulda herrührend, welches Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. fich zur Schweine, Rindvieh- und Geflügelfütterung eignet, liefert à mf. 3.70 per Bentner mit Sad frei an die Bahn Fulda unter Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Nachnahme, sowie Probezentner stehen zu Diensten. M. Strauss, Johannisstraße 4 in Fulda. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Festandacht mit Segen. Eigentum u. Berlag der Gießener Zeitung G. m. b. S. Berantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinede, für Reklame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen. nur um der auf Freisinn urteilten. Für beralen daß die wärmste I faltigkeit fnüpfen manchen nitatis fon Nachtwar vielen D oder Flic Näherin franken faltigteits am Lag durch B Hoje au traf. 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