e ur 福 S Kuchen noch denn ESE'S PULVER if Prämienscheinen roffen und die Hälfte. Reese.GmbH Hameln. liche Waffe -Kampf Ist el gefasstes Insera Platze. Derartige für Sie kosten eFirma Vogler A. G., M., Zell 48, 1. dem Rasen nur Persil d Waschaher keine Sie es! DORF. mlen oda 000000 dlange ( 24 Weblar. 000000 uancen, rafd end # l Jum Eini ßbodenlad dys Saftigen Butel n und Wigfen fiehit Fischbac The Hirschgew beit, auf. 20 Beukest, Wo Cartneutrden.( Sie sich da -Fahrräd fen daher im Gebrau Merbilligstens angen Sie Preisliste reichhaltigsted Brande ch über Radfahrer- B rfs- u Sportartikel, N maschinen, Uhren et stenlos von den ahrrad- Werken enbrok Einbeck hrradhaus Deutschlands Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Mittags 3 Uhr.- Die„ Illustr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 108. - Telephon: Nr. 362. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer | des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 9. Mai 1911. verwaltungen und Forstbehörden zu einem gemeinsamen Vorgehen ins Einvernehmen zu setzen. Warnung für Auswanderer. Man schreibt uns: Es ist kein Zweifel, daß das Riefenland Brasilien, besonders im Süden, weite Strecken vorzüg lichen Kolonistenlandes bietet. Je weiter wir aber nach Norden kommen, um so ungeeigneter wird das Land für diese Zwecke. Das gilt nicht nur von den tropischen Nordstaaten, sondern wesentlich auch schon von dem Staat Minas Geraes, dem Hinterland von Rio de Janeiro. Die Regierung dieses Staates ist mit vollem Recht bemüht, die Bevölkerung durch Anlegen von Kolonien zu vermehren, leider aber hat sie bisher schon ziemlich viele Mißerfolge gehabt. Allen Auswanderungsluftigen, die nach Minas gehen wollen, sei daher dringend zur Vorsicht geraten. Man ziehe vorher genaue und zuverlässige Erkundigungen ein, und zwar nicht bei geschäftsmäßigen Agenten, sondern bei dem Evangelischen Hauptverein für deutsche Ansiedler und Auswanderer in Witzenhau= sen a. d. Werra, der jedem Deutschen unentgeltlich zu Diensten steht. Deutsch- Ichwedischer Handelsvertrag. Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Schweden, der eigentlich schon in neuerer Gestalt am 1. Ja nuar hätte in Kraft treten müssen, ist nunmehr fürzlich vom Staatssekretär Kiderlen- Wächter und dem schwedischen Gesandten Taub in Berlin unterzeichnet worden, worauf seine Veröffentlichung erfolgt ist. Gewiß hat auch der Reichstag noch zu sprechen. Seine Befugnisse sind aber bei den Abschlüssen derartiger Verträge sehr gering, er kann nur ja oder nein sagen. Irgendwelche Aenderungen der einzelnen Bestimmungen fönnen nicht mehr vorgenommen werden. Diese Bedingung hat sich schon mehr als einmal als eine recht nachteilige erwiesen, zuletzt in hohem Maße beim Abschluß des Han delsvertrages mit Portugal, der beinahe infolge des geringen Entgegenkommens, das von seiten des anderen Kontrahenten gezeigt worden war, gescheitert wäre, wenn man nicht im Reichstage schließlich um wenigstens doch etwas zu haben, ja und Amen gesagt hätte. Daß der neueste Handelsvertrag viel Freude erweckt hätte, wird man füglich gleichfalls nicht behaupten können, denn seine Vorteile scheinen auch mehr auf Seiten Schwedens zu liegen, während Deutschland, spez. dessen Industrie, gegenüber dem bisherigen Zustande keine Belastung erfährt. Es läßt sich nicht leugnen, daß Schweden in der ganzen Art und Weise seines Vorgehens dem Beispiele Deutschlands gefolgt ist. Man hat einen autonomen Zolltaris aufgestellt mit hohen Säzen und sich dann aufs Markten und Feilschen mit den fremden Mächten verlegt, die etwas abhandeln wollen. Ebenso wie seinerzeit Deutschland, hat auch Schweden auf die einzuführenden Waren in weitem Umfange einen erhöhten Zoll gelegt. Ein derartiger autonomer Tarif ist im übrigen bei der Führung der Verhandlungen eine sehr wirksame Waffe, da, wenn es zu keinem Vertrage täme, andere Staaten zu niedrigeren Zollsätzen einführen könnten, während für Deutschlands Waren die doppelten Zölle zu entrichten wären. Im übrigen läßt sich nicht leugnen, daß für Deutschland noch einige wertvolle Konzessionen erreicht worden sind. Dies gilt in Sonderheit für die zollfreie Ausfuhr der schwedischen Erze, die für die deutsche Industrie von größerer Bedeutung sind. Auch die mehrfach erörterte 3ollfreiheit der Pflastersteine ist keine so unannehmbare Bedingung, auch die zollfreie Einfuhr von Milch und Sahne wird vielfach erwünscht sein, wenngleich landwirtschaftl. Kreise hiervon weniger erbaut sein würden. Andererseits aber sind für eine ganze Reihe von Erzeugnissen der deutschen Industrie ganz beträchtliche Zollerhöhungen festgelegt worden, deren Durchführung weiter beteiligte Kreise mit schweren Besorgnissen entgegensehen, man verschiedentlich fürchtet, den schwedischen Absatz= markt fast gänzlich zu verlieren, dies um so mehr, als die schwedische Industrie dank treuer Fürsorge der dortigen Regierung beträchtlich erstarkt und infolge der niedrigen Arbeiterlöhne durch die Benutzung der natürlichen Kräfte unter viel leichteren Bedingungen konkurrieren fann. Für verschiedene Zweige der Industrie steht daher eine schwere Zeit bevor, und es wäre dringend zu hoffen, daß es ihnen gelingen möge, diese glücklich ohne nachhaltige Krisis zu überwinden. Reichstagswahlvorbereitungen. weil Nationalliberale Sonderkandidatur. Die nationalliberalen Vertrauensmänner des 1. oldenburgischen Wahlkreises stellten ungeachtet der Abmachung der beiden liberalen Zentralleitungen einstimmig den Regierungsassessor Dr. Stöver als Reichstagskandidaten auf. * Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. Mai 1911. Konzessionspflicht. Bisher war im Großherzogtum Hessen der Ausschank an Minieralwasser, Limonade, Milch und dergleichen von der Konzessionspflicht befreit. Soeben hat nun das Ministerium eine Verordnung erlassen, wonach auch der Ausschank von nicht geistigen Getränken der Konzessionspflicht ähnlich wie Gast- und Schankwirtschaft * - unterliegt. wirk Vogelschuh. Zur Erreichung eines lameren Vogelschutzes hat der Starkenburger Geflügel= züchterverband an die ihm angeschlossenen 55 Vereine das Ersuchen gerichtet, die Bestrebungen zum Schutze der Vögel mit zu unterstützen und mit den Gemeinde* Der Deutsche Verband Kaufmän= nischer Vereine, der in 85 angeschlossenen Vereinen 86 966 Mitglieder umfaßt, lädt in diesem Jahre zu seiner Verbandstagung( am 27.- 29. Mai 1911) nach Wiesbaden ein. Die umfangreiche Tagesordnung umfaßt neben Fragen der inneren Organisation, Referate über die freien Hilfskassen, Erholungsheime für Kaufleute, die staatliche Pensionsversicherung der Privatangestellten und Vorschläge zur Regelung der Frauenvatangestellten und Vorschläge zur Regelung der Frauenarbeit im Handelsgewerbe. Als Redner sind die Herren Vesper- Barmen, Glücklich- Wiesbaden, Fischer- Offenbach und Baum- Frankfurt a. M. vorgesehen. Der Jahresbericht des Verbandes, dem auch der hiesige Kaufmännische Verein angehört, hebt eine erfreuliche Belebung innerhalb der Gesamt- Organisation hervor und betont, daß die Verbandsleitung zu den Fragen der Reichsversicherungsordnung, der Konkurrenzklausel, staatlichen Pensionsversicherung und zum Stellenvermittlergesetz wiederholt in Eingaben und persönlichen Vorsprachen bei den Regierungen Stellung genommen hat. Im Hauptausschuß für staatl. Pensionsversicherung, im Direktorium des Hansabundes, der Gesellschaft für soz. Reform und im Ausschuß für kaufmännische Erholungsheime ist der Verband durch mehrere Herren vertreten. Den Vorsitz des Verbandes führt Carl Ludwig Schäfer, Frankfurt a. M. Lich, 3. Mai. Gastwirt Albach und Frau begingen gestern das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Eheleute erfreuen sich noch einer für ihr Alter außerordentlichen Gesundheit. Am Dienstag und Mittwoch haben die Aufnahmeprüfungen an der hiesigen Präparandenschule stattgefunden. * Bad Nauheim, 8. Mai. Hier trafen indische Fürstlichkeiten mit Gefolge in einem Salonwagen von Paris zum Kurgebrauch ein. Das Lauterbach, 8. Mai. Am Sonntag morgen entstand in dem Dampfsägewerk von Krömmelbein, der Rimlos- Mühle, Feuer, das in den vorhandenen Holz- und Sägespänen reichliche Nahrung fand. Bemühen der Feuerwehr und der Einwohnerschaft gelang es nach mühevoller Arbeit, das wertvolle Holz= lager zu retten. Der Schaden dürfte sich mit Gebäuden, Maschinen und verbranntem Holz auf 100 000 Mark belasten. Holz und Maschinen waren nicht versichert. Darmstadt, 9. Mai. Die hessische 2. Kammer tritt Dienstag, den 16. Mai, zu einer furzen Tagung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen eine Reihe Petitionen und Anträge sowie die Regierungsvorlage über den Bau einer Brikettfabrik nebst elektrischer Zentrale auf dem staatlichen Braunkohlen= Bergwerf Ludwigshoffnung. -)(- Darmstadt, 4. Mai. Die Tagung des Hef sischen Gauverbandes gegen den Alkoholismus war aus ganz Hessen gut besucht. Der Geschäftsführer, Pfarrassistent Grein( Bretzenheim) berichtete über die reiche Arbeit des vergangenen Jahres, über die stark fort= schreitende Enthaltsamkeitsbewegung. In einer Reihe von Anträgen wurden Richtlinien aufgestellt für weitere Aufklärung und für intensiveren Kampf gegen den Alkoholismus. In öffentlicher Versammlung behandelte Walter v. Gizycki, Geschäftsführer der Heimstätten- Kolonie Eßlingen( Obstverwertungsstelle) in einem Vortrag die aktuelle Frage: Weinbau, Landwirtschaft und Alkoholfrage". Durch diese Veranstaltung, zu der alle Obstbauvereine und Bürgermeistereien eingeladen waren, sollte der Nachweis erbracht werden, daß das Gerede, die Nüchternheitsbewegung sei der Feind der Winzer ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellengesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | und Landwirte, töricht ist. Mit der Tagung wurde eine interessante Antialfohol- Ausstellung eröffnet, die 8 Tage dauern soll. * Darmstadt, 8. Mai. Die hess. Landw. Genossenschaftsbank hielt heute ihre 27. or= dentliche Hauptversammlung ab, zu der ungefähr 300 Aktionäre aus allen Teilen des Großherzogtums erschie nen waren. Der Reingewinn von 153 103 Mark wurde mit 100 000 Mark zu 4 Prozent Dividende an die Aktionäre überwiesen, 50 000 Mt. gehen zur Reserve über, 3103 Mark bleiben Gewinnvortrag. Die Ausschuß- und Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. * Frankfurt a. M. Als Nachfolger des bisherigen Polizeipräsidenten Scherenberg ist der OberRegierungsrat Ries von Scheurenschloß in Kassel in Aussicht genommen. Oberregierungsrat Ries v. Scheurenschloß war früher Landrat des Kreises Hofgeismar. Frankfurt, 9. Mai. Das Friedenszimmer * im Hotel Schwan, in dem vor 40 Jahren am 10. Mai der Friede nach dem großen Kriege geschlossen wurde, wird am Tage der Friedensfeier für jedermann von vormittags 10 Uhr an kostenfrei geöffnet sein. Die Direktion des Hotels hat dafür Sorge getragen, daß der historische Raum eine der Bedeutung des Tages würdige Ausschmückung erfährt. Die Kriegervereine werden ihre Fahnen den ganzen Tag über dort zur Aufstellung bringen. Für die Besucher des Friedenszimmers ist hier außerdem eine besondere Gedenkpostkarte erhältlich, die nur in der beschränkten Zahl von 500 Stück zur Ausgabe gelangt, fortlaufende Nummern trägt und im Raume selbst abgestempelt wird. Ueber 100 Exemplare dieser Karte sind schon heute von Sammlern, die sich dieses wertvolle Erinnerungsdokument nicht entgehen lassen wollen, im voraus fest bestellt. Der Mindestverkaufspreis dieser Karte ist auf 1 Mark festgesetzt. * Marburg, 7. Mai. Bei der gestrigen Gegenüberstellung des wegen Raubanfalls verhafteten R. Schröder mit dem überfallenen Mauß erkannte dieser in Schröder den Täter wieder. Weilburg. Dem Simmentaler Züchterverein für den Oberlahnkreis wurde vom Landwirtschaftsminister eine Staatsbeihilfe von 14 000 Mk. zu den Kosten für Errichtung einer Jungviehweide zu Hof Treisfurt bewilligt und außerdem ein weiterer Beitrag für die Beschaffung von Wasser und Anlage von Vieh= tränken in Aussicht gestellt. Die Eröffnung der Weide zu Treisfurt fand gestern statt, die auf dem Windhof wird heute eröffnet. Es sind zirka 100 Rinder angemeldet. Wiesbaden. Mit einer Riesen- Jllumination, bei welcher nicht weniger als 30 000 Jlluminationsförper zur Aufstellung gelangten, eröffnete die Kurverwaltung ihre großen Garten- Veranstaltungen. Im Kurgarten fand ein Militärkonzert von sechs Kapellen statt. Der Zentralvorstand des Gewerbe= vereins für Nassau hat in seiner letzten Vorstandssitzung beschlossen, daß, soweit sich ein Bedürfnis dafür ergibt, nach Möglichkeit an den gewerblichen Fortbildungsschulen Lehrer im Hauptamt angestellt werden. Besonders soll darauf hingewirkt werden, daß zum 1. April nächsten Jahres schon derartige Anstellungen in Höchst, Griesheim, Homburg, Limburg u. Biebrich erfolgen. Erhebliche Mehrkosten erwachsen daraus den Gemeinden für den Anfang nicht, da diese, der Staat und der Zentralverein sich in die Kosten teilen. * Mainz. In der Holzindustrie ist zwischen den Vorständen des Möbelfabrikanten- und Schreinermeisterverbandes und den Vertrauensleuten der vereinigten Holzarbeiter ein auf 4 Jahre lautender Vertrag angenommen. Die Arbeiter erhalten eine Lohnerhöhung von 6 Pfg., die sich auf die vier Jahre verteilt, die Verfürzung der Arbeitszeit um eine Stunde an Samstagen tritt mit nächstem Jahre in Kraft, außerdem wird eine Schlichtungskommission eingesetzt. Fahren Sie SUPERIOR musterhaft in Bau u Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislagel Fordern Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Waffen, Uhren, Musikwaren, sowie sonstige o Radfahrer- Bedarfsartikel gratis u. franko. HANS HARTMANN A: G.EISENACH 5 GROSSTES FAHRRADHAUS MITTEL- U.SÜDDEUTSCHLA be in Gießen. Deutscher Reichstag. Die zweite Beratung der Reichsversicherungsordnung ging auch am Sonnabend in raschem Tempo weiter. Eine längere Debatte entspann sich nur über die Kosten der Diese sollen nach der VorVersicherungsämter. des durch Ansprachen aus. Er begab sich sodann in das Werkstättengebäude und die damit verbundenen städtischen Fortbildungsschulen. Hier besichtigte der Kaiser zunächst die Ausstellung der Gesellen- und Meisterstücke sowie die Arbeitsstücke der Meisterkurse, sodann die einzelnen Werkstätten der verschiedenen Handwerke, wo die Lehrlinge teils mit praktischen Arbeiten beschäftigt waren und wo teils die Gesellenprüfungen stattfanden. Der Kaiser verweilte in den einzelnen Abteilungen längere Zeit. Er zeigte überall die größte Teilnahme und unterhielt sich in liebenswürdigster Weise mit den Meistern, Lehrherren und Lehrlingen. Es wurde befehen die Schule der Sezer, der Drucker, der Konditoren, der Kellner, wo der Kaiser einen Ehrentrunk von 1906er Rappoltsweiler Riesling entgegennahm, der Schneider, der Friseure, der Tischler, der Holzbildhauer, der Metzger, der Schuhmacher, der Klempner und der Schlosser. sowie schließlich die von verschiedenen Meistern vorgeführ= ten Holzschuharbeiten. Der Kammerpräsident dankte dem Kaiser auf das herzlichste für seinen ausgedehnten Besuch. Die begeisterte Freude über den Besuch und die persönliche Teilnahme für die Handwerker äußerte sich beim Abschied des Kaisers in stürmischen Hochrufen der Meister, Gesellen und Lehrlinge. an= vielmehr um ein Zeichen des Erwachens des deutschen Gewerbestolzes, der Jahrhunderte lang geschlummert hat, denn in der Tat ist die Bewegung des Hansabundes als eine große soziale Bewegung des deutschen Gewerbestandes an zusehen. Ihr Kern bildet das Streben nach wirtschaftlicher und sozialer Gleichberechtigung, nach dem Ziel fedes gesunden Staatswesens, daß der Tüchtigste vor die Front gehört." Ein Zwischenfall bei der Denkmalsenthüllung. Bei der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. am Sonnabend waren die Vertreter sämtlicher Studentenforporationen der Universität Straßburg geschlossen marschtert und hatten sich zu beiden Seiten des Denkmals mit ihren Fahnen hinter den Fahnen der Garnison gruppiert. Auf Anordnung des kommandierenden Generals sollten sie diesen Plazz räumen und mit einem weniger günstigen, rückwärts und tiefer gelegenen vertauschen. Als ihnen diese Anordnung des kommandierenden Generals überbracht wurde, beschloß die Studentenschaft, den Platz überhaupt zu verlassen, und zog kurz vor Eintreffen Seiner Majestät des Kaisers nach der Universität zurück. Der Rektor und verschiedene höhere Bersönlichkeiten machten den Versuch, die Studenten zur Rückkehr zu bewegen, was aber mißlang. In der Universität wurde nach kurzer Ansprache von den Studenten ein Huldigungstelegramm an den Kaiser mit Bezugnahme auf den Vorfall abgesandt. Epäter, nachdem die offizielle Feier am Denkmal zu Ende war, begab sich die Studentenschaft in geschlossenem Zuge mit ihren Fahnen wieder zum Denkmal und legte unter Ansprachen ihrer derzeitigen Vorsitzenden einen Lorbeerfranz am Denkmal nieder. lage von den Bundesstaaten, in den Städten aber von den Gemeinden getragen werden. Die Freisinnigen und Soztaldemokraten hatten Anträge eingebracht, daß die Kosten in allen Fällen vom Staat getragen werden sollten. Hier griff zum ersten Mal die Regierung in die Debatte ein. Unterstaatssekretär Caspar bekämpfte die Anträge, die dann auch abgelehnt worden. Bei den Oberversicherungsämtern bleibt es ebenfalls bei dem Vorschlag der Kommission, wonach den Versicherungsträgern die Hälfte der tatsächlichen Kosten auferlegt wird. Ein Kompromißantrag, der auch für die Wahl der Beisitzer bei dem Reichsversicherungsamt die Verhältniswahl einführt, wird einstimmig angenommen und im raschen Tempo geht es dann weiter. Die Sozialdemokraten verzichten teilweise sogar auf die Begründung ihrer eigenen Anträge und begnügen sich damit, sie ohne Diskussion ablehnen zu lassen. Bei der ärztlichen Behandlung nimmt sich ein Kompromißantrag auch der Zahntechniker an, die zur Behandlung von Zahnfrankheiten mit Ausschluß von Mund- und Kieferkrankhetten zugelassen werden sollen. Wer als Zahntechniker anzuschen ist, das zu bestimmen bleibt der obersten Verwaltungsbehörde vorbehalten. Man nimmt an, daß auch für die Zahntechniker eine Art Examen eingeführt wer= den soll, doch versprach Ministerialdirektor Caspar, daß man bei denjenigen Dentisten, die ihre Praxis seit einer Reihe von Jahren ausüben, von einer solchen Prüfung absieht und auch sonst ihnen aus Gründen der Billigkeit entgegenkommen will. Die ganze Verhandlung geht immer mit merkwürdiger Ruhe von statten. Die Mehrheit verzichtet fast völlig daranf, irgendwie in die Verhandlung einzugreifen und überläßt den Sozialdemokraten fast allein das Wort. Paragraph 169 betrifft die ausländischen Arbeiter. Nach dem Kommissionsbeschluß können die Bestimmungen über die Rente usw. auf die Arbeiter aus solchen Staaten Anwendung finden, die in ihrer Versicherungsgesetzgebung Gegenseitigkeit leisten. Die Sozialdemokraten beantragten, obligatorisch durchweg alle ausländischen Arbetter den deutschen gleichzustellen, falls in dem betreffenden Staat die Ausländer nicht schlechter behandelt werden als die Inländer. Der Antrag wurde abgelehnt, ebenso eine Reihe anderer sozialdemokratischer Anträge. Troß gelegentlicher Angriffe der Antragsteller ließ sich die Majorttät nicht aus ihrer Ruhe bringen, so daß man bald mit der Beratung des ersten Buches zu Ende war. Mit dem Paragraph 177 begann das zweite Buch über die Kranken= versicherung. Neu in die Krankenversicherung einbezogen werden die landwirtschaftlichen Arbeiter sowie dte Dienstboten. Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in gehobener Stellung sind sämtlich versicherungspflichtig, wenn die Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet. Die Versicherungsgrenze ist wie bisher 2000 Mark. Die Sozialdemokraten beantragten, die Versicherungsgrenze auf 5000 Mark zu erhöhen sowie alle gegen Lohn oder Gehalt beschäftigten Personen sowie die selbstständigen Gewerbetreibenden innerhalb dieser Grenze der Versicherung zu unterstellen. Der Antrag wurde abgelehnt. Ein sozialde= mokratischer Antrag auf Wiederherstellung des von der Kommission gestrichenen Paragraphen 180, wonach die Versicherungpflicht auf kleine selbständige Gewerbetreibende erstreckt werden kann, wurde abgelehnt. Vor der Abstimmung über die Wiederherstellung des von der Kommission gleichfalls gestrichenen Paragraphen 181, der eine Aus= dehnung der Versicherung auf die Familienangehörigen der Arbeitgeber, die ohne Entgelt bei ihnen tätig sind, zulafsen wollte, bezweifelte Abg. Bebel( Soz.) die Beschlußfähigkett des Hauses und das Bureau schloß sich dem an. Die Sitzung mußte also abgebrochen werden. Am Montag geht die Beratung weiter. Der Kaiser in der Straßburger Handwerkskammer. Während seines Aufenthaltes in Straßburg stattete der Kaiser auch der Handwerkskammer einen längeren Besuch ab. In seiner Begleitung befand sich auch der Reichskanz= ler. Der Kaiser wurde vom Vorstande der Kammer empfangen. Im Vorstandszimmer, wo die Zunftscheibe der Straßburger Metzgerinnung aus dem Anfange des 17. Jahrhunderts die Aufmerksamkeit des Kaisers erregte, trug sich der Kaiser in das Goldene Buch ein und nahm eine Reihe von Ehrengaben entgegen, unter anderem eine Festschrift der Gewerbezeitung. Im großen Festsaale hatten sich die Mitglieder der Handwerkskammer und sämtliche Vorstände der Handwerkervereine Straßburgs versammelt. Der Kaiser zeichnete hier einige Mitglieder des Vorstan= Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm c c. Rundschau vom Cage. Politisches. Ein auffallend günstiges Urteil über die deutsche Sos zialversicherung fällte die Bondoner Times:„ Bon verhält nismäßig fleinen und verfuchsweisen Anfängen hat sich die soziale Versicherungsgesehgeng durch steigende Ausdehnung zu einem gigantischen Syn gegenseitiger Unterstügung und sozialer Wohlfahrt videlt, das einen Einfluß auf das Wohlergehen des Volkes ausübt, der zwar durch gewöhnliche statistische Vergleiche nicht erkannt wird und exakter Berechnung seiner Erfolge unzugänglich ist, aber von ungeheurer Bedeutung ist. Es ist einer- aber auch nur einer der Faktoren, die den Widerspruch erflären, daß trotz der niederen Löhne und der höheren Le= benskosten in Deutschland die Arbeiterklassen besser daran sind als die entsprechenden Klassen in England, und wenn man sie nach ihrem tatsächlichen Befinden, was Ernährung, Bekleidung, Aussehen der Kinder und der Wohnung, Fehlen von Elend und von äußerster Herabgekommenheit der großen Masse betrifft, beurteilt." Interessante Auseinandersehungen über das preußische Enteignungsgesetz für die Ostmarken gab es am Sonnabend in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses. Der Landwirtschaftsminister erklärte, daß das Enteignungsgeset grundsätzlich bestehen bleibe, daß die Regierung sich aber nicht zur Anwendung drängen lasse. Es jei jetzt zurückhaltung geboten. Freikonservative und Nationalliberale erklärten darauf, daß sie unter solchen Umständen lieber nicht für das Gesetz gestimmt hätten. - Gegen den Brüsseler Besuch des Präsidenten Fallieres erlassen die belgischen Sozialdemokraten ein in heftigen Worten gehaltenes Manifest. Die Republik, die Fallieres vertrete, sei, so heißt es, nicht die Republik von 1789 und 1793, fie verberge unter dem republikanischen Mantel monarchische Institutionen und Paris liefere nur Geld zur Unterdrückung der Revolution. Die Republik stürze sich in marokkanische Abenteuer und erhöhe fortgesetzt die Milttärlasten. Alsdann wird auf die Unterdrückung der Maifeier angespielt und gesagt, die Republik habe wiederholt ihre Hände mit Arbeiterblut gerötet. Das sei nicht die Republit ehrlicher Sozialisten und deshalb müßten sich die belgischen Genossen von allem fernhalten. Interessant ist, daß das Prinzenpaar Victor Napoleon Brüssel auf 10 Tage verließ, um während des Besuches des Präsidenten Fallieres nicht dort zu sein. Eine nationalliberale Kundgebung zu den Reichstagswahlen fand am Sonnabend in Nürnberg statt. In einer stark besuchten Versammlung sprach der preußische Landtagsabgeordnete Lohmann über die Nationalliberalen im Reichstagswahlkampfe. Die Behauptungen von einem Linksabmarsch der nationalliberalen Partei, so erklärte der Redner, sind nichts als törtates Gerede. Die nationalliberale Partei, die heute schutzzänerischer ist als je, ist einmütig entschlossen, bei Stichwahlen zwischen einem Sozialdemokraten und einem Kandidaten der Rechten zugunsten der Rechten zu stimmen, obwohl sie auf der rechten Seite ein gleiches Entgegenkommen bisher vermißt. Das Wahlabkommen mit der Fortschrittlichen Volkspartei entspricht einem Gebot politischer Klugheit, aber es verschlägt auch nichts, wenn man in einzelnen Provinzen wie z. B. in Westfalen mit den Konservativen sich zusammenfindet, umsomehr, als eine spätere Wiederversöhnung mit den Konservativen, obwohl der Wahlkampf scharf durchgeführt werden muß, eine vaterländische Notwendigkeit ist. Die Rede Lohmanns wurde mit starkem Beifall aufgenommen. ( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) Abermals bäumte sich das Roß hoch auf, macht eine kurze Wendung und der Reiter, dem eben ein Fluch auf den Lippen schwebt, fliegt aus dem Sattel. Dort unten, wo das Bächlein rauscht im hellen Sommer- Sonnenschein, dort unten, wo die alten Steine mit ihrem grünen Moos von vergangenen Jahrhunderten träumen, da liegt ein stiller Mann Woltersdorf, der Kluge, der aller irdischen Justiz so oft getroßt, der die weltlichen Richter verlacht, ist der sterbende Mensch. - Ein paar Arbeiter, die das reiterlose Pferd dahinjagen sahen, sind herbeigeeilt und bemühen sich um den Verunglückten. Es ist keine Hoffnung. Woltersdorf hat außer schweren inneren Verlegungen auch einen Schädelbruch erlitten. Noch einmal öffnet er die Augen und über die Lippen kommen, kaum vernehmbar, die Worte:„ Ich bin der Dieb! Gott hat mich gerichtet!" Die unpopuläre französische Arbeiterversicherung. In Boulogne sur Marne durchzogen an zweitausend Arbeiter die Straßen, sangen die Internationale und riefen: ,, Nieder mit den Pensionen!" Die Manifestanten trugen rote Fahnen und Tafeln mit der Aufschrift:„ Für die Toten gibt es feine Pensionen." Zwei rote Fahnen wurden von der Polizei beschlagnahmt. Der erste allgemeine deutsche Hansatag findet, wie gemeldet, am 12. Juni in Berlin statt. Die Geschäftsleitung des Hansabundes sagt zu der Veranstaltung:„ Man darf diese Tagung nicht lediglich unter dem Gesichtspunkte einer gewerblichen Zusammenkunft kaufmännischer, industrieller oder mittelständischer Interessen betrachten, es handelt sich Als Hans am Tag nach diesem Ereignis mißmutig nach Wedelstein zurückgekehrt war, kam ihm der General in größter Erregung entgegen und rief ihm schon von ferne zu:„ Der Dieb ist entdeckt und bereits verurteilt! Woltersdorf hat es getan, er ist auf der Flucht verunglückt und weilt nicht mehr unter den Lebenden. Er hat zweifellos auch meines Sohnes Ring gestohlen", fügte er hinzu, nachdem er Hans die Hände gedrüdt, als wollte er ste zermalmen.„ Lassen Sie mich den sauberen Brief doch einmal sehen. Erna hat mir alles erzählt." - Mutter abhanden gekommen war?" fragte Hans ganz verwirrt von alledem, was er soeben gehört. hinefifche G Angestellte Verwundete Bäderfr fingen 1443; nus) 121. Stiftung negie hat de In und um Maroffo. Es bestätigt sich, daß Spanien in Paris freundschaftliche Vorstellung bezüglich des französischen Einschreitens in Maroffo erhoben hat. Die Madrider Regierung befürchtet, daß die französische Kolonne gewisse strategische Punkte in Marokko endgültig besetzen werde, was Spanien zwingen würde, dasselbe zu tun. Wenn die französischen Truppen den Vormarsch fortsetzen würden, dürften die spanischen Truppen ebenfalls Befehl erhalten, vorzurücken. Die französische Regierung fäßt da3 offiziös verbreiten, daß die Verhandlungen mit Spanien den herzlichsten Charakter trügen. Nach in Berlin eingegangenen amtlichen Nachrichten aus Fez, die bis zum 1. Mai reichen, sind alle Deutschen in Fez gesund und in rölliger Sicherheit. Von einer Hungersnot ist keine Rede. Ja, gewiß wußte ich das. Der Ring war eines Tages samt dem Etui und einem goldenen Kettchen, das sich auch dabei befand, verschwunden. Und bis heute habe ich den alten Johann für den Dieb gehalten." wiesen, der durch beonde auszeichnen. foll die bet fonftigen G Ein foz Iratifche Ar in Bremen tage einen len. Fraue Nach einer halbamtlichen Darstellung über den Um fang der Revolution in Megito, die aus Washington ver breitet wird, hat diese jezt Dreiviertel des ganzen Landes ergriffen. In manchen Orten sollen Hunderte von Amerikanern in Gefahr sein. Offiziös wird jedoch erklärt, die Vorbedingungen für ein Eingreifen seien doch noch nicht gegeben. Die Unterführer der Insurgenten werden ungeduldig und dringen in Madero, keine Verlängerung der Waffenruhe zu gewähren, sondern sofort die Hafenstadt Juarez anzugreifen. Wie das Reutersche Bureau aus El Paso meldet, hat der Unterhändler der mexikanischen Regierung dem Vertreter der Aufständischen offiziell mitge= teilt, daß es ihm unmöglich sei, die Verhandlungen fortzusetzen. Auf die Forderung der Revolutionäre, daß Diaz abdanken solle, erteilte er feine Antwort. Bereits am nächsten Tag erhielt der General von dem ihm befreundeten Polizeipräsidenten die Nachricht, daß FräuleinHammerschmidt, eine einstmals bekannteVarieteeSchönheit, ein umfassendes Geständnis abgelegt, daß man bei derselben auch einen kleinen Diamanten gefunden, der zu dem Ringe gehöre. Der Leutnant hätte niemals in Beziehungen zu ihr gestanden, sondern set lediglich ganz furze Zeit einer ihrer eifrigsten Verehrer gewesen, hätte auf Redouten gelegentlich mit ihr getanzt und sie vor an= deren ausgezeichnet. Den Brief an Erna hätte sie auf Woltersdorfs Veranlassung geschrieben, in der Hoffnung, von ihm reichlich dafür belohnt zu werden. Der Ring, oder wenigstens der Edelstein in demselben sollte eine Abschlagszahlung sein. Als er nur einen Blick auf das Schriftstück geworfen, rief er aus:„ Die Kanaille dürfte uns sicher sein! Unter den Papieren, die ich in Woltersdorfs Koffer gefunden, befinden sich auch ein paar Briefe von derselben HandSchrift. Gott, welch ein Tag ist das heute.- Meln Inspektor, auf dessen Treue ich Narr hätte Häuser bauen mögen, ein ganz gemeiner Gauner. Ich werde sofort an den Polizeipräsidenten telegraphieren und ihn ersuchen, jene Josefa Hammerschmidt in der Karlstraße verhaften zu lassen, ehe sie etwas erfährt, und sich aus dem Staube macht." Also Exzellenz wußten, daß Hardi der Ring seiner Wie dankte Erna für diese Wendung der Dinge! Wie strahlten ihrer Eltern Augen in seliger Wonne, als jetzt der letzte Schatten von Mißtrauen und Besorgnis ge schwunden war und die Sonne so hell, wie sie lange nicht geschaut, herniederlachte auf die arme Erde, an deren Glücksgüter sie nicht mehr geglaubt hatten. Der Vater, Erna und Raben reisten, sobald Hardi wieder dort war, nach der Residenz, um ihm mündlich alles mitzuteilen. ,, Verzeih mir mein Mißtrauen," sprach der Rentmeister, seinen zukünftigen Sohn in die Arme schließend. Jetzt ist alles klar zwischen uns beiden. Ich vertraue Dir meine Tochter mit Freuden an. Laß uns vergessen, was dahinten liegt und glücklich sein." Ein chinesisch- japanischer Zwischenfall wird aus Mutden gemeldet. Auf dem Marsche dorthin mißhandelten Nun, soweit es an Hardi und Erna war, bedurfte es dieser Ermunterung nicht. - eben lustig gemacht. Hans und seine Jda, um die er so lange geworben, baten ebenfalls um seinen väterlichen Segen. „ Ihr seid ja aber rein albern, Ihr seid findisch!" muße Raben immer wieder bemerken, und dabei glänzte sein altes, gutes Gesicht wie verklärt. Ja, das war Liebe, wahre, echte Liebe ohne Spekulation, ohne einen Schatten von Heuchelet. Herbst und Winter waren vergangen, der Lenz hielt mit Sang und Klang seinen fröhlichen Einzug als Sieger. Blumen hatte der Himmel auf seine Bahnen gestreut und jubelnde Menschenherzen hießen ihn überall willfommen. - Nelfen zum faufen. Gin Lot ( Bayern) ha ans Hambu In Thalbrücken, dem sonst so stillen Städtchen, herrschte heute am zweiten Ostertag, ein Leben und Treiben, als erwarte man mindestens den Landesherrn in höchst eigener Person. Alle vornehmen und viele einfachen Häuser waren mit Girlanden, Kränzen und Blumen festlich geschmückt und auf dem Marktplatz, vor dem„ Blauen Stern" war das ein Menschengewoge und Menschengewinmel, daß die beiden alten Stadtsergeanten Mühe genug hatten, ihre Autorität zu wahren. Eine Doppelhochzeit fand heute statt, ein Ereignis, das man hier och nicht erlebt. Hardi und Erna, Hans und Jda, von ihnen sprach heute alles. Da standen die alten Frauen an der Kirche, trockneten noch immer gerührt mit den Schürzen ihre Tränen, da konnten die jungen Mädchen nicht Worte genug finden, den Hochzeitsstaat, die lieblichen Bräute und die schneidigen Bräutigams in ihren glänzenden Unifor men zu bewundern. Und die Kinder tanzten mitten auf dem Marktplatz nach der rauschenden Tafelmusik des Trom= peterkorps der Leibkürassiere. Und wie Vater Raden mit seiner Tochter nach vollen acht Tagen endlich heimkehrte, da empfing ihn auf dem Thalbrückener Bahnhof ein Brautpaar, das nicht minder glücklich war als das, über dessen alberne Liebelet er sich In der dort lag jedoch In Tester G den Gewin Nordan flugfter 3 eine solche foll, wurde hänger- Ver Der L ftellte ein S taffe gestohl Als das großartige Hochzeitsmahl endlich beendet war, nahmen die beiden glücklichen Paare ohne viel Aufsehens Abschied von ihren nächsten Angehörigen, und hinaus ging es in die herrliche, weite Frühlingswelt, dem sonnigen Süden zu. In Italien verlebten sie ihre Flitterwochen, den Anfang eines Lebens, das für sie so reich an glüdlichen Stunden, an wahren Freuden sein sollte. fette fich au ten Schmerz felben Hauf Ein fahr der Friedri net. Dort f struktion auf der vierte fo Bluttat Die alten Rabens wohnten, da dem alten General das einsame Leben gar nicht mehr zusagte, nun auch im Schloß. Der Rentmeister versah wieder sein Amt mit altgewohnter Treue, und auch den Alten sollten noch viele Stunden der Freude und des Glüdes schlagen. Ein stiller, milder Feierabend war ihnen nach des Lebens Stürmen und Sonnengluten beschieden und dankbaren Herzens prie fen sie den gütigen Lenker der Menschengeschicke. Ende. bel Trier dr feiner inzwi zu erstechen. gen Schwefte ift im Wald Todesstu sche Flieger fischen Milit ren, stürzte c zweihundert terlich verstü hervor. A Zum To der Taglöhne schuldigt war v. J. den B cinem Holzve fallen, erschla hat kein Gest Mahnung fengericht Gr als Arzt eta setzt zur Bez gemahnt hatt urteilt. 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Bon ein Stellung des i de der Domp augefallen. bringt die V gern durch de mer Spielt fi Mensch und Der eifenumi Etüd rohen Deutschen Ges ert hat, denn Des als eine eftandes an irtschaftlicher el jedes ge ie Front ge Deutsche So Bon verhält hat fich die de Ausdeh tiger Unter seinen Gin St, der zwar erfannt wird gänglich ist, Finer aber derspruch er: höheren Le besser daran d, und wenn Ernährung, hnung, Feh menheit der en Fallieres in heftigen Die Fallieres on 1789 und Mantel mo ur Geld zur it stürze sich t die Mili ng der Mai: e wiederholt nicht die Re szten sich die Interessant rüffel auf 10 Präsidenten herung. 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Ein Hiller, bens Stirmen Serzens prie hide, chinesische Soldaten auf der Station Gantichun japanische Angestellte. Der japanische Konsul hat Entschädigung der Verwundeten und Bestrafung der Schuldigen verlangt. Kleine Nachrichten. Bäderfrequenz. Davos 11 233; Rarlsbad 3422; Kisingen 1443; Nauheim 3599; Neuenahr 1084; Soden( Taunu8) 121. Stiftung für Lebensretter im Gebirge. Andrew Carnegie hat der Schweiz eine Summe von 525 000 Mark überwiesen, deren Zinsen Personen zufallen sollen, die sich durch beondere Heldentaten bei Hilfeleistungen im Gebirge auszeichnen. Im Falle des Todes eines solchen Retters soll die betreffende Summe an dessen Witwe oder seine sonstigen Erben ausgezahlt werden. Ein sozialdemokratischer Nelkentag? Die sozialdemoIratische Arbeiterschaft beabsichtigt, nach Blättermeldungen, in Bremen dem für den 10. Mat geplanten Kornblumentage einen sozialdemokratischen Blumentag entgegenzustel= len. Frauen und junge Mädchen sollen amt 10. Mai rote Nelten zum Besten des sozialdemokratischen Wahlfonds verfaufen. Ein Lotteriegewinn auf dem Sterbebette. In Freising ( Bayern) hat ein Mann nur eine Stunde vor seinem Tode aus Hamburg die Nachricht erhalten, daß er 10 000 Mark In der dortigen Lotterie gewonnen habe. Der Gewinner lag jedoch bereits im Sterben und konnte über den ihm In letzter Stunde gewordenen und nun den Erben zufallenden Gewinn nicht mehr verfügen. Nordamerikanische Mormonenmiffionare entfalten in Jüngster Zeit in Nürnberg eine eifrige Propaganda. Da eine solche im Widerspruch zur bayerischen Verfassung stehen soll, wurde vorgestern abend eine geheime Mormonenanhänger- Bersammlung polizeilich aufgelöst. Der Ladendieb in der Rattenfalle. In Ludwigshafen stellte ein Kaufmann, dem fortgesetzt Geld aus der Ladenkaffe gestohlen wurde, abends eine Rattenfalle davor und setzte sich auf die Lauer. Nach zehn Minuten schon ertönten Schmerzensschreie, und ein 14jähriger Junge aus dem selben Hause hatte sich in der Falle gefangen. Ein schwerer Unglücksfall hat sich am Sonnabend auf der Friedrich Wilhelmshütte bei Mülheim( Ruhr) ereig net. Dort stürzten vier Arbeiter von einem mit Eisenkoustruktion aufgeführten Neubau ab. Drei waren sofort tot, der vierte schwer verletzt. Bluttat eines entlassenen Zuchthänslers. In Losheim bet Trier drang ein entlassener Zuchthäusler in das Haus setner inzwischen verheirateten früheren Braut ein, um fle zu erstechen. Er kam irrtümlich an das Bett der 14jährtgen Schwester der Frau und stach diese nieder. Der Täter ist im Walde schlafend verhaftet worden. Todessturz eines Aviatikers in China. Der französtsche Flieger Ballon, der in Schanghai war, um der chinesischen Militärverwaltung den Sommerapparat vorzuführen, stürzte am Sonnabend bei einem Fluge aus mehr als zweihundert Meter Höhe ab. Mau zog ihn tot und fürch= terlich verstümmelt unter den Trümmern seines Apparates hervor. Aus den Gerichtssälen. Zum Tode verurteilt wurde vom Schwurgericht in Ulm der Taglöhner Johann Jakob Leutz von Höldis, der beschuldigt war, in der Nacht vom 11. auf den 12. November v. J. den Bauern Jakob Knaupp auf dem Heimwege von einem Holzverkauf auf der Straße auf seinem Wagen überfallen, erschlagen und ausgeraubt zu haben. Der Angeklagte hat kein Geständnis abgelegt. Mahnung verjährter Schuld als Nötigung. Das Schöf fengericht Erlangen hat einen Zinngießer, der einen bereits als Arzt etablierten früheren Erlanger Studenten fortgesetzt zur Bezahlung einer verjährten Schuld von 22 Mark gemahnt hatte, wegen Nötigung zu 3 Mark Geldstrafe verurteilt. Vermischtes. Drei schwere Einbrecher, die in Bingen bei einem Spediteur den Kassenschrank erbrochen und dobei 300 Mark erbeutet hatten, wurden am Freitag abend am Mainzer Hauptbahnhof festgenommen. Durch ein Versehen war der Koffer der Einbrecher in Bingen stehengeblieben; er tam erst mit einem späteren Zuge hier an, wo er durch seine außerordentliche Schwere auffiel. Als man ihn einer näheren Prüfung unterzog, fanden sich darin die modernsten Einbrecherwerkzeuge, u. a. Gebläse, Einrichtungen zum Schmelzen von Stahlplatten usw. Die Einbrecher, die nach Frankfurt fahren wollten und sich noch im Wartesaal zweiier Klasse aufhielten, wurden daraufhin festgenommen. Die Verhafteten sind der 27jährige Schlosser Peter Hankethel aus Westhagen, der 22jährige Karl Rappmann aus Sangerhausen und der 35jährige Kellner Karl Hartmann aus Erfurt. Eine Familientragödie hat sich Sonnabend ebend in Niederschönhausen bei Berlin abgespielt. Nach einem ehelichen Zwist suchte sich dort in ihrer Wohnung die vierzigjährige Frau des Straßenbahnschaffners Bergmann mit ihren beiden Kindern im Alter von fünf Monaten und sieben Jahren mit Leuchtgas zu vergiften. Die Tat wurde aber noch rechtzeitig von anderen Hausbewohnern, die durch den starken Gasgeruch aufmerksam geworden waren, entdeckt, so daß Mutter und Kinder nach längeren ärztlichen Bemühungen ins Leben zurückgerufen werden konnten. Die Frau hatte sich sonntäglich angekleidet und auch ihre Kletnen geputzt, um so in den Tod zu gehen. Frau und Kinder wurden in der Küche aufgefunden, wo sämtliche Gashähne geöffnet waren. Einige Minuten später, und das Unglück wäre geschehen. Der Mann erhielt im Dienst Mitteilung vollständiges ausgewachsenes Tier, stürzt sich sogleich mit ständig wachsender Begierde auf den Dompteur und es beginnt ein Kampf um das Fleisch, das der Dompteur durch geschickte Wendungen dem Tiger eine Zeitlang zu entziehen sucht, bis er es schließlich aus der Hand des Dompteurs als Belohnung erhält. Bei diesem Kampfe Schnappte„ Royal" am Dienstag nach der Hand des Dompteurs und grub seine Zähne hinein. Wagner trug eine erhebliche Wunde davon. Es gelang ihm, den Tiger von sich abzuschütteln und mit der Peitsche von weiteren Angriffen abzuhalten. Eine Monster- Hochzeit. Wie aus Baczka- Madaras in Ungarn mitgeteilt wird, fand dort kürzlich eine jener groBen Bauernhochzeiten statt, bei denen die gesamte umwohnende Bevölkerung tagelang bewirtet wird. Das Komitat Bacs- Bodrog ist eines der fruchtbarsten Gebiete Ungarns, und die reichsten Bauern des Landes sind dort ansässig. Von dem Wohlstande des Brautvaters, der unlängst sein Töchterlein Mali, das schönste Mädchen in meilenweitem Umkreise, einem reichen Nachbarssohn zum Weibe gab, fann man sich einen Begriff machen, wenn man hört, was bei der vier Tage dauernden Hochzeitsfeier an Speisen und Getränken vertilgt wurde. Mehr als 1400 Gäste wa ren erschienen und taten sich gütlich an den wohlzubereite ten Braten von drei Mastochsen, acht Schafen, sechs Kälbern, 650 Gänsen, 425 Buten, 1200 Hühnern und 600 Tauben; dazu wurden verzehrt 3400 Brötchen, 400 Pakete 3wieback und annähernd zwei Zentner Reis. Zur Anfeuchtung dieser guten Dinge leerten die Schmausenden 1320 Gallonen Wein und 106 Tonnen Bier. Fünf Kapellen spielten abwechselnd Tag und Nacht zum Tanz auf. Von dem Kinderreichtum, der in zahlreichen Familien der Westpfalz und des Saargebietes zu finden ist, wo steben bis neun Kinder fast die Regel und ein Dutzend und mehr ganz alltägliche Erscheinungen sind, geben folgende Zahlen Zeugnis. Das 16 000 Einwohner zählende St. Ingbert hat 2485 Kinder in der katholischen, zirka 600 in der protestantischen und rund 250 in seinen Mittelschulen, also 3350 schulpflichtige Kinder, mehr als ein Fünftel seiner Einwohnerschaft! Nicht geringer dürfte die Zahl der noch nicht schulpflichtigen Kinder sein. Der Industrie wird's also lange hinaus nicht an Arbeitern fehlen. Das Doppelleben eines Defraudanten. Die Unterschlagungen des städtischen Landmessers Wölfert in Berlin, der, wie seinerzeit berichtet, in seiner Eigenschaft als Kassierer des Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien die Summe von 200 000 Mart unterschlug, hatten zu der Vermutung Veranlassung gegeben, daß Wölfert einen großen Teil des unterschlagenen Geldes beiseite ge= schafft habe. Man konnte sich anfangs nicht erklären, wo er außer seinen eigenen Bezügen die veruntreuten großen Beträge gelassen haben sollte. Die Vermutung trifft aber nicht zu. Wölfert, dessen geistiger Verfall wohl auf eine Krankheit in der Jugend zurückzuführen ist, war eigentlich schon seit 1904 geschäftsunfähig. Damals erlitt er den ersten Schlaganfall, und seitdem ging es mit ihm förperlich und geistig immer mehr bergab. Es steht nach dem Urteil der Aerzte, wie schon berichtet, fest, daß er nicht nur das veruntreute Geld, sondern auch seine Einnahmen, die mit Nebenbezügen bis zu 12 000 Mart im Jahr betrugen, und sein eigenes Vermögen von 12 000 Mart aufgebraucht hat. Der in kinderloser Ehe lebende Mann war zu Hause so geizig, daß er seiner Frau das Wirtschaftsgeld bis auf die Groschen nachrechnete. Um so verschwenderischer war er in seiner Lebenshaltung außerhalb der Häuslichkeit. Wohl selten hat jemand ein Doppelleben so konsequent durchgeführt wie er. Sobald er das Haus verlassen hatte, spielte er den Grandseigneur. Er machte mit Frauen und Mädchen große Reisen und gab seinen Geliebten in eleganten Lokalen die teuersten Diners. In mehr als einer Familie war Wölfert der gute" Onkel", der sich von dem Ehemann anborgen ließ, während er die Frau reich beschenkte. Das Gewicht der englischen Krone. Die englische Presse die sich ausführlich mit den bevorstehenden Krönungsfeierlichkeiten beschäftigt, widmet natürlich dabei auch den Krönungsinsignien, die für diesen einen Tag aus den festen Mauern des Tower herausgeholt werden, eine ganz besondere Beachtung. Noch kein Blatt hat aber auf das außerordentlich schwere Gewicht der Krone aufmerksam gemacht, die der König während der mehrere Stunden dauernden Feier zu tragen hat. Durch das Gewicht der Krone, mehr als vier Pfund, wird die Krönung für den Herrscher überaus anstrengend. Es läßt sich verstehen, daß er am Ende müde und abgespannt ist. Als König Eduard VII. bei der„ Anprobe" der Krone( denn die Kronen werden dem Herrscherpaare angeprobt, um die richtige Weite herstellen zu können) zu seinem Schrecken ihr Gewicht kennen lernte, erteilte er seinem Zeremonienmeister, der das Programm zu entwerfen hatte, den ausdrüdlichen Befehl, an mehreren Stellen Pausen in Aussicht zu nehmen, nicht nur, um kurze Minuten ausruhen zu können, sondern um nor allen Dingen die schwere Last der Krone nicht unausgesetzt tragen zu müssen. Am Schlusse einer derartigen Pause äußerte er lächelnd zu seiner Umgebung: Dichter und Philosophen reden und schreiben stets von der Last einer Krone; sie wissen aber doch nicht, wie schwer es ist, eine Krone zu tragen. von dem traurigen Vorfall und eilte sofort nach Hause. Der Kaiser und die Erben von Cadinen. Nach einer anderen Version hat die Frau die Tat aus Gram darüber verübt, daß gestern vor Jahresfrist ihr elfjähriger Sohn totgefahren wurde. Unter dem Verdacht großer Kautionsschwindeleien sind die Inhaber eines Berliner Detektivbureaus in der Großen Frankfurter Straße verhaftet worden. Das Bureau trug den Namen„ Roland". Wie festgestellt ist, sind die beiden Inhaber ein früherer Maurer namens Schnei der und ein Kaufmann Liedemann. Sie hatten eine gan= ze Anzahl von Angestellten engagiert und sie um höhere Kautionen betrogen. Als einige der Angestellten sich da= rüber beschwerten, daß sie keine Beschäftigung hätten, und thre Kaution zurückverlangten, wurde der ganze Schwindel aufgedeckt und die beiden Inhaber konnten noch rechtzeitig verhaftet werden. Die Kautionssummen hatten sie verbraucht. Von einem Tiger angefallen. In der Abschiedsvorstellung des in Eisleben gastierenden Zirkus Charles wurde der Dompteur Wagner am Dienstag von einem Tiger angefallen. Die Schlußnummer des Zirkusprogramms bringt die Vorführung von sieben wildeingefangenen Tigern durch den Dompteur Wagner. Bei dieser Dressurnummer spielt sich auch eine Szene ab, die sich Kampf zwischen Mensch und Tiger" betitelt. Wagner erscheint dabei in der eisenumfriedigten Manege, in der rechten Hand ein Stüd rohen Fleisches haltend. Der Tiger„ Royal", ein Durch den gemeldeten Zwischenfall bei Genua, wo die Erben des Landrats Birkner dem Kaiser wegen des Gutes Cadinen mehrere Dokumente in den Wagen warfen, ist die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf den Erwerb des Gutes von Cadinen gelenkt worden. Es werden darum, wie der Inf." von hervorragender Seite mitgeteilt wird, einige authentische Einzelheiten über den Erwerb des Gutes von Cadinen von Interesse sein. Dem Kaiser wurde von dem Landrat a. D. Birkner, der mit seiner greisen Gattin ohne direkte Erben dastand, das Gut Cadinen angeboten, da es völlig verfchuldet und ziemlich stark ver wahr lost war. Dieses Angebot erfolgte im November 1897. Der Kaiser, der Geschenke grundsählich abIehnt, sobald Erben vorhanden sind, ließ sich über die einschlägigen Verhältnisse erkundigen. Er erfuhr, daß das Gut an sich in dem jezigen Zustande nur ein sehr geringes Vermögensobjekt darstelle, und daß Gefahr bestehe, daß es an polnische Hände übergehe, da der feßige Besitzer es nicht halten könne. Nun handelt es sich um einen alten Besitz des Deutschen Ritterordens", der mit diesem Gute im Jahre 1442 den Ritter Hans von Baisen belieh. In dessen Familie verblieb es viele Jahrhunderte. Um nun dem bisherigen Besizer, Landrat Birkner, einen Gegenwert zu verleihen, der das greise Ehepaar vor den Sorgen des Lebens bewahren sollte, nahm der Kaiser im Oktober 1898 das Gut unter der Bedingung an, daß der Landrat Birkner und seine Gattin als Ersatz dafür eine sehr bedeutende lebenslängliche Jahresrente annähmen, die den Ertrag des Gutes sehr bedeutend übertraf. Das Gut Cab dinen, das einen Flächenraum von 1635 Hektar umfaßt, brachte, als der Kaiser es im Herbst 1898 übernahm, nicht einen Pfennig Ueberschuß, sondern es wurde im Gegen teil durch die schlechte Bewirtschaftung und Verwaltung mit ungeheurer Unterbilanz gearbeitet. Bevor man überhaupt aus dem Gute irgend einen Vorteil herauswirtschaften fonnte, mußten alle Einrichtungen erneuert werden, mußte eine rationelle Bewirtschaftung unter Aufwendung größe rer Mittel eintreten. Jetzt ist hier eine Kanalisation ges schaffen, es ist eine wirtschaftliche Wasserversorgung einge richtet worden, der landwirtschaftliche Betrieb wurde durch neue Maschinen gehoben, es wurden Wohnungen für die Arbeiter gebaut, fura, aus einer Wüste wurde durch bc= trächtliche Mittel ein rentables Gut geschaffen. E3 wurden Terrafottenfabriken eingerichtet, die sich im Jahre 1905 zu den Cadiner Majolikawerkstätten auswuchsen. So wurde Cadinen ein wertvoller Besitz. Drabtnachrichten und neuestes. Vom Aufenthalt des Kaisers in Straßburg. Straßburg( Elsaß), 8. Mai. Der Kaiser, der Herzog und die Herzogin von Sachsen- Koburg, der Reichskanzler, der Statthalter, Fürst zu Fürstenberg und die Herren der Umgebung haben am Sonntag um 1 Uhr 15 Minuten mit Automobilen eine Fahrt nach der Hohkönigsburg ange= treten. Im Automobil des Kaisers hatten der Reichsfanzler, der Statthalter und Staatssekretär Zorn von Bu lach Platz genommen. Die Fahrt erfolgte über Benfeld, Schlettstadt und St. Pilt. Kurz vor 3 Uhr traf der Kaiser auf der Hohkönigsburg ein. Nach 5 Uhr erfolgte die Abfahrt nach Straßburg, wo die Ankunft um 6 Uhr 45 Min. stattfand. Um 8 1hr nahm der Kaiser das Diner bei dem Staatssekretär Freiherrn von Bulach. Herr v. Kröcher über die politische Lage. Cöln, 8. Mai. In einer Cölner Wählerversammlung wandte sich der Präsident des Abgeordnetenhauses von Kröcher gegen den Vorwurf, daß der schwarz- blaue Block bei der Finanzreform den Fürsten Bülow gestürzt habe. Den Nationalliberalen warf der Redner vor, daß sie den Gouverneursposten von Berlin im Etat hätten stretchen wollen, einen Posten, auf den heute im Hinblick auf die Soztaldemokraten der beste Mann Preußens gehöre. Der spanische Vorstoß in Marokko. Madrid, 8. Mai. Der längst angekündigte Vormarsch der Spanier auf Tetuan begann Sonnabend abend. Laut einem Telegramm des„ Imparcial" aus Ceuta ließ dort der kommandierende General Alfau durch eine Kompanie Piontere Schanzgräben anlegen, 250 Riffschüßen anholen und Fedrigo und Johama besetzen, die den Weg nach Tetuan beherrschen. Zwei große Dampfer vor Ceuta sollen die Truppen nach der Mündung des Flusses Martin beför= dern, der Tetuan durchfließt. Der Imparcial" bemerkt dazu, diese Operation erfolge in Ausführung des Spanien durch die Algecirasakte gegebenen Auftrags behufs Beseitigung der Räubereien um Tetuan und Ceuta und Lahmlegung des Waffenschmuggels. Bedrohliche Lage in Persien. Teheran, 8. Mai. Infolge einer Hungersnot ist in Jspahan ein Aufstand ausgebrochen. Eine Volksmenge zerstörte das Polizeibureau und das Stadtamt und tötete ein Mitglied der Stadtverwaltung. Sie stürmte sodann das Haus des Gouverneurs, wurde jedoch zurückgeworfen. An dem Aufruhr nahmen auch Soldaten und Bachtiaren teil. Die Bewegung trägt einen antifonstitutionellen, flerifalen Charakter. Der russische Konsul hat von den Behörden gefordert, die Sicherheit der russischen Untertanen zu gewährTeisten. Teheran, 8. Mai. Zwei Brüder, die Häupter einer angesehenen Familie, die sich mit einer Eskorte auf dem Wege nach Schiras befanden, wurden überfallen. Einer wurde getötet, der andere ist vermutlich entkommen. Das Verbrechen wird dem Kaschgaistamme zur Last gelegt. Präsident Diaz will abdanken. Merifo, 8. Mai. Präsident Diaz hat ein Manifest erlassen, in dem er erklärt, er habe die Absicht zurückzutreten, sobald der Friede wiederhergestellt sei. Der Entschluß des Präsidenten zurückzutreten, wurde überall mit Jubel aufgenommen. Diaz behält sich vor, selbst zu entscheiden, wann der Friede wiederhergestellt fci. Selbstmord eines Geisteskranken. Frankfurt a. M., 8. Mai. Der 35jährige Streckenarbeiter August Steinbach, Schwälmerstraße 14, der morgen in die Irrenanstalt gebracht werden sollte, wurde hente früh mit durchschnittenem Halse in seiner Wohnung aufge= funden. Als die Rettungswache Hilfe bringen wollte, befam er einen Tobsuchtsanfall. Infolge des erlittenen Blutverlustes ist Steinbach gestorben. Zwei Briefträger vom Zuge überfahren. Triebes( Neuß 1. L.), 8 Mai. Sonnabend abend wurden auf der hiesigen Station zwei Briefträger von einem Zuge überfahren. Der Briefträger Elert war sofort tot, der Briefträger Köhler wurde schwer verletzt. Große Textilarbeiteraussperrung in Westfalen. Münster( Westfalen), 8. Mai. Der Verband der Textilindustriellen des Münsterlandes hat am Sonnabend allen organisierten Arbeitern und Arbeiterinnen gefündigt. Es tommen 12 000 bis 15 000 Personen in Betracht. Schweres Unglück auf der Heimfahrt von einer Hochzeit. Dresden, 8. Mai. Gestern morgen scheuten auf der Heimfahrt von einer Hochzeit die Pferde des Gutsbesitzers Naecke in Dippoldiswalde und gingen durch. Der Wagen wurde gegen einen Baum geschleudert und die mitfahrende Frau Kestner wurde getötet. Herr und Frau Naece erlitten Schädelbrüche und innere Verletzungen, während Kestner und ein Knecht mit leichten Verletzungen davonkamen. Zum Morde an der Frau des Schlächtermeisters Nicel in Berlin. Berlin, 8. Mai. Heute morgen wurde der Schlächtergeselle Försterling, der als Mittäter bei der Ermordung des Schlächtermeisters Nickel in Frage kommt, in seiner Wohnung in der Dragonerstraße verhaftet. Bootsunfall auf der Spree. Berlin, 8. Mai. Sonntag vormittag mieteten drei Personen bei Nieder- Schöneweide ein Wasservelosiped zu einer Spazierfahrt; unterwegs nahmen sie noch drei Personen auf, so daß das Wasserrad überlastet war. Durch Dummheiten von zwei jungen Burschen schlug das Rad um, und alle stürzten ins Wasser. Mannschaften eines Ruderklubs retteten zwei junge Mädchen und zwei junge Männer. Die beiden Urheber des Unheils ertranken. Sensationelle Meineidsaffäre. Berlin, 8. Mai. Aus Deutsch- Ostafrika meldet ein heute eingelaufenes Telegramm, daß der Referent beim Gouvernement, Regierungsrat Freiherr v. Wächter, am Sonnabend wegen Meineides zu 16% Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Ein Flug über den Sund. Kopenhagen, 8. Mai. Der belgische Flieger Cozio überflog gestern von Malmö aus den Sund in 45 Minuten und landete auf dem Kopenhagener Flugplatz. Er gewann damit 2000 kronen. Schwerer Ballonunfall. Zürich, 8. Mai. Ein Freiballon geriet gestern gegen die Hochspannung eines Fabrikbetriebes. Das Schleppsett verfing sich in den Leitungsdrähten. Sofort schoffen elef trische Strahlen aus der 45 000 Volt starken Leitung hervor. In diesem Augenblick fiel ein Passagier aus dem Korb etwa 40 Meter teif hinab und wurde am linken Fuß schwer verletzt. Der Verunglückte soll ein deutscher Offizter sein, der in Konstanz mit dem Ballon aufgestiegn war. Vergebung von Straßenbauarbeiten. Die zur Verbreiterung der Zufuhrstraße auf dem Bahnhof Obbernhofen- Bellersheim erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen durch schriftliche Angebote bergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten( Regierungsgebäude Zimmer Nr. 23) zur Einsicht offen. Die Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben werden, find mit entsprechender Aufschrift versehen, postfret bis Dienstag, den 16. d. Mts., vormittags 10 Uhr ebendaselbst einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 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