95 15 31838 1838 Bil, NSA dalles veisen. mann ar mmer Cer W. 38 € 8. ich da Trader er im Gebrauch gslen sind Preisliste sted. Branche dfahrer- Betartikel, Na Uhren etc. 5 von den Werken kEinbeck Deutschlands rei. günstigen Be Chten durch imburg. SERDICHTEN OCHGLANZI te mittel 80 40 50 85 681& S 30 10 16 918 ! OHNE NKURRENZI 50 g. tt. 4 Il. in Gießen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Itegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 58. - Telephon: Nr. 362. um Vor der Entscheidung. Morgen Freitag sind alle Wähler des Wahlkreises Gießen berufen, an die Wahlurne zu treten, dort einem Manne ihre Stimme zu geben, der, wenn auch nur für eine kurze Zeit, ihre Interessen in dem deutschen Reichstage zum Wohle unseres Vaterlandes vertreten soll. Die Wortführer der Sozialdemokraten haben, obwohl sie sich bei der Agitation etwas zurückhaltender zeigen, im Reichstag öffentlich erklärt, daß die nächsten Wahlen unter dem Wahlspruch„ Republik" geführt würden. Auch Genosse Krumm in Gießen hat dies durch seine Ausführungen über den Zukunftsstaat zur Genüge dargetan. Wenn bei der famosen„ Expropriation" aller Arbeitsmittel der Staat die besitzenden Klassen entschädigen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag den 9. März 1911 Blut geworden, daß ihn eigentlich niemand mehr ernstlich anzutasten wagt; er steht jenseits aller Anfechtung, jenseits aller Parteikämpfe, erhaben über dem Zank u. 3wiespalt des Parteihaders, woran es gerade der Gegenwart so wenig mangelt. Mit Ausnahme der Sozialdemokratie, der Polen und einiger vereinzelten Mit glieder aus anderen Parteien trat das Reichsparlament für die Forderungen des Heeresverstärkungsgesetzes ein. Hierbei wie bei der folgenden Aussprache über den Militäretat stimmten mit dem Leiter der Heeresverwaltung die Wortführer der bürgerlichen Parteien in dem Ausdruck der Ueberzeugung überein, daß die Wehrfrage trennende Gegensätze und Widersprüche ausschließen muß, daß sie unsere wichtigste Frage darstellt, in der unser gesamtes Wohl und Wehe beschlossen liegt, daß es auf diese Frage immerdar nur eine einzige Antwort geben darf, die der unbedingten opferbereiten Bejahung, die so selbstverständlich ist wie der zuversichtliche Glaube eines machtgebietenden, machtvoll vorwärts strebenden Volkes an seinen ungeschmälerten Fortbestand und seine Zukunft. wollte, würde auch im Zukunftsstaate Reichtum und Armut nicht verschwinden. Als der Kandidat der wirtschaftlichen Vereinigung diese Zukunftsträume einmal gehörig beleuchtete, wurde Genosse Krumm immer kleinlauter und heute sagt jeder in Gießen, daß durch diesen Reinfall der Stern des Genossen Krumm im Erbleichen ist. Warum auch auf einem neuen Staat warten, wenn Herr Krumm sein Vermögen und Geschäft verteilen will, kann er das heute schon, er findet Lieblichen Wohlfahrt und Machtstellung, der Träger unserer haber. Von dem Kandidaten Beckmann weiß man in Bürgerkreisen nichts, es heißt nur, er verstände sein Mäntelchen nicht so nach dem Winde zu hängen wie Herr Krumm. = Unser Heer, das war der Grundton fast aller Reden, ist die sicherste Gewähr des Friedens nach außen und im Innern, die Bürgschaft unserer Größe und Ehre, der Hort und Hüter unserer politischen und wirtschaft nationalen Geschicke, unseres nationalen Berufes, die Schule förperlicher und ſittlicher Volksgesundheit.„ Der Friede der Welt beruht auf den deutschen Bajonetten. Wir lassen an dieser Heeresmacht nicht rütteln!" Also schloß ein Parteiführer. Der nächste begann:„ Die Söhne Dann kommt die freisinnige" Volkspartei, die des Landes, dieses kostbarste Gut der Nation, müssen sich diesmal eine Attraktion ersten Ranges leistet und auch die besten Gewehre und die besten Kanonen haben!" einen evangelischen Pfarrer auf den Schild erhebt.„ Der Mehrere Redner rühmten die eindrucksvolle Einmütig Bund der Landwirte bildet eine einzige Genossenschaft feit in der Behandlung der Heeresvorlage durch die namit unbeschränkter Habgier" und„ Die Konservativen protionalen Parteien, und der preußische Kriegsminister duzieren den Mist und die Nationalliberalen fahren ihn stellte fest:„ Mit der Aufnahme, die die Militärvorlage hinaus", das sind zwei Aussprüche dieses Mannes, die bei allen nationalen Parteien gefunden hat, kann das er auf Agitationsreden an anderen Orten gehalten hat, deutsche Volk zufrieden sein." Im Verlaufe der Berataber hier, wo es gilt die Stimmen der Bauern zu er- ung des Heeresetats endete ein Redner mit dem Satze: halten, da hört man plöglich nichts mehr von Fleisch„ Unser Heer ist ein Volksheer", und der folgende Rednot und Brotwucher der Agrarier, sondern man ver= ner sagte:„ Wir können stolz sein auf unsere Armee, auf spricht ganz entgegen dem Parteiprogramm für den das Volksheer." So flangen denn voll und einheitlich Schutz der Landwirtschaft und für die Zölle einzutreten. die Stimmen zusammen in dem Bekenntnis, daß un Sein Kampf gilt nur noch den jetzt mit zwei geläufigen fere Wehrmacht in ihrer Schlagfertigkeit und Kriegsbefreisinnigen Schlagwörtern als„ Ritter" und„ Heilige" reitschaft den Willen unseres waffenfrohen, waffentüchbezeichneten. Nun Herr Korell möge bedenken, daß die tigen Volkes heute und allezeit verkörpern soll, daß unschlimmsten Ritter die sind, die nicht mit blanken Wasser Heer wie keine andere Einrichtung die wirksamste Zufen kämpfen und daß die gefährlichsten Heiligen eben sammenfassung unserer Kräfte, die Verwirklichung undie Scheinheiligen sind, die heute so und morgen an- serer nationalen Gemeinschaft, unserer vaterländischen ders reden. Daß er selbst in der Stichwahl einen So- Zusammengehörigkeit ist und bleibt. zialdemokraten wählt, hat er ja erklärt und entsprechend der ganzen Vergangenheit der freisinnigen Partei erwarten auch die Sozialdemokraten die kräftigste Unterstützung ihres Kindes in der Stichwahl. Weniger ist zu sagen über die nationalliberale Kandidatur. Sie war voreilig aufgestellt und die Leute, die geglaubt hatten, daß der national- gesinnte Professor der vorhin erwähnten sozialdemokratischen Wahlparole die Losung:„ Kaiser und Reich",„ Gott und Vaterland" entgegenstellen würde, waren enttäuscht, statt dessen in der ersten Zeit aus seinen Reden nur die Devisen„ Seradella und Rotklee" Stoppelrüben und künstlicher Dünger" zu hören. Damit sollte der damals noch lebende Philipp Köhler aus dem Feld geschlagen werden. Unsere Hoffnung beruht auf dem gesunden Sinn der hessischen Bauern und des Mittelstandes. Wir haben die feste Zuversicht, daß alle Mann am 10. März, kurz nachdem sich der Grabeshügel über dem großen Toden Philipp Köhler gewölbt hat, durch die Abgabe Eures Stimmzettels zweifellos bekundet: daß Kaiser u. Reich dem deutschen Bauer noch kein leerer Schall ist und daß trotz aller Sozialdemokraten und ihrer freisinnigen Helfershelfer das Hessenland einer jener Felsen ist, denen das deutsche Volk seine heiligsten Güter, Deutschtum und sein Christentum bewahren wird. Der Stimmzettel am 10. März darf darum nicht ders lauten als Dr. Ferdinand Werner, Butzbach. auf ſein - anDer Heeresetat im Reichstage. Wie tief und fest in allen bürgerlichen Parteien das Bewußtsein von dem Werte unseres Heeres wurzelt, bezeugen die letzten Erörterungen des Reichstages über die Heeresvorlage( Quinquennat) und den Heeresetat. Der Gedanke, daß unser Heer stark und gesund, auf der höchsten Höhe der Leistungsfähigkeit und Vervollkommnung erhalten nichts anderes bedeutet, als die Lebensbedingungen unseres staatlich geeinten Volkstums wahren und sicherstellen, ist heute in unserem Volke so Fleisch und Selbst der Vertreter der Sozialdemokratie mußte ge= stehen:„ Eine solche Militärfreudigkeit, wie im deutschen Reichstage, gibt es in feinem Parlament der Welt." Damit besiegelte er zugleich die klägliche Niederlage, die sich seine Partei mit dem Versuche geholt hatte, gegen unser Volksheer Sturm zu laufen. Das Hauptverdienst, daß den sozialdemokratischen Heeresfeinden gründlich heimgeleuchtet wurde, gebührt dem preußischen Kriegsminister. Seine Reden boten den Kern alles dessen, was über das Wesen und Wirken unseres Volksheeres gesagt werden muß, um die Angriffe der Umstürzler zu entfräften. Schlagend, nicht nur mit wuchtigen Worten, sondern zugleich mit überzeugenden, auf Tatsachen fuß enden Beweisen, widerlegte er die Behauptung, daß der Militarismus fulturfeindlich und unproduktiv sei. Frank reich braucht für seine Wehrmacht 34 v. H. seiner Gesamtausgaben, Deutschland nur 15½ v. 5. Von den Ausgaben für das deutsche Heer fließen aber nur 1½ Millionen ins Ausland, das Uebrige bleibt im Inlande, fruchtbringend, indem es vielen Zweigen unseres Erwerbslebens Tätigkeit und Verdienst gewährt und tausenden von Arbeitern zugute kommt. Herr v. Heeringen nannte die Heeresfosten eine billige Versicherungsprämie für die gesamte Volkswirtschaft. Was ein starkes Heer kostet, wird ins Unermeßliche aufgewogen durch die Fortschritte, die es auf allen Gebieten durch die Erhaltung des Friedens ermöglicht. Unschätzbar aber wie die Verluste durch einen Krieg, einen unglücklichen wie auch einen siegreichen, ist der Segen des Heeres als des Hauptmittels der Erziehung des Volkes zur Manns= zucht, zu den Tugenden der Männlichkeit und Wehr tüchtigkeit, des Gehorsams, des Pflichtgefühls und der Treue. Und im Hinblick auf die sozialdemokratische Gefahr schloß der Kriegsminister eine seiner Reden mit dem Hinweis darauf, daß die Armee in ernsten Zeiten berufen ist, das Rückgrat des Staates zu bilden. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 9. März * Reklamationen wegen unregelmäman Biger 3ustellung der 3eitung wolle ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. unverzüglich bei der Geschäftsstelle vorbringen. Es wird dann sofort für gründliche Abhilfe gesorgt werden, die aber nur möglich ist, wenn jeder einzelne Fall zur Kenntnis der Geschäftsstelle gelangt. * Gießen. Privatdozent der romanischen Philologie, Prof. Dr. W. Küchler, hat, wie verlautet, den Ruf nach Würzburg als a. o. Professor angenommen. -ö Gießen. Am Montag und Dienstag fanden hier in Steins Garten die angesagten Vortragstagungen der kirchlich positiven Vereinigung statt. Alle drei Vorträge waren sehr gut besucht, besonders der Vortrag am Dienstag nachmittag. Mit welch großem Interesse man den Vorträgen folgte, bewiesen die lebhaften Aussprachen nach den einzelnen Vortragsthemen. Die so glänzend verlaufenen Vortragstagungen waren so recht geeignet, der kirchlich- positiven Vereinigung neue Freunde, neue Mitglieder zuzuführen. * Gießen. Der Vorstand des Hess. Landesvereins vom Roten Kreuz hat als Nachfolger des verstorbenen Wirkt. Geheimrats D. Buchner Exz. den Generalleutnant or wan Exz. zu Darmstadt zu seinem Vorsitzenden gewählt. Gießen, 8. März. Neuerdings mehren sich die Klagen wieder über falsches Geld. Nicht nur falsche Ein- Markstücke mit der Jahreszahl 1906 und dem Münzzeichen F sind im Umlauf, sondern auch Ein- Markſtücke mit der Jahreszahl 1881, dem Münzzeichen A und solche mit der Jahreszahl 1907 und dem Münzzeichen G. Während diese Ein- Markstücke leicht als gefälscht zu erkennen sind, ist dies bei falschen 25- Pfennigstücken, die gleichfalls im Umlauf sind, schwieriger. Die Falsifikate tragen die Jahreszahlen 1909 und 1910 und das Münzzeichen A. Sie sind den echten 25- Pfennigstücken gut nachgemacht, sie haben jedoch ein leichteres Gewicht, einen besseren Klang, fühlen sich etwas fettig an und können leicht umgebogen werden. * Gießen, 9. März. Die Rückzugsplänkeleien des scheidenden Winters haben begonnen. Gestern hatte schon ein leichter Nachtfrost eingesetzt und heute gab es eine Wiederholung in verstärkter Auflage. Gräben und Wassertümpel waren von einer dünnen Eisschicht über30gen und an den Gräsern hing dichter Reif. Dazu herrschte ein recht ungemütlicher Novembernebel. Wiesbaden. Die Handwerkskammer hat sich für das Projekt der Schnellbahn Wiesbaden- Frankfurt ausgesprochen. -1- Druckfehler- Berichtigung! Mehrere Führer der ausgesprochen christlichen Wähler haben am Mittwoch ein Zirkular für die Kandidatur Dr. Werner versenden lassen, in dem das Wort„ verfluchen" als verflachen" zu lesen ist. Alle, welche das Rundschreiben empfangen und Kenntnis davon genommen haben, wollen die betr. Stelle in dem hiermit berichtigten Sinne deuten. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. wo Gießen, 8. März 1911. Da der noch angesetzte Verhandlungspunkt infolge Krankheit der Angeklagten in dieser Periode nicht zur Verhandlung kommen kann, war die heutige Sache gegen das Dienstmädchen Veronika Brezigheimer die letzte für die erste Periode. Die Angeklagte, am 5. März 1891 zu Großhaubach am Main geboren, war zuletzt in dem Dr. Liebe'schen Sanatorium zu Waldhof- Elgeshausen beschäftigt. Es zeigte sich, daß sie ihrer Niederkunft entgegensah, was sie aber bestritt, auch nachdem sie ärztlich untersucht war und ihr diese Tatsache beſtätigt wurde. Kurz vor der Niederkunft mußte sie in die Gießener Frauenklinik gebracht werden, sie zwei Stunden danach von einem Mädchen entbunden wurde. Nachdem sie wegfähig war, wurde sie mit ihrem Rinde im Gießener Säuglingsheim aufgenommen. Mitte Februar erklärte sie der Oberschwester, sie wolle mit dem Kinde in ihre Heimat. Das Kind wurde ihr darauf mit Reisebedürfnissen übergeben. Sie schlug es jedoch unterwegs in einen Bogen Papier, damit man nicht sehen sollte, daß sie ein Kind trägt. Damit ging sie nach dem Schiffenbergerweg und legte das Kind nackend auf das Eis in einem Gräbchen auf die vor dem Walde gelegene Wiese. Die Angeklagte wurde jedoch beobachtet. Man fand das Kind dort fast erfroren und atemlos und brachte es in die hiesige Klinik, wo es gerettet werden konnte. Die Angeklagte gab an, sie habe die Tat aus Angst vor ihrem Vater begangen, da sie nicht mehr hätte nach Hause kommen dürfen. Nach dem Spruch der Geschworenen konnte nicht Verurteilung wegen Mordversuchs, sondern nur wegen Totschlagsversuchs erfolgen. Das Gericht erkannte, nachdem Staatsanwaltschaft 3 Jahre Gefängnis beantragt hatte, auf 2 Jahre Gefängnis, abzüglich 3 Wochen Untersuchungshaft. die Deutscher Reichstag. das friedliche Zusammenwirken der Konfession stören kann. In der katholischen Geistlichkeit ist kaum ein Wort dagegen gesprochen worden. Dennoch müsse man fragen, war es nö= tig und zweckdienlich, diese Dekrete auch für Deutschland zu erlassen? Die Lehrer unterstehen in ihren Lehren einer staatlichen Kontrolle. Man soll aber nicht überall der Gefinnung der Lehrer nachforschen, das würde zur Gesinn= ungsriccherei ausarten. Wenn die Interessen der Evangelischen gefährdet werden, so werden wir dagegen einschreiten. Das Vorgehen der Kurie auf diesem Gebiete hat uns mit tiefem unbehagen erfüllt. Wir sind Feinde eines jeden Kulturkampfes und wir wollen mit unseren katholischen Mitbürgern in Frieden leben. Dabei ist es nötig, daß eine Konfession auf die andere Rücksicht nimmt. Wir haben eine Gesandtschaft am päpstlichen Stuhl. Der Wert dieses Instituts wird bei uns in Frage gestellt, wenn es nicht benuht Dieser wird zur Verständigung auf firchlichem Gebiet. Volksstimmung hat die Regierung bei threr Stellungnahme Rechnung getragen. Wir wünschen aber nicht, daß uns von ihr Steine in den Weg gelegt werden. Ich meine, daß nicht alle Maßnahmen der Kurie die Rücksicht auf Preußen und die deutschen Verhältnisse beobachtet haben, die unentbehrlich ist, um den befriedigenden Zustand, in dem wir leben, zu erhalten. Der Papst hat niemals verfehlt, zu betonen, daß ihm die Aufrechterhaltung des friedlichen Verhältnisses zwischen Staat und Kirche am Herzen liegt. Würde ich über= zeugt, daß die vom Papst gewollte Kirchenpolitik darauf hinausgeht, unsere Staatsinteressen zu übergehen, dann gelte es Kampf gegen Kampf. Diese Vorausseßung trifft aber nicht zu. Wir müssen auf beiden Setten bemüht sein, Reibungen zu vermeiden. Wir werden Geistliche, die den Eid geleistet haben und als Lehrer an Gymnasien wirken, nicht beseitigen, aber wir werden Geistlichen, welche den Eid geleistet haben den Unterricht z. B. im Deutschen und in der Geschichte nicht mehr übertragen. Die Gesandtschaft beim Vatikan hat uns wiederholt gute Dienste geleistet. Ihre Aufhebung würde die Wünsche der katholischen Bevölkerung unberücksichtigt lassen. Die Vorstellung, daß die Regierung vor ciner ernsten Auseinandersetzung mit Rom zurückschrecke, ist falsch. Ich erinnere daran, daß auch Zürst Bismarck im Kulturkampf seinen Frieden mit Rom gemacht hat. Alle Parteien hegen den Wunsch, der preußische Staat möge den Frieden wahren, solange es ohne eine Minderung seiner wesentlichen Interessen und seiner Würde geschehen fann. Am Dienstag standen die Einnahmen des Militäretats zur Beratung, in denen die erste Rate aus dem Vertauf des Tempelhofer Feldes enthalten ist. Es kam zu etner eingehenden Aussprache über diese, bereits in der Budgetfommission mit Ausführlichkeit erörterte und lange Zeit hindurch in der Presse mit einer vielfach kaum verständlichen Erregung, die die notwendige Sachlichkeit recht oft vermissen ließ, behandelt worden ist. Daß die Stadt BerItn nicht damit einverstanden ist, daß das kleine Tempelhof thm den Rang abgelaufen hat und sicherlich einen auch für Berlin nicht zu verachtenden Gewinn dadurch haben wird, fam auch Dienstag gleich zu Beginn der Debatte recht deutlich zum Ausdruck. Die beiden freis. Redner, die Abgg. Dove und Wiemer, der eine Berliner Stadtverordneter, der andere Stadtrat, leiteten die Debatte ein. Abg. Dove richtete seine Polemik gegen die staatsrechtliche Seite des Vertaufs, die längst als im Sinne der Militärverwaltung und der Reichstagsmehrheit entschieden betrachtet werden kann, während Abg. Wiemer durch entwicklungsgeschichtliche Betrachtungen den Nachweis zu führen suchte, wie wenig ent= gegenkommend die Stadt Berlin behandelt set. Einen lebhaften Sekundanten fand die Militärverwaltung in dem Abg. Erzberger( zugleich Referent.) Er schilderte nochmals eindringlich das zögernde Verhalten Berlins zu der Zeit, wo ihm die Eingemeindung Tempelhofs von allen maßge= benden Instanzen, unter anderem dem damaligen Oberpräsidenten jebigen Reichskanzler förmlich aufgedrängt ist, wo es diese aber unter befremdlichen Begründungen wegen der Chausseekosten abgelehnt hat, während es jetzt den Empfindlichen spiele, da es seine frühere Polttik als nicht ge= rade weitausschauend erkannt habe. Freiherr v. Richthofen ( fons.) hob hervor, daß an eine sachliche Veränderung des Kaufvertrages nicht mehr zu denken set hob im übrigen den guten Ton hervor, in dem die Verhandlungen, im Gegensatz zu manchen Preßerörterungen geführt wurden und bekundete, wie schon Abg. Erzberger ein Einverständnis mit einem etwa zwischen Berlin und Tempelhof zustandegekommenen Einigungsvertrag, bei dem der Ertrag für das Reich nicht gekürzt wird, ein Verlangen, das eine Resolution auch an die verbündeten Regierungen richtet. Abg. Fischer- Berlin( Soz.) bezeichnet in längerer Rede Tempelhof lediglich als die Etikette für die dahinter stehenden Bodenspekulanten. Kriegsminister von Heeringen gab in Erwiderung auf die Vertreter von Berlin eine eingehende Darstellung der Verhandlungen. Irgendwelche Einwirfung von außen ist auf das Kriegsministerium nicht erfolgt. Es habe rein sachlich die Interessen des Reiches gewahrt ohne Ansehen des Käufers. Das öffentliche Interesse habe die Heeresverwaltung voll gewahrt, sowohl nach der hygienischen Seite als auch dahin, das Geld zum Erwerb neuer Truppenübungspläße zu schaffen. Tempelhof ist vom 1. April an rechtlich Besizer der westlichen Hälfte. Parteipolitische Gesichtspunkte liegen der Verwaltung ganz fern. Sie hätte gern mit Berlin abgeschlossen, wäre nur irgendeine Möglichkeit dazu gewesen. Abg. Weber( natl.) hält die staatsrechtliche Frage nicht für geklärt. Der Tempelhofer Vertrag sei aber rechtsgültig. Redner wünscht. daß beim Bebauungsplan der Volksgesundheit mehr Rechnung getragen werde durch mehr freie Plätze und Straßen, denn die Wohnungsverhältnisse in Berlin seien tiefbedauerlich. Nur dürften die Interessen des Reiches nicht leiden. Staatssekretär Wermuth erklärte, die Beweglichkeit der Verwaltung würde gehemmt, wenn solche Verkäufe von der Zustimmung des Reichstages und des Bundesrates abhängig wären. Auch bei dem Verkauf von Festungsgelände habe der Reichstag nie Einwendungen gemacht, und niemals wurde eine Eintragung abgelehnt, durch mangelnde Genehmigung von Bundesrat und Reichstag. Die fortschrittliche Volkspartei erreichte in der Abstimmung nicht die Aunahme ihrer Resolution, die den Reichskanzler zur Förde= rung von Verhandlungen zwischen Berlin und Tempelhof anregen will. Dagegen wurde eine Resolution der Budgetfommission angenommen, die eine allgemeine gesetzliche Regelung über„ Einnahmen und Ausgaben", d. h. über das Etatsrecht wünscht. Auch das allerletzte Stück vom Heeresetat, der Etat des Reichsmilitärgerichts, wurde noch in zweiter Lesung genehmigt. Endlich wurde noch die Heeresvor= lage in dritter Lesung angenommen. Am Mittwoch be= ginnt die Beratung des Postetats. Der Kanzler über den Modernisteneid. Im preußischen Abgeordnetenhause hat am Dienstag der Reichskanzler in einer Rede über die Wirkungen des Modernisteneides gesprochen. Er erklärte, die Kurie trage allein die Schuld an der Störung des konfessionellen Friedens, und ließ erkennen, daß die preußische Regierung an der Grenze der Nachgiebigkeit angekommen sei. Im einzelnen führte der Kanzler aus: Es wird niemand bestreiten, daß die Dekrete eine starke Verstimmung im Volfe herbeigeführt haben. Die Bestimmung über den Modernisteneid berühre das Verhalten jedes einzelnen Katholiken zu seiner Kirche und entziehe sich daher einer Diskussion, die das Verhältnis des Staates zur Kirche zum Gegenstand hat. Hält es die Kirche in ihrem Interesse für nötig, ihre Diener unter einen Eid zu stellen, so ist das thre Sache. Aber diese Dinge können eine Form annehmen, die 10) Das Familiengeheimnis. Roman von 2. Walter. Rundschau vom Cage. Politisches. Vom Kanzler. Wie aus Berlin berichtet wird, sind alle Gerüchte, die von der angeblich erschütterten Gesundheit des Kanzlers wissen wollen, unbegründet. Herr von Bethmann Hollweg hat zwar in früheren Jahren an vorübergehenden Störungen der Verdauungsorgane gelitten, so daß zeitweilig ein Aufenthalt in Kissingen in Frage tam; es fam aber nicht zur Ausführung dieses Planes, da der Kanzler durch wichtige Arbeiten von einem längeren Urlaub abgehalten wurde. Trotzdem erfreut sich der Reichstanzler gegenwärtig des besten Wohlbefindens und seine Arbeitskraft ist unvermindert. Nachdruck verboten.) , Beunruhige Dich nicht, meine liebe Braut; wir sind ja für Zeit und Emigkeit mit einander verbunden! Ach, ich habe in meinem Unglüd doch auch Glück!" fügte er hinzu, indem er seinen Arm um die schlanke Taille des reizenden Mädchens legte. Den Vater hat mir der Tod genommen; dafür bietet mir das Leben einen Schaz, der mich zu dem glücklichsten Menschen auf der Erde macht. Und ich werde mich des Loses würdig zeigen, das der Himmel mir verliehen." „ Ach, Karl, müßtest Du nur nicht in die schreckliche Stadt zurück! Mir ist, als ob ich mich für immer von Dir trennen sollte!" marofianischen Nordwestküste nicht gezeigt worden ist, wird das Erscheinen des Kriegsschiffes von der deutschen Ko Ionie freudig begrüßt. In Portugal häufen sich die Schwierigkeiten für die republikanische Regierung. Sie ordnete an, daß die Namen sämtlicher Reisenden, die aus Brasilien oder dem nördlichen Europa fommen, der Polizei übermittelt werden. Die Regierung hat nämlich eingehende Nachrichten über eine Verschwörung in Rio de Janeiro erhalten, von Det der in Lissabon Verzweigungen entdeckt wurden. Ministerrat soll beschlossen haben, die Einkünfte des Bischofs von Oporto zu sperren und ihn aufzufordern, das Bistum zu verlassen, weil er trotz des Verbotes der Res gierung den Priestern befohlen habe, den Hirtenbrief zu verlesen, worin die Priester zum Ungehorsam gegen die republikanische Regierung aufgefordert werden. Die Priester, die den Hirtenbrief des Bischofs von Oporto verlesen haben, wurden verhaftet, vor den Staatsanwalt geführt und einem Verhör unterzogen. Der Gouverneur stellte an die Regierung das Ersuchen, den Bischof aus Oporto auszuweisen. Der Vorsitzende des Bundes der Industriellen Geheimer Kommerzienrat Wirth( Berlin) ist vom Staatssekretär des Reichskolonialamts zum Mitgliede der ständigen wirtschaftlichen Kommission der Reichskolonialverwaltung ernannt worden. „ Denke an die Worte Deiner Mutter!" mahnte Karl liebreich. Kleine Nachrichten. In Zahlungsschwierigkeiten geraten ist die bekannte Berliner Bankfirma Karl Neuburger, Kommanditgesellschaft auf Aktien, die ein stattliches Gebäude in der Französischen Straße besitzt und außerdem 35 fleine Provinzfilialen nterhält. Es werden zurzeit Verhandlungen zur Unterstüßung des Instituts geführt. Die sozialdemokratischen Reichstagskandidaten, die diesmal in fast allen 397 Wahlkreisen aufgestellt sind, verteilen sich ihrem Berufe nach wie folgt: 16 Zeitungsverleger, Buchdruckereibesitzer und Buchhändler, 27 Geschäftsführer, Expedienten und Buchhalter, 55 Partei- und Arbeiter sekretäre, 73 Beamte, die im Dienste der Gewerkschaf= ten stehen, 81 Redakteure und Schriftsteller, sieben Kassenbeamte und sechs Lagerhalter. Außer den Vorgenannten, die in einem bestimmten Verhältnis zur sozialdemokratischen Partei oder den Gewerkschaften stehen, sind aufgestellt: 7 Fabrikanten, 10 Rechtsanwälte 2 Gutsbesitzer, ein Landwirt und ein Gürtler, 8 Gastwirte, 2 Maler- und 2 Tischlermeister, 3 Schneider- und ein Schuhmachermeister, ein Bierverleger, ein Photograph und ein Zigarrenmacher. Nichtselbständige Arbeiter( Bauarbeiter usw.) findet man im ganzen 19. Unter den 386 Kandidaten sind schließlich noch ein Apotheker, ein Adjunkt( aus der Pfalz), ein Ver= walter und zwei Privatiers. Bei den übrigen Kandidaten ist kein Beruf ersichtlich. „ Ich denke schon daran; aber sie beruhigen mich nicht." " Meine Anwesenheit in dem Comptoir ist jetzt nötiger als sonst; schon um Dich zu beruhigen, würde ich die Stadt meiden... aber ich bin jetzt der Chef unserer Firma und habe ernste Pflichten zu erfüllen. Bete für mich, Auguste, und es wird alles gut werden. Nicht alle Menschen können doch der Epidemie erliegen.. ,, Du mußt also fort?" „ Gewiß!" " So lebe wohl!" " Auf Wiedersehen!" ,, Romme jeden Abend." " Gleich nach dem Schlusse des Comptoirs." „ Und sollte ein Ereignis eintreten, was Gott verhüten wolle, so sende mir gleich einen Boten, daß ich zu Dir eilen kann." ,, Du wirst von allem unterrichtet werden, Auguste." " Ach, könnte ich mit Dir die Gefahr teilen." „ Ich erblicke noch keine Gefahr." Antonio Fogazzaro, der berühmte italienische Dichter und Romancier, der auch in Deutschland durch Uebersezungen fast aller seiner Werke bekannt geworden ist, ist im Alter von 69 Jahren am Dienstag morgen in Vicenza, seinem Wohnort, gestorben. Eine eigenartige Duellaffäre wird aus Gera gemeldet. Der Rechtsanwalt Kormann forderte einen Richter und den zweiten Staatsanwalt des Landgerichts zum Zweikampf, da er sich von ihnen beleidigt fühlte und sie sich weigerten, zu revozteren. Die beiden nahmen die Forderung nicht an und erstatteten Anzeige gegen den Rechtsanwalt. Ein deutsches Kriegsschiff in Casablanca. Nach einer Pariser Meldung aus Cafenea wird der deutsche Kreuzer„ Eber" in einigen Tagen im Hafen von Casablanca eintreffen. Eingeborene versichern, daß zum ersten Mal ein deutsches Kriegsschiff in Casablanca vor Anker geht. Der ,, Eber" tommt von den fanarischen Inseln und wird drei Tage in Casablanca Aufenthalt nehmen. Angesichts der innermarokkanischen Unruhen und in Anbetracht der Tatsache, daß seit langer Zeit die deutsche Flagge an der ,, Gute Nacht denn!" Befehl wird gefprochen. gebniffes de Den 15 Bälle Ben, 10 faller ten Lebrer nur einen Gabre Sucht in Jahr& Høtet. Bom täg wirft der Mi anaichendes burtstage ur Bürften erfch Bringregent und Gelehrt ider Regent fen Garten Bob mitten eigt er wo Bie Schwane whenburg, fei Ben nicht mi See zahlloje Feben laffen. Deb Comme gegnet, geht Zwei Einbrecher drangen in das Jagdschloß des in Berlin ansässigen Gutsbesizers von Martius in Nonn bei Bad Reichenhall ein und wurden dabei überrascht, als sie eben Silbersachen einpackten. Der Obergärtner stellte sich ihnen mit schußbereitem Gewehr entgegen; troßdem entkam einer, der zweite wurde der Polizei übergeben. Durch einen ungetreuen Kassierer ist die Genossenschaftsbank Tempelhof bei Berlin schwer geschädigt worden. Die Veruntreuungen betragen etwa 140 000 Mark. Sie hing zitternd an seinem Halse. Er bedeckte ihren Mund und ihre Wangen mit heißen Küssen. Auch ihm war recht bange, die Besorgnisse der Geliebten teilten sich ihm mit. Trotzdem suchte er Mut zu zeigen; noch einmal drückte er das Mädchen fest an sich, dann ging er festen Schrittes dem Stadttore zu, dessen Umrisse er unterscheiden konnte. Als er sich umblickte, sandte ihm Auguste Grüße mit dem flatternden Tuche nach. In frecher Weise bestohlen wurde auf der Neunorter Produktenbörse ein 85 Jahre a'ter Makler. Er wollte Hunderttausend Tollar in Wertpapieren deponieren. Zwet Diebe rannten ihn an und warfen ihn um, halfen ihm dann auf und reichten ihm das Kuvert mit den Papieren, das ihm entfallen war. Später erst entdeckte er, daß das Kuvert umgetauscht worden war. „ Ein herrliches, ein wundervolles Mädchen!" dachte er. Gott wird gnädig sein und ein Glück nicht zerstören, das diesem Engel bestimmt ist." Er trat in die menschenleeren Straßen. Bald zog er die Glocke an dem väterlichen Hause. 3. In einem Anfall von Geistesgestörtheit hat Dienstag mittag die 30jährige Frau des Schlossermeisters Schlotfeld in Hannover ihren 2jährigen Sohn im Bett erdroffelt. Ihre beiden Töchter im Alter von 6 und 8 Jahren stürzte sie in den Graben der Eilenriede und sprang dann selbst nach, doch konnte sie und die beiden Mädchen gerettet werden. Einen Mordversuch unternahm in Leipzig Dienstag früh ein 25 Jahre alter Arbeiter auf seine von ihm getrennt lebende Ehefrau. Er schlug die Frau mit einem Hammer auf den Kopf, so daß sie bewußtlos zusammenbrach. Bei seiner Verhaftung gab er zu, daß er die Absicht gehabt habe, seine Frau zu erschlagen. Ein furchtbares Eisenbahnunglück hat sich am Dienstag in der Nähe von Budapest ereignet. Auf einer Industriebahn löste sich ein mit Holzstämmen beladener Eisenbahnwagen ab, sauste talabwärts und entgleiste an einer schar fen Kurve. An der Unfallstelle befanden sich 23 Arbeiter, von denen 17 durch den umstürzenden Wagen auf der Stelle getötet wurden. Zwei wurden lebensgefährlich verletzt. Auf belebter Straße erschossen wurden am Dienstag in Warschau zwei auf Wache stehende Polizisten. Obwohl hunderte von Personen der Tat beiwohnten, konnten die Täter entkommen. Bei einem Deckeneinsturz in Samocz auf russisch- polnischem Gebiet wurden vier Personen, die gerade beim Mittagessen saßen, erschlagen. Auguste sah ihrem Verlobten so lange nach, bis er in einer Biegung des Weges zwischen den beginnenden Bäumen der Promenade verschwand. Nun trat sie den Rückweg an. Sie ging langsam, um über ihr Glück nachzudenken, denn dem Manne ihrer ersten Liebe angehören, ihm alle Sorgfalt und Zärtlichkeit widmen zu können, die ihr junges Herz für ihn barg, war ihr einziger Wunsch, ihr einziges Streben gewesen. Jetzt war sie dem Ziele so nahe, daß sich an der Erreichung desselben nicht mehr zweifeln ließ. Die Liebe ist, wie jede Leidenschaft, egoistisch; Auguste war ein feinfühlendes, mit den besten Eigenschaften ihres Geschlechts ausgerüstetes Mädchen.. troydem gab sie sich dem Glücke hin, das der heutige Abend ihr ge= bracht; die Trauer um den Vater Karls, den sie nur flüchtig einigemale gesehen, trat zurück vor der Seligkeit, die die Liebe bereitete. Sie hatte das Haus erreicht, dessen Tür angelehnt war; aber Auguste konnte sich nicht entschließen, den engen Raum zu betreten, sie bedurfte der frischen Luft, des Anblicks des Horizonts und des Mondes, der in stiller Pracht über der Landschaft schwebte. Wie rasch hatten sich die Verhältnisse geändert! Gestern noch non Ungewißheit geveiniat, durfte das liebende Mädchen Aus den Gerichtssälen. Das Urteil gegen den Rektor Bock in Berlin. Rektor Bock von der 40. Gemeindeschule zu Berlin wurde nach dreitägiger Verhandlung am Dienstag nachmittag von der Straffammer unter Freisprechung von den übrigen Fällen wegen zwei vollendeter Fälle und eines versuchten des Verbrechens gegen die Sittlichkeit zur Gesamtstrafe von ejnem Jahre und drei Monaten Gefängnis verurteilt, von denen sechs Monate durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen werden. Auch wird ihm die Fähig keit, öffentliche Aemter zu befleiden, auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. Der gegen ihn erlassene Haftsich heute einer sicheren Hoffnung hingeben. Auguste wollte die erste Freude austoben lassen, wollte sich mit dem Gedanken vertraut machen: Du bist die Verlobte Karls! Da hörte sie Schritte an der Giebelseite des Hauses. Von dort her kam der Weg aus dem Felde, das sich jenseits eines kleinen Baches unabsehbar ausbreitete. Ringsum lagen reiche Dörfer und hier und dort kräftige Forste. Auguste wollte sich zurückziehen; aber ein Wimmern, das an ihr Ohr schlug, fesselte sie an den eingenommenen Plaz. In demselben Augenblick erschien auch die Mutter auf der Schwelle; sie war besorgt und wollte nach der Tochter sehen. „ Mutter!" ,, Was geht hier vor?" ,, Lausche einen Augenblia." Das Geräusch langsamer Schritte ließ sich wiederum pernehmen, dann ein leiser Seufzer, der aus einer schwer befümmerten Brust kommen mußte. Die Stille des Abends gestattete es, jeden Laut zu unterscheiden. „ Ein unglücklicher Mensch," flüsterte Auguste. " Oder ein Kranker," fügte die Witwe hinzu. Was beginnen wir?" " Wenn Hilfe nötig, müssen wir sie leisten." " Das ist Ehrenpflicht." Aengstlich warteten die beiden Frauen. Nach zwei Minuten trat ein Mann aus dem Schatten hervor, dec sich schwankend auf einen Stod stützte. Wenn er nicht völlig erschöpft war, mußte er frank sein. Dem Aeußeren nach gehörte er den besseren Ständen an; er trug einen hohen Hut und einen modernen Rod. ,,, mein Gott!" rief er, als er die beiden Frauen erblickte.„ Reichen Sie mir einen Trunk Wasser 1" Er sank auf der Holzbank nieder, die neben der Tür stand. August eilte nach der Küche. ( Fortsetzung folgt.) wohl von ei reicht. Allia tesgaden, um Eretenden R wohlvertrau ift Name u bem alten nimmt er d ein, in einer ren, biswei noffen stiller bas der im in den Her Die von umal am wahrt. 28te ber Blumer mer Treibha Bark bedeckt Wintergarte melien und Brinzre gent Luitpo timmt, daß eines Schulf right freigeg Ausbildung Turnwettspi Für jeden Befinden, ei preis derje ble bei dies Führungen Großer vom Oftfeel gen Tagen Lage, die die tem übertro hiervon im Haden, Spa des Schabe fen, Graber Bald ein Er aus blieben rungsfüfte den armen die Bernste ligen Harz vordem die feinfifchen in jüngerer hem in der Bentner Be Ein schi fanern ist Bolfenkrat benbild am Bertikalbau Linien har jüngste Ne wird von e Meter über Neuporfer werke der Bajis entho auge bedien lergeschoise. mählich fic allein wies Wolfentra Gegen Front. E gegen die Teile gere neben der Bekanntlid gedrängt v Dies fönnt die Damen erleiden, w werden den Die gri Kindermun Schulgeschid Hebenjährig fallen. 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Au, das an en Play. rauf der Tochter wiederum ter fchwer s Abends e. Schatten te. Wenn ein. Dem n; er frug en Frauen 7 der Tür befehl wird aufgehoben. Der Angeklagte Knöfel wird fretgesprochen. Der Staatsanwalt fam auf Grund des Ergebniffes der Beweisaufnahme zu dem Resultat. daß von Ben 15 Fällen, die dem Reftor Bod zur Last gelegt wer ben, 10 fallen gelassen werden müßten. Bei dem Angeflagten Lehrer Anöfel hielt der Staatsanwalt von fünf Fällen nur einen für erwiesen und beantragte gegen Bod zwei Gahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, gegen Knöfel ein Jahr Gefängnis. Das Gericht erkannte wie oben berichtet. Vermischtes. Bom täglichen Leben des Prinzregenten Luitpold ent wirft der Münchener Professor Graf Du Moulin- Eckart ein anzichendes Bild in einer Festschrift, die er zum 90. Geburtstage und zum 25. Regterungsjubiläur des greisen Fürsten erscheinen läßt. Im Gegensatz zu Ludwig II. hat Prinzregent Luitpold gern Offiziere und Beamte, Künstler Gern fährt und Gelehrte an seiner Tafel versammelt. der Regent in den stillen Morgenstunden nach dem englischen Garten, wo man ihn früher so oft zu Fuß und zu Roß mitten unter den Spaziergängern sehen konnte. Dann teigt er wohl aus dem Wagen und tritt ans fer, um bie Schwäne und Enten zu füttern. In dem schönen Nymphenburg, seinem Lieblingsaufenthalt, ist er bei den Schwänen nicht minder gut bekannt. Er hat im Kleinhesseloher See zahllose Enten verschiedener und seltener Art einseben lassen. Wenn er auf seinen Spaziergängen während des Sommeraufenthaltes im Gebirge weidenden Kühen begegnet, geht er auf sie zu und streichelt sie, läßt sich auch wohl von einer Schafherde umringen, der er dann Futter reicht. Alljährlich fährt er noch zur Winterszeit nach Berch= tesgaden, um den aus den verschneiten Waldbergen hervortretenden Rehen und Hirschen zuzuschauen, die zu ihren wohlvertrauten Futterstellen kommen. Mit Nymphenburg ist Name und Gestalt des Regenten innig verknüpft; in dem alten Park wandert er spazieren; an Sommerabenden nimmt er das Abendbrot auf der Terasse der Badenburg ein, in einem engen Kreise, zu dem Künstler und Professorent, bisweilen auch seine Minister, gehören. Diese Genoffen stiller Stunden sind auch seine Gefährten beim Bad, das der immer rüstige königliche Herr vom Frühling big in den Herbst hinein in Nymphenburg zu nehmen pflegt. Die von Jugend auf gehegte Freude an Leibesübungen, zumal am Schwimmen, hat er sich bis tus hohe Alter bewahrt. Wie ein Freund der Tiere ist er auch ein Freund der Blumen. Er freut sich an der blühenden Pracht setner Treibhäuser, und wenn der Schnee im Winter den Park bedeckt, dann wandelt er still und sinnend durch den Wintergarten, wo ihm die Blütenfülle der Orchideen, Kamelien und Azaleen einen ewigen Frühling entgengträgt. Prinzregent Luitpold für den Jugendsport. Prinzregent Luitpold hat anläßlich seines 90. Geburtstages be= stimmt, daß an den Mittelschulen alljährlich zur Abhaltung eines Schulfestes im Sommerhalbjahr ein Tag vom Unterricht freigegeben werde. an dem der Erfog der körperlichen und Ausbildung durch öffentliche Turnvorführungen Turnwettspiele dargetan werden soll. Zugleich stiftete er für jeden Ort, an dem sich eine oder mehrere Mittelschulen befinden, eine Medaille, die für ein Jahr als Ehrenpreis derjenigen Anstalt oder Anstaltsklasse zufallen soll, die bei diesem Schulfest Siegerin in den turnertschen Vorführungen oder den Wettspielen geworden ist. Großer Bernsteinfund an der Ostsee. Etwa eine Meile vom Ostseebade Kahlberg bei Elbing entfernt trat vor einigen Tagen dicht am Ufer eine große Menge Bernstein zutage, die die bisher gefundenen einzelnen Mengen bei wei tem übertraf. Mit Windesetlé verbreitete sich die Kunde hiervon im Orte, und jung und alt eilte mit Schaufeln, Haden, Spaten und Körben herbet, um sich an der Bergung des Schatzes zu beteiligen. Es begann ein emsiges Schöpfen, Graben und Sammeln. Leider nahm der Reichtum bald ein Ende. Auch weitere Grabungen in die See hinaus blieben erfolglos. Seit vielen Jahren ist an der Nehrungsfüste nicht ein so reicher Fund gemacht worden, der den armen Fischern von Herzen zu gönnen ist. Hat doch die Bernsteinfischerei an der früher so reich mit dem föst= lichen Harz gesegneten Küste ziemlich aufgehört, während vordem die Fischereibevölkerung im Winter durch Bernsteinfischen den Lebensunterhalt gewann. Der größte Fund in jüngerer Zeit geschah übrigens im Jahre 1862, in welchem in der Gegend von Palmnicken an einem Tage 40 Zentner Bernstein dem Meere abgewonnen wurden. Ein schöner Wolkenkratzer. Selbst unter den Amerifanern ist in der letzten Zeit der Widerspruch gegen die Wolfenkrazerarchitektur rege geworden, die so oft das StraBenbild amerikanischer Städte entstellt. Daß aber diese Vertikalbaukunft mit Schönheit der Form und Eleganz der Linien harmonisch vereinigt werden kann, beweist der Jüngste Neuyorker Wolkenkrazer. Das mächtige Bauwerk wird von einer Kuppel bekrönt, die nicht weniger als 250 Meter über dem Straßenpflaster liegt. Damit rückt dieser Neuyorker Wolkenkraber in der Reihe der höchsten Bauwerke der Welt an die dritte Stelle. Die breit angelegte Basis enthält 28 Stockwerke, die durch zehn elektrische Aufzüge bedient werden; dazukommen aber auch noch fünf Kellergeschosse. Oben endet der Bau in einem stattlichen, allmählich sich verjüngenden turmartigen Aufbau, der für sich allein wiederum 25 Stockwerke aufweist, so daß dieser neue Wolfenkrazer zusammen 58 Stockwerke hat. Gegen den Hntnadelkampf machen jetzt die Frauen Front. Eine Künstlerin schreibt:„ Wenn man Front macht gegen die Gefahr der Hutnadeln, was gewiß zum großen Teile gerechtfertigt ist, möchte ich nur erwähnen, daß es neben der„ stechenden" Frage auch eine„ brennende" gibt. Bekanntlich haben die Herren die Gewohnheit, auch auf der gedrängt vollen Plattform der Straßenbahnen zu rauchen. Dies könnte ebenfalls Unheil zur Folge haben, da dadurch die Damen leicht Branwunden im Gesicht und an der Hand erleiden, wie es schon vorgekommen ist. Auch die Kleider werden den Damen dadurch leicht versengt." Die größte Herrlichkeit. Ein bitter- lustiges Wort aus Kindermund teilt die Berliner„ Nationalzeitung" in einem Schulgeschichtchen mit. Es spielt in der Volksschule bet flebenjährigen Großstadtkindern. Das Wort„ König" ist ge= fallen. Die ganze Märchenpracht des Königsschlosses tut fich vor den Kindern auf. Gold und Seide, Reichtum und Leckerbissen, Schloß und Dienerschaft, Krone und Zepter, Karossen und glitzernde Uniformen. Die Phantasie spielt; ein Kind sucht das andere zu überbteten im Ausdenken immer neuer Herrlichkeiten. Da es ist eine kleine Pause hebt noch ein blasses Knäbder Ermüdung eingetreten lein den Finger. Nun, was weißt du denn noch?" Bei Königs hat Jedes ein Bett!" Eine Beinamputation auf dem Bahndamm. Wenige chirurgische Operationen sind wohl unter so erschwerenden Umständen ausgeführt worden wie die Amputation eines Beines, die kürzlich auf dem Bahnhof des englischen Städtchens Charlestown in Lancashire von einem Arzt an einem Verunglückten vorgenommen werden mußte. Ein Passagier des von Warrington kommenden Zuges war im Glauben, daß man schon halte, aus seinem Abteil gestiegen, und, zwifchen Trittbrett und Perron stürzend, geriet er unter die noch im Rollen befindlichen Räder. Der Zug wurde zwar lofort zum Halten gebracht, doch erwies es sich als unmögtch, den Unglücklichen aus seiner schrecklichen Lage zu befreten. Der herbeigeholte Arzt stellte fest, daß der Mann nur hervorgezogen werden könnte, wenn man ihm an Ort und Stelle ein Bein amputieren würde. Die Instrumente wurden schmell herbeigeschafft, und bei dem trüben Licht et= niger von Bahnschaffnern aebaltenen Stationslampen und den von anderen Personen angezündeten Streichhölzern vollzog der Arat in unbequemster Position unter dem Trittbrett des Zuges fast auf der Erde liegend die schwierige Operation schnell und mit bestem Erfolg. Das bedauernswerte Opfer fonnte nicht einmal chloroformiert werden und befand sich während der ganzen Prozedur bei voller Befinnung. Der nach überstandener Operation von einer Lotomotive nach dem Krankenhaus von Warrington zurückgebrachte Patient hat die beste Aussicht, dem Leben erhalten zu bleiben. er war Um fünf Millionen betrogen. Bei einer gerichtlichen Verhandlung in Dublin stellte es sich heraus, daß ein alter Mann namens Edwin Cororan eine amerikanische Erbschaft von fünf Millionen Mark für 24 000 Mark an amerikanische Anwälte und andere gewissenlose Menschen, Die die sein Vertrauen mißbrauchten, übertragen hat. fünf Millionen waren Cororan von seinem Better Sullivan zugefallen. Cororan, der gar nicht begreifen konnte, daß es überhaupt so viel Geld auf der Welt gab, nur ein armer Sattelflider- wurde von seinem ameritanischen Anwalt fortwährend im Rausche gehalten, bis er alle Dokumente unterzeichnet hatte, durch die sich der amerikanische Betrüger und seine irischen Spießgesellen in den Besitz der Erbschaft sehen fonnten. Die 24 000 Mark, die man ihm dann auszahlte, hatte Cororan bald in den Schnapstneipen ausgegeben, und in den letzten drei Monaten lebte er in äußerster Dürftigkeit und mußte alle seine Durst Kleider und Habseligkeiten verpfänden, um nicht zu leiden. Das Gericht wird einen Suchwalter ernennen, um für den alten Mann zu retten, was noch von den MilItonen zu retten ist. Ueber das furchtbare Brandunglüd in dem russischen Orte Bologoje wird noch gemeldet: Aus den rauchenden Trümmern des Kinematographentheaters sind bisher 85 verkohlte Leichen und 60 Schwerverwundete herausgezogen worden. Das Theater war, als das Unglüd ausbrach, überfüllt, da am Sonntag alle übrigen Vergnügungsstätten geschlossen waren und die Lichtbilder somit die einzige Berstreuung der Dorfbewohner bildeten. Vor der letzten Programmnummer teilte der Mechaniker des Theaters dem Publikum mit, es werde eine künstliche Explosion" stattfinden, die Zuschauer möchten daher nicht erschrecken. Als nun die wirkliche Explosion stattfand ein Benzinbecken hatte Feuer gefangen- blieb das Publikum ruhig sizzen und bemerkte die Gefahr erst, als es zu spät war. In panifartiger Flucht stürmten die Anwesenden dem einzigen Ausgange zu, der jedoch durch eine lange Holzbank versperrt war. Auch die Fenster waren verrammelt. Zwei Frauen wurden irrsinnig. Von den Schwerverlezten wird unzweifelhaft ein großer Teil ihren Wunden erliegen. Es fehlt auch an ausreichender ärztlicher Hilfe. Die Flucht der Frau Kainz aus Berlin. Wie dem Morgen" aus Berlin gemeldet wird, ist Frau Grete Kainz, Sie Witwe des Hofschauspielers Josef Kainz, aus Berlin verschwunden. Es handelt sich hier um eine RiesengeldStrafe wegen Zollhinterziehung. Frau Kainz hatte nämlich die kostbare Sammlung thres verblichenen Gatten an der Grenze als Erbgut und Uebersiedlungsgut angemeldet. Die Waren hätten mit 5000 Mart 3oll belegt werden sollen. Frau Kainz hatte in Berlin feine ständige Wohnung aufgenommen, sondern die Sachen sofort in die Kunsthandlungen gegeben, wo sie bald zur Auktion gelangen. Die Zollbehörde, die davon erfuhr, daß die Wohnung zum Scheine nur angenommen war, legte Frau Kainz den fünfzehnfachen Betrag als Strafe auf, demnach rund 80 000 Mark. Daraufhin flüchtete Frau Kainz aus Berlin. Jap, die Insel der Verbannten. Die Insel Jap wurde zum Aufenthalt der wegen des Aufruhrs auf Ponape gefangen genommenen Dschokatschleute bestimmt, weil sie rein geographisch einen geradezu idealen Verbannungsort darstellt. Jap liegt nicht zentral, sondrn ist die westlichste Insel der eigentlichen Karolinen. Weiter draußen liegen nur noch einige kleine Inseln. Jap ragt nicht wie die meisten Glieder des langgestreckten Archipels eben über dem Wasser empor, sondern ist( ebenso wte Ponape) gebirgig. Vom höchsten Punkte, den 300 Meter hohen Berge Köbull, kann man die ganze Insel Jap bis zum letzten Fußbreit Boden rings überschauen, wie der Inspektor eines modernen Gefängnisses sein ganzes Bereich kontrolliert. Der Flächeninhalt Japs ist mit seinen 207 Quadratkilometern noch nicht so groß wie der des deutschen Bundesstaates Bremen. Ganz im Norden haben die Fluten zwei besondere Inseln vom Hauptkörper Japs abgetrennt, was strategisch" unter Umständen von großem Vorteil ist. Dem Bezirksamte in Jap find insgesamt 185 Inseln unterstellt, nämlich die Zentral- Karolinen, die Marianen mit der kaiserlichen Station Saipan( wo jetzt eine Seifenfabrik aus maschinell gepreßtem Kokosöl ein gutes Fabrikat erzeugt). Auf diesen 135 von Jap aus verwalteten Inseln wohnen zurzeit 19,118 Menschen, darunter 95 Deuts sche, 16 andere Weiße, 81 Japaner, 115 Chinesen, 18,806 Farbige. Dazu kommen also jetzt noch die unbotmäßigen Dschofatschgesellen. Das Klima der Insel Jap ist keineswegs angenehm, der Gesundheitszustand immer noch nicht befriedigend. Schwere Epidemien von Erkältungskrankheiten treten auf und raffen die alten Leute schnell hinweg. Die Tuberkulose ist leider stark im Vorrüden begriffen. Die Nuhr herrscht endemisch im Lande. Die Eingeborenen schieben alle Schuld auf die hellen Rassen, die die Infektonsfeime gebracht hätten. Richtiger dürfte wohl sein, daß der Schmutz und die Indolenz der Schwarzen die Hauptschuld an der Verbreitung der Krankheiten tragen. Allerdings ist der Eingeborene gegen vieles, wogegen der Weiße immun ist, nicht widerstandsfähig. Trotz des tropischen Klimas fröstelt der Japmann sofort, wenn Wolfen vor die Sonne treten. Er flappert mit den Zähnen, wenn die ersten Regentropfen seine Haut berühren. Er stürzt sich dann am liebsten in die stets warme See und wartet mit kaum aus dem Wasser herausragendem Kopfe, bis der Regenschauer vorbei ist. Die Feuchtigkeit auf Jap ist allerdings so groß, daß Eisen in wenigen Tagen verrostet, Vernickelungen in wenigen Wochen vollkommen abblättern. Geringe Erdbeben kommen auf der Insel Jap häufig vor. Der Schrecken der Insel sind die Taifune. Die Palmen leiden seit Jahren an der Schildlaus, und alle Mittel, die Krankheit zu beseitigen, haben bis jetzt versagt. Die Handelsfirmen in Jap wandten sich infolge des Rüdgangs der Kopraausfuhr mehr der Gewinnung und Ausfuhr von Perlschalen zu. Mit den Eingeborenen gibt sich die Verwaltung die größte Mühe. Für eine intensive Bodenkultur sind sie aber leider nicht zu haben. Die Erfolge der deutschen Regierungsschulen sind gut. Der Regierungslehrer von Saipan z. B unterrichtet, unterstützt von vier eingeborenen Hilfslehrern, 324 Schüler in 4 Klassen. 13. Schulpflichtig sind alle Kinder bis zum vollendeten Jahre. Allmählich werden drei begabte Eingeborene auf die Werft nach Tsingtau geschickt, um dort in selbstgewählten Handwerken ausgebildet zu werden. Einen Teil der Kosten trägt die Spar- und Leihkasse der Eingeborenen. Jap ist mit den übrigen Inseln durch eine Dampferlinie verbunden. Außerdem laufen alle vier Wochen zweimal die Dampfer der Auftral- Japantinte des Norddeutschen Lloyd an. Die verbannten Dschofatschleute befinden sich also fünftig unter schärfster Aufsicht inmitten„ hellster Deffentlichkeit". Drabinachrichten und neuestes. Prinz Adalbert. Niel, 8. März. Das Befinden des Prinzen Adal bert, der, wie gemeldet, an einer leichten Blinddarmentzündung erkrankt ist, war gestern zufriedenstellend. Die Kaiserin ist gestern abend 10 Uhr von Potsdam nach Kiel abgereist, um sich an das Krankenbett thres Sohnes zu begeben.. Die Stichwahl in Immenstadt. Immenstadt, 8. März. Bei der gestrigen Reichstagsstichwahl wurden für Dr. Thoma( lib.) 14 286 Stimmen abgegeben, für den Zentrumskandidaten 12 774 Stimmen. Dr. Thoma ist somit gewählt. Antiflerikale Kundgebungen in Portugal. Lissabon, 8. März. Bei der gestrigen Ankunft des Bischofs von Oporto, der sich hier vor dem Justizminister verantworten soll, fanden Kundgebungen gegen den Bischof statt. Eine Erklärung Delcassés. Paris, 8. März. In der gestrigen Nachmittagsfizung der Kammer sagte Delcassé: Die Reformen, die ich als Präsident der Marinekommission verlangt habe, werde ich als Minister energisch durchführen. Ich werde die Arbeitsmöglichkeit im Arsenal verbessern und von der Privatindustrie immer günstigere Bedingungen zu erlangen suchen. Weiter will ich durch Verkauf vor wertlos gewordenen Einheiten die Mittel gewinnen, um für unsere nationale Verteidigung zur See entsprechend vorzusorgen. Ich werde trachten, unsere Flotte durch zweckbewußten theoretischen und praktischen Unterricht und fleißige Uebungen so schlagfertig zu machen, daß sie auf den ersten telegraphischen Ruf aur Aktion bereit ist. Der Berliner Messerstecher entdeckt. Berlin, 8. März. Jener Unhold, der vor zwei Jahren in den Monaten Februar und März 1909 in Berlin und einzelnen Vororten etwa 30 Messerattentate auf Frauen und Mädchen verübt hat und trotz der größten Anstrengungen und Vorsichtsmaßregeln nicht ergriffen werden fonnte, ist ermittelt. Es ist, wie schon kurz angedeutet, der 28 Jahre alte Maler Richard Bennewitz, der im Herbst vergangenen Jahres wegen einiger ähnlicher Messerstechereien festgenommen worden ist und seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Durch zehn Zeugen ist Bennewitz als jener Mann festgestellt worden, der vor zwei Jahren die Messerattentate verübt hat. Der Beweis ist so lückenlos, daß Bennewitz, der alles in Abrede stellt, als überführt gelten darf. Selbstmord eines Crefelder Husaren. Crefeld, 8. März. Der Selbstmord eines Crefelder Husaren namens Spohr zeitigt am Niederrhein allerhand sen= sationelle Gerüchte. Spohr, der über Zapfenstreich ausgeblieben war, weshalb die ganze Stube feinen Urlaub erhielt, soll von seinen Stubengenossen zu Tode mißhandelt worden sein. Nach den Erkundigungen an zuständiger Stelle soll die Untersuchung ergeben haben, daß Spohr bei der Rückkehr in die Kaserne von Kameraden bedroht worden ist. Jedenfalls flüchtete er vor seinen Gegnern und wurde darauf im Eskadronstalle, in den er durch eine Lufe eingedrungen war, erhängt aufgefunden. Spuren von Mißhandlungen waren jedoch an seinem Körper nicht zu entdecken. Sieben seiner Stubengenossen sollen in Untersuchungshaft genommen worden sein. Vom Thüringer Ueberlandflug. Erfurt, 8. März. Der Aviatiker Thelen, der gestern abend 27 11hr bei Frienstedt eine Notlandung vornahm, weil der Motor eine Schraube verloren hatte, konnte gestern nicht mehr aufsteigen. Er übernachtete in Frienstedt und setzte hente früh 8,30 Uhr die Fahrt nach Gotha fort. Thelen war auf freiem Felde bet Frienstedt gelandet, von wo heute morgen auch der Aufstieg erfolgte. Im 8.50 Uhr landete Thelen glatt vor der Luftschiffhalle in Gotha. Ermordung eines französischen Majors in Marokko? O Paris, 8. März. Aus spanischer Quelle liegt hier die Nachricht vor, daß der französische Major Mangin vom Sohne des marokkanischen Kriegsministers ermordet worden set. Als Motiv wird angegeben, daß Mangin beim Sultan das Versprechen der Europäisierung der Garnison von Fez durch neue französische Instruktionsoffiziere er= reicht hätte. Im Eisenbahntunuel überfahren. Paris, 8. März. Im Tunnel von Vincennes wurden mehrere Streckenarbeiter von zwei in entgegengesetter Richtung daherkommenden Zügen überfahren. Zwei Arbeiter wurden getötet und sieben schwer verletzt. Amerika und die merikanischen Unruhen. Nenyork, 8. März. Der Kriegssekretär ordnete die Mobilisierung und Konzentrierung von 6000 Mann in der Nähe der merikanischen Grenze an. 14 000 weitere folger binnen fünf Tagen. Einer amtlichen Darstellung zufolge gelten die Truppenbewegungen an der merikanischen Grenze Manöverzwecken. Indessen werden allenthalben Kriegsschiffe feefertig gemacht zur sofortigen Abfahrt in den Golf von Merifo. Es verlautet, der merikanische Präsident Diaz fuche Hilfe, namentlich auch wegen der gemeldeten neuen Indianerwirren, die nur dadurch möglich wurden, daß der Bezirk Yucatan ziemlich von Truppen entblößt ist. Die Zahl der Aufständischen in Chihuahua, dem merikanischen Grenzorte, beträgt 8500. Dort bestehe eine derartige Strömung zu Gunsten der Revolutionäre, daß tatsächlich nur bas Beamtentum sowie einige Großindustrielle noch zuverlässige Anhänger Diaz' seien. Handel und Verkebr. Caffel, 7. März. Schlachtviehpreise: 1. Rinder. A. Ochsen: a) vollfleischige angemästete, höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 84 M, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 80-81 M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 73-74 M, d) mäßig genährte jüngere, gut ge= nährte ältere--M. B. Bullen: a) vollfleischige ausge= wachsene höchsten Schlachtwerts 78-80 M, b) vollfleischige junge 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 72-78 M. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 80-82 M, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 74-76 M, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 68-70 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 64-66 M, e) gering genährte Kühe und Färsen 55-60 M. 2. Kälber: a) Doppellender, feinster Mast M, b) feinste Mastkälber- M. c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 54-58 M, d) geringere Mast- und gute Saugkälber 50-52 M, e) geringere Saugfälber 45-48 M. 3. Schafe. Stallmastschafe:( Schlachtgewicht) a) Mastlämmer und jüngere Masthammel mit Wolle 78-80 M, desgleichen ohne Wolle 75 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe M. 4. Schweine.( Schlachtgewicht) a) Fettschweine über 150 Klgr. M, 6) vollfleischige von 120-150 Igr. 59-61 M, c) vollfleischige von 100-120 Igr. 57-58 M, b) volifletfchige von 80-100 gr. 57-58 M, e) vollfleischige unter 80 gr. 54 M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 50 bia 54 4 IVO PUHONNY. Wie diefe Palme das auf der Erde wandelnde Tierreich überragt, fo überragen die Pflanzenfette Palmin und Palmona( Pflanzen. Butter Margarine) die tierischen Fette durch ihre Reinheit und Güte. Das beweift am beften der Umstand, daß Palmin und Palmona tierische Fette in der feinen und bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen. Palmin zum Kochen, Braten und Backen. Palmona als Brotaufftrich. 0000000000 0000000000 Die berühmten Braunschweiger GemüseKonserven sowie Meter Obst- Konserven empfiehlt bei billigen Preisen Oskar Wettstein Nachf., Mobil. Zimmer Flugblätter in Gießen für ca. 6 Woch. gesucht. Preislage nicht über Mt. 25.mit Kaffe und pro Monat. Offer= ten mit näheren Angaben unter R. R. 2000 an die Geschäftsstelle der„ Gieß. Zeitung", Seltersweg 83. Junger Kaufmann sucht in Wezlar Stimmzettel Zirkulare möbl. Zimmer zur bevorstehenden Wahl liefert Jchnell und preiswert per 1. April 1911. Gefl. Offerten unter W. 38 an die Exp. ds. Blattes. Ein Schneidergeselle sür dauernde Arbeit sucht F.Heckmann, Langd Kr. Gleßen. Schöner sprungf., 17 Mon. alter, Vogelsberger Bulle zu verfaufen. Joh. Keßler 11., Groß.- Linden. Flechten näss. and trockene Schuppenflechte skroph. 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Backwaren, 2. Zwieback, 3. Fleischwaren, 4. Epezereiwaren und Verbrauchsgegenständen, 6. Butter und Eier, 5. Kaffee, 7. Milch, 8. Bier, 9. Schreibmaterialien, 10. Maschinenöl und Puzwolle, 11. Bürstenwaren, 12. Scheuertücher, 13. Seife und Soda, 14. Gis, 15. Porzellanwaren, 16. ca. 50 Rm. Tannenscheitholz. b) das Reinigen des Küchenherdes und der Defen, die Abgabe von Knochen, leeren Flaschen und Lumpen, Gespül und leeren Delfässern; c) Transport der Wäsche: d) Formularien und Drucksachen. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau der medizinischen und Frauenkliniken, Klinikstraße Nr. 32, an den Wochentagen nachmittags von 2-4 Uhr eingesehen werden. Offerten sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Samstag den 11. März 1911, nachmittags 4 Uhr, einzureichen. Proben der unter a) 2, 4, 5, 8, 9, 10, 11, 12, 13 und 15 bezeichneten Gegenstände sind den Angeboten bet. zufügen. Diese ausgezeichneten 11 Werke bezwecken: 1. den Besuch wissenschaftl. Lehranstalten vollständig zu ersetzen; 2. eine umfassende gediegen Bildung zu vermitteln; 3. auf Examen vorzubereiten. De Zweck wird erreicht: a) dass der Unterricht wissenschaftlicher Lehranstalten auf das Sorgfältigste nachgeahmt wird; b) dass der Unterricht in so einfacher und gründlicher Weise erteilt wird, dass jeder den Lehrstoff verstehen muss, c) dass durch dauernde Selbstprüfung, fortgesetzte Wiederholungen und ständige Uebungen das Erlernte dauernd befestigt wird; d) dass bei dem Fernunterricht auf die Veranlaging jedes Schülers besondere Rücksicht genommen wird. Großh. Verwaltungsdirektion der medizinischen Grosse Sammlung von Dank. und Anerkennungsschreiben kostenlos, Kleine Teilzahlungen. Ansichtssendungen bereitwilligst. BONNESS& HACHFELD, POTSDAM. SO. Zuschlag erfolgt bis zum 20. März 1911. Gießen, den 16. Februar 1911. und Frauenkliniken. Voit. Drud der Gießener Berlagsbruderei, Alein& Fischer. Verantwortlich für die Redaktion i. V.: Albin Klein, für Reklame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen. 1893 g 1896 g 1900 1902 1905 Diefe dio freu nur bi Ist die und rier" tations rüds Jm viele im all jind. dem b feinen Schart ist die finnige gearbe Red Frant berg, freisin die d wollte daß des n Der der ch Wähle christlic daß si März desuni Profe = 0= unter andere es fich ordnet den B Stadt heute aufzur greiflic hierbei Rable iteht: Land