bgeben durchzum Frühſtüc Martin f Sie NER en! rvi or! bare n, den 27. A in" längere Z daß Ihr Nerv jahrelang dächtnisschwi ch keine Besse Verwendung andig gesund e Arbeit, die Herzenslust e Ihr Präpan mat zurückk ungsvoll! R annt. z, den 28. A Zeit ausprob ngerer Zeit be einen unruhige abgespannt, bin ich wie w räften nachge einen besten D nten bestens Arians, Bah rper. feld, den& 3 mir das, mat. Ich leide m ganzen Kl So groß, daß ic gebraucht hab Schwindel sind ie ganze Nach ermit nebst G ar, Visnervin's w. Gustav Mod e. er, den 26. A mit jeden Tag s s Bett legle, er und schlim tung„ Hann la als letztes auch " genommen : Gott sei ged tigen Dankes gsvoll Frau es wegen ko te Anzahl v emerken aber, Dankschre orliegen, die irgend eine betonen aus en freien Ge ir wissen, da würden, w abgedruckte it dem Orig stellen es lbst die Orig lassen. irgendw Snnten, sp an Empfin entspru e ausgezei rvin". Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - oierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 181. Telephon: Nr. 362. Die marokko- Verbandlungen. Augenblidlich macht durch die deutschen Blätter wieder eine Mitteilung der englischen und französischen Presse die Runde, wonach der Inhalt der grundsätzlichen Einigung sich dahin zusammenfassen läßt, daß Deutschland und Frankreich, soweit es überhaupt noch möglich ist, zu dem deutsch- französischen Abfommen von 1909 zurückkehren, und daß Deutschland für die durch Frankreich herbeigeführte Unmöglichkeit, das Abkommen in vollem Umfange wieder herzustellen, eine Gebietsentschädigung außerhalb Marokkos erhält. Frankreich bekommt in Marolto politisch freie Hand; Deutschland bekommt ein Stück von Französisch- Kongo und ohne Anschluß an den belgischen Kongostaat; daneben behält Deutschland die wirtschaftliche Gleichberechtigung in Marokko gemäß dem Abkommen von 1909, und es sollen Garantien geschaffen werden für die wirtschaftliche Freiheit und Parität. Herzerhebend ist diese Mitteilung nicht. Das Stück Tropenland hinter Kamerun wollen wir nicht gerade ein Dankesgeschenk nennen; aber es sieht doch einem Rumpelkammergeschent etwas ähnlich. Wertvoll wären die Garantien für die Freiheit und die Gleichberechtigung des deutschen Handels und Unter nehmungsgeistes in Marokko, wenn es nur wirksame Garantien wären. Aber das ist ja gerade das heillos schwierige Problem, den Schikanen der französischen Machthaber und ihre marokkanischen Kreaturen gegen deutsche Waren und deutsche Unternehmungen einen Riegel vorzuschieben. Wenn Herr v. Kiderlen- Wächter und die beteiligten Reichsressorts diese Frage in praktisch und dauernd befriedigter Weise löst, so wollen wir den Scharfsinn hoch preisen. Aber erst schön nachprüfen! Bis dahin werden wir den Zweifel nicht los, ob sich ein wirtschaftliches Verhältnis zwischen Kaze und Hund in Marokko schaffen läßt. So lange wir uns mit diesen„ Aussichten" begnügen müssen, bleibt natürlich die Stimmung matt und das „ geduldige Abwarten" ungemütlich. Die Regierung darf sich nicht verhehlen, daß die Enttäuschung über einen mageren Vergleich um so größer sein wird, je länger die Geduldsprobe dauert und je mehr Aergernisse die ausländischen und inländischen Eiferer und Hetzer noch anzustiften vermögen. Darum ist in der Tat die Bitte berechtigt: Nun laßt genug sein des langwierigen Spieles, bringt die Verhandlungen zum schnellen Absch I u ß, mag es biegen oder brechen! Sonst bringen uns die Begleiterscheinungen der andauernden Unsicher= heit mehr Schaden, als durch die voraussichtlichen Kompensationen ausgeglichen werden kann. Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. August 1911. Der Hassia bezirk Gießen hielt am vergangenen Sonntag im Lenz'schen Felsenkeller seinen Bezirkstag ab, der stark besucht war. Neu aufgenommen wurde der Verein der 116er in Gießen. Nach dem Bericht des Bezirksvorstehers wurde einstimmig beschlossen, dem verunglückten Kamerad Hamann in Biebesheim eine größere Summe aus den Bezirksbeiträgen zu spenden. Dazu wurde noch eine Sammlung veranstaltet, sodaß 135 Mark zusammengebracht wurden. Der Antrag des Vereins Klein- Linden, die Bezirksvereine möchten tunlichst die Kriegsveteranen durch Erlassung der Vereinsbeiträge und Errichtung von Ehrentafeln ehren, wurde dem Verein empfohlen. Das Bezirksfest für 1912 erhielt Allendorf a. d. L. * Der„ Land- Kalender für das Großherzogtum Hessen", Ausgabe 1912, ist soeben im Gr. Staatsverlag zu Darmstadt erschienen und durch die in allen Städten und Gemeinden des Großherzog tums befindlichen Verkaufsstellen zum Preise von 25 Pfennig zu beziehen. Dieser„ Land- Kalender" ist einer der ältesten, wenn nicht überhaupt der älteste aller in Deutschland erscheinenden Kalender, denn er steht jetzt im 202. Jahrgang. Außer dem amtlichen Kalendarium für 1912 und dem amtlichen Verzeichnis aller im Jahre der 1912 stattfindenden Messen und Märkte bringt Land- Kalender" noch zahlreiche jedermann nützliche Mitteilungen, Ratschläge und Tabellen, sowie erstklassige Originalaufsätze unterhaltenden und belehrenden Inhalts. Als Kunstbeilagen erscheinen diesmal ein bisher noch ganz unbekanntes, reizendes Gruppenbild„ Die Großherzoglichen Herrschaften und ihre hohen Anver" = der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 8. August 1911. und ferner ein großes doppelseitiges Kunstblatt RheinAnsicht von Mainz". Eine Higperiode von so langer Dauer wie die jetzige, die am 18. Juli eingesetzt hat, ist noch selten verzeichnet worden. Seit diesem Datum waren sämtliche Tage sogenannte Sommertage, d. h. die Temperatur erreichte mindestens 25 Grad Celsius im Schatten. Ferner lieferte der 21. Juli bis 3. August einschließlich eine ununterbrochene Reihe von sogenannten Hitz oder Gluttagen, d. h. solchen, an denen ein Stand von 30 Grad erreicht wurde. Am 6. August wurde der 32. Sommertag gezählt, so daß zur Erreichung des langjährigen Durchschnitts von 43 jetzt noc 11 fehlen. Wie außerordentlich kühl die Sommer des Jahrzehnts 1901-1910 meist waren, geht aus der Tatsache hervor, daß nur 1904 und 1905 die Zahl der Sommertage den Durchschnitt überstieg, während der bezw. 22 betrug. Ausfall in den fühlen Jahren 1907-1910 12, 10, 23 * Mit eigener Lebensgefahr rettete der Geschäftsdiener Arthur Pitz am Samstag vormittag den 10jährigen Karl Wagner im städtischen Freibade an der Lahn vom Tode des Ertrinkens. Alkoholfreier Wein beim Abend= mahl. In Hessen ist kürzlich zum ersten Mal mit ausdrücklicher Genehmigung des Großherzoglichen Oberkonsistoriums bei einer Abendmahlsfeier alkoholfreier Wein verwendet worden. Es geschah dies bei einem Abendmahlsgottesdienst in Haus Burgwald bei Niederramstadt, der hessischen Heilstätte für männliche Altoholkranke. -t Bettenhausen, 8. Aug. Die Maul- und Klauenseuche breitet sich hier immer mehr aus. Bis heute sind zirka 30 Gehöfte verseucht; vier Tiere sind an einem Tage gefallen. -g= Buzbach, 6. Aug. Einem Hizschlag erlag ein Infanterist des Regiments 168. -u- Friedberg, 8. Aug. Gegenüber den immer wieder auftauchenden Gerüchten von einem bevorstehenden Kuraufenthalt des russischen Kaiserpaares in Friedberg und Bad- Nauheim wird nach Informationen des Frankfurter Polizeipräsidiums mit aller Bestimmtheit versichert, daß diese Gerüchte jeder Grundlage entbehren, und daß der Besuch in Friedberg und in Bad- Nauheim für dieses Jahr aufgegeben ist. * Alsfeld, 8. Aug. Das seltsame Schauspiel einer Zebrajagd hatten verflossene Woche die Bewohner unserer Stadt und Umgebung. Das Zebra des Blumenfeld'schen Zirkus ging beim Verladen durch. Es entstand eine mehrstündige Jagd. Das flinke Tier konnte sich wiederholt seinen Verfolgern, die zu Pferde waren, entziehen. Mit Lassos wurde es schließlich eingefangen. in - Lauterbach, 8. Aug. Ein Einwohner Lanzenhain hatte in seinem Stall einen Stier, der eines Tages nicht mehr fressen wollte. Ein Nachbar gab seiner Ansicht dahin Ausdruck, daß der Stier jedenfalls in etwa 3 bis 4 Wochen schon wieder seine gewöhn= lichen Tagesrationen vertilgen würde, er habe einen gleichen Fall schon früher beobachtet. Nach 3 Wochen zeigte das Tier wieder verstärkten Appetit. Bei dem Besitzer begann sich aber schwarzer Argwohn gegen den Nachbar zu regen. Er glaubte nämlich, der letztere könne„ hexen", denn wie könnte dieser sonst die Dauer des Krankseins des Stieres vorhersagen? Er häufte eine Flut von Schmähungen auf das Haupt des ahnungslosen Nachbarn und beschuldigte ihn offen der Hererei. Und das Ende der verherten Geschichte ist bittere Feindschaft an Stelle des früheren freund nachbarlichen Verkehrs. -0- Schotten, 8. Aug. Während des abgelaufenen Ferienmonats Juli war das nahe gelegene Lehrerheim Vogelsberg nicht nur vollständig besetzt, sondern es konnten sogar eine ganze Reihe von Anmeldungen keine Berücksichtigung finden. Von den Erholungssuchenden weilte eine ganze Anzahl zum wiederholten Male auf dem Heim, ein Beweis, daß der Aufenthalt allen berechtigten Anforderungen entspricht, die an einen Luftfurort gestellt werden. -d- Nidda, 8. Aug. Während der Fahrt nach Gießen erlitt der Zugführer Schneider einen Hizschlag, sodaß er vollständig gelähmt wurde und die Sprache verlor. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellens gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 fg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. * Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | chlag betroffen, an dessen Folgen er bald darauf starb. Darmstadt, 8. Aug. Wegen Unregelmäßigfeiten in seiner Kasse und sonstiger Unordnung in seinen Verhältnissen hat sich Freitag nachmittag der in das Kasino des Feld- Art.- Regts. Nr. 25 abkommandierte Vizewachtmeister Bade von der 2. Batterie fraglichen Regiments einen Schuß in den Unterleib beigebracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Bingen, 8. Aug. Bei dem niedrigen Wasserstande des Rheines sind Schiffsunfälle im Gebirge und im Rheingau an der Tagesordnung. Zwischen Bingen und Mainz ragen die Sandbänke aus dem Wasser hervor, oder sie sind dicht unter dem Wasserspiegel bemerkbar. -)(- Rodheim a. d. Bieber, 8. Aug. Am Sams= tag rannte oberhalb der„ Amtmannsmühle", wo Straße und Biebertal eine scharfe Kurve schneiden, der auf dem Gießener Braunsteinbergwerk beschäftigte Bergmann M. aus Frankenbach mit seinem Fahrrad so unglücklich mit dem Bähnchen zusammen, daß er in die Klinik gebracht werden mußte. == Dornholzhausen, 8. Aug. An Mil 3- branderkrankung starb in der Klinik zu Gießen der 50 Jahre alte Wasenmeister A. Viehmann. Eine Kuh war an Milzbrand verendet. Beim Deffnen der Ruh verletzte sich der kräftige Mann leicht und alsbald zeigten sich Spuren des Milzbrandes. Die ebenfalls infizierte Tochter konnte gerettet werden. == Dillenburg, 8. Aug. Dem von hier ge= schiedenen Landrat Oberregierungsrat v. Wussow ha ben die Kreisvertretung und die Bürgermeister des Kreises zur Erinnerung an seine verdienstvolle Tätigkeit im einer Dillkreise ein Geschenk zugedacht, bestehend in silbernen Relief- Tafel. Auf derselben befindet sich eine Ansicht des Kreishauses, ferner sind darauf verzeichnet die Namen der Kreisdeputierten, der Mitglieder des Kreis- Ausschusses, des Kreistages und sämtlicher Bürgermeister des Kreises. Marburg, 8. Aug. Das hiesige JägerbatatlIon wird sich vom 7. bis 21. September an den Manövern des 11. Armeekorps beteiligen, die auch dies= mal wieder in Thüringen stattfinden. * Marburg, 8. Aug. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Konsumvereins für Marburg und Umgegend, e. G. m. b. H., zu Marburg hat der Verwalter zur Deckung des in seiner Bilanz berechneten Fehlbetrags von 19 827,92 Mark eine Vorschußberechnung aufgestellt, nach der die von ihm namhaft gemachten 612 Genossen je 30 Mt. vorschießen sollen. Jetzt ist an sie die Aufforderung ergangen, diese Summe bis zum 15. August an den Konkursverwalter einzusenden. Von den Mitgliedern sind auch viele zugleich Gläubiger, weshalb sie doppelten Schaden haben. Ob die namhaft gemachten 612 Genossen alle bezahlen, ist kaum anzunehmen, da viele von ihnen unpfändbar sind oder gar nicht mehr hier wohnen. Geschäftliches. • Die Automobile der Adlerwerte vormals Heinrich Kleyer A.-G., Frankfurt a. Main, konnten bei den jüngsten automobilistischen Veranstaltungen wieder glänzende Erfolge verzeichnen. Auf der Wertungsfahrt des Anhaltischen Automobilklubs errang ein Adlerwagen den ersten Preis und Ehrenpreis der Stadt Schmiedeberg. Auf der Sternfahrt des Märkischen Automobilklubs fiel in der Klasse bis 5 PS. der erste Preis und die Pla= fette des Deutschen Rad- und Kraftfahrerbundes ebenfalls einem Adler zu; dieser kleine mit 4 Personen besetzte 5-11 PS.- Wagen fuhr mit einem Durchschnittstempo von 46 Kilometer. Auf der Sternfahrt des Anhaltischen Automobilklubs erhielt ein Adlerwagen den Ehrenpreis des Märkischen Automobil- klubs, und auf der großen zweitägigen Gesellschaftsfahrt des Kartells Bayerischer Automobil- Klubs Nürnberg- Koburg- Regensburg wurden von 15 beteiligten Adlerwagen 13 Preisträger. Außer diesen die Schnelligkeit und 3uverlässigkeit der Adlerautomobile beweisenden Erfolgen fand die Anerkennung ihrer außerordentlich ge= fälligen Form mehrfachen Ausdruck. Auf der von dem Märkischen Automobilklub veranstalteten Schön*) Nidda, 8. Aug. Der Lokomotivfüörer Karl Hilgärtner wurde auf sein Nachsuchen wegen geschwäch- heitskonkurrenz wurden zwei Adlerwagen ausgezeichnet, ter Gesundheit in den Ruhestand versetzt. Stodheim, 8. Aug. In Rohrbach wurde und auf der„ Sächs. Kraftsternfahrt" trug ein Adlerwagen den Schönheitspreis des„ R.-Kl. Annawandten auf Schloß Wolfsgarten im Sommer 1910", der Landwirt Sauer auf dem Felde von einem Hizburg von 1900" davon. Eine ,, Annäherung" in der Marottofrage. tammern angenommen. Von den anwesenden VolksBotschafter Cambon und von Kiderlen- Wächter sind am Freitag zu einer grundsäglichen Annäherung gelangt, die als Grundlage für die Beratung der Einzelfragen dienen wird. Die halbamtliche Melbung darüber lautet: In den Unterredungen zwischen Cambon und Riderlen- Wächter hat eine Annäherung über den prinzipiellen Standpuntt stattgefunden. Die Ausarbeitung im einzelnen erfordert jedoch eingehende Brüfung, womit zurzeit die zuständigen Reichsrefforts befaßt find. Das Ergebnis wird dann durch die Reichstanzlet dem Statser zu unterbreiten sein. vertretern sprachen der Zentrumsabgeordnete Trimborn und der Freifinnige Botthoff, im Barlament dahin wirken zu wollen, daß den Wünschen der Privatange= stellten hinsichtlich des Pensionsgefezes nach Möglichfeit entgegengekommen werde. Eine Kundgebung der internationalen Arbeiter: schaft gegen den Krieg hat in Paris stattgefunden, zu welcher verschiedene Führer der revolutionären Barteten des Auslandes das Wort ergriffen. Als deutsche Vertreter sprachen zuerst der Abgeordnete der Zentralfommission der Gewerkschaften Bauer, um im Namen des organisierten Proletariats fich gegen den Krieg zu erklären. Er fügte jedoch hinzu, man würde in Deutschland gute Soldaten unter den Sozialisten finden, wenn fremde Truppen das eigene Land betreten sollten. Konsequentere Antimilitaristen waren die Spanter und Franzosen. Von deutscher Seite waren auch die Reichstagsabgeordneten Ledebour und Molkenbuhr anwesend. Letzterer erklärte, die französische und deutsche Regierung verfolgten in Marotto eine Politit der Plünderung". Am Schlusse wurde eine Tagesordnung angenommen, worin gesagt wird, die ausländischen Delegierten erklären sich bereit, sich mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln einer Kriegserklärung zu widersetzen. Damit ist inhaltlich allerdings noch sehr wenig gesagt. Es wird lediglich von einer Annäherung, nicht einmal von einer Uebereinstimmung gesprochen. Aber man weiß ja, wie vorsichtig derartige Noten redigtert werden, und tut daher wohl nicht unrecht, wenn man awischen den Zeilen ltest, daß die prinzipielle Verständtgung erzielt ist, während es sich jetzt noch darum hanbelt, den unvermeidlichen und nicht unwesentlichen Kleintram im einzelnen auszuarbeiten. Daß nach den wochenlangen Verhandlungen jetzt so schnell ein Einverständnis erreicht wurde, ist immerhin überraschend, aber doch wohl nicht ganz zufällig. Die Franzosen hatten sich felfenfest in die Ueberzeugung verrannt, die Deutschen würden sich zuletzt doch wieder mit einem Butterbrot begnügen, und hatten sich schließlich auf die Friedensliebe des Katsers als lebten Rettungsanfer verlassen. Nachdem nun infolge der Swinemünder Besprechungen diese Hoffnungsseligkeit in Nichts verronnen war, mußte man in Paris eine völlig neue Bilanz aufmachen, in der zum ersten Male als entscheidender Faftor der feste Wille Deutschlands eingestellt war. Bis diese Rechnung stimmte, brauchte man in Barts naturgemäß einige Bett, und so ist es wohl begreiflich, daß gegen Ende der vorigen Woche der tote Bunft erreicht war. Seitdem die Franzosen sich aber einmal damit abgefunden hatten, daß sie zahlen müßten, ist das Tempo der Verhandlungen dann sehr viel raScher geworden. Um so rascher, als die deutschen Forderungen nach allem, was man weiß, gewiß nicht übertrieben waren. Wie diese Forderungen im einzelnen aussehen, das zu erfahren, werden wir uns wohl noch einige Zeit gedulden müssen. Rundschau vom Cage. Politisches. " Auch England hat jetzt seinen Fall Jatho. Dem Geistlichen Thompson vom Maidelane College in Ogford ist vom Bischof von Winchester das Recht zur Ausübung priesterlicher Funktionen entzogen worden, weil er in seinem im April dieses Jahres veröffentlichten Buche Wunder des Neuen Testamentes" freisinnige Meinungen geäußert hat. Er stellt die biblischen Erzählungen von den Wundern Jesu als Traditionen dar, die auf Geschehnissen beruhten, die nichts Uebernatürliches an sich hatten. Einstweilen heißts abwarten. Die„ Nordd. Allg. 8tg." schreibt in threr Wochenrundschau über den Fortgang der deutsch- französischen Verhandlungen, daß eine Annäherung über den prinzipiellen Standpunkt stattgefunden hat. Die Einzelheiten unterliegen indessen noch genauer Prüfung und näherer Vereinbarung. Des= halb müssen die beiden Regierungen es sich bis auf wetteres versagen, der Oeffentlichkeit Mitteilung zu machen. Dadurch würde, wie die Westminster Gazette zutreffend bemerkt hat, das Ergebnis in Frage gestellt werden. Der Mahnung des englischen Blattes zum geduldigen Abwarten müssen wir uns anschließen. Gern fet festgestellt, daß die deutsche Presse in den großen Blättern aller bürgerlichen Parteien gegenüber manchen ausländischen Beunruhigungsversuchen fühl und vertrauend geblieben ist. teln angefüllt, daß der diensthabende Tierarzt sie kaum betreten tonnte, um Untersuchungen vorzunehmen. Die Wespenplage ist in einzelnen Gemeinden der Moselgegend so groß, daß das Aufsuchen von Wespen nestern behördlich angeordnet ist; für jedes auf der Bürgermeisterei abgeliefertes Nest werden 50 Pfennig aus der Gemeindefaffe gezahlt. Der Erschah vor den Toren Teherans. Nach in Petersburg eingetroffenen Meldungen aus Teheran steht der Erschah wenige Kilometer vor der Hauptstadt Teheran. Wie verlautet, hat er die Absicht, die Stadt ohne Kampf einzunehmen. Ob ihm das gelingen wird, ist natürlich eine andere Frage. Wir glauben nicht baran. Die diesjährige Generalversammlung der Katholtfen Deutschlands wurde am Sonnabend in Mainz mit einem Begrüßungsabend eröffnet. Am Sonntag sand ein Umzug statt, an welchem über 900 fatholische Vereine mit etwa 50 000 Mitgliedern teilnahmen. Nach Beendigung des Festzuges fanden Massenversammlungen statt, darunter einige unter freiem Himmel. Auf die Bitte des geschäftsführenden Ausschusses hat der Papst in einem längeren lateinischen Schreiben geantwortet, worin er den Verhandlungen besten Erfolg wünscht und betont, daß er die Tagung in Mainz um so freudiger begrüße, als sie dem Andenken des großen sozialen Btschofs von Ketteler gewidmet fet, und um deswillen besonders erfreuliche Erfolge erhoffen lasse. Der Brief schließt mit dem oberhirtlichen Segen für die Tagung. Ein Einbruch in das Bürgermeisteramt wurde in der Nacht zum Sonntag in Lechenich im Kreise Eus tirchen verübt. Die Diebe erbrachen die Pulte sowie einen feuerfesten Geldschrank und entwendeten aus die sem über 300 Mart bares Geld nebst einem Sparkassenbuch. Von den Tätern fehlt jede Spur. Von einem Zuge überfahren wurde bei einem Bahnübergange in der Nähe von Heumar im Bezirk Cöln ein Möbelwagen. Die vier Begleiter des Wa gens wurden verleßt, sam Tell sehr schwer; einer ist bereits gestorben. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Nene Kämpfe auf Saiti. Der Gegenpräsident Leconte hat sich zum Diktator von Haiti erklärt. Seine und die Anhänger der alten Regierung Itefern sich blutige Kämpfe in den Straßen von Port au Prince. Die deutschen und englischen Kriegsschiffe landeten weitere Truppen. Eine Räuberbande, die einen deutschen Laden zu plündern versuchte, wurde von deutschen Matrosen zerstreut. Auch ein französisches Kriegsschiff hat Truppen an Land gesetzt. Der Leipziger Verband deutscher Handlungsges Hilfen, dem etwa 93 000 Mitglieder angehören, hält gegenwärtig in Cöln seine Jahresversammlung ab. In der Eröffnungssitzung am Sonnabend wurde über die Aenderungen unserer staatlichen Versicherungsgesetzgebung berichtet, bet Erörterung der Entlohnungsfrage das Anstreben von Mindestgehältern, getrennt für männliche und weibliche Angestellte, gefordert, ein ver stärkter Arbeitnehmerschutz mit Fortführung der soztaIen Reform verlangt und endlich einstimmig eine Resolution auf Schaffung paritätischer Handlungsgehilfen17) Jugendfreundschaft. Kleine Nachrichten. Seine Famillie umgebracht hat in einer fleinen Ort schaft in der Nähe von Bufarest ein Oberlehrer. Er überschüttete setne schlafende Frau sowie zwei Kinder mit Petroleum und steckte fie dann in Brand. Alle dret Bersonen starben unter den schrecklichsten Schmerzen. Der Mörder wurde verhaftet. Im Ringkampf getötet. Im Meisterschaftsringen der rheinisch- westfältschen Athleten in Essen wurde der Ringfämpfer Schliffte von seinem Gegner so heftig zu Boden geschleudert, daß er einen Bruch der Wirbelfäule erlitt, der seinen Tod zur Folge hatte. Durch die Explosion einer Spiritusflasche verbranns ten in Rigdorf bei Berlin dret Kinder schwer. Das äl teste der verunglückten Kinder war der Spiritusflasche mit einem brennenden Streichholz au nabe gekom men, und die Flammen hatten sofort sowohl dies Kind als auch ihre beiden in der Nähe stehenden Geschwister ergriffen. An dem Aufkommen der Kleinen wird gezweifelt. Wahnsinnstat eines Arztes. In der belgischen Stadt Brügge hat ein Landarzt der vor einiger Zeit eine Witwe mit zwei Kindern geheiratet hatte, die Frau und eines der Kinder in einem Anfalle von Tobsucht ermordet. Mit der Art hatte er den beiden unglücklichen den Schädel gespalten. Der Mörder ergriff nach der Tat die Flucht und konnte bisher nicht ermittelt werden. ( Nachdruck verboten.) Roman von G. v. SchItppenbach. Hammer hatte gehört, daß Eva verlobt gewesen war und daß sie in ihrer jungen, vertrauenden Liebe durch einen Mann getäuscht wurde, der sich als Abenleurer entpuppte. Sie ist E. Norden", sagte Hammer, sich seine Schlitfse ziehend,„ dies ist ihr Schreibtisch, das erwähnte Lina Grotenbach gestern. Ich habe das Jrrlicht gefunden." Er konnte heute nichts arbeiten, mit offenen Augen saß er da nud träumte. gestoße piener Tat zu Gi Tage e nannte bon et Groß ergab Mrs. S feltener hieden mars G batte fi rerin batte& Belt d br Ga befunde ben. 1 den, un beden, madcher Dienfth παδάει gezeld wenn f bidhten weigi Rumme auf fich Ein Miner Jellichaf perer Mitali ein Un Diefes Bericht richtspe getlagte 100. wore D Alidsfa Beißen finent weg vo Er legt bet und betreffe awet T daß er giftung bringen nommer Qualen Ein geftern fenbefit verheir Aus den Gerichtssälen. Offizier und Schuhmann vor Gericht. Der Leut nant Eberle vom 1. Fußartillerieregiment in München hatte an einem Abend im Mai in start angetrunkenem Zustand auf einer verkehrsretchen Straße im Zentrum Münchens in unmittelbarer Nähe einer Bogenlampe ein Bedürfnis verrichtet. Darüber waren die Anwoh ner und Bassanten erbost und es bemerkte jemand, cs set doch schade, daß fein Schuhmann da sei. Als der Leutnant das Wort Schußmann hörte, rief er selbst plößlich laut: Schußmann, Schußmann! In dem Augenblic fam auch der Schußmann Moosburger des Weges. Er stellte den Leutnant aur Rede und legitt mierte sich, da er in Zivil war. Eberle erwiderte ihm: " Da könnte jeder Hanswurst tommen und sich als Schutzmann ausgeben." Als er dann zur Namensangabe aufgefordert wurde, antwortete er: Fällt mir gar nicht ein, Sie Hanswurst" Da der Angeklagte nach der Aussage des Schutzmanns dessen Legitimationsfarte nicht nur zweimal in der Hand hatte, sondern auch den Inhalt laut vorlas, und trotzdem die Namensangabe verweigerte, wurde ihm die Festnahme angekündigt. Der Schußmann packte den Leutnant am Aermel und ging mit ihm eiligen Schrittes nach der Polizeidirektion. Eberle ging zunächst ganz ruhig mit. In der Weinstraße rief er dann aber plöblich:" Lassen Sie mich los, ich bin ein Beutnant!" und in dem gleichen Augenblic schlug er mit einent Schlüssel auf den Schußmann ein, so daß dieser zusammenstürzte. Eberle suchte sich nun loszureißen, was ihm aber nicht gelang. Der Schußmann fam vielmehr wieder auf die Beine, um sofort aum zweiten Male niedergeschlagen zu werden. Nun fam ein anderer Schußmann hinzu, der den Leutnant dann in die Polizeidirektion verbrachte. Dort benahm fich der Leutnant dem Sicherheitsfommissar gegenüber in höchst ungebührlicher Weise. Er behielt den Hut auf, wollte sich mit seinem Zigarrenetut legitimieren und nannte den Kommissar in höhnischer Weise Direktor. Dann dauerte ihm die Protokollaufnahme zu lange, und schließlich äußerte er, er bedauere lebhaft, daß er feinen Stock bei sich gehabt habe, denn sonst läge der Schutzmann noch draußen auf der Weinstraße. Der Schußmann Moosburger batte neun Verlegungen am Kopfe und im Gesicht erlitten, an dern Folgen er heute noch zu leiden hat. In der Verhandlung vor dem Kriegsgericht der ersten Division berief sich der angeklagte Leutnant auf feine Trunfenheit. An die einzelnen Bor gänge fönne er sich nicht mehr erinnern. Das Gericht berurteilte den Angeklagten au insgesamt einem Monat Gefängnis und fünf Mark Geldstrafe. Bäderfrequenz. Badenwetler 5455; Bad Gastein 10 972; Britcfenau 3325; Davos 17 674; Ems 15 391; Homburg 9610; Jichl 13 066; Karlsbad 51 122; Kissin= gen 26 071; Königstein( Taunus) 5189; Kreuznach 9675; Langenschwalbach 5073; Marienbad 25 282; Münster g. St. 5265; Nauheim 25 900; Neuenahr 17 645; Ntendorf 4160; Oberstdorf 9241; Oldesloe 2527; Orb 3928; Byrmont 26 295; Salzungen( Thür.) 3772; SoodenWerra 4617; Soden( Taunus) 3331; Traunstein 15 814; Travemünde 8330; Warnemünde 14 825; WesterlandSylt 18 925; Wildungen 9258. Es befremdete Eva, daß Hammer sich neuerdings mehr isolierte, er schien jedes Alleinsein mit ihr zu vermeiden. Sie abnte nicht, daß er es tat, well er sich aut verraten fürchtete; erst wenn sein Schauspiel Erfolg gehabt, wollte er vor das geliebte Mädchen treten und um ihre Gegenliebe bitten. - Die Auswanderung über Hamburg weist nach den vorliegenden Ziffern im Monat Jult einen weiteren erheblichen Rückgang auf. Es verließen nur 5734 Perfonen gegen 8154 im Jult 1910 und 7890 in 1909 Eu ropa. Unter den Auswanderern befanden sich 441 Deutsche gegen 722 im gleichen Monat des Vorjahres. Eva weinte manche Heimliche Träne; es wurde ihr Klar, daß ihr ganzes Herz Hammer gehörte, anders, besfer wie einst Latour, das war damals ein Rausch gewesen, der lange verflogen war, jetzt aber sprach ein tieferes Gefühl für denjenigen, der wie sie gelitten hatte in einem Bunde, den der Tod löste. In der Berliner Zentralmarkthalle verursacht die Hitze ungeheure Verluste. Ganze Berge von Fleisch, von frischen und geräucherten Fischen, Geflügel, Rehen, Krebsen, werden täglich nach der städtischen Fleischver nichtungsanstalt geschafft. An einigen Tagen waren die Polizeikeller derartig mit verdorbenen NahrungsmitDas Stubenmädchen hatte beim Aufräumen von des Schriftstellers Stube einmal ein wichtiges Papier verbrannt, seitdem unterzog Eva sich der Arbeit des Ordnens, sobald Hammer frfth am Morgen fortging; es war ihr eine besondere Freude, fitr ihn diesen kleinen Dienst zit tun. „ Bald reist er fort", dachte Eva traurig, soll ich thm sagen, daß ich E. Norden bin? Ach nein, ich kann es nicht." " Fräulein Grotenbach", sagte er erregt,„ bie Direktion wünscht noch in letzter Stunde eine Abänderung tm dritten Aft; würden Sie wohl so freundlich sein, das abzuschreiben, was ich sofort umarbetten will, ich habe leider eine schlechte Handschrift und Eile tut Not." Die Tür wurde schnell geöffnet, der, an den sie bachte, trat ein. " Ja, ich will es nur meiner Mutter sagen", versetzte Eva und eilte fort. Es ist mir jetzt einerlet, ob er mein Geheimnis errät, dachte sie. Das war ein seltsames Arbeiten zu zweien. Hammer saß am Schreibtisch und schrieb, Eva kopierte sauber die mit Bleistift hingeworfenen Zeilen. Plötzlich Hörte das Geräusch des hastig über das Papier gleitenden Stiftes auf. Warum sehen Sie mich so forschend an?" fragte das junge Mädchen. „ Tue ich das?" fragte er ,,, ich ich dachte eben über mein Schauspiel nach, die Heldin desselben hat viel von Ihnen." " Ich kenne ja Jhr Stück noch nicht, nur das, was ich hier schreibe, und in diesen Szenen kommt die Heldin des Schauspieles nicht vor. Wie heißt sie?" „ Sie heißt Ellinor." „ Leider kenne ich sie noch nicht, Herr Hammer." Haben Sie meinen letzten Roman Jrrlicht noch nicht gelesen?" Vermischtes. Vom Schulkameraden netötet. Seit Dienstag vers mißt das Ehepaar Noel in Nantes ihren 9jährigen Sohn Joseph, der mit 2 Spielfameraden das Haus verlassen hatte. Die heimgekehrten Kameraden erzählten, ibr fleiner Freund set beim Baden ertrunken, ohne daß sie ihm hätten Silfe bringen können. Man fuchte im Loirebett nach dem Ertrunkenen und fischte gestern den Leich nam auf. Im Verhör verwicftelten sich die beiden Knaben in Widersprüche und gestanden schließlich, daß sie den kleinen Noel gewaltsam vom Rai in den Fluß „ Nein," fällt es sehr leise von Evas Lippen und sie neigt den Kopf Hefer über das Blatt vor ihr. So, ea interessiert Sie wohl nicht?" Diese Worte tamen im gereizten Ton. Eva antwortete nicht und war ganz in thre Arbeit vertieft. Hammer stand auf und trat auf sie zu. „ Bitte," sagte er, geben Sie mir die fertigen Blätter!" Evas Herz pochte laut. Aber die Augen Hammers ruhten gleichgiltig auf der sauberen Kopie. Ich danke," sagte er rubig,„ Sie haben das wirklich sehr schön geschrieben. Aber was fehlt Ihnen, gnädiges Fräulein?" " Jetzt wird er meine Handschrift als die E. NorSens erkennen." Eva war aufgesprungen, sie fühlte, daß sie im nächsten Augenblick in Tränen ausbrechen würde. Sie stotterte etwas von plöblichem Unwohlsein und eilte hinaus. So gleichgültig ist E. Norden ihm, daß er nicht einmal die oft gesehene Handschrift erkannt hat. Erst als sie Sammer fortgeben hörte, fchlich sie sich in sein Zimmer; sie mußte noch mehrere Blätter abschreiben. Ein unerträglicher, dumpfer Kopfschmerz quälte fic, fie löfte die Nadeln aus ihrem Haar und schüttelte die glänzende Fülle zurück; in braunen, wetchen Wellen floß es nieder. " Nun ist mir besser," sagte Eva, er kommt erst spät hierher, bis dahin habe ich die Arbeit lange beendet." Sie wollte mit Schreiben anfangen, aber ein Trop fen fiel aus ihren Augen auf die Schrift und hinterließ dort seine Spur. Es dauerte einige Beit, bis sie sich gefaßt hatte, Als sie ihre Arbeit beinahe beendet hatte, hörte sie Hammer zurüdfehren. " Ich- ich habe fast alles abgeschrieben," stammelte sie verwirrt. Bitte auch noch um diese," sagte seine weiche Stimme und es war ihr, als umfange sie eine scheue Lieblosung, nach der sie sich gesehnt hatte. ben ein folge fa Er blieb neben ihr stehen, eine Lode ihres Haares war ihr über die Schulter geglitten und fiel auf das letzte Blatt, das sie mit fliegender, zitternder Schrift beendet hatte. Jest erst erinnerte sie sich, daß sie ihr Haar gelöst hatte, in holdem Erschrecken stand sie da. " Gute Nacht," sagte sie schnell und wollte fliehen. " Darf ich Ihnen nicht danten?" fragte Hammer. Fest umspannte er ihre Hand und ein beklommenes Schweigen ließ ihre Worte verstummen.. In einer tötet, di Kindes währen fonnte. Du Dynam fibt. 3 dort der gent de offen ge aut eine mitpatr Kinder Mobilia Gaus fo benhäue Ein die Ehe Im Rie germuff Ermorde der der alischer Lotalter gang de mit ein beftigen einen f den Sch ganz ru nenden mittags der Na det wo De D folg ha Ohr. Sie er ihr In die Da wandelt Lied hei Lin de Mu der betd Geheim Sie Aufführ bent au Am Erstauff mir den morgige bach, Gr haufe u Tauschen genden bie eble Borhan Baus u δα Im Fra ne taum hmen. inden der Weipen auf der fennig wurde in etfe Eus alte fowle parfaffen t aus die et etnem a m Bezir des etner t indig zet tnen Ort brer. E et Kinder Alle drei Schmerzen. verbranna ملة Das itusflajde egetom Dies Kind Beschwister wird ge Der Leut München runtenem Bentrum genlampe e Anwoh emand, co Als der er felbft dem Aus rger des nd legitt berte ihm: sich als amensan t mir gar e nach der ttonstarte auch den ensangabe gefündigt. rmel und istrettion. Der Wein mich los, Augenblid nn ein, so nun los Schußmann ofort zum Nun fam nant dann m fich der in höchst auf, wollte nd nannte br. Dann ange, und er feinen er Schutz Der Schub am Kopfe Heute noch m Kriegs lagte Leut Inen Vor as Gericht em Monat nstag vers igen Sohn 3 verlassen ihlten, ih ne daß fie im Lotre den Leichdie beiden den Fluß eßlich, daß hgiltig auf ruhig,„ Ste Aber was le im näd ürde. Ste und eille jm, daß er rfannt hat. lich fie fich Blätter ab Topffchmerz Haar und unen, wetmt erst spät e beendet." ein Trop 6 hinterlies bts fie fid endet hatte, " Stammelte eine weide eine scheue Tres Saares tel auf das der Schrift daß sie ihr tand fie da llte fliehen te Sammer eflommenes gestoßen und dann Relßaus genommen hätten. Beide fchienen feine rechte Vorstellung von der Schwere ihrer Tat zu haben. Eine vornehme Büßerin. In Chicago wurde dieser Tage eine einfache Frau, die sich Mrs. Katharine Porter nannte und als Dienstmädchen bei einer Familie lebte, von einem Automobil überfahren und sofort getötet. Groß war die Ueberraschung, als sich bei der Totenschau ergab, daß die angebliche Mrs. Porter in Wahrheit Mrs. Katharine Edgar gewesen ist, einst eine Frau von feltener Schönheit und hoher sozialer Stellung, die gefchiedene Gattin des Stahlmagnaten und Multimillionärs Edgar in St. Louis. Vor wenigen Jahren noch hatte sie im Ueberfluß gelebt, war eine anerkannte Füh rerin des Gesellschaftslebens in der Stadt gewesen und hatte die glänzendste Rolle gespielt, als plötzlich die Welt durch den Scheidungsprozeß überrascht wurde, den thr Gatte gegen sie anstrengte und in dem sie schuldig befunden wurde; ihr Kind wurde dem Vater zugesprochen. Unmittelbar danach war Mrs. Edgar verschwunden, und es war nirgends eine Spur von ihr zu entbecken, bis jetzt nach dem gewaltsamen Tode des Dienstmädchens in Chicago die Wahrheit ans Licht fam. Ihre Dienstherrin erklärte, daß sie immer ein gutes Dienst= mädchen gewesen wäre und fich besonders dadurch ausgezeichnet hätte, daß sie fast mie auszugehen wünschte; wenn sie es aber tat, so verhüllte sie ihr Gesicht mit bichten Schletern. Niemals empfing sie Besuch; sie war schweigsam und ihre Seele schien von einem schweren Kummer belastet. Man nimmt an, daß sie es freiwillig auf sich genommen hat, Dienstmädchen zu werden. Eine Meineid G. m. b. 5.". Unter dem Namen Minerva" hatte sich in Zabrze. Oberschlesien, eine Gefellschaft von Eideshelfern gebildet, die bereits seit längerer Zeit ihr Unwefen trieb. Endlich gelang es, einige Mitglieder der Gesellschaft ausfindig zu machen, so daß ein Untersuchungsverfahren eingeleitet werden konnte. Dieses ist jetzt beendet. Die Verhandlung wird nach den Gerichtsferien in einer außerordentlichen Schwurgerichtsperiode in Gleiwit stattfinden. Die Rahl der Angeklagten beträgt 25, die Zahl der Straffälle mehr als 100. Die Meineide wurden in Zivilprozessen ge= schworen. Durch einen Müdensttä getötet. Ein tödlicher UnAlücksfall, der zu größter Vorsicht mahnt, wird aus Weißensee bet Berlin berichtet. Ein 40jähriger Maschinenmeister wurde vor einigen Tagen auf dem Helmweg von seiner Arbeitsstätte von einer Mitce gestochen. Er legte der geringfügigen Verlegung keine Bedeutung bet und tratte, als sich ein starker Juckreiz einstellte, die betreffende Stelle mit den Fingernägeln. Schon nach zwet Tagen stellten sich aber so heftige Schmerzen ein, daß er einen Arzt zu Nate zog. Dieser stellte Blutvergiftung fest und ließ den Mann nach dem Krankenhause bringen. Troßdem dort sofort eine Operation vorgenommen wurde, starb er gestern nacht unter furchtbaren Qualen. Ein schreckliches Antomobilunglüc ereignete sich gestern morgen in der Nähe von Marseille. Ein Mithlenbestter namens Pinatel unternahm mit einem jungverheirateten Ehepaar und einem siebenjährigen Knaben eine Automobilfahrt. Plößlich fuhr das Auto infolge falscher Steuerung gegen einen Stein und stürzte in einen Kanal. Die beiden Herren wurden sofort getötet, dte Frau und das Kind ertranten. Die Leiche des Kindes wurde 4 tlometer von der Unfallstelle gelandet, während die der Frau noch nicht aufgefunden werden fonnte. Dynamitattentat auf eine Bergmannsfamilie. Ein Dynamitattentat wurde in Bryrow bet Kattowitz verfibt. In der Parterrewohnung eines Hauses wohnt dort der Grubenhäuer Krziza mit seiner Familie. Wegen des warmen Wetters wurden nachts die Fenster offen gehalten. Dies benutzten zwet Feinde des Krziza zit einem gemeinen Racheaft. Ste warfen eine Dynamitpatrone in das Zimmer, durch deren Erplosion zwet Kinder des Krziza sehr schwer verletzt wurden. Das Mobiliar wurde zum größten Teil zerstört und das Haus schwer beschädigt. Als Täter wurden zwei Grubenhäuer verhaftet.. Eine geständige Mörderin. Nach 12tägiger Haft hat die Ehefrau des Zimmerpolters Joseph in Schwerta Im Riesengebirge nunmehr eingestanden, thre Schwiegermutter, die 84 Jahre alte Frau Joseph, im Walde ermordet zu haben. Streitigkeiten über Hypothekengelder der Greisin sind die Veranlassung zu der mit besttalischer Roheit ausgeführten Mordtat gewesen. Beim Lokaltermine schilderte die Mörderin genau den Hergang der Tat. Danach hat sie zuerst versucht, thr Opfer mit einem Strick zu erwürgen. Als thr dies infolge der heftigen Gegenwehr der Greisin nicht gelang, ergriff sie einen faustdicken Stein und zertrümmerte diefer damit den Schädel. Nach der Tat ging die Mörderin äußerlich ganz ruhig nach Hause und bereitete den bet ihr wohnenden Sommerfrischlern den Nachmittagskaffee. Nachmittags ging sie abermals in den Wald und kehrte mit der Nachricht zurück, daß ihre Schwiegermutter ermordet worden set. Die Entdeckung der Mörderin ist in der Der hübsche, braune Mädchenkopf war tief gesenkt. " Darf ich Sie etwas fragen, wenn mein Stück Erfolg hat?" Wie aus weiter Ferne schlug seine Stimme an ihr Ohr. Sie nickte bloß, sie konnte nicht sprechen. Da hob er ihr Köpfchen auf und seine Augen versenkten sich in die Evas, bittend, heischend. Das waren seltsame Tage, die jetzt folgten. Eva wandelte wie im Traume daher, so wie es in Chamissos Lied heißt: „ As wie im Traume schwanken Trunken die Sinne mir, AM meine Herzgedanken Sind nur bet dir." Lina schalt, daß die Schwester alles verkehrt machte, die Mutter allein verstand thr Kind, sie hatte die Liebe der beiden jungen Menschen erraten. Sie wußte Evas Geheimnis und alles über E. Norden. Sie sahen Hammer wenig in dieser Zeit vor der Aufführung des Stückes, er hatte zu viel mit den Proben zu tun. Am letzten Tage brachte er dret Eintrittskarten zur Erstaufführung. Fräulein Eva," bat er,„ halten Sie mir den Daumen, das Glück meines Lebens hängt vom morgigen Abend ab."- Und nun sizzen Frau Grotenbach, Eva und Adam im dichtgefüllten kgl. SchauspielHause und mit ihnen lauschen die Vielen dem Flügelrauschen des Genies. Das Stück hat einen durchschla= genden Erfolg, es erhält alle in atemloser Spannung, die edle Sprache retßt die Hörer hin, beim Fallen des Vorhanges braust ein stürmischer Applaus durch das Haus und man ruft begeistert des Verfassers Namen. " Hammer, Hammer", so klingt es immer lauter. Er tritt an die Rampe, vornehm und interessant, im Frackanzug, er ist sehr bleich und seine Augen sehen Hauptsache auf die Verfolgung der Spur durch die bet- play dieses Brandes find die mächtigen Kiefern- und den Görlizer Polizeihunde zurückzuführen, die beide genau denselben Weg angaben, den die Mörderin nach der Tat genommen hatte. Eine Walfischschule. Wie man bei der Zusammenrottung anderer Tiere von Rudeln spricht, so nennt man das gemeinsame Auftreten einer großen Menge von Walen eine Schule. Woher dieser Ausdruck fommt und wer ihn zuerst gebraucht hat, ist nicht mehr bekannt. Von allen Vertretern der Wale findet sich keiner so häufig in großen Schulen zusammen wie der sogenannte Grindwal, der zu der Familie der Delphine gehört, aber immerhin eine Länge bis zu 7 Metern erreicht. Gelegentlich find Schulen bis zu 1000 Stück und mehr gesehen worden. Während aber andere Tiere, wenn sie in großen Herden sich zusammentun, eine besondere Wachfamfeit ausüben, geraten diese Walfischschulen oft in Gefahr und Schaden, indem sie in großen Mengen stran den und so auf dem Trockenen zu Grunde gehen. Verhältnismäßig häufig sind solche Vorkommnisse an den Küsten von Schottland und den nördlich davon gelegenen Inselgruppen gewesen. Jetzt ist wieder einmal eine Schule von 50-60 Stück im nördlichen Atlantischen Ozean gestrandet, aber weiter im Süden, an der englischen Küste von Cornwall, bei der Hafenstadt Penzance. Die Flut machte zwar eine Anzahl der schon aufs Trockene gefeßten Tiere wieder frei, die übrigen verendeten aber teils von selbst auf dem Strande, teils wurden sie erschossen. Gestrandete Wale gelten in Eng= land als Krongut, und in diesem Fall wurde von der Regierung dem großen Naturgeschichtlichen Museum in London gestattet, sich von dem Funde auszusuchen, was es brauchen könnte. Ginige felette merden jetzt an Ort und Stelle präpariert, desgleichen Weichteile zu Studienzwecken. Eine angenehme Arbeit kann das ge= rade nicht sein, und ein tüchtiger Schnupfen ist dabet jedenfalls eine Gottesgabe. Der längste der gestran= deten Grindwale hat die Länge von 7% Metern. Ein harter Dienst. Ueberanstrengte Eisenbahner. Der„ Tägl. Rdsch." wird geschrieben: Wenige Tage vor dem Eisenbahnunglück bei Niedergörsdorf habe tch bet Jüterbog, im D- Zuge von Dresden her kommend, mit einem Schaffner ein Gespräch geführt. Der Mann erzählte mir von dem zurzeit ungeheuer schweren Dienst, den er und seine Mitfahrer, Lokomotivführer und Heizer einbegriffen, auf den sächsischen Hauptstrecken zu leisten hätten. Täglich 15 bis 16 Stunden Dienst, mit einer fleinen Pause bei der Ankunft in BerItn, die aber durch notwendige Arbeiten, wie Türenschließen, Meldungen usw. noch geschmälert, manchmal völlig aufgebraucht wird. Dabei kaum die Möglichkeit, in dieser Zeit Nahrung zu sich zu nehmen oder bef der starken Size etwas Kühles zu trinken. Außerdem auch faum Sitzgelegenheit, da die für die Beamten bestimm= ten Plätze in den D- Rügen meist vom Publikum bei der herrschenden Ueberfüllung belegt wären. Nur alle 11 Tage einen Ruhetag, der auch noch ab und zu besetzt würde. Meine Frage, ob denn dadurch nicht die Sicherheit der Züge beeinträchtigt werde, bejahte der Schaffner und fitate hinzu, das Publikum wisse glückItcherweise nicht, in welcher Gefahr es sich befände. Auch die Streckenarbetter hätten einen sehr schweren, langen und schlecht bezahlten Dienst. König Friedrich August habe sich zwar infognito persönlich von diesen Verhältnissen überzeugt, habe auch sicher den besten Willen, die niederen Beamten beffer zu stellen; aber bet dem jetzt herrschenden Sparsystem, durch welches man Ueberschüsse auf Kosten der Sicherheit des Verkehrs und des Wohles der Unterbeamten erziele, indem man zu wenig Bugpersonal einstelle, set eine Besserung in Sachsen nicht zu erhoffen. Die preußtschen Verhältnisse feten wesentlich besser, bet meltem am besten die elfaß- lothringischen, weil diese Beamten dtrett vom Reiche abhingen. Ich bemerke, daß der Beamte ganz ruhig, ohne jede Erbitterung, von seinem harten Dienste sprach. Er beflagte eigentlich nur, daß das Familienleben gänzlich zerstört werde. Ob nicht die ueberanstrengung, der die Beamten sächsischer Bütge bet der furchtbaren Size und den ungenügenden Maßregeln für ihre Körperpflege unterliegen, dazu betgetragen hat, das unglück herbetzuführen? Ein so über alles Maß angespannter Lokomotivführer und der wohl noch mehr überbürdete Heizer können nicht immer rechtzeitig eine falsche Weichenstellung bemerken. Es ist ein wahres Wunder, daß keine Reisenden tödlich verunglückt sind. Gewaltiger Waldbrand in Tirol. In der Nähe des bekannten Tiroler Bahnknotenpunktes Franzensfeste ist, wie schon gemeldet, ein Waldbrand ausgebrochen, der eine für europäische Begriffe erschreckende Ausdehnung angenommen hat. Der Schautdie Eine unter allen, jene weißgekleidete, geliebte Mädchengestalt im Vordergrund der Loge. Eva weiß, daß sie ihn heute nicht mehr sehen wird, aber morgen, morgen wird er fene Frage an sie richten, vor der sie bangt und nach der sie sich dennoch heiß fehnt. Sie wußte später nicht, ob sie geschlafen hatte, ob sie wachte, ein helles Licht strahlte vor ihr und thr Herz pochte seltg. Und wieder hält der Mann die zitternde Mädchenhand, er sagt ihr, daß er sie Itebt, daß er auf den Trümmern seines toten Glückes ein neues aufbauen möchte, eines, das ihn für gewesene trübe Tage schadlos hält. ,, Auch ich habe gelitten", sagt Eva ,,, wissen Sie, daß tch verlobt war?" „ Ja, ich hörte es, und die Feder E. Nordens hat es mir verraten," fügte er hinzu. So wissen Ste?" fragte Eva. " Daß Eva Grotenbach und E. Norden ein und dieselbe Person ist, ja mun weiß ich es," jubelte Hammer und erklärt den Zusammenhang. ,, Bekomme ich nun meine Antwort?" fragte er zum Schluß. Eva hält ihm ihre Hände hin. Ms Eva Kurt schickte, um Hammer zum Kaffee zu rufen, trat das verlobte Paar Arm in Arm auf sie zu. Mutting!" rief Kurt, was soll das heißen? Die Eva ist, glaube ich" „ Mein liebes Bräutchen mit ihrer gütigen Erlaubnis, Frau Mama," ergänzte Hammer. Machen Sie mein Kind glücklich, lieber Sohn und Gott segne euren Bund," sagte Frau Grotenbach sehr bewegt. Auch Lina wünschte herzlich Glück. Wen liebst Du eigentlich, Benno?" neckte Eva schelinisch, E. Norden oder mich?" Fichtenbestände, die sich von der historischen Sachsenflemme über das Nordgebirge an dem ebenfalls geschichtlich berühmten Dorfe Spinges vorüber bis nach Mühlbach und Vals ziehen. Durch die Unvrsichtig fett weter Holzarbeiter, die am 2. August im Walde ihr Mittagessen fochten und dann das Feuer auszulöschen vergaßen, ist der furchtbare Brand zum Ausbruche gekommen. Ein lebhafter Wind verschleppte die brennenden Zweige, und trieb so das Feuer mit großer Schnelligkeit an der Berglehne vorwärts, so daß der Brand in dem durch die Size ausgedörrten und noch dazu sonnseitigen Walde binnen fürzester Frist eine äußerst bedrohliche Entwickelung nahm. Nachts scheint der ganze, fast 1500 Meter hohe Bergzug zu glühen, nur auf dem Kamme schlagen wirkliche Flammengarben, die etwa 50 Meter hoch sein mögen, in die Lüfte auf; sonst bedeckt eine gleichmäßige dunkle Röte die Abhänge. Bei Tage verdecken die mächtigen Rauchschwaden das Feuer, umso unbeimlicher aber ist der Regen von verkohlten und teilweise noch glimmen den Fichtennadeln, die bis zu einer Entferung von 25 Kilometern in ungeheurer Menge niederfallen. Da= durch sind die Häuser der Ortschaften Oberau, Mitte= wald, Franzensfeste, Spinges, Mühlbach und Brigen in Feuersgefahr. Während der Nacht werden die Strohund Schindeldächer auf Anordnung der Behörden mehrmals mit Wasser übergossen. Der Riesenbrand, der be= reits sechs Quadratkilometer Hochwald fahl gelegt hat, dauert nun schon drei Tage. 2000 Soldaten wurden vom Kommando der Festung Franzensfeste damit beauftragt, ganze Streifen Waldes umzu= hauen, um so eine weitere Ausdehnung des Feuers womöglich zu verhindern. Allein die größten Anstrengungen der Mannschaften und Offiziere erwiesen sich in dem felsigen, schwer zugänglichen Gelände als aussichtslos. Der Wind trägt die brennenden Aeste über den Militärfordon hinweg und zündet wetter rückwärts wieder, so daß die Soldaten mehrfach zwischen die Flammen gerieten und an ihre eigene Rettung denken mußten. Auch tamen ganze Lawinen von glühenden Steinmassen herabgerollt. Der im Walde stehende Munitionsturm mit 2000 Kilogramm Dynamit und anderen Explosivstoffen mußte unter Wasser gesetzt werden, weil zu seiner Räumung keine Zeit mehr blieb. Das am Waldrande liegende Dörfchen Oberau fonnte nur durch die größten Anstrengungen gerettet werden, in= dem die Feuerwehr ununterbrochen alle Dächer mit Wasser überschüttete( zum Teil vom Kirchturme aus), während das Militär im äraften Rauch sämtliche in der Nähe stehenden Bäume niederhieb. In der Festung Franzensfeste hat das 36. Infanterteregiment Bereitschaft, um sofort als Reservemannschaft verwendet werden zu können. Die prächtige Bergvilla des Malers Professor Defregger ist vom Feuer umgeben und gilt für verloren. Menschenleben sind bis jetzt, so viel man weiß, nicht verloren gegangen, doch verlautet gerüchtweise, daß mehrere Soldaten vermißt werden. Touristen und andere Unbeteiligte wagten sich mehrfach in das Brandgebiet und mußten vom Militär und von den Feuerwehren tells aus den Flammen ge= rettet, teils mit Gewalt vertrieben werden. Sollte der Brand das Valser Tal überschreiten, so ist das präch= tige, etwa 30 Kilometer lange Hochwaldaebiet des Taufers wahrscheinlich verloren, denn die Wälder find von der Size ausgetrocknet und brennen wie Stroh. Aber auch ein Dutzend Ortschaften kommt dann in die größte Gefahr. An alle Garnisonstädte Ttrols wurde um Hilfe telegraphtert. Drabtnachrichten und neuestes. Ein Opfer des Straßenverkehrs. Berlin, 7. August. Vor dem Hause Greifs walderstraße 154 wurde ein vierjähriges Mädchen, das dort spielte und in eine andere Straße laufen wollte, von der Straßenbahn überfahren und tödlich verletzt. Es starb bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Verheerendes Schadenfener auf einem pommerscher Rittergute. Zinnowik, 7. August. Gestern mittag 12 Uhr brach auf dem Ritteraute Krummin bet Binnowitz Feuer durch Selbstentzündung des Schafdingers aus. Die Feuerwehren von Zinnowiß und Wolgast ellten zur Löschung des Brandes herbet. Sieben Wirtschaftsgebäude brannten nieder. 800 Schafe und 200 Schweine sind in den Flammen umgekommen. Neuer Brand in Konstantinopel. Konstantinopel, 7. August. Bei einem Brande, der gestern abend auf der asiatischen Seite von Nonstantinopel, in Kadiköy, ausbrach, wurden außer einigen 30 Häusern eine der größten und ältesten Schulen der Türket, das Kloster, die Stapelle und die sehr wertvolle Bibliothet ein Raub der Flammen. ,, Euch beide in einer Person, die schöne Seele tm schönen Körper, mein Lieb." ,, Dann bin ich zufrieden," sagte Eva und ein strahlendes Lächeln verklärte thr retzendes Gesicht. Elftes Kapitel. In Lachsdtenen. Die Hochzeit Evas und Hammers fand schon Ende Mai statt, well Frau Grotenbach im Junt zu ihrer Tochter Klara reisen wollte, um ihr erstes Enkelkind bet Rosens zu erwarten. Oldens tamen aus Hannover zur Hochzeit, die freundlichen, alten Leute hatten Eva immer sehr gern gehabt und dieses Mal waren sie mit threr Wahl einverstanden. Sie erzählten Frau Groten= bach, daß ihr Schwiegersohn als Redakteur und Schriftsteller eine angesehene Stellung innehabe, seine Arbeiten würden gut bezahlt und er nähme auch gesellschaftlich eine hervorragende Rolle ein. An einem herrlichen Mattage flogen die Neuvermählten auf der Hochzeitsreise in die weite Welt. Es ging nach dem Süden, dem Lande der Poesie und der Kunst, Hammers waren beide fähig, alles mit Verständnis zu genießen. Alfred kam auf acht Tage, um den neuen Schwager kennen zu lernen und seine Schwester an ihrem Ehrentage zur Kirche zu geletten. Hammer, der ganz allein stand, schloß sich warm an die Verwandten seiner Frau an; er sagte ihr: ,, Alles gibst Du mir, eine so Itebe Mutter, Britder und Schwestern, Dich selbst, meine Eva und damit die Heimat, die mir so lange fehlte." ( Fortfehung folgt.) Hansa- Salicyl 27/2 liefern. müssen Sie verlangen, wenn Sie ein unbedingt sicheres, einfaches und billiges Mittel zur Frischhaltung alles Eingemachten haben wollen. 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