er ng Vergütung. liche Kennt an die Ge: [ 23/11 er thaus, [ 23/12 unter Blattes. Beamte enehmes dem Lande it gr. Garten Sirgslage und erhessen, bei milie. Näh. b. er, Lisberg en.[ 24/8 erung. 11. Jult Ifb. hr sollen im Seltersweg ft. Gemeinde 6 gebfändeten ibt sche, Vertierschränke, Se ind, 1 Wagen, 1 Billard u. rden.[ 24/1 fandmeister. gung! wurde ich von Nervenleiden merz., Blähung., zen im Rücken, mung, Lebensereiteten mir Zustände: Ich errn A. Pfister, e 2, welcher ne einfachen dnungen dem e, wofür ich preche.[ 280/3 Techniker bei Mainz. ge Heilung bestehendem urch Ihre be ino- Tee, Rine berichten. Ich nich behaupte, a keine bessere nn, als RinoVersicherung stens dankend, C. St. wird mit Erfolg Flechten und dt und ist und Mk, 2.25 vorrätig; aber packung wellchubert& Co., Dresden. man zurück. in Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich) 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Nücksendung nicht verlangter ... Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 158. Telephon: Nr. 362. Landtagsschluss. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. zur ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 8. Juli 1911. | haben weiterhin erheblich die Neuordnung der Reich s= finanzen beigetragen. Leider hat es sich noch nicht ermöglichen lassen, den Wünschen auf Verbesserung der Bezüge der Beamten, Lehrer und Hin= terbliebenen ausreichend gerecht zu werden, daß diese wichtige Frage erst dann gelöst werden kann, wenn nach dem Vorgange des Reiches für eine sachgemäß verstärkte Schuldentilgung gesorgt sein wird, ist von meiner Regierung schon früher betont worden. Trotz der gebotenen Sparsamkeit in allen Zweigen der Staatsverwaltung haben Sie meiner Regierung die Mittel zum Bau einer weiteren Nebenbahn, sowie zum Bau einer elektrischen Licht- und Kraftzentrale in Verbindung mit einer Brikettfabrik in Wölfersheim zur Verfügung gestellt. Das auf Hebung und Festigung der finanziellen Kräfte des Landes gerichtete Streben meiner Regierung steht mit Ihren Bemühungen im Einflang, tunlichste Ersparnisse in der Organisation der Staatsbehörden und auf dem Wege der Vereinfachung der Staatsverwaltung zu erzielen. Ich entlasse Sie, meine Herren Stände, mit der Versicherung meines fortdauernden landesfürstlichen Wohlwollens und mit dem Wunsche, daß die Ergebnisse Ihrer Tätigkeit meinem Lande zum Segen gereichen möchten." Die 3 weite Kammer setzte gestern die Schluß' beratungen der noch rückständigen Anträge und Vorstellungen fort. Zunächst steht ein dringlicher Antrag des Abg. Bähr, betr. die Wasserschäden in der Gemeinde Mittelgründau, und ein Antrag der Abgg. Kredel und Genossen, die Wasserschäden in den Gemeinden Oberund Unterſensbach und Hildersklingen betreffend, Beratung. Minister von Hombergt sagt eingehende Prüfung der Schäden zu und stellt, wo nötig, Staatshilfe in Aussicht. Die Vorstellung von Landwirten in Ulrichstein, die Aufforstungen in der Gemarkung Ulrichstein betreffend, wird zurückgestellt. Die Vorstellung des Heinrich Klein zu Bensheim, Entschädigung für den Wiederaufbau abgebrannter Gebäude betreffend, wird von der Regierung abgelehnt. Der Ausschuß hält die Entschä= digungsansprüche für gesetzlich richtig und beantragt Auszahlung von 3039 Mark Entschädigungsgelder. Abgeordneter Orb tritt in warmer Weise für die Gewährung der Entschädigungsansprüche ein, da dieselben ge= setzlich unanfechtbar seien. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen. Präsident Korell gibt hierauf eine eingehende Uebersicht über die Tätigkeit des 34. Landtages, wobei er dem 1. Präsidenten Haas warme Worte der Anerkennung für seine dem Lande geleisteten Dienste widmete und brachte auf das schöne Hessenland ein dreifaches Hoch aus, in das die Versammlung einstimmte. Die Schlußsizung. Nachdem der Staatsminister den 34. Landtag für geschlossen erklärt hatte, brachte Fürst Solms zu Lich ein dreifaches Hoch auf den Großherzog aus. * Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. Juli. Erledigte Lehrerstelle. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bisses, Kr. Büdingen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. S. =) Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Langsdorf, 7. Juli. Gestern nachmittag wurde in böswilliger Weise das gemähte Ried am Sandsee verbrannt. Die alarmierte Feuerwehr, welche wegen der Trockenheit des Sees nicht mit der Spritze eingreifen konnte, löschte das Feuer, indem sie das bren nende Ried und Heu mit Stangen und Gabeln auseinanderriß. Der angerichtete Schaden ist nicht uner= heblich. = w= Grünberg, 8. Juli. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr schlug der Blitz im benachbarten Lehnheim in eine Scheune, die vollständig vernichtet wurde. -d- Bad Nauheim, 8. Juli. Regierungsbaumeister Dr. Ing. Lipp in Bad- Nauheim wurde zum Gemeindebaurat von Berlin- Lankwitz gewählt. lehnskasse erzielte einen Geschäftsgewinn von 14 795 M. n Hungen, 6. Juli. Unsere Spar- und Dargliederzahl stieg auf 116. Das Vermögen beträgt 1½ Millionen Mark. Die Mit== Friedberg, 7. Juli. Für den Ausbau der Strecke Friedrichsdorf i. T.- Friedberg sind mit Genehmigung der beiden Häuser im Eisenbahnanleihegesetz 3 078 000 Mark eingesetzt. i Friedberg, 8. Juli. Der Bezirkskassierer BilGelder unterschlagen und verjubelt hatte, flüchtete, wurde lasch 2., der anfangs des Jahres, nachdem er amtliche in Luxemburg verhaftet und wird wahrscheinlich dem nächst ausgeliefert werden. == Butzbach, 7. Juli. Oberlehrer Dr. Werner hat aus Anlaß der Vorgänge bei der Gießener Reichstagsersatzwahl gegen verschiedene Zeitungen Beleidigungsklagen erhoben. Das Schöffengericht in Butzbach verhandelte zuerst gegen den Redakteur Dr. Schröder vom„ Berliner Tageblatt", der zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt wurde. * Lauterbach, 8. Juli. Im Laufe der Woche wurde das neue Dienstgebäude der Bezirkssparkasse Lauterbach eingeweiht. Der Neubau, der in der Bahnhofstraße liegt, bildet eine Zierde des Städtchens. Die Kasse, die hier ihr neues Heim gefunden hat, ist im Jahre samkeit der Kasse spricht die Tatsache, daß sie seit ihrem 1839 gegründet worden. Für die gemeinnützige WirkBestehen 120 000 mt. an Geschenken bewilligt hat, darunter der hiesigen Handwerkerschule zirka 44 000 Mt. =)(= Darmstadt, 8. Juli. Anläßlich des LandIatafel zu 92 Gedecken statt. Nach beendeter Tafel Heyligenstaedt& Co m p., WerkzeugMaschinenfabrik und Eisengießerei Aktien- Gesellschaft. Die vor längerer Zeit angekündigte Umwandlung der Werk zeugmaschinenfabrik und Eisengießerei Heyligenstaedt& Co. in eine Aktiengesellschaft mit 1.25 Millionen Mark Grundkapital ist nunmehr in das Handelsregister eingetragen worden. Frau Kommerzienrat Therese Heyligen staedt bringt Immobilien, Maschinen, Vorräte u. s. w., sowie ein Patent zum Preise von 1 723 225 Mark ein und erhält dafür 1 246 000 Mk. in Aktien und 477 226 Mark in bar. Außer ihr sind Gründer die Herren Post- tagsschlusses fand gestern um 1 Uhr im Kaisersaal Ga= inspektor Gustav Haubach in Viersen, Direktor Friedrich May und Ingenieur Dietrich Fahlenkamp in GieBen, sowie Rechtsanwalt Wilhelm Sartorius in Darmstadt; die beiden Gießener Herren bilden den Vorstand, während der Aufsichtsrat nach einer früheren Meldung aus den Herren Kommerzienrat Gustav Plaut in Kassel, Bankier Albert Strauß in Marburg und Rechtsanwalt Wilhelm Sartorius in Darmstadt besteht. Der 34. Landtag wurde gestern durch den Groß= herzog in Anwesenheit der Mitglieder der Ersten und Zweiten Kammer der Stände, sowie der Mitglieder des Staatsministeriums und des Großherzoglichen Hauses feierlich geschlossen. Hierbei hielt der Großherzog die nachstehende Thronrede:„ Meine Herren Stände! Jch begrüße Sie bei dem Schluß des 34. Landtages mit dem Ausdrucke der freudigen Anerkennung einer angestrengten, sehr erfolgreichen Tätigkeit, die Sie während Ihrer Tagung den Aufgaben des Landes gewidmet haben. Gerne spreche ich Ihnen hierfür warmen Dank aus für mich und namens meines Landes. In erster Linie ist das glückliche Zustandekommen der Wah I rechtsreform als ein besonderes Verdienst Ihrer Tätigkeit anzuerkennen. Die seit 10 Jahren über diesen Gegenstand geführten Verhandlungen hatten mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, die diesmal durch ein beiderseitiges Entgegenkommen überwunden wurden. Gleiches gilt von den mühevollen Verhandlungen über die Gemeinde steuerreform. Zur besonderen Genugtuung gereicht es mir, daß es gelungen ist, die Beratungen über das Verfassungsrechtspflegegesetz, die neue Städte- und Landgemeindeordnung und die Abänderung der Kreis- und Provin= zialordnung auf dem gegenwärtigen Landtage zum Abschluß zu bringen. Auf zwei Landtagen haben die Vorlagen meiner Regierung, die der Berufsfischerei den wünschenswerten Schutz gegen die ihr aus der Angelfreiheit erwachsenden Schäden gewähren sollte, nicht zum Abschluß gebracht werden können. Wie ich mit Befriedigung feststellen kann, haben Sie dem Ihnen wiederholt vorgelegten Entwurf eines dahingehenden Gesetzes nunmehr Ihre Zustimmung erteilt. Das starke Auftreten des Heu- und Sauerwurmes hat einen großen Teil der weinbautreibenden Gemeinden schwer geschädigt. Die von meiner Regierung ergriffenen Maß nahmen haben Ihre Billigung gefunden, und ich erkenne an, daß Sie auch einer finanziellen Beihilfe des Staates zur Bekämpfung der Rebschädlinge zugestimmt haben. Durch den von meiner Regierung vorgelegten und von Ihnen zugestimmten Entwurf eines Gesetzes, betr. den Arbeiterschutz und die Unfallverhütung bei Bauten, ist in meinem Lande ein erfreulicher Weiterschritt in der sozialen Fürsorge getan worden. Durch die Annahme des Gesetzentwurfes, die Abänderung gesetzlicher Bestimmungen über das Nota riat und Kostenfrage betreffend, haben Sie den Wünschen des Notariats Rechnung getragen. Die finan= zielle Lage des Landes in der Zeit seit Beginn Ihrer diesmaligen Tagung darf als gebessert, immerhin aber noch nicht als in jeder Hinsicht befriedigend bezeichnet werden. Die hoffentlich fortschreitende Gesundung unserer Volkswirtschaft hat dabei für den Staatshaushalt in dem Wachsen der Ueberschußanteile an der Hessisch preußischen Eisenbahn= gemeinschaft erfreulichen Ausdruck gefunden. Erneut hat zugleich diese Tatsache den hohen Wert der Gemeinschaft bestätigt. Zur inneren Besserung * Verband Mitteldeutscher Indu= strieller. Eine in Frankfurt a. M. abgehaltene Versammlung von Industriellen beschloß einstimmig die Begründung eines Verbandes Mitteldeutscher Industrieller, der sich dem Bunde der Industriellen in Berlin anschlie= ßen wird. Es wurde ein vorbereitender Ausschuß von Gießen, Kassel, Worms, Mainz, Wiesbaden, Mar16 Industriellen aus Frankfurt a. M., Darmstadt, burg, Hanau, Hochheim, Friedrichsdorf, Rüsselsheim u. Offenbach gewählt, der die weiteren Vorarbeiten leiten soll. Auf Anregung aus der Versammlung beschloß die Aner unter lebhafter einmütiger Zustimmung aller wesenden, dem Präsidium des Hansabundes gegenüber den von Seiten des Zentralverbandes erfolgten Angriffen ihre vollste Zustimmung und ihr uneingeschränktes Vertrauen zum Ausdruck zu bringen. Von der Reichsversicherungsord= nung, dieser so heiß umstrittenen Neuordnung der Arbeiter- Versicherungsgesetze ist soeben die erste Ausgabe erschienen.( Carl Heymanns Verlag, Berlin.) Das Gesetz umfaßt 1805 Paragraphen, steht also seinem Umfange nach dem bürgerlichen Gesetzbuch am nächsten und regelt die gesamten Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenen- Versicherung. Wenn auch die Bestim mungen des neuen Gesetzes zunächst nur zum Teil sofortige Geltung erlangen, so ist damit doch heute schon das allgemeine Bedürfnis wachgerufen, sich in die Umgestaltung der Versicherungsgesetzgebung einzuleben. Hierbei wird die vorliegende Textausgabe gute Dienste leisten, die außer der Wiedergabe des Gesetzes und des Einführungsgesetzes in großem flaren Druck, eine orientierende Einleitung und ein sehr umfangreiches Sachregister bietet. begab sich der Großherzog mit den geladenen Gästen in den Wallgarten. =)(= Lüzellinden, 8. Juli. Hier findet morgen nachmittag 3 Uhr das Kreis- Jünglings= fest statt. Die Festpredigt hält Pfarrer Vömel- Rodheim. tenheit ist es der Wasserwerksverwaltung nicht möglich, Wetzlar, 8. Juli. Infolge der großen Trokdas nötige Wasser für den täglichen Gebrauch herbeizuschaffen. Das Brunnengebiet in Hermannstein gibt nicht mehr soviel Wasser her, als die Pumpen zu leisten vermögen. Auch aus anderen Ortschaften kommen Klagen. So macht sich auf dem Vezzberg ein empfindlicher Wassermangel geltend. Das Dorf verfügt in trockenen Jahreszeiten nur über einen Brunnen, welcher an der Straße nach Fellingshausen liegt und nur Wasser für den Haushalt abgibt. Alles sehnt sich daher nach der Wasserversorgung, die demnächst in Angriff genommen wird, und zu deren Zweck eine vorzügliche Quelle unterhalb der„ Waldmühle" im Biebertal angekauft wurde. Herborn, 8. Juli. Wie bereits mitgeteilt, findet vom 8.- 10. Juli hier der 21. Feuerwehrtag der Freiwilligen Feuerwehren im Regierungs- Bezirk Wiesbaden statt, mit der die 60jährige Jubiläumsfeier der hiesigen Freiw. Feuerwehr bunden ist. * ver= Dillenburg, 7. Juli. Von einem Mißgeschick betroffen wurde gestern der Gradepilot D. Kahnt. Während hunderte von Personen auf seine Ankunft warteten, kam die Meldung, daß Kahnt mit seiner Flugwar eine maschine verunglückt sei. An dem Fahrzeug Achse gebrochen, ebenso waren beim Abstieg die Stützen der Laufräder und die Welle beschädigt. Die Feuerwehr und Polizei hatten Mühe den Platz von dem andringenden Publikum frei zu halten. Der Apparat wurde in der Nacht per Rollwagen nach Herborn geschafft und in dem Fliegerschuppen an der Lohmühle untergebracht. Der Schaden wird sofort repariert. Wie Kiderlen- Wächter arbeitet. Nach Bismards Vorbild. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Alfred von Riderlen- Wächter, der augenblicklich durch sein tatkräftiges Vorgehen in Maroffo den Mittelpunkt des politischen Intereffes der Welt bildet, ist, wie uns aus Berlin geschrieben wird, ein unermüdlicher Arbeiter, Er fennt nicht sogenannte Bürostunden, während deren er arbeitet und andere Stunden, in denen er von feiner Arbeit nichts weiß und wissen will, sondern sein mt ist sein Leben, und sein Leben ist seine Arbeit. 3te es gerade jedesmal der Fall erfordert, so ist er bet Zag uno bet Nacht für seine Jbeen tätig, verschmäht es aber auch nicht, fich gründlich auszuruhen, wenn er nicht durch seine Bläne beunruhigt wird. Er hat schon Jetzt gezeigt, daß er zu den bedeutendsten Diplomaten ber Welt zu rechnen ist; nicht umsonst gilt er als einer der besten Schüler Bismards- und wie alle bedeutenderen Diplomaten betreibt er seine Tätigkeit nicht als Handwerfer, die ihr Tagemert fertigstellen, fondern wie ein Künstler, der ständig von seinen Joeen und Plänen erfüllt ist. Während seiner Gesandtentätig tett in Kopenhagen vom Jahre 1895 bis 1899 galt er als einer der besten Renner dänischer Verhältnisse, da er überall bestrebt ist, in das Wesen der Dinge vorzudringen. Während seines Aufenthaltes in Butareft hat er sich zu dem besten Renner der Wahlkampfverhältnisse entwidelt, weil er auch hier mehr war, als ein Vertreter des Reiches. Er wurde ja deshalb wiederholt mit der Vertretung des Freiherrn von Marschall, des deutschen Botschafters in Konstantinopel, während vieler Monate beauftragt. Wenn man die Art, wie Riderlen- Wächter arbeitet, berüchsichtigt, dann muß man an hervorragender Stelle darauf hinweisen, daß er wie fetit Zweiter die Disfretion zu handhaben weiß. Er ist weit davon entfernt, sich nach der landläufigen Art mit tiefem Geheimnis zu umhüllen, sondern ist bei unwichtigen Dingen gesprächig und gibt gern über alle interefiterenden Fragen Auskunft. Ebenso offenherzig, wie er in diesen unwichtigeren Angelegenheiten des Lebens ist, so verschwiegen und unergründlich ist er, wenn er daran geht, irgend einen bedeutenden Plan zur Ausführung zu bringen. Da verrät er sich durch keine Miene, durch fein Wort und durch keine noch so gleichgültig erscheinende Handlung. Darum war auch die Ueberraschung bei der Entsendung des Panther" nach Agadir allgemein so groß. Es ahnte niemand etwas und fein Mensch konnte vorher geheimnisvoll munfeln. Es liegt nicht in setner Art, zu reden. Charakteristisch daffir ist ein gelegentlicher Ausspruch von ihm:„ Man darf nur reden, wenn man nichts plant." Er wartet den richtigen Augenblick ab, und wenn dieser gekommen ist, dann folgt bte Tat. Auch hierin ist er ein echter Schitler Bismards, der stets ltebenswürdig und gesprächig war und trotz der vielen Worte feinem Menschen etwas sagte, sondern im Dunkeln bie Tat beranreifen ließ. Kiderlen= Wächter hat sehr viele Freunde und begeisterte Verehrer, aber auch, wie es bei einem solchen Manne nicht anders sein kann, viele Gegner, die aber nicht verhindern werden, daß er noch lange und oft zum Segen des Baterlandes tätig sein wird. Das politische Tagesgespräch. England und die marokkauische Frage. Im englischen Unterbause gab Premierminister Asquith am Freitag über die marokkanische Frage eine Erklärung ab, in der er ausführte:„ Die britische Regierung ist der Ansicht, daß in Maroffo eine neue Situation entstanden ist, welche möglicherweise die Entwicklung der britischen Interessen direkter berührt, als dies bisher der Fall war. Ich hege das Vertrauen, daß die diplomatische Diskussion eine Lösung finden wird, an der wir Anteil nehmen werden. Wir werden dabei gebührende Rücksicht nehmen auf den Sch it i jener Interessen und auf die Erfüllung unserer Vertragspflichten Frankreich gegenüber, die dem Hause wohlbefannt sind." Die Worte des Premters wurden im Hause mit lautem Beifall aufgenommen. Aber noch eine andere englische Rundgebung ist von hohem politischem Interesse: Nach einer besonderen Information des„ Daily Graph." wurde nach dem Kabinettsrat am Dienstag der deutsche Botschafter über die englische Politit folgendermaßen verständigt: England revidiert das englisch- französische Abkommen von 1904, in dem thm Frankreich alle feine Rechte auf Aegypten abtrat und in dem England Frankreich Marokko überIteß, dabin, daß es sich jeder Festsetzung Deutschlands an der marokkanischen Stifte widersetzt. Wenn die Mittellung des englischen Blattes richtig ist, fommt in der Agadir- Angelegenheit die erste Schwierigkeit nicht von französischer Seite, sondern von entgItfcher, wie denn fa überhaupt Frankreich seine Stellungnahme zu dent Eingreifen Deutschlands in Maroffo von der Meinung Englands und Rußlands abhängig zu machen scheint, 9) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. SchItppenbach. ( Nachdruck verboten.) Am Abend teilte Thekla ihrem Mann den Plan bezitglich Evas mit. Es wäre von uns ein Unrecht, aus Selbstfucht" nein" au sagen, Mutting," versetzte Grotenbach ernst, wir fönnen unserm talentvollen Kinde doch keine so gründliche Ausbildung in der Mufir bieten. Eva muß einst auf eigenen Füßen stehen wie alle unsere Kinder. Ich habe nur einen Einwand: wird sie sich nicht zu sehr an Reichtum und Wohlleben gewöhnen?" " Ich habe schon dasselbe erwogen, aber Evas Charafter ist ein so liebnswürdiger, fügsamer, sie wird im mer mit derselben Liebe an ihrem schlichten Baterhaus hängen." So gebe Gott seinen Segen," sagte Grotenbach bewegt und zog sein treues Weib an sich. Am andern Tage wurde das wichtige Ereignis Eva mitgeteilt. Karla war felig, Eva geteilten Herzens; fie freute sich auf Berlin, auf die Musikstunden, aber die Trennung von Eltern und Geschwistern fiel thr schwer. Noch ein zweites Familienglied sollte in Strandhof bleiben. Da die bisherige Hausdame zu frank war, um die Stelle wieder anzutreten, so erbot sich Lina, die Nachfolgerin zu werden, worüber Frau Haideck sehr froh war, bestimmte gleich das Gehalt. Warum so viel?" sagte Thekla Grotenbach. " Lina ist unschätzbar, laß mir doch den Willen," entgegnete Frau Haideck, ich freue mich besonders für Evchen, daß die Schwester bei uns bleibt, vertraue mir Deine beiden Töchter an, Liebste." Die letzten vierzehn Tage waren die schönsten; war doch bis auf Alfred die ganze glückliche Familie vereint, ette leise Wehmut mischte sich nur zuweilen in die womit dann die Triple- Entente hier zum zwei-, ten Mal wirksam wird. Das erste Mal geschah das mit negativem Erfolge während der Orientfrisis, wo die dret Mächte vor der eisenflirrenden Rüstung Deutschlands und Desterreichs zurückwichen. Wenn nun aber der deutsche Botschafter bereits am Dienstag über die Haltung der englischen Regierung verständigt wor den ist, so hat der Kaiser ebenfalls am Dienstag Kenntnis von dieser Situation gehabt. Und wenn er seine Abreise von Kiel bis Donnerstag früh verschoben hat, so ist anzunehmen, daß auch die Antwort Deutschlands bereits in London ist und daß die politische Lage nicht als besorgniserregend angefehn wird. Aber auffällig bleibt bas englische Verhalten trotz alledem. Die entscheidende Wendung in der Maroffofrage tann vor Sonnabend nicht eintreten. Präsident Fallières fehrt erst Freitag nachmit= tag von Amsterdam nach Paris zurück, so daß vor Sonnabend fein Ministerrat möglich ist. Die Stimmung bleibt in Paris optimistisch. Man versichert, Frankreich werde den Zusammentritt einer Viererfonferenz awtschen Frankreich, Deutschand, England und Spanten entweder in Paris oder in Berlin vorschlagen. Rundschau vom Cage. Politisches. Eine in Berlin abgehaltene Versammlung von Industriellen beschloß einstimmig die Begründung eines Verbandes mitteldeutscher Industrieller, der sich dem Bunde der Industriellen in Berlin anschließen soll. Es wurde ein vorbereitender Ausschuß von 16 Industriellen aus Frankfurt, Darmstadt, Gießen, Cassel, Mainz, Worms, Wiesbaden, Marburg, Hanau, Hochheim, Friedrichsort, Rüsselsheim und Offenbach gewählt, der die weiteren Vorarbetten leiten soll. Auf Anregung aus der Versammlung wurde beschlossen, dem Präsidium des Hansabundes volle Zustimmung auszudrücken. Das Bureau des Reichstages erläßt im Reichsanzeiger" folgende Bekanntmachung: Der Reichstag hat beschlossen, die zu dem Entwurf einer Reichsversicherungsordnung und zu dem Entwurf eines Einführungsgesetzes zur Reichsversicherungsordnung eingegangenen Petitionen durch die Beschlußfassung über die Gesetze für erledigt zu erklären. Eine weitere Benachrichtigung der Petenten erfolgt nicht. Im Reichsjustizamte wird gegenwärtig ein neuer Entwurf ausgearbeitet, der entsprechend wiederholt im Reichstage geäußerten Wünschen die gerichtlichen Gebühren für Zeugen und Sachverständige erhöhen will. Ein erster Gesetzentwurf begegnete dem entschtedenen Widerspruche des preußischen Finanzministeriums, so daß er gar nicht erst an den Bundesrat gelangte. Bei dem neuen Entwurf tst man bemüht, den berechtigten Wünschen der Beteiligten wie den finanziellen Bedenken der Regierung Rechnung zu tragen. Mit Eintritt der gefeßlichen Krankenversicherungspflicht für Dienstboten, die voraussichtlich Mitte nächften Jahres zur Durchführung gelangt, wird die Tätigkeit der jetzt bestehenden privaten Vereinigungen zur Krankenversicherung von Dienstboten thr Ende erreichen. Diese Vereine, die zum Teil über eine große Mitgliederzahl verfügen, hatten beim Reichstag und Bundesrat Schritte unternommen, um als gesetzliche Krantenfassen anerkannt zu werden, jedoch vergeblich. Krankenkassen für Dienstboten werden künftig nur auf öffentlich- rechtlicher Grundlage anerkannt. Die privaten Vereinigungen verfallen im Laufe des nächsten Jahres ihrer Auflösung, sofern sie sich nicht neue Aufgaben als Ersatzkassen stellen. Ein Antrag auf Errichtung besonderer Gartenbau: kammern, den der Verband Deutscher Handelsgärtner gestellt hatte, wurde vom preußischen Landwirtschaftsministerium mit der Begründung abgelehnt, daß die Landwirtschaftskammern sehr gut in der Lage jeten, auch die Interessen der Gärtnerei zu vertreten. Die entschlossenen Türken. Bei dem Besuch der türkischen Studienkommission bet der Firma Krupp in Essen erklärte auf eine Begrüßung durch einen Vertreter der Firma der Gouverneur von Pera, in dem er die Leistungsfähigkeit des Kruppschen Hauses hervorhob, mit Bezug auf die Vorgänge an der türkischen Grenze: Ste wissen, daß wir uns in Frieden weiter= entwickeln wollen und daß wir niemand in Verlegenheit bringen wollen. Wir wissen aber auch ebenso gut, daß es Faktoren gibt, die das nicht wollen, und sich unserer Absicht widersetzen. Da ist es gut, daß wir Kruppsche Kanonen haben. Nicht bloß die heutige ReFreude ein, rückte doch der Abschied immer näher. Es regnete in Strömen, als die Abreise erfolgte, noch ein letztes Grüßen hin und wieder, Evas Augen standen voll Tränen, als die geliebten Gesichter verschwanden. Drittes Kapitel. Wieder daheim. Grotenbachs waren nun wieder daheim und die Reise erschien ihnen oft wie ein schöner Traum. Wie es oft nach solchen Ferienzeiten geht, dauerte es einige Belt, bis sie sich an das tägliche Leben mit seinen Sorgen gewöhnten. Eines Tages kam eine Geldanweisung an; Alfred schickte den Eltern dreihundert Mark. " Der gute Junge," sagte die Mutter, wie glücklich schreibt er über sein großes Geschenk." Das so unerwartee Geld wurde für Extrafälle aufbewahrt. Es war gut, daß es da war, denn trübe Zelten kamen über die Familie; eine Scharlachepidemie zog durch die Stadt, Frau Sorge schlich über die Schwelte und trat auch in das Grotenbachsche Haus. Klara, die schon früher die Krankheit gehabt hatte, half bei der Pflege der drei Jüngsten. Besonders der Kleine Kurt war übel daran und schwebte in Lebensgefahr, Jrma und Adam hatten den Scharlach leichter. Krankheiten haben immer viele Ausgaben im Gefolge, da war es gut, daß der älteste Sohn und Bruder die 300 Mark geschickt hatte. Der Weihnachtsbaum sah die zusammengeschmolzene Familie unter seinen Zweigen versam melt und noch bescheidener als sonst war die Bescherung; trotzdem sangen sie die alten Weihnachtslieder mit heller Stimme und waren in ihrer Einigkeit glücklich. Klara hatte sich sehr herausgemacht, seit die ältesten Schwestern fort waren; sie war die rechte Hand der Mutter geworden und überwand ihre Träghett. gierung steht hinter uns, auch die Nation wacht und deshalb braucht sie Kanonen. Die türkischen Artilleristen werden wohl bald für Sie Reklame machen müssen. Die angenblickliche Lage in Berfien ruft in Peters burg große Beunruhigung hervor. Die dortigen russtschen diplomatischen Vertreter melden von Ruhestos rungen in sämtlichen Provinzen. Ueberall soll unordnung herrschen. Die Zentralgewalt werde nicht anerfannt.-Da dürfte Rußland bald Veranlassung nehmen, einen neuen Truppentransport nach Persien zu entsenden. Kleine Nachrichten. Ein Bahnhofsvorsteher im Dienste verunglückt. Als Donnerstag morgen ein Zug der Volmetalbahn in Schalfsmühle bei Hagen i.W. eingelaufen war, wollte der dortige Bahnhofsvorsteher Heger vor dem Zuge die Gleise überschreiten. In demselben Augenblick wurde der Zug etwas in Bewegung nach vorn gesetzt, wobet Heger von der Maschine erfaßt wurde. Er geriet unter die Räder und wurde sofort getötet. Maffenanssperrung norwegischer Berglente. Dig norwegischen Bergleufe haben mit etwa 1200 gegen 7 Stimmen das leßte Friedensangebot der Arbeitgeber abgelehnt. Die Aussperrung, die 17 000 Arbeiter trifft, tritt deshalb am Sonnabend in Kraft. Gefährliches Spielzeug. Auf einer Wiese bei Cöln fanden Kinder Carbid und gossen Wasser darauf. Das Carbid explodierte und drei Kinder wurden schwer vers Iezt; eins verlor beide Augen. Drei Knaben ertrunken. Bei einer Bootsfahrt auf dem Geestefluß bei Geestemünde ertranten drei Schulfnaben im Alter von 10 bis 13 Jahren, darunter zwet Brüder. Ein schreckliches Unglück hat sich in Königsberg t. Pr. ereignet. Ein Braueretarbeiter geriet mit dem Stopf in eine im Gange befindliche Waschmaschine. Der Körper wurde langsam hineingedreht und vollständig zerquetscht. Durch Gas vergiftet hat der Fuhrknecht Hofmann in Kaiserslautern Donnerstag frith seine 46jährige Ehefrau und seine 13jährige Tochter. Er unternahm dann selber einen Vergiftungsversuch, konnte aber ins Leben zurückgerufen werden. Ein schwerer Bootsunfall hat sich gestern nacht auf der Oberspree zwischen Köpenid und Grünau ereignet. Der Schleppdampfer Wilhelm" stieß in der Dunkelheit mit einem mit vier Personen besetzten Boot etnes in der Nähe von Grünau trainierenden Ruderklubs zu sammen. Das Boot wurde mitten durchgebrochen und sämtliche Insassen ertranfen. Die sofort vom Dampfer angestellten Rettungsversuche blieben erfolglos. Wegen eines nervösen Leidens ertränkt hat sich der Regierungs- und Baurat a. D. Jnama v. Sternegg in einem der retßenden Bäche, die den englischen Garten in München durchfließen. Bei einer Dampffeffelerplosion in einer Ziegelbrenneret in Wladiwostof wurden vier Personen getötet und viele schwer verletzt. Ermordet aufgefunden wurde in dem Dorfe Niedermörlen in Oberheisen eine 60jährige Frau in ihrer Wohnung. Allem Anschein nach liegt Raubmord vor; es werden 300 Mart vermißt. Die Wohnungsnot in Wien nimmt beträchtliche Dimensionen an. Lofalchronif verzeichnet fast je den Tag Fälle von Verzweiflungsaften von Leuten, die zwar in der Lage find. die erorbitanten Mieten zu be zahlen, aber feine passende Wohnung finden können. Namentlich finderreichen Familien ist es fast unmöglich, eine Wohnung zu finden. Gestern fam es vor dem Ra Hause zu einer Demonstration gegen das Stadtbauamt. Wissenschaft, Kunst und Citteratur. Ein Triumph der Angenchirurgie. In der Versammlung der französischen Gesellschaft für Augenheilfunde hat der amerikanische Gelehrte und Augenspezialist Dr. Borsch eine bemerkenswerte Mitteilung ge= macht, die, wenn sie zutrifft, einen neuen Triumph moderner Augenchirurgie in fich schließt. Dem amerikanischen Arzt ist es gelungen, durch Verpflanzung eines Telles von einem Hundeauge auf einen Menschen Blindheit zu heilen, und zwar bei einem Battenten, der von Geburt an vollkommen blind gewesen ist. Die durch Augenentzündung hervorgerufene Blindheit hat in der Regel ihre Ursache in der Hornbaut, die ihre Durch fichtigkeit verliert. In solchen Fällen gibt es nur eine Möglichkeit, dem Kranten das Augenlicht wieder zu schenken: man muß die frante Sornbaut durch eine ges funde ersetzen. Dr. Borsch hat sein Erperiment mit Hunden begonnen. Nachdem er die Bindehaut zurüc geschlagen hat, nimmt er einen Teil der Hornhaut aus dem Auge und legt ihn in Blutferum. mit dem menschlichen Patienten die gleiche Operation vorgenommen, auch wird hier. an der Vorderseite des Auges eine der Größe der dem Hundeauge entnommeDann wird Wie es Lina und Eva erging, erfahren wir durch die Brief, die am Weihnachtsabend ankamen und am besten die Eigenart beider schilderten. Linas Brief mit der festen, steilen Schrift lautete: Berlin, Tiergartenstr. 103. Meine liebe Mutter! Gott Lob, daß es nun besser bet Euch geht und die Kinder hergestellt sind. Ich dachte mit großer Sorge an Euch und hätte gern bet der Pflege geholfen; es ist gut, daß Klara Dir geholfen hat und sie ihre Trägheit allmählich ablegt. Seit Anfang Dezember sind wir hier, Evchen und Karla nehmen Musikstunden, es kommen auch Lehrer her, die sie in Kunstgeschichte und Sprachen unterrichten. Tante Anna meint, daß ich hier einen Kursus in einem Krankenhaus durchmachen sollte, um später das Stift in Rügen zu leiten. Ich trete in diesen Tagen in das Elisabethkrankenhaus ein und hoffe recht viel zu ler nen. Du weißt, Mutter, ich führe das durch, was ich will, von jeher habe ich Sinn für solche Tätigkeit gehabt. Ich habe in Strandhof manches zugelernt, man focht dort anders wie in Ostpreußen. Zu Weihnachten habe ich Pfefferkuchen nach Deinem Rezept gebacken und sonst allerlei Süßes. Wir haben hier mit Tante Anna einige Besuche gemacht und waren schon dreimal in der Oper und im Schauspielhause. Eva war so aufgeregt, daß sie gar nicht einschlafen konnte; ich hatte Mühe, fie zu beruht= gen, sie ist gleich eraltiert. Ich verstehe das nicht. BerIin ist ja sehr schön, aber um deshalb gleich außer sich zu geraten, dazu ist es nicht angetan. Unser Haus bier ist nicht sehr groß, es hat aber hohe, schöne Zimmer und einen fleinen Garten, das soll hier eine Seltenheit sein. Tante Anna hat für mich, neben Eva und Karia ein hübsches Zimmer eingerichtet, auf meinem Schreibtisch stehen alle Eure Bilder. ( Fortseguna folgt.) 10 ga ha Be efn Sm me Alt Ta fol gif die Mi fer Ja lich den feh den fich dad beif met mal Alu Ber bot gla mu ent er Ga regt Sta Sc cber Ser fchn daß an Leb 8tg 953e bab Ca aus Bur gei nif der von wie Dor Ed Steg aus beri ret ren, richt Neg und Ten Lett rette wacht und Artilleristen mitffen. in Peters Hgen rufft n Ruhestö foll Unordnicht aner affung nebs Persien zu Derunglückt. Imetalbahn war, wollte Buge die lid wurde etzt, wobet gertet un eute. Dig 00 gegen 7 Irbeitgeber etter trifft, bet Cöln cauf. Das chwer versfahrt auf ret Schul inter zwet tgsberg t. mit dem chine. Der vollständig Hofmann 46jährige internahm aber ins nacht auf I ereignet. Dunkelheit etnes in flubs zu ochen und Dampfer 18. at sich der ernegg in en Garten tegelbrenetötet und orfe Niein threr nord vor; trächtliche et fast teeuten, die en zit bekönnen. mmmöglich, dem Rai Stbauamt. atur. der Verlugenheilgenspezialung geimph moamericaung eines Menschen enten, der Die durch at in der re Durchnur eine steder zu etne ges ment mit tt zurüc thaut aus nn wird Operation rfette des ntnommewir durch und am lautete: r. 103. und dte er Sorge en; es ist Trägheit chen und h Lehrer errichten. In einem as Stift n in das zu Terwas tch gkeit gernt, man ihnachten gebacken efuche geund im 3 fte gar u beruht cht. Bernußer sich hat aber , das foll für mich ngerichtet, über. • nen Hornhaut entsprechende Schicht entfernt, die Hundehornhaut aufgesetzt und mit ganz feiner Seide befestigt. Dte zurückgeklappten Hautteile werden wieder vorgeschoben und ebenfalls vernäht. Die Verwachsung dauert dann nur wenige Tage, während welcher Zeit das Auge durch eine Glasumhüllung in der richtigen Lage gehalten wird. Die Promotionen zum Doktor- Ingenieur an den preußischen Technischen Hochschulen sind, wie nach der Frantf. 3tg." aus einer foeben erfolgten Veröffentlichung hervorgeht, geradezu glänzend ausgefallen. Es famen 51 Hörer in Betracht. Von diesen bestanden allein sechzehn, also beinahe ein Drittel mit Auszeich nung" und dretundzwanzig mit gut". Ohne Prädikat bestanden nur zwölf. Aus den Gerichtssälen. Wegen betrügerischen Bankerotts wurde ein Dresdener Geschäftsführer, der als Konkursschuldner im vortgen Jahre eine ihm an einen Bekannten zustehende Forderung von zwölf Mart verschwiegen hatte, vom Schwurgericht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Ein freigesprochener Mörder. Wegen Ermordung seines eigenen Kindes hatte sich dieser Tage vor dem Schwurgericht in Bremen Franz Locker, ein gebürtiger Desterreicher zu verantworten. Der 26 Jahre alte Angeklagte hatte sich am 30. September v. J., mit einem Belle bewaffnet, in die Wohnung seiner Braut, der Arbetterin Werner, begeben und hatte dort sein dret Jahre altes Kind durch Beilhiebe getötet. Nach dem Gutachten der ärztlichen Sachverständigen ist der Angeklagte ein Mensch, der dauernd als geistig minderwertig anzu fehen ist. Die Geschworenen verneinten die auf Mord und auf Totschlag lautenden Schuldfragen, worauf Freisprechung erfolgte. Vermischtes. Der verschwundene Landgerichtsdirektor. Sett mehr als vierzehn Tagen ist der Landgerichtsdirektor FretHerr v. Harsdorf aus Nürnberg, der in Kissingen zur Kur weilte, spurlos verschwunden. Der als retcher Mann bekannte und sehr kurzsichtige Herr hatte am 17. Junt unter Mitnahme einer bedeutenden Geldsumme, einer goldenen Uhr und seiner Pretiosen seine Wohnung in Kissingen verlassen. Am 20. Junt machte seine Hauswirtin dem städtischen Boltzetamte Mitteilung von dem Verschwinden thres Mieters, doch die Polizet muß wohl anfangs der Sache keine Bedeutung beigelegt ha= ben, denn erst am 28. Junt benachrichtigte sie dte Staatsanwaltschaft und die Gendarmerie. Diese suchte zwar mit Hilfe zahlreicher Schulkinder die Wälder und Gebüsche ab, Iteß auch durch Fischer und Bauern die Saale und ihre Ufer durchforschen, jedoch vergeblich. Es ist nicht ausgeschlossen, daß den an Blutwallungen nach dem Kopfe leidenden Herrn auf einem Spaztergange an entlegener Stelle ein Schlaganfall betroffen hat, doch glauben auch viele, daß er das Opfer eines Verbrechens geworden set. Der alljährliche große Ausmarsch der Berliner Ferienkolonisten setzte Frettag früh mit voller Kraft ein. Im ganzen haben vom Stettiner Bahnhof 1696 Knaben und Mädchen Berlin verlassen, um nach Pommern Mecklenburg und Rügen in die Ferienkolonien zu gehen. Wettere Transporte erfolgen in den nächsten Tagen von den verschiedenen Berliner Bahnhöfen. Im ganzen werden diesmal 5325 Kinder nach den Ferienfolonien geschickt. Dabet ist zu berücksichtigen, daß diese Ziffer nur den dritten Tetl aller derjenigen darstellt, die angemeldet sind, aber aus Mangel an verfügbaren Mitteln zurückgewiesen werden mußten. Gin ungebetener Gast auf dem Bierabend des Katserlichen Jachtklubs. Am Bterabend des Kaiserlichen Jachtklubs in Eckernförde nahm auch ein sportfreund= licher Schneidergeselle teil, der versehentlich Zutritt zu dem reservierten Raum gefunden hatte, obwohl er feinen Klubanzug trug. Er unterhtelt sich lebhaft mit den übrigen Gästen über sportliche Ereignisse und ließ sich Essen und Trinken gutschmecken. Schließlich stel er dadurch auf, daß er sich wiederholt erhob, um den Kaiser besser sehen zu können. Als er sogar, um seine vermeintliche Beche an den Oberkellner zu bezahlen, mehrmals laut rief: Ober zahlen" wurde er von einigen Klubmitgliedern in ein Nebenzimmer gerufen, wo seine Bersonalien polizeilich festgestellt wurden. Sein Angebot, Speise und Trank selbst zu bezahlen, weil er ge= glaubt habe, die Festlichkett set eine öffentliche gewesen, wurde abgelehnt. Auf die Aufforderung fortzugehen, entfernte sich der Schneidergeselle noch mit den Worten, er könne jetzt seinen Freundeskreisen erzählen, er set Gast des Kaiserlichen Jachtklubs gewesen. Reklame für die Seligkeit. Großes Aufsehen erregte kürzlich in Berlin in den belebtesten Straßen der Stadt eine schwarze Droschke mit einem in ttefes Schwarz gekleideten Kutscher auf dem Bock und einer ebenfalls tief schwarz gehaltenen älteren Dame, die eine Serviette schwenkte. Auf der Serviette stand in großen schwarzen Buchstaben:„ Also hat Gott dte Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren seten, sondern das ewige Leben haben." Anfangs bewegte sich, wie in der„ Voss. 3tg." zu lesen ist, die Fuhre langsam durch die Straße. Wenn dann der Wagen über die Geletse der Straßenbahn humpelte oder unversehens still halten mußte, gab es einen Ruck und die Dame flog mit einem Plumps aus ihrer überragenden graziösen Haltung auf den Sitz zurück und die Leute lachten oder schimpften über die geschmacklose Reklame nach Heilsarmee- oder amerikautscher Manier. Als sich die Plumpse häuften, zog es der weibliche Apostel vor, sich niederzusehen und lieber von Zeit zu Zeit halten zu lassen. Dann schwenkte sie wieder ihre Serviette, rechts und links, rückwärts und vorwärts bis endlich ein gründlicher„ Nassauer" der Schaustellung ein Ende bereitete und die Dame vor dem Regen die Flagge einzog. Rassenhaß auf dem Kirchhof. Wie„ Daily Mail" aus Hartford, der Hauptstadt im Staate Connecticut berichtet, beschloß dort eine Versammlung, in der die reichsten und ältesten Familien der Stadt vertreten waren, an den Stadtrat dte kategorische Aufforderung zu richten, schleunigst Sorge zu tragen, daß die Leiche eines Negers, der vor kurzem beerdigt worden, ausgegraben und von dem Kirchhof entfernt wird, auf dem sett vielen Jahren die reichsten und angesehensten Bürger thre legte Ruhestätte gefunden. Der Neger Cheitla Stanton rettete seinerzett seinem Herrn, dem Staatssekretär der Marine Gideon Wales, den die Mörder Lincoins und des Kriegsministers gleichfalls als Opfer ausersehen hatten, das Leben, und die Familie Wales hatte den freuen Diener, der hochbetagt in diesen Tagen starb, mit allem Pomp in ihrer eigenen Familiengruft beisetzen lassen. Die Hartforder wollen aber auch diesen Ausnahmefall nicht gelten lassen, und drohen, die Leichen ihrer Familienangehörigen von dem Kirchhof ent= fernen zu lassen, falls ihrem Ersuchen um Exhumierung der Leiche des Farbigen nicht entsprochen werden sollte. Wegen Wohnungskündigung in den Tod gegan= gen. In einem der letzten Häuser von Wien, im Liebhardstal, hat sich eine ergreifende Tragödie abgespielt. Im dritten Stock des Hauses Odoakergasse 13 wohnte der Kutscher Rudolf Klemisch mit seiner Frau und ihrem einzigen Kinde, etnem siebenjährigen Sohn. Das Ehepaar wohnte dort schon fünf Jahre. Wegen einer Kazze wurde der Familie die Wohnung gekündigt. Ste konnte nun infolge der Wiener Wohnungsnot keine andere passende finden und beschloß daher, in der alten Wohnung zu bleiben. Von setten des Hausbesitzers wurde infolgedessen, ein wie es im Wiener Deutsch heißt, Delogierungsantrag gestellt. Als der Hauseigentümer dann mit der Kommission vor der Wohnung der Familie Klemisch erschien, wurde die Tür trop wiederholten Klopfens und Läutens nicht geöffnet. Plötzlich hörte man einen Schrei, das klirren von Fensterschetben und einen dumpfen Fall. Frau Klemisch hatte sich aus dem Fenster auf die Straße gestürzt, wo sie tot liegen blieb. Nun wurde die Wohnung gewaltsam ge= öffnet. Neben dem offenen Fenster stand bleich und zitternd der Knabe. Auf die Türe des Kleiderschrankes hatte Frau Klemisch in großer Schrift mit Kreide geschrieben:„ Wegen Deloschierung in den Tod!" und darunter stand von der Hand des Kindes geschrieben:„ Ich sterbe mit der Mutter!" Dieselben fünf Worte:„ Wegen Deloschterung in den Tod", hatte Frau Klemisch auch auf die Platte und auf alle Laden des alten Kommodenfastens geschrieben. Der Knabe erzählte, daß die Mutter thm zuerst angetragen habe, auf den Kasten zu schretben: Ich sterbe mit der Mutter", dann habe sie versucht, thn mit sich in die Tiefe zu stürzen. Er habe sich jedoch losgerissen und bloß gesehen, wie die Mutter vom Fensterbrett verschwand. Aus dem Reiche der Technik. Der größte Aquädukt der Welt. In Apulten in Süditalien wird zurzeit an einem Aquädukt gebaut, der nach seiner fürs Jahr 1914 angefeßten Vollendung der größte sein wird, der seit Römerzetten ausgeführt wurde. Er sammelt die in der Gemeinde Caposele entspringenden Duellen, um sie 212 Kilometer weit durch das Land zu führen. 79% tlometer läuft er auf GaIerien. Es mündet in thn das ganze Bewässerungsnetz der Provinzen Foggia, Bart und Lecce, das zusammen eine Ausdehnung von 2510 Kilometern hat. Italtens südliche Provinzen, die setther Jahr für Jahr unter den schrecklichsten Wasserkalamitäten zu leiden hatten, werden durch den großen Aquädukt reichlich versorgt werden; die dret Provinzen, die eine Einwohnerzahl von zwet Millionen haben, werden täglich auf 100 Liter pro Kopf rechnen können; abgesehen davon hofft man noch 275 Millionen Liter im Jahr für andere Zwecke zur Verfügung zu haben, vor allem zur Erzeugung von elektrischer Energie und zu weiteren großen Bewässerungsanlagen. Der Aquädukt, der Neuyork mit Wasser versorgt und bisher die größte aller derartigen Anlagen war, ist nicht halb so lang als dieser apulische, und der Aquadukt des Sertno, der Neavel sein Lebenselement zuführt, erreicht nur den vierten Teil der Länge des großen füditalienischen, dessen Kosten 125 Millionen Lire betragen werden. 3ft das Sterben schmerzhaft? In einer englischen medizinischen Reitschrift unterfitcht ein Mitarbeiter die Frage, woher die den meisten Menschen ttes innewohnende Furcht vor dem Sterben tommt; für ihre Beantwortung begnügt er sich nicht mit dem Schlagwort des Selbsterhaltungstriebes oder dem Goetheschen Ausspruch von der füßen Gewohnheit zu leben". Er geht von der Annahme aus, daß diese Furcht von Vorstellungen herrührt, die wir in früher Jugend samt der Gespensterangst und manchem anderen Aberglauben durch Erwachsene eingeimpft erhalten haben, die entweder selbst an die Schmerzhaftigtett des Sterbens glauben oder sich der Erweckung der Todesfurcht zum Zwecke der physischen Einschüchterung bedienen, und sucht den Nachweis zu erbringen, daß das Sterben ein rein vegetativer Aft ist, der dem schmerzlosen Verwelten einer Blume gleicht. Der Empfindlichkeitsgrad der Körperzellen und speztell der Gefühlsnerven stehe in bestimmter Abhängigkeit von der Unversehrtheit der sensorischen Nerven und jede das allgemeine Wohlbefinden des einzelnen mindernde Etnwirkung führe durch den lähmenden Einfluß der sich anhäufenden Kohlensäure dazu, daß die Nervenknoten thre Reizbarkeit verlören und die der Schmerzempftndung äquivalenten Erregungen in den Bahnen der Nervenfasern nicht mehr gehtrnwärts wetter paſſteren Iteßen, so daß im Gehirn das Bewußtsein oder gar ein schmerzhaftes Gefühl des Sterbens gar nicht mehr zur Vorstellung komme und höchstens die Empfindung übrig bleibe wie man sie beim Einschlafen hat. Man könne dte Empfindung in diesen Momenten auch mit dem Gefühle eines durch Opium und andere narkottsche Mittel Eingeschläferten vergleichen, bet dem die Gehirntätigfelt so tief herabgesezt set, daß eben dadurch selbst das Schmerzgefühl während des Vollzugs einer ftef eingretfenden Operation ausgeschaltet fet. Als Beweise hierfür werden auch die in der Narkose vorgenommenen Vivisektionen, die Zeugnisse von für tot gehaltenen und die Aeußerungen von Sterbenden angeführt, die auf Anruf noch über ihren Zustand Auskunft geben fonnten. Es werden ferner eine Reihe von berühmten Männern zitiert, die sichtlich ohne Schmerzempfindung verstarben, und es wird schließlich auf das Betspiel der meisten kleinen Kinder verwiesen, die lächelnd wte beim Einschlafen aus dem Leben scheiden. Die hier furz wiedergegebene Theorie wird sicher nicht ohne Widerspruch bleiben, obgleich sie in sehr vie Ien, vielleicht den meisten Fällen zutrifft. Schließlich tommt es auch nicht auf den einzelnen Moment des Sterbens. sondern auf das an, was ihm in kürzerer oder längerer Dauer vorangegangen ist, auch die nagende Sorge um ltebe Angehörige und körperliche und feeltsche Qutalen, und man braucht in dieser Hinsicht nur an Goethe zu erinnern, der zwar schmerzlos ge= storben ist, aber am Tage vor seinem Tode doch lange, qualvolle Stunden gräßlicher Todesangst und Unruhe durchfämpfen mußte. Die letzten Etappen des Rundflugs. Nur noch zwet Etappen des deutschen Rundfluges um den B. 3.- Preis der Litfte" stehen bevor. Nach dem gestrigen Ruhetag in Nordhausen ist heute, Fret tag, die Strecke Nordhausen Halberstadt, resp. der direkte Harzflug zurückzulegen. Nach einem weiteren Ruhetag in Halberstadt folgt dann auf der 203 Kilometer langen Strecke Halberstadt- Berlin am Sonntag das Finale. Ueber das Ergebnis des heutigen Flugtages meldet der Draht: Halberstadt, 7. Jult. Büchner ist mit Leutnant Steffen um 4,52 Uhr hier eingetroffen. Noelle, der um 4,25 Uhr von Nordhausen aufgestiegen war und bei Haffelfelde eine Notlandung vorgenommen hatte, ist um 6,16 Uhr hier eingetroffen. Die Ueberfliegung des Harzes einschließlich der Landung in Hasselfelde be= anspruchte nur 1 Stunde 24 Minuten. Latisch ist unt 8,15 Uhr, Vollmöller etwas später eingetroffen. Nordhausen, 7. Jult. Winczfers stieß beim Aufstieg gegen das Flugzeug von König, wodurch beide Apparate beschädigt wurden. Die Flieger werden abends zum Ueberharzflug starten. Hanuschkes Apparat wurde bei der Landung ebenfalls beschädigt. Drabtnachrichten und Deuestes. Die Nordlandfahrt des Kaisers. Stavanger, 7. Jult. Der Kaiser, der gestern nachmittag 2 Uhr hier eingetroffen war. besichtigte abends die Stadt. Die Weiterfahrt nach Bergen erfolgt voraussichtlich beute abend 9 Uhr. Ein russisches Dorf abgebrannt. Petersburg, 7. Jult. In dem Dorfe Dmi trjawskoje im Gouvernement Petropalowsk brach Feuer aus, welches an hundert Häuser vollständig einäscherte. Die Bauern schöpften Verdacht, daß der Brand angelegt worden set und fielen über die Verdächtigen her. Es kam zu einem heftigen Kampf, in dessen Verlauf zehn Personen getötet und viele verwundet wurden. Mehrere Gendarmen mußten einschretten, um die Rube und Ordnung wieder herzustellen. 64 Verhaftungen wurden vorgenommen. Bennruhigende Nachrichten aus Portugal. Madrid, 7. Juli. Die Nachrichten aus Lissabon lauten beunruhigend. Ein Reisender erzählt, in Lissabon herrsche große Erregung. Nach den nördlichen Garnisonen wurden Verstärkungen entsandt. Die Hize in Nordamerika. Neuyork, 7. Jult. Die Hize war gestern vormittag weniger fühlbar, weil die Luftfeuchtigkeit etwas fant. Später war sie wieder schlimmer. Als einige Tiefbahnzüge infolge eines Stromzuführungsdefekts ins Stocken gerteten, wurden zahlreiche Passagiere vor Size ohnmächtig. Aus Boston wird gemeldet, daß die meisten Fabriken in Neuengland geschlossen seien. Ein Zirkus verlor 60 Pferde sett Beginn der Hitze. In Montreal sind in drei Tagen über 200 Kinder unter fünf Jahren infolge der Sitze gestorben. Handel und Verkehr. Frankfurt, 7. Juli. Viehmarktpreise vom 6. Jult: Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgewicht) M ( Schlachtgewicht) M.b) feinste Mast( Vollmilchmast) und beste Saugfälber ( Lebendgewicht) M. 60-64,( Schlachtgewicht) M. 100 bis 107, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M. 54-59,( Schlachtgewicht) M. 92-100, d) ge= ringere Saugkälber( Lebendgewicht) M. 48 bis 53, ( Schlachtgewicht) M. 81–90. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 47-49,( Schlachtgewicht) M. 61-63, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M. 47-49,( Schlachtgewicht) M. 60 bis 62, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 46-48,( Schlachtgew.) M. 60-62, 6) vollfleischige Schweine von 120-150 Silogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 46-48, ( Schlachtgewicht) M. 58-60. Berliner Getreide und Stahtvlehmarkt. In der am 5. Jult beendeten Berichtswoche ist die Haltung des Berliner Getreidemarktes für alle Artifel fest geblieben. Vom Auslande lauteten die Nachrichten über das noch auf dem Felde stehende Getreide teilweise ungünstiger. In Deutschland macht sich der Mangel an Vorräten wetter empfindlich geltend und veranlaßt Zunahme der Käufe ausländischen Getreides. Andere Konsumländer, namentlich Frankreich, sind dagegen zurückhaltender geworden, und daher hat die deutsche Nachfrage faum anregend für Wetzen auf dem Weltmarkte gewirkt. Roggen ist von Rußland, schließlich allerdings nur unter Bewilligung höherer Preisforderungen, reichlich zu haben. Der Jultpreis von Weizen ist hauptsächlich infolge von Deckungen von 208 auf 214 Mort aeftienen. In dieser Aufwärtsbewe= gung kommt die Knappheit an Ware zum Ausdruck. Spätere Termine haben sich um 3 Mart besser gestellt. Roggen hat 1 bis 2% Mart gewonnen, wobei noch zu bemerken ist, daß der Jultpreis am wenigsten sich erhöht hat. Safer stteg 2 bis 3 Mart auf die unbefriediaenden heimischen Ernteaussichten und die Festigkeit Nordrußlands. Der ungünstige Saatenstandsbericht hat nur für Wetzen ein weiteres Anziehen bewirkt. Mais besserte sich erheblich auf die verschlechtertent Ernteaussichten Nordamerikas. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im September wie folgt: Weizen 202.00 Mart, Roggen 169,25 Mart, Hafer 165,75 Mart, Mats 145,50 Mart. Preise des städtischen Schlachtvteh= Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischtge, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 83-86 M., b) funge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 78-84 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 72-77 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 73-78 M., b) vollfletschtge jüngere 71-76 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 70-74 M. 3. ärfen und ühe: a) vollfleischiae, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtmertes 70-73 M., b) vollfletschige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 67-72 M., c) ältere ausgemästete und wenta gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 62-67 M., d) mäßia genährte Kühe und Färfen 57-62 M., e) gering genährte Kühe und Färsen is 62.4. f) gerina nenährtes uronich( resser) M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 107 Bis 136. 6) fetnite Mastfälber 92-100 M, c) mittlere Mast- und beste Sautafälber 81-90 M., d) geringere Mast- und aute Saugfälber 77-84 M. e) geringe Saug= fälber 55-67 M. 5. Schafe: a) Maftlämmer und füingere Maithammer 86 bis 92 M., b) ältere Masthammel, aeringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 80-84 M., c) mäßig genährte Sammel und Schafe 68 613 81 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Rentner Lebendgewicht 57 M. b) vollfleischige Schweine 240 bis 300 Pfund 55--57... c) vollfleischige 200 bis 240 fund 54-57 M., 6) vollfleischige Schweine 160 bis 200 fund 52 bis 56 M., e) vollfleischtge Schwetne unter 160 Pfund 50-52 M., f) Gauen 50-51 M. Fahren Sie SUPERIOR RAD musterhaft in Bau u Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislage! Fordern Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Wallen, Uhren, Musikwaren, sowie sonstige o Radfahrer- Bedarfsartikal gratis u. franko. HANS HARTMANN A: G.EISENACH 5 GROSSTES FAHRRADHAUS MITTEL- USUDDEUTSCHIA Café Amend täglich Künstler- Konzert ( von Montag den 3. bis 10. Juli) unter Mitwirkung d. Opernsängers Adolph Plate vom Opernhaus in Frankfurt a. M. Anfang 8 Uhr. Luftkurort Kaffee- Rösterei Rauschenberg Jakob Maternus Erholungsuchende finden gute Pflege, auch Sommerfrischler. 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Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Waschmittel! Wer seine Wäsche schonen und ihr größere Gebrauchsdauer sichern will, nehme zum Waschen nichts anderes als Persil, das bewährte, selbsttätige, unschädliche Waschmittel von Millionen Hausfrauen. Erhältlich nur in Original- Paketen. - Der Waschtag bringt Ihnen keinen Ärger mehr! Persil wäscht ganz von selbst! Die Wäsche wird eingesetzt, etwa-, Stunde gekocht und gut ausgespült; sie ist dann fertig, blütenweiß wie auf dem Rasen gebleicht. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der weltberühmten Henkel's Bleich- Soda. Eigentum u. Berlag der Gießener Zeitung 6. m. b. S. Berantwortlich für die Schriftleitung Otto Heinede, für Reflame und Anzeigen Robert Roller, beide in Gießen.