Ueberall zu haben. rke icht. ule. lige ad. Prüf. mann. rter. nte. rlum. Besuch 2. eine Examen Unterfältigste her und off vergesetzte dauernd die Veren wird. kostenlos. M.SO tag orge. euem Le und an rn an die esundheit glüdlich Rinder. Tausende blüht fräftigsten ährungs LebensGesunde ren, legen Rrankheit, nheit zur Fürsorge ätten erht der AllDägungen, nd schadet eines Vol Staat und ist leichganisation pie in allen worden ist. ienen, den und Kindes Hef= des freu Boltes ftelinigt, um h. nicht Renntniffe, man fich visorischen Komitees ch an dem nd mitzu深深 - Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen oterteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 84. - - ( 1. Blatt.) In eigener Sache! - Am 24. März ist der Verlag der„ Gießener Zeitung" Gießener Neueste Nachrichten( nicht zu verwechseln mit der neugegründeten Gießener Morgen- Zeitung) an eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung übergegangen. Das ganze Zeitungsunternehmen ist dadurch auf eine breitere Basis gestellt worden. Laut einstimmigem Beschluß der Gesellschafts- Versammlung vom 6. April cr. wird in dem Blatte teine einseitige Partei politik mehr getrieben, sondern es soll in Zukunft über alle Parteirichtungen in objektiver Weise referiert werden. Redaktion und Verlag der Gießener Zeitung Gießener Neueste Nachrichten Ges. m. b. 5. Erziebung zur Arbeit. Viele Eltern können sich nicht entschließen, ihre Knaben sofort nach Beendigung der Schulzeit einem Handwerk zuzuführen. Sie geben dem Widerwillen ihrer Kinder gegen geregelte förperliche Arbeit nach, oder ju chen die mehrjährige Lehrzeit zu vermeiden und durch Beschäftigung der 14- bis 16- Jährigen mit ungelernter Lohnarbeit ohne Verzögerung Geld ins Haus zu kommen. be= der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag den 8. April 1911 Hauptschwierigkeit der Bekämpfung der Krankheit besteht darin, daß man bisher ihre wahre Natur nicht kennt. Vor 3 Monaten nahm der Berliner Forscher Dr. Siegel an frisch erkrankten Rindern Blut- und Milzunter= suchungen vor, er fand auch ein Lebewesen, das als Erreger der Seuche angesprochen werden mußte, das sich aber nur auf den üblichen Kulturen nicht züchten ließ. Dr. Siegel ist die Züchtung auf Reinkulturen nun gelungen und in der soeben erschienenen Tierzärztlichen in der soeben erschienenen Tierzärztlichen Wochenschrift bestätigt ein zweiter Gelehrter die Befunde seines Kollegen vollständig. Danach erscheinen die neuen Bazillen stets im Blute der an der Seuche leidenden Tiere, sobald diese fiebern. Mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums werden nun eingehende Weiterforschungen getrieben und wenn nicht alles täuscht, wird man dank der Entdeckung Dr. Siegels bald in systematischer Weise gegen die Maul- und Klauenseuche vor= gehen können. Der Wetterst urz begeistert einen Sänger im „ Kladderadatsch" zu folgendem„ Frühlingslied": Blaugefroren ist die Nase Und die Hand erstarrt von Frost. Wärmend dampft der Grog im Glase. Draußen heult der kalte Ost. Brennholz ist willkommne Gabe, Und im Ofen glüht's und brennt's. Sei willkommen, holder Knabe, Sei willkommen, junger Lenz! L. U. Gießen, 8. April. Der am 1. Juni d. Is. in den Ruhestand tretende Universitäts- Sekretär Geh. hessische Beamte. Der Landes- Universität aber Kanzleirat Friedrich Schäffer ist wohl der älteste teresse gewidmet. Geboren zu Gießen am 4. Septemhat er fast 70 Jahre lang seine Arbeit und all sein Jnder Universität aushilfsweise Kanzlistendienste. 1850 ber 1827 leistete er bereits in den Jahren 1843-1850 wurde er als provisorischer Kanzlist bei der Landes= Universität angestellt, seit 1856 war er Aktuar beim Spruchkollegium. Am 16. August 1858 erfolgte die definitive Uebertragung der Stelle eines Kanzlisten bei der Landes- Universität. Am 23. Oktober 1860 wurde SchäfSolche ungelernten Jugendlichen verfallen aber erfahrungsgemäß häufig und leicht dem Müßiggange und stellen ein starkes Kontingent zu jenen arbeitsscheuen Rotten halbwüchsiger Burschen, aus denen sich das Zuhäl- fer zweiter, am 23. Februar 1866 alleiniger Universi= ter- und Verbrechertum der Großstädte rekrutiert. tätssekretär. Neben dieser Stellung verwaltete er in den Jahren 1869-1879 die akademische Quästur. Am 25. November 1893 wurde er zum Kanzleirat ernannt, 5 Jahre später erhielt er das Ritterkreuz 2. Llasse des Philipps- Ordens, am 6. April 1901 die Krone hierzu. Gelegentlich des Universitäts- Jubiläums im Jahre 1907 wurde ihm der Charakter als Geheimer Kanzleirat zuDie Einrichtung obligatorischer Fortbildungsschulen, die im letzten Jahrzehnt so gewaltigen Boden gewonnen haben, ist sicher ein vorzügliches Mittel, um diese Auswüchse zu bekämpfen. Aber die Fortbildungspflicht würde sich noch viel wirksamer gestalten, wenn sich überall mit der schulmäßig- geistigen Arbeit die Pflege förperlicher Uebung verknüpfte. Es sollten deshalb mit allen Fortbildungsschulen Veranstaltungen zu ausgiebiger Betätigteil, eine in Hessen sehr seltene Auszeichnung. Mit Schäfung turnerischer oder sportlicher Art verbunden sein, so daß auch diesen nicht in der Handwerkslehre stehenden Jungen Gelegenheit zu regelmäßigen förperlichen Uebungen geboten wäre. In München hat man seit 1908 den Versuch durchgeführt, in sämtlichen Klassen der„ Bezirksfortbildungsschulen", das ist jener Schulen, in denen die ungelernten und beruflosen Jugendlichen ihrer dreijährigen Fortbildungspflicht genügen, nicht bloß Turnunterricht, sondern auch obligatorischen Werkstattunterricht in Holz- u. Metallarbeiten einzuführen, und dieser Versuch hat sich auf das glänzendste bewährt. Die Bezirksfortbildungsschulen haben damit einen fräftigen Anziehungspunkt für das Interesse dieser Schüler gewonnen, zugleich aber auch einen willkommenen Angelpunkt für die erzieheri schen Aufgaben, die dieser Schulgruppe besonders reich lich zugemessen sind. Den früheren Verhältnissen gegenüber läßt sich schon heute mit Sicherheit feststellen, daß das Mittel erzieherischer Arbeit und namentlich der Werkstattunterricht zahlreiche berufslose und„ ungelernte" Jugendliche dazu anregte, einen handwerklichen Beruf zu ergreifen und sich so eine feste Position im Leben zu sichern. Auch dieser gelungene Versuch zeigt wieder, daß für die erzieherische Beeinflussung der schulentlassenen Jugend bis zu ihrem Eintritt in das Heer die Erziehung zu förperlicher Betätigung das wirksamste und sicherste Mittel ist, daß aber andererseits nur die allgemeine Verpflichtung zu 3-4jährigem Besuch der Fortbildungs schule eine Gewähr dafür bietet, daß die Arbeit auch an dem widerstrebendsten und bildungsscheuesten Burschen ihre erzieherische Kraft erproben kann. Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. April 1911. Eine hochwichtige Entdeckung. In vielen Landesteilen wütet die Maul- und Klauenseuche, ungezählte Millionen an Schaden verursachend, und die fer schwindet ein gutes tück Gießener Universitätsgeschichte dahin. Liebig hat er gut gekannt. Adolf v. Jhering hat er persönlich nahe gestanden, einen Teil des Geistes des römischen Rechts hat ihm der große Jurist selber in die Feder diktiert. Mit unverbrüchlicher Treue hat Schäffer stets zur Universität gestanden, mit größ= ter Hingabe und Regelmäßigkeit seines Amtes gewaltet. Ein otium cum dignitate hat sich Schäffer, der sich noch einer erstaunlichen Rüstigkeit erfreut, voll verdient, möge es ihm noch lange beschieden sein. * Gießen, 8. April. Der Reichskanzler hat den Antrag der Stadt, zu gestatten, die seit 3 Jahren zur Erhebung gelangende Wert zuwachs steuer bis zum Jahre 1915 weiter erheben zu dürfen, abgelehnt. Danach beschloß die Stadtverordneten- Versammlung einstimmig auf die vom Reich der Gemeinde zufließende Steuer 3 uschläge zu erheben. Gießen, 7. April. Den Schulamtsaspiranten D. Grünebaum- Partenheim, Friedrich Adam- Weinheim, Heinrich Lotz- Ober- Hörgern, Karl Weiner- Gau- Alges heim, H. Walter- Rendel wurden Lehrerstellen und der Schulamtsaspirantin Jda Hoffmann- Offenbach eine Lehrerinstelle an der hiesigen Volksschule übertragen. *) Gießen. Der Bund der Versicher= ungs- Vertreter Deutschlands E. V.( Geschäftsstelle Berlin W. 30, Luitpoldstraße 21), welcher in Gießen schon mehrere Mitglieder hat und in Deutschland bereits mit 40 Verbänden arbeitet, beabsichtigt in Kürze auch die vielen hier ansässigen Versicherungsvertreter aller Branchen zu einem Verbande zusammen zu schließen. Mit dem Versand des Propaganda- Materials an die hiesigen Vertreter ist bereits begonnen und wird außerdem der Generalsekretär des Bundes demnächst die Gießener Herren über das Wesen und den Zweck des Bundes durch Vortrag aufklären. Weiteres wird durch Inserate in den hiesigen Zeitungen bekannt gegeben werden. -h Nieder- Gemünden, 7. April. Gestern vormittag wurden unsere Einwohner durch Feuerlärm ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Naum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. erschreckt. Das hier befindliche Kornhaus stand in Flammen. Es ist total niedergebrannt, der Schaden aber durch Versicherung gedeckt. Lich. In dem benachbarten Dorfgüll stürzte das 5jährige Töchterchen eines Maurers in einen Kessel mit Wurstsuppe und verbrühte sich so schwer, daß es an den erlittenen Verletzungen bald darauf starb. -m Bad Nauheim, 7. April. Von einem schrecklichen Unglück wurde Frau Ww. Forstrat Kaysing betroffen. Das 2jährige Enkelkind, ein Mädchen, war zum Besuch gekommen, um die Feiertage hier zu bleiben. Das Kind wurde wie gewöhnlich gestern abend frühzeitig in sein Bettchen zum Schlafen gelegt. Als die Großmutter einige Zeit später nach demselben sehen wollte, bot sich ihr ein furchtbarer Anblick dar. Das Kind war vollständig verbrannt. Das unglückliche Wesen hatte sich jedenfalls im Bette aufgerichtet und mit einer auf dem Nachttische stehenden Schachtel Zündhöl3er gespielt. Die Verzweiflung der betroffenen Familie ist groß. -a- Albach, 8. April. In der Nacht vom 6. auf 7. d. Mts. sind auf Hof Albach drei polnische Arbeiter durch Kohlengas in ihrem Schlafraum erstickt. Es liegt eigenes Verschulden vor. Sie hatten ihre Schlafstube durch einen großen Topf glühender Kohlen wärmen wollen. -i- Vom Vogelsberg, 7. April. Jm höheren Vogelsberg hat der anhaltend hohe Schnee dem Wildstand sehr geschadet. Viele Hasen sind infolge Nahrungsmittelmangel verendet oder durch das zahlreich auftretende Raubwild vernichtet worden, was die jetzt im Felde so zahlreich vorhandenen Knochen und Haare ertennen lassen. -m- Aus der südlichen Wetterau, 8. April. Entsetzlichen Schaden hat das Frostwetter der letzten Tage an Bäumen, Feld und Wald angerichtet. Die Frühobstblüten sind vollständig erfroren, die Aussaat zum größten Teil, ebenso die Frühpflanzen. Die bereits grünenden Weichhölzer im Walde sind ganz schwarz geworden. Allem Anschein nach dürfte es in diesem Jahre mit den berühmten Wetterauer Kirschen und Frühgemüsen schlecht bestellt sein. Ech z e II, 7. April. Von einem einjährigen Foh= len geschlagen wurde im nahen Feuerbach ein Knecht. Unter furchtbaren Schmerzen ist der erst Sechszehnjährige in der Gießener Klinik gestorben. Romrod. Schwer verletzt wurde der Bäcker Dörner von Alsfeld, der in unsere Gegend Brot fuhr. Als das noch junge Pferd scheute, stürzte er vom Wagen, wurde geschleift und überfahren. -h= Dieburg, 8. April. Bei dem großen Waldbrand sind etwa 600 Quadratmeter Kieferbestand vernichtet worden. Die Ursache konnte noch nicht festge= stellt werden. - Wetzlar, 8. April. Der Lahntalverband zur Hebung des Fremdenverkehrs im Lahntal wird seine Generalverlammlung morgen nachmittag 3½ Uhr in Bad Ems im Hotel„ Schüßenhof" abhalten. *) Hochelheim. Die kürzlich erfolgte Verpachtung der Gemeindejad brachte eine wesentlich höhere Einnahme für die Gemeindekasse. Höchstbietender blieb Architekt Nikolaus mit 1050 Mt. Vor zirka 20 Jahren wurden aus unserer Gemeindejagd kaum 100 Mt. gelöst. * Pohlgöns. Die Gemeinde ehrte ihre acht Veteranen durch Uebergabe von Ehrensesseln. Dillenburg. Die Landwirtschaftskammer in Kassel hat einen Antrag gestellt, das Landesgestüt der Provinz Hessen- Nassau von Dillenburg zu verlegen. Dagegen wird hier heftig protestiert. * Wiesbaden, 6. April. In seiner Wohnung verstarb gestern der Generalleutnant 3. D., Exzellenz M. Steinmann, im 68. Lebensjahre. Zur selben Stunde verstarb auch sein Bruder, der Oberstleutnant 3. D. Fr. Steinmann aus Oberlahnstein im 74. Lebensjahre, der seit einigen Tagen hier zur Kur weilte. Kreuznach. Der Straßenbahnschaffner Fr. Schreiber, der neulich ein Kind überfahren hatte, unternahm einen Selbstmordversuch, indem er sich mit Petroleum begoß und dann sich selbst anzündete. Er wurde schwer verletzt nach dem Krankenhause der Franziskanerbrüder gebracht, wo er hoffnungslos darniederliegt. Die Staatsanwaltschaft hatte festgestellt, daß Sch. keinerlei Schuld an dem Tode des Kindes hat. -- Aus der Rhön, 7. April. In der Rhön herrschte eine grimmige Kälte, die vielen Schaden an der jungen Pflanzenwelt verursacht hat. An den Fenstern hat der winterliche Frost fingerdicke Eisblumen hervorgezaubert. Die jungen Märzhäschen dürften alle loren sein. ver= Der französische Kriegsminister über den Ursprung des Krieges von 1870. Am 2. d. M. Hat in Paris eine Gambetta- Feier stattgefunden, bei der neben anderen Rednern der Kriegsmiiftster Berteaux die Verdienste des großen französischen Volksmannes um die Reorganisation der Wehrkraft Frankreichs schilderte. Nach dem Bericht des„ Temps" hat Kriegsminister Berteaur in seiner Rede u. a. folgendes gesagt: „ Im Morgenrot seines politischen Lebens nährte Gambetta, wie viele edle Männer, den Traum einer allgemei= nen Brüderlichkeit Indessen, eine Unruhe suchte ihn heim. Das Kaiserreich, dem Staatsstreich entsprossen, erschien ihm geneigt, in auswärtigen Ablenkungen das Mittel zu suchen, das im Innern eine täglich schwan= kendere, unsichere Macht befestigen sollte. Er täuschte sich nicht; das Verhängnis wollte bald, daß schmerzliche Stunden für unser Land schlugen." Der Ursprung des Krieges von 1870 wird hier rund und nett der französischen Seite zugeschrieben, näm lich der Absicht Napoleons, seinen wankenden Thron durch einen kriegerischen Erfolg zu stützen. Diese Auffassung ist nicht neu; Beachtung aber verdient die Tatsache, daß sie vom Kriegsminister Berteaux vorbehaltlos geteilt wird, also von einem französischen Staatsmanne, de man nicht Unrecht tut, wenn man eine starke chauvinis Aber sein eigen nennt. In Deutschland sollten, so schr der„ Hann. Cour.", die sozialdemokratisch- welfischen Historiker", die - nach Art des verstorbenen Liebknecht in der„ Fälschung der Emser Depesche" durch Bismard den Ursprung des Krieges erblicken, den Standpunkt Gambettas und des Kriegsministers Berteaur zur Berichtigung ihrer Ansicht benutzen. Die Borkumer Spione auf der Festung. Die beiden englischen Spione, Trench und Brandon, die im Dezember vorigen Jahres in Leipzig verurteilt wurden, haben, wie gemeldet, aus Glatz und Wesel, wo sie gefangen Friedensmann Briefe sitzen, an einen englischen geschrieben, aus denen hervorgeht, daß sie mit ihrer Behand= lung auf den deutschen Festungen zufrieden sind. Da sie auf einer deutschen Festung interniert sind, und zum Glück nicht in ein englisches Konzentrationslager, südafrikanischen Angedenkens geraten sind, ist das eigentlich selbstverständlich. Wie gut es die beiden Herren aber haben, die Deutschland durch ihre Spionage in die schwerste Gefahr gebracht haben, zeigt der Brief des Kapitäns Trench aus Glaß, in dem es heißt: Man gestattet mir täglich 4½ Stunden, in denen ich mit den Zivilbeamten verkehren kann. Mit Ausnahme dieser Stunden bin ich an mein Zimmer gebunden. Meinen Spaziergang mache ich im Schloßhof. Seit des Kaisers Geburtstag ist die hierfür bestimmte Zet auf zwei Stunden ausgedehnt worden, und man erlaubt mir, bis zu den Festungswällen zu spazieren, von wo ich eine Aussicht auf die Stadt und ihre wunderbare Umgebung habe. Ich verköstige mich selbst. Mein Diner erhalte ich aus einem be= nachbarten Hotel. Alle anderen Speisen bereite ich mir selbst. Mein Zimmer ist gut geheizt; da es für eine Person eingerichtet ist, werde ich es wohl immer für mich allein behalten können. Und Herr Brandon, schreibt aus Wesel: Es wird sogar erlaubt, daß man sein Zimmer elegant einrichtet. Ich habe das meine sehr komfortabel und wohnlich ausgestattet mit Photographien und anderen Bildern, Tischdecken, Teppichen, Vorhängen und dergleichen. In diesem Sanatorium, wie wir die Festung getauft haben, kommt man mit allerhand Patienten" zusammen, und der gesellschaftliche Verkehr, dessen man sich erfreut, wird immer mal wieder aufgefrischt. Die Herren haben also über nichts zu klagen, hoffentlich reizt aber diese gemütliche Gefangenschaft feinen englischen Offizier an, in die Fußstapfen der beiden Herren zu treten. Abschreckend können diese Briefe ut mine Festungstid" je= denfalls nicht wirken. Rundschau vom Cage. Politisches. Zur Geschichte der Reichsfinanzreform wird dem Münchener Vertreter der„ Tägl. Rdsch." von bestunterrichteter diplomatischer Seite eine interessante Reminiszenz mitgeteilt. Danach hatte Fürst Bülow die Absicht, dem Blockreichstag als erste Aufgabe die Reichsfinanzreform zu übergeben, ließ sich aber schließlich doch überreden, es nicht zu tun, da diese Probe denn doch zu gewagt sei. Die Finanzreform wurde dann verschoben mit der Begründung, daß sie noch nicht fertiggestellt sei, in Wirklichkeit aber befand sie sich schon fertig wohlverwahrt in den Schubfächern. Als dann die Finanzreform zustande kam, der Block zertrümmert wurde und Fürst Bülow gehen mußte, bedauerte er, an seiner ersten Idee nicht festgehalten zu haben. Keine Kandidatur des Grafen Posadowsty. Aus Chemnitz war die Meldung verbreitet worden, daß Graf 10) Des Nätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümce. ( Nachdruck verboten.) Und dann erzählte er ihr von des Generals großer Sorge. Daß der alte Herr sich wirklich noch auf sein Auge verlassen konnte, wurde dem Rentmeister sehr bald zur traurigen Gewißheit. Ganz mechanisch ilang alles, was er da sagte von Selbstverleugnung, von edlem Entsagen, von jugendlichen Dummheiten und Schwärmereien, von Verstoßung und einem großen Unglück, das über das Schloß kommen würde. So, nun hatte er seine Pflicht getan. Eindruck mußten seine Worte auf Erna gemacht haben, denn sie schluchzte an seiner Brust zum Herzzerbrechen und konnte nur das eine hervorstoßen:„ Ich will ihm sein Glück nicht stören, ganz gewiß nicht! Ich will Dir teinen Kummer bereiten, lieber Vater!" Vater Raben war zufrieden. Jhn dünkte die ganze Sache nach einigem Ueberlegen nicht so tragisch. Er beruhigte, gutmütig und zärtlich wie er war, seine Tochter und sagte:„ Dann ist ja alles in Ordnung. Ich glaube Dir, mein Kind. Laß alle dummen Schwärmereien und ergreife das Glück, das sich Dir bietet, ehe es zu spät ist." Er hatte nichts dagegen, daß Erna sich früh auf ihr Stübchen zurückzog, und von ihrem Seelenschmerz, von ihrem Kämpfen und Ringen hatte er, der Korrekte, Nüchterne auch nicht die entfernteste Ahnung. Ach, nun wußte sie, daß Hardi sie liebte.- Wenn er es seinem Vater sogar eingestanden, diesem harten, stolzen Herrn, dann mußte es ja wahr sein. Aber sie wußte auch, was sie zu tun hatte, ja, nach einer Nacht voll Kämpfens und Ringens, voll blutiger Tränen wußte sie es! Es war Raben sehr angenehm, daß Woltersdorf sich noch am selben Abend bei ihm einfand, um, wie gewöhnlich ein Stündchen zu verplaudern Da konnte er demselben auch gleich reinen Wein einschenken und auch ihm Posadowsky sich bereit erklärt hätte, unter gewissen Voraussetzungen in Chemnitz eine nationale Reichstagskandidatur zu übernehmen. Wie jetzt Graf Posadowsky einem Mitarbeiter eines Berliner Blattes erklärt, ist es zwar richtig, daß von Chemnitz eine Anfrage an ihn wegen Uebernahme einer Kandidatur für die nächsten Reichstags= wahlen ergangen sei. Er habe aber gegenüber dieser Anfrage dasselbe erklärt wie früher, nämlich, daß er, wenn in einem Kreise alle bürgerlichen Parteien auf ihn als Kandidaten sich vereinigen, er es für eine patriotische Pflicht halte, die Kandidatur zu übernehmen. Er möchte sich jedoch nicht persönlich an der Agitation beteiligen. Dadurch, daß aber in Chemnitz verschiedene bürgerliche Kandidaturen aufgetaucht seien, sei seine Reichstagskandidatur in Chemnitz hinfällig. Ein liberales Wahlabkommen für Thüringen ist nach längeren Verhandlungen zustande gekommen. Von dem Wahlabkommen werden zwei Wahlkreise, Jena- Neustadt und Koburg, nicht berührt. In fünf Wahlkreisen, und zwar inEisenach, Gotha, Schwarzburg- Rudolstadt, Schwarzburg- Sondershausen und Reuß j. L. werden die nationalliberalen Reichstagskandidaten von der Fortschrittlichen Volkspartei unterstützt, während diese in den Wahlkreisen Meiningen- Hildburghausen, Weimar, Sonneberg- Saalfeld und Altenburg von den Nationalliberalen unterstützt werden wird. Herr Bruhn als Sieger. Aufsehenerregende Strafen verhängte am Donnerstag das Schöffengericht Berlin über eine Anzahl Zeitungsredakteure, die sich wegen Beleidigung des Reichstagsabgeordneten Bruhn zu verantworten hatten. Die Redakteure des ,, Coburger Tageblattes", Lorenz, und der„ Eisenacher Tagespost", Niemeyer, wurden wegen Veröffentlichung eines beleidigenden Artikels während des noch schwebenden Bruhnschen Prozesses zu je 1000 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Redakteur Röther vom„ Zentralanzeiger" in Magdeburg wurde wegen Veröffentlichung eines das Urteil kritisierenden Artikels zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Vorlage zum Schuh der Ladenangestellten, die das britische Unterhaus in der zweiten Lesung ohne ernste Opposition annahm, enthält recht drastische Bestimmun= gen. Die Arbeitszeit aller Ladenangestellten darf 60 Stunden wöchentlich, die Zeit für die Mahlzeiten nicht gerechnet, nicht überschreiten mit einem Höchstmaß von 60. Stunden Ueberzeit im ganzen Jahre. Kein männlicher Angestellter unter 16 und fein weiblicher unter 18 Jahren darf mehr als 14 Stunden an irgend einem Tage beschäftigt werden. Jeder Angestellte muß einen Nachmittag in der Woche frei haben. Sonntag müssen alle Läden geschlossen sein, mit Ausnahme der jüdischen, die am Sabbath schließen, bestimmter Straßenmärkte, der Wirtschaf= ten, der Zeitungsläden und der Läden für Automobil- und Fahrräderbedürfnisse. Die Gemeinden können an Wochentagen die Stunden des Ladenschließens gesetzlich bestim= men, wenn Dreiviertel der Läden zustimmen. Die Stunde darf nicht früher sein, als 7 Uhr an fünf Tagen und 1 Uhr an einem Tage. In der Zeit, wo die Läden geschlossen sein müssen, dürfen auf der Straße nur Zeitungen verkauft werden. Kleine Nachrichten. Eine evangelische Abordnung bei Kaiser Franz Josef. Während der gestrigen Audienz wurde eine Abordnung der evangelischen Gemeinden in Desterreich von Kaiser Franz Josef empfangen zur Ueberreichung einer Erinnerungsmedaille an das 50jährige Bestehen der Anerkennung des Protestantismus. Der Kaiser sagte dabei u. a.: Sie fënnen versichert sein, daß h auch fernerhin meine För derung Ihrer Kirche werde angedeihen lassen. Ich bin überzeugt, daß Sie auch ferner mit der gleichen Treue und Loyalität auf den Geist der Gemeinden einwirken werden." Oberitalien unter Schnee. In Mailand schneit es fast ununterbrochen fett 30 Stunden. Auch aus den meisten Gegenden Oberttaltens, sogar von den Ufern des Gardafees, werden starke Schneefälle gemeldet. Ein Lloyddampfer gestrandet. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Prinzeß Frene" ist am Donnerstag nach etner Neuvorfer Meldung 16 Seemeilen östlich des Leuchtturms von Jera Island gestrandet. Bei ruhiger See hofft man das Schiff zur Flutzeit mit Schleppern wieder loszubekommen. Die Prinzeß Irene" war nach Neuyork vom Mittelmeer her unterwegs und hat etwa 1000 Personen an Bord. Die verschwundene Familie Wagner aus Nixdorf, von der man, wie gemeldet, befürchtete, daß sie sich ein Leid angetan hatte, ist wiedergefunden worden. Geschäftliche Schwierigkeiten, insbesondere die Pfändung eines Pferdes, hatten die nervösen Leute so mitgenommen, daß sie den Kopf verloren. Sie irrten planlos in Berlin umher, bis - gegenüber seine Pflicht erfüllen. Der tat nun feineswegs verwundert, als er hörte, einen wie gefährlichen Nebenbuhler er hatte. Achselzuckend erwiderte er dem Rentmeister: Ist bloße Spielerei! Wer könnte es selbst einem so tugendsamen Jungfräulein, wie Ihre Tochter es ist, verargen, wenn sie sich von einem Herrn von Eschenholdt, Leutnant bei den Kürassieren, Sohn Sr. Exzellenz usw., ein wenig den Kopf verdrehen läßt! Glauben Sie es mir, Herr Raben, der hat schon Fürstentöchter in seine Nege gelockt! Wüßte Fräulein Erna, ein wie leichtsinniger Mensch der hohe Herr ist, sie würde ihn nicht schlecht abweisen! Ich würde nichts ausplaudern, stände nicht das Glück Jhrer Tochter auf dem Spiel, nach Ihrer Meinung wenigstens. So will ich Ihnen, wenn Sie mir strengste Diskretion, auch gegen Ihren Sohn zusichern wollen, aber doch einige Enthüllungen machen, die Sie in Verwunderung segen dürften." Nur zögernd versprach Raben, zu schweigen, worauf der andere mit tückischen Blicken folgendes erzählte:„ In meinen Augen ist der Leutnant seinem Charakter nach ein sehr ordinärer Mensch. Er hat dem Vater sein Ehrenwort darauf gegeben, daß er nicht mehr Hazard spielen wolle, und dabei machte er es toller als all die anderen Glücksjäger in unserer verrufenen„ kleinen Garnison". Er geht im„ blauen Stern" ein und aus, verkehrt intim mit dem Grafen Rossau und hat erst unlängst eine ge= waltige Summe gewonnen, um sie tags darauf wieder zu verlieren. Und, was seine andere Schwäche anbe trifft, die Vorliebe für das Ewigweibliche, so kann ich Ihnen mitteilen, daß eine seiner Flammen aus der Residenz in die„ kleine Garnison" übergesiedelt ist und Arm in Arm mit ihm in den Anlagen gesehen wurde. Der Rentmeister schüttelte den Kopf und fragte sehr ernst:„ Wissen Sie das auch genau?" Nun beruhte Woltersdorfs erste kühne Behauptung lediglich auf einer falschen Vermutung, während die zweite eine freche, direkt aus der Luft gegriffene Lüge war. Verwandte sie in einem Bierausschank trafen und zu sich nahmen. Heftiger Kampf im Eisenbahnkoupee. Auf der Strede Fürth- Schwandorf entspann sich, wie aus München gemeldet wird, in einem Eisenbahnzuge zwischen einem Brauereigehilfen und einem diesen transportierenden Gendarm ein heftiger Kampf. bis es schließlich gelang, den Burschen zu überwältigen. Ans Liebeskummer in den Tod. Die 25jährige Tochter eines Gastwirts in Dessau nahm sich ein Zerwürfnis mit ihrem Verlobten derart zu Herzen, daß sie sich mit Petroleum begoß, dasselbe anzündete und auch noch Gift nahm. Der eigene Vater löschte die Flammen. Nach kurzer Zett starb die Bedauernswerte. Ein schweres Automobilunglück wird aus Elmshorn in Holstein gemeldet. Ein von Quickborn kommendes Automobil überfuhr in rasender Schnelligkeit einen Chausseebock. Der Chauffeur verlor hierbei die Macht über das Steuer und das Auto sauste in den Graben. Die beiden Insassen erlitten schwere Verlegungen. Der eine schlug mit dem Gesicht durch das dicke Glas des Fensters, hierbei wurde die halbe Nase abgerissen und außerdem wurde er im Gesicht schwer verletzt. Man befürchtet auch den Verlust eines Auges. Die Verletzten wurden in das Krankenhaus gebracht. Volkswirtschaftliches. Traurige Bilder vom Berliner Wohnungselend wurden in einer Versammlung vorgeführt, die der Berliner Ausschuß für städtische Wohnungsaufsicht einberufen hatte. Der Privatdozent Dr. Weyl zeigte durch Lichtbilder das Innere von zahlreichen Wohnungen in den Außenbezirken, die die ganze Misere gewisser Berliner Wohnungen offenbarten. Da sah man Kellerwohnungen, wo in einem wenige Meter großen Raum ca. ein Dutzend Personen hausen, wo Kran fe und Gesunde, Kinder und Erwachsene und öfter auch noch Schlafburschen in vollständig ungenügenden, luft- und lichtlosen Räumen sich aufhalten müssen. Der Redner gab ein reichhaltiges Zahlenmaterial zum besten, aus dem die Tatsache hervorging, daß die Polizei im Laufe einiger Jahre mehrere tausendmal um Räumung ungesunder Wohngen angegangen wird. Dabei bleiben aber noch eine ganze Reihe Wohnungen unberücksichtigt, die gleichfalls nicht den gesundheitlichen Anforderungen in bezug auf Raum, Licht und Luft entsprechen. Nach der letzten Statistik im Jahre 1905 gab es in Berlin noch 25 000 Kellerwohnungen. Welche Fülle von gesundheitlicher Schädigung darin enthalten ist, läßt sich gar nicht ausdenken. Nachdem noch weitere Redner gesprochen, wurde eine Resolution angenommen, in der Magistrat und Stadtverordnetenversammlung von Berlin aufgefordert werden, geeignete Schritte zu tun, um die Errichtung eines Wohnungsamtes und einer ausreichenden Wohnungsinspektion baldigst zu ermöglichen. Aus den Gerichtssälen. Das Reichsgericht verurteilte am Donnerstag in einer unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführten Verhandlung den 28 Jahre alten Mechanifer Ludwig Koch aus Montigny wegen versuchten Verrates militärischer Geheimnisse, versuchten schweren Diebstahls und schwerer Urkundenfälschung zu zwei Jahren neun Monaten Zuchthaus, Ehrenrechtsverlust für fünf Jahre und Stellung unter Polizeiaufsicht. Koch hatte sich verschiedene Schriftstücke und Festungskarten von Metz mit Einzeichnungen verschafft, um sie in Besitz Frankreichs zu bringen, obwohl er wußte, daß dadurch die Sicherheit des Deutschen Reiches gefährdek würde. Rechtsverbindlichkeit von Belobigungen, bei denen kein Ringwechsel noch Publikation stattgefunden. Ein Bräuttgam aus Stade war von seiner Braut wegen grundloser Auflösung des Verlöbnisses auf Schadenersatz verklagt worden. Der Beklagte stellte eine Verlobung in Abrede, denn es habe weder Ringwechsel noch Publikation stattgefunden, und es habe nur die ausgesprochene Absicht bestanden, sich demnächst zu verloben. Das Landgericht Stade hielt das von der Klägerin beigebrachte Beweismaterial nicht für ausreichend, um eine Verlobung zu begründen, und wies daraufhin die Klage ab. Vom Oberlandesgericht Celle erfuhr das klägerische Vorbringen eine andere Bewertung. Das Berufungsgericht entschied an der Hand der Beweismittel folgendermaßen: Der Beklagte habe selbst zugestanden, daß er die Klägerin als seine Braut und sie ihn als ihren Bräutigam bezeichnet habe. Er habe häufig und regelmäßig in dem Hause ihrer Eltern verkehrt und habe fie auch in Begleitung ihres Vaters seinen Eltern zugeführt. Bei dieser Gelegenheit habe die Klägerin erklärt, sie sei mit dem Beklagten einig, sie wollten sich verloben. Niemand der Anwesenden habe widersprochen, im Gegenteil zeigte ihr Verhalten, daß sie mit dem Heiratsplan einverstanden waren. Wenn auch der Vater der Braut dieser gegenüber Bedenken geäußert habe, so habe er sich doch nicht widersetzt. Auch die Tatsache, daß später ihre Mutter den Beklagten gebeten habe, ihre Tochter nicht sitzen zu lassen und seine feierliche Abweisung dieses Verdachtes rechtfertige den Schluß, daß eine rechtsverbindliche Verlobung hier in Frage komme. Der Klage sei daher stattzugeben. Nichtsdestoweniger antwortete dieser Ehrenmann:„ Für die Wahrheit dieser Behauptungen stehe ich mit meinem Kopf ein. Ich kann Ihnen darauf mein Ehrenwort geben, und das ist mehr wert als das manches Edelmannes." Da Frau Raben und Hans jetzt zurückkehrten, brach man dieses Thema schnell ab.- Aber es schien, als ob Vater Raben heute gar nicht aus den Ueberraschungen herauskommen sollte. Da schon wieder eine! Denke nur an, Vater, ich muß schon morgen früh abreisen nach X., wohin ich versett bin, da ein Kollege schwer erkrankt ist. Also unsere Weihnachtsfreude ist uns gründlich verdorben!" ruft Hans aus, ein Telegramm aus der Tasche hervorziehend, das ihm der Postbote im Dorfe übergeben. Was wird nur Jda sagen?! O, der Trennungsschmerz!" Hans war abgereist, nicht nur zu der Seinen größtem Bedauern, mehr noch zu Hardis Leidwesen. Am Tage vor Weihnachten gestand Woltersdorf Erna seine Liebe und fragte sie, ob sie sein Weib werden wollte. Niemand hätte ergreifender sprechen können, als dieser zungengewandte Schurke, dem nichts auf Erden heilig war, wenn es galt, ein sich gestecktes Ziel zu erreichen. Ach, einem so guten, edlen Menschen wie diesem hätte Erna fein Leid zufügen können. Ehrlich gestand sie ihm, daß sie bis jetzt noch keine Liebe zu ihm verspüre. Sie schäze ihn aber so hoch und wäre ihm für alles, was er an ihren Eltern getan, so dankbar, daß sie schon aus diesem Grunde entschlossen sei,„ den heiligen Bund der von Gott gesegneten Ehe" so hatte er sich ausgedrückt mit ihm zu schließen. Nur um eines bat sie ihn: der Tag der Hochzeit möge noch weit hinausgeschoben werden. Sie wollte nicht vor ihrem älteren Bruder freien,- ein lächerlicher, findischer Wunsch sowohl in Woltersdorfs Au gen wie nach der alten Rabens Meinung. - ( Fortsetzung folgt.) - Tage ren 1 fich n peng And wefte mit e her i hat. dede, Stelle chwe gerid gend fam nam groß berh wart tung man meld unfä der den gon Fah Ver eine fiel hera alte Erb Stei Ma Anb Dor ball desse aus war herb Wi Gor gez den Leb dur mac übe hero Schif fung fiche mä er c Gin Das mit wäh ball Wor пис der Ge eig der vie che In That gen Pr Tr far ge zu ra far der wa Er Σα feir ver Er fun lei Ne tet ren Lon De Na bas ang Ver er Pet der hör Schu ber fig R te far um G bef ter in 802-1 Strede emeldet cauerets rm ein hen zu Tochter 118 mit Petronahm. er Bett mshorn Autobauffeeer dag beiden ug mit hierbei rde er Verlust enhaus wurden AusDer Innere die die barten. 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Die verbreiteten Schneefälle, die fich nicht nur über Deutschland, sondern auch auf das Alpengebiet, Desterreich- Ungarn und Oberitalien erstreden, find nur eine Folge der falten Luftzufuhr aus dem nordwesteuropäischen Maximum, das jetzt im Luftaustausch mit einem Minimum über Jtalien steht, wogegen das vorher über Westrußland befindliche Tief sich weiter entfernt hat. In Greifswald liegt eine 8 Zentimeter hohe Schneedede, ebenso in Lübed und Umgebung. Der in Thüringen Stellenweise sehr scharfe Frost hat in der Erfurter Gegend schwere Schäden an den Obst- und Blumengärtnereien angerichtet. Sogar im Rheinland wurde an exponiert liegenden Orten eine Kälte von 8 Grad gemessen. Der Gesamtschaden an den schon weit entwickelten Kulturen dürfte namentlich in West- und Süddeutschland außerordentlich groß sein, zumal die scharfen Nachtfröste sich mehrfach wiederholt haben, und die Wiedererwärmung länger auf sich warten läßt, als es zuerst den Anschein hatte. Befürch tungen für die bevorstehende warme Jahreszeit braucht man aber wegen dieses Kälterüdfalles nicht zu hegen. Drei Todesstürze werden heute wieder aus Berlin gemeldet. In der Böchstraße war der Fahrstuhl betriebsunfähig geworden, weshalb ein Monteur bestellt wurde, der die Ausbesserung ausführen sollte. Die Firma schickte den Monteur Franke. Als dieser mit der Arbeit kaum begonnen hatte, tat er einen Fehltritt und stürzte in den Fahrstuhlschacht hinab. Man rief die Feuerwehr, die den Verunglückten nur noch als Leiche bergen konnte. Auf zurückliegt, eines der führenden auf dem Bremer und somit dem fontinentalen Baumwollmarkt war. Als eine bescheidene Genugtuung empfindet man es in all der Misere, die durch den nun eröffneten Konkurs über eine Reihe angesehener Familien hereingebrochen ist, daß der Zusam menbruch nicht von der Firma an sich, sondern einzig und allein von deren jüngerem Teilhaber Adolf Christian Plate verschuldet worden ist, einem jungen Manne von etwa 30 Jahren, dessen kostspielige Lebemannsbedürfnisse ihn mit seinem reichlichen Einkommen aus seiner faufmännischen Tätigkeit nicht auskommen ließen, bis er zu dem verzweifelten Mittel der Spekulation in Goldminen- Shares griff, zu deren Deckung er in gewissenlosester Weise den Kredit der Firma in Anspruch nahm. Die Frau Plates ist die Tochter des verstorbenen früheren Eisenbahnministers v. Thielen. Allgemein ist das Bedauern mit dem greisen 65 Jahre alten Seniorchef der Firma Emil Plate, einem Manne, der durch eisernen Fleiß seine Firma zu ihrer Bedeutung emporgebracht hat. Erst am Sonnabend wurde dem Vater ein Wechsel über mehrere hunderttausend Mark präsentiert, der die Unterschrift des Sohnes trug. Es stellte sich heraus, daß er seinen Vater hintergangen hatte. Der Vater lehnte es ab, die finanzielle Hilfe seiner Verwandten und Freunde, die für ihn einspringen wollten, in Anspruch zu nehmen. Idyllische Preßverhältnisse herrschen auf der schönen Insel Tahiti im Stillen Ozean. Auf der ganzen Insel gibt es nur eine einzige Zeitung, La France Australe". Das Blatt trägt an der Spitze folgende beruhigende Worte: „ Erscheint nur, wenn das Bedürfnis sich fühlbar macht." Der Kraftfaffee. Frau Müller: Ihre Tassen haben ja alle Sprünge, Frau Käsebier?" Frau Käsebier:„ Das kommt von dem starken Kaffee bet uns." Viel verlangt. Bauer( an der Theaterkasse): I möcht' a anders." Kassierer:" Sie wollen ein anderes Billet?" Bauer:„ Na, a anders Stück, well i dos schon gesehen hab'." einem Neubau in der Badenfchen Straße in Wilmersdorf Ein neues Mittel gegen Schwindsucht. fiel ein Malergehilfe aus der Höhe des vierten Stodmerts herab und starb auf der Stelle. Endlich stürzte auf dem alten Johannisfriedhof in der Seestraße beim Bau eines Erbbegräbnisses von dem vier Meter hohen Gerüst ein Steinmetz und fiel so unglücklich mit dem Kopf auf einen Marmorblock, daß der Tod sofort eintrat. Ein Doppelselbstmord im Luftballon. Ein seltsamer Anblick bot sich vor wenigen Tagen den Einwohnern des Dorfes Beuron in der Nähe der Bretagne dar. Ein Luftballon senkte sich nämlich in der Gegend zur Erde, aus dessen Gondel ein anscheinend lebloser Frauenkörper heraushing. Obwohl der Ballon schon ziemlich tief gesanken war und fortwährend die Baumkronen streifte, fiel es den herbeigeeilten Bauern schwer, ihn festzuhalten, da er vom Winde hin- und hergerissen wurde. Endlich, als sich die Gondel in einem Aste verfing, konnte der Ballon zur Erde gezogen werden. Man entdeckte neben der Frau, am Boden des Korbes liegend, einen jungen Mann, der auch kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Es ergab sich, daß beide durch Revolverschüsse ihrem jungen Leben ein Ende gemacht hatten. Papiere, die man bei ihnen vorfand, gaben über die Persönlichkeiten nähere Auskunft. Es stellte sich heraus, daß der junge Mann der Sohn des bekannten LuftSchiffers Baron Flenry aus Amiens war. Die Veranlas sung zu dem Selbstmord war feineswegs eine ungewöhnItche. Der junge Baron hatte sich in ein junges Bürgermädchen verliebt, und gedachte sie auch zu heiraten. Da er aber noch nicht großjährig war, bedurfte er hierzu der Einwilligung seines Vaters, die ihm verweigert wurde. Das junge Paar beschloß also, in den Tod zu gehen und mit der solchen jungen Leuten eigenen Ueberspanntheit wählten sie den höchst ungewöhnlichen Tatort im Luftballon. Eine neue Zeitungsfusion in Berlin ist jetzt vollzogen worden. Die ,, Deutsche Warte" ist bereits seit dem 1. Januar d. J. mit den„ Berliner Neuesten Nachrichten" und der„ Deutschen Zeitung" verschmolzen und wahrte ihre Selbständitgeit nur dadurch, daß das Hauptblatt seine eigene Redaktion hatte. Jetzt ist auch dieses dahin, nur der Titel ist geblieben. Seit einigen Tagen ist nun ein vierter in den Bund getreten. Es sind dies die„, Deutschen Nachrichten", die bekanntlich die Vertretung der Interessen der Beamtenschaft auf ihre Fahne geschrieben hatten. Alle vier Zeitungen haben jetzt zum Teil einen gemeinsamen Inhalt. Ueber den Attentäter in der Peterskirche, der auf Priester mehrere Schüsse abgegeben hatte, werden aus Triest, der Heimat des Täters, folgende Einzelheiten befannt. Desanti, so ist sein Name, war seit frühester Jugend sehr schlecht beleumundet. Er lebte mit einem Onkel zusammen, der ihn bewegen wollte, seine Nichte zu heiraten und ihm versprach, ihn zum Erben einzusetzen. Desanti hatte damals bereits ein Verhältnis mit einem anderen Mädchen, und da seine Verwandten noch rüstig waren, und er nicht Aussicht hatte, bald in den Besitz der Erbschaft zu gelangen, beschloß er, sie zu töten. Eines Tages er war damals 24 Jahre alt durchschnitt er seiner Tante die Kehle. Die Frau war sofert tot. Dann versetzte er dem Onkel 27 Messerstiche und ergriff die Flucht. Erst nach drei Tagen wurde der Onkel noch lebend aufgefunden. Er sagte aus, daß sein Neffe der Mörder gewesen [ ei; er verzeihe ihm zwar, aber er setze doch einen anderen Neffen zum Erben ein. Der Mörder konnte nicht verhaftet werden, trotzdem mehr als fünfzig Gendarmen wäh= rend der ganzen drei Monate aufgeboten waren. Endlich Lonnte man seiner habhaft werden. Er wurde zum Tode verurteilt und zu zwanzig Jahren Zuchthaus begnadigt. Nach Verbüßung der Strafe kehrte er in sein Haus zurück, das bald darauf niederbrannte. Es wurde Brandstiftung angenommen. Als Brandstifter galt Desanti. Mit dem Versicherungsgelde reiste er nach Amerika, seitdem wurde er nicht mehr gesehen, bis es zu dem Zwischenfall in der Peterskirche tam. Das Recht des Vaters. In der Schule zu Dingsda war der Lehrer eben damit beschäftigt, einem Jungen ein gehöriges Trattement aufzuzählen, als gerade der KreisSchulinspektor eintrat.„ Wissen Sie denn nicht," herrschte der Gestrenge den Lehrer an,„ daß derartige harte Züchtigungen wider die Instruktion verstoßen?"" Instruktion hin, Instruktion her," entgegnete der Lehrer,„ die bösen Raders müssen ihre Schläge haben“. Sie haben leicht reden," fuhr der Schulinspektor fort ,,, was soll ich aber anfangen, wenn mir die Mutter des Jungen gelaufen kommt, um sich zu beschweren?"„ Einfach' rausschmeißen, Herr Schulinspektor." ,, Und wenn der Vater kommt und sich beschwert?"„ Ach, der Vater kommt nicht; denn der Vaterder bin ich!" " Zum Zusammenbruch der Baumwollgroßhandlung Plate in Bremen wird noch gemeldet, daß die Paffiven rund 1½ Millionen Mark betragen. Es handelt sich um ein Haus, bas in seiner eigentlichen Blütezeit, die auch schon Jahre 1339 Schwindfüchtige in 8 Monaten geheilt. Der weltbekannte Pariser Bakteriologe und Arzt, Prof. Dr. Doyen, hat, wie der Jnf." von maßgebender Seite mitgeteilt wird, ein neues Mittel gegen Lungenschwindsucht gefunden, das er erst jetzt nach dem Abschluß einer großen Zahl von Versuchender Oeffentlichfeit bekannt gibt, zumal damit ungeahnte Heilerfolge erzielt worden sind. Die„ Inf." ist in der Lage, zum ersten Mal weitere Einzelheiten über diese aussehenerregende Erfindung, die bei dem stetigen Anwachsen der Opfer der Lungenschwindsucht von allergrößter Bedeutung werden dürfte, mitzuteilen: neuen Die Versuche, die Professor Dr. Doyen mit seinem neuen Mittel gegen Lungenschwindsucht, das er„ MycoIysine" nennt, machte, wurden von ihm am 17. Juli 1910 begonnen. Bisher sind in setnem Krankeninstitut insgesamt 2080 Lungenschwindsüchtige mit dem Mittel völlig unentgeltlich behandelt worden, um die Wirkungen des Heilmittels auf den Verlauf der Krankheit studieren zu können. Von den 2080 Patienten sind 87%, die sich in dem dritten Stadium der Krankheit befanden, also 1339 Krante völlig geheilt worden. Das Mittel hat sich demgemäß auch bei schweren Fällen bewährt, zumal die typischen Krankheitserscheinungen der Lungenschwindsucht bei diesen Patienten völlig geschwunden sind. 741 Patienten, bei denen eine Heilung bisher noch nicht völlig erzielt wurde, haben aber eine bedeutende Besserung ihres Allgemeinbefindens aufzuweisen. Nachdem Professor Donen diese Erfolge seines Heilmittels unzweifelhaft festgestellt hat und erkannte, daß kein einziger der mit MycoInfine behandelten Lungenschwindsüchtigen ohne bedeutende Besserung seines Krankheitszustandes die Anstalt verließ, tritt er jetzt zum ersten Mal damit vor das Forum der Oeffentlichkeit. Ueber Art und Zusammensetzung des Heilmittels verlautet bisher noch nichts. Es ist anzunehmen, daß sich in ärzlichen Kreisen Bedenken und Zweifel an der Wirksamkeit des Heilmittels geltend machen werden. Man wird darum fordern müssen, daß auch möglichst bald andere Krankeninstitute in die Lage gesetzt werden, Versuche mit dem Mittel zu machen, um schon im Interesse der ungeheuren Anzahl von Lungenschwindsüchtigen ein objektives Urteil darüber erhalten zu können. Man wird sich noch der großen Enttäuschung erinnern, die das Heilmittel des Professors Koch erregte, da es vorzeitig, bevor noch alle Einzelheiten der Anwendung feststanden, den Aerzten übergeben wurde, dann nicht ganz vorschriftsmäßig gebraucht wurde und wenig Nuzen stiftete. Man muß darum jetzt schon fordern, daß das Mittel sofort vielen Krantenanstalten zur Prüfung zugänglich gemacht und nicht eher der Allgemeinheit zum Gebrauch übergeben wird, als bis unzweifelhaft die Behandlungsart, die Dosis usw. feststehen. Professor Doyen errichtet jezt in Paris 2 Krankeninstitute mit 800 Betten, in denen er weitere Versuche und Studien mit dem Mycolysine anstellen will. Drabinachrichten und Deuestes. Die Trinksprüche in Rom. Rom, 7. April. Bei der gestrigen Galatafel zu Ehren des deutschen Kronprinzenpaares hielt der König einen Trinkspruch, in dem er sagte: Der sehr angenehme Besuch ist eine Rundgebung und Unterpfand der intimen Freundschaft Italiens und Deutschlands. Nach den großen, unter sich eng verknüpften Ereignissen, aus denen die Einheit Italtens und diejenige Deutschlands hervorgegangen sind, hat sich eine internationale Lage ergeben, die durch wirkfame Mitarbeit des Dreibundes Europa eine lange Periode des Friedens gesichert hat und noch sichert. Der Kronprinz erwiderte, indem er u.a. sagte:„ Nach der Begegnung in Mailand im Jahre 1875 hatte mein Urgroßvater, Kaiser Wilhelm I. dem unvergeßlichen König Viktor Emanuel II. folgendes Telegramm gesandt: Unsere Begegnung war ein Ereignis von historischer Bedeutung. Denn wir beide sind von Gott an die Spize zweier Nationen gestellt worden, die nach langen Kämpfen ihre Einigung errungen haben. Wir und unsere Söhne müssen immer Freunde bleiben." Das prophetische Kaiserwort hat sich verwirklicht und die Freundschaft zwischen den beiden Herrscherhäusern und Desterreich- Ungarn hat die Gestalt eines Bündnisses angenommen, das länger als 30 Jahre zur Aufrechterhaltung des Friedens beigetragen hat. Seit zehn Jahrhundertent verbunden durch die Zivilisation und Geschichte, haben Deutschland und Italien fast zu derselben Zeit zur politischen und nationalen Einheit, nach der sie so lange schmachteten, gelangen können." Die Reichstagswahlen für den Herbst anberaumt? Berlin, 7. April. Wie bestimmt verlautet, hat der zuständige Bundesratsausschaß einstimmig sich für die Anderaumung der Reichstagswahlen schon im Oktober ausge= sprochen. Damit würde die Herbstsession des Reichstags hinfällig sein und eine ganze Reihe von Vorlagen nicht mehr erledigt werden können. Berlin, 7. April. Die Meldung hiesiger Blätter über den Termin der Reichstagswahlen wird in politischen Kreisen als unzutreffend bezeichnet. Der Aufstand im Yemen beendet. Ronstantinopel, 7. April. Der kommandierende e neral im Yemen, Jazet, meldet dem Kriegsministerium, daß gestern die aufständischen Bedninen von den türkischen Trup pen geschlagen wurden und diese in Sanaa eingezogen sind. Die Aufständischen wurden unter dem Verlust von mehreren hundert Toten und Verwundeten in die Flucht geschlagen. Saloniki, 7. April. Nach heftigem Kampf wurde der aufrührerische Stamm der Malissoren von der Grenze vertrieben und nach Montenegro gedrängt. Alle weiteren Angriffe auf die türkischen Wachhäuser wurden zurückgeschlagen. Diese wurden mit stärkeren Abteilungen besetzt. Frankfurt a. M., 7. April. Der Frff. 3tg." wird aus Konstantinopel gemeldet: Die Großmächte erteilten der Pforte Kenntnis von einer in Cetinje erfolgten Note. Diese fordert von Montenegro die Bewahrung der strikten Neutralität; andernfalls würde Montenegro verantwortlich ges macht werden. Die Großmächte fordern Montenegro auf, sich aller materiellen und sonstigen Beihilfe an die flüchtlgen Albanesen zu enthalten. Sie verlangen auch, daß das Königreich der Schwarzen Berge den Uebertritt der Albanesen verhindert, wozu es nach Ansicht der Großmächte vollkommen in der Lage ist. Bersicherungsbetrug. Berlin, 7. April. Ein junger Kaufmann, der Sohn eines angesehenen Berliner Geschäftsmannes, ist verhaftet worden, weil er im Verdacht steht, aus Leichtsinn sein Automobil in Brand gesteckt zu haben, um so in den Besitz der hohen Versicherungsfumme au gelangen. Der Beihilfe zu diesem Betrug wird der Chauffeur beschuldigt, der im September vorigen Jahres ein Privatautomobil vorsätzlich in Brand steckte, um die Versicherungssumme zu erlangen. Kunde vom vermißten Bürgermeister Troemel. Swinemünde, 7. April. Der vermißte Bürgermei fter Troemel aus Usedom hat aus Paris an den Beigeordneten Mann ein Schreiben gerichtet, in dem er mitteilt, daß er auf ihm unerklärliche Weise dazu gekommen sei, in die weite Welt zu reisen. Er bat, ihm bei der Regierung einen Urlaub zu bewirken und entschuldigt sein Fortgehen mit großer Nervosität, hervorgerufen durch Ueberarbeitung. Selbstmord eines jugendlichen Liebespaares. München, 7. April. Im Hotel Tubinger Hof in Starnberg hat der 18 Jahre alte Kaufmann Paul Engelhardt aus Ludwigshafen seine gleichaltrige Geliebte Marie Huber in Kopf und Brust geschossen und dann sich selbst einen Brustschuß beigebracht. Beide lebten bei ihrer Auffindung noch, starben aber kurz nach einander im KrankenHause. Das Luftschiff Deutschland auf der Fahrt nach Stuttgart. Friedrichshafen, 7. April. Das Luftschiff„ Ersatz Deutschland" ist unter Führung des Grafen Zeppelin heute vormittag 8,20 Uhr zur Fahrt nach Stuttgart aufgestiegen. Explosion in einer Salpetersäurefabrik. Brüssel, 7. April. In einer Salpetersäurefabrik zu Vilvorde erfolgte eine Explosion, bei der zwei Personen getötet und fünf schwer verletzt wurden. Auschlag auf ein Goldbergwerf. Budapest, 7. April. In dem fiskalischen Goldbergwerk bei Nagylanya erschtenen gestern nachmittag, als nicht mehr gearbeitet wurde und nur einige Wächter anwesend waren, fünf fremde Männer. Die Räuber schleuderten kleine Dynamitbomben gegen die Wächter und trieben sie in die Flucht. Die Bomben explodierten kurz hintereinander, trafen jedoch keinen der Wächter, die sich in einem Seiten gang in Sicherheit brachten. Ein Räuber hielt mit der Bombe in der Hand Wache vor dem Stollen. Inzwischen fonnten seine vier Spießgesellen große Goldvorräte fortschaffen. Auf die Anzeige der Wächter wurde festgestellt, daß sich die Räuber an einem Strid in einen außer Betrieb gefeßten Schacht hinabgelassen hatten, wo sich der Goldvorrat befand. Dabei mußten sie mehrere Türen sprengen. Im ganzen sind den Räubern Golderze im Werte von 100 000 Kronen in die Hände gefallen. Es wird angenommen, daß ein entlassener Arbeiter Führer der Bande war. Zugzusammenstoß ių Spanien. Madrid, 7. April. Ein von San Sebastian kommender Zug ist in der Nähe von Olozaguita mit einem Sonderzug zusammengestoßen, der portugiesische Touristen nach Frankreich brachte. Die Zahl der Verletzten ist unbekannt. Die Verbindungen sind durch Schneestürme unterbrochen. Folgenschwerer Hanseinsturz. Granada, 7. April. Wie aus Laja gemeldet wird, ist ein von zwei Zigeunerfamilien bewohntes Haus eingestürzt, wobei neun Personen unter den Trümmern begraben wurden. Berliner Getreide und Schlachtviehmarktbericht Im Getreidehandel hat sich am Berliner Markte wäh rend der am 5. April beendeten Berichtswoche eine wesentliche Aenderung vollzogen. Die Neigung zu Preisabschwächungen ist einer entschiedenen Befestigung gewichen. Weizen war fast bis zum letzten Tage auf ziemlich dringen des Angebot aus Argentinien, Indien und Südrußland nachgebend, folgte aber am lebten Tage dem Beispiele des Roggens und schloß sehr fest. Den Anstoß gab in erster Li nie das wieder sehr winterlich gewordene Wetter, das die Ernteaussichten nicht mehr in so rosigem Lichte erscheinen läßt wie bisher. Auf Roggen wirfte außer dem Wetterumschlag namentlich der überraschend ungünstige Saatenstandsbericht der Preisberichtsstelle des Landwirtschaftsrats vom 1. April preissteigernd ein. Einen weiteren Anstoß für die Aufwärtbewegung mag auch die Erkenntnis ge= geben haben, daß unsere heimischen Roggenvorräte angesichts der letztjährigen etwas fleinen Ernte und der erheblichen Ausfuhr kaum noch reichliche sein werden. Hafer war gleichfalls fest bei reger Nachfrage für den Konsum und wegen der anscheinend nur schwachen Vorräte der Verbraucher und der Händler. Gerste ist schächer geworden infolge großer Zufuhren vom Auslande. Am letzten Tage der Verichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 201,25 M, Roggen 155,50 M, Hafer 156,50 M, Mais 181,25 M. - Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 78 bis 84 M, 6) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71 bis 80 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 66 bis 72 M, d) gering genährte ieden Alters- bis- M. 2. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 72 bis 77 M, b) vollfleischige jüngere 70 bis 76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 62 bis 72 M, d) gering genährte bis M. 3. Järsen und Kühe: a) vollfleischige. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bts M, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 63 bis 70 M, c) ältere ansgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 58-64 M, d) mäßig genährte Kühe und Fär fen 51-58 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 57 Mart, f) gering genährtes Jungvieh( Fresser) 56-74 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 104-133 M, 6) feinste Mastfälber 100-108 A, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 92-100 M, 5) geringe Saugfälber 73-85 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 74 bis 80 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gute genährte jüngere Schafe 68-72 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzfchase) 60-68 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 57 M, 6) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2½ Zentner Lebendgewicht 56-57 M, c) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis 2½ 3entner Lebendgewicht 56-57 M, 5) fleischige Schweine 55-57 M, e) gerina entwickelte Schweine 53-56 M, Sauen 50-52 M. Versteigerung eines Auto- Karussells. Montag den 10. April d. J., nachm. 2 Uhr, wird im Hose des Einhorn", Lindenplay, ein Auto- Karuffel gegen Barzahlung versteigert. Geißler, Gerichtsvollzieher, Gießen. ( 178) Möbelhaus Ludwig Lang, Giessen Bahnhofstrasse 22. Telefon 253 Bahnhofstrasse 22. Reichhaltiges Lager in kompletten Speise-, Herren-, Wohn- und Schlafzimmern. Uebernahme ganzer Geschäfts- und Hotel- Einrichtungen. Portièren, Gardinen, Teppiche, Linoleum in grosser Auswahl. 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Abends 7 Uhr: Versammlung der konfirmierten männ lichen Jugend der Lukasgemeinde. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Gründonnerstag, den 13. April. In der Stadtkirche. Vorm. 9½ Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 6 Uhr: Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus und Markusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Abends 7.45 Uhr: Beichte und hl. Abendmahl für Lufas- und Johannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Karfreitag, den 14. April. Kollekte für die evangel. Anstalten zu Jerusalem. In der Stadtkirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- u. Marfusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde und die Markusgemeinde gemeinsam. Pfarrer D. Schlosser. Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche. In der Johanneskirch e. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vorm. 11% Uhr: Kinderkirche für die Johannes- Gemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. Pfarrer Bechtolsheimer. Batholische Gemeinde Samstag, den 8. April. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Samstag nachmittag und Sonntag vormittag wird ein fremder Priester Beicht hören. Sonntag, den 9. April. Balm- Sonntag. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt; vor dem Hochamt Weihe der Palmen. Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe. Nachm. 6 Uhr: Christenlehre; darauf Passionsandacht. Dienstag abend um 6½ Uhr ist Fasten- AnMittwoch, den 12. April: nachmittags um 5 und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Stern G. m b. H Berlin W. 35. Stern Mark Wegen Offe. te wende man sich an die durch Sternmarkenplakate kenntlichen Verkaufsstellen oder direkt an unsere Firma. ( 174) dacht. - Verantwortlich: Robert Roller, Gießen. Drud der Gießener Berlagsdruderei, Alein& Fischer. N ist es auf die Um dern, unfere Gof tung Pro Thre Das viertelj unfere geh Wi Stellun Abhilf für ter" -ebari wird nähe unge ange jizt apot Jahr des Erni teilte nid Jene vielm Gro Gieße ten thefer Diefer ten fers Tegte herü Brie Ang fana mein von