mehr ng 9 Uhr fland. de , einträg Dekannten Rustin dete KaufDas Real-Examen. e. 10. Die -Prüfung. Hienanstalt er Höhere Glänzende kennungs bereit. dam. So adt miede anlage latter Lüsnützung few. gung er Diskretion gen essel:: Waud Chtungen, Jung sten Genre au lieben. rden Katalog enlosen Besuc , Entwürfe etc m. b. H oriahof) Verlagsdr Fischer. erra, Bablerberfan te gefeffen Helle der G ache sich und Praxis zur Regel Säure- Ding düng mehl liefert nac ken mit Sch Persehen. 35. e bekannten enannte Firma Tamil. in 6 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amil. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus.. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 57. - Telephon: Nr. 362. Aus dem Reichstag. ( Spezialbericht der„ Gießener Zeitung".) ( Militär Etat.) Zum Militär- Etat, dessen Beratung noch die ganze letzte Woche in Anspruch nahm, sprachen von der Wirtschaftlichen Vereinigung die Abgg. Liebermann v. Sonnenberg, Raab, Roth, Vogt- Hall, Kölle und Behrens. Abg. Vog t- Hall führte u. a. aus:„ Meine Herren, ich möchte bei diesem Titel einige Wünsche wiederholen, die ich schon mehrmals und namentlich auch im letzten Jahr bei der Beratung des Militäretats vorgetragen habe, nämlich, daß doch dafür gesorgt werden sollte, unseren aktiv dienenden Soldaten am Sonntag besonders auch am Vormittag, etwas mehr freie Zeit zu geben, sie dienstlich weniger in Anspruch zu nehmen. Ich weiß ja, daß es nötig ist, auch an diesem Tage gewisse Appelle vorzunehmen, von denen vielleicht auch verschiedene unterbleiben können. Aber ich meine hier eine andere Beschäftigung, eine Arbeit, die ich schon wiederholt_ge= rügt habe, nämlich die des Häckselschneidens, des Futterzurichtens und alles, was damit zusammenhängt; das sollte doch billigerweise am Sonntag unterbleiben. Es ist mir wiederholt bekannt geworden, daß die Mann schaften immer wieder an den Sonntagvormittagen zum Häckselschneiden kommandiert werden.( Hört! hört!) Meine Herren, ich halte das für absolut unzulässig und vom Standpunkt des Christen aus, der seinen Sonntag halten will, muß dieses außerordentlich beklagt und verurteilt werden. Ich möchte nun gerade bei diesem Titel, wo es sich um die Seelsorge für unsere Soldaten handelt, derartige schon wiederholt vorgebrachten Wünsche nochmals recht unterstreichen, und zwar, weil ich glaube, wenn sich die Militärgeistlichen etwas mehr um diese Sache bekümmern wollten, die jedenfalls eine Art praktischer Seelsorge ist, dann wird es vielleicht eher gelingen, in dieser Richtung dem gewünschten Ziele näherzukommen und die verlangte Aenderung zu erreichen. Während man sonst in anderen Betrieben, im Gewerbe, in der Industrie, in der Landwirtschaft und auch bei unseren Beamten bestrebt ist, schon den Samstag Nach mittag etwas freizumachen, ihnen Gelegenheit zu geben, sich auf den Sonntag einzurichten, ist es bei unserer Militärverwaltung gerade umgekehrt der Fall. Da wird fortgearbeitet, und da muß fortexerziert werden bis zum späten Abend, und dann am Sonntag sollen diese Arbeiten gemacht werden, die eigentlich billigerweise Werktag geschehen müßten. Was lernen dadurch unsere jungen Leute für ihr späteres Leben? Jedenfalls nicht, wie man sich am Sonntag geschäftlich einrichtet. Nein, gerade das Gegenteil. Sie lernen beim Militär, den Sonntag zu mißachten und denselben für alle möglichen oft unnötigen Arbeiten zu benutzen." Reichstagswahlvorbereitungen. am der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer * = des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch den 8 März 1911 Friedberg. Die Vertrauensmänner- Versammlung, zu der der Bund der Landwirte, die Nationalliberalen, das Zentrum und die Wirtsch. Vereinigung Vertreter entsandt hatten, stellte einstimmig Medizinalrat Dr. V og t- Butzbach als Reichstagskandidat auf. Schotten. Ueber die Stellung des Bundes der Landwirte zur Reichstagskandidatenfrage liegen die Resultate der Vertrauensmännerversammlungen aus den drei Kreisen vor: Jm Kreis Alsfeld wurden für die von nationalliberaler Seite vorgeschlagene Kandidatur Haberkorn- Windhausen 8 Stimmen, für den seitherigen Abgeordneten Bindewald 22 Stimmen; im Kreise Lauterbach für Haberkorn 1, Bindewald 15 Stimmen und im Kreise Schotten für Bindewald alle Stimmen abgegeben. Der Wahlkreis ist vorwiegend ländlich, demnach sind die Aussichten für den seitherigen Abgeordneten Bindewald günstig. Haberkorn wird daraufhin, wie auch schon berichtet, nicht kandidieren. * Aus Stadt und Land Gießen, den 8. März noch = Gießen, 8. März. Das Bezirkskom mando erläßt folgende Bekanntmachung. Vom 10. März ab erfolgt die Zustellung der neuen Kriegsbeorderungen und Paßnotizen durch die Ortsbehör= den und nicht durch die Post. Alle bis jetzt nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wohnungs= Veränderungen sind sofort dem Hauptmeldeamt zu melden. Jeder Mann, der bis zum 25. März abends keine Kriegsbeorderung oder Paßnotiz erhalten hat, ist verpflichtet, dies sofort seinem Bezirksfeldwebel schriftlich oder mündlich zu melden. Die alten roten Kriegsbeor derungen behalten Gültigkeit bis einschl. 31. März. Am 1. April sind die neuen gelben Kriegsbeorderungen und Baßnotizen( letztere mit gelber Umränderung) von den Inhabern selbst zusammengefaltet in den Pässen mit dem gummierten Rande an der linken inneren Seite des vorderen Deckels einzukleben und die alten zu vernichten. Die richtige Ausführung dieser Anordnungen wird sowohl bei den Kontrollversammlungen durch Einziehung der Pässe kontrolliert. als in == Gießen, 5. März. Der Bezirk Darmstadt des Verbandes der unteren Post- und Telegraphenbeamten Deutschlands hatte nach der historischen Lutherstadt Worms seinen 3. Bezirk stag einberufen, auf dem Vertreter aus allen Teilen des Großherzogtums anwesend waren. Die im Jahnsaale„ Zu den 12 Apoſteln" stattgehabte Tagung beschloß u. a. als nächsten Bezirkstag Bad- Nauheim festzulegen; als Delegierter für den im Juni in Berlin stattfindenden Verbandstag ist Oberpostschaffner Free s- Gießen gewählt worden. In der anschließend stattgefundenen Generalversamm= lung wurde über geschäftliche Punkte und Anträge verhandelt. Verbandsbeirat Döringer- Frankfurt legte weiter kurzen Umrissen die Ziele des Verbandes dar, stellte er an Hand einer Reihe Zahlen fest, daß trotz der mancherlei Verbesserungen in den letzten Jahren noch a= Holzheim, 8. März. Hier sollte gestern abend eine freisinnige Versammlung stattfinden, zu der Herr viele Unterschiede innerhalb einzelner Beamtenklassen bePfarrer Korell als Redner angesagt war. Die Verstehen, deren Beseitigung dringend nötig sei. Mit einem Hoch auf's Vaterland schloß die Tagung. sammlung war auf 7½ Uhr angekündigt, doch war bis 9 Uhr kein freisinniger Redner erschienen. Nunmehr wurde die Versammlung durch die Wirtschaftliche Vereinigung eröffnet und der Parteisekretär Albertsmeier von der christlich- sozialen Partei ergriff das Wort, um in ungefähr einstündigem Vortrage darzulegen, daß außer den rein materiellen Dingen es auch noch höhere Richtlinien in der Politik gebe, die leider beim Liberalismus zu kurz kommt. Mit der gespanntesten Aufmerksamkeit lauschten die ungefähr 400 Anwesenden den klaren, einfachen Ausführungen des Redners. Daß sie zu Herzen gingen, bewies der minutenlange stürmische Beifall der Versammlung. Einstimmig fand folgende Entschließung unter lebhaftem Beifall Annahme: „ Die von ungefähr 400 Personen besuchte Wählerversammlung, in der Herr Pfarrer Korell reden wollte, aber nicht erschienen ist, verurteilt die volksverhezzende Agitationsweise der freisinnigen Presse und ihrer Agitatoren. Auch in dem Auftreten des Herrn Pfarrer Korell vermag die Versammlung kein Mittel zu erblicken, welche die Gegensätze zwischen Stadt und Land, hoch und niedrig auszugleichen und zu versöhnen in der Lage ist. Im Gegenteil, seine historisch gewordene Liebe zur Sozialdemokratie und sein stetes Hin- und Herpendeln zwischen Kanzel und Rednertribüne, zwischen Altar und Wirtshaus sind vielmehr geeignet, weite Kreise unseres Volkes dem Vaterlande und der Kirche zu entfremden.- Die Versammlung ist deshalb der Auffassung, daß alles getan werden muß, eine Wahl des Herrn Pfarrer Korell zu hindern und wird deshalb auch weiter unermüdlich für die Wahl des Herrn Dr. Werner eintreten." ver= * Gießen. Der Vertretertag des Kriegerverbandes„ Hassia“ in Friedberg ist auf den 25. Juni fest gelegt worden. - Gießen. Einen wichtigen Schritt zur Einigung der deutschen Studentenschaft bedeuten die Beschlüsse des ersten deutschen Hochschultages zu GieObschon sie zum größten Teil aus Vertretern e n. zweikampfgegnerischer Verbände bestand, lehnte die Versammlung doch antiduellistische Tendenzen ab. Sie sah vielmehr ihre Aufgabe darin, die Ehrauffassungen der Zweikampfgegner und-Anhänger, die durchaus nicht diametral entgegengesetzt sind, zu versöhnen, einen Weg zu finden, der beiden Anschauungen gerecht wird. Ein solcher Weg scheint im Göttinger Ehrenrat bereits gefunden zu sein. Der erste deutsche Hochschultag beschloß an möglichst allen Hochschulen Deutschlands sofort Ehrenschutzausschüsse ins Leben zu rufen, die ihrerseits Gründung von Ehrenräten nach Göttinger Vorbild( Ausgezeichnet berichten dafür die„ Blätter aus dem Schwarzburgbunde" 1, 3) ins Werk setzen. Den Zentral- Ausschuß wird der Göttinger Ehrenrat bilden. Man hofft in diesen Ehrenräten die Grundlage sehen zu dürfen für allgemeine studentische Arbeitsausschüsse zur Besprechung und Vertretung studentischer Standesinteressen. Die Versammelten verpflichteten sich überall und besonders in ihren Verbänden für Zusammenschluß zu allgemeinen studentischen Arbeitsausschüssen zu wirken. * die Gießen. In Steins Garten wird der Turngau Hessen am 12. März seinen Gauturntag abhalten. Biedenkopf, 8. März. In der letzten Sitz( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg ung beschloß der Kreistag für eine staatliche Nebenbahn von Wetzlar über Naunheim, Hohensolms, Gladenbach über Wilsbach, Rodenhausen und Weidenhausen einzutreten. * Friedberg. Die Wetteraugemeinde Bönstadt wird mit Wirkung vom 1. April ab vom bisherigen Amtsgerichtsbezirke Altenstadt losgetrennt und dem Amts= gerichtssprengel Friedderg zugeteilt. Kassel. Dem kurhessischen Kommunallandtag ist eine Vorlage zugegangen, die zehntausend Mark fordert, damit in dem im Bau begriffenen Landesmu seum eine Ehrenhalle zur Erinnerung an die furhessische Armee eingerichtet werden kann. -n= Lauterbach, 7. März. Kommenden Sonntag, den 12. März, nachm. 2 Uhr, findet hier im Konfirmandensaal Gottesdienst für Taubst um me statt. Unbemittelte Taubstumme mögen sich zwecks Erlangung von Fahrpreisermäßigung an Oberpfarrer Müller- Lauterbach werden. * Hessischer Blumentag. Wie wir bereits mitteilten, findet in den ersten Tagen des Ma i ein allgemeiner Blumentag im ganzen Großherzogtum zum Besten der Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen statt. Was ein solcher Blumentag bedeutet, wird den meisten unserer Leser bekannt sein. Es soll sich im ganzen Lande einen Tag lang alles in den Dienst der Barmherzigkeit stellen; vor allem anderen aber sollen junge Mädchen und Frauen aller Bevölkerungskreise eine kleine künstliche Blume, die Blume der Barmherzigkeit vorgesehen ist das Maßliebchen-, auf den Straßen, auf den Bahnhöfen, in den Straßenbahnen zum Kauf anbieten, Alt und Jung, Arm und Reich soll mit ihr geschmückt, kurz überall, wo man hinschaut, die Blume der Barmherzigkeit zu sehen sein. Die Jdee ist gewiß gut und schön. Daß sie auch durchführbar ist, zeigen die glänzenden Erfolge anderer Blumentage. - Die Jdee der Blumentage stammt aus dem Norden. Eine edle schwedische Dame verkaufte eines Tages an der Westküste Schwedens Maiblumen zum Besten armer Kinder und sie brachte soviel Geld zusammen, daß viele Leute sich für das schöne Beispiel begeisterten und daß bald die meisten schwedischen Städte am ersten Maitage ein allgemeines Blumenfest zum Besten bedürftiger Kinder veranstalteten. Auf allen Plätzen, in allen Straßen, in den Theatern, Restaurants, in Bureaus, in Werk- stätten, in allen Häusern werden Blumen verkauft und jeder Mensch betrachtete es als eine frohe Ehrenpflicht, fein Scherflein zu spenden. Speziell die Kopenhagener Blumentage erregten seinerzeit die Bewunderung der ganzen Kulturwelt. Kein Wunder, daß die Jdee auch in Deutschland bald Boden fand. Es würde zu weit führen, alle Blumentage, die schon stattgefunden haben, hier aufzuzählen. Allen war gemeinsam, daß die ganze Bevölkerung ohne Unterschied sich in den Dienst der guten Sache stellte. Auch das pekuniäre Ergebnis war überall über Erwarten gut. In Frankfurt, dessen Blumentag allen denen in froher Erinnerung sein wird, die die alte Mainstadt im Zeichen der Margerite sahen, erzielte man einen Reingewinn von 105 000 mt. Der Kölner Blumentag aber brachte 115 445 Mark, Erlangen, eine Stadt 23 000 Einwohnern, erzielte über 14 000 Mt., und der letzte deutsche Blumentag, der am 12. Februar in Leipzig stattfand, brachte gar an 160 000 Mark.- Nach den einlaufenden Nachrichten steht zu hoffen, daß auch der hessische Blumentag unter freudiger Teilnahme der gesamten Bevölkerung verlaufen wird. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. von nur Gießen, 7. März 1911. Gegen den vielfach bestraften Händler Heinrich berg verheiratet war, aber geschieden ist, wurde wegen Rupp enthal aus Köddingen, der in RockenMeineides unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Von früher ist bekannt, daß er mit einer Frau zu Bad- Nauheim in unsittlichem Verkehr stand, und von deren Manne gelegentlich eines Besuchs geschlagen wurde, was eine Schöffengerichtsverhandlung zur Folge hatte, bei der von dem Angeklagten beschworen wurde, er habe keinen Ehebruch getrieben. Der Angeklagte war gestän dig. Die Geschworenen bejahten die Frage nach der Schuld und auch diejenige, ob sich der Angeklagte bei Angabe der Wahrheit einer strafbaren Handlung selbst beschuldigen hätte müssen. Auf staatsanwaltlichen Antrag erkannte das Gericht auf 1½ Jahre Zuchthaus und Jahre Ehrverlust. Das Geständnis des Angeklagten berücksichtigend, wurde ihm ein Monat Untersuchungs= haft in Anrechnung gebracht. Die militärische Karriere des Kronprinzen. hältnissen empor. Er wurde im wärz 1835 zu Bracht m Westfalen als Sohn eines schlichten Bauern geboren. Nachdem er in einem fatholischen Internat ausgebildet worden war und an der Universität Münster seine Studien erledigt hatte, wirfte er 30 Jahre lang als geistlicher Lehrer. Im August 1889 wurde er zum Bischof von Münster gewählt und er leistete diesem Rufe Folge obwohl er seine Beschäftigung als Lehrer ungern mit dem neuen Amte vertauschte. Als Bischof richtete er sein Hauptaugenmerk auf die Heranbildung firchentreuer Geistlicher. Auch er selbst war dem Papst treu ergeben. Zu der angeblichen Beförderung des Kronprinzen wer den folgende Einzelheiten über seine bisherige militärische Karriere von Interesse sein. Die Einreihung des Thron= erben in die Armee fand am 6. Mai 1892 in besonders feterficher Weise statt, indem der Katser selbst seinen Sohn dem Offizierskorps vorstellte. Im Anschluß an die Feierlichkeit war Frühstückstafel im Marmorsaale des Stadtschlosses; der Kronprinz nahm an ihr als jüngster Leutnant tell und der Kaiser brachte das Wohl seines Sohnes in einem Trinkspruche aus. Das Fähnricheramen legte der Kronprinz am 20. Februar 1899 in Ploen ab, aktiven Dienst als Teutnant tat er indessen erst vom Tage seiner Großjährigkeit ab, nachdem er in das Stadtschloß zu Potsdam übergefiedelt war. An diesem Tage seiner Großjährigkeit war er vom Kaiser a la suite des Grenadierregiments Kronprinz( 1. Ostpr.) Nr. 1 in Königsberg gestellt worden und am 30. Mat 1900 wurde er der zweiten Kompanie im 1. Garderegiments augeteilt. Am 1. September desselben Jahres erfolgte setne Ernennung zum Oberleutnant. Aber dann unterbrach das Studium in Bonn die militärische Tätigkeit und erst nach der Rückkehr vom Rhein nahm er sie wieder auf. Am 18. September 1903 zum Hauptmann und Chef der 2. Kompanie des 1. Garderegiments ernannt, befehltgte der Kronprinz diese bis kurz vor seiner Vermählung am 6. Juni 1905. Nach seiner Vermählung ward der Kronprinz, um nun auch die Retterwaffe fennen zu lernen, zu den Gardeduforps in Potsdam kommandiert, ohne fedoch in diesen Truppenteil eingereiht zu werden, und am 22. Oftober 1905, am Geburtstage seiner kaiserlichen Mutter, a la suite des Pasewalker Kürassierregiments Königin gestellt. Der Kronprinz wird auch a la suite des 2. Gardelandwehrregtments und des 1. Seebataillons geführt. Im Jahre 1895 wurde er vom Kaiser Nikolaus II. von Rußland a la sutte des russischen Leibgrenadierregiments in St. Petersburg and am 2. September 1897 vom Prinzregenten Luitpold von Bayern a la suite des 1. bayerischen Ulanenregiments Kaifer Wilhelm II., König von Preußen, gestellt. Am 7. September 1899 stellte ihn der König von Württemberg a la suite des Infanterieregiments Kaiser Wilhelm( 2. Württemberg.) Nr. 120. Am 6. Mai 1900 wurde er zum Inhaber des österreichischen 13. Husarenregiments und am 16. Januar 1903 zum Chef des kleinrussischen Dragonerregiments Nr. 40 ernannt. Alle diese Ernennungen und Auszeichnungen gelten freilich mehr der hohen Würde des deutschen Kron= prinzen als nur setner Person als Sodat. Die Beamten und die Politik. Die Kandidatur Bassermanns. Die am Sonntag in Saarbrücken von 2000 liberalen Wählern besuchte Versammlung, in der der Kandidat für den Wahlkreis Saarbrtten, Bassermann, sprach, gestaltete sich zu einer lebhaften Kundgebung für Bassermann, dem allseitig Unterstützung des jungliberalen Vereins und der Industrie vetsprochen wurde. Die Kandidatur Bassermanns bedeutet, wie in der Versammlung erklärt wurde, den Friedensschluß der Partei zwischen rechts und links. Zum preußischen Kultusetat, dessen Beratung am Dienstag im Abgeordnetenhause begonnen hat, sind von der Budgetkommission folgende Resolutionen angenommen worden: Die Staatsregierung möge in Erwägungen eintreten, wie die Oberlehrerstellen an den Volksschullehrerseminaren in geeigneter Weise zu vermehren sind; 2. dte Staatsregierung zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß bei Einführung von Vermehrung von Turnstunden in Volksschulen die idealen Fächer, insbesondere Religion und Deutsch, nicht gekürzt werden; 3. die Staatsregierung zu ersuchen, in Erwägungen darüber einzutreten, daß auch bei vermehrter Einführung der Rektoren an Volksschulen der Einfluß der Kirche auf die Schule sicherzustellen ist. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, ist über die vielumstrittene Frage, wie sich die Beamten in politischer Hinficht außerdienstlich" verhalten müssen, und ob eine poltitsche Betätigung, die sich mit der bestehenden Staatsordnung nicht im Einvernehmen befindet, außerhalb des Dienstes geseßlich zulässig ist, vor einiger Zeit durch ein bedeutsames Urteil des preußischen Oberverwaltungsgerichtes entschieden worden. Das Oberverwaltungsgericht führte in feinem Urteil aus, daß es als eine Verlegung der den unmittelbaren wie den mittelbaren Staatsbeamten oblie= genden Pflichten anzusehen sei, wenn der Beamte auch in seinem außerdienstlichen Verhalten gegen die amtliche Pflicht des Gehorsams und der Treue gegen das Staats= oberhaupt verstößt. Die gleiche Verlegung der Beamtenpflichten ist aber auch darin zu erblicken, wenn der Beamte in der öffentichen Erörterung politischer Fragen von einer sachlichen Behandlung der Angelegenheit zu persön= lichen Angriffen übergeht, oder wenn er bei der Erörterung politischer Angelegenheiten und bei irgend einer anderen politischen Betätigung, die ihm feineswegs versagt st, sich zu Handlungen hinreißen läßt, die ihm das Vertrauen in eine gerechte und unparteiische Amtsführung entziehen. Wenn auch den unmittelbaren Beamten eine politische Betätigung durchaus frei steht, so bemerkt doch das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes, daß drittens eine Verlebung der amtlichen Dienstpflicht auch darin Au erblicken ist, wenn der Beamte die Bestrebungen einer politischen Partei fördert oder sich mit ihnen einverstanden erklärt, die nach ihrem Programm die Staatsverfassung und die gesellschaftliche Ordnung bekämpft. Rundschau vom Cage. Politisches. Prinzregent Luitpold von Bayern hat aus Anlaß setnes bevorstehenden 90. Geburtstages weitere Armeestiftungen im Gesamtbetrage von 55 000 M gemacht. Der Regent hat ferner eine Menge Verleihungen der Prinzregent Luitpold- Medaille an Angehörige der bayrischen Armee angeordnet. Der Urenkel des Regenten, der 9jährige Prinz Luitpold ist zum Leutnant im 1. Felartillerieregiment ernannt worden. Der geschäftsführende Ausschuß des Preußischen Landeslehrervereins hat eine eingehend begründete Petition in die maßgebenden Stellen gerichtet, in der um eine anderweitige und günstigere Regelung der Bezüge der Lehrermeriten gebeten wird. Auch hat der Ausschuß beschlossen. eine Petition um Anrechnung der Militärdienstzeit bef Bemessung der Orts- und Amtszulage an den Kultusmini ster einzureichen. Bischof Dingelstad in Münster ist am Montag vormittag nach kurzem Krankenlager gestorben. Er war schon längere Zeit leidend, doch wurde sein Zustand erst in den letzten Tagen ernst. Bischof Dingelstad stieg, wie so manther Würdenträger der fatholischen Kirche, aus kleinen Ver9) Das Familiengeheimnis. Roman von 2. Walter. ( Nachdruck verboten.) Das neue französische Kabinett über die auswärtige Politit. Die gestern nachmittag in der Kammer verlesene Regierungserklärung läßt zunächst die schwebenden innerpolitischen Fragen Revue passieren und erklärt dann inbezug auf die auswärtige Politik, daß das neue Ministerium fest entschlossen set, an den Bündnissen und herzlichen Einvernehmen, die eine Garantie des Friedens sind, uner schütterlich festzuhalten. Die Regierung steht in einer starken Armee die sicherste Gewähr des Friedens und wird bemgemäß ihr Hauptaugenmerk auf eine weitere Umgestaltung von Heer und Marine richten. Der bisherige Minister des Aeußern, Pichon, soll für den Posten als Botschafter in Petersburg in Aussicht genommen sein. Die Witwe war eine Frau von fünfundfünfzig Jahren, gesund und kräftig and in hohem Grade intelligent. Mit seltener Energie verband sie einen hohen Grad von Gutmütigkeit. Aber sie war eine praktische Frau, die bei allem, was sie begann, das Ende bedachte. Die Liebe ihrer Tochter billigte sie, da sie Karl al seinen braven jungen Mann schätzte und wußte, daß er eine Frau glücklich machen konnte. Karl war der Schüler ihres verstorbenen Mannes gewesen, der oft gesagt hatte: in dem jungen Halling stedt ein tüchtiger Kaufmann. Die Firma desselben war eine zu geachtete, als daß Frau Bauer nicht wünschen sollte, ihr einziges Kind in die Familie Halling eintreten zu sehen. Mütterliche Eitelkeit und Sorgfalt hatten diesen Wunsch erregt und befestigt. Nachdem Kari noch einmal seine Angst geschildert hatte, sagte Frau Bauer in einem Tone, der nicht verlegen fonnte, denn sie war auch eine gewandte Frau: Kleine Nachrichten. Persönlichkeiten angehören, die die Auswahl der Kinder treffen sollen. Bei einem Zimmerbrande in etner Mansardenwohnung in Bamberg fanden die eindringenden Hausbewohner und die Sanitätsfolonne drei Kinder im Alter von 1 bis 4% Jahren in dem verschlossenen, mit dickem Rauch gefüllten Bimmer erstickt vor. Zwei davon waren Pflegekinder. Das älteste Kind hatte am Ofen Wäsche trocknen wollen und war dabet dem Feuer zu nahe gekommen. Ein freudiges Familienereignis am großherzoglichsächsischen Hofe steht nahe bevor. Die Großherzogin von Sachsen- Weimar sieht, wie aus Weimar gemeldet wird, in diesen Tagen ihrer Niederkunft entgegen. Die Großherzogin hat seit einiger Zeit im dortigen Schlosse Wohnung genommen. " Ich glaube Ihnen, mein lieber Halling, die Ungewißheit mußte eine schreckliche sein, wie überhaupt jede Ungewißheit ein peinigendes Gefühl erweckt. Auch Auguste leidet und ich leide mit ihr." ,, Was ist es denn?" Für eine Million Kaffee ins Meer versenkt. Auf dem Dampfer Hohenstaufen", der bei Bahta gestrandet, aber inzwischen wieder flott geworden ist, find 750 Tons Kaffee im Werte von fast einer Million Mark und 180 Tons Kleie über Bord geworfen worden, um das Schiff zu erleichtern. Die Arbeit des Ueberbordwerfens wurde in 1½ Stunden vollbracht. Ein allgemeiner Milchkrieg scheint sich in Westdeutschland vorzubereiten. Dort planen öte Landwirte einen allge= meinen Aufschlag auf die Milchpreise. Die Händler und Konsumenten wollen sich dagegen wehren und bereiten große Abschlüsse mit der Schweiz wegen Lieferung von Milch vor. Aerztliche Untersuchung der Ehekandidaten. Das Parlament des nordamerikanischen Staates Indiana hat ein Gesetz angenommen, wonach alle männlichen Staatsbürger verpflichtet sind, vor Eingang einer Ehe ein ärztliches Ge sundheitsattest beizubringen. Die Minorität des Parlaments war gegen einen solchen Zwang. Die Annahme des Gesetzes erfolgte mit 51 gegen 38 Stimmen bei 16 Stimmenenthaltungen. Ein Generalausstand im Schiffahrtsgewerbe droht nach Meldungen aus Antwerpen auszubrechen. Eine Versammlung von Delegierten der Seemannsverbände beschloß, ein Ultimatum an die Reeder zu richten, in dem sie aufgefordert werden, bis zum 15. April eine Lohnerhöhung zu bewilligen, widrigenfalls ein Generalausstand aller Schiffahrtsgesellschaften Belgiens, Hollands, Deutschlands, Frankreichs, Englands und Amerikas beschlossen werden würde. Wir beide möchten gern wissen, wie ihr Vater über Ihr Verhältnis zu meiner Tochter denkt. Ich liebe die Heimlichkeiten nicht... wahrlich, es gibt Stunden, in benen ich mir Vorwürfe mache, daß ich Sie nicht längst gebeten habe, mich mit Ihrem Vater bekannt zu machen. Es wäre ein harter Schlag, wenn die väterliche Genehmigung versagt würde." Ein Wettlauf alter Männer von 70 Jahren und da rüber fand am Faschingsdienstag in Bogen in Niederbayern statt. Zu dieser seltenen Veranstaltung hatten sich 12 Konkurrenten gemeldet. 200 Meter Wegstrecke waren zu durchlaufen. Von den zusammen 874 Jahre zählenden Konfurrenten konnten 11 mit Preisen bedacht werden. Ein Bombenattentat wurde gegen die französische Gendarmeriefaserne in Pontoise verübt. Das Attentat war gegen den Brigadier Lahore gerichtet, vor dessen Zimmer die Bombe explodierte. Er hatte schon tagelang Drohbriefe erhalten. Die Spur des Täters ist noch nicht ermittelt. Schwere Vorwürfe gegen das Berliner Wasserwerk wurden in einer Versammlung der städtischen Wasserwerksarbeiter erhoben. Einzelne Reservoire des Wasserwerks Müggelsee sollen acht bis zwölf Jahre nicht gereinigt sein, wodurch in einzelnen Leitungen Schlammassen vorgekommen wären. Die Anklagen werden von der Leitung der Werke als unrichtig bezeichnet. Fürchten Sie das nicht," entgegnete Karl mit bewegter Stimme.„ Ich hatte mir vorgenommen, bei der Rückkehr von der Reise dem guten Vater das Geheimnis meines Herzens mitzuteilen und von ihm die EinwilVon einer einstürzenden Mauer getötet wurde in Naunhof in Sachsen ein Landwirt, als er in seiner niedergebrannten Scheune mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt war. Einer seiner Knechte wurde schwer verletzt. Der Berliner Lehrerverein ist dem Bunde der deutschen Bodenreformer beigetreten. Der Beschluß wurde mit 9/ 10- Mehrheit gefaßt. der Zwei Personen vom Starfstrom getötet. In dem Dorfe Stockt im Kreise Meserib wurde ein Gastwirt, als er einen gerissenen Draht der elektrischen Hochspannleitung Ueberlandzentrale von einem Kirschbaum mit einer Stange entfernen wollte, von dem Draht am Arm getroffen und vom Strom getötet; ein ihn begeitender Lehrer, der ihn in demselben Augenblick beiseite ziehen wollte, fiel gleichfalls auf der Stelle tot um. Eine eigenartige Festlichkeit für die Krönungswoche hat König Georg von England in Aussicht genommen. Er wird ein Festessen für 100 000 arme Sinder veranstalten. Ein Komitee ist bereits gebildet, welchem der Schatzmeister des Königs, der Lordmajor von London und viele andere ligung zu erbitten, die unter allen Umständen erforder= lich ist.. Warum haben Sie den Entschluß nicht ausgeführt, den ich aus voller Seele billige?" Noch et Tgl. Rolah nar" vor der die Frembe giments 110 hm 15 Ma waren drei wejen fein, Aide fand m ein vertapp Ihm geboten auszunuken! tion! Gegen gemacht, geg night?-3 ten, ber 7 wei Tapfer affer, hatte Besonders d Vorträge fer Mammlungen Zahl der lim allgemein Der Do Wenball in 3 Berführer, bor Elon, ei Damen v ge reißen Dom bem Rod ei Einen graufigen Selbstmord beging in der Nacht zum Montag in Kiel der Arbeiter Nowak, indem er seine Kleider mit Spiritus begoß und anzündete, worauf er sich aus etnem Revover, den die Leiche noch krampfhaft in der Hand htelt, dret Schüsse in den Kopf jagte, die seinen Tod herbeiführten. „ Weil ich den Vater nicht mehr angetroffen habe." Der Schmerz überwältigte ihn, daß er nicht weiter sprechen fonnte; er nahm seinen Hut, der auf einem Tischchen stand und deutete auf den schwarzen Flor. „ Herr, mein Gott!" rief die Witwe. " Karl, Karl," fügte Auguste hinzu, es ist ja nicht möglich!" Er hatte sich gewaltsam gefaßt. Als ich das Haus betrat, hatte man den Vater schon begraben!" murmelte er. Die beiden Frauen weinten mit ihm. Aus den Gerichtssälen. Ein sensationeller Mordprozeß hat am Montag vor dem Schwurgericht in Magdeburg begonnen. Die Anklage richtet sich gegen den von Brasilien ausgelieferten Kaufmann Otto Knitelius, der vor mehr denn zwei Jahren an dem Apothekenbesitzer Rathge in Magdeburg einen Raubmord begangen hatte. Knitelius entstammt einer angesehenen Kaufmannsfamilie aus Offenbach a. M. Schon in jungen Jahren war er jedoch nach Berlin und damit auf die schiefe Ebene gekommen. Er gertet dann in die Gesellschaft des Berliner Architekten Artur Nittert, der schon sehr früh ein Nichtstuer geworden war, und als Kni telius und Nittert vor Schulden nicht mehr ein und aus wußten, beschlossen sie, eine große Sache in Magdeburg zu " machen". Ihr Plan war, die auf der belebtesten Straße Magdeburgs, dem Breiten Wege, gelegene Hirschapotheke auszurauben. Sie benutzten den Vormittag des 25. November, um den" Tatort" auszubaldowern und begaben sich dann gegen 6 Uhr abends in das des Sonntags wegen verschlossene Geschäft, das einen Hintereingang vom Hausflur hat. Sie erbrachen die Hintertür und gelangten auch in den Bureauraum, der den Geldschrank enthielt, wurden jedoch beim Hinausgehen von dem Apothekenbesitzer Rathge überrascht, der noch einmal nach dem Rechten sehen wollte. Rathge stürzte sich zunächst auf Nittert und packte ihn am Ueberzieher. Nittert ließ diesen jedoch in den Händen setnes Verfolgers und stürmte den Breiten Weg entlang. Nun warf sich Rathge auf Knitelius, dieser zog sofort eine Browningpistole und schoß Rathge in die Brust, so daß der Unglückliche noch am Sonntag abend verstarb. Nittert wurde nach kurzer Verfolgung festgenommen. Auch er hatte einen Revolver bei sich, konnte aber sofort nachweisen, daß er nicht geschossen hatte. Auf Knitelius hatte in der allgemeinen Verwirrung niemand geachtet, er konnte sich vielmehr ganz unbehelligt in das Hotel zurückbegeben und seine sowie die Sachen Mitterts zur Bahn schaffen. Nach Berlin zurückgekehrt, verfolgte Knitelius eifrig die Zeitungen, und als er die Nachricht fand, daß Nittert ihn als Komplizen angegeben hatte, begab er sich auf die Flucht. Nach längeren Kreuz- und Querfahrten landete er schließlich Anfang 1909 in Rio de Janeiro, wo er als Sprachlehrer auftrat und einen durchaus unverfänglichen Eindruck machte. Von dort ist er dann, wie schon gefagt, ausgeliefert worden, Das Urteil werden wir mitteilen. „ Das ist hart! meinte die Witwe.„ Ach, hätten Sie doch die Reise unterlassen! Sie würden meiner Tochter qualvolle Tage und sich den Schmerz erspart haben, der jetzt ein doppelter sein muß. O, wie bedauere ich, daß ich gerade heute diesen Punkt zur Sprache bringen mußte. Verzeihen Sie mir, Herr Halling; Sie wissen wohl, daß ich als Mutter Pflichten zu erfüllen habe... Augustens Vater lebt nicht mehr... ,, Seien Sie von jetzt an auch mir eine sorgende Mutter!" rief bewegt der junge Mann.„ Ich bin Ihrer Teilnahme nicht minder bedürftig als der Liebe und Treue meiner Auguste, von der ich nie, nie lassen werde, weil ich es nicht tann." Die Tochter legte weinend ihr Köpfchen an die Brust des jungen Mannes; sie wollte Worte des Trostes spre= chen, aber heftiges Schluchzen hinderte sie daran. Frau Bauer sagte würdevoll: Der gute Christ fügt sich demutsvoll in das Unvermeidliche. Halten Sie sich unserer innigsten Teilnahme fahrenen Frau nüken können, wenn Sie mich als Ihre für versichert und wenn Ihnen die Ratschläge einer erzweite Mutter betrachten wollen, so biete ich Ihnen gern die Hand. Wir sind zwar arme Leute „ Sprechen Sie nicht von Armut und Reichtum, von Dingen, die angesichts so ernster Verhältnisse teine Beachtung verdienen! Nehmen Sie mich als Sohn auf und ich habe keinen Herzenswunsch mehr, dessen Erfüllung mein Glück begründen kann." Die Mutter legte segnend die Hände auf die Häupter ihrer Kinder. Amen!" flüsterte sie. Möge der Segen des Vaters zu Euch kommen, wie Euch jetzt der Segen der Mutter wird. Sie sind der Bräutigam meiner Tochter, Karl; ich gebe Ihnen das teuerste Gut, das ich bieten kann." Dor, und go ficht. Diefer Samen, die Rellner erli herin ist ein Mie im Gad Bause, fleid Bolizei. G serführt un Der ge Eigerheitsb er berufsm pieler ange Dies war die Verlobung Karls und Augustens. Man sprach noch einige Zeit über den jähen Tod des Kaufmanns, dann schied Karl, um die besorgte Tante nicht lange warten zu lassen, wie er ihr zugesichert hatte. Zum ersten Male begleitete ihn Auguste vor das Haus; sie durfte es jetzt, da sie seine erklärte Braut war. Arm in Arm gingen sie durch die Pappelallee. Der Mond verbreitete fast Tageshelle. Man sah die Türen und Häuser der Stadt, in der ein schrecklicher Gast hauste. Wie still und friedlich lag die Sommernacht darüber ausgegossen. Die Luft war ruhig geworden, fein Blatt erzitterte an den Bäumen, die lange Schatten auf die Erde warfen. Eine unheimliche Stille herrschte in der weiten Gegend. Die lange Allee war zu Ende. Das Paar blieb stehn. Nun gute Nacht, Auguste!" ,, Jch begleite Dich noch!" flüsterte sie. " Bleibe, Du sollst Dich nicht zu weit von den Häusern, entfernen, es ist schon spät." ,, Mir ist recht bange, Karl!" ( Fortsetzung folgt.) Berjonen ar Erwerbsquel Europas un Ruffe Stefa Der Wiener Hapler, der Europa bere rijer Polizei ür ihn befu Römer in se Irfundenfäl it der Nad in der russi ellschaft ha ären verwi Bwangsarbe Bollzuge der Er besuchte Falschspieler ben hat di Römers an Haus der& Ein Pa Water, fomm Straße in Beschrei und gelang es, if ben- Pape Beschrei die bie oberen tet hatte. merte wurde Flucht v nus Dunleer eine Hochzeit lonen hatten ben. 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Bataillons Regiments 110 einen Vortrag, angeblich zur Aufklärung über Die Fremdenlegion. Der Bataillonstommandeur sicherte ihm 15 Mart für diesen Vortrag zu. Am nächsten Tage waren drei es fönnen aber auch fünf Grenadiere gewesen sein, desertiert. Ihre Waffen und Montierungstüde fand man auf der Rheininsel! Der Vortragende war ein vertappter Werber, der es gut verstanden hatte, die ihm gebotene Gelegenheit, sich den Soldaten zu nähern, auszunutzen! So handelt die„ ritterliche" französische Nation! Gegen Stlavenhandel haben die Großmächte Front gemacht, gegen dies schamlose Treiben aber nicht! Warum nicht? Ich hatte in meiner Kompanie einen„ Unsiche= ren", der 7 Jahre in Tongking gedient hatte und dort sich zwei Tapferkeitsmedaillen erworben hatte; auch er, Elfässer, hatte betrunken den Schandvertrag unterzeichnet. Besonders die Kriegervereine im Westen könnten durch Vorträge sehr nüßlich wirken, auch bei den KontrollverJammlungen manch warnendes Wort gesagt werden. Die Zahl der Verführten" im Westen ist viel größer als man im allgemeinen annimmt. Der Domino mit dem Vitriolbecher. Auf einem Masfenball in Dünkirchen hat ein junges Mädchen an ihrem Verführer, einem großen Bauunternehmer namens Theobor Eloy, ein Vitriolattentat verübt. Als Eloy und eintge Damen vor dem Büfett standen, schlich sich eine in einen weißen Domino gekleidete Frauensperson heran, zog unter dem Rock einen Becher, der mit Vitriol gefüllt war, hervor, und goß den Inhalt dem Bauunternehmer ins Ge ficht. Dieser erlitt schwere Brandwunden im Gesicht. Zwet Samen, die neben dem Ueberfallenen standen und ein Kellner erlitten ebenfalls Brandwunden. Die Attentäterin ist eine junge Näherin Vollet. In der Verwirrung, die im Saale entstanden war, entfam sie, ging nach Hause, kleidete sich um und stellte sich dann freiwillig der Bolizei. Sie erklärte ihre Tat damit, daß sie von Eloy verführt und im Stich gelassen worden sei. Der gefährlichste Falschspieler Europas. Das Wiener Sicherheitsbureau hat vor einiger Zeit ein Schwarzbuch ber berufsmäßigen Hasardeure und internationalen FalschSpieler angelegt. Man findet darin viele Hunderte von Personen angeführt, denen das Spiel Beruf und reiche Erwerbsquelle ist. Als der gefährlichste Falschspieler Europas und als„ König der Hasardeure" ist darin der Russe Stefan v. Römer angeführt. Kürzlich ist es nun ber Wiener Polizei gelungen, diesen internationalen Hochstapler, der keinen ständigen Wohnsitz hatte und ganz Europa bereiste, zu verhaften. Die römische und die Pariser Polizei verfolgten ihn. Besonders großes Interesse für ihn bekundeten aber die russischen Behörden, weil sich Römer in seiner Heimat in Riga große Betrügereien und Urkundenfälschungen. hatte zu schulden kommen lassen. Er ist der Nachkomme einer alten Adelsfamilie und wurde in der russischen Armee Kavallerieoffizier. Schlechte Gesellschaft hat ihn verdorben. Er wurde in schmutzige Affären verwideit und vom Gericht in Riga zu 5 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er flüchtete jedoch vor dem Vollzuge der Strafe und trieb sich in aller Welt umher. Er besuchte Spielhöllen und wurde ein Komplice von Falschspielern. Er gilt als Meister der Spielertrids. Soeben hat die österreichische Regierung die Auslieferung Römers an die russischen Behörden verfügt. Ein Papagei als Lebensretter. Vater, komm schnell! Bater, komm schnell!" gellte es um Mitternacht durch das Haus der Familie Pett, die über einem Laden in einer Straße in London wohnt. Frau Pett erwachte von dem Geschrei und gewahrte, daß dicker Rauch aus dem Laden in die oberen Räume drang. Mit Hilfe einiger Nachbarn gelang es, ihren hilflosen kranken Mann, ihre Kinder und Papagei in Sicherheit zu bringen, der mit seinem Geschrei die ganze Familie vor dem Erstickungstode gerettet hatte. Der Laden und die darüberliegenden Stockwerke wurden ein Raub der Flammen. den - Flucht vor der Ehe. Ein tragikomisches Ereignis wird aus Dunleer in Jrland berichtet. In der Ortskirche sollte eine Hochzeit abgehalten werden, und die beteiligten Personen hatten sich bereits sämtlich in der Kirche eingefunden. Der Priester wurde aber durch einen Zwischenfall veranlaßt, die Kirche für kurze Zeit zu verlassen, bevor die Zeremonie stattgefunden hatte. Diesen Umstand muß der Bräutigam offenbar als letzte Gelegenheit angesehen haben, dem Chejoch zu entfliehen, denn als der Geistliche wieder zur Stelle war, um numehr die Trauung vorzunehmen, war es nicht möglich, den wankelmütigen Bräutigam aufzufinden; wie nachträglich erhoben wurde, hatte der Bräutigam sein Heil in der Flucht gesucht und den Ort längst mit der Bahn verlassen. Die Verzweiflung der Braut fann man sich denken. Eine interessante statistische Zusammenstellung über die hygienischen Einrichtungen der Städte Rußlands finden wir in der letzten Nummer des„ Gesundheits- Jngenieurs". Man ersieht daraus, wie viel dort auf dem Gebiete der Hygiene noch getan werden muß, bis die Belämpfung der alljährlich auftretenden Cholera und anderer Seuchen einen nachhaltigen Erfolg haben wird. Von den 762 Städten des europäischen Rußland haben nur 149 eine Wasserversorgung und gar nur 27(!) eine Kanalisation. Noch ungünstiger liegen die Verhältnisse im Königreich Polen; denn dort finden wir 121 Städte, von denen 9(!) Wasserversorgung und 5 Kanalisation besitzen. Daß es unter diesen Umständen in Sibirien geradezu trostlos aussieht, fann man sich nach den genannten Zahlen wohl vorstellen. Dort kommen auf 50 Städte 2 mit Wasserversorgung, während man den Luxus einer Kanalisation dort überhaupt nicht kennt. Auch die öffentliche Beleuchtung läßt viel zu wünschen übrig. Jm europäischen Rußland finden wir nur in 57 Städten elektrisches Licht, in 23 Gas und in 631 Petroleumbeleuchtung; für das Königreich Bolen lauten die entsprechenden Zahlen 4, 8 und 102. Schlachthäuser sind zwar in ziemlicher Zahl vorhanden; man muß aber bedenken, daß sich auch diese Anstalten zum großen Teile in äußerst primitivem, der heutigen Hygiene otelfach Hohn sprechenden Zustand befinden. Das Dorfmädel als Husar. Von einem Husaren mit gezogenem Säbel angefallen wurde vor kurzem in vorgerfickter Abendstunde ein von Aschersleben nach Walbeck heimkehrendes Geschirr. Den angestellten Ermittelungen ist es nunmehr gelungen, den Husaren" in der Person etnes Dorfmädchens zu ermitteln. Dieses hatte im Auftrage der Ehefrau des einen Insassen des Gefährts gehandelt, die ihrem Ehemann die nächtliche Heimkehr aus Aschersleben für immer verleiden wollte. Ob thr das nun gelungen ist, wird die Zukunft lebren Wie man in Amerifa Reklame macht. In einer in Neuyork erscheinenden ttallentschen Zeitung stand Jüngst unter der pompöfen Aufschrift Herzoglicher Besuch" ein höchst merkwürdiges Eingesandt. Es handelt sich um den Herzog der Abruzzen, von dem das Italienisch- amerikanische Blatt folgendes zu erzählen wetß:„ Nachdem Seine Königliche Hoheit der Herzog der Abruzzen gelandet war, besichtigte er in der 4. Avenue zu Brooklyn die Untergrundbahnarbeiten. Als er sich vor der Schlächteret der Brüder Russo, Nr. 88 derselben Avenue, befand, blieb er ganz ent= zückt stehen: das elegante Lokal, das köstlich frische Fleisch und die vielen fetten Hühner erregten feine Bewunderung, und er trat ein, um für sich und sein Gefolge Einkäufe zu machen. Dann ging er die Avenue weiter hinauf und blieb vor dem Hause Nr. 212 stehen; hier befindet sich eine Filiale der Brüder Roffo, und der Herzog geriet in noch größeres Entzücken, da er in den Auslagen alles so wohl geordnet sah. Auch hier war das Fleisch blutfrisch und die Schweinewürstchen regten den Appetit an. Der Herzog wollte davon essen und gab den Brüdern Ruffo den Auftrag, eine ansehnliche Quantität aufs Schiff zu schicken: der gute Herzog wollte seine Leute mit diesen köstlichen Würsten beglücken und die übrigbleibenden für seine nun schon so lange hinausgeschobene Hochzeit mit Miß Elkins aufbewahren. Das Publikum wird gut tun, wenn es dem Beispiel des edlen Herzogs folgt und in den hervorragenden Schlächtereten der Brüder Russo Fleisch, Würstchen und fette Hüh= ner bestellt." Alkoholfreies Bier mit Alkohol. Eine merkwürdige und vorläufig unaufgeklärte Erscheinung, die im Gefolge der alkoholischen Gärung auftritt, haf der Chemiker Overbeck entdeckt und zum ersten Male dem wissenschaftlichen Institut für Brauerei in England mitgeteilt. Der Fachmann war mit Versuchen beschäftigt, ein alkoholfreies Bier dadurch herzustellen. daß er einem gewöhnlichen Bier durch einen Strom von Kohlensäure den Alkohol entzog. Auch wenn dies vollständig geschehen war, gewann das Bier nach einiger Zeit einen Teil seines Alkohols wieder zurück, nachdem es abgekühlt und wieder mit Kohlensäure durchsetzt worden war. Es zeigte sich beispielsweise, daß Biere, die nach der ersten Behandlung nur noch 0,2 v. H. Alkohol enthalten hatten, später wieder 1 bis 1½ und sogar bis 2 v. H. Alkohol besaken. Man könnte nun glauben, daß eine Nachgärung eingetreten war, aber die Flüssigkeit war in allen Fällen völlig frei von Hefe, so daß eine Erklärung nach dem bisherigen Stand der Kenntnisse unmöglich erscheint. Overbeck meint, es könne nur angenommen werden, daß entweder ein rein chemischer Vorgang vorliege oder daß im Bier einige bisher noch unentdeckt gebliebene Fermente enthalten seien, deren Wirkungen unter den Bedingungen fenes Erperimentes in die Erscheinung treten. Für die Braueretwissenschaft können diese Beobachtungen unter Umständen Folgen von großem Interesse haben. Der Tabat und die Pekt. Der Tabak hat nicht bloß seine Geschichte, feine Naturwissenschaft und seine Literatur, erhat auch seine Hygiene. In letzterer Beziehung ist namentlich der einst herrschende Glaube an gewisse Eigenschaften des Tabakrauchs hervorzuheben, die gegen Krankheiten schüßen sollen. Hier stehen wir eigentlich einem recht modernen Gegenstande gegenüber, mit dem sich zu befaffen die Wissenschaft erst neuerdings begonnen hat. Im Jahre 1888 wurden die ersten Versuche gemacht, die Wirkung des Tabakrauches auf frankheiterregende Bakterien festzustellen. Es war damals der italienische Arzt Dr. Tassinart aus Pisa, der die Keime ver= schiedener tödlicher Krankheiten wie Cholera, Typhus, Milzbrand in verschlossenen Räumen dem Einflusse dichter Wolfen von Tabakrauch unterwarf. Dabet kam er zu dem Ergebnis, daß die Entwicklung der gefährlichen Keime im Verlaufe von 100-150 Stunden ganz oder teilweise zum Stillstand gebracht wurde. Das beweist freilich recht wenig für den hngtenischen Wert des Rauchens, denn niemand be= hält den Rauch 100 Stunden in seinem Munde. Beiläufig fönnte man auch fragen. ob nicht der Rauch von brennender Kohle oder brennendem Holz die gleiche Wirkung ausüben würde mie der des Tabaks. Jedenfalls ist es Tatsache, daß früher weit und breit der Glaube oder Aberglaube bestand, das Tabakrauchen verhüte während einer Epidemie die Ansteckung. Deshalb wurde bei der letzten großen Bestepidemie in Europa( 1680) in Sachsen an man= chen Orten sogar den Schulkindern erlaubt, während des Unterrichts zu rauchen. Die Totengräber und alle, die ihnen zur Zeit der Epidemie beistanden, haben fortwährend geraucht. In einer 1783 erschienenen Abhandlung über„ Die Tugenden der amerikanischen Tabakspflanze" wird ausdrücklich behauptet, daß sich der Tabak als Schutzmittel während der Pest bewährt habe. Es heißt dort weiter:„ Als die Best endlich zum Stillstand gekommen war, begann man die Tugenden des Tabaks zu untersuchen und fand, daß diejenigen Personen, die entweder durch Rauchen oder Schnupfen einen reichlichen Gebrauch von Tabak gemacht hatten, größtenteils der Seuche wundersam entronnen waren, denn obgleich sie die Zimmer der Kranken besuchten, auch zeitweise bei Begräbnissen zugegen waren, entgingen sie ganz unerwartet der Ansteckung." Der Verfasser dieser Schrift versteigt sich sogar zu der Behauptung, daß die Epidemten bedeutend abgenommen hätten, seit in Europa das Tabakrauchen aufgekommen wäre. Auch stellt er fest, daß die Tabakverkäufer gegen die Pest gefeit seien. Nach einem alten Glauben soll selbst die Umgebung von Tabaffabriken einen gewissen hygienischen Schuß genießen, wie es namentlich vor etwa achtzig Jahren angeblich ermittelt worden. Einer streng wissenschaftlichen Prüfung würden diese Tugenden der amerikanischen Tabakpflanze" wohl gar nicht oder nur in geringem Umfang standhalten. Carnegie über den Kaufmannsberuf. Andrew Carnegie, der bekannte amerikanische Millio= när, von dem in letzter Zeit aus Anlaß seiner Fünfmillionenstiftung für Lebensretter ganz besonders die Rede war, hält den Beruf eines Kaufmanns nicht nur für den schönsten, sondern unter allen menschlichen Beschäftigungen für einen solchen, der die umfassendsten Kenntnisse und Fähtgfeiten erfordert. Das erste Kapitel aus seinem weltberühmten Buche Kaufmanns Herrschgewalt", das in der deutschen Uebersetzung von Dr. E. E. Lehmann in vierter Auflage im Verlage von G. A. Gloeckner in Leipzig erschienen ist, hat die Ueberschrift„ Der Weg zum geschäftlichen Erfolg" und enthält eine Ansprache des Verfassers an junge Kaufleute. Carnegie hält es für junge Leute am zweckmäßigsten, wenn sie von der Pike auf dienen, und am Anfang ihrer Er Laufbahn die untergeordnetste Stellung innehaben. selbst hat als Lehrling oft das Geschäftslokal ausgefegt. Allerdings muß man von Anfang an sich das Ziel sezen, das Höchste zu erreichen. Sagen Sie", so schreibt Carnegie, stets au sich: Meine Stellung ist an der obersten Spize. Seten Sie König in Ihren Träumen. Geloben Sie sich selbst, diese Stellung mit makellosem Rufe zu erreichen, und fümmern Sie sich weiter um nichts, was Ihre Aufmerksamkeit von der Erlangung dieses Zieles ablenken könnte abgesehen davon, daß Sie, sobold Ste Teilhaber der Firma geworden oder zumindest zwei oder mehr Stufen höher gekommen sind, eine andere Teilhaberschaft eingehen mit der Liebenswürdigsten ihres Geschlechts." Drei Gefahren gibt es für den jungen Kaufmann. Die erste ist, nach Carnegies Meinung, verführerischer als alle anderen und meist der Ruin der jungen Leute: Die Lust an spirituosen Getränken. Von der einmal angewöhn ten Trintsucht gibt es nur in den seltensten Fällen eine Heilung. Die zweite Gefahr besteht im Spekulieren. Der Spekulant und der Geschäftsmann, meint Carnegie, bewegen sich auf zwei ganz verschiedenen Wegen; der eine hängl von einer ganz plötzlichen Drehung des Glücksrades ab und ist heute Millionär, morgen Bankrotteur. Dagegen weiß der reelle Geschäftsmann, daß er nur durch fahrelange, geduldige und ununterbrochene Tätigkeit seinen entsprechenden Lohn ernten fann. Die dritte Gefahr besteht im Ge fälligkeitsatzept. Sie ist um so größer als sie in den met sten Fällen in Freundesgestalt erscheint. Aus dem Schatz seiner Erfahrungen schlägt er ihnen vor: Bürgen Sie niemals, so lange Sie nicht Mittel besitzen, deren Sie für die Begleichung eigener Verbindlichkeiten nicht bedürfen, und bürgen Sie niemals über diese Mittel hinaus. Betrachten Ste überhaupt Bürgschaften als Geschenk. Zu den Tugenden gehört neben der absoluten Ehrlichkeit besonders der Ehrgeiz. Der kommende Mann muß mehr können und leisten, als es die Pflichten und Aufga= ben seines speziellen Ressorts verlangen. Er muß die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten auf sich lenken. Selbst in einer kleinen Stellung fann ein Verladungsgehilfe etnen Fehler in der Faktura entdecken, der der Aufmerksamkeit des davon Betroffenen entgangen ist. Wenn er die Wage bedient, kann er durch Zweifel an deren Richtigkeit und durch Verbesserung eventueller Fehler, obschon dergleichen in der Aufgabe des Mechanikers liegt, seinem Hause Ersparungen machen. Welche umfassenden Eigenschaften Carnegie vom Kaufmann verlangt, sett er im zehnten Kapitel desselben Bu ches, betitelt Geschäft" auseinader. Den Kaufmann führt sein Beruf dazu, sich mit stets verschiedenen Fragen zu be schäftigen. Er muß ein umfassendes Urteil besitzen. Für den Großfaufmann in unseren Tagen ist es die geringste Forderung, daß er sein eigenes Land gut kennt, dessen physikalische Bedingungen, Hilfsquellen, Statistit, Ernten, Wasserweg und Finanzpflege; er muß ferner nicht nur die Forderung der Gegenwart erkennen, sondern auch die Gestaltung der Zukunft voraussehen. Wenn er internationalen Handel treibt, so muß er die wichtigsten Daten über diese Länder im Kopfe haben. Alles muß für ihn Interesse haben: Politische Verwicklungen in Konstantinopel z. B., über das Auftreten der Cholera im Orient, das Auftreten der Koloradokäfer oder Fall eines Ministeriums. Schließlich bedarf er der seltensten Eigenschaften, die nicht häufig zusammen in einer Person vereinigt find: Menschenkennt nis zum Zwecke der Auswahl der Tüchtigsten aus den zahlreichen Angestellten, Organisationstalent, und dazu Geschicklichkeit für das schnelle und weise Durchführen seiner Pläne. Drabtnachrichten und neuestes. Die Rückkehr des Kronprinzen. Kairo, 7. März. Der Kronprinz traf gestern nachmittag von Port Said kommend hier ein. Die Kronprinzessin war ihm entgegen gefahren. Der Prozeß gegen Rektor Bock. Berlin, 7. März. In dem Prozeß gegen den Rektor Bock ging heute die Beweisaufnahme zu Ende. Die Sachverständigen hielten Bock für einen förperlich franken Menschen, bei dem aber§ 51 St.G.B. feine Anwendung finde. Der Staatsanwalt beantragte in Rücksicht auf das überaus gemeingefährliche Treiben des Angeklagten gegen diesen eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und gegen den mitangeklagten Lehrer Knöfel ein Jahr Gefängnis. Das Urteil ist erst in den Nachmittagsstunden zu erwarten. Tobsuchtsanfall eines Angeklagten. Berlin, 7. März. Zu einem vorzeitigen Abschluß gelangte eine Verhandlung, die gestern vor der 5. Straf fammer des Landgerichts III stattfand. Dort hatten sich fünf Verbrecher, die aus der Anstalt in Plößensee ausge= brochen waren, zu verantworten. Als die Personalien der Angeklagten festgestellt waren, begannen die beiden Arbeiter Röhl und Stein auf der Anklagebank plötzlich laut zu toben und um sich zu schlagen und versuchten auch den Gerichtshof zu bedrohen. Sie mußten von Gerichtsdienern gefesselt werden. Beide waren bereits in früherer Zeit in Irrenhäusern interniert gewesen. Die Verhandlung mußte abgebrochen werden. Unter einer einstürzenden Scheune begraben. Oppeln, 7. März. Bei dem Abbruch einer Scheune stürzte ein Giebel ein und begrub drei Arbeiter unter sich. Zwei wurden getötet und einer erlitt lebensgefährliche Verlegungen. Ein holländischer Spion. Mülheim( Ruhr), 7. März. In der Kaserne des 159. Infanterieregiments wurde unter Spionageverdacht ein Holländer verhaftet, der sich von einem Soldaten die Konstruktion des Infanteriegewehrs Nr. 98 erklären ließ. Ehedrama. Om Cölu, 7. März. Der Bergmann Wölfinger in Fürstenhausen tötete seine von ihm getrennt lebende Frau in dem Augenblick, als sie um Mitternacht aus dem Hause eines Mannes kam, mit dem sie ein Verhältnis unterhielt, und erschoß sich dann selbst. Explosion in einem Gymnasium. Lemberg, 7. März. Beim Experimentieren im Gymnasium ereignete sich eine heftige Explosion. Der Professor und sechs Schüler erlitten mehr oder weniger schwere Brandwunden. Eine monarchische Erhebung in Portugal? Paris, 7. März. Ein in Vigo erscheinendes Lokalblatt verzeichnet die Nachricht, daß in dem Hauptort des portugiesischen Kantons Arcos de Valle, nahe an der spa= nischen Grenze ein Aufstand ausgebrochen set. Die Aufrührer hätten die Mitglieder der Behörden in die Flucht geschlagen und die königliche Flagge gehißt. Truppen hätten die Ordnung wieder hergestellt. Der ganze Kanton set militärisch besetzt. Die Nachricht ist unverbürgt und kann nur mit allem Vorbehalt weiter gegeben werden. In der Trunkenheit ein Denkmal zertrümmert. Halle a. d. S., 7. März. Das in Königssee in Thüringen in der Altstadt stehende Denkmal des Fürsten Friedrich Günther von Schwarzburg- Rudolstadt wurde in der Nacht vollständig zertrümmert. Mit Hilfe eines Polizeihundes gelang es, die Täter in drei Weißgerbern zu ermitteln, die die ganze Nacht hindurch gezecht hatten. Der Brand im Kinematographentheater. Petersburg, 7. März. Der furchtbare Brand in einem Kinematographentheater auf der Station Bologoje im Gouvernement Nowgorod brach infolge einer Benzinerplosion aus, während der Zuschauerraum mit Erwachsenen und Kindern dicht besetzt war. Da die Fensterläden des großen Holzhauses, das nur einen Ausgang besaß, geschlossen waren, gelang es nur 40 Personen, ins Freie zu kommen, während alle anderen in den Flammen umgefommen sind. Wie bis jetzt festgestellt werden konnte, sind 120 Personen verbrannt. 82 Leichen wurden bereits aus den Trümmern hervorgeholt. Unter den Umgekommenen befand sich auch der Besitzer des Theaters und viele Bahnbeamte. Ein Krawall in der türkischen Kammer. Konstantinopel, 7. März. In der Kammer kam es gestern zu außerordentlich heftigen Lärmszenen, zu denen der Deputierte Ismail Kemal Bey den Anlaß gab. Als dieser dem Großwesir vorwarf, er habe Prozente von fremden Gesellschaften erhalten, stürzte Hakki Bey wütend auf Kemal los und schlug ihn unter unverständlichen Zurufen ins Gesicht. Ein anderer Abgeordneter schlug gleichfalls auf Kemal ein. Die Szene löste einen ungeheuren Tumult aus. Nur mit größter Mühe konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Flugblätter Stimmzettel Zirkulare zur bevorstehenden Wahl liefert[ chnell und preiswert Giessener Verlagsdruckerei Klein& Fischer Seltersweg$ 3( Haus Brüder Schmidt) Stempel aller Art für Behörden, Vereine, Geschäftsleute und Private besorgt rasch und preiswert die Gießener Verlagsdruckerei Bekanntmachung. Die Vorschriften der Meldeordnung werden vielfach nicht beachtet. Wir machen daher auf die nachstehenden Bestimmungen aufmerksam mit dem Anfügen, daß die Schutzmannschaft die meldepflichtigen Veränderungen streng überwachen und etwaige Verfehlungen gegen die Meldevorschriften zur Anzeige bringen wird. Gießen, den 23. Februar 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Auszug aus der Meldeordnung für die Stadt Gießen. 1. Meldepflicht u. Meldefrist. Zur Meldung bei dem Polizeiamt sind verpflichtet: 3u und Weg zu g. 1. Wer in die Gemeinde Gießen einzieht, um in derselben seinen gewöhnlichen Aufenthalt zu nehmen, unter Vorlage der ihm von seinem bisherigen Wohnorte erteilten Abmeldebescheinigung binnen acht Tagen vom Tage des Einzugs an. Für die Wäsche Welches ist die beste gibt es nichts besseres als das überall beliebte selbsttätige vollkommen unschädliche Waschmittel® Persil Garantiert frei von scharfen Stoffen, deshalb ohne Schaden für das Gewebe. Einfachste Anwendung, billigst im Gebrauch. Voller Ersatz für Rasenbleiche! Erhältlich nur in OriginalPaketen. HENKEL& Co., DÜSSELDORF, Alleinige Fabrikanten auch der weltberühmten Henkel's Bleich- Soda Nehme noch Knaben z r Vorbereitung für alle Schulen in Pension. Zurückgeb iebene weiden welter befördeit. Näheres brieflich. Sommerlath, Pfarrer, Geismar, bei Frankenberg. ches sind, die Ausfertigung eines solchen zu erwirken, andernfalls dasselbe vorzuzeigen. Bei Dienstaustritt ist das Dienstbuch persönlich zur Visierung oder Abstempelung vorzulegen. 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Die Meldungen der Gastwirte haben in einem, den Rubriken des von ihnen zu führenden Fremdenbuchs entsprechenden Verzeichnisse zu bestehen. 3. Ueber die erfolgten Meldungen von Zuzügen und Wegzügen( 1., 1-3) werden von der Meldestelle schriftliche Bescheinigungen erteilt. Dienstboten erhalten solche durch Visierung oder Abstempelung der Dienstbücher. Für andere Meldungen wird schriftliche Bescheinigung auf Verlangen erteilt. Gesetzliche 2. Wer aus der Gemeinde Gießen wegzieht, um sei- Meisterprüfungen für Handwerker. nen gewöhnlichen Aufenthalt aufzugeben, unter Angabe des Orts, an den er verzieht, vor dem Wegzuge. 3. Diejenigen, welche der in die Gemeinde Gießen einziehenden oder aus derselben wegziehenden Person Wohnung und Unterkommen gewährt haben, sofern die An- und Abmeldung durch den zunächst Verpflichteten nicht selbst geschehen ist, binnen 10 Tagen nach deren Einzug oder Wegzug. Wohnungswechsel. 4. Hauseigentümer von dem in ihren Häusern durch Einzug oder Auszug vorgehenden Wechsel, das Lokal mag zum persönlichen Aufenthalt oder nur zum Geschäftsbetrieb verwendet sein, unter Angabe der früheren bezw. fünftigen Wohnung des Ein- oder Ausziehenden binnen 8 Tagen nach dem Ein- oder Auszuge. Zu gleicher Angabe sind Hauptmieter ganzer Häuser oder einzelner Teile derselben verbunden, wenn sie Wohnungen wieder an Untermieter abgeben. Bei unter obrigkeitlicher oder sonstiger Verwaltung befindlichen Gebäuden ist der Verwalter statt des Eigentümers für die Anzeige verantwortlich. 5. Wer innerhalb der Gemeinde Gießen seine eigene oder gemietete Wohnung verändert, unter Angabe der verlassenen, sowie der neubezogenen Wohnung, insofern die Meldung nicht bereits durch den nach 4 zunächst Verpflichteten erfolgt ist, binnen zehn Tagen nach der Wohnungsveränderung. 6. Diejenigen, welche andere bei sich in Schlafstellen aufnehmen, von jeder Aufnahme binnen 24 Stunden. Diensteintritt und Dienst austritt. 7. Jeder Dienstbote, Handlungsdiener und Gewerbegehilfe, Lehrling oder Fabrikarbeiter, welcher in einen Dienst eintritt oder denselben verläßt, binnen 24 Stun den nach erfolgtem Diensteintritt oder Dienstaustritt. 8. Gewerbetreibende und Dienstherrschaften von dem Diensteintritt und Dienstaustritt ihrer Handlungsdiener, Gewerbsgehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter oder Dienstboten binnen 5 Tagen nach dem Diensteintritt oder dem Dienstaustritt, falls die Anzeige nicht bereits durch die nach 7. zunächst Verpflichteten erfolgt ist. Fremdenaufnahme. 9. Gast- und Herbergswirte täglich bis um 9 Uhr vormittags über alle in den letzten 24 Stunden erfolg= ten Aufnahmen von Fremden. 10. Wer ein ortsfremdes Kind in Pflege aufnimmt, binnen 24 Stunden nach erfolgter Aufnahme. 2. Form der Meldung. Die Besuche um Zulassung zur diesjährigen Meisterprüfung(§ 133 der Gewerbeordnung) sind mit den er forderlichen Unterlagen bis spätestens am 31 März d. J. an den unterzeichneten Norfitenden einzureichen. Die Prüfungsgebühr von 35 Mart ist an die Handwrks: tommer in Darmstadt cinzusenden und die Quittung dem Gesuche beizulegen. Gießen, am 9. Januar 1911 Die Meisterprüfungskommission für die Proving Traber, Vorsitzender. Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. Giessen, Telefon 84. la. Qualitäten Massenfabrikationen Bahnanschluss 4> Haushaltungspensionat Schöner sprungf., 17 Mon. alter, 8 von Frau B. Eberwein geb. Guntrum, Bensheim a. Bergsti. ( Hessen.) Gründl. Ausbildung in Haushalt und Küche. Auf Wunsch: Wissenschaftl. Unterricht, Musit 2c. Pro Jahr Mt. 750.-, Beste Referenzen. halbj. Mt. 400.-. Hoher Nebenverdienst! Estklassige deutsche Lebensversicherungs Bank, welche mit und ohne Untersuchung versichert und sehr billige Tarife hat, sucht fir Wetzlar und Umgegend tüchtige Mitarbeiter ge jen hohe Provision und Inkasso. Geft. Offerten unter 7028 an de Expedition. 1. 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