rhein. kör! Капр. DICHTEN HGLANZI tel OHNE URRENZI eft über ere gefch. Leipzig en. Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Itegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 33. - Telephon: Nr. 362. Lokal- Dachrichten. Gießen, den 8. Februar. Wer ist wahlberechtigt? Wählen kann jeder Deutsche, der am Wahltage 25 Jahre alt ist, wenn sein Name in der Wählerliste steht. Wer also sein Wahlrecht sichern will, muß sich da von überzeugen, daß sein Name in der Wäh= Ierliste steht. Die Wahllisten müssen mindestens 4 Wochen vor dem Wahltage und mindestens 8 Tage lang zu Jedermanns Einsicht öffentlich ausgelegt werden. Es ist also jeder berechtigt, die Listen einzusehen. Jeder wählt dort, wo er in die Wählerliste eingetragen ist. Jeder Wähler muß dort eingetragen sein, wo er zur Zeit der Aufstellung der Wählerlisten wohnt. Die Wähler sind dort in die Wählerlisten aufzunehmen, wo sie zur Zeit der Aufstellung der Listen wohnen. Wer wahlberechtigt ist, aber nicht in der Wählerliste steht, muß auf sein Verlangen nachträglich eingetra gen werden. Der Antrag muß aber innerhalb 8 Tagen nach Beginn der Auslegung der Listen beim Gemeindevorstande mündlich zu Protokoll, oder schriftlich gestellt werden. Der Antragsteller hat die Beweismittel beizubringen. Wird ein Antrag auf nachträgliche Eintragung in die Wählerliste abgelehnt, so ist davon unter Angabe der Gründe dem Wahlkomitee Mitteilung zu machen. Wählen kann jeder Deutsche; es ist also nicht nötig, daß man Angehöriger des Staates ist, in dem man wohnt. Von der Berechtigung zum Wählen sind nach§ 3 des Wahlgesetzes ausgeschlossen: 1. Personen, welche unter Vormundschaft oder ratel stehen; Kuoder und 2. Personen, über deren Vermögen KonkursFallitzustand gerichtlich eröffnet worden ist zwar während der Dauer dieses Konkurs- oder Fallit- Verfahrens; 3. Personen, welche eine Armenunterstützung aus öffentlichen oder Gemeindemitteln beziehen, oder im letzten der Wahl vorhergegangenen Jahre bezogen haben; 4. Personen, denen infolge rechtskräftigen Erkennt= nisses der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte entzogen ist, für die Zeit der Entziehung, sofern sie nicht in diese Rechte wieder eingesetzt sind. entIst der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte wegen politischer Vergehen oder Verbrechen zogen, so tritt die Berechtigung zum Wählen wieder ein, sobald die außerdem erkannte Strafe vollstreckt oder durch Begnadigung erlassen ist. Schulgeldreste, erlassenes Schulgeld, unentgeltliche Lie ferung von Lehrmitteln für die Kinder, Steuerrückstände bilden keinen Grund, einen Wähler vom Wahlrechte auszuschließen. Als Armenunterstützung ist auch nicht anzusehen, wenn jemand infolge eines großen Unglücksfalles, wie Feuers brunst, Ueberschwemmung, Mißernte 2c. eine Unterstützung aus öffentlichen Mitteln erhalten hat. * Gießen. Eine ordentliche Sitzung des hiesigen Kreistages findet Mittwoch, den 15. Februar, statt. Die Tagesordnung enthält u. a.: Wahl von Provinzialtags- Abgeordneten und Ergänzungswahl zum Kreisausschuß. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Writtwoch den 8. Februar 1911 gend auf dem Seewege. Wenn das deutsche Nationalvermögen zur Zeit etwa 30 Milliarden beträgt, so besteht in der Tat Grund genug, dieses Vermögen zu schützen; dazu ist auch unsere Flotte berufen. Wie die Notwendigkeit der Flotte in anderen Kulturstaaten erProzent seines Einkommens verzichtet zu Gunsten des fannt wird, zeigt Japan. Dort hat der Kaiser auf 10 Ausbaues der japanischen Marine und hat alle seine Beamten aufgefordert, dies ebenfalls zu tun. Der Krieg Japans mit Rußland zeigte denn auch des ersteren Ueberlegenheit. Die Tatsache, daß die deutsche Marine allen voran ist, zeigt sich in der guten Besatzung der Schiffe. Das leider kürzlich stattgefundene Unglück mit dem Unterseeboote zeigte, wie wacker unsere blauen Jungen ihren Pflichten nachgehen. Eine Reihe von Lichtbildern illustrierte die Tätigkeit der Marine und wurde dem Redner für seine vorzüglichen Darbietungen lebhafter Beifall und Dank zum Ausdruck gebracht. - Gießen. Es sei hiermit auf das von der Minna Körner'schen Schule für höheres Klavierspiel veranstaltete Wohltätigkeits- Konzert zum Besten der beiden hiesigen Schwesternhäuser am Sonntag, den 19. Februar, abends 5 Uhr, in der neuen Aula hingewiesen, das nicht nur durch die Vorträge der vorgeschri, tenen Schüler von immer strebendem Bemühen auf dem Gebiete einer edlen Musik zu uns reden will, sondern das auch einen llingenden Erfolg für unsere Schwestern zu erreichen wünscht. Möchten sich recht viele finden, die für diesen Zweck etwas übrig haben! Hinlänglich bekannt ist ja das segensreiche Wirken unserer Schwestern, wie sie in manches Haus in trüben Stunden Licht bringen und im Dienste einer Liebe stehen, von der in besonderem Maße das Wort gilt:„ sie suchet nicht das Jhre." Eintrittskarten sind zu haben bei Herrn E. Challier, die Vortragsordnung ist in den verschiedenen einschlägigen Vortragsordnung ist in den verschiedenen einschlägigen Geschäften ausgehängt. *) Gießen, 7. Febr. Der„ natur mensch gustaf nagel"( nach seiner Schreibart) überraschte uns heute vormittag mit seinem Besuch. Er wird kommenden Montag abend in Steins Saalbau einen Vortrag über sein Leben, seine Jerusalemreise und seine seratenteil am Samstag. Schreibart halten. Interessenten finden näheres im In( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. „ Hinterl. Anz." geschrieben: Hierzulande, wo das Vieh nach Lebendgewicht an den Metzger verkauft wird, war es bisher Brauch und Sitte, ein dem Metzger ver auftes und zum Schlachten bestimmtes Tier 12 Stunden vor der Ablieferung weder zu füttern noch zu tränken. Dieses Handelsgebot ist nun von den Viehhändlern immer häufiger übertreten worden, da die Verkäufer darauf ausgingen, ein möglichst hohes Lebendgewicht zu erzielen und deshalb das Vieh kurz vor dem Schlachten nochmals tüchtig fütterten und tränkten. Dies blieb natürlich den Metzgern beim Schlachten nicht verborgen und so war das Verhalten der Verkäufer eine stete Quelle des Aergers. Die Versammlung einigte sich am Sonntag nun dahin, den Viehbesitzern das Tränken der Tiere bis kurz vor dem Schlachten zu gestatten, hierfür aber dem Verkäufer fünf Prozent des Kaufpreises zu kürzen. Sämtliche Vieheinkäufe sollen in Zukunft nur unter dieser Bedingung getätigt werden. - Biskirchen. Bei der stattgefundenen Besichtig= ung ist der Stier( Simmentaler Rasse) der hiesigen Stierhaltungsgenossenschaft für schweres Fleckvieh ange fört worden. Marburg. Für den hiesigen Reichstagswahlfreis kommen neben den zwei Deutsch- Sozialen, Schneidermeister Rupp und Dr. Böcke 1, der konservativ- nationalliberale Kandidat Bredt, der Demokrat v. Ge r- I a ch, der Sozialdemokrat und ein Zentrumskandidat in Frage. Jm ganzen also 6 Kandidaten, das gibt eine nette Schlacht. * Darmstadt. Dem am Sonntag stattgefundenen Fest ball des Staatsministers Ewald wohnte auch der Großherzog und die Großherzogin bei. * Darmstadt. Am Freitag hielt der Hessische suchte Versammlung ab. Den Verhandlungspunkt bilVerband für Jugendfürsorge hier eine stark bedete die Einleitung einer Fürsorgeaktion für die schulentlassene männliche und weibliche Jugend. * Darmstadt. Einige Landtagsabgeordnete wollen demnächst die hessische Regierung in der Zweiten Ständekammer interpellieren, ob es auf Wahrheit beangestellten ruht, daß die an hessischen Staatsanstalten katholischen Theologen den vom Papste vorgeschriebenen Antimoderniste neid geleistet haben. Man ist der Ansicht, daß staatlich angestellte und besoldete Religionslehrer, die den Modernisteneid geleistet haben, nicht Staatsbeamte sein können. p- Rodheim a. d. B., 8. Febr. Jm Saale des Gastwirts Karl Schlierbach 4. wird am nächsten Sams= tag abend 8 Uhr der Tierzuchtinspektor Stanjef aus Biedenkopf einen Vortrag halten über„ Die Düngung", wozu alle Landwirte in ihrem eigenen Interesse eingeladen werden. Immer mehr bricht sich ja die Erkenntnis Bahn, daß eine große Bedeutung im landwirtschaftlichen Betriebe auch der künstlichen Düng ung zukommt, aber auch diese will verstanden und richtig betrieben sein. Der hiesige Obst- und Gartenbau- ergebnis ist nun, daß die Mainzer Schlächterei das Pfd. - verein tut Recht, durch Veranstaltung des obigen Vortrags in dieser Beziehung aufklärend zu wirken. -m Steinfurth, 8. Febr. In der nordöstlichen Wetterau finden gegenwärtig Feld dienstübungen des Hanauer Ulanen- Regiments mit den 168er( Butzbach) statt. Wetzlar, 8. Febr. Der Evang. Bund, 3weigverein Wetzlar, veranstaltet heute Abend im SchüBengarten einen Lichtbildervortrag über Dr. Martin Luther. * Mainz. Seit Genehmigung zur Einführung französischen Schlachtviehs tobt ein wütender Konkurrenzfampf zwischen einem hiesigen Metzgermeister, der in Biebrich versuchte, durch Errichtung einer Filiale den einheimischen Schlächtern den Rang abzulaufen. Das EndFleisch und bessere Wurst um 20 Pfennige billiger verkauft als die Biebricher Metzger. Der lachende Dritte ist in diesem Falle das Publikum. * Mainz. Der Großherzog von Hessen äußerte sich dem hiesigen Theaterdirektor Hofrat Behrend gegenüber in anerkennender Weise über Schönherrs neues Drama„ Glaube und Heimat". Nach Auffassung des Großherzogs sei es kein Tendenzstück. Am 15. Februar wird sich der Großherzog auch ben„ Rosenkavalier" hier ansehen. * Gießen. Taubst um mengottesdienste == Wetzlar. Die schriftliche Abiturientenfinden im Konfirmandensaal( Liebigstraße) am 19. März Prüfung, an der 16 Oberprimaner teilnehmen, hat treterversammlung des Rhein- Main- Gaues des All( mit Abendmahl), 18. Juni, 17. September und 12. gestern begonnen. November statt. an= 0 Gießen, 6. Febr. Ueber die Aufgaben unserer Marine draußen und daheim sprach heute Abend auf Einladung der Ortsgruppe Gießen des deutschen Flot tenvereins Herr Marinepfarrer Wangemann in anregender und zum Teil humorvoller Weise. Wohl haben die Ansichten über den Wert der Flotte in den letzten Jahren eine bedeutende Wandlung erfahren und mancherlei Mißverständnisse sind aus dem Wege geräumt worden, doch ist die Ueberzeugung, daß die Marine eine zwingende Notwendigkeit ist, noch nicht über all im Volke durchgedrungen. Ausgehend von dem Gedanken, daß nach der letzten Volkszählung gegen fangs der 70er Jahre wir ein Mehr von 25 Millionen Einwohner im deutschen Reiche haben, muß für diese nicht allein Brot, sondern auch Beschäftigung geschaffen werden. Die deutsche Landwirtschaft hat wohl durch technische Fortschritte und auch durch Kulturarbeit eine bedeutende Steigerung der Erzeugnisse erzielt, doch gehen noch jährlich viele Millionen ins Ausland für Produkte, die wir nicht erzielen können. An Weizen, Fleisch, Obst und Südfrüchten werden jährlich für über 500 Millio-| nen auf dem Seewege nach Deutschland befördert. Allein an Baumwolle zahlt Deutschland jetzt jährlich etwa 570 Millionen nach Amerika. Zwar geht der große Teil als fertige Ware wieder an das Ausland, aber vorwie| -1- Wezlar. Die außerordentliche Mitglieder- Versammlung der Herdbuchgesellschaft des Kreiſes Wetzlar für das Vogelsberger Rind beschloß vom 1. April einen jährlichen Mitgliederbeitrag von 1 Mark zu erheben, die in erster Linie für die laufenden Aufgaben verwendet werden sollen; ferner wurde wegen der ver= mehrten Arbeit das Gehalt des Assistenten um 100 Mt. erhöht. Mit Bezug auf die Beschickung des diesjährigen Tierschaufestes wurde geäußert, daß es wünschenswert sei, wenn bei Anmeldungen auch Angaben über Abstammung 2c. gemacht würden. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß dies bereits bei der letzten Tierschau geschehen sei und auch in diesem Jahre wieder der Fall sein werde. Auf Anfrage erklärt sich der Zuchtinspektor Luther bereit, in Reiskirchen demnächst einen Vortrag über Herdbuchgesellschaften zu halten. Er empfiehlt, daß möglichst alle Landwirte bestrebt sein müßten, die Eintragung ihrer Tiere in das Herdbuch zu erwirken, und daß der Zuchtwahl und der Aufzucht des Jung viehes mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse, um diesem Ziele näher zu kommen. * Wetzlar. In Nr. 27 unserer Zeitung berichteten wir, daß die Mezgerinnungen von Marburg, Siegen, Wetzlar 2c. beschlossen hatten, bei Einkauf von Schlachtvieh 5 Prozent Lebendgewicht in Abzug zu bringen. Zur Motivierung dieses Beschlusses wird dem * Mainz. Am letzten Sonntag fand hier eine Verdeutschen Verbandes unter dem Vorsitz des Gymnasiallehrers Grünschlag statt. Der Vorsitzende des Verbandes, Rechtsanwalt Claß- Mainz, berichtete über die politische Lage. Den nahezu zweistündigen Vortrag schloß der Redner mit der Genugtuung, daß immer weitere Kreise des gebildeten Mittelstandes und der politisch führenden Schichten Verständnis gewinne für die politische Arbeit des Alldeutschen Verbandes. Dem folgte eine angeregte Aussprache. Im Anschluß hieran wurde eine einstimmige Entschließung angenommen, die besagt, daß die Einverleibung Elsaß- Lothringens in das Königreich Preußen für das einzige Mittel angesehen wird, dem Lande Ruhe und Ordnung wiederzugeben. Schriftleiter Baßler sprach dann über„ Das Deutschtum in Ungarn nach den Wahlen". Die„ Deutsch- Ungarländische Volkspartei" habe dabei zum ersten Male Kandidaten aufgestellt. Die Deutschen seien nur unterlegen durch die Bajonette der Gendarmen, durch den Stimmenkauf der Regierung, furz durch die unerhörteste Bedrückung: Das Deutschtum in Ungarn sei erwacht und wird sein gutes Recht durchsetzen. Wirtschaftlich entwickelt es sich. - Bei Magenkranken mit Appetitlosigkeit bildet„ Kuseke" entweder in Milch oder in Fleischsuppe gekocht, oft das einzige Nahrungsmittel, welches die Kranten ohne Widerwillen nehmen und leicht verdauen. Deutscher Reichstag. Auf der Tagesordnung der Montagssitzung stand zunächst die konservative Interpellation Graf von Kanit und Ben. betreffend Maßnahmen zur Vermeidung einer Üeber: chwemmung des deutschen Geldmarktes mit fremden Werts papieren und eines übermäßigen Abflusses deutschen KaStaatssekretär Dr. Delbrüd pitals nach dem Auslande. Erklärte sich bereit, die Interpellation Ende dieser oder Anfang nächster Woche zu beantworten. Man ging daher sogleich zur zweiten Lesung der Novellen zum Gerichtsvers affungsgefeß, der Strafprozeßreform und des dazu gehörtgen Einführungsgesetzes über. lange Zuchthausstrafe törperlich gut überstanden und besitzt auch seelisch die alte Spannkraft. Um so mehr hat das schlimme Erlebnis seinem Freund Johann Meyer mitgespielt. Der ehemals baumstarke und lebhafte Mann ist still und wehmütig geworden, wie einer, der mit dem Leben abgeschlossen hat. Er hat während seiner Zuchthausstrafe Frau und Kinder durch den Tod verloren. Die große landwirtschaftliche Woche in Berlin nimmt in diesen Tagen ihren Anfang. Eingeleitet werden die Verhandlungen mit der Tagung des Preußischen LandesDekonomie- Kollegiums unter dem Vorsitz des Reichstags= präsidenten Grafen Schwerin- Löwizz. Im Mittelpunkt der Erörterungen dieses amtlichen Beirates der preußischen landwirtschaftlichen Verwaltung wird die Landarbeiterfrage stehen. An die Verhandlungen schließt sich die Hauptversammlung der preußischen Landwirtschaftskammern an. Vom 14. bis 27. Februar tagt dann die 39. Plenarversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates. Den Hauptpunkt der Verhandlungen wird dort voraussichtlich die Frage der Moorkolonisation bilden. Daneben wird sich der Landwirtschaftsrat mit dem Thema„ Fleischversorgung und Fleischpreise in Fronkreich" und mit der „ Organisation des landwirtschaften Unterrichts im Heere" befassen. Daran schließt sich die Generalversammlung des Bundes der Landwirte an, die diesmal in der Salle des Sportpalastes in der Potsdamerstraße abgehalten werden wird. Als erster Redner kennzeichnete der Abg. Dr. Brunster= mann den Standpunkt der Reichspartei gegenüber den Kommissionsbeschlüssen dahin, daß diese zur Abstellung der Beschwerden, die den Ausgangspunkt der Reform bilden, wohl geeignet seien. Allerdings könne die Reichspartei th= nen nicht in allen Punkten beistimmen, insbesondere nicht ber Zusammensetzung der Straffammern erster Instanz mit zwei Richtern und drei Laien( anstatt mit einem Richter und zwei Laien). Sei sie schon grundsätzlich gegen jedes permeidliche Uebermaß von Beamten, so komme hier noch Besonders die notwendige Nücksichtnahme auf die kleinen Bundesstaaten, die nicht über ein großes Richterpersonal perfügten, in Betracht. Hinsichtlich der von den verbündeten Regierungen als unannehmbar bezeichneten Beschlüsse: bem Verbot von Fragen an Zeugen, die deren Wahlge= heimnis berühren, dem Zeugnisverweigerungsrecht und bem Asylrecht der Abgeordneten sei für die Reichspartet der oberste Rechtsgrundsatz maßgebend, daß das Allgemeine wohl stets dem Individualinteresse voranzustehen habe, und beshalb müsse sich die Partet folange ablehnend verhalten, als die Verbündeten Regierungen bet ihrem Unannehmbar verharrten. Hiernach begründete der Sozialdemokrat Stadthagen fozialdemokratische Anträge, die die bisher angeblich nicht vorhandene Unabhängigkeit der Richter sicherstellen sollen. Vor allem soll die Rücksicht auf Konfessionszugehörigkett und politische Parteistellung bei der Zulassung der juristtfchen Karriere ausscheiden, die Zulassung auch nicht vom Nachweis eines bestimmten" Vermögens abhängig gemacht werden können. Die Anträge wurden von Seiten des Abg. Müller- Meiningen( f. V.) und des Polen v. Dziembowski befürwortet, vom Abg. Wellstein namens des Zentrums ab= gelehnt. Schließlich wurde aber doch der sozialdemokratische Antrag auf Streichung des Wortes bestimmten"( Vermö gens) mit geringer Mehrheit angenommen, während die Übrigen Anträge fielen. H Staatsin Berlin der Taufe des Kindes ihrer früheren Lehrerin, der jetzigen Ingenieursgattin Frau Keßler, bei. Fürst Friedrich von Waldeck- Pyrmont wurde am Sonnabend abend beim Betreten seines Marstalls von einer Stute attackiert. Sie biß ihn in die Nase und verletzte ihn erheblich. Nur durch seine Geistesgegenwart, indem er dem Tier einen Faustschlag versetzte, wurde weiteres Unglüd vermieden. Die letzte Trägerin des Schillerschen Familiennamens die Freifrau Mathilde von Schiller, Witwe von Friedrich von Schillers Enfel, ist im Alter von 75 Jahren in Stutt gart gestorben. Ihr Gatte, der 1877 in Stuttgart starb, war der Sohn von Schillers ältestem Sohne Karl, der als Oberförster in württembergischen Diensten stand. Eine neue Pockenerkrankung wurde in Duisburg konstatiert. Es ist dies der fünfte Fall; es betrifft eine Arbeiterehefrau. Die Best in Schantung. In Schantung sind mehrere hundert Pestfälle vorgekommen. Die Stadt Tsinanfu ers scheint ernstlich gefährdet. Die chinesischen Kreisbehörden sind verständnis- und energielos. Tsingtau ist dank der Seuchensperre pestfrei. liberretd nahm b ftellung gab er d nahme e Stadt führten Geft herrichte in dem Jei mit ben und nigstind Spuren e Guche un das Sta Verluft, andere I Stadtthe finder" die vier fich jest einen M beganner Цеба der des fallen if meldet: reren B Jagopa auf eine eine riefi Gren ner griff ihn ihnen ei nem Rad Nur mit dem Ray ten den in Nair Ein Anleitung zum Sparen. Die Sparkasse zu Merseburg, legt für jedes neugeborene Kind seit dem 1. Januar d. J. geschenkweise ein Sparkassenbuch mit einer Einlage von 1, Mark an. Die Bücher werden mit dem Sperrvermerk versehen, sodaß der Inhaber erst mit vollendetem 21. Lebens-, jahre über den Betrag frei verfügen kann. Ueber Papst Pius und den Modernisteneid wird der Boss. 3tg." aus Rom gemeldet: Der Papst verharre in her Frage des Modernisteneides auf seinem bisherigen Standpunkte. Es würden aber im Laufe der nächsten Wochen Kräfte mobil gemacht werden, um Papst Pius das Unzweckmäßige neuer Herausforderungen an einzelnen Beispielen zu demonstrieren. Der Vatikan selbst suche Konflikten mit der preußischen Regierung auf jede Weise aus dem Wege zu gehen, denn man fürchte nicht zu guterletzt, daß das Beispiel Preußens ansteckend und auf andere Bundesstaaten anfeuernd wirken könnte. Pius vertrete nach wie vor den Standpunkt, daß das Zentrum auch in Preußen dazu da sei, dem Brief an den Kardinal Fi scher den nötigen Nachdruck zu verleihen. Viel besprochen werde ein Ausspruch des Papstes. Ein deutscher Bischof meinte, es dürften nicht allzuviel Professoren abspenstig gemacht werden.„ Dann werden mir einfach Priester auf die Katheder sehen, und die werden ihre Sache besser machen, als viele hypergelehrte Professoren, die den Hochmut im Herzen tragen," sei die rasche Antwort des Pap stes gewesen. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob die Mitteilungen auf glaubhaften Informationen beruhen. Bei einen späteren Paragraphen des Gerichtsverfaffungsgesetzes kam dann der Abg. Heine( Soz.) einer der Verteidiger im Moabiter Krawallprozeß, auf die bereits im Abgeordnetenhause vom Abg. Liebknecht aufgestellte Behauptung zurlick, daß der Justizminister durch die Befrag ung des Landgerichtsdirektors Unger, der die vielbemerkte Rechtsbelehrung der Geschworenen vorgenommen hat, in die Unabhängigkeit der Richter eingegriffen habe. sekretär Dr. Lisco wies mit Nachdruck und Bestimmtheit darauf hin, daß der Justizminister sich in der Voraussicht, daß der Fall bei der Beratung des Justizetats im Abgeordnetenhause zur Sprache fommen würde, rein informatorisch vom Landgerichtsdirektor Unger habe berichten lassen, um Auskunft erteilen können. Zugleich zu wies Staatsfefretär Dr. Lisco noch einmal das Unhaltbare der auch jetzt wieder vorgebrachten Behauptung zurück, daß seinerzeit der Reichskanzler die Richter im Moabiter Prozeß habe beeinflussen wollen. Reichskanzler wie Justizmtnister ständen viel zu hoch, als daß derartige Versuche bei Ihnen überhaupt möglich seten. Am Dienstag wird die Beratung fortgesetzt. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Wertzuwachssteuer in der Praxis. Dem Verneh men nach beabsichtigt der Staatssekretär des Reichsschatzamtes, eine Anzahl Beamte in Orte mit WertzuwachsSteuer zu senden, damit sie sich über die dort geübte Praxis unterrichten und außerdem den beteiligten Behörden Anweisungen zur Ueberleitung der bestehenden Zuwachssteuer in den neuen Zustand geben. Eine Verteuerung der Trauringe wird aus Leipzig angekündigt. Die Vertreter sämtlicher deutschen Trauring-, fabriken haben eine Konvention abgeschlossen, in der Min destpreise festgesetzt werden, unter denen Trauringe nicht mehr verkauft werden dürfen. Rußland und Desterreich- Ungarn haben wieder einen freundschaftlichen Verkehr aufgenommen. In Petersburg perlautet mit Bestimmtheit, daß zwischen Rußland und Desterreich- Ungarn eine völlige Verständigung über die Politik im nahen Osten erzielt worden sei, durch die den bisherigen Reibungen ein für alle Mal ein Ende gemacht sei. Nach dem offiziellen Abschluß der Verständigung werde der Zar Kaiser Franz Josef in Wien oder Ischl besuchen. Zur zweiten Beratung der Strafprozeßordnung im Reichstage beantragt die sozialdemokratische Fraktion, die Wahl der Schöffen auf Grund allgemeiner gleicher, ge= heimer direkter Wahl durch die volljährigen Einwohner des Amtsgerichtsbezirks nach den Grundsäzen der Verhältniswahl stattfinden zu lassen. Die deutsche Militäraviatik hat ihr erstes Opfer gefordert. Der 23jährige Leutnant Stein vom Telegraphenbataillon 3, kommandiert zur Versuchsabteilung der Ver kehrstruppen, der Montag morgen Flüge auf dem Döbe rißer Militärflugfelde unternahm, stürzte, als er im Gletta fluge niederging, aus 20 Meter Höhe ab, erlitt einen Schä delbruch und war sofort tot. Die Leiche des Leipziger Reichsgerichtsrates Weller, der ,, wie gemeldet, seit einiger Zeit vermißt wurde, ist am Mons tag aus der Pleiße gelandet worden. Wie man annimmt, hat Reichsgerichtsrat Weller in einem Anfall von Geistesstörung seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht. Die Einführung des obligatorischen Schulunterrichts in Rußland stand in der Dumasizung am Montag zur Beratung. Die betreffende Vorlage fordert eine jährliche Ausgabe von 10 Millionen Rubel für 10 Jahre und überträgt den Verteilungsplan für die zu gründenden Schulen den Selbstverwaltungsbehörden. Der Finanzminister erflärte, die Regierung sei mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Frage bereit, eine jährliche Ausgabe für den genannten Zweck festzusetzen. Die Duma nahm die Vorlage schließlich an. Die Essener Freigesprochenen. Die Meldung, die Sozialdemokratie welle die Freigesprochenen des Essener Meineidsprozesses als Reichstagskandidaten aufstellen, wird vielfach als unglaubwürdig angesehen. Mit der Aufstellung von„ Märtyrerkandidaten", heißt es in einem Blaite, habe man immer üble Erfahrungen gemacht. Dagegen wurden ihnen am Sonntag in zwei großen Versammlungen stürmische Sympathiekundgebungen dargebracht. Der„, Kaiserdeputierte" Ludwig Schröder hat die Der Familienschmuck der Wallutjeffs. Kriminalroman von Freifran G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 26) Doppelselbstmord verübten durch Einnehmen von Zy antali in ihrer Wohnung die 47 bezw. 44 Jahre alten Faz brikantencheleute Josef und Gretchen Deuerlein in Nürn berg. Deuerlein betrieb die Fabrikation von Blechspiel-' waren. In einem hinterlassenen Briefe bezeichnet er etge nes körperliches Leiden als Beweggrund der Tat; seine Frau sei freiwillig mit ihm in den Tod gegangen. Aus den Gerichtssälen. Ein großer Erbschaftsschwindelprozeß hat das Landges richt Augsburg beschäftigt. Die blinde Arbeiterfrau Merk aus Kriegshaber und der Gerichtsvollzieher Münsterer aus München waren angeflagt, große Betrügereien an der verwitweten Maschinenarbeiterfrau Haumann in Kriegshaber begangen zu haben. Als sie nämlich hörten, daß diese nebst thren vier Töchtern 15 000 M geerbt hätte, redete die Blin de der Witwe vor, sie set auch die Erbin eines vor zwölf Jahren verstorbenen Fräuleins v. Langenmantel, die ein Vermögen von 500 000 Min bar sowie ein Haus in Mün-, chem und zwei Schloßgüter in Schwaben hinterlassen habe, welche Erbschaft jetzt durch einen Prozeß zu erstreiten set.' Dazu brauche man natürlich Geld. Um 19 000 M wurde die Frau Haumann allmählich geprellt. Der Gerichtsvollzieher Münsterer belegte den günstigen Fortgang des Erbschaftsprozesses und die fortgesetzten Geldforderungen mit Dokumenten, die er selbst anfertigte. Die blinde Betrügerin er htelt vier Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, der, Gerichtsvollzieher 10 Monate Gefängnis. Das neue englische Parlament ist am Montag mit einer Thronrede feierlich eröffnet worden. Diese wurde dem König vom Lordkanzler knieend überreicht. Ste fonstatiert freundliche Beziehungen mit dem Auslande. In Persien wolle die Regierung die weitere Entwicklung abwarten, bevor sie auf die Annahme ihrer eigenen Vorschläge dringt, die jedoch nur auf Sicherung der persischen Autorität abzielen. Der König kündigt seinen Besuch in Indien an. Zur Verfassungsfrage heißt es nur:„ Vorschläge zur Festsetzung der Beziehungen zwischen den beiden Häusern werden Ihnen ohne Säumen vorgelegt werden, um ein wirksameres Arbeiten der Verfassung zu sichern." Die Thronrede kündigt ferner eine Vorlage zur Alters- und Invaliditätsversicherung und eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit in den dafür geeigneten Gewerben an. Die Ed, ramme erwies sich aber als gar nicht so unbedeutend; bald nach der Heimkehr stellte sich hohes Fie ber ein. Der Arzt stellte fest, daß die Muskeln und Sehnen verletzt waren. Jegor litt sehr große Schmerzen.„ Ich muß wohl um längeren Urlaub bitten," sagte er zum Doftor. Ein ernster Ausdruck flog über dessen Gesicht. Er wußte, daß der Kranke nie mehr die geliebte Uniform der kaiserlichen Elitetruppe tragen, daß der Arm steif blei ben würde. Maria pflegte den Gatten mit zärtlicher Liebe. Ihr ohnehin zartes Nervensystem war jedoch stark erschüttert. Als es Jegor besser ging, brach sie zusammen, eine län= gere Krankheit wars sie nieder. Wallutjeff hatte sich Clairons Briefe aus Petersburg nachschicken lassen. Sie flangen anfangs wenig hoffnungsvoll; schon zweifelte er, ob es dem Detektiv überhaupt gelingen würde, seine schwierige Aufgabe zu lösen. Und inzwischen schwebte das Leben Marias in Gefahr. Sollte sich die alte Sage, die sich an den Familienschmuck knüpfte, wirklich erfüllen an den Trägern des edlen Namens? VII. Kleine Nachrichten. Prinzessin Viktoria Luise, die Tochter unseres Kaiserpaares, wohnte Sonntag nachmittag in der Sophienkirche Jim Knight brauchte über zwei Wochen, ehe er White durch den bewußten fleinen Stern zum nächtlichen Stelldichein rief. Es ,, Daß er eine Privatwohnung genommen hat. wäre jedenfalls gut, weiter nachzuforschen. Unter dem Namen Bergmann wird er sich wohl nicht mehr öffentlich zeigen." „ Das glaube ich auch," entgegnete White nachdenklich, ,, aber wie fingen Sie es an, in den Gasthäusern nach ihm zu fragen?" ,, Was haben Sie erfahren?" fragte Robert. " Leider nicht viel," versetzte der junge Geheimpolizist, ich habe die Hotels cbgesucht, aber der Mann ist nicht zu finden." " Delikates"-Sanerkrant. Der Händler Aloys Busch in' Tuttlingen in Württemberg hatte im vergangenen Herbst mehrere hundert Zentner Krautföpfe erworben und diese in einem schmutzigen Keller, in dem es von Ratten wim-, melte, lagen lassen. Bei Beginn des Frühjahrs wurde das teilweise verdorbene Kraut eingehobelt und als Delt fatcßsauerkraut auf den Markt gebracht. Als verschiedene Käufer reklamierten, wurde der Keller, in dem die Vorräte des Delikatessauerkrautes lagerten, einer polizeilichen Besichtigung unterzogen und es wurde festgestellt, daß die Ware stank und Würmer aufwies. Fünf Fässer standen aufrecht und in der tiefgrauschwarzen Brühe schwammen, unzählige Würmer. Das Gericht verurteilte den Fabrikan ten dieser Delikatesse" zu 14 Tagen Gefängnis, während seine Ehefrau mit einer Geldstrafe von 50 M davonkam. Jim lächelte verschmitt.„ D! ich gebrauchte immer neue Vorwände. Bald gab ich vor, ein Verwandter des Gesuchten zu sein, bald sagte ich, daß er mich herbestellt habe, oder ich erzählte, ich sei ein Schuhmacher, der ihm Maß nehmen sollte; ich war nicht um Gründe verlegen. Ich wies die Photographie vor, auf der, wie Sie sagen, Meyer sehr ähnlich ist; aber alle, die ich nach ihm fragte, wollten ihn nicht gesehen haben." ,, Dann hat er vielleicht Neuyork verlassen." „ Das könnte möglich sein, es liegt aber noch eine andere Möglichkeit vor." „ Und die wäre?" ,, Und haben Sie die Juwelierläden einer genaueren Musterung unterzogen?" fragte White. „ Das tat ich. Ein paar Mal glaubte ich einige Stücke des Samudes in den Schaufenstern zu sehen; sobald ich sie aber mit der Zeichnung, die Sie mir gaben, verglich, erkannte ich meinen Irrtum." Vermischtes. Ueberreichung einer Bittschrift an den Kaiser. Als der Kaiser sich am Montag auf der Rückkehr von einem' Spaziergange vor dem Eingang zum Gebäude des Auswärtigen Amtes in der Königgräger Straße befand, eilte, der 52 Jahre alte Gärtner Johann Krause aus Kirch=" Gellersen bei Lüneburg herbei, um eine Bittschrift zu White dachte einen Augenblick scharf nach. „ Ein verzweifelter Fall," sagte er sich.„ Es wäre doch toll wenn ich zum ersten Male einen Mißerfolg zu verzeichnen hätte, mein Ruf als schneidiger Geheimpolizist wäre dahin." In abwartender Stellung stand Jim Knight da. ,, Was soll nun geschehen?" fragte er. den, fommen Sie hierher, ich erwarte Sie dann behufs wichtiger Mitteilungen." Sie trennten sich für heute. wird aus fter We Xung ben in der 13jährig und tägl an regel langdau fleines geiftesat deutliche Bel wa nuß bei Дая termezzo don die Stüd m destowe nun, de Der junge Schweizer verbrachte eine fast schlaflose Nacht; er warf sich unruhig auf seinem Lager hin und her. Der scheinbare Mißerfolg seines Unternehmens verstimmte ihn. Er dachte auch an Miß Lionel, die er am legten Donnerstag besucht hatte. Sie waren allein gewesen, als er um ein Uhr zum Lunch kam. Mutter und Tochter empfingen ihn in liebenswürdigster Art. Er hatte oft ein Gefühl, als wenn sie sich schon lange kannten. Mrs. Lionel war dem Reisegefährten ihrer Tochter herzlich erkenntlich für die Hilfe, die er dem Mädchen anläßlich ihres kleinen Unfalles hatte angedeihen lassen, und wünschte sich nun ihrerseits von der besten Seite zu zeigen. Die allem Unnatürlichen, Geschrobenen feindliche amerikanische Art gefiel dem Schweizer. Die Freiheit im Umgange überschritt gewisse gesellschaftliche Grenzen nie. Trotz thres Reichtums lag durchaus gar nichts Protenhaftes im Umgang mit Mrs. Lionel und ihrer Tochter. Sie blieben immer die vornehm denkenden Damen der feinen Welt, die den sie umgebenden Lurus ansahen, ohne sich darauf etwas einzubilden. Als sich Mrs. Lionel nach dem Lunch zurückzog, blieben sich die beiden jungen Leute allein überlassen. Sie spielten miteinander Tennis und fanden, daß sie ebenbürtige Gegner waren. White hatte diesen beliebten Sport in England geübt und es in kurzer Zeit zur Meisterschaft gebracht, und Mabel hatte einen Ruf als treffliche Spielerin. Erhitzt vom Spiel, mit blizenden Augen, stand sie neben White. Beide lachten und plauderten fröhlich. Besorgen Sie nur eine genaue Liste der besseren möblierten Zimmerwohnungen. Sie müssen auch dort nachforschen; ich glaube, Meyer ist noch hier er muß noch hier sein." „ Ich werde Ihren Befehl erfüllen, Mr. White." Warten Sie, es wäre doch möglich, daß auch ich Ihnen etwas zu sagen hätte, Jim. Achten Sie Ihrerseits auf die Inserate in der Neuyorker Abendzeitung. Sobald Sie zwei übereinander liegende. Horizontale Striche fin„ Es ist doch seltsam, wie gut ich mich mit diesem Fremden unterhalten kann," dachte das junge Mädchen. „ Er ist so ganz anders, wie alle die jungen Männer metner Bekanntschaft, die mir den Hof machen und mich da durch langweilen. White ist mein Freund, mit dem form ich vernünftig sprechen." ( Fortsetzung recht m echt We füllt wo sich auft lautlos, pen hin Füßen. bie leid werden, als Gei Ein besonder fchiedene Amte de dichtbevi Kraft d Schäden zu beein so zu wi jehen m Frauend befoldet drängt, werden. bund, d dehelfer erhofft firchlich die geb aufs fd Austur ver, Fe Ga triellen men B Grabstä jolitaja ber erf den Ga abzufent perhafte holte, i Deffen Aus der aus Nü gestohlen Fuß feinen G mit gute rieregim hem" G idjon fel fla fein бази де machen, gen", alle ger Leute d irgendw lung de ung der manchen v. 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Die Kriminalpolizei mit dem Polizeihund Grete begab sich sofort auf die Suche und scheint dem Täter auf der Spur zu sein. Für das Stadttheater bedeutet dieser Diebstahl einen großen Verlust, da es nicht so leicht sein wird, jetzt schnell vier andere lebende Gänse zu bekommen und zu dressieren. Das Stadttheater hatte bei der Einstudierung der„ Königsfinder" auf die Inszenierung das Hauptgewicht gelegt und bie vier jetzt gestohlenen Gänse so gut dressiert, daß sie sich jetzt auf der Bühne wie zu Hause fühlten und auf einen Wink des Kapellmeisters hin mit dem Geschnatter begannen. Ueber eine verhängnisvolle Löwenjagd, der ein Bruder des britischen Ministers Edward Grey zum Opfer ge= fallen ist, werden aus Mombasa folgende Einzelheiten gemeldet: Gren pürschte am vergangenen Sonntag mit mehreren Begleitern am Atbufluß auf Löwen. In seiner Jagdpassion galoppierte er tollfühn vorwärts und schoß auf eine Gruppe Löwen. Im nächsten Augenblid sprang eine riesige Bestie auf ihn zu und riß sein Pferd zu Boden. Grey versuchte zu fliehen, doch der Löwe verfolgte und ergriff ihn. Als die Begleiter herbeigestürzt tamen, bot sich ihnen ein gräßlicher Anblick. Das Tier hielt Grey in seinem Rachen und schüttelte und würgte ihn wie eine Ratte. Nur mit der größten Mühe gelang es den Jagdgenossen, dem Raubtier seine Beute lebend zu entreißen; sie brachten den entsetzlich zerfleischten Jäger nach dem Hospital in Nairobi, wo er seinen Wunden erlag. Ein Fall von Nitotinvergiftung bei einem Knaben wird aus Amsterdam gemeldet. Die eigenartige Ertranfung betraf, wie der bekannte holländische Kliniker Pel in der Berliner klinischen Wochenschrift mitteilt, einen 13jährigen Jungen, der in einer Zigarrenfabrik arbeitet und täglich 10 bis 20 3igarren rauchte. Er litt schließlich an regelrechten Halluzinationen, an Schlaflosigkeit, bekam langdauernde Weinkrämpfe, während deren er wie ein fleines Kind nach seiner Mutter rief, zeigte sich öfters wie geistesabwesend und wechselte seine Stimmungen in trasse ster Weise. Die Untersuchung im Krankenhause ergab deutliche Erscheinungen einer Geistesstörung. Professor Pel warnt begreiflicherweise dringend vor dem Tabatgenuß bei Kindern. Das ohumächtige„ Gespenst". Ein tragikomisches Intermezzo unterbrach jüngst im Kleinen Theater in London die Vorstellung. Das zur Aufführung gelangende Stüd war zwar nicht von Shakespeare, doch hatte nichtsdestoweniger ein Geist darin zu erscheinen. Diesem Geist nun, den eine verheiratete, junge Schauspielerin mit dem recht materiellen Namen Blount darstellte, passierte etwas echt Weibliches. Noch ehe setne Mission auf der Bühne erfüllt war, wandelte das in der Nähe des Zuschauerraumes sich aushaltende Gespenst eine regelrechte Ohnmacht an, und lautlos, wie es einem Geist geztemt, sant es über die Rampen hinweg dem Publikum in der ersten Parkettreihe zu Füßen. Schnell wieder zum Bewußtsein erwacht, konnte die leicht verlegte Künstlerin zu ihrer Garderobe geleitet werden, wo ihr ärztliche Hilfe zuteil wurde. Ihre Rolle als Geist zu Ende zu führen, erließ man ihr. Ein neuer Frauenberuf, der dem weiblichen Wesen in besonders günstiger Weise entspricht, wird heute von verschiedenen Seiten erstrebt, in dem zu schaffenden neuen Amte der Gemeindehelferin. Dieses ist in erster Linie für dichtbevölkerte Großstadtgemeinden gedacht, in denen die Kraft der Gemeindegeistlichen nicht mehr ausreicht, alle Schäden des Volkslebens, auch seitens der Kirche möglichst zu beeinflussen und fürsorgend, erziehend und seelsorgerisch so zu wirken, wie es die Kirchengemeinde als ihr Ziel ansehen muß. Die vielfach im Segen wirkende freiwillige Frauenarbeit im Rahmen der Kirchengemeinde soll in dem besoldeten Amte der Gemeindehelferin nicht etwa drängt, vielmehr ergänzt, gefördert und zusammengefaßt werden. Es ist vor allem der Deutsch- Evangelische Frauenbund, der sich die Aufgabe setzte, für die kirchliche Gemeindehelferin einzutreten und ihr die Wege zu ebnen. Er erhofft von dem neuen Amte ebenso eine Belebung der firchlichen Gemeinde, wie eine neue Berufstätigkeit für die gebildete Frau, die in ihm ihre echt weiblichen Gaben aufs schönste entfalten kann. Weitere Auskunft gibt die Auskunftsstelle des Deutschen Ev. Frauenbundes, Hannover, Ferdinandstraße 13. ver= Sargdieb und Erpresser. Die Witwe eines Großindustriellen in Mannheim erhielt dieser Tage einen anonymen Brief, in dem der Schreiber ihr mitteilte, daß die Grabstätte ihres Mannes erbrochen und daraus der Majolikasarg mit zwei Urnen gestohlen sei. Der Briefschreiber erklärte sich bereit, gegen eine Summe von 2000 M den Sarg zurückzubringen, und bat, das Geld postlagernd abzusenden. Die Polizei, der Mitteilung gemacht wurde, perhaftete einen Mann, der den postlagernden Brief abholte, jedoch nur der Beauftragte eines Fremden war. Aus dem Wasserzeichen des Briefpapiers ermittelte man dessen Käufer. Als Täter wurde ein 39jähriger Arbeiter aus Nürnberg verhaftet, der alsbald eingestand, den Sarg gestohlen und auf einem Baugelände versteckt zu haben. Fußball im deutschen Heer. Auch der Fußballsport hat seinen Einzug ins deutsche Heer gehalten. Wie es scheint, mit gutem Erfolge. Hauptmann von Sichart im Infanterieregiment Nr 16 in Köln berichtet darüber, daß er ihn schon sett drei Jahren in einer Kompanie mit vorzüglibem" Ergebnis betreibe. Mit großer Lust und Liebe gäben fich seine Leute in freien Stunden diesem Sport hin, der dazu gedient habe, ihre Glieder spielend" gelenfig zu machen, besser als die bekannten schematischen Freiübungen". Selbst nach anstrengenden Uebungen hätten sich ihm alle gerne gewidmet. Es seient auch Unteroffiziere und Lente durcheinander tätig, ohne daß dies für die Disziplin irgendwie nachteilige Folgen gehabt häte. Auf die Behandlung der Untergebenen habe das Spiel durch Verminderung der Nervosität wohltätig gewirkt.„ Es mag dies für manchen nicht recht einleuchtend sein sagt Hauptmann v. Sichart aber ich kann in dieser Beziehung sehr gut aus Erfahrung reden." Ein fatales Hochzeitsgeschenk. Zu einem gewaltigen Tumult und zu groben Auseinandersetzungen fam es an einem der letzten Tage bei der Verlobung eines Kaufmannes mit der Tochter eines wohlhabenden Hausbesitzers im Süden Berlins. Bräutigam, Braut, und eine große Schar von Gästen saßen gerade beim Verlobungsmahl, als den Eltern gemeldet wurde, daß dret Damen noa ein Verlobungsgeschenk persönlich abzugeben wünschten. Den ange= meldeten Damen wurde auch wirklich der Zutritt gesttattet. Da die drei einen großen überdeckten Korb tugen, waren alle Gäste überaus neugierig auf die Geschenke, die in diesem Korbe verborgen sein sollten und beachteten nicht, daß der Bräutigam abwechselnd rot und weiß im Gesicht wurde. Dann aber zog die eine der drei Damen die Decke vom Korb und es zeigten sich die„ Geschenke" es waren drei Säug linge, die friedlich schlummerten. Der Vater von diesen niedlichen Kindchen war der junge Manu, der hier Verlobung fcierte und der nach und nach drei andere Bräute hatte fitzen lassen. Einen Augenblid war die Gesellschaft verdutzt, dann aber begann ein Durcheinander von Schreien, Weinen und Schimpfen, wie es wohl bei einem Verlobungsfeste selten vorkommen dürfte. In eine besonders prefäre Rage kamen noch d teEltern der Braut, weil die dret hintergangenen Mädchen die Pfänder ihrer Liebe durchaus nicht wieder mitnehmen wollten. Der Don Juan mit den drei verlassenen Bräuten hat jetzt auch eine Braut zu bu= chen, die ihm den Laufpaß gegeben hat. Auch ein Jubiläum. Seit dem Jahre 1711 febte Berlin es durch, daß der Schauspieler Jakob Scheller au fdem damals noch die Nikolaikirche umgebenden Kirchhof der Gemeinde beigesetzt wurde. Die Geistlichkeit erhob zwar Einspruch, aber der gesamte Rat von Berlin widerstand, so daß Scheller wirklich ein ehrliches" Begräbnis erhielt, allerdings auch nur am äußersten Rande des Kirchhofes, aber immerhin in geweihter Erde. Nur zwei Jahrhumderte trennen uns also von dieser erstmaligen Durchbrechung eines alten Vorurteils. Im übrigen bestand allerdings, wie wir im Türmer lesen, noch das ganze 18. Jahrhundert hindurch die Mißachtung der„ Komödianten" fort, denn noch 1784 wurde in Berlin ein Edikt wiederholt, durch das den Bürgern und Kaufleuten eingeschärft wurde, denen Schauspielern" nichts zu borgen, da Klagen auf Bahlung der Schuldbeträge gegen Schauspieler vom feinem Ge richt angenommen werden durften, die Gläubiger also das Nachsehen hatten. Eine Sängerin als Nachnahmesendung. Etsenbahnen, Post und Schiffahrtsgesellschaften haben sicher schon die merkwürdigsten Dinge als Nachnahmesendungen befördert -- aber daß eine lebendige Sängerin gegen Rachnahme verschickt wird, dürfte jetzt wohl zum erstenmale passiert sein. Der Direktor eines Bukarester Tingeltangels wollte kürz= lich für sein Theater eine exzentrische Sängerin, die sich Gräfin Viscontina nennt, engagieren. Die angebliche Gräfin, die sich in Alexandria in Aegypten befand, war derart verschuldet, daß der Bukarester Direktor mit Sicherheit annehmen konnte, daß die Gläubiger der Dame das Reisegeld mit Beschlag belegen würden, wenn er sich einfallen ließe, es ihr in barem Gelde auszahlen zu lassen. Deshalb faßte er den etwas ungewöhnlichen Entschluß, sich die Brettldiva gegen Nachnahme zuschicken zu lassen; zu diesem Zwecke schloß er mit einer rumänischen Schiffahrtsgesellschaft einen Vertrag, nach welchem die Gesellschaft fich verpflichtete, die " Divette" ohne Schiffskarte an Bord eines ihres Dampfers zu nehmen und sie von Alexandria nach Konstanza zu brin= gen; hier sollte sie von dem Direktor gegen Erlegung der gesamten Reisekosten in Empfang genommen werden. Alles ging vortrefflich bis zu dem Augenblicke, in welchem ge= zahlt werden sollte; der Direktor hatte sich ausgerechnet, daß er alles in allem 200 M zu zahlen haben würde; dte ,, Chanteuse" hatte aber, d afte wußte, daß alles bezahlt werden mußte, während der Ueberfahrt wie eine Prinzessin gelebt und einer erklecklichen Anzahl Champagnerflaschen den Hals gebrochen. So fam es, daß dem Direktor eine Nachnahmerechnung in Höhe von 640 M vorgelegt wurde; zuerst weigerte er sich ganz entschieden, zu zahlen; als der Vertreter der Schtffahrtsgesellschaft aber kategorisch erklärte, daß unter solchen Umständen die Ware" zurückgehen würde, bequemte er sich seufzend zur Einlösung der Nachnahme= sendung. Papier aus Zuderrohr. Papier kann aus allem möglichen gemacht werden, und es gibt schon jest fast unzählige Sorten von Papier, allein nach Material und Herstellung. Daß auch aus den Fasern des Zuckerrohrs Papier gemacht werden kann und zwar ein solches von vorzüglicher QuaIttät, ist schon längere Zeit bekannt, aber es ist nicht zu einer eigentlichen Industrie auf dieser Grundlage gekommen. Die Maschinen, die überall, wo Zuckerrohr gebaut und zur Gewinnung von Zucker verarbeitet wird, zur Bermalmung des Rohrs benutzt werden, besorgen ihre Arbeit so gründlich, daß die Fasern zu keinem andern Zweck mehr gebraucht werden können. Die Abfälle werden infolge= dessen nur noch als Brennmaterial benutzt. Nach der Mitteilung einer englischen Fachzeitschrift besteht jedoch die Aussicht, daß in den Vereinigten Staaten die Verfertigung von Zuckerrohrpapier eine feste Begründung und vielleicht bald auch größere Ausdehnung erfährt. Die Papierfabritation in Amerika hat bisher mit Holzfasern gearbeitet und eine solche Waldverwüstung angerichtet, daß diefer Stoff jetzt schon recht teuer geworden ist, zumal auch der Staat die Notwendigkeit eines verstärkten Forstschutzes eingesehen hat. Infolgedessen sind größere Versuche eingelettet worden, um durch Einführung besonderer Maschinen die Fasern des Zuckerrohres in einem Zustand zu erhalten, der ihre Verwertung gestattet. Diese Versuche sind zu volIer Zufriedenheit ausgefallen. Das Verfahren läßt die Fasern ganz unbeschädigt, und das daraus hergestellte Papier ist nicht nur von ausgezeichneter Beschaffenheit, sondern kommt sogar noch billiger zu stehen als das aus Holzstoff bereitete. Von Abfällen nach der Auspressung des zuckerhaltigen Marks fann sogar noch ein minderwertiges Papier hergestellt werden. Außerdem soll auch der Grad der Zuckergewinnung bei diesem Verfahren ein noch grö= Berer sein als bei dem früheren, so daß zwet Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. waren, hatte in dem Waggon Piazz genommen. Ole Tente wurden in den Koupees durcheinandergeschüttelt und zum Teil übel zugerichtet. Einige Abteile wurden zertrümmert und die darin befindlichen Passagiere schwer verletzt. Unter lautem Gepolter stürzten die Waggons zum Entsetzen der die an der Bahn sich hinziehenden Stormstraße passierenden Fußgänger die Böschung hinab. Den sofort zu Hilfe eilenden Beamten und Fahrgästen bot sich ein schrecklicher Anblick. Eine ganze Reihe von Fahrgästen lag einge quetscht in den Trümmern der zerstörten Abteile. Man vernahm das Jammern und Stöhnen der Verwundeten, und ein Wagen dritter Klasse drohte nachzustürzen. Mit großer Energie wurde sofort das Rettungswerk begonnen. Vom Schlesischen Bahnhof wurde ein Hilfszug mit Mon teuren und Aerzten requiriert. Als dieser die Unfalls. lle erreicht hatte, waren die Verunglückten schon teilweise geborgen. Aerzte aus der Nachbarschaft eilten hinzu und stellten sich zur Verfügung. Der größte Teil der Verletzten wurde an Ort und Stelle verbunden und dann in Krankenhäusern untergebracht. Einige konnten nach Anlegung von Notverbänden ihre Wohnungen aufsuchen. Die Verlegungen bestehen aus Knochenbrüchen und starken Quetschungen. Zum Teil haben die Verunglückten auch innere Verletzungen erlitten. Wie die ärztlichen Unter suchungen in den Krankenhäusern ergaben, liegt Lebensges fahr nur bei zweien der Verwundeten vor. Die Schuldfrage ist nach amtlicher Meldung ziemlich geklärt. Als Schuldt ger soll der Lokomotivführer des vom Potsdamer Bahnhof abgegangenen Zuges in Frage kommen. Dieser überfuhr das Haltesignal und rannte dem andern Zug in die Flanke. Die Zahl der Leichtverletzten hat sich inzwischen auf 27 erhöht. Der Betrieb auf der Strecke ist gestern mittag wieder aufgenommen worden. Drabtnachrichten und Deuestes. M. 3 auf der Fahrt nach Meg. Gotha, 7. Februar. Das Militärluftschiff M. 3 ist heute früh 6,05 Uhr zur Fahrt nach Metz aufgestiegen und wird versuchen, die Linie Bebra- Hanau- Frankfurt einzuhalten. Von dort wird die Fahrt wahrscheinlich über Worms und Kaiserslautern gehen. Hersfeld, 7. Februar. Das Militärluftschiff M. 3 passierte vormittags 9 Uhr auf der Fahrt nach Metz unsere Stadt. Das Luftschiff hatte mit starkem Gegenwind zu fämpfen, flog aber in ruhiger flotter Fahrt in etwa 400 Meter Höhe nach Süden. Ordensverleihungen des Königs von Sachsen. Dresden, 7. Februar. Gelegentlich seiner Auwe senheit in Berlin beim Geburtstag des Kaisers verlieh der) König von Sachsen dem Staatssekretär des Reichsamts des Innern Delbrück das Großkreuz des Albrechtsordens mit, dem goldenen Stern, dem Staatssekretär des Reichsschatzamts Wermuth das Großkreuz sowie dem Unterstaatssekre tär Wahnschaffe und dem Direktor des Reichsamts des Innern Lewald das Komturkreuz 1. Klasse desselben Dr dens. Gefährlicher Brand in der Reichshauptstadt. Berlin, 7. Februar. In große Lebensgefahr gerieten in der vergangenen Nacht zahlreiche Bewohner des) Hauses Müllerstraße 145 bei einem Brande, der unbemerkt in einer Küche des Vorderhauses ausgebrochen war. Als die Feuerwehr eintraf, waren die Treppen und mehrere Wohnungen schon vollständig verqualmt. Ueber zwei mechanische Leitern wurden zwölf Personen gerettet und so=) fort mit Sauerstoffapparaten behandelt. Acht Personen wurden in das Krankenhaus geschafft. Mehrere Feuerwehrleute hatten Brandwunden und Verlegungen durch Glassplitter erlitten. Ums Leben gekommen ist bei dem, Brande niemand. Das englische Königspaar in Gefahr. London, 7. Februar. Als der König und die Kö-) nigin gestern die Tore des St. Jamespark erreichten, erschreckte beim Einsetzen der Musik das erste Pferdepaar derartig, daß es heftig zur Seite sprang und die übrigen Pferde mit sich riß, so daß sie fast in das Tor des Wachtlokals einbogen. Die Kutsche schwankte bedenklich. Im nächsten Augenblic sprangen aber die Diener vor die Tiere und rissen sie wieder auf den rechten Weg. Gerettete Fischer. Helsingfors, 7. Februar. Die Eisscholle, auf der die 253 Fischer ins Meer getrieben wurden, ist an der Insel Sestar gelandet. Die Fischer wurden sämtlich gerettet. Eine Falschmünzezbande verhaftet. Prag, 7. Februar. Die Polizei in Saaz verhaftete den 20jährigen Graveur Wopat und zwei Komplizen, weil sie falsche Kronenstücke angefertigt hatten. Die Komplizen beschuldigten Wopat, auch in Deutschland falsche Hundert markscheine auf photographischem Wege hergestellt zu haben. Alle drei legten schließlich ein Geständnis ab. Neues von der Pest. Petersburg, 7. Februar. Aus Charbin wird gemeldet: In allen Dörfern auf dem Wege nach Beking ist die Best konstatiert. In Pefing selbst ist eine Panik ausgebrochen. Sämtliche Konsulate in Tientsin sind augenblicklich isoliert. Der Verkehr auf der chinesischen Bahn ist eingestellt. Die chinesische Regierung ist vollständig kopflos geworden und erwartet eine antidynastische Bewegung. Die deutsche Behörde verbietet das Anlegen der Dampfer an der Kiautschoubucht. Ueber das Gebiet wurde der Kriegszustand verhängt. Im Petersburger Ministerrat wurde der Vorschlag. den Pestherd Fudsjadjan mit einem Militärfordon abzuschließen, aus internationalen Rücksichten abgelehnt. In Charbin sind gestern an der Pest 20 Chinesen und 2 Europäer gestorben. Die eigene Frau verkauft. Lodz. 7. Februar. Der Sohn eines wohlhabenden hiefigen Fabrikanten hat, wie fich jetzt herausstellt, seine eigene Frau an ein Freudenhaus in Buenos Aires verkauft. Die Das Unglück auf der Berliner Stadtbahn. Frau war früher Erzieherin im Hauſe eines Ingenieurs Einzelheiten über den folgenschweren Zugzusammenstoß. Auf Bahnhof Baumschulenweg der Berliner Stadtbahn fuhr, wie bereits telegraphisch gemeldet, am Montag früh furz vor 6 Uhr ein von Potsdam fommender Vorortzug in einen von Niederschönweide- Johannisthal nach Berlin fahrenden Zug. Mehrere Wagen entgleisten; ein Wagen zweiter und ein Wagen dritter Klasse wurden die Böschung des Eisenbahndammes hinuntergeworfen. Von den Fahrgästen wurden nenn schwer und zwölf leicht verlegt. Der Schauplatz der Katastrophe befindet sich etwa 100 Meter vom Bahnhof Baumschulenweg entfernt in der Stormstraße, die fich unmittelbar an den Bahnkörper entlang hinzieht. Auf der einen Seite stehen neuerrichtete Häuser, die andere Seite wird durch einen Zaun vom Bahngelände getrennt. Dieses liegt etwa sechs Meter über Straßenhöhe, eine leicht aufsteigende Böschung führt hinauf. Die beiden Wagen, die bei dem Unfall heruntergeschleudert worden sind, haben den Zaun durchschlagen. Sie liegen am Fuße der Böschung, unmittelbar am Trottoir. Der starfe Bretterzaun hat ihnen einen Halt geboten, sonst wären sie weiter auf den Straßendamm gerollt. Glücklicherweise passierte zur Zeit der Katastrophe niemand die Straße an der Seite der Bahn. Als der Zusammenstoß erfolgte, entstand unter den Fahrgästen eine furchtbare Panik. Man vernahm laute Hilferufe und das Geschrei der in den verunglüdten Waggons befindlichen Fahrgäste. Die unglücklichen wurden mit in die Tiefe gerissen, ohne daß sie sich aus ihrer entfeblichen Lage zu befreten vermochten. Besonders stark war der Wagen dritter Klasse besetzt. Eine große Anzahl von Arbeitern. die zur Arbeitsstelle zu fahren im Begriff in Lodz. Es gelang ihr, aus ihrer Gefangenschaft in Bue nos Aires einen Brief an diesen Ingenieur zu richten, worin sie ihn von der schamlosen Handlungsweise thres Mannes verständigt, der sie mit Liſt nach Südamerika ge= schafft hatte, ohne sie ahnen zu lassen, wohin er sie zu bringen gedachte. Der Ingenieur übergab den Brief sofort der Behörde. Der Brand des türkischen Regierungsgebäudes. Konstantinopel, 7. Februar. Zu dem Brande auf der Pforte wird noch gemeldet: Von den hundert Amtsdienern, die das Erdgeschoß bewohnen, wurden 20 verhaftet, ebenso zwei Polizisten. Die Polizei und die öffentliche Meinung sind der Ueberzeugung, daß eine verbrecherische Brandle-, gung seitens derselben unentdeckten Urheber vorliege, die seinerzeit den Brand des Parlamentsgebäudes verursacht haben. Die Regierung soll mehrere Drohbriefe eines ge= heimen Komitees erhalten haben, daß alle öffentlichen Gebäude niedergebrannt werden würden. Aeroplane im merikanischen Feldzuge. Neuyorf, 7. Februar. Der Generalstabschef der Bun desarmee ordnete die Absendung eines Aeroplanes nach der merikanischen Grenze zum Refognoszierungsdienst an, wofür die Kavallerie wegen der Gebirgigkeit des Gelän des unbrauchbar ist. Man hofft, damit die merikanischen Insurgenten und auch die Regierungstruppen, die jetzt, vielfach, ohne von den Bundespatrouillen bemerkt zu wer den, amerikanisches Gebiet frenzen, rechtzeitig entdecken und abfangen zu können. Der Aeroplan wird mit einem Apparat für drahtlose Telegraphie ausgerüstet; falls er sich bewährt, werden weitere folgen, die alle von Privatleuten. zur Verfügung gestellt sind. Die Resultate des Versuchs werden mit Spannung erwartet. * D Zur Arbeiter- Bewegung. - Praktische e Stande sarbeit wird in den christlich- nationalen Organisationen der Staatsarbeiter und Angestellten geleistet. Durch Eingaben an die Verwaltungen wie durch Petitionen an die gesetzgebenden Körperschaften haben sie ohne Unterlaß gewirkt u. auch schon ansehnliche Erfolge erzielt. Kürzlich hat der dem Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften angeschlossene Zentralverband der Staats- und Gemeinde Arbeiter( Sitz Aschaffenburg) eine Petition an den Reichstag gerichtet, die eine Verbesserung der Lage der Arbeiter in den Militärbetrieben Geschoß- und Waffen- Fabriken, Geschützgießereien, Laboratoriums, Depots 2c. anstrebt. In der Petition werden folgende Wünsche vertreten und begründet; a) Flüssigmachung von Mitteln zum Zwecke von Lohnerhöhungen, sprechend der in der letzten Zeit eingetretenen verteuerten Lebenshaltung;; b) weiterer Ausbau der Alters-, Witwen- und Waisenversorgung; c) Erweiterung des Erholungsurlaubs nach der Zahl der Dienstjahre; d) Zeitgemäße Organisation der Arbeiterausschüsse. Die Petition fordert keine direkte Lohnerhöhung, sondern nur die Bereitstellung von Mitteln für diesen Zweck. Die weitere Regelung ist dann den Bundesstaaten, soweit sie eigene Kriegsverwaltungen haben, anheimgegeben. Kurz und sachlich ist die Eingabe begründet, die hoffentlich im Parlament eine warme Vertretung und bei den maßgebenden Instanzen praktische Berücksichtigung finden wird. - ent= * Arbeiter und Staatsform. Die Sozialdemokratie als geschworener Feind jeder Autorität schwärmt bekanntlich für die republikanische Staatsform im Gegensatz zur monarchischen. Bebel hat aber schon vor Jahren auf dem internationalen Sozialistenkongreß in Amsterdam erklärt daß es im monarchischen Deutschland für die Arbeiter in vielen Punkten besser auszuhalten sei, wie in mancher Republik. Und als des alten Liebknecht radikaler Sohn kürzlich eine Studienreise durch Amerika gemacht hatte, erklärte er seinen verblüfften Genossen, daß er im freien Amerika gelernt habe, deutscher Patriot zu werden. In der„ freien“ Gewerkschaftspresse fängt's nicht minder an zu dämmern. Jm sozialdemokratischen Schuhmacherfachblatt ist zu lesen: „ In der„ freien Republik" Frankreich wütet die schwärzeste Reaktion. Es war dem energischsten Propagandisten des gewalttätigsten Generalstreiks und späteren Verräter, Minister Briand, beschieden, die reaktionären Ministerien, Meline, Dupüŋ 2c. zu überJedes Knorr- Paket enthält einen Gutschein. in 5 Pfd. Säckchen Mr. 1.05 " " 19 21 5 " H 5 90 100 " D 11 " " " 2 " " ff. in 10 in 25 a 2.00 " " je 4.75 " GrünkernMehl Pfd. 70 Pfg. 65 " " Knorr HaferFlocken Hafermehl Reismehl HahnMaccaroni Zur Kreppelbäckerei Weizenmehl, Blütenmehl empfehle Pfd. 17 Pfg., 5 Pfd. 80 Pfg. Schweineschmaly, garant. rein Vegataline,( befte Pflanzenbutter) Palmin, Palmona, Sanella, Vitello. Röböl ltr. 70 Pfa. Feinstes Speise- Rüböl Ltr. 90 Pfg. Prima große Eier 10 Stück 75" Trink- Eter 10 Stüd 85" Stets frische Land- Eier und Land- Butter. Jakob Maternus Ecke Klinik- und Franks. Str. Mitglied der Rabatt- Spar- Vereinigung Tel, 337. 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Wahrlich, man denkt nicht in der französischen Republik zu leben, die ihre demokratischen Einrichtungen in blutigen und glorreichen Revolutionen erkämpft und befestigt hat, sondern im reaktionärsten Winkel Rußlands oder einer anderen finsteren Käufer und Teilhaber Monarchie." Es sind ehemalige Sozialisten, überradikale Generalstreikler, die hier das Heft in Händen und diese abschreckende Probe des 3ufunftsstaates" geliefert haben. Weiterer Kommentar überflüssig. * Eine deutliche Antwort. Um dem Rattenfönig von sozialdemokratischen Verleumdungen endgültig den Garaus zu machen, hat der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter bei den Mitgliedern des Ruhrreviers eine Urabstimmung vorgenommen über folgende Frage: mit Mt. 10000 bis 300000 suchen Kauf oder Beteiligung durch A.Müller, Cassel, Große Rosenstraße 11. Besuche und Rücksprache kostenfrei. garant., rein inländ., vers Honigs Boot franko Nach Bist Du mit den Beschlüssen der Ortsvorsitzen- nahme zu 7 Mr. Scheiben honig den des Gewerkvereins vom 26. November( die be- Neuvrees, Post Neuarenberg, Bez. au 10 Mt Imkereibefizer Wilken kanntlich das Zusammengehen mit dem sozialdemokra- Osnabrück. tischen Verbande ablehnten) und der Haltung der Zentralleitung bei der jetzigen Bewegung einverstanden?" Die Frage wurde von 44 655 Mitgliedern mit ja beantwortet, nur 86 stimmten mit nein, während ein kleiner Reſt sich der Abstimmung enthielt. Das fast einstimmige Vertrauensvotum( die verschwindend geringen Ausnahmen bestätigen nur die Regel) ist die denkbar deutlichste Antwort auf das fortwährende sozialdemo kratische Geschrei, als ob die christlichen Bergarbeiter mit der Taktik ihrer Organisationsleitung unzufrieden seien. 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