digung 0 BUK h er 1911, n n Infanteri ausgefondert - Sanmateri att, wozu kau erwaltung. echenkoke Thracite en verschiedenen a. Qualität, prompt billigst No. 87 ieferungen Leferungen- [ 23/3 verkauf. En reichhalt. Lager: Mylords, Halb 3, Geschäfts: und n aller Art, neu [ 21/3 Butzbach. Harzkäfe tab bier unter Jeracl, Caffel telt reell Fran Wiesbaden, strasse 55L Vorzügliche Winterleger fauft man jept er, Geflügelbof, feg. Breisbud [ 285/9 Yorimall mert, Cassel elefon Nr. 3654 dent November voller Pension unter 689 an biefes Blattes. Ueberall zu haben. Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich sierteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Dienstage, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 220. - Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. Aus Nassau. Die im Hinblick auf die Reichstagswahlen angebahnten Einigungsverhand= lungen zwischen den nassauischen Nationallibe ralen und der Fortschrittlichen Volks= partei sind gescheitert. Dagegen wurde ein= stimmig ein Beschluß angenommen, worin die beiden Parteien sich verpflichten in evtl. Stichwahlen sich aufs eifrigste zu unterstützen und den Wahlkampf rein sachlich zu führen. Beide Parteien erkennen an, daß der Grund dafür, daß eine Verständigung nicht zustande tommen konnte, nicht im bösen Willen einer der beiden Parteien oder Parteileitungen, sondern in der Lage der politischen Verhältnisse in Nassau zu suchen ist. Hessische Landtagswahlen 1911. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 7. November 1911. n Der 83 Jahre alte Landwirt Haas aus Sichen=| hausen fuhr am Sonntag mittag von Lich nach Gießen, um seinen hier wohnhaften Sohn zu besuchen. Unterwegs starb er plötzlich. n Einen schwierigen Transport verursachte ein 500 Zentner schwerer Kessel der neuen Gummifabrik. Nicht weniger als 17 Pferde wurden dazu benötigt. o Unter der Maut und Klauenseu che hat besonders der Kreis Friedberg stärker als andere Kreise Hessens zu leiden. Die Landwirte sind an der HerbstNaturalienlieferungen an die Städte nicht gerecht werbestellung des Feldes gehindert, auch können sie ihren den. o Ober- Lais. Bürgermeister Friedrich Schauer mann 2., der bereits 18 Jahre im Amte ist, wurde einstimmig wiedergewählt. o Buzzbach. Das Ehepaar Wachtmeister i. P. Johannes Leppert feierte bei bester Gesundheit die gol§ Nieder- Saulheim. Die Parteileitung der dene Hochzeit. Lepper, der bei den Dragonern diente, „ Fortschrittlichen Volkspartei" des Landtagswahlkreises ist 84, seine Frau 74 Jahre alt. Der Großherzog hat Nierstein- Nieder- Saulheim hat beschlossen, zu der Stich- Unterschrift gewidmet. Eine ungemessene Anzahl dem Jubelpaare seine Photographie mit eigenhändiger wahl zwischen dem nationalliberalen Kandidaten Schät- Glückwunschschreiben und Telegrammen ging dem grei zel- Selzen und dem antisemitisch- bauernbündlerischen Kandidaten Michael Wolf 16.- Stadecken den freisinnigen sen Paare zu, darunter befanden sich Glückwünsche von Wählern die tatkräftige Unterstützung der nationalliberadem Kommando des Hess. Gendarmeriekorps und dem len Kandidatur zu empfehlen. Die Fortschrittliche VolksOffizierskorps des Dragonerregiments Nr. 23, sowie partei wird sich in diesem Sinne auch an der Wahlvom Kreisamt 2c. agitation beteiligen. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. November 1911. Der an Werktagen vor Sonn- und Feiertagen verkehrende Personenzug 424a von Gießen nach Weilburg fährt am Tage vor dem preußischen Buß- und Bettag( 22. November) von hier 7.27 Uhr abends ab, dagegen fällt der Personenzug 429 von Wetzlar nach Weilburg 6.32 Uhr abends an diesem Tage aus. Eine ständige Ausstellung von Obst- und Weinbaugeräten soll mit Anfang November in Bingen eingerichtet werden. Stenographie. Am kommenden Sonntag hält der Bezirk Gießen im Hessisch- Nassauischen( MainRheingau-) Verband Gabelsbergerscher Stenographen seine Herbst- Vertreterversammlung im Cafe Ebel ab. Auf der Bahnfahrt von Gießen nach Friedberg verlor eine Dame einen Brillant- Ohrring im Werte von 1500 Mark. Vom Vogelsberg. Der Neubau des 2. Klubhauses auf dem Hoherodskopf, errichtet durch den Vogelsberger Höhenklub, ist nunmehr soweit gefördert, daß die Einweihung voraussichtlich am 3. Dezember erfolgen soll. Das neue Klubhaus enthält in seinem unteren Raum vor allem ein saalartiges Gastzimmer, während der obere Stock für Logierzwecke eingerichtet ist. Die Errichtung einer neuen Schneeschuhhalle ist in Aussicht genommen. n zum Oberpostsekretär ernannt wurde der Postsekretär Koh Ihase in Gießen. n Von der Eisenbahn. Der Bahnmeister= aspirant Hine wurde von Frankfurt nach Gießen, der Lokomotivführer Wisser von Gießen nach Eitorf versetzt. Die Dienstauszeichnungsschnüre für zehnjährige zufriedenstellende Dienstzeit erhielten der Reservelokomotivführer Wittich und der Oberschaffner Ho= nig in Gießen. Ferner erhielt eine einmalige Zuwendung von 100 Mt. für 40jährige zufriedenstellende Dienste der Werkstättenarbeiter Rinn in Gießen, sowie Prämien für Entdeckung betriebsgefährlicher Schäden der Streckenarbeiter Ruh I, der Lampenwärter Albach und der Rottenführer Volk in Gießen. n Die vom Hess. Verein für Luftschiffahrt und dem Oberhess. Automobilklub für letzten Sonntag geplante Ballonverfolgung durch Automobile mußte der ungünstigen Witterung wegen aufgegeben werden. n Seit letzten Donnerstag wird die 18jährige zu Liederbach geborene Marie Weiß vermißt. Es ist zu befürchten, daß ihr ein Unfall zugestoßen oder daß sie sich ein Leid angetan hat. Sie ist mittelgroß, von kräftiger Statur und blond. Bei ihrem Weggang trug sie rote Bluse, dunklen Rock, weiße Schürze und Haus= schuhe. Für richtige Auskunft bei der Polizei ist eine hohe Belohnung sicher. n Der vor kurzem auf unserem Bahnhof verunglückte Weichensteller 1. Klasse Philipp Weber ist seinen Verlegungen erlegen. von o Bad Nauheim. Versetzt wurde der Großh. Regierungsbaumeister Dressel, der mehrere Jahre bei der hiesigen Badedirektion tätig war, zum Königl. Eisenbahnzentralamt Berlin mit dem Amtssitze in Dortmund. o Bad Nauheim. Bis zum 31. Oktober wurden 34 464 Fremde angemeldet. o Friedberg. Auf Veranlassung des Kreisrates Schliephate fand in Staden eine größere Versammlung statt. Sie beschloß, dahin zu wirken, daß eine Bahn von Ranstadt nach Friedberg gebaut würde, als Verbindungsbahn zwischen der Oberhessischen und der Main- Weser- Bahn. o Friedberg. Im Juli und August des vorig. Jahres erhielten mehrere hiesige Bürger, Fabrikanten 2c. Erpresserbriefe, in denen sie unter Androhung von Gefahren für Leib und Leben aufgefordert wurden, eine bestimmte Summe, meist waren es 3500 bis 4000 Mt., an bestimmten Plätzen niederzulegen. Der rührigen Tätigkeit des Polizeikommissars Weiß ist es jetzt gelungen, einen der Erpresser in der Person des Bäckergesellen G. Pfaff zu ermitteln. Dieser hat zwar noch kein Geständnis abgelegt, dürfte aber überführt werden. Auch den Mittäter hofft man bald zu ermitteln. o Fulda. Die Domäne Eichenzell, Besitztum des Landgrafen von Hessen, und seither verpachtet, soll zum Verkauf gebracht werden. In den Kreisen der Pächter herrscht wegen des Verkaufes Bestürzung. s Offenbach a. M. Das Wasserrohrnet unserer Stadt wird in Kürze eine bedeutende Erweiterung durch die Anlage eines etwa 6 Kilometer langen Rohrstranges von 400 Millimeter lichter Weite erfahren. Die Lieferung der gußeisernen Muffenrohre erfolgt durch die Buderusschen Eisenwerke in Weylar und die Firma P. Stühlen in Köln. s Offenbach a. M. Die nächste Stadtverordne tensitzung wird sich mit der Gewährung einer Teuerungszulage an die Beamten und Bediensteten, Lehrer schaft und Arbeiter der Stadt beschäftigen. Das gesündeste Kindergetränk ist Kathreiners Malzloffen in Milf getocht. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfs. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. s Offenbach. Die Einwohnerzahl im verslossenen Monat überstieg das 77. Tausend, sie betrug ins= gesamt 77 209. s Darmstadt. Das Plenum der hessischen Landwirtschaftskammer tritt zur ordentlichen Tagung am 14. November zusammen. s Darmstadt. Samstag wurde im Gewerbemuseum die Ausstellung über den Alkoholismus eröffnet. Die Veranstaltung ist dem Hessischen Gauverband gegen den Alkoholismus und dem hiesigen Alkoholgegnerbund zu verdanken. ):( Vom Westerwald. Infolge der außerordentlichen Fülle von Eicheln wird das Einsammeln der Eicheln zum Zweck der Schweinefütterung in den Gemeinde- und Privatwaldungen sehr eifrig betrieben. Beim Verkauf sind wegen der Teuerung die Preise schon auf 5-6 Mark für den Zentner gestiegen. ):( Limburg. Die völkerkundliche Ausstellung dahier ist geschlossen worden. Sie hatte sich eines sehr regen Besuches zu erfreuen und wurde von rund 8200 Personen besucht. Montag den Arbeiter Rau aus Rodheim wegen Blut):( Marburg. Das Schwurgericht verurteilte am schande und Sittlichkeitsverbrechen zu 3½ Jahren Gefängnis und 4 Jahren Ehrverlust. ):( Frankfurt. Das Rektorat der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften ging Samstag von Prof. Freudenthal für die nächsten zwei Jahre an Prosessor Banzer über. ):( Frankfurt. Bei den Arbeiten am Eisernen Steg brach plötzlich das etwa 3000 3entner schwere Gerüft zusammen und stürzte dröhnend in den Fluß. Vier Arbeiter, die oben beschäftigt waren, fielen mit ins Wasser. Drei wurden unversehrt herausgeholt, ein Vierter erhielt mehrere Rippenbrüche und eine Quetschung der Lunge. ):( Biedenkopf. Postmeister Sayn ist in Streuznach, wohin er nach seiner Pensionierung verzogen war, plötzlich infolge eines Herzschlages gestorben. Sohn Nachfolger hier stellte ihre Zahlun):( Wiesbaden. Die Banffirma Karl Kalb gen ein. ):( Herbstein. Auf der diesjährigen Haupt= eitherige stellvertretende Direktor, Bürgermeister Schneiversammlung der Bezirkssparkasse Herbstein wurde der der von Herbstein, zum Direktor gewählt. ):( Kassel. Selbstmord durch Erschießen verübte am Sonnabend nachmittag in einem hiesigen Hotel der aus Darmstadt zugereiste Oberleutnant des Darmstädter Traindepots, Freiherr von Winzingerode. ):( Hanau. Die hiesige Oberrealschule kann am 1. Februar 1913 auf ein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Schönheit, Jugendfrische hängen oft mit dem Zustand des Blutes zusammen, wenn das Blut gesund ist, dann ist das Wohlbefinden des ganzen Körpers gehoben. Es ist eine normale Ernährung unbedingt notwendig, um gesundes und mit allen nötigen Bestandteilen ausgestattetes Blut zu erhalten und dem Körper Gesundheit und Kraft zu berleihen. Wenn das Blut nicht die richtige ZusammenJetzung hat, wenn dasselbe arm an roten Biutkörperchen ist, dann find Blutarmut und Bleichsucht die natürlichen Folgen. Die Kräfte fchwinden, blaffes fables Aussehen, nervosität, grosse müdigkeit, Abmagerung, Darniederliegen der körperlichen und geistigen Kräfte find die Folgen; noch jugendliche Perfonen crscheinen alt, die Gesichtszüge verändern sich und junge Frauen und Mädchen verblühen zusehends. Um diesen Zustand zu beseitigen und den Körper in gesunden, frischen Zustand zu versetzen wird jetzt allgemein Leciferrin angewandt und allen anderen mittel vorgezogen, was auch von medizinischen Autocitäten bestätigt wird. Leciferrin( eine Obo Lecithin- Eisenverbindung) ist sehr schmackhaft, gut bekömmlich und befördert zugleich die Verdauung und Assimilation; die Patienten fühlen sich beim Gebrauch des Leciferrins sofort wohler und frischer. Man achte beim Einkauf genau auf den Namen Das Gehalt mocht 6! Leciferrin. Leciferrin ist in den Apotheken erhältlich zum Preise bon M, 3( längere Zeit reichend) ganz sicher von: Universitäts Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. Was das Marokkoabkommen enthält. Die deutsch- französischen Verhandlungen sind, wie wir meldeten, nach einer vier Monate dauernden Beratung zum Abschluß gelangt und der Marokkovertrag ist von beiden Regierungen unterzeichnet worden. Ueber den Inhalt des Abkommens werden halbamtlich folgende Mitteilungen verbreitet: befürchten, daß er seine Stellung von der Mehrheit des Reichstags abhängig mache. Dazu schreibt die„ Norddeutsche": Die hier geäußerte Behauptung, daß der Reichskanzler sich seine Stellung zu entscheidenden politischen Fragen von der Parteitonstellation im Reichstage diktieren lassen werde, muß unter Hinweis auf seine bisherige Amtsführung entschieden zurückgewiesen werden. Der Natur des Retchskanzlers entspricht vielmehr eine Auffassung seines Amts, die ihm seine Ueberzeugung zur Richtschnur des Handelns macht. Der Ausfall der Wahlen wird an dieser Auffassung und der daraus sich ergebenden Art der Anitsführung nichts ändern. Graf Haefeler als Reichstagskandidat. Die Konservativen, Deutschsozialen und Christlichsozialen des Reichstagswahlkreises Duisburg- Mühlheim- Oberhausen haben im Bunde mit den rechtsnationalliberalen Vertretern an den Feldmarschall Grafen Haefeler die Bite gerichtet, die Kandidatur der vereinigten bürgerlichen Barteten in dem genannten Wahlkreise zu übernehmen. Der Graf hat die Kandidatur angenommen mit der Einschränkung, daß er sich im Falle seiner Wahl ketner politischen Partei anschließen, sondern selbständig sein fedem Deutschen bekanntes Programm vertreten werde. Die Nominierung der Kandidatur wird in den nächsten Tagen in Duisburg erfolgen. Ein ruchlofes Dynamitattentat tft in Jmerten tm Kreise Pleß verübt worden. Auf das Fenster des Hauses eines Steinbruchverwalters waren mehrere Dynamitpatronen gelegt und zur Explosion gebracht worden. Das Haus tit furchtbar verwüstet. Ihren vermutlic eigentlichen Zweck, den Mann und dessen Familie in die Luft zu sprengen, haben die Attentäter aber nicht erreicht. Die Unterzeichnung des Marotto- Abkommens hat am Sonnabend nachmittag im Berliner Auswärtigen Amt durch den Staatssekretär von Kiderlen- Wächter und den Botschafter Cambon stattgefunden. Das für die französische Regierung bestimmte Vertragsexemplar ist sofort nach Barts abgegangen, und nach seinem Eintreffen daselbst werden die beiden Regierungen die gleichzeitige Veröffentlichung veranlassen. Nach der Unterzeichnung des Abkommens empfing der Reichskanzler den französischen Botschafter. Die französische Regierung hat sich auf das bündigste verpflichtet, die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Nationen in Marokko aufrechtzuerhalten und dafür zu sorgen, daß das vertraglich festgelegte Brinzip der offenen Tür durch keinerlei Maßnahmen beeinträchtigt werde. Rechte und Wirkungskrets der marokkanischen Staatsbant werden erneut garantiert, andererseits präzisiert Deutschland das schon im Jahre 1909 ausge fprochene politische Desinteressement und sichert Frank reich volle Bewegungsfreiheit zu für Herstellung und Aufrechterhaltung der Ordnung, auch für eine eventuel mit der marokkanischen Regierung erfolgende militärtsche Besetzung sowie eine politische Attton zu Wasser und zu Lande. Ferner wird Deutschland feinen Einspruch erheben, wenn der Sultan die diplomatischen und konsularischen Agenten Frankreichs mit der Vertretung der marokkanischen Interessen betraut und den Vertreter Frankreichs bet der marokkanischen Regierung zum Vermittler gegenüber den anderen Vertretern bestellen sollte. Die französische Regierung ver= pflichtet sich, feinerlei ungleichheiten zwischen den in Marokko Handel treibenden Nationen zuzulassen in be= zug auf Zölle, Steuern, andere Abgaben, Eisenbahn-, Schiffs- und sonstigen Verkehrstarifen. Ausnahmen follen gelten für den Transitverkehr. Ferner darf die Konkurrenzfähigkeit der Waren durch keinerlei Verord: nungen beeinträchtigt werden. Auf das aus Marokko auszuführende Eisen darf kein Ausfuhrzoll gelegt wer= den, desgleichen darf in bezug auf Bergwerksabgaben zwischen den Angehörigen der fremden Nationalitäten feinerlei Unterschied gemacht werden. Bezüglich der öffentlichen Ausschreibung übernimmt die französische Regierung die ausdrückliche Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß die Konkurrenzfähigkeit der Staatsangehörigen sämtlicher Mächte in Wahrheit die gleiche ist, der Betrieb der großen Unternehmungen bleibt dem marottanischen Staat reserviert, oder fann von ihm frei= händig an Dritte vergeben werden, die die für den Befrieb nötigen Geldmittel zur Verfügung haben. Die Reglements müssen indessen unbedingt gleichmäßige Behandlung sämtlicher Staatsangehörigen sichern. Allen Eigentümern von Bergwerksbetrieben sowie von industriellen und landwirtschaftlichen Unternehmungen ist der Bau von Anschlußbahnen an die nächsten Häfen ge= stattet. Für Beschwerdefälle ist ein rasches Schiedsverfahren vorgesehen. Die von fremden Staatsangehörigen erworbenen Fischeretrechte bleiben unangetastet. Neue Häfen sollen nach Bedürfnis geöffnet werden. SchließItch sichern sich beide Mächte ihre Unterstüßung zu, um die übrigen Signatarmächte zum Beitritt zum gegenwärtigen Abkommen zu bestimmen. Rücktritt des Kolonialstaatssekretärs. Folgenschwerer Brückeneinsturz. Zu Auburn in Kolumbien stürzte eine im Bau begriffene Brücke tell weise ein, die die größte der Welt werden sollte. Sechzehn Arbeiter wurden getötet. Vermischtes. der ruffifchfolgende Gir Bu fie verf Flitchteten fie gleich mit be begann ein Gfamen di Der Stadt Bande stand Bers Banafia babfichtigte, heranzuziehe Biufer zur eine Anzahl Banditen fic Sinde zu f bes Hauses auf dem Da Er hatte me im Tote Ma Der erft gegenwärtige Ete betracht das der erfte on- endampfer te. Und doch Fabren ließ org eines folgende And Zu der Schülertragödie in Rudolstadt, die vor dret Wochen Aufsehen erregte, wird jetzt gemeldet, daß bet dem Unterprimaner Dießen, der im Rudolstädter Krantenhause darniederliegt, die Entfernung der Kugel nunmehr erfolgt ist. Von ärztlicher Seite wird angenommen, daß D., dessen Befinden sich andauernd gebessert bat, vollständig wiederhergestellt werden kann. In juristischer Beziehung liegt die Angelegenheit so, daß Dießen auch nach seinen eigenen Befundungen als derfenige zu gelten hat, den der wesentlichste Teil der Schuld an der unseligen Affäre trifft. Es gilt indessen im Hinblick auf sein zerrüttetes Nervensystem in jedem Falle als nicht wahrscheinlich, daß er in vollem Maße verantwortlich gemacht werden kann. Die Marokko- Interpellationen werden, wie bestimmt verlautet, im Reichstage am nächsten Mittwoch zur Verhandlung kommen. Der Reichskanzler wird zu Beginn der Sigung sofort das Wort ergreifen, um die Interpellationen zu beantworten. Erst nach ihm werden die einzelnen Parteien, die die Interpellationen gestellt haben, Stellung zur Marokkofrage nehmen. Der Reichskanzler leat Wert darauf, sofort dem Lande gegenüber Rechenschaft über die Maßnahmen der Regierung abzulegen, zumal da in der französischen Kammer die Marokkofrage voraussichtlich am gleichen Tage zur Debatte gestellt werden wird. Für die Beratung der Maroffo- Interpellationen sind drei Tage in Aussicht ge= nommen. Eine wahrhaft barmherzige Schwester. Für eine schwere Kopfoperation Krebs und Abnahme eines Ohres hatte der in Abenberg in Bayern ansässige praktische Arzt Dr. Tarrasch ein Stück Haut nötig. Die Chirurgie ist nämlich, wie bekannt, heute so weit entwickelt, daß sie gewisse ertranfte Hautstellen in vielen Fällen durch Verpflanzung gesunder Haut an die erfranfte Stelle sogenannte Transplantation- zu het len vermag. Schwester Bonifacia stellte nun ihren Oberarm dem Dr. Larrasch zur Verfügung und ließ sich nicht nur ohne Narkose so viel wie nötig Haut davon entnehmen, sondern half auch bei der sofort folgenden Hauptoperation. Diese verlief so vorzüglich, daß der Arzt den 75jährigen Batienten schon nach wenigen Tagen in sein nahes Heimatsdorf zurückkehren lassen konnte. Bei Beratung des Privatbeamtenversicherungsgefetzes hat die Reichsversicherungstommission am Sonnabend den Antrag der Wirtschaftlichen Vereinigung auf Streichung der die Ersaukaffen behandelnden§§ 367 ff. abgelehnt. Die Ersaßtassen werden somit grundfäßlich zugelassen. Weiterhin beschloß die Kommission, die Versicherten in höherem Maße, als es der Entwurf vorsieht, an der Verwaltung der Kaffen zu beteiltgent. Schließlich wurde beschlossen, daß die freiwillige Versicherung auch Personen erlaubt wird, wenn sie bis zu 10 000 Mark Einkommen haben, sofern die Versicherten im ersten Jahre des Versicherungsgesetzes aufge= nommen wurden. Der Rest des Gefeßes wurde im we= sentlichen unverändert angenommen. Die zweite Lefung in der Kommission soll am 9. November beginnen. Just zur selben Beit, wo die Kunde von dem Adschluß des deutsch- französischen Abkommens in die Lande geht, tommt die Meldung von dem Rücktritt des Staatssekretärs des Reichskolonialamts Herrn v. Lindequist. In der vortgen Woche schon tauchten Gerichte auf, daß Herr v. Lindequist im Zusammenhange mit den Kongo- Kompensationen von seinem Posten zutricktreten werde. Die Gerüchte wurden alsbald in ber " Norddeutschen" als grundlos bezeichnet. Am Freitag mun verbreitete das offiziöse Wolffsche Telegraphenbureau folgende Meldung: Der Staatssetretär des Reichstolonialamts von Lindequist hatte während des Sommers sein Abschiedsgest ch eingereicht, weil er mit den in Frage stehenden Kompensationen nicht einperstanden war. Vom Kaiser war das Abschiedsgefuch während des Laufes der deutsch- französischen Verhandlungen abgelehnt worden. Staatssekretär von Lindequist erneuerte heute sein Abschiedsgesuch, nachdem er noch am Sonnabend mit der Dementierung feines Rücktrittsgesuches sich einverstanden erklärt hatte. Inzwischen hat der Reichskanzler dem Katser über die Angelegenheit Vortrag gehalten und der Kaiser hat bas Entlassungsgesuch des Staatssekretärs v. Lindequist genehmigt und sich damit einverstanden erklärt, daß Ber Gouverneur von Samoa, Dr. Solf, bis auf wetteres mit der Leitung des Kolonialamtes betraut wird. Rundschau vom Cage. Politisches Kleine Dachrichten. Aus der reichsten Stadt Breußens. Als solche gilt jetzt bekanntlich Charlottenburg. Ueber die Wohnungsverhältnisse dort macht die Charlottenburger Armenverwaltung interessante Mitteilungen. Die schon außerora dentlich hohen Preise des Vorjahres sind noch weiter gestiegen. Der monatliche Durchschnittspreis der Einzimmerwohnungen tst von 24,58 A. auf 25,51 M. gesttegen. Die hohen Preise bedingen eine große Ueberfüllung. Unter 1266 Wohnungen von Stube und Küche waren 174 von mehr als 5 Personen, 88 von mehr als 6, 41 von mehr als 7, 8 und 9 Personen, und 2 von 12 Personen bewohnt. Die Armenverwaltung mußte im letzten Jahre zur Vermeldung von Ermisstonen 15 222 Mark, und zur Beschaffung einer Wohnung für obdachlos Gewordene 2265 M. aufwenden. Pfarrer Jatho ist zum Presbyter und gleichzeitig zum Kirchenältesten der evangelischen Gemeinde in Cöln gewählt worden. Man sieht mit Spannung der Entscheidung des Konsistoriums entgegen, das die Wahl zu bestätigen hat. Der Kanzler über den Parteien. Durch die Preffe tst ein Brief des Vorsitzenden des Bundes der Bandwirte bekannt geworden, der zu Geldbeiträgen für öte Wahlfampagne auffordert und nach Erwähnung der Aufgaben des fünftigen Reichstages bemerkt, bet der ganzen Natur des jeßigen Reichskanzlers müsse man 20) Aus Eifersucht. Eine Bombe unter dem Schreibtisch des Zaren? Nach in Wien vorliegenden Petersburger Privatmeldungen ist unter dem Schreibtische des Baren in dessen Arbeitszimmer unter dem Teppich versteckt, eine Höllenmaschine gefunden worden, die mit einem elektrischen Lettungsdraht versehen war. Der Zar habe die VerHaftung des gesamten Dienstpersonals angeordnet. Die Bestätigung der Nachricht bleibt jedoch abzuwarten. Das Hotel Bellevue am Karlsplay in München, ein altes Fürstenquartier ist von seinen Befibern an den Bestzer des Kaiserfellers in Frankfurt a. M. für drei Millionen Mart verkauft worden. Es wird vollständig neu aufgebaut. Berent Frau Toselli? Die letzten Erlebnisse Lutse Tosellis, die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen, haben einen Entschluß in thr rege gemacht, der, wenn er zur Ausführung kommt, eine völlige Rückkehr zum Besferen bedeutet. Frau Tosellt will angeblich aus Sehnsucht nach der Heimat nicht in Italten und der Schweiz leben und hat durch eine Mittelsperson threr Mutter, der Großherzogin von Toskana, die feit Veröffentlichung der Memotren tede Rücksprache mit Frau Tosellt ablehnte, die Bitte vortragen lassen, daß die großher=" zogliche Familie für sie einen Ort in Deutschland bestimmen solle, an dem sie leben wolle. Sie wolle sehr zu=) rückgezogen leben, doch müsse ihre ga= ranttert werden, daß sie nicht gleich einer Gefangenen in einem geschlossenen Raume interniert wurde. Eine Antwort ist von seiten der großherzoglichen Familie bis jezt noch nicht erfolgt. Die Aussperrung in der Tabakindustrie in Westdeutschland umfaßt zur Beit 10 000 Arbetter in Westfalen, darunter 4000 weibliche. Nunmehr erklären auch bie übrigen Firmen, ihre sämtlichen Arbeiter aussperren au wollen, so daß alsdann insgesamt 14 000 Arbeiter ausgesperrt sein werden. Gegen die Schaustellungen von wilden Völkerbanden wendet sich eine Verfügung des preußischen Ministeriums des Innern. Danach find die zuständigen Behörden angewiesen worden, die Veranstaltungen folcher Schaustellungen in Zukunft nur dann zu gestatten, wenn die Schausteller ärztliche Atteste von der Gesundheit aller Mitglieder der Ausstellung beibringen. Einem furchtbaren Berbrechen, dessen Einzelheiten noch in völliges Dunkel getaucht sind, ist man, nach einer Meldung aus Paris, in Laval, im Departement Mayenne, auf die Spur gekommen. Bei einer Revision der dortigen Spartaffe stellte es sich heraus, daß der feit einigen Tagen angeblich wegen Krankheit abwesende Prokurist Fonquet, der den Seasstererposten versah, Un= terschlagungen in Höhe von 120 000 Mark begangen hatte. In der Absicht, ihn festzunehmen, fand man die Tür zu seiner Wohnung verschlossen. Mit Hilfe eines Schlossers drang man gewaltsam in das Zimmer ein. Dort bot sich den Eindringenden ein schauerlicher Anblick. Die 35jährige Frau Fonquets und einen elffährigen Knaben fand man tot in ihren Betten auf. Revolverschüsse hatten ihrem Leben ein Ende gemacht. Ein) furchtbarer Kampf muß der Mordtat voraufgegangen fein. Das Gesicht der Frau war von Kraßwunden fast) zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Mörder hatte seinem Opfer fast das halbe Kopfhaar ausgerissen. Ueber das Motiv zu der Tat ist man noch vollständig im Unklaren.. Fonauet ist flüchtig. ein Medium Enthüllungen über die Untat erwartet würden. Er war von vornherein davon überzeugt, daß das nur Spiegelfechteret sein würde; aber er freute sich darauf, hier vielleicht Gelegenheit zu einer Entlarvung gewisser Leute zu haben, die auf bequeme Art von der Gutgläubigkeit anderer lebten. Wenn er durch Herrn von Marleben eingeführt wurde, so war er ganz unverdächtig und konnte unbeeinträchtigt durch das Mißtrauen der Teilnehmer seine Beobachtungen machen. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Betde hatten mit innerlichem Behagen seine Wissenschaft dieser Geheimsprache erprobt, indem er hter auf sein letse gemurmeltes Binken Flossert" eine Kümmel, dort auf den Wunsch eine Bläse" einen Pfeffermünz und wieder anderswo auf den Ausdruck, Serf" einen scharfen Kornbranntwein erhielt. Aber das, was er suchte, hatte er nirgends gefunden. Es waren metstens ausgemergelte Gestalten, halbe Menschenwracks, armselige, gescheiterte Existenzen ohne Saft und Kraft und Lebensenergie, die er da zu sehen bekam. Der, nach bem er spähte, mußte aber ein forscher Junge sein, und das Mädchen, dessen er sich von dem Morgen in Villa Marleben wohl erinnerte, war keine von den herabgetommenen Megären, die hier und da stumpfsinnig herumhockten. Nur einmal wurde er stußig, als er in einem der Keller ein junges Mädchen bemerkte, das thm eine entfernte Aehnlichkeit mit jener Krankenpflegerin zu haben schien Er schlich hinter thr her, als sie nach einem schüchtern eingenommenen Kaffee den Raum perlassen hatte, und redete ste auf der Straße an. Ste schrat zusammen. Er merkte, daß es ein der Weltstadt ganz untundiges, unerfahrenes Geschöpf war, das sich auf dem Wege nach dem Magdalenenstift verirrt hatte, und sagte ihr genau den richtigen Weg, worauf sie ihm schen dankte. Was mochte sie nachher erzählt haben von bem armen, heruntergekommenen Menschen, der ihr so freundlich den Weg gezeigt hatte und überhaupt so merkwürdig gut Bescheid wußte! Er nahm einen Tarameter, dessen Kutscher diesen reduzierten Menschen allerdings erst beförderte, als er feine Erkennungsmarke hatte sehen lassen. Den Wagen Iteß er vor seiner Tür warten und benutzte thn nach einer halben Stunde wieder. Der Kutscher schmunzelte vergnügt, als er den Strolch von vorhin fezt in offtztersmäßig sizenden schwarzen Beinkleidern, elegantem Winterüberzieher, glänzendem Zylinderhut und rötltchen Glacehandschuhen in seinen Wagen steigen sah. An einem Uhrmacherladen sah Weide, daß es bereits 7 Uhr war. Er mußte nach Hause, denn um 8 Uhr wollte er in der spiritistischen Stzung sein. Herr von Marleben hatte ihn vor einigen Tagen dazu eingeladen und darauf aufmerksam gemacht, daß dort durch „ Also Potsdamerstraße 88d, Herr Kommissar?" fragte er diensteifrig. Gewiß, Herr Kommissar. Wetß schon, da tst ja heut' Sizung." Wie? Ste wissen?" " Die Ränberburg in Lodz. Ueber den gestrigen 3usammenstoß zwischen Räubern und Geheimpolizisten in Eine weißhaarige, aber frisch aussehende Dame fam thm entgegen und sah ihn fragend an. Als er letse den Namen„ Wetde" geflüstert hatte, warf sie einen Blick auf einen kleinen Zettel, den sie in der Hand hielt und antwortete ebenso leise:„ Ah! Seien Sie mir herzlich willkommen!" " Freilich," versezte der bledere Roffelenker mit Würde. Habe schon mehrere Male am Dienstag dorthin eine Fahrt gehabt. Bin dann gegen zwölf Uhr nachts wieder hingefahren und habe immer einen Herrn oder eine Dame gekriegt, die nach Hause wollten. Na, da erfährt man doch schließlich, was da los tst. Ist so was Geistiges, nicht wahr?" variah unter Die Bajjagte pinktlich na ider fein, a furft an Bor Rabinen, ein degante Gin Der Fin Fräulein Molesworth hatte thr auf ausdrücklichen Wunsch thres Bräutigams nur den Namen mitgeteilt, denn es war kaum anzunehmen, daß man der Polizet hter so ohne weiteres den Zutritt gestattet hätte. ner des Lon Tage einen Brife. Die der Armen, chener Arzt, wanzigpfem nämlich gera jer es sich ni Dankbarkett Franken zu Jahren find ,, Sie wissen, mein Herr," fuhr die Dame freundlich fort, daß in unserem Kreise eine gegenseitige Vorstellung nicht üblich ist?" " Ste haben's getroffen!" erwiderte Weide lachend. An der Tür der hell erleuchteten ersten Etage wurde der neue Gast durch ein ntebitches Dienstmädchen empfangen, und er merkte an den vielen Garderobegegenständen im vorzimmerartigen Korridor, daß die Gesellschaft schon ziemlich groß sein mußte. " Weide verbeugte sich.„ Sehr wohl, gnädige Frau." ,, Wir gehören ja alle zu der einzigen großen Fa-) milte des Getstes," setzte sie mit feinem Lächeln hinzu. „ Und des Herzens," fügte er sanft hinzu. Ste nickte wohlwollend.„ Schön. Mein Neffe wird Ste einführen." Wie gerufen erschien der schneidige Assessor, sah den Kommissar erschrocken an, als ihm dieser aber verstohlen zublinzelte, machte er dieselbe Bewegung mit seinen Augenlidern, verzog seinen Mund zu einem boshaften Lächeln und sagte in verbindlichem Ton: Sa ärztliche Dr Jelly, ein gut, daß ffir fen wie eine Stadttetlen Aus dem en Jahre, f tellung vera von dem Han verschiedener budgets an 1911 will be Bitte, mein Herr, wollen Ste näher treten!" Ste betraten beide den saalartigen Raum in scheinbar gleichgiltigem Gespräch, so daß die Einführung etgentlich nichts weiter war, als ein ganz natürliches Sinzugesellen zu den übrigen, die auch sehr wenig Nottz von dem neu Angekommenen nahmen. " Ste sind doch nicht amtlich hier?" fragte Mallmiz. " Belleibe nicht! Ganz privatim. Soll ta heut' sehr interessant werden." „ Na, Ste können sich ja vorstellen, wie ich über den ganzen Mumpit denke. Bin nur meiner Tante zultebe dabet, und dann man findet da oft reizende Damen!" ,, Scheint mir auch so," bestätigte Wetde. - rund 700 Be famtbudge Jenner, wie waltung die Behälter und jalt, daß fie mobile 108 21 Breffe 127 00 rent fosten; ten zehn und nur dr ben als ble 3linois; da geboren wird writer, beim tellung von litäten ge gerichts war afteten, geg e Minuten Star Geboren Ander, Fren Fremdes er reichsten bert, wo noch aturen wer emverten, de ee emporb argen Jahre git erfüllt Finnfreich, D elegt- eine fiven fchon aangegriff e Frankreic elgefchickt; h cent aus. eriche Kapit ettichen Ein D, auge fentlich to Weide ip anlagte Affe Berfonen mi „ Sehen de unserer er Barthei Doch nid Ganz red tbrigens n Das heiß fchwebt?" Ja. Dor e blonden aren malt B ung nur e m. 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Die der russisch- polnischen Industriestadt Lodz werden noch, folgende Einzelbetten bekannt: Nachdem die Männer det fte verfolgenden Polizeibeamten verwundet hatten, flichteten fie in ein Haus, das dann von der Polizei zu= gleich mit den Nachbarhäusern umzingelt wurde. Dann begann ein Feuergefecht, das den ganzen Tag anhielt. 68 famen die Häuser 3, 5, 6 und 7 der im Mittelpunkt der Stadt tegenden Zielonastraße in Betracht. Bande stand unter der Führung des berüchtigten Räubers Banasiak. Die Polizei, die bis jetzt machtlos war, beabsichtigte, eine Maschinengewehrabtellung zu Hilfe heranzuziehen. Die Bewohner wurden aufgefordert thre häuser zu räumen. Banasiak erklärte, er besize noch eine Anzahl Patronen. Mit den letzten wollten die Banditen sich selbst töten, um nicht der Polizet in die Hände zu fallen. Nach vierzigstündiger Umzingelung bes Hauses fanden die eindringenden Polizeibeamten auf dem Dachboden nur einen der Verbrecher tot vor. Er hatte mehrere Verletzungen erlitten und hielt noch im Tote Mauser und Browningpistole in den Händen. Der erste transatlantische Dampfer. Wenn man den gegenwärtigen, riesenhaft zu nennenden Weltverkehr zur See betrachtet, so wird es einem schwer, zu glauben, daß der erste von Amerifa nach Europa fahrende Perfonendampfer die Reise ohne- Passagiere machen mußte. Und doch verhielt es sich so. Vor tett fast hundert Jahren ließ der amerikanische Schiffsreeder Scarbo rough eines Tages an den Stadtmauern von Neuyork folgende Ankündigung anschlagen:„ Der Stamer Sa vanah unter dem Befehl des Kapitäns Roger wird pünktlich nach Liverpool abfahren am 20. Mat 1819. Die Passagiere, falls sich solche einstellen sollten, können ficher fein, allen erdenklichen Komfort zu finden. Ausfunft an Bord. Es stehen zur Verfügung: zwei prächtige Kabinen, eine für Damen, eine für Herren, sowie 32 elegante Einzelbetten." Der Fünfundzwanzigpfennigdoktor. 7000 Einwohner des Londoner Stadtteils Homerton feierten dieser Tage einen ihrer Mitbürger auf recht merkwürdige Weife. Die Einwohner Homertons sind die Aermsten der Armen, der Gefeierte aber war Dr. Jelly, ein ange= fehener Arzt, der in dem ganzen Stadtteil als FünfundDr. Jelly feterte awanzigpfennigdoktor befannt ist. nämlich gerade seine Hochzeit, und seine Batienten Ite= Ben es sich nicht nehmen, thm bet dieser Gelegenheit thre Dankbarkett zit beweisen. Dr. Felly behandelt seine Kranten zu einem lächerlich geringen Preise: sett 17 Jahren sind 25 Pfennige, felten 30 oder 50 Pfennige bas ärztliche Honorar, das er für die Behandlung nimmt. Dr. Felly, ein echter Menschenfreund, weiß nämlich recht gut, daß für feine Kranken dret Bence ebensoviel bedeuten, wie eine Guinee für die Reichen in den vornehmen Stadtteilen Londons. Aus dem Budget der Stadt Neuyork. Wie im vortgen Jahre, so ist auch jetzt in Neunorf eine Art Ausstellung veranstaltet worden, die ein anschauliches Bild von dem Haushalt dieser Millionenstadt Itefert. Würfel verschiedener Größe deuten das Aufsteigen des ahresbudgets an. Der größte Würfel mit der Ja eszahl 1911 will befagen, daß Neuyorf in diesem Jahre mit rund 700 Millionen Mark die bisher höchste Ziffer des Gesamtbudgets erreicht hat. Riesige Plakate verkünden Ferner, wie die Frtf. Atg. berichtet, daß die Stadtverwaltung dieses Jahr 88 Min. Doll.( 1 Dollar 4,20 M.) Behälter und Löhne an 107 000 städtische Angestellte ausBahlt, daß fie der Telephondienst 267 488 Doll., die Auto= mobile 108 215 Doll. und die amtlichen Anzeigen in der Brefie 127 000 Doll. gegen 384 000 Doll. vor zwei JahCen fosten; daß die Bevölkerung der Stadt in den letz= ten zehn Jahren um 1800 000 Seelen angewachsen ist and nur dret Staaten der Union mehr Einwohner ha= ben als die Stadt Nenyork: Neuvort, Bennsylvania und Illinois; daß in der Stadt alle vier Minuten ein Baby geboren wird, alle fieben Minuten jemand stirbt und alle elf Minuten eine Ehe geschlossen wird. Ein Stickchen welter, beim Gerichtetat, findet sich eine Zufammentellung von unerwünschten Mitbitrgern" nach Natiomalitäten geordnet; in der ersten Abteilung des Stadtgerichts waren aus einer Gesamtheit von 119 000 Ver= hafteten, gegen die gerichtlich verfahren wurde, 33 004 fer Geborene, 8000 Russen, 7500 taliener, 9000 Eng= ander, Fren und Schotten, 4000 Deutsche. Fremdes Kapital in der Türkei. Die Kapitalien der retchsten Länder werden einst nach der Türket flieBen, wo noch so viel zu schaffen ist: Fabriken und Manit falluren werden die rohen Erzeugnisse im Lande selbst verwerten, dem Ackerbau aufhelfen und die Städte aufs neue emporblüthen lassen." Diese Worte, die Moltke vor langen Jahren prophetisch ausgesprochen hat, haben sich ingst erfüllt. Gegen vier Milliarden sind allein von Frankreich, Deutschland und England in der Türket angelegt eine Tatsache, die, abgesehen von moraltschen Motiven schon an sich die Sympathie der Großmächte fitr das angegriffene und bedrohte Volk rechtfertigen witr= de Frankreich hat schon früher sein Geld nach der Türfel geschickt; heute macht es nicht weniger als zwei Milliarden aus. Etwas über die Hälfte beträgt jetzt das deutsche Kapital. Noch im Jahre 1896 mar der Wert der deutschen Einfuhr nach der Levante 16 Millionen Mark, " D, augenblicklich ist noch nichts Bedeutendes hier. offentlich kommts noch." Weide spitzte die Ohren, als ihm der sattrisch veranlagte Assessor einige Aufklärungen gab und einzelne Personen mit bissigen Bemerkungen charakterisierte. Sehen Ste dort das Botticelli- Weibchen? Das tst ine unserer bekanntesten Lyrikerinnen. Schreibt trotz brer Bartheit nur für startnervige Männer." " Doch nicht die Amorosa?" " Ganz recht, sie selbst in höchstetgener Person. Dichet übrigens meistens in Trance. " Das heißt, wenn ihr Geist in der vierten Dimenon schwebt?" " Ja. Dort jener Jüngling mit dem langwallenden, blonden Haar und dem vier Stock hohen Stehagen malt Bilder, die nach seiner Künstlerischen Uebereugung nur einen bunten Fleck an der Wand bilden ollen. Die ganze Maleret muß nach setner Ansicht de= lorativ wirken. Deshalb kann man auch seine Gemälde ufhängen, wie man will, mit dem Oberteil nach unten ber nach oben, fte sehen immer gleich rätselhaft und Sauderhaft aus." Wer ist der kleine dicke Herr, der mit ihm spricht nd eben einen Wiz erzählt zu haben scheint?" „ Sie meinen den Börsenschmorpel mit der bllitenelßen Weste und dem retch gestickten Vorhemd? Das tetn großer Kunstmäcen, der sich um alles in der Belt als Kunstkenner nicht blamieren möchte und des= alb immer für das allerneueste schwärmt." Und der blasse Herr dort mit den unheimlich flatemben Augen und der flatternden Künstlerkrawatte, er wie ein Schauspieler aussteht?" " Das ist heute unsere Hauptperson, der Star der Gechaft, unser Medtum! Den müssen Sie besonders n Auge behalten." Frau Mohrmann- Mallmitz trat zu ihrem Neffen vier Jahre später hatte er 34 Millionen erreicht und 1904 war er auf 75 Millionen gestiegen. Seither hat er sich um weitere 25-30 Millionen vermehrt. Nicht so schnell hat sich der Handel Englands gesteigert, der viel frither als der deutsche einsetzte, aber von diesem um eine Viertelmilliarde heute überholt ist. Was ist der Reichskanzler? Man schreibt der„ N. G. E." von befreundeter Seite: O, es gibt sehr viele Leute, die das nicht wissen. Da hat ein Assistenzarzt mit den Rekruten eines Kavallerieregiments Prüfungen angestellt, um thr Wissen zu erforschen. Neben vielen anderen stellte er an die einzelnen Leute es waren 174 Mann auch die obige Frage. Und siehe: nur 42 fonnten die richtige Antwort geben. 105 schwiegen, und 27 Iteferten falsche Antworten. Das Interesse für politische Fragen läßt also im Volte noch viel zu wünschen übrig. Sehr mannigfach waren die Antworten auf die Frage: Was ist der Reichskanzler?" Da tamen oft recht seltsame AnSo wurde u. a. geantwortet: der schauungen zutage. ein Mann im Reichstage Höchste im Reichstage Oberst vom Reiche er hebt und senkt die Steuern der hat alles zu bezahlen, wenn im Staate was gemacht wird der ist über die Abgeordneten hat die Kriegssachen unter sich der Reichsprediger- der beim Katfer alles schreiben tut der, was dem Kaiser alles zutellt er bedient Seine Majestät der die Steuern einnimmt ein Abgeordneter der das Haupt im Gericht führt der über das Reich die Pläne ausführt der Oberst von den Reichstagswählern- hat die Stadt Berlin unter sich der in Reichstag die Ansprache machen muß der alles auf dem Lande aufschreibt verwaltet die Bücher des Kaisers der liest alles vor und macht bekannt, was im Reichstag beschlossen tst ist beim Kaiser der oberste Pfarrer ein Bischof Oberster in einer Provinz steht dem Kaiser zur Seite In einem Kriege Untertan des Kaisers regiert die ganze Welt. Dieses Sammelsurium von grotesken Vorstellungen beweist, wie notwendig eine weitere Aufflärung in den Schulen über die Verfassungsverhältnisse des Reiches noch ist. - und ehrenvollste Weise die Folgen von unwiderruflich vollzogenen Tatsachen zu regeln. Sicherlich witrde es uns nicht möglich sein, diese versöhnlichen Absichten aufrecht zu erhalten, wenn die Türket hartnäckig den Krieg unnüberweise in die Länge stehen würde. Wir haben jedoch das Vertrauen, daß die einträgliche Arbeit der Großmächte die Türket dazu führen wird, ohne Verzug fene vernünftigen und entscheidenden Beschlüsse zu faffen, welchen ihren wahren Interessen und denen der ganzen zivilisierten Welt entsprechen. Auf feden Fall wird Italien an diesen Ergebnissen mitarbeiten, Italien, das ebenso geneigt ist zu billigen Friedensbedingungen als entschlossen zu den wirksamsten Mitteln, um diesen Frieden so bald als möglich aufzutnötigen. Die italienischen Niederlagen. Londoner Geschäftsleute erhielten über die italienische Niederlage am 1. d. M. bei Tripolis folgende Nachricht: 8000 Türfen und 16 000 Araber griffen zwei Forts von Tripolis an und eroberten sie. Die italieni schen Verluste sollen 5 bis 6000 Mann betragen. Die Türken erbeuteten eine Anzahl Geschüße und tausend Gewehre. Die fremden Konsuln rieten dem General Caneva angeblich, die Stadt den Türken zu übergeben, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Die Türken sollen am 3. November Tripolis angegriffen und die italienischen Stellungen außerhalb der Befestigungswerke der Stadt genommen haben. Nach einer Meldung vom 5. November hat eine türkische Batterte einige Ge= schosse auf die auf der Reede liegenden italienischen Schiffe und in die Stadt geschleudert, während die Araber aus dem Hinterhalt auf die Italiener fenerten, die unter dem Schutz des Feuers der Kriegsschiffe einen fräftigen Gegenstoß führten. Das Neueste aus China. Tripolis unter italienischer Oberhoheit. insbesondere aber studentischen und Handelskretsen anNachdem die Lage für der Italiener in Tripolis sehr unsicher zu werden beginnt, haben sie einen Schritt getan, von dem sie hoffen, daß er den Kämpfen ein schnelles Ende bereiten werde. Durch ein Defret des Königs von Italien ist Tripolis und Cyrenaika unter die volle Oberhoheit des Königreichs Italien gestellt. Italten ist bereit, auf dieser Grundlage in Friedensverhandlungen mit der Türket einzutreten, indem es hofft, daß lettere sich dem Unabwendbaren fügen wird. Eine Meldung aus Rom berichtet uns über diesen italienischen Schritt: Der Minister des Auswärtigen hat eine Depesche an die ttaltentschen Botschafter im Auslande gerichtet, worin es heißt: Die Besißnahme der wichtigsten Städte von Tripolis und Cyrenaika, die andauernden Erfolge unserer Waffen, die überwältigenden Streitkräfte, die wir dort versammelt haben und die anderen, die wir uns noch anschicken, hinzusenden, haben jeden weiteren Widerstand der Türkei unwirtsam gemacht. Um andererseits unnitzem Blutvergießen ein Ende zu machen, ist es dringend notwendig, tebe gefährliche Unsicherheit in der Stimmung der dorftgen Bevölkerung zu zerstrenen. Daher sind durch ein königliches Defret Tripolis und Cyrenaika endgültig nnd unwiderruflich uns ter die volle und ganze Oberhoheit des Königreichs tallen gestellt worden. Jede andere, weniger radikale Lösung, die dem Sultan auch nur den Schatten einer nominellen Oberhoheit über die genannten Provinzen gelassen hätte, hätte eine dauernde Ursache für künftige Busammenstöße zwischen Jtalten und der Türkei gebildet, welche später verhängnisvollerweise selbst gegen den Willen der Regierenden in einem für den europätschen Frieden noch gefährlicheren Augenblick hätte ausbrechen können. Die von uns gewählte Lösung ist die einzige, welche endgültig die Interessen Italiens und Europas und selbst der Türket schitzt. Ein anf dieser Grundlage unterzeichneter Frieden wird jede tiefe Ursache einer Meinungsverschiedenheit zwischen Italten und der Türket beseitigen, und wir werden leichter in der Lage sein, unfere ganze Politik von dem großen Intereffe geleitet sein zu lassen, das wir an der Aufrechterhaltung des Statusquo auf der BalkanHalbinsel haben, für deren Konsoldterung das Ottomanische Reich eine wesentliche Bedingung ist. Wir wünschen daher lebhaft, wofern das Verhalten der Türfet uns dies nicht unmöglich macht, daß die Friedensbedingungen so weit als möglich mit ihren legitimen Interessen und ihrem Prestige in Einklang stehen. Tripolis und Cyrenaika haben aufgehört, einen Teil des Ottomanischen Reiches zu bilden, aber wir sind heute geneigt, mit weitherziger Versöhnlichkeit die Mitfel zu prüfen, um auf die für die Türket zweckmäßigste und flüsterte ihm etwas zu. Er bekam einen Ruck, als wenn er elektristert würde. ,, Ste müssen mich für einen Augenblick entschuldtgen, Herr Weide!" bat er und eilte hinaus. Der Kommissar merkte bald, warum er es so etlig hatte. Fritz von Marleben und Felicia Molesworth traten ein und Mallmit scharwenzelte um die letztere mit auffallendem Eifer herum. Von dem eigentlichen Zweck, zu dem man gekommen war, war eigentlich noch nichts zu merken. Alle bewegten sich zwanglos durcheinander und bewunderten die an den Wänden und in den Ecken verteilten Werke Jüngerer Künstler. Winzig fletne Zettel besagten, daß diese Sachen verkäuflich waren. Mallmiz machte für die beiden Herren und für Felicia den bereitwilligen Erklärer. " Hier, meine Herrschaften," sagte er mit höhnischer Miene, sehen Sie dret Werke des mächtigen Bildhauers Pumper:„ Der Urmensch"," Der Kulturmensch" und " Der Uebermensch". Ich muß es Ihrem eigenen Scharfsinn überlassen, herauszufinden, welches von diesen Werken den betreffenden Typus darstellt. Vielleicht kann man sie, ohne sich zu trren, einfach unter einander vertauschen." ,, Was ist denn das für eine weiße Gipstafel mit allerhand hervorspringenden Schnörkeln?" fragte Frizz. " Ich bitte Ste," lachte Mallmis.„ Das ist ja etn Kunstwerk einer unserer größten Zukunftgentes und stellt das Chaos vor der Schöpfung dar." Ach!" machte Felicia verblüfft.„ Wo soll denn das Wert hinkommen?" „ Der Künstler hat es sich für die Ausschmückung einer Kirche erdacht. Leider hat sich noch kein Liebhaber dafür gefunden." ,, Das kann ich nachfühlen," bemerkte Feltcta.„ Ich möchts nicht geschenkt haben. Auch nicht jenes Gemälde dort." Der Thron hat die Nationalversammlung aufgefordert, ein Wahlgefeß für das Parlament zu vers fassen und die Wahlen vorzunehmen. Der Thron willigte auch ein, die von den Revolutionären gebildete politische Partei anzuerkennen. Die Ordnung in Schanghai wurde bisher nicht gestört. Im Arsenal werden Waffen und Munition unter die Rekruten der Aufständischen verteilt, die allen Schichten der Bevölkerung, gehören. Es sind wahre Senaben unter ihnen. Die meisten wissen mit Feuerwaffen überhaupt nicht umzugehen. Die Straßen, in denen sich die Menge in fröhlicher Stimmung bewegt, bieten mehr das Bild eines öffentlichen Feiertages als das einer Revolution. Die Fremden werden höflich gegrüßt. Zwet gegenüber dem Arsenal Itegende Kanonenboote haben die Drachenflagge niedergeholt. Ein Fort bei Wusung ist zu den Rebellen übergegangen. Die Besatzung anderer Forts ist noch unschlüssig. Schanghai, 6. November. Dret Kanonenboote von der Flotte der Kaiserlichen liefen gestern in den hiesigen Hafen ein und gingen, nachdem sie Lebensmittel und Kohlen an Bord genommen hatten, zu den Rebellen über. Als die Fahrzeuge die Flagge der Rebellen hißten, sah man, wie die Mannschaften Freudentänze aufführten und sich die Hände schüttelten. Peking, 6. November. Juanschifat weigert sich noch immer, das Amt des Premierministers zu über= nehmen. Die Regierung verhandelt mit einer internationalen Gruppe wegen einer Anleihe. Die Frage der Sicherheit bereitet Schwierigkeiten. Drabtnachrichten und neuestes. Sozialdemokratische Erfolge bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen. Berlin, 6. November. Bei den gestrigen Stadtverordnetenwahlen in der dritten Abteilung gewannen die Sozialdemokraten fünf Mandate. In Charlottenburg errangen sie vier neue Size. Ein verunglückter Erfinder. Berlin, 6. November. Der Sohn des Bäckers Paul in Treptow hatte eine Dampfmaschine mit neuen von ihm gemachten Erfindungen konstruiert und wollte sie gestern abend zum ersten Male in Bewegung sehen. Dabei explodierte der Kessel, wodurch die Mutter des jungen Erfinders sofort getötet und er selbst schwer verletzt wurde. Traurige Folgen einer Balgeret. Gera, 6. November. Im Hotel zum Bären balgten sich in der Nacht zwei Kellnerjungen auf der Treppe. Einer von ihnen, ein 15jähriger Bursche, stürzte dabei die Treppe hinunter und war sofort tot. Folgenschweres Straßenbahnunglück. Stuttgart, 6. November. Ein gestern abend von Degerloch kommender Wagen der elektrischen Straßenbahn geriet an einer Kurve infolge Laubfalles ins Schleifen. Der Wagen entgleiste und stürzte um. Von den 30 Insassen, die sich im Wagen befanden, wurden mehrere schwer verletzt. Dret sind bereits gestorben. ,, Das ist eine Sinfonie in Blaugrün," fuhr der Assessor in seinen Erklärungen fort.„ Der Maler rechnet sicher darauf, daß es der Clou der nächsten Kunstausstellung werden wird. Es ist deshalb auch noch nicht verkäuflich." Felicia schüttelte den Kopf und lachte ungezwungen. " Was doch für wunderliches Beug in die Welt gesetzt wird. Und das ist noch nicht das Schlimmste. Aber tragikomisch wirkt es, daß fast alle diese Leutchen denken, wirklich etwas Urgewaltiges geschaffen zu haben, und meinen, sie könnten mit diesen unreifen Sachen die Welt aus den Angeln heben und unvergänglichen Lorbeer ernten. Was für ein verderblicher Irrtum! Wenn sie doch erst etwas Ordentliches lernen wollten! Man steht fa, daß sie alle Talent haben, daß fie etwas tönnen. Aber das genügt nicht allein. Es fehlt ihnen allen der rechte Ernst des Handwerkers." „ Nun, es sind doch Künstler!" hielt ihr Mallmit vor. „ Sehr richtig! Aber auch der echte Künstler muß etwas von einem Handwerker in sich haben. War es nicht so bet den alten Malern? Sie waren von Jugend auf Handlanger und Farbenreiber bei den Malern und lernten wie ein richtiger Lehrling. Wie ist es heutzutage? Wer aus der Tube heraus die fertigen Farben auf die Leinwand quetschen und dann damit hinund herpinseln kann, hält sich bereits für einen volltommenen Künstler." Gnädiges Fräulein sind selbst Künstlerin?" fragte Mallmitz überrascht. " Nein. Warum?" " Weil gnädiges Fräulein so sachkundig darüber zu sprechen verstehen." " Sachkundig? Ich glaube, es war nur der ge sunde Menschenverstand, der aus mir sprach." ( Fortsetzung folgt.) m Die Lösung der Korsettfrage Welche Dame will sich noch weiter zum Sklaven eines modernen Korsetts machen, nachdem das ueue Untergewand ,, Kalafiris" als vollgültiger Korsettersak seinen Siegeszug durch alle Kulturstaaten angetreten hat? ,, Kalafiris" hat im Gegensatz zum Korsett seinen Stützpunkt nicht in der Taille, sondern in der Hüfte, deren knockenstarre Unterlage eine feste Umschnürung sehr wohl verträgt. Stalasiristrägerinnen genießen daher völlige Freiheit der Bewegung und Atmung, fühlen sich in der Taille- und in der Magengegend nicht eingeengt oder behindert und haben außerdem das angenehme Gefühl, daß, Kalafiris" nicht rutscht und nicht durch Strumpfbänder nach unten gehalten zu werden braucht. Bei normal gewachsenen Frauen gibt Kalasiris" lediglich die unverbildete Figur mit ihren edlen Linien wieder und ermöglicht es, ein kleid zu tragen, welche genau dieselben Schön. heitslinien zeigt und die Frau in die Lage versetzt, Ge= sundheit und Schönheit in der Kleidung zu vereinigen. Bei deformierten Körpern wirkt ,, Kalafiris" schönheitsverbessernd dadurch, daß es die Unschönheiten, wie starken Leib, Polizeiverordnung. Betreffend: Verkehr auf den Wochenmärkten in Gießen. Zum Sauze des Publikums gegen Unfälle bestim men wir auf Grund des Art. 56 Abs. 2 3tffer 2 der Städteverordnung zunächst auf die Dauer von 4 Wochen folgendes: nicht passieren. § 2. Zuwiderhandlungen gegen borstehende Bestimmung werden mit Geldstrafe bis 90 Mark bestraft. Gießen, den 31. Oftober 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Fettpolster auf den Hüften etc. nach Möglichkeit korrigiert und nach kurzer Zeit sogar beseitigt. Leidenden Damen bietet ,, Kalasiris" gleichzeitig die beste unverrückbar festsitzende Leibbinde, ohne Schenkelriemen und Tragbänder. Von ganz hervorragender Bedeutung, ja geradezu unentbehrlich ist ,, Kalafiris" für werdende Mütter. Für diese ist ein Spezial- Modell ,, C" vorgesehen, welches der Bequemlichkeit, der Empfindlichkeit und der Leibes form entsprechend genau angepaßt werden kann und Folgeerscheinungen der Niederkunst, wie dicken Leib verhütet. Unsere Kinder- und Backfisch- Kalafiris genau nach sind zugleich die idealsten der kindlichen Figur konstruiert Geradehalter. Alle Kalasiris- Façons sind eingerichtet, ein Beinkleid und Unterrock anzuknöpfen, was ganz besonders das Entzücken jeder Dame hervorruft. Jaustr. Broschüren und Auskunft kostenlos. Kalasirishaus Frankfurt a. M. Große Bockenheimerstraße 17 Entresol. Betreffend: Abwehr der Angriffe gegen den 3wis schenhandel durch die Gießener Han: delskammer. Erklärung. Die vielfachen und scharfen Angriffe, welche aus Anlaß der Teuerung in der Presse und selbst von hervor § 1. Während der Marktzeiten am Dienstag, ragender Stelle im Reichstag gegen den Handelsstand Donnerstag und Samstag von 8 Uhr vormittags im allgemeinen und den Kleinhandel der Lebensmittelbis 2 Uhr nachmittags dürfen Führwerke, die branche im besonderen gerichtet worden sind, haben in nicht den Wochenmarkt besuchen, und Reiter den den hiervon betroffenen Kreisen große Erregung hervor Kanzleiberg, Brandplak u. die Märktlaubenstraße gerufen. Im Intereſſe des Zwischenhandels ihres Bezir les hat sich daher die Handelskammer Gießen veranlaßt ge= sehen, die erhobene Beschuldigung, daß dieser hauptsäch lich an den jetzigen hohen Preisen der wichtigsten und notwendigsten Lebensmittel die Schuld trage und einen ungebührlich hohen Nutzen aus der gegenwärtigen Lage der Verhältnisse ziehe, auf ihre Berechtigung hin zu prüfen. Die deshalb von ihr angestellten Untersuchungen haben nun zu dem Ergebnis geführt, daß jene Behauptung nicht den Tatsachen entspricht und daher nicht scharf genug zurückgewiesen werden kann. An der Hand ziffermäßiger Unterlagen hat die Handelskammer sich davon Die Arbeiten zur Ausführung einer Ackerdrainage überzeugen können, daß Großhandel wie Kleinhandel von rund 100 ha Fläche in der Gemarkung Ebersgöns, sich gerade in dieser Zeit der Teuerung mit einem auKreis Wetzlar, sollen am Bergewöhnlich bescheidenen Nutzen begnügen müssen; bei einigen Artikeln fonnte sogar festgestellt werden, daß diese seitens des Großhandels wie des Kleinhandels ohne jeden Gewinn und zum Teil selbst mit Verlust abge= setzt werden. So sind z. B. bei Kaffee zur Zeit EinTitel 1: Vorflutanlagen veranschlagt zu 232 Mt. 25280" kaufs- und Verkaufspreis fast gleich; bei Zucker Titel II: Erdarbeiten pp Titel Ill: Röhrenlieferung pp." sich der Einkaufspreis häufig höher als der Verkaufs= Schriftliche Angebote sind bis zum" 13. Nov. 1911 preis und bei Artikeln wie Reis, Linsen, Bohnen, Erbverschlossen mit der Aufschrift: Drainage Ebersgöns sen, Salz und dergl. ist die Spannung zwischen Einder unterzeichneten Stelle einzureichen und sollen im Termin in Anwesenheit der Bewerber eröffnet werden. Verdingung. Dienstag, den 14. November 1911, vorm. 10 Uhr in der Gastwirtschaft Wilhelm in Ebersgöns öffentlich berdungen werden und zwar: " 8596 stellt und Verkaufspreis zum Teil sehr gering, zum Teil bewegt sie sich in durchaus angemessenen Grenzen. Hat schon der Kleinhandelsstand bei einem normaZuschlagsfrist wird im Termin bekannt gegeben. len Gange der Dinge und Verhältnisse einen schweren Kostenanschlag, Plan und Bedingungen fönnen auf Stampf um seine Existenz zu führen- denn die überdem Landmesserbureau der Kal. Spezialkommission I, mächtige Konkurrenz in diesem Stande selbst sorgt schon Zimmer Nr. 3 während der Bureaustunden eingesehen dafür, daß die Spannung zwischen Einkaufs- und Verwerden. Königliche Spezialkommission I zu Wetzlar Philosophenweg. Kaffee- Rösterei Jakob Maternus empfiehlt gebrannte Kaffee cand. دو " melange naturell 29 " وو - Westfälische Zechenkoke ( Hüttenkoke) Gaskoks Nusskohlen Best- Melierte Anthracite Unionbriketts Lignitkohlen Holzkohlen Brennholz in liefern den verschiedenen Körnungen in Ia. Qualität. prompt und billigst [ 23/3 Gebrüder Kahl Telefon No. 87 Waggonlieferungen Detaillieferungen Futtereicheln 3tr. 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Jsrael, Caffe faufspreis nicht allzugroß ist so ist es doppelt schlimm um den Kleinhandel in den Zeiten der Teuerung, wie der jetzigen, bestellt. Denn in solchen Zeiten ist es dies hat die Erfahrung gelehrt eine ganz natürliche 250 mk. monatlich Erscheinung, daß der Verbrauch nach Möglichkeit eingeschränkt wird und damit der Umsatz des Handels sich verringert; die letzte Folge hiervon ist, daß der Konfurrenzfampf allseitig um so schärfer entbrennt und Großhandel wie Kleinhandel ihre Waren zu Preisen abgeben müssen, welche nur einen bescheidenen, ihren Unkosten durchaus nicht entsprechenden Gewinn abwerfen. Wenn also zur Zeit die Preise einzelner Lebensmittel infolge außergewöhnlicher Verhältnisse, insbesondere natürlicher Ereignisse( Dürre, Mißernte 2c.), eine . Pfund 1.25 Mk. Söhe erreicht haben, unter welcher zweifellos die Allgemeinheit leidet, so hat unter dieser Erscheinung nicht minder der Handelsstand und namentlich der Kleinhandel zu leiden. 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